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DER

Aug./Sept. 2011 20. Jahrgang € 5,-

P.b.b. – Verlagspostamt 1130 Wien 02Z032240M

Der Tanz auf dem Vulkan!


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INHALT

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Der Tanz auf dem Vulkan – Teil I und II Sepp Baldrian

Seite 6

Facharbeiter dringend gesucht! LFS Eisenstadt

Seite 10

Erträge im Wandel der Zeit – Ist eine präzise Ertragssteuerung überhaupt möglich? Teil II Dr. Matthias Petgen

Seite 12

Der Weinbau Online, Weinauktionen und Immobilien Ali Meyer

Seite 21

Südtirols Weinfest im neuen Format Dr. Jochen Erler

Seite 26

Porto und andere Weine des portugiesischen Dourotales Dr. Jochen Erler Seite 28

26 Impressum Medieninhaber: UÖM GesmbH., 1130 Wien, Wattmanng. 7/4 Tel.: 01/877 17 21, Fax.: 01/877 17 21-24, email: weinbau@uoem.at , www.der-weinbau.at Herausgeber: Sepp Baldrian Redaktion: Victoria Sturm, Heidi Baldrian Online-Redaktion: Ali Meyer Freie Autoren: Dr. Jochen Erler, Dr. Matthias Petgen, DLR Rheinland Pfalz Grafik: Franz Liebminger Anzeigen: Ali Meyer

Bitte beachten Sie die Beilage in diesem Heft: BEGEROW! Weitere Rubriken: Editorial Winzer des Monats Motor Kurse Branchennews

Seite 4 Seite 18 Seite 30 Seite 32 Seite 36 Aug./Sept. 11 WEINbau – 3


EDITORIAL

Liebe Leser, ein Editorial zu schreiben fällt mir schon seit 20 Jahren schwer denn die Ansichten sollten klug sein und Sinn ergeben. Mich in der Welt des Weines mit Menschen die es zu bewundern gilt, die hart und erfolgreich arbeiten und ein Weinwunder schafften, mit kritischen Gedanken zu befassen – das ist mir unangenehm und zuwider. Aber es kommen trotz allem große Probleme auf uns zu: die kleinen Ernten der letzten Jahre ließen die Preise ansteigen und öffneten so den Markt für den Wettbewerb. Unser heimischer Markt war seit jeher etwas Besonderes für den Weinkonsumenten; die Weine aus dem „Rest der Welt“ waren zwar immer schon vorhanden, aber sie wurden höchstens als Exoten hie und da gekauft. Auf Grund der Preis-Situation stellten sich der Lebensmittelhandel und die Gastronomie nun auf „billigere“ Wein um. Jetzt steht offensichtlich eine gute Ernte an - d.h. größere Mengen stehen einem geschrumpften Markt gegenüber. Das Rezept „Werden wir wieder billiger!“ wird nicht viel nützen, denn die Konsumenten werden bei dem bleiben, an das sie sich bereits gewöhnt haben. Klar, in der tiefsten Schiene, ganz unten in den Regalen, zählt jeder

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Sepp Baldrian

Cent - bei den Doppellitern und bei den in Boxen verpackten Weinen. Das Problem wird nicht die großen und bekannten Winzer treffen, aber die breite Masse des Mittelsegments! Ein Gegensteuern ist kaum möglich. Und wenn dann 2 mittlere Ernten folgen, wird die Preisspirale deutlich nach unten gehen... Das heißt, die Erträge werden gering. Eine Patentlösung dafür gibt es nicht; nur individuelle Vorarbeit der engagierten Betriebe: Mit Events, Präsentationen bei Gastronomen und Privaten - um noch mehr auf den eigenen Betrieb hinzuweisen. Während ich das so schreibe bin ich mir natürlich auch im Klaren darüber, dass die meisten Betriebe sowieso bereits am Limit des Möglichen arbeiten. Ein Umdenken und eine Neuorientierung wären sinnvoll, aber nichts geht von heute auf morgen. Aber eine gewisse Umstellung sollte auf jeden Fall überlegt werden. Der junge Machherndl in Wösendorf als Beispiel: Er bemüht sich um reife Weine und eröffnete sich dadurch ein stabiles und expansives Kundensegment. In diesem Segment, das völlig vom Markt verschwunden ist und mit dem Begriff „Altwein“ überfrachtet wurde, liegen noch Schätze und Kundensegmente, die zukünftig gehoben werden könnten. Der Boom des gemischten Satzes, überlegte Cuvées etc. - das sind Wege die Preise sichern und dem zu erwartenden Trend des Preisverfalls gegensteuern. Abschließend möchte ich noch folgendes sagen: Endlich gab es etwas bessere Preise und einen leicht geöffneten Markt für Weine und Weinbaubetriebe – doch genau daraus ergibt sich auch ein Problem. Deshalb macht mir das Nachdenken und Schreiben dieses Editorials so gar keine Freude...


AKTUELL

Weinbewertungen – Wert oder Willkür? Ob Salon, Bioweinpreis, Weingala, AWC oder etliche andere - kaum ein Wein ohne Auszeichnung, ohne Platzierung oder hohe Punktebewertungen soweit das Auge reicht. Doch was zählen all diese Bestnoten heute eigentlich noch? Worauf kann man als Winzer wirklich stolz sein, welche sind die seriösen Gütesiegel? Wirkt die Masse an Bewerben inflationär oder hilf sie -im Gegenteil- dem Ansehen des österreichischen Weines? Und: werden die „Bekannten“ tatsächlich bevorzugt? Für den Konsumenten macht es oft keinen Unterschied ob ein Wein nun regional, national oder international hoch gepunktet hat – eine Auszeichnung spricht so oder so für hohe Qualität. Branchenintern sieht das oft schon ganz anders aus: es macht sehr wohl einen Unterschied, wer die Jury ist, aus wie vielen Weinen ausgewählt und ob die Verkostung blind stattfindet oder nicht.

Wir möchten von Ihnen wissen:

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Was halten Sie von Weinbewertungen? An welchen Wettbewerben nehmen Sie teil, wonach wählen Sie sie aus? Denken Sie, dass eine Auszeichnung zur Kaufentscheidung beitragen kann? Erzählen Sie uns von Ihren persönlichen Erfahrungen mit Weinbewertungen, von Ihren Auszeichnungen – schicken Sie uns eine Mail mit Ihrer Meinung an weinbau@uoem.at (Betreff: WEINBEWERTUNGEN) und wir starten in unserer nächsten Ausgabe eine Diskussion um dieses spannende Thema!

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AKTUELL

Der Tanz auf dem Vulkan Die österreichische Weinwirtschaft leidet offenbar unter einem totalen Realitätsverlust - sie bejubelt die „guten Preise“ und die „gute Situation“, die zur Zeit herrschen. Dabei sind wir dabei das letzte Hemd zu verlieren, denn der Österreich-Konsument stellt sich aufgrund der aktuellen Preissituation langsam um; er lernt Italiener, Franzosen, und die Weine aus der neuen Weinwelt kennen. Und das, obwohl der Inlandskonsument der treueste Kunde war; er war gewöhnt an unser Geschmacksbild und trotz der Marktöffnung blieb er den österreichischen Weinen lange treu.

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er größte Absatzmarkt für Weine ist nach wie vor der Lebensmittelhandel und hier dominieren in der „teuren Kategorie“, also zwischen 3 und 5 Euro, jetzt schon die internationalen Weine. Die „Österreicher“ sind in den Regalen mittlerweile nur mehr dünn angesiedelt. In der Gastronomie herrschte auf den Weinkarten „unser“ Wein und der Rest der Weinwelt fand sich eher alibihalber auf den hinteren Seiten. Jetzt finden sich gleich auf den ersten Seiten der Karten häufig Italiener, Kalifornier, Franzosen und der österreichische Wein ist zumeist nach hinten gerutscht. Mit dieser Entwicklung beschäftigt sich niemand; im Gegenteil man kehrt sie unter den Tisch. Das Problem dabei ist: Wenn sich der Konsument über Jahre an andere Geschmacksbilder gewöhnt hat, bleibt er meist auch dabei. Angenommen wir haben eine Normalernte, keine große, sondern eine durchschnittliche, wie wir sie in den letzten Jahren nicht hatten: Wer wird da die Weine kaufen, sich wieder umstellen wenn die Preise auf ein Normalmaß gesunken sind? Der Konsument, der sich nun an die Weine aus der weiten Welt gewöhnt hat, wird sicher nicht

reumütig wieder die heimischen Weine kaufen. In der Gastronomie wird man die internationalen Weine auch nicht wieder in die hintere Reihe stellen. Diese Entwicklung ist nicht mehr rückgängig zu machen und der bekannte „Schweinezyklus“ beginnt: Weil der Markt kleiner geworden und das Interesse an den österreichischen Weinen gesunken ist heißt das Rezept „Preissenkung“. Gesenkte Preise bedeuten in der Gedankenwelt der Konsumenten billige, mindere Qualität – „Wer billig kauft, kauft teuer“ - dieser Spruch ist noch immer der Leitsatz der Gedankenwelt der Käufer... Das heißt: geht „billig“ nicht – dann geht vielleicht „noch billiger“. Diese Abwärtsspirale ist nicht Neues sondern ein Standard der Wirtschaft. Laien haben dann die Ansicht, dass diese Entwicklung eben im Export wieder ausgeglichen wird. Doch auch hier hat die Entwicklung ihren Zenit erreicht, denn unsere Preise sind bereits im oberen Segment angekommen. Das zeigte sich bei unseren Veranstaltungen in Manchester und Glasgow deutlich. Durch die geringen Mengen und die offensichtlich guten Preise des Inlandmarktes erlahmte außerdem auch das Interesse an Exportaktivitäten. Der Glaube, dass dann der Weltmarkt mit Freuden wieder die österreichischen Weine kaufen wird, nur weil sie billiger geworden sind, bleibt nur Unbedarften vorbehalten... Dem Winzer bzw. Weinbaubetrieb ist dabei kein Vorwurf zu machen - er muss in der Gegenwart leben und versuchen, das Beste aus dem Hier und Jetzt zu machen. Aber den Fachleuten in den Kammern bzw. aus der Politik müsste diese Entwicklung sehr wohl bekannt sein - und ein Gegensteuern und eine Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Situation und der nahen Zukunft wären ihre Aufgabe!

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AKTUELL

Der Tanz auf den Vulkan – Teil 2 Seit langem bestimmt ein äußerst kurzsichtiges Denken die Weinwirtschaft; und obwohl heute bereits auf jeden landwirtschaftlichen Betrieb mehr als ein Beamter kommt, gibt es unter all diesen Experten niemanden, der sich um die Gegenwart und die Zukunft kümmert.

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lles ist „gut“ und „bestens“ - nur: dass wir gerade dabei sind, den heimischen Markt zu verspielen (oder ihn schon verspielt haben) ist kein Thema; und das, obwohl jeder Supermarkt die Entwicklung sehr deutlich zeigt! Im Schaufenster von Wein & Co muss man die Österreicher bereits mit der Lupe suchen. Sieht das tatsächlich niemand - oder denkt man da an eine Marotte der Handeslketten? Gerade wir Österreicher mit unserem überregulierten und extrem belasteten Weinbau würden einen 5 Euro Schnittpreis pro Liter benötigen (vor allem wenn man den Kindern einen Betrieb überlassen möchte..). Bis Januar nächsten Jahres bleiben die Preissegmente wohl so wie sie sind; kommt dann aber die Normalernte, ist die Abwärtsspirale unumgänglich.

