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07-08|2013 Eine Sonderpublikation von

und

Peter Ippolito im Interview Denken in Lösungen statt in Disziplinen Neue Interiors Augsburg, Hamburg und Wien Metropolregion Katowice Südpolen in Aufbruchstimmung Neue Produkte Leuchten, Sitzmöbel und mehr


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Das Original - VOLA 121 Seit 45 Jahren unerreicht in Design, Funktionalität und Qualität

VOLA GmbH Schwanthalerstraße 75 A D-80336 München Tel.: (089) 599959-0 vola@vola.de www.vola.de


Inhalt _ Im Interview

_ Neue Produkte

4 Peter Ippolito

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_ Neue Interiors 8 10 12 14

Hotel in Hamburg Waschhaus in Lauterhofen Bar in Wien  Kirche in Augsburg

Leuchten Sitzmöbel Tische / Stauräume Akustik Bodenbeläge Wandbeläge Bad Küche

_ Im Portrait 16 Metropolregion Katowice – Südpolen im Aufbruch

6 Projekte / Beteiligte 4 47 Bildnachweis / Impressum

Editorial Architektur und Innenarchitektur sind nicht voneinander zu trennen. Planer beider Disziplinen stehen in der Entwurfs- und Realisierungsphase vor vergleichbaren Fragen: zu Strukturen, Raumbezügen, Materialien und Detailausbildungen, aber auch zu Baurecht, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Dennoch gibt es Projekte, bei denen das Äußere eines Gebäudes nicht Bestandteil der Planungsaufgabe ist, die aber trotzdem in die Umgebung ausstrahlen. Dazu zählen Hotels wie etwa die »Superbude« in Hamburg, mit Innenräumen, deren erfrischende Farbigkeit, Vielfalt und Ideenreichtum im krassen Gegensatz zur Schwere eines denkmalgeschützten Backsteingebäudes stehen. Doch auch diesem Entwurf gingen umfangreiche Analysen des unmittelbaren Umfelds sowie intensive Abstimmungsprozesse mit Nachbarn voraus. Ohne deren Einbeziehung wäre das Haus mit 270 Betten in der kleinteiligen Struktur St. Paulis sicher nicht möglich gewesen. Ganzheitliches Denken ist in der Innen-

architektur ebenso unerlässlich wie im Hochbau – auch wenn es mitunter auf verschiedenen Ebenen stattfindet. Unter anderem davon berichtet Peter Ippolito, dessen internationale Interior-Projekte seit vielen Jahren große Anerkennung finden, und der im Zuge von RestaurantPlanungen nicht nur Raumkonzepte erstellt, sondern in der Regel auch bei der Entwicklung des Gastrokonzepts und bei der Gestaltung von Speisekarten und Menüs beteiligt wird. Ganzheitliche Konzepte beinhalten immer auch die Ausstattung von Innenräumen mit entsprechenden Materialien, Objekten und Möblierungen. Erst wenn ein durchwegs stimmiges Gesamtbild erreicht ist, werden Projekte wie die Moritzkirche von John Pawson in Augsburg zum authentischen Erlebnis. Um das Zusammenspiel von Architektur und Innenarchitektur weiter in den Vordergrund zu rücken, werden wir uns auch in Zukunft intensiv mit dem Thema Interior beschäftigen. Roland Pawlitschko


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_  iRmu b I r n itker v i e w: P e t er Ipp o l i t o

Wir denken nicht in Disziplinen. Wir denken in Lösungen.

Interdisziplinäres Denken, kommunikative Offenheit und die Liebe zur guten Idee prägen die Stuttgarter Ippolito Fleitz Group. Ein Gespräch mit Peter Ippolito. Otto Wagner soll gesagt haben, dass jeder Architekt zwei Planungsbüros braucht: eines zum Geldverdienen und ein zweites, um gute Architektur zu machen. Wie ist das bei der Ippolito Fleitz Group? Natürlich kämpfen auch wir mit der Balance zwischen Anspruch und Budget. Allerdings sind wir nicht mehr so wunderbar naiv, wie wir es vielleicht als junges Büro waren. Heute haben wir ein sehr effizientes Controlling und wissen sehr genau, was uns jede Stunde kostet. Das hindert uns freilich nicht daran, Projekte so zu machen, wie wir sie wirklich haben wollen. Dass wir inzwischen auch international erfolgreich sind und Interiors unterschiedlichster Größe und Budgets realisieren,

hat nicht zuletzt damit zu tun, dass wir uns ganz bewusst nie auf bestimmte Aufgabengebiete, Branchen oder Projektgrößen spezialisiert haben, und dadurch relativ konjunkturunabhängig sind.

Welcher Bürostrukturen bedarf es angesichts dieser breiten Ausrichtung? Projekte werden wo immer möglich interdisziplinär bearbeitet. Wir beschäftigen Produktdesigner, Grafiker und Materialspezialisten ebenso wie Architekten und Innenarchitekten, die alle zusammen in zwei sehr großen Räumen arbeiten, sodass sie sich gegenseitig »befruchten« können und jeder weiß, was der andere macht. Viele Projekte sind dabei von

Büro Ippolito Fleitz Group, Stuttgart

vornherein interdisziplinär angelegt und werden parallel von Kollegen aus verschiedenen Disziplinen entwickelt …

… so wie das Hamburger Restaurant WakuWaku – ein Low-Budget-Projekt, bei dem Sie sogar bei der Entwicklung der Menüs beteiligt waren? Bei Restaurants werden wir in der Regel sehr intensiv


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Gastraum WakuWaku Restaurant, Hamburg

einbezogen, weil diese nur dann wirklich erfolgreich sind, wenn alles zusammenpasst. Wenn auch nicht immer an den wesentlichen Entscheidungen beteiligt, so sind wir doch fast in jedem Bereich zumindest Diskussionspartner. Ein anderes Beispiel sind Messestände, bei denen wir oft auch für die Messegrafik und Messekommunikation beauftragt werden – wie etwa beim Stand von Brunner auf der Mailänder Möbelmesse 2012.

Ist die frühe Beteiligung für den spürbaren Unterschied zwischen ganzheitlichen Interiors und banalen Marketingmaßnahmen verantwortlich? Das lässt sich nicht generalisieren, weil jeder Auftraggeber anders tickt. Selbst im Wohnbereich gibt es Kunden, die intensiv betreut werden wollen, und mit denen man noch nach Mitternacht telefoniert, während uns andere den Schlüssel geben und erst nach Fertigstellung wiederkommen. In Bezug auf diese Abläufe gibt es kein allgemeingültiges Rezept. Bei keiner der beiden Varianten ist man zwangsläufig näher am Kunden. Die frühe Einbindung aller Beteiligten ist mit Sicherheit kein Fehler. Andererseits verweigern wir uns als Büro grundsätzlich jeglicher Form von schematischem Vorgehen.

Wie gelangen Sie an Ihre Auftraggeber? Hin und wieder nehmen wir an Pitches teil. An anonymen Wettbewerben hingegen beteiligen wir uns überhaupt nicht. Wir leben von der Weiterempfehlung unserer Kunden und Partner, und inzwischen auch von der Reputation. In jedem Fall brauchen wir das direkte Gegenüber. Wir wollen mit Menschen am Tisch sitzen, die wir fühlen und mit denen wir kommunizieren können – egal, ob es dabei nun um Vorstände, Behördenvertreter oder Häuslebauer geht.

Gibt es auch deshalb keine einheitliche »Bürosprache«? Wir waren nie an einer Art Signatur interessiert, weil es doch viel spannender ist, eine Aufgabe aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, Projekte also nicht nur aus der Perspektive des Architekten zu sehen, sondern auch aus jener des Grafikers, des Künstlers, des Musikers – je nachdem, was auch immer relevant ist. Das Schöne an unserem Beruf ist ja, dass wir in jeder Woche neue Lebens- oder Geschäftsmodelle kennenlernen. Unsere Kunden sind sehr unterschiedlich. Also sind auch die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Natürlich gibt es räumliche Vorlieben, die unseren Projekten gemeinsam sind. Beispiels-

weise setzen wir uns in vielen Projekten intensiv mit der Deckengestaltung auseinander, eine oft vergessene, aber sehr identitätsstarke Oberfläche im Raum.

Mies van der Rohe wird folgender Satz zugeschrieben: »Das Schöne ist der Glanz des Wahren«. Welche Rolle spielt Ästhetik für Sie? Wahrheit und Schönheit sind extrem subjektiv. Für uns viel wichtiger ist der Begriff Relevanz. Projekte, die für unsere Auftraggeber und seine Zielgruppen relevant sind, verfügen über das ganze

»Ebenso wie unsere Kunden sind auch unsere Projekte sehr unterschiedlich.« Potenzial, sich über Trends, Lifestyles und andere kurzlebige Dinge zu erheben. Dennoch sage ich nicht, dass mich Lifestyle nicht interessieren würde. Schließlich sind wir als Planer in der Situation, einerseits Spiegel der Gesellschaft zu sein, und andererseits genau dieses Bild voranzutreiben. Abgesehen davon produzieren wir gerade im kommerziellen Bereich selbst Lifestyle-Projekte, bei denen es darum geht, ein möglichst präzises Bild vom Lifestyle einer bestimmten Zielgruppe und


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_  i m  I n t er v i e w: P e t er Ipp o l i t o

» Wir wollen offene Geschichten bieten, die unsere Kunden selbst besetzen und selbst fertig erzählen können.« einer Marke in Deckung zu bringen. Das heißt aber nicht, dass die Projekte deshalb oberflächlich sind.

fertig erzählen kann.« Warum wurden sinnliche und emotionale Räume in den letzten Jahren immer wichtiger? Zunächst

Ihr Büropartner Gunter Fleitz sprach davon, dass es wichtig ist, in Innenräumen dichte, vielschichtige Geschichten zu erzählen, sodass der Kunde »kein fertiges, in sich geschlossenes Produkt präsentiert bekommt, sondern eher eine offene Geschichte, in der er sich einrichten kann, die er selbst besetzen kann und die er, gefüllt mit seinen eigenen Themen, selbst

einmal haben wir längst keine Bedarfsdeckungsprobleme mehr, sondern eher Bedarfsgenerierungsprobleme. Auf der anderen Seite weckt die große Geschwindigkeit, der unser alltägliches Leben ausgesetzt ist, große Sehnsüchte nach Geborgenheit, nach Aneignungen, nach Geschichte und Geschichten. Und weil viele Menschen diese Geschichte selbst nicht mehr erleben, können Räume sie ein

Verkaufsraum Flagshipstore BORK, Moskau

Stück weit vorleben. Die Fragen, die sich daraus für uns als Planungsbüro ergeben, lauten: Wie kann es gelingen, dass Nutzer Räume oder Raumfunktionen nicht nur konsumieren, sondern sich den Raum persönlich aneignen und Geschichten damit verknüpfen, die sie gern weitererzählen. Eine derartige narrative Qualität schafft nicht nur persönliche Identifikationspunkte, sondern trägt auch dazu bei, Räume wie etwa ein Restaurant oder einen Laden im kommerziellen Sinn weiterzuverbreiten.


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Küche Appartment FS, Stuttgart

Ist es einfacher, solche Geschichten im Interior-Bereich zu erzählen als mit Hochbauprojekten? Ich weiß nicht, ob es unbedingt einfacher ist. Vielleicht braucht man im Hochbau noch mehr Mut und noch mehr Vertrauen des Auftraggebers. Was aber tatsächlich anders ist: Im Innenraum sind wir grundsätzlich näher am Nutzer. Außerdem können wir zunächst alles denken, was wir für richtig halten, um ein Projekt relevant zu machen. Dabei sind wir vollkommen ungebunden, kennen keine Grenzen, probieren alles Mögliche aus, sind getrieben von einer unglaublichen Neugier. Beim Planen von Hochbauten muss dagegen von Anfang an ein viel größerer Kontext berücksichtigt werden. Planungen für den Interior-Bereich sind jedoch nicht schlechter oder besser, sondern einfach nur von anderen Parametern geprägt.

Auf welche Weise fließen Nachhaltigkeitsaspekte in Ihre Planungen ein?

Messestand Brunner, Mailänder Möbelmesse 2012

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Eingangshalle und Sitzungsraum Rathaus Schorndorf

Nachhaltigkeit ist heute so selbstverständlich wie die Erfüllung von funktionalen Vorraussetzungen. Darüber muss man eigentlich gar nicht viel reden. Allerdings bin ich so offen zu sagen, dass auch wir immer wieder Projekte bearbeiten, die nicht hundertprozentig nachhaltig sind – etwa weil es die Planungsprozesse nicht erlauben oder schlicht, weil bei internationalen Bauaufgaben Materialien oder Einrichtungen eingeflogen werden müssen. Und: Ich gebe gern zu, dass uns die gute Idee letzten Endes mehr interessiert – schließlich führt sie zu Langlebigkeit, der für mich interessantesten Form der Nachhaltigkeit.

