Page 1

DER

Februar 2010 17. Jahrgang € 5,-

P.b.b. – Verlagspostamt 1130 Wien 02Z032240M

Biologie und Chemie - der Dialog


Die perfekte Linie

GAI 3006TOP: FLASCHENAUSSPRITZER (RINSER) - LUFTAUSTAUSCHSTATION - FALLDRUCKFÜLLER - GASINJEKTOR - NATURKORKER - SCHRAUBVERSCHLIESSER - KRONENKORKER GAI 9340: FLASCHENAUßENREINIGUNG- U. TROCKNUNG - KAPSELAUFSETZER - SCHRUMPFSTATION - KAPSELANROLLKARUSSELL - BAUCH- U. RÜCKENETIKETTIERSTATION

Durch unsere jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Kellereitechnik und durch unser umfangreiches Programm ist es uns möglich, maßgeschneiderte Lösungen für jeden einzelnen Kunden in allen Bereichen der Kellereitechnologie anzubieten. Kontaktieren Sie uns und wir informieren Sie gerne über die Vorteile unserer Maschinen.

Kraft GmbH Arndtstraße 15, 1120 Wien Telefon: +43 - 1 - 813 31 99 www.kraft-co.at


INHALT

6

12

24 Impressum Medieninhaber: UÖM GesmbH., 1130 Wien, Wattmanng. 7/6 Tel.: 01/877 17 21, Fax.: 01/877 17 21-24, email: weinbau@uoem.at , www.der-weinbau.at Herausgeber: Sepp Baldrian Redaktion: Victoria Sturm, Heidi Baldrian Online-Redaktion: Ali Meyer Freie Autoren: Dr. Jochen Erler, Oxford, Dipl.-Oen. Matthias Mend, Prof. Dr. Doris Rauhut, Mag. Dr. Raimund Tisott Grafik: Franz Liebminger Anzeigen: Ali Meyer Übersetzung: Pia-Maria Meyer

Eine spannende Herausforderung: Weinexport nach Norwegen Mag. Dr. Raimund Tisott

Seite 5

Reale Marktberichte: Ein Interview mit Robert Sponer-Triulzi Sepp Baldrian

Seite 6

Internationales Weinwissenschaftliches Kolloquium (IWWK) in Geisenheim Prof. Dr. Doris Rauhut

Seite 12

Die Bedeutung von Kennzahlen für die Weinbranche Dipl.-Oen. Matthias Mend

Seite 18

„100 Jahre Weinbau“ Ein Rückblick in die Geschichte

Seite 20

Koshu Wein in London Dr. Jochen Erler

Seite 24

Bitte beachten Sie die Beilage in diesem Heft: NIROTEC! WEITERE RUBRIKEN: Editorial

Seite 4

Winzer des Monats

Seite 16

Messen

Seite 22

Branchennews

Seite 26

Kleinanzeigen

Seite 30

Feb.‘10 WEINbau – 3


EDITORIAL

Liebe Leser,

Sepp Baldrian

in der Welt des Weines stehen wir Österreicher bekanntlich sehr gut da. Natürlich gibt es noch unendlich viele Verbesserungsmöglichkeiten, aber im europäischen Vergleich sind wir in unserer Gesamtheit – ähnlich wie bei den Skispringern – an der Spitze. Mit Dr. Raimund Tisott haben sogar in Norwegen beim Weinverkauf erfolgreich „mitgerührt“ - wenn auch unbezahlt. Dr. Tisott hat sogar die Frachtkosten getragen, denn: unser Weinland ist es wert! Natürlich bekommt man in jedem Land einen „großartigen“ Wein kredenzt – allerdings habe ich mich schon oft gefragt, wie man sich mit derart fehlerhaften Weinen auf den Markt wagen kann. Schul- und Ausbildungswesen bilden die Grundlage für das Wissen und Können in der Branche; es ist sensationell mit welcher Dynamik in Krems, Silberberg, Eisenstadt oder Mistelbach gearbeitet wird. Von der eher abwertenden „Bauernschule“ ist nichts mehr übrig, Dipl. Ing. Vogl erweckte die alte Institution, die „Mutter des europäischen Weinwissens“ wenn man so will - zu neuem Leben. Soweit so gut; Weinbaupräsident Pleil wirkt amtsmüde. Das kann wohl eine Unterstellung sein, allerdings spräche dafür, dass sich bestimmte Leute bereits in Startposition für sein Amt bringen.

Verwunderlich ist weiters, dass Rebzüchter Maßnahmen setzen, um Aufmerksamkeit zu erregen: seltsame Vögel, die - ohne sich zu genieren- den Rotweinbesatz empfahlen und 5 Jahre später das „rigorose Herausreißen“ forcierten. Das Allheilmittel? Natürlich der Grüne Veltliner! Mit Josef Pleil haben wir einen Präsidenten, der seine Sache im Grunde ernst genommen hat, der aber eine politische Funktion ausübt. Da man aber im Weinbaubereich im Unterschied zu den Gewerkschaften im Parlament höchstens als stummer Zuhörer fungieren kann, besteht die Welt eines Weinbaupräsidenten aus Kompromissen. Selbstverständlich muss der nächste Präsident politisch fest gekoppelt sein. Es bleibt aber abzuwarten, ob er tatsächlich in diesem Beruf arbeitet oder ob es nur eine Weinbau-Alibifunktion ist, was anzunehmen ist. Man darf also gespannt in die Zukunft blicken. Meine Hoffnung wäre, einen Mann zu finden, der tatsächlich selbst Weinbau betreibt und der den Vertrieb über die Gastronomie aus eigener Erfahrung kennt. Hoffen und träumen kann man und darf man ja...

Befestigungen mit System ..…. für besseres Arbeiten ! NEU!! Montierfix Haltefix Sticofix-R+S* Halteklammer Gr. 1 + Gr. 2

MOWEIN-Blitzbinder von 4,5 – 50 cm Länge

GS*-Drahtspanner, rostfrei

Holzklammer vollk. biol. abbaubar

Vinclip-Rebklammer

Fordern Sie kostenloses Muster- und Infomaterial an: ♦ weitere Artikel aus unserem Sortiment: ♦ Sticofix-Halteklammern Gr. 1 – Gr. 3 ♦ Fenox-Erdanker und Drahtspanner

♦ DELTEX®-Kuststoffdraht ♦ uvm. 4 – WEINbau Feb.‘10

MOWEIN GmbH Gewerbepark Hochwaldblick 5 D - 54331 Pellingen Tel.: 0049(0)6588/2479 Fax: 0049(0)6588/3278 eMail: info@mowein.de www.mowein.de

Verkauf über Ihren örtlichen Fachhändler


AKTUELL

Eine spannende Herausforderung:

Weinexport nach Norwegen Von Raimund Tisott Ăœber einen freundschaftlichen Kontakt lernte ich einen Norweger kennen, der sich seit Jahren mit dem Import von Wein und Spirituosen - zuerst aus Portugal und nun auch aus Mitteleuropa -beschäftigt. Ă–sterreichischer Wein hat in Norwegen einen groĂ&#x;en Stellenwert, vor allem der GrĂźne Veltliner ist sehr bekannt.

N

orwegen mit seinen fast 5 Millionen Einwohnern ist was den Alkohol betrifft streng limitiert. Dem Umfang an Steuern und Abgaben bzw. der Kreativität neue zu erfinden, sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Importiert werden darf nur ßber eine staatliche Firma: die Vinomonopolet. Diese Firma darf ihre Waren auch nur ßber zertifizierte Importeure beziehen. Dies erfolgt ßber Tenders, in welchen genaue Vorgaben ßber Wein, Anbaugebiet, Jahrgang enthalten sind und welche auch genauestens ßberprßft werden. Zu jedem Wein muss ein Datenblatt mitgeschickt werden. Hilfreich wäre auch ein Foto der Flasche damit der Einkäufer sehen kann, ob die Flasche dem visuellen Stand entspricht. Die Muster werden dann von einem Institut ßberprßft und bewertet. Der Anbieter muss der Vinomonopolet einen Preis nennen, der alle Steuern und Abgaben enthält, ebenso wie die Kosten fßr die Verteilung in ganz Norwegen. Denn Vinomonopolet hat ßber 1200 Geschäfte in Norwegen ßber welche die einzelnen Weine verkauft werden. Auf Grund der hohen Steuern und Abgaben liegen die Preise fßr Flaschenweine weit ßber unserem Niveau. Wenn ein Produkt einen Tender gewinnt, wird der Produzent darßber informiert und zu einer Probelieferung eingeladen. Wenn die Probelieferung entspricht, bekommt man einen ersten Jahresvertrag mit monatlichen Teillieferungen. Zahlungen erfolgen meistens 30 Tage nach Lieferung, bei Erstlieferungen kann die Frist auch 60 Tage betragen. Da es sich hier um eine staatliche Firma handelt, ist der Zahlungseingang sicher. Natßrlich ist es sehr schwierig in diesen Markt hinein zu kommen, man muss alle Vorgaben peinlich genau erfßllen, sonst läuft man Gefahr gleich von vornherein auszuscheiden. Schlimmer ist es allerdings, wenn man dasselbe Produkt ßber zwei oder mehrere zertifizierte Importeure anbietet. In diesem Fall kommt man sofort auf eine Schwarze Liste und wird von zukßnftigen Geschäften ausgeschlossen. Es ist sicher ein langer und dornenreicher Weg bis man hier sein Ziel erreicht, aber wenn man einen seriÜsen norwegischen Partner hat, von dem man auch die notwendige Unterstßtzung bekommt, dann ist es zu machen. Und: wenn man einmal drinnen ist wird es auch leichter, auf dem Markt zu bleiben. Aus meiner noch nicht langen Erfahrung mÜchte ich resßmieren, dass es jedenfalls wert ist, diesen Weg zu gehen und dass es nebenbei auch eine interessante Aufgabe ist, die den Geist fordert.

die TĂźrkei verkauft. Es ist ihm nun gelungen Ăźber andere Tätigkeiten in Norwegen mit einem der markantesten in der Weinbranche FuĂ&#x; zu fassen und aktiv zu werden. Wir haben ihn dabei so gut wir konnten unterstĂźtzt. Erste Erfolge gibt es bereits, obwohl die Tender noch laufen und ausgewertet werden. Was Dr. Tisott allerdings in diesem Zusammenhang erlebt hat, spricht leider nicht fĂźr unseren Weinbau. Vielleicht weil er nichts fĂźr seine Aktivitäten verlangt hat und sogar den Versand zu den PrĂźfungen aus eigener Tasche bezahlt hat? Skurril. Die Einreichungsunterlagen - die nicht sehr kompliziert waren - wurden von so manchem sehr seltsam ausgefĂźllt, auf Urgenzen wurde nicht reagiert. Ein Winzer reichte gleich bei zwei Institutionen ein - so kommt man flott auf die Schwarze Liste und das fĂźr immer und man ist in weiterer Folge vom Import ausgeschlossen. Ein anderer teilte im Dezember mit, dass er 50.000 Flaschen frei hätte und dann im Jänner, als er den Zuschlag erhalten hat, war leider kein Wein mehr vorhanden... Bestimmt kĂśnnte man darĂźber ein Buch schreiben. Tisotts Art ist eine sehr ruhige und durch seine Arbeit ist er an die verschiedensten Probleme gewĂśhnt. Aber sich hier wo es wirklich um Mengen und gute Preise geht, Ă„rger einzuhandeln, ist mehr als verdrieĂ&#x;lich. Warum wir uns dieses Themas angenommen haben? Im Export sind noch viele MĂśglichkeiten offen, gerade auch Ăźber www.weinpanorama. at bekommen wir viele Anfragen, die wir per Mail weiterleiten. Nur sind dafĂźr Präzision und etwas Arbeit fĂźr die interessierten Winzer nĂśtig. Die Profis im Export sind immer die gleichen, die Qualität alleine ist nicht bestimmend, sondern auch die Kenntnis des Prozedere. Dr. Tisott hat nun Chancen fĂźr einen Weinraritäten Export nach Skandinavien aufgetan (z.B. fĂźr Roten Veltliner, Sylvaner, Rotgipfler, Weine der besondere Leseart, spezielle Cuvees usw.). Diese mĂźssen nur noch genĂźtzt werden. Als erster Schritt sind nur eine genaue und realitätsnahe Beschreibung des Weines sowie eine Info bzgl. realer Menge und VerfĂźgbarkeit nĂśtig. Bei Interesse senden Sie diese per e-mail bitte an: sepp.baldrian@uoem.at.

 

     

          

Zu diesem Beitrag: Dr. Mag. Raimund Tisott ist einer der stillen und tatsächlich selbstlosen FĂśrderer des Ă–sterreichischen Weines und der Ăśsterreichischen Winzer. Seine Unternehmen gehen mit Projekten in China und Georgien tatsächlich weit Ăźber das europäische MaĂ&#x; hinaus, in Rumänien, Bulgarien, Deutschland etc. ist er bereits seit Jahrzehnten tätig. Seine Freizeit ist naturgemäĂ&#x; knapp bemessen, dennoch widmet er sie gerne dem Erfolg des Ă–sterreichischen Weines, so hat er beispielsweise containerweise Wein in

   

      !"#$%&''" (   )*++,"-&.,./0!."1)*++,"-&.,./2+", ) 3(4 5 6 7776 5 6

Feb.‘10 WEINbau – 5


INTERVIEW

Reale Marktberichte Ein Interview mit Robert Sponer -Triulzi Auf Lainzerstraße Nr. 1, versteckt in der Altgasse, befindet sich die Vinothek „1130 Wein“. Im Schaufenster finden sich die Weine der „Besonderen“ gleichgestellt mit „No Names“.

