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r, A p s


t l a h In

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Liebe Kolleginnen und Kollegen _ 03 Editorial _ 04

DA-Interview _ 05 Angela Morelli: Design Is about Understanding and Empathy DA intern _ 07 Relaunch designaustria-Website _ 08 Open Innovation lässt Designer zusammenrücken

Illustration _ 10 Illustrationen in E-Books und für das iPad auf dem Vormarsch _

11 Illustratorinnen und Illustratoren als Creative Consultants für Art Direktion und Kunden _ 14 Infografik – Das »Gelbe vom Ei« sichtbar machen _ 16 Detailversessene Illustrationen »handmade in Vienna« _ 18 Aber ein glückliches Paar… _ 21 Kleines Einmaleins (oder ABC) für angehende Bilderbuchkünstlerinnen und -künstler _ 23 15 essenzielle Fragen einer Illustratorin / eines Illustrators

DA-Studioporträt _ 26 La Razzia Cartoons – Werdegang einer vielseitig »komischen« Künstlerin

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Members at Work _ 29 Gassner Redolfi KG | Hofegger und Partner | Alice Wellinger | Verena Panholzer | Irene Persché

Ausbildung/Fortbildung _ 30 Neuer Master-Lehrgang Traffic & Transport Information Design

Ausstellungen _ 31 Industriemöbel – Prototypen der Moderne | Staatspreis Design &

Sonderpreis »DesignConcepts« 2011 _ 32 Intime Zeugen. Vom Waschtisch zum Badezimmer

Veranstaltungen _ 33 Vienna Design Week 2011_ 34 Meet, Greet & Eat |

DA-Exkursion zur Biennale der Illustrationen Bratislava (BIB) | illustria – Symposium für Kinderund Jugendbuchillustration

Erfolge _ 35 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2011 _ 36 Plakatwettbewerb Mut zur Wut | red dot award: product design 2011 _ 38 Faces of Design Awards 2011 _ 39 Art Directors Club of Europe Awards 2011 _ 41 European Design Awards 2011

Wettbewerbe _ 43 Lissone Street Furniture Design Competition | Internationaler

Wettbewerb für Werbeplakate Francisco Mantecón | IIID Awards 2011 | Caiazza Memorial Challenge 2012

Bücher _ 44 100 Beste Plakate ’10 – Deutschland – Österreich – Schweiz |

Typodarium 2012 | Das Lesikon der visuellen Kommunikation | Graphic Design for Rainy Days

Material & Bedarf _ 45 Cocoon von Antalis Service _ 46 Kleinanzeigen

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Impressum _ 47

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, Es geht … … nie alles daneben. … los, wenn wir dabei sind. … besser durch uns. … auch schön, wenn wir gestalten. … auch mehr, wenn es honoriert wird. … wieder. … auf und ab. … und wieder aufwärts. … immer was. … meist an der Peripherie und doch mitten ins Herz. … mit Passion und Intelligenz, mit Inspiration und Genialität. … dann, wenn wir wollen. … nicht, gibt’s nicht. … nicht: ohne uns. … nicht ohne uns. … gemeinsam leichter. … zusammen mehr. … schon gut.

Wir freuen uns auf viele Projekte und Aktivitäten in den kommenden Wochen, zum Beispiel auf die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung zum Staatspreis Design & Sonderpreis »DesignConcepts« 2011, die diesjährige Vienna Design Week samt DA-Beitrag Meet, Greet & Eat, das illustria-Symposium für Kinder- und Jugendbuchillustration bei der Buch Wien 2011 und vieles mehr. Schön, bei designaustria zu sein. Martin, stellvertretend für Rudolf, Günther, Sigi, Marcus, Michael und dich Kritik, Pläne, Ideen und Anregungen an: foessleitner@designaustria.at

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Editorial

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Diese Ausgabe der DA-Mitteilungen ist der Illustration gewidmet. Welch vielseitige Funktionen und Aufgaben sie auch im 21. Jahrhundert erfüllt, geht eindrucksvoll aus vier Interviews hervor, die VertreterInnen von illustria, des DA ExpertCluster für Illustration, mit ihren Kolleginnen und Kollegen geführt haben. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der Kinder- und Jugendbuchillustration und mit allgemeinen Fragen der Berufstätigkeit als IllustratorIn. Auch das DA-Studioporträt fügt sich diesmal in den Schwerpunkt ein und stellt eine junge Cartoonistin vor. Im November werden Mitglieder von illustria übrigens ein Symposium für Kinder- und Jugendbuchillustration auf der Buch Wien 2011 bestreiten (siehe unter »Veranstaltungen«). Der Illustrator Alexander Strohmaier hat speziell für diese Ausgabe eine Illustration gestaltet, die als herauslösbares Mini-Poster in der Heftmitte platziert ist. »15 essenzielle Fragen«, mit denen er im Laufe seiner langjährigen Berufspraxis häufig konfrontiert wurde, stellt er hier stellvertretend in einem öffentlichen Forum noch einmal und beantwortet sie aus seiner Perspektive. Alle sind herzlich eingeladen, darauf unter www.designaustria.at/ 15fragen zu reagieren und untereinander in einen Meinungsaustausch zu treten.

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Ein Highlight des Wiener Designherbstes ist die Vienna Design Week, die sowohl unter den Mitwirkenden als auch unter den Teilnehmenden zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland anlockt. Wir geben einen Überblick über das Programm 2011. designaustria und das designforum Wien tragen dazu mit der Ausstellung zum Staatspreis Design und Sonderpreis »DesignConcepts« 2011 sowie mit der Veranstaltung »Meet, Greet & Eat« bei, bei der DA-Expertinnen und -Experten in den ehemaligen Räumlichkeiten der Wiener Werkstätte zu den Themenbereichen Illustration, Corporate Design und Industrial Design Rede und Antwort stehen. Zudem veranstaltet designaustria eine eintägige Exkursion zur Internationalen Biennale für Kinderund Jugendbuchillustration 2011 nach Bratislava, womit wir wieder beim Hauptthema dieses Heftes angelangt wären (siehe unter »Veranstaltungen«). Die Redaktion.

IdN Magazine: Ermäßigung für DA-Mitglieder IdN Magzine ist ein internationales Periodikum für Kreative, dessen Augenmerk auf neuen Entwicklungen im Design liegt und das es sich zum Ziel gesetzt hat, unterschiedlichen gestalterischen Disziplinen eine Plattform zu bieten. Dank einer Initiative von DA-Mitglied Nina Levett erhalten Mitglieder von designaustria bei einem Einkauf auf der Website idnproshop.com unter Angabe eines Promo-Codes beim Check-Out 30% Ermäßigung. Der Code kann per E-Mail angefordert werden: service@designaustria.at.

1 Alexander Strohmaier: »15 essenzielle Fragen eines Illustrators« 2 »IdN Magazine«

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DA-Interview

Im Frühjahr hat die in London stationierte Informationsdesignerin Angela Morelli (www.angelamorelli.com) zum Auftakt des European Design Business Dialogue 2011 auf Einladung von designaustria einen viel beachteten Vortrag im designforum Wien gehalten: »A Journey through Empathy«. Im folgenden Interview, das der in Wien ansässige Grafikdesigner und Typograf Enrico Bravi (www.enricobravi.com), Lehrbeauftragter an der FH Joanneum in Graz, Ende Juni mit ihr geführt hat, spricht sie über ihren Werdegang und ihren Auftrag als Designerin und Lehrende sowie über ihr Projekt »The Global Water Footprint of Humanity«, das international Aufmerksamkeit erregt und in einem 900 Seiten starken Buch seinen Niederschlag gefunden hat. Mitschnitte der im Rahmen der Konferenz gehaltenen Vorträge finden Sie auf www.designaustria.at/edbd.

Angela Morelli: Design Is about Understanding and Empathy You have an MA in Communication Design from Central St Martins College in London, where you specialised in Information Design. Your first degree was in Engineering, you have an MA in Industrial and Interior Design from the Politecnico in Milan, but also a humanistic undergraduate education. How much struggle (and work) does your journey hide?

If I had to look at my journey through education, I would see two ways of doing it. One way would be what I call the forward option, looking at my journey as a series of events, one after the other, starting with my undergraduate humanistic bricks and going through engineering and then industrial design, communication and information design. This way brings out passion, struggle and fear. The passion of following what you love, the struggle of working really hard in order to plug technical gaps and acquire the skills required to move on, the understandable fear that always accompanies those sometimes inexplicable changes in direction one feels the need to make. The second way to look at the journey would be what I would call the backward option, the looking back from the present to the past. Through this lens, time is not important anymore. What comes to the fore is the knowledge and experience I have embraced, the events and the people, the places and the stories. Today, when I look back, I manage to connect the dots revealing a pattern of joy through that passion, fear, struggle and hard work. A rewarding joy. Everything makes sense. Everything becomes useful. Everything enriches my practice. You are now an Associate Lecturer at Central Saint Martins, where you run an Information Design course. What is your

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experience as an educator? What do you teach your students? And how does your background play into your teaching?

Teaching has always been a dream. Before I entered the design world, I was not too sure that I would teach one day, but during my long and diverse career as a student I have met some extraordinary teachers and experienced the magic of their unique ways of educating and communicating. It made me realise how powerful a teacher can be for any student’s future. Towards the end of my Master in Communication Design, I decided to undertake a Postgraduate Certificate in Higher Education, and that is where my experience as a teacher started. It has continued to this day, requires a lot of work, endless preparation and dedication, but what you get back is most rewarding. I am especially passionate about the Information Design Course that I run at Central St Martins, addressed to both designers and non-designers. The idea of establishing such a short course came from the belief that there are an awful lot of people out there who have to organise, structure and present information on a daily basis without having the benefit of a degree in Graphic or Information Design. I felt the urgency of fulfilling that latent need. How is working with people of different backgrounds? How would you define Information Design?

I like defining Information Design with Richard Saul Wurman’s words: »Information Design is the Design of Understanding.« Whether it is words or images, I believe that the goal of designing information, the goal of effective communication, is to make information sustainable, helping and facilitating the user’s understanding. When this is so, clarity becomes the essential framework on which communication depends. Clarity is to effective communication like an invisible skeleton is to a functional organism. It is vital. The more I work and talk to people from different fields, the more I sense the need of design in places that are not even close to the design industry, where users are supposed to process information faster and better in order to accomplish complex daily tasks. But we designers are not there to help design solutions. Where are we? Many of those who need design solutions might not look for designers because they do not know the power of design in supporting understanding and reasoning. Designers do. And it is our responsibility to find those areas and those users. Your MA project »The Global Water Footprint of Humanity« has gained great attention internationally. How did it all start? And what was your initial goal?

It all started in 2006, when I read the words of Ismail Serageldin, who had famously prophesied in 1995: »If the wars of this century were fought over oil, the wars of the next century will be fought over water.« These words literally dragged me into the grim reality of the scary water crisis. They sparked a powerful

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Angela Morelli: »The Global Water Footprint of Humanity«

reaction that would drive my interest for social and environmental causes, reshaping my ideas about my role as citizen and designer in society. In those words I identified a space for design intervention, because I perceived the existence of a contradiction: although we all need water in order to survive, although we exploit and pollute it, we are not aware of the ways we use this precious and delicate resource. I perceived I was standing in front of a space where design could be used to raise awareness and spread knowledge. My aim was to use the last year of my MA to understand a complicated issue, firstly to become a more conscious and responsible user and secondly to share what I would discover. The concept of »virtual water« was of central importance in your research. What exactly does that mean?

My project was based on research carried out by Unesco and the University of Twente in the Netherlands. The aim of the project was to visualise and make tangible the human impact on our freshwater environment. A key point in the research is the concept of »virtual water«, an expression coined by Prof. Tony Allan in late 1994. The term refers to the amount of water embodied in a product not in its real sense, but in its virtual sense, it refers to the »invisible water«, i.e., the water required during the entire production process of that product. Virtual water is a way of capturing the invisible in order to become aware of the invisible resources we use in the production chain. If you load a ship with a ton of cereals and move it from the United Kingdom to Cyprus, for instance, situated in one of the most water-deficient regions of the planet, you have not only solved a food problem, but you have also solved a water problem. You move a product, but you virtually move all the water that has been used to produce that ton of cereals. It can be more preferable for water-scarce countries to import virtual water via food products rather than to use their limited domestic water resources for their production. Virtual water can be the solution to the lack

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of symmetry between where water is needed and where water is. Awareness of the concept of virtual water will not provide a magic answer to the world’s water problems, but it can point society in some useful directions. It can help us understand our role. That understanding is vital. The title of the presentation you gave in Vienna during the European Design Business Dialogue 2011, organised by designaustria, was »A Journey through Empathy«. With its linguistic roots in ancient Greek, the term »empathy« was first introduced into the English language about a century ago as the translation of the German term »Einfühlung«. Why is the concept of empathy so relevant today? What does it have to do with design?

My first belief is that good design speaks the language of understanding; my second belief is that when design speaks the language of understanding together with the language of empathy, it can drive the user to go from understanding to action. Researchers have found that empathy has a physiological root. A team led by Italian scientist Giacomo Rizzolatti published the results of their research in 1996, setting off a scientific tsunami in the academic community. They defined their discovery mirror neurons. The mirror neurons allow humans and other animals to grasp the minds of others »as if« their thoughts and behaviour were their own. The popular science press has started to refer to mirror neurons as »empathy neurons«. What is most striking, says Rizzolatti, is that mirror neurons allow us to grasp the minds of others not through conceptual reasoning, but through direct simulation. By feeling, not by thinking. Empathy can drive designers’ commitment and motivate them to use design in order to empower understanding and raise awareness of important issues. As a consequence, design that raises awareness and facilitates understanding can trigger empathy in the end-users, enabling them to embrace the designer’s commitment, passion and dedication, thereby motivating them to contribute to social

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DA intern

change. From empathy in the designer to empathy in the enduser, this is the journey I call »Good Design«. Design can mediate between the designer’s empathy and the user’s empathy in order to pave the way for change. You were asked to present your work at TEDx Oslo in June this year. How is the role of the designer changing in your opinion, and what can/should designers share with the rest of the world?

TEDx has been a wonderful opportunity in order to share with the rest of the world what I discovered during my MA: there is an ocean that flows in everything we eat, we wear, we drink, we sell, we buy. My twelve-month journey made me a more conscious and responsible water user, but also made me think a lot about the importance of science and the importance of communicating science. I believe that information is powerful only if it can be understood, because the power of understanding can bring about change. I always remind myself that my job is not about delivering a solution, but about providing tools that can empower people to generate solutions. Good communication can have a crucial role in that direction. Sometimes I feel that we need to re-shape the designer’s role in society, from design education to design practice, bearing in mind that »Good Design« lies in a systemic approach. It does not lie solely in a designer’s expertise and ability to use typography or colours, grid systems and visual principles. It lies in the designer‘s ability to empathise with human beings and with nature, out of which we can find the strength and dedication to support good causes. It lies in designers’ actions and in their passion, in our beliefs and our attitude to life. It is about creativity, but first of all it is about integrity. It is about beauty, but first of all it is about responsibility. We are citizens first and then designers. We cannot divorce our profession from our political and social role. (Interview: Enrico Bravi)

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Relaunch designaustria-Website Gut Ding braucht Weile – aber nun ist www.designaustria.at endlich in neuer Fassung online. Mitglieder und Designinteressierte können die neuesten Nachrichten aus der Designszene täglich verfolgen. Die neue Website, konzipiert und gestaltet von Zeughaus und umgesetzt und programmiert von Antiloop, bietet viele Vorteile: • Die Inhalte sind neu strukturiert, übersichtlich, ansprechend und userfreundlich gestaltet. • DesignerInnen finden Austausch und Vernetzung und stellen in einem attraktiven DA-Portfolio ihre Arbeiten vor, um das Interesse potenzieller AuftraggeberInnen zu wecken. • Ein mit den Nachrichten verlinkter Veranstaltungskalender (News & Events) informiert umfassend. Bei designaustria bzw. im designforum stattfindende Events, Kooperationen von designaustria und Nachrichten mit starkem DA-Bezug sind mit einem kleinen Icon speziell hervorgehoben. • Ein optimierter Newsletterversand bringt unsere Nachrichten besser ans Ziel. In einem zweiten Ausbauschritt nach dem Sommer werden weitere neue Features wie ein »Schwarzes Brett« mit Jobangeboten und Inseratmöglichkeit, ein Online-Anmeldeformular, ein Online-Bestellservice sowie andere Tools dazukommen. Auch die informativen Inhalte der neuen Website werden laufend angepasst, korrigiert und verbessert. Kritik, Anregungen und Wünsche dazu sind sehr gefragt, denn: Ein wichtiger Kern von www.designaustria.at sind unsere Mitglieder. •

Befüllen Sie Ihr Portfolio! Zeigen Sie Ihre Arbeiten, werden Sie in der »Suche« bevorzugt behandelt. Sie können bis zu zwölf Alben zu je zehn Bildern mit Bildunterschriften

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anlegen. Die bisherigen Login-Daten von designaustria Mitgliedern sind nach wie vor gültig. Ihre Kontaktdaten aktualisieren Sie auf einfachem Weg selbst. • Wir suchen Statements zur Ihrer Motivation: Warum bin ich Mitglied bei designaustria? Alle Mitglieder, die in ihrem Portfolio ein Statement und ein Porträtfoto eingeben, erscheinen damit irgendwann auf der Startseite. Das ist exzellente Eigenwerbung und Werbung für die DA Community. • Hat jemand ein Tool (z. B. Logobay, Pile, Mite etc.) ent wickelt und möchte es der Community im DAshboard zur Verfügung stellen? Bitte um Info an Oliver Ruhm, apps@designaustria.at. • Das Team der Webredaktion von designaustria sucht Verstärkung. Mit der neuen Version der DA-Website ist das Posten von Neuigkeiten und Trends noch leichter geworden: Das Content-Management-System hilft der Redaktion, die Inhalte rasch und komfortabel einzupfle gen. Engagierte Mitglieder sind herzlich eingeladen, das Team zu vergrößern und ein paar Stunden monatlich ehrenamtlich mitzuarbeiten. Bitte um Kontaktaufnahme unter webredaktion@designaustria.at. Die Webredaktion bedankt sich bei allen Beteiligten an diesem Projekt für die Abwicklung dieses – nicht immer unkomplizierten – Unternehmens und den langen Atem. Nun bleibt uns nur noch, allen viele neue Entdeckungen und viel Freude beim Browsen zu wünschen. (Irene Persché)

Open Innovation lässt Designer zusammenrücken In einer Umfrage untersuchte Damian Bonholzer vom Studiengang Design & Produktmanagement der FH Salzburg gemeinsam mit designaustria das Thema »Open Innovation« als eine neue Form der Wertschöpfung (siehe auch die an der FH durchgeführte DA-Zufriedenheitsanalyse in Ausgabe 2|2011). »Hier wird der Kunde immer mehr in die Lage versetzt, selbst zum Co-Designer zu werden«, erläutert FH-Professor und Spezialist Dominik Walcher, unter dessen Ägide diese Studie entstand. »Was bislang noch nicht wirklich untersucht wurde ist, wie eigentlich Professionalisten diesen Prozess beurteilen – sehen sie das als große Gefahr für ihren Beruf oder als Bereicherung.« In der Psychologie gibt es einen sogenannten »Ingroup-/Outgroup-Bias«, d. h., alles was in der Ingroup passiert, ist gut, was von außen kommt, schlecht: »Wir wollten feststellen, ob es dieses Phänomen auch bei designaustria gibt«, so Walcher. Bei dieser Umfrage unter den Mitgliedern von designaustria füllten 241 Personen den Fragebogen vollständig aus. Die GrafikdesignerInnen waren hier besonders engagiert: 147 beteiligten sich an der Untersuchung. Außerdem nahmen noch 32 ProduktdesignerInnen, 26 Illustratorinnen und Illustratoren, 15 MultimediadesignerInnen, 14 DesignmanagerInnen, fünf RaumgestalterInnen sowie zwei TextildesignerInnen daran teil. »Für die Umfrage ließen wir vier Produkte testen. Ein bedrucktes T-Shirt, eine innovative Stiftebox, einen Stuhl, der bei uns an der FH entstanden ist, sowie ein bedrucktes Fahrzeug, einen Smart«, erklärt Walcher. Zufällig zugeordnete Informationen Die befragten Personen wurden zur Bewertung der Produkte mit zufällig zugeordneten Informationen zum Designprozess der Produkte versorgt. Hierbei gab es laut Walcher sechs Gruppen: • Das Produkt wurde von einem DA-Mitglied gestaltet. • Das Produkt wurde von einem individuellen Kunden (Mass Customisation) gestaltet. • Das Produkt wurde von einem individuellen User in Abhängigkeit von einem Unternehmen gestaltet. • Das Produkt wurde im Rahmen eines Designcontests innerhalb einer Community von dieser zum Sieger gekürt.