Ist es also die Idee, die sich als roter Faden durch alle Projekte der Ippolito Fleitz Group zieht? So unterschiedlich die Wege dorthin auch sein mögen – letztlich ist für uns tatsächlich eine gute Idee alles entscheidend. Natürlich gibt es am Anfang oft mehrere gute Ansätze, die

sich dann jeweils weiterentwickeln. Am Ende liegt unseren Projekten aber immer eine klar identifizierbare Idee zugrunde, die das Projekt zu jeder Zeit speist und dann auch die komplette Durcharbeitung bestimmt. Und so wissen wir bis zum

»Wir lassen uns grundsätzlich nicht gerne einem Label unterordnen.« letzten Detail sehr genau, warum etwas so und nicht anders ist. Dennoch lassen wir uns grundsätzlich nicht gern einem Label unterordnen. Eine Ausnahme bildet da vielleicht der Begriff Identität. Wenn wir gefragt werden, was wir eigentlich machen, dann trifft es »Interior Architects« eigentlich am besten. Ansonsten haben wir dieses Büro bewusst vielfältig angelegt, sodass wir heute über ein extrem breites Portofolio verfügen. Und das genießen wir.

b weitere Informationen zu den Projekten auf S. 46


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_ Ne u e I n t er i o rs

Hotel in Hamburg Dreimeta Armin Fischer, Augsburg weitere Projektbeteiligte und Firmen auf S. 46

Nach dem Erfolg der ersten »Superbude« in Hamburg St. Georg erhielten die Innenarchitekten nun die Möglichkeit, das Konzept des unkomplizierten Übernachtens in St. Pauli weiterzuentwickeln. Ergebnis ist ein unkonventionell gestaltetes Hotel mit 90 Zimmern und vielen Überraschungen. alle öffentlichen Bereiche wie Rezeption, Lobby, Bar und Shop enthält. Zu den Besonderheiten zählen einerseits mehrfach genutzte Flächen. So ist der Empfangstresen zugleich Bar und Shop, während der Frühstücksbereich ab Mittag als »Kitchen Club« dient – dort stehen Gemeinschaftskühlschrank, Mikrowelle und Backöfen zur Verfügung, damit sich die Gäste unkompliziert und kostengünstig selbst verpflegen können. Andererseits finden sich überall lokaltypische Alltagsobjekte und Materialien, die von Dreimeta zweckentfremdet und als Einrichtungsgegenstand oder zur Oberflächenverkleidung eingesetzt wurden: Alte Hafenleuchten hängen nun über der Bar, gebündelte Zeitungen und Kabeltrommeln werden zu Tischen, und Betonschalbretter zum Verkleidungsmaterial für Bar, Fenster sowie die gut 50 Meter lange »Multifunktionswand«, in die u.a. Sitzbänke, Stauräume und Aushangflächen integriert sind. Analog hierzu finden Gerüststangen in den einzelnen »Buden« für den Bau von Garderoben

Dass die Superbude kein gewöhnliches Hotel ist, darauf deuten bereits der Name und der Zusatz »Hostel« auf der Tafel am Eingang hin. Dennoch sind in dem gut hundert Jahre alten Backsteinbau im Schanzenviertel keineswegs nur Jugendgruppen, Studenten oder Rucksackreisende anzutreffen. Obwohl der Hotelname an eine coole Wohngemeinschaft erinnert, zählen Geschäftsreisende und Städtetouristen ebenso zu den Gästen wie Rentner, Bauarbeiter oder Designinteressierte. Für diese heterogene Mischung existieren zwei Ursachen. Erstens gibt es Doppelzimmer bereits ab 60 Euro, sodass Übernachtungen für fast jedermann erschwinglich sind. Der wahre Grund liegt jedoch in der Gestaltung der Innenräume, deren erfrischende Farbigkeit, Vielfalt und Ideenreichtum im krassen Gegensatz zur Schwere des denkmalgeschützten Gemäuers eines ehemaligen Fernmeldeamts steht. Von diesem Bild geprägt ist das gesamte Erdgeschoss, das als langgestreckter Raum entlang der Straßenfassade

oder mit Absturznetzen bespannten BettRücken Verwendung, während eine mit Original-Artikeln von Hamburger Zeitungen bedruckte Tapete lebhafte Geschichten der Stadt erzählt. Was die Superbude am Ende so authentisch wirken lässt, ist die ebenso kreative wie humorvolle, aber nirgendwo aufgesetzt oder überladen wirkende Gestaltung sowie deren Übereinstimmung mit der Idee des Betreibers, preiswerte, unkomplizierte Übernachtungen mit besonderem Service anzubieten. Dazu zählt die unverkrampfte Lockerheit des Personals, die Flexibilität der Buden, die sich durch Stapelliegen leicht vom Zwei- zum Vierbettzimmer umbauen lassen, aber auch die Verwendung hochwertiger Badarmaturen, Regenschauerduschen und Betten. Am Ende erzählt die Superbude eine durch und durch stimmige Geschichte, die – über alle anfänglichen Zielgruppendefinitionen hinweg – alle Menschen anspricht und dem Betreiber traumhafte Auslastungszahlen beschert.

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Grundrisse EG / 2. OG, M 1:750

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1: Eingang, 2: Büro, 3: Empfang, 4: Lobby, 5: Lounge, 6: »Kitchen Club«, 7: Küche


Gelbe Betonschalbretter wurden für die Möblierung der Buden ebenso verwendet wie für die Bäder

Fließende Raumübergänge sowie zweckentfremdete lokaltypische Alltagsobjekte und Materialien prägen das gesamte Erdgeschoss


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_ Ne u e I n t er i o rs

Waschhaus in Lauterhofen Berschneider + Berschneider, Pilsach weitere Projektbeteiligte und Firmen auf S. 46

Auf einem Golfplatz in der Oberpfalz errichteten die Clubmitglieder eine Bauskulptur, die auch als Vorbild für vergleichbare Bauten an Rad- oder Wanderwegen dienen könnte.

Grundriss, M 1:150

Abseits des Clubhauses verfügen Golfplätze meist nur über notdürftige sanitäre Einrichtungen in Plastikboxen oder Fertiggaragen. Dass ein Waschhaus mit WC heute Scharen von Architekturtouristen anzieht, geht vor allem auf Johannes Berschneider zurück, der als Mitglied und Innenarchitekt davon überzeugt war, auch mit einem kleinen Budget eine anspruchsvolle Lösung realisieren zu können. Letztlich führte diese Haltung zu einer Bauskulptur aus grauem Stampfbeton, verspiegeltem rahmenlosem Glas, sägerauem Lärchenholz und groben JuraSteinplatten. Zu den Besonderheiten des 7 m2 großen Bauwerks zählt, dass fast alle Bauarbeiten in Eigenleistung erfolgten. Clubmitglieder fällten eine auf dem Bauplatz stehende Fichte und verwendeten deren Holz für die Eingangstür, sammelten beim Ausheben der Baugrube Felsbrocken für den späteren Bodenbelag und trafen sich regelmäßig, um den Stampfbeton schichtweise mit alten Golfschlägern zu verdichten. Genutzt wird das Waschhaus nur tagsüber im Sommer. Strom, Licht und Heizung gibt es daher ebenso wenig wie eine Wärmedämmung. Als Waschbecken dient eine alte Viehtränke, die Belüftung erfolgt durch Rohre in der Wand, Wasser kommt aus dem Leitungsnetz zur Bewässerung der Rasenflächen, Fäkalien werden gesammelt und einmal im Jahr abgepumpt. Dass dieses Waschhaus und ein ähnlich konzipierter Vorgängerbau aus Holz nicht nur den Komfort der Golfspieler erhöhen, sondern auch als Vorbild für vergleichbare Bauten an Rad- oder Wanderwegen dienen, belegen nicht zuletzt die Anfragen vieler potenzieller Nachahmer.


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Edition

Signaletik – Orientierung im Raum 2012. Beate Kling, Torsten Krüger 168 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen. 23 x 29,7 cm. Softcover: € 59,– ISBN 978-3-920034-71-3 aus der Reihe ∂ Special

Orientierungssysteme planen Allzu häufig werden »Orientierungssysteme« mit »Beschilderung« gleichgesetzt – und meist erst dann darüber nachgedacht, wenn die Hauptplanungsaufgaben bereits erledigt sind. Für den Informationsgrafiker bleibt oft nur noch die Möglichkeit, sich mit den architektonischen Vorgaben auseinanderzusetzen. Sinnvoller wäre jedoch ein interdisziplinärer Planungsablauf. Was muss der Architekt dabei beachten, was der Grafiker? Wie kann bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Hierarchie der Verkehrsströme und somit die Systematik des Leitens durch das Gebäude berücksichtigt werden, und was bedeutet dies für den Entwurf?

ORIENTIEREN HEISST LEBEN

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Falk Jaeger

Rote Türen, grüne Türen, gelbe Türen

Signaletik und Architektur sind nicht immer beste Freunde. Zunächst einmal ist es die Ortskenntnis, die uns die Orientierung in städtebaulichen und architektonischen Räumen ermöglicht. Geraten wir in unbekannte Räume, versuchen wir, bekannte Ordnungsmuster wieder zu erkennen. Den Weg vom Stadtrand mit seinen Zwischenstadtstrukturen entlang der Ausfallstraßen in die dichte und belebte Innenstadt oder den Weg vom Bahnhof zum Rathaus finden wir intuitiv. Wir haben gelernt, wie eine mitteleuropäische Stadt organisiert ist. Auch den Aufzug im Hotel oder die Gästetoilette in einem fremden Haus streben wir zielsicher an, denn wir haben gelernt, mit typisierten Grundrissen umzugehen. Erst wenn die Strukturen individuell, unkonventionell oder unübersichtlich, wenn komplexe Strukturen zu groß werden, müssen wir auf Zeichensysteme zurückgreifen. Signaletik ist ein Hilfsmittel, wenn wir keine kodifizierten Indikatoren erkennen können.

Entwicklung von Leitsystemen

Dass sich Leitsysteme, die die Orientierung erleichtern, über die traditionellen Wegweiser hinaus erst ab dem frühen 19. Jahrhundert entwickelten, hat mit den gesellschaftlichen Umbrüchen jener Zeit zu tun. Zuvor gab es zwar auch schon Städte mit mehreren Zehntausend Einwohnern, die Mobilität hielt sich jedoch in engen Grenzen. Die intensive Ortskenntnis der Bewohner reichte für ein funktionierendes Gemeinwesen aus. Die wenigen Ortsfremden fragten sich durch. Der traditionelle orientalische Städtebau hingegen, der kein Zentrum und keine Hierarchie der Straßen bzw. Gassen kennt und vom Ortsfremden weder intuitiv noch bewusst »gelesen« werden kann und somit den Extremfall an Orientierungslosigkeit darstellt, funktioniert trotzdem, weil die Bewohner jeden Winkel kennen. Das Gassenlabyrinth bot in früheren Zeiten sogar einen

gewissen Schutz, da Angreifer sich weder orientieren noch organisieren konnten. Die Kasbah ist Chaos, aber nur für den Fremden. Für den Besucher findet sich immer ein Kind, das als Führer dient und den Fremden zum gewünschten Ort bringt. Es ist bekannt, dass Georges-Eugène Baron Haussmann im 19. Jahrhundert die heute bewunderten Boulevards wie Schneisen durch das mittelalterlich verwinkelte Paris schlagen ließ, um einen repräsentativen Städtebau, vor allem aber um Übersicht zu schaffen und das aufrührerische Volk so besser kontrollieren zu können. Dabei ist die Place de l’Etoile mit ihrer sternförmigen Straßenanlage nichts anderes als ein barocker Jagdstern, aus dessen Zentrum man das Wild über

Das Farbleitsystem des Malers Max Buchartz sah für die Flure »verortenden Farbflächen« vor. Aus dem Erdgeschoss führten Farbstreifen, »hinführende Farbflächen« in die Geschosse. Hans-Sachs-Haus, Gelsenkirchen, Architekt: Alfred Fischer, 1927

Die Publikation macht mit einem umfassenden Grundlagenteil und erläuternden Praxisbeispielen den Planer mit der komplexen Konzeption von Leitsystemen vertraut. Sie dient als Handlungsleitfaden von der Definition der Anforderungen über die Ablaufplanung bis hin zur gelungenen Umsetzung durch konkrete Entscheidungskriterien zu Materialwahl, Farbigkeit, Licht und Typografie. Anhand gelungener Realisierungen aus den letzten Jahren zeigt dieser Titel die Bandbreite unterschiedlichster Umsetzungsmöglichkeiten – von der kleinen Bauaufgabe bis hin zu komplexen Strukturen.

die Straßen wechseln sehen konnte. Wild oder Aufständische, es wurde zur Jagd geblasen. Hausnummern, in Mitteleuropa im 18. Jahrhundert aus fiskalischen oder militärischen Gründen als Konskriptionsnummern aufgekommen, wurden allgemein erst Mitte des 19.  Jahrhunderts straßenweise vergeben und konnten fortan auch zur Orientierung dienen. Bald ersetzten genormte Nummernschilder die anfänglich individuell an die Hauswand gemalte Nummern. In manchen Städten steht auf jedem Schild auch der Straßennamen (in Wien beispielsweise mit vorgestellter Nummer des Bezirks), in manchen weist ein Pfeil in die Richtung der aufsteigenden Nummern. Straßenschilder und Ortsschilder am Ortseingang, im Grunde auch die Willkommensschilder der Bundesländer an Autobahnen sowie die Staatswappen an den Grenzen sind Ausdruck einer topologisch-organisatorischen Hierarchie. Die Normierung unterstützt ihren Signalcharakter, was auch für das Wegweisersystem gilt: Weiß für örtliche Ziele, Gelb für überörtliche, Blau für Autobahnen, Braun für touristische Hinweise. Durch alltägliche Einübung haben wir das Prinzip so verinnerlicht, dass wir im Ausland – Ähnliches antizipierend – rasch das dortige System erlernen. Interessanterweise funktioniert diese Transferleistung auch »abwärtskompatibel«. Signaletik in größeren Anlagen und Gebäuden wie Flughäfen, Messegeländen, Sportparks etc. bedient sich häufig der eingeübten Routinen und verwendet hierarchisch geordnete, verschiedenfarbige verbale und bildliche Signalsysteme.

