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SOCIAL REPORT 2015 Berichtszeitraum Juli 2015 – Juni 2016


INHALT VORWORT

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TWO MINUTE VERSION

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ÜBER DEUTER 5 WICHTIGE EREIGNISSE 2015/16 6 DAS TEXTILBÜNDNIS 6 WIR ÜBER FWF 7 FWF ÜBER UNS 7 VEREINFACHTER PRODUKTIONSZYKLUS 8 PRODUKTIONSVOLUMEN PRO LAND 2015/16 12 LIEFERANTENLISTE 12 DEUTER PRODUKTION IN ZAHLEN 12 MEILENSTEINE

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1. VIETNAM 1.1. Umsetzung 2015/16 1.2. Monitoring 1.3. FWF Beschwerdesystem (Complaint System) 1.4. Ziele 2016/17

8 8 11 11 11

2. CHINA

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3. MYANMAR 3.1. Monitoring 3.2. FWF Beschwerdesystem (Complaint System) 3.3. Ziele 2016/17

13 13 16 16

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VORWORT LIEBE DEUTER-FAMILIE, LIEBE KUNDEN, GESCHÄFTSPARTNER UND INTERESSIERTE! Die Welt ist unsicherer geworden. Das ist eines der vorherrschenden Gefühle, wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke. Beispielhaft dafür die Anschläge in München und Paris, der Putsch in der Türkei oder das Leid der Flüchtlinge. All dies hat unsere positive Grundüberzeugung immer wieder erschüttert. Wie kann man hier an seinen Idealen festhalten und nicht in Resignation verfallen? Wir bei Deuter haben eine Firmenphilosophie, die mir auch privat immer wieder in Erinnerung ruft, dass es sich lohnt, an Dinge zu glauben und nach Verbesserungen zu streben. Die Überzeugung, mit vielen kleinen Schritten ein starkes Fundament zu legen und Veränderungen zu erreichen, hat sich bei uns auch in den letzten Monaten durchweg als richtig erwiesen. Dabei geht es uns primär um Menschen – egal wo auf der Welt. So auch um die Mitarbeiter unseres langjährigen Partners Duke in Vietnam oder unseres Partners Bellmart in China und seit 2015 auch in Myanmar. Im letzten Geschäftsjahr wurden alle drei Fabriken in Vietnam (Kapitel 1) und die neu errichtete Fabrik in Myanmar (Kapitel 2) von unabhängigen FWF Auditoren überprüft. Außerdem fanden an allen Standorten in Vietnam sogenannte WEP-Trainings der FWF statt. Denn Veränderung muss von den Menschen mitgetragen werden. Und dazu muss die Kommunikation miteinander und das Bewusstsein für Rechte und Pflichten gestärkt werden. Martin Riebel (Geschäftsführer)

Besonders Freude bereiten mir auch individuelle Entwicklungen, die ich hier innerhalb der Mannschaft in Gersthofen beobachten kann. So zum Beispiel der Weg unseres neuen Area Managers Johannes Heinl. Im Mai 2015 hat er bei uns als Praktikant begonnen und schnell bewiesen, was in ihm steckt. Als wir vor ca. einem Jahr unsere internationale Verkaufsmannschaft verstärken wollten, hat er sich für diesen verantwortungsvollen Job vom Praktikum weg qualifiziert. So versuchen wir immer wieder, Talenten die Chance zu geben, sich dort mit einzubringen, wo ihre Stärken liegen und diese zu entwickeln. Es sind sehr persönliche Momente, die ich in Asien wie auch in Europa erlebe, die mir sehr viel Zuversicht geben. Nicht die ganze Welt steht Kopf. Es ist unsere Pflicht, im Kleinen wie im Großen weiter auf eine kontinuierliche Entwicklung zu setzen – speziell in unruhigen Zeiten. Unser jährlicher Social Report ist für uns stets ein Anlass, unser Bestreben zu reflektieren und neue Aufgaben bewusst zu formulieren. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Ihr Martin Riebel