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1 Pretest/Produktauswahl 2 Ergebnisse Smart

• Das Produkt wurde im Rahmen eines Designcontests durch eine Expertenjury zum Sieger gekürt. • Das Produkt wurde im Rahmen eines Social-ProductDevelopment-Projektes entwickelt. Abgefragt wurden dabei das »Liking«, also ob das Produkt gefällt oder nicht, sowie die Professionalität des Designs auf einer Skala von eins (gefällt nicht /ist nicht professionell gestaltet) bis fünf (gefällt sehr /ist sehr professionell gestaltet). Bei dem T-Shirt ließen sich nur wenige signifikante Mittelwertabweichungen in der Beurteilung durch die Teilnehmer feststellen. Dies könne, so die Auswertung, »durch die insgesamte Einfachheit der gestalterischen Aufgabe begründet sein«. So bewegten sich die Beurteilungen der Professionalität in allen sechs Gruppen zwischen den Werten 3,55 und 2,91, die des Liking zwischen 2,96 und 2,41. Am professionellsten bewerteten die DA-Mitglieder das T-Shirt, wenn es angeblich von einem Kollegen/einer Kollegin gestaltet war (3,55), die Gestaltung durch ein Social Product Development wurde mit 3,26 Punkten am zweitbesten bewertet. Als am wenigsten professionell bewerteten sie es mit 2,91 als Produkt, das im Rahmen eines Designcontests durch eine Expertenjury zum Sieger gekürt wurde. Am besten gefallen hat das T-Shirt als Social Product Development (2,96). Der bedruckte Smart zeigt laut Auswertung der Studie »signifikante Abweichungen der Mittelwerte der Ingroup gegenüber den Outgroups in mehreren Bereichen, vor allem der Designkompetenz, der erwarteten Marktakzeptanz und dem persönlichen Gefallen«. Dies könnte durch die höhere Komplexität der grafischen Arbeit erklärt werden. So beurteilten die StudienteilnehmerInnen, die sich ja zu einem großen Teil aus Grafikdesignerinnen und -desigern zusammensetzten, die Professionalität des Designs am höchsten (3,66), wenn es angeblich von designaustria-Mitgliedern gestaltet war. Die Stiftebox erfur insgesamt eine höhere Bewertung. Die Professionalität liegt hier bei 4,14 in der Kategorie »Produkt wurde von einem DA-Mitglied gestaltet«. Auch die Gestaltung durch einen individuellen Kunden (3,85) und durch Social Product Development (3,78) wird relativ hoch eingeschätzt. Beim Liking schneidet die Gestaltung durch ein DA-Mitglied mit 3,76 Punkten vor dem Social Product Development (3,61) ebenfalls am besten ab.

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Das flexible Möbel zeigt wieder kaum oder geringe Mittelwertabweichungen. Dies könnte an der »hohen Komplexität des Produkts, die zu einer generell besseren Bewertung führt«, liegen, heißt es in der Auswertung. In der Bewertung der Professionalität steht designaustria mit 4,07 Punkten an der Spitze, gefolgt vom individuellen Kunden mit 4,03 Punkten und dem Contest-Sieger mit 4,0 Punkten. Auch das Liking entscheidet designaustria für sich (3,60 Punkte). Ingroup anstelle von Konkurrenz Am Ende wurden die TeilnehmerInnen noch zu ihrer Meinung bezüglich des Trends »Kunde als Co-Designer« befragt. Dabei lässt sich insgesamt eine leicht negative Einstellung gegenüber dieser Entwicklung feststellen. Aussagen wie »Mit diesem Trend bin ich sehr einverstanden«, »Es sollten mehr Initiativen diesem Trend folgen« oder »Ich würde diesen Trend aktiv vorantreiben« stimmten die befragten DA-Mitglieder kaum zu. Diese Einschätzung lässt erkennen, dass die DesignerInnen diesen Trend eher als Gefahr sehen. »Das Interessante bei dieser Studie ist, dass die Designer untereinander eigentlich im Wettbewerb stehen«, erläutert der Leiter der Studie die Ergebnisse. Es sei beobachtbar, dass innerhalb der Designerschaft aufgrund eines sehr umkämpften Marktes durchaus Konkurrenzdenken herrsche. »Aber: Wenn eine Gefahr von außen droht – dass im konkreten Fall der Kunde plötzlich auch zum Designer wird –, dann sehen sie sich doch als Ingroup und finden die Produkte ihrer Kollegen professioneller und bewerten sie höher als Community-gestaltete Produkte«, so Walcher. Auch ein Mass-Customisation-Setting, d. h. wenn der Kunde innerhalb eines von einem Unternehmen vorgegebenen Variantenspielraums agiert, beurteilten die DesignerInnen noch positiv: »Das kann man damit erklären, dass diese vom Unternehmen vorgegebenen Auswahlmöglichkeiten auch wieder von Designprofis gestaltet werden.« Designwettbewerbe und individuelle User schneiden laut Walcher in der Beurteilung durch DesignerInnen zumeist schlecht ab. »Sehr interessant ist jedoch, dass das Social Product Development, das ganz weit weg vom professionellen Design liegt, wiederum akzeptiert wird.« Hier ortet Walcher weiteren Forschungsbedarf. Insgesamt lässt sich bei der Studie ein eindeutiger Ingroup-/ Outgroup-Bias feststellen. (Martina Sperling)

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Illustration

1 Brian Main: »Lil’ Red« 2 Gernot Lauboeck mit »Ratzo«

illustria, die Community der Illustrierenden bei designaustria, setzt sich für die Wertschätzung von Illustration in Österreich ein. Illustration soll als eigenständige Disziplin geschätzt und ihre Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft erkannt werden. illustria members engagieren sich für ein starkes Qualitätsbewusstsein, die Vernetzung mit den Creative Industries und einen regen Informations- und Wissensaustausch über die Landesgrenzen hinaus. Monika Fauler und Wolfgang Hauer haben mit ihren Kolleginnen und Kollegen im illustria-Board-Team über die Rolle der Illustratorinnen und Illustratoren im kreativen Prozess und die neuesten Trends der Illu-Szene gesprochen und dabei die Themenbereiche digitale Bücher, Creative Consultants, Illustrationsgrafik und Handmade behandelt. Monika Fauler (www.monikafauler.net) arbeitet als Illustratorin und Designerin in Wien und ist Clustermanagerin von illustria. Wolfgang Hauer arbeitet als Illustrator in Linz und ist stellvertretender Clustermanager von illustria (www.blickformat.com). Kontakt: illustria@designaustria.at. Im Anschluss an die Interviews geben Verena Hochleitner (www.gruenstich.at), Renate Habinger (www.habinger.at) und Susanne Riha (www.susanneriha.at) Einblick in die Kinderbuchillustration.

Illustrationen in E-Books und für das iPad auf dem Vormarsch Monika Fauler im Gespräch mit Brian Main und Gernot Lauboeck E-Books sind auf dem Vormarsch. Welche neuen Möglichkeiten der visuellen Kommunikation bieten diese Medien?

Brian: Tablets und Mobilgeräte sind mächtige Medien, mit denen wir interaktiven Content durch Animation, Audio und Benutzerinput erzeugen können. Die User können auf neue Art mit dem Content interagieren – durch Touchscreens, Mikrofone, Accelerometer etc. Als Veröffentlichungsplattform erlaubt

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der Apple Appstore ein kontinuierliches Updaten, somit wird Publishing ein flüssiger, offener Prozess. Mit diesem neuen Input-Modus können wir den Benutzer durch weitere Sequenzen führen und weitere Dimensionen des Geschichtenerzählens hinzufügen. Welche neuen Fragestellungen entstehen bei der experimentellen Arbeit mit dem Medium? Ist ein Buch noch ein Buch?

Brian: Momentan sind wir in einer experimentellen Phase, in der wir Genres und pädagogische Konzepte neu definieren. Ein Buch ist sehr limitiert. Wir sollten uns Elemente vom Film und von Spielen holen. Warum muss eine Geschichte unbedingt linear sein? Wir können sie aus mehreren Perspektiven erzählen, den Inhalt für einen individuellen Benutzer maßschneidern. Es geht darum, wie Content erlebbar gemacht werden kann. Das Wichtigste bleibt dabei immer die Geschichte. Aber wie wir sie erzählen, damit können wir spielerisch umgehen. Du hast ein Kinderbuch gestaltet. Bieten E-Books für Kinder etwa durch Teilanimationen einen besonders interessanten und spielerischen Zugang?

Brian: Für mich ist Input das Wichtigste. Kinder wollen keine passiven Konsumenten von Content sein. Sie wollen kreativ sein und mitmachen. Wir müssen diese Geräte als Tools zum Lernen sehen, die die natürliche Neugier von Kindern wecken. Ein Kind liest ein Buch und fragt nach mehr, es möchte tiefer in die Materie eintauchen. Das ist ein Grund, warum Spiele so populär sind. Die User können aktiv Einfluss nehmen. Im Moment werden die meisten Kinderbuchapps von traditionellen Büchern übernommen, manchmal mit kleinen Gimmicks. Bald werden die Gimmicks die Hauptfeatures sein. Für Illustratorinnen und Illustratoren bedeutet das, dass wir uns von den klassischen, flachen Bildern wegbewegen müssen. Die große Herausforderung für uns ist, konzeptuell innovativ zu sein. Wir müssen die Benutzerinnen und Benutzer durch ein Erlebnis begleiten. Wir müssen uns fragen, wie sie mit der Geschichte interagieren können. Zusammen mit technischen Entwicklern befinden wir uns hier an vorderster Front. Touchscreen-Geräte werden außerdem das Publishing demokratisieren. Druck- und Distributionskosten

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sind kein Hindernis mehr, und Illustrierende können ihre Arbeit mit wenig Aufwand selbst veröffentlichen.

Man kann sie also fürs Lernen dort abholen, wo sie selber hingehen, ganz ohne den berüchtigten Lernzwang. Brian: Es gibt bereits Interesse an pädagogischen Apps, um die Naturwissenschaften für Kinder attraktiver zu machen. Durch solche Spiele können Kinder im Kontext lernen anstatt durch fades Wiederholen. Wir überlegen uns Szenarien für interaktive Apps, wo die Protagonisten Probleme durch angewandte Wissenschaft lösen müssen. Kinder werden ermuntert, virtuelle Wesen durch Physik, logisches Denken, Experimente und Synthese ans Ziel zu bringen. Es geht darum, den Benutzerinnen und Benutzern durch Szenarien zu vermitteln, wie Naturwissenschaften praktisch anwendbar werden. Sie sind nicht länger nur abstraktes Wissen.

Vor allem Fachbücher in digitaler Form sind sehr beliebt. Welche Möglichkeiten öffnen sich dadurch im Bereich der wissenschaftlichen Illustration?

Gernot: Der Faktor Zeit kommt ins Spiel. Bewegte Illustrationen können komplexe Abläufe sehr gut darstellen – verlangsamt oder beschleunigt. Sie können jederzeit angehalten werden, damit Zeit für Erklärungen ist oder man genauer hinsehen kann. Im Zeitablauf kann die Illustration (durch Hervorhebung oder Vereinfachung) Prozesse vermitteln, die mit Sprache nur sehr kompliziert beschrieben werden können. E-Books nehmen den Schulkindern schwere Schultaschen ab. Welche didaktischen visuellen Möglichkeiten eröffnen sich durch elektronisch-interaktive Pädagogik?

Gernot: Die Wissenschaft – vor allem Neurologie und Psychologie – kommt dem Vorgang des Lernens immer mehr auf die Spur und entwickeln neue Lehransätze. So geht die moderne Pädagogik besonders auf die verschiedenen Lerntypen ein und berücksichtigt Lernzeiten, Gehirnhälften, Alter etc. Michael Lemberger ist mit seiner didaktischen Methode Vorreiter auf diesem Gebiet in Österreich. Er hat als Erster Illustration und Text bewusst platziert, um die Gehirnhälften über die Sinne entsprechend zu aktivieren und das Erfassen des Inhalts zu erleichtern. Mit ihm habe ich viele Lernspiele, Rätsel, Bastelbögen und Portfolios entwickelt, um ein breites Spektrum von Lerntypen anzusprechen. Die interaktive Illustration wird dies alles noch erweitern. Sie bietet den Lernenden die Möglichkeit, sich selbst einzubringen und eine Reaktion in Echtzeit zu erfahren. So kann eine Illustration sprechend oder musikalisch antworten, durch spielerisches Wiederholen und Variieren Lerninhalte festigen oder direkt auf die Fantasie reagieren. Die Schüler werden am Computer anhand von Illustrationen selbständige Versuche durchführen oder längst verstorbene Persönlichkeiten interviewen können. Könnte man sagen, dass sich auch die Schulbuchillustration dadurch im Umbruch befindet?

Gernot: Natürlich. Allein dass Schulbücher überhaupt illustriert werden, ist ein Umbruch in der Schulpädagogik. Viele Schulbücher sind heute mit interaktiven CDs/DVDs ausgestattet. Schüler können sich auf den Webseiten der Verlage einloggen und zusätzliches Material abfragen. Allerdings führt der verstärkte Einsatz von elektronischen Medien dazu, dass immer weniger gelesen wird. Lesen und Schreiben erfordern viel Übung, wofür heute kaum mehr Zeit bleibt. Schon bisherige Arbeitsbücher mit Einsetzaufgaben oder Ankreuzmöglichkeiten haben sich auf die Fähigkeit des eigenständigen Formulierens ausgewirkt. Jedenfalls bietet die interaktive Illustration die Möglichkeit, Wissen sowohl zu vermitteln wie auch zu überprüfen, ohne besondere Sprach- und Lesefähigkeiten beim Schüler vorauszusetzen. Man benützt dabei auch jenes Medium (PCs, iPads, E-Books etc.), das auf die Jugendlichen die meiste Anziehungskraft ausübt.

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Brian Main (www.brianmain.com) arbeitet als Illustrator und Mediendesigner in Wien und ist bei illustria Ansprechpartner für Animation und Game Illustration. Gernot Lauboeck (www.lauboeckdesign.at) arbeitet als Illustrator und Grafikdesigner in Wien und ist bei illustria Ansprechpartner für Schulbuchillustration.

Illustratorinnen und Illustratoren als Creative Consultants für Art Direktion und Kunden Monika Fauler im Gespräch mit Michael Pleesz, René Andritsch und Bernd Ertl Kann man mit Illustration Inhalte kommunizieren, die mit Fotografie nicht darstellbar sind?

René: Ja, und das ist wohl eine der großen Stärken der Illustration. Illustration ist die direkte Übersetzung von gedanklichen Bildern. Ich denke zum Beispiel an Explosionszeichnungen in der Technik. So etwas lässt sich mit Fotografie kaum erreichen. Bernd: Absolut, Illustration kann besser reduzieren, überhöhen, übertreiben – alles überaus relevante und nützliche Mechanismen der Werbung. Allein was Glaubwürdigkeit angeht, hat die Fotografie die besseren Karten, völlig zu Unrecht allerdings: Nichts lässt sich heute leichter manipulieren als ein Foto. Michael: Illustration ist stärker vor allem bei abstrakten Themen, die Inhalte abseits des Realen behandeln. Wenn es zum die Darstellung von Visionen, Ideen oder Träumen geht. Aber auch bei gegenständlichen Themen kann Illustration durch einen spezifischen Stil die Botschaft verstärken. Die Entwicklung und Herausbildung individueller Styles kann über viele Jahre verlaufen. Können allein mit der persönlichen Handschrift unterschiedliche kulturelle Backgrounds auf Metaebene kommuniziert werden?