Olympische Beides in Kombination führte zum Spiele 1972 bislang international bekanntesten und einflussreichsten Informationssystem, das der Grafiker Otl Aicher 1972 für die Olympischen Spiele in München entwickelte, und das noch heute gültige Standards gesetzt hat. Aicher war die Piktogrammfamilie, die der japanische Grafiker Katsumi Masaru für die Olympischen Sommerspiele 1964 in Tokio entworfen hatte, noch zu kompliziert und zu figürlich. Er reduzierte die Sportler auf Strichmännchen, die Menschen aller Herren Länder mit einem Blick erkennen konnten – Läufer, Fechter, Radfahrer, Segler, Kanute oder Reiter. Die Bildersprache ergänzte er um ein Farbsystem, das die Spiele unvergesslich prägte, die verschieden breiten Farbstreifen in Gelb, Grün, Blau und Orange erschienen auf allen Plakaten, Programmen, Eintrittskarten und selbst auf dem Maskottchen-Dackel. Selbstverständlich beinhaltete die umfassende CI auch sämtliche Wegweiser und Leitschilder zum und auf dem olympischen Gelände – ergänzt übrigens von den Media-Linien Hans Holleins im Olympischen Dorf, einem Kommunikations- und Leitsystem in Form von über den Wegen verlaufenden farbigen Röhren. Mit einer bewundernswerten Konsequenz, die in dieser Universalität ohne Vorbild war, arbeitete er daran, dass Sportler, Funktionäre und Besucher buchstäblich immer im Bilde waren, bestens informiert, orientiert und organisiert. Fortan wurden solche Großveranstaltungen in allen Belangen durchdesigned, und selten ist Aichers Arbeit übertroffen worden. Vielleicht wirken seine Piktogramme gegenüber aktuellen Neuentwicklungen in stilistischer Hinsicht nicht mehr sehr zeitgemäß; besser lesbar sind die neuen jedoch nicht.

Typologische und raumkonzeptionelle Einflüsse auf Orientierungssysteme »Building Identity« eines Ortes durch das Leitsystem Handlungsleitfaden, Entscheidungskriterien, Ablaufplan Überblick über relevante Normen – von grafischen Anforderungen bis hin zur Barrierefreiheit

Leitsysteme sind semantische Systeme, die zunächst einmal in Konkurrenz zur Architektur treten, denn auch jede Architektur ist ein Zeichensystem, das Botschaften vermittelt, mal abstrakter, mal narrativer. Das ist der Grund, weshalb ausgeprägte Signaletik, die nachträglich in ein Bauwerk gebracht wird oder beim Entwurf nicht mitgedacht wurde, meist mit der Architektur in Konflikt gerät. Es ist ein ähnliches Verhältnis wie jenes zwischen Architektur und Kunst am Bau. Auch dort empfiehlt sich die enge Zusammenarbeit zwischen Architekt

www.detail.de/signaletik

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Bar in Wien Tzou Lubroth Architekten, Wien weitere Projektbeteiligte und Firmen auf S. 46

Ziel der beiden Architekten Gregorio S. Lubroth und Chieh-shu Tzou ist nicht nur die Realisierung einer echten Cocktailbar. Sie wollen die Bar »If dogs run free« auch selbst betreiben – für Studenten, Nachbarn und alle anderen, die nach der Arbeit einen guten Drink genießen wollen. Zeit hatten die Architekten eigentlich nicht, doch diese Chance konnten sie sich einfach nicht entgehen lassen. Im 6. Wiener Gemeindebezirk, einem Viertel, das von der Gentrifizierung noch nicht mit voller Wucht erfasst wurde, ergab sich zufällig die Möglichkeit, ein längere Zeit als Lager genutztes und zuletzt leerstehendes, 82 Quadratmeter großes Ladenlokal zu mieten. Nachdem sich die beiden nach einigen realisierten Bars, Restaurants und Gastrokonzepten in der Szene gut auskennen, entschließen sie sich, in diesem Fall selbst als Bauherr tätig zu werden und – nicht unweit ihres Büros – eine Bar zu eröffnen und auch selbst zu betreiben. Ziel des Architektenduos sowie dreier hinzugezogener Freunde ist eine einfache und erschwingliche Bar, die sich einerseits als »Wohnzimmer« der Nachbarschaft versteht, sich andererseits aber auch einer authentischen Cocktailkultur verpflichtet sieht – diese ist in Wien kaum verbreitet, stattdessen dominieren entweder Hotelbars oder teure Edellokale mit Bar die Szene. Um diese Idee räumlich umzusetzen, entwerfen sie eine einfache Black Box, die den abendlichen Gästen den geeigneten Hintergrund bieten soll. In der Folge entscheiden sie sich für schwarz gebeizte Stühle aus Eichenholz, Tische mit Oberflächen aus schwarz geöltem MDF, schwarze Lederbänke, Stahlbauteile aus Schwarzstahl sowie schwarzen Gussasphalt. Nicht zuletzt, weil sie nur über ein


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überschaubares Budget verfügen, spielen Einfallsreichtum und Eigenleistung eine große Rolle. Viele der seit langem mit den Architekten kooperierenden Handwerker machten Freundschaftspreise, während andere zusätzlich Fußballtickets erhielten. Eine planerische Besonderheit sind die dunklen Wände, die zwar an Stuccolustro erinnern, in Wirklichkeit aber aus einer simplen Mischung aus handelsüblicher Spachtelmasse und gewöhnlicher schwarzer Wandfarbe besteht. Deren Unregelmäßigkeit resultiert zum einen aus dem Gestaltungswillen der Planer, zum anderen aber auch schlicht aus der in unterschiedlicher Dicke aufgebrachten FarbSpachtel-Mischung. Die einzige Ausnahme in diesem Schwarz in Schwarz bildet die Decke, die eine Art Bühne für ein jährlich wechselndes Kunstwerk bietet. Die erste Installation einer imaginären Berglandschaft haben die Architekten selbst entworfen und realisiert. Um die über dieser Schicht platzierte Akustikdecke zum Schutz der darüber liegenden Wohnungen möglichst nicht zu schwächen und damit in ihrer Wirkung zu beeinträchtigen, montierten sie zunächst ein filigranes Stahlgerüst. Mit Kabelbindern nicht sichtbar befestigt, wurden anschließend beidseitig grundierte und mit roten bzw. blauen Farbtönen versehene Modellbau-Leichtschaumplatten eingehängt und mit Silikonkleber miteinander verbunden. Da diese Deckeninstallation für den heutigen Raumeindruck der Bar

entscheidend ist, bleibt abzuwarten, wie sich der Raum verändert, wenn die Decke von einem anderen Künstler gestaltet ist. Vom Gastraum völlig unabhängig bleibt die sehenswerte Toilettenanlage im Untergeschoss. Aus Platzgründen wurden hier statt gewöhnlicher Toilettentrennwände dünne Schwarzstahlplatten verwendet, und lediglich eine Waschgelegenheit für Männer und Frauen eingerichtet. Inzwischen hat sich der Vorraum mit seinem Edelstahlbecken und dem von der Decke herabhängenden Wasserrohr als Ort der Kommunikation und sozialen Interaktion etabliert. Wie in der Bar selbst finden auch hier immer wieder Konzerte statt. Grundrisse EG / KG, M 1:400


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_ Ne u e I n t er i o rs

Kirche in Augsburg John Pawson, London weitere Projektbeteiligte und Firmen auf S. 46

Mit dem Minimalen das Maximale schaffen – dieser Grundsatz des Londoner Architekten John Pawson steht bei der Augsburger Moritzkirche einmal mehr im Mittelpunkt.

Grundriss, M 1:800

In ihrer gut tausendjährigen Geschichte erlebte die Moritzkirche zahlreiche Zerstörungen, Wiederaufbauten und Anpassungen an neue Baustile und Liturgien. Nach der Barockisierung durch Johann Jakob Herkommer erfolgte der letzte größere Eingriff nach dem Zweiten Weltkrieg durch Dominikus Böhm. Danach sorgten weitere Umgestaltungen dafür, dass der Innenraum noch vor wenigen Jahren eher an gebaute Archäologie erinnerte als an eine zeitgemäße Kirche. Für John Pawson bildet genau dieser »Verlust der Klarheit und Kohärenz in der architektonischen Erscheinung« den Ausgangspunkt für die umfassende technische und gestalterische Erneuerung des Gotteshauses. Wie schon beim Ausbau eines Trappistenklosters im böhmischen Nový Dvůr stehen auch hier samtig weiße Innenräume, kaum sichtbare Details und eine subtile Lichtregie im Mittelpunkt. So nimmt die Leuchtdichte von den Seitenschiffen über das Hauptschiff bis hin zum Ostchor stetig zu, sodass die Apsis als der mit Abstand hellste Ort im Kirchenraum erscheint. Durch die Hervorhebung der basilikalen Kirchengeometrie und die Verwendung dünn geschnittener Onyx-Scheiben vor den Chorfenstern sehen die Architekten in diesem Bereich den »Ausdruck für die Schwelle zum transzendenten Raum«. Dieses Bild wird verstärkt durch das dort diffus in den Raum fallende Licht, vor allem aber durch die Aufstellung der Figur des segnenden »Christus Salvator« hinter dem monolithischen Altarblock aus portugiesischem Kalkstein. »Gott ist Licht« – dieser biblische Satz wird in der auf das Wesentliche konzentrierten Moritzkirche Wirklichkeit.


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Eine Ikone modernen Designs. Seit 1966. LAMY 2000 Bei der neuesten Ausführung des LAMY 2000 in Edelstahl ist der Korpus vollständig aus Metall gefertigt. Sein hohes Gewicht liegt beeindruckend in der Hand und vermittelt aufgrund seiner perfekten Balance ein äußerst bewusstes Schreibgefühl. Marke des Jahrhunderts Mit dem Füllhalter LAMY 2000 wurde Lamy als Marke des Jahrhunderts ausgezeichnet. Diese Ehrung erhalten Unternehmen, die in besonderer Weise stellvertretend für eine ganze Produktgattung stehen. Als Marke des Jahrhunderts ist Lamy das Aushängeschild deutscher Schreibgerätefertigung. www.lamy.com


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_ IM P O R T R a i T

Metropolregion Katowice – Südpolen im Aufbruch

Bahnhofshalle Katowice; medusa group, Bytom

Junge Architekten und Innenarchitekten sowie aufgeschlossene Bauherren haben in den letzten Jahren das Bild der Städte im Süden Polens nachhaltig verändert. Oberschlesien ist die am stärksten industrialisierte Region Polens. Einst von Stahlhütten und Bergwerken dominiert, stehen heute vor allem die Automobil- und Maschinenindustrie im Mittelpunkt. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich allerdings auch der Hochschulbereich weiter, allen voran die Schlesische und Wirtschaftsuniversität, die Technische Hochschule sowie die Musik- und Kunstakademien. Das Erbe der Schwerindustrie ist jedoch noch immer spürbar und prägt bis heute das Image, auf das sich viele junge schlesische Designer, Künstler und Architekten gern beziehen. Ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Region ist das Vorherrschen einer modernistischen Ästhetik. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem in Katowice (Kattowitz) viele Gebäude in diesem Stil erbaut. Ursache hierfür war

eine Art architektonisches »Wettrüsten« zwischen dem deutschen und dem polnischen Teil Oberschlesiens. Doch auch in der Nachkriegszeit entstanden hier viele spätmoderne Ikonen wie die »Spodek«Mehrzweckarena (1974, Architekten: Gintowt, Krasiński, Zalewski) oder der Hauptbahnhof (1972, Architekten: Kłyszewski, Mokrzycki, Wierzbicki, Zalewski). Die Bahnhofshalle, die als bestes Beispiel des Brutalismus in Polen galt, wurde zwar Ende 2010 abgerissen, die charakteristischen pilzförmigen Stahlbetonstützen jedoch sorgfältig rekonstruiert. Für den Innenausbau des Bahnhofskomplexes, der im Untergeschoss auch einen zentralen Busbahnhof einschließt, zeichnet das Büro medusa group aus Bytom (Beuthen) verantwortlich. Immer häufiger werden spätmoderne Bauten inzwischen nicht mehr abgerissen,

Universitätsbibliothek Katowice; HS99, Kołobrzeg

sondern erhalten vielmehr eine Chance auf ein neues Leben. In Tychy (Tichau) beispielsweise wurde 2012 ein Gymnasium


_ Me t r o p o l reg i o n Ka t o w i ce

aus den 1960er-Jahren saniert. Neue weiß-schwarze Fassaden, farbige Epoxidharzböden, Wände und Treppenhäuser nach dem Entwurf von RS+ architekci zeigen eine erhaltenswerte, mehrfach preisgekrönte Architektur und eine hohe räumliche Qualität. Viele der in den letzten Jahren in Oberschlesien errichteten Neubauten beziehen sich durch ihre »rohe« Ästhetik und den Einsatz einfacher Materialien auf die lokale Baugeschichte. So verwenden Architekten seit jeher häufig Klinkermauerwerk, vor allem bei den für Gruben- und Stahlarbeiter geplanten Mehrfamilienhäusern, den sogenannten Familok. Diese Tradition, aber auch das markante Profil der Architekturfakultät in Gliwice (Gleiwitz), an der eine eher klare, nüchterne Architektur gelehrt wird, heben neue oberschlesische Bauten gegen den Rest der polnischen Architekturszene ab. Der Einsatz von Ziegelmauerwerk führte schon 2007 bei der Erweiterung des historischen Gebäudes der Musikakademie in Katowice zu überaus stimmigen Innenräumen. Der vom Architektenbüro Konior Studio entworfene Neubau besteht aus einem zur Straße orientierten Konzertsaal für 500 Zuschauer sowie einer Bibliothek und Büros, die sich in einem schmalen, dem historischen Akademiegebäude gegenüberliegenden Trakt befinden. Während sich der Erweiterungsbau in Bezug auf seine Abmessungen und die Klinkerbekleidung von außen auf das alte Gebäude bezieht, dominieren in seinem Inneren roher

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Gymnasium, Tychy; RS+ architekci, Tychy

Beton, Glas und die großflächige Holzverkleidung des Konzertsaals. Zwischen Altund Neubau entstand ein glasgedecktes Atrium mit Restaurant, eine lichtdurchflutete Fläche, die sich inzwischen als beliebter öffentlicher Raum etabliert hat.

