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06/2006 07/2006

Homberger wehren sich gegen Strom- und Gaspreiserhöhungen Als man Homberg-Süd begann zu planen, trafen zwei Interessen aufeinander. Der Bauträger wollte das Baugebiet möglichst dicht bis an die Naturschutzgebiete heran bebauen. Das war nur möglich, wenn die Häuser keine Abgase erzeugen. Der Stromerzeuger wollte möglichst viel Nachstrom absetzen, denn Kraftwerke lassen sich nicht einfach nachts, wenn der Strombedarf geringer ist, herunterfahren. Mit fleißiger Lobby-Arbeit machte man den potentiellen Kunden weiß, dass sie zum Heizen eine umweltfreundliche und sparsame Energie nutzen. Dabei ist gerade das Heizen mit Strom eine enorme Ressourcenverschwendung. Der Bauträger sparte viel Geld. Die Häuser brauchten keinen Schornstein, keine Verlegung von Heizungsrohren, keinen Heizkessel und keinen Keller für Heizung und Öltank, Kostenersparnisse, die erheblich beim Bau eines Hauses zu Buche schlagen. Den Bauherren leuchteten all die schönen Argumente ein. Wer wollte nicht direkt am Naturschutzgebiet wohnen mit einer angeblich umweltfreundlichen Heizung, wer wollte nicht Geld sparen beim Bau des eigenen Häuschens. Ist der Kunde erst einmal am (im) Netz, hat er keine Alternative mehr. Umsteigen auf andere Energieträger ist mit enormen Kosten (ca. 25.000 €) verbunden, ganz abgesehen davon, dass häufig der Platz für den Heizkessel fehlt. Stromversorger wissen dies ganz genau. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Versuche, aus den billigeren Nachtstromtarifen, mit denen man einst die Kunden gelockt hatte, wieder auszusteigen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Als vor einigen Jahren die Speicheröfen

wegen Asbest ausgewechselt werden mussten – auch dem ging eine fleißige Lobbyarbeit voraus, denn die Gefahr von Asbest ist schon seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts bekannt -, haben einige Hauseigentümer sich mit großem Kostenaufwand (ca. 45.000 DM) eine Gasheizung einbauen lassen, denn seit ca. 15 Jahren liegt in Homberg Gas und der Gasversorger scheute keine Kosten und Mühen, möglichst viele Haushaltungen an das Netz anzuschließen. Auch die Gaskunden werden inzwischen mit einer Preiserhöhung nach der anderen konfrontiert. Die Energiepreise steigen, weil Gas und Öl nur noch begrenzt vorhanden sind und der welt-

weite Bedarf rapide steigt. Damit müssen wir rechnen. Jedoch hat der Kunde das Recht, dass Energieversorger ihre Preiserhöhungen genau vorrechnen und belegen. Dem sind die Stadtwerke bisher nicht nachgekommen. Der lapidare Hinweis, die Energie würde eben überall teurer, reicht nicht. Zahlreiche Gaskunden haben bereits vorgemacht, wie man in einem solchen Fall vorgeht: die Preiserhöhung nicht zahlen, solange der Nachweis für deren Rechtmäßigkeit nicht vorliegt. Niemand muss Angst haben, im nächsten Winter im Kalten zu sitzen, denn eine Versorgungssperre ist in einem solchen Fall rechtswidrig. Hierzu gibt es bereits mehrere rechtskräftige Urteile.


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Naturnaher Gewässerausbau wird im Juli abgeschlossen

Viele Häuser in Homberg-Süd haben keine Alternative zum Nachstrom Trotzdem sollte man die Ursache dieser Auseinandersetzung nicht aus dem Auge verlieren: die weltweite Verknappung von Öl und Gas. Einige Orte von der Größe Hombergs haben bereits eine eigene Energieversorgung aufgebaut oder sind dabei, ihren eigenen Strom mit Sonne, Wind und Biogas selbst zu erzeugen. Allein vier Windkraftanlagen würden ausreichen, ganz Homberg mit Strom zu versorgen. Der Protest einiger Homberger gegen die beiden Windkraftanlagen oberhalb des Schwarzbachtals erscheint in diesem Zusammenhang anachronistisch. Da wird viel Geld ausgegeben für Gutachten und Gerichtskosten, anstatt sich der Problematik der zukünftigen Stromversorgung zu stellen, und die ist eben nur mit den erneuerbaren Energien möglich. Neben einem Atomkraftwerk möchte sicher niemand in Homberg wohnen, das sollten wir auch anderen nicht zumuten. Eine BürgerInitiative „Nachtstrom mit Augenmaß“ wurde von Jutta Pielsticker (Tel. 67710), Horst Herbordt (Tel. 964182) und Michael Beyer (Tel. 66865) gegründet. Ferner gibt die Orts-AG der Verbraucher, Anita Esper (Tel. 68691) zum Thema Auskunft. Ein Musterschreiben gegen die Preiserhöhung gibt es im internet unter www.gaspreisboykott-ratingen. de. Die Redaktion

Die Bauarbeiten sind erst zu zwei Drittel fertig, schon erobert sich die Natur das Terrain. Die Weiden und Eschen schlagen aus, Bachstelzen laufen zwischen den Wurzelstöcken und suchen nach Nahrung, Disteln besiedeln die Flächen rechts und links des Wasserlaufs.

Noch sieht der Wasserlauf wie eine Mondlandschaft aus, aber die erste Bewährungsprobe hat der Ausbau bereits bestanden. Das Wasser des schweren Regenfalls am Ostersonntag konnte völlig aufgenommen werden und zum großen Teil versickern. Was früher in dem viel zu engen Rohr an Wasser zum Homberger Bach schoss und dabei für Schäden sorgte, wird nun in dem verbreiterten Wasserlauf zurückgehalten, versickert und reichert das Grundwasser an. Ein bis zwei Jahre, so schätzt Wasserbauingenieur Schröder vom BRW (Bergisch-Rheinischer Wasserverbrand), braucht der Wasserlauf noch Nachpflege, d.h. behutsames Korrigieren bis Flora und Fauna sich in einem stabilen Gleichgewicht befinden.

Nah und gut

Wäre es nicht das Motto der Einkaufsgesellschaft Edeka, es könnte das Motto von Wolfgang Hornscheidt sein. Mit seinen vier Mitarbeiterinnen den Frauen van den Berg, Jodorf, Brinkmann und Kleemann versucht er unermüdlich diesem Anspruch gerecht zu werden mit dem, was Aldi nicht bietet, nämlich Freundlichkeit, persönliche Ansprache und Service. Das grenzt manchmal an Selbstausbeutung, denn den reinen monatlichen Unkosten, um überhaupt den Laden offen zu halten, kann man nicht einfach ausweichen. Seit Aldi seinen Supermarkt im Industriegebiet eröffnet hat, muss Wolfgang Hornscheidt Monat für Monat eine Umsatzeinbuße von einem Drittel hinnehmen, ohne auf irgendeine Weise diesen

Umsatz wieder ausgleichen zu können. Man kann sich leicht ausrechnen, dass dies selbst durch Verringerung der Personalkosten oder des Warenbestandes nicht auszugleichen ist. Fehlt es an Personal, leidet der Service, fehlt es am Warenbestand, fehlt es an der Vielseitigkeit des Sortiments. Seit April 1990 betreibt Wolfgang Hornscheidt sein Lebensmittelgeschaft bei uns in Homberg, hat sich eingelebt, ein Haus gekauft, ist gerne hier. Noch zehrt er von den Reserven, die er aufbauen konnte, als in Homberg-Süd der Supermarkt geschlossen war. Wie es weitergeht, sind die Reserven erst einmal aufgezehrt, das ist noch ungewiss und wird sich zeigen. HSP


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Kinderkleidung, die fehlt noch.

Astrid Clemens und Anne Schwarz sind es leid. In den Kaufhäusern keine Bedienung, quengelige Kinder, nichts passt, immer nur 08/15-Sachen. Daran wollen beide etwas ändern. Warum in die Ferne schweifen, wenn man vor Ort etwas bewegen kann. Ab Mitte

August verkaufen sie Kindermode in Homberg. Für den Anfang haben Astrid Clemens und Anne Schwarz Unterschlupf gefunden bei Herbes Moden, bis sich ein geeignetes Ladenlokal findet. Als erfahrene und in jeder Hinsicht „geprüfte“ Mütter wissen beide, welche Mode ankommt. Modisch, pfiffig, witzige Details, darauf stehen die Boys and Girls, eben Kleidung für Homberger Mega Kids – so soll der Kindermodenladen einmal heißen. Der Name ist Programm. Dass für die Mütter und Väter die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen müssen, versteht sich von selbst, schließlich öffnen sie für die Wünsche ihrer Kids das Portemonaie. HSP

9 Tage Kultursommer in Homberg. Kunst, die das Leben anders sehen lässt, den täglichen Trott aus den Angeln hebt, diese Kunst wollen die Organisatoren des diesjährigen Kultursommers unter dem Motto Leben-S-Kunst den Hombergern darbieten. Homberg rockt, (wohl)klingendes Homberg, Vier-Jahreszeiten-Kalender, Performance, Tango, Theater und, und, und …. Das vielfältige Homberger Kulturschaffen will sich den Hombergern darstellen und zum Mitma-

chen anregen, denn „jeder Mensch ist ein Künstler“(Joseph Beuys), in der Hoffnung, dass hin un wieder ein Funke überspringt und das künstlerische Schaffen in Homberg weiter und weiter wächst. Anhand des Kurzprogramms kann sich jeder schon mal auf die neun Tage einstimmen. Wer am Sonntag, den 3. September beim offenen Singen mit seinem Musikinstrument mitspielen will, melde sich bitte bei Herrn Arndt oder

��������� Herausgeber: Homberger Verein zur Förderung von Bürgerinteressen e. V. Anschrift der Redaktion: Schumannstrasse 15, 40882 Ratingen Tel.: 02102/51998 ������������������������ ������������������������������� Redaktionsteam: Helmut Frericks, Hermann Pöhling, Hannelore Sánchez Penzo, Heinz Schulze Layout: Simon Schulze Bild/Anzeigenbearbeitung: Josè Sánchez Penzo Redaktionsschluss: jeweils Monatsende Erscheinen: zweimonatlich Druck: Schöttler Druck, Ratingen Auflage: 2500 Exemplare Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos sowie für deren Richtigkeit übernimmt der Herausgeber keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Texte spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.