René: Wenn man sich Illustrationen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und sozialen Umfeldern ansieht, schwingt diese

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Information sehr wohl auf der Metaebene mit. Das lässt sich auch nutzen, um mit dem gezielten Einsatz eines Stils eine Reaktion bei den Betrachtenden hervorzurufen. Ich denke, das gilt sowohl für Illustration als auch für Fotografie. Eine Inszenierung vermittelt immer Inhalte auf mehreren Ebenen. Die Intensität lässt sich durch die gewählten Stilmittel steuern. Michael: Ja, Illustrationen lassen durch ihre Vielschichtigkeit aber noch mehr Spielraum zu als Fotos. Die Metaebene liegt hier dichter unter der Oberfläche. Ich habe zu diesem Thema bei einem Vortrag drei Bilder nebeneinander gestellt. Auf allen war ein blondes Mädchen in einem weißen Kleid zu sehen. Das erste Bild war ein Foto. Das zweite war eine Illustration aus dem 19. Jahrhundert zu dem Märchen »Sterntaler«. Das dritte war ein japanisches Manga. Während beim Foto der Inhalt sehr im Vordergrund stand, erzählte die Märchenillustration von vergangenen Zeiten, von der eigenen Kindheit. Das Manga wiederum führte in eine sehr junge Comic-Welt. Auf Metaebene vermittelten Illustrationen also mehr Information durch die Form, den Stil, als durch den Inhalt. Ich glaube, dass bei jeder Illustration eine persönliche Handschrift spürbar ist und dass natürlich der kulturelle und soziale Background diese Handschrift beeinflusst. Dieses spürbar Persönliche ist es, das Illustration dem Betrachter so sympathisch macht. In unserer technisierten Welt gibt es eine große Sehnsucht nach von Hand Gefertigtem. Diese Sehnsucht wird von Illustration sicherlich mehr gestillt. Auch wenn das Werkzeug, der Pinsel, mittlerweile oft ein Computer ist.

Michael, wie gestaltet sich dein Arbeitsprozess gemeinsam mit deinen Kunden?

Wann wird Illustration beauftragt?

Michael: Illustration wird in erster Linie dann beauftragt, wenn der Artdirektor oder der verantwortliche Kreative auch in Illustrationslösungen denkt, sich überlegt, mit welchem Stilmittel, ob Foto oder Illustration, sich das Kreativkonzept am besten umsetzen lässt. Illustration wird angefragt, wenn die Agentur mutig genug ist, vor ihre Kunden mit gezeichneten Entwürfen hinzutreten statt mit Stockfotos. Und wenn in der Zeitplanung mitbedacht wird, dass die Erstellung einer Illustration länger dauert als ein Anruf bei einer Bildagentur. Die Kommunikation mit Bildern ist in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Welche Rolle kommt den Illustrierenden als Bildautorinnen und -autoren dabei zu?

René: In meinen Augen eine sehr wichtige. Die Fähigkeit, aus Ideen und Gedanken Bilder entstehen zu lassen, kann ein mächtiges Kommunikationsmittel sein. Michael: Während Fotografen auf die Realität angewiesen sind, erschaffen wir Illustrierende unsere eigenen Welten, die nur vom vorgegebenen Format begrenzt sind. Und diese Bildwelten sind vielleicht eigenartiger, einzigartiger und persönlicher als ein Foto, berühren nicht nur aufgrund des Inhalts, sondern auch sehr stark über die Form, den Stil und die Technik.

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Michael: Mir sind jene Aufträge am liebsten, bei denen ich sehr früh in den kreativen Prozess eingebunden bin. Wenn es ein Konzept, aber keine oder nur eine vage Bildidee gibt, habe ich die meisten Möglichkeiten, auf das Endresultat Einfluss zu nehmen. Bernd, deine Layout- und Storyboard-Zeichnungen werden nicht veröffentlicht, sondern du bist ein wichtiger Teamplayer in der Konzeptionsphase, um Ideen für den Kunden bestmöglich zu visualisieren. Du arbeitest dabei in einem sehr intensiven Dialog mit den Art Direktorinnen und Direktoren zusammen. Was ist das Besondere an dieser Zusammenarbeit?

Bernd: Generell gilt es, aus Worten und Ideen Bilder zu machen. Sprache stößt hier oft an ihre Grenzen. Somit gibt es eigentlich einen recht großen kreativen Spielraum, und manchmal ist man schon auch etwas sprachlos, wenn man Perspektiven und Ähnliches im realisierten TV-Spot wiedererkennt. Teilweise hat man dann sogar das Gefühl, dass, obwohl die eigentliche Arbeit der breiten Öffentlichkeit verborgen bleibt, doch etwas davon im TV-Spot oder im Plakat überlebt hat. Wie unterscheidet sich diese Tätigkeit gegenüber deiner Arbeit als Karikaturist?

Bernd: Als Karikaturist hat man in der Regel noch mehr Freiheiten, vor allem bei privaten Aufträgen. Die Zusammenarbeit mit Magazinen ist der Werbung dann doch wieder ähnlicher. Generell habe ich diesen Weg sicher auch eingeschlagen, um eben die Zügel für die Bildgestaltung selbst in die Hand zu nehmen und um Ideen überhaupt selbst umsetzen zu können. Michael Pleesz (www.pleesz.com) arbeitet als Illustrator in Wien und ist bei illustria Ansprechpartner für Werbe- und Medienillustration. Bernd Ertl (www.ausgezeichnet.com) arbeitet als Illustrator in Wien und ist bei illustria Ansprechpartner für Layout- und Storyboard-Illustration und Karikatur. René Andritsch (www.typotaurus.at) arbeitet als Illustrator und Art Direktor in Wien und ist bei illustria Ansprechpartner für International Contacts.

1 Michael Pleesz: »Web 2.0« 2 Michael Pleesz: Illustration für Mc Donalds 3 Bernd Ertl: »Queen Elizabeth II« 4 Bernd Ertl: »SJP« 5 René Andritsch: Editorial-Illustration für das Magazin »Servus«: Aufbau eines Hochbeets 6 René Andritsch: Warnung vor Ölmultis als Umweltverschmutzer (freie Arbeit)

Jeder Illustrator, jede Illustratorin bringt unterschiedliche Perspektiven, Visionen und Ideen in den kreativen Prozess ein.

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7 Alice Wellinger: »Go ahead and jump!« 8 Alice Wellinger: »Composite News Reloaded«

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Infografik – Das »Gelbe vom Ei« sichtbar machen

oder Tiere in Landkarten integriert, Größenverhältnisse werden zugunsten besserer Erfassbarkeit verändert.

Wolfgang Hauer im Gespräch mit Fridolin Brandl Wie einst in Otto Neuraths Bildersprache ist das Erfassbarmachen von Nachrichten, Wissen oder anderen Inhalten eine zentrale Aufgabe in vielen Bereichen der heutigen Gesellschaft. Worauf kommt’s dabei an?

Fridolin: Es geht darum, Spam wie Spam zu behandeln und tatsächliche Informationen wirklich und greifbar verständlich zu machen. Wir leben ja eigentlich im Datenmüll, und so haben wir zu viele Informationen zur Verfügung, um sie zu verwerten. Daraus ist eine »Subformation« der Infografik entstanden, zum Beispiel die Info-Ästheten (infosthetics.com). Die recyceln praktisch Datenmüll, sodass man ihn verstehen oder zumindest bestaunen kann. Man sieht, die Vermittlung von Information ist auf einem anderen Level als vor hundert Jahren. Der Umgang mit Symbolen und Zeichen ist durch den tagtäglichen Gebrauch von Screeninterfaces vertraut und heute auf einem anderen Niveau. Wir kennen die Standards. Die heutigen Speerspitzen der Infografik findet man dort, wo nicht nur Zahlen und Form, sondern auch ein Gefühl, eine Meinung vermittelt werden. Ich denke da explizit an Stefan Sagmeisters luftburgartige aufblasbare Balkendiagramme oder Karten der Serie »Move Our Money«. Humor ist jetzt wichtig, und Kreation, die multimedial arbeitet. Heute lebt in vielen Bereichen der Infografik das hausgemachte, handgezeichnete OverheadprojektorenGekritzel wieder auf. Mit gutem Grund. Viele können keine Isotypes mehr sehen, wir möchten wieder Menschen und Handschriften hinter Information entdecken. Es gibt mehr in der Welt als Daten! Du wirfst wichtige Fragen auf: Welche Absicht steht hinter einer Botschaft? Ist es straighte Vermittlung von Inhalten oder will man jemanden von einer Meinung überzeugen? »Move Our Money« macht spürbar, welch ein mächtiges Werkzeug mediale Gestaltung ist. Ich würde gerne zurückkommen auf eine gestalterische Frage: Worin liegen die besonderen Möglichkeiten bzw. Spezialitäten des Mediums Bild bei der Vermittlung von Informationen?

Fridolin: Zwei Ideen halte ich hier für besonders interessant. Zum einen den Gedanken von Gleichzeitigkeit. Mehrere Begriffe bzw. Inhalte können im Medium Bild gleichzeitig wahrgenommen werden. Etwas, wofür sich das Medium Text weniger gut eignet. Es gibt auch die Formulierung »Gleichzeitigkeit als Basis von Vergleichbarkeit«. Ein Beispiel dafür ist mir in einer Technik-Ausstellung begegnet, in der Exemplare vom ersten Bügeleisen bis zu einem heutigen Modell in Serie betrachtet werden konnten. So war es möglich, auf einen Blick Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede gut erkennen zu können. Eine zweite Methode, die man in Sachillustrationen oft finden kann, ist das Verdichten von Inhalten durch Kombination von Darstellungsarten bzw. Perspektiven. So werden etwa ganze Gebäude

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In euren Videos verwendet ihr in vielen Fällen Collage. Was sind deine Zugänge zu dieser Technik, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann und nach wie vor intensiv genutzt wird?

Fridolin: »VerVieVas« sind illustrierte Videos, in denen man erklärungsbedürftige Themen darstellen kann, von »Wie funktioniert SMS-Marketing?« bis »Wie wähle ich richtig?«. Dabei ist prinzipiell jeder Illustrationsstil zulässig. Oft ist es gerade eine Technik wie die Collage, die in einem Video Mehrwert bringt, weil der Inhalt anders und dadurch einzigartiger wird. Analoge Illustrationstechniken sind für unsere Erklärungsvideos wichtig. Durch die Einfachheit der Darstellung fällt die Scheu vor dem Inhalt – dem schwierig zu erklärenden Thema – weg. Verwenden wir im Video zum Beispiel einfache Bleistiftzeichnungen, entsteht beim Betrachter das Gefühl: »Das ist einfach, mit einem Bleistift zeichnen kann ich auch. Und was gezeichnet werden kann, kann nicht kompliziert sein.« Viele Produkte, die wir mit »VerVieVas« erklären, sind Softwareprodukte mit abstrakten Mechanismen. Illustrationen sind dazu geeignet, diese Mechanismen zu emotionalisieren – sie helfen uns, einfach und möglichst barrierefrei zu kommunizieren –, und sind zumeist universell verständlich, womit wir ja wieder bei Otto Neurath wären… Indem du Otto Neurath erwähnst, wird gut sichtbar, dass wir als Gestalterinnen und Gestalter heute auf einem soliden Fundament bauen können – wenn wir auch nicht dort stehen bleiben sollen, wie du betonst.

Fridolin: Wenn’s darum geht, Ordnungen und Strukturen in die Gestaltung zu bringen, bin ich beispielsweise froh über das Modell der ideellen bildnerischen Mittel des Bauhauses, das etwa zur selben Zeit entstanden ist. Beim Aufbereiten eines Themas muss man ja entscheiden, wie viele und welche Inhalte tatsächlich vermittelt werden sollen. Ein gutes Maß zwischen Detaillierung/Vielfalt und Vereinfachung/Abstraktion ist gefragt. Alle relevanten Inhalte sollen aufscheinen, gleichzeitig soll das Thema auch in seiner Gesamtheit gut erfassbar bleiben. Das ist in der inhaltlichen Ebene etwa durch das Zusammenfassen in Kategorien/Klassen sowie in der formal-visuellen Ebene durch Zuordnen zu visuellen Stilen möglich. Hinsichtlich der visuellen Stile erweisen sich mir die ideellen bildnerischen Mittel als nützlich und inspirierend: So wie sich ein Begriff in unterschiedlichen Graden der Abstraktion als Bild darstellen lässt, so kann man diesen Begriff etwa nur durch eine Linienzeichnung, durch ein einfärbiges flächiges Zeichen oder auch durch Hell-Dunkel räumlich-plastisch umsetzen. Eine Vielzahl an Möglichkeiten und Spielarten stehen da bereit. Fridolin Brandl (fridolin.at, www.brace.at) arbeitet als Illustrator in Wien und betreibt mit seinem Kollegen Matthias Cermak die Agentur BraCe. Er ist bei illustria Ansprechpartner für Infografik.

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1 Clemens Maurer: »CO2-Fußabdruck« (Abstraktionsgrade) 2 Wolfgang Hauer/blickformat: »Biomasse Mikronetz« (Abstraktionsgrade) 3 Sagmeister Inc.: »Move Our Money« (Karten) 4 Sagmeister Inc.: »Move Our Money« (aufblasbare Infografik) 5 Alexis Oussenko: Illustration (Ausschnitt) in: »Der Löwe und die Tierwelt Afrikas« (Perspektivenkombination) 6 Fridolin Brandl/BraCe: Konzept »VerVieVas« (Medium Bleistift) 7 Fridolin Brandl/BraCe: Video »Zzumo«/Verisign Inc. (Medium Collage)

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Detailversessene Illustrationen »handmade in Vienna« Monika Fauler im Gespräch mit Nina Levett, Thomas Zeitlberger, Peter Diamond und Lisa Althaus Nina und Thomas, sind die detailreichen und provokativen Elemente in euren aktuellen Arbeiten mit der Radikalität des Wiener Jugendstils in seiner Zeit vergleichbar?

Thomas: Nein, das hat sich geändert. Wir leben in einer Zeit, die ständig einen Schritt voraus sein will, man hungrig ist auf Neues und doch meist nur Variationen findet. Der Jugendstil war strengen Gesetzen unterworfen, heute kennen wir nur technische Grenzen. Nina: Ähnlich wie im Wiener Jugendstil geht es auch in meiner Arbeit um eine radikale Vereinfachung beziehungsweise brutale Verzerrung der üppigen, dekorativen Ornamentik vorangehender Epochen. Auch in meiner Ornamentik finden sich einfache geometrische Formen und wenige Farben. Weiters ist das sexuelle Element in meinen Arbeiten Mittel zur Zurschaustellung einer brutalen Realität. Ich arbeite mit sich nicht wiederholenden Mustern und setze Elemente zum Teil willkürlich aneinander. Sie werden dann so zu Mustern oder Ornamenten verbunden, dass sie auf den ersten Blick verzaubern und hineinziehen und erst beim genaueren Hinsehen verstörend wirken. Wie im Wiener Jugendstil ist die Intention meiner Arbeit ehrlich, provokativ und befreiend. Peter, du bist Kanadier und lebst seit etwa zwei Jahren in Wien. Ist der Detailreichtum in deiner Arbeit auch inspiriert von Ornamenten, die dir in dieser Stadt begegnen?

Peter: Die Stadt Wien ist eine laufende Inspirationsquelle für mich. Ihre Gebäude, ihre Geschichte, ihre kulturelle Vielfalt und ihre Künstler. Von diesen beeinflussen mich Klimt, Schiele und Otto Wagner besonders. Es gibt unglaublich viel Schönheit in dieser Stadt. Für mich ist der Jugendstil von seinen internationalen Pendants eigentlich nicht zu trennen, und deshalb sind Alphonse Mucha, Kay Nielsen und Aubrey Beardsley für mich ebenso wichtig wie Koloman Moser oder Wagner. Kann Illustration auch Kunst sein?

Thomas: Das kommt auf den Auftrag, den Freiraum und die Möglichkeit der persönlichen Interpretation an. Nina: Ich bediene mit meinen Arbeiten den Kunstmarkt und nicht die Welt der Werbung, Medien und Verlage. Ich bin eine Verfechterin der Ehrlichkeit. Ich finde, wenn Arbeiten nicht kommerziell sind, also sich »echt« anfühlen, dann hat das etwas mit Kunst zu tun. Gerade deswegen lege ich Wert auf meine Freiheit: Meine Arbeit darf – und das ist ihr eigentliches, ureigenstes Wesen – nicht angepasst sein und soll von Begriffen wie Kunst, Handwerk oder Illustration nicht beengt werden. Peter: Die besten Illustratorinnen und Illustratoren sind einzigartigen Stimmen in der Welt, genauso wie die besten Künstler und Künstlerinnen in anderen Bereichen. Das Leben, die Erfah-

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rungen und die Weltanschauung des Illustrators sind in guten Illustrationen immer bestimmende Faktoren, trotz des Entwicklungsimpulses von außen durch den Auftraggeber, mit dem alle Illustrationen beginnen. Die Entscheidung, ob Illustration unter diesen Umständen als Kunst angesehen werden kann oder nicht, überlasse ich anderen. Ich persönlich gewinne von der Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk nicht viel und bin daher an dieser Debatte nur am Rande interessiert. Neueste Entwicklungen und Trends sind im Bereich des Handgemachten zu spüren. Was genau fasziniert die Menschen daran?

Thomas: Fehler und »Wabi-Sabi« werden es wohl nicht sein, was die Menschen daran fasziniert. »Handmade« vermittelt dem Konsumenten eher die Zeit, die sich der »creator« genommen hat, und auch die Idee der »personal copy« mit individuellen Eigenschaften. Nina: Meiner Meinung nach ist den modernen Menschen der westlichen Welt seit der Industrialisierung viel vom natürlichen Rhythmus der Natur verloren gegangen. Vor allem das städtische Leben erlaubt wenig Umgang mit der Natur und den Gesetzmäßigkeiten und dem Fluss der Jahreszeiten. Auch das Handwerkliche kommt beim modernen Kopfarbeiter zu kurz. Sogar die Zeit zum Kochen oder anderen handwerklichen Tätigkeiten fehlt oft. Ich nehme wahr, dass die Trends im Bereich des Handgemachten hauptsächlich durch Menschen getragen werden, die selbst Talent für kreative Leistungen hätten, diese Talente aber in unserer Gesellschaft nicht ausreichend entwickeln oder ausüben können. Oft gibt es hobbymäßige Ersatzhandlungen, aber der Kanal für den wahren kreativen Ausbruch ist bei vielen Menschen versperrt. Diese Menschen, denen ihr wahres Talent verschüttet bleibt, sind fasziniert von den Dingen, die andere mit den Händen herstellen, weil es sie an ihr eigenes Potential erinnert. Lisa: Das Handgemachte hat die Unmittelbarkeit einer Spur, den Reiz des Handschriftlichen. Allein aus dem Duktus eines Striches kann der Rezipient einiges über den Produzenten herauslesen. Analog produzierte Arbeiten besitzen im Vergleich zu rein maschinell erstellten Bildern eine zusätzliche Ebene, die implizite Informationen über ihre handwerklich-gestische Herstellungsweise enthält. Es macht den Reiz der Zeichnung aus, dass der Betrachter unmittelbar sieht, ob eine Arbeit beispielsweise mit Schwung ausgeführt oder subtil gestrichelt wurde. Deswegen wirkt das Handgemachte persönlicher. Peter: Meiner Meinung nach sind wird fasziniert vom Handgemachten, weil es einen zentralen Bestandteil unserer evolutionären Geschichte darstellt. Unsere Vorfahren haben Gebrauchsgegenstände mit ihren Händen erschaffen. Diese Fähigkeit und auch die Leidenschaft für das Handwerk bilden einen zentralen Aspekt unserer Identität als Spezies. Deshalb hat alles, was mit der Hand gemacht ist – und mit der Hand begriffen werden kann –, für Menschen eine starke Aussagekraft. Es ist seltsam und teilweise beunruhigend, dass das Handgemachte etwas Besonderes geworden ist. Mit seiner Kreativität und seiner handwerklichen Geschicklichkeit hat der Mensch immer Kunst

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in seinen Alltag gebracht, und ich glaube, dieser Aspekt der menschlichen Natur sollte nie in Vergessenheit geraten.