Einfache Materialien und eine rohe Ästhetik prägen seit jeher die lokale Baugeschichte. Eines der größten und wichtigsten Projekte der letzten Jahre in Katowice ist die in einem innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiet vom Büro HS99 realisierte und durch zwei Universitäten (Schlesische und Wirtschaftsuniversität) finanzierte Universitätsbibliothek. Das Architektenteam aus Kołobrzeg (Kolberg) gewann den Wettbewerb bereits 2002, fertiggestellt wurde

das Projekt mit geringfügigen Änderungen allerdings erst im Jahr 2012. Glücklicherweise blieb die reduzierte Architektursprache trotz dieses Verzugs unverändert, sodass sich das einfache Volumen und die lineare Anordnung der Gebäude heute gut in den spätmodernen Kontext des neuen Universitätscampus einfügen. Der charakteristische Rhythmus der Fassaden entsteht durch eine rote Sandsteinverkleidung und Schlitzfenster, die abwechselnd in sich nach oben verjüngenden Streifen angeordnet wurden. Dieses Motiv wiederholt sich mehrfach im Innenraum: im Basaltfußboden, in den Akustikpaneelen der Konferenzräume oder – im Negativ – bei den zu den Innenhöfen orientierten Glasfassaden. Der dichte Rhythmus der Dachholzbalken über dem zentralen Atrium sorgt dabei für streng lineare Schattenmuster. Das einzige nicht-


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Schlesisches Museum, Katowice; Riegler Riewe Architekten, Graz

orthogonale Element ist die in den Luftraum auskragende Haupttreppe. Die meisten Betonflächen blieben unbehandelt, einschließlich der vorgefertigten Außenwandelemente. Neben Forschungs-

Ehemalige Stahlhütten- und Zechengelände werden in Katowice zusehends durch ... bereichen, Studienräumen und Büros schafft das neue Gebäude zugleich neue öffentliche Räume. Im Erdgeschoss dehnen sich die frei zugängliche Bibliothek und die großzügige Eingangshalle über die gesamte Gebäudefläche aus. In der Halle befindet sich auch ein öffentliches Café, das sich zu einem neuen Platz orientiert, der zwischen Neubau und einem ebenfalls neugestalteten Bachbett liegt. Bolko Loft, Bytom; medusa group, Bytom

Nur einen Steinwurf entfernt ist seit zwei Jahren der neue Sitz des Schlesischen Museums im Bau. Das Gebäude ist auf dem Gelände der ehemaligen Ferdinandgrube in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums situiert. Auf Grundlage eines gewonnenen Wettbewerbs verbergen die Architekten vom Grazer Architekturbüro Riegler Riewe den größten Teil der Baumasse unterirdisch, sodass die historischen Zechengebäude, die sich im hinteren Grundstücksteil befinden, sichtbar bleiben. Ausstellungsflächen und ein Kongresszentrum werden von Glasboxen beleuchtet, die mit einem an Eiskristalle erinnernden Strukturglas abgedeckt sind. Im Sinne der gestalterischen Durchgängigkeit zeigt sich auch ein neues Bürogebäude auf ähnliche Weise bekleidet. Die Wegeführung innerhalb des Museums erfolgt mithilfe von Fahrtreppen und langen

Rampen, die die Ausstellungsebenen mit dem Eingangsniveau verbinden. Dabei weisen die auf vielfältige Weise miteinander verknüpften Innenräume nur wenige Oberflächenmaterialien auf: Sichtbetonwände, Industrieparkett, Klar- und Milchglas. Ende 2013 soll das Museum eröffnet werden – unter anderem mit einer Theater- und Film-Dauerausstellung, die die Möglichkeiten der beträchtlichen Innenraumhöhen nutzt. Unmittelbar neben dem Schlesischen Museum entstehen bis 2014 zwei andere, zukünftig das Stadt-

... Museen, Universitäten, Konzerthäuser, Sport- und Kulturzentren ersetzt. bild prägende Objekte: der neue Sitz des Nationalen Rundfunkorchesters (NOSPR) von Konior Studio und das Kongresszentrum des Warschauer Büros JEMS Architekci. Zusammen mit der renovierten »Spodek«-Mehrzweckarena bilden diese vier Gebäude dann das neue Kulturviertel von Katowice. Eines der interessantesten oberschlesischen Büros ist medusa group, das vor allem durch seine Kombination von zeitgemäßem Design und der Faszination der lokalen Tradition bekannt ist. Schlüsselprojekt in diesem Zusammenhang ist die bereits 2003 realisierte Umwandlung eines alten Zechengebäudes in Bytom in ein von einem der Büropartner bewohntes Loft. Das sogennante Bolko Loft, ein dunkelgrauer, eingeschossiger Flachbau auf Betonstelzen, gilt als erste Loft


_ Me t r o p o l reg i o n Ka t o w i ce

Polens. Dessen Innenraum erscheint in einer rauen Industrieästhetik – mit dicken Kunststofffolien-Vorhängen und großen Profilglasfenstern. Vor einigen Jahren bezog medusa group ein kleines Fabrikgebäude in der Nähe des Bytomer Marktplatzes. Für die Einrichtung des neuen Bürostandorts wurde die bestehende Substanz nahezu unverändert beibehalten und lediglich weiß gestrichen. Neue Elemente wie Trennwände oder Toiletten kontrastieren dagegen in Schwarz. Neben diesem Projekt ist das Büro auch für eine ganze Reihe von charakteristisch länglichen Einfamilienhäusern bekannt, die in der Gegend von Gliwice innerhalb der letzten zehn Jahre errichtet wurden – unter anderem das 2009 fertiggestellte und von den Architekten als »Leiste« bezeichnete Haus in Ornontowice (Ornontowitz), das eine Länge von 50 Metern

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Jazzclub, Chorzów; medusa group, Bytom

Büro medusa group, Bytom; medusa group, Bytom

erreicht. Nicht weniger ungewöhnlich sind auch die Innenräume eines 2010 realisierten Jazzclubs im Teatr Rozrywki von Stożek & Partnerzy in Chorzów (Königshütte). Wand- und Deckenbekleidung

ebenfalls von den Architekten entworfen wurden. Diese Rauminstallation ist keineswegs nur als spektakuläre Eventarchitektur gedacht, sondern verfolgt auch ganz pragmatische Gründe. So bleiben die bestehenden Backsteinwände und der Steinboden völlig unversehrt, wenn die Trockenbauprofile nach Ablauf des Mietvertrags rückstandsfrei entfernt worden sind. Junge oberschlesische Architekturbüros beginnen ihre berufliche Laufbahn oft mit Innenarchitekturprojekten, Umbauten und kleinen Objekten – ganz im Gegenteil zur Warschauer Architekturszene, wo selbst Berufsanfänger dank der größeren Kaufkraft der Menschen von Anfang an auch Boutiquen, Läden und Clubs entwerfen. Zu den aufgeschlossenen Bauherren in Südpolen gehören immer häufiger auch kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Büros und Ausstellungs-

Unkonventionelle Lösungen und Respekt vor dem Bestand sind überall anzutreffen. bestehen dort aus U-förmigen AluminiumTrockenbauprofilen, die sich üblicherweise im Inneren und nicht vor der Wand befinden. Die schimmernde, unebene Oberfläche wirkt zunächst wie ein im Wind wehender Eisenvorhang – ein Bild, dessen Theatralik durch die Beleuchtung mit farbigen LEDs verstärkt wird. Hinzu kommen scherenschnitthaft gestaltete Ledersitze und mit Klavierlack versehene Tische, die

Powen-Wafapomp Vorstandsbüros, Zabrze; JRK72 , Gliwice


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räume von Nachwuchsarchitekten gestalten lassen. Zu den bemerkenswerten Büros in diesem Zusammenhang zählen JRK72. Die Architekten sind beispielsweise verantwortlich für den 2009 fertiggestellten Innenausbau der Powen-Wafapomp Vorstandsbüros in Zabrze (Hindenburg O.S.). Betonboden und exponierte Leitungen an rohen Betonflächen im Dachgeschoss eines Bürohauses der 1950erJahre kontrastieren dabei mit profillosen Glasflächen und eigens entworfenen Möbeln aus klarem Acrylglas. Für Farbakzente sorgen rote, als Trennvorhänge genutzte LKW-Planen. Ziel der Architekten war es, einfache und wirtschaftliche Innenräume zu schaffen, die nicht an stereotype Chefbüros erinnern sollten. Ebenso untypisch wie bestechend einfach sind die 2009 in Tychy in einem Kindergarten aus den 1960er-Jahren vom Büro

Auch einfache Lösungen aus Styropor, Gipskarton und Farbe erzielen große Wirkungen. RS+ architekci realisierten Sanitärräume. Anstatt banaler Abhangdecken bestimmen dort heute facettierte Decken mit großen bunten Kuben und überdimensionalen Buchstaben den Raumeindruck. Was nicht nur zeitgemäß wirkt, sondern auch bei den Kindern große Neugier weckt, wurde mit einfachsten Mitteln aus Gipskarton, Styroporplatten und Farbe erreicht. Franziskanerkloster, Tychy; Stanisław Niemczyk, Tychy

Kindergarten, Tychy; RS+ architekci, Tychy

Völlig aus der Zeit gefallen erscheint hingegen der Neubau eines Franziskanerklosters in Tychy – einer Stadt, die auf eine nur 50-jährige Geschichte zurückblickt und vollständig während der kommunistischen Zeit erbaut wurde. Seit gut einem Jahrzehnt entsteht dort ein Komplex, der nicht zuletzt aufgrund der Umgebung aus Einfamilienhäusern und Plattenbausiedlungen heraussticht. Kennzeichnend ist aber vor allem die symbolische Formensprache und die eigenwillige Verknüpfung von handbearbeiteten Natursteinmassivwänden sowie skulpturalen, teilweise durchgefärbten Sichtbetonelementen, die an die Architektursprache Carlo Scarpas erinnern. Hinzu kommt ein Bauprozess, der sich völlig frei macht von den auch in Polen üblichen Tendenzen zu schnelleren, efektiveren und zeitlich optimierten Abläufen. Stattdessen verfolgen die Mönche

hier eine Bauweise, die weniger auf das 21. Jahrhundert als auf das Handwerk der Dombauhütten des Mittelalters Bezug nimmt. Der Klosterkomplex besteht aus mehreren Kirchen und Kapellen, Innen-

Handwerk vs. Gleichförmigkeit – ein neues Kloster neben alten Plattenbauten. höfen, Wohnbereichen, einem Kolumbarium und nicht zuletzt aus fünf, rund 30 Meter hohen Türmen, die symbolhaft auf die Wundmale Jesu verweisen. Eine planerische Dokumentation des Klosters ist kaum vorhanden. Dafür ist der in der Nähe lebende Architekt Stanisław Niemczyk, der bereits mehrere Kirchen in Südpolen realisierte, umso häufiger vor Ort auf der Baustelle, um den Arbeitern, darunter auch viele Mönche, Anweisungen zu geben. Die in den vergangenen Jahren in der Metropolregion Katowice realisierten Projekte zeugen von einer Aufbruchstimmung, die das Gesicht ganzer Städte langfristig vollkommen verändern wird. Die Kreativität der jüngeren Planer und die Aufgeschlossenheit vieler Bauherrn dürfte dafür sorgen, dass dort auch in Zukunft noch viele bemerkenswerte Projekte zu erwarten sind. Wojciech Czapnik, Katowice

b Informationen zu den Architekturbüros auf S. 47


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Unmöglich. Sagten Sie alle. BiS aUf UnS. Und wir hatten recht. weil wir nicht nUr löSUngen für, Sondern aUch mit UnSeren KUnden finden.

www.nora.com/de

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Neue Produkte Jar RGB von Lasvit

Square

Dünnwandige Farbglasgefäße (Design: Arik Levy) gruppieren sich rund um ein weißes Glaselement, in dem sich das Leuchtmittel mit E27-Fassung befindet. Je nachdem, wie viele Glasgefäße gekoppelt werden, ergeben sich unterschiedliche Farbspiele, bei denen die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB) überlagert und gemischt werden. b www.lasvit.com

von Tecnolumen Diese kleine Leuchte (Design: Oliver Niewiadomski) kann dank platzsparender LED-Technik und einer geringen Wärmeentwicklung jederzeit in die Hand genommen und umplatziert werden. Der Korpus besteht aus massivem Aluminium und ist mit einem Textilkabel in Schwarz, Orange, Blau oder Grün erhältlich. Auf der Rückseite befindet sich ein beleuchtetes Touch-Control-Bedienfeld, mit dem sich Square dimmen lässt. b www.tecnolumen.de