N

icht weit davon entfernt glänzt Wein und Co - die Auslage beeindruckt mit bis zu minus 50%-Rabatten. Und nur wenige Schritte entfernt: Zielpunkt mit Weinangeboten ab 1 Euro; ums Eck ein „Gourmet“-Spar mit einem riesigen Weinsortiment. Es stellt sich die Frage, wie eine Vinothek in diesem Umfeld überleben kann – daher dieses Interview mit Inhaber Robert Sponer-Triulzi. S.B.: Wie überlebt eine Vinothek in der Nachbarschaft von so zahlreicher Konkurrenz?

S.B.: Wie setzt sich Ihr Sortiment zusammen? Robert Sponer-Triulzi: Das Sortiment besteht sowohl aus bekannten Namen als auch aus völlig unbekannten Winzern. Wir führen Weine jener Betriebe, die bei hoher Qualität ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis bieten können. S.B.: Nach welchen Kriterien wählen sie Ihr Sortiment aus?

Robert Sponer-Triulzi: Unser Schwerpunkt ist die Beratung. Es gibt zahlreiche Weininteressierte, die unser Service gerne nutzen. Wir versuchen, im Kundengespräch den Anspruch an einen Wein, die gewünschte Richtung des Geschmackserlebnisses und die Erwartungshaltung an Hand von Aussagen zu erkennen. Erwartet sich der Kunde beispielsweise einen besonders dichten und kraftvollen Rotwein beraten wir in dieser Richtung, zeigen dem Kunden eine Vielfalt solcher Weine die seine Ansprüche erfüllen und geben auch Empfehlungen ab. Wenn der Kunde zu Hause oder bei einem Anlass später unsere Empfehlung ausprobiert und davon begeistert ist, gewinnen wir sein Vertrauen – und damit einen Kunden, der sich auf unsere Empfehlungen verlässt und sich an Weinerlebnissen erfreut.

Robert Sponer-Triulzi: Verkosten, hören und lesen sind die Grundlagen. Was mir interessant erscheint, probiere ich - und wenn der Wein den Anforderungen an die Qualität entspricht und einen vernünftigen Preis hat, führen wir diesen Wein. Letztendlich geht es nicht um „Tiefpreise“, sondern um den Wert, der sich aus Qualität und Leistung zusammensetzt. Wir bieten zu 85% österreichische Weine und 15 % internationale Weine an – so, wie es sich der Markt wünscht: Österreichischer Wein bedeutet in Summe hohe Qualität, die heute fest im Bewusstsein unserer Kunden verankert ist.

S.B.: Wie schätzen Sie das „Weinland Österreich“ ein?

Robert Sponer-Triulzi: Der Begriff DAC hilft mir heute in der Beratung nicht mehr, er macht das Beraten sogar schwieriger, denn es wurde im Laufe der Zeit unübersichtlich. Als es nur den Weinviertel DAC gab, war alles klar aber heute kennt sich der Konsument durch die vielen Rebsorten die für das jeweilige Weinbaugebiet unterschiedlich für DAC-Weine verwendet werden, nicht mehr aus. Dass auf nicht DAC Weinen die Rebsorte nicht angeführt werden darf, kann ich nicht nachvollziehen. Andere Länder haben den Qualitätsanspruch besser und für den Kunden transparenter aufgebaut.

Robert Sponer-Triulzi: Österreich ist ein ausgezeichnetes Weinland, die Qualität wird immer besser und besser. Ganz besonders wichtig ist es, dass die Handschrift des Winzers immer deutlicher zu spüren ist. Der individuelle und unverwechselbare Charakter und die klare Stilistik dienen als hochwertiges Markenzeichen für einen Betrieb. S.B.: Wie halten Sie von „bio“? Robert Sponer-Triulzi: Bio ist bei uns kein vorrangiges Verkaufsargument - sondern der Wein muss schmecken! Echte Bioweine sind aber meist ausdrucksstärker und beeindrucken dadurch. Trotzdem gibt es in diesem Bereich noch viel zu tun: es muss Aufklärungsarbeit geleistet werden und Qualitätsrichtlinien eingehalten werden. Der allgemeine Begriff „bio“ wird heute leider schon inflationär verwendet.

6 – WEINbau Feb.‘10

S.B.: Wie wirkt sich DAC als Verkaufsargument aus?

S.B.: Wie läuft das Thema „reife Weine“? Robert Sponer-Triulzi: Sehr gut! Wir empfehlen reife Weine als Speisenbegleiter. Das funktioniert sehr gut und unsere Kunden schätzen diese Empfehlungen und nehmen sie gerne an. Wir lassen auch bei uns Weine reifen, lagern sie ein und bringen sie dann auf den Markt. ➤


INTERVIEW S.B.: Gibt es Geheimtipps oder -besser gesagt- interessanten Nachwuchs in der Winzer-Szene? Robert Sponer-Triulzi: Ja, die gibt es! Um nur einige Beispiele zu nennen: Brindlmayer in Traismauer, Peter Skoff in der Steiermark, Hösl in Pfaffstädten, Florian Alphart in Traiskirchen... Und viele andere mehr! S.B.: Die Gretchenfrage: Wie kalkulieren Sie, wie sind Ihre Preise? Robert Sponer-Triulzi: Nur bei Einzelflaschen schlagen wir auf den „Ab Hof“ Preis ca. 20% auf. Bereits ab 6 Flaschen gilt bei uns schon immer der echte „Ab Hof“ Preis für bei uns gelistete Winzer. Diese Kalkulation war die Grundlage meiner Geschäftsidee! Wir ersparen so den Kunden den weiten Weg zum Produzenten, aber bieten den Abhofpreis. Ein Preisbeispiel: Bei Wein&Co kostet z.B. Bründlmeyer Sekt Brut € 24,90, bei uns immer schon 19,90 und ab 6 Fl. „Ab Hof“ Preis € 18,70. S.B. Wir kann sich das wirtschaftlich rechnen? Sie beraten manchmal bis zu einer halben Stunde einen präsumtiven Kunden und er kauft dann eine Flasche. Lohnt sich das überhaupt? Robert Sponer-Triulzi: Das ist sehr einfach: Einzelflaschen mit Beratung zu verkaufen bedeutet immer ein Defizit; aber durch eine gute Beratung sind es beim nächsten Einkauf schon wesentlich mehr Flaschen. Das heißt: die Beratung ist ein langfristiges Investment, das sich „auf Sicht“ rentiert. Viele meiner Kunden bestellen heute „blind“ - und das nicht nur im Privatbereich! Auch in der Gastronomie, die wir beliefen und dann stimmt die Rechnung wieder. Wobei man als Vinothekar nicht an den Profit denken darf, sondern vielmehr an die Freude, die dieser Geschäftszweig und vor allem das Produkt in sich birgt – wir bieten den Menschen die zu uns kommen Freude und Genuss! Danke für das Gespräch!

W EIN BR AUC HT GL AS . Emotional, beständig, elegant. Edler Wein ist ein Versprechen – Glasverpackungen bewahren es für Nase, Gaumen, Augen und Herz. Machen auch Sie aus Ihrem Wein ein Gesamtkunstwerk. Wein braucht Glas – und Glas braucht Vetropack.

Vetropack Austria GmbH AT-3380 Pöchlarn, Tel. +43 2757 7541, www.vetropack.at

Feb.‘10 WEINbau – 7


DIALOG

Der Dialog - Biologie und Chemie Dieser Dialog ist einer unserer Schwerpunkte in diesem Jahr – diese Tatsache möchte ich vorab erklären: Die Firma, die den „WEINbau“ herausgibt trägt den Namen UOEM GmbH – diese Abkürzung steht für „Umwelt, Ökologie und Medien“.

B

isher wissen nur wenige Menschen von meinem Engagement außerhalb des Weinbaues – gemeinsam mit Dkfm. Wolfgang Alscher habe ich die Umweltpreise von NÖ, Ktn., Stmk., Bgld., usw. entwickelt und auch finanziert. Damals wurden die „Arche“ in Schiltern, die Schule in Silberberg und viele engagierte „Biopioniere“ gefördert. Es war mir bisher allerdings nie ein Anliegen viel darüber zu reden - mir ist mehr nach Handeln . „Mit der Natur gehen“ heißt die Zauberformel der Gegenwart und Zukunft. Derzeit herrscht jedoch fast ein Krieg der Dogmen, und das kann unserem Weinbau auf mittlere Sicht nur schaden. Einfache Feststellungen, wie z.B. dass Kupfer ein giftiges Schwermetall ist, das die Böden und die Umwelt belastet, ist bei Biodogmatikern ein Frevel. Nicht nur einmal führte diese Aussage in einem Gespräch zu hitzigen Kontroversen – „Knecht der Chemie“ blieb in den Köpfen. Auch Artikel, die ohne böse Absicht mit dem Hinweis versehen sind, dass 2 kg Schwefel 1 Liter H2S04 ergeben, der zu 80% als Schwefeldioxid in die Atmosphäre entweicht, bringen negative Reaktionen mit sehr direkten Unterstellungen.

„Mit der Natur gehen“ heißt die Zauberformel der Gegenwart und Zukunft. Das ist die eine Seite. Die Chemische Industrie, deren Irrwege Substanzen auf den Markt brachten die nur auf Kaltblütler wirken sollten, ist die andere. (Die toten Rehe und Hasen in den Weingärten in den 60er und 70er Jahren sprachen eine andere Sprache..) Das Geschäftsfeld „Pflanzenschutz“ ist -ebenso wie viele andere- auf das Bestreben nach höchstem Gewinn ausgerichtet. Unser System, das darf man dabei nicht vergessen, war nie marktwirtschaftlich mit Wettbewerb verbunden sondern Monopolartig. Das Thema

Stickstoffdünger dient hier als explizites Beispiel: Bereits 1880 bewies das Kaiserliche Gesundheitsamt, dass Stickstoff nur über 4 Bakterien von Pflanzen aufgenommen wird. Dieses Wissen, dass Stickstoff nur begrenzt aufgenommen werden kann, stand absolut fest. Trotzdem wurden Düngermengen empfohlen, die 20-30ig fach höher als die mögliche Aufnahme durch die Pflanzen waren. Durch diese wissentliche Überdüngung kam es zur Nitratproblemen im Grundwasser. Die Zeitungen schrieben sich über die „bösen Bauern“ die Finger wund. Die Kunstdünger-Industrie wurde so zum ersten mal hinterfragt und im Laufe der Zeit das gesamte „Kind mit dem Bad“ ausgeschüttet. Und -wie viele andere Dinge in der Landwirtschaft- war es auch ein „Bombengeschäft“; die Verknüpfung von Chemie Linz, Raiffeisen und den Beratern der Kammern erlaubte beispielsweise, am Tag des EU-Eintritts die Preise um 40% zu senken (und trotzdem weiter gut zu verdienen!). Die Zeit des maßlosen Gifteinsatzes, des „Düngerwunders“, musste mittelfristig in ein Desaster führen. Da kam gerade ein „Privatgelehrter“ aus Tattendorf daher und bewies, dass durch diese Maßnahmen die Böden und Weingärten extrem geschädigt wurden. Es gab einen Aufstand und der Mann wurde als Kasperl diskreditiert. Mit dem Schwamm der Berater von den Kammern wurde über diese Arbeit hinweg gefahren - aber etwas blieb doch hängen. Winzer in der Thermenregion probierten auf kleinen Flächen ob es möglich wäre, die beamteten Empfehlungen zu hintergehen. Zu ihrem Erstaunen zeigte sich, dass es ohne Dünger geht, dass die Pflanzen langsam gesundeten. Diesen Pionieren unterstellte man Verwirrtheit – vielleicht haben Sie noch unsere Artikel über die Pioniere im Kopf behalten: über Erich Schwanzelberger aus Schönberg, der im Widerstand zu begrünen begann (Ausgabe Oktober 2008) oder Harold Dietrichstein und seine Geschichte über den Weinbau mit der Natur (Ausgabe Oktober 2009). Auch sie wurden zuerst als

Die Zeit des maßlosen Gifteinsatzes, des „Düngerwunders“, musste mittelfristig in ein Desaster führen. „Narren“ bezeichnet. Ich hatte in dieser Zeit sehr viel in Krems zu tun und kenne daher die unendlichen Gespräche von den Kollegen über „diese Wirrköpfe“ die sich der Lehrmeinung und der gängigen Beratung widersetzten. Langsam begannen auch Pioniere wie Herr Diwald eigene Wege zu gehen und sieh da - es funktionierte! Wenn auch in sehr langsamen Prozessen. Auch Frau Anni Paradeiser oder Reuter Korksa und viele andere begannen sich mit diesem Weg zu befassen. ➤

8 – WEINbau Feb.‘10


Das Problem: Viele dieser Pioniere wurden auf höchst unfaire Weise diskreditiert – so zogen sie sich zurück. Und zwischen den unterschiedlichen Ansichten und Meinungen entstand ein unüberwindbarer Graben.