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1 Monika Fauler: freies Artwork 2 Nina Levett: »Forbidden« 3 Thomas Zeitlberger: »Salle«

Nina Levett (www.ninalevett.com) arbeitet als Illustratorin in Wien und ist bei illustria Ansprechpartnerin für International Contacts. Peter Diamond (www.peterdiamond.ca) arbeitet als Illustrator in Wien und ist bei illustria Ansprechpartner für International Contacts. Thomas Zeitlberger (www.thomaszeitlberger.com) arbeitet als Illustrator in Wien und ist bei illustria Ansprechpartner für Product & Interior Illustration. Lisa Althaus (www.lisa-althaus.net) ist illustria member und arbeitet als Illustratorin in Vorarlberg.

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4 Nina Levett: erotisches Tafelgeschirr 5 Lisa Althaus: »Nix« 6 Thomas Zeitlberger: »Nepenthes« 7 Peter Diamond: »Treading Water« 8 Peter Diamond: »A Dream«

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1 Stein Erik Lunde, Øywind Torseter: »Papas Arme sind ein Boot« 2 Kitty Crowther: »Der Besuch vom kleinen Tod« 3 Franz-Joseph Huainigg, Verena Ballhaus: »Meine Füße sind der Rollstuhl« 4 Pernilla Stafelt: »The Love Book« 5 Verena Hochleitner 6 Candice Hayat 7 Jens Thiele 8 Einar Turkowski 9 René van de Vondervoort 10 Susanne Janssen

Aber ein glückliches Paar… »In Wirklichkeit ist die Kindheit eine reiche Zeit, lebendig und voller Geheimnisse. Ich erinnere mich lebhaft an meine Kindheit... Ich wusste schreckliche Dinge... Die Erwachsenen durften nicht wissen, dass ich sie wusste... Es hätte sie erschreckt.« (Maurice Sendak im Comic »Im Müll«, »Strapazin« Nr. 87, Juni 2007)

Bilderbücher sind ein wichtiger Bestandteil frühkindlicher Welterkundung. Kinder beziehen die Geschichten und Bilder in ihre Weltdeutungen und in ihre Identitätsbildung mit ein. Bücher, die Kinder beschäftigen, sind Bücher, die an ihre Erfahrungen anknüpfen und in denen sie sich wiedererkennen. Prinzipiell gelten keine thematischen Einschränkungen. Sofern die Inhalte in einer kindlichen Lebenswirklichkeit verhandelt werden, gibt es keine Tabuthemen. Zugelassen ist alles, was zum Leben dazugehört. Gerade für schwierige Themen wie Tod, Verlust, Trennung, (sexuelle) Gewalt oder Liebe kann ein Bilderbuch als Gesprächsunterstützung dienen. Beispiele hierfür sind etwa »Papas Arme sind ein Boot« von Stein Erik Lunde und Øywind Torseter, »Der Besuch vom kleinen Tod« von Kitty Crowther, »Meine Füße sind der Rollstuhl« von Franz-Joseph Huainigg und Verena Ballhaus oder »The Love Book« von Pernilla Stafelt (siehe Abbildungsteil). Dasselbe gilt für die Bildsprache. Jedes Ausdrucksmittel und jeder künstlerische Stil taugt auch für ein Bilderbuch. Einschränkend könnte man anführen, dass die Art der Darstellung, die Sprache der Farben und Formen, in einem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches stehen sollte. Kinder sind vorurteilsfreie und offene Betrachter. Oft sind es die Erwachsenen (und Käufer der Bücher), die sich gegen mutigere und gewagtere Lösungen entscheiden, weil sie befürchten, dass Kinder mit abstrakten oder schrägen Bildern und Themen nichts anfangen können. Es liegt aber die Vermutung nahe, dass in erster Linie die eigenen Unsicherheiten im Umgang mit abstrakter Kunst und außergewöhnlicher Formensprache auf das Kind projiziert werden. »Man hat zum Beispiel in der Entwicklungspsychologie herausgefunden, dass zweieinhalbjährige Kinder zunächst keine Unterscheidungen vornehmen, was Bildstile angeht oder Bildkategorien. Sie schauen alles gleichermaßen neugierig an. Wenn das so ist, könnte man durchaus sagen, dass Bilderbücher für das frühe Bilderbuchalter vielfältiger und offener sein könnten.«1 Die hier angeführten Beispiele für eine in Erwachsenenaugen wohl eher ungewöhnliche Bildsprache stammen von Verena Hochleitner, Candice Hayat, Jens Thiele, Einar Turkowski, René van de Vondervoort, Susanne Janssen, Leo Lionni, Barbara Waldschütz und Reiner Bausinger, Kveta Pacovska und William Wegman (siehe Abbildungsteil). Natürlich geht es im Kinderbuch auch um Wissensvermittlung. Dazu gib es die Sachbücher. Sie haben eine lange Tradition und reichen vom Lexikon bis zu erzählenden Büchern. Gelungen ist ein Sachbuch, wenn es Wissen klar, aber auch spielerisch vermittelt. Gute Illustration ist dabei unerlässlich. Natürlich

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muss sie in diesem Fall detailgenau und realistisch sein, sollte aber einen persönlichen Strich nicht vernachlässigen. Exemplarisch seien hier die Arbeiten von Susanne Riha genannt (siehe Abbildungsteil). Von Sprachbildern zur Bildsprache (und umgekehrt) Ein Bilderbuch ist von seiner Definition her ein erzählerisches Unterfangen, das aus einer Kombination aus Bild und Text besteht und in einem Trägermedium (gebundenes Buch, E-Book) Gestalt annimmt. Wobei sich das Bild – von seinen Anfängen im ABC-Buch her betrachtet – längst von seiner dienenden Rolle emanzipiert hat. Im modernen Bilderbuch ist evident, dass Inhalte nicht nur textlich, sondern auch auf der Bildebene transportiert werden und dass diese im Medium Bilderbuch eine führende Rolle einnimmt. Aber das Besondere entsteht natürlich in der Symbiose dieser beiden erzählenden Momente, die sich zu einer Sprache verbinden, wie sie beispielsweise auch im Film vorkommt. Es sind zweifellos die Spannungsräume zwischen Bild und Text, die ein Bilderbuch in erzählerischer und interpretatorischer Hinsicht bereichern. Im Zusammenspiel von Bild und Text verbinden sich also zwei unterschiedliche Erzählstrategien (und -traditionen), die unterschiedlich rezipiert werden. Obwohl auch das Lesen eines Bildes einer Wahrnehmungsfolge unterliegt, wird es als Ganzes wahrgenommen, während der Text seine Sprachbilder sukzessive entfaltet.2 Verstärkt wird dies – speziell im Bilderbuch– natürlich dadurch, dass das Kind, das noch nicht lesen kann, das Bild zuerst betrachtet oder während es vorgelesen bekommt. Diese unterschiedlichen Qualitäten von Bild und Text gehen im Bilderbuch eine spannende Liaison ein. »Text und Illustration sind ein seltsames Paar… Handelt es sich um ein glückliches Paar, ergänzen sich die beiden ideal. Eine gute Illustration bevormundet den Text nicht. Sie gibt ihm Räume, in denen sich seine Erzählung entfalten kann. Dass sie so unterschiedlich erzählen können, ist das Geheimnis dieses Paares, ein Verhältnis nicht ohne Spannungen. Aber ein glückliches Paar.« (Franz Zaulek) Vom Werden und Wachsen der Bücher Bilder für Kinderbücher entstehen in vielen Fällen auf Basis einer Textvorlage. Die Illustratorin oder der Illustrator reagiert auf einen Text in Form visueller Vorstellungen und nimmt einen persönlichen Blickwinkel ein. Festzuhalten wäre, dass gute Bilder (ganz allgemein) nicht zwingend handwerklichen Fähigkeiten geschuldet sind, sondern dem Vermögen, aus seinem innersten, archaischen Bilderfundus Spannendes und Starkes zu schöpfen, sich auf Zufälliges oder Unbeabsichtigtes einzulassen und den Plan im Kopf, den man ohnehin nie ganz erreicht, auch wieder aufzugeben. »Man muss in einem Zustand von Gleichgültigkeit ˇ sein.« (Jiˇr í Salamoun) Es gibt natürlich auch jene Fälle, in denen Bild und Text aus einer Hand kommen. Hier besteht oft eine besondere Einheit von Bild und Text, wie der Verleger Markus Weber (MoritzVerlag) unlängst auf dem Stube-Symposium »Linienführung« anhand einiger Beispiele von Helme Heine, Anthony Browne,

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Ungewöhnliche Bildsprache:

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1 Leo Lionni 2 Barbara Waldschütz, Reiner Bausinger 3 Kveta Pacovska 4 William Wegman 5 Susanne Riha: »Wiesenhummel« 6 Michael Stavariˇc , Renate Habinger: »Hier gibt es Löwen«

Pija Lindenbaum und Maurice Sendak veranschaulicht hat. Aber nicht immer kann man beides in gleicher Qualität leisten. Kinderbuchillustratorin Renate Habinger, die mit Autorin Gerda Anger-Schmidt oder Autor Michael Stavariˇc zusammenarbeitet, sieht die Herausforderung gerade im Zusammenspiel mit der schreibenden Zunft. Wobei nicht unbedingt der fertige Text am Anfang der Arbeit stehen muss. Es kann auch gemeinsam an einer Idee gearbeitet werden (siehe Abbildungsteil). Renate Habinger: »Oft weiß man im Nachhinein gar nicht mehr, von wem welche Idee, welcher Impuls gekommen ist. Das spielerische Entwickeln von Themen zu zweit ist eine lustvolle, in der Interaktion auch spontane, schnelle und oft sehr überraschende Landpartie. Ein Tanz, bei dem man nicht weiß, wo einen die Gedanken und Bilder – statt der Beine – hinführen…« Dass das gemeinsame Arbeiten auch für den Autor sehr inspirierend ist, kann man in einem Artikel von Michael Stavariˇc, der unlängst in der »Furche« erschienen ist, nachlesen: »Die Auseinandersetzung mit Kinderbüchern lässt mich auch immer mehr die Arbeit an meinen literarischen Werken überdenken.

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So ist es für mich zu einer Selbstverständlichkeit geworden, mir eine Art Storyboard zurechtzulegen, das man (bei Kinderbuchprojekten) gemeinsam mit den Illustratoren auch tatsächlich zu Papier bringt – Seiteneinteilungen, dramaturgische Elemente, erste ästhetische Dimensionen der Figuren etc. Doch auch bei der ›Erwachsenenliteratur‹ adaptiere ich immer mehr die den Kinderbuchprojekten innewohnenden Arbeitsweisen. Ich skizziere tatsächlich meine Protagonisten und schaffe für sie in meinem Kopf eine wandelbare Kulissenwelt, wo ich diese in verschiedene Szenerien setzen und mich in ihre Gedankenwelt einleben kann, mich in weiterer Folge gleichsam mittels ›Kamerafahrten‹ um diese herum bewege beziehungsweise ihnen folge. Wenn ich meine Augen schließe, stelle ich mir Ort und Akteure so vor, als wäre ich ein Regisseur, der nur noch ›Action!‹ zu brüllen braucht. Daraus ergeben sich dann sofort neue Ideen und Anknüpfungspunkte für die sprachlichen Entsprechungen. So gesehen hängen Sprachbilder bei mir immer mehr mit tatsächlich skizzierten oder sich im Kopf zusammenfügenden Bildwelten zusammen.«

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1 Edith Schreiber-Wicke, Carola Holland: »Zwei Papas für Tango« 2 Pija Lindenbaum: »Luzie Libero und der süße Onkel« 3 Heinz Janisch, Linda Wolfsgruber: »Die Prinzessin auf dem Kürbis« 4 Peter Hacks, Gisela Neumann: »Meta Morfoß«

Was ist schon normal… Klischees und Stereotype Bei den Schöpferinnen und Schöpfern des Figurenpersonals zu einer Geschichte stellt sich oft das Bedürfnis ein, den Figuren einen bestimmten Charakter zu verleihen. Dies gelingt oft über die Attribute, mit denen Figuren ausgestattet werden. Dabei tappt man schneller in die Klischee-Falle, als man vielleicht möchte. Was man sich bewusst machen sollte ist, dass man hier zur Festschreibung von Normen beiträgt. »Solange man das, was man festschreibt (oder malt), auch zeigen will, ist das auch nicht weiter schlimm. Problematisch ist, dass die meisten Bilder unbewusst geschaffen werden (in Bezug auf Geschlecht, Hautfarbe, Ability, Begehren). Das erste Stereotyp, das uns allen präsent ist, ist nämlich: männlich/weiblich, weiß, nicht behindert, heterosexuell.«3 Dem entkommt man leider nicht einmal dann so leicht, wenn man – wie es in Bilderbüchern häufig der Fall ist – auf Tierdarstellungen ausweicht: Ist der Hund männlich und die Katze weiblich? Die Art und Weise, wie etwas dargestellt wird, erzählt viel über die Werte einer Gesellschaft. Nach wie vor besteht in vielen Bilderbüchern das Ideal der Kleinfamilie: Vater-MutterKind mit den entsprechenden stereotypen Geschlechterzuschreibungen. Damit sich aber alle Kinder, die immer häufiger in »nicht-normalen« Situationen aufwachsen (Patchwork-Familie, alleinerziehende Mütter/Väter, Stiefmütter/-väter, lesbische Mütter, schwule Väter, Adoptiveltern) in den Bilderbuchwelten wiederfinden können und auch geschlechtsuntypische Rollenbilder vorfinden, sollte man sich in der Darstellung auch dort für diese Fragen sensibilisieren, wo sie nicht explizit Thema sind, und möglichst vielfältige Lebensentwürfe gleichwertig vermitteln (siehe Abbildungsteil). (Verena Hochleitner, Mitarbeit: René van de Vondervoort, Renate Habinger, Susanne Riha)

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Jedes Medium, jede Technik, jede Ausdrucksmöglichkeit hat eine eigene Sprache. Wenn sich im Buch die Sprache der Worte und die Sprache der Bilder ergänzen, bilden sie ein neues Ganzes. Jede Sprache leistet einen Beitrag, den die andere nicht leisten kann. Lässt man eine der beiden weg, fehlt sie. Das Bilderbuch ist das ideale Medium für eine solche Möglichkeit des gemeinsamen Ausdrucks. Es ist für kleine »Konsumentinnen und Konsumenten«, die noch nicht lesen können, eine perfekte Einladung zum Betrachten, während eine Vorleserin oder ein Vorleser die Geschichte dazu liefert. Der Anfang: Wie geht man an ein Buchprojekt heran?

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten zu beginnen. Es sollte aber klar sein, dass man am Anfang viel Zeit unentgeltlich investiert: in eine Mappe, in Beispielillustrationen, in ein Buchprojekt. Manche versuchen, alles zu machen: Bild und Text. Möglicherweise klappt das auch, vielleicht ist es aber doch so, dass die Stärke eher in einem der beiden Bereiche liegt: Der Illustrator oder die Illustratorin arbeitet dann mit einem Autor oder einer Autorin zusammen. Wie findet man Autorinnen und Autoren?

Vielleicht sucht man sie bei einem Stammtisch (Federhasen) oder macht Probeillustrationen zu vorhandenen Texten und bietet sie bei Verlagen an. Verlage haben immer wieder Texte, für die sie Illustratorinnen und Illustratoren suchen.

Jens Thiele, »Text und Illustration sind ein seltsames Paar«, Stiftung Illustration

Netzwerken

Es ist sicher hilfreich, Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen und sich auszutauschen. Konstruktive Kritik und Gespräche helfen immer wieder über Ratlosigkeit und Unsicherheit hinweg. Austausch ist immer interessant und wichtig. Dafür gibt es die Initiative der Illustrierenden illustria (illustria@designaustria.at, www.designaustria.at).

Vgl. Susanne Langers, »Philosophie auf neuem Weg«, Frankfurt am Main 1965. Laura Momo Aufderhaar im Gespräch; siehe auch: L. M. Aufderhaar, »Heteronormativität im Bilderbuch – Vermittlung von Beziehungskonzepten in Kinderbüchern«.

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Wortsprache/Bildsprache

Bilderbuchmuseum Troisdorf, Dokumentation Workshop 1/2008 und www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=701. 2

Kleines Einmaleins (oder ABC) für angehende Bilderbuchkünstlerinnen und -künstler

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Was gibt es auf dem Markt?

Pinsel oder Stift? Oder doch der Computer?

Was oft völlig ignoriert wird ist die Beobachtung des Marktes. Es ist wichtig zu wissen, was in den Buchhandlungen liegt, wer sonst noch die gleichen Themen wie bearbeitet hat. Kann man dieses Wissen bei einem Verlagsgespräch einbringen, erhöht das den Respekt und verstärkt den Eindruck, dass man sich mit dem Thema ernsthaft beschäftigt hat. Auch der Verlag führt solche Recherchen durch.

Noch immer wird die Mehrzahl der Kinderbuchillustrationen mit der Hand gezeichnet und gemalt. Die Technik ist entscheidend für den Ausdruck eines Bildes. In jedem Fall ist es interessant, den Kolleginnen und Kollegen auf die Finger zu schauen. Und es selbst auszuprobieren.

Wo informiert man sich?

Eine Möglichkeit ist der Kontakt zu den beiden in Österreich im Bereich Kinder- und Jugendliteratur tätigen Institutionen, der Stube (www.stube.at) und dem Institut für Jugendliteratur (www.jugendliteratur.net), das auch ein ausgezeichnetes Fachmagazin herausgibt: »1000&1 Buch«.

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Buchgestaltung

Text und Illustration wollen gestaltet werden. Oft können GrafikdesignerInnen in den Verlagen mit Fotos zwar wunderbar umgehen, aber nicht mit Illustrationen. Und leider sind die Honorare für Buchgestaltung so niedrig, dass man nicht unbedingt die Person des Vertrauens bekommt. Also so viel wie möglich mitreden! Cover

Wie findet man einen Verlag?