Lightecture Framework von AxoLight Durch ihre unterschiedlichen Größen und Höhen kann diese weiß lackierte Aluminium-Struktur aus quadratischen oder rechteckigen Rahmen (Design: Manuel Vivian) über- und nebeneinander montiert werden. Fluoreszierende Lichtquellen sind gleichmäßig jeweils auf zwei der vier Seiten positioniert und sorgen für angenehmes indirektes Licht. Die Kollektion umfasst Decken- bzw. Wandleuchten sowie Hängeleuchten. b www.axolight.it


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Meltdown von Capellini Diese Leuchte des schwedischen Designers Johan Lindsten basiert auf der Idee, dass es möglich sein müsse, der Reaktorkatastrophe von Fukushima – bei allem Schrecken – auch etwas Schönes abzugewinnen. Hier zeigt sich die drohende Kernschmelze in Form von farbigen Kugeln aus mundgeblasenem Glas, in denen die Glühbirnen bereits begonnen haben, sich einen Weg durch den Boden zu bahnen. Die einzelnen Leuchten lassen sich beliebig gruppieren und sind in den Farben Grau, Pink, Tabakbraun, Hellblau, Amethyst und Bernsteingelb erhältlich. b www.cappellini.it

Sparks von Quasar Sparks ist ein modulares System, das auf drei unterschiedlichen Strukturtypen basiert, die sich mit LED-Leuchtelementen zu einer nahezu beliebig großen Installation zusammensetzen lassen (Design: Daniel Becker). Sämtliche Module sind ohne Einschränkung um 360° drehbar und können – je nach architektonischen Gegebenheiten – einfach zusammengesteckt und an mehreren Punkten an der Decke oder der Wand verschraubt werden. Aufgrund der in jedem Modul im Inneren verlaufenden elektrischen Verkabelung wird in der Regel nur eine einzige Stromeinspeisung benötigt. b www.quasar.nl

Lirio Ecliptic von Philips Scheinbar schwerelos schwebt der flache Leuchtenkörper in leicht konzentrischer Kreisform im Raum. Als Lichtquelle dient – je nach Ausführung – ein Band mit 12 oder 16 LEDs mit jeweils 2,5 Watt. Die LEDs sind nicht sichtbar an der Innenfläche des Leuchtenrings angeordnet und sorgen für ein weiches Licht. Lirio Ecliptic ist in den Farben Anthrazit und Weiß in einem Außendurchmesser von 47,5 bzw. 65 cm erhältlich. b www.philips.com


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Lincor von Zumtobel Mit einem Querschnitt von nur 63 mm im Quadrat bietet diese LED-Langfeldleuchte zugleich direktes Licht für die gezielte Beleuchtung von Arbeitsplätzen wie auch indirektes Licht für eine angenehme Büroatmosphäre. Die zum Patent angemeldete Lichttechnik von Lincor basiert auf der Kombination von drei Faktoren: der homogenen indirekten Lichtverteilung, den leistungsstarken LED-Modulen sowie den LED-Minizellen zur Entblendung. Der hohe Direktlichtanteil von 83 Prozent, der Leuchteneffizienzfaktor (LEF) von bis zu 88 lm/W sowie die Wahlmöglichkeit zwischen Einzelleuchten, Doppellinien oder Lichtbändern sorgen für ebenso elegante wie effiziente Lichtlösungen. b www.zumtobel.com

Touch von Senses Flexibilität und eine reduzierte Formensprache kennzeichnen diese LED-Pendelleuchte, die in der Kategorie »Leuchten & Lichtdesign« mit dem red dot design award 2013 ausgezeichnet wurde. So lassen sich Lichtfarbe, Dimmung und Lichtrichtung nach oben oder unten stufenlos und in jeglicher Kombination einstellen bzw. vorprogrammieren. Um Einstellungen vorzunehmen oder zu ändern genügt eine sanfte Berührung des Glasbedienfelds auf der Oberseite der Leuchte. b www.senses-lights.ch

Compact LED von Erco Durch das spezielle Linsensystem zur Erzeugung eines gleichmäßigen Lichtkegels sowie einen Blendschutzring mit Kreuzraster, der einen Abschirmwinkel von 30° ermöglicht, sorgt die diese Deckeneinbauleuchte für einen hohen Sehkomfort. Bei einer Einbautiefe von lediglich 75 bis 155 mm können Leistungen von bis zu 36 Watt pro Downlight auch in höheren Decken – z.B. in repräsentativen Räumen im Einzelhandel oder im Verwaltungsbau – blendfrei eingesetzt werden. b www.erco.com


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Cata

Verto

von Artemide

von Belux

Dieser LED-Strahler zur Akzentbeleuchtung in Museen, Shops oder der Gastronomie (Design: Carlotta de Bevilacqua) besteht aus drei Komponenten: einem Gehäuse in Metachrylat mit austauschbaren Optiken, einem Wärmeleiter aus stranggepresstem Aluminium und einem Betriebsgerät, das über ein »Twist&LockSystem« befestigt wird. Cata ist für 3Phasen-Schienenadapter und als Deckenleuchte erhältlich – jeweils mit 12,5 bzw. 25 Watt Leistung, hoher Farbwiedergabe mit variabler Farbtemperatur sowie Aufsätzen etwa zur Lichtbündelung oder den Einsatz von Blenden und Farbfiltern. b www.artemide.it

Die Bürostehleuchte Verto (Design: Naoto Fukasawa) erzeugt nicht nur direktes und indirektes Licht, sie ermöglicht auch die Ausleuchtung von Doppelarbeitsplätzen mit nur einer Lichtquelle. Möglich wird dies durch die im Leuchtenhals auf den schräg darüber liegenden Reflektor gerichteten LEDs. Ab August 2013 ist die erweiterte Leuchte Verto-12 erhältlich, deren zusätzliche LED-Einheiten die Decke im Sinne eines einheitlichen Lichtbilds immer zu 100 Prozent und mit unveränderbarer Lichtfarbe ausleuchten, während Lichtmenge und -farbe beim direkten Arbeitslicht individuell einstellbar sind. b www.belux.com

Roxxane Office Neon Edition von Nimbus Wie ihre Schwestern in Schwarz, Weiß oder Silber verfügt auch die Roxxane Office Neon Edition über alle Details der letztes Jahr eingeführten Roxxane-Serie – beispielsweise langlebige Friktionsscharniere aus Zinkdruckguss, die die LED-Leuchte ganz ohne sichtbare Federn, Seile oder störende Hebel präzise und spielfrei in jeder gewünschten Position halten. Das Ein- und Ausschalten sowie Dimmen von Roxxane erfolgt intuitiv mit einer berührungslosen Gestensteuerung. b www.nimbus-group.com

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Diagon von Girsberger Der typische zweigeteilte Rückenlehnenträger von Diagon basiert auf der Idee des Designers Burkhard Vogtherr, eine Rückenlehne zu konzipieren, die im Lendenwirbelbereich beweglich an zwei Gummipuffern aufgehängt ist. Dieses Prinzip sorgt bei dem mit dem red dot design award 2013 ausgezeichneten Bürodrehstuhl für hohen dynamischen Sitzkomfort. Diagon ist in drei verschiedenen Rückenlehnenhöhen erhältlich, wobei die Lehne über eine Netzbespannung bzw. ein Gurtgeflecht verfügt, oder umpolstert und mit Stoff oder Leder bezogen ist. b www.girsberger.com

Graph von Wilkhahn Graph umfasst eine Konferenzsesselfamilie (Design: jehs + laub), deren mechanikfreie, dreidimensionale Beweglichkeit mit Dreipunktauflage und stützender Blattfeder erzielt wird. Der mit dem German Design Award 2013 prämierte Stuhl ist in zwei Rückenlehnenhöhen sowie mit Lederbzw. Stoffbezügen erhältlich. Für Mobilität in Konferenzen und am Schreibtisch sorgt eine Ausführung mit Doppellenkrollen. b www.wilkhahn.de

Gesture von Steelcase Inspiriert von den natürlichen Bewegungen des Körpers als verbindende Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie entwickelt, eignet sich Gesture für die Arbeitsaufgaben von heute. Wesentliches Merkmal des intuitiv bedienbaren Bürostuhls ist das harmonische Zusammenspiel aller wichtigen Bauteile, das für fließende Übergänge zwischen verschiedenen Sitzhaltungen und damit für mehr Bewegung am Arbeitsplatz sorgt. b www.steelcase.de


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Erice von Alias Für diese Stuhlfamilie mit Kunststoffsitzfläche (Design: Alfredo Häberli) ist nicht nur die Form der Rückenlehne kennzeichnend, sondern auch eine außergewöhnlich große Konfigurationsvielfalt. So ist Erice als 4-Fuß- bzw. Schlittengestell, mit Rollen oder mit Kreuzbeinen aus lackiertem oder verchromtem Stahl, sowie mit einem 4-Fuß-Gestell aus Massivholz erhältlich. Für bequemes Sitzen stehen u.a. Kissen aus geformtem Polyurethan und Lehnen aus regeneriertem Kernleder sowie Stoff-, Leder- oder Kunstlederbezüge zur Auswahl. b www.aliasdesign.it

Dent von Blå Station Trotz seiner unebenen Oberfläche ist Dent (Design: O4i; Jon Lindström & Henrik Kjellberg) ein bequemer Schalenstuhl, der dank unterschiedlicher 4-Fuß- und Kreuzgestelle sowie stapelbarer Varianten für eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten geeignet ist. Gleichzeitig bringt er die Formpresstechnik für herkömmliches Furnier an die Grenzen des technisch Machbaren. Zu den Herausforderungen der Designer zählte es, eine harte, ebene Oberfläche in eine doppelt gekrümmte, sorgfältig und bequem nach dem Körper geformte Sitzschale zu bringen. b www.blastation.se

A-Chair von Brunner Seinen Namen erhielt dieser stapel- und verkettbare Stuhl (Design: jehs + laub), weil er von der Seite betrachtet dem Buchstaben »A« ähnelt. Dank seines modularen Aufbaus können Gestelle aus Aludruckguss oder Kunststoff frei mit Schalen aus Kunststoff und Formholz kombiniert werden, ohne die harmonische gestalterische Einheit zu stören. Überdies ist der A-chair mit Armlehnen und Verbindungselementen lieferbar, zur Bestuhlung großer Säle sind Sitz- und Reihennummerierungen möglich. b www.brunner-group.com


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Hemp von Moroso Leicht, stabil und umweltfreundlich ist Hemp der erste stapelbare Freischwinger aus nachwachsenden Rohstoffen (Design: Werner Aisslinger). Er besteht zu rund 70 Prozent aus Hanf- und Kenafpflanzenfasern, die unter Hitzeinwirkung zusammen mit einem Kunstharz auf Wasserbasis in Form gebracht werden. Bei der auf Produktionsprozessen aus der Automobilindustrie basierenden Herstellung des Stuhls werden keine schädlichen organischen Verbindungen wie etwa Formaldehyd freigesetzt. b www.moroso.it

Stripe von Skandiform

Membrane von Classicon Dass ein bequemer Sessel nicht immer schwer, voluminös und dick gepolstert sein muss, zeigt dieser Stuhl aus einem passgenauen technischen Strickgewebe, das auf eine tragende, CNC-gefertigte Rahmenstruktur aus Stahl- und Aluminiumrohr gespannt wurde (Design: Benjamin Hubert). Resultat ist ein extrem leichter, auf das Wesentliche reduzierter Sessel, der bei minimalem Materialaufwand großen Komfort bietet. b www.classicon.com

Stripe ist ein bequem gepolsterter LoungeSessel mit Leder- oder Stoffbezug (Design: Oliver Schick), der nicht zuletzt wegen des filigranen, weiß- oder schwarz pulverbeschichteten Stahl-Kufengestells sehr leicht und elegant wirkt. Eine der Besonderheiten ist die schmale Sitzschale wahlweise aus gebeiztem Eichen- oder Eschenformholz, die im Bereich der Schenkelauflage – kaum sichtbar – in das Gestell eingehängt ist. Ohne jegliche mechanische Hilfsmittel entsteht auf diese Weise eine komfortable Federung, die den Nutzern ein lässiges Hin- und Herwippen ermöglicht. b www.skandiform.se


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Fedro von Dedon Fedro ist ein Stuhl, der es den Nutzern ermöglicht, allein durch die Bewegung von Füßen und Beinen auf zwei schmalen Kufen nach vorne oder hinten zu schaukeln. Aufgrund seiner vogelähnlichen Form wählte die Designerin Lorenza Bozzoli Farbtöne, die auf den tropischen, lateinamerikanischen Vogelarten Flamingo, Colibri und Quetzal basieren. Fedro ist leicht, stapelbar und bequem, und eignet sich nicht zuletzt deshalb optimal für LoungeBereiche im Innen- und Außenraum. b www.dedon.de

Sinus von Cor Bereits seit mehr als dreißig Jahren gilt dieser Lounge-Sessel mit Fußhocker, freischwingenden Federstahlkufen und über Ledergurte gehaltener Polsterung in Rollenform als Inbegriff der zeitlos modernen Form (Design: Reinhold Adolf und Hans-Jürgen Schröpfer). 2013 wurde der Sitzkomfort durch eine noch etwas weicher gestaltete Auflage weiter erhöht. Die neue Softvariante der Polsterung, die zudem eine Ursprungsidee des ersten Entwurfes aufgreift, besteht aus einem Gemisch echter Daunen und Formschaumanteilen. b www.cor.de