Wir haben aber Möglichkeiten, um die mit Sicherheit zu erwartende Preisinflation zu lösen - das wäre allerdings die Aufgabe der beamteten Fachleute. Ein Besinnen auf unsere Stärken wäre nötig; Der Grüne Veltiner-Hype wird genauso vergehen wie einst beim Chardonnay oder beim Müller Thurgau. Ein Umstellen bzw. Umdenken tut Not: Sollen die Journalisten doch schreiben was sie wollen - ob sie nun den Zinfandel preisen, sich über den Cabernet begeistern oder den Grünen Veltliner als den Welthit schlechthin präsentieren - vergessen Sie es! Denn keiner dieser -zumeist unbedarften- Schreiber muss vom Weinbau leben. Und das Wissen, dass ein Weingarten bis zu 40 Jahre und mehr Erträge liefern kann (und muss) ist ihnen unbekannt. Der Rote Veltliner ist dafür das beste Lehrstück - zu Beginn wollten die Beamten diese Rarität aus dem Verzeichnis der zugelassenen Sorten streichen. Nationalrat Hietl hat aber bis zum „geht nicht mehr“ gegen diese Streichung gekämpft – und gesiegt. Deswegen hat der Rote Veltliner noch heute das Synonym „der Hietl Rote“ in der Region um Langenlois! Vor 15 Jahren rümpften die Experten der Literatur noch die Nase über diesen „Unwein“, der heute -allen Widrigkeiten zum Trotz- ein Verkaufsrenner ist und auch bei internationalen Degustationen wie in UK totale Begeisterung hervorruft... Die an sich klugen Steirer könnten mit den Synonym Morillon etwas Unvergleichliches am Weltmarkt anbieten - warum tun sie das nicht?

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Der Bouvier („Um Gottes Willen, dieser Wein stellt ja nichts dar..!“) hat ein ähnliches Potenzial wenn man sich darum bemüht. Und wer das tut, der hat auch heute schon immer zu wenig davon (und das bei guten Preisen)! Wenn man sich nur auf die Meinung von Experten und Schreibern verlässt, kann man mit dieser Randerscheinung natürlich nicht punkten... Wie blind und teilweise unbedarft sind die Bestimmenden? Es wäre doch die Aufgabe der Standesvertretung Nischenerfolge zu analysieren und ein Gegengewicht zu den Mainstream-Abschreibern zu bilden. Denn was heißt schon „Nischenerfolg“; der österreichische Weinbau ist ja insgesamt bloß eine winzige Nische und kann somit nur als eine Art „Blumenstrauß des Besonderen“ überleben. Da offenbar das logische Denken den Bestimmenden und Meinungsbildenden schwer fällt, haben sie auch die Chance mit der Weinkur und wissenschaftlichen Arbeit von Primar Dr. Resch nicht erkannt (und schon gar nicht ergriffen) – weil sie die Unterlagen dazu wahrscheinlich nie gelesen haben.. Letztlich hat dieser Arzt aus aus wissenschaftlichem analytischen Denken heraus einen absoluten Beweis dafür geliefert, dass unser Wein die Gesundheit, das Wohlbefinden und das Leben verbessert und verlängert! Welche Organisation der Öffentlichkeit beschäftigt sich damit? Keine. Und leider machen auch die Weinproduzenten selbst nichts daraus! Diese einzigartige Studie und Kur bleibt außerhalb des Denkens der Weinwirtschaft; da bleibt die Frage nach dem Warum? Wer setzt das im Inland und Export ein? Gerade diese Kur und die wissenschaftliche Arbeit wurden ja nicht aus Marketing- und Werbegründen entwickelt, sondern um die Gesundheit und Vitalität der Menschen zu verbessern - welches bessere Argument kann es geben?! Natürlich kann die diesbezügliche Hemmung der Kammer darin begründet sein, dass Primar Dr. Resch – aus Gründen der Unzufriedenheit mit dem System – aus der ÖVP ausgetreten ist. Das mag für den einen oder anderen natürlich unverzeihlich sein, hat aber doch mit seinen Arbeiten nichts zu tun! Juwelen aus der Schatzkammer des österreichischen Weines sind unsere Zukunft; es gibt aber auch deutliche Anzeichen dafür, dass Leader der Weinwirtschaft sich an „Neues Altes“ wagen -wie beispielsweise Umathum- der den Lindenblättrigen, eine Ursorte des Burgenlandes, wieder kultiviert (wenn auch als Landwein...). Wenn jetzt gehandelt wird, könnten in 5 bis 6 Jahren der preisbedingte Marktverlust und die Exportschwäche egalisiert werden. Ob diese einfache Logik erkannt wird, ist fraglich. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt... Sepp Baldrian ■


AKTUELL

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AKTUELL

Facharbeiter dringend gesucht! An der Weinbauschule Eisenstadt haben heuer 24 Schüler und eine Schülerin des vierten Jahrgangs die Ausbildung zum Facharbeiter erfolgreich abgeschlossen. Sieben Schüler konnten sich über einen ausgezeichneten Erfolg freuen und neun Kandidaten absolvierten zusätzlich die Ausbildung zum/zur Jungsommelier(e).

Mit dem Facharbeiterbrief sind die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Berufsleben gegeben, da weit mehr Absolventen gesucht werden, als die Weinbauschule abschließen. Viele junge Menschen entdecken durch die praxisnahe Ausbildung an der LFS wieder die Freude am Lernen - so werden vier Absolventen ihre Ausbildung an der HBLA Klosterneuburg fortsetzen und ein Schüler strebt die Berufsreifeprüfung an.

Team LFS Eisenstadt

Alle haben die Möglichkeit, ihren Bildungsweg mit der Meisterausbildung fortzusetzen. Die Zukunft unserer Gesellschaft wird von fundiert ausgebildeten, innovativen jungen Menschen getragen. Wir möchten unserem hervorragenden 2011er Jahrgang herzlich gratulieren!

David hat mit 3 anderen Kollegen den 4. Jahrgang vorgezogen (3 Schuljahre an der LFS, verkürzte Praxis) und wird im Herbst in den 3. Jahrgang der HBLA Klosterneuburg einsteigen. Die aufstrebende Weinszene des Südburgenlandes wird von unseren erfolgreichen Absolventen Krutzler, Faulhammer, Kopfensteiner, Wachter, Wallner, Wiesler, Jalits und vielen anderen getragen und junge Menschen wie David werden viel zur Zukunft dieses kleinen, aber edlen Weinbaugebietes beitragen. ➤ LFS Eisenstadt | 7000 Eisenstadt | Neusiedler Straße 6 | Tel.: 02682/63644 Fax DW 44, Mail: eisenstadt@weinbauschule.at | www.weinbauschule.at

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AKTUELL Daher wollen wir den jungen Absolventen an dieser Stelle kurz vorstellen:

Engagiert und positiv – auch das ist unsere Jugend! „Anpacken statt jammern“ ist die Devise von David Wachter aus Deutsch Schützen im Südburgenland. David besuchte die Hauptschule Eberau (letzte Klasse vor der vorübergehenden Schließung) und trat im Herbst 2008 in die Weinbauschule Eisenstadt ein: Meine Eltern bewirtschaften eine kleine Landwirtschaft, bis 2000 hatten wir auch Tierhaltung, danach haben wir begonnen uns auf den Weinbau zu konzentrieren und bewirtschaften derzeit 4 ha Weingärten. Die Arbeit eines Winzers macht mir echt Spaß, auch wenn der Beruf sicher nicht einfach ist. Wir haben in der Weinbauschule wirklich viel gelernt, was direkt in der Praxis anwendbar ist. Mit dem Facharbeiterbrief könnte ich derzeit aus mehreren guten Stellenangeboten wählen, oder in den Betrieb meiner Eltern einsteigen. Da mir das Lernen meist Freude macht, werde ich aber mit drei meiner Kollegen in die Höhere Bundeslehranstalt Klosterneuburg übertreten. Danach möchte ich die „kleine aber feine“ Weinszene des Südburgenlandes verstärken, der viele erfolgreiche Absolventen der Weinbauschule Eisenstadt angehören. Ab Herbst 2012 soll auch in Klosterneuburg ein eigener Sonderlehrgang für Fachschulabsolventen geführt werden, wodurch der Bildungsweg den David eingeschlagen hat, mit einem abgestimmten Lehrplan noch besser zugänglich wird. HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau A-3400 Klosterneuburg | Wiener Straße 74 | Tel.: 02243/37910 Fax DW 26705 direktion@weinobst.at | www.hblawo.bmlfuw.gv.at David Wachter

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Aug./Sept. 11 WEINbau – 11


ERTRAGSSTEUERUNG

Erträge im Wandel der Zeit – Ist eine präzise Ertragssteuerung überhaupt möglich?

Teil II

Einfluss der Blüte – der Schlüssel zum Verständnis der Ertragssituation in 2010? Dr. Matthias Petgen, DLR Rheinpfalz, Abteilung Weinbau und Oenologie Im zweiten Teil seines Beitrages zum Thema Ertragssteuerung berichtet Dr. Petgen über die Einflüsse auf die Fruchtbarkeit im Zeitrahmen von Beginn der Blüte bis zu Veraison.

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s ist hinreichend bekannt, dass durch eine hohe Befruchtungsrate sowie ein ergiebiges Wasserangebot nach der Blüte große schwere Trauben im Herbst entstehen, die wiederum hinsichtlich Traubengesundheit Probleme bereiten und eine Ursache für die Fäulnisprobleme der letzten Jahre sind. Die Blüte erfolgt in unseren Bereichen in der Zeit zwischen Ende Mai bis Mitte Juni, wenngleich in den letzten Jahren aufgrund der Klimaerwärmung der Beginn immer zeitiger eingesetzt hat (Mittelwerte 2000-2009 am 7. Juni; 1990-2009 am 9. Juni; 1980-2009 am 13. Juni). Der Blütebeginn korreliert eng mit der Temperatur, so dass der Termin etwa 6 bis 8 Wochen nach dem Austrieb einsetzt. Auch die Durchblührate wird maßgeblich von der Witterung beeinflusst. Förderliche Faktoren sind: hohe Lichtintensität, hohe Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit, gute Wasserversorgung, wenig Niederschlag zur Blüte, mittleres Wachstum. Bei genauerer Betrachtung weist Schultz darauf hin, dass sich unter 15°C die Staubblätter kaum öffnen. Temperaturen über 32°C sollen dagegen einen verzögernden Einfluss auf das Aufblühen der Gescheine haben. Temperaturen zwischen 32 und 40°C hemmen sogar das Pollenwachstum und wirken sich negativ auf die Fertilität der Eizelle in den Samenanlagen aus. Des Weiteren fördern hohe Temperaturen während der Blüte das Triebwachstum und es kommt zum Verrieseln (Definition: Abfallen unbefruchteter Blüten). Biologisch gesehen kommt es immer zum Verrieseln. Ursachen sind unzureichende Nährstoffversorgung, aber auch die Versorgung von Kohlenhydraten an die jungen Gescheine. Neueste Ergebnisse aus Frankreich und Australien zeigen, dass die Spanne vor der Blüte die Befruchtungsrate entscheidend mit beeinflusst und die Keimfähigkeit verloren geht (Schultz, H.R.). Dies war im letzten Jahr der Fall, betrachtet man die niedrigen Temperaturen im Mai (vgl. Abbildung 2). Der Blütenansatz ist aber auch von exogenen Faktoren abhängig. Gescheine mit hoher Blütenzahl verrieseln stärker als Gescheine mit niedriger Blütenzahl. Offenbar konkurrieren die Blüten untereinander, so dass bei hoher Blütenzahl eine Art von Selbstregulation auftritt. Die basalen Gescheine verrieseln stärker als die akropteal angeordneten Gescheine. Demzufolge hat die basal inserierte Traube immer den höchsten Beerenansatz. Der Beerenansatz schwankt zwischen 20 und 50%, wobei die Sorten Silvaner, Morio-Muskat und Riesling im höheren Bereich liegen und damit kompaktere Trauben bilden. Die Blütenzahl pro Infloreszenz ist damit stark sortenabhängig. Während der Blüte entscheidet sich, ob die Beere befruchtet wird oder nicht. Hierbei kommt es zur Ausbildung unterschiedlicher Kernzahlen. Je höher die Befruchtungsrate, desto höher fällt die Kernzahl aus. Maximal werden vier, in der Regel aber nur zwei Kerne gebildet. Bereits 24