INTERVITIS INTERFRUCTA Internationale Technologiemesse für Wein, Obst, Fruchtsaft und Spirituosen

Die festgefahrenenen Ansichten auf beiden Seiten lassen keine freie Diskussion zu und ein Meinungsaustausch ist fast unmöglich. Unsere bisherigen Bemühungen, uns mit Gedanken zu diesem Themenkreis auseinanderzusetzen, sorgten dafür, dass wir immer vorverurteilt wurden: entweder als Vasallen u. Knechte der Industrie oder als „Grünrevoluzzer“. Die Korrespondenz zeigte dies eindeutig. Dieser unüberbrückbare Graben birgt große Probleme für Gegenwart und Zukunft. Es sollte gemeinsam diskutiert werden, Erkenntnisse sollten im Dialog ausgetauscht werden um eine gemeinsame Basis für alle zu finden. Die Natur ist wunderbar – aber, so wie wir es auch von unserem eigenen Körper kennen, es gibt auch Krankheiten und Gifte und die Natur ist (Gott sei dank!) unberechenbar. Bei uns Menschen können kleine Erkrankungen oft mit Regeln aus der Naturkunde bekämpft werden, bei 40 Grad Fieber aber benötigt man Penicillin - oder das Leben ist zu Ende. Wir überaltern nicht nur durch gesundes Essen oder mit einem der Natur angepassten Leben – ein südamerkanischer Indianer hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 30 Jahren; wir - in der medizinisch-chemischen Welt – dagegen 60 Jahre und mehr... Ein gesunder Mensch ist -ebenso wie eine gesunde Pflanze- weniger krankheitsgefährdet. Deshalb benötigen wir für unsere Weingärten gesunde Böden. Da kommt man um das Thema Kupfer nicht herum - Kupfer belastet die Böden extrem. Dass Kupfer ein hochgiftiges Schwermetall ist, steht ja außer Frage. Seinen Einsatz aber zu hinterfragen, eine Diskussion mit „Bioextremisten“ zu führen, ob es nicht auch anders gehen könnte führt uns bereits zum Vorurteil „Chemie Vasall“. Viele Böden des Burgenlandes zeigen echte Mangelerscheinungen, die irrwitzigen Düngergaben von einst werden langsam aufgebraucht – trotz Begrünung und großem Einsatz von diversen Saaten in die Weinbergzeilen ist der Mangel sichtbar. Ing. Georg Weiss, dem man wohl kaum allzu große Nähe zur Chemischen Industrie unterstellen kann, hat sich mit dem Thema befasst und sieht es als gegeben an, dass hier Lösungen entwickelt werden.

ANBAU- & ERNTETECHNOLOGIE

VERARBEITUNG & PROZESSSTEUERUNG

RUND 600 AUSSTELLER AUS 30 LÄNDERN

ABFÜLL- & VERPACKUNGSTECHNOLOGIE

MARKETING & ORGANISATION

INTERNATIONALER KONGRESS

24. – 28. MÄRZ 2010 NEUE MESSE STUTTGART www.intervitis-interfructa.de www.dwv-online.de/kongress Kontakt: Deutsche Handelskammer in Österreich

Ebenso die neuen Krankheiten, wie die von der Rebzikade übertragene Flavescence dorée, sind da und es werden noch weitere erwartet. Gegen diese gibt es noch keine Lösungen - außer den intensiven Einsatz von chemischen Produkten. Das Blatt der steirischen Landeskammer zu diesem Thema zeigte das überdeutlich.

Mag. Peter Sodoma | Tel.: +43-1-545 14 17 27 | peter.sodoma@dhk.at

Das heißt: auch bei den Pflanzen gibt es bestimmte Erkrankungen, die nach chemischen Maßnahmen verlangen - das kann nicht weg diskutiert werden, es sind Fakten. ➤

Messeplattform Nr. 1

Im März 2010 wird Deutschland die

für das internationale Weinbusiness


DIALOG

D

as Problem, das auf die naturnah arbeitenden Betriebe (der Name „bio“ allein deckt nicht all diese Betriebe ab) zukommen kann ist ein großes. „Bio“ etc. wurde zu einem Begriff, der sich bis zur Haarbürste im Supermarkt findet; dabei sind Weinbau und Landwirtschaft mit der Natur ein Maßstab. Das ist ein hoch sensibler, erfolgreicher Weg, der sich in einer besonderen Weinqualität ausdrückt. (Siehe Interview mit Herrn Sponer-Triulzi auf Seiten 6 und 7) Bedeutende Zeitungen Europas - wie beispielsweise der Spiegel – beginnen, den Biomissbrauch zu hinterfragen. Da wird unter dem Begriff „bio“ Schindluder getrieben, dass einem die Haare zu Berge stehen! In den deutschen Medien wird das Thema immer öfter behandelt. Das Kupfer-Thema wurde auch journalistisch dargelegt. Für Laien besteht nach dem Lesen der Eindruck dass es Dioxin nahe kommt. (Kupfer hat -als eines der giftigsten Schwermetalle- eine Halbwertszeit, die weit über der von Uran liegt...) Das Pendel, die Natur als Maßstab, wird durch den Missbrauch in der Öffentlichen Meinung zurückschlagen. Es ist nur eine Frage der Thematisierung; die Entscheidung, welches Thema man auswälzt – es soll neu sein und aufrührend und die Leser bewegen. So beschäftigte sich ein Journalist mit den zig hunderten Tonnen Schwefel, die im Weinbau in Österreich, Deutschland und der Schweiz eingesetzt werden und berechnete die Menge des daraus in die Atmosphäre entweichenden Schwefeldioxids. Mit so einem Artikel lässt sich aufrühren - wie einst mit der Nitratbelastung des Leibnitzer Beckens

– wo den Bauern keine wie immer geartete Schuld zuzuweisen ist -denn sie handelten nach Empfehlungen! Das jedoch hinterfragt niemand und so wird mit dem Finger auf die schuldigen Bauern, die „Grundwasservergifter“, gezeigt... Das alles ist tatsächlich passiert, deshalb auch die Beispiele. Einen offenen Dialog zu führen, Meinungen und Erfahrungen einzubringen ist das Ziel, das wir uns für das Jahr 2010 gesetzt haben! Dieses Forum könnte eine neue Basis werden, um sich von dem in der Öffentlichkeit diskreditierten Begriff „bio“ usw. lösen zu können. Gerade unser Weinbau und jene Betriebe, die mit Vernunft und Übersicht sich nach den Regeln des Lebens der Natur richten, haben für gesamt Europa besondere Vorbildwirkung. Nach meiner Sichtweise besteht die Gefahr, dass diese Leistungen in Gefahr sind - deshalb bitte ich jeden einzelnen unserer Leser um seine Meinung! Denn es könnte (und sollte!) ein neuer, spezifischer Begriff entwickelt werden, der den Österreichischen Weinbau allein stellt! Sepp Baldrian ■ Schicken Sie Ihre Meinung zu diesem Thema an weinbau@uoem.at (Betreff: Dialog – Bio und Chemie) oder an UOEM „Der Weinbau“, KW: Dialog, Wattmanngasse 7/6, 1130 Wien!

OK-PANEELE - Ihr Partner für hygienische Decken u. Wandsysteme ®

Unabhängige Produktberatung, hochwertige Paneele, sowie fachgerechte Montagen, haben das Unternehmen zum Ansprechpartner Nr.1 bei hygienischen Innenausbau und Halleneinhausungen gemacht. Speziell im Weinbau gibt verschiedene Herausforderungen für den richtigen Einsatz von Paneelen in den Produktions- u. Lagerräumen. OK-PANEELE hat für ihren jeweiligen Anforderungen die richtige Lösunge parat. Systeme für Neubau u. Sanierung: Glasbord® GFK Paneele (2,2mm Direktverklebung) Sandwichpaneele (GFK oder Blech) PVC-Deckenpaneele Rammschutz Industrietüren Kühlzellen Montagen

www.ok-paneele.at 10 – WEINbau Feb.‘10

OK-PANEELE VertriebsgesmbH Gerstnergasse NB A- 3151 St.Pölten Tel: +43-2742/882900- 0 Fax: +43-2742/882900-14 Mail: office@ok-paneele.at


KUNDENVERWALTUNG

Das bringt Kundenmanagement mit cobra CRM PLUS für Weingüter! Mit der Softwarelösung cobra CRM PLUS haben Sie alles im Blick, organisieren effizient und nachhaltig alle Ihre Kundenverwaltung. Ob Endkunden, Handel, Gastronomie oder Lieferanten – alle Ihre Kundenkontakte sind aktuell und komplett. Cobra CRM PLUS schafft Transparenz, effiziente Prozesse und ein unternehmensweites Gedächtnis. So profitieren Sie von strukturierten Arbeitsabläufen in Verwaltung, Marketing, Vertrieb oder Versand. Mit cobra CRM PLUS steht das wertvollste Kapital des Weinguts im Mittelpunkt: seine Kunden. Jeder hat stets die wichtigsten Informationen im Blick, um seine Aufgaben sofort zu erkennen und zu erfüllen. Die Kundenakte mit der kompletten Historie liefert einen vollständigen Einblick mit allen relevanten Details. Dabei unterstützt cobra die gesamte Kommunikation und Interaktion: mit einzelnen Kunden oder einer ausgewählten Zielgruppe, mit Lieferanten und Partnern, für Projekte, innerhalb des Unternehmens oder mobil. Die Basis bildet eine zentrale, einheitliche, stets aktuelle Adressdatenbank, die mit allen relevanten Daten gepflegt wird, automatische Aktualisierungen sicherstellt, und durch eine ausgereifte Recherche- und Filtertechnik die Adressen ganz nach Bedarf zielgerichtet verwenden lässt. Die Kundenakte enthält die chronologische Kundenhistorie, mit allen Terminen, Aufgaben, Telefonnotizen, dem Schriftverkehr (ob Brief, Fax, E-Mail, Newsletter oder anderes), Verkaufschancen, Beschwerden, Aufträgen und Projekten. Dadurch erhalten Weingüter umfangreiche Kundenprofile, die es ihnen ermöglichen Ihre Kunden zielgerichtet zu segmentieren, anzusprechen und das Marketing punktgenau einzusetzen und auf individuelle Interessen, bestimmte Zielgruppen oder auf den den Kundenwert auszurichten. Das Berichtswesen liefert akkurate Statistiken und Erfolgskontrolle. Aus dem Kellerbuch Warenwirtschaftssystemen und anderen können aktuelle Kundendaten, wie detaillierte Umsatzinformationen, offene Posten (OPs), Musterversand oder andere Informationen direkt in der Kundenakte des jeweiligen Kunden auf einen Blick ersehen bzw. ausgewertet werden.

Buhl Data Service Austria GmbH – Garnisongasse 4/3 – 1090 Wien – www.buhl-austria.at 10 – WEINbau Feb.‘10


REPORT

Internationales Weinwissenschaftliches Kolloquium (IWWK) in Geisenheim Vom 16. bis 19. August 2009 nahmen ca. 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus überwiegend deutschsprachigen Ländern am 26. Internationalen Weinwissenschaftlichen Kolloquium (IWWK) an der Forschungsanstalt Geisenheim teil.

S

eit 1967 organisiert der Arbeitskreis ‚Kellerwirtschaft und Weinbehandlung’ des Forschungsrings des Deutschen Weinbaus (FDW) in Kooperation mit einem gastgebenden europäischen weinbautreibenden Land in meist zweijährigem Turnus dieses Diskussionsforum. In diesem Jahr wurden unter anderem folgende Themen durch den Arbeitskreis des FDW für die Diskussion ausgewählt: Begriffsdefinition ‚Traditionelle Weinbereitung’, Erfahrungen mit Methoden zur Alkoholreduzierung, Membrantechniken, neue Schönungs- und Behandlungsmittel, Säure- und pH-WertManagement, Möglichkeiten und Erfahrungen zur Kontrolle des mikrobiellen Wachstums, Folgen des neuen Bezeichnungsrechts, alternative Verpackungen und Verschlüsse, Ausbau von Weinen in unbehandelten Betontanks etc.. Unter der Federführung von Frau Prof. Dr. Doris Rauhut, Vorsitzende des Arbeitskreises des FDW, und Wissenschaftlerin an der Forschungsanstalt Geisenheim, Fachgebiet Mikrobiologie und Biochemie, wurde das Kolloquium organisiert und die Diskussionsveranstaltungen durchgeführt. Am Dienstagvormittag, 18. August 2009, wurde außerdem ein Workshop zum Thema ‚Alterung’, angeboten und von Frau Dr. Mirjam Hey, Fachgebiet Weinanalytik und Getränkeforschung

der Forschungsanstalt Geisenheim, moderiert. Prof. Dr. Leo Gros, Vizepräsident der Hochschule Fresenius (Idstein) und langjähriger Auktionator der Weinversteigerungen im Kloster Eberbach, leitete am Nachmittag eine Degustation von Riesling-Weinen des Rheingaus zum Thema ‚Alterung’. Der historische Rahmen für die Durchführung der Fachweinprobe wurde freundlicherweise von Herrn Dr. Rowald Hepp, Gutsdirektor, auf Schloss Vollrads zur Verfügung gestellt. Frau Prof. Dr. Rauhut dankt auch im Namen von Herrn Prof. Dr. Großmann sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kolloquiums dem Team des Fachgebiets Mikrobiologie und Biochemie der Forschungsanstalt für die Vorbereitungen und Betreuung während des Kolloquiums, insbesondere allen Doktorandinnen und Doktoranden. Dank gilt auch dem Fachgebiet Kellerwirtschaft, besonders Frau Prof. Christmann und Herrn Dr. Jung, Frau Dr. Hey, Fachgebiet Weinanalytik und Getränkeforschung, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forschungsanstalt, die bei der Durchführung des Kolloquiums mitgewirkt haben, vor allem der Direktion, dem Service-Team und der Fahrbereitschaft. Des Weiteren gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Campus Geisenheim GmbH Dank für die gute Kooperation. ➤

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ‚Internationalen weinwissenschaftlichen Kolloquiums’ nach einem Besuch auf Schloss Vollrads (Foto: Maik Werner)

12 – WEINbau Feb.‘10


REPORT Herzlicher Dank gilt der Firma Erbslöh Geisenheim, den Weingütern Schloss Vollrads, Weinbau-Domäne Schloss Johannisberg sowie den Hessischen Staatsweingütern Kloster Eberbach für die Möglichkeit einer Besichtigung im Rahmen des Kolloquiums.