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Bolero von Poltrona Frau Die leicht trapezförmige Tischplatte dieses Tisches von Designer Roberto Lazzeroni scheint durch den kleinen Abstand zu den Tischbeinen fast zu schweben. Beine mit dreieckigem Holzquerschnitt aus Massivbuche (Farbe: Wenge) sowie eine Intarsienbearbeitung der Tischplatte mit Buchenfurnier (Farbe ebenfalls Wenge) lassen einen eleganten und vielfältig nutzbaren Tisch entstehen. b www.poltronafrau.com

REK Bücherregal von Reinier de Jong Design REK ist ein Regal, das mit der Anzahl der darin aufbewahrten Objekte wächst – oder auch schrumpft. Die Zickzack-Formteile lassen sich unabhängig voneinander verschieben, um Dinge in den dabei entstehenden Hohlräumen unterzubringen. 2013 wurde zur vereinfachten Handhabung einerseits das Gewicht des Regals reduziert, andererseits sind nun auch Oberflächen aus recyceltem HPL erhältlich. b www.reinierdejong.com

On a string von OK Design Wie der Produktname bereits andeutet, liegt die Tischplatte dieses eleganten Tisches nicht über einfachen Tischbeinen. Vielmehr setzt sich die Tragkonstruktion aus einem Zusammenspiel aus filigranen Stahlrohren und farbigen Textilschnüren zusammen. Während die 170x90 cm bzw. 200x90 cm große Tischplatte in Schwarz oder Weiß erhältlich ist, können die Schnüre in unterschiedlichen Farben bestellt werden. Zur Auswahl stehen die Farbtöne Türkis, Rostrot, Grün, Blau, Gelb, Schwarz und Graphit. b www.okdesign.dk


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Octa von Bonaldo Die optisch überaus leichte Basis dieses Tisches (Bartoli Design) bilden acht Beine aus gebogenen und geschweißten Metallrohren, die in ihrer Anordnung an große Mikadostäbe erinnern. Octa ist mit verschiedenen Tischplatten in Holz, aber auch in Glas erhältlich. Das Gestell besteht aus weiß oder matt anthrazitgrau lackiertem, verchromtem oder schwarz vernickeltem Metall. b www.bonaldo.it

cube gap von interlübke

Foto: Christian Hacker

Egal, ob als Einzelmöbel oder Raumteiler – cube gap mit seinen variabel konfigurierbaren, stapelbaren und vierseitig zu öffnenden Elementen hat seit nunmehr zehn Jahren einen prominenten Platz im Systemmöbelprogramm von interlübke (Design: Werner Aisslinger). Ab 2013 ist cube nicht nur in den vier untereinander kombinierbaren Systemvarianten cube gap, cube fine, cube change und cube play erhältlich, sondern auch in den Metallictönen Gold, Bronze, Nickel und Stahl. b www.interluebke.de

landau + kindelbacher architekten-innenarchitekten - Headquarter Signa Holding, Innsbruck

Ihre Visionen. Perfekt realisiert. Vectorworks ist die ideale CAD-Software für Architekten und Innenarchitekten. Setzen Sie Ihre Ideen mit Leichtigkeit um und führen Sie jede Planungsaufgabe nach Ihren eigenen Vorstellungen aus. www.computerworks.eu

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Canopy LED von Armstrong Canopy LED ist eine Erweiterung des Armstrong Produktsortiments innerhalb der Metall-Deckensegel und CanopyLösungen. Einzeln oder als Gruppe arrangiert bietet das konkav, konvex oder flach jeweils mit integrierten LED-Streifen lieferbare Segel eine exzellente Schallabsorption sowohl in großen offenen Bereichen als auch individuell am Arbeitsplatz. b www.gema.biz/armstrong

AMF Line von Knauf AMF Wahlweise in schlichtem Weiß mit Alurahmen, individuell bedruckt oder mit austauschbaren Motiven sorgen diese neuen Wandabsorber eigenständig oder zusätzlich zur Akustikdecke für eine optimale Raumakustik. Besonders interessant sind die Paneele für Altbauten oder Mietobjekte, in denen herkömmliche Akustiklösungen aus architektonischen, technischen oder Denkmalschutzgründen nicht möglich sind. Ein weiterer Vorteil der Absorber besteht darin, dass sie bei einem Umzug einfach abgehängt und ins nächste Büro mitgenommen werden können. b www.amfgrafenau.de

CAS Objects von Carpet Concept CAS, das Carpet Concept Acoustic System, bezeichnet ein ästhetisch und funktional übergreifendes Konzept zur dreidimensionalen Raumgestaltung. CAS Objects sind hoch schallabsorbierende Paneele für Wände, Decken und Raumteiler, mit denen sich Innenräume visuell und akustisch wirksam gestalten lassen (Design: Carsten Gollnick). Zur Auswahl stehen kubische und schräge Formen je in drei Tiefen und drei Breiten sowie Freiformen und erhabene Varianten. Den wirksamen Kern der CAS Objects bilden verdichtete Polyesterplatten in Kombination mit Luftraum und wahlweise Füllstoff. b www.carpet-concept.de


OWAconsult collection von OWA Mehr Freiheit, Offenheit und Kreativität bei der Deckengestaltung – so lautete das Ziel der von OWA und Hadi Teherani gestarteten Designoffensive. Die daraus resultierende Kollektion aus Akustikdecken mit rechtwinkligen oder trapezförmigen Platten, unterschiedlichen Lamellenlösungen und integrierbaren LED-Lichtelementen erlaubt viele Individualisierungsmöglichkeiten. b www.owa7thfloor.com

3D-Akustikpaneel von Organoid Technologies 3D-Akustikpaneele kombinieren die optischen Vorteile von Reliefplatten mit deren guten akustischen Eigenschaften. Die Platten werden projektbezogen überwiegend aus Hanf gefertigt, der in pastösem Zustand in Negativformen eingebracht wird und unter Druck und Hitze aushärtet. Zusätzlich können organoide Dekorbeschichtungen z.B. Almgras oder Chilifäden, aber auch Dispersionsfarben aufgebracht werden. b www.organoids.at

FAS ZIN ATION TEPPICH

RUGX: Individuelle, abgepasste Teppiche in Ihrer Wunschform und Wunschgröße. www.object-carpet.com


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Biosfera von Interface Mit Biosfera präsentierte der Teppichfliesenhersteller Interface vor zwei Jahren als erstes Unternehmen der Branche ein Produkt aus 100 Prozent recyceltem Garn. Inzwischen beinhaltet diese Kollektion Teppichfliesen mit einem um 50 Prozent reduzierten CO2-Fußabdruck. Möglich wurde dies durch die Kombination von recycelten Materialien im Garn und in der Rückenbeschichtung sowie einen minimierten Garneinsatz – Faktoren, die wesentlich dazu beitragen, den Verbrauch von petrochemischen Rohstoffen zu reduzieren. Seit 2013 steht Biosfera mit einer noch größeren Farbvielfalt zur Verfügung. b www.interfaceflor.de

Springles Eco 700 von Object Carpet

Nandou

Dieser Teppich besteht aus »Econyl«, dem ersten zu 100 Prozent recycelten Polyamid, das Umweltauswirkungen in der Garnproduktion minimiert. Optional ist Springles Eco 700, mit dem die Voraussetzungen für LEED- und DGNBzertifizierte Gebäude erfüllt werden, auch mit der Rückenbeschichtung »BlackThermo®filz Akustik plus« erhältlich, die Nachhallzeiten und Trittschallwerte erheblich verbessert. b www.object-carpet.de

von Vorwerk Unter anderem mit neuen Produktionsverfahren wurde der Webteppich Nandou neu interpretiert und weiterentwickelt. Nun umfasst die Nandou-Architektenkarte insgesamt fünf Produktvarianten für vielfältige Gestaltungsoptionen: Nandou uni, Nandou prestige design, Nandou design 2-chorig, Nandou design 3-chorig, Nandou design gloss mit insgesamt 46 Kolorierungen. b www.vorwerk-teppich.de


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Artoleum Striato von Forbo Waren Linoleumbeläge früher meist einfarbig oder marmoriert, sind mit Artoleum Striato nun auch Streifenoptiken möglich. Insgesamt sind 18 farbharmonische Streifendessins erhältlich – von der Holzoptik über Schwarz-Weiß-Varianten bis hin zu drei bewusst bunten Streifenoptiken. Allein an der Rezeptur des Bodenbelags hat sich nichts verändert. Dieser besteht nach wie vor nur aus Leinöl, Harz, Holz- und Kalksteinmehl sowie Jute. b www.forbo-flooring.de

Bamboo Industriale von Moso Dieses neue pflegeleichte Bambus-Massivparkett in Schokoladenbraun verfügt über die typische Optik eines Industriebodens und bietet eine echte Alternative zum klassischen Holzparkett. Bamboo Industriale besitzt eine bis zu 15 mm starke Nutzschicht aus Bambusstiften, die – zunächst lediglich von einem Band zusammengehalten – vom Fachmann auf den Unterboden geklebt und endbehandelt werden. Dabei weist der Bodenbelag einen Härtegrad von acht Brinell auf – doppelt so viel wie Eichenholz. b www.moso.eu

Wicanders Artcomfort von Amorim Wicanders Artcomfort verbindet die Vorteile eines Kork-Naturbodens, wie etwa Elastizität und Langlebigkeit, mit den fast unendlichen Möglichkeiten der modernen Drucktechnologie und der Strukturprägung. Dass bisher vor allem klassische Holz-, aber auch Naturstein- und FashionDekore gefragt sind, liegt in der authentischen Prägung und der Qualität der robusten Oberfläche, für die Garantiezeiten von bis zu 20 Jahre gewährt werden. b www.amorim.com

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Ocelot von Farrow & Ball Die britische Manufaktur für Farben und Tapeten hat vier neue charakteristische Tapetendesigns vorgestellt: Lattice, Tessella, Ocelot und Rajah Stripe. Ocelot bezeichnet eine klassisch moderne Tapete mit zeitlosem Leopardendruck, die – ebenso wie jede der drei anderen Designs – von gedeckten Tönen bis hin zu markanten Kombinationen in fünf Farbnuancen erhältlich ist. Zur Auswahl stehen Plummett und Brassica ebenso wie Arsenic und Pointing sowie neutrale und metallische Kombinationen. b www.farrow-ball.com

Glanzstuck von Volvox Um seidig schimmernde Wände zu realisieren, muss bei diesem Glanzstuck einfach nur die selbstglättende Paste mit der Kelle in mehreren feinen Schichten auf den Untergrund aufgestrichen werden. Das aus Lehm hergestellte Produkt steht in allen 136 Volvox-Lehmfarben zur Verfügung, ist atmungsaktiv, gewährleistet einen hohen Feuchtigkeitsausgleich und sorgt darüber hinaus für ein wohltuendes Raumklima. b www.volvox.de

Multiverse Auro von Glamora Multiverse heißt die neue Tapetenkollektion, die der Designer Karim Rashid für das italienische Label Glamora entworfen hat. Insgesamt neun Motive in jeweils vier verschiedenen Farbstellungen stehen zur Wahl, um das triste Weiß und Grau aus langweiligen Räumen zu vertreiben – »mit einem kaleidoskopischen MultiUniversum, das hypnotisch, energetisch, farbenfroh und vieldimensional ist«. b www.glamora.it


iLook_move

Murals von Mosa

ScHönHeit im FoKuS.

Die neue Mosa-Murals-Kollektion bietet eine breite Auswahl an Fliesen aus den drei Reihen Blend, Lines und Change, die untereinander kombinierbar sind, um individuelle Lösungen realisieren zu können. Blend wurde für harmonische Kombinationen aus Farbtönen, Größen und Glanzstufen entwickelt, bei Lines dreht sich alles um subtile Variationen asymmetrischer Reliefs im Spiel aus Licht und Schatten, während sich Change auf die Abstufungen in der Glasur der Fliesen konzentriert. Mosa Murals verfügt über das Zertifikat Cradle to Cradle® Silver und erfüllt die aktuellen Normen für nachhaltiges Bauen. b www.mosa.nl

Loop von Jasba Jasba-LOOP, die neue Serie keramischer Mosaike, umfasst 15 Farben mit hochglänzender Oberfläche. Die einzelnen Farben sind dabei bewusst nicht gleich, sondern bestehen aus fein abgestimmten, eng beieinander liegenden Nuancen, die sich zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen. Sechs der insgesamt 15 Farbstellungen sind zudem mit trittsicherer matter Oberfläche (R10/B) erhältlich. Neben dem Rundmosaik mit 2 cm Durchmesser gibt es erstmals eine Variante mit 1 cm Durchmesser, die sich hervorragend für Piktogramme, Pfeile, Buchstaben und andere, individuell im Werk konfektionierte Zeichen eignen. b www.jasba.de

Der iLook_move verwöhnt mit beispiellosem Komfort. Die Lichtstimmung ist stufenlos einstellbar und der innovative Scharnierarm lässt sich mit einem Handgriff in die gewünschte Position bringen. www.keuco.de


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Silex Xtreme von Fiora Da sich Silex-Duschwannen einfach zuschneiden lassen, sind sie in unterschiedlichsten Grundrissformen realisierbar. Die neue Silex-Variante Xtreme erweitert nun die vielfältige Produktpalette. Hier liegt der Wasserabfluss mittig, sodass nicht nur die Standebene ein geringeres Gefälle aufweist, sondern auch der Nutzerkomfort und die Trittfestigkeit erhöht werden. Die seitlichen Paneele und Sockelränder aus hochdichtem Polyurethan entsprechen farblich den Oberflächen der Duschwannen. b www.fiorabath.de