Geschäftsführer

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TWO MINUTE VERSION Im Geschäftsjahr 01.07.2015 bis 30.6.2016 haben wir insgesamt vier Fabriken unserer Produktionspartner von der Fair Wear Foundation (FWF) auditieren lassen. Alle drei Fabriken unseres langjährigen Partners Duke in Vietnam wurden im September 2015 auditiert. Dies erfolgte nach erfolgreicher Durchführung eines sogenanntes WEPs: einem Trainingsprogramm der FWF, das die Stärkung der Kommunikation zwischen Arbeiter und Management zum Ziel hat (Kapitel 1). Einen weiteren Erfolg haben wir bei der Reduzierung der Überstunden bei unserem Lieferanten Duke erreicht. 2015 erhielten wir für unsere umfassenden Maßnahmen zur Reduzierung der Überstunden den Best Practice Award der FWF. Und gemeinsam ist es uns gelungen, die Überstunden auch im letzten Geschäftsjahr erneut zu senken.

Um die Produktion in Xiamen zu entlasten und den steigenden Kosten in China zu begegnen, werden immer mehr Schlafsäcke in der neuen Fabrik unseres langjährigen Partners Bellmart in Myanmar hergestellt. Die Schlafsackproduktion in China umfasst inzwischen nurmehr Daunenschlafsäcke sowie bluesign® zertifizierte Produkte (Kapitel 2). Beim ersten Audit in der neuen Fabrik im Mai 2016 wurden einige Defizite in punkto Kommunikation und Arbeitssicherheit festgestellt. Gemeinsam mit Bellmart arbeiten wir an der Nachbereitung des Audits (Kapitel 3). Des Weiteren hat sich das Textilbündnis im vergangenen Geschäftsjahr weiter formiert und formalisiert. Bis zum Ende 2016 sollen die Mitglieder individuelle Roadmaps erstellen (Seite 6).

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ÜBER DEUTER 1898 gründete Hans Deuter in Augsburg sein Unternehmen und wurde bald zum Lieferanten für Briefbeutel und Säcke der Königlich-Bayerischen Post. Heute ist Deuter einer der weltweit größten Hersteller für Rucksäcke, Schlafsäcke und Accessoires. In der Firmenzentrale in Gersthofen arbeitet ein 101-köpfiges, hoch motiviertes Team. Inzwischen ist die Marke in 54 Ländern auf dem Markt. 2006 wurde sie von der Schwan Stabilo Gruppe übernommen – einem Familienunternehmen mit einer Tradition von 160 Jahren. Wir haben uns dem Motto „Großes beginnt im Kleinen“ verschrieben und arbeiten konsequent und fokussiert Schritt für Schritt daran, die negativen Auswirkungen unseres Handelns auf Mensch und Natur zu reduzieren.

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WICHTIGE EREIGNISSE 2015/16

„DAS TEXTILBÜNDNIS ERMÖGLICHT ES UNS, GEMEINSAM MIT DER POLITIK UND ANDEREN UNTERNEHMEN, DIE SOZIALEN UND ÖKOLOGISCHEN STANDARDS IN DER TEXTILINDUSTRIE ZU VERBESSERN. MOMENTAN WERDEN VON SEITEN DES TEXTILBÜNDNIS DIE RAHMENBEDINGUNGEN FESTGELEGT. WIR FREUEN UNS DARAUF, 2016/2017 ENDLICH KONKRET LOSZULEGEN!“ Katrin Bauer (CR Managerin)

BESTNOTE: “LEADER STATUS” im Brand Performance Check der FWF 2015 VORTRAG BEIM 3. BAYERISCHEN CSR TAG Wachstumsmotor CSR – Weshalb die Zukunft der Wirtschaft Nachhaltigkeit heißt. VORTRAG UND INFO-STAND BEI FOKUS N (Austausch- und Netzwerkveranstaltung zu Nachhaltigkeit in Augsburg) PRÄSENTATION VON MARTHA UND RICHARD ANKER ZU IHRER NEUEN LIVING WAGE BERECHNUNG (ISPO 2016) TEILNAHME AM FWF INDUSTRY ROUNDTABLE 2016 (ISPO 2016) UND DEM FWF MULTI-STAKEHOLDER MEETING FWF ANNUAL CONFERENCE