Dafür gibt es leider kein Rezept, es ist viel Klinkenputzen nötig, und man sollte sich auch anschauen, ob man in einen bestimmten Verlag passt. Es gibt die Kinderbuchmesse in Bologna, Europas größte Kinderbuchmesse. Außerdem im Frühling die Buchmesse in Leipzig und im Herbst die Frankfurter Buchmesse. In jedem Fall sollte man im Voraus Termine vereinbaren, wenn man seine Mappe herzeigen will. Manche zeigen ihre Arbeiten auch auf dem iPad. In jedem Fall: Visitenkarten nicht vergessen! In Österreich kontaktiert man einen Verlag besser nicht in der Messehektik, sondern während des Jahres. Hat man einen Verlag gefunden und die Zusammenarbeit an einem konkreten Projekt beginnt, gilt es, Vertragsbedingungen über Termine, Honorar und Lizenzen auszuhandeln. Auch da ist es sehr hilfreich, sich bei erfahrenen Kolleginnen und Kollegen vorab zu informieren (illustria). Wie kann man ein Buchprojekt noch finanzieren?

In Österreich gibt es die Möglichkeit, beim Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (www.bmukk.gv.at) um ein Stipendium anzusuchen (Kunstabteilung). Es gibt Arbeitsstipendien und das Mira-Lobe-Stipendium.

Eine stressige Angelegenheit – immer wieder. Da wissen immer alle am besten, wie es sein muss, um die Leute zum Kauf des Buches zu bewegen. Leider haben Lektorat oder Verlag oft nicht den Mut, sich für eine ungewöhnliche Lösung zu entscheiden. Aber: An einem guten Cover führt kein Weg vorbei! Die Käuferinnen und Käufer

KinderbuchmacherInnen sind in der seltsamen Situation, dass ihr Zielpublikum nicht ihre Käuferinnen und Käufer sind. Man muss also über die Erwachsenen zu den Kindern gelangen, und das ist ein ziemlicher Umweg. Nicht immer leicht zu erreichen, und es gibt auch kein Rezept dafür. Die Konsumentinnen und Konsumenten

Genau zu ihnen wollen wir. Und wir sollten uns vor Augen halten, dass es nicht ein Buch für »Fünfjährige« gibt, sondern dass Kinder ebenso verschieden sind wie Erwachsene. Und dass sie genauso ernst genommen werden wollen und müssen wie alle anderen. Die eigene Lust an der Arbeit gewährleistet am besten, dass sie sich auch auf die junge Leserin oder den jungen Leser überträgt. (Renate Habinger, Susanne Riha)

Wettbewerbe

Ist ein Projekt gediehen, dann kann man es sowohl Verlagen vorlegen als auch bei Wettbewerben einreichen (Dixi Kinderliteraturpreis, Romulus-Candea-Preis, Literaturpreis des Landes Steiermark etc.). Es empfiehlt sich, die Einreichkriterien genau zu lesen. Vermeidung von Klischees

Gute Illustration ist lebendig und einzigartig. Oft glaubt man, formale Normen beachten zu müssen wie zum Beispiel Kindergesichter mit netten Riesenaugen. Einige dieser Sackgassen kann man in Gesprächen mit kritischen Kolleginnen und Kollegen erkennen lernen.

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Alexander Strohmaier ist ausgebildeter Grafikdesigner und seit zwanzig Jahren als freischaffender Zeichner, Illustrator, Dozent und Musiker tätig. Im Laufe seines Berufslebens ist er immer wieder mit denselben Fragen zum Berufsbild Illustration konfrontiert worden. Die wichtigsten möchte er nun gerne in einem größeren Rahmen diskutieren. Er hat die wichtigsten Punkte herausgegriffen und gibt im Folgenden Antworten, die auf seiner Erfahrung und seinem eigenen Selbstverständnis beruhen. Insbesondere die Illustratorinnen und Illustratoren unter den DA-Mitgliedern sind herzlich eingeladen, unter www.designaustria.at/15fragen ihre Meinung zu den angerissenen Themen kundzutun und sich dazu auszutauschen. In der Heftmitte befindet sich eine Illustration, die Alexander Strohmaier speziell für diesen Beitrag geschaffen hat. Sie kann als Mini-Poster herausgelöst werden.

15 essenzielle Fragen einer Illustratorin / eines Illustrators 1. Bin ich als IllustratorIn freie/r KünstlerIn, GrafikdesignerIn oder UnternehmerIn?

Es stecken Anteile von allen dreien in mir, das macht mich als Illustrator aus.

2. Darf ich »nur« am Papier arbeiten oder »soll« ich auch

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6. Versuche ich jedem Auftrag einen sinnvollen Inhalt zu geben oder ist mir der Inhalt eines Auftrags egal?

Auch wenn mich der Inhalt eines Auftrags oder Textes persönlich nicht anspricht, werde ich ihn (mit Ausnahme der in Antwort 3 angeführten Ausnahmen) illustrieren, da dies mein Beruf ist.

7. Muss ich mich fortbilden, Zeichnen üben oder neue Techniken ausprobieren?

Ja, theoretische Fortbildung und Zeichnen üben finde ich anregend und gut. Mit neuen Techniken tue ich mir schwer.

8. Soll ich mich auf ein Gebiet spezialisieren, wie zum Beispiel Kinderbuch?

Nein, ich will mich nicht auf ein Gebiet spezialisieren, wobei mir Literatur, egal in welcher Form, am meisten Spaß macht.

9. Wie viele Wochenstunden Unterricht lassen mir genug

am Computer arbeiten?

Zeit, Raum und Energie, um qualitativ gute Illustration zu machen?

Mich interessiert das Medium Computer schon, aber mir ist die Arbeit am Bildschirm zu anstrengend und zu langweilig.

Ich habe es lange und oft ausprobiert, fünfzehn Wochenstunden Unterricht sind bei mir die Obergrenze.

3. Arbeite ich für alle Kundinnen und Kunden, also auch

10. Darf ich neben meinem Job als IllustratorIn auch noch

für Kommerz, Werbung, politische Parteien etc., oder mache ich nur Dinge, die ich ethisch vertreten kann?

einem anderen kreativen Job nachgehen?

Prinzipiell arbeite ich für alle Kunden, mit Ausnahmen von Organisationen und Firmen, die Menschen ausschließen, verachten, quälen oder töten, Tiere quälen oder die Umwelt zerstören.

4. Bin ich auch Comic- oder Storyboard-ZeicherIn oder sogar CartoonistIn?

Meine große Leidenschaft ist es, Musik zu machen (wobei ich das eher als Handwerk verstehe), aber es darf nicht Überhand nehmen und mehr Zeit als Illustration in Anspruch nehmen. Mit zusätzlichen Berufen lässt sich nicht nur Geld verdienen, sondern sie decken auch wichtige persönliche und fachliche Notwendigkeiten ab.

Ja, seit neuestem bin ich auch Comic- oder Graphic-NovelZeichner. Für Werbe-Storyboards fehlt mir das zeichnerische Können, Storyboards für Animationsfilm würde ich gerne machen. Für Cartoons und politische Karikaturen fehlen mir die Ideen.

11. Ist es wichtig, eine Website zu haben oder auf sozialen

5. Soll ich mich Illustratorenkollektiven, Repräsentations-

12. Brauche ich eine Agentin oder einen Agenten?

pools oder Ähnlichem anschließen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Arbeit am besten zur Geltung kommt, wenn sie nicht neben der Konkurrenz steht. Infos und gemeinschaftliche Antriebskraft schätze ich, aber sie genügen mir nicht.

Netzwerken wie Facebook vertreten zu sein?

Eine Website brauche ich, das ist eine erweiterte Visitenkarte. Mir persönlich fehlt die Erfahrung mit Facebook, aber einen Versuch ist es sicherlich wert.

Wenn ich außerhalb der österreichischen Grenzen arbeiten will, brauche ich diese Unterstützung.

13. Verrate ich meinen Kolleginnen und Kollegen oder meinen Studentinnen und Studenten meine persönlichen Tricks?

Ja, ich verrate meine Tricks, weil das zu meinem Unterricht gehört. Auch den fachlichen Austausch unter Kollegen und Kolleginnen finde ich sehr spannend.

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DAStudioporträt

14. Darf ich mich von den Arbeiten meiner Studentinnen und Studenten »inspirieren« lassen?

Nein, absolut nicht.

15. Wie groß muss meine Bibliothek sein, um genug Inspirationsmaterial zu haben?

Eine Bibliothek ist schön und notwendig, aber allzu groß muss sie nicht sein. Zusatzfrage: Was ist das Mindesthonorar, für das ich arbeite?

Es sollte nicht unter 50 Euro pro Stunde liegen. Eine Ausnahme mache ich, wenn ich an literarischen Büchern, Graphic Novels etc. arbeite, wobei hier das Honorar im Vorhinein schwer kalkulierbar ist (Vorschuss, Tantiemen). Über den Autor und Illustrator:

Alexander Strohmaier war zehn Jahre im Vorstand von designaustria aktiv. Zu seinen Kunden zählen Printmedien wie »Falter«, »Der Standard», »Trend« und »Profil«, Werbeagenturen wie Young & Rubicam und Publicis, Siemens, Otis, Casinos Austria, Greenpeace sowie die Verlage Ueberreuter, Jungbrunnen, Ravensburger, Edition Liaunigg, Gruner& Jahr und Burda. Seine Arbeiten waren in Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Finnland, Slowenien, der Slowakei, Mazedonien, Brasilien und Japan zu sehen. Er war Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst und an der »Graphischen« in Wien sowie an der New Design University in St. Pölten. Momentan unterrichtet er Scribble und Illustration an der Werbeakademie in Wien. Alexander Strohmaier ist zurzeit vorwiegend im literarischen   Bereich tätig und illustriert Bilderbücher. Im Herbst 2012 erscheint seine erste Graphic Novel bei Luftschacht. Siehe auch www.strohmaierillustration.com.

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La Razzia – Werdegang einer   vielseitig »komischen« Künstlerin Es begann alles zu meiner Studienzeit an der »Angewandten« in Wien. Künstlerisch war ich in viele verschiedene Richtungen unterwegs, bis mir Robert Swoboda, der Leiter der Siebdruckwerkstatt, vorschlug: »Mach doch weiter mit deinen lustigen Maxerln, das können nicht so viele!« Zunächst war ich gekränkt, empfand diesen Rat als schlechten Scherz, doch mittlerweile finde ich, er war einer der besten überhaupt. Ich holte also meinen Hintern von Abertausenden Kirtagen zurück, um damit nur auf einem einzigen, »komischen«, zu tanzen, und schickte meine »Maxerln« – sprich Vögel – ans Karikaturmuseum Krems. Eine Einladung für die nächste Ausstellung stellte sich ein, und schnell wurde mir klar, dass mir diese Sparte lag. Es folgten Fortbildungen an der Sommerakademie in der Galerie für komische Kunst in Kassel, wo ich von deutschen Cartoonisten wie Rudi Hurzlmeier und Rattelschneck lernen durfte, wie man einen Witz produziert. Sie sollten es schließlich wissen, kreierten sie doch Gags für Gottschalk und andere Entertainer, die selbst gar nicht so spontan sind, wie man meinen würde. Mittlerweile zeichnete ich für das »Falter«-Programmheft. Kurz vor meinem Abschluss in Kunstpädagogik entschloss ich mich für ein Auslandssemester in Luzern, um Animation und Trickfilm zu lernen, und durfte dort nebst sauteurer Schokolade eine grandiose Ausbildung genießen. Momentan sendet der Privatsender »Cartoon Network« eine meiner Animationen. Mittlerweile habe ich mein Studium an der »Angewandten« abgeschlossen und genieße es, mich künstlerisch breit gefächert von Cartoon über Design bis hin zur bildenden Kunst zu bewegen. Ein Projekt, auf das ich mich momentan besonders freue, ist die Gestaltung des Rado-Shop-Schaufensters auf der Wiener Kärntner Straße für den Rado Young Design Prize im Rahmen der Vienna Design Week. Meine Installation »Time Is the Fire« wird ab dem 16. August 2011 einen Monat lang zu sehen sein. Ein weiteres Projekt, das bereits erfolgreich läuft, ist das Designerlabel »La Razzia«, das sich durch aufwändige, farbenfrohe Siebdrucke von Comics und Illustrationen mit Hang zum Trash auf Jersey-Shirts und -Kleidern auszeichnet. Die Ein-

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1 La Razzia: Cartoon »Facebook« 2 La Razzia: Cartoon »Liebe macht blind« 3 La Razzia: T-Shirts des Modelabels »La Razzia« 4 La Razzia: Cartoon »Parlamentssitzung«

zelstücke sind in ausgewählten Boutiquen erhältlich. Sehr stolz bin ich darauf, dass meine Mode in Österreich produziert wird und nicht im Ausland. Der lokale Standort erleichtert einerseits die Kommunikation, wenn Änderungen gemacht werden müssen, andererseits will ich ganz bewusst mit der österreichischen Wirtschaft zusammenarbeiten. Ab Ende September bin ich mit einer meiner Arbeiten in der Ausstellung »Auf ins Museum!« im Karikaturmuseum Krems vertreten (30. September 2011 bis 29. April 2012, www. karikaturmuseum.at). Kurz danach, ab 6. Oktober 2011, gibt es eine Einzelausstellung in der Kaserne Götzendorf, die unter dem Motto »Kunst im Einsatz« steht: eine umfassende Schau meiner humoristischen Arbeiten der letzten Jahre.

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Für mich liegen die Herausforderung und das Interesse beim Zeichnen eines Cartoons im Komponieren einer Geschichte durch das Zusammenspiel von Text und Bild, wobei ein Witz oft am besten zum Ausdruck kommt, wenn der Text nur die zweite Geige spielt oder ganz fehlt. Cartoonisten sind gute Beobachter, müssen sensibel sein für die banalsten Dinge und Situationen im Leben. Es kann nicht schaden, Mitmenschen ausführlich zu studieren, deren Mimik, Körperhaltung und Gestik, um anschließend eigene Charaktere daraus zu entwickeln. Wenn dann noch irgendwann Zeit bleibt und der Wind bläst, bin ich auf meinem Surfbrett in Ägypten zu finden oder im Winter auf dem Snowboard. www.larazzia.at (Doris Schamp)

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1 Gassner Redolfi KG: Gestaltung Glasfassade für das Hafengebäude in Bregenz 2 Verena Panholzer: Cover »TypeFaces« 3 Verena Panholzer, Andreas Balon: Innenseite »TypeFaces« 4 Alice Wellinger: Kinderbuch »Krokodil« 5 Hofegger und Partner: Shopdesign für »Kurt – Pure Frozen Yogurt« 6 Hofegger und Partner: Verpackungsgestaltung für »Kurt - Pure Frozen Yogurt« 7 Irene Persché: Logo »angst & co«, Logovarianten »Flugangst« und »Lampenfieber«

Auch seit Tochter Andrea Redolfi offiziell als Partnerin in das 1976 gegründete Atelier Reinhard Gassner eingestiegen ist, hat  das Vorarlberger Studio – nunmehr als Gassner Redolfi KG –  beachtliche Erfolge vorzuweisen (siehe Ausgabe 2|2011). Das ist nicht weiter verwunderlich, prägt doch die Absolventin der Schule für Gestaltung in St. Gallen, die ihre Ausbildung mit einem Master of Fine Arts in Grafikdesign in Breda/Rotterdam vervollständigt hat, bereits seit zehn Jahren das Profil des Gestaltungsbüros ihres Vaters mit. Eines der jüngsten Projekte des Studios ist im öffentlichen Raum angesiedelt: die textuelle Glasgrafik für das Bregenzer Hafengebäude. Die Idee dazu stammt aus dem Buch »Der Koffer meines Vaters« des türkischen Schriftstellers Orhan Pamuk: »Wenn ich Schrift bin, meine ich ein Bild zu sein. Wenn ich ein Bild bin, meine ich Schrift zu sein.« In einen binären Code übersetzt und grafisch umgesetzt wurde in diesem Fall ein Text des Architekturtheoretikers Otto Kapfinger zum Thema Glas und Transparenz: »… vergleichbar dem Phänomen, wenn die spiegelnde Fläche des Sees durch die Bewegung von Wind und Wellen dieses faszinierende, das Auge meditativ fesselnde und zugleich entspannende Flimmern erhält.» Für Reinhard Gassner waren die strengen Auflagen für den Sichtschutz des Gebäudes, dessen durchgehende jedoch Transparenz nicht beeinträchtigt werden sollte, Impuls für die Gestaltungslösung: »Formal dachte ich an ein uraltes Keilalphabet. Das letztlich Sichtbare könnte auch ein Möwenschwarm im Gegenlicht oder eine Regatta auf bewegten Wellen sein.« Die Lösung besteht aus einem Textband in Form eines rhythmischen grafischen Zeichensystems im abstrakten   binären Basiscode; anstelle von 0/1 erscheinen Schwarz und Weiß in Form einer furchenwendig gesetzten Keilschrift. Der eigentliche Text bleibt verschlüsselt. Sichtbar sind scheinbar   zufällig variierte Ornamente und geheimnisvolle Muster. Konzept ist die Sichtbarmachung eines aus zwei Zeichen bestehenden Kommunikationssystems, das unser Leben zunehmend bestimmt, und damit die dem Text innewohnende rhythmische Struktur und Ordnung. Weitere Informationen auf   www.gassner-redolfi.at. Anfang Juni diesen Jahres hat in der Wiener Innenstadt Kurt – Pure Frozen Yogurt seine Pforten geöffnet. Nun gibt es   die gesunde Alternative zu Eis endlich auch in Österreich. Die   Wiener Agentur Hofegger und Partner hat die Marke Kurt –  eine sympathische Kurzform von Joghurt – gemeinsam mit den jungen Gründern entwickelt und positioniert. Vom Naming   über Corporate Design, Verpackungen, Webdesign und Shop-  Gestaltung spricht der gesamte Auftritt eine einheitliche Sprache. Bei der Markenstrategie und ihrer Umsetzung wurde besonderer Wert wurde auf Nachhaltigkeit bei Produkten   und Verpackungen gelegt. Mehr darüber finden Sie auf   www.kurtfrozenyogurt.com und http://hofegger.com.