Wien von Repabad Wie alle Duschwannen von Repabad besteht auch diese Wanne aus gegossenem und durchgefärbtem Sanitäracryl, das porenfreie, homogene, rutschfeste und leicht zu reinigende Oberflächen ermöglicht. Der Modellname Wien steht für rechteckige bzw. quadratische Duschwannen mit einer Tiefe von 4 cm. Erhältlich sind Maße zwischen 80x80 cm und 180x90 cm. Die Serie wurde nun um die Größen 110x100 cm, 130x100 cm, 140x100 cm, 150x100 cm und 160x100 cm erweitert. b www.repabad.de

Terran von Roca Die Duschwanne Terran besteht aus massivem Stonex, einem widerstandsfähigen und langlebigen Material mit texturierter Oberfläche, das sich nicht nur sehr angenehm anfühlt, sondern auch rutschhemmend ist. Je nach Erfordernis kann Terran entweder bodengleich oder leicht erhöht eingebaut und überdies millimetergenau zugeschnitten werden. Dabei stehen die Farben Weiß, gebrochenes Weiß, Creme, Zement, Schiefer, Schokolade, Schwarz und Weintraube zur Auswahl. b www.roca.com


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Agilo von Keramag Agilo ist als Einzelwaschtisch oder als Mehrfachwaschanlage erhältlich, bei der mehrere einzelne Becken fugenlos verklebt und montagefertig konfektioniert werden. Die aus einem Stück gegossenen Waschbecken bestehen aus pflegeleichtem »Varicor« – ein polymergebundener, porenloser Mineralwerkstoff, der gefräst, gebohrt und geschliffen werden kann. Agilo ist mit Rollstühlen unterfahrbar, und entspricht überdies den Anforderungen der Barrierefreiheit gemäß DIN 18040. b www.keramag.de

Washlet Neorest

DuraStyle SensoWash®

von Toto

von Duravit

Neben den üblichen Funktionen wie Intimdusche, beheizbarer Sitz, Trockner und Deodorizer, verfügt die neue WashletGeneration über zwei selbstreinigende Technologien: ewater+ sorgt für die Benetzung der Toilettenschüssel mit elektrolytisch aufbereitetem Wasser vor und nach der Toilettennutzung, während Actilight bei geschlossenem Deckel UV-Licht auf die Zirkon-Beschichtung der Schüssel strahlt, um Zersetzungsprozesse aller organischer Substanzen einzuleiten. b www.eu.toto.com

Aufgrund des wachsenden Interesses und der Akzeptanz von Dusch-WCs hat Duravit seine Produktpalette erweitert und bietet SensoWash® Starck C nun auch für Wand- und Stand-WCs der Serie DuraStyle an. Dabei werden alle Funktionen per Fernbedienung gesteuert: Öffnen und Schließen von WC-Deckel und -Sitz, Sitzheizung, Gesäßdusche, Komfortdusche, Ladydusche, Fön. Persönliche Vorlieben können in zwei unterschiedlichen Benutzerprofilen gespeichert werden. b www.duravit.de

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Airblade Tap von Dyson Airblade Tap wäscht und trocknet die Hände, ohne dass man dabei das Waschbecken verlassen muss. Infrarotsensoren registrieren die Handposition und aktivieren den Wasserstrahl aus dem Hahn. Nach dem Waschen aktiviert sich der Händetrockner, sobald die Hände unter die weiter außen liegenden Sensoren gehalten werden. Je nach Raumsituation stehen folgende Varianten zur Auswahl: Montage an der Wand oder am Waschtisch, sowie kurzer oder langer Hahn. b www.dyson.com

Lounge von Noken Für Designer Simone Micheli steht bei dieser vielfältigen Serie von Waschtisch-, Bidet-, Badewannen- und Duscharmaturen nicht Minimalismus im Vordergrund, sondern das Gegenteil: maximale Ästhetik, kombiniert mit dem Geist und der Subtilität italienischer Raffinesse. Die elegante Einhebel-Waschtischarmatur in Weiß-Schwarz oder Chrom ist als Ausführung zur Bodenmontage ebenso erhältlich wie zur Wandmontage oder mit hohem bzw. niedrigem Auslauf. b www.noken.com

Jes von Jado Diese Familie von Waschtisch-, Handwaschtisch-, Dusch-, Bade- und Bidetarmaturen (Design: Artefakt) erscheint in einer einheitlichen Gestaltung mit sanften Verjüngungen und an Faltungen erinnernden Formverläufen, die von den Blättern der Aloepflanze inspiriert sind. Die Serie Jes ist modular aufgebaut und erlaubt dadurch die Addition einzelner Funktionselemente in einer gemeinsamen UnterputzEinheit oder aber deren Platzierung als verteilte Einzelkomponenten. b www.jado.com


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Comfort bis Care Duschsitze hewi.de/barrierefrei Innovative SystemlÜsungen fßr Generationen: Produkte fßr Menschen jeden Alters zu schaffen, das ist die grundlegende Idee der HEWI SystemlÜsungen. Komfort und Barrierefreiheit werden so zur Selbstverständlichkeit. HEWI Duschsitze bieten Sicherheit und Komfort. Hochwertige Materialien, klares Design und durchdachte Funktionalität ermÜglichen den universellen Einsatz.

Duschsitz R 380

   

Duschsitz 350

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45 Jahre Vola Zeitloses Design, kontinuierliche Innovation Die Armaturen, die der dänische Architekt Arne Jacobsen vor nunmehr 45 Jahren für Vola geschaffen hat, gelten als Musterbeispiele zeitlosen Designs. Produkte des dänischen Unternehmens überzeugen seit jeher durch ihre Wirtschaftlichkeit, ihre außerordentliche Qualität und den sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser. Neben der kompromisslosen Treue zum Originaldesign spielen aber auch zukunftsorientierte technische Weiterentwicklungen eine große Rolle – wie etwa bei den im Jahr 2000 eingeführten berührungslosen Elektronikarmaturen. »Vola versteht es seit mehr als 45 Jahren, Tradition mit Innovation auf unvergleichbare Weise zu verbinden«, sagt Geschäftsführer Gerald Cappek. »Unübertroffen in der Klarheit seiner Linien lenkt Vola jeden Blick auf das Wesentliche.«

Vola 111 Waschtisch Eingriffmischer Grundidee der in den 1960er-Jahren entwickelten, weltweit ersten Unterputzarmatur war es, alle technischen Elemente in die Wand einzubauen und nur noch die Funktionsteile sichtbar zu lassen. Heute ist Vola 111 nicht nur Designklassiker, sondern auch Vorbild im sparsamen Wasserverbrauch. So kann die Durchflussleistung der Armatur mit einem Wasserdurchflussbegrenzer auf 1,9 Liter pro Minute reduziert werden. Darüber hinaus eröffnet das Vola-Baukastensystem zahlreiche Variationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Auslauf- und Grifflängen, unterschiedlichen Farben bzw. Materialien (wie Chrom, Chrom matt, Edelstahl massiv und Messing) sowie einer berührungslosen Variante. b www.vola.com


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Edition

im ∂

Erschließungsräume Treppen, Rampen, Aufzüge Wegeführung Entwurfsgrundlagen

Erschließungsräume

Christian Schittich (Hrsg.)

Edition Detail

NEU Juni 2013. Christian Schittich (Hrsg.), 176 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen. Format 23 × 29,7 cm. Hardcover: € 69,90 ISBN 978-3-920034-81-2 aus der Reihe im ∂

Erschließung mit Aufenthaltsqualität Notwendiges Übel oder spannende Entwurfsaufgabe? – »Erschließung« soll Bauteile und Räume unter Berücksichtigung diverser Vorgaben für seine Nutzer in horizontaler und vertikaler Richtung erreichbar machen. Wenn Architekten diese Notwendigkeit zum Kern- und Angelpunkt ihrer Konzepte küren, überzeugen sie häufig durch überraschende Raumkonstellationen: Spektakuläre Aufzüge und Fahrtreppen, ungewohnte Grundrissanordnungen oder den Raum definierende Treppenskulpturen inszenieren die notwendigen Wege. Erschließungsflächen erhalten

AachenMünchener-Direktionsgebäude in Aachen

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Architekten: kadawittfeldarchitektur, Aachen

Büro Hauptzugang in der Mitte des Quartiers, Foyer mit skulpturaler Treppe, interne Verbindung über »Boulevard« Anzahl Geschosse: 7 + 1 UG lichte Raumhöhe: 2,75 m (Büro) 2,90 m (Boulevard) Bruttorauminhalt: 122 100 m3 Bruttogeschossfläche: 34 900 m2 Baujahr: 2010 Bauzeit: 35 Monate

Das Versicherungsunternehmen AachenMünchener wollte seine Geschäftsbereiche, die bisher auf verschiedene Standorte in der Stadt verteilt waren, in einem zusammenhängenden Gebäudekomplex bündeln. Die Herausforderung bestand darin, eine Bürolandschaft mit 30 000 m2 in ein bestehendes städtisches Gefüge unter Berücksichtigung des vorhandenen Bestands einzubinden, ohne das Areal von der Öffentlichkeit abzuschirmen. Den Architekten gelang es, sowohl den Ansprüchen des Bauherrn nach einem repräsentativen, zentralen Firmensitz zu entsprechen als auch die Belange der Stadt und ihrer Bewohner zu erfüllen. Diese wünschten sich eine Verbindung zwischen dem umgestalteten Bahnhof und der Aachener Altstadt, die lange Zeit durch die beiden zehngeschossigen Büroscheiben der Versicherung aus den 1970er-Jahren und diverse Anbauten verbaut war. Deshalb wurden auf dem an sich privaten Grundstück an den entscheidenden Stellen öffentliche Wege angelegt und so die fußläufige Verbindung »Via Culturalis« zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt geschaffen. Differenzierte Räume auf dem Grundstück, zu denen kleinere Plätze und eine großzügige Freitreppe zählen, stehen den Bürgern als öffentlicher Raum zur Verfügung.

Boulevard als Raum für Kommunikation

Es entstanden insgesamt vier Häuser, die die Büroräume der Versicherung aufnehmen, und ein fünftes Gebäude, in dem fremdvermietet Funktionen des täglichen Bedarfs wie Post,

Inszenierte Wege und spannende Kommunikationsräume

Projektdaten: Nutzung: Erschließung:

Bestandsgebäude und Neubauten fügen sich durch einen zentralen Boulevard zu einer Einheit und sind in die gewachsene Stadt eingebunden.

Aufenthaltsqualität, werden zum spannenden Raumerlebnis und zum maßgebenden Kriterium eines gelungenen Entwurfs. Der Weg wird zum Ziel, denn die Erschließung ist zugleich Aufenthalts- und Kommunikationsraum. Neben umfangreichen Projektdokumentationen, die viele Inspirationen liefern und zu neuen Ideen anregen, beleuchten theoretische Beiträge renommierter Fachautoren das Thema im Hinblick auf Planungsgrundlagen, Wegeführung, Lenkung von Besucherströmen, Orientierung im Raum, Barrierefreiheit und die wichtige Aufgabe der Lichtplanung.

Grundrissausschnitt Erdgeschoss Maßstab 1:1250 Lageplan Maßstab 1:4000

14 13

12 AachenMünchener-Platz 13 Haupteingang 14 Foyer 15 Zufahrt Tiefgarage 16 Bestandsgebäude 17–19 Neubauten 20 fremdvermieteter Neubau

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Innovative Erschließungskonzepte

Läden und Gastronomie untergebracht sind, die zur Belebung des Areals beitragen. Um dem Wunsch nach einem kommunikativen Viertel mit Transparenz und Durchlässigkeit zu entsprechen, wurde das Volumen auf unterschiedlich geknickte Baukörper verteilt, die über einen verglasten Steg, den sogenannten Boulevard, zusammengeschlossen sind. Im Inneren der Bauten steht diese Verbindung den Nutzern mit seinen Aufweitungen und Verengungen als Raum für zufällige Begegnungen und Kommunikation zur Verfügung. Hier befinden sich zudem alle Gemeinschaftsbereiche wie Mitarbeiterrestaurant, Cafeteria, Konferenz-, Schulungs- und Seminarräume. Alle notwendigen haustechnischen Einbauten wie z. B. Sprinkler und Rauchmelder sind hinter einer abgehängten Decke aus weiß lackiertem Streckmetall verborgen. Für großzügige Ausblicke in die urbane Umgebung sorgt die geschosshohe Verglasung des Stegs, die über die Dachränder weitergeführt ist.

Neue Raumstrategien Spektakuläre Aufzüge und Fahrtreppen

Großzügige Treppenanlage

Durch den neu entstandenen, offenen AachenMünchenerPlatz erhält die Firmenzentrale eine adäquate Adresse an der Borngasse. Hier ist der Boulevard über eine ausladende, 20 m breite Freitreppe an das Straßenniveau angebunden und öffnet sich mit einem repräsentativen zweigeschossigen Foyer zum Stadtraum. Mit der Entscheidung, den Hauptzugang in die Mitte des Quartiers zu legen, wurde die Platzfolge um einen wertvollen städtischen Freiraum ergänzt. Die großzügige Treppenanlage mit Zwischenpodesten durchzieht serpentinenartig eine Rampenstruktur, die die Durchwegung des Areals auch mit Fahrrädern und Kinderwägen problemlos ermöglicht.