Herzlicher Dank gebührt Prof. Dr. Leo Gros für die gewohnte kurzweilige, fachliche und unterhaltsame Moderation der Degustation, die zu einer regen Diskussion unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die gereiften Riesling-Weine des Rheingaus führte.

Besonders großer Dank gebührt allen Firmen, die durch eine Geld- oder Sachspende die Gestaltung des Symposiums gefördert haben: E. Begerow GmbH & Co. Erbslöh Geisenheim AG Gerstel GmbH & Co. KG Heinrich Gültig Korkwarenfabrikation GmbH Korkindustrie Trier GmbH & Co. KG Nomacorc SA Allen Rheingauer Weingütern, die durch eine Weinspende die Organisation einer Weinprobe zum Thema Alterung des Weines ermöglicht haben, sei an dieser Stelle ebenfalls herzlich gedankt: Domdechant Werner’sches Weingut, Hochheim Weingut J. B. Becker, Walluf Weingut Klaus Peter Keßler, Martinsthal Weingut Freiherr Langwerth von Simmern, Eltville Weingut Robert Weil, Kiedrich Weingut Stefan Gerhard, Hattenheim Weingut Balthasar Ress, Hattenheim Domänenweingut Schloss Schönborn, Hattenheim Weingut Fritz Allendorf, Oestrich-Winkel Weingut August Eser, Oestrich-Winkel Weingut Querbach, Oestrich-Winkel Wein- und Sektgut Fritz Rothenbach, Oestrich-Winkel Weingut Schloss Vollrads, Oestrich-Winkel Weingut Hamm, Oestrich-Winkel Weingut Forschungsanstalt Geisenheim Weinbau-Domäne Schloss Johannisberg Weingut Helmut Hanka, Johannisberg Weingut Prinz von Hessen, Johannisberg Klosterweingut Abtei St. Hildegard, Rüdesheim Weinkellerei Carl Jung, Rüdesheim Weingut Graf von Kanitz, Lorch

Prof. Dr. Leo Gros während der Moderation der Fachweinprobe zum Thema ’Alterung’ (Foto: Maik Werner)

Ein fachlich orientiertes Begleitprogramm und eine zweitägige Fachexkursion durch das Mittelrheintal vom 20. bis 21. August 2009 bot darüber hinaus die Gelegenheit, sich über die Weinproduktion und die Herstellung anderer typischer Produkte des Mittelrheins zu informieren und landschaftliche und kulturelle Besonderheiten des Weltkulturerbes ‚Mittelrheintal’ kennen zu lernen. Frau Hiltrud Specht, Mittelrhein-Wein e.V., sei an dieser Stelle herzlich gedankt für die Mitgestaltung des Programms der Fachexkursion . Wir danken Weingut & Destillerie Fetz (Dörscheid), Weingut Didinger (Osterspai), Weingut Gotthard Emmerich (Leutesdorf), Weingut Matthias Müller (Spay), Weinund Sektgut Goswin Lambrich (Oberwesel-Dellhofen), Weingut Toni Jost (Bacharach) für den herzlichen Empfang und die regen fachlichen Diskussionen. ■

Feb.‘10 WEINbau – 13


INTERNATIONAL

Weingut Nederburg vermarktet Südafrikanische Weine für die Fußball-WM in Südafrika 2010™ Nederburg, eine über die Landesgrenzen hinweg berühmte Wine Estate bei Paarl, 2009 beim internationalen Wine & Spirit Wettbewerb in London zu Südafrikas erfolgreichsten Weinproduzenten gewählt, wurde offiziell berechtigt für den 2010 FIFA World Cup™ in Südafrika verschiedene Weine zu produzieren und zu vermarkten. Eine entsprechende Vereinbarung mit der FIFA wurde unterzeichnet.

D

ie Anfänge des Weingutes Nederburg reichen bis in das Jahr 1792 zurück, denn „Nederburgh“ ist nach dem Chef-Advokaten der HolländischOstindischen Handelskompanie benannt worden. Das 7 km nordöstlich von Paarl an der Straße nach Wellington gelegene Weingut wurde beauftragt, 3 verschiedene Weine zu offerieren. Diese Weine in limitierter Auflage sind ein Cabernet Sauvignon, ein trockener Rosé und ein Sauvignon Blanc. Kellermeister Razvan Macici hat diese Kollektion vonn drei südafrikanischen Weinen für das Turnier entwickelt, welche regional und international verkauft werden sollen. Um aus der Vorlaufzeit des WM-Turniers Kapital zu schlagen, werden die Weine weltweit der Öffentlichkeit vorgestellt, so der Nederburg Marketing Manager Rudolph du Toit. “Wir haben jenen Märkten Priorität gegeben, wo das stärkste Interesse an Fußball herrscht. Es ist aber durchaus möglich, diese Distribution für anderweitige Interessen bei Verlangen auszubauen.” Die „Wir schaffen Wohlbehagen“

Lüftung Schmid

GmbH

Be- und Entlüftungsanlagen Klimatechnik Wohnraumlüftungsanlagen Dunstabzugshauben Service von Lüftungs- und Klimaanlagen A-3495 Rohrendorf/Krems Obere Wienerstraße 17 Tel. 02732/85223-0 · Fax 02732/85223-17 office@lufti.at · www.lufti.at

14 – WEINbau Feb.‘10

Weine sind derzeit sowohl regional bei ausgewählten Händlern, als auch direkt im Weingut Nederburg erhältlich. Die edlen Tropfen, teilweise in aus Recycling Glas hergestellten Flaschen abgefüllt, werden bis Dezember 2010 vermarktet und spannen über die Jahrgänge von 2007 bis 2010, der Weißwein und der Rosé sind mit einem Drehverschluss ausgestattet. „Die drei Weine wurden wegen ihrem breiten Anklang ausgewählt“, sagt Kellermeister Macici. Sie werden jedoch in kleineren Mengen hergestellt als die beliebte Reserve Linie des Weinguts, da die Trauben für diesen Zweck von speziellen Weinfeldern kommen. “Diese Weine mit dem 2010 FIFA World Cup™ Emblem tragen das Weingut Nederburg Markenzeichen, ein Gemisch an fruchtiger Intensität und Finesse. Sie sind intensiv, aber graziös und ganz eindeutig südafrikanisch, denn sie haben einen klaren fruchtigen Ausdruck, aber maßvoll. Ein

klassisches Styling – das macht sie frisch, zugänglich und essensfreundlich. Bedenkt man unsere Gemeinsamkeit mit dieser wichtigen Sportinitiative, so möchten wir Botschafter der südafrikanischen Vorzüglichkeit sein.” Alle 2010 FIFA World Cup™ Weine werden auf der Rückseite der Flasche einen speziellen QR Code aufweisen, der dem Konsumenten mittels Mobiltelefon den sofortigen Zugang zu Information über Nederburg erlaubt. Nähere Detailinformation über QR Codes findet der interessierte Leser unter: http://de.wikipedia.org/wiki/QR-Code Der Sauvignon Blanc und der Rosé werden preislich um ungefähr R 55.-- (Rand) und der Cabernet Sauvignon um die R 70.-- zum Verkauf angeboten. www.nederburg.co.za Karen Paul | PACKAGING REVIEW | Southafrica | Übersetzung Pia-Maria Meyer (siehe auch www.der-weinbau.at/international_ press_inter_za_1.php)


MARKETING

Anders denken Queer wine! Ein Wein offen für alle(s)!

Genauso individuell sind die Geschmacksrichtungen der Weine, erhältlich in folgenden Benennungen:

Im Jahr 2009 wurde eine ungewöhnliche Idee des Marketings geboren. Das burgenländische Weingut Leidl in Purbach am Neusiedler See kreierte einen neuen Wein, den patentierten „queer wine!“. Als Sympathisanten einer weintrinkenden, anders denkenden Kultur möchten die Burgenländer mit diesem speziellen Wein Menschen einander näherbringen, mit einem Wein offen für alle(s)! Für diese Sparte wurde ein eigenes Logo auf einer schwarzen Flasche gestaltet, welches in leuchtenden Farben die Symbole für Mann und Frau, also Mars und Venus, darstellt. Als Verbindung ergeben sich die Zeichen der homosexuellen und transsexuellen Szene, welche das Weingut in erster Linie ansprechen will.

pink Blaufränkisch rose – red Zweigelt – white Welschriesling „Als anders denkender Betrieb ist es unser Ziel, als erster Wein, europaweit mit dem Verkauf jeder einzelnen Flasche einen bestimmten Betrag karitativ, vorzugsweise für die Aidshilfe zu verwenden. Diesen guten Zweck wollen wir zusätzlich auf dem Flaschenetikett hinterlegen“, erklärt das Weingut Leidl. Der erste offizielle Auftritt des „queer wine!“ startete auf der Wiener Regenbogenparade 2009. Weitere Fotos dieses Events sind auf der Homepage www.queerwine.com zu finden. Das Weingut regt zu Serviervorschlägen an, ein Beispiel ist der pink!Spritzer. Ein ultimatives Erfrischungsgetränk - mit einer Scheibe Limette oder Zitrone verfeinert - eine gute Alternative zum herkömmlichen Spritzer. Queer wine! Ein Wein offen für alle(s)! www.weingut-leidl.at | Tel.: +43 2683 5184 Ali Meyer

Feb.‘10 WEINbau – 15


WINZER DES MONATS

„Sehr gut bleibt, was immer besser wird!“ Das ist der ehrgeizige Leitsatz der BrĂźder Erich und Walter Polz aus der Steiermark, der bereits seit Ende der 1980er Jahre erfolgreich umgesetzt wird. Damals Ăźbernahmen Erich und Walter Polz das Weingut ihrer Eltern und expandierten im Laufe der Zeit auf ca. 70 ha WeingartengrĂśĂ&#x;e. Neben Investitionen in das Weingut Tscheppe, der Bewirtschaftung der Weingärten des bischÜichen Weinkellers Schloss Seggau und der Partnerschaft mit dem Weingut Miro Vino an der Jeruzalemer WeinstraĂ&#x;e haben sich die BrĂźder auch mit der Errichtung des Kreuzwirts und des Wein Genuss Hotels am PĂśssnitzberg einen Namen gemacht.

A )"..&34$).*&%

ber nicht die Quantität, sondern vielmehr die Qualität und das nachhaltige und zukunftsorientierte Arbeiten der Brßder sind fßr den Erfolg des Weingutes verantwortlich.

#JOEFO4JF MFJDIUFSVOE TDIOFMMFS %BT&MFLUSPOJTDIF #JOEFHFSĂŠU

UFO *NHV FM OE B I I 'BD

XXXIBNNFSTDINJFEBU ,PSOFVCVSH5FM

16 – WEINbau Feb.‘10

Das neueste Projekt soll ein weiteres Wahrzeichen des Genusses werden. In direktem Anschluss an die Vinofaktur Vogau soll eine Besucherwelt rund um ausgesuchte steirische Kulinarik und Weinkultur entstehen: das „Steirische Genussregal“. Wie ein Ăźberdimensionales Regal wird dieses Gebäude mit seinen 60m Länge und 12m Breite in der Landschaft stehen. Mit einigen fix ausgestatteten Räumen und solchen, die immer wieder neu bespielt werden, soll es als Besuchermagnet in der SĂźdsteiermark fungieren. „Mit diesem Projekt wollen wir der Region etwas zurĂźckgeben und gleichzeitig auch neue Chancen fĂźr die SĂźdsteiermark und unsere Betriebe auftun“, erklären die Initiatoren.

An der Entwicklung des Projektes beteiligt waren namhafte Spezialisten – begonnen bei den Architekten Klaus Kada und Hermann EisenkĂśck bis hin zu AndrĂŠ Heller und Andreas Braun von den Kristallwelten. Das Konzept der Ausstellung stammt von Filmregisseur Lukas Sturm, die Umsetzung wird vertrauensvoll in Bertram Mayers Hände gelegt. „Bereits im Vorfeld gibt es groĂ&#x;es Interesse an diesem Projekt, aus dem Inland wie aus dem Ausland – liegt doch die regionale Kulinarik voll im Trend“, so die Projektverantwortlichen. ➤


WINZER DES MONATS

Der

Und dieser Kulinarik wird auch beim Weinausbau Rechnung getragen: die Linie „Steirische Klassik“, in der besonderes Augenmerk auf Fruchtigkeit, Frische und strahlende Sortentypizität gelegt wird, wird im Edelstahl ausgebaut; Lagenweine gelangen je nach Charakter und Potenzial des Jahrgangs in großen oder kleinen Eichenfässern zur Reife. Die wesentlichsten Rebsorten des Weingutes Polz sind regionstypisch der Sauvignon Blanc, der Welschriesling, Weißburgunder Morillon und Gelber Muskateller, abgerundet wird das Angebot durch Spezialitäten wie Traminer, Pinot Noir, Zweigelt und finessenreiche Cuvèes und seit Ende 2009 zählt auch Brut Rosé Sekt zum Sortiment.