DAS TEXTILBÜNDNIS Gegründet wurde das Bündnis für nachhaltige Textilien im Oktober 2014. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft haben sich zum Ziel gesetzt, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen entlang der gesamten Lieferkette des Textil- und Bekleidungssektors kontinuierlich zu verbessern. Deuter hat das Textilbündnis von Anfang an begleitet und ist im Juni 2015 beigetreten. Die verschiedenen Arbeitsgruppen im Textilbündnis haben sich formiert und arbeiten an der Entwicklung von Umsetzungsanforderungen und Indikatoren. Erleichtert wird die Zusammenarbeit in diesem großen Multi-Stakeholder-Bündnis mit 185 Mitgliedern (Stand: Mai 2015) u.a. durch eine gemeinsame Online-Mitgliederplattform. Bis Ende 2016 müssen alle Mitglieder eine individuelle Roadmap erstellen, die sich an den erarbeiteten Umsetzungsanforderungen orientiert. Diese Roadmaps werden zwar im ersten Schritt nicht veröffentlicht, allerdings soll dies voraussichtlich ab Anfang 2018 für alle Mitglieder verpflichtend sein.

AUSTAUSCH IN DER BSI FACHGRUPPE OUTDOOR ZU CSR

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WIR ÜBER FWF Wir sind 2011 der Fair Wear Foundation (FWF) beigetreten. Die FWF ist eine unabhängige Organisation, die mit Unternehmen und Fabriken weltweit zusammenarbeitet. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie, vor allem in Niedriglohnländern, zu verbessern. Mit dem Beitritt haben wir uns den strengen Arbeitsrichtlinien (Code of Labour Practices) der FWF verpflichtet.

Mit der FWF haben wir einen starken Partner gefunden, der uns bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch unabhängige Auditoren, mit wichtigen Hintergrundinformationen und einem weltweiten Netzwerk unterstützt. Gleichzeitig überprüft uns die FWF jährlich im sogenannten Brand Performance Check. So bleibt unser Engagement transparent und glaubwürdig.

FWF ÜBER UNS DAS SAGT DIE FWF ÜBER DEUTER IM LETZTEN BRAND PERFORMANCE CHECK – DIE JÄHRLICHE ÜBERPRÜFUNG UNSERER ANSTRENGUNGEN FÜR BESSERE ARBEITSBEDINGUNGEN:

„MIT SEINEM MANAGEMENT ERREICHT DEUTER DIE MEISTEN VORAUSSETZUNGEN BEZIEHUNGSWEISE ÜBERTRIFFT EINIGE VON IHNEN. 97 % DER DEUTER-LIEFERKETTE WERDEN ÜBERPRÜFT UND KONTROLLIERT UND DAMIT ÜBERSCHREITET DAS UNTERNEHMEN DIE 90+%-MARKE, DIE VON MITGLIEDERN NACH DREI JAHREN MITGLIEDSCHAFT MINDESTENS ERZIELT WERDEN MUSS. Deuter hat eine stabile, langjährige Beziehung zu all seinen Lieferanten und auch einen großen Einfluss auf sie. Dies ermöglicht es, effektiv an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Eine kontinuierliche Optimierung ist weiterhin wichtig, aber Deuter hat ein starkes System errichtet, das übermäßige Überstunden verhindert bzw. korrigiert. Dabei hat das Unternehmen bedeutende Schritte unternommen, so dass auch die Zulieferanten Teil der Prüfungskette sind.

Deuter erhielt im vergangenen Geschäftsjahr eine Beschwerde, welche nach der FWF Beschwerde-Regulierung bearbeitet wurde. Dabei wurden vorbeugende Maßnahmen getroffen. Die Herausforderungen liegen darin, unabhängige Arbeitnehmervertretungen zu gewährleisten sowie kontinuierlich an der Optimierung bei kleineren Zulieferanten zu arbeiten.“

DIE 8 ARBEITSRICHTLINIEN www.fairwear.org

1

freie Arbeitswahl

2

Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen

3

keine Diskriminierung am Arbeitsplatz

4

keine Ausbeutung durch Kinderarbeit

5

Zahlung existenzsichernder Löhne

6

angemessene Arbeitszeiten

7

sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen

8

ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis

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1. VIETNAM

China

Vietnam

Seit 1994 stellt Duke in Vietnam die gesamte Rucksack-, Taschen- und Accessoire-Kollektion von Deuter her – und das exklusiv. Dies macht über 90 % unseres Produktionsvolumens aus. An drei Standorten rund um Ho Chi Minh sind inzwischen insgesamt 4.300 Mitarbeiter (davon 3.350 Frauen und 950 Männer, Stand: August 2015) tätig.