Typologische Bandbreite an Projektbeispielen

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»Via Culturalis« 1 Dom 2 Münsterplatz 3 Elisenbrunnen 4 Theater 5 Alexianergraben 6 Kapuzinerkarree 7 AachenMünchener-Platz 8 Treppenanlage 9 Pocketpark 10 St. Marien 11 Hauptbahnhof

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Pivot von Dornbracht Der Einhebelmischer Pivot (Sieger Design) bietet eine elegante Alternative zu Schlauch- und Auszugsbrausen, und ist – dank des 55 cm großen Schwenkbereichs und eines 360° Aktionsradius – für den Einsatz auf der kompletten Kücheninsel geeignet. Der praktische Drehgriff direkt am Auslauf sorgt dabei für eine ebenso flexible wie einfache und ergonomische Handhabung. b www.dornbracht.com

Karbon von Kohler Ausschlaggebend für die Verwendung von Kohlefaser für diese Gelenkarmatur ist ihre hohe Festigkeit bei extrem leichtem Gewicht. Diese Eigenschaften ermöglichen das exakte und stabile Positionieren des Mischers zum punktgenauen Spülen. Für Karbon stehen zwei Oberflächen zur Auswahl – poliertes Chrom und Vibrant® Stainless. Seit kurzem ist die Gelenkarmatur darüber hinaus auch fürs Bad erhältlich. b www.kohlereurope.com

Blancosaga von Blanco Charakteristisches Merkmal dieser Küchenarmatur ist nicht nur die auf ein Minimum reduzierte Form, sondern vor allem das überraschend neuartige Bedienkonzept. Anstelle eines Griffs oder Bedienhebels verfügt sie über eine schwarz abgesetzte Manschette am Auslauf. Mit Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen lässt sich die Wassermenge bestimmen, während Rechts- bzw. Linksdrehungen für die richtige Temperatur sorgen. Blancosaga erhielt beim red dot product design award 2013 die höchste Auszeichnung »Best of the best«. b www.blanco-germany.com


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Moving Table von Häcker Küchen Dieses Küchenmöbel erscheint in geschlossenem Zustand als Kochinsel mit durchgehender Granit-Arbeitsplatte, die ein Induktionskochfeld verdeckt. Wird die Arbeitsplatte mit speziell entwickeltem, nicht sichtbaren Führungssystem jedoch in den Raum verschoben, entsteht ein maximal 2,40 Meter langer Tisch, an dem bis zu vier Personen Platz finden. Vom Rat für Formgebung wurde Moving Table mit dem Label »Interior Innovation Award – Selection 2013« ausgezeichnet. b www.haecker-kuechen.de

Upper Eastside von Hasenkopf Der Büro- und Wohnkomplex »Upper Eastside Berlin« beherbergt u.a. acht große Luxuswohnungen mit zahlreichen Dunkelzonen, die es optimal zu bespielen galt. Um den Lichtmangel auszugleichen, sah die Architektin Annette Axthelm für sämtliche Einheiten maximale Weißanteile vor – realisiert z.B. mit Einbauteilen aus dem Mineralwerkstoff Corian. Gemeinsam mit Flömö Innenausbau entstanden CorianRaumgestaltungen für Küche und Bad, die die Weite der Räume unterstützen. b www.hasenkopf.de

bulthaup b3 von bulthaup Das Küchensystem bulthaup b3 bietet seit jeher viel Spielraum für kreative, individuelle Arrangements. Die neuen funktionalen Lösungen für Wandpaneel und Stauraum, neue und exklusive Oberflächen, Farben und Materialien sowie zusätzliche Accessoires für das Innenausstattungssystem bereichern bulthaup b3 und erweitern seine Planungsmöglichkeiten. b www.bulthaup.com


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Projektbeteiligte / Hersteller / Ausführende Firmen

S. 4, Peter Ippolito im Interview

S. 10, Waschhaus in Lauterhofen (2012)

S. 14, Kirche in Augsburg (2013)

Ippolito Fleitz Group GmbH Augustenstraße 87, 70197 Stuttgart www.ifgroup.org

Golfclub Lauterhofen Ruppertslohe 18, 92283 Lauterhofen www.gc-lauterhofen.de

Pfarrkirche St. Moritz Moritzplatz 5, 86150 Augsburg www.moritzkirche.de

Projekte: - Büro Ippolito Fleitz Group GmbH (2008) - WakuWaku Dammtor (2012) Dammtorstr. 29-33, 20354 Hamburg www.waku-waku.eu Wall design: Chris Rehberger www.doublestandards.net - Bork Flagship Store Moscow (2011) Sadovaya-Spasskaya ulitsa, 3, Moskau www.bork.ru - Appartment FS (2011), Stuttgart - Rathaus Schorndorf (2013) Marktplatz 1, 73614 Schorndorf www.schorndorf.de - Brunner Messestand (2012) Mailänder Möbelmesse 2012 www.brunner-group.com

Auftraggeber: Golfclub Lauterhofen e.V.

Auftraggeber: Kath. Pfarrkirchenstiftung St. Moritz, Augsburg Stiftung des öffentlichen Rechts

Planung: Berschneider + Berschneider, Pilsach www.berschneider.com Erbaut in Eigenleistung der Mitglieder sowie durch Unterstützung folgender Sponsoren: - BGN Gleichauf Haustechnik www.bgn-gleichauf.de - Christian Distler (Sanitärinstallation) www.distler-gmbh.de - Heidelberger Zement (Beton) www.heidelbergcement.com - Hewi (Sanitärausstattung) www.hewi.com - Rudolf Rupp (Blitzschutz) www.rudolf-rupp-gmbh.de - Stefan Schleip (Metallbau) info@schleip-schlosserei.de - Karl Streb (Spiegel, Glas) www.schreinerei-streb.de

S. 8, Hotel in Hamburg (2012) Superbude St. Pauli Juliusstraße 1–7, 22769 Hamburg www.superbude.de Auftraggeber: Kai Hollmann, Hamburg

S. 12, Bar in Wien (2012)

Planung: DREIMETA Armin Fischer, Augsburg www.dreimeta.de

If dogs run free Gumpendorfer Straße 10–12, 1060 Wien www.ifdogsrunfree.com

Beteiligte Firmen: - ege carpet (Teppiche/ Bodenbeläge) www.egecarpets.de - Freiraum (Möblierung) www.freiraum-augsburg.de - Hansgrohe (Ausstattung Bad) www.hansgrohe.de - Ideal Standard (Ausstattung Bad) www.idealstandard.de - Kvadrat (Stoffe), www.kvadrat.dk - Marburger Tapetenfabrik (Wandbeläge) www.marburg.com - Saum & Viebahn (Stoffe) www.saum-und-viebahn.de

Auftraggeber/ Planung: Tzou Lubroth Architekten, Wien www.tzoulubroth.com Beteiligte Firmen: - Decotime (Deko-Bau), www.decotime.at - Lufttechnik Pietsch (Lüftung) www.lufttechnik-pietsch.at - Schubbauer Industrieböden (Bodenbelag) www.schubbauer.at - Wagner Bau (Rohbauarbeiten) www.wagner-bau.at - Wittmann Metallbau www.wittmann-metallbau.at

Planung: John Pawson Ltd, London www.johnpawson.com Bauleitung: Rainer Heuberger Architekten, Augsburg Maßgeblich beteiligte Planer: - Akustik: Müller BBM, München www.muellerbbm.de - Elektroplanung: Elektro Seitz GmbH Augsburg, www.elektro-seitz.de - HLS: Ingenieurbüro Ulherr, Augsburg www.ib-ulherr.de - Lichtdesign: Mindseye, London www.mindseye3d.com - Statik: Dr. Schütz Ingenieure, Kempten www.drschuetz-ingenieure.de Beteiligte Firmen: - Steinmetz Kramer www.steinmetz-kramer.de - Steinmetz Florian Freyer (Steinrestaurierung) www.steinmetz-freyer.de - Sonepar (Beleuchtung) www.sonepar.de - Kunstschreiner Max Braun (Schreinerarbeiten) www.max-braun.de - Derix Glasstudios (Kirchenfenster) www.derix.com - Orgelbau Kuhn (Orgelbau) www.orgelbau.ch - Jakob Schnitzer & Sohn (Stuck und Putzarbeiten) www.schnitzer-stuck.de - Alfred Binapfl Restaurierungswerkstätte (Malerarbeiten) - Christop Bechteler, Ulo Florack (Metall-Kunstarbeiten) www.kunst.bechteler.com - Heizung-Schmid (Heizung) www.heizungsfirma-schmid.de


_ B i l d n a c h w e i s / I m p r e ss u m

S. 16, Metropolregion Katowice Architekturbüros: medusagroup Sp. z o.o. Sp. k. ul. Józefczaka 35 PL-41-902 Bytom www.medusagroup.pl HS99 Sp. z o.o. Sp. k. Dariusz Herman, Wojciech Subalski, Piotr Smierzewski Mickiewicza 6/3 PL-75-004 Koszalin www.hs99.pl RS+ architekci Robert Skitek Nałkowskiej 4a/49 PL-43-100 Tychy www.rsplus.pl Riegler Riewe Architekten ZT Ges.m.b.H Prof. Arch. Florian Riegler Prof. Arch. Roger Riewe Manuela Müller Griesgasse 10 A-8020 Graz www.rieglerriewe.co.at JRK72 Pracownia architektury i designu architekt Jacek Krych ul.Zwycięstwa 40/12a PL-44-100 Gliwice www.jrk72.pl Konior Studio Biuro architektoniczne ul. Kilińskiego 46 PL-40-062 Katowice www.koniorstudio.pl

Bildnachweis

Impressum

Fotos, zu denen kein Fotograf genannt ist, sind Architektenaufnahmen, Werkfotos oder stammen aus dem Archiv DETAIL.

interior design – eine Sonderpublikation von DETAIL und GRID

Titel, S. 12, 13, 46 unten Mitte: Stefan Zenzmaier Photographie, A–Kuchl S. 5: WakuWaku/Benjamin Nadjib, D–Hamburg S. 6, 7 oben, 46 oben links: Zooey Braun, D–Stuttgart S. 7 unten: Francesco Di Loreto, I–Milano S. 8, 9, 46 links unten: Steve Herud, D–Berlin S. 10, 46 oben Mitte: Erich Spahn, D–Regensburg S. 14 oben: Gilbert McCarragher S. 14 unten, 46 oben rechts: Jens Weber, D–München S. 16 oben, 47: Miłosz Jaksik, PL–Bytom S. 16 unten, 17 unten links: Jakub Certowicz S. 17 oben, unten rechts, 20 oben: Tomasz Zakrzewski S. 18 oben: Riegler Riewe Architekten, A–Graz S. 18 unten: Daniel Chrobak & Jan Lutyk S. 19 oben links: Wojciech Eksner S. 19 oben rechts: Daniel Rumiancew S. 19 unten: Krzysztof Zgoła, PL–Szczytniki S. 20 unten: Roland Pawlitschko, D–München S. 25 rechts: Belux S. 30 Mitte: Miranda Koopman, NL–Utrecht S. 32 unten: Werner Huthmacher, D–Berlin S. 40 oben: Dyson Deutschland S. 45 unten: Karen Massine, D–Berlin

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Verlag: Institut für internationale ArchitekturDokumentation GmbH & Co. KG Hackerbrücke 6, 80335 München Tel. (089) 381620-0, Fax (089) 338761 www.detail.de Postanschrift: Postfach 20 10 54, 80010 München Geschäftsführer: André Weijde, Tel. (089) 381620-0 Verlagsleitung Marketing und Verkauf: Christian Wala Verlagsleitung Architektur und Design: Meike Regina Weber Redaktion interior design: (Anschrift wie Verlag, Telefon Durchwahl -57 redaktion@detail.de): Roland Pawlitschko (verantwortlich, Interview Peter Ippolito, Projekttexte) Grafische Gestaltung: Christine Bernard, Kommunikationsdesign www.buero-bernard.de Anzeigen: Thomas Perskowitz (Leitung), DW -48 Claudia Wach, DW -24 (Anschrift wie Verlag) Tel. (089) 38 16 20-0 Repro: Repro Ludwig, Schillerstraße 10 A-5700 Zell am See Druck: Sachsendruck Plauen GmbH Paul-Schneider-Straße 12, 08525 Plauen Alle Rechte vorbehalten. Für unverlangte Manuskripte und Fotos wird nicht gehaftet. Nachdruck nur mit Genehmigung. Für Vollständigkeit und Richtigkeit aller Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 45 Dieses Heft ist auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. © 2013 für alle Beiträge, soweit nichts anderes angegeben, bei Institut für internationale ArchitekturDokumentation GmbH & Co. KG Kommanditist: ATEC Business Information GmbH Persönlich haftender Gesellschafter: Institut für internationale Architektur-Dokumentation Verwaltungs-GmbH, eine 100 %ige Tochter der ATEC Business Information GmbH. Die Beiträge in interior design sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung dieser Beiträge oder von Teilen davon (z. B. Zeichnungen) sind auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts.


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BENEWIRKT BEI VISIONÄREN DESIGNERN.

Büro als Lebensraum, gegliedert in unterschiedliche Zonen und Bereiche. Räumlich flexibel und mit offenen Strukturen – anregend, vielfältig und facettenreich. Gemeinsam mit Kunden und Partnern gestaltet Bene Bürolandschaften, die den Mitarbeitern ein ideales Arbeitsumfeld bieten. So wird Büro zum Managementinstrument und zum Erfolgsfaktor von Unternehmen. Mit der neuen Produktfamilie DOCKLANDS entwickelte PearsonLloyd ein alternatives Arbeitsplatzangebot für separiertes und konzentriertes Arbeiten. www.bene.com

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Eine Sonderpuplikation von DETAIL - Zeitschrift für Architektur und Baudetail sowie GRID - Zeitschrift für Gestaltung