im Ratinger Kulturamt entweder formlos (Kulturamt Ratingen Frau Schüler Tel. 550-4104, Herr Kulage 550-4101)oder mit dem Abschnitt auf dieser Seite. HSP

Leben-S-Kunst Neun Tage Kultur in Homberg vom 1.9– 9.9 2006 Freitag, 1.9. 20 Uhr: Lott Jonn Acoustic Music live, Luthersaal Samstag, 2.9. ab 14 Uhr: Tag der Malerei, offene Ateliers Sonntag, 3.9. ab 11 Uhr offene Ateliers Ausstellung „Sommergefühle“ Atelier Weyergraf-H. Mozartstr. 15 Uhr: Homberg musiziert, offenes Singen, Dorfplatz Montag, 4.9. ab 18 Uhr: Orgelinstallation du Performance in der Christuskirche Dienstag, 5.9. 19 Uhr: Theater: „Herr der Fliegen“, Luthersaal Mittwoch, 6.9. 16 Uhr: 4-Jahreszeiten-Kalender, Calvinhaus Donnerstag, 7.9. 18 Uhr: Theater der Christian-Morgenstern-Schule, Aula in der Schule Freitag, 8.9. 20.30: Homberg rockt, Luthersaal Samstag, 9.9. 20 Uhr: kleine kunst mit Tanz, Musik, Rezitationen, Schwarzlichttheater, Luthersaal Das ausführliche Programm drucken wir in der nächsten Ausgabe ab

Kulturamt Ratingen

„Homberg singt und spielt“ Anmeldung zum Mitspielen Ich möchte gern am Sonntag, 3. September, nachmittags auf dem Homberger Marktplatz mitspielen. Mein Instrument:.................................................................... Ich kann nach Noten spielen.

Ja.....

Nein.....

Mein Name:........................................................................... Meine Telefonnummer:......................................................... Diese Anmeldung bitte abgeben bei Heinrich Arndt in Homberg, Virchowstraße 8, oder beim Kulturamt der Stadt Ratingen, Minoritenstraße 2-6 (Rathaus), zu Hd. Frau Schüler oder Herrn Kulage. Der Bürgermeister der Stadt Ratingen – Kultur- und Verkehrsamt – Minoritenstr. 2-6 Tel. 02102-550 4104 oder - 4101


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Welche Farbe steht mir?

Farben sind nichts anderes, als Lichtwellen die von den Gegenständen reflektiert werden und auf unserer Netzhaut bestimmte Zäpfchen anregen. Erst in unserem Sehzentrum wird daraus eine Farbe. Farben sind eng verknüpft mit unseren Gefühlen. Rot lässt unser Herz höher schlagen, gelbe Wände erscheinen uns sonnig und blau vermittelt eine kühle Atmosphäre. Farben haben eine tiefgreifende Wirkung auf unser Empfinden, häufig bemerken wir dies nicht einmal. Tiefes Blau der Berge versetzt uns in Ferienstimmung, das gleiche Blau in einen Innenraum wirkt kühl und abweisend, ein sonniger blauer Himmel dagegen aktiv und belebend. Jeder Mensch hat sein subjektives Farbempfinden, das sich aus der Verknüpfung der von Farben und individuellen Gefühlen ergibt. Dieses subjektive Farbempfinden tragen wir ohne es zu bemerken nach außen, in dem wir ganz bestimmte Farben bevorzugen, und zwar Farben, die mit unserem Hautunterton korrespondieren. Wenn wir unbeeinflusst sind von Modeströmungen, greifen wir immer zu diesen bevorzugten Farben, unseren Lieblingsfarben. Dieses subjektive Farbempfinden behalten wir ein Leben lang bei, selbst dann, wenn durch das Färben der Haare aus einer Dunkelhaarigen eine Blondine wird. Darum wirken z.B. künstliche Blondinen oft hart und unnatürlich. Sie greifen intuitiv zu Farben, die ihrem Hautunterton entsprechen und nicht zu den Farben, die eine echte Blondine wählen würde. Johannes Itten (1888 – 1967), Professor für Kunst und Malerei in Zürich, hat dieses Phänomen als erstes bei seinen Studenten entdeckt. Er gab ihnen bestimmte Aufgaben auf, ohne die Farben vorzugeben, und es stellte sich heraus, dass er je nach „Farbklang“ ihrer Malerei die Arbeiten seinen Studenten blind zu ordnen konnte. Jeder hatte entsprechend seines subjektiven Farbempfindens die Farben für die Aufgabe ausgewählt. Später

entwickelte sich hieraus eine Einteilung in warme und kalte Farbtypen und hieraus wiederum die Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Wintertypen. Petra Deselaers hatte während ihres Kunststudiums die Arbeiten von Johannes Itten kennen gelernt, war fasziniert von seinen Beobachtungen und ließ sich als professionelle Farb- und Typberatung ausbilden. Sie will ihren Kundinnen – Männer trauen sich zu wenig – helfen, wieder ihr eigenes subjektives Farbempfinden zu entdecken, ihren eigenen Farbtyp zu finden, der durch Mode und Medien verschüttet wurde. „Welche Farbe steht mir?“ Diese Frage soll jede Kundin lernen, selbst zu beantworten, denn nur so gewinnt sie die Sicherheit in der Wahl der Farben für ihre Kleidung. Gleiches gilt für Make-up und Haarfarbe. Ein weiteres Thema von Petra Deselaers Beratung ist die Art und Weise, sich zu kleiden. Auch hier habe Mode

und Medien eher negativen denn positiven Einfluss, erklärt sie. Nicht jeder Frau stehe ein kurzer Rock oder eine lange Hose, nicht jede Frau solle einen großen Ausschnitt tragen. Es komme auf die Persönlichkeit an, auf deren Ausstrahlung, die durch Farbe und Kleidung betont würde. Auch hier gilt, im Spiegel selbst erkennen, wie lang der Rock sein sollte, welche Hosenlänge zum Typ passt, wie hoch der Absatz sein sollte, damit man nicht immer wieder den gleichen Fehler macht, zwar viel Geld aus zugeben, aber letzten Endes sich in dem teuren Kleidungsstück nicht wohl fühlen. Partner und Freundinnen erkennen übrigens intuitiv sehr genau, wenn etwas mit einem Kleidungsstück nicht stimmt. Darum, spätestens ihr Kompliment: „Das steht Dir aber gut“, zeigt, die Wahl war richtig. HSP Wer mit Petra Deselaers Kontakt aufnehmen möchte, wähle die Telefon-Nr. 02102/528138 oder mobil 0172/2 878 878


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Das 9. Dorf- und Schützenfest Fest voller Sonne und Fröhlichkeit Der Königsschuss kam schneller als erwartet. Nach gut einer Stunde stand der neue Schützenkönig fest: Peter Mitze, an seiner Seite Karin Droste. Mit gezielten Schüssen hatten die Schützen bereits nach kurzer Zeit die Bolzen der Pfänder, Kopf, Flügel und Schwanz durchtrennt und ebenso zügig ging es weiter. Fast ein wenig zu schnell, wie einige Schützen meinten, denn eine richtige Spannung konnte sich bei der Geschwindigkeit nicht aufbauen. Aber als am Schluss Peter Mitze als König ausgerufen wurde, waren alle Mitglieder hochzufrieden. Viele Mitglieder hatten bereits in der Wette auf ihn gesetzt. Peter Mitze war ein Wunschkandidat. Schülerkönig wurde Charly Lenhardt und Jungschützenkönigin wurde Ramona Ehlert, die zwar nicht Mitglied des Schützenvereins ist, aber, wie jeder Jugendliche aus dem Dorf, eingeladen war, zum Mitschießen. Für die Schützen war es in diesem Jahr, bei dem rundherum alles stimmte, Wetter: sehr gut, gemeinsamer Spaß: sehr gut, die Fröhlichkeit der der Gäste: sehr gut. So kann es weitergehen, denn im nächsten Jahr feiert der Schützenverein Jubiläum.


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Der Pfarrer der Christuskirche Michael Füsgen

Kurz nachdem Michael Füsgen Pfarrer in Homberg wurde, hatte er folgendes Erlebnis: Eine Frau beschwerte sich, dass er mit seinem Hund über den Friedhof gegangen sei und sie nicht gegrüßt habe. Nur, Pfarrer Füsgen hat keinen Hund, sondern eine Katze, grüßt jeden ungeachtet der Konfession, und er würde auch nicht mit einem Hund über den Friedhof gehen. Die Gemeinde Homberg, das verschlafene kleine Dorf am Rande des bergischen Landes, war in der Vergangenheit für die Vorgänger von Michael Füsgen nicht ganz einfach. Die Mischung der Bevölkerung aus Spätaussiedlern, vielen Beamten und auch Freiberuflern hat seinen besonderen Reiz, ergibt aber auch ein breit gefächertes Anspruchsdenken. Als sich für Pfarrer Michael Füsgen die Möglichkeit ergab, in Homberg die vakante Pfarrerstelle zu übernehmen, war ihm klar, dass dies nur für ihn dann in Frage käme, wenn er eine breite Mehrheit durch das Presbyterium erhalten würde. In der Abstimmung erhielt er ein eindeutiges Votum, und so konnte er die Nachfolge von Susanne Storck und Stefan Vogt antreten, die zusammen eine 1 1/2 Stelle ausgefüllt hatten. Er wusste, dass der Arbeitsaufwand für ihn entsprechend groß sein würde. Mit Michael Füsgen haben nun die evangelischen Christen in Homberg einen Pfarrer, der nach Lage der Dinge auch für längere Zeit bleiben wird.