Laos

Thailand Kambodscha

Ho Chi Minh

1.1. UMSETZUNG 2015/16 Das Geschäftsjahr 2015/16 war geprägt von der Aufarbeitung und Klärung einer Beschwerde, die uns im November 2014 erreichte. Die australische Nicht-Regierungsorganisation Viet Labour hatte uns einen Bericht zu Unregelmäßig-

keiten im Bezug auf Arbeitsbedingungen in zwei Fabriken unseres Partners übermittelt (siehe Social Report 2014). Wir informierten unverzüglich die FWF, woraufhin eine unabhängige Untersuchung eingeleitet wurde. Es konnten einerseits einige Vorwürfe entkräftet werden, andererseits wurde ebenso Verbesserungspotenzial ermittelt. So waren sich alle Beteiligten darüber einig, die Kommunikation in der Fabrik zwischen Arbeitern, Geschäftsführung und Abteilungsleitern zu verbessern, weshalb im August 2015 ein WEP in allen drei Fabriken durchgeführt wurde.

VEREINFACHTER PRODUKTIONSZYKLUS (BEISPIEL HAUPTKOLLEKTION 2016) Freigabe

Kick-Off Meeting / Kollektionsstart

Produktvorstellung

Erste Auslieferung in den Handel

$$$? $ $$

Planung Entwicklung und Design Testphase Produktion Produktion Lieferung Verkaufsmuster aus Asien

05 07 01 04 06 07 08 12 01 2014 2015 2016

8


WEP steht für Workplace Education Programme. Dabei handelt es sich um ein Training, bei dem sowohl die Mitarbeiter wie auch das Management zum Verhaltenskodex der FWF sowie zum Themenkomplex Dialog und Kommunikation geschult werden. Beide Seiten bekommen Werkzeug mit auf den Weg, mit dem sie Probleme und Herausforderungen durch Gespräche klären können. Darüber hinaus haben wir im September 2015 ein FWF Audit veranlasst (siehe 1.2. Monitoring). Unser Partner Duke hat im Dezember 2015 an einem Lieferantentraining der FWF teilgenommen.

Rechts: FWF Lieferantentraining Unten: FWF Audit

Rechts: Workplace Education Programme

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Besonders gefreut haben wir uns über den Best Practice Award, den wir – Duke und Deuter – 2015 für die signifikante Reduzierung von Überstunden von 2011 bis 2015 erhalten haben (siehe Social Report 2014). Erreicht haben wir dies durch einen mehrstufigen Ansatz. Durch

• eine gleichmäßige Auslastung der Produktion über das gesamte Jahr, erzielt durch die sogenannte Pre-Production der Durchläufer-Artikel in der Nebensaison, • den Aufbau einer dritten Fabrik in Vietnam sowie • der Vergrößerung der Lagerkapazitäten am Firmensitz in Gersthofen.

Allerdings war und ist das Thema damit für uns noch nicht vom Tisch. Unser Anspruch ist die kontinuierliche, fortwährende Verbesserung. So konnten wir 2015/16 eine weitere erfolgreiche Überstunden-Reduzierung vermerken.

MONATLICHE ÜBERSTUNDEN BEI VINA DUKE, UNSEREM PRODUKTIONSPARTNER (FACTORY 1/2 AND FACTORY 3)* 100 92

80

73 63

67 60

59 59

60

56,5 52,5

40

48

Maximum

38 30,5

28

20

15,5 12

Minimum

12

Mode

2011 2012 2013 2014 2015 2016

Maximum: Die höchste Zahl der gearbeiteten Überstunden in dem Monat. Modalwert: Die am häufigsten vorkommende Überstundenzahl in dem Monat. Minimum: Die geringste Zahl der gearbeiteten Überstunden in dem Monat.