Auch die Kinder genießen das Miteinander in der großen Familie und die Familienerlebnisse im großen Kreis. „Unsere Jüngeren schnuppern über den Sommer im Weinverkauf und in den Weingärten. Damit lässt sich auch frühzeitig Erkennen wer welche Fähigkeiten oder Interessen hat. Das ist für einen strukturierten Aufbau wichtig“, erklärt Walter Polz. Christoph, der jüngere Sohn von Erich Polz hat seine Bestimmung bereits gefunden und studiert an der BOKU Wien Weinbau, Oenologie und Wirtschaft. Neben den festen Familienbanden und den zahlreichen praktischen Projekten kommt allerdings auch das Marketing nicht zu kurz: Ständige Verbesserungen und das Integrieren neuer Medien gehören zum Alltag dazu. „Wir halten die Online-Präsenz für extrem wichtig. Deshalb ist auch ein neuer Internetauftritt in Arbeit. Hier wird übergreifend mit dem ganzen Team gearbeitet um die Fülle an Informationen voll verarbeiten zu können“, so Polz. Stillstand gibt es auf dem Weingut Polz also scheinbar nicht – ganz im Gegenteil: die erfolgreichen Brüder werden ihrem Motto mehr als gerecht! Victoria Sturm ■

artos Endpfahl

sterreich!

fahl für Ö Der starke P Außenmaß: C-60

42 mm

Materialstärke: 1,6 mm und 1,9 mm

60 mm

artos Vertriebsgesellschaft GbR Vor dem Schloss 27  D-55234 Bechtolsheim Tel.: +49 (0 ) 67 33 / 94 99 227 www.artos-weinbergpfahl.de Unsere Händler

Gerätebau Bauer OEG A-2073 Obermarkersdorf 102 Tel.: +43 (0) 29 42 / 82 21 www.bauer-geraetebau.com Landtechnik WOLF Umfahrungsstr. - Nord A-2230 Gänserndorf Tel.: +43 (0) 22 82 / 24 42 www.landtechnik-wolf.at Kellereimaschinen Weiss Brückenstraße 4 A-8461 Vogau Tel.: +43 (0) 34 53/ 24 41 e-Mail: oce@fabijan.at

IMP_001_263_01

„Wir bemühen uns, unseren Gästen exklusive Gnüsse zu bieten, kreative Besonderheiten aus der Region. Das Ambiente unserer Räumlichkeiten soll dem Besucher vermitteln, dass Familie hier besonders gelebt wird. Gastfreundschaft ist im Hause Polz gleichbedeutend mit Offenheit und Aufgeschlossenheit und einer freundlichen Art, auf die Menschen zuzugehen. Das leben wir in unserem Betrieb, dafür schätzen uns unsere Gäste“, so Walter Polz.

Feb.‘10 WEINbau – 17


KENNZAHLEN

Die Bedeutung von Kennzahlen für die Weinbranche Dipl.-Oen. Matthias Mend Notwendigkeit von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen Betriebswirtschaftliche Kennzahlen sind ein wichtiger Bestandteil zur Unternehmensbewertung. Um die Kennzahlen des eigenen Unternehmens jedoch beurteilen zu können, sind Branchenvergleichswerte notwendig. Mit Hilfe von Vergleichswerten kann erstens die Leistungsfähigkeit des eigenen Unternehmens besser eingeschätzt und zweitens die Situation einer Branche als Gesamtes beurteilt werden. In Deutschland stehen der Öffentlichkeit hierfür zwei allgemein zugängliche Datenquellen zur Verfügung, die sich in ihrer Zielsetzung grundlegend unterscheiden. Während der „Agrarpolitische Bericht der Bundesregierung“ im Wesentlichen als Rechenschaftsbericht für die Agrarpolitik anzusehen ist, verfolgt das Forschungsprojekt „Unternehmensanalyse von Weingütern“ der Forschungsanstalt Geisenheim die Zielsetzung, erfolgreiche Unternehmen in der Weinbranche zu identifizieren und deren Leistungsfähigkeit darzustellen. Im Zuge der wissenschaftlichen Arbeit wurde festgestellt, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Weingüter im Rahmen der Bewertung durch die beiden Datenquellen unterschiedlich verläuft. Exemplarisch hierfür wird in Abbildung 1 die Gewinnentwicklung der Weingüter des Forschungsprojektes „Unternehmensanalyse von Weingütern“ (n=Æ176) mit der Gewinnentwicklung der Testnetzbetriebe (n=Æ268) des „Agrarberichtes der Bundesregierung“ verglichen. Beleg dafür, dass am Forschungsprojekt „Unternehmensanalyse von Weingütern“ vergleichsweise erfolgreichere Unternehmen teilnehmen, ist die Tatsache, dass der durchschnittliche Gewinn pro Unternehmen im Forschungsprojekt „Unternehmensanalyse von Weingütern“ im Wirtschaftsjahr (WJ) 2000/01 mit durchschnittlich 65.900 € Gewinn je Unternehmen fast doppelt so hoch war, wie der durchschnittliche Gewinn der Testnetzbetriebe des Agrarberichtes der Bundesregierung mit durchschnittlich 35.000 € Gewinn pro Unternehmen. An diesem Verhältnis hat sich bis zum WJ 2006/07 nichts geändert. Der durchschnittliche Gewinn der Testnetzbetriebe beträgt 47.000 €, während der Gewinn der Weingüter, die an der Unternehmensanalyse teilnehmen, mit durchschnittlich 85.600 € deutlich darüber liegt. Das Gegenüberstellen der beiden Datenquellen zeigt, dass es größere Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung der Weingüter in Deutschland gibt. Während der „Agrarpolitische Bericht“ aufzeigt, dass es trotz positiver Entwicklung nach wie vor Betriebe in Deutschland mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten gibt, können die Mittelwerte der „Unternehmensanalyse von Weingütern“ herangezogen werden, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Branche gegenüber Dritten zu belegen. Dies wird in Zukunft immer wichtiger werden.

18 – WEINbau Feb.‘10

Abb. 1: Gegenüberstellung der Analyse von Daten zur Gewinnent-wicklung von Weingütern im Rahmen des Forschungsprojektes „Unternehmensanalyse“ sowie anhand des Agrarberichtes der Bundesregierung. Quelle: Agrarpolitischer Bericht der Bundesregierung, 2002 – 2008 und Unternehmensanalyse von Weingütern der Forschungsanstalt Geisenheim

Hierzu einige Beispiele: • Die staatliche Förderung wird sich wandeln: weg von der Erhaltung wirtschaftlich schwacher Unternehmen, hin zur Förderung zukunftsfähiger und wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmen; • Banken beurteilen vor einer Kreditvergabe nicht nur das einzelne Unternehmen, sondern auch das Branchenumfeld. Eine ungünstige Branchenbewertung führt zu teureren Krediten oder zur Aufgabe der Geschäftstätigkeit von Banken in einer Branche; • Bei Streitfällen (Erbe, Scheidung, etc.) dienen Branchenkennzahlen, welche das Potenzial einer Branche darstellen, als Vergleichswerte für Gutachter und Richter und damit als wichtige Entscheidungsgrundlage für eine sachgerechte Urteilsfindung.

Nettowertschöpfung als Maßstab für Unternehmensvergleiche Während der Agrarbericht in seiner Darstellung hauptsächlich nach verschiedenen Erzeugergruppen unterscheidet, wird in der Unternehmensanalyse für Weingüter zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen differenziert. Als Maßstab dient hierfür das Unternehmenseinkommen, auch als Wertschöpfung bezeichnet. ➤


KENNZAHLEN Neben der volkswirtschaftlichen Bedeutung als Maßzahl für den Beitrag eines Unternehmens oder einer Branche zum Volkseinkommen (Manthey 2007, S. 52) kann die Wertschöpfung auch als aussagefähiges Kriterium für Unternehmensanalysen verwendet werden. Das Unternehmenseinkommen (Wertschöpfung) sollte das operational definierte wirtschaftliche Oberziel eines Unternehmens sein. Je höher das Unternehmenseinkommen, desto wirtschaftlicher werden die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital „entlohnt“ (Kuhlmann 2003, S. 215). Die Wertschöpfung als Erfolgskennzahl gibt somit über das tatsächliche Leistungspotenzial eines Unternehmens Auskunft, die eingesetzten Produktionsfaktoren unabhängig von ihrer Eigentumsstruktur zu entlohnen. Zu den so genannten Unternehmensträgern zählen in einem weinbaulichen Unternehmen neben dem Unternehmer selbst, die Fremdarbeitskräfte, Verpächter und Fremdkapitalgeber (Abb. 2). Durch die Berücksichtigung aller Produktionsfaktoren – unabhängig von ihrer Eigentumsstruktur – kann die Wertschöpfung in Relation zu der Ertragsrebfläche und/oder den Arbeitskräften als Maßstab für den Vergleich unterschiedlichster weinbaulicher Unternehmen herangezogen werden. Somit ist es möglich, die heterogenen Weinbauunternehmen hinsichtlich ihrer Betriebsgröße, der Eigentumsverhältnisse bezüglich der Weinbergsfläche, der Vermarktungsstrukturen usw. zu vergleichen. Werden bei der Berechnung der Wertschöpfung noch zusätzlich Betriebssteuern, Abgaben etc. berücksichtigt, entsteht die Kennzahl Nettowertschöpfung (Abb. 2), welche im Projekt „Unternehmensanalyse von Weingütern“ in Bezug zur Arbeitskraft als Kennzahl und neben der Betriebsgröße sowie der allgemeinen wirtschaftlichen Situation der Weingüter als Maßstab für die Auswahl der Vergleichsgruppen verwendet wird.

Abb. 2: Nettowertschöpfung pro Arbeitskraft als Maßstab für Unternehmensvergleiche (WJ 2006/07) Quelle: geänderte Darstellung nach Kuhlmann, 2003, S. 215

Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistung der einzelnen Anbaugebiete werden die Betriebe in „Gute Betriebe“ und „Mittelwert-Betriebe“ unterschieden: • „Gute Betriebe“ sind die 50 % der teilnehmenden Weingüter aus dem jeweiligen Anbaugebiet, welche die höchste Nettowertschöpfung erzielen; • „Mittelwert-Betriebe“ stellen die Durchschnittswerte der teilnehmenden Weingüter des jeweiligen Anbaugebietes dar.

Dabei wird zwischen folgenden Vergleichsgruppen unterschieden:

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt „Unternehmensanalyse von Weingütern“ und ausführliches Kennzahlenmaterial sind unter http://www.weinoekonomie-geisenheim.de/zahlen.htm zu finden.

• „Spitzenbetriebe“ sind die 25 % der teilnehmenden Weingüter aus Deutschland, welche die höchste Nettowertschöpfung erzielen; • „Problembetriebe“ sind diejenigen 25 % der Weinbaubetriebe aus Deutschland, welche die geringste Nettowertschöpfung erzielen.

Campus Geisenheim GmbH Von-Lade-Str. 1, 65366 Geisenheim Tel +49 6722 502 743, Fax +49 6722 502 740 http://www.campus-geisenheim-gmbh.de ■

Quellen: BMELV: Ertragslage Garten- und Weinbau, Ergänzter Auszug aus dem Agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung, Hrsg.: BMELV, 2002 bis 2008. Kuhlmann F (2003): Betriebslehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft, 2. Aufl., Frankfurt am Main.

Manthey R P (2007): Betriebswirtschaftliche Begriffe für die landwirtschaftliche Buchführung und Beratung. HLBS Verlag (Schriftenreihe des Hauptverbandes der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen e.V.), Heft 14, 8. Auflage.und Sachverständigen e.V.), Heft 14, 8. Auflage.

Feb.‘10 WEINbau – 19


RÜCKBLICK

100 Jahre - eine lange Zeit ? Weinbau im Jahr 1910 Teil 6 Nachdem uns dankenswerterweise weitere Ausgaben der „Allgemeinen Weinzeitung“ zur Verfügung gestellt wurden, wollen wir unsere Reise in die Vergangenheit fortsetzen. Schließlich gab es auch im Weinjahr 1910 allerlei Interessantes, Erstaunliches oder gar Abenteuerliches zu berichten. Beginnen wir gleich mit einer Notiz der Rubrik „Aus dem Gerichtsaale“:

Ein umstrittenes Thema: „Französischer“ und „amerikanischer“ Champagner

hier hielt sich offensichtlich ein gewisser Josef Obermeyer, seines Zeichens Weinhändler, für einfallsreich. Genützt hat ihm dies freilich nichts: er wurde gemeinsam mit seinem Schwiegersohn wegen Etikettenmissbrauch verurteilt. Die beiden sollen Weine, die sie in allen Weingegenden erstanden haben, unter allen möglichen Namen verkauft haben. Weine aus ein und demselben Fass wurden unter immerhin 20 - 27 Etiketten in den verschiedensten Preislagen weiterverkauft!

„In Amerika besteht eine scharfe Fehde zwischen den dortigen Vertretern der französischen Champagner-Exportfirmen und den heimischen Champagner-Erzeugern hinsichtlich der Berechtigung der letzteren, die von ihnen erzeugten Produkte „Champagner“, wenn auch mit dem Beisatze „amerikanischer“, zu belegen. So mussten sich die französischen Firmen gegen die Behauptung wehren, dass den französischen Champagnern Fruchtsirup beigegeben und weiters der Champagnerdistrikt nicht genug Schaumwein produzieren würde, um den Bedarf zu decken.

Im „Briefkasten“ wurde unter anderem zu nachstehenden Problemen folgendermaßen Stellung genommen: Trüber Schilcherwein: „Da dem Schilcherwein Zuckerwasser zugesetzt wurde, so ist er nach dem Weingesetze als Halbwein zu bezeichnen. Ein solcher Wein darf aber in keinem Fall in Verkehr gebracht werden, sondern höchstens als Haustrunk, wie es ja hier der Fall ist, für den eigenen Bedarf verwendet werden.“

Auch dem essigstichigen Rotwein widmete man sich: „Ein schwach essigstichiger Rotwein kann eventuell noch konsumfähig gemacht werden, wenn man ihn pasteurisiert und mit einem gesunden Wein in entsprechendem Maße verschneidet. Ist der Wein aber bereits stark stichig, so ist er nur mehr zu Essigbereitung geeignet...“

Schweinemist als Wundermittel:

20 – WEINbau Feb.‘10

So hätte nach Meinung der Franzosen kein amerikanisches Produkt nach den gesetzlichen Bestimmungen das Recht, sich „Champagner“ zu nennen.