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Auch bei der Huxelrebe waren 2010 trotz ausreichendem Gescheinsansatz die Erträge durch die verrieselte Blüte gering

Stunden nach der Befruchtung sind die Staubblätter abgeworfen und der Fruchtknoten hat sich vergrößert. Unbefruchtete Beeren zeigen diese Vergrößerung nicht. Kleine Beeren, die man manchmal findet und durch Verrieseln entstanden sind, sind parthenokarpisch, d.h. nicht befruchtet und haben keine Kerne. 2010 hat sich die Blüte beim Riesling am Standort Neustadt/W. vom 13. bis etwa 25. Juni recht lange hingezogen (vgl. Abbildung 3). Verantwortlich dafür war die Temperatur, die in dieser Zeitspanne deutlich abgesunken ist und den Befruchtungsvorgang merklich gestört hat. In der Folge waren insbesondere im Bereich Mittelhaardt bei Riesling sowie in anderen frühen Lagen deutliche Verrieselungsschäden erkennbar. Die Verrieselungsbonituren von Riesling und Spätburgunder in Neustadt zeigten Werte, die im Vergleich zum mehrjährigen Mittel um 45 bzw. 50% erhöht waren. Während man in den letzten Jahren über lockerbeerige Trauben aufgrund einer höheren Widerstandsfähigkeit gegenüber Fäulniserregern eher erfreut war, haben die enormen Verrieselungsschäden durch das kühle Blütewetter, insbesondere in Betrieben mit einem hohen Riesling-Anteil, die Erträge stark dezimiert. In Siebeldingen am Standort Geilweilerhof setzte die Blüte beim Riesling dagegen erst am 22. Juni ein und war bereits zum 27. Juni beendet (Daten des JKI, s. Abbildung 3). Die Temperaturen waren teilweise deutlich höher als in Neustadt und führten entsprechend zu höheren Befruchtungsraten. Dies erklärt die etwas höheren Erträge im südlichen Teil der Pfalz (mit Ausnahme des Hagelgebietes). ➤


ERTRAGSSTEUERUNG

Auch auf der Zielgeraden ist noch lange nicht alles in „trockenen Tüchern“! Die bereits beschriebenen niedrigen Traubengewichte in 2010 können noch auf eine weitere Ursache zurückgeführt werden. Durch die Trockenheit im Juni und Juli war das Beerenwachstum deutlich gehemmt worden. Für das Verständnis der kleineren Beerenentwicklung sollen an dieser Stelle kurz die Zusammenhänge der Pflanzenphysiologie über das Beerenwachstum dargestellt werden. Es werden drei verschiedene Beerenentwicklungsphasen unterschieden, wobei der Fokus auf der ersten Phase liegt (Müller et al., 2008). In der ersten Entwicklungsphase findet die erste Phase des Dickenwachstums statt. Diese erstreckt sich je nach Sorte und Jahrgang über einen Zeitraum von 5 – 6 Wochen. Der von den Blättern gelieferte Zucker wird für Zellteilungsprozesse verwendet. Liegt in dieser Phase ein Wassermangel vor, stellt die Rebe zunächst das vegetative Wachstum ein. Die Assimilationsleistung sinkt, da die Rebe zum Schutz vor Austrocknung die Spaltöffnungen schließt. Das verringerte Zuckerangebot an die jungen Trauben verlangsamt die Zellteilung und bremst damit das Dickenwachstum aus. Die Folge sind kleinere Beeren, die unter anderem zu den niedrigeren Traubengewichten zur Lese geführt haben. In der Beerenentwicklungsphase II, der sogenannten Sistierungsphase (der Embryo entwickelt sich zur vollen Größe), zeigen die Reben einen Vegetationsstillstand. Mit einer Dauer von ca. 4 bis 24 Tagen ist diese Phase sehr sortenabhängig. Die dritte Phase stellt die eigentliche Reifephase dar. In dieser Phase findet nochmals Dickenwachstum statt, welches ausschließlich auf eine Vergrößerung der Zellen und nicht auf Zellteilungsprozesse zurückgeführt wird. Diese Vorgänge benötigen im Gegensatz zum Dickenwachstum der ersten Beerenentwicklungsphase keinen Zucker. Der gebildete Zucker wird eingelagert und führt zum Mostgewichtsanstieg.

Abbildung 2: Temperaturverlauf in den für die Größe der Gescheine (Blütenzahl/Geschein) im Ertragsjahr relevanten Monate Mai-Juli (2008–2010 sowie Mittelwerte 1980-2009)

Selbst nach der Blüte kann regulierend auf das zukünftige Ertragsniveau eingewirkt werden. Ein von der Praxis nicht immer beachteter Zusammenhang besteht zwischen dem Laubschnittzeitpunkt und dem späteren Ertragsniveau und somit dem Zuckerertrag. Je früher der erste Gipfeltermin durchgeführt wird, desto höher steigen der Ertrag und die Kompaktheit der Trauben. Weiterhin fällt das Dickenwachstum der Beeren umso schwächer aus, je später das erste Einkürzen stattfindet. Gegen ein spätes Gipfeln sprechen der höhere Wasserverbrauch sowie ein mögliches Umkippen der Triebe. Andere Faktoren, die die Wüchsigkeit der Rebe beeinflussen, wie beispielsweise die vorhandene Abbildung 3: Wetterdaten (Temperatur (°C) und Niederschlag (mm) Nährstoff- und Humusversorgung oder die Niederschlagsverteilung, während der Blüteperiode im Juni an den Standorten Neustadt/W. sind an der Ertragsbildung beteiligt (s. Tabelle 1). ➤ und Siebeldingen (Geilweilerhof; Daten JKI)

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ERTRAGSSTEUERUNG Tabelle 1: Übersicht über die Einflussgrößen der Ertragsbildung

Die letzten Jahre haben häufig bewiesen, dass späte Botrytisinfektionen, die oft mit einem Aufplatzen der Beeren einhergehen, die Erträge schmerzlich absenken können. Hinzu kam im vergangenen Jahr ein verstärkter Stiellähme-Befall, der die Trauben vor der physiologischen Reife abwelken ließ. Bei der Stiellähme handelt es sich um eine physiologisch bedingte Stoffwechselstörung, vergleichbar mit der Stippigkeit bei Äpfeln. Im weitesten Sinne ist diese Ernährungsstörung eine latente Mangelerkrankung, bedingt durch ungleiche Versorgung mit Wasser und Nährstoffen während den empfindlichen Entwicklungsstadien. Bei den Nährstoffdefiziten spielt Magnesiummangel als Auslöser eine tragende Rolle. Eng korreliert ist die Nährstoffaufnahme der Rebe immer mit dem Wasserhaushalt, besonders hier ist der Hauptauslöser in einer zeitweise unausgeglichenen Wasserversorgung zu suchen. Dies war 2010 der Fall: Nach einer länger anhaltenden Trockenperiode während der Beerenentwicklung machte sich ein kühler und regnerischer Witterungsumschwung im August bemerkbar Auch Temperaturabnahmen um 10 bis 15° C nach vorangegangen Niederschlägen können Auslöser für Stiellähme sein. Nach der Regulationstheorie hat auch der Verlauf der Blüte einen Einfluss auf die spätere Veranlagung zu Stiellähme. Phytohormone regulieren die Blüte und das anschließende Abstoßen von überzähligen Beeren. Bei ungünstigen Blütebedingungen bildet sich vorzeitig Trenngewebe aus. Kühle Temperaturen (Nachttemperaturen von etwa 5°C) und eine lang anhaltende Blüte (regnerische kühle Witterung) sind damit sehr Stiellähme förderlich. Trotz wiederholtem Einsatz magnesiumhaltiger Blattdünger konnte diese physiologische Erkrankung nur bedingt gemindert werden. Eine Hauptursache liegt sicherlich bei den schlechten Blütebedingungen. Erschwerend kamen bekanntlich die Hagelereignisse in der Pfalz von der zweiten Juniwoche hinzu. Andere abiotische Schadursachen wie Sonnenbrand waren in diesem Jahr kein Thema. Im Nachhinein muss noch erwähnt werden, dass die gute bzw. üppige Wasserversorgung der Weinbergsböden im August dazu beigetragen hat, dass die Erträge nicht noch geringer ausgefallen sind, als es tatsächlich der Fall war. ➤

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ERTRAGSSTEUERUNG Aussichten für das Weinjahr 2011 – Vor-Freude oder Sorge? Die entscheidende Frage, die die Weinbaupraxis zur Zeit des Rebschnittes beschäftigt, lautet eindeutig, wie der Gescheinsansatz in 2011 ausfallen wird. Zur Überprüfung können die Gescheinsanlagen in den Winterknospen mit großer Mühe unter dem Mikroskop freigelegt werden. Dies erfordert ein hohes Maß an Geschick und bietet der Praxis somit keine Hilfestellung. Auf wissenschaftlicher Ebene gibt es hoffnungsvolle Ansätze, das zu erwartende Ertragspotential anhand der Länge der Hauptachse sowie der Verzweigungen der Infloreszenzen in den Winteraugen zu bestimmen. Hierbei fanden die australischen Wissenschaftler Dunn, G. und Martin, S. (2007) eine enge Korrelation zwischen dem Grad der Verästelungen an den Infloreszenzen und der späteren Blütenzahl/Geschein. Allerdings werden diese Zusammenhänge von exogenen Faktoren wie Wasser- oder Nährstoffversorgung sowie der Insertionshöhe beeinflusst, so dass noch weiterer Forschungsbedarf hinsichtlich möglicher Ertragsprognosen besteht. Zunächst muss betont werden, dass das heutige Rebmaterial aufgrund der langjährigen Selektionszüchtung sehr fruchtbare Klone (leider in Für viele ein eher ungewöhnliches Bild – die Sorteneigenschaft vielen Jahren zu fruchtbar) hervorgebracht hat. Aus den geschilderten „schlechte Blühfestigkeit“ des Traminers kam im vergangenen Jahr leider Zusammenhängen wurde deutlich, dass die Anlagendifferenzierung in voll zum Ausdruck den Monaten Ende Mai bis Anfang August abgelaufen ist. In dieser Zeit lagen sowohl die Durchschnittstemperaturen von Juni und Juli in 2010 über dem mehrjährigen Mittel (vgl. Abbildung 2). Das gleiche gilt für die Sonnenscheinstunden. Demzufolge kann zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass der Gescheinsansatz in 2011 ausreichend bis gut ausfallen wird. Da diese Differenzierungsvorgänge noch bis zur Knospenruhe anhalten, kann es allerdings sein, da der August deutlich zu kühl war, dass es eventuell bei einigen Sorten je nach Insertionshöhe zu einer Mischform von Ranken und Gescheinen kommen wird (Schultz, H.-R.). Diese Reaktion tritt häufig nur an der dritten Position am Trieb auf und hat für die Ertragsbildung somit keine große Bedeutung. Dieser Sachverhalt gilt insbesondere für hagelgeschädigte Reben, in denen der Aufwuchs zerstört wurde. An den ausgetriebenen Trieben und den damit einhergehenden Differenzierungsprozessen in den Winteraugen muss von einer verringerten Fruchtbarkeit ausgegangen werden, da diese Prozesse zeitlich verzögert im kühlen August abgelaufen sind. Dies konnte in den eigenen Versuchen anhand der Austriebsbonituren von Einaugenstecklingen aus den Hagelgebieten im Gewächshaus bestätigt werden. Es zeichnet sich ab, dass die Gescheine in ihrer Entwicklung im Die Verrieselungsschäden bei Riesling haben mit dazu beigetragen, Vergleich zu den nicht geschädigten Stecklingen gestört waren. ➤ dass die Ernte nur bescheiden ausfiel

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ERTRAGSSTEUERUNG

Entscheidend für die Ertragshöhe wird wie jedes Jahr die Blüte werden. Eingriffe, die zu einer Erhöhung der Befruchtungsrate führen, können vom Praktiker nur bedingt herbeigeführt werden. Dies war in den meisten Jahren auch nicht notwendig, sondern genau das Gegenteil stand im Fokus. Der Einsatz verschiedener weinbaulicher Maßnahmen wie frühzeitige Teilentblätterung oder der Einsatz von Bioregulatoren soll den Befruchtungsvorgang stören und durch die Auflockerung der Trauben deren Gesundheit positiv beeinflussen. Aus diesen Erfahrungen sollte das Anschnittniveau, welches sich in den letzten Jahren im Rahmen des Qualitätsweinbaus bewährt hat, nicht erhöht werden.