Von den Arbeitern der Zufallsauswahl wurden höchstens 92 Überstunden im Januar 2011 gearbeitet, wenigstens jedoch 67 Überstunden. Die meisten Arbeiter der Zufallsauswahl haben 73 Überstunden im Januar 2011 geleistet. * Zufallsauswahl von 20 Arbeitern verschiedener Abteilungen (z.B. Näherei, Verpackung, Zuschnitt)

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1.2. MONITORING Nach dem Audit im Mai 2015 bei einem Zulieferer unseres • Eine Arbeiterin hat sich mit falschen Ausweispapieren (die Partners Duke (siehe Social Report 2015) folgte im letzten der älteren Schwester) beworben. Sie gab dabei an, 1991 Geschäftsjahr das Follow-Up der Ergebnisse. Dies entpuppte geboren zu sein, ist aber tatsächlich Jahrgang 1998. Der sich allerdings als äußerst schwierig. Das lag zum einen darProzess zur Altersverifizierung muss demnach verbessert an, dass wir selbst keine direkte Geschäftsbeziehung mit dem werden. Zulieferer haben, wodurch sich die Kommunikation erschwer- Alle Punkte wurden im Laufe des letzten Geschäftsjahrs te. Zum anderen zeigte der Zulieferer kein Interesse an ei- adressiert und behoben. ner Verbesserung der herausgearbeiteten Punkte. „EINE DER GRÖSSTEN HERAUSFORDERUNGEN IST DAS PLANEN UND Trotz wiederholter BesuPLATZIEREN DER PRE-PRODUCTION. WIR GEHEN EIN SEHR HOHES che und Korrespondenz PLANERISCHES RISIKO EIN, UND AUCH UNSERE IMPORTEURE sah sich Duke deshalb gezwungen, die GeUND UNSERE NIEDERLASSUNG IN DEN USA MÜSSEN MITZIEschäftsbeziehung mit dem HEN. DAS IST NICHT IMMER EINFACH, DA DEUTER IN 54 LÄNZulieferer zu beenden. DERN VERTRETEN IST UND JEDER MARKT ANDERS TICKT. IN SUMIm September hat das FWF Auditteam alle ProME WERDEN HIER ÜBER 650.000 ARTIKEL AUF EINMAL BESTELLT.“ Sebastian Schmidt duktionsstätten unseres (Supply Chain Manager) Partners Duke auditiert. Die Management-Systeme der drei 1.3. FWF BESCHWERDESYSTEM (Complaint System) Fabriken sind identisch bzw. sehr ähnlich, wodurch sich auch Im letzten Geschäftsjahr gab es keine Beschwerde. die Audit-Ergebnisse kaum unterscheiden. 1.4. ZIELE 2016/17 Eine Auswahl der gefundenen Verbesserungspoten- Für das Geschäftsjahr 2016/17 fokussieren wir uns weiterhin ziale /Auditergebnisse: auf das Thema existenzsichernde Löhne und die Verbesse• Nach einer Überarbeitung der vietnamesischen Arbeitsge- rung des Subcontractor-Managements. Dazu haben wir im setze ist der Tarifvertrag nicht mehr auf dem neusten Stand. letzten Geschäftsjahr Verbindungen zur Global Living Wage • Diverse Punkte in Sachen Arbeitssicherheit wie defekte Coalition aufgenommen – einer Initiative der sechs weltweit Notausgangsschilder, nicht ausreichende Feuerlöscher oder einflussreichsten Nachhaltigkeitsstandards wie Fairtrade Indie Gesundheitsuntersuchung, die für einige Mitarbeiter ternational, UTZ Certified und Social Accountability Internatinicht einmal, sondern zweimal jährlich stattfinden muss. onal (SAI) – und unterstützten die Kalkulation des Living Wa• Arbeiter müssen individuell geplanten Überstunden zustim- ge Benchmarks für HCMC in Vietnam. Der offizielle Benchmen und eine Einverständniserklärung unterschreiben, mark ist leider noch nicht veröffentlicht und kann daher an während sie bisher als Teams zugestimmt haben. dieser Stelle nicht detailliert dargestellt werden.