Dass Michael Füsgen für Homberg ein geeigneter Mann ist, hängt sicherlich mit seinem Werdegang zusammen. Schon in seiner Jugend musste er seinen eigenen Weg gehen. Ausschlaggebend war hierfür, dass seine Mutter, als er 16 Jahre alt war, bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Er lebte nun allein mit seinem Vater und Bruder in einem Haushalt. Während der Bruder äußerte, er könne nun nicht mehr an Gott glauben, stellte sich für den jungen Michael Füsgen die Frage, welche Hilfe ihm der Glaube in dieser Situation geben könnte. In den folgenden Jahren nahm das Leben von Michael Füsgen eine entscheidende Wende. Sein Vater und sein Bruder arbeiteten in einer Fabrik, und er besuchte das Gymnasium im nahen Büderich. Da Familienleben nach dem Tod der Mutter kaum stattfand, ergab es sich, dass er nachmittags weitgehendst die ihn interessierenden Fragen mit dem an der Schule unterrichtenden Pfarrer diskutieren konnte. Das half ihm in den nächsten vier Jahren für die Fragen des Lebens eigene Antworten zu finden. Im Abitur wählte er noch Physik und Sozial und Wirtschaftswissenschaften als Wahlfächer. In diesen Jahren entstand bei Michael Füsgen die grundsätzliche Erkenntnis, dass sich die Menschen durch Überzeugungsarbeit zu einer besseren Welt bewegen lassen. In der Bibel fand er eine Utopie vom Menschen, die sich mit unserer Realität nicht deckte. Sein Interesse wandte sich von der Physik zur Metaphysik. So wünschte er sich nach dem Abitur einen Beruf mit einer großen Bandbreite zu ergreifen. Dabei bot sich das Pfarramt an. Besonders interessierten ihn der Glaube und gesellschaftliche Fragen zum Frieden und zu sozialer Gerechtigkeit. Er kam zu der Erkennt-

nis, dass die Welt sich verändern musste. Hierzu wollte er beitragen. Es gibt es in der Bibel (neben den Propheten im alten Testament) ein Beispiel für soziale Verantwortung, das für ihn richtungsweisend war. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg: Der Besitzer eines Weinberges beschäftigte für die Ernte Tagelöhner. Als er feststellte, dass die Anzahl der Arbeiter nicht ausreichte, schickte er alle drei Stunden zusätzlich neue Arbeiter auf den Weinberg und sagte: ich werde euch das geben, was gerecht ist. Am Ende des Tages zahlte er allen Arbeitern den gleichen Lohn. Als sich Diejenigen, die den ganzen Tag gearbeitet hatten, beschwerten, sagte der Besitzer, dass es gerecht sei. Jeder bekam das Geld welches er braucht, damit seine Familie überleben kann. Dies ist ein Denken nicht nach Marktwert und Arbeitsleistung, sondern im Hinblick auf die Würde des Menschen. Michael Füsgen studierte Theologie in Wuppertal, dem klassischen Ort für rheinische Theologiestudenten. Er lernte Griechisch und Hebräisch und ist dadurch in der Lage, die Bibel im Urtext zu lesen. Als Ergänzung zu dem Studium schrieb er sich als Gasthörer an der pädagogischen Hochschule in Neuss ein. Danach studierte er an der Uni in Marburg. Das Studium verlief zu seiner Zufriedenheit. Sein beruflicher Beginn war ein Vikariat in Hilden. Er lernte die Position des Pfarrers in der Gemeinde kennen. Der Pfarrer ist als Mensch immer ganz gefordert und steht im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dabei geht für manche das Interesse so weit, dass sie auch interessiert, was der Pfarrer im Einkaufswagen hat. Unabhängig ist der Pfarrer in der Frage der Predigt und der Seelsorge. Das Presbyterium, gebildet aus gewählten Gemeindemitgliedern, ist für die Gelder, das Personal und die Strukturen in der Gemeinde zuständig. Nach seiner Stelle als Vikar erhielt Michael Füsgen seine erste Pfarrstelle in Duisburg Großenbaum-Rahm an einer Kirche, an der außer ihm noch zwei weitere Pfarrer beschäftigt waren. Hier war das Besondere, dass die drei verschiedenen Konfessionsstände der evangelischen Kirche im Rheinland vertreten waren. Es gibt die Gemeinden nach der Lehrmeinung Luthers, die reformierten Gemeinden und die unierten Kirchengemeinden. Nach dem Postulat der Rheinischen Kirche


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Kirche zu treten. Vor seinem Wechsel nach Homberg hat Michael Füsgen in den verschiedensten Bereichen seelsorgerische Tätigkeiten ausgeübt. Wie bei allem im Leben gab es hierbei schöne, aber auch schmerzliche Erfahrungen. Doch bei allen Begegnungen wurde sein Weltbild gestärkt durch seinen Glauben. Eine tiefe Verankerung findet er im jüdisch-christlichen Dialog. Wichtig sind ihm in diesem Zusammenhang die Vortragstätigkeit als Synodalbeauftragter für den jüdisch-christlichen Dialog im Kirchenkreis und auch der Gottesdienst zur Reichspogromnacht, der seit einigen Jahren in der Reformationskirche in Hilden am 9. November stattfindet. Mit häufigen Reisen nach Israel hat Michael Füsgen Freundschaften zu Israelis vertieft. In der Gemeinde ist ihm die Jugendarbeit besonders wichtig, deshalb hat er sich auch dafür stark gemacht, dass ein guter Jugendleiter trotzt knapper Finanzen in der Gemeinde Homberg arbeitet. Weiterhin wichtig für ihn ist die Kunst und der Kontakt zu Menschen, die künstlerisch tätig sind. Frau Hoffmann Korth wird so z.B. ein Kunstprojekt im Herbst in der Christuskirche verwirklichen können. Die Kunst als Bindeglied zwischen Glauben, Leben und Alltag. Besonders liebt er die Blütezeit Gemälde vonAnzeige Marc

Chagall, Felix Nussbaum und Otto Pankok. Über deren Werke und Leben er regelmäßig Vorträge hält. In Homberg freut er sich über besondere Gemeindeprojekte wie z.B. das Cinema Paradiso, dass durch die Initiative eines Presbyters ins Leben gerufen wurde. Regelmäßig laden Herr Allgeier und Michael Füsgen zu besonders wertvollen Filmen ein, die auf großer Leindwand gezeigt werden. Zur Zeit wird diese Leindwand von beiden zusammen mit dem Jugendleiter genutzt, um Spiele der Fußballweltmeisterschaft zu übertragen. Die Kirche meint Michael Füsgen, muss der Anwalt für die Menschen sein, die keinen anderen Anwalt haben. Sie muss sich für die Schwachen engagieren. Die Kirche selbst wird infolge des demographischen Wandels im Jahre 2020 ein Drittel weniger Mitglieder haben. Dies bedeutet eine gewaltige Herausforderung. Die Kirche wird sich verändern müssen, um mit den viel geringeren Mitteln eine ihrer ursprünglichen und wichtigsten Aufgaben zu bewältigen: Die Würde des Menschen zu erhalten. Heinz Schulze

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Dokument: 65323730010_06.10.EPS;Seite: 1;Format: (39.86 x 99.83 mm);Auszug: Vollfarbe;Datum: 07.Mar 2006 12:

soll jede Gemeinde ihren ursprünglichen Konfessionsstand behalten. Auch der Pfarrer soll den Bekenntnisstand der Gemeinde nicht ändern. Oft ist aber den Gemeindemitgliedern die Unterscheidung nicht bewusst. Die Tradition in Homberg ist reformiert; durch die Spätaussiedler kamen lutherische Einflüsse. Diese sind u.a. am Kreuz, der Decke und Blumenschmuck zu erkennen. Nach acht Jahren in Duisburg kam Michael Füsgens Lebensweg durch persönliche Veränderungen in neue Bahnen. Im Anschluss war er an der Gnadenkirche in Düsseldorf Gerresheim, in der Lutherkirchengemeinde in Bilk und in der Alten Reformierten Kirche in Wuppertal Elberfeld tätig. Stationen, die immer neue Forderungen an ihn stellten und auch seinem ursprünglichen Anliegen mit sozial engagierter Kirchenarbeit entgegen kam. Die Innenstadtkirche in Wuppertal war ein Anlaufpunkt für Touristen und auch für Obdachlose, für die die Kirche mit der Ausgabe einer warmen Mahlzeit den ganzen Tag offen stand. Es gab Einblicke in schwierigste Lebensbereiche, in denen der Glaube und die Hilfe wieder neue Hoffnung wecken konnte. Im Anschluss wechselte Michael Füsgen in die Hildener Kirchengemeinde und arbeitete als Schulpfarrer am Bonhoeffer Gymnasium und an der Theodor Fliedner Realschule. Durch seine schulische Tätigkeit machte er die Erfahrung, dass auch bei der Jugend das Interesse am Christentum trotz neuzeitlicher Lebensart sehr wohl noch einen Stellenwert besitzt. Michael Füsgen kam dann nach Unterbach und arbeitete zugleich weiter am Schulzentrum. Später war er mit der Erstellung der Internetpräsentation des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann beschäftigt. Er lernte, dass auch mit dem Computer Kirchenarbeit sinnvoll ist, da das Internet für viele eine geringe Schwelle darstellt, um in Kontakt mit der


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Planwagenfahrt entlang der A-44-Trasse

Essen auf Rädern – eine leckere Alternative

Rüdiger Albry hat es eilig, eigentlich ist es als Küchenchef nicht seine Aufgabe, aber heute liefert er mal das Essen selber aus. Das hat den Vorteil, dass er den Kontakt zu seinen „Essengästen außer Haus“ pflegen kann. Zuerst bekommt das Ehepaar Thomas in der Hofermühle zwei Essen. Frau Thomas hatte einen Schlaganfall, beide müssen eine Diät einhalten. Frau Treudt, in Homberg-Süd, hat sich für eine begrenzte Zeit das Essen aus dem Wichernheim bestellt, weil sie mit einem Oberschenkelhalsbruch nicht kochen, geschweige denn einkaufen kann. Ein paar Straßen weiter lebt Gertrud Henkel. Sie wird mit ihren 94 Jahren von ihrer Schwiegertochter betreut und bekommt jeden Tag ein alters-

gerechtes Essen vom Wichernheim geliefert. Alle vier sind typische Gäste für das Essen auf Rädern, sie sind entweder krank oder wollen sich das tägliche Kochen nicht mehr zumuten. Rüdiger Albry hat in den 11 Jahren als Küchenchef des Wichernheims viel Erfahrung mit den Essensgewohnheiten alter und kranker Menschen sammeln können und weiß, Nährwerttabelle hin oder her, vor allem muss das Essen abwechselungsreich sein und schmecken, darum ist die tägliche Wahl zwischen zwei Menues so wichtig. Der nächste wichtige Punkt ist die Ästhetik. Wer mag schon Tag für Tag von Plastiktellern essen. Darum liefert das Wichernheim das Essen in unweltfreundlichem Porzellangeschirr aus. Und zum Schluss darf die freundliche tägliche Ansprache des Bringedienstes nicht fehlen. Seit 2003 trägt die Küche des Wichernheimes das RAL-Gütezeichen für Diät und Vollkost und lässt sich alle zwei Jahre erneut überprüfen, sowohl im täglichen Zubereiten der Mahlzeiten, wie in der Hygenie, die natürlich in einem Betrieb mit ca. 20 Mitarbeitern ganz oben ansteht. Häufig ist dies der einzige Kontakt nach draußen. Das Essen kostet im Abonnement pro Tag 5,50 €, ob mit oder ohne Diät, und wird täglich pünktlich zur Mittagszeit heiß auf den Tisch geliefert. Wer sich hierzu näher informieren möchte kann Herrn Albry per e-mail albry@wichernheim.de erreichen, oder mit ihm telefonieren unter der Tel. Nr. 02102/955155. HSP