Starker Stiellähmebefall bei der empfindlichen Sorte Lemberger ließ die Trauben oft vor der physiologischen Reife fallen

Je nach Ertragsziel und Sorte gilt die Empfehlung, die Augenzahlen pro m2 auf 4-7 Augen einzustellen. Ein höherer Anschnitt hat pflanzenbaulich gra-vierende Nachteile, von denen die Menge-/Güte-Regel noch das kleinere Übel darstellt. Die bereits beschriebene Alternanz trägt ihr übriges dazu bei, das Anschnittviveau nicht nach oben zu schrauben. In hagelgeschädigten Anlagen gilt diese Empfehlung nicht. Hier muss von Anlage zu Anlage bzw. in den stark geschädigten Anlagen von Stock zu Stock entschieden werden. Durch teilgeschädigtes Holz und noch zu erwartende Augenausfälle sollte das Anschnittniveau hier höher liegen. Beim Ausbrechen kann dann im Frühjahr regulierend eingegriffen werden.

Fazit Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die niedrigen Erträge im letzten Jahr viele Ursachen hatten. Die Ertragshöhe kann in einigen Punkten vom Winzer gesteuert werden. Allerdings hat sich im vergangenen Jahr wieder gezeigt, dass die Einflüsse in der Natur für die Erträge immer noch maßgebend sind, und diese lassen sich nur bedingt beeinflussen. Aufgrund der pflanzenphysiologischen Ausführungen hinsichtlich der Augenfruchtbarkeit in 2011 sollte der anstehende Rebschnitt mit Ruhe und Sachverstand durchgeführt werden. Ein erhöhtes Anschnittniveau anzustreben wäre nicht zielführend und ist die falsche Strategie für 2011 und ein falsches Signal auf den Markt und die Marktpartner. ■

Die Trockenheit im Juni und Juli führte auf vielen Standorten zu kleinen Beeren, was die Traubengewichte zur Lese im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich absinken ließ

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Erträge vor allem beim Riesling: klein aber fein


EDITORIAL

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WINZER DES MONATS

Wein Unplugged by Hannes Reeh Den Stecker rausziehen und die Musik frei von Verstärkern und elektronischen Hilfsmitteln erklingen lassen, gewissermaßen back to the roots also. So in etwa könnte man den Begriff Unplugged in der Musikwelt definieren. Auf Hannes Reeh`s Unplugged Weine umgelegt bedeutet das eine Vinifizierung ohne Hefen, Enzyme und Schönungsmittel, wenn es der Jahrgang erlaubt auch ohne Filtration.

A

ber das Weingut Reeh hat auch ohne Parallelen zur Musikwelt viel zu bieten. Die Ausgangsbasis für die Reeh`schen Weine ist schon mal denkbar gut: Das Weingut liegt im sonnenreichsten und somit heißesten Ort Österreichs, im burgenländischen Andau. Karge Schotterböden sind hier die Basis allen Weinanbaus. Aus einer seit vielen Generationen bestehenden gemischten Landwirtschaft entwickelte sich vor rund 15 Jahren eine Spezialisierung auf den Wein. Hannes Reeh arbeitet seit etwa 4 Jahren im elterlichen Betrieb, lange Überlegungen, wie sich seine berufliche Zukunft wohl gestalten sollte, gab es sowieso nicht. Sein Interesse an der Landwirtschaft und später Fotos: © steve.haider.com auch am Weinbau bestand praktisch von Kindesbeinen an. Weinstudienreisen nach Australien, Amerika, Portugal und Italien verschoben seinen Fokus schließlich immer mehr in Richtung Wein. Hannes Reeh konnte auch schon einige lehrreiche Erfahrungen sammeln: nach dem Abschluss der HBLA Klosterneuburg verbachte er ein halbes Jahr in Australien (Barossa Valley) und war viereinhalb Jahre Kellermeister bei Hans „John“ Nittnaus in Gols. Bei einer Anbaufläche von 18 ha machen die Sorten Zweigelt und Merlot mehr als 50 Prozent aus, jeweils 10 % sind Chardonnay, Cabernet Sauvignon und St. Laurent, den Rest teilen sich Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Blaufränkisch. Die Kunden des Weinguts Reeh schätzen jedenfalls besonders das Kräftige und Saftige an seinen Rotweinen. Und Hannes Reeh`s persönlicher Lieblingswein? „Der Zweigelt“. Was die Entwicklung des Weinlandes Österreich betrifft, so findet Reeh die letzten 10 Jahre äußerst maßgeblich und er freut sich, dass österreichische Weine derzeit auf allen internationalen Weinkarten zu finden sind. Und was bedeutet der Weinbau für Hannes Reeh? „Eine Herausforderung insofern, als dass es für einen erfolgreichen Weinbau kein gültiges Erfolgsrezept gibt. Jedes Weinjahr ist anders, und es zählt vorwiegend das eigene Bauchgefühl.“ Mit und nicht

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gegen die Natur zu arbeiten, ist aber auf jenen Fall eine konstante Devise im Weingut Reeh. Langeweile kommt auch selten auf: da drei Generationen gemeinsam am Werk sind, gibt es auch immer reichlich Diskussionen auf allen Gebieten, Entscheidungen werden jedenfalls immer gemeinsam getroffen. „In einem Familienbetrieb ist alles und jeder überall gefragt“, meint Reeh dazu, dessen persönliche Schwerpunkte die Vinifikation und der Verkauf sind. ➤


WINZER DES MONATS

Aber auch wenn Hannes Reeh einige seiner Weine „unplugged“ anbietet, ist es doch wichtig, in anderen Bereichen am neuesten Stand zu sein, Veränderungen sind daher notwendig. Derzeit ist ein neues Weingut am Entstehen, bereits die nächste Ernte soll dort verarbeitet werden. Bei all den vielfältigen Tätigkeiten ist allerdings der eigene Internetauftritt ein bisschen ins Hintertreffen geraten. Das soll sich demnächst ändern, die neue Homepage ist bereits in Arbeit, das Ergebnis wird dann unter www.hannesreeh.at zu bewundern sein. Heidi Baldrian ■ Fotos: © steve.haider.com

Es begann mit der Liebe zum Wein. Scharfenberger – über 80 Jahre Maschinenbau für den Weinbau.

Scharfenberger GmbH & Co. KG • Philipp-Krämer-Ring 30 • D-67098 Bad Dürkheim Fax 0049 - (0) 63 22 60 02-10 • Tel. 0049 - (0) 63 22 - 60 02 -0 • info@scharfenberger.de • www.scharfenberger.de

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VERPACKUNG

Neuheiten der Karl Knauer KG:

Präsentverpackungen von Sternenzauber bis Lila-Blackberry Biberach/Baden, August 2011 – Zum Auftakt der kommenden Saison lanciert der Verpackungsspezialist Karl Knauer KG neue Präsentverpackungen. Das Programm setzt Akzente mit tollen, neuen Motiven und hochveredelten Oberflächen, darunter auch die bewährte, überaus erfolgreiche Serie Struktura Vita. Die in zahlreichen Varianten, Farben und Formen komponierte Strukturoberfläche dominiert vor allem das Sortiment der Weinpräsentverpackungen. Als Verpackungshersteller bietet die Karl Knauer KG das größte Programm an Geschenkverpackungen für Wein, Sekt, Spirituosen und Delikatessen, darunter Präsentkartons, Faltschachteln, Tragekartons und -tüten, Überreichkartons, Geschenkkassetten, Präsentkörbe, Holzkisten, Dekoartikel und Displays sowie ein breites Sortiment an Obst- und Gemüseverpackungen wie beispielsweise robuste Verkaufskörbe und -schalen aus Karton und Wellpappe oder Bag-inBox-Verpackungen für Wein und Säfte.

NEUHEITEN IM DETAIL

Sternenzauber Als 2er und 3erWeinpräsentkarton ist das weihnachtliche Motiv „Sternenzauber“ in den Farben Rot und Blau, jeweils in Metallic-Anmutung mit Gold und Silber und mit Matt-/ Glanzeffekten erhältlich.

Trendline Die Motivserie Trendline vermittelt in den trendigen Farbenkombinationen Blue/Green, Pink/ Orange und Lila/Blackberry ein frisches, modernes Bild. Die Weinverpackungen sind für eine, zwei und drei Flaschen erhältlich.

www.karlknauer.de

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Trendige Farbkombinationen, neue Farben wie Hell- und Dunkelgrün, Metalliceffekte und natürlich zeitloses Gold und Silber sowie klassische und geschwungene Formen bestimmen das Bild der in vielfältigen Größen und Formen erhältlichen Kartons und Tüten.

Online-Print-Shop auch für kleine Auflagen Ab September können Kunden der Karl Knauer KG auch schon bei kleinen Auflagen ab 100 Stück über den neuen Karl Knauer OnlinePrint-Shop Präsentverpackungen mit ihrer individuellen Bedruckung gestalten und bestellen. Die Präsentverpackungen können wahlweise mit Heißfolienprägungen oder auch durch die Bedruckung mit Texten, Logos oder Bildern veredelt werden. Der Shop ist online über die Websites der Händler und über die Website der Karl Knauer KG (www.karlknauer.de) erreichbar.

Tragetüten Das umfangreiche Sortiment an Tragetüten wird um die zwei neuen Farben Rot- und Blaumetallic und um das Motiv „Weihnachtsglanz“ erweitert.

Präsentkarton Struktura Vita – neue Farben und Formen Die Modelle mit der Oberfläche Struktura Vita wird um die beiden Farben Hell- und Dunkelgrün ergänzt. Der schwarze Präsentkarton mit Sichtfenster verfügt über einen praktischen Tragegriff, der zur Benutzung herausgeklappt oder wahlweise in der oberen Lasche verstaut werden kann.

Classico Die Traube als traditionelles Weinmotiv verschmilzt auf der Struktura Vita-Prägung zu einem neuen Klassiker unter den Weinpräsentkartons, dem Motiv Classico. Durch die Oberflächenstruktur in edlem Bordeaux erscheint das Traubenmotiv wie auf Leinwand gemalt.

Skulptur Die kunstvoll geschwungene Faltschachtel Skulptur ist in den festlichen Farben Gold und Silber erhältlich. Sie ist hochveredelt mit einer abgesetzten matten Oberfläche.