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2. CHINA Durch den Aufbau einer neuen Fabrik in Myanmar konnte unser Partner Bellmart den Standort in Xiamen wesentlich entlasten. Inzwischen werden in Myanmar alle SynthetikSchlafsäcke produziert. In Xiamen arbeiten heute noch 240 Mitarbeiter für Bellmart (Stand: Dezember 2015) und produzieren all unsere Daunenschlafsäcke sowie bluesign® zertifizierte Produkte.

China

Vietnam Laos

Thailand Kambodscha

PRODUKTIONSVOLUMEN PRO LAND 2015/16

DEUTER PRODUKTION IN ZAHLEN

Xiamen

2 5 101 240 387 4300

Lieferanten Produktionsstätten Deuter Mitarbeiter Mitarbeiter in China Mitarbeiter in Myanmar Mitarbeiter in Vietnam

LIEFERANTENLISTE Myanmar (< 3 % )

China ( 4 % )

Vietnam ( 93 % )

Land Lieferant

Produktionsstätte

Stadt

Vietnam

Vina Duke Corp.

Hoc Mon (Factory 3)

Ho Chi Minh City

Vietnam

Vina Duke Corp.

Cu Chi (Factory 1/2)

Ho Chi Minh City

Vietnam

Vina Duke Corp.

Count Vina (Factory 4)

Tien Giang

China

Bellmart Industrial Co., Ltd

Kingtai Industrial (Xiamen) Co., Ltd.

Xiamen

Myanmar

Bellmart Industrial Co., Ltd

Bellmart (Myanmar) Co., Ltd.

Bago

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3. MYANMAR Wir selbst hatten uns nicht direkt für den Produktionsstandort Myanmar entschieden. Vielmehr haben wir erneut auf die Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Partner Bellmart gesetzt, der in Myanmar eine weitere Fabrik errichtet hatte.

China

Myanmar

Vietnam Laos

Bago Thailand Kambodscha

In der Fabrik arbeiten aktuell insgesamt 387 Mitarbeiter (davon 298 Frauen und 89 Männer, Stand: Mai 2016). Wir konnten die Produktion in Myanmar weiter ausbauen und beziehen inzwischen 44 % unsere Schlafsäcke von dort. Es handelt sich ausschließlich um Synthetik-Schlafsäcke. Die Produktion der Daunenschlafsäcke sowie aller bluesign® zertifizierter Produkte erfolgt nach wie vor in der Fabrik in Xiamen, China. Wie auch im letzten Geschäftsjahr haben mehrere Deuter Mitarbeiter (die Geschäftsleitung und unsere Produkt- sowie Qualitätsmanager) die Fabrik besucht. Zudem fand im Mai 2016 ein FWF-Audit statt, das von unserer CR-Managerin vor Ort begleitet wurde. 3.1. MONITORING Das Audit Im Mai 2016 haben wir ein Audit bei unserem Partner Bellmart veranlasst und zwar in Zusammenarbeit mit zwei weiteren FWF-Mitgliedern. Neben der Produktionsstätte für Schlafsäcke befindet sich auf dem Gelände zudem eine Nähfabrik für Bekleidung, die vom gleichen Management geführt wird.

So wurde zunächst die Schlafsackfabrik und im Anschluss die Bekleidungsproduktion auditiert. Obwohl die Ergebnisse sehr ähnlich ausfielen, übernahm Deuter das Followup für die Schlafsackfabrik und ein anderes Mitglied das Follow-up für die Bekleidung. Dabei stehen alle Hersteller im engen Austausch, um die Arbeit so effektiv und effizient wie möglich zu gestalten. Das Auditteam bestand aus zwei thailändischen Auditoren sowie einer Burmesin, welche für die Interviews mit den Mitarbeitern zuständig war. Die FWF ist aktuell erst im Begriff ein lokales Auditteam aufzustellen.