Der jahrzehntelange Kampf gegen die A-44 geht so oder so seinem Ende entgegen. Ob die Autobahn überhaupt gebaut wird, angesichts der Haushaltslage des Bundes und dem fragwürdigen Sinn und Zweck dieses Mammutbaus, ist zurzeit völlig ungewiss. Die öffentliche Hand hat mit dem Planfeststellungsverfahren die erste Voraussetzung für den Bau eingeleitet, nun kommen die Anhörungen der über 2000 Einsprüche gegen den Bau und der Trassenführung. Die BI A-44 lud aus diesem Anlass noch einmal zu einer Planwagenfahrt entlang der geplanten Trasse ein, und man musste nicht „Öko-Freak“ oder „Naturschützer“ sein, um schmerzlich festzustellen, in welcher Dimension Landschaft durch den Bau der Autobahn zerstört wird. Jeder, der Einspruch eingelegt hat, kann an den Anhörungsterminen teilnehmen und sich zur Sache selbst äußern Die Anhörungstermine finden statt am 10., 11., 14. und 15. August ab 9 Uhr im städt. Imanuel-Kant-Gymnasium, Heiligenhaus, Herzogstr. 75. Behörden und Verbände werden am 7. + 8. August angehört. Auch hier kann jeder teilnehmen, darf sich allerdings zur Sache nicht äußern. HSP

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Forellen aus der Scheune

Lars Weidtmann will Landwirt bleiben, aber von Ackerbau allein kann er nicht mehr leben. Es musste ein zweites Standbein her. Da traf es sich gut, dass Herr Klein im Rosendahlweg seine Forellenräucherei aufgeben wollte und einen Nachfolger suchte. 30 Jahre Erfahrung sollten nicht so einfach verschwinden. Für

Lars Weidtmann ist der Beruf des Fischwirtes die ideale Ergänzung zum Ackerbau, zumal er seit seiner Kindheit eine Leidenschaft für die zahlreichen Teiche rings um den Hof Ilbeck pflegt, die zwar ungenutzt, aber für die Fischzucht ideal geeignet wären, zumal der Schwarzbach, der die Teiche speist, hervorragendes Wasser führt. Aber ganz soweit ist es noch nicht. Lars Weidtmann will sich zunächst auf die Forellenräucherei, die er von Herrn Klein übernommen hat, konzentrieren, und mit Unterstützung von Herrn Klein neu aufbauen. Das braucht seine Zeit und es entspricht seiner Art, sich diese Zeit zu nehmen, der Betrieb soll langsam wachsen möglichst mit eigenem Kapital. Diese Einstel-

lung honorieren die Kunden. Sie kommen aus der ganzen Region und können sicher sein, dass der geräucherte Fisch unverfälscht und absolut frisch ist. Öffnungszeiten der Fisch-Scheune: Mi + Do 14-19 Uhr, Fr + Sa 9-19 Uhr, telefonisch zu erreichen unter 02102/136681

Wohnen in der Wassermühle

Zweimal berichteten wir schon über die Wassermühle unterhalb des Café Ilbeck, zuerst, wie sie vor sich hin verfiel im Dornröschenschlaf, dann wie sich zwei fanden, die sich in die Wassermühle verliebten, und nun soll es darum gehen, wie sie wieder genutzt , nämlich bewohnt wird von Gabriele Zimmermann. Für die Wassermühle bedeutet Gabriele Zimmermann doppeltes Glück. Sie hat zuerst zusammen mit ihrem Partner Stephan Langer die Mühle von Grund auf saniert, hat mit angepackt und jede freie Minute auf der Baustelle investiert, sich mit der unteren Denkmalbehörde herumgeschlagen, ist immer wieder Kompromisse eingegangen, um Altes mit neuer Technik zu verbinden, bis sie endlich in die Wassermühle einziehen konnte und das alte Gebäude wieder mit Leben füllt. Das besondere Flair der Mühle mit dem beruhigenden Wasserrauschen, es ist wie im Urlaub, versichert Gabriele Zimmermann. Der Blick in den weitläufigen Garten verdrängt jeden Stress, den man von Arbeitsplatz mit nach Hause nimmt. Bei so viel Natur rundherum bleibt einem nichts anderes übrig, als im Einklang mit der Natur zu leben, zu akzeptieren, dass sie den Rhythmus des Lebens bestimmt.HSP


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Tachilles weiß Bescheid über….die Fußball-WM

Was machen die Holländer, wenn sie im Fußball gegen uns gewonnen haben? Sie freuen sich und klappen die Playstation zu. In diesem Beitrag wollen wir mal eine Kirche durchs Dorf jagen, von der man demnächst viel wird läuten hören: Die Fußball-WM. Genau, die, bei der Jürgen Klinsmann den Wohnort wechseln soll, die deutsche Nationalmannschaft den Spielort und Kaiser Franz das Örtchen, damit die Latrinenparolen endlich mal aus einer anderen Ecke kommen. Vor allem geht es darum, was Fußballer sagen, diese partiell begnadeten Rhetoriker. Damit Sie sich darauf einstellen können, welche Sprüche aus den vergangenen Jahren bei der WM übertroffen werden müssen, habe ich mal zusammengestellt, was es bisher gab. Ganz am Anfang ein kleines Rätsel für Sie: Wer tat den markerschütterdem Ausspruch: ,,Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann“. Na? Lösung kommt später.

Wir beschäftigen uns hier mit dem Erkenntnis-Repertoire der deutschen Kicker, ab und zu habe ich auch einen ausländischen Balltreter, Trainer und Funktionär dabei. Fangen wir mal tief in der Vergangenheit an beim ersten Schimmi, den die Deutschen liebten, der gesagt haben soll : ,,Ein Viertel? Nä, dat ist mir zuwenig, ich will mindestens 1 Fünftel.“ Naja, Rechnen ist auch nicht so einfach. ,, Das Tor gehört zu 70% mir und zu 40% dem Wilmots“, hat Ingo Anderbrügge von Schalke mathematisiert. Und selbst Rudi Völler meinte: ,,Zu 50% stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch nicht“. Tja. Roland Wolfahrt hingegen rechnete: ,,2 Chancen, 1 Tor – das nenne ich eine hundertprozentige Chancenauswertung“. Wussten Sie eigentlich, dass Schafe nie aus fließenden Gewässern trinken? Es könnte ihnen ja mal ein Fisch ins Maul schwimmen. Oder ein U-Boot. Und wussten Sie, dass es einige Fußballer gibt bzw. gegeben hat, die durchaus in der Lage wären, ihren Doktor zu machen oder den Literatur-Nobelpreis zu ergattern. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, weiß ich nicht. Ich krieg ja keinen Nobelpreis. Was mich aber tröstet ist, dass selbst der Kaiser Franz keinen solchen bekommt. Und die meisten anderen Fußballer empfehlen sich auch höchstens für den Kleinkunst-Niedrigrhetorik-Preis, Niveau 18, Kreisliga, dritter Grashalm links . „Wir sind hierher gefahren und haben gesagt:

Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause.“ Mit diesem Satz hat sich Marco Rehmer schon einen kleinen Applaus verdient. Besser noch ist das: „Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt:“ Fritz Walter jun. wurde so medizinisch angegriffen. „Und damit sich keiner verletzt“, sagte der Trainer Frank Pagelsdorf einmal, „werden wir ab sofort nur noch Einzelgespräche führen.“ Apropos Verletzung: Olaf Thon meinte, er habe seinen Gegenspieler nur „ganz leicht retuschiert“ und Michael Lusch, der ganz lang bei Borussia Dortmund spielte, erlebte ein Spiel, bei dem ganz viele Spieler „mit der Barriere vom Platz getragen wurden“..? Ach ja,dann kommen wir noch kurz zu den Hünen und Recken der Zunft zum Beispiel zu Rolf Rüssmann, Horst Hrubesch und Dieter Hoeness. Rolf Rüssmann hatte sich nicht nur vorgenommen, irgend wohin zu fahren, zu verlieren und wieder ab nach Hause. Nein, sein Credo lautete: „Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.“ Über Dieter Hoeness sagte Norbert Nachtweih einmal: „Der springt so hoch, wenn der wieder runter kommt, liegt auf seiner Glatze Schnee.“ Und Horst Hrubesch, das Kopfballungeheuer, schilderte das Zustandekommen eine seiner Tore so: „Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor!“ Was wäre unser Bundesliga-Fußball ohne die vielen Mitwirkenden mit einem nichtdeutschen Pass? Unvergessen die historische Rede von Giovanni Trappatoni, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Die Rede kennt ja jeder. Der Trapp hat uns auch noch andere Juwelen geschenkt. Zum Beispiel: „Fußball ist Ding, dang, dong. Es gibt nicht nur Ding.“ Oder auch folgende Lebensweisheit: „Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muss man sich fragen, Warum? Ja, warum? Und was muss man tun? Ihn sich selbst holen!“ So einfach kann Fußball sein. Da müsste es doch auch möglich sein, Vorhersagen über Spiele zu treffen. Aber nein, da kommt so ein schlaues Bürschchen wie der Engländer mit dem französischen Namen Paul Gascoigne und stellt sich Stur: „Ich mache nie Voraussagen und werde das auch nie tun“. Zu den Ausländern gehört auch Lothar Matthäus. „Ja gut“, würde der Kaiser Franz sagen, „der ist in Franken geboren und aufgewachsen“. Aber was heißt das schon. Solche Viel-


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quassler gibt es in Deutschland eigentlich erst, seit die Handies auf dem Vormarsch sind. Vorher gab´s nur Loddar. ,,Ich haab gleich gespürt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt!“ …oder…. ,,wir sind eine gut inttrigierte Truppe“ … oder… ,, Das Chancenplus war ausgeglichen“ …oder …. ,,ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal“ …. das sind einige seiner unvergessenen Sprüche. ,,Manchmal spreche ich zuviel“ hat er auch gesagt. Nein Lothar. Du sprichst nicht manchmal zu viel. Du sprichst IMMER zuviel! Fachausdrücke beim Fußball – das ist ja auch so eine Sache. Z.B. wenn einer eine gefährliche ,,Parabole“ aufs Tor schießt – wissen Sie, was das ist?