Die Conclusio der amerikanischen Schaumweinerzeuger wiederum: „das von den Importeuren angeführte Gesetz enthält keine Bestimmungen dagegen, weil das amerikanische Produkt, welches nach dem gleichen Verfahren wie der französische Schaumwein hergestellt wird, berechtigt ist, sich Champagner zu nennen. Die Bezeichnung amerikanischer Champagner ist nicht zur Täuschung, sondern zur Kennzeichnung der Art der Herstellung bestimmt.“ Weiters wären „die besten Typen des amerikanischen Champagners in Reinheit und Blume durchaus gleich dem französischen Produkte“. „Auch hinsichtlich Champagner lässt sich das ausländische durch das einheimische Produkt ersetzen, welches gleich gut ist und nur halb so viel kostet.“


RÜCKBLICK Aus den „Berichten über den Stand der Weingärten, die Ernteaussichten, bzw. die Lese, den Weinhandel“ von Jänner und Februar 1910:

Ein „Schaumweinapparat“ anno 1910:

Langenlois:

„In unserem Markte haben in letzterer Zeit zwei große Protestversammlungen gegen die neue Weinsteuer sattgefunden. Es ist nur erfreulich, dass sich der Weinhauerstand rührt;.... Alle Redner wiesen darauf hin, dass es eine scharfe Gegenbewegung hervorrufen müsse, wenn in der Zeit der Reblausverheerungen, der Überproduktion in Ungarn und der traurigen Lage des Weinhauerstandes infolge der letzten Missernte eine neue Besteuerung des Weines versucht wird. Der Konsum wird abnehmen und die Steuer, die man dem Konsumen abknöpfen will, wird schließlich doch auf die Produzenten zurückfallen. Die Weinhändler werden sich wegen des Preisdruckes beim Weinhauer entschädigen...“.

Gobelsburg: „Der Weinhauer hat wenig Ursache, dem Jahre 1909 Tränen nachzuweinen. Dieses Jahr hat dem niederösterreichischen Weinbau großen Schaden zugefügt, weil nach dem guten Weinjahre 1908 wenig und geringer Wein wuchs, der trotz des Zuckerns, das manche Weinhauer angewendet haben, dem Gaumen nicht schmecken will. Infolgedessen werden uns viele niederösterreichische Wirte, namentlich auch die Wiener Wirte, untreu und kaufen den größten Teil des Bedarfes an Jungweinen in Ungarn...“. Groß Harras: „Die Not mit den alten Kulturen, die von der Reblaus schon arg dezimiert worden sind, zwingt den Weinhauer, sich mit Neuanlagen zu beschäftigen. Im Vorjahre wurden bei uns gegen 160.000 Veredelungen hergestellt. Die Weinlese fiel recht mittel aus, obwohl wir im Vergleich zu anderen Gemeinden noch zufrieden sein müssen, da wir vom Hagel verschont geblieben sind...“.

Quelle: Allgemeine Weinzeitung, Jahrgang 1910, Hugo H. Hitschmanns Journalverlag, Ausgaben 1, 2, 3 und 4 von Jänner 1910 und Ausgaben 6 und 8 von Februar 1910.

Der reinste Weg zu großem Wein. Die erste tropffreie Filterschicht.

BECOPAD

Standard

Jetzt auch als Tiefenfiltermodul erhältlich www.becopad.com

Feb.‘10 WEINbau – 21


MESSE

Kompaktes Informationsangebot zur ProWein 2010 Veranstaltungsprogramm setzt neue Rekordmarke mit über 200 Seminaren, Tastings und Vorträgen Hochinformativ, vielseitig und top-aktuell – das sind die Attribute, mit denen das Veranstaltungsprogramm der Prowein 2010 aufwartet. Zahlreiche Seminare, moderierte Verkostungen und Vorträge begleiten die Leitmesse der internationalen Wein- und Spirituosenbranche in diesem Jahr vom 21. bis 23. März. Insgesamt werden über 200 Veranstaltungen angeboten – so viel wie noch nie zuvor in der ProWein-Geschichte. Bekannte Sommeliers, internationale Fachjournalisten sowie führende Branchenexperten bilden den Referentenkreis und geben ihr Wissen an die Fachbesucher weiter. Die einzelnen Veranstaltungen sind einfach zu erreichen, da sie mitten im Messegeschehen, direkt an den Ständen der Aussteller stattfinden.

AWC vienna 2010 — the real challenge! Der größte offiziell anerkannte Weinwettbewerb der Welt Anmeldung der Weinproben: 12. April bis 8. Mai 2010 Globale Werbemöglichkeit durch EU - Anerkennung Werben Sie weltweit mit Medaillen, Flaschenaufklebern und Logo der awc vienna 2010.

Attraktive Preisgelder Als einzige Weinbewertung vergibt die awc vienna 2010 namhafte Preisgelder im Gesamtwert von 8.000 Euro.

9000 Weine aus über 30 Ländern 9000 Weine von allen fünf Kontinenten bieten einen echten Vergleich.

Über 200 Mal Informationen pur Das Veranstaltungsprogramm der ProWein ist so vielseitig wie die Messe selber. So bieten zahlreiche Aussteller geführte Verkostungen von Weinen aus allen relevanten Anbauregionen dieser Welt an, unter anderem auch aus Israel, Tschechien, Moldawien und Slowenien. Themen wie Terroir, Klima und innovative Konzepte stehen bei den Seminaren der fünf Überseenationen Argentinien, Kalifornien, Chile, Neuseeland und Südafrika im Fokus, die sich unter dem Titel „Down to Earth“ erstmals gemeinsam zur ProWein 2010 präsentieren. Viermal täglich treten hochkarätige Referenten an und greifen aktuelle Themen aus der neuen Welt auf.

Moderate Einreichgebühren

Das Deutsche Weininstitut (DWI) plant in diesem Jahr eine offene Verkostung zum Thema „Spitzenweine der Generation Riesling“ an seinem Stand. Wer sich für Bioweine interessiert, findet zum Beispiel bei ECOVIN, der DLG TestService oder dem Club europäischer Biowinzer jede Menge interessante Angebote. Erstmals gibt es in diesem Themenumfeld von Fair Wein zudem einen Vortrag zu neuen Marketingkonzepten im Bereich Fair Trade.

Whitebook Wine 2010/2011

Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) lädt in Halle 4 zu seinem traditionellen „WeinWortWechsel“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Wein- und Sommeliersschule sowie der SommelierUnion Deutschland ein. Hier werden unter dem Motto „Beste Weine aus besten Lagen“ verschiedene Anbaugebiete mit ihren Spitzenwinzern vorgestellt. Der Meininger Verlag widmet sich am ProWein-Montag dem Thema „Weinmarketing in umkämpften Märkten: Kommunikation für Wein zwischen Verfassung und Notwendigkeit“. Das vollständige Veranstaltungsprogramm der Aussteller zur ProWein 2010 gibt es online in einer Datenbank unter www.prowein.de

22 – WEINbau Feb.‘10

Im internationalen Vergleich äußerst preisgünstige Einreichgebühr von 50,- Euro (+MwSt.) pro Weinprobe und zusätzlich der awc-Bonus: Für je 6 eingereichte Weinproben sind weitere 3 Weinproben kostenfrei!

Absolute Blindverkostung Die anonyme, unbeeinflussbare Blindverkostung in Einzelkosterkabinen durch eine internationale Fachjury bietet jedem Wein die gleichen Chancen.

Kostenfreie Veröffentlichung aller Weine ab „Silbermedaille“ auf über 750 Seiten im umfangreichsten deutschsprachigen Weinbuch. Das Whitebook Wine bietet mehr als 5000 Weinbewertungen von über 1400 Produzenten aus der ganzen Welt.

Galanacht des Weines 2010 im Wiener Rathaus Die Verleihung der Trophies und die Präsentation der 100 besten Weingüter der awc vienna 2010 im unvergleichlichen imperialen Rahmen des Wiener Rathauses vor mehr als 3000 geladenen Fachgästen. Das Wiener Rathaus avanciert an diesem Tag zum Mittelpunkt der Weinwelt. Mit der Einreichung von mindestens 6 Weinen nimmt Ihr Weingut auch an der Sterne-Weingutbewertung der awc vienna 2010 teil (lt. Einreichbedingungen). Anmeldeunterlagen und Formulare finden Sie ab April auf: www.awcvienna.at Anmeldeformular vollständig ausgefüllt per Fax oder online an: Tel.: +43 / 1 / 88 90 692, Fax: +43 / 1 / 88 60 181 e-mail: office@awc-vienna.at


MOTOR

ÖAMTC-Crashtest: Neue Geländewagen mit verbesserter Fußgängersicherheit BMW X1 präsentiert sich als Musterschüler, Audi Q5 schneidet schlechter ab als großer Bruder Audi Q7

F

ußgänger und Radfahrer haben keine Knautschzone. Wenn sie in einen Unfall verwickelt sind, tragen sie oft schwere, in manchen Fällen tödliche Verletzungen davon. Im Jahr 2009 waren in Österreich 630 Verkehrstote zu beklagen, 103 davon waren Fußgänger, 39 Radfahrer (Quelle: BMI). Häufig bei verunfallten Fußgängern sind Bein- und Kopfverletzungen, wobei die Verletzungschwere bei Kopfverletzungen am höchsten ist. In diesem Zusammenhang wird öfters auch die Fußgängersicherheit von Autos in Frage gestellt. „Besonders kritisiert werden Fahrzeuge mit aggressiven Fahrzeugfronten, beispielsweise Geländewagen“, sagt ÖAMTCCheftechniker Max Lang. Nun ist der Hype um diese großen Fahrzeuge im Zuge von CO2-Diskussion und Spritpreis zwar abgeflaut. Kompakte SUV-Modelle werden aber von fast allen Autoherstellern angeboten, sie sind kleiner, sparsamer und teils sogar nur mit 2-Rad-Antrieb ausgestattet.

Verbraucherschutzprogramm. Er schneidet sogar besser ab als die meisten Mittel- oder Kompaktklasse-Pkw. Die konstruktiven Maßnahmen zur Verbesserung der Fußgängerfreundlichkeit sind oft sogar optisch oder haptisch zu erkennen: Die vorderste Kante ist aus Kunststoff, die Motorhaube gibt bei Druck nach, die Autofront ist zur Dämpfung Kunststoff geschäumt etc. „Da zeigt sich, wie viel Verbesserungspotenzial in einem Auto stecken kann. Das sollte auch für andere Fabrikate ein Ansporn sein“, sagt der ÖAMTC-Experte. Der BMW X3, getestet 2008, hingegen hat mit 5 Punkten bei seinem Test ein eher schwaches Ergebnis eingefahren.

Der ÖAMTC hat nun getestet, was diese neue Generation SUVGeneration in Sachen Fußgängerschutz im Vergleich zu den „Dinosauriern“ der alten Generation zu bieten hat. Zum Test traten an: BMW X1, Mercedes GLK, VW Tiguan, KIA New Sorento und Audi Q5. Fazit: “Es hat sich einiges zum Positiven bewegt”, sagt der ÖAMTC-Experte vorweg. “Bis auf Audi haben alle Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht.” Besonders positiv fällt die Entwicklung bei BMW auf. “Die Bayern zeigen Verantwortung und haben sehr viel in die passive Fußgängersicherheit investiert”, sagt Lang. Nur der Audi Q5 schneidet dabei im Test schlechter ab als sein großer Bruder Q7 beim Test im Jahr 2006.

• Der sehr beliebte VW Tiguan erreicht in der Fußgängerschutz-Prüfung 17 Punkte, während der Touareg im Testverfahren 2004 nur 7 Punkte erringen konnte.

Am deutlichsten wird die positive Entwicklung bei der passiven Fußgängersicherheit, wenn man den schlechtesten bisher getesteten Geländegängigen mit dem aktuell besten SUV vergleicht. Jeep Grand Cherokee und Hyundai Santa Fe erreichten beim Test im Jahr 2005 bzw. 2006 keinen einzigen Punkt. Der BMW X1 erreichte im aktuellen Test 23 von 36 möglichen Punkten und wird somit mit “gut” beurteilt. “Vergleiche wie dieser sind bei der Fußgängersicherheit deshalb möglich, weil bei den Euro NCAP-Crashtests seit Jahren nach den gleichen Kriterien beurteilt wird”, erklärt der ÖAMTC-Techniker. Für den Fußgängerschutz-Test werden Dummykomponenten (Unterschenkel, Oberschenkel, Köpfe) an die jeweiligen Fahrzeugbereiche (Stoßstange, Motorhaubenkante, Motorhaube) mit jeweils 40 km/h geschossen, die aufgezeichneten Belastungswerte werden ausgewertet. Damit wird sichtbar, wie sich Scheibenrahmen, A-Säule, Stoßstange und die Gestaltung der Haubenkante eines Wagens bei einem Unfall auf die Fußgängersicherheit auswirken bzw. welche Verletzungsmuster sie erzeugen.

Die Ergebnisse im Detail – Vergleich neu gegen alt • Im neuen ÖAMTC-Crashtest hat der BMW X1 (Baujahr 2009) mit 23 Punkten bei der Fußgängersicherheit am meisten überzeugt. Damit besteht der BMW X1 nicht nur die neuen Forderungen im

• Auch Mercedes hat von der M-Klasse (2008, nur 6 Punkte) einen großen Schritt nach vorne zum GLK (2009, 16 Punkte) gemacht. „Der GLK wirkt zwar kantiger und aggressiver als die M-Klasse, aber seine Strukturen sind nachgiebiger“, erklärt der ÖAMTC-Techniker.