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Die Ergebnisse Es wurden keine Unregelmäßigkeiten in den Bereichen Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns und rechtsverbindliche Arbeitsverhältnisse festgestellt. Kommunikation und Beschwerdesystem Es wurden allerdings in punkto fabrikinterne Kommunikation Defizite festgestellt. So sind die Arbeiter nicht ausreichend über die FWF-Arbeitsrichtlinien sowie die burmesischen Arbeitsgesetze und ihre Rechte aufgeklärt. Des Weiteren gibt es zwar ein Beschwerdesystem, doch weder sind die Arbeiter mit solchen Prozessen vertraut, noch ist die Arbeitnehmervertretung sehr in die Bearbeitungen der Beschwerden involviert. DAS SAGEN DIE MITARBEITER IN DEN ARBEITERINTERVIEWS DES FWF AUDITS:

> DIE MITARBEITER GABEN ZU VERSTEHEN, DASS SIE SICH VON DER GESCHÄFTSLEITUNG GUT BEHANDELT FÜHLEN UND ÜBER IHRE VORGESETZTEN MIT DEM MANAGEMENT KOMMUNIZIEREN KÖNNEN. > DIE MITARBEITER WAREN ZWAR NICHT ÜBER DAS BESCHWERDESYSTEM AUFGEKLÄRT, HABEN JEDOCH DAS GEFÜHL, SICH JEDERZEIT MIT BESCHWERDEN DIREKT AN VORGESETZTE UND GESCHÄFTSFÜHRUNG WENDEN ZU KÖNNEN. Vereinigungsfreiheit Es gibt keinen Tarifvertrag und die Gewerkschaft wird nicht in Disziplinarverfahren mit einbezogen. Darüber hinaus finden keine regelmäßigen Treffen zwischen der Gewerkschaft und dem Management statt bzw. werden die Treffen nicht protokolliert.

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WAGE LADDER BELLMART (MYANMAR) FÜR NÄHER/INNEN ALLE ANGABEN GELTEN PRO MONAT UND OHNE ÜBERSTUNDEN 200 MMK

175 MMK

Maximum: 165750 MMK Mode: 155450 MMK

150 MMK

Minimum: 132250 MMK 125 MMK

100 MMK

75 MMK

108000 MMK Gesetzlicher Mindestlohn1) 81000 MMK Gesetzlicher Mindestlohn in der Probezeit2)

50 MMK

25 MMK Währung: Myanmar Kyat (MMK) Maximum: Der höchste gezahlte Lohn in der Näherei. Modalwert: Der am häufigsten gezahlte Lohn in der Näherei. Minimum: Der niedrigste gezahlte Lohn in der Näherei. 1) gesetzlicher Mindestlohn in Myanmar seit September 2015. 2) gesetzlicher Mindestlohn in der Probezeit in Myanmar seit September 2015. 3) Armutsgrenze, World Bank international norm, 2014.

32370 MMK Armutsgrenze3)

Löhne Vor dem 01. September 2015 gab es in Myanmar keinen gesetzlichen Mindestlohn. Seitdem berechnet sich der gesetzliche Mindestlohn folgendermaßen: • 3-Monats-Trainees erhalten 50 % des Mindestlohns (1.800 Kyats/Tag). Arbeiter in der dreimonatigen Probezeit erhalten 75 % des Mindestlohns (2.700 Kyats/ Tag). Nach sechs Monaten wird die Arbeit als permanent eingestuft und voll bezahlt (3.600 Kyats/Tag). • Der gesetzliche Mindestlohn wird monatlich mit 30 Tagen x Tageslohn berechnet (54.000 MMK, 81.000 MMK, 108.000 MMK) • Momentan gibt es keine unabhängige bzw. multi-stakeholder getragene Berechnung des existenzsichernden Lohns für Myanmar. Arbeitszeiten Die maximal erlaubte Arbeitszeit pro Woche beträgt in Myanmar 60 Stunden (44 reguläre Arbeitsstunden + 16 Überstunden pro Woche). • Die reguläre Arbeitszeit bei Bellmart in Myanmar von Montag bis Freitag: 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Mittagszeit: 12 bis 13 Uhr. Samstags wird nur halbtags gearbeitet: 7.30 Uhr bis 11.30 Uhr. Überstunden: 16.30 bis 19.30 bzw. 18.30 Uhr. Die Fabrik muss wöchentlich eine Genehmigung für Überstunden vom Arbeitsministerium einholen, bevor Überstunden gearbeitet werden dürfen. Dazu braucht die Fabrik das Einverständnis der Arbeitnehmervertretung. Das Audit hat ergeben, dass die Arbeiter 8-16 Überstunden pro Woche leisten. Dies ist im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Im Audit wurden jedoch einige wenige Unregelmäßigkeiten bei der Dokumentation der Sonntagsarbeit festgestellt.