Kalle Rummenigge fragen, der weiß das. Der weiß übrigens auch, dass ,,manche nicht zwischen einer Viererkette und einer Fahrradkette unterscheiden können“. Und weiter mit den Fachausdrücken: Rudi Völler – genau, Tante Käthe, unser geliebter Rudi – sagte einmal über seinen damaligen

matik, Arithmetik oder Fußballtick? Kommen wir noch zu den zwischenmenschlichen Aspekten des Fußballerlebens. ,, Das beste Trainingslager ist eine Frau, die eigene natürlich“, hat Willi Lemke mal gesagt. Vielleicht hat er da an Wolfram Wuttke gedacht, der von sich behauptet: ,,Immer wenn ich breit bin, werde ich spitz“. Berti Vogts sah das mit der Frau wohl ähnlich. Denn er meinte: ,,Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle sollte man mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben“. Ob George Best das je zu Lebzeiten so getan hat, weiß ich nicht. Von ihm stammt der Satz: ,,Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgeben. Den Rest – den habe ich einfach verprasst“. Nun ist er tot keiner weiß, wie lange noch. Selbst ein Ex-Bundespräsident hat sich mit den Frauen im Fußball beschäftigt. Als Johannes Rau darauf angesprochen wurde, dass Stadion doch auch nach Frauen benannt werden sollten, fragte er: ,,Und wie soll das Stadion heißen? Dem Ernst-Kuzorra-seineFrau-ihr-Stadion?“ Den schönsten Satz über Frauen, genau gesagt, über seine Frau hat aber eindeutig Mehmet Scholl gesagt. Und diesem Schlitzohr ist sogar ein wenig zuzutrauen, dass er ganz genau wusste, was er meinte, als er feststellte: ,,Ich hatte noch nie Streit mit meiner Frau. Bis auf das eine Mal, als sie mit aufs Hochzeitsfoto wollte“. Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann. Wissen Sie inzwischen, dass das unser aller Bundesjürgen gesagt hat? Jürgen Kilinsmann, der Kalif von Malibu. Oder der Maribu von Kalifornien. Oder zumindest der Bundesteamchef. Vielleicht gewinnen wir ja mit die WM. Und wenn`s nur die Sprache wäre, das würde mich freuen….“ja, gut!“ Lutz Beyering

Chef, den Rainer Calmund: ,,Ja, gut“ (so fangen ja alle Fußballer-Statements an), ,,ja gut, der arbeitet von morgens bis abends. Im Volksmund nennt man so was, glaube ich, einen Alcoholic“. Apropos Franz B. noch mal. Der hat – und in Deutschland darf nur er das – eine ganz neue Formel für die zweitschönste Nebensache der Welt aufgestellt. Die geht so: ,,Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage!“ Was ist das jetzt Der Schutzengel-Tipp: eigentlich: Mathe-

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Erfolgreiches Kindertanz-Sommerfest in Ratingen Kreativer Kindertanz auch in den Sommerferien

Da waren die 25 Kinder aber überrascht, als bei ihrem Sommerfestvon „Kreativer Kindertanz und Künstlerische Gymnastik“ am 10. Juni im „Bruhy Sporting“ in Homberg gleich fünf deutsche Top-Gymnastinnen der RhythmischenSportgymnastik zu Gast waren. Die mehrfachen Deutschen Meisterinnen Annika Rejek, Annika Seibel, Susan Benecke, Maxi Zoyke und Anja Baake,standen nicht nur für Autogramme zur Verfügung. Annika Seibel zeigte zum Beispiel eine tänzerisch, anmutige Bewegungs-Improvisation und beeindruckte aufhöchstem Niveau. (Sie und auch Susan Benecke erreichten als größten sportlichen Erfolg den 4. Platz bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney/Australien.) Vorab erlebten die nahezu 100 Zuschauer eindrucksvoll vier Tänze, die die Kinderbeim Kreativen

Kindertanz in Ratingen im letzten halben Jahr im fleißigen Training erarbeitet haben. Mit vollem Eifer zeigten die 4- bis 10-Jährigen Tänze zum Motto„Vier Jahreszeiten“. Darunter waren ein Frühlingstanz, ein SommerSeiltanz und ein Bienentanz. Was besonders gefiel, war die ungewöhnliche Kombination vonKreativem Kindertanz und Übungen mit klassischen Gymnastikgeräten wie dem Seil und dem Ball. Für die kleinen Tänzerinnen war es eine neue Herausforderung,die alle prima meisterten. „Es war ein voller Erfolg für die Kinder. Zum einen war ihre Präsentation sehr ge-lungen und zum anderen konnten sie mal die `großen` Gymnastinnen erleben und ihnen neugierige Fragen stellen“, so Trainerin Carmen Weber zufrieden.„Und für mich als ehemalige Bundestrainerin der RSG ist

es immer wieder schön, mit meinen früheren Gymnastinnen zusammen zu kommen.“ Ein besonderes Angebot gibt es für interessierte Kinder ab 6 Jahre, die sich eben-falls gern bewegen und das Training ausprobieren möchten: In den Sommerferien gibt es insgesamt drei Kurse mit jeweils vier Terminen. Der erste Kurs be-ginnt am 26. Juni, der dritte am 31. Juli. Trainiert wird im Gymnastiksaal von „Lady Fitness“ und im „Bruhy Sporting“ in kleinen Gruppen und nach Alter ge-staffelt. Die Anmeldung erfolgt entweder per Telefon direkt bei „Kreativer Kindertanz und künstlerische Gymnastik in Ratingen“ unter 02102/67016 oder mobilunter 0177/7628317. Anmeldeschluss ist der 25. Juni.


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Abenteuer Nordic-Walking

Dabei hat meine Oma immer zu mir gesagt: „Geh nicht so krumm!“ und nun soll ich mich beim Nordic Walking leicht nach vorne beugen, die Schultern gerade, den Schritt ganz lang, die Ellbogen nicht beugen, die Hände hinten öffnen. Nordic Walking hatte ich mir gar nicht so kompliziert vorgestellt. Schließlich bin ich schon durch halb Deutschland gewandert und müsste das Gehen mit Stöcken eigentlich können. Aber weit gefehlt. Hinter dem Begriff Nordic Walking steckt eine ausgefeilte Technik, die man, und daran zweifele ich nach sechs Übungsstunden nun nicht mehr, erst nach 500 Tausend Schritten beherrscht. Das tröstet, denn bei mir klappt nichts. Der Rücken zu gerade, die Schultern verkrampft, die Stöcke im falschen Rhythmus, Manuela, meine Lehrerin gibt sich alle Mühe, ihre Kritik mit Humor bei mir anzubringen. Das macht sie großartig. Wenigstens das Laufen am Berg habe ich heute richtig gemacht. Manuela lobt mich, nicht ohne mich daran zu erin-

nern, dass ich hinten die Hand öffnen muss. Aber wenn ich die rechte Hand hinten öffne, geht auch gleich die linke Hand vorne mit auf. Gut, dass der Stock mit meinem Handschuh fest verbunden ist. Ich würde die Übungsstunde überwiegend auf dem Boden verbringen. Zum Abschluss des Trainings gibt es ein Abwärmtraining: auf einem Bein stehen und den anderen Fuß nach hinten hochziehen, bis es kräftig in den Oberschenkeln zwickt, dann einen Fuß nach hinten strecken und in die Knie gehen, diesmal zwickt es in der Wade. Und das alles für eine formvollendete und durchtrainierte Figur. Meine Trainingsuhr, die meinen Puls, die verbrauchten Kalorien und den Fettabbau misst, sagt etwas anderes. Nur 300 Kalorien habe ich heute abgebaut, so viel wie eine Flasche Bier, die ich zum Schluss gerne trinken würde. Zum Fettabbau bin ich erst gar nicht gekommen und auch mein Puls lässt zu wünschen übrig. Viel zu hektisch geht er auf und nieder. Manuelas Tipp ist eindeutig: Sich mehr bewegen! Ich baue darauf, dass auch ich das irgendwann schaffen werde. Aber die Plackerei wirkt. Nach dem Training fühle ich mich leicht und beschwingt, könnte Bäume ausreißen, schlafe nachts wie ein Murmeltier, laufe die Treppen hoch, ohne aus der Puste zu kommen, und ich bilde mir ein, dass sich die Oberschenkel und Oberarme straffer anfühlen. Ein kritischer Blick in den Spiegel sagt mir allerdings, ich muss weitermachen, soll das einmal wahr werden.

Volkswandern im Regen

Es regnete und regnete und … Da hatten nur die ganz Unentwegten Lust. Aber der Wanderweg, diesmal Richtung Mettmann, man könnte auch sagen, in einem großen Kreis um den Golfplatz herum, entschädigte für die nassen Füße. Wir Wanderer liefen uns warm, aber die fleißigen Helfer an den Straßenüberquerungen und den Getränkestellen froren erbärmlich und konnten sich auch nicht „warm arbeiten“, da viele Homberger bei dem Wetter lieber in der warmen Stube blieben. Für alle, die die Wanderung bei schönem Wetter nachholen wollen, sei hier der Wanderweg abgedruckt. Es lohnt sich. Übrigens, verlaufen kann sich dabei niemand. Fast immer sind unsere Wiesnasen zu sehen. HSP

TCHM – Mannschaft gelingt Aufstieg in die 2. Verbandsliga

100 Kilometer in einer Nacht Am 9. Juni 2006 war es mal wieder so weit. Heribert Hennemann reiste früh morgens, begleitet von seiner Frau Heidi, per Bahn in die Schweiz nach Biel, um dort an der 48. Ausgabe des 100 km Laufes teilzunehmen. Vor Ort angekommen wurde erst einmal das mitgebrachte Igluzelt neben der dortigen Eissporthalle aufgebaut. Danach ging es zur Anmeldung in diese Halle. Der Rest des Nachmittages diente der Erholung und Vorbereitung auf den Start, der dann pünktlich um 22:00 Uhr erfolgte. Während Ehefrau Heidi die Nacht im Zelt verbrachte, arbeitete sich Heribert Hennemann über die Distanz. Bei guten Bedingungen, in der Nacht mit Vollmond und einem wundervollen Tagesanbruch, erlebte er fast alle Höhen und Tiefen, die ein solcher Lauf bieten kann. Als Heribert am Morgen nach 11:51 Std. (31. der AK 55 von 108 Teilnehmern der AK) das Ziel erreichte, wurde er

dort von seiner erleichterten Ehefrau herzlich begrüßt. Für Heribert war es übrigens die vierte erfolgreiche Teilnahme. Nach einer Weile der Erholung wurde das Zelt abgebrochen und die Heimreise angetreten. Abends war Heribert Hennemann mit seiner Frau schon wieder in Homberg, mit etwas schweren Beinen, aber glücklich es wieder einmal ohne Blessuren geschafft zu haben.

Nur noch 200 Meter

Die erfolgreiche Mannschaft von links nach rechts: Bernd Wagener, Joachim Reinberg, Helmut Hayduck, Wolfgang Schupp, Klaus Lindenbeck ( hinten ), Manfred Boes; nicht auf dem Foto Gerd Stecher, Jürgen Rietz, Achim Botte, Peter Hoffmann, Herbert Kaul.

Tenniscamp Tennis = Sport + Spiel + Spass im Tennisclub Homberg-Meiersberg. Ines Heise, DTB B-Lizenztrainerin, bietet kleinen und jungen Talenten zwischen 4 und 18 Jahren dieses Tennis Camp in der ersten und letzten Sommerferienwoche an. Interessierte, auch Nichtclubmitglieder, erfahren alle Details unter der Telefonnummer 0178 2012011 (Faxanfrage: 02102 842275 - e-mail: IH0911@AOL.COM).


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9. Homberger Champions-League Turnier Homberger Feetz belegte dritten Platz

Das Positivste des Sonntags am 21.05.2006 zuerst: Es fiel kein Tropfen Regen und niemand war verletzt. Außerdem bemerkte der aufmerksame Beobachter auch, dass Arthur Lenhardt nicht am Grill stand und weniger überraschend: die ,,Schlappen 6“ gewannen, zum wiederholten Male. Gregor Büscher schien sich hierfür entschuldigen zu wollen mit dem Hinweis, die Mannschaft würde Jahr für Jahr älter. Aber dies braucht er nicht, denn sein Team hat auch in diesem Jahr den besten Fußball gespielt und sie haben den

Sieg verdient. Die Mannschaften waren gut besetzt. Besonders positiv fiel die Mannschaft des Homberger Feetz auf, die mit den Brüdern Sebastian und Oliver Hamacher frisch aufspielte und den dritten Platz erreichte. Erfreulich war die engagierte Anhängerschaft, die die Mannschaft bei allen Spielen euphorisch anfeuerte. Die jüngste Mannschaft war die der Wiesnasen. Dies war aber mehr aus dem Mangel an eigenen Spielern geboren. Trotzdem hatten die Jugendlichen großen Spaß. Im nächsten Jahr, zum Zehnjährigen, soll allerdings eine schlagkräftigere Truppe aufgeboten werden Redner des Tages war Bernd Conrad. Er vergaß es nicht, auch andere zu erwähnen. Besonders erwähnenswert war ihm der Organisator: Günter G. Göwert. Es lief auch alles glatt. Besonders gut war die Idee, die Pokale von den Helfern des Schützenvereins überreichen zu lassen. Zu dem Zeitpunkt wurde erst vielen klar, wer alles in diesem Verein mit

anpackt. Dieses Engagement ist nicht hoch genug einzuschätzen, weil nur mit der ehrenamtlichen Unterstützung dieser Mitglieder solche Veranstaltungen möglich sind. Somit lief die Veranstaltung zur Freude aller Beteiligten mit einem großen Spaßfaktor über die Bühne. Am Abend war alles abgebaut und bis auf einen kaputten Wasserhahn konnte die Sportanlage schadensfrei übergeben werden. Heinz Schulze


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TuS Fussball-Jugend im Sauerland vom 26.05. bis 28.05.2006

Aquaplaning auf dem Fußballplatz.

Was die Wetterpropheten vorher gesagt hatten, wurde für die jungen Fußballer und Fußballerinnen des TuS Homberg Wirklichkeit. Bei ihrer Abschlussfahrt Ende Mai nach Bestwig ins Sauerland öffnete Petrus noch einmal die Himmelspforte und schüttete Kübelweise Wasser hinunter. Da konnte selbst Schwester Maria-Monika von der Herberge in Föckinghausen nicht helfen. Als die Homberger Mädchen bei dem ortsansässigen Verein aus Bestwig auf dem Platz standen, war die Anlage so mit Wasser bedeckt, dass man um die Bodenhaftung Angst haben musste. Trotzdem kämpften die Juniorinnen gegen die widrigen Verhältnisse und zeigten, wie positiv sich der Homberger Mädchenfussball in den letzten beiden Jahren entwickelt hat. Die F-Jugend mit Trainer Lucas Büscher kämpfte gegen den sauerländischen Gegner und die Wetterkapriolen. Am Ende des Spiels stand es 1:1, was auch dem Spielverlauf entsprach. Die E-Jugend zeigte mit einem 8:2 Sieg überraschend die beste Saisonleistung. Die Spiele der D- und C-Jugend gingen bei starkem Aufgebot des Gegners (Leistungsklasse) trotz gutem kämpferischen Spiels der Homberger verloren.

Tribut zollen an ihre Kondition mussten die SpielerInnen schon am ersten Abend (Freitag) in der Herberge. Besonders der Discoraum mit Lightshow erzeugte die Stimmung, die einer Abschlussfahrt würdig war. Da konnte man froh sein, dass die Homberger in einem separaten Gebäudetrakt untergebracht waren, so dass die übrigen Herbergsgäste weitgehend von den Jubelsängen verschont blieben. Die Jüngeren vergnügten sich mit Tischtennis und Kegeln. Am Samstag Morgen war man froh um viertel nach acht alle im Frühstücksraum begrüßen zu können, wobei einige Fussballer aus unerklärlichen Gründen trotz später Nachtruhe schon um halb fünf wieder auf den Beinen waren. Dies sind aber die eigenen Gesetze einer Freizeit. Der Samstag vormittag wurde dann zur Vorbereitung auf die Spiele genutzt. Der Trainer der D-Jugend hatte von einem Bolzplatz im Wald erfahren. Dies veranlasste ihn gemäß der Toyota-Werbung den Weg mit seinem Bus auf dem direkten Weg in den Wald zu suchen. Aber auch hier war der Boden mittlerweile weich, so dass selbst die beste Fahrzeugtechnik nichts half. Nur mit einem Traktor

konnte das Fahrzeug aus dem Morast befreit werden. Ein besonderer Dank gilt hierfür einem Hotelbesitzer von Föckinghausen, der es sich nicht nehmen ließ, diese Aktion trotz laufendem Hotelbetrieb persönlich durchzuführen. Der zweite und letzte Abend verlief dann etwas ruhiger, weil selbst bei den durchtrainiertesten SpielerInnen langsam die Kräfte nachließen. Alle waren sich einig, dass die Wetterkapriolen der guten Stimmung keinen Abbruch getan hatte. Heinz Schulze

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In meinen neuen Kursen kann ich Sie dabei unterstützen.

Von meiner Dachterrasse aus schaue ich in die Wipfel der Bäume mit unterschiedlicher Farbgebung, die die Sicht zur Straße hin fast vollständig versperren. In den unteren Gärten plätschert Wasser – nur der Verkehr der Brachter Straße stört. Seit nunmehr 21 Jahren wohne ich mit meiner Familie in Homberg. 1985 zogen wir mit unseren 2 kleinen Söhnen von Hösel nach Homberg-Süd - seit 10 Jahren wohnen wird in Nord. Geboren und aufgewachsen bin ich im Oberbergischen, wohnte zunächst in Düsseldorf und kam dann nach einigen Auslandaufenthalten nach Ratingen. Bis dahin kannte ich Ratingen nur von einem CrossmotorradRennen in den damaligen Sandbergen in der Nähe des Waldfriedhofs. Ich schreibe gerade an einem Konzept für einen Vortrag über gesunde Ernährung, zu dem ich als Referentin eingeladen wurde. Mit zunehmender Selbstständigkeit meiner Söhne und wieder aufgenommener Berufstätigkeit habe ich neben div. Fort- und Weiterbildungen auch mein Interesse für Sport, Bewegung und gesunde Ernährung immer mehr ausgeweitet. Zunächst machte ich 1989 eine Ausbildung zur Übungsleiterin im Breitensport mit Spezialgebiet Gymnastik, Gesundheitssport, anschließend eine Sonderlizenz „Sport in der Krebsnachsorge“. Für den TUS Homberg war ich ca. 12 Jahre als Übugngsleiterin einer RückengymnastikGruppe tätig. Aus dieser Zeit, es war eine gemischte Gruppe, habe ich immer noch sehr

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nette Kontakte und viele der Teilenehmer/ Innen sagen mir heute noch, wie gut ihnen die Übungen geholfen haben. Seit 1991 trainiere ich in Ratingen mit Frauen nach Brustkrebs, seit letztem Jahr ist eine neue Gruppe in der Uniklinik Düsseldorf hinzugekommen. Vor einigen Jahren entschied ich mich für eine Ausbildung zur Entspannungspädagogin, um meine Kenntnisse aus Yoga, Entspannung und Meditation auf „feste Füße“ zu stellen. Im April dieses Jahres habe ich dann meine Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin abgeschlossen. Mein Wunsch ist es, Menschen sensibler zu machen für ihre Gesundheit und eine gesündere Lebensweise; Gewicht zu reduzieren, Krankheitsbilder zu verbessern und das tägliche Ess- und Trinkverhalten einmal zu hinterfragen. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass der familiere Kühlschrank und die Vorratsregale als Selbstbedienungsladen betrachtet werden – alles soll jederzeit und ausreichend verfügbar sein. So verliert der Einzelne die Kontrolle darüber, was er eigentlich im Laufe der Zeit so alles in sich hineinschaufelt. Alles soll möglichst ausreichend und vor allem billig jederzeit verfügbar sein. Gefrühstückt wird zum Teil unterwegs, an der Tankstelle, im Kiosk oder an diversen Imbissständen. Im Düsseldorfer Hauptbahnhof stehen morgens Schlangen von Menschen, die sich etwas Eßbares kaufen. In vielen Familien wird kaum noch vernünftig gekocht oder eine gemeinsame Mahlzeit eingenommen. Es wird unheimlich viel Geld für minderwertige Waren

ausgegeben. In meinen Kursen möchte ich die Menschen dazu ermuntern, es sich wert zu sein, sich gut, gesund und schlank zu ernähren. Das gelingt mit relativ einfachen Mitteln - „Hausputz“ für Körper, Geist und Seele. Ein weiteres Thema für Kurse wird „Ernährung und Krebs“ sein. Es wird immer klarer, dass ein großer Teil der Krebserkrankungen auf ein falsche Ernährung, insbesondere der falschen Fette sowie der Umweltverschmutzung zurückzuführen sind, insbesondere Darm- und Brustkrebs. Ich würde mir wünschen, dass in den neu gegründeten Brust-Zentren Ernährung und Bewegung ein zentrale Rolle spielen würden, damit könnte eine wesentlich bessere Lebensqualität erzielt werden. Interessierte können sich gerne bei mir melden. Ich freue mich auf Sie und wünsche allen Lesern schöne erlebnisreiche Sommerferien. Elisabeth Stox

Erdbeerkuchen und Informationen

Tag der offenen Tür im Wichernheim

Rüdiger Albry backt ihn wieder, seinen hoch gelobten Erdbeerkuchen, für Gäste und Bewohner des Wichernheimes. Dazu gibt es am Sonntag den 25. Juni, ab 14 Uhr ein unterhaltsames Programm unter dem Motto „Musik und Bewegung“ mit Kaffeehausmusik. Darüber hinaus bietet das Wichernheim Führungen an, um über das Leben im Wichernheim zu informieren, z.B. über die von der RAL-Gütegemeinschaft Diät und Vollkost besonders ausgezeichnete Küche, über seniorengerechte Ernährung, den Mittagstisch „Wir kochen für Homberger“, über ganzheitlichen Pflege im Wichernheim und die Erfahrungen mit dem neuen SnoezelenRaum. HSP


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Gas- und Wasserinstallationen in Homberg

Norbert Versen

Jeder der von der von der Autobahn nach Homberg hinein fährt, kennt den Betrieb von Norbert Versen. Die großen Letter ,,L+V,, sind nicht an dem alten Backsteingebäude auf der rechten Seite zu übersehen. Seit Februar 2000 führt hier Norbert Versen zusammen mit seinem Partner Michael Lingweiler den Betrieb. Norbert Versen macht mit seiner kräftigen Statur einen vertrauensvollen Eindruck. Er ist genau, dass was man sich als Handwerksmeister wünscht: kompetent und zuverlässig.

Dabei hat er vor Jahren schon eine für sein Leben ausschlaggebende gute Entscheidung gefällt, indem er die Tochter der alten Homberger Familie Rasp, Anette Rasp, geheiratet hat. Die Familie Rasp hat auf der Dorfstraße den letzten Krämerladen bewirtschaftet. Schwiegermutter Rasp wurde in diesen Tagen 70 Jahre alt. Zur Familie gehören mittlerweile Sohn Julian (12 Jahre), Tochter Leonie (10 Jahre), die Kinderkarnevalsprinzessin von Ratingen 2003, und Franziska (6 Jahre). Zu vergessen ist natürlich nicht Hund Paula. Norbert Versen, der sich 1999 in Ratingen selbstständig gemacht hat, beschäftigt in seinem Betrieb sechs Mann darunter 2 Lehrlinge. Sein Angebot umfasst vom Auswechseln alter Brennkessel, was bis zu 15% weniger Energieverbrauch führt, bis zum kompletten Einbau eines neuen Badezimmers. Die kostenlose Planung und faire Preise sind hierbei für ihn selbstverständlich. Er weiß, die beste Werbung ist der zufriedene Kunde.

Gratulation zum 95.ten Geburtstag von

Frau Auguste Heuer

Die älteste aktive Turnerin des TuS Homberg mit 95 Jahren ist Frau Auguste Heuer. Sie ist als Turnerin der ersten Stunde im TuS Homberg dabei. Als im TuS die Frauenabteilung 1964 gegründet wurde, war sie ganz schnell mit Begeisterung dabei. Sie hielt dem TuS viele Jahre die Treue, erlebte viele ,,Vorturnerinnen“ von denen wir ,,Jungen“ kaum noch die Namen kennen. Auch viele menschliche Kontakte wurden hier geknüpft. Es war eine wunderbare Zeit, ,,die alte Zeit“. Nach kurzer Unterbrechung der Mitgliedschaft trat sie 1994 wieder in den TuS ein. Mit unverminderter Begeisterung ist sie seitdem in der Volkstanzgruppe jeden Mittwoch dabei. Natürlich ist sie auch bei gelegentlichen Auftritten dabei und tanzt sich in die Herzen der Zuschauer. In den Herzen ihrer Mittänzerinnen ist sie längst. Der TuS Homberg kann sich nur viele dieser begeisterten Turnerinnen wünschen, ist das doch ein Zeichen dafür, dass Turnen mehr aus dem Leben macht. Unsere herzliche Gratulation zum Geburtstag und noch viele gesunde Jahre wünscht der Vorstand und die Abteilungsleitung des TuS Homberg.

Gratulation Wer turnt hat mehr vom Leben Das wusste schon Turnvater Jahn. Wer Turnt wird immer jung sein, wird gesund und voller Schwung sein. Auf den Jahrgang kommt es nicht an Es tut jeder was er kann. Dazu braucht man keinen Mut Dem Kreislauf, ja dem tut es gut. Steh`nicht abseits, mach doch mit. Selber turnen, das hält fit. Nimm den Turnschuh, treibe Sport Man verlangt ja keinen Weltrekord. (Auszug aus einem alten Turnerlied)

Internationales U-15 Fußball-Turnier mit Homberger Beteiligung

Roman Jockel und Phillip Hartmann Am 12./13.Aug. 2006 findet im Ratinger Stadion ein Internationales Turnier für U-15 Mannschaften statt. Teilnehmen werden die Mannschaften von Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf, Vitesse Arnheim, Bolton Wanderes, Dinamo Kiew oder Slavia Prag und eine Auswahlmannschaft aus Ratingen. Für diese Auswahlmannschaft konnten sich auch zwei Spieler unseres TuS Homberg qualifizieren. Aus zunächst 35 Jugendlichen aller Ratinger Vereine blieben zum Schluss 20 Spieler übrig, die vom Trainer der Ratinger Stadtauswahl Günther Thiele - ehemaliger Spieler von Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach - vor kurzem benannt wurden. Dazu gehören unsere Jugendlichen Roman Jockel und Phillip Hartmann. Ausrichter des Turnieres ist der Stadtsportverband Ratingens (SSV) unter Mithilfe aller Ratinger Fußballvereine. Fred Hartmann, Jugendobmann des TuS Homberg wird die Turnierleitung übernehmen und auch als Stadionsprecher fungieren. Bruno Jockel Romans Vater - wird als Mannschaftsbetreuer eine unserer Gastmannschaften während des Turniers betreuen. Aber auch die Homberger Jugendabteilung wird stark involviert sein. Unsere F-Jugend wird während der Eröffnung an der Hand einer Mannschaft auf das Spielfeld laufen und die E-Jugend wird für 2 Stunden als Balljungen tätig sein. Natürlich in den Trikots des TuS Homberg. Last but not least wird auch die A/B - Jugend ihren Teil dazu beitragen. Sie wird nämlich während der 2 Turniertage einmal im Cateringbereich tätig sein und in einem Bierpavillion Bier verkaufen. Die Homberger Fußballjugend würde sich freuen, wenn sie viele Homberger zu diesem internationalen Turnier begrüßen könnte.


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Frühling in Andalusien

„An seinem ersten Morgen in Sevilla brauchte Lorenzo Quart fast eine Stunde, bis er die Kirche fand. Immer wieder musste er feststellen, dass der im Fremdenverkehrsbüro herausgegebene Stadtplan völlig nutzlos war, hier, im Gewirr der mit Roterde und Kalk getünchten Gässchen von Santa Cruz.“ Leider lasen wir den empfehlenswerten, im Kirchenmilieu spielenden Krimi „Jagd auf Matutin“ von Arturo Perez-Reverte erst nach unserem Sevilla-Aufenthalt. Da erholten wir uns längst an der Costa del Sol von den Strapazen unserer Tour durch Andalusiens großartige Städte. Aber der Eindruck des Romanhelden war auch unserer: trotz Karte in der Hand benötigten wir weit mehr als eine Stunde, unser Hotel in Sevilla zu finden. Wie

eine Katze die Beute umkreisten wir mit unserem Kleinwagen die Altstadt, suchten einen passablen Eingang, scheiterten an Einbahnstraßen, verloren die Himmelsrichtung, wähnten uns kurz vor dem Ziel, bis eine der zahlreichen Baustellen wieder einmal den Weg versperrte und zur Richtungsänderung zwang. Erst ein alter Mann, beglückt, seine paar noch vorhandenen deutschen Sprachbrocken mal wieder einsetzen zu dürfen, brachte uns auf den rechten Weg. Wer Spaniens Städte bereist, sollte kein Auto bei sich führen. Es bringt nicht nur Stress beim Fahren (freundlich ausgedrückt: die Spanier fahren anders als wir), es bringt noch mehr Druck beim Suchen. An den folgenden beiden Tagen entschädigte uns Sevilla, Hauptstadt Andalusiens und mit 700.000 Einwohnern größer als Düsseldorf, durch zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der arabischen Herrschaft im 12. Jahrhundert. Wir schätzten mittlerweile die schmalen, Schatten spendenden Gässchen, denn die Temperaturen lagen am Tage über 30 Grad. Die Kathedrale, zum Weltkulturerbe erklärt, besichtigten wir in Begleitung hunderter Touristen aus aller Welt. Vermutlich sind wir auf zahlreichen Fotos zu finden, die jetzt in Tokio in Alben geklebt werden. Die Kathedrale wurde übrigens anstelle der Hauptmoschee Sevillas errichtet; damals war es offenbar Brauch, dass die jeweiligen Sieger ihre Gotteshäuser auf den Fundamenten der Kirchen der Vorgängerdynastien bauten. So wechselten Kirchen und Moscheen oftmals einander ab. Den an die Kathedrale angebauten Turm La Giralda, herausragendes Bauwerk der Stadt, konnten wir leider nicht besteigen: keine Bauarbeiten, nein, eine in Vorbereitung befindliche Ausstellung hinderte

uns. Cordoba, unser nächstes Ziel, mit heute 300.000 Einwohnern, stand einst im Mittelpunkt der abendländischen Geschichte: „Die hochstehende Kultur ihrer Kalifen war im Mittelalter die brillanteste des damaligen Europas und schlug eine Brücke zwischen Orient und Okzident.“ Das Klima sei im Frühling sehr mild und angenehm, meinte unser kleiner Reiseführer weiter – doch näherten sich die Tagestemperaturen schon Anfang Mai der 35Grad-Marke. Wir trafen in der Mittagshitze in der Altstadt ein, konkurrierten in der schmalen Gasse mit zahlreichen Bustouristen und hupenden Taxis. Schnell ließen wir unser Auto wegschließen und nahmen uns vor, die Mezquita-Kathedrale (natür-