• Auch der neue KIA Sorento bringt mit 16 Punkten ein ordentliches Ergebnis. Der alte Sorento brachte es 2003 auf nur 3 Punkte. Der aktuelle Sorento hat keinen schweren Leiterrahmen-Aufbau mehr, sondern eine Pkw-typische, selbsttragende Karosserie. • Der Audi Q5 (12 Punkte) liefert im Vergleich zum größeren Q7 (2006, 15 Punkte) als einziger der aktuell getesteten SUV kein überzeugendes Ergebnis. „Das ist umso erstaunlicher, als der neue Q5 unter 2,5 Tonnen wiegt und somit die gesetzlichen Anforderungen des Fußgängerschutzes erfüllen muss“, merkt der ÖAMTC-Techniker an.

Investition in den Fußgängerschutz ist auch weiterhin wichtig Um Beine und Kopf der Radfahrer und Fußgänger im Unfallgeschehen bestmöglich zu schützen, liegt das Hauptaugenmerk des passiven Schutzes auf diesen beiden Körperregionen. „Dazu fanden auch die deutlichsten Verbesserungen statt“, sagt der ÖAMTCCheftechniker. Wichtige konstruktive Maßnahmen sind beispielsweise: energieabsorbierende Materialien unter den Stoßfängern, energieabsorbierende Motorhauben, ausreichend Platz unter der Motorhaube, dass diese nachgeben kann, Abstützfunktionen für die Beine des Fußgängers etc. Die beim aktuellen Test geprüften Modelle haben diese Anforderungen schon zu großen Teilen berücksichtigt. Aber: „Auch ältere Modelle, die weiterhin produziert werden, müssen in diese Richtung nachgearbeitet werden“, fordert der ÖAMTC-Experte abschließend. Nähere Informationen zu diesem Crashtest sowie zu allen anderen ÖAMTC-Tests findet man online unter www.oeamtc.at/tests .

Feb.‘10 WEINbau – 23


AUSLAND

Koshu Wein in London Unser Auslandskorrespondent Jochen Erler berichtet über die erste Verkostung von Koshu Weinen, die je für Presse und Handel von den Japanern im Ausland organisiert wurde. Initiator der Verkostung von 30 Weinen der Koshu Rebe war „Koshu of Japan“, eine neu gegründete Vereinigung von fünfzehn Winzern der Präfektur Yamanashi, dem wichtigsten Anbaugebiet der Koshu Rebe. Hier werden 95% des japanischen Koshu Weins hergestellt, etwa 1,5 Millionen Flaschen im Jahr.

D

ie Mitglieder von „Koshu of Japan“ haben einen Anteil von 45% an diesem Gesamtvolumen. Sie sind großteils Kleinwinzer mit Weingärten von 1 bis 2 ha, doch auch die Großfirma Suntory ist Mitglied. Die neue Vereinigung strebt nicht nur eine gemeinsame Vermarktung ihrer Weine an, sondern auch eine Gewährleistung der Qualität ihrer Weine. Die Japaner exportieren ihren Koshu Wein nur in sehr kleinen Mengen in asiatische Nachbarländer, in die USA sowie nach Russland, Frankreich und England. Kunden sind japanische Restaurants, wo allerdings Sake Wein und Sake Schnaps weit populärer sind als der außerhalb Japans kaum bekannte Koshu Wein. Der Export nach Frankreich und England wird inoffiziell gehandhabt, da die Prozedur der Registrierung der Koshu Rebe bei OIV noch nicht abgeschlossen ist. Die Koshu Rebe, die zur vitis vinifera Familie gehört wie alle zur Weinbereitung geeigneten feinen Reben, kam über die „silk road“ von Kleinasien nach China, und von dort mit dem Buddhismus nach Japan. Sie wurde ursprünglich nur als Tafeltraube angebaut, und erst seit etwa 150 Jahren auch für das Keltern. Über Jahrhunderte hat sich die Rebe an das regenreiche und feuchte Klima Japans angepasst, und ist besonders gegenüber Mehltau resistent. Sie überlebte die Phylloxera Epidemie, die 1900 Japan erreichte. Da diese Rebe nur in Japan eine tausendjährige Tradition des Anbaus aufweist, betrachten die Japaner sie als eine autochthone Rebsorte ihres Inselreiches. Die bis vor etwa zehn Jahren produzierten Koshu Weine waren wenig attraktiv: Sie hatten mangels Extrakt und Säure weder Körper noch Länge, waren flach und hatten einen bitteren Nachgeschmack. Als nach dem Ende des 2. Weltkriegs preiswertere und zumeist auch bessere ausländische Weine auf den japanischen Markt kamen, ging der Konsum von Koshu Wein rapide zurück, und dementsprechend auch seine Produktion, die heute nur noch die Hälfte der früheren Menge beträgt.

24 – WEINbau Feb.‘10

Auf der Verkostung des Koshu Weines

Die Trauben des Koshu Rebstocks


EDITORIAL

Inserat Erbsloeh 100x280

Training des Koshu Rebstocks für Tafeltrauben

Qualität der Koshu Weine grundlegend verbessert. Zum einen dank einer neuen Klonenselektion. Denn die früheren Bemühungen der japanischen Weinbauern hatten sich auf das Entwickeln von großen Tafeltrauben konzentriert. Zum anderen wurden neue Trainingsmethoden eingeführt. Um frei hängende Trauben zu erhalten, findet das Training der Rebstöcke für Tafeltrauben baumartig im Pergola Stil statt. Dank moderner Trainingsmethoden werden statt der 50 kg Trauben pro Rebstock, wie auch heute noch bei den Tafeltrauben, jetzt nur 3 bis 5 kg pro Rebstock fürs Keltern geerntet. Die Koshu Traube ist leicht rötlich gefärbt, ähnlich der Traube vom Gewürztraminer. Als Wein erinnert der Koshu an den Chenin Blanc, mit dem er Aromen von Zitrone, weißem Pfirsich und Pampelmuse, und seine dezente Säure gemeinsam hat. Die meisten Koshu Weine werden „sur lie“ ausgebaut, was problemlos mit dem Erntegut dieser weitgehend gegenüber Krankheit resistenten Rebe durchgeführt werden kann, und was dem von Natur aus sehr leichtem Wein einigen Körper verleiht.

Empfehlung: Weine der gehobenen Klasse, Exportpreis ca. 15,- €: Shirayuri Winery: L’Orient barrel fermented Koshu 2008 (www.wine.or.jp/shirayuri); Suntory, Tomi no oka Winery: bottle fermented Koshu 2008 (www.suntory.co.jp/wine/tominooka). Wein in der unteren Preisklasse, Exportpreis ca. 6,- €: Marquis Winery: Koshu sur lie 2009 (www.marukiwine.co.jp) Jochen Erler ■

Feb.‘10 WEINbau – 25


BRANCHEN NEWS Franz Schneider ist der erste Dipl. Ing. für „Qualitätsweinbau und Marketing“ Österreichs Wien/Halbturn - Bereits Mitte Juli 2009 hat Franz Schneider die letzte Prüfung seines individuellen Masterstudiums „Qualitätsweinbau und Marketing“ abgelegt. Am 5. November 2009 überreichte ihm Vizerektor Dr. Lothar Matzenauer sein Diplom mit Auszeichnung bei der feierlichen Sponsion im Festsaal der Universität für Bodenkultur in Wien. Im Jahr 2004 war Franz Schneider der erste Absolvent des Bakkalaureatstudiums „Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft“.

Vizerektor Dr. Lothar Matzenauer und Dipl. Ing. Franz Schneider; © Franz Schneider

Das individuelle Masterstudium „Qualitätsweinbau und Marketing“ baut auf den Grundlagen des Önologiebakkalaureats auf und vermittelt tief gehendes und praxisrelevantes Wissen in den zwei Ausbildungsschwerpunkten Weinbau und Marketing. Kernkompetenzen im Bereich Qualitätsweinbau sind die Qualitätsoptimierung bei der Rebenkultivierung, der Traubenproduktion und der ökologisch nachhaltigen Bearbeitung des Weingartens mit spezieller Beachtung des Wasserhaushalts und des Pflanzenschutzes. Im Bereich Marketing liegt der Fokus auf den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Präsentation und internationales Marketing, um der immer stärker werdenden Konkurrenz bei der Weinvermarktung entgegenzutreten. Franz Schneider absolvierte im Zuge seines Diplomstudiums ein sechsmonatiges Praktikum in Südafrika bei Klein Constantia Estate / Kapstadt, wo er Aufgaben im Keller und Marketing übernommen hat. Seine Diplomarbeit mit dem Titel „Selbstbild- und Fremdbildanalyse der burgenländischen Weinprämierung anhand qualitativer Experteninterviews“ lieferte der burgenländischen Landwirtschaftskammer wertvolle Hinweise zur Adaptierung ihrer PR-Strategie. „Ich führe natürlich den Betrieb meiner Eltern in Halbturn weiter und sammle auch praktische Erfahrung im Weinverkauf bei Wein&Co. Aber auch die Idee eines Doktoratstudiums mit Forschungstätigkeit im Bereich Weinmarketing an der BOKU ist noch nicht gänzlich vom Tisch, falls es Interesse seitens der österreichischen Weinwirtschaft und der Österreichischen Weinmarketing GmbH gibt“ sagt der frisch gebackene Dipl. Ing. Franz Schneider.

Wiener Gemischter Satz in New York City Wien ist die einzige Hauptstadt der Welt mit eigenem Weinanbau innerhalb ihrer Stadtgrenzen. In Jedlersdorf, im 21. Wiener Gemeindebezirk, hat sich unter dem Namen „J5“ eine bunte Mischung aus alteingesessenen Winzerfamilien und jungen aufstrebenden Weinbauern zusammengeschlossen. Hier ging ein spannendes und intensives Weinjahr zur Neige und die ersten Bouteillen eines kleinen aber umso feineren Jahrgangs stehen demnächst in den Regalen der gut sortieren Weinfachhändler. Rainer Christ, Peter Bernreiter, K + K Fuchs, Karl Lentner und Richard Lentner produzieren einige der besten Weine Österreichs und erwecken mittlerweile sogar in Übersee Interesse. Beim Kongress der American Sommelier Association (ASA) in New York hat Rainer Christ der amerikanischen Fachwelt erstmals den Wiener Gemischten Satz präsentiert. Für diese regionstypische Spezialität werden im Weingarten verschiedene Rebsorten ausgepflanzt und gemeinsam gekeltert. Zuvor hat der Wiener Gemischte Satz bereits die Auszeichnung „Presidio-Produkt“ erhalten – die höchste Auszeichnung, die von der italienischen Slow-Food-Bewegung für hochwertige, traditionell und nachhaltig hergestellte Lebensmittel vergeben wird. Familie Christ blickt auf eine 400 Jahre lange Tradition als Weinbauern zurück. Vater und Sohn produzieren hervorragende Weine von ausgesuchten Lagen auf dem Wiener Bisamberg und dem Nussberg. In Österreich ist das Weingut Christ auch wegen seines sozialen Engagements für Licht ins Dunkel bekannt. © J5 – Topwinzer aus Jedlersdorf

26 – WEINbau Feb.‘10


BRANCHEN NEWS Hot Wines aus der Wachau Toni Bodenstein vom Weingut Prager, F. X. Pichler und Rudi Pichler liefern des Wine Spectators „Most Exciting New and Hot Wines“ und verweisen die 2007er von Cheval Blanc und Ausone auf die hinteren Ränge. Wachau at its best. Alle vier „Hot Wines“ des Wine-Spectator-Insider kommen diesmal aus der Wachau. Sensationelle 97 Punkte für den Riesling Smaragd Achleiten 2008 vom Weingut Prager-Bodenstein, gefolgt von Riesling Smaragd Dürnsteiner Hollerin 2008 vom Weingut F. X. Pichler mit 96 Punkten und Rudi Pichlers Riesling Smaragd Achleithen 2008 ex aequo mit dem Riesling Smaragd Steinriegl 2008 erneut vom Weingut Prager-Bodenstein mit 95 Punkten. Unter den „Hot Wines“ von den Weinen aus Bordeaux also keine Spur, sie finden sich abgeschlagen mit maximal 91 Punkten unter den „Most Exciting New Wines“. Darunter Cheval Blanc 2007 und Ausone 2007, sie kann man in den USA um stolze 580 und sagenhafte 865 Dollar erwerben. Ihren Preis wert sind auf jeden Fall die Wachauer, man erhält sie ab 35 bis 95 Dollar. Zwölf Rieslinge finden sich in dieser Kategorie der Most Exciting New Wines.

Die Idee hinter Vinova‚ ist ebenso einfach wie genial: In einem innovativen, einzigartigen Produktionsverfahren wurden die Vorteile des Extrusions- mit jenen des Spritzgussver-fahrens auf intelligente Weise vereint.

Vinova® - das erfolgreiche Ergebnis lebensmittelecht • keine Ausläufer • kein Korkgeschmack • geschlossene und abgerundete Enden beschränken die mögliche Wechselwirkung zwischen Korken und Wein auf ein absolutes Minimum • abgerundete Spiegelkanten erleichtern die Verarbeitung in der Korkmaschine und garantieren eine problemlose Abfüllung • konstante Abmessungen und einheitliche Form • homogene Zellstruktur und gleichbleibende Produkteigenschaften • optimale Abdichtung und bessere Elastizität • äußerst geringe Sauerstoffdurchlässigkeit • Herstellung erfolgt ohne den Zusatz von Weichmachern Toni Bodenstein vom Weingut Prager-Bodenstein; © Weingut Prager-Bodenstein/Monika Löff

Herausgeber Marvin E. Shanken und sein „Most Experienced Team of Wine Journalists in the World“ setzen im online publizierten „Insider“ vom 13. Jänner 2010 bei ihren aufregendsten Entdeckungen also ganz auf die Rieslinge aus Österreichs bedeutendstem Weinbaugebiet, dem Weltkulturerbe Wachau. Dass insbesonders die extrem steile Riede Achleithen zu den besten Rieslinglagen der Welt zählt, ist mit der zweimaligen „Hot-WinePrämierung“ erneut bewiesen. Was zeichnet aber nun Toni Bodensteins sensationellen 97-PunkteRiesling Smaragd Achleiten 2008 aus? Er zeigt sich laut Wine Spectator „Herrlich cremig und komplex, mit kraftvollen Aromen nach weißen Früchten und kräutrigen Noten, gestützt von einer präzisen Säure. Anregende Fruchtaromen nach Marille, Apfel und Pfirsich am Gaumen. Im Abgang lang anhaltende Vanille- und Weiße-Schokoladen-Töne. Jetzt trinkreif bis 2020.“ Köstliche Aussichten auf lange Zeit. Einlagern empfiehlt sich. Noch erhältlich in allen namhaften Vinotheken und im gutsortierten Fachhandel.