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Sicherheit am Arbeitsplatz Das Gebäude, in dem die Stickerei untergebracht ist, verfügte nicht über die gleichen Sicherheitsvorkehrungen wie das Hauptgebäude. Es fehlten Feueralarm, Notausgangsschilder und Evakuierungspläne.

Mitarbeiterhandbuch, Bellmart, Myanmar

Sicherheit am Arbeitsplatz, Bellmart Myanmar

Follow-up Ein Orientierungsprogramm für neue Mitarbeiter wird aufgesetzt und durch regelmäßige Trainings ergänzt. So werden alle Arbeiter über die Abläufe in der Fabrik, die Kommunikationskanäle und die FWF informiert. Der Arbeitnehmervertreter wird in den Beschwerdeprozess integriert. Zusätzlich erhält jeder Arbeiter ein Handbuch, in dem alle wichtigen Informationen zusammengefasst sind. Mängel im Bereich Arbeitssicherheit wurden adressiert und es ist geplant, diese bis Oktober 2016 zu beheben. Wie mit dem Fabrikmanagement vereinbart ist zukünftig keine Sonntagsarbeit mehr geplant. Dies wird ebenso eng überwacht wie die Löhne.

Unser Partner Bellmart hat sich bereit erklärt, das WEP der FWF in Myanmar zu testen. Der Termin für den Piloten steht jedoch noch nicht fest. 3.2. FWF Beschwerdesystem (Complaint System) Im letzten Geschäftsjahr gab es keine Beschwerde. 3.3. Ziele 2016/17 Im Geschäftsjahr 2016/17 werden wir die noch offenen CAP-Punkte abschließen und Bellmart weiterhin mit Trainings und Know-how unterstützen. Die Löhne bleiben auch in Myanmar ein spannendes Thema, welches wir genau beobachten werden.

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MEILENSTEINE 2006

Gründungsmitglied der European Outdoor Conservation Association (EOCA)

2008

Deuter wird bluesign® Systempartner

2011

2012

2013

2014

2014

ÜBER FRAGEN, WÜNSCHE, ANREGUNGEN FREUT SICH UNSERE CR-MANAGERIN KATRIN BAUER: KATRIN.BAUER@DEUTER.COM

FWF-Beitritt Schaffung der Position des CR-Manager 1. FWF Audit bei Duke Duke wird bluesign® Systempartner FWF Audit bei Duke (Hoc Mon, Count Vina) Bellmart wird bluesign® Systempartner Training des Workplace Education Programmes (WEP) der FWF bei Bellmart FWF Audit bei Bellmart OHS Schulung und Audit bei Duke (Hoc Mon)

FWF Verification Audit bei Bellmart Leader Status“ im Brand Performance Check der FWF

2015

FWF Best Practice Award

2015

Beitritt zum Textilbündnis

2015

WEP und Audit bei Duke

2016

Audit Bellmart Myanmar

DEUTER SPORT GMBH Daimlerstraße 23, 86368 Gersthofen, Germany Tel. + 49 (0) 821 / 49 87 -0 www.deuter.com

Deuter Social Report 2015  

Der Deuter Social Report 2015 berichtet über all unsere Maßnahmen hinsichtlich der Unternehmensverantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern...

Deuter Social Report 2015  

Der Deuter Social Report 2015 berichtet über all unsere Maßnahmen hinsichtlich der Unternehmensverantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern...

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