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lich Weltkulturerbe!) erst montags um 8.30h zu besichtigen. Dann ist nicht nur der Eintritt frei, es herrscht auch ein Gruppenverbot, das wir als sehr wohltuend empfanden. Die Mezquita (das bedeutet übrigens Moschee) hat 19 Schiffe, die von Marmorsäulen getrennt sind und durch ihre Farbgebung einen beeindruckenden optischen Effekt hervorrufen. Nach der Vertreibung der Mauren durch christliche Könige ließen diese mitten in den Säulenwald eine große christliche Kathedrale hineinbauen. Uns beeindrucken die Räume mit kunstvollen Verzierungen und voll von Mustern und arabischen Schriftzeichen am stärksten. Weniger gut gefielen uns aggressive Bettlerinnen, die denjenigen, die nichts geben, ungeniert den Tod an den Hals wünschen – so weit reichte unser spanisch dann doch. Mit 240.000 Einwohnern ist Granada die kleinste Stadt unserer Kulturreise und durch die Alhambra die großartigste zugleich! Die Alhambra ist das absolute Muss einer Andalusien-Reise. Deshalb war der Schreck groß, als wir erfuhren, dass es für Eintrittskarten in Granada keinen Vorverkauf gibt. Alles war minutiös geplant, nur Karten über das Internet zu kaufen haben wir versäumt. Das sollte man schon zwei Monate vorher erledigen, heißt es. Einziger Ausweg: morgens früh aufstehen, anstellen, warten, hoffen. Zweitausend von 14.000 täglich ausgegebenen Tickets gehen in den freien Verkauf. Na ja, es war zumindest angenehm kühl an diesem Morgen gegen 7 Uhr, als wir zur Bushaltestelle eilten. Allein waren wir allerdings nicht. Immerhin erreichen wir einen Platz in den Fünfzigern der noch recht kurzen Schlange, die sich von Minute zu Minute verlängert. Jetzt heißt es bis zur Öffnung um 8 Uhr nur noch, den Platz gegen solche Zeitgenossen zu verteidigen, die sich unauffällig nach vorn stellen wollen. Aber das kennen die spanischen Ordnungshüter schon. Wir schaffen es und sind tatsächlich weit vor 9 Uhr am Ziel unserer Bemühungen. Nein, hier soll jetzt nicht der Versuch gewagt werden, in wenigen Zeilen das zu beschreiben, was die Mauren von 711 bis 1492, vor allem aber

in ihren letzten 300 Jahren auf der iberischen Halbinsel, an einzigartiger, prachtvoller islamischer Kultur geschaffen haben. Da hilft nicht einmal ein Reiseführer, diese Stadt, genau: die Alhambra, muss man einfach gesehen haben. Auch wenn das Thermometer – wie uns widerfahren – sich auf 38 Grad zubewegt. Wir lassen die Reise mit einem Badeurlaub ausklingen. Denken darüber nach, was uns sonst noch auffiel. Zum Beispiel Schulkleidung: Nachmittags kommt die Jugend von der Schule, sehr adrett aussehend in Uniformen, die so gar nicht militärisch wirken. Überhaupt waren die Ein-

heimischen stets gut gekleidet, ob in der Stadt oder auf dem Lande, werktags oder sonntags, fast ein wenig „aufgebrezelt“. Zum Beispiel Baustellen: Scheinbar überall wird gebaut. Häuser, Straßen, Neubauten, Renovierungen. Entweder war so vieles dringend sanierungsbedürftig oder Spanien lebt im Aufschwung. Letztes Beispiel: Überall begegnen uns Schwangere! Ob es allerdings zwischen den verschiedenen Auffälligkeiten einen wie auch immer gearteten Zusammenhang geben könnte, vermögen wir allerdings nicht zu beurteilen..… Hermann Pöhling


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Seite 24 Theateraufführung der Christian-Morgenstern-Schule

Der alte Garten

Zum Abschluß des Schuljahres 2004/2005 fand in der Woche vor den Sommerferien auch diesmal wieder eine Aufführung der Christian-Morgenstern-Schule statt. Es ist jedes Mal wieder überraschend mit welchem Fingerspitzengefühl die Leiterin der Gruppe, Frau Sara

Schroers, die jungen Talente für den Auftritt begeistern kann. Was oft so einfach aussieht, dahinter steht oft harte Probenarbeit, denn den jungen Schauspielern muss das Gefühl für die Bühne und das Publikum erst vermittelt werden. Bei dem Theaterstück ,,der alte Garten“ standen die tollen Kostüme besonders im Blickpunkt. Das Stück erzählt die Geschichte von zwei Kindern, die Pflanzen und Blumen in einem Garten zerstören und die im Garten lebenden Tiere quälen. Zur Strafe für ihr unredliches Verhalten erhalten sie von dem Hüter des Gartens eine Reise durch die vier Elemente (Erde, Luft, Wasser und Sonne) angeordnet. Auf dieser Reise erleben sie Abenteuer, die ihnen zeigen, wie schön und erhaltenswert die Natur ist. Wie schon oft haben die von Sara Schroers ausgesuchten Theaterstücke ein kleinen pädagogischen Anspruch, was ihren besonderen Reiz ausmacht. Die Hauptperson Stefan wurde gespielt von Gideon Kellner mit seiner Partnerin, die von Gesa Müller dargestellt wurde. Trotzdem muss festgestellt werden, dass alle Kinder eine gleich gute schauspielerische Leistung zeigten, so dass man sich schon auf die künftigen Aufführungen freuen kann.


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Jean Pütz in Homberg

Aus Anlass der 2. Oldtimer-Rallye, die Beaweine veranstaltete, war Jean Pütz, der bekannte Fernseh-Moderator, als Teilnehmer dieser Rallye in Homberg. Er war so beeindruckt von der Schönheit unserer Umgebung, dass er zusammen mit seinem Partner jeden Ehrgeiz aufgab, die Rallye zu gewinnen, um die Landschaft in vollen Zügen zu genießen. Ähnlich ging es den anderen Teilnehmern. Oldtimer-Autos und unsere schöne Umgebung, das hat etwas. Autos, die sich als Oldtimer bezeichnen, müssen mindestens 30 Jahre alt sein, um das begehrte „H“ im Kennzeichen führen zu dürfen. Aber auf dem Parkplatz vor der Scheune am Schwarzbach parkten noch viel ältere „Schätzchen“, z. B. ein Citroën von 1952 oder ein MG von 1968. Hans Sens erreichte mit diesem Wagen den 3. Platz. Den 2. Platz erreichte Thomas Kopke in einem Triumph TR 6, Baujahr 1972 und auf den ersten Platz kam Randel Kausch im Triumph TR 3, Baujahr 1961. Einen Trostpreis erhielten Martina Sauer und Martin Benn im Triumph Spitfire 1500, Baujahr 1976. Sie verloren ein Rad auf der abschüssigen Straße Richtung Hofermühle. Aber es war noch einmal gut gegangen.


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Die Fußballweltmeisterschaft macht es möglich

Die Geschäftsinhaberinnen Deselaers, Euler und Herbes in Homberg-Mitte wollten es einfach einmal ausprobieren, an einem Sonntag die Läden zu öffnen. Ein Getränke- und Grillstand und eine große Werk- und Blumenschau der beiden Firmen Wilms auf dem Parkplatz vor der Ladenzeile luden die Spaziergänger zum Verweilen ein. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. In den Geschäften gab es viel Andrang. Offenbar nutzten viele Homberger die außerordentlichen Öffnungszeit, um mit Muße zu schauen, einzukaufen, die wunderbare Blumendekoration zu bewundern und schließlich sich mit einem Bier oder einem Würstchen in den Schatten zu setzen. Das war eine Aktion, die sich für die Homberger allemal und für die Geschäftsleute bestimmt auch gelohnt hat.

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Tanzen für ein Sonnensegel

Bunt gemischt war das Tanzvolk auf der Tanzfläche. Die Fördervereins-Vorsitzenden Christel Dörner und Claudia Gibat des ev. Kindergartens hatten zum Tanz eingeladen und es kamen alle, Kindergarteneltern und die es einmal gewesen oder noch nie waren, alle, die Spaß am Tanzen haben. Das Sympathi-

Paul Peiffer

sche an diesen Veranstaltungen ist das große Engagement, mit dem auch dieser Abend organisiert wurde. Entsprechend war der Erfolg. Es kamen 1.670,- € zusammen, die der Förderverein für ein Sonnensegel spendet. Darauf kann man schon stolz sein. HSP


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Das 7. Homberger Maibaumfest

Zum siebten Mal fand auf dem Vorplatz vor dem Wichernheim das Homberger Maibaumfest des Schützenvereins statt. Gerd Dörner sorgte für die Musik und auch das Wetter hatte mit den Homberger Schützen ein Einsehen.Wie immer übernahm Bernd Conrad die Moderation. Der Sägewettbewerb stand

wieder im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zusätzlich mussten sich die Herren in einen Wettkampf einlassen, bei dem es darum ging, ohne Messer und Gabel zu essen. Auch die Jüngeren kamen auf ihre Kosten. Es gab wieder die traditionelle Kutschfahrt durchs Dorf und die Homberger Jungfeuer-

wehr gab den Kleinen die Gelegenheit einmal vorne an der Spritze zu stehen. Die Veranstaltung dauerte bis zum Nachmittag. Es gab Kuchen und Leckeres vom Grill und so gingen die Besucher mit dem Gefühl nach Hause einen schönen Tag mit den Homberger Schützen verlebt zu haben.


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Der Homberger 2006 06