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02/2006 03/2006

www.derhomberger.info

Stadtrat befürwortet baldige Verlegung und Tieferlegung der L 422.

Modell zur Tieferlegung der L422 in Homberg Im neuen IVGP (Integrierte Gesamtverkehrsplanung) ist die Tieferlegung der L422 nicht mehr vorgesehen und infolgedessen die lang ersehnte spürbare Entlastung der Homberger Bürger. Damit das auch so bleibt, hat die CDU-Fraktion im Stadtrat eine Beschlussvorlage vorgelegt, wonach die „Ortsumgehung Ratingen-Homberg (Landstraße 422 d.R.) vor dem Hintergrund der Planung des Lückenschlusses der Bundesautobahn 44 zurückgestellt“ werden soll. Nicht nur das hier plötzlich von einer Ortsumgehung die Rede ist, die seit Jahrzehnten vom Tisch ist, auch sonst scheint man in der CDU-Fraktion nicht ausreichend Bescheid zu wissen, denn in einem Leserbrief von Ratsherrin Claudia Luderich vom 23.1.2006 in den Ratinger Nachrichten ist zu lesen, dass durch den Ausbau der L 239

(Verbindung von Mettman zur A 44 durch das Hasselbachtal d.R.) „auch die L 422 entlastet [wird], so dass ganz Homberg davon profitiert.“ Der Ratinger CDU-Vertreter Ewald Vielhaus im Kreis Mettman ist der Meinung, das Projekt (L422 d.R.) gefährde den Ausbau der A 44. Da ist einiger Nachhilfeunterricht nötig. Bei der L 239 durch das Hasselbachtal handelt es sich um einen Schleichweg der Mettmanner Bürger, um schneller auf die Autobahn zu kommen, obwohl Mettmann über die B 7 eine gut funktionierende Anbindung an das Autobahnnetz hat. Warum Homberger Bürger von dem Ausbau dieses Schleichweges einen Vorteil haben, bleibt ein Rätsel. Der Ausbau des Bundesautobahnnetzes ist allein Bundesangelegenheit und für die Fernverbindungen gedacht. Die Tieferlegung einer Landstraße

hat damit überhaupt nichts zu tun. Darum wird in den vorliegenden Verkehrsgutachten auch nicht erwartet, dass es durch die Autobahn auf der L 422 zu nennenswert weniger Verkehr kommt. Vielleicht ist Folgendes ganz vergessen worden: Die Homberger Bürger kämpfen für eine Tieferlegung der L 422, um weniger Lärm in ihrem Dorf zu haben, und um eine Verbindung zu schaffen zwischen Nord und Süd. Die Verlegung der Trasse nach Süden soll kreuzungsfreies Einfädeln ermöglichen, damit es morgens und abends nicht mehr zu den Staus kommen kann. Doch man scheint sich in der CDU seiner Argumente gegenüber den Homberger Bürgern nicht so ganz sicher zu sein, wenn plötzlich gar von 60% Verkehrsentlastung gesprochen wird. Dieser Wert ist schlichtweg aus der Luft gegriffen. Vielleicht sollten die verantwortlichen CDU-Politiker einfach noch mal den im letzten Jahr vom Stadtrat beschlossenen Bebauungsplan HM 227 lesen, in dem die Notwendigkeit der Tieferlegung u. a. damit begründet wird, dass eine Verkehrsentlastung durch die A 44 nicht zu erwarten sei. In diesem Zusammenhang ist neuerdings von einer Kosten-Nutzen-Rechnung die Rede, die für die L 422 so schlecht sei, dass sich der Umbau nicht lohne. Die ungefähren Kosten kennt man, aber welche Werte gehen in die Nutzenberechnung ein? Unsere Gesundheit durch Lärm und Dreck? Die Staus zur Rushhour und deren Kosten? Die Gefährdung der Fußgänger beim Überqueren der Straße? Wenn man Werte einer Kosten-Nutzen-Berechnung in den Raum stellt, müssen die Kriterien offen


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Seite 2 gelegt werden und für den Bürger nachvollziehbar und überprüfbar sein, sonst entsteht der Verdacht, dass hier nicht mit sauberen Argumenten hantiert wird. Für Bürgermeister Birkenkamp steht der Neubau der L422 in Homberg an zweiter Stelle nach der Lintorfer Bahnüberquerung. Seiner Meinung nach sollte die Ortsdurchfahrt durch Homberg vor der Mettmanner Straße L239 ausgebaut werden. In der Abstimmung in der Ratssitzung lehnte die CDU als einzige Partei die L422 an zweiter Stelle auf der Prioritätenliste ab, alle anderen Parteien stimmten für den zweiten Platz. Bleibt abzuwarten, ob es der Stadt Ratingen nun gelingt, den Ausbau der L422 wieder in die Integrierte Verkehrsgesamtplanung aufnehmen zu lassen. Die Redaktion

Leserbriefe Wir freuen uns über jeden Leserbrief, behalten uns aber vor, aus Platzgründen, Leserbriefe zu kürzen. Leserbrief auf den Leserbrief zum Lückenschluss von Rainer Zwätz im Heft 10/11-2005 Auf die Argumente des Herrn Zwätz möchte ich wie folgt antworten: 1. Herr Zwätz hat Recht, dass der Weiterbau der A44 bis Velbert besonders Menschen mit bundesweiten Geschäftsterminen entscheidende Vorteile brächte, bzw. gebracht hätte, wären es doch immerhin 6 bis 8 km, die Entfernungen und Zeit enorm schrumpfen ließen. 2. Herr Zwätz ist für Umweltschutz, wer ist es nicht, lässt aber zu, dass entlang der Auto-

bahntrasse meterhohe Schallschutzwände und zahlreiche Brükenbauten bis zu 30 Meter Höhe die Landschaft zerstören. Wo bleibt die Rücksicht auf die Menschen, die dort der Erholung suchen? 3. Thema Trinkwasser: Was ist in 20 oder 30 Jahren, wenn die Isolierungen undicht geworden sind? Was ist mit dem Regenwasser, das von der Fahrbahn weggespült wird, mit all dem Öl, das Autos nun mal verlieren? Würde den Menschen eine mögliche Verkehrsreduzierung auf der L 422 wirklich auffallen? Wenn ich das alles abwäge, ist mir der Ist-Zustand ehrlich gesagt lieber, selbst als Autofahrer. Dieter Kock, Mozartstr. 2, 40882 Ratingen

Der Kampf gegen die Windmühlen geht weiter Nach wie vor ist der Investor, die Firma BBB Umwelttechnik GmbH fest entschlossen, die Windräder bei uns in Homberg aufzustellen. Auch die letzte Klage vor dem Oberverwaltungsgericht wegen der Fortsetzung der Baugenehmigung wird die Stadt Ratingen wohl verlieren. Wieder viel Geld in „ den Sand gesetzt“ für eine Sache, die bei sachlicher und nüchterner Betrachtung - so versichert der Sprecher des Investors - auch anders hätte geregelt werden können. Nun da die Wind-

räder kaum noch zu vermeiden sind, verlegt sich die Gemeinde auf „kindische Spielchen“. Plötzlich hat die Gemeinde entdeckt, dass ein kleines Stück des Weges zum Aufstellort der Windräder der Stadt Ratingen gehört. Um das Aufstellen der Windräder zu verhindern, will die Gemeinde die Durchfahrt verweigern. Ganz abgesehen davon, dass solche Willkürakte rechtlich nicht haltbar sind, ist dieses Verhalten um so lächerlicher, als die benachbarten Felder, auf die der Investor ausweichen

könnte, dem zukünftigen Pächter gehören. In der nächsten Woche steht im Bezirksausschuss der Bebauungsplan für „Windmühlengrundstücke“ auf der Tagesordnung. Mit Hilfe dieses Bebauungsplanes soll wenigstens die Höhe der Windräder auf 100 m begrenzt werden. Auch hiermit wird die Gemeinde sich nicht durchsetzen können, denn es gibt bereits ein höchstrichterliches Urteil, wonach eine Höhenbegrenzung von einer Gemeinde nicht vorgeschrieben werden darf. HSP

Umweltschäden in Sandgrube Liethen muss der Steuerzahler übernehmen. Wir kennen das schon, Gewinne in die Tasche stecken, Verluste der Allgemeinheit über lassen. Nun, da an der Sandgrube Liethen nichts mehr zu verdienen ist, stattdessen die Renaturierung durchgeführt werden müsste, zu der sich die DFA verpflichtet hatte, ist die DFA pleite. Sie hat Insolvenz angemeldet. Ähnlich oder noch schlimmer - geht es den Erkrathern. Hier hat die DFA am Pimpelsberg einfach einen riesigen Sandhaufen hinterlassen. So sähe es auch bei uns aus, hätten nicht mutige Bürger energisch protestiert und unentwegt die Grube

beobachtet. Der Umweltschaden ist in Homberg in Grenzen geblieben. Trotzdem sollte die Kreisverwaltung Mettmann, die hier für den Umweltschutz zuständig ist, so schnell wie möglich handeln und die Gebäudereste und den Öltank entfernen. Mit dem Sand, den die DFA nicht mehr abfahren durfte, können die zu tiefen Abgrabungen wieder aufgefüllt werden, um das Grundwasser zu schützen. Doch ganz besonders dringend ist eine bessere Umzäunung, damit niemand die steilen Sandhänge hinunterstürzen kann. Die Bür-

gerinitiative Sandgrube Liethen hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Renaturierungskonzept der Gemeinde vorzulegen. Sobald die Eigentümerverhältnisse geklärt sind - das kann allerdings noch dauern - könnte die Sandgrube als Naturschutzgebiet wieder hergerichtet werden. Inwieweit sie außerdem genutzt werden kann für Schule und Kindergarten als „Klassenzimmer in der Natur“ oder für ausgewählte Naturbegegnungen, dass muss sich aus dem Konzept ergeben. Hannelore Sánchez Penzo


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Homberger wählen Keine Sorge! Der Bundestag wird weder aufgelöst noch sieht es zurzeit danach aus. Aufgelöst wurde hingegen, so empfinden es einige Menschen in Homberg, die alte katholische Pfarre St. Jacobus der Ältere. Das ist natürlich so nicht zutreffend. War St. Jacobus 1.000 Jahre lang eine eigenständige Pfarre, so ist sie jetzt eine von vier Gemeinden in der neuen großen Pfarre Peter und Paul in Ratingen. Das mag die eine gut und der andere schlecht finden, es gibt daran nichts mehr zu rütteln. Die überwältigende Mehrheit der beteiligten Kirchenorgane hat dafür votiert und der Kardinal folglich so entschieden. Zeit für die Homberger Gemeinde, sich darauf in positivem Denken einzustellen. Trotz verlorener Eigenständigkeit bietet die neue Formation nämlich einige Mitwirkungsmöglichkeiten. Auch in der neuen Großpfarrei Peter und Paul gibt es die Kirchenorgane Pfarrgemeinderat (PGR) und Kirchenvorstand (KV). Die werden am 4. und 5. März neu gewählt. Das dafür geltende Wahlrecht scheint allerdings verzwickt. So etwas wie Wahlkreise gibt es nicht. Konnte für den PGR noch sichergestellt werden, dass alle vier Gemeinden paritätisch in ihm vertreten sein werden, soll eine solche Vorkehrung für den KV formal nicht möglich sein. Der KV wird aus 16 Mitgliedern bestehen. Aus Homberg gibt es dafür (bei Redaktionsschluss) vier Kandidaten. Stellen sich in der gesamten Pfarre genau 16 Personen zur Wahl, werden die Homberger unabhängig von ihrer Stimmenzahl dem KV angehören. Bewerben sich mehr als 16 Kandidaten (und danach sieht es aus), dann siegen die 16 mit der höchsten Stimmenzahl. Da könnten schon mal einzelne oder gar alle Homberger hinten runter fallen, denn die innerstädtischen Gemeinden in der Pfarre haben viele Wahlberechtigte und eine gute Wahlbeteiligung. Was können die Homberger Katholiken tun, wenn ihnen die angemessene Vertretung ihrer Gemeinde in Ratingen am Herzen liegt? Zunächst mal: unbedingt zur Wahl gehen! Und dann: die Homberger Kandidaten wählen! Die kann man an ihren Zeichen auf dem Wahlzettel erkennen! Jeder Wähler kann 1 bis 16 Personen ankreuzen. Er kann sich aber auch auf vier beschränken und gezielt die Homberger Kandidaten auswählen. Wofür das wichtig ist? Auf der Website der Gemeinde steht die Aufgabe des KV

beschrieben: „Der Kirchenvorstand ist für die Finanzen der Pfarrgemeinde verantwortlich. Er stellt also den Haushaltsplan auf und verwaltet alle Geldgeschäfte und das Vermögen. Weiterhin ist er für die Instandhaltung der Gebäude und für die Entscheidung über Personalfragen zuständig. Er ist Träger und Verwalter kircheneigener Einrichtungen, wie zum Beispiel die Kindertagesstätten.“ Wer will, dass Homberger Interessen bei diesen Angelegenheiten genügend Gehör finden, sollte dafür sorgen, dass Homberger im KV sind! Eine Garantie für die Zukunft ist das freilich noch nicht, wie man bei der evangelischen Gemeinde sehen kann: die Hubbelrather betrachten sich trotz Vertretung im Presbyterium in Homberger „Gefangenschaft“. Einem Problem wird sich der neue KV sofort stellen müssen, dem Problem „JacobusHaus“, Herrnhuter Straße. Das gehört der Gemeinde, ist aber seit geraumer Zeit „eingemottet“, so weit das bei Häusern überhaupt geht. Die Einstellungen bei Heizung, Wasser, Strom stellen gerade noch sicher, dass nichts passiert, keine Frostschäden eintreten usw. Eine Nutzung des Hauses findet nicht mehr statt. Grund ist die finanzielle Situation des Erzbistums (obwohl Köln als reichstes Bistum der Welt gilt). Vielleicht würde man das Haus gerne verkaufen. Aber das geht nicht so ohne weiteres, denn: das Grundstück wurde der Kirchengemeinde vor gut 30 Jahren von der Stadt mit Auflagen überlassen. So heißt es im zugehörigen Vertrag: „Auf dem Grundstück darf kein anderes Gebäude als ein Gemeindezentrum (bzw. Jugendheim nebst Wohnungen für den Mitarbeiter und den Hausmeister) errichtet und das errichtete Gebäude zu keiner anderen Nutzung verwendet werden.“ Wahrscheinlich ist Einmotten schon nicht vertragskonform, weil man das kaum als Nutzung bezeichnen kann. Übrigens gilt für das evangelische Zentrum nebenan die gleiche Rechtslage. Auch dieses Gebäude darf nicht anderweitig verwendet werden. Wenn die Kirchen die Gebäude nicht mehr nutzen wollen oder können, müssten diese samt den Grundstücken an die Stadt Ratingen übertragen werden! Dann sollte die Stadt für die Häuser nach sinnvollen Nutzungen suchen. Hermann Pöhling

Spritzschutz für „Homberger Pfütze“

Was hat das Land Nordrhein-Westfalen, das für die Landstraße L 422 zuständig ist, nicht schon alles versucht, um die sogenannte „Homberger Pfütze“ zu beseitigen. Man hat sogar schon auf der gegenüberliegenden Seite den Straßenbelag ausgebessert. Soe kriegen es einfach nicht hin. Es wäre eigentlich zum Lachen, wenn nicht jedes Anrücken einer Baukolonne so teuer wäre. Aber es hat alles nichts genützt. Nun springt die Gemeinde ein. Das Geländer zur Fahrbahn muss ohnehin erneuert werden und erhält nun einen Spritzschutz aus durchsichtigen Scheiben. Der Auftrag ist schon raus, wie uns die Stadtverwaltung versicherte. HSP

��������� Herausgeber: Homberger Verein zur Förderung von Bürgerinteressen e. V. Anschrift der Redaktion: Schumannstrasse 15, 40882 Ratingen Tel.: 02102/51998 ������������������������ ������������������������������� Redaktionsteam: Helmut Frericks, Hermann Pöhling, Hannelore Sánchez Penzo, Heinz Schulze Layout: Simon Schulze Bild/Anzeigenbearbeitung: Josè Sánchez Penzo Redaktionsschluss: jeweils Monatsende Erscheinen: zweimonatlich Druck: Schöttler Druck, Ratingen Auflage: 2500 Exemplare Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos sowie für deren Richtigkeit übernimmt der Herausgeber keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Texte spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.


Wie fantasiereich die Homberger Jecken sind, konnte man auch diesmal bei der Abendveranstaltung feststellen. Getreu dem diesjährigen Motto ,,In Homberg macht es muh und meck, die Feetze, die sind tierisch jeck“, hatten viele Gäste sich entsprechend kostümiert. So waren häufig großscheckige Kuhmuster zu sehen und auch viele Verkleidungen aus dem landwirtschaftlichen Leben. Erfreut konnte der Präsident Klaus Witzel feststellen, dass die Jugend ganz stark im Homberger Karneval aktiv ist. So wurde das Kellnern von dem Nachwuchs übernommen. Dies ist in einer solchen Veranstaltung keine einfache Aufgabe, denn bei der Ausgelassenheit ist es nicht einfach, ein volles Tablett durch das schunkelnde Publikum zu manövrieren. Dies gelang ohne Zwischenfälle. Aber nicht nur im Zuschauerraum, sondern auch auf der Bühne zeigte der Nachwuchs des Homberger Feetz sein Können. Mit der Gruppe ,,Backstage Boys und Sweetest Temptation“ unter der Führung von Oliver Hamacher haben die Homberger wieder eine Bühnenshow geboten, um die andere Karnevalsvereine sie sicherlich beneiden. Bei der Darbietung wurde nicht nur temperamentvoller jugendlicher Tanz geboten, sondern mit dem spontanen Wechsel von Kostümen und Melodien ging die Stimmung schnell auf das Publikum über. Mit dabei, zum ersten Mal, Alexander Hamacher, der jüngste Spross der Familie, der mit seinem Bruder Oliver eine starke Showeinlage bot. Diese Mischung aus Umsetzung von eigenen Ideen und von bekannten Gruppen ist der Reiz, den der Homberger Karneval auszeichnet. So ist seit Jahren mit dem Oberbilker Fanfarencorps eine Band dabei, die mit ihren rhythmischen Klängen den Saal immer wieder zum Beben bringt, denn hier wird Blasmusikmusik vom Feinsten geboten. Aber auch die Lachmuskeln wurden an diesem Abend beansprucht. Zuerst war es Mister Hardt, ein Bauchredner, der ohne Puppe seine Hand zum Sprechen brachte, so dass man die Illusion bekam, dass man die verschiedensten Körperteile zum Sprechen bringen kann..

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Die Blechharmoniker, eine Gruppe von Komödianten mit Trompete und Posaunen hatten im Anschluss das Publikum voll im Griff. Die Musiker schafften kaum einen melodischen Einklang, hatten aber die Lacher auf ihrer Seite. Der Einmarsch des Ratinger Prinzenpaares mit Gefolge war wieder ein Höhepunkt der Veranstaltung. Karl-Heinz III und Wilma I stammen aus Homberg und waren besonders stolz auf der heimischen Bühne zu stehen. Sie lobten das Homberger Publikum und die hervorragende Stimmung im Saal. Präsident Klaus Witzel wurde von der Schirmherrschaft für seine Leistung für sein Engagement im Karneval ausgezeichnet. Sein komödiantisches Können stellte er diesmal in einem Dialog als Bauer mit Thomas Büscher als Bäuerlein unter Beweis. Der Abend hat sich für alle wieder gelohnt. Bei der Organisation und Vorbereitung kann man mittlerweile auf Erfahrung der vorherigen Jahre zurückblicken, doch jede Veranstaltung ist mit einem anderen Motto eine neue Herausforderung. DJ Dörner sorgte zwischendurch für die Musik, so dass auch fleißig getanzt werden konnte. Das Essen, das gereicht wurde, schmeckte köstlich, so dass man gestärkt mit ein paar Gläsern vom guten Altbier bis zum frühen Morgen durchfeiern konnte.

Wer gut versichert ist, kann sorglos Karneval feiern. Wir wünschen dabei viel Vergnügen. Geschäftsstellenleiter

Harald Bernkopf

Steinhauser Str. 32 a • 40882 Ratingen Telefon 02102 950868


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Konzert der Christian-Morgenstern-Schule Seit einigen Jahren finden zweimal im Jahr Konzerte in der Christian-Morgenstern-Schule statt. Der Schulchor, bestehend aus Kindern der Klassen eins bis vier, sang am 30.01.06 und am 09.02.06 lustige Tierlieder und „Gesungene Geschichten“. Frau Jacobmeyer, die diese Konzerte leitet, motiviert viele Instrumentalisten mitzumachen. Es ist erstaunlich, welche Vielfalt von musischem Potential in Homberg vorhanden ist. Die Kinder und Eltern freuen sich, dass Frau Jacobmeyer diese Konzerte organisiert. Durch alle zeitlichen Epochen, von Barock bis zur Moderne, wurden die Zuhörer geführt. 75 Mitwirkende, 1/3 aller Schüler der Schule, haben mitgewirkt. Die Spielfreude der Kinder sprang schnell auf die Zuhörer über. Alle spürten, dass der Satz „Musik ist die Stimme der befreiten Seele“ (Franz Liszt) stimmt. Rosel Schroeder

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Santo Domingo, die erste Stadt der spanischen Eroberer „Meine Schöne“ soll Rafael-Leonidas Trujillo einst seine Hauptstadt Santo Domingo genannt haben, nach dem er sie mit breiten Avenidas, einer kilometerlangen Uferpromenade und einem Präsidentenpalast, ähnlich dem Capitol in Washington, ausgestattet hatte. Zum Dank nannte sich die Stadt fortan Ciudad Trujillo. Bis dahin hatte Santo Domingo bereits eine lange und traditionsreiche Geschichte hinter sich. Einst von Columbus gegründet, wurde sie schnell die bedeutendste Stadt für die spanischen Conquistadores, da sie einen gut abzusichernden Hafen hatte. Von hier aus starteten sie ihre Raubzüge nach Mittel- und Südamerika. Hier wurde die erste Kirche Lateinamerikas gebaut und die erste Universität gegründet. Ein alter Stich zeigt, dass die Stadt bereits nach kurzer Zeit über ansehnliche Bauten verfügte. Eine hohe Stadtmauer und zahlreiche Kanonen schützten die Stadt vor Seeräubern, die bald das karibische Meer unsicher machten. Noch heute liegt eine Kugel auf dem Dach der Kathedrale. Sie soll von Francis Drake stammen, der Ende des 16. Jahrhunderts für die englische Königin Elisabeth I. auf Kaperfahrt ging. Das Raster der Straßenzüge und einige Bauten sind bis heute erhalten geblieben, z.B. die alte Kathedrale und der Palast, den sich einige Jahre nach der Entdeckung Amerikas Columbus Sohn bauen ließ. Trujillo war 1930 mit Hilfe der Vereinigten Staaten an die Macht gekommen. Über dreißig Jahre beherrschte er das Land mit Unterstützung der Amerikaner, eine breite Blutspur hinter sich herziehend. Die Amerikaner ließen ihn gewähren, zum Dank durften sie das Land ausplündern. Abgeholzte Hänge sind bis heute Zeugen dieses Raubbaus. Unter John F. Kennedy änderten die Vereinigten Staaten ihre „Hinterhof-Politik“ und begannen die demokratischen Kräfte in den Ländern Lateinamerikas zu unterstützen. Über die amerikanische Botschaft erhielt eine Gruppe

Aufständischer Gewehre, mit denen sie Trujillo am 30.5.1961 auflauerten und ermordeten. Für diesen Tyrannenmord bezahlten alle mit ihren Leben. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass die Mörderbande Trujillos über seinen Tod hinaus funktionieren würde. Es dauerte dann noch mehr als dreißig Jahre, bis an der Stelle, wo Trujillo seinen Tod fand, nicht nur seines Todes gedacht wurde, sondern auch der der vielen Mordopfer während der 30jährigen Diktatur. Noch heute gibt es Straßen die nach Helfershelfern Trujillos benannt sind. Aber das interessiert heute niemanden mehr. Man hat andere Sorgen, zum Beispiel Schritt zu halten mit einem beispiellosen Aufschwung. Riesige Supermärkte und vor den hohen Festtagen leere Regale zeugen geradezu von einer Kaufwut, die besonders die untere Mittelschicht erfasst hat, wenn sie zu Geld gekommen ist. Ursache für diesen Aufschwung ist vor allem der Tourismus, der viel Geld ins Land spült. Trotz allem ist die Gesellschaft nach wie vor deutlich eingeteilt in eine Oberschicht, die abgeschirmt durch zahlreiches Wachpersonal in riesigen Villen lebt, in eine Mittelschicht, in die zunehmend Menschen aus der Unterschicht aufsteigen und in eine Unterschicht, die überwiegend schwarz ist und in den

Armenvierteln im Zentrum und am Rande der Hauptstadt lebt. Die Frauen dieser Schicht stellen das Dienstpersonal, das in den Häusern der Mittel- und Oberschicht putzt, kocht und die Kinder beaufsichtigt. Die meisten Männer schlagen sich mit Gelegenheitsarbeiten durch oder treiben Handel am Straßenrand. Fehlende Schulbildung und Aufklärung, mangelnde soziale Beziehungen, viele Kinder, die ohne richtige Betreuung aufwachsen, weil ihre Mütter das notwendige Geld in den Familien der Ober- und Mittelschicht verdienen müssen, sorgen für den ewigen Kreislauf der Armut. Allerdings gilt nicht mehr die Faustformel: je schwärzer die Hautfarbe, desto armseliger der Lebensstandard. Vielmehr ist der Aufstieg gekoppelt an Bildung. Jedoch gilt noch immer, je schwärzer, desto bildungsferner die Familie. Es bedarf also großer individueller Anstrengungen des oder der einzelnen, um aus der Armut herauszukommen, und großer Anstrengungen der Regierung. Die Zeit drängt, denn durch den illegalen Drogenkonsum in den Vereinigten Staaten und Europa sickern Waffen in das Land. Damit nimmt man sich eben, das was man nicht legal erreichen kann. Die Kriminalität steigt. In den zwölf Armenvierteln der Stadt wurde jüngst die Anzahl der Polizisten verstärkt und besser ausgerüstet, um die nächtlichen Schießereien einzudämmen. Auf den Straßen dürfen keine Kinder mehr betteln oder Schuhe putzen. Ihre Eltern werden ermahnt, die Kinder in die Schule zu schicken. Es ist ein langwieriger Prozess, der nur aufrechterhalten werden kann, wenn alle entsprechend ihrer Möglichkeiten und ohne Schiebereien und Korruption, am Wachstum teilhaben. An der Korruption, am Waffen-, Drogen- und Menschenhandel ist vorwiegend das Militär beteiligt, das einst Trujillo stützte und noch immer nicht völlig in die Kasernen zurückgekehrt ist. Überall ist die Macht des Militärs noch zu spüren, überall mischt das Militär mit.


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Erst der jetzige Präsident Fernandez hatte die politische Macht 40 Generäle nach Hause zu schicken. Aber dies ist nur ein zaghafter Anfang, die Geißel des kriminellen und korrupten Militärs los zu werden. Aber der Präsident müsste auch bei seinen eigenen Leuten durchgreifen. Die Korruption wuchert bis in die allerhöchsten Regierungskreise. Denn jeder Wahlkämpfer setzt nur sein Geld und Engagement ein, wenn er sich nach dem Sieg dies vielfach wiederholen kann. Dieses Geld fehlt dann in der Kasse des Staates, um Schulen zu bauen und um die Mitarbeiter anständig zu bezahlen, denen dann nichts anderes übrig bleibt, als den Lebensunterhalt durch „Handgelder“ aufzubessern. Allerdings macht sich auch hier ein Wandel bemerkbar. Vor allen Amtsstuben und auf dem Flughafen hängen Schilder, die darauf aufmerksam machen, dass man den Beamten nicht „extra bezahlen“ darf, und auch beachtet werden. Das ist neu in Santo Domingo. Man spürt den Stolz der Beamten, dass sie nicht mehr bestechlich sein müssen. Trotz aller wirtschaftlicher und sozialer Unterschiede und Widersprüche lebt man in der Hauptstadt nach dem Motto: Leben und leben lassen. Jeder tut das, was er gerade für richtig hält. Gesetze sind so gut wie überflüssig, sowohl im täglichen Zusammenleben, wie im Straßenverkehr. Es ist ohnehin klug, sich bei Streitigkeiten schnell zu einigen, denn eine verlässliche Polizei und Justiz gibt es nicht. Also nimmt man geduldig hin, dass die Klimaanlage des Nachbarn einem den Schlaf raubt, oder die Abgase des Generators von nebenan in das Wohnzimmer wehen. Man ist höflich und tolerant zu jedermann und pflegt

intensiv die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen, erkundigt sich ausgiebig nach dem Wohlergehen der Familie und schickt Süßigkeiten, wenn besonderer Besuch kommt. Unhöfliches Verhalten gegenüber dem Dienst- und Wachpersonal, oder gar im Straßenverkehr, ist ausgesprochen verpönt und sorgt für einen schlechten Ruf, den sich niemand leisten kann, denn man ist existenziell auf einander angewiesen. Eine staatliche Fürsorge, solidarische Krankenversicherung und Altersversorgung gibt es nicht. Auch scheint die Kriminalität am Wochenende Pause zu machen, denn der Wachmann vor der Tür hat sonntags frei. Ohnehin fragt man sich, ob er mit ausgezogenen Stiefeln unter der Bananenstaude vor sich hindösend die notwendige abschreckende Wirkung hat. Trotzdem ist jeder gut beraten, keine Wertsachen mit sich herumzutragen, die Türen gut zu verschließen und sehr aufmerksam zu sein, denn Gelegenheit macht bekanntlich Diebe. Die einst von Trujillo angelegten breiten Avenidas kommen dem heutigen modernen Straßenverkehr zu gute, denn das wichtigste Zeugnis der Schichtzugehörigkeit ist das Auto. Wer etwas darstellen will, kauft sich ein repräsentatives Auto und geht nicht mehr zu Fuß. Fußgänger gibt es in der ganzen Stadt kaum, höchstens in den Armenvierteln. Entsprechend ist der Autoverkehr. Obwohl inzwischen zahlreiche neue Brücken, Tunnel und Umgehungsstraßen gebaut wurden, bricht der Verkehr regelmäßig zur Rush-hour zusammen. Darum plant die Regierung eine U-Bahn. Zwar fragt man sich als kritischer Zeitzeuge, wie das System U-Bahn mit seinen Rolltreppen und Aufzügen überhaupt funktionieren soll, wenn schon jetzt ständig das Stromnetz zusammen bricht. Aber man hat schon mal angefangen, auch wenn noch nicht das notwendige Geld beisammen ist. Diese optimistische Zukunftsorientierung, die quer durch alle gesellschaftlichen Schichten geht, ist typisch für die Stadt. Um diesen Optimismus ist Santo Domingo zu beneiden. Täglich fällt der Strom für mehrere Stunden

aus. Auch hier wuchert die Korruption. Der Zählerableser könnte gegen ein entsprechendes Entgelt ganz einfach den zweiten Zähler übersehen, den man z.B. für die Klimaanlage oder andere Stromfresser einschaltet. Das Nachsehen hat wiederum der Staat. In den Armenvierteln hilft man sich auf andere Weise. Das Stromnetz wird vor dem Haus angezapft. Dies ist natürlich verboten, aber der Stromlieferant kann hier kaum etwas machen. Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen, und es könnte zu Unruhen kommen, wenn das Kochen der geliebten Bohnen mit Reis nicht mehr möglich wäre. Mit dem Wasser verhält es sich ähnlich. Es kann vorkommen, dass tagelang kein Wasser aus dem Hahn fließt. Die Mittelschicht zieht es daher inzwischen vor, in einem der riesigen Wohntürme zu wohnen, die überall aus dem Boden schießen. Diese habe eigene Generatoren für den Strom und riesige Zisternen für die Wasserversorgung. Außerdem kann man sich die Kosten für das Wachpersonal teilen. Zahlreiche Einfamilienhäuser in den allerbesten Gegenden stehen daher zum Verkauf. Das gleiche spielt sich an der Uferpromenade ab. Riesige Hotels, teilweise mit 30 Stockwerken, wurden hier hochgezogen. Da es hier wegen der Korruption kein wirksames Baurecht, baut jeder so wie er will, also immer höher und höher. Diese Hotels lohnen sich, weil sie ein Kasino betreiben für die amerikanischen und kanadischen Touristen. Trotz aller Vorbehalte, muss man auch dies positiv sehen, denn so kommt Geld ins Land, dass irgendwann der armen Bevölkerung zu gute kommt. Das ist überall zu spüren. Hannelore Sánchez Penzo


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Der Homberger Lutz Beyering

Mit einem lachenden Auge das Leben betrachten Was immer Lutz Beyering anpackt, so hat er scheinbar ein drittes lachendes Auge, welches gewöhnliche Dinge neu entdeckt. Wenn der Dichter Christian Morgenstern meinte, dass mit einem Mangel an Phantasie die Menschheit den Mut zum Weiterleben schon längst verloren hätte, so hätte er wohl an Lutz Beyering seine reine Freude gehabt. Seine neueste Kreation sind die zauberhaften Geschichten vom kleinen Baumkönig. Das sind Märchengeschichten, die im September 2005 in Radio Neandertal gesendet wurden und neuerdings als CD bei Raschke, aber auch im Frischemarkt und in Ratinger Buchhandlungen gekauft werden können. Die CD ist liebevoll produziert und mit Amateur- und Profi-Sprechern aufgenommen worden. Entstanden sind die Ideen zu den Märchen, als der Familienvater für seine mittlerweile 13, 9- und 6-jährigen Töchter (Jonna Fee, Jula Claire, Jesca Liv) in Ermangelung unterhaltsamer Gutenachtgeschichten den „kleinen Baumkönig“ erfand. Der Baumkönig lebt mit seinen Leuten in den Baumkronen unserer Nachbarschaft und ist so klein, dass man ihn kaum sehen kann. Augenzwinkernd erzählt Kreativität ist die Kunst, Alltägliches bleibend zu gestalten. Eine Einsicht, die auf Lutz Beyering zu passen scheint. Der Schalk, der sich in seinem Gesicht abzeichnet, erscheint als permanenter Ideengeber. In allen Bereichen seines Lebens versucht Beyering, mit neuen Ideen etwas zu bewegen. Bekannt geworden ist er in Homberg mit seiner Ausstellung 1998 im evangelischen Gemeindezentrum, wo er Kunstobjekte auf der Grundlage bekritzelter Telefonzettel präsentiert hat. Die Objekte, die er geschaffen hat, heißen ,,Ziton“, was rückwärts gelesen ,,Notiz“ ergibt. Die Worte werden in Schriftzeichen umgesetzt und einzelne Buchstaben überhöht dargestellt. Seine „Zitons“ sind mittlerweile in der Schweiz, in Frankreich, Holland und in vielen deutschen Städten ausgestellt worden. Sogar viele Promis haben ihre Notizzettel spendiert, damit der Homberger daraus Kunstblätter oder –Collagen entwickeln konnte, die u.a. für wohltätige Zwecke versteigert wurden (www.zitons. de) . Für Lutz Beyering ist Kunst eine Form der Unterhaltung, bei der dem Betrachter viel

zu sehen und möglichst auch zum Schmunzeln angeboten werden soll. Der Marketingberater Beyering ist seit 1986 selbständig. Er ist Inhaber und Geschäftsführer von Campaign House, einer Werbeagentur mit Sitz an der Meiersberger Straße 37. Er ist renommierter Fachautor, der u.a. das erste Buch in Europa über „Individual Marketing“ schrieb und lange als Marketing-Dozent tätig war. „Mit diesen Veröffentlichungen stehe ich in vielen Fußnoten und Literaturverzeichnissen deutscher Doktor- und Diplom-Arbeiten“, schmunzelt Beyering. Seine Agentur arbeitet heute u.a. für Baumaterialien, Maschinenhersteller und die chemische Industrie, aber auch für Paybacksysteme, Bodenbeläge und Einzelhändler. „Wer für Konzerne wie AEG, AGFA, Thyssen, General Electric, aber auch für Wodka Moskovskaya, Confiserieketten, Drogerien, Schuhe, Kabelanschluss und für öffentliche Institutionen in ganz Deutschland und im Ausland gearbeitet hat, ist erfahren genug, bringt überall wertvolles Wissen ein,“ so der 2-Meter-Mann, der sich selbst als „eher scheu“ beschreibt.

Fotografin Christine Kluge �Portraitfotos �Sachaufnahmen �Bildbearbeitung �Eventaufnahmen & andere Anlässe �Bewerbungsfotos mit Beratung Be

Adlerstr. 12 40882 Ratingen-Homberg Tel. 0 21 02 / 5 04 40 Fax 0 21 02 / 70 56 46


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für 3-7jährige, aber auch für Junggebliebene jeden Alters. Eine weitere Kunstfigur aus Beyerings Feder ist der „Tachilles“. Der aber ist von ganz anderem Kaliber und zeigt eine andere Seite der Beyeringschen Kreativität: ,,Spitzfindig, kleinkariert und besserwisserisch, aber auch verbalschlitzohrig, schnurrig, semantophil und satirisch. Jedenfalls liebt er den Nonsens, ohne ganz auf Bezüge zur aktuellen Wirklichkeit zu verzichten. Seit seiner Geburt hat er die Körperlänge verdreikommavierfacht, sein Gewicht verzwanzigfacht, sein Wissen hingegen kaum vermehrt und den Blick auf das Geschehen um ihn herum praktisch gar nicht verändert. Diese heroische Haltung wird flankiert von einer ungebrochenen Vorliebe für Peinlichkeiten aller Art und einem absoluten Unverständnis für so fortschrittliche Dinge wie z.B. political Correctness.“ Tachilles, die „Samtene

Lästerzunge“, hat im Bürgerfunk auf Radio Neandertal mittlerweile eine feste Sendezeit und zwar jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 20.00 Uhr bis 20.30 Uhr. Tachilles hat zu allen Themen unserer Zeit eine Meinung. So auch zum Thema Evolution: ,,Evolution?“ sagt mein Bekannter. ,,Das gibt`s doch jetzt auch als Klingelton zum Runterladen, oder?“ Evolution zwischen dem besoffenen Frosch, Schnappi, dem Känguruh und Rolf, dem Rülpstier! Als Klingelton! Ist die Welt nicht schon so grausam genug?“ Aber er „erlebt“ auch Verrücktes: „Bei Burger King gibt’s jetzt auch voll den Rehbraten,“ sagte die Zahnspange, „der heißt da aber Kids Menu. Und ´n Kitz ist doch ´n kleines Reh, oder?“ Den gesammelten und zum Lesen aufbereiteten Unsinn von Tachilles gibt es in einem Taschenbüchlein mit über 100 Seiten. Zu bestellen auf der Website www.tachilles.de oder telefonisch unter 588699. Wie gesagt: Lutz Beyering ist von erfrischender Kreativität und vielseitig interessiert. So ist er Mitglied des Deutschen Kommunikationsverbandes, der Deutschen Marketing-

Vereinigung, der Gesellschaft für deutsche Sprache. Er ist Vorsitzender des Elternrates der Städtischen Musikschule Ratingen und 2.Stv.Vorsitzender des Förderkreises, Mitglied des Ratinger Kulturbundes und Mitglied des Clubs der Maler in Ratingen. Für Lutz Beyering sind Zeichnung und Sprache Mittel, seinen Mitmenschen seine geistreiche Interpretation unseres Alltags näher zu bringen. Er ist kreativ und zeigt uns, wie schön es ist, den Alltag mit ein wenig Phantasie erfrischender zu machen. So meint Tachilles zum Abschluss zur Liebe: ,,Die Liebe – ein großes Thema, ein weites Feld, das nicht einmal Tachilles erschöpfend würdigen kann. Vielleicht das schönste daran ist, dass wir ab und zu sogar nette neue Leute kennenlernen, die wir eventuell lieben könnten. Und wenn der Mensch uns dann anspricht mit den Worten ,Ich liebe Dich“, dann , ja dann können wir endlich den Satz loswerden, der uns schon immer am Herzen gelegen hat: ,Ich mich auch.“ Heinz Schulze


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Eine Reise nach Israel Am 18.05 05 ging es los, mit dem Flieger nach Frankfurt/M und dann durfte ich Flugunerfahrene mich auf dem großen Frankfurter Flughafen zurechtfinden. Hier bekamen wir auch den ersten Kontakt mit unserem Reiseleiter, Herrn Wolf. In Tel Aviv angekommen, wurde zunächst unsere Geduld auf die Probe gestellt. 90 Min dauerte es, bis ich durch die Passkontrolle war. Ich hatte schon Sorge, dass mein Koffer schon nicht mehr auf dem Band war. Schnell war die Warterei vergessen, als wir mit dem Bus entlang der Mittelmeerküste durch die wunderbare Landschaft nach Norden Richtung Haifa fuhren. Da man Züge schneller mit Bomben lahm legen kann, und die Strecken dann für mehrere Tage ausfallen, fahren in Israel kaum Züge. Kurz vor Haifa bogen wir rechts ab und fuhren

Richtung See Genezareth südlich um den See herum zu unserem Hotel, das zu einem Kibbuz gehörte und etwa 200 m unter dem Meeresspiegel lag. Als die Bustüren aufgingen, schauten zwei bewaffnete Wachleute herein. Das sollte bei jeder Ankunft im Hotel sein. Das Wissen von Herrn Wolf war grandios, und er hat es einzigartig didaktisch und unterhaltsam vermittelt. Am nächsten Tag fuhren wir in den Golan, wo Jesus gepredigt hat. Die achteckige Kirche der Seligpreisungen (achteckig nach der Anzahl der Seligpreisungen) sah in der Landschaft wunderbar aus. Der Blick fällt auf den See Genezareth. Im gesamten Gebiet der Kirche hat Jesus gepredigt. In der ansonsten schlichten Kirche ist an den Wänden der Kreuzweg. Weiter ging es zur Brotvermehrungskirche in Tabgha, beeindruckt war ich von den zauberhaften Mosaiken auf dem Fußboden, zwei Fische und vier Brote, das fünfte Brot, so wurde uns gesagt, sei Jesus. Einen Spaziergang bei 34° C vorbei am Olivenhain herunter zum See Genezareth, wo wir eine Bootsfahrt machten. Auf das Boot kommen, erschien uns schon sehr abenteuerlich. Es stand eine kleine Leiter auf mehreren Matten, wie wir sie aus der Turnhalle kennen. Wenn zwei Personen eingestiegen waren, wurden die Matten neu gerichtet. Es erklärte sich dann aber beim Verlassen des Bootes, denn da passte alles. So haben die Schiffe vor 2000 Jahren ausgesehen, nur dass sie heute einen Motor haben. Kaum waren wir losgefahren, wurde auch schon die deutsche Flagge gehisst. Am nächsten Tag fuhren wir u. a. zum Banja, einer der drei Jordanquellen. Das Wasser war kristallklar, von dort Anzeige gingen Blütezeit

wir über ziemlich unwegsames Gelände runter zum Wasserfall des Banjas. Weiter wollten wir nach Gamla, dem Massada des Nordens und einen Spaziergang zur antiken Stadt machen. Da es aber Freitagnachmittag 16.45 Uhr war, und der Shabbat begann, war dort schon geschlossen. Wenn keine Besucher mehr da sind, wird zu gemacht, auch wenn die offizielle Öffnungszeit noch nicht zu Ende ist. Dann kamen wir wieder ins Hotel, und da sollten wir alle eine Überraschung erleben. Morgens hat mich eine Dame aus unserer Gruppe angesprochen, dass sie die Klimaanlage gefunden hat, da hatten wir nämlich alle unsere Schwierigkeiten. Schnell lief ich ins Zimmer und stellte diese an. Vor dem Abendbrot, zu dem wir von der jüdischen Gemeinde eingeladen waren, überlegte ich, ob ich sie ausstellen sollte oder erst, wenn ich ins Bett gehe. Ich entschloss mich für das letztere. Sehr angenehm aufgefallen war mir, dass alle Juden zum Shabbat sich sehr chic angezogen haben, vor allem die Damen. Dabei fiel mir auch auf, dass bei uns die Kleiderkultur, gerade am Sonntag, welches ja im übertragenen Sinne unser Shabbat, nämlich unser Ruhetag ist, sehr stark nachgelassen hat, und 17:05Sinne Uhr weh, Seite 1 es30.05.2005 tat auch im gewissen zog man

Blumen und Geschenke M. Philippen

Dorfstraße 7 Tel. 0 2102 / 1 33 96 60 40882 Ratingen-Homberg E-mail: Philippen@uni.de Öffnungszeiten: Do - Fr 9 - 13 und 15 - 18 Uhr, Sa 9 - 13 Uhr


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sich in früheren Jahren auch wesentlich netter an als wochentags, heute ist es umgedreht. Da wurde einem der Wandel richtig bewusst. Die Tische waren alle sehr festlich gedeckt. Wir mussten vor dem Essen Getränke bestellen, und da wir am nächsten Morgen nach Jerusalem abreisten, mussten wir einschließlich der Getränke, die wir am Abend genießen wollten, schon gegen 17 Uhr unsere Rechnung bezahlen. Denn am Shabbat werden keine Geschäfte getätigt. Der Sabbat dauert bis Samstagabend, bis die ersten drei Sterne sichtbar sind. In Nazareth gingen wir durch die engen Gassen (Autos können dort nicht fahren) die rechts und links von orientalischen Geschäften gesäumt sind. Auf den ersten Blick herrscht ein heilloses Durcheinander, auf den zweiten Blick Ordnung. Es ist eine Ordnung, die für uns gewöhnungsbedürftig ist. Und Düfte, nach Kräuter, Gewürze, Süßigkeiten, alles gemischt. In Nazareth essen wir dann in einem Straßenlokal, eigentlich zwei Lokale, die nebeneinander liegen aber zusammengehören. Wer möchte Fallada, Finger hoch, was anderes gab es im anderen Haus, alles von einem Kellner. Wer möchte O-Saft, Finger hoch, wer möchte Grapefruchtsaft, auch Finger hoch. Vorspeisen ist selbstverständlich, Fladenbrot mit verschieden Pasten und Salaten, einfach köstlich. Stets waren die Tische mit den einfachsten Mitteln sehr liebevoll und sorgfältig gedeckt. Nach dem Essen bekamen wir stets vom Haus als Dank ein Getränk. Die Verkündigungskirche in Nazareth, ist auf der Stelle errichtet, wo der Engel Gabriel Maria verkündet hat, dass sie schwanger wird. Die Kirche ist auf zwei Ebenen errichtet, damit die antike Stätte darin integriert ist. Hier in Nazareth hat Jesus den Tischlerberuf gelernt, und arbeitete acht Kilometer weit im reichen Zippori. Es ist erstaunlich, dass da noch eine Strasse von vor 2000 Jahren sehr gut erhalten ist, ja, sogar die Spuren der Räder sind in den Steinen zu sehen. Der Bürgersteig ist ein wunderbares kunstvolles Mosaik. Die Geburtskirche in Bethlehem befindet sich

über der Geburtsgrotte. Auf der östlichen Seite ist eine runde Nische angebracht, die einen großen Silberstern enthält, der von vielen Menschen geküsst wird und auf die Stelle hindeutet, wo Jesus nach Überlieferung das Licht der Welt erblickt hatte. Die Kirche wird von den Griechisch-Orthodoxen und den Armenisch-Orthodoxen gepflegt. An den Mauern der Via Dolorosa in Jerusalem sind die 14 Kreuzwegstationen Jesus in Reliefs dargestellt. Der Schlüssel zur Grabeskirche ist seit vielen Generationen in muslimischer Verwaltung, da sich die verschiedenen christlichen Religionen immer wegen irgendetwas streiten. Man kann in das Grab hinein gehen, ich verzichte aus persönlichen Gründen darauf. Der Garten Gethsemane ist sehr schön gepflegt, Ölbäume und Rosen schmücken ihn, ein Baum, so wird uns gesagt, könnte 2000 Jahre alt sein. Auf dem Tempelberg hat sich vieles zugetragen, er soll der Berg sein, auf den Abraham beinahe seinen Sohn Isaak geopfert hatte, hier hat Jesus als 12-jähriger mit den Gelehrten diskutiert, hier hat er die Tische der Wechsler umgeschmissen, hier zerrissen die Vorhänge beim Tode Jesu, hier soll Mohammed zum Himmel aufgefahren sein. Die Klagemauer beeindruckt so sehr, und es ist für die Juden DAS Heiligtum, das ich darauf nicht näher eingehen möchte. Aber wir fahren noch durch die Wüste, eine bizarre, bezaubernde Landschaft. In der Wüste Judäa sind im Jahr 2004 mehr Menschen ertrunken als verdurstet. Die Wanderer gehen in den ausgetrockneten Flussbetten. Wenn es in Jerusalem regnet, kommt das Wasser etwa drei Stunden später mit drei bis fünf Meter in den Flussbetten an, da gibt es kein Entweichen. Eine Strasse fahren wir lang, in der Jesus langgegangen sein soll. Nach Regen kann es sein, dass die Wüste wunderbar blüht, und wenn dann über mehrere Stunden der warme Wind darüber weht, ist auch schon wieder alles verdorrt. Die Wüstenlandschaft hat mich sehr beeindruckt, man kann die Schönheit nicht beschreiben, und Bilder geben nur einen Bruchteil der Schönheit wieder. Wenn man die Beduinendörfer sieht, fühlt man sich 2000 Jahre zurückversetzt. Wie ein Vogelnest klebt das St. Georgs- Kloster an den Felsenwänden des Wadi Qelt. Das Kloster wurde um 480 zu Ehren der Jungfrau Maria gegründet und 618 überfallen. Heute leben dort griechisch-orthodoxe Mönche. Wir schauen auf den Berg der Versuchung, wo Jesus vom Satan versucht wurde, (Math.4)

auch hier ist ein Kloster in den Felswänden, gleich einem Adlerhorst, errichtet. Von der Stelle, von wo wir auf das Kloster blicken, drehen wir uns um 180°, dann blicken wir über das 12 Km breite Jordantal auf den Berg Nebo, wo Moses das gelobte Land sehen , es aber nicht betreten durfte. (5.Mose,34,4). In den Höhlen von Khirbet Qumran hat man Schriftrollen aus Papyrus, Pergament und Kupfer die in Tongefäßen versteckt waren, in welchen sie während nahezu 2000 Jahren dank des vorherrschenden trockenen Wüstenklima bewahrt wurden. Das bekannteste Dokument ist wahrscheinlich die Jesaja Schriftrolle, die noch etwa 1000 Jahre älter ist. Heute können wir die Schriftrollen im Jerusalem Museum bewundern. Mit einer Gondel fahren wir auf die 450 m hohe (400m u. Meeresspiegel) Festung Massada. Hier haben sich 70 n CH. 1000 jüdische Eiferer, auch Zeloten genannt, vor den Römern versteckt. Als drei Jahre später klar wurde, dass die Römer die Oberhand gewinnen, wurden 100 Menschen ausgelost, die alle anderen umbringen sollen. Man wollte lieber sterben als unter die Römer fallen. Nahrungsmittel wurden zurück gelassen, damit die Römer nicht denken, man sei verhungert. Zwei Frauen und drei Kinder hatten sich in einer Zisterne versteckt und konnten dann alles berichten. Da ich Höhenangst habe, habe ich auf einen Rundgang verzichtet und habe stattdessen die wunderbare Aussicht auf das Tote Meer genossen. Beim Rückflug haben wir drei! Stunden gebraucht, bis wir durch alle Kontrollen waren. Teilweise wurde schon vor dem Flughafengebäude kontrolliert. Während wir in der Warteschlange standen, wurden gezielte Fragen gestellt. Bekam man einen kleinen Zettel auf den Koffer geklebt, wie ich, wurde der Koffer geöffnet, aber soviel Spaß hat es den Beamten nicht gemacht, in der schmutzigen Wäsche einer Oma rumzuwühlen. Besonders beeindruckt hat mich das Kinderheim „Abrahams Herberge“, der Evang. Luth. Reformationskirche, in dem 53 jüdische, christliche, muslimische, israelische und palistinänsische Kinder wohnen, hier sind 25 % der Kosten abgedeckt, 42 Kinder kommen nach der Schule, essen zu Mittag und machen Ihre Hausaufgaben. Es ist ein Stück Friedensarbeit, da diese jungen Menschen trotz unterschiedlicher Religionen die Achtung voreinander und Zueinander lernen, lernen, dass es eigentlich keine anderen Unterschiede gibt. Renate U. Brechtel


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Homberger Altenclub im Haus der Geschichte in Bonn Die Flucht der Familie Ziebell aus dem Osten

Am 24. Januar 2006 fuhr der Homberger Altenclub mit Dr. Jürgen Schröder, Erich Lomoth und Günter Ziebell zum Haus der Geschichte nach Bonn. Thema der Ausstellung ist unter anderem die Flucht und Vertreibung insbesondere nach dem 2.Weltkrieg. Für viele Homberger war dies eine Auffrischung einer teilweise schmerzhaften Erinnerung ihrer ersten Lebensjahre. Unter dem Eindruck des nie dagewesenen Ausmaßes eines Krieges, der über ganze Familien die Realität von Hunger, Vertreibung und Tod brachte, hieß es nach dem 2.Weltkrieg: nie wieder Krieg. Trotzdem hat es seit dem Ende des 2.Weltkrieges weltweit unzählige durchaus große kriegerische Auseinandersetzungen gegeben. Tausende flohen bei Kriegsende vor der schnell vorrückenden Ostfront. Auch Ingelore und Günter Ziebell aus Homberg-Süd mussten dieses Schicksal überstehen. Mittlerweile haben sie ihre frühere Heimat öfters besucht und im Falle von Günter Ziebell Freundschaft mit den jetzigen polnischen Besitzern geschlossen. Ingeborg Ziebell stammt aus der Stadt Allenstein in Ostpreußen. 5 Jahre war sie alt als sie ihr Elternhaus mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter verlassen musste. Das Haus wurde angesteckt und fiel den Flammen zum Opfer. Auf der Suche nach einer Wohnung kamen sie in einem verlassenen Haus unter, in dem die Fensterscheiben zerstört waren. Notdürftig wurden die Fenster von der Großmutter mit Tüchern zugehängt. Sie erkrankten alle drei an Typhus. Nachdem sie es ablehnten die polnische

Staatsangehörigkeit anzunehmen, wurden sie im August 1945 ausgewiesen. Von einem Sammelplatz aus ging es zu einem Güterwagen, mit dem sie dicht gedrängt gegen Westen fuhren. Oft hielt der Zug stundenlang ohne ersichtlichen Grund bis man schließlich in dem Ort Barth an der Ostsee ankam, wo es in einem Sammellager seit langer Zeit endlich wieder etwas zu Essen gab. Die Flüchtlinge wurden auf Häuser verteilt, in denen noch Zimmer frei waren. So kam Ingelore Ziebell mit ihrer Mutter in dem Ort Zingst (auf dem Draß) bei einer sehr netten Familie unter. Es war kurz vor Weihnachten und Ingelore Ziebell wagte nicht auf ein Geschenk zu hoffen. Als große Überraschung hat dann aber die Hausherrin aus Flicken eine Puppe genäht und ihr ins Bett gelegt. Doch als der Mann ihrer Wirtin aus dem Krieg wieder kam, musste das Zimmer geräumt werden. Sie kamen dann zu einer Familie im Ort, wo alles nur furchtbar war. Sie hatten kein Wasser und keine Toilette. Ingelore Ziebell und ihre Mutter durften nur an einer bestimmten Stunde am Tag die Toilette ihrer Hausherrin benutzen. Unten im Flur stand der Fressnapf für den Hund, und da die kleine Ingelore solchen Hunger hatte, hat sie aus dem Napf gegessen, bis es auffiel, dass der Hund so schnell mit dem Fressen war. Der Vater von Ingelore Ziebell war in Alexandria in Kriegsgefangenschaft. Er wollte auf keinen Fall in den Osten entlassen werden. So kam er nach Ülzen bei Hannover. Um zu ihm zu gelangen mussten Ingelore Ziebell und

ihre Mutter nachts schwarz über die Zonengrenze. Dies war aber nicht ohne Risiko möglich, denn wer erwischt wurde, der wurde erschossen. Glücklich trafen sie den Vater in Uelzen wieder. Der Vater fand dann schnell als Vermessungsingenieur eine Stelle, die Familie kam in Blankenheim in der Eifel unter und von dort aus ging es nach Düsseldorf. Günter Ziebell stammt aus dem Kreis Lauenburg in Pommern. Die Familie war seit 1932 auf ihrem Hof ansässig. Mit Kriegsende wurde der Vater nach Russland verschleppt, der Bruder war Soldat und wurde schwer verletzt. Günter Ziebell war damals 14 Jahre alt. Es gab keinen Strom, die Tiere waren geplündert. Am Haus hing ein Zettel, damit man wusste wer im Haus wohnte. Ein polnisches Ehepaar zog in das Haus ein. Mutter Ziebell mit vier Kindern wurde ausgewiesen. Es konnte nur mitgenommen werden, was man tragen konnte. Von Lauenburg ging es im Viehwaggon mit dem Zug Richtung Westen. Die Fahrt dauerte 2 Tage bis Stetin mit drei Wochen Lageraufenthalt. Um zu überleben wurden die letzen Habseligkeiten gegen Nahrungsmittel eingetauscht. Nach weiteren großen Entbehrungen gelangte man nach Bad Segeberg und dann über Uelzen ins Übergangslager nach Wipperfürth. Von dort erfolgte die Einweisung nach Overath am 31.Juli 1946. Die Familie wurde im Westen sesshaft und später erhielt Günter Ziebell die Chance in Düsseldorf zu einer Gärtnerlehre, die er dann mit der Meisterprüfung abschloss. Er wurde Mitglied im Vorstand des Verbandes der ,,Deutschen


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Jugend des Ostens“ und reiste im Nachkriegsdeutschland mit Jugendgruppen nach Rotterdam, Frankreich, Schweden, Tschechoslowakei, Polen und Russland. In einer Jugendgruppe der Landsmannschaften der Vertriebenen lernte Günter Ziebell seine spätere Frau Ingelore kennen. Sie wohnten zuerst in Ratingen West und stellten einen Antrag bei der ,,Deutschen Bauernsiedlung“ für ein Haus in Homberg Süd. Die gesetzliche Grundlage für die Bauernsiedlung ist das Reichssiedlungsgesetz von 1919, wonach der Anspruch für ein Grundstück daraus abgeleitet wurde, dass die Familie aus der Landwirtschaft stammen musste und die bisherige landwirtschaftliche Existenz verloren gegangen war. In Homberg gab es 250 Grundstücke mit einer Mindestgröße von 800 m². Die Hypotheken waren günstig, so dass die Finanzierung für die Heimatvertrieben aufzubringen war. Zusätzlich ergab die Größe des Grundstückes die Möglichkeit der landwirtschaftlichen Grundversorgung. Die Heimatvertriebenen mussten sich in neuen Berufen zurechtfinden, größtenteils als Hilfsarbeiter. Viele Sudentendeutsche kamen im Bayrischen Wald in die Glasindustrie unter, die daraufhin einen Aufschwung erlebte. Günter Ziebell wurde Vorsitzender des Siedlervereins Hombergs. Die Grundstücke waren zwar schön gelegen, aber es gab anfänglich nur die Zufahrt über die Metzkausener Straße, so dass die Mütter, wenn sie ihre Kinder in den Kindergarten nach Homberg Nord bringen wollten den Weg nur mit Gummistiefeln bewerkstelligen konnten. Es gab auch Probleme mit dem Hausbau, insbesondere mit dem Lösboden und dem im Boden aufgestauten Wasser. Auch mit der Abrechnung gab es

Probleme. Als eine größere Nachzahlung von der Bauernsiedlung gefordert wurde, konnte dies mit einem Gang zum Düsseldorfer Ministerium größtenteils abgewendet werden. Aber man schreckte auch nicht davor zurück unberechtigte Forderungen durch Klagen abzuwenden. So ergab sich das deswegen viele Eintragungen ins Grundbuch erst ab1980 vorgenommen werden. Homberg war bis 1975 eine selbstständige Gemeinde (Homberg-Meiersberg, Hasselbeck, Schwarzbach). Die Gemeinde hatte nicht viel Geld und so gab es auch nicht viel Unterstützung für die neuen Siedler. Da war man froh, dass 1975 im Rahmen der Neugliederung Homberg zu Ratingen kam. Noch im Sommer 1975 wurde auf Veranlassung des damaligen Stadtdirektors Dr. Dahlmann mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme die Herrichtung der öffentlichen Grünanlagen unter Leitung von Günter Ziebell begonnen. In der Grünanlage Steinhauser Straße griffen

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die Siedler selbst zum Spaten und pflanzten Sträucher. Homberg Süd ist aus einer Mixtur aus Bauernsiedlung, Neue Heimat und privat gebauten Häusern entstanden. Dies hat sich für die Bevölkerungsstruktur als positiv erwiesen. Die Fahrt zum Deutschen Museum nach Bonn war für die Besucher eine Reise in ihre eigene Vergangenheit. Mit der Öffnung Europas werden die Ereignisse zur Geschichte. Doch die Erlebnisse sind von solch einschneidender Härte, dass sie keiner, der sie erlebt hat, vergessen kann. Die Frage von Schuld und Vergeltung stellt sich nicht, denn der einzelne Vertriebene, hat die Vorkommnisse nicht heraufbeschworen, sondern für ihn und seine Verwandten ging es um das blanke Überleben. Dies zu erfahren und auch die Erinnerung wach zuhalten, erscheint wichtig, damit kommenden Generationen ein solches Schicksal erspart bleibt. Heinz Schulze


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Die Musik als Inspiration Nora Baldini und Hermann Keller

In Homberg gibt es viele Familien, die musizieren. Eine besondere Bedeutung hat die Musik in der Familie von Nora Baldini und ihrem Ehemann Hermann Keller. Nora Baldini spielt Harfe, Hermann Keller spielt Saxophon und die beiden Söhne Pietro, 8 Jahre, und Emilio, 5 Jahre, lernen Klavier. Sie wohnen seit 1990 in Homberg-Süd am Pferdskamp Die Harfe ist das Musikinstrument von Nora Baldini seit ihrem 10.Lebensjahr. Eigentlich ist es reiner Zufall, denn als sie ans Musikkonservatorium nach Mailand kam, hätte sie genauso gut Flöte oder Klavier lernen können, doch der Platz an der Harfe war gerade frei. Heute ist das Instrument aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Das besondere an der Harfe ist ihr Klang, der schon vor Jahrtausenden als die Magie göttlicher, dämonischer und übernatürlicher Kräfte gedeutet wurde. Die Harfe gehört zu der Klasse der Chordophone, deren Saitenebene senkrecht zur Decke des Resonanzkörpers verläuft. Die zwischen Resonanzboden und Hals angespannten Saiten werden mit den Fingerkuppen beider Hände angezupft. Schon der biblische König David nutzte das Instrument bei der Verkündigung von Prophezeiungen. Im Mittelalter wurde die Harfe gern genutzt, kein Barde oder Troubadour ist ohne dieses Instrument denkbar. Zu dieser Zeit wurde die Harfe von Männern gespielt, später bis zum heutigen Tage überwiegend von Frauen. Nora Baldini stammt, wie der Name schon vermuten lässt, aus Italien. Geboren ist sie

allerdings in Rochester in den USA. Ihr Vater war dort Physikprofessor und die Mutter Physikerin. Obwohl es sich in Amerika gut leben ließ, bekam die Familie Heimweh nach Italien. So führte ihr Weg nach Mailand zurück. Mit 20 Jahren schloss Nora Baldini nach dem Abitur ihre musikalische Ausbildung mit dem Harfendiplom am Konservatorium von Mailand ab. Im Anschluss unterrichtete sie in der Schule Musik und war u.a. im Rundfunkorchester von Neapel tätig. Mit 24 Jahren zog es sie noch einmal an die Stätte ihrer Kindheit nach Rochester in die USA, wo sie an der Eastman School of Music für eine Jahr studierte. Zurück in Italien musizierte sie in verschiedenen kammermusikalischen Ensemble. Ein neuer Abschnitt in ihrem Leben trat unverhofft in einem Urlaub 1987 auf Sardinien ein. Dort traf sie auf den jungen Hermann Keller, der ihr Herz im Sturm eroberte. Die Vorrausetzungen waren sicherlich darin gegeben, dass dieser teutonische Mann neben seinem tadellosen Aussehen auch die Beschäftigung mit der Musik als große Leidenschaft hatte. Nachdem sich das junge Paar entschloss, sein zukünftiges Leben in Deutschland weiterzuführen, studierte Nora Baldini an der Musikhochschule in Köln, gastierte mit dem WDR in ganz Europa und spielte in verschiedenen Orchestern. Dabei muss man wissen, dass Deutschland und insbesondere das

Ruhrgebiet mit Orchestern gut bestückt ist. Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Kulturorchester wie in unserer Region. Ein großer Traum ging für Nora Baldini in Erfüllung, als sie ein festes Engagement bei den Essener Philharmonikern erhielt. Das Orchester hat seit 1904 eine beachtliche Tradition und hat den Ruf Essens als Musikstadt wesentlich geprägt. Hermann Keller ist Maschinenbauingenieur und stammt aus einer Musikerfamilie. Er spielt Saxophon und Bassgitarre und produziert Kinder-Rock-CDs. Schon mit 8 Jahren begann er eine klassische Klarinettenausbildung, später wechselte er zur Pop-und Jazzmusik und spielt seit fast 30 Jahren live in verschiedenen Bands. Heute hat er ein Tonstudio im Keller seines Hauses und hat zahlreiche Filmmusiken und Titelmusiken fürs Radio (Deutsche Welle) und Fernsehen produziert. So nimmt die Musik im Haus Baldini-Keller eine zentrale Rolle ein. Das schöne ist, die Kinder sind mit Engagement dabei. Der Pietro singt im Essener Kinderchor und beide Jungen unterstützen ihren Vater bei der Produktion der Musik-CDs. Somit kann man mit Freude feststellen, wie das Familienleben durch die Musik inspiriert wird und die Kreativität immer neue Impulse erhält. Heinz Schulze


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„Nach 50 Kilometern ist man süchtig!“

Heinz Bernards weiß, wovon er spricht. Ihm ist es selbst so gegangen. Das Fahrzeug, von dem hier die Rede ist, sieht beinahe wie ein kleiner Formel-1-Rennwagen aus, liegt genauso auf der Straße, kann aber nur 75 km/h fahren. Das „Kart“ wird von der Firma Kreidler auf der Basis ihrer legendären Roller gebaut. Der 2-Takt-Motor leistet bei 100cbcm 8 PS, der Tank hat je nach Fahrweise eine Reichweite von 80-100 km. Das würde für eine Sonntagsnachmittagstour für einen Genießer reichen, die sich bei einer Fahrt durch schöne Landschaften entspannen will. Darum ist das Fahrzeug - und darauf besteht Heinz Bernard

- auch nicht für die Autobahn geeignet. Jeder Führerscheinbesitzer der Kl. 3 oder B darf den Kart fahren, denn das Fahrzeug ist zugelassen wie ein normaler PKW, allerdings nur mit Helm. Heinz Bernards Liebe zum Kart kommt nicht von ungefähr. Viele Jahre war er aktiv im Motorsport, entdeckte vor einigen Jahren ganz zufällig das Kart auf einer Rennbahn und war begeistert. Inzwischen wurden die Fahrzeuge so weiterentwickelt, dass man mit ihnen auf der Straße fahren kann, was den Spaßfaktor vervielfacht. Wenn Sie sich für einen Kart interessieren, sollten Sie sich den 25.3.2006 merken. Um 10.00 Uhr eröffnet Heinz Bernards im Grashofweg 10 mit einem „Saisonopening“ die Sommersaison. Jeder, der einmal das Kartfahren ausprobieren möchte, ist herzlich eingeladen. Weitere Informationen über technische Daten und Mietkonditionen eines Karts erhalten Sie unter www.streetandfun.de HSP

24.Second-Hand Börse von Frauen für Frauen wenig k für schran leider K im Neues Etwas

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Zu schade zum Wegwerfen

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Mittwoch, den 22. März 2006 um 18.30 Uhr in Ratingen Homberg-Nord,

Im Luthersaal neben der ev. Kirche, Dorfstr. 10 Einlass für Verkäufer ab 18.00 Uhr Bei Rückfragen und Absagen: Tel: 02102/81749

In gemütlicher Atmosphäre, bei Kerzenschein und leckerem Imbiss kann fast alles erstanden werden, was Frauen interessiert. Second Hand Kleidungsstücke, Accessoires, Handtaschen, Hüte, Schmuck, Bücher, Porzellan, Dekorationen........... der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt .


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Interessengemeinschaft MUT ZUR LÜCKE Homberg gegen den Bau der A 44 Elisabeth Isenberg • Am Dorfkrug 5 • 40882 Ratingen

Bürgerinitiative Ratingen/Heiligenhaus/Velbert gegen die A 44 Eckhardt Brandt • Am Stinder 18 • 42459 Velbert

4.Februar 2006

Offener Brief Herrn Wittke, Minister für Wohnen und Verkehr Herrn Regierungspräsident Dr. Büssow Herrn Wilhelm Droste, MdL Herrn Ewald Vielhaus Fraktionen im Regionalrat Düsseldorf nachrichtlich: Bürgermeister der Stadt Ratingen Fraktionen im Rat der Stadt Ratingen Integrierte Gesamtverkehrsplanung hier: L 422 Ortsdurchfahrt Homberg (Vorhaben 23081) Sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrter Herr Regierungspräsident, sehr geehrter Herr Droste, sehr geehrter Herr Vielhaus, sehr geehrte Damen und Herren, die oben genannten Initiativen halten eine Neubewertung der neuen Ortsdurchfahrt Ratingen-Homberg L 422 wegen grober Nichtübereinstimmung von Bundes- und Landesverkehrsplanung für zwingend erforderlich und bitten Sie, dies zu veranlassen bzw. zu unterstützen. In dem Entwurf zum Infrastrukturbedarfsplan, als Teil der Integrierten Gesamtverkehrsplanung, hat die L 422 neue Ortsdurchfahrt Ratingen– Homberg (Vorhaben 23081) nur einen niedrigen Nutzen-Kosten-Wert von 0,15. Warum ist dieser Nutzen-Kosten-Wert so niedrig? Die Vermutung liegt nahe, dass die Lastwagen der Wülfrather Kalkwerke der Autobahn 44 (die als Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes ausgewiesen ist) zugeschlagen wurden. Jeder, der die regionale Verkehrssituation kennt, weiß, dass die Kalklaster sich nicht den Berg (L 426) zur Autobahnauffahrt Velbert heraufquälen werden, aber die Planer schlagen sie immer der A 44 zu. Berücksichtigt wurde vermutlich auch nicht, dass viele andere LKW weiterhin zu den ansässigen Firmen (z.B. Berding Beton, Claus und Matthes, Baustoffhandel Lehmann und andere) im Homberger Industriegebiet fahren werden. Ein weiterer, wesentlicher Punkt ist, dass der Faktor der Trennwirkung in der angesprochenen Bewertung nur minimal ins Gewicht fällt. Das ist völlig unverständlich, da extra ein begleitender Bebauungsplan HM 227 A „Homberg Mitte“ für die Beseitigung der Trennwirkung erarbeitet wurde. Bemerkenswert auch, dass beim ebenfalls im Planentwurf ausgewiesenen Nutzwert die Straßenplanung erheblich besser abschneidet. Denn im Unterschied zum Nutzen-Kosten-Wert, der in erster Linie nur eine wirtschaftliche Betrachtung enthält, fließen in den Nutzwert Umwelt-, Wirtschafts- und städtebauliche-/Verkehrsbelange jeweils gleichberechtigt ein. Hier ist der Nutzwert mit 102,51 positiv und damit besser als bei mancher Straße, die aus rein wirtschaftlichen Gründen in den vordringlichen Bedarf Stufe 1 aufgenommen worden ist. Offensichtlich untauglich wird die Bewertung aber angesichts der Diskrepanz der angenommenen Verkehrszahlen für die A 44. Der Bundesverkehrswegeplan und die Unterlagen im laufenden Planfeststellungsverfahren zur A 44 gehen von ca. 37.000 Fahrzeugen auf der A 44 im Bereich Homberg aus. Der Entwurf der Integrierten Gesamtverkehrsplanung geht von sage und

schreibe 75.000 PKW und 3.000 LKW aus, also vom Doppelten!! Dies schreit nach einer Überprüfung und Neubewertung, die so oder so dringend erforderlich ist: Entweder die hohen Zahlen der Integrierten Gesamtverkehrsplanung sind richtig. Dann ist schwer vorstellbar, dass die Planung der A 44 noch beendet werden kann. Schon bei den Zahlen des Bundes waren die Lärmprobleme so gewaltig, dass sie im Verfahren zu Beanstandungen und Protesten der Städte und Anwohner geführt haben. Für 78.000 Fahrzeuge ist aber kein ausreichender Lärmschutz möglich. Würde aber die A 44 ausscheiden, können die Homberger Bürger nicht mit der Verkehrsbelastung allein gelassen, kann nicht die Gefährdung für die Bevölkerung in Kauf genommen werden. Deswegen muss die neue Ortsdurchfahrt Homberg ohne A 44 bewertet werden, damit die durch den Bebauungsplan der Stadt Ratingen gesicherte neue Ortsdurchfahrt spätestens dann zügig realisiert werden kann. Oder die niedrigeren Zahlen des Bundes sind richtig. Dann ist aber davon auszugehen, dass der zu hohe Wert der A 44 in der Integrierten Gesamtverkehrsplanung auch daher kommt, dass zu Unrecht Verkehr von der Landstraße L 422 der Autobahn zugeschlagen wurde. Dann muss die neue Ortsdurchfahrt Homberg auf Grundlage der niedrigeren Bundeszahlen neu bewertet werden. Bei dieser Neubewertung muss die Beseitigung der Trennwirkung mit erheblichen Gewicht für die L 422 einfließen. In der Beschlussvorlage der Stadt Ratingen zum Bebauungsplan HM 227 A „Homberg Mitte“ heißt es: „Die Untersuchungen der zukünftigen Verkehrsbelastungen in Homberg führen im Ergebnis dazu, dass die Auswirkungen durch die geplante A44 auf die L422 nicht von allzu großer Bedeutung sind. Ein erwarteter Rückgang der Belastungszahlen würde sich nicht in einer Größenordnung bewegen, die eine Planung zur Neuführung der L 422 entbehrlich machen“. (Öffentl. Beschlussvorlage zum Bebauungsplan HM 227 A „Homberg-Mitte“/Vorlagen-Nr. 32/2005, S. 13). Mit diesem Bebauungsplan soll nach vielen Jahrzehnten endