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Design Thinking II … Staatspreis Design & Sonderpreis DesignConcepts 2015 … DA-Studioporträt: 13&9 … Ausstellungen: Size Doesn’t Matter & The Happy Show von und mit Stefan Sagmeister … VIENNA DESIGN WEEK 2015 … 50 prämierte Einreichungen aus Österreich: Red Dot Award: Product Design 2015 … Bücher: KISKA: 25 Years Designing Desire, by: EOOS

da

mitteilungen

Illustration »Design Thinking« von Philip Reitsperger (Ausschnitt) & Visual »Design Thinking« von Monika Hestad

2015


INHALT | _ 03 Liebe Kolleginnen und Kollegen | _ 04 Editorial

Design Thinking

12

| _ 05 A Curious Wanderer | _ 06 Undercurrents | _ 07 On Design Thinking, Part Two: Experiment and Experience | _ 09 Positioning Designers in Culture-Driven Innovation | _ 10 A Design Approach to Innovation

Ausbildung

| _ 11 Neuer Lehrgang Buchgestaltung an der NDU

Staatspreis Design 2015

| _ 12 Staatspreis Design & Sonderpreis DesignConcepts 2015 | _ 15 Shortlist

DA Inside

| _ 17 designaustria-Ausstellung: Angewandt und Alltäglich | _ 18 MitgliederBergfest im designforum Wien | _ 19 Mitglieder-Service online | Honorar- und Gehaltsreport 2014 | Neue SVA-Mindestbeiträge für Selbstständige

DA-Studioporträt

18

| _ 20 13&9

Members@Work

| _ 23 Henry Steiner | _ Stefan Gutternigh | _ 24 René Andritsch, Katharina Gattermann & Irene Persché | Studio es | _ 25 Viktoria Platzer | Monika Legenstein-Gaisbacher | _ 26 Christian Stanek | Design Ballendat | Spirit Design

Ausstellungen

| _ 28 »Size Doesn’t Matter!« – Design aus Estland | Walk of Fame | _ 29 Simple – Die neue Einfachheit | Stefan Sagmeister: The Happy Show | _ 30 Christoph Niemann: Unterm Strich | _ 31 100 beste Plakate Deutschland, Österreich, Schweiz

20

Veranstaltungen

| _ 32 VIENNA DESIGN WEEK 2015 | Vienna Biennale 2015 | _ 33 Symposium »Stadt.Land.Schluss.« | blickfang Wien 2015

Erfolge

| _ 35 Red Dot Award: Product Design 2015

Bücher

| _ 36 KISKA: 25 Years Designing Desire | by: EOOS | _ 37 Martin Mostböck: AID ArchitectureInteriorsDesign | Werner Hölzl: Den Dingen Gestalt und Farbe geben | _ 38 Europapier Austria / PERGRAPHICA® von Mondi | _ 39 Impressum

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Liebe Kolleginnen und Kollegen Tirol grüßt Wien, Wien Vorarlberg, Vorarlberg die Steiermark, und alle zusammen grüßen Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und das Burgenland. Über Zagreb, Pilsen, Mailand und viele andere Stationen machen wir uns auf den Weg nach Taipei. Und dann wieder zurück zu Bergfesten und Feierlichkeiten: ein Miteinander, ein Treffen, Austausch, Anerkennung und Respekt von, unter und zwischen ZeitgenossInnen und Altvorderen, lernend, polarisierend, wegbereitend, innovativ, inspirierend.

Der designaustria-Vorstand: Sigi Ramoser, Monika Fauler, Markus Hanzer, Beatrix Roidinger, Martin Fößleitner (von links nach rechts)

Shuij Otsu, ein Kollege aus Japan, sagte: »Wenn Informationen fließen, entstehen Werte.« Zwölfhundert Mitglieder schaffen große Werte, im kleinen Team und gemeinsam im großen. Kommen wir also öfter zusammen, um einander kennenzulernen, Kontakt aufzunehmen, zu reden, zu planen, zu schaffen und zu feiern – etwa bei den Ausstellungseröffnungen in den designforen Wien, Vorarlberg, Steiermark und Salzburg, bei den designaustria-Mitglieder-Events, die im Rahmen unserer Ausstellungen stattfinden – so am 03.09.2015 um 18.30 Uhr die Lesung »Tiroler Schnitzel & Wiener Speckknödel« von Eva Maria Gintsberg anlässlich der Finissage von »Ikonen und Eintagsfliegen – Arthur Zelger und das Grafikdesign in Tirol« –, sowie bei unseren Workshops, Vorträgen und Veranstaltungen, bei Symposien wie »Stadt. Land. Schluss« von Andreas Koop von 07.–09.10.2015 im Allgäu oder der Preisverleihung zum Staatspreis Design & Sonderpreis DesignConcepts 2015 am 23.09.2015 in der Arena 21 im Wiener MuseumsQuartier samt der anschließenden Ausstellungseröffnung »Walk of Fame« (ab 20.30 Uhr) im designforum Wien. Infos in dieser Ausgabe sowie regelmäßige Updates auf www.designaustria.at und www.designforum.at. Schön, mit so vielen anderen bei designaustria zu sein! Der DA-Vorstand und die DA-Geschäftsstelle


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Editorial In dieser Ausgabe setzen wir wie angekündigt mit Gedanken und Ausführungen zum Thema Design Thinking fort und bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei Initiator Philip Reitsperger, der auch eine eigens angefertigte Illustration zur Verfügung gestellt hat, sowie bei seinen KollegInnen, allesamt internationale ExpertInnen mit unterschiedlichen Backgrounds, die hier eine umfassende und in der Designpraxis verankerte Sichtweise einer nicht unumstrittenen Materie anbieten. Ein zweiter Schwerpunkt ist dem Staatspreis Design 2015 gewidmet: Wir berichten über die Jury und veröffentlichen die Shortlist, aus der bei der Preisverleihung am 23. September 2015 die GewinnerInnen verkündet werden. Natürlich werden alle ausgewählten Projekte auch heuer wieder in einer Ausstellung im designforum Wien und in einem zweisprachigen Katalog (D/E) präsentiert. Wir freuen uns, das Magazin »moreTHANdesign« als Medienpartner für den Staatspreis gewonnen zu haben. designaustria-Mitglieder haben die Möglichkeit, ein Jahresabo des Magazins zu einem um 10% ermäßigten Preis zu beziehen (Euro 49 statt 59), und erhalten eine Flasche »Magnum Szigeti« als Draufgabe (siehe dazu das Inserat im Heft und www.morethandesign.at). Neben spannenden Projekten unter »Members@Work« und zahlreichen Herbstaktivitäten – von interessanten Ausstellungen im designforum Wien und im MAK bis hin zur VIENNA DESIGN WEEK, während der designaustria wieder als einer der zahlreichen Programmpartner auftreten wird, stellen wir in diesem Heft auch mehrere Bücher vor, in denen designaustria-Mitglieder ihr Schaffen in höchst eindrucksvoller Weise präsentieren.

Nach Redaktionsschluss haben uns noch zwei wichtige Herbsttermine erreicht: Die Alliance Graphique Internationale (AGI) hält ihren Kongress zum Thema »Coexistence« in diesem Jahr in Biel/Bienne in der Schweiz ab, und zwar am 21./22. September 2015: eine einmalige Gelegenheit, die internationale Top-Class-Grafikschau einmal live mitzuerleben, denn die nächsten Stationen sind Seoul und New York. Für Studierende kosten zwei Tage unschlagbare CHF 80, für Sparefrohs werden Unterkünfte im Zivilschutzbunker angeboten: http://2015.agi-open.com. Und am 26. Oktober 2015 startet die Teilnahmephase des Red Dot Award: Product Design 2016. Der internationale Wettbewerb, bei dessen vergangener Ausgabe Österreichs DesignerInnen überaus erfolgreich abgeschnitten haben (siehe unter »Erfolge«), ermittelt mithilfe einer 40-köpfigen Fachjury die besten Produkte des Jahres. 31 Kategorien bieten Raum für die große Vielfalt der Disziplin. Am 9. Dezember 2015, dem Young Professionals Application Day, haben DesignerInnen, deren Abschluss nicht länger als fünf Jahre zurückliegt, die Möglichkeit, sich um einen der 50 kostenfreien Anmeldeplätze zu bewerben. Die Early-BirdEinreichfrist endet mit 4. Dezember 2015: www.red-dot.de/pd. Die Redaktion


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Design Thinking

Philip Reitsperger: Illustration »Design Thinking«

A Curious Wanderer Our intention is to affirm this life, not to bring order out of chaos nor to suggest improvement in creation, but simply to wake up to the very life we’re living, which is so excellent once one gets one’s mind and one’s desires out of its way and lets it act of its own accord. (John Cage, »Silence: Lectures and Writings«, 1967, p. 95)

Navigating uncertain environments is a key skill for success and innovation today – and has always been. This is beautifully reflected in the book »The Island of the Day Before« (1994), in which the author and semiologist Umberto Eco tells a story about the beliefs and actions that are necessary to get somewhere unexpected but intended. The book’s plot is about the discovery of the Longitude, the geographical determination of a coordinate between east and west. Before the 20th century discoverers, sailors, and merchants navigated the unknown, mysterious seas mostly by knowing about their latitudinal position. This knowledge was combined, of course, with imprecise and improvised measurements, so that guesswork, intuition, and expertise were the crucial factors in financial and political domination for a long time. The mathematician, astronomer, and physicist C. S. Peirce was the first to explicate this form of reasoning – abduction. Peirce saw abduction as the generation of new hypothesis to explain observed phenomena partly by guesswork or speculation – with intuition functioning as a driver for new discoveries. Today business leaders and design strategists from various backgrounds call for an abductive approach labelled »Design Thinking«, in which design’s strategic qualities should help organisations navigate to an opaque and uncertain future. Guesswork is, without doubt, ever important in our world. Geographically we know where we are – or at least the little computer in our pocket consumed by the desire to tell us does – but when we expand the idea of geographical mapping from the context of physical locations to markets, meanings, and emotions, we quickly encounter how limited our theories and practices are. Fortunately many management, design, and innovation books are there to help and lead the way; but the often-promoted

ten simple rules to innovation are a two-faced game, as are the many Design Thinking guidebooks that should lead non-designers to a brighter, more human centered approach and more successful business. Yet the connection between design and innovation feels more relevant recently. This is due to a surge of interest in design processes led by organisations and a changing business mind-set since the crises of 2007. Design and innovation have been linked ever since. Before everything else, the role of designers in the last century was to produce and create new and desirable products, services, and experiences for the markets of the Western World and therefore was always a part of the research and development cycle (Papanek, 1985). The beauty of design, though, its multifaceted practice and thinking, has changed over time. Design, designers’ sense making, their social class and environment have been constantly shifting with culture’s assimilation and rejection of the profession (Julier, 2014). This has led to a culture of design that does not follow a linear evolution, but rather a layering one (Heskett, 2005) and is therefore recognised from distinctively different perspectives. Today, Design Thinking is often experienced as a new approach, although the architect Peter W. Rowe first mentioned the term in 1987. The premise is that management practitioners will profit from practices and behaviours used in design within a decision-making context through three principal means. Firstly, in terms of frame creation through the investigation of themes, secondly by using design-specific skills like prototyping, and thirdly by approaching management problems like designers approach design problems. From a design theoretical perspective however, the concepts behind the term have been widely discussed from various viewpoints since the early seventies. Since then the approach has become so blurred that various discourses stress its importance and declare ownership over the term. This has led to an ambiguity that leaves designers today confronted with another attack on their expertise. The democratisation of design’s tools since the early nineties in form of accessible software and hardware has further progressed into design’s very thinking. Design expertise, however, is certainly more than designers’ thinking, and there is no single definition of design and no branch of professional practice that would adequately cover the diversity of methods gathering under design’s label (Buchanan, 1992, p. 5). Throughout the last two years I have experimented with Design Thinking beyond its funnelled and simplified approaches. Coming from a design background, I was curious about finding out what design changes in management and how designers change working in an atypical, multicultural, and multidisciplinary environment. Translating design practices into management is a good start; however, there is more to conquer than a new selling proposition for design. Firstly, designers need to recognise the shift of ownership of their practices and define themselves recognisably beyond what a designer is now often expected to be. Secondly, designers have to identify their own skills between analysis and creativity and manage to navigate seamlessly between them. Strategic approaches, managing various environments, and synthesising knowledge and ideas on micro and macro