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Im neuen Kinderbuch der Illustratorin Alice Wellinger, er-  schienen in der Bibliothek der Provinz, geht es ums Anderssein und Integration – Themen, die auch schon ganz junge   Leserinnen und Leser betreffen: »In unserer Stadt lebte einer, der trug bunte Hosen und wohnte in einem Baumhaus. Er konnte mit fünf Bällen jonglieren und ging im Dunkeln spazieren. Er war immer sehr freundlich ... doch sein Gesicht war grün und die Zähne waren auffallend spitz. Ihm machte das nichts aus –  aber uns! Eines Tages fanden wir eine tiefe, dunkle Grube. Wer hatte die Grube geschaufelt? Und warum wohl? Sollte einer von uns hineinfallen?« Erraten, wer da die Stadt in Unruhe versetzt? Krokodil ist für Kinder ab drei Jahren geeignet. Format   22,6 x 22,2 cm, 32 Seiten. Zu beziehen im Fachhandel oder direkt beim Verlag: www.bibliothekderprovinz.at. Mehr über Alice Wellingers Arbeiten erfahren Sie auf www.alicewellinger.com. Jedes Kindergesicht ist einzigartig. Jedes Kind möchte – nicht nur für seine Eltern – einzigartig sein. Und jedes Kind hat einen Vornamen, ob es den nun mag oder lieber anders heißen würde. In diesem Buch bilden 26 einzigartige Kindergesichter (»Faces«) mit 26 Anfangsbuchstaben von Vornamen (»Types«) Paare: Zusammen ergeben sie die TypeFaces. In Szene gesetzt wurden sie von der Grafikdesignerin und Art Direktorin Verena Panholzer und dem Fotografen Andreas Balon. Jedes TypeFace zeigt uns einen Buchstaben im Alphabet. Es ist also diesmal umgekehrt: Hier lehren Kinder Erwachsene das Alphabet, bringen Kinder Erwachsenen den Blick für das Schöne und Unverbrauchte bei. Und stellen die Frage: Wer möchtest du sein?   Wie möchtest du heißen? Ein Namensregister mit gewöhnlichen   und ungewöhnlichen Vornamen komplettiert dieses Geschenkbuch für Groß und Klein. Erschienen im Juni im Metroverlag, zweisprachige Ausgabe, gebunden, mit Lesebändchen,   14,5 x 18 cm, 88 Seiten. Siehe auch www.wortwerk.at und www.metroverlag.at. Zur Bekämpfung von Flugangst, Lampenfieber, Prüfungsangst und anderen Angststörungen bietet ein Zusammenschluss von Psychologinnen und Psychologen in Wien eine Kurzzeit-Psychotherapie an. Grafikdesignerin Irene Persché, spezialisiert auf Corporate und Editorial Design, hat für die Praxisgemeinschaft angst & co ein schlichtes, aber aussagekräftiges typografisches Logo entworfen, dessen seitenverkehrt gestelltes »g« ganz subtil die verstörende Wirkung von Ängsten vermittelt. Kleine Piktogramme, die den einzelnen Logovarianten hinzugefügt werden, verdeutlichen zusätzlich, worum es geht. Die Farben und die Schrift wurden bewusst hell und freundlich gewählt und sind auch Teil des CD-Paketes, das gerade für die Praxis-  gemeinschaft in Arbeit ist. Mehr auf www.irenepersche.at.

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Ausbildung/Fortbildung Neuer Master-Lehrgang Traffi c &  Transport Information Design Das berufsbegleitende Fernstudium widmet sich der Informationsgestaltung im Verkehrswesen (Individual- sowie öffentlicher Verkehr) und startet im Oktober an der Fachhochschule  St. Pölten. Der Kurs wurde vom Internationalen Institut für  Informationsdesign (IIID) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie entwickelt  und wird unter der Schirmherrschaft der Unesco durchgeführt.  Der Ausbildungsweg ist weltweit einzigartig und fi ndet in Form  eines 5-semestrigen Fernstudiums statt. Pro Semester werden  Lehrveranstaltungen in jeweils einer Woche geblockt vor Ort  angeboten. Die Kurssprache ist Englisch. Die Ausbildung in Traffi c & Transport Information Design  umfasst unter anderem die Gestaltung klassischer Informations-  und Leitsysteme, die Darstellung von Real-time-Information auf  mobilen Endgeräten, in Routenplanern und Navigationssystemen, Verkehrsinformationen, Warn- und Rettungssysteme im  Katastrophenfall sowie Evaluierungsmethoden und rechtliche  Rahmenbedingungen. Das Studium richtet sich nicht nur an  BA-Absolventen der Studienrichtungen Design, visuelle Kommunikation und Grafi kdesign, sondern auch an bereits Berufstätige aus verwandten Disziplinen, die Expertenwissen erwerben  möchten. Weitere Informationen unter www.fhstp.ac.at/ weiterbildung/traffic-transport-information-design  und www.iiid.net.

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Ausstellungen

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Industriemöbel –  Prototypen der Moderne

Staatspreis Design & Sonderpreis  »DesignConcepts« 2011

Die Ausstellung der MAK-Studiensammlung Möbel widmet  sich bis 30. Oktober 2011 einem bislang kaum beachteten  Phänomen der Designgeschichte. Als Hilfsmittel für Arbeitsabläufe in Fabriken entstanden Industriemöbel meist aus  geschraubten oder geschweißten Eisenplatten, Metallblechen,  Stahlrohren und Holzbrettern, ohne Rücksicht auf ästhetische  Aspekte, und stellen damit »elementares Design« im besten Sinn dar. Diese Arbeitsmöbel gelten aufgrund ihrer von schmückendem Beiwerk befreiten freien Konstruktion und einer auf das Wesentliche reduzierten Gestaltung als Inbegriff der  Funktionalität. Seit dem Ende des Industriezeitalters werden  derartige Möbel vermehrt als modische Accessoires im  privaten Rahmen – etwa bei der Einrichtung städtischer Loftwohnungen – verwendet, wo sie proletarischen Chic verbreiten  und für einen originellen und individuellen Lebensstil stehen.  Zugleich bedienen sie das nostalgische Bedürfnis nach dem  kulturellen Erbe einer entschwundenen Zeit. Mit ihrer einfachen  und geradlinigen Bauweise hatten sie in der ersten Hälfte des  20. Jahrhunderts auch Einfl uss auf die Gestalter – vorwiegend  Architekten – der klassischen Moderne. Die gezeigten Exponate  stammen vor allem aus österreichischen Industriestandorten.  Daneben sind auch einige internationale Beispiele aus Frankreich, Deutschland und England zu sehen. Zur Ausstellung  ist die gleichnamige Publikation erschienen. Siehe auch  www.MAK.at.

Ab 29. September 2011, rechtzeitig zur Vienna Design  Week, präsentiert das designforum Wien die Ergebnisse von  Österreichs wichtigster Leistungsschau für dreidimensionale  Gestaltung, deren Durchführung wieder in den Händen von  designaustria lag. Rund 180 Beiträge waren zum Wettbewerb  eingereicht worden. Sie wurden nach dem Motto »Weniger ist  mehr« von einer hochkarätig besetzten internationalen Fachjury  bewertet: Vertreten waren Designpabst Professor Dieter Rams,  die junge Industriedesignerin Sylvia Feichtinger, derzeit für  Nokia in London im Einsatz, die aus Taiwan stammende  Geschäftsführerin von KTM-Fahrrad Carol Urkauf-Chen, der  Rektor der Universität für angewandte Kunst Gerald Bast sowie  »Presse«-Chefredakteur Michael Fleischhacker. Von Ausloberseite wurden die geladenen Jurorinnen und Juroren durch die  Designbeauftragte des Bundesministeriums für Wirtschaft,  Familie und Jugend Stefanie Grüssl sowie durch »impulse«-Programmleiterin Sabine Pümpel von der Austria Wirtschaftsservice GmbH unterstützt. Zu sehen sind 24 Gestaltungslösungen  aus den Breichen Produktgestaltung (Konsumgüter und Investitionsgüter) und räumliche Gestaltung, darunter die Siegerprojekte der erstmals eingerichteten Kategorie »DesignConcepts«,  in der junge Gestalterinnen und Gestalter mit noch nicht realisierten Entwürfen zum Zug kamen. Bei der Beurteilung wurden  höchste Maßstabe angelegt, mit dem Ziel, das Niveau gegenüber dem Vorbewerb noch zu steigern. »Das tut dem Design  gut«, meinte Jurysprecher Dieter Rams. Man war sich einig: Es  gilt, die richtigen Signale an die Wirtschaft auszusenden, um  ein eindrückliches Bild dessen zu vermitteln, was professionelle  und durchdachte Gestaltung zu leisten vermag. Davon können  sich nun auch die BesucherInnen des designforums Wien bis  30. Oktober 2011 überzeugen. Siehe auch www.designforum.at.

1 Hocker der Firma Bemeta, Karl-Marx-Stadt, 1940er-Jahre 2 Werktisch der Glanzstofffabrik St. Pölten, um 1920 3 Garderobewand (Ausschnitt)

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1 formquadrat gmbh: »Anger HCXchange« für Anger Machining 2 podpod design: »Lichtraum Donaukanal« für MA33 – Wien leuchtet 3 dottings Industrial Design: »Aromapots« für Riess Kelomat 4 Maria Gartner, Dimitar Genov, Stefan Silberfeld, Nico Strobl: mobiles Dialysesystem »Mobilysis« 5 Schaukelbadewanne aus Weißblech, C. Becker & F. Both, Wien, um 1900 6 Bidet aus Messing 7 Josef Hoffmann/Wiener Werkstätte: Waschtisch aus der Wohnung Wittgenstein, um 1905 8 WC »Vineta Patent«, Keramik Neuberg

Intime Zeugen. Vom Waschtisch zum Badezimmer Das Badezimmer als Wohlfühllandschaft – das gab es auch schon in früheren Zeiten, wenn auch nicht im bescheidenen Zuhause von Otto Normalverbraucher. Fragen wie »Wie hat man sich bei Hof gewaschen?«, »Wie sahen die ersten Bidets aus?«, »Was befand sich in einem kaiserlichen Ankleidezimmer?« und »Seit wann gibt es Badewannen?« geht diese Sonderausstellung im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien nach, die von 21. September 2011 bis 22. Jänner 2012 zu sehen ist. Gezeigt werden rund 90 teilweise höchst elaboriert ausgeführte Möbelstücke sowie zahlreichen Hygieneporzellane, Toilettegarnituren und Badewannen. Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Körperreinigung nur mit Hilfe von tragbaren Gerätschaften

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möglich. So war jedem Appartement in Schönbrunn eine Kammer zugeeignet, deren Personal sich nebst Kleider-, Bart- und Haarpflege auch um den An- und Abtransport des Wassers sowie um die Entsorgung der Fäkalien zu kümmern hatte. Der verschwenderische Umgang mit Wasser, den wir heute gewohnt sind, war damals undenkbar. Der Schwerpunkt der Schau liegt auf der Entwicklung der Hygienemöbel vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert und beschreibt den schrittweisen Wandel zum fix installierten Badezimmer. Prunkstücke sind ein Toilette-  tisch von Josef Hoffmann aus dem Sanatorium Purkersdorf,   Zimmerklos aus Nussbaumholz, Spucknäpfe, kunstvoll gestaltete Waschgarnituren, Bidets aus Messing oder Ahorn,   das goldene »Nachtzeug« von Franz Stephan von Lothringen   und Sisis Reisetoilettegarnitur aus Schönbrunn. Mehr auf   www.hofmobilendepot.at.

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Veranstaltungen

Vienna Design Week 2011 Auch in ihrem fünften Jahr kommt die Vienna Design Week –  angesetzt von 30. September bis 9. Oktober 2011 – in gewohnter Vielfalt daher. Gemeinsam mit zahlreichen Programmpartnern, zu denen auch designaustria und das designforum Wien zählen, ist es erneut gelungen, ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Festival zusammenzustellen, das sich noch internationaler gibt als beim letzten Mal und bei dem wieder fast alle Programmpunkte kostenfrei zugänglich sind. Orangefarbene Stühle werden – in der Stadt verteilt – auf Locations und Events aufmerksam machen. Fokusbezirk ist diesmal die Leopoldstadt, Wiens 2. Gemeindebezirk. Die neue Wiener Design-  destination Stilwerk im Jean Nouvel Tower, wo auch die Festivalzentrale untergebracht sein wird, ist u. a. Austragungsort des von Erwin K. Bauer und der Neigungsgruppe Design (Tulga Beyerle, Lilli Hollein) kuratierten Labors: In diesem Atelier auf Zeit wird man vier Designbüros – Adam Wehsely-Swiczinsky/  aws (Österreich), Hakobo Studio (Polen), Tomek Rygalik (Polen), Thomas und Martin Poschauko (Deutschland) – live erleben können. Unter dem Titel »copyright copyleft« gehen sie der spannenden Frage des geistigen Eigentums zwischen Plagiat und Open Sources in den Bereichen Produkt- und Grafikdesign nach. Gastland in diesem Jahr ist das aufstrebende Polen.   Die polnische Designszene wird in der Ausstellung »Just a Thing« im Liechtenstein Museum, kuratiert von Agnieszka Jacobson-Cielecka, aber auch bei anderen Programmpunkten Flagge zeigen. Wie immer arbeiten bei den Passionswegen, einem Herzstück des Festivals, DesignerInnen und Designteams – diesmal aus Deutschland, Italien, Kanada, Polen, der Slowakei, Spanien und Österreich – mit ausgewählten Wiener Unternehmen und herstellenden Betrieben unter besonderen Bedingungen zusammen. In kurzer Zeit entstehen aus diesem Dialog Installationen und Produkte, die vom experimentellen Rahmen des Formats geprägt sind. Aber auch abseits davon ist das Programm stark vom Miteinander von Kreativen und Wirtschaft geprägt. Social Design spielt dieses Jahr vor allem in der Programmreihe Carte Blanche eine wesentliche Rolle: Themen sind u. a. Jugendlichen-Obdachlosigkeit, Guerilla Gardening und der bewusste Umgang mit Pflanzen und Lebensmitteln. Das Format Debüt, ein Kooperationsprojekt mit dem James Dyson Award, bietet Studierenden und Young Professionals eine Plattform, um ihre Projekte aus Produkt- und Industriedesign zu präsentieren. Wie immer sind Wiens Museen wichtige

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Programmpartner: Im Liechtenstein Museum, dem bewährten Gastgeber der Eröffnungsveranstaltung, werden die Wien Products präsentiert. Im MAK findet das von Gregor Eichinger kuratierte Wiener Kaffeehausexperiment, eine Kooperation mit departure, seinen würdigen Abschluss. Im Wagner:  Werk Museum Postsparkasse ist die Schau Ursprung und Moderne zu sehen; das Wien Museum zeigt im Uhrenmuseum   die Ausstellung Gestrickte Zeit – experimentelles Design.   Im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien (siehe auch unter »Ausstellungen«) steht Hygiene auf dem Programm, zu dem   die Designerinnen von danklhampel auch noch mit einer Installation beitragen. Zu den kooperierenden Ausbildungsstätten zählen die Technische Universität, die New Design University und die Angewandte mit interessanten Programmpunkten. Ein Londoner Designerteam installiert ein Pop-up-Lokal in alter Wiener Kaffeehaustradition, wo man sich von Guided Tours und Designsafaris erholen kann. Talks im Künstlerhaus, ein Experten-Speed- Dating, Gesprächsrunden zum Thema Designförderung unter dem Motto impulse insight und Wettbewerbe zu Nachhaltigkeit (Nespresso) und Schaufenstergestaltung (Rado) sind nur einige weitere Highlights. Jeden Abend gibt es dann in der Vienna Design Week Kantine im Café Drechsler an der Wienzeile die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu feiern. Ums Feiern dreht sich schließlich auch alles beim Abschlussfest am 7. Oktober im MAK (Eintritt). Das detaillierte Festivalprogramm findet sich auf www.viennadesignweek.at. designaustria und designforum tragen in diesem Jahr zur Vienna Design Week mit der Ausstellung zum Staatspreis Design & Sonderpreis »DesignConcepts« 2011 bei (siehe unter »Ausstellungen«) sowie mit einer Präsentation der DA-ExpertsClusters in den ehemaligen Räumlichkeiten der Wiener Werkstätte (siehe nachstehenden Beitrag). Mehr dazu auf www.designaustria.at und www.designforum.at.

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Meet, Greet & Eat

DA-Exkursion zur Biennale  der Illustrationen Bratislava (BIB)

In persönlichen Gesprächen mit Designexpertinnen und  -experten erfährt das Publikum mehr über Corporate Design,  Illustration und Industrial Design, kann sich fachlichen Input  holen oder sich unter Profi s austauschen. Die DA-Experts Clusters stellen ihr Know-how vor und stehen für Fragen zur  Verfügung.  Termin: Freitag, 7. Oktober 2011, 14.00–20.00 Uhr Ort: ViennaWorkshop (ehemalige »Wiener Werkstätte«),  Neustiftgasse 32–34/13, 1070 Wien 14.00–16.00 Uhr ExpertsCluster Illustration (illustria) Illustratorinnen und Illustratoren berichten aus ihrem Arbeitsalltag und darüber, welche Wettbewerbsvorteile mit Illustration  erreicht werden können.    16.00–18.00 Uhr ExpertsCluster Corporate Design UnternehmerInnen erfahren, warum sie Corporate Design  brauchen, Grafi kdesignerInnen, was zu liefern ist, und AuftraggeberInnen, wie sie überprüfen können, ob sie das, was  sie bezahlt haben, auch bekommen haben.  18.00–20.00 Uhr ExpertsCluster Industrial Design Fachleute erläutern, wie Industrial Design genau defi niert ist  und welche Bedeutung dieser Disziplin als Wirtschaftsfaktor  in Österreich zukommt.  Anmeldung bis spätestens 4. Oktober 2011 unter register@ designaustria.at. Details auf www.designaustria.at.