Vinova® Korken werden in diversen renommierten Labors weltweit laufenden Test unterzogen und den Marktbedürnissen entsprechen weiter entwickelt. Testberichte u.a. der Forschungsanstalt Geisenheim, Excell Frankreich, Provisor Australien und Pira Großbritannien finden Sie auf www.vinova.be.

Fü rweiteIn rforatimn eo ste en hw ir h eI sen grh ern n zur Verfügung:

Wiener Neustädterstraße 7 2542 Kottingbrunn Tel.: 02252/790 299, 0664/3007304 Fax.: 02252/790 299-77 peter.mayer@votis.at

Tomankova 2 84105 Bratislava Tel.: 00421-2-65312519 Fax.: 00421-2-65312519 mitis@chello.sk Feb.‘10 WEINbau – 27


PROMOTION

Der isotherme Innenausbau löst alte Bau-Probleme! Ob im Wohnbereich, Bad, Vorratsraum, Keller oder Kühlraum: Jetzt geht es um den „Klimawandel“!

Ü

berall dort, wo warme Luft sich abkühlen kann, also wo „warm und kalt zusammenkommt“ wie der Volksmund sagt, entsteht Tauwasser. Wer im Sommer Keller oder Kühlraum belüftet kennt das: alles wird feucht und „schwitzt“ durch Kondensation. Im Winter kommt es zu unterkühlten Wänden im Pressahus oder es tropf gar von der Decke – das kann passieren wenn eine dampfdichte innere Wärmedämmung fehlt.

Erdberührte Wände, Decke und Boden in unbeheizten Räumen (wie zum Beispiel im Keller oder Presshaus) haben 11 Grad. Das ist die Erd- und Grundwassertemperatur. Diese 11 Grad sind niedriger als die Taupunkt-Temperatur der Sommer- oder Frühlingsluft und meist auch niedriger als die übliche Wohnraumluft in Küche, Dusche und Bad. An Bauflächen wurden Kondenswasser-Mengen von bis zu 0,5 Liter/ m² täglich gemessen! Im Vergleich dazu: die kalte Flasche am Tisch schwitzt: an der wasserabweisenden Oberfläche ist das Wasser sofort zu sehen, aber im saugfähig-durchlässigen, porösen Baustoff ist das ein großes Problem: Mischmauerwerk kann bis zu 400 Liter Wasser pro m³ aufnehmen, ohne dass es die Bewohner merken. Viel später gibt es die Bauschäden: Putz, Mörtel, Anstrich und Fliesen leiden; Schimmel, Mief und Rost entstehen. Auch Feuchtflecken sind erst später zu sehen. Um 1 Liter Wasser zu verdunsten, also aufzutrocknen, wird eine trockene Wärmeenergie von 0,6 kWh = 540 kcal benötigt = Verdunstungskälte. Das ist ein Naturgesetz! Es ist das die 6-fache Wärmemenge, die benötigt wird, um 1 Liter Wasser von 10 auf 100 Grad zu erhitzen! Diese Wärme ist nur bei frontaler Sonnenbestrahlung an der Gebäude-Südseite natürlich zu erwarten; Im Keller und an Nordseiten außen gedämmter Gebäude gibt’s das nicht - die bleiben also feucht. Wer ist bei den aktuellen Energiekosten schon bereit so viel zu heizen? Um 15 Liter Wasser wegzutrocknen wird 1 Liter Öl= 10 kWh benötigt. Die Energiebilanz erklärt, warum Feuchtflecken in KellerInnenräumen so hartnäckig sind: Oben findet Verdunstung (Energieverbrauch) statt, mit Ausscheidung der Mauersalze, gleichzeitig aber kommt es unten zur Kondensation (Energiegewinn). Sind die Mörtel-Kapillare vollgefüllt, kann auch Erdfeuchte mittransportiert werden. Manchmal kann neuer Putzmörtel, der viel Wasser mitbringt, gar nicht mehr voll austrocknen und das „Feuchtespiel“ beginnt. In unbeheizten Räumen mit geringer Luftbewegung zwischen oben und unten sind hinter Möbeln, Wandverbauten, Paletten oder Kartons ungeahnte Temperatur- und Feuchte-Unterschiede messbar. Überall dort ist mit Schimmelbefall zu rechnen! Kleine, faustgroße Schimmel-Warn-Messgeräte kosten etwa 40 Euro und zeigen die Problemstellen im Raum.

Die Bilder zeigen Raumauskleidungen, isotherm, dampfdicht gedämmt für moderne Weinbetriebe.

20 – WEINbau Feb.‘10


PROMOTION Wie das vermieden werden kann: es müssen isotherme, also gleiche, Temperaturen geschaffen werden - dann gibt es keine Kondensation; nur noch am kalten Verdampfer (einer Kühl-/ Klimaanlage oder am Fensterglas, hier verursacht Schwitzwasser keinen Schaden). Sind Decke, Wand und Boden dampfdicht, dann genügt ein kleines Kühlgerät das kurzzeitig läuft und zu hohe Wasch-Feuchtigkeit abkondensiert. Die Erdbodenfeuchte beeinflusst nicht mehr die Raumluft, die Bau-Substanz bleibt stabil und an die Erdfeuchte angeglichen. Kondensat-Feuchtflecken haben keine Verdunstungszonen mehr, daher ist die Saugwirkung für aufsteigende Feuchte unterbunden – ähnlich wie beim abgetrennten Zugast bei der Baumveredlung. Vorsicht, wenn Lufttrockner ständig laufen, denn dann wird noch mehr Feuchte angezogen. Altschimmel hinter dem Paneel „verhungert“ auf mineralischen Baustoffen weil keine neue Kohlenstoff-Nahrung durch Luft-Staub mehr zugeführt wird. Schimmel kann aber auch vor der Auskleidung mit einem Löschkalk-Anstrich abgetötet und passiviert werden. Schimmelpilze in feuchten Materialien wie Papier, Karton, Dispersion oder Holz sind ein Problem! Das ISOTHERM Paneelsystem wird in allen Farben und Dämmstärken erzeugt und entwickelt in A 3500 Krems/Donau.

Ausgezeichnet mit dem Kaplanpreis 2009! www.isotherm.at 02732/76660 isotherm@pastnerit.at Ing.Erich Pastner 3mm GLASLINER Fliesen-Platten oder Rollenware Verkauf und Beratung für Österreich.

Krones Kellerkonzept Steinecker TwinPro Die Krones AG stellt ein neues Kellerkonzept vor: Steinecker TwinPro. Basis des neuen Kellerkonzeptes TwinPro bilden Doppelsitzventile, die in Befüll- und Entleerblöcken zusammengefasst sind. Mehrere Tanks sind durch sogenannte Tankloops mit den Befüll- und Entleerblöcken verbunden. Die Anzahl der Tanks je Tankloop wird speziell auf die Kundenanforderungen angepasst. Neuartig für das Konzept TwinPro ist die Verbindung der Befüll- und Entleerblöcke über Rohrleitungsbypässe. Hierdurch lassen sich die Produktions- und Reinigungsprozesse zusätzlich optimieren. Mit der innovativen Kellerphilosophie Steinecker TwinPro aus dem Hause Krones wird in Zukunft allen Anforderungen an die Produktsicherheit, das Hygienemanagement, eine maximale Betriebswirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung entsprochen. Weitere Infos auf www.krones.com. Vorrangiges Ziel bei der Entwicklung von Steinecker TwinPro war es, mit gleichbleibend hohem Hygienestandard und hoher Produktqualität eine Reduzierung der Betriebskosten zu erreichen.

Feb.‘10 WEINbau – 21


KLEINANZEIGEN Suche: Suche günstigen gebrauchten Traktor. Angebote mit Preisvorstellung bitte per Mail an richard-honauer@gmx.at

Biete: Wirthausmöblierung für Heurigen oä. WIE NEU, ca. 20lfm Bank, 8 Tische,17 Sessel in Buche, Fotos per Mail, 0676/9737870

Ihre WEBSEITE ist veraltet? Noch keine WEBSEITE vorhanden? Wir machen Ihre Homepage wie neu! Tel.: 0676 4432 491, webdesign@invino-veritas.at Haben sie schon ihre Reben? Sichern sie sich ihren Bedarf! Info gibts bei REBSCHULE FÜRNKRANZ in Hadres. www.rebschule-fuernkranz.at Tel.: 02943 3720, jo.fuer.reben@aon.at

Hallen- und Kellerverkleidungen, Reife-, Kühl- und Lagerräume, Verkostungs- und Verkaufsgebäude! Tel.: 02842-20488 Fax DW 40, www.schandl-co.at COSTRAL Füll- u. Verschließanlage (14stelliger Füller - Naturkorker / Schraubverschließer) und AROL Kronenkorker zu verkaufen. Bei Interesse kontaktieren Sie 0664/1177117

Zweigelt Blaufränkisch aus dem Burgenland, füllfertig zu verkaufen, teilweise im Barrique ausgebaut; erstklassige Qualität! fasstopwein@gmx.at

Gebrauchte Pferdekutsche, Einspänner für Haflinger mit guten Bremsen in gutem Zustand und Geschirr Größe Haflinger, unbenutzt, alles zusammen FP € 750.-, Fotos per Mail möglich, bei Interesse 0676/7228991

Verkaufe Lindner Geotrac 73A Weinbau, 70 Bh, wie neu! 0664/2525912

Wir verkaufen! AUTOMATISCHEN KIESELGURFILTER CADALPE C25/2 Bj 1996, 13 m2 Filterfläche, mit horizontalen Filterelementen, Trockenaustragung und Refiltration Edelstahlausführung Weinkellerei AIGNER Gumpoldskirchen, Tel.: 02252 62 487

Kieselgurfilter neu (nur einmal gebraucht) Velo mit 2 m2 horizontalen Filterschichten einschließlich angebrochenem Sack Kiselgur und Aufbaumittel zu verkaufen. VB 4.500,-p.kaiser@bmst-kaiser.at od. 02672/88990

Verkaufe GAI 1510 Füll- u. Verschließanlage (8-stelliger Füller Naturkorker) BJ 1998, Bestzustand! Bei Interesse 0664/1177117 Verkaufe GAI 2512 Füll- u. Verschließanlage (12-stelliger Füller - Naturkorker - Schraubverschließer mit Ausrüstungen Stelvin 30x60 und MCA 28x16/Kronenkorker für KK Typ Mini) BJ 2002, sehr guter Zustand. Bei Interesse 0664/1177117

30 – WEINbau Feb.‘10

Neue Broschüre mit aktuellen LFI Kursangeboten im Bereich Natur und Umwelt erhältlich! Das LFI Steiermark bietet mit dem aktuellen Kursprogramm zum Thema „Natur und Umwelt“ wieder die einmalige Möglichkeit, die Vielfalt der Natur zu erleben und damit auch besser kennen und verstehen zu lernen. Nutzen Sie die Gelegenheit, unterschiedliche Lebensräume wie Wald, Wiese und Fluss auf spannende Weise zu erforschen und werden Sie mit der heimischen Flora und Fauna vertraut! Alle NaturvermittlerInnen erhalten bei unseren Kursen wertvolle Zusatzqualifikationen für Ihre tägliche Arbeit. Bestellen Sie jetzt die Broschüre beim Ländlichen Fortbildungsinstitut Steiermark, Hamerlinggasse 3, 8010 Graz, Tel. 0316/8050-1305 oder

unter zentrale@lfi-steiermark.at oder laden Sie sie unter www.lfi.at/stmk herunter.


t k a r M ei n T

r e d t s i r o

0239

Sa

n e ä s e m

t e n n r e g l o editorial f - Er

weil denen mit dem neuen Frutteto ein junger, spritziger Jahrgang gelungen ist. Schlank ausgebaut, passt er perfekt in meinen Weingarten. Perfekter Rundumblick aus der Panoramakabine macht Freude bei der Arbeit und erfüllt mich mit Stolz beim Blick auf meine Lagen.

Ein Cuvée aus dem Besten, was Technik zu bieten hat: • 60 – 100 PS • 3 oder 4 Zylinder • neue Flüstermotoren • Panoramakabine • integrierte Klimaanlage* • nur 4,37 m Wenderadius • Zapfwelle mit drei Drehzahlen* • Open Center Hydraulik mit bis zu 3 Pumpen • Regelkraftheber mit 3.100 kg Hubkraft • Eco Speed Getriebe, 40 km/h mit verminderter Motordrehzahl *) Wunschausrüstung

Jedem sein persönlicher Traktor – maßgeschneidert aus der größten Modellvielfalt Österreichs Kostenloses Infotelefon 0800 / 201 066 www.mein-traktor.at

WEINbau Austro Agrar ‘09 – 11

WEINbau 1-FEB-2010  

Ausgabe Februar-März 2010

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you