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levels (Hill, 2014) are a good start. Thirdly, designers have to learn a common language across discourses and understand their practice as social acts in collaborative environments, as a social entity. This might allow them to use their design abilities far beyond the drawing board or the interface in the typical design studio. Finally, designers have to be able to communicate the importance of exploration and pace in order to develop perspectives into the future that are imaginative and feasible at same time. Experienced in multidisciplinary teams, Design Thinking is only one approach of many and is only as good as its practitioners. The designer’s position is a fascinating game of mind-sets and masks that has to be learnt and applied. Facilitation, be it graphically or conceptually, is one of them. Furthermore, mediation between professional and theoretical standpoints is a core skill. Education, which has been a part of the design professions for a long time, accompanies the two others. The role of the design manager might therefore be one of a designer working between discourses as a translator of concepts and ideas – someone who facilitates and socially enriches group esteem and culturally maps the inside as well as the outside of organisations: a practitioner that creates striking concepts between creativity and analysis that are elaborated both technically and intellectually; and a curious wanderer of the world who is a fire starter igniting colleagues to trust their creative intuition. In order to reflect these exciting interpretations emerging at the boundaries of design and innovation, I asked colleagues and friends of mine to share their opinion and thinking. I hope these perspectives will foster the dialogue on Design Thinking in Austria and contribute to discourse in an inspiring way. (Philip Reitsperger)

_ R . Buchanan, »Wicked Problems in Design Thinking«, in: »Design Issues«, vol. 8(2), 1992, pp. 5–21 _ J. Cage, »Silence: Lectures and Writings« (2nd ed.), Cambridge [Mass.]: Massachusetts Institute of Technology, 1967 _ U. Eco, »The Island of the Day Before«, UK: Secker & Warburg, 1994 _ J. Heskett, »Design: A Very Short Introduction«, Oxford: Oxford University Press, 2005 _ D. Hill, »Dark Matter and Trojan Horses: A Strategic Design Vocabulary«, 2014 _ G . Julier, »The Culture of Design« (3rd ed.), London: SAGE, 2014 _ V. Papanek, »Design for the Real World: Human Ecology and Social Change« (2 ed.), London: Thames & Hudson, 1985

Philip Reitsperger is an innovation and design strategist practicing in Vienna and London. He holds a Mag. art. from the Vienna University of Applied Arts (2009) and an MA in Innovation Management form Central Saint Martins London College of Arts and Design (2015). He has recently published a paper on »Design Thinking and Education« for Learn x Design 2015 Chicago. Philip runs his own company, Spectral Peak, an Austrian based design and innovation management consultancy that connects to an international context to relate cultural insights, users, and knowledge. www.philipreitsperger.com, www.spectralpeak.com

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Donaustrudel (»Strudengau«, Kupferstich, aus: »Physikalische Beschreibung der flüssigen Oberfläche des Erdkörpers« von J. G. Stummer, 1823)

Undercurrents Like sailors we are who have to rebuild their vessel at sea, without ever being able to disassemble it in the docks and rebuild it from the best parts available.1 (Otto Neurath, 1932)

Innovation is a process that only takes place when undercurrents of creative practice are respected in their individual powers. It is difficult to define one leading way of thinking. An ideal flow is needed for each task, and this flow changes constantly. The boat is in motion, and the undercurrents demand respect, so flexibility is needed. I grew up in Vienna. Vienna is situated on the River Danube. I was always told: »Stay away from the river. It’s dangerous to swim in the beautiful Danube.« So I did stay away, but was still curious about the forces in the seemingly calm water: flat like the skin of a sleeping snake. They said it’s because of the flow of the water, it looks calm, but below the surface there are forces taking you out of control. And today I am reminded of that. I think this is what is needed to get things moving. Actions only happen if one is challenged by something unpredictable. Take a boat, a boat as a discipline. It’s important to row it with an easy hand – and with rigour and force. If you do that, and if you are a team, then you might be more in the flow than others, whoever they are – or you might at least be flowing as smoothly as they are. There are more boats, boats of scientists, of artists, of experts in the humanities, and of all the other disciplines, habitually defined and esteemed experts in their respective areas. And who are we? Without all those others, we would be drowning. But some of us also need to take the risk, need to step out and try to swim. Support has to be provided for those taking the risk. In the beginning, children only dive. This is risky. And we are there, helping and safeguarding them. We need to dive and swim, we need to reach out for the undercurrents. Sometimes we are below the surface for quite a while. But it’s remarkable how far one gets. I’ve frequently seen some of the others appear far away, but close to another boat. The artist becomes the scientist, the magician, the mathematician.


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The term innovation as defined by the Angewandte Innovation Lab is understood exactly along these lines: in flux and constantly challenging itself and others. It’s a boat. Recently this boat has been put to water, a boat on the river. And now we are invited to explore our mutual curiosity in the wish to know what is below. No need to be scared of the neighbouring boats, of the fact that water is wet and innovation is new. And yes, sometimes a start is scary. Usually one says at the end of an article: end. I prefer: jump! And maybe afterwards we may have better parts at hand to build the boat we started out from, but with new features. Maybe one can only use the given, but when you realise that you are not alone, you can exchange parts and assemble new boats, and maybe you can call this innovation.

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»Light Bulb Experiment«

(Alexander Damianisch)

1 O riginal: »Wie Schiffer sind wir, die ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können.« Otto Neurath: »Protokollsätze«, in: »Erkenntnis«, Band 3,

On Design Thinking, Part Two: Experiment and Experience

1932/33, S. 206.

Alexander Damianisch ist promovierter Germanist und leitet an der Universität für angewandte Kunst Wien die Abteilung Support Kunst und Forschung. Zu seinem Tätigkeitsbereich gehören strategische, konzeptuelle und administrative Unterstützungsmaßnahmen. Er ist Vorstandsmitglied der internationalen Society for Artistic Research und gehört dem Angewandte Innovation Lab an. Er hat in Moskau und Durham unterrichtet und war in Berlin und Stuttgart im Bereich Kulturmanagement tätig. www.dieangewandte.at

Never interpret: experience, experiment. Gilles Deleuze, »Breaking Things Open, Breaking Words Open«

Simply focussing upon thinking is never going to get you anywhere. Even Immanuel Kant, philosopher extraordinaire, realised this. »Gedanken ohne Inhalt sind leer«, he writes in »Kritik der reinen Vernunft«, »Anschauungen ohne Begriffe sind blind« (A51 B75). Design Thinking is empty and always has been, even when it has been good. Add intuition to your thinking, something sensational, get away from an empty design and back to designing: a full collision between thinking and feeling, theorising and doing… but I’m a little ahead of myself. If it is problematic to propose thinking and doing as able to be pursued separately, it is worth looking more closely at the supposed split between thinking and doing in the first place; even if this means rejecting dear old Kant (as well as lucrative Design Thinking). Some philosophers have refused to follow such a bifurcation (for example, Alfred North Whitehead, Étienne Souriau), proposing instead a multiplicity of modes of existing, and those of us involved in design and innovation would do well to take note. What if designing were not distinguished in terms of doing and thinking, being pragmatic or conceptual, functional or symbolic, and was simply designing with a wondrous array of materials at its fingertips? Materials that were themselves full of energy and interest (in different degrees of course) and already in multiple relationships with each other, and everything. Designing can become anything, can impact anywhere. It need not be nailed to the floor, under the auspices of any one system. This is philosopher Gilles Deleuze’s point in the epigram to this piece above. Interpretation leads you down very constrained pathways: thinking and thinking and thinking and so on. Experimentation and experience is key (the French word expériment covers both of these English terms). One time champion of Design Thinking, Bruce Nussbaum famously declares it a »failed experiment« (2011) and that it was time to move on to the more fundamental issue of creativity. (He


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was having a book published the following year on this topic.) While this seems fickle, or even strategic, there is an interesting designerly move here. Experiment, see what works, what does not, and pick up on the successful bits, those that stick. Out of all the claims made for Design Thinking it is the creativity that matters, that has been most successful. The gestures Design Thinking made towards »humanism« (Nussbaum’s interpretation) were on the back of methods design had borrowed from other practices all along: anthropology, psychology, sociology, and even philosophy. There is nothing wrong with this, of course, and shows that design has always been creative, taking ideas, practices, concepts, sensations and so on, from a whole host of other places to mesh into something new. According to its own experience – of itself, the work it is focussing upon, its relation to others – it assembles the best ways to practise. Here is design taking another tack: away from being identified under systemic and controlling schemas, towards dynamic and metamorphosing ones. While there might be some ways of identifying creativity – as flow (Czikszentmihály) or abduction (Peirce), for example – its dynamic character might be the thing worth emphasising. Creativity can be all these, and other things, and can change. Design is the same. And because of this, I prefer to call it designing : design seems too monumental, too rigid, and is only problematised by change, whereas change is fundamental to its make-up. Designing is borne of change and delivers change endlessly. This is the legacy of its participation in creativity. It thinks, does, conceptualises, idealises, functionalises, and forms. Designing has no beginning and no end. We, designers, innovators, everyone, always enter into the middle of designing. Designers take hold of a number of ways of practicing and see what happens. Innovators too. And there’s more. Designing is immersed in the generation of experience. In giving us, all, things about which we are concerned – from everyday, thoughtless-use things, to special, meaningful ones – designing gives us the opportunities according to which we generate our own modes of experience and experiment. This is the crux of my argument. Designing is an act of experiment and experience that should promote experiment and experience. In his masterful The Birth of Physics, Michel Serres writes that »Form produces forms, the productive agent and the product each causing the other« (p. 106). The creative outputs of creative activities should open up the possibilities for creativity in the milieus in which they operate. If this is not done, or even closed down around firm identities, then designers, innovators, and anyone being creative will do nothing except stagnate and die. So think on this: designing is a response to, and generator of creative modes of experience, neither of which can be done by thinking alone. Or by doing, for that matter. It is time to create multiple possibilities for increasing the creative intensities of us all. This will be achieved by colliding many different modes of experience (and experiment) into each other, which will be another story.

A note on the text An article called »On Design Thinking, Part One: From the Empty to the Full« was published in 2010 on the blog <whendesignmeetsinnovation.com>, which is no longer active. A copy of this can be found on my academia.edu site: https://csm-arts.academia.edu/JamieBrassett. More of these ideas about designing and philosophy are to be found in the introduction to »Deleuze and Design« (forthcoming 2015), as well as my own chapter for this volume: »Poised and Complex: the Becoming Each Other of Philosophy, Design and Innovation«. (Jamie Brassett)

_ G . Deleuze, »Breaking Things Open, Breaking Words Open«, in G. Deleuze, »Negotiations 1972–1990«, trans. M. Joughin, New York: Columbia Press, pp. 83–93, 1995 _ Immanuel Kant, »Kritik der reinen Vernunft 1«, Frankfurt am Main: Suhrkamp, [1787] 1956 _ B. Marenko and J. Brassett (eds.), »Deleuze and Design«, Deleuze Connections Series, Edinburgh: Edinburgh University Press, (forthcoming 2015) _ B. Nussbaum, »Design Thinking Is a Failed Experiment. So What’s Next?«, 2011, available from: http://www.fastcodesign.com/1663558/design-thinking-is-afailed-experiment-so-whats-next _ M . Serres, »The Birth of Physics«, trans. J. Hawkes, Manchester: Clinamen Press, [1977] 2000

Jamie Brassett is currently Subject Leader and MA Course Leader Innovation Management at Central Saint Martins, where he has worked for 20 years, across most of its art and design provision. With a PhD in Philosophy from the University of Warwick (1993), Jamie has been writing, lecturing and presenting since the late 1980s on philosophy, art, design, and innovation. He is currently working on style, affect, modes of existence, and speculative machines. He has also consulted globally on innovation management, design research, and design education and currently runs with John O’Reilly a futures agency called »Swerve«. www.arts.ac.uk


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»Sherlock Holmes«, © Doofi

Positioning Designers in CultureDriven Innovation Innovation at its very core is defined by its success – the extent to which a new product or service is meaningful, resonates with people, and becomes seamlessly integrated into their daily lives. But both you and I know how extremely complex people are. Looking back at your last squabble over dinner – what was he really thinking, and why did he react in that way? It’s difficult enough understanding the mind of one person, let alone an entire group of people to whom your brand, product, or service is designed for. In the aims for a richer understanding of people and their product worlds, the desire for more nuanced and unique insights to drive innovation has never been more acute. In response to this shift, the emergence of consultancies in London specialising in »cultural« research has dominated the innovation landscape, as they look to research methods deriving from cultural anthropology. These consultancies investigate the cultural conditions that shape people by viewing them holistically in relation to their wider cultural environment. By understanding the deeper cultural constructs that influence the way people think and act, consultancies strategically position brands and their products to be in tune with consumers and their culture. This led to the identification of a new approach to innovation, one I refer to as culture-driven innovation (CDI). This freshly established area of practice demands for a new type of practitioner who has the ability to seek powerful things in a field that would otherwise remain unnoticed. Based on the research I conducted in London at Central Saint Martins, I believe designers can be positioned in this emerging space, applying their ways of thinking to identify unique insights from the field, and translate them into opportunities for innovation. It is time we rethink the role of the designers’ intuition and their highly explorative and personal ways of working in order to enhance field research practices in CDI consultancies. In the current context of innovation, designers are already highly valued for their intuitive and explorative ways of conducting field research, as it allows their areas of enquiry to be observed