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Fünfzehn in Österreich tätige Kinderbuchillustratorinnen und  -illustratoren waren in der von designaustria durchgeführten  Sammeleinreichung zur Biennale der Illustrationen Bratislava  (BIB) 2011 vertreten. Damit wurde das österreichische Kontingent auch bei der aktuellen Aufl age dieser internationalen  Großveranstaltung für Kinder- und Jugendbuchillustration  ausgeschöpft. Im Rahmen der schon traditionellen eintägigen  DA-Exkursion nach Bratislava gibt es wieder die Gelegenheit,  die Ergebnisse des Wettbewerbs und diverse Ausstellungen  zu besichtigen. Erstmals wurden Kolleginnen und Kollegen der  Illustrationsorganisation (IO) aus Deutschland mit eingeladen,  sodass es die Möglichkeit gibt, Kontakte zu vertiefen und das  Netzwerk zu stärken. Termin: Freitag, 14. Oktober 2011 Abfahrt: 9.36 Uhr Treffpunkt: ÖBB-Bahnsteig Station U2 Stadlau, 9.15 Uhr Bitte gültigen Reisepass nicht vergessen! Rückfahrt: 18.46 Uhr Kosten: Euro 39,– für Mitglieder, Euro 49,– für Nicht-Mitglieder Da nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen zur Verfügung  steht, bitten wir um ehestmögliche Anmeldung unter  service@designaustria.at oder T 01 524 49 49. Die  Anmeldung ist verbindlich (keine Stornomöglichkeit, bei Verhinderung ist das Entsenden einer Ersatzperson möglich). Kataloge  werden gerne mitgenommen, bitte um telefonische Mitteilung  in der DA-Geschäftsstelle.

illustria – Symposium für Kinder-  und Jugendbuchillustration Das ExpertsCluster illustria von designaustria veranstaltet  am 10. November 2011 ab 13.30 Uhr anlässlich der Buch Wien 2011 (Messe Wien, Halle D) ein Symposium zum Thema  Kinder- und Jugendbuchillustration. Die SprecherInnen kommen  aus den Bereichen Illustration, Text, Verlagswesen und Buchhandel. Im Anschluss an die Vorträge gibt es die Möglichkeit zur  Diskussion. Ab ca. 18.15 Uhr fi ndet eine Abschlussveranstaltung  statt. Auf www.designaustria.at wird es rechtzeitig vor dem  Symposium einen Link zu einer eigenen Eventwebsite geben,  über die man sich als SprecherIn bewerben kann und weitere  Details erfährt. Siehe auch www.buchwien.at.

Verena Hochleitner: Kinderbuchillustration »Das Schaf im Wolfspelz«

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1 Michael Roher: Illustrationen »Fridolin Franse frisiert«  2 Barbara Steinitz: Illustrationen »Rosie und der Urgroßvater«  3 Heide Stöllinger: Illustrationen »Ein bisschen mehr Jubel und Trubel bitte« 

Erfolge

4 Helga Bansch: Illustrationen »Die Brücke« 5 Carola Holland: Illustrationen »Immer in deiner Nähe«  6 Dorothee Schwab: Illustrationen »Die kleine Sensenfrau«  7 Renate Habinger: Illustrationen »Das Buch, gegen das kein Kraut gewachsen ist« 

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Wenn Fridolin Franse und Marta-Maria auf Lumpenloretta  treffen und alles bei 3 auf den Bäumen sein muss, dann ist es  wieder einmal soweit: Der Österreichische Kinder- und Jugendbuchpreis 2011 wurde verliehen, der das künstlerische  Schaffen der schreibenden, illustrierenden und übersetzenden  Zunft sowie die Produktion qualitätsvoller Kinder- und Jugendliteratur in österreichischen Verlagen würdigt. Eine fachkundige  Jury wählte aus 69 Einreichungen vier Preisbücher sowie zehn  weitere Titel aus, die als besonderer Lesetipp in die Kollektion  aufgenommen wurden. In der Kategorie Bilderbuch überzeugte  der für sein Werk bereits mehrfach ausgezeichnete Illustrator  Michael Roher mit Fridolin Franse frisiert (Picus Verlag). In  Kategorie Kinderbuch hatten Monika Helfer und Michael Köhlmeier mit dem in Zusammenarbeit mit Illustratorin  Barbara Steinitz realisierten Titel Rosie und der Urgroßvater (Hanser Verlag) die Nase vorn. In der Kategorie Jugendbuch punkteten Carolin Philipps mit Wofür die Worte fehlen (Ueberreuter Verlag) und Kathrin Steinberger mit 

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Die Brüder von Solferino (Jungbrunnen Verlag). Folgende  Bücher wurden in die Bestenauswahl aufgenommen: Adelheid Dahimène/Heide Stöllinger, Ein bisschen mehr Jubel und Trubel bitte (Bibliothek der Provinz); Heinz Janisch/Helga Bansch, Die Brücke (Jungbrunnen); Rachel van Kooij, Eine Handvoll Karten (Jungbrunnen); Albert Wendt, Marta-Maria (Jungbrunnen); Michael Stavariˇc/ Dorothee Schwab, Die kleine Sensenfrau (Luftschacht);  Andrea Karimé/Anne-Kathrin Behl, Kaugummi und Verflixungen (Picus); Gerda Anger-Schmidt/Renate Habinger, Das Buch, gegen das kein Kraut gewachsen ist (Residenz); Christine Nöstlinger, Lumpenloretta (Residenz Verlag); Saskia Hula/Ulrike Möltgen, Bei 3 auf den Bäumen (Sauerländer); Georg Bydlinski/Carola Holland, Immer in deiner Nähe. Neue Gebete für Kinder (Sauerländer). Alle Bücher werden im Detail auf www.lesefest.at  vorgestellt.

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1 Payam Abdolsamadi: »United Colours of Irnian Women«

9 EOOS: Sofa »Jaan Living«

2 Michael Allocca: »Stand by Fukushima!«

10 aws designteam: Skibindungen »Tyrolia SX«

3 Barbara Grobe: »Ai WeiWhy«

11 Alexander Gufler: Stuhl »Merano«

4 Benjamin Rein: »Facebook – More Space for Real Friends«

12 EOOS: Floatwanne » Nahho«

5 Onur Askin: »Climate Change«

13 Marte.Marte Architekten: Alfenzbrücke

6 Uli Schödel: »Artgerechte Haltung«

14 Porsche Design: Ski »Amphibio WaveFlex 82 Xti«

7 Elmer Sosa: »Stop Female Genital Mutilation«

15 aka buna design consult: Sonnenschirm »Alpuro«

8 Mahtola Wittmer, Siiri Tännler, Apsara Flury: »Ohne Titel«

16 Kiska: »Hilti Rotationslaser PR 35«

Im Plakatwettbewerb Mut zur Wut, organisiert vom Heidelberger Grafikdesigner Götz Gramlich, stehen die Gewinner fest. Anfang Juli wählte die mit Jianping He (Deutschland/ China), Yossi Lemel (Israel), Klaus Staeck (Deutschland) und Niklaus Troxler (Schweiz) besetzte Jury 30 Entwürfe für eine Ausstellung aus. Eingereicht wurden stattliche 787 Plakate von 436 Gestaltern aus 32 Ländern: Bolivien, Brasilien, China, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien, Indonesien, dem Iran, Israel, Italien, Japan, Kanada, Macao, Malaysia, Mexiko, den Niederlanden, Nordirland, Österreich, Polen, Russland, der Schweiz, Serbien, Südkorea, Taiwan, der Türkei, Ungarn, den USA und Venezuela. Die Auswahl spiegelt die große thematische und gestalterische Vielfalt der Einreichungen wider. Einige Beispiele stellen wir hier vor (siehe Abbildungsteil). Abbildungen aller Siegermotive gibt es auf www.mutzurwut.de.

Der red dot award: product design, dessen Ursprünge ins Jahr 1954 zurückreichen, ist heute einer der größten und renommiertesten Produktdesignwettbewerbe der Welt. 4.433 Beiträge aus mehr als 60 Nationen im Jahr 2011, die in 18 Kategorien angetreten sind, sprechen eine deutliche Sprache und betonen die internationale Relevanz und das hohe Renommee des Awards. Nur 20 Prozent der Einreichungen wurden von der internationalen Jury mit einer Auszeichnung bedacht; gar nur 1,3 Prozent trugen die höchste Auszeichnung – red dot: best of the best – davon. Zum red dot: design team of the year wurde das Designteam von Grohe unter der Leitung von Paul Flowers ernannt. Die Liste der in diesem Jahr unter die Besten gewählten Beiträge aus Österreich ist lang: EOOS erhielt gleich vier rote Punkte – für das Sofa Jaan Living, den Beistelltisch Oota Table und den Tisch Tadeo für Knoll sowie die Floatwanne Nahho für Duravit; drei Auszeichnungen sicherten sich Marte.

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1 Coop Himmelb(l)au: Central Los Angeles Area High School #9 for the Visual and Performing Arts 2 moving fire Designeröfen, arge 2: Bioethanol-Kamin »Flamgo Loft« 3 Ernst Beranek Design: »MAM Perfect« 4 Spirit Design: Feuerwehr-Kommunalfahrzeug »Der neue AT«

Marte Architekten: für das Open-Air-Museum Römervilla in Brederis, die Alfenzbrücke im Montafon und die Ausstellungsgestaltung in eigener Sache Concrete Works; ebenfalls drei red dots errangen das aws designteam – mit den Ski-  bindungen Head LX und Tyrolia SX sowie der Sprunggelenksorthese Malleo Sprint für Otto Bock – und Porsche Design –  mit den Skiern Amphibio WaveFlex 14 und 82 XTi für Elan sowie den Mokkasin-Schuhen P’1700 Cannes; Kiska punktete zweimal für Hilti: mit dem Rotationslaser PR 35 und dem Multidetektor PS 38. Weitere rote Punkte erhielten aka buna design consult für den Sonnenschirm Alpuro für Doppler; Alexander Gufler für den Stuhl Merano für TON; Coop Himmelb(l)au für die Central Los Angeles Area High School #9 for the Visual and Performing Arts; Cukrowicz Nachbaur Architekten für die GM Vitrine für Glas Marte; dottings Industrial Design für die Aromapots für Riess Kelomat; Ernst Beranek Design für die Schnuller MAM Perfect; moving fire Designeröfen & arge 2 für den Bioethanol-Kamin Flamgo Loft; und Spirit Design für das Feuerwehr-Kommunalfahrzeug Der neue AT für Rosenbauer International. Alle ausgewählten und prämierten Produkte und Projekte werden ausführlich in der Online-Ausstellung auf www.red-dot.de vorgestellt.

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Der internationale und interdisziplinäre Wettbewerb Faces of Design Awards prämiert keine einzelnen Gestaltungslösungen und Produkte, sondern den Gesamtauftritt und die Portfolios von Kreativen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Grafik, Web, Produkt, Raumgestaltung, Textil etc. Ziel ist es, die ausgewählten GestalterInnen international zu vernetzen und sie mit Auftraggebern in Kontakt zu bringen. Eine aufwändig produzierte Publikation kommt unter 1.200 mit Design befassten Entscheidungsträgern zur Verteilung, und auch eine umfassende Online-Galerie gibt Einblick in das Schaffen der DesignerInnen. Eine internationale Jury hat für das Jahr 2011 aus über 700 Einreichungen die 25 Besten ausgewählt: Sie kommen aus Bosnien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Israel, Kanada, den Niederlanden Norwegen, Österreich, Polen, Russland, der Schweiz, Slowenien, und den USA. In der Auswahl mit dabei sind die junge Wiener Designerin Gerda Gavari, deren Schwerpunkte im Industrial und Interior Design sowie im Mode- und Möbeldesign liegen, sowie das ebenfalls in Wien angesiedelte Designunternehmen GP designpartners, das seinen Auftraggebern nicht nur effiziente, innovative und ganzheitliche Produktlösungen in den Bereichen Industriedesign und Interaction Design anbietet, sondern auch designstrategische Beratung. Den drei Teilnehmern mit den meisten Punkten

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winkt eine Zusammenarbeit mit ihren Wunschauftraggebern. In diesem Jahr sind dies: Samuel Accoceberry aus Frankreich sowie Uli Budde und Böttcher+Henssler aus Deutschland, die alle in den Bereichen Produkt- und Möbeldesign tätig sind. Mehr über den Wettbewerb und die diesjährige Auswahl unter www.facesofdesign.com.

1 Gerda Gavari: Violine 2 GP designpartners: Blutzuckermessgerät »Wellion Calla« 3 Uli Budde: Tischlampe »Balloon« 4 Samuel Accoceberry: Stapelstuhl »Air Chair« 5 Böttcher+Henssler: Stehlampe »Coen«

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Österreichs Werber dürfen sich erneut über gute Erfolge auf   europäischer Ebene freuen: Die Jury des Art Directors Club of Europe vergab zweimal Gold für bereits auf nationaler Ebene ausgezeichnete Arbeiten – siehe www.creativclubaustria. at. Der CCA-Junior of the Year Bernhard Gigler darf sich nun ganz offiziell Young European Creative nennen. Er überzeugte mit seiner Arbeit Das interaktive Spendenplakat   für den Verein NeunerHaus. Draftfcb Partners konnte mit   den Wohnungsanzeigen für die Wiener Frauenhäuser nach CCA-Gold nun ebenfalls gelbes Edelmetall beim ACD*E holen. Zusätzlich wurden dreizehn Arbeiten aus Österreich in die Shortlist nominiert. Der ADC*Europe zählt 22 nationale Creativclubs zu seinen Mitgliedern, die aus über 900 bereits national prämierten Arbeiten Europas beste Werbung auszeichneten. Aus Österreich gingen knapp 80 CCA–Siegerarbeiten ins Rennen. In der fast 50-köpfigen Jury waren auch vier heimische Mitglieder vertreten. Der Grand Prix ging dieses Jahr nach Deutschland an Jung von Matt für die Kampagne Dortmund Concert Milk? für das Konzerthaus Dortmund. Nähere Infos unter www.adceurope.org.

6 Bernhard Gigler: »Das interaktive Spendenplakat« 7 Draftfcb Partners: Wohnungsanzeigen »Wiener Frauenhäuser«

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1 Verena Panholzer/www.wortwerk.at: Plakatserie »Ars Electronica Festival« 2 Verena Panholzer/www.wortwerk.at: Plakat »Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« 3 designgruppe koop: Buchserie »design|er|leben« 4 Linie 3 Design & Werbeagentur: Buchgestaltung »Anna Plochl« 5 screenagers: Website »www.dorettacarter.com« 6 Kellerkinder/Konkurbiene.com: Katalog »Uni:verse«

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Vor dem Sommer wurden die GewinnerInnen der European Design Awards 2011 bekannt gegeben. Eine mit 14 europäischen Designjournalisten und -journalistinnen besetzte Jury vergab unter den 951 Einreichungen aus 29 Ländern in 32 Kategorien 29 Mal Gold und 60 Mal Silber. Spitzenleistungen waren diesmal u. a. in der Kategorie Logo Design ausgeblieben. Aus der Alpenrepublik waren 40 Arbeiten ins Rennen gegangen, was gegenüber dem Vorjahr einer um nicht ganz ein Drittel rückläufigen Beteiligung entspricht. Österreich-Juror Martin Lengauer zu den inhaltlichen, gestalterischen und medialen Tendenzen im Kommunikationsdesign und zu nationalen Trends: »DesignerInnen achten mehr auf die Nachhaltigkeit ihrer Arbeit (ökologische Aspekte, Recycling, Produktion). Zum anderen scheinen mir viele Arbeiten wieder einen Deut mehr Inhaltlichkeit bzw. Reflexionen über Weltzustände im Allgemeinen und die Relevanz des eigenen Tuns im Besonderen zu enthalten. Die elektronischen Medien, insbesondere die Social Media, tragen dazu bei, Trends rascher als früher zu internationalisieren, die Relevanz nationaler Styles sinkt. Aufgrund unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen etwa in der Ausbildung gibt es aber bestimmte Designbereiche, die in manchen Ländern sensibler gehandhabt werden als in anderen. So verfügen DesignerInnen aus der Tschechischen Republik oder Polen über ein tieferes Verständnis von Typografie als Kolleginnen und Kollegen in   anderen Ländern. Der Vorsprung der Niederlande oder Großbritanniens im Bereich Webdesign scheint wiederum aufgeholt zu sein. Websites werden generell interaktiver, bloggiger, und dafür sind genug internationale Vorbilder vorhanden.« Aus österreichischer Sicht gibt es beachtliche Erfolge zu vermelden: Verena Panholzer/www.wortwerk.at holte einen Gold Award in der Kategorie Single Poster für Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen für den Amateurtheaterver-

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ein Thema in Marchtrenk sowie Bronze für eine Plakatserie für das Ars Electronica Festival in Linz. Hinter einem weiteren Gold Award in der Kategorie Book Layout, der allerdings nach Deutschland ging, steckt das Austrian Management Center Innsbruck: Das von Marc Stickdorn initiierte Buch This Is Service Design Thinking wurde von Jakob Schneider gestaltet. Bronze ging in dieser Kategorie an die Linie 3 Design & Werbeagentur für ein liebevoll gestaltetes Buch über Anna Plochl, die Frau Erzherzog Johanns. In der Kategorie Brochure gab es Bronze für Uni:verse, den Katalog der jährlichen Leistungsschau der Kunstuniversität Linz, aus der Kreativschmiede Kellerkinder/Konkurbiene.com. Die von designaustria initiierte und von der designgruppe koop in Deutschland konzipierte Buchserie design|er|leben, die Gestalter der Nachkriegszeit monografisch vorstellt, war der Jury einen Silver Award in der Kategorie Artistic Catalogue wert. In der Webkategorie Promotional Site heimste die Agentur screenagers einen Bronze Award für die Gestaltung der Website der Sängerin Doretta Carter, einer der bekanntesten Soulstimmen Wiens, ein. Die Hamburger Delikatessen Agentur für Marken und Design hat für die Brauerei Ottakringer die schwarze Flasche Ottakringer XVI designt und erhielt dafür Bronze in der Kategorie Packaging Alcoholic Drinks. In der Kategorie Printed Self-Promotion erhielt das Büro für Gebrauchsgrafik Struktiv einen Bronze Award für das unternehmenseigene Magazin [kon]struktiv. Sägenvier Designkommunikation holte Bronze in der Kategorie Signs & Displays für das Signaletik-System in den Firmengebäuden von 1zu1 Prototypen. In der Kategorie Student Projects erhielt Julia Stubenböck, Studentin an der »Graphischen«, Bronze für ihre Phänomenologischinfografische Untersuchung des Alltagsbegriffs. Eine komplette Gewinnerliste gibt es auf www.europeandesign.org.

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1 Struktiv: Magazin »[kon]struktiv« 2 Sägenvier Designkommunikation: Signaletik »1zu1 Prototypen« 3 Julia Stubenböck: »Phänomenologisch-infografische Untersuchung des Alltagsbegriffs«

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Wettbewerbe

Stadtgebiete sind komplexe Landschaften, in denen sich tagtäglich viele Menschen bewegen. Da ist geeignete Stadtmöblierung angesagt. Nach funktionalen Lösungen (Sitzgelegenheiten, Unterständen, Beschilderung, Mülleimern etc.), deren Volumen 2 x 3 x 3 Meter nicht übersteigen darf, sucht die Lissone Street Furniture Design Competition, die von der nahe bei Mailand gelegenen Stadt Lissone ausgeschrieben wird. Studierende und junge GestalterInnen unter 36 sind eingeladen, sich mit unveröffentlichten Entwürfen an diesem internationalen Wettbewerb zu beteiligen. Die Vorschläge müssen sich gut   integrieren und leicht auf- und abbauen lassen und mit wiederverwertbaren Materialen umsetzbar sein. Einsendeschluss ist der 26. September 2011. Die Teilnahme ist kostenlos. Vergeben werden drei Preise, die insgesamt mit 10.000 Euro dotiert sind. Die drei Gewinnerentwürfe werden als Prototypen umgesetzt. Die Ausschreibungsunterlagen stehen auf   www.museolissone.it bereit.