EDITORIAL

Der WEINbau Online, Weinauktionen und Immobilien Der Fokus des Fachmagazines Der WEINbau liegt nach wie vor am österreichischen Markt. Im Zuge des Ausbaues unseres Internetportales Der WEINbau-online war es aber gegeben, den globalen Weinmarkt ins Visier zu nehmen und die Sonderrubrik Weinbau International zu eröffnen. Der WEINbau-online ist die unabdingbare Ergänzung unseres alle 2 Monate erscheinenden Print-Magazines „Der WEINbau“. Er bildet auch die Brücke zu den nunmehr verstärkt publizierten Sonderthemen, einer Edition über die wesentlichen Themata im professionellen Weinbau. Er gewährleistet vor allem den kurzfristigen Informationsfluss, welcher in einem periodischen Printmedium in dieser Form nicht möglich wäre. In dieser internationalen Rubrik finden Sie die globalen Liegenschaften der Weinbranche falls Sie in Immobilien z.B. in Australien, in Umbrien oder im Douro investieren oder expandieren wollen. Haben Sie die Idee ein Weingut in Slowenien zu kaufen? Oder interessiert Sie das Napa Valley? Wir vermitteln Ihnen den Zugang zu den Spezialisten, falls Sie unter anderen auch Interesse hätten an Liegenschaften die zum Verkauf in Südafrika angeboten werden. Informiert zu sein was die Branche so wert ist, das ist wissenswert - selbst ohne jede Kaufabsicht.

Die internationalen Erfolge der österreichischen Winzer sind mittlerweile legendär. Was liegt näher, als den Weinauktionsmarkt zu beobachten? Wir haben den unmittelbaren und für Sie leichten Zugang zu den großen Auktionshäusern der Weinwelt zusammengefasst. Prinzipiell sind innerhalb unseres Wine Networking am WEINbau-online nur all jene verlinkten Webseitenzugänge registriert, die einen absolut direkten und eindeutigen Zugang zu Wein relevanten Inhalten mit einem Klick aufzeigen. Natürlich fände man ja auch alles im Google, doch sicher nicht so übersichtlich und katalogisiert nach Bedarf, bzw. nach Ländern und Kontinenten. Auch wir haben lange gebraucht um das ausfindig zu machen. Alle unsere Bemühungen sind in bester Absicht, natürlich sind die Listen nicht vollständig - aber wir arbeiten daran ...

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EDITORIAL

WEINbau Networking, Ausbildung und Jobs Unser Wine Networking am WEINbau-online wird Woche für Woche nachhaltig verbessert und Schritt für Schritt ausgebaut. Für alle Anregungen und Vorschläge zur Verbesserung und zur Komplettierung sind wir natürlich dankbar.

Wenn Sie Ihren Winzernachwuchs in Europa oder in der Neuen Welt voluntieren lassen wollen, so besuchen Sie das Portal „Jobs + Stellenmarkt“ auf dem WEINbau International. Unter Neue Welt versteht man meistens unter anderem die USA und Südamerika, sowie Australien und Südafrika. Seit ein paar Jahrzehnten mischen innovative Produzenten aus der Neuen Welt in der Weinwelt ganz vorne mit. Jeder Auslandsaufenthalt bringt neben der fachlichen und sprachlichen Weiterbildung auch einen immensen Gewinn für die ganz persönliche Weiterentwicklung. Das gute alte Europa hat hervorragende Ausbildungs- und Weiterbildungsschulen aller Art. Am WEINbau-online finden Sie einen großen Auszug im Bildungsportal – wieder mit direktem Zugang – präsentiert. Auch hier wird regelmäßig die Liste der Fach- und Hochschulen, aber auch wissenschaftlicher Institute erweitert.

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EDITORIAL

WEINbau Multilingual, Newsletter- und Presseservice Im multilingualen Portal finden Liebhaber einen Auszug vorerst englischsprachiger Berichte, einen kleinen Querschnitt von Reports, Pressespiegel und Reiseberichte zum Anlesen. Unser Newsletterservice bringt Aktuelles aus der Weinbranche. Es berichtet über Analytik, Pflanzenernährung oder Mobilität im Weinbau. Unser News- und Presseservice bringt ganz Wichtiges, den Pressespiegel anderer vorrangig internationaler Fachzeitungen, z.B.: aus Geisenheim. Diese Produkt bezogenen Informationen werden durch die Hotspots am WEINbau-online noch verstärkt und wie alle anderen Infos laufend ergänzt und erweitert.

Im Wesentlichen liegt die Stärke des Online Mediums jedoch in seiner Interaktivität. Wir haben das im Speziellen durch diese sehr globalen Vernetzungen bewerkstelligt. In dieser Form wäre das im Printmedium nicht machbar. Diese interaktiven Verknüpfungen sind Portale, wo die Inhalte sozusagen fast stündlich wechseln. Die ideale Ergänzung zum dem guten unersetzbaren Printmedium.

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EDITORIAL

WEINbau Branchenticker und Hotspots Sehr informativ sind unsere Portale Branchenticker mit dem „Amtshelfer“ und die Hotspots. Unter dem Branchenticker finden Sie Informatives über Behörden und gesetzliche Abläufe, Kammern, Weinbauverbände, Hilfestellung im Marketing und vieles mehr – natürlich im globalen Netzwerk. Aus der Branche gibt’s die Hotspots – direkte Nachrichten aus der Weinbau Industrie. Dieses Portal wird gerade am stärksten ausgebaut. Es ist keine Ansammlung von Werbungen, sondern ein kleines ständig wachsendes Lexikon, ein „Who is Who“ in der Zulieferindustrie.

Neue Vernetzungen werden folgen. Alle Aktivitäten am WEINbau-Online sind interaktiv. Die guten „druckfrischen Artikel“ lesen Sie wie gewohnt im 2-monatigen „WEINbau“ und den vereinzelten Sondereditionen – falls Sie noch kein Abo haben, bestellen Sie es heute! Ali Meyer Editor-in-Chief | WEINbau-online

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EDITORIAL

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AUSLAND

Südtirols Weinfest im neuen Format Dieses Jahr boten die Südtiroler in Bozen gleich drei Veranstaltungen zur gleichen Zeit an, und zwar vom 2. bis 5. Juni: die Bozener Weinkost und das Internationale Gewürztraminer Symposium, die bisher zu verschiedenen Zeitpunkten stattgefunden hatten, sowie das neu geschaffene Genussfestival Südtirol.

I

m Rahmen des Internationalen Gewürztraminer Symposiums standen über hundert Gewürztraminer aus Europa, USA und Kanada, Südafrika und Neuseeland im Rechenthaler Schloss zur Verkostung. Hier profilierten sich die Weine aus der Gegend von Tramin als die besten. Dezente Aromatik, Mineralität und Langlebigkeit zeichneten diese Weine aus. Von den außereuropäischen Produzenten konnte da nur der Vinoptima Estate aus Neuseeland mithalten. Im Handelsmuseum fand am folgenden Tag das eigentliche Symposium statt. Professor Attilio Scienza von der Universität Milano sprach über die geographische Herkunft der Gewürztraminer Rebe, während Professor José Voullamoz von der Universität Neuchatel (Schweiz) seinen Vortrag der genetischen Herkunft der Rebe widmete. Seine Recherchen haben Voullamoz zu der interessanten Folgerung geführt, dass der Gewürztraminer aus dem Nordosten Frankreichs oder dem Südwesten Deutschlands stammt, und nicht aus der Gegend von Tramin, wie bisher weitgehend angenommen wurde. In ihrem Buch über den Gewürztraminer, das nächstes Jahr auf den Markt kommen soll, wird Jancis Robinson zu dieser Frage Stellung nehmen. Der englische Weinjournalist Charles Metcalfe sprach über die Zukunft des Gewürztraminers im internationalen Weinhandel. Unter anderem schlug er vor, diese Rebe schlicht ”Traminer” zu nennen, da für den nicht deutsch sprechenden Ausländer das Wort “Gewürz” Schwierigkeiten bereitet. Seiner Meinung nach sollten die “backlabels” auf den Flaschen mehr Information über den Wein enthalten. Und er schlug vor, die heilige Kuh der italienischen Weinproduzenten, die exklusive Benutzung des Korks als Flaschenverschluss, auf dem Altar des Schraubverschlusses zu opfern. Die Bozener Weinkost, die im Schloss Maretsch stattfand, war wie in den Vorjahren eine Veranstaltung nicht nur für Handel und Presse, sondern auch für das allgemeine Publikum. 74 Südtiroler Produzenten boten über 400 Weine zur Verkostung. Unter den 20 in Südtirol angebauten Rebsorten waren neben dem Gewürztraminer, dessen hoher Rangwert aus diesem Ursprungsgebiet weithin bekannt ist, die weniger bekannten autochthonen Rebsorten Vernatsch und Lagrein von besonderem Interesse. Die Verkostung der Vernatschweine war den Besuchern dadurch erleichtert, dass bereits ein Wettbewerb unter den Südtiroler Vernatschproduzenten stattgefunden hatte, und man nun nur die preisgekrönten Weine verkosten brauchte, um die besten Vernatschs kennenzulernen. Die Verkündung der Preisträger und die anschließende Verkostung fanden im Vigilius Mountain Resort statt. Hier hatte die Jury nicht nur einige Weine im traditionellen Stil -

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Loackers Probierstube mit einem 360 Grad Rundblick.

leichte und süffige Weine - prämiert, sondern auch zwei dichte, gehaltvolle und deshalb eigentlich atypische Vernatschs: den 2010 Kalterer See classico superiore “Puntay” der Kellerei Erste + Neue, und den 2010 St.Magdalena classico der Kellerei Ansitz Waldgries. Beide Weine können mit preisgekrönten Pinot Noirs, Gamays oder anderen delikaten, durch Finesse und Eleganz gekennzeichneten Rebsorten konkurrieren! Meilen entfernt von dem Massenprodukt, das früher mit überhöhten Ernteerträgen gekeltert wurde, und dem Vernatsch einen schlechten Namen einbrachte. Aus der Lagreinrebe werden der «Kretzer», ein Rosé, und der «Lagrein» (früher «Lagrein dunkel») gemacht. Als in den 90er Jahren barrique populär wurde, waren die meisten Lagreinproduzenten dem modernen Trend gefolgt. Statt des traditionellen großen Holzes wurde massiv barrique für den Ausbau der Lagrein Riservas verwendet, was in vielen Fällen zu einer Dominanz des Holztons im Wein führte. Deshalb drückten die Nicht-Riservas, die weitgehend vom barrique unberührt geblieben waren, die Typizität der Lagreinrebe besser aus, als die Riservas. Seitdem haben die Kellermeister gelernt, mit dem kleinen Holz umzugehen. Es gibt heute einige 100% im barrique ausgebaute Riservas, wo die typischen Geschmacksnoten der Lagreinrebe nicht vom Holz überdeckt sind. Doch im allgemeinen sind die zugänglichen Nicht-Riservas, und die überwiegend im großen Holz ausgebauten Riservas, die interessanteren Weine, denn nach wie vor dominieren die Tannine des barrique das Geschmacksbild vieler Riservas. ➤


AUSLAND Die Winzer Südtirols bearbeiten 5.300 ha Weinberge. Sie sind mit weniger als 1% am Volumen der italienischen Weinproduktion beteiligt, haben aber den höchsten prozentualen DOC und DOCG Anteil bei den italienischen Weinen. Nicht nur ihre Gewürztraminer, Vernatsch und Lagrein gehören zu Italiens Spitze. Einige Südtiroler Sauvignon Blancs kommen mit ihrer gezähmten Aromatik und hohen Mineralität an die Topweine der südlichen Steiermark heran. Auch für Weine der Pinot Familie gibt es hervorragende Produzenten, vom Merlot ganz zu schweigen.