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from unique perspectives. Fulton Suri (2011) from IDEO explores the importance of enabling designers to explore, see, and sense the world in their own ways. She believes designers make »poetic« observations during their field research – things of personal resonance that spark innovative outcomes. However if intuition, exploration, and personal approaches to field research were the three key elements to innovation, how would designers differ from other practitioners outside of the creative industry? For example, in the discipline of forensics, talented detectives are known for their ability to notice details and pick up on things overlooked by the average person. We only have to look as far as our favourite fictional character Sherlock Holmes, whose way of observing crime scenes has kept us captivated for years. He treats every element in the field (however large or small) as an intricate puzzle piece, each telling its own story about the victim and the murderer. Surely someone as gifted as Holmes would be equally capable of seeking unique insights for CDI consultancies. The difference however lies in their forms of cognitive reasoning. Practitioners like Holmes who are situated around logic and the sciences embody what is known as deductive reasoning, which reasons from the general to the specific, proving that something must be. Designers, on the other hand, embrace abductive reasoning, which according to philosopher C. S. Peirce proves that something may be and therefore highlights the speculative nature of design practice. Mathematician and architect Lionel March (1976) also examined this difference, stating »Logic has interests in abstract forms. Science investigates extant forms. Design initiates novel forms«. This sensibility of embracing »novel forms« through abductive reasoning is what positions designers (and not detectives) so appropriately in culture-driven innovation. (Marika Moriyama)

_ J. Fulton Suri, »Poetic Observation: What Designers Make of What They See«, in: A. J. Clarke (ed.), »Design Anthropology – Object Culture in the 21st Century«, Vienna: Springer-Verlag Wien, 2011 _ L . March, »The Logic of Design«, in: »The Architecture of Form«, Cambridge: Cambridge University Press, 1976

Marika Moriyama is a London based designer & innovation strategist currently studying and working at the exciting collision point of cultural research, design, and innovation. marikamoriyama.wordpress.com


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Monika Hestad: »Design Thinking«

A Design Approach to Innovation The debate in the design community often becomes either pro or against Design Thinking. I often find that Design Thinking is presented as a prescriptive process, and does not encompass the range of useful input designers and their approach to work could contribute in a management context, and particularly with regard to innovation. The »Little Booklet on Design Thinking: An Introductory Workshop«, where I was a co-author, provided one such rather prescriptive approach to design thinking. However, it also introduced some of the principles I believe are important in a design approach to innovation. This article will show how I have employed these principles in a client project. I call what we do in my consultancy, Brand Valley, a design approach to management and innovation. However this design approach is something that needs to be experienced by the client in order to fully grasp what it is about. We as designers know our way of working through training and practice, but others outside the design community would not necessarily »get« our way of working intuitively. Brand Valley therefore works hard to build trust among its clients, and much of the work involves training of the clients in what we perceive to be a design approach to management and innovation. The client project I mentioned initially was started because the client company knew they needed external input to maximise their innovation efforts. However, they did not know where or what to start with. They had worked with several traditional management consultancies, but were yet to find their way forward. The company provides products to other businesses and operates in a sector dominated by engineers. The company’s manager was curious about using a design approach in their innovation process and gave us carte blanche on where to start developing the project. We therefore started off with an undefined and fuzzy brief. This is often where design thinking can blossom. The project was initiated by establishing an understanding of the business as well as the market they were part of. What separated this from a traditional management consulting project was that this first brief also included an analysis of how the client’s products influence society. Further, we suggested analysing the history and values of the company, while being less focused

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on the sales figures and cost and more focused on relationships and needs. The company and their staff are necessarily the experts in their field. Our approach is therefore to, as quickly as possible, involve company stakeholders in the process. Equipped with a roll of paper, markers and Post-it notes we mapped and structured their innovation processes. Initially, I led the meeting, but as the map developed, the company’s staff members present started to interact with the map and helped develop it. This process was repeated with all of the necessary stakeholders until we had the full picture. The map was the beginning of this process and was used continuously throughout the process to identify areas for further development. These identified areas could again form individual sub-projects that were easier to deal with one by one. The work with the client company illustrates some key principles in a design approach to innovation. • Visualisation: We use visualisation of the client’s innovation processes to illustrate relationships between various stakeholders and their various contributions. • Stakeholder involvement: We include multiple stakeholders’ views, and try to understand their viewpoints. The client project is not driven as an investigation where we try to find »faults«, but a process where we try to identify the needs of each of the stakeholders involved and the reason for their respective approaches. • Macro and micro focus: The map also allowed us to zoom in on individual parts of the innovation process, while at the same time seeing the bigger picture. • Process and results driven: The project is both process and results driven. We follow a procedure where we first seek to understand the challenge, then develop various ideas and concepts, and move further to develop »prototypes« that allow us to learn more about the challenge presented. • Experimentation: We experiment and try out different solutions. Everything cannot be planned in advance and different contexts require different tools. • Iterations: The project innovation maps are developed through iterations. This allows us to learn about the company’s innovation and challenges through a gradually maturing approach. • Value oriented: We believe that the client’s work has a basis in core values. These can be immediately or gradually identified and allow us to approach the client’s innovation challenges with the values in mind. Each stage of project development can then be guided by identified values. • Continuous improvement: We believe that there is not a final, perfect solution but acknowledge that there will be future adaptions as the context develops. The feedback we got from this particular job was that the approach helped the managers broaden their horizon. It also gave us a very good structure and knowledge basis for further innovation, but also helped identify financial needs and provided input to management processes.


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Ausbildung

The questions we are faced with in our work are often defined by people from other disciplines and with other mind-sets. I believe that a business manager’s mind-set will be important to develop a financially viable organisation, but that a design approach to innovation could help companies identify values, history, and human potential, thereby providing a fundamental building block in the strategic direction of the company. I recommend that you do not use a design approach to innovation as a quick fix for companies, but take time to teach them about design and which benefits it can bring their strategic work. (Monika Hestad)

Monika Hestad is director of Brand Valley, a London and Oslo based consultancy. She completed a five-year Master of Industrial Design degree at the Oslo School of Architecture and Design (AHO), followed by a PhD in product design and branding at the same institution. She has taught on the MA Innovation Management programme at Central Saint Martins, University of the Arts London since 2009 and also given academic and business courses across Europe and in China and Korea. In 2013 she published the book »Branding and Product Design: An Integrated Perspective« on Gower Publishing. www.brandvalleypublications.org

Neuer Lehrgang Buchgestaltung an der NDU Ab Herbst 2015 bietet die New Design University in St. Pölten den berufsbegleitenden dreisemestrigen Lehrgang »Buchgestaltung« an. Die TeilnehmerInnen beschäftigen sich mit Entwicklungen im zeitgenössischen Buchdesign und machen sich mit dem gesamten Ablauf einer Buchproduktion vertraut. Lehrgangsleiterin Gabriele Lenz: »Bücher brauchen eine klare Struktur, Übersichtlichkeit, gute Lesbarkeit und eine Kongruenz von Schrift und Layout. Diese Kriterien sind für mich integraler Bestandteil in der Gestaltung von Büchern, und das möchte ich auch vermitteln.« Dabei können gestalterische Konventionen durchaus infrage gestellt werden. Personen, die bereits eine entsprechende Vorbildung abgeschlossen haben, können auch in das 2. Semester einsteigen. Als akademisch geprüfte BuchgestalterInnen sind AbsolventInnen in der Lage, verschiedene Publikationen zu planen, zu konzipieren und selbständig zu gestalten und für die Herstellung vorzubereiten sowie die Produktionsdetails zu bestimmen und zu überwachen. Der Lehrgang bildet die TeilnehmerInnen zu gefragten ExpertInnen im Verlagswesen, im Kunst- und Kulturbereich und in PR- oder Werbeagenturen, die im Bereich Corporate Publishing tätig sind, aus. Natürlich steht ihnen auch der Weg als selbstständige BuchgestalterInnen offen. Die Lehrveranstaltungen finden 14-tägig geblockt (Fr und Sa) statt, die Kosten betragen Euro 1.900 pro Semester. www.ndu.ac.at


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Staatspreis Design 2015 Staatspreis-Jury: Felix Carl Keller, Severin Filek (Moderation), Doris Fröhlich, Norbert Philipp, Stefanie Grüssl, Michael Lanz, Katharina Rothbucher, Hannes Erler (von li nach re)

Staatspreis Design & Sonderpreis DesignConcepts 2015 Im Zweijahresrhythmus betritt dreidimensionale Gestaltung aus Österreich die Wettbewerbsbühne im Rahmen einer Leistungsschau, bei der die höchsten Auszeichnungen des Landes für Produktdesign und räumliche Gestaltung vergeben werden. In diesem Jahr geschah dies unter ganz neuen Voraussetzungen. Man ist der dringenden Empfehlung der Jury des vorvergangenen Jahres gefolgt und hat die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um endlich am Original beziehungsweise am Modell jurieren zu können, wann immer es die Dimensionen der Produkte und Projekte zuließen. Möglich wurde die Umsetzung dieses seit vielen Jahren bestehenden Desideratums durch eine Teilung des Bewertungsprozesses. In der ersten Runde wurde online juriert und eine Vorauswahl getroffen; die EinreicherInnen der in die zweite Runde aufgenommenen Beiträge wurden eingeladen, ihre Objekte ins designforum Wien im MuseumsQuartier anzuliefern, wo am 3. Juli 2015 die finale Selektion vorzunehmen war. Dort warteten dann von Uhrband, Brille, Torte und Fernglas bis hin zu Schischuh, Elektroroller und Duschkabine alles darauf, von einer breit aufgestellten Fachjury begutachtet zu werden. Der Aufgabe der Bewertung dieser Flut an Gestaltungslösungen kamen – mit großer Kompetenz und Professionalität, viel Erfahrung und einer feinen Nase für Innovation, Qualität und Relevanz – VertreterInnen aus Designpraxis und -lehre, aus Design- und Innovationsmanagement, Produktmarketing und Designjournalismus nach, die sich ja bereits online intensiv mit den Beiträgen auseinandergesetzt hatten und somit im Bilde waren: Unter dem (virtuellen) Ehrenvorsitz von Stefan Pierer, Vorstandvorsitzender der Cross Industries AG, jurierten Michael Lanz, in München und Graz stationierter Geschäftsführer der Design-Consulting-Agentur designaffairs GmbH und JoanneumInstitutsvorstand für Industrial Design, gefolgt von Felix Carl Keller, Inhaber des Designbüros Designculture AG in Zürich und

Präsident des Schweizer Verbandes swiss design association, Katharina Rothbucher, über viele Jahre Designerin bei KISKA und heute Marketing-Expertin der EMCO-Test Prüfmaschinen GmbH, eines in Europa führenden Industriebetriebs, Hannes Erler, Innovations- und Networking-Manager des international agierenden Unternehmens D. Swarovski KG, und Norbert Philipp, Designredakteur der Tageszeitung »Die Presse« und des Magazins »Schaufenster«. Sie wurden institutionell unterstützt von Designexpertin Stefanie Grüssl vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und – in der Kategorie DesignConcepts – von Doris Fröhlich von der Austria Wirtschaftsservice GmbH, der Ausloberin der Sonderpreise für noch nicht auf dem Markt befindliche Gestaltungskonzepte mit Zukunft, die 2015 bereits zum dritten Mal vergeben wurden. Abgesehen vom durchwegs hohen Niveau, das die Jury der österreichischen Produkt- und Raumgestaltung bescheinigte, gab es auch zahlenmäßig nur Erfreuliches zu vermerken: Insgesamt waren 301 Designlösungen von 220 Einreicher/innen angetreten – beinahe doppelt so viele wie bei der letzten Auflage des Wettbewerbs. Zuwächse gab es in allen Kategorien: Produktgestaltung | Konsumgüter: 116 (2013: 70), Produktdesign | Investitionsgüter: 53 (2013: 40), räumliche Gestaltung: 68 (2013: 22), DesignConcepts: 64 (2013: 34). In die zweite Runde schafften es 89 Einreichungen von 72 EinreicherInnen: Produktgestaltung | Konsumgüter: 32, Produktgestaltung | Investitionsgüter: 20, räumliche Gestaltung: 26, DesignConcepts: 11. Für die exzellente Qualität und hohe Relevanz der eingereichten Beiträge spricht, dass zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte des Wettbewerbs alle im Reglement vorgesehenen Preise und Auszeichnungen vergeben werden können. Insgesamt wurden 34 Projekte in die Shortlist aufgenommen. In jeder Hauptkategorie wird ein Projekt mit dem Staatspreis gewürdigt; je drei Projekte


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EindrĂźcke von der Jury des Staatspreises Design & Sonderpreises DesignConcepts 2015 im designforum Wien

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h n h at sic dabei! on-Aktio ti o is m Wir sind re ro p er P ta ats hmen ein h z um S

Im Ra ren öffentlic nn e n w a die Jur y r u n t h ewinnerI G nic re e ih ll A it d d am ek annt. osten un p D esig n b ll sreich u fa z s in e to en , Fo ig und d u e fr e eingela d a hm he Teiln er folg reic . n nde zu b ek u

werden mit einer Nominierung und je sechs mit dem Prädikat »Design ausgewählt« ausgezeichnet. In der Sonderkategorie DesignConcepts kommen drei mit je 3.000 Euro dotierte Geldpreise sowie ein Reisestipendium zu einem Startup-Event zur Vergabe. Die Jury legte Wert darauf, in der Endauswahl ein repräsentatives Spektrum der österreichischen Designlandschaft zu zeigen und auch Projekte auszuwählen, die einen deutlichen Bezug zur Landeskultur erkennen lassen. Dass sich Tradition und Althergebrachtes dabei in den Dienst von zeitgemäßem Design stellen und gegebenenfalls mit fortschrittlicher Technologie eine gelungene Synthese eingehen, geben einige der ausgewählten Projekte des Staatspreises Design & Sonderpreises DesignConcepts 2015 eindrucksvoll zu erkennen. Aber auch Materialität und ökologische Aspekte spielen in der Auswahl eine wichtige Rolle. Fortbewegung ist ein prominentes Thema, wobei die Nutzung von sauberer Elektrizität als umweltfreundliche Antriebsenergie deutlich im Kommen scheint. Zuweilen stehen eher Systeme und Konzepte im Vordergrund als das eigentliche Produkt. Reduktion und Zurückhaltung – Design, das auf den ersten Blick nicht sichtbar ist – sind angesagt. Bei den Konsumgütern, aber auch bei den zukunftsweisenden DesignConcepts reicht die Bandbreite der ausgewählten Projekte von Wohnen und Reisen bis hin zu Sport, Freizeit und Kulinarik, wobei sich durch den Einsatz neuer oder ungewöhnlicher Werkstoffe und/oder Verarbeitungs- und Anwendungsmethoden auch überraschende Lösungen und Formen ergeben. Bei den Investitionsgütern, bei denen naturgemäß technologische Aspekte eine Hauptrolle spielen, standen Personenverkehr, Maschinenbau, Medizintechnik, Sicherheit und Mülltrennung zur Verhandlung. Im Bereich der räumlichen Gestaltung haben

sich zwei wahrhaft revolutionäre, wenn auch ganz unterschiedliche Hotelkonzepte, gleich mehrere Museums- und Ausstellungsgestaltungen, ein Veranstaltungsgebäude, ein Nachrichtenstudio, ein Supermarkt und die Mensa einer großen Universität durchgesetzt. Einige dieser Projekte zeichnen sich durch den sensiblen Erhalt und die gelungene Wiederbelebung historischer Bausubstanz aus. Es bleibt spannend: Das Geheimnis, wer die begehrten Staatspreise und Sonderpreise gewonnen hat, wird bei der Preisverleihung am 23. September 2015 in der Arena21 im Wiener MuseumsQuartier gelüftet. Die Ausstellung Walk of Fame der preisgekrönten und ausgewählten Projekte wird am Tag der Preisverleihung im designforum Wien eröffnet (20.30 Uhr) und ist von 24. September bis 31. Oktober 2015 im Rahmen der VIENNA DESIGN WEEK zu sehen. Weitere Termine in den designforen der Bundesländer sind geplant. Die 34 Siegerprojekte und die Mitglieder der Jury werden in einem zweisprachigen Katalog präsentiert, der anlässlich der Preisverleihung erscheint. Der Staatspreis Design wird im Zweijahresrhythmus vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ausgelobt und findet dieses Jahr bereits zum 46. Mal statt. Die Organisation dieser Leistungsschau für Produktdesign und Raumgestaltung liegt seit 2001 in den Händen von designaustria, Wissenszentrum und Interessenvertretung für Design in Österreich. Auf der Staatspreis-Design-Website gibt es übrigens ab sofort auch ein vom IDRV erstelltes Archiv, in dem man die Preisträger seit 1962 auffinden kann. www.staatspreis.at, www.designaustria.at, www.designforum.at


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Staatspreis Design & Sonderpreis DesignConcepts 2015 Shortlist Produktgestaltung (Industrial Design) | Konsumgüter

Produktgestaltung (Industrial Design) | Investitionsgüter

Augarten Lautsprecher by mo° sound

Biochemistry Analyzer

Kugellautsprecher aus Porzellan

Vollautomatisches Analysesystem

Design: mo° sound / Ronald Jaklitsch Mitarbeit: Karl Blumauer, Thomas Baron Auftraggeber und Produzent: Wiener Porzellanmanufaktur Augarten

Design: Wild Elektronik und Kunststoff GmbH & Co KG /Markus Poßegger, Marc Ruta, Alexander Böhm Mitarbeit: Wolfgang Wagner, Tim Maier, Stefan Plasonig Auftraggeber und Produzent: Wild Elektronik und Kunststoff GmbH & Co KG

Baldachin

C38 Carry-on Luggage Handgepäckkoffer

Design: VOCIER GmbH / Michael Kogelnik Auftraggeber und Produzent: VOCIER GmbH

Design: Johannes Scherr Design / Johannes Scherr Auftraggeber und Produzent: Dr. techn. Josef Zelisko, Fabrik für Elektrotechnik und Maschinenbau GmbH

Räumliche Gestaltung Al Jazeera Newsroom Studio, London

Integrierter Deckenanschluss für Hängeleuchten

Design: Georg Bechter Licht Auftraggeber und Produzent: Georg Bechter Licht

Zelisko FSD6 Fahrscheindrucker und Bordrechner

CS Ultra 3D-Streifenweißlicht-Scanner

Design: Phormolog OG / Andreas Schnegg, Sebastian Bauschke Mitarbeit: Georg Dick, Daniel Klinger, Kevin Wibmer (CADstar GmbH) Auftraggeber und Produzent: CADstar GmbH

Design: Veech x Veech Design GmbH / Stuart A. Veech, Mascha Veech-Kosmatschof Mitarbeit: Thomas Milly, Miguel Pereira, Bernhard Trummer Auftraggeber: Al Jazeera Media Network Ausführung: MCI Studio Hamburg u. a. Ich, Felder. Dichter und Rebell

DA62

Ausstellungsgestaltung

Husqvarna 401 Vitpilen

Reiseflugzeug der nächsten Generation

Motorradkonzept

Design: Diamond Aircraft Industries GmbH / Christian Dries, Martin Volck, David Bausek Auftraggeber und Produzent: Diamond Aircraft Industries GmbH

Design: Atelier Stecher / Roland Stecher Mitarbeit: Thomas Matt, Gerda Kräutler Auftraggeber: vorarlberg museum / Andreas Rudigier, Theresia Anwander, Felder-Archiv / Ulrike Längle, Jürgen Thaler Ausführende: diverse

Design: KISKA GmbH / Gerald Kiska, Sébastien Stassin, Björn Shuster, Craig Dent Auftraggeber und Produzent: Husqvarna Motorcycles

Heros-Titan Johammer

Feuerwehrhelm

Elektromotorrad

Design: formquadrat gmbh / Stefan Degn, Julian Pröll Auftraggeber und Produzent: Rosenbauer International AG

Design: Yellow Agentur für Kommunikation Lawniczak & Partner KG / Leonie Lawniczak, Jean-Marie Lawniczak Auftraggeber: Hammerschmid Maschinenbau GmbH Produzent: Johammer e-mobility GmbH

Multipress Eco Verursachergerechtes Sammelsystem für Restmüll

Landtmann-Kollektion Design-Anlasstorten by LUCY.D

Design: LUCY.D / Karin Santorso, Barbara Ambrosz Mitarbeit: Sandra Felber, Viola Plundrak (Landtmann) Auftraggeber und Produzent: Landtmann’s feine Patisserie / Querfeld’s Wiener Konditorei GmbH

Design: weiermayer industrial design / Christoph Weiermayer Auftraggeber und Produzent: Pöttinger Entsorgungstechnik GmbH ÖBB cityjet Nah- und Regionalverkehrszug

leaf Fernbedienung

Design: zeug design gmbh / Erwin Weitgasser, Detlev Magerer & ruwido austria gmbh / Ferdinand Maier Auftraggeber und Produzent: ruwido austria gmbh

Design: Spirit Design – Innovation and Brand GmbH / Daniel Huber, Raimund Klausegger, Rainer Flassak Mitarbeit: ÖBB / Eduard Glanzer, Thomas Grasl, Silvia Wiespeiner Auftraggeber: ÖBB Personenverkehr AG Produzent: Siemens AG

nooi Reihenstuhl

Panther

Design: neunzig° design / Barbara Funck, Rainer Weckenmann Auftraggeber und Produzent: Wiesner-Hager Möbel GmbH

Flughafenlöschfahrzeug

Rider 3.0 Sicherungssystem für Kletterer

Design: aberjung og / Lukas Jungmann, Christoph Aschaber, Lukas Nöckler Mitarbeit: Ulrich Schwingshackl, Günther Almberger Auftraggeber und Produzent: Skylotec GmbH Schlagseite Bücherwand

Design: Martin Breuer-Bono Auftraggeber und Produzent: MARTIN BREUER BONO

Design: Spirit Design – Innovation and Brand GmbH / Daniel Huber, Raimund Klausegger, Markus Tanzer-Kargl, Rainer Flassak, Georg Bläsi Mitarbeit: Markus Schachner, Michael Kaiser (Rosenbauer International AG) Auftraggeber und Produzent: Rosenbauer International AG PTH Hymog Hybridbetriebener Geräteträger

Design: Johannes Scherr Design / Johannes Scherr Auftraggeber und Produzent: PTH Products Maschinenbau GmbH

Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek Ausstellungsarchitektur und -gestaltung

Design: BWM Architekten und Partner ZT GmbH (Generalplanung, Ausstellungsarchitektur), PLANET architects zt gmbh (Ausstellungsarchitektur) & Perndl+Co (Grafik) Auftraggeber: Österreichische Nationalbibliothek Ausführung: diverse magdas Hotel Hotelkonzept

Design: AllesWirdGut ZT GmbH / Friedrich Passler, Johanna Aufner, Andrea Zuñiga Espinoza Mitarbeit: Simon Höbel, Gerhard Höllmüller Auftraggeber: Caritas Services GmbH Ausführung: diverse Merkur Hoher Markt Supermarktgestaltung

Design: BEHF Corporate Architects / Armin Ebner (Architekt), Anja Merz (Projektleitung), Hugo Feisthamel (Design) Mitarbeit: Katharina Koschitz, Ellen Gehrke, Irmgard Uhl, Irini Milona, Claudia Zaschke (Planung), Peter Mahlknecht, Tanja Lightfood (Design) Auftraggeber: Merkur Warenhandels AG Ausführung: diverse Montforthaus Feldkirch, Foyer Veranstaltungshaus

Design: HASCHER JEHLE Architektur & mitiska.wäger architekten Auftraggeber: Stadt Feldkirch Ausführung: diverse ÖBB Bahnhof Graz LED-Beleuchtungskonzept

Studioline/Conceptline Fräsmaschinen-Baureihe Design: idukk / Reinhard Kittler, Heinrich Kurz Auftraggeber und Produzent: Kolb Technology GmbH

Design: podpod design / Michael Podgorschek, Iris Podgorschek Mitarbeit: Nermin Islamovic (Lichtberatung Philips Austria GmbH), Albert Ganser (Projektmanagement ÖBB Infrastruktur AG) Auftraggeber: ÖBB Infrastruktur AG Ausführung: Philips Austria GmbH


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Wiener Gäste Zimmer Hotelkonzept

Design: heri&salli / Josef Saller, Heribert Wolfmayr Mitarbeit: Wolfgang Novotny Auftraggeber: WIENER ESSIG BRAUEREI / Erwin Gegenbauer Ausführung: Krzysztof Baran Hausbetreuung Wirtschaftsuniversität Wien Mensa Kantinengestaltung

Design: Tzou Lubroth Architekten / Chieh-shu Tzou, Gregorio Santamaria Lubroth Mitarbeit: Markus Leitsch Auftraggeber: Eurest RestaurationsbetriebsgmbH Ausführung: diverse

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Zeitsprünge Ursprünge Ausstellungsgestaltung

Design: March Gut / Christoph March, Marek Gut Auftraggeber: Keltenmuseum Hallein Ausführung: Tischlerei Pühringer

DesignConcepts Benelli Mantis Schneemobil

Design: Simon Bildstein, René Stiegler Ausbildungsstätte: FH Joanneum Graz Ductile Fahrradhelm

Design: iqd / Katharina Stöllner Ausbildungsstätte: Universität für angewandte Kunst Wien

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Preserved Knowledge Schalen zur Aufbewahrung und Zubereitung von Lebensmitteln

Design: MOA Eating Products / Vera Wiedermann Ausbildungsstätte: Universität für angewandte Kunst Wien Printtex Wanddrucker

Design: Benjamin Loinger Ausbildungsstätte: FH Joanneum Graz

1 Veech x Veech Design: Al Jazeera Newsroom Studio 2 Spirit Design: Nahverkehrszug »ÖBB cityjet« 3 Benjamin Loinger: Wanddrucker »Printtex« 4Y  ellow Agentur für Kommunikation:

Elektromotorrad »Johammer«

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DA Inside

designaustria-Ausstellung: Angewandt und Alltäglich Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Österreichischen Kulturforums Zagreb präsentierte designaustria von Mitte Juni bis Anfang August 2015 mit der Ausstellung »Angewandt und Alltäglich« zeitgenössisches Produktdesign aus Österreich in der renommierten Galerie Klovi´cevi Dvori in der kroatischen Hauptstadt (siehe auch Ausgabe 2.2015). Kulturminister Berislav Šipuš hielt vor vollem Haus die Festrede, die wir an dieser Stelle abdrucken:

Es ist mir eine große Freude und Ehre, diese Ausstellung von zeitgenössischem Design aus Österreich eröffnen zu dürfen. Sie ist eine von vielen Aktivitäten, die im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums der Gründung des Österreichischen Kulturforums stattfinden. Von 1955 bis heute – vom Österreich-Lesesaal als einem wichtigem Ort der Information bis zum zeitgemäß gestalteten und dynamischen Österreichischen Kulturforum – wird Kultur hier stets als Austausch und Miteinander der beiden Länder Österreich und Kroatien begriffen. Unser Kulturministerium begegnet kulturellen Werten und Potenzialen mit derselben Wertschätzung. Denn in der Tat steht Kultur für die Kraft, die Menschen und Gemeinschaften zusammenführt. Sie sorgt für politischen, sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalt, der heute von unschätzbarer Bedeutung ist. Die Ausstellung »Angewandt und Alltäglich. Zeitgenössisches Design aus Österreich« bringt heutige kulturelle Werte zum Ausdruck: Innovation, die sich in den Dienst des Fortschritts stellt und sich dabei neuer Materialien bedient, aber auch die Wahrung überlieferter Techniken sowie eine Kreativität, die sich als Fortführung der berühmten Tradition von Fertigungsbetrieben und Werkstätten des beginnenden 20. Jahrhunderts versteht. In dem Wunsch, dass diese Werte bestehen bleiben und den Ruf österreichischer Gestaltung weiterhin hinaustragen mögen und dass es auch in Zukunft Bestrebungen geben wird, sie über Kulturevents und -kooperationen von so hoher Qualität zu vermitteln, gratuliere ich zum Jubiläum sowie den Ausstellungskuratorinnen zu diesem bemerkenswerten und wichtigen Projekt. Zur Ausstellung ist auch ein kleiner Katalog erschienen, der auf www.designaustria.at zum Download bereit steht. Ausstellung »Angewandt und Alltäglich. Zeitgenössisches Produktdesign aus Österreich« in Zagreb


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Mitglieder-Bergfest im designforum Wien Zur Halbzeit der Schau »Ikonen und Eintagsfliegen. Arthur Zelger und das Grafikdesign in Tirol« (siehe Ausgabe 2.2015) lud designaustria am 22. Juli zur Tiroler Jause mit Drinks & Musik ins designforum Wien. Im Rahmen des Sommerfestes führte Kuratorin Anita Kern durch die Ausstellung, die noch bis 6. September 2015 zu sehen ist und eindrucksvoll vor Augen führt, wie das Tiroler Grafikdesign mit seinen Bildern, Schriften, Logos und Farben grafische Landschaften formte, die bis heute in den Köpfen der Menschen verankert sind. Trotz brütender Hitze fanden sich die Gäste zahlreich ein und waren in Feierlaune.

Das gleichnamige Begleitbuch zur Ausstellung, herausgegeben von Anita Kern und Kurt Höretzeder, bietet eine einmalige Aufarbeitung des Grafikdesigns der letzten 60 Jahre. Mit aufschlussreichen Hintergrundinformationen in Form von Fachbeiträgen und teils noch nie gezeigten Skizzen und Entwürfen eröffnet es nicht nur einen faszinierenden Blick auf eine stilisierte Welt alpiner Berge und Täler, sondern auch auf die Entwicklung grafischer Gestaltung. Das Buch »Ikonen und Eintagsfliegen. Arthur Zelger und das Grafikdesign in Tirol« ist im Haymon Verlag erschienen; gebunden mit Schutzumschlag, 176 x 243 mm, 464 Seiten, 900 Farbabbildungen, ISBN 978-3-7099-7188-8, Euro 39,90. Mit etwas Glück bekommt man im designforum Wien noch signierte Exemplare.

Impressionen vom Bergfest in der Ausstellung »Ikonen und Eintagsfliegen«


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Mitglieder-Service online

Honorar- und Gehaltsreport 2014

Im internen Mitglieder-Bereich »Dashboard« auf www.designaustria.at finden sich grundlegende Rechtsinformationen und Musterverträge für die nationale und internationale Berufsausübung von DesignerInnen in Österreich. Von JuristInnen erstellt und regelmäßig überprüft, dienen die Vorlagen der professionellen Auftragsabwicklung von DesignerInnen. Zum kostenfreien Download finden sich Wettbewerbs- und Präsentationsrichtlinien, eine Übersicht über Schutzrechte und Hinweise, wie sie wirtschaftlich nutzbar gemacht werden können, sowie zahlreiche Vertragsmuster und Hilfestellungen bei der Honorarkalkulation. Zusätzlich stehen Statistiken zum Wirtschaftsfaktor Design in Österreich zur Verfügung. Besonders hilfreich und nützlich: die »Allgemeinen Auftragsbedingungen« für Grafik- und Produktdesigner in deutscher und englischer Sprache, die helfen, Rechtsprobleme von vornherein auszuschließen. Eingeloggte Mitglieder können jederzeit auf das »Dashboard« zugreifen.

Design ist das Öl im Motor von Wirtschaft und Gesellschaft. DesignerInnen sind gefragt. Doch wie sich zeigt, regnet es für den Großteil von ihnen keine Reichtümer. Insgesamt erteilten 4.280 DesignerInnen aus Deutschland und Österreich Ende letzten Jahres bei einer Online-Umfrage Auskunft zu ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen. Der »Honorar- und Gehaltsreport 2014« wurde gemeinsam vom BDG Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner e.V., dem VDID Verband Deutscher Industrie Designer e.V. und designaustria erstellt. designaustria-Geschäftsführer Severin Filek: »Design definiert die Schnittstelle zwischen Kreativität und Innovation und entscheidet damit nicht nur über die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen, sondern vor allem auch über deren wirtschaftlichen Erfolg und deren Wettbewerbsfähigkeit. Daher ist es mehr als wichtig, dass DesignerInnen auch entsprechend entlohnt werden.« Die 140-seitige Dokumentation der OnlineUmfrage unter selbständigen und angestellten KommunikationsdesignerInnen kann man gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro versandkostenfrei unter service@designaustria.at anfordern. Auf www.designaustria.at steht der »Honorar- und Gehaltsreport 2014« auch zum kostenlosen Download bereit.

Neue SVA-Mindestbeiträge für Selbstständige Die Bundesregierung hat mit 16. Juni 2015 Entlastungsmaßnahmen für Selbstständige beschlossen. Damit wird eine langjährige Forderung im Sinne der KleinunternehmerInnen umgesetzt. Die Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung wird von derzeit rund 724 Euro auf 406 Euro und damit auf das Niveau der ArbeitnehmerInnen gesenkt. Mit der Gleichstellung ist eine finanzielle Entlastung von knapp 292 Euro jährlich für Geringverdiener verbunden. Die sogenannten »Mindest-Sozialversicherungsbeiträge« sollen bereits im Rahmen der Steuerreform mit 1. Jänner 2016 in Kraft treten. Eine Anpassung in der Pensionsversicherung soll mit 2018 starten. Rückfragen: Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft Patricia Gassner patricia.gassner@svagw.at


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DA-Studioporträt

13&9 Im Januar 2013 gründete Martin Lesjak, im heurigen Jahr vom US-amerikanischen Magazin »Contract« zum Designer des Jahres gewählt, gemeinsam mit der Designerin Anastasia Su in Graz das Produktdesignbüro 13&9, das eng mit dem ebenfalls von Martin Lesjak und seinem Partner Peter Schwaiger geführten Architekturbüro INNOCAD in Verbindung steht. Aus der Zusammenarbeit des interdisziplinären Teams ist eine ansehnliche Reihe von Produktkollektionen hervorgegangen, die international Aufmerksamkeit erregt haben – angefangen von Beleuchtung, Möbel und Teppichfliesen bis hin zu Mode und Accessoires. Modularer Charakter, Kompatibilität, Flexibilität und Wandlungsfähigkeit stehen bei der Entwicklung der Produkte, die zudem durch ihre besondere Materialität bestechen, im Vordergrund. Das Ergebnis sind einzigartige Designs, in denen sich Funktionalität und Innovation mit einer durchgängigen Ästhetik und Emotionalität vermählen. Diese spezielle Mischung macht die »Seele« von 13&9 aus.

Von Anfang an fanden die Gestaltungslösungen des Designbüros bei führenden Wettbewerben (Red Dot Award, Interior Design’s Best of Year Awards, A‘ Design Award, Best of NeoCon Award, Metropolis Magazine Likes Award) und in renommierten Medien und Publikationen in Europa und den Vereinigten Staaten Beachtung. Zu den jüngsten Highlights von 13&9 zählen etwa die bei der NeoCon 2015 präsentierte und prämierte Teppichkollektion »Moving Floors« für die internationale Mohawk Group, die sich durch verblüffende Wandlungsfähigkeit auszeichnet, sowie das dank seiner abgeschrägten Tischplatten überaus flexibel kombinierbare Office-System »Trigon« für die holländische Lande oder die bei der Euroluce 2015 in Mailand ins Rampenlicht gerückte »Rock Collection« aus natürlichem Stein für den belgischen Beleuchtungshersteller Wever & Ducré, deren unterschiedliche Lampentypen und Größen unzählige Gestaltungsmöglichkeiten zulassen. Aber auch die in September 2015 im New Yorker Museum of Art and Design ausgestellte Schmuckserie»Geometric Collection Jewelry«, präzise aus dem hochwertigen Baumaterial Corian® gearbeitet, und die passend in limitierter Auflage hergestellten Sonnenbrillen »Diamond Shades« für Robert La Roche, die bei der Mercedes Benz Fashion Week New York 2015 über den Laufsteg gingen, überzeugen mit einer unverkennbaren Formensprache. http://13and9design.com, http://innocad.at

1 Teppichfliesen »Moving Floors« für die Mohawk Group 2 Office-System »Trigon« für die Lande 3 Leuchten- und Tischkollektion »Rock Collection« für Wever & Ducré 4S  chmuckserie »Geometric Collection Jewelry« 5 Sonnenbrille »Geometric Collection Diamond Shades« für Robert La Roche


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Österreichs erstes interaktives Magazin

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Members@Work

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1 Stefan Gutternigh: Folder »Issue 01« 2 Henry Steiner: »Asia-Europe Meeting« 3 Henry Steiner: »Hong Kong Vienna Opera Ball« 4 Henry Steiner: Banknotendesign für Hongkong

Der in Wien aufgewachsene und in Hongkong lebende und arbeitende Grafikdesigner Henry Steiner, seit vielen Jahren Ehrenmitglied von designaustria und Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich, gilt als einer der herausragendsten seiner Zunft. Für weltweiten Wiedererkennungswert sorgen seine Corporate Identities und Marken für Kunden wie IBM, Hyatt Regency, Hilton Hotels, Dow Jones, HSBC, Standard Chartered oder Unilever. Steiner, der in seinem Schaffen Gestaltungstraditionen von Ost und West verbindet, wurde 1975 mit dem Design der Hongkonger Banknoten beauftragt. Er wurde an der Sorbonne und in Yale ausgebildet. 1964 gründete er seine eigene Design-Consultancy Steiner&Co in Hongkong. Ende Mai 2015 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Academy of Art University verliehen. Steiner über seine Arbeit: »Like yin yang, or the left and right brain, remember we and our clients may be different, but we’re on the same team.« www.steiner.hk

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Grafiker und Illustrator Stefan Gutternigh, seit Anfang Mai 2015 mit Partnerin Eva Amann unter dem Namen 4eyes2view selbstständig unterwegs, hat für den renommierten Fotografen Norbert Kniat den Folder Issue 01 gestaltet. Kniats herausragende Arbeiten sollen bei neuen und bestehenden Kunden Aufmerksamkeit erregen, unterstützt durch eine für ein Portfolio ungewöhnlich auffällige Grafik. Realisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Bildbearbeitungsstudio Malkasten. Der Titel weist darauf hin, dass eine jährliche Fortsetzung geplant ist. www.4eyes2view.com, www.kniat.de, www.malkasten.at


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1R  ené Andritsch, Katharina Gattermann, Irene Persché:

Stop-Motion-Filme für JaW 2 Irene Persché: Festschrift »70 Jahre Jugend am Werk« 3 Studio es: Erscheinungsbild »Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden« 4 Studio es: Plakat »Wiener Symphoniker – Saison 2015–16«

Die Non-Profit-Organisation Jugend am Werk bietet Jugendlichen eine Berufsausbildung und Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung Arbeits-, Wohn, und Qualifizierungsmöglichkeiten an. Zum 70-jährigen Bestehen der Organisation machten ihr die designaustria-Mitglieder René Andritsch, Katharina Gattermann und Irene Persché ein Geschenk in Form mehrerer Stop-Motion-Filme. Zwei davon sind spielerische Animationen des Logos mit Materialien, die auch in den kreativen Werkstätten und in den Küchen von JaW genutzt werden. Weitere vier zeigen Jugendliche in den Ausbildungswerkstätten bei der Arbeit. Zudem wurden einfache Animationen des Jugend-am-Werk-Logos für Projektionen im Clubinnenraum geschaffen. Irene Persché gestaltete auch die Festschrift 70 Jahre Jugend am Werk – einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Vereins. www.reneandritsch.com, www.katharinagattermann.com, www.irenepersche.at, www.jaw.at

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Studio es stellt sich auch im Kulturbereich immer wieder neuen Gegebenheiten und Herausforderungen: Hier werden Erscheinungsbilder geformt und Strategien für visuelle Kommunikation entwickelt. Am Ziel ist man, wenn man sagen kann: »Das ist es!« Die Saison 2015/16 stand und steht für Art Direktorin Verena Panholzer und Designer Pedro Ponciano ganz im Zeichen des Orchesters der Wiener Symphoniker. Aber wie bringt man 128 Musiker auf ein Plakat? Das Ergebnis ist in der Wiener Innenstadt zu sehen. Und in der dazugehörigen Saisonbroschüre werden die einzelnen Orchestergruppen vorstellen. Frei nach Aristoteles: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch die Wettbewerbspräsentation für den neuen Auftritt der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden (VdFS) konnte das Studio für sich entscheiden. Dabei zieht sich der »Streifen« durch das gesamte Design (Art Direction: Verena Panholzer, Design: David Einwaller). studio-es.at, www.wienersymphoniker.at, www.vdfs.at


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1V  iktoria Platzer: Awareness-Kampagne »Ich laufe für Parkinson« 2V  iktoria Platzer: Redesign und Layout »Wienerin gesund« 3V  iktoria Platzer: Leitsystem Orthopädische Spital Speising

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Die nicht nur auf Magazingestaltung spezialisierte Designerin, Illustratorin und Art Direktorin Viktoria Platzer, Absolventin des Studiengangs Informationsdesign an der FH-Joanneum in Graz, war in den letzten Monaten stark mit dem Thema Gesundheit befasst. Inhalt braucht gutes Design – besonders, wenn es um schwierige Themen geht. Mit ihrer Awareness-Kampagne Ich laufe für Parkinson, bestehend aus Postkarten, T-Shirts und Trainingsbuch startete sie in Kooperation mit AbbVie eine Aufklärungsaktion für die Parkinson-Selbsthilfe. Schlüsselelement der Gestaltung ist das dem Krankheitsbild entsprechende »Zittern«.
Dem Magazin Wienerin Gesund wurde ein SoftRebrush verpasst: Das neue Design zeichnet sich durch eine aufgeräumte und großzügige Optik aus. Besonderer Schwerpunkt war die Konzeption und Umsetzung von Gesundheitsthemen in einer außergewöhnlichen Bildsprache. Und für das Orthopädische Spital Speising entwickelte sie das Leitsystem in Zusammenarbeit mit Peretti+Peretti Architekten. www.viktoriaplatzer, www.abvie.at, www.styria-multi-media.com, www.oss.at

4M  onika Legenstein-Gaisbacher: Kampagne »a worldwide friendship«

für Schullin Juweliere Graz

Als Tribut an die Freundschaft und an das Vertrauen hat Schullin Juweliere in Graz ein wertvolles Schmuckstück auf Reisen geschickt: »Spirit«, einen Diamantmond mit Onyxkette. Er wird von Freundin zu Freundin weitergegeben. Dabei ist ungewiss, wohin er reist und bei welchen Menschen er vorübergehend landet. Die erste Station war New York. Mittlerweile ist der Halbmond über Asien nach Europa zurückgekehrt. Irgendwann wird sich dieser Kreis wunderbarer Freundschaft schließen, wenn »Spirit« wieder in Graz eintrifft. Ziel des Projekts ist es, Schullin außerhalb von Österreich vorzustellen und dabei die Philosophie des Unternehmens und seine handwerkliche Expertise erlebbar zu machen. Konzipiert und grafisch gestaltet hat die Kampagne a worldwide friendship, mit der ihr Auftraggeber kürzlich den Marketing Award Steiermark 2015 gewonnen hat, die Grazer Designerin Monika LegensteinGaisbacher. www.aworldwidefriendship.com, www.kreatoese.at


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1 Christian Stanek: Outdoor-Möbelserie »to_que« für Cento 2 Design Ballendat: All-purpose Chair »Coza« für Boss Design 3 Design Ballendat: Stuhl »Quo« für Tonon 4 Spirit Deisgn: Arbeits- und Transportfahrzeug »CH4PA«, Prototyp 5 Spirit Design: Flughafenlöschfahrzeug »Panther« für Rosenbauer

Der Industriedesigner Christian Stanek hat seine neue Outdoor-Möbelserie to_qué, die von Cento Design hergestellt und vertrieben wird, schon bei der vorjährigen VIENNA DESIGN WEEK präsentiert. Klassisch-modern, vielseitig und variabel sollte sie sein. Mittlerweile wurde sie zur Marktreife gebracht und komplettiert. Verwendete Materialen sind verzinkter oder pulverbeschichteter Edelstahl sowie massive Eiche, Stahlblech oder farbige Kompaktplatten. Die gemeinsam mit Gerhard Steinbrecher entwickelte Kollektion, die ursprünglich für die Hotelerie entworfen wurde und zunächst Tische, Beistelltische, Stühle und Bänke umfasste, wuchs weiter und wurde um Barhocker, verschiedene Loungemöbel, Blumenständer und Kleiderständer erweitert. Sie zeichnet sich durch eine eigenständige Formensprache aus. Farbvarianten erweitern die Auswahl. Christian Stanek studierte Industriedesign an der Universität für angewandte Kunst in Wien, und arbeitet seit über 15 Jahren erfolgreich in den Bereichen Produkt- und Möbeldesign sowie Innenarchitektur in Wien. www.christianstanek.com, www.cento-design.at Auf der NeoCon in Chicago waren etliche Sitz-Neuheiten von Design Ballendat in den Showrooms gleich mehrerer Kunden vertreten, darunter der Esstisch- und Barstuhl »Cardita« bei Senator (GB), diverse Bürostühle bei Dauphin (USA), der Stapelstuhl »Vlegs« und der Lounge Chair »Oasis« bei Sandler (GB) sowie die Stühle »Up-Chair«, »Lucky« und Quo von Tonon (Italien). Letzterer entpuppte sich mit seiner eigenständigen Form als besonderes Highlight: Die miteinander verbundenen Sitz- und Rückenflächen sind um 180 Grad verdreht – den Übergangsbereich bildet eine gestalterische Verknotung, die auch ihre ergonomische Berechtigung hat. Der flexible Rücken und das weiche Polyurethan unterstützen die Bequemlichkeit. Der All-purpose Chair Coza war zudem die Hauptneuheit auf dem Messestand von Boss Design (GB) auf dem Salone di Milano. Die in verschiedenen Farben zu habende durchgängige Kunststoffschale ist flexibel beweglich und durch die eingebettete Neigemechanik zusätzlich komfortabel. Die Lochung der Rückenlehne unterstützt die Schalenflexibilität und verleiht Transparenz und Leichtigkeit. www.ballendat.de, www.tononitalia.com, www.boss-design.co.uk

Als vielseitiger Spezialist im Bereich Fahrzeugdesign erweist sich Spirit Design seit vielen Jahren. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Rosenbauer besteht seit 2003. Aus ihr ist nun der neue Panther – die nächste Generation des RosenbauerFlaggschiffes – hervorgegangen. Das markante Design unterstreicht die Sicherheit, den Bedienkomfort und die Performance eines der erfolgreichsten Flughafenlöschfahrzeuge der Welt: Rund 1.400 Fahrzeuge sind in knapp 90 Ländern im Einsatz. Die Gestaltung von Exterieur, Interieur und Cockpit-Display sowie des Produktlogos lag in den Händen von Spirit Design, wobei die Formensprache deutlich Stärke zeigt und in ihrer Linienführung das elegante Raubtier durchkommen lässt. Managing Partner Daniel Huber erläutert die Designstrategie: »Durch die charakteristischen Designelemente ist der neue Panther in jeder Hinsicht – ob von vorne, seitlich oder hinten –eindeutig als das Premiummodell von Weltmarktführer Rosenbauer erkennbar. Die pure Formensprache dient zugleich der Funktionalität des Einsatzfahrzeugs.« In einem ganz anderen Bereich wird das biomethan-betriebene Arbeits- und Transportfahrzeug CH4PA einzusetzen sein, das beim Vienna Energy Forum 2015 vorgestellt wurde: Als von Spirit Design initiierte ökosoziale Systeminnovation soll es für biogas-basierte Mobilität in Brasilien sorgen und Kleinbauern als günstiges multifunktionales Arbeits- und Transportfahrzeug dienen: Den Treibstoff produzieren die Bauern aus Abfällen selbst. Das Projekt soll in der Folge auch auf weitere Schwellen- und Entwicklungsländer ausgedehnt werden. Geschäftsführer Georg Wagner: »Mit CH4PA gelingt es uns nicht nur, die Betriebskosten im Vergleich zu Diesel um bis zu 50% zu reduzieren, sondern auch landwirtschaftliche Abfälle sinnvoll zu recyceln und neue Verdienstmöglichkeiten und somit Lebensgrundlagen für die Bauern zu schaffen. Auch die CO2-Emissionen sinken um bis zu 70%.« Die Prototypen-Entwicklung wurde von der Wirtschaftsagentur Wien auf Grundlage einer durch AWS Impulse XS unterstützten Machbarkeitsstudie gefördert. Gebaut wurde der Prototyp in enger Kooperation mit der Firma Tobias in St. Andrä-Wördern. Die Partner vor Ort sind CIBiogás und ITAIPU. www.spiritdesign.com, www.cibiogas.com, www.itaipu.gov.br/en


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Ausstellungen

»Size Doesn’t Matter!« – Design aus Estland Spielt Größe wirklich keine Rolle? Wie die Innovationskraft eines Landes seine geografischen Grenzen mühelos sprengen kann ist von 11. November bis 2. Dezember 2015 im designforum Wien zu sehen (Eröffnung: 10. November 2015, 18.30 Uhr). Was Design aus Estland in unserer globalisierten Welt einzigartig macht, ist die gelungene Verbindung des reichen visuellen Erbes mit modernsten Technologien und Lösungen des 21. Jahrhunderts. Estland ist sehr klein und dabei sehr kreativ. Design spielt eine große Rolle, die DesignerInnen-Dichte ist hoch, die Designschulen des Landes genießen einen hervorragenden Ruf, und legendäre Innovationen wie Skype oder die Minox Spy Camera von James Bond wurden von Esten entwickelt. Estland ist bekannt für seine Affinität zur Elektronik: Selbst die Weihnachtsbäume werden im nördlichsten Land des Baltikums online bestellt. Die Schau, konzipiert von der Estonian Association of Designers (EDL), präsentiert hochwertige Kleinauflagen und innovative Industrieprodukte. Rund sechzig DesignerInnen sind vertreten, international bekannte ebenso wie vielversprechende Newcomer. Die Exponate sprechen die typische Sprache estnischen Designs: Sie zeichnen sich durch Minimalismus, natürliche Materialien, innovative Lösungen und viel Humor aus.

Ausstellungsansichten »Size Doesn’t Matter!«

Die Ausstellung WALK OF FAME zum Staatspreis Design & Sonderpreis DesignConcepts 2015 ist von 24. September bis 31. Oktober 2015 im designforum Wien Rahmen der VIENNA DESIGN WEEK zu sehen (Eröffnung: 23. September) und präsentiert die 34 Siegerprojekte aus den Bereichen Produktgestaltung, räumlicher Gestaltung und DesignConcepts. Mehr zur Jury und zu den Ergebnissen finden sich im Beitrag im vorderen Teil dieser Ausgabe. www.staatspreis.at.


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Simple – Die neue Einfachheit Diese Ausstellung der österreichischen Designforen präsentiert Möbel und Objekte des Alltags aus Europa, die beispielhaft für die »neue Einfachheit der Dinge« stehen. Vom 15. Dezember 2015 bis Ende Jänner/Anfang Februar 2016 ist die von Nofrontiere Design (Alexander Szadeczky, Alexander Egger) und dem designforum Vorarlberg (Isabella Natter-Spets) kuratierte Schau im designforum Wien zu sehen. »Eigentlich ganz simpel!« sagen wir, wenn ein Objekt uns einfach vorkommt, dabei aber gut durchdacht und interessant gestaltet ist. Diesen Objekten ist es oft nicht anzusehen, wie viele Versuche, Überarbeitungen und Detailwissen nötig waren, um sie so schlicht und stimmig halten zu können. Sieht man Design als Spiegel gesellschaftlicher Gegebenheiten, kann man die neue Einfachheit der Dinge als Ausdruck der menschlichen Suche nach Klarheit, Sensibilität, Angemessenheit und Bodenständigkeit lesen beziehungsweise als Gegenreaktion auf die allgegenwärtige Komplexität, Überhöhung und Widersprüchlichkeit. Gezeigt werden 68 Objekte, die nach folgendem Suchraster ausgewählt wurden: Einfachheit der Idee oder Form, einfache, aber neu eingesetzte Materialien, einfache technische Lösungen oder Verarbeitungstechniken, einfache Systeme, Einfachheit durch Nutzung von Readymades. Die Ausstellungsobjekte stammen fast zur Gänze aus Europa und entstanden zumeist in den letzten zehn Jahren. Charakteristisch sind die bewusste formale Vereinfachung, eine starke Zweckorientierung, die Verwendung hochwertiger Materialien und die perfekte Verarbeitung, die eher in einer handwerklichen Tradition als im Hightech oder Massenproduktionsdenken liegt. Die Poesie der neuen Einfachheit steckt in den bodenständigen und alltäglichen Dingen, in der Perfektion im Detail, oft auch in einem Augenzwinkern und einer guten Prise Humor oder Charme. Die Suche nach Klarheit zeigt sich auch in der Faszination für das einfache, autarke Leben, dem Wunsch nach mehr Selbstbestimmtheit, dem Bilden von Zweckgemeinschaften (Sharing, Coworking Spaces, Crowdfunding) und in der Hinwendung zur Handarbeit (Do-it-yourself, Urban Gardening, Reparaturcafés). Die bewusste Klarheit und sachliche, aber dennoch emotionale Ausdrucksweise der simplen Dinge kann daher auch als hochpolitisch, gesellschafts- und konsumkritisch gelesen werden. www.designforum.at

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Stefan Sagmeister: The Happy Show In »The Happy Show«, zu sehen vom 28. Oktober 2015 bis 28. März 2016 im MAK Design Labor (Eröffnung: 27.10., 19 Uhr), lotet Stefan Sagmeister, der Großmeister des Grafikdesigns, die Grenzen zwischen Kunst und Design aus und überschreitet sie. Die Ausstellung dokumentiert seine zehn Jahre andauernde Untersuchung des Glücks anhand von Videos, Drucken, Infografiken, Skulpturen und interaktiven Installationen. Sie führt BesucherInnen auf eine Reise durch die Gedankenwelt des Designers und seine Versuche, das eigene Glück zu steigern, indem er seinen Geist trainiert wie andere ihren Körper. Die Schau, die sich über Gänge, Treppen und Ausstellungsräume des MAK erstreckt und auch die »Zwischenräume« des Museums einbezieht, ist nach 2002 Sagmeisters zweite Ausstellung im MAK. In handschriftlichen Kommentaren an Wänden, Geländern und in den Toilettenräumen des Museums erläutert Sagmeister seine Gedanken und Beweggründe zu den gezeigten Projekten. Diese persönlichen Notizen ergänzt er durch sozialwissenschaftliche Daten der Psychologen Daniel Gilbert, Steven Pinker und Jonathan Haidt, des Anthropologen Donald Symons und bedeutender HistorikerInnen, um seine Experimente mit Psyche und Typografie in einen größeren Kontext setzen. Die inspirierende Präsentation zeigt die Erfahrungen des Designers während eines dreimonatigen Experiments mit Meditation, kognitiver Therapie und stimmungsändernden Medikamenten. Die Ausstellung war bereits 2010 am Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania, zu sehen und wurde von Claudia Gould, derzeit Helen Goldsmith Menschel Director, The Jewish Museum, New York, kuratiert. Art Direktorin und Designerin der Schau ist Jessica Walsh. www.mak.at

1 Arik Lewy Art & Design Studio (Paris): Hängeleuchten »Wireflow« für Vibia 2 Cecilie Manz (Kopenhagen): Glasvasen »Spectra« für Homegaard 3 Carla von Zweigbergk (Stockholm): Tabletts »Kaleido« für Hay 4 Jan and Henry (Prag): »Circle Armchair« für Cappellini Next 5 Aust & Amelung (Kassel): »A Floor Lamp« (Eigenvertrieb)


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Christoph Niemann. Unterm Strich Christoph Niemann ist einer der gefragtesten Grafiker der Welt. Seit Jahren gestaltet er Cover für den »New Yorker«, die »New York Times«, das »TIME Magazine«, für »WIRED« oder das »ZEITmagazin«. Er prägt Werbekampagnen, illustriert Texte, produziert Apps oder schreibt Kinderbücher. Das MAK widmet dem vielfach ausgezeichneten Meister seines Fachs eine Ausstellung, die noch bis 11. Oktober 2015 im Kunstblättersaal zu sehen ist. Sie bietet mit 170 Illustrationen, Grafiken, Siebdrucken, Tusche- und Bleistiftzeichnungen, Büchern, Apps und Animationen einen Überblick über sein breites Schaffen. Zu Niemanns AuftraggeberInnen zählen neben weltweit gelesenen Medien international bekannte Unternehmen wie Citibank, Amtrak oder Nike. Eines seiner aktuellsten Projekte ist die Illustration von Erich Kästners »Es gibt nichts Gutes, außer

man tut es«, mit der er das Verhältnis zwischen Sprache und Bild neu interpretiert. 2010 wurde Niemann zum Mitglied der Hall Of Fame des Art Directors Club New York ernannt. Er ist Mitglied in der Alliance Graphique Internationale. www.mak.at

1 Installationsansichten »The Happy Show«, Institute of Contemporary Art

(ICA), University of Pennsylvania 2C  hristoph Niemann: Animation für die Google-Homepage

»Sommeranfang/Winteranfang« 3 Christoph Niemann: Siebdruck »Brooklyn Bridge« 4 Christoph Niemann: Magazin-Cover »Rainy Day« für »The New Yorker«


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Bereits zum zehnten Mal ist das MAK die Plattform für den Wettbewerb der hundert spannendsten Umsetzungen im wohl heißesten Medium visueller Alltagskultur: dem Plakat. Die Schau der 100 besten Affichen des Jahres 2014 ist von 4. November 2015 bis 10. Jänner 2016 im MAK-Kunstblättersaal zu sehen (Eröffnung: 3.11., 19 Uhr). Der Jury, in der für Österreich Christof Nardin vertreten war, traf ihre Auswahl aus ursprünglich über 1.800 Einzelplakaten. Nach Ländern gliedern sich die prämierten 100 Plakate und Plakatserien in 44 mal Deutschland, 51 mal Schweiz und 5 mal Österreich. Zu den Detailergebnissen und den ÖsterreichGewinnern siehe Ausgabe 2.1015. Das Corporate Design des aktuellen Jahrgangs wurde von sensomatic (Wien) gestaltet, die Konzeption der Ausstellung lag bei Johanna Ellerhold (Berlin). Der neu gestaltete Web-Auftritt des traditionsreichen Vereins zur Förderung der Plakatkultur bietet übrigens ein such- und filterfähige Online-Archiv aller seit dem Jahrgang 2001 prämierten Plakate und gewährt damit einen frei zugänglichen und einzigartigen Überblick aktueller Plakatgestaltung. Eine Auswahl des letzten Jahrgangs stellen wir hier vor. 100-beste-plakate.de, www.mak.at

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100 beste Plakate 14 – Deutschland, Österreich, Schweiz

1 ÆTHER-DESIGN: »Metæther Green« 2 Alice Kolb, Daniel Peter: »Luzerner Fest« 3 cyan: »Paris est une femme« 4 Daniel Wiesmann: »Breakfast Market« 5 gggrafik: »Steiner Kaffeerösterei« 6 Hauser, Schwarz: »Musik« 7 Jesse Katabarwa: »Desire« 8 Johnson Kingston: »Oh See! A Festival!« 9 Josh Schaub: »Das Luzerner Plakat« 10 Steffen Knöll: »Flohribi Flohmarkt«


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Veranstaltungen

VIENNA DESIGN WEEK

Vienna Biennale 2015

Österreichs größtes Designfestival und schafft den Spagat zwischen Fachpublikum und breiter Öffentlichkeit. Geboten werden nationale und internationale Positionen und experimentelle Ansätze in Architektur, Grafik-, Produkt-, Möbel-, Industrieund Social Design im Rahmen von Ausstellungen, Workshops, partizipativen Projekten, Talks, Kooperationen und Führungen in ganz Wien. Zwischen 25. September und 4. Oktober 2015 laden über 150 Veranstaltungen dazu ein, Neues, Überraschendes und Wegweisendes zu entdecken. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verbindung von Design und Wirtschaft. So hat sich das Festival als ein stetig wachsendes Netzwerk von heimischen und internationalen Kreativschaffenden etabliert, das zudem von wichtigen Playern aus Kultur, Wirtschaft und Medien gestärkt und genutzt wird. Fokusbezirk ist in diesem Jahr der 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Dort werden sich auch die Festivalzentrale samt Infopoint, Pop-Up-Café und Labor befinden. Als Gastland tritt Frankreich auf. Rund 50 Partnerinstitutionen präsentieren sich mit Beiträgen. Die Gestaltung der Kampagne der VDW15 lag übrigens in den Händen von designaustria-Mitglied Christof Nardin/Bueronardin. Neben der Ausstellung zum Staatspreis Design 2015 engagiert sich VDW-Partner designaustria mit Design zum Wohnen, Probieren und Kaufen im Feelgood ApartHotel in der Seestadt Aspern, wo ein ganz neuer Stadtteil mit Wohn- und Lebensraum für 25.000 BewohnerInnen entsteht. Ebenso innovativ und zukunftsweisend wie der Ort ist dessen erstes Hotel. »Feelgood« ist nicht nur Name, sondern auch Programm. Ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig konzipiert, bietet es mit 24 Betten persönliche und exklusive Atmosphäre. Zugleich ist es Marktplatz für österreichisches Design. In Kooperation mit designaustria werden die Räumlichkeiten des Hotels mit Möbeln und Objekten österreichischer DesignerInnen eingerichtet. Die Möblierung war und ist ein kuratorischer Prozess, alle dort befindlichen Stücke sind direkt erfahr- und ausprobierbar – und stehen auch zum Verkauf. Dadurch soll österreichisches Design direkt vermittelt werden. Die Inszenierung der Möbel in bewohnbaren Räumlichkeiten hilft, oft abstrakt wirkende Designobjekte in einem räumlichen Kontext zu erleben. Am 2. Oktober 2015 wird ab 18.30 Uhr Eröffnung gefeiert. www.viennadesignweek.at, www.designaustria.at

Unter dem Motto »Ideas for Change« läuft die erste Biennale, die Kunst, Design und Architektur verbindet, noch bis 4. Oktober 2015. Veranstaltet vom MAK, der Kunsthalle Wien, dem AzW und departure, möchte sie zeigen, wie kreative Ideen und künstlerische Projekte zur Verbesserung der Welt beitragen können. Ihre interdisziplinäre Ausrichtung und ihre Verklammerung von Kunstanspruch und Kreativwirtschaft eröffnet neue Perspektiven zu zentralen Themen unserer Zeit und fördern damit einen positiven Wandel unserer Gesellschaft. An zahlreichen Orten und mit Projekten im öffentlichen Raum entfaltet sie eine starke Präsenz in der Stadt. Infos zu den Veranstaltungen und TeilnehmerInnen auf vienna.biennale.org.

Klaus Michael Scheibl, Clemens Bauder: Bett »Get stuck!«, Hersteller: Tischlerei Pühringer


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Symposium »Stadt.Land.Schluss.«

blickfang Wien 2015

Dieses transdisziplinäre Symposium, veranstaltet von der designgruppe koop, wendet sich an GestalterInnen und EntwerferInnen, an VerwalterInnen und VerfechterInnen von urbanen Städten und lebenswerter Provinz. An alle, die an die Veränderbarkeit und Gestaltbarkeit der Welt glauben! Es findet vom 7. bis 9. Oktober 2015 in der Bayerischen Musikakademie im ehemaligen kurfürstlichen Schloss in Marktoberdorf im Allgäu statt. Die SprecherInnen werden brennende Themen aus vielen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens aus verschiedensten Blickwinkeln behandeln. Programm und Anmeldung auf www.stadt-land-schluss.eu.

Vom 30. Oktober bis 1. November 2015 gastiert die Designmesse blickfang zum zwölften Mal im Wiener MAK. Die Besucher können bei 130 internationalen DesignerInnen Möbel, Mode, Schmuck und Accessoires entdecken und erstehen. Natürlich ist auch die österreichische Designszene prominent vertreten. Das Rahmenprogramm inspiriert und informiert mit Sonderschauen und dem MINI-Designpreis mit Thomas Feichtner als Guide. Kurator des Jahres ist Nils Holger Moormann: »Ich finde es total wichtig, dass nicht nur die Stars in der Szene etwas zu sagen haben, sondern dass auch junge Talente ein Podium haben, wo sie etwas ausprobieren können.« Und genau das bietet die blickfang Wien 2015. www.blickfang.com

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1 Thomas Poganitsch: »Vogelschwarm in Gold« 2 Other Objects: »Modern Batik Family«


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Design Auktion 4. November 2015 Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, 1010 Wien Experte: Dr. Gerti Draxler, Tel. +43-1-515 60-226, gerti.draxler@dorotheum.at www.dorotheum.com

„Ballerina“-Couchtisch, Entwurf Elizabeth Garouste, Frankreich, 2008, Höhe 46 cm, 133 x 80 cm


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Erfolge

Red Dot Award: Product Design 2015

 Ende Juni wurden in Essen die begehrten roten Punkte für herausragende Produktgestaltung verliehen. 1.994 HerstellerInnen und DesignerInnen aus 56 Ländern waren mit 4.928 Produkten bei der renommierten Leistungsschau, die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum feiert, angetreten. Die 38-köpfige Jury vergab 81 mal die höchste Einzelauszeichnung Red Dot: Best of the Best – auch vier Einreichungen österreichischer DesignerInnen und ProduzentInnen waren dabei: die Fernbedienung leaf von ruwido austria, gestaltet von Zeug Design; die wandbündigen Sockelleisten von Admonter (In-house Design), das Faltrad VELLO bike von Valentin Vodev und die LED-Pendel- und Anbauleuchte Sequence von Zumtobel Lighting (In-house Design). Insgesamt schafften es stolze 50 Produkte österreichischer DesignerInnen und ProduzentInnen in die Bestenauswahl, darunter auch zahlreiche designaustria-Mitglieder: 13&9, Design Ballendat, design büro groiss peter, D. Swarovski KG, EOOS, idukk, KISKA GmbH, Christian Kröpfl, Molto Luce GmbH, Posche Design GmbH, Tomasini, Valentin Vodev, VITEO GmbH und Zeug Design GmbH. Alle Gewinnerprojekte werden in der OnlineExhibition vorgestellt: www.red-dot.de/pd/winners.

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1 Zumtobel Lighting GmbH: LED-Pendel- und Anbauleuchte »Sequence« 2 Admonter STIA Holzindustrie GmbH: wandbündigen Sockelleisten

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3 Valentin Vodev: Faltrad »VELLO bike« 4 Zeug Design GmbH: Fernbedienung »leaf« für ruwido austria gmbh


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Bücher

KISKA: 25 Years Designing Desire

by: EOOS

In den letzten 25 Jahren hat KISKA als eines der führenden europäischen Designbüros über 1.000 Projekte für mehr als 200 Kunden umgesetzt und dabei um die 1.000.000 Sketches gefertigt. Eine kleine Selektion präsentiert dieses Buch. Die Auswahl ist schwergefallen. So manches Projekt aus den 1990er-Jahren existiert nur noch auf Papier, andere wiederum sind immer noch so präsent, dass sie nicht mehr erwähnt werden müssen. Schließlich hat man sich dafür entschieden, vor allem eines zeigen: die Vielfalt der Arbeit von KISKA. Deutsch/Englisch, Broschur, 29,4 x 22,6 cm, 198 Seiten, ISBN-13: 978-3200039315, Euro 29,50 EUR. Für designaustriaMitglieder sind signierte Exemplare reserviert, und es gibt 10% Rabatt. Zu bestellen unter service@designaustria.at. www.kiska.com

Diese Monografie mit dem Untertitel »Design zwischen Archaik and High-Tech« – eine lang ersehnte Zusammenschau der Arbeiten des Studios – erschien anlässlich der Einzelausstellung, die das MAK der international erfolgreichen Designschmiede EOOS in der ersten Jahreshälfte zum zwanzigjährigen Jubiläum widmete. Präsentiert wurde das Buch Anfang Juni in Form einer szenischen Lesung der drei Hauptakteure Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gruendl. Mit der »poetischen Analyse« hat sich das Studio ein einzigartiges Recherchewerkzeug geschaffen, das sich mit Ritualen, intuitiven Bildern und Mythen beschäftigt und diese neu interpretiert. Die konsequent reduzierte Designsprache von EOOS zieht sich durch die große Bandbreite an Arbeiten, die von räumlichen Gestaltungen über Wohn- und Büromöbel bis zum Produktdesign von Alltagsgegenständen reicht. Der Band enthält ein umfassenden Werkverzeichnis und Texte von Thomas Geisler, Katarina V. Posch und Christoph Thun-Hohenstein sowie Erzählungen von EOOS über EOOS und wurde vom langjährigen Kooperationspartner grafisches Büro (Günter Eder, Roman Breier, Marcel Neundorfer) gestaltet. Herausgegeben von EOOS und MAK und erschienen bei Birkhäuser, Deutsch/Englisch, gebunden, 20,9 x 31 cm, 300 Seiten, ISBN 978-3035606058, Euro 51,40. www.eoos.com, www.makdesignshop.at, www.degruyter.com


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Martin Mostböck: AID ArchitectureInteriorsDesign

Werner Hölzl: Den Dingen Gestalt und Farbe geben

Der Architekt und Designer Martin Mostböck entwirft Möbel, Häuser, Geschäftseinrichtungen, Interieurs und Objekte des Alltags und ist ein Grenzgänger zwischen den Disziplinen. Mostböck geht in seinen Entwürfen den Dingen auf den Grund und sucht das Authentische. Seine Herangehensweise vergleicht er mit der eines Konstrukteurs, der Ideen für andere Menschen nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar machen will. Gestaltung bedeutet für ihn eine gemeinsame Reise, an deren Endpunkt alle beglückt sind. Der Planungsprozess gleicht der Arbeit an einem Maßanzug. Dabei muss der Architekt und Designer die Gedanken seines Auftraggebers/seiner Auftraggeberin lesen können. Nur auf diese Weise entsteht ein Objekt mit Seele. Mostböcks Arbeiten entstehen für führende europäische Hersteller wie Moroso, Eternit, Vorwerk und WMF und befinden sich in renommierten Sammlungen wie dem Museum of Arts and Design/New York, dem Design Museum Holon/Tel Aviv und dem MAK/Wien. Erschienen im Verlag Anton Pustet Salzburg, Deutsch/Englisch, Schweizer Broschur, 20 x 25 cm, 128 Seiten, ISBN 978-3702508074, Euro 35,00. www.pustet.at, www.martin-mostboeck.com

Das vorliegende Buch mit dem Untertitel »Lebenslinien des Grafikdesigners und Illustrators Werner Hölzl ist eine Arbeitsgeschichte: Dingen Gestalt und Farbe geben – Firmen, Produkte, Ausstellungen und ehrenamtliche Arbeiten durch individuelle Identitäten prägen und durch Bücher und lebendige Illustrationen nachhaltige Spuren hinterlassen. »Mit einem gewissen Glücksgefühl schau’ ich zurück auf meine erfüllende Arbeitszeit mit all den vielfältigen Aufträgen und den damit verbundenen freundschaftlichen Begegnungen«, meinte der Salzburger bei der Buchpräsentation Ende Juni. Erschienen bei Edition Tandem, gebunden, 28 x 21,6 cm 192 Seiten, ca. 340 Abbildungen, ISBN-13: 978-3902932365, Euro 24,90. www.hoelzl-grafik.at, www.edition-tandem.at

Das Buch wird anlässlich der gleichnamigen Ausstellung von Martin Mostböck im Austrian Cultural Forum London während des London Design Festival 2015 präsentiert. Die Schau ist von 19. September bis 2. Oktober 2015 zu sehen.

www.acflondon.org


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Mitteilungen designaustria 2015 | 03

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Impressum Herausgeber und Verleger designaustria, DA, gegründet 1927, ist die Berufs- und Interessenvertretung sowie das Informations- und Wissenszentrum für Design und engagiert sich für Österreich als Designnation. designaustria vertritt nationale Interessen in internationalen Organisationen und ist Mitglied des International Council of Graphic Design Associations, ICOGRADA, des International Council of Societies of Industrial Design, ICSID, und des Bureau of European Design Associations, BEDA. Vorstand Monika Fauler, Wien Martin Fößleitner, Wien Markus Hanzer, Wien Sigi Ramoser, Dornbirn Beatrix Roidinger, Wien Geschäftsstelle designaustria, designforum Wien im MQ, Museumsplatz 1/Hof 7, 1070 Wien, Telefon (01) 524 49 49-0, Fax (01) 524 49 49-4 E service@designaustria.at, www.designaustria.at Geschäftsführer: Severin Filek Birgit Gartner (Office Management & Mitgliederbetreuung), Irene Jäger (Presse & Öffentlichkeitsarbeit), Tamara König (Webredaktion & Projektmanagement), Verena Reindl (in Karenz), Heidi Resch (Projektmanagement), Sibel Sermet (in Karenz), Bettina Steindl (Projektmanagement & Kuration designforum Wien), Judith Weiß (Projektmanagement), Brigitte Willinger (Redaktion & Text Editing), Ulrike Willinger (Redaktion & Projektmanagement) Redaktion Brigitte Willinger und Severin Filek, Museumsplatz 1, 1070 Wien Fotos Die Rechte liegen bei den beitragenden DesignerInnen, AutorInnen, Institutionen, Veranstaltern, Verlagen etc. bzw. bei deren FotografInnen. Namentlich wurden genannt: Anthony Tahlier (13&9/CEOs Anastasia Su & Martin Lesjak), Mohawk Group (13&9/Moving Floors), 13&9 (13&9/Trigon), Paul Ott (13&9/Rock Collection), Markus Mansi, MOMA (13&9/Geometric Collection Jewelry & Diamond Shades), Kollektiv Fischka für JaW (Jugend am Werk), Rosenbauer (Panther), Michael De Lausnay Archive of Estonian Association of Designers (Size Doesn’t Matter), Sagmeister & Walsh (The Happy Show), Christoph Niemann (Christoph Niemann. Unterm Strich), Klaus Michael Scheibl (Get Stuck) Layout und Artdirektion Sandra Steiger, zeitmaß, Kandlgasse 16, 1070 Wien Papier PERGRAPHICA® High White, Umschlag 300 g/m2, Kern 120 g/m2, von Mondi, zur Verfügung gestellt und exklusiv erhältlich bei Europapier Austria GmbH, 1210 Wien www.europapier.at Belichtung, Druck und Endfertigung Bösmüller Print Management GesmbH & Co KG Obere Augartenstraße 32, 1020 Wien, Josef-Sandhofer-Straße 3, 2000 Stockerau www.boesmueller.at Prospektbeilagen sind nur für den Inlandsversand vorgesehen, nach Maßgabe der uns zur Verfügung gestellten Stückzahl. Wir bitten um Verständnis. ISSN 1022-9566 mit Unterstützung der Kunstsektion im Bundeskanzleramt


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DA-Mitteilungen 3_2015  

Schwerpunkt: Design Thinking

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