GrafikdesignerInnen und Studierende aus aller Welt sind eingeladen, bei der 10. Auflage des internationalen Wettbewerbs für Werbeplakate Francisco Mantecón teilzunehmen. Zu gestalten ist ein Plakat für die Weinkellereien Bodegas Terras Gauda in Spanien. Die Wahl des Themas ist frei, sollte jedoch auf das Produkt Weißwein Bezug nehmen und das Firmenlogo einbeziehen. Pro TeilnehmerIn sind zwei Entwürfe zugelassen, die sowohl auf CD-ROM als auch als Ausdruck zu übersenden sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Einsendeschluss ist der   30. September 2011. Eine Fachjury vergibt einen Hauptpreis in Höhe von 10.000 Euro sowie zwei Trostpreise in Höhe von   je 2.000 Euro. Ausschreibungsbedingungen auf www.franciscomantecon.com.

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Zu seinem 25-jährigen Jubiläum schreibt das in Wien beheimatete Internationale Institut für Informationsdesign (IIID), das sich der Förderung, Forschung und Wissenserweiterung in einer in der heutigen Welt unentbehrlichen Designdisziplin verschrieben hat, in Zusammenarbeit mit Axis Magazin und   dem Taiwan Design Center erstmals die IIID Awards aus,   die ab 2011 im Dreijahresrhythmus weitergeführt werden. Bis 10. Oktober 2011 können Designprojekte, die im Jahr 2010 abgeschlossen wurden, in 15 Kategorien (Gesundheitswesen, Leitsysteme, Verkehr, Corporate Design, Universal Design, Nachhaltigkeit, Konzepte etc.) eingereicht werden. Teilnahmeberechtigt sind GestalterInnen (auch Studierende) und deren AuftraggeberInnen. Die Projekte sind ausschließlich im PDF-Format einzureichen (bis zu zwei Seiten pro Projekt). Die Teilnahmegebühr pro Einreichung beträgt Euro 80,– für IIIDMitglieder, Euro 120,– für Nicht-Mitglieder und Euro 30,– für Studierende (in der Studenten-Kategorie). Eine internationale Fachjury vergibt einen Grand Prix sowie 15 Best-of-CategoryPreise und wählt weitere 75 Einreichungen (fünf pro Kategorie) für die Ausstellung und das IIID Award Annual aus. Die GewinnerInnen werden anlässlich des von 24. bis 30. Oktober 2011 in Taipei stattfindenden IDA Congress im Rahmen der Taipei World Design Expo präsentiert. Die detaillierten Ausschreibungsbedingungen stehen auf www.iiidaward.net bereit.

Der Caiazza Memorial Challenge, der im Rahmen der internationalen Stuhlmesse Promosedia abgehaltene Designwettbewerb für Sitzgelegenheiten, ausgeschrieben in Kooperation mit der Handelskammer Udine, geht in die nächste Runde. Er wendet sich an junge GestalterInnen der Disziplinen Design und Architektur unter 35 aus aller Welt und prämiert die originellsten, innovativsten und qualitativ überzeugendsten Lösungen. Es stehen zwei Kategorien offen: Stühle im engeren Sinn (ohne Armlehnen) und Sitzgelegenheiten (Lehnstühle,   kleine Sofas, Chaises longues, Hocker etc.). Einsendeschluss ist der 18. Jänner 2012. Bei den Entwürfen, die unveröffentlicht sein müssen, ist darauf zu achten, dass das Material Holz bei   der Umsetzung eine Hauptrolle zu spielen hat. Außerdem ist anzugeben, ob die Lösung für Wohn- oder gewerbliche Zwecke zum Einsatz kommen soll. Der Hauptpreis ist mit 3.500 Euro   dotiert, darüber hinaus gibt es zwei Ankerennungspreise zu je 500 Euro. Die Teilnahme ist kostenlos. Alle EinreicherInnen (auch die GewinnerInnen) bleiben EigentümerInnen ihrer Entwürfe. Die Ausschreibung steht auf der Website der Handelskammer Udine www.ud.camcom.it bereit.

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Bücher Blindtext

100 Beste Plakate ’10 – Deutschland – Österreich – Schweiz

Das Lesikon der visuellen   Kommunikation – Eine Collage

»Erzähle auf einem Plakat keinen Roman, denn niemand will sich auf der Straße kalte Füße holen.« Dieser Rat ist hundert Jahre alt und leistet als eine der Messlatten im Wettbewerb um die 100 besten Plakate (siehe den Bericht über die Ergebnisse in Ausgabe 2|2011) gute Dienste. Er verrät aber auch, was Kreative aller Bereiche der visuellen Kommunikation von den 100 Besten   Plakaten lernen können: die Botschaft auf den Punkt bringen. Dass es dabei durchaus vielschichtig zugehen kann, subtiler Humor immer punktet und ein bisschen Anarchie nicht schadet, beweisen die 100 Besten – zugleich 100 Manifeste – aus 2010 wieder eindrucks- und lustvoll. Bald sind sie übrigens auch in Österreich zu sehen: vom 6. bis 27. Oktober 2011 am Campus Dornbirn, von 30. November 2011 bis 15. Jänner 2012 in der MAK-Ausstellungshalle in Wien. Das Buch zum Wettbewerb und zur Ausstellung, herausgegeben vom Verein 100 beste Plakate, wurde dieses Jahr von L2M3 Kommunikationsdesign gestaltet. Erschienen im Verlag Hermann Schmidt Mainz in Deutsch/Englisch, Format 21 x 24 cm, Festeinband mit Covermotiv in zehn unterschiedlichen Farbmoirés, 228 Seiten mit ca. 220 farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-87439-821-3, Euro 35,80.

Zwei, die es wissen müssen, haben den vorliegenden Wälzer   wider die Zeit von Grafikdesignerin und Autorin Juli Gudehus mit Lobeshymnen überhäuft. Ulrich Stock meinte dazu in der »Zeit«: »Die Welt ist so bunt und interessant, es wäre zu schade, sie dem www zu überlassen. Und, ja: Gudehusens Suchergebnisse sind weit unterhaltsamer als die von Google. … Das   Lesikon ist eine Feier der Schwarte in Zeiten des Internets.« Dem schloss sich Jürgen Kaube in der »FAZ« an: »Selten war die Frage so überflüssig, wozu man so ein Buch braucht: Das Lesikon ist Inbegriff der Nützlichkeit von Lektüre, Gedanken anregend. Mehr Lob ist vermutlich gar nicht möglich. Jedenfalls nicht für ein Lexikon, das im Zeitalter von Wikipedia auf eigentümliche Weise die Ehre des Buches als einem Medium rettet, in dem man findet, was man nicht gesucht hat.« Erschienen im Verlag Hermann Schmidt Mainz, Format 23,7 x 16 cm, klebegebundene Broschur im Cabrio-Schuber, 3.000 hauchdünne Seiten, auf Bibel(!)druckpapier gedruckt, mit fünf individuellen Fundstücken der Alltagstypografie als Lesezeichen, 9.704 Begriffe und keine einzige Abbildung, ISBN 978-3-87439-799-5, Euro 103,–.

Graphic Design for Rainy Days Typodarium 2012 – The Daily Dose of Typography »A fresh font a day keeps Comic Sans away!« Vorsicht: Dieses Buch macht typosüchtig. Das wissen die Herausgeber Raban Ruddigkeit und Lars Harmsen, die sich seit Jahren aus der gesamten Vielfalt aktuellen Typedesigns ihre tägliche Dosis holen. Auch für 2012 haben die beiden typografische Delikatessen und solide Brotschriften zu einem Typo-Appetit anregenden Kalender zusammengetragen, der übers Jahr den Schriftenkoffer schwerer und das Gestalterleben leichter macht. Als Sonderfarbe für 2012 hat sich leuchtendes Magentarot durchgesetzt. Erschienen im Verlag Hermann Schmidt Mainz, Abreißkalender zum Aufstellen oder Hängen mit 366 Fonts aus über 30 Ländern und allen Feiertagen dieser Staaten, Format 8,5 x 12 cm, 384 Blatt, beidseitig bedruckt, verpackt in einer Sammelbox zum   Archivieren der Schriftmuster, EAN 4260172810272, Euro 17,30.

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Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr mit dem Buch »Hyperactivitypography« haben Studio3 Westerdal School of Communication und Arctic Paper Norwegen ein neues, interaktives Buch produziert und herausgebracht, das zum Mitmachen einlädt. Es handelt sich um eine Geschichte des Grafikdesigns von 1776 bis 1994, in deren Verlauf man von wichtigen Persönlichkeiten und Ereignissen erfährt. Erzählt wird die reich illustrierte Geschichte von einem alten Grafikdesigner, der auf diese Weise mit seinem Enkel durch die Zeit reist. Gedruckt wurde   auf der ungestrichenen Papierfamilie Munken Design von   Artic Papier. Erhältlich im Munken Shop von Artic Papier auf http://shop.arcticpapier.com/books für Euro 13,–.

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Material & Bedarf

Cocoon: Die perfekte ökologische Veränderung Mit Cocoon stellt die Antalis Austria GmbH eine neue, innovative und umweltfreundlich produzierte Papierqualität vor. Das hochweiße Papier besteht aus FSC-zertifizierten und zu 100 Prozent aus recyceltem Altpapier (post-consumer-waste) hergestellten Rohstoffen. Die hohe Weiße des Papiers wird durch einen mehrstufigen Reinigungsprozess erzielt. Damit eignen sich die in den Bogendruckformaten 45 x 64 und 70 x 100 cm (Breit- und Schmalbahn) verfügbaren Papiere für Anwender, denen ökologische Aspekte beim Einsatz ihres Papiers wichtig sind, ohne dass sie Abstriche bei der Qualität machen müssen. Cocoon zeigt sich aber nicht nur bei den Formaten, sondern auch bei den Flächengewichten flexibel: So sind – formatabhängig – Grammaturen von 80 bis 350 g/m2 in Offset- und Preprintqualität erhältlich. Daher eignet sich das Papier auch für unterschiedlichste Anwendungen. Neben Handbüchern, Broschüren, Geschäftsberichten, Kalendern und Pressemappen lässt sich Cocoon auch in den Bereichen Geschäftsdrucksachen und Direct Marketing oder zur Herstellung von Rechnungsformularen einsetzen. Das Papier kann dazu natürlich problemlos im Offsetverfahren bedruckt werden. Passend zum CocoonSortiment sind perfekt abgestimmte Briefumschläge erhältlich. Bei den Briefumschlägen kommt erstmals eine glasklare Fensterfolie aus nachwachsenden Rohstoffen zur Anwendung, die vollständig biologisch abbaubar und kompostierbar ist. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Bestellen Sie Muster oder verlangen Sie weitere Informationen bei Antalis. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen gerne an Christian Kusstatscher.

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Informationen über Antalis

Antalis ist die führende europäische Großhandelsgruppe für den Vertrieb von modernen Kommunikationsträgern und Verbrauchsgütern: Papiere und Medien, Produkte für das moderne Büro, Verpackungen und Hygieneartikel, Produkte für die visuelle Kommunikation. Diese Marktposition verdanken wir nicht nur den erstklassigen Produkten, sondern auch den umfassenden, ausgesprochen kundenorientierten und flexiblen Dienstleistungen. Durch die Zugehörigkeit zu einer starken, international vernetzten Gruppe kann Antalis zahlreiche Vorteile anbieten: bessere Einkaufsmöglichkeiten bei Menge und Qualität, eine große Produktvielfalt, rasche Verfügbarkeit dank des Zugriffs auf die Lagerbestände anderer Antalis-Gesellschaften, eine effiziente Infrastruktur sowie hohe Fachkompetenz und ein über Jahre aufgebautes Know-how. Das Leistungsspektrum umfasst auch eine Vielzahl an Services, so u. a. einen Muster- und Zuschneide-Service und ein ausgewiesenes Fachberater-Team. In Österreich sind 90 (weltweit rund 6.000) MitarbeiterInnen an drei Standorten – Wien, Linz und Innsbruck – beschäftigt. Als verlässlicher Partner wollen wir jederzeit die notwendigen Ressourcen bereitstellen. Mit Engagement setzen wir uns für ökologische, umweltschonende Produkte ein und übernehmen die soziale Verantwortung in unserem Unternehmen.

Antalis Austria GmbH

Obachgasse 32 1220 Wien T (01) 250 70 245 E Christian.Kusstatscher@antalis.at www.antalis.at

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Service Erfrischende/r GrafikdesignerIn gesucht Erfahrene Designagentur mit hohem Gestaltungs- und Qualitätsanspruch bietet eine abwechslungsreiche Tätigkeit in der Entwicklung und Umsetzung von Corporate-Design-Projekten. Wir suchen ein gestalterisches und konzeptionelles Talent mit Verantwortungsbewusstsein. Eine abgeschlossene grafische Ausbildung ist Voraussetzung. Nach einer Einarbeitungszeit   arbeiten Sie eigenständig und lösungsorientiert an Projekten, von der Konzeption bis zur Umsetzung. Richten Sie Ihre Bewerbung bitte an:

heiderklausner designagentur

Schönbrunner Straße 38/8 1050 Wien E office@heiderklausner.at www.heiderklausner.at

Arbeitsplatz in Bürogemeinschaft zu vergeben im Bereich Architektur/Grafik in Wien VII., Ruhelage, Loft, Gartenblick, sommerkühl. Nutzung der gemeinsamen Infrastruktur, projektbezogene Zusammenarbeit möglich. Monatliche Kosten: Euro 300,– netto. Interessenten melden sich bei:

Architekt Johannes Kraus

M 0699 171 82 494

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Brainds sucht Senior Art DirectorIn Erfolgreiche Marken ohne exzellentes Design sind für uns nicht denkbar. Wenn Sie sich Ihrerseits hervorragendes Design nicht ohne strategischen Bezug vorstellen können, würden wir Sie gerne kennen lernen. Die Kombination aus anspruchsvollem   Design und markenstrategischer Beratungskompetenz macht Brainds zu Österreichs führender Brandingagentur. Als einer der Markenpioniere im deutschsprachigen Raum erzielen wir überdurchschnittliche Qualität für anspruchsvolle Kunden in einem außergewöhnlichen Ambiente. Damit unser Wachstum nicht zulasten unserer Qualitätsansprüche geht, suchen wir eine/n Senior Art DirectorIn mit solider, professioneller Erfahrung in den   Bereichen Corporate Design und visuelle Kommunikation. Wir erwarten von Ihnen, dass Sie unsere Kunden kompetent beraten und Designteams zu erstklassigen Ergebnissen führen. Sie   begegnen Gestaltungsaufgaben mit gleichermaßen handwerklicher wie formal ästhetischer Sicherheit. Konzeptive Stärke, profundes Know-how in Kommunikation sowie Begeisterung   für strategisches Denken und Handeln zeichnen Sie aus. Sie   verfügen über hohe Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit. Ihre Gestaltungsleidenschaft zeigt sich unter anderem durch   Ihren Mut, konzeptionell auch Neuland zu betreten. In Präsentationen können Sie außergewöhnliche Lösungen argumentieren und für das designerisch Herausragende kämpfen. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung in einer Spitzenposition und die Chance, ein engagiertes Team durch Ihre   Kompetenzen zum Erfolg zu führen. Wenn Sie sich zutrauen, dieser Aufgabe mit Begeisterung zu begegnen, senden Sie   bitte Angaben zu Ihrer Person sowie möglichst aussagekräftige Arbeitsproben an:

Brainds Carmen Doerr

E jobs@brainds.com www.brainds.com

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Impressum Herausgeber und Verleger designaustria, DA, gegründet 1927, ist die Berufs- und Interessenvertretung sowie das Informations- und Wissenszentrum für Design und engagiert sich für Österreich als Designnation. designaustria vertritt nationale Interessen in internationalen Organisationen und ist Mitglied des International Council of Graphic Design Associations, ICOGRADA, des International Council of Societies of Industrial Design, ICSID, und des Bureau of European Designers Associations, BEDA. Vorstand Martin Fößleitner, Wien Günther Grall, Salzburg Rudolf Greger, Wien Marcus Haas/Michael Thurow, Korneuburg Sigi Ramoser, Dornbirn Geschäftsstelle designaustria, designforum Wien Museumsplatz 1/Hof 7, 1070 Wien, Telefon (01) 524 49 49-0, Fax (01) 524 49 49-4 E service@designaustria.at, www.designaustria.at Geschäftsführer: Severin Filek Büro: Katharina Beran (Assistenz der Geschäftsführung), Brigitte Willinger (Redaktion & Projekte), Ulrike Willinger (Service & Projekte) Redaktion Brigitte Willinger und Severin Filek, Museumsplatz 1, 1070 Wien Fotos Die Rechte liegen bei den beitragenden DesignerInnen, Institutionen, VeranstalterInnen, Verlagen etc. bzw. bei deren FotografInnen. Namentlich wurden uns genannt: Petra Rainer (Glasfassade Bregenzer Hafengebäude), Hanna Haböck (Kurt – Pure Frozen Yoghurt), Christina Hausler (Staatspreis Design/Aromapots); MAK/Nathan Murell (Industriemöbel/Hocker), MAK/Georg Mayer (Industriemöbel/Werktisch und Garderobe), Bundesmobilienverwaltung/Edgar Knaack (Intime Zeugen/Bidet, Waschtisch, WC), Technisches Museum Wien (Intime Zeugen/Sitzbadewanne); David Payr (Vienna Design Week) Layout und Artdirektion zeitmaß, Sandra Steiger Kandlgasse 16, 1070 Wien Papier Umschlag: Cocoon 200g/m2, Kern: Cocoon 120g/m2,   zur Verfügung gestellt von Antalis Austria GmbH,   Obachgasse 32, 1220 Wien Belichtung, Druck und Endfertigung Advice Printservice GmbH, Liesinger-Flur-Gasse 8, 1230 Wien Prospektbeilagen sind nur für den Inlandsversand vorgesehen, nach Maßgabe der uns zur Verfügung gestellten Stückzahl. Wir bitten um Verständnis. ISSN 1022-9566 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur

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Plywood by Tomas Kral, 2007

www.vienna designweek.at

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PTA-Zulassungsnummer 02Z032526M

P.b.b. Verlagspostamt 1070 Wien

christofnardin.com / Photo: Franรงoise Pirenne

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designaustria-Mitteilungen #1_12, Thema: Information Design

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