Empfehlungen Hier einige Empfehlungen für den Handel (die Jahrgänge 2007 und 2009 sind fruchtiger und im allgemeinen zugänglicher als die strengeren 2008er und 2010er): Pinot Blanc: Weingut Unterortl Sylvaner: Weingut Köfererhof Sauvignon Blanc: Kellerei St. Michael, Kellerei Kaltern Gewürztraminer: Elena Walch, Weingut Niedermayr, Stiftskellerei Neustift, Kellerei St.Michael, Nussbaumer Lagrein Riserva: Castel Ringberg (2006), Kellerei Bozen (2007), Happacher Hof, Kellerei St.Pauls (2008), Happacher Hof (2008), Gummerhof (2008) Lagrein: Pfarrenstielhof (2010), Muri (2010), St.Pauls (2009), Larcherhof (2010), Loacker (2009) Vernatsch 2010: (St.Magdalener classico) Ansitz Waldgries; (Kalterer See) “Puntay”, Kellerei Erste und Neue Eiförmige Fässer schon seit jeher im Gebrauch, Modell für die biodynamischen Gärungstanks aus Zement.

Jochen Erler ■

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AUSLAND Hier ist Jochen Erlers Bericht über die Weine im Tal des Douro Flusses im Norden Portugals; er machte die Reise im Rahmen der 3. Konferenz über Weintourismus, die Anfang des Jahres in Porto stattfand, und über die wir berichteten.

Porto und andere Weine des portugiesischen Dourotales Natürlich stand der berühmte Port Wein im Mittelpunkt der Reise. Wir besuchten die Quintas einiger großer und die Quinta eines kleinen Produzenten, sowie eine Genossenschaft. Der Portwein. Es waren englische Weinhändler, die im Jahre 1678 das Stoppen der Mostgärung, um die Süße des Weines zu erhalten, bei dem Abt von Lamego im Dourotal kennenlernten. Bis zu diesem Zeitpunkt war in einigen südlichen Ländern Alkohol zur Konservierung des Weines verwendet worden, so beim Commandaria in Zypern seit fast 2000 Jahren. Während der wie bei einer Beerenauslese hochsüße Most des Commandaria trotz Gärung bis zu etwa 15% Alkoholgehalt seine Süße behält, muss bei weniger zuckerhaltigen Trauben dem noch gärenden Wein Alkohol zugesetzt werden, um die Süße des Weines zu erhalten. Diese “Fortifizierung” des Mostes geschieht auch heute noch in den “Quintas” der Portwein Produzenten. Sie findet nach etwa drei Tagen Gärung bei einem Alkoholgehalt des Mostes von ca. 4 bis 6% statt. Auch wurde dieses Verfahren von den englischen Weinhändlern bei den Weinen in Madeira und beim Marsalla in Sizilien eingeführt. Der einfachste Portwein ist der Ruby, der nur bis zu einem Jahr im Fass reift, und oft überhaupt kein Holz sieht. Deshalb kann ein billiger Ruby wie ein französischer Pineau de Charante (unvergorener Traubenmost mit Cognac verschnitten) schmecken. Vintage Ports, die im Holzfass ausgebaut werden, kommen innerhalb von zwei Jahren in die Flasche, um die Frucht im Wein zu erhalten. Da sie nur in sehr guten Jahren gemacht werden, und mit zusätzlicher Flaschenreife einen hohen Grad von Komplexität erreichen, gehören sie zu den interessantesten Portweinen. Die Late-bottled Vintage Ports sind, neben den Ruby Weinen, die wohl zugänglichsten aller Portweine. In nur guten, aber nicht den besten Jahren gemacht, sind sie leichter im Stil. Die LBVs haben zwischen vier und sechs Jahre im Fass zugebracht, bevor sie abgefüllt werden und zum Verkauf kommen. Sie sind zum sofortigen Konsum geeignet, können sich aber auch noch einige Jahre in der Flasche verbessern. Unter den Aged Tawny Ports, die mehr als 10 Jahre im Fass verbringen, bevorzugt der Markt im allgemeinen die 20 Jahre alten Weine (interessant: auch beim Whisky sind 20 Jahre oft optimal), da sie dann Frucht und Komplexität bieten. Denn später, etwa nach 30 Jahren, beginnt der Wein seine Frucht zu verlieren, gewinnt aber weiter an Komplexität dank der neuen Sekundäraromen. Wenn ein Tawny allerdings über 40 Jahre alt ist, hat er oft seinen weinigen Charakter verloren und präsentiert sich mehr als ein Likör. Deshalb wird man nie einen 40 jährigen oder älteren Portwein als Medaillengewinner auf einem internationalen Wettbewerb antreffen. Es sind fast immer die 20jährigen Weine, die mit Gold und Silber bedacht werden.

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Sandeman Lodge

Wir Journalisten waren überrascht, dass das Stampfen der Trauben mit den Füßen in steinernen oder zementierten Trogen nach wie vor als eine bessere Methode angesehen wird, als die Verwendung einer modernen Weinpresse. Trotzdem arbeiten nur wenige Quintas nach wie vor so traditionell, doch baute Taylors erst kürzlich eine Fußstampfanlage in der Quinta da Roeda in Pinhao. In einer anderen Quinta begegneten wir einer bejahrten Korbpresse, die dort einer üblichen Weinpresse vorgezogen wird. Dann sahen wir in einer anderen Quinta eine neu installierte, und wie man uns versicherte sehr kostspielige Maschine, die das Stampfen mit Füßen mechanisch nachahmt. Es sollen zur Zeit nur zwei solche Maschinen existieren. ➤


AUSLAND Die trockenen Weine des Dourotales. Von gleichem Interesse wie der Portwein waren die trockenen Rotweine, die uns im allgemeinen besser gefielen als die bekannten Dao Weine von jenseits der spanischen Grenze, die im Tal des gleichen Flusses - dort Duero genannt - gemacht werden. Erst seit etwa 40 Jahren keltern die Portweinproduzenten trockene Weine, zumeist Cuvées aus Tinta Roriz, Touriga Nacional und Touriga Franca. Außer diesen bewährten Rebsorten stehen noch 23 andere Rebsorten im Dourotal zum Verschneiden zur Verfügung! Einige Quintas haben erst vor kurzem die Produktion trockener Weine aufgenommen, und hier fehlt es mitunter an Erfahrung. Alle wissen sehr wohl mit Holz umzugehen, und nur ganz selten ist ein übermäßiger Holzton im Wein anzutreffen. Doch sind einige Weine allzu reduktiv im Keller behandelt worden. Ein verkosteter Weißwein - eine Rarität im Dourotal - war deshalb sogar fehlerhaft. Die Rotweine haben zwischen 14 und 16% Alkohol, der dank der dichten Frucht des Weines gut integriert und somit nicht störend ist.

Terrassen im Dourotal

Der Moscatel do Douro. Eine Überraschung für uns weitgereiste Journalisten bescherte uns die Kooperative “Adega do Favaios”, die auf einem - dem einzigen - Hochplateau des Dourotales gelegen ist. Diese Genossenschaft mit 500 Winzern als Mitglieder, die ca. 1.000 ha Weinberge bewirtschaften, produziert Süßweine im Stile des international bekannten “Moscatel de Sebutal”. Im Gegensatz zu dem Moscatel aus dem Süden Portugals wird der “Moscatel do Douro” aus der autochthonen Moscatel Galego Branco Rebe gemacht, die auf dem hiesigen granitreichen Boden einen Wein von hoher Mineralität hervorbringt. Bei einem Exportpreis von ca. 2.30 € verspricht dieser wenig bekannte Wein eine gute Gewinnmarge für Weinhändler. Die im Holz gereifte 3 Jahre Reserva kostet 5 €, 6 Jahre kosten 12 €. Alles Spitzenweine.

Traditionelle Weintanks

Empfehlungen Port: 1975 Kopke Colheita 1975, Sogevinus Fine Wines 2007 Burmester Vintage 2007, Sogevinus Fine Wines LBV 2006 Quinta da Pacheca 10 years. old “Infanta Isabel”, Rozès 2008 “Panascal”, single vineyard, FONSEAC Dry red wines: 2007 “Rui Paulo”, Grande Reserva, Quinta do Avidagos 2008 “Grande Reserva”, old vines, Quinta Nova 2008 Touriga Nacional, Quinta Nova Moscatel do Douro alle diese Weine der Adega do Favaios; Kontakt: luisbarros@enotecadouro.com Jochen Erler ■

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MOTOR

ÖAMTC: Wer am Steuer telefoniert und “simst” gefährdet sich und andere Auch im europäischen Ausland werden Handysünder rigoros bestraft

H

andys sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken und sorgen selbst in der Urlaubszeit für ständige Erreichbarkeit – auch wenn man gerade am Steuer eines Autos sitzt. Dem Fahrzeuglenker ist das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung und das Schreiben bzw. Lesen von SMS während der Fahrt nicht nur in Österreich per Gesetz verboten. “Die Exekutive geht auch im europäischen Ausland gegen Handysünder vor. Die Mindeststrafen dafür sind in den einzelnen Ländern unterschiedlich und bewegen sich zwischen zehn und 200 Euro”,

erklärt ÖAMTC-Touristikerin Cornelia Schwarz. Besonders rigoros straft Spanien, wo man mit einem Bußgeld von mindestens 200 Euro rechnen muss. Dahinter folgt Italien, wo mit mindestens 150 Euro gestraft wird. Einige Länder wie die Niederlande (180 Euro) und Norwegen (165 Euro) haben einen Pauschalbetrag festgelegt. Günstiger kommt man in Lettland (15 Euro), Montenegro (20 Euro) und Bosnien-Herzegowina (mindestens zehn Euro) davon. In Österreich ist für eine Übertretung eine Mindeststrafe von 50 Euro vorgesehen. Ohne ausdrückliches Handyverbot am Steuer kommt lediglich Schweden aus. “Aber auch dort drohen hohe Strafen, wenn ein telefonierender Autolenker andere Verkehrsteilnehmer gefährdet”, weiß die ÖAMTC-Reiseexpertin. Richtig teuer wird es, wenn die Ablenkung durch das Handy für einen Unfall (mit-)ursächlich war.

Nicht alle Freisprecheinrichtungen schützen vor Strafen Besitzer einer Freisprecheinrichtung sind nicht automatisch auf der sicheren Seite. Nicht jedes Modell garantiert in allen Ländern Straffreiheit. “In Griechenland muss die Freisprecheinrichtung kabellos sein, also mittels Bluetooth funktionieren. In Spanien darf hingegen kein Headset verwendet werden, dieAnlage muss fix ins Fahrzeug eingebaut sein”, so die ÖAMTC-Reiseexpertin. Spanienurlauber sollten außerdem daran denken, ihr Mobiltelefon sowie alle anderen elektrischen und elektromagnetischen Geräte während des Tankvorgangs abzuschalten. Obwohl die meisten Autofahrer wissen, dass das Telefonieren hinter dem Lenkrad verboten ist, halten sich viele nach wie vor nicht daran. “Egal ob in Österreich oder im Ausland - wer am Steuer telefoniert, riskiert nicht nur die eigene Gesundheit, sondern wird auch zur Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer”, appelliert die ÖAMTC-Expertin abschließend an das Verantwortungsgefühl der Autofahrer. Eine detaillierte Übersicht samt der jeweiligen Strafsätze für die Länder Europas findet man unter www.oeamtc.at/reiseratgeber.

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MOTOR

Traktoren-Zulassungen in Österreich:

Lindner zieht positive Halbjahresbilanz Tiroler Familienunternehmen belegt Platz 2 bei Neuzulassungen von Standardtraktoren in Österreich – Geotrac ist meistverkaufte Modellreihe - im Herbst bringt Lindner den neuen Geotrac 124 Pro auf den Markt Kundl – Der Tiroler Landmaschinenspezialist Lindner blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2011 zurück: Trotz eines mit fast minus sieben Prozent rückläufigen österreichischen Traktorenmarktes konnte das Familienunternehmen seine Verkaufszahlen stabil halten und belegt mit einem Anteil von 14,6 Prozent bzw. 520 Traktoren den zweiten Platz bei Neuzulassungen von Standardtraktoren. „Sowohl die Geotrac-Serie 4 als auch die neuen Pro-Modelle wurden von den Kunden sehr gut angenommen und haben zur positiven Entwicklung beigetragen“, bilanziert Geschäftsführer Hermann Lindner.

Meistverkaufte Modellreihe In den ersten sechs Monaten 2011 war die Geotrac-Serie die meistverkaufte Modellreihe auf dem österreichischen Markt. Die Geotrac-Serie 4 Alpin wurde speziell für die Berg- und Grünlandwirtschaft sowie landwirtschaftliche Mischbetriebe mit Forst und Feldeinsatz entwickelt. Anfang 2011 brachte Innovationsführer Lindner den Geotrac 84 Pro und den Geotrac 94 Pro auf den Markt, die mit umfangreicher Profi-Ausstattung punkten.

Rege Nachfrage auf dem deutschen Markt Deutliche Zuwächse konnte Lindner außerdem auf dem deutschen Traktorenmarkt einfahren. „Unser Marktanteil in Deutschland stieg von Jänner bis Juni 2011 um 47 Prozent und liegt jetzt bei mehr als zwei Prozent“, erläutert Hermann Lindner. „Und auch bei den Schweizer Traktorenzulassungen konnten wir um zehn Prozent zulegen.“ Die gesamte Exportquote des Unternehmens liegt bei 41 Prozent.

Die Traktoren der Geotrac-Serie und die Unitrac-Transporter von Lindner haben zur positiven Entwicklung im ersten Halbjahr 2011 beigetragen.

104 wieder in der Pro-Version angeboten. Für besonderen Fahrkomfort bei schwierigen Einsätzen im Gelände sowie bei Straßenfahrten sorgt unter anderem die Kabinenfederung des Geotrac 94 Pro.

Neuer Geotrac 124 Pro Aufgrund der sehr guten Nachfrage nach seinen Pro-Modellen bringt Lindner im Herbst 2011 den neuen Geotrac 124 Pro auf den Markt. Lindner: „Die Ausstattung der Pro-Modelle ist auf den Grünlandeinsatz, Transportarbeiten, Landschaftspflege sowie auf den Winterdienst ausgerichtet und damit für landwirtschaftliche Mischbetriebe und die Gemeinden interessant.“ Im Rahmen der heurigen Herbstaktion werden auch die Geotrac-Modelle 84, 94 und

epp: Lindner efficient power program Bei sämtlichen Modellen setzt Lindner das efficient power program um. Mit diesem Programm will Lindner die Effizienz und den Verbrauch der Fahrzeuge kontinuierlich optimieren. Die Palette reicht von der Motorisierung über die Getriebetechnik bis zur Hydraulik und dem Lichtkonzept. Lindner im Internet: www.lindner-traktoren.at

Aug./Sept. 11 WEINbau – 31


KURSE

November 2011 STEUERRECHT UND SOZIALVERSICHERUNGSRECHT IM WEINBAU (Kursnr. 9996/0006) Für den Weinbau gelten spezielle Regelungen für die Einkommenund Umsatzbesteuerung sowie für die bäuerliche Sozialversicherung. Bei diesem Seminar wird auf diese Besonderheiten eingegangen. Insbesondere wird auf die ab 1.1.2011 geltende neue Pauschalierungsverordnung für landwirtschaftliche Betriebe sowie auf ausgewählte praxisrelevante Fragen zur Sozialversicherung eingegangen. Einige Schwerpunkte: Neue Pauschalierungsverordnung ab 1.1.2011; Nebenbetriebe, Nebentätigkeit; Ab wann ist der Weinhandel gewerblich? Wie erfolgt die Umsatzbesteuerung im Weinbau? Wie erfolgt die Ermittlung der Beitragsgrundlagen bei der bäuerlichen Obstverarbeitung? Große - kleine Option? Pflichtversicherung für Betriebsführer und Angehörige nach dem Bauernsozialversicherungsrecht; Sozialversicherungspflicht der bäuerlichen Nebentätigkeiten sowie der Buschenschank. Dieses Seminar ist für Winzer, Berater und am Steuerrecht sowie am Sozialversicherungsrecht Interessierte gedacht. Dienstag, 15. November 2011, 9.00 bis 16.00 Uhr max.: 20 Teilnehmer Kursbeitrag: € 90,-- (der Kursbeitrag ist vor Ort in bar zu bezahlen) Kursleiter: Mag. Karl Portele/Steuerberater Kursort: Institutsgebäude Agnesstraße 60, Saal 1

STEUERRECHT UND SOZIALVERSICHERUNGSRECHT IN DER BÄUERLICHEN OBSTVERARBEITUNG (Kursnr. 9996/0005) Für den Obstbau gelten spezielle Regelungen für die Einkommenund Umsatzbesteuerung sowie für die bäuerliche Sozialversicherung. Bei diesem Seminar wird auf diese Besonderheiten eingegangen. Insbesondere wird auf die ab 1.1.2011 geltende neue Pauschalierungsverordnung für landwirtschaftliche Betriebe sowie auf ausgewählte praxisrelevante Fragen zur Sozialversicherung eingegangen. Einige Schwerpunkte: Neue Pauschalierungsverordnung ab 1.1.2011; Nebenbetriebe, Nebentätigkeit; Ab wann ist der Weinhandel gewerblich? Wie erfolgt die Umsatzbesteuerung im Weinbau? Wie erfolgt die Ermittlung der Beitragsgrundlagen bei der bäuerlichen Obstverarbeitung? Große - kleine Option? Pflichtversicherung für Betriebsführer und Angehörige nach dem Bauernsozialversicherungsrecht; Sozialversicherungspflicht der bäuerlichen Nebentätigkeit sowie der Buschenschank. Dieses Seminar ist für Winzer, Berater und am Steuerrecht sowie am Sozialversicherungsrecht Interessierte gedacht. Dienstag, 22. November 2011, 9.00 bis 16.00 Uhr max.: 20 Teilnehmer Kursbeitrag: € 90,-- (der Kursbeitrag ist vor Ort in bar zu bezahlen) Kursleiter: Mag. Karl Portele/Steuerberater Kursort: Institutsgebäude Agnesstraße 60, Saal 1

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Allgemeine Hinweise: 1. Anmeldung: Die Registrierung als Kursteilnehmer erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Die Anmeldung muss schriftlich per Brief, Fax oder Mail erfolgen. Die Anmeldung ist in jedem Fall unmittelbar verbindlich, erst nach Rückbestätigung der HBLA und BA Klosterneuburg ist ein Platz im gewünschten Kurs gesichert. Anmeldeschluss 3 Wochen vor jeweiligem Kursbeginn. 2. Kursbeiträge: Die Kursbeiträge sind bis zur gesetzten Frist, die im Begleitschreiben festgehalten ist, mit dem von der HBLA und BA Klosterneuburg ausgefolgten Zahlschein einzuzahlen. Bei Überweisung mittels e-banking sind der vollständige Name und die Kursnummer anzugeben. Bei nicht fristgerechter Einzahlung verfällt das Recht auf Kursteilnahme. 3. In den Kursbeiträgen enthalten sind die Kursunterlagen, vormittags Jause sowie die Pausengetränke. 4. Teilnehmerzahl: Kurse können nur bei Erreichen der Mindestteilnehmerzahl (im Kursprogramm vermerkt) abgehalten werden. Im Fall einer Kursabsage unsererseits wegen zu geringer Teilnehmerzahl bekommen Sie bereits bezahlte Beiträge refundiert. Im Fall einer Nichtteilnahme Ihrerseits ist ein Ersatz der Kursgebühr nicht vorgesehen. Aufgrund einer krankheitsbedingten Absage (nur bei Vorlage eines ärztlichen Beleges) kann, nach Entscheid des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft eine Refundierung des Betrages erfolgen. Nächtigung: Sollten Sie Unterbringungsmöglichkeiten benötigen senden wir Ihnen gerne Unterlagen zu, oder Sie wenden sich an den Tourismusverein, Klosterneuburg, Tel.: 02243/320 38 Nähere Information erhalten Sie bei Fr. Manuela Schönthaller unter der Telefonnummer +43 (0) 2243/379 10 DW 211, oder bei Fr. Gerda Jäger +43 (0) 2243/379 10 DW 210, per E-Mail: direktion@weinobst.at oder auf www.weinobstklosterneuburg.at


EDITORIAL

PETENZEIGENES KOM R WEINZENTRUM FÜ U, UND OBSTBA HNIK KELLEREITEC

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Innovationen von Kraft Kellereitechnik auf der Austro Agrar! Lange Zeit wurde das Thema Verpackung von der heimischen Winzerschaft vernachlässigt. Neue Trends geben diesem Bereich neue Brisanz. Zusammen mit der Firma APE präsentiert Kraft deshalb erstmals eine Maschine, die neue Maßstäbe in der Verpackungstechnologie setzt – funktional, flexibel und kostensparend. Vollautomatisch werden mit dem APE Trio Verpackungsmonoblock Kartons aufgefaltet, die Flaschen stehend eingepackt und anschließend mit Selbstklebeband verschlossen. Mit diesen drei Arbeitsschritten schafft der Monoblock 3.000 Flaschen/Stunde bei 6er und 12er Kartons. Die Maschine ist mit Universalformaten ausgestattet, wodurch unterschiedliche Flaschendurchmesser einfach angepasst werden können. Aufgrund einer Zentriereinheit können auch Kartons mit Zwischenfachwerk verarbeitet werden. “Viele Betriebe stoßen derzeit beim Kartonieren mit 2.500 Fl./Std. mit 3 Arbeitskräften an Ihre Leistungsgrenze. Mit dem Einsatz dieser Maschine können diese 3 Arbeitskräfte eingespart und die Fülllinienleistung auf 3.000 Fl./Std. erhöht werden. Zudem entfallen zeitraubende Füllplanungen, Krankenstände etc.”, erklärt Michael Kraft. Dieser Meinung sind auch unter anderem heimische Paradewinzer wie z. B. das Weingut Jurtschitsch, das Weingut Forstreiter oder das Weingut Salzl, die die Vorteile vom „APE Trio Verpackungsmonoblock“ mittlerweile im eigenen Betrieb nützen.

Wenn auch Sie neugierig geworden sind, informiert Sie die Firma Kraft unter der Tel. 01/813 31 99 sehr gerne oder besuchen Sie uns auf der Austro Agrar in Tulln von 30.11.-03.12.2011! Aug./Sept. 11 WEINbau – 41


VERANSTALTUNGEN

SEPTEMBERLESE am 17. September an 3 Schauplätzen Langenlois: Stermann, Scholl und Blom lesen

M

it Dirk Stermann, Susanne Scholl und Philip Blom kann die Langenloiser Literaturveranstaltung SEPTEMBERLESE am 17. September mit einer hochklassigen Besetzung aufwarten. Drei unterschiedliche Schauplätze sind es wieder, an denen bei der Langenloiser SEPTEMBERLESE Literatur und Musik vom Feinsten geboten werden. Das Publikum bewegt sich dabei – auf Wunsch komfortabel und gratis mit dem SEPTEMBERLESE-Bus transportiert – von Ort zu Ort. Die literarischen Protagonisten 2011: Der Journalist und Autor Philip Blom, die ORFRussland-Expertin Susanne Scholl sowie der Kabarettist und Bestseller-Autor Dirk Stermann. Den Anfang macht Philip Blom in Gobelsburg bei der Winzerfamilie Eva und Michael Moosbrugger. Der Buchautor („Böse Philosophen“, „Der taumelnde Kontinent“) und

Ö1-Moderator wird in einem der Prunkräume des „Weinkulturerbes“ Schloss Gobelsburg aus seinen Werken lesen. Den nächsten Halt macht die Septemberlese 2011 in einem nicht minder bekannten Weingut: Der Langenloiser Fred Loimer öffnet für diesen Abend sein Weinloft für einen stillen Star unter Österreichs Auslandsjournalistinnen: Susanne Scholl, ORF-Bürochefin in Moskau und Autorin mehrerer Sachbücher, wird bei Fred Loimer Einblicke in „ihr“ Land geben. Danach geht´s ins Ursin Haus, dem Wein- und Informationszentrum im Herzen von Langenlois. Dort darf man sich auf Dirk Stermann freuen, den kongenialen Partner von Christoph Grissemann („Willkommen Österreich“). Stermann hat mit seinem Buch „6 Österreicher unter den ersten 5“ einen veritablen Bestseller hingelegt, der von Kritik und breiter Leserschaft gleichermaßen begeistert aufgenommen wurde. Zur musikalischen Abrundung wird im Ursin Haus Schauspielerin und Wiener Szeneoriginal Eva Billisich mit Bandkollegen Christian Clementa und Martin Bachhofner „neue Wiener Lieder“ auf ihre ganz eigene Art zum Besten geben. Auch für das leibliche Wohl wird – Langenlois-typisch – gesorgt: Sowohl im Weingut Loimer, als auch im Ursin Haus werden kleine Imbisse gereicht, feine Weine werden an allen drei Lese-Orten zu genießen sein. Infos: www.langenloiskultur.at

SEPTEMBERLESE, Samstag, 17. September 2011, Langenlois PROGRAMM 18:00 PHILIP BLOM Schloss Gobelsburg Schlossstraße 16, 3550 Gobelsburg 20:00 SUSANNE SCHOLL Weingut Fred Loimer Haindorfer Vögerlweg 23, 3550 Langenlois 22:00 DIRK STERMANN BILLISICH & BAND Ursin Haus Kamptalstraße 3, 3550 Langenlois Eintrittspreise 3 Lesungen inkl. Begrüßungsschluck Wein auf Schloss Gobelsburg Euro 16,- (Vorverkauf im Ursin Haus 02734 2000-0), Euro 18,- (Abendkasse) Fahrzeiten des RAIFFEISENBANK LANGENLOISSHUTTLEBUS: 17:30 Uhr: Abfahrt vom Kornplatz Langenlois zum Schloss Gobelsburg 19:30 Uhr: Abfahrt vom Schloss Gobelsburg zum Weingut Fred Loimer 21:30 Uhr: Abfahrt vom Weingut Fred Loimer zum Kornplatz Langenlois Die Leseschauplätze sind jeweils 1 Stunde vor Beginn der Lesung geöffnet.

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FÖRDERUNGEN

Jung- und Kleinstunternehmer gefördert LEADER Region Weinviertel-Manhartsberg / Der Schritt in die Selbständigkeit ist nicht leicht, jede Unterstützung dabei ist mehr als willkommen. Die Wirtschaftskammer NÖ, das RIZ (die Gründeragentur des Landes NÖ) und LEADER unterstützen Beratungsleistungen wie Marketingkonzepte, Businesspläne, Bilanzanalysen, Organisationsentwicklung, Investitionsplanung, etc. für Jung- und Kleinstunternehmer. LEADER ist ein Teil des Förderprogrammes der EU für die Ländliche Entwicklung. LEADER bedeutet im Wesentlichen das Zusammenspiel der Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Zentrales Element von LEADER ist, dass die Menschen vor Ort, also die Bevölkerung, Unternehmen, etc., ihre Region weiter entwickeln. Informationen: Mag.a Renate Mihle, Leader-Region (LAG) Weinviertel-Manhartsberg, Ausstellungsstraße 6, 2020 Hollabrunn, Tel: 02952/302 60 - 5850, Mail: office@leader.co.at, Homepage: www.leader.co.at

Maria Tanzler (rechts) holt sich Förderinformationen von Renate Mihle, Geschäftsführerin der LEADER Region, für einen erfolgreichen Start ihres Unternehmens

Maria T. hatte den großen Wunsch endlich selbständig zu arbeiten. Sie wollte eigenverantwortlich tätig sein, Frau ihrer Zeit sein und das Familienleben harmonischer gestalten können. Das alles sprach dafür, sich beruflich auf eigene Füße zu stellen. Nach ersten Informationen bei der Wirtschaftskammer Hollabrunn sowie Tipps von Bekannten erfuhr die gelernte Heilmasseurin vom RIZ, dem regionalen Innovationszentrum in Hollabrunn. Dort können nicht nur günstige Büros mit Infrastruktur gemietet werden, sondern Mann/Frau erhält auch eine kostenlose Gründungsberatung vor Ort. Um das Geschäft nun bekannt zu machen, waren eine Reihe von Entscheidungen und Vermarktungsmaßnahmen notwendig. Dafür braucht es professionelle BeraterInnen. Bis zu 40 Stunden dieser Beratungsleistungen können Kleinstunternehmen und Jungunternehmen in Anspruch nehmen. Diese Förderung von 75% bzw. 100% läuft über LEADER, dem Förderprogramm der EU, Bund und Land NÖ. An die 43 Unternehmen der LEADER Region WeinviertelManhartsberg haben seit Beginn 2008 bis heute diese Unterstützung angenommen und sich professionell von den BeraterInnen der Wirtschaftskammer beraten lassen. Durch das Förderprogramm LEADER konnten dadurch Beratungen im Wert von €137.600,-- mit einer Summe von € 116.800,-gefördert werden.

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BRANCHEN NEWS

Die längste Schank der Welt Am 2. August 2011 wurde ein wegweisendes Projekt der Thermenregion Wienerwald vorgestellt: Auf der Trasse der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung zwischen Bad Vöslau und Mödling soll die längste Schank der Welt entstehen.

D

ie von den Gumpoldskirchner Weinhauern auf ihrem Gemeindegebiet schon seit zehn Jahren mit Erfolg betriebene „Stürmische Begegnung auf der Mostmeile“ soll nun im heurigen Herbst kräftig ausgedehnt werden. An den beiden Wochenenden 10. und 11. sowie 17. und 18. September 2011 kommen alle Genussfreunde voll auf ihre Rechnung. Mehr als 50 Weinbaubetriebe aus der Thermenregion Wienerwald bieten dabei alles was aus Weintrauben gemacht werden kann zur Verkostung an. Most, Sturm und Wein sowie für die Region typische „Schmankerln“ werden bei den von Stand zu Stand ziehenden Besuchern ein wahres Genussfeuerwerk auslösen. Zusätzlich sorgen die Aktion „Gutes zum Genießen“, Gastronomiebetriebe der Niederösterreichischen Wirtshauskultur und einzelne Vereine für eine hervorragende kulinarische Versorgung. Die offizielle Eröffnung ist am Samstag. 10. September, 14 Uhr im Rahmen einer Radio 4/4 Sendung mit ORF Niederösterreich in Gumpoldskirchen geplant. Mit der Meile nehmen es die umtriebigen Winzer dabei übrigens nicht so genau. Immerhin sind es insgesamt mehr als 10 Kilometer Wasserleitungswanderweg von Mödling über die neue Gebietsvinothek in Thallern bis nach Bad Vöslau, die darauf warten von den Besuchern genussvoll erkundet zu werden. Auch hinsichtlich der notwendigen Infrastruktur haben sich die Organisatoren etwas einfallen lassen.

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BR Bgm. Christoph Kainz, Weinbauvereinsobmann GR Christian Kamper, Kurdirektorin Maria Haarhofer, Bgm. Ferdinand Köck, GF Willibald Balanjuk; Foto © Alfred Peischl

Impressionen von der Gumpoldskirchner Most- und Sturmmeile 2010; Foto © Alfred Peischl


BRANCHEN NEWS

Um für die erwarteten zahlreichen Besucher ausreichend Parkmöglichkeit zur Verfügung zu haben, wird an diesen Wochenenden kurzerhand auf der Weinbergstraße zwischen Gumpoldskirchen und Pfaffstätten sowie Baden und Bad Vöslau eine Einbahnregelung eingeführt. Auf der zweiten Spur darf geparkt werden. Selbstverständlich bietet sich auch eine Anreise zur Genussmeile mit der Südbahn etwa über die nahegelegenen Stationen Guntramsdorf-Thallern, Gumpoldskirchen oder Pfaffstätten an. Bundesrat Bgm. Christoph Kainz, einer der Organisatoren der Veranstaltung, zeigt sich über die Initiative begeistert: „Mit dieser gemeinsamen Aktion können wir nicht nur unseren Gästen die hervorragenden Weinprodukte der Thermenregion Wienerwald präsentieren, sondern bewirken auch ein Zusammenrücken der wichtigsten Akteure im Weintourismus der Region. Über die Genussmeile hinaus ist auch eine Neustrukturierung der Weinvermarktung der Thermenregion Wienerwald geplant, um die zahlreichen guten Initiativen besser zu bündeln und damit die Weinregion national und international noch besser bekannt zu machen. „Dazu wird es in der Wienerwald Tourismus GmbH. eine/n eigene/n MitarbeiterIn geben die/der sich ausschließlich mit dem Thema Weintourismus beschäftigt“, erläutert Stefan Gabritsch der Geschäftsführer der Region. Auch Bürgermeister Ferdinand Köck, Gumpoldskirchen, ist hoch erfreut, dass die Vorreiterrolle Gumpoldskirchens so große Akzeptanz durch die Nachbargemeinden findet. „Durch die Erweiterung der Most- und Sturmmeile setzt die Thermenregion Wienerwald weitere positive Zeichen und touristische Akzente.“ Weinbauvereinsobmann GR Christian Kamper: „Nachdem wir die Most- und Sturmmeile nunmehr seit zehn Jahren veranstalten, können wir auf beste Erfahrungen zurückblicken. In Gumpoldskirchen bieten wir zusätzlich einen Zubringerdienst mit dem Zeiserlwagen an, der Musikverein Gumpoldskirchen zieht musizierend von Stand zu Stand und die Volkstanzgruppe zeigt folkloristische Darbietungen.“ Genuss in Verbindung mit den hervorragenden Weinprodukten und der hohen Lebensqualität der Region wird auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema in der Vermarktung der Tourismusregion Wienerwald darstellen. Die Genussmeile und die Neuorganisation des Weintourismus sind dafür bedeutende Initiativen. Die „Wienerwäldler“ und auch die Gäste der Region dürfen sich jedenfalls auf eine kurzweilige und genussvolle Wanderung entlang der „längsten Schank der Welt“ freuen.

Wandern – Verkosten – Genießen – auf der Genussmeile!

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Wiener Neustädterstraße 7 2542 Kottingbrunn Tel.: 02252/790 299, 0664/3007304 Fax.: 02252/790 299-77 peter.mayer@votis.at

Tomankova 2 84105 Bratislava Tel.: 00421-2-65312519 Fax.: 00421-2-65312519 mitis@chello.sk Aug./Sept. 11 WEINbau – 37


AKTUELL

Kostengünstige Wege zu neuen Kunden Neue, potentielle Kunden anzusprechen ist eine der zeit- und energieraubensten Arbeiten im Betrieb. Am Ende wird und soll auch weiterhin der persönliche Kontakt zum Kunden stehen (übrigens ein, wie wir meinen, immens wichtiges Merkmal der heimischen Weinkultur). Für den Weg dorthin bieten die neuen Medien mittlerweile zeitund kostengünstige Möglichkeiten.

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WEINbau 4-AUGUST-2011  

Ausgabe August-September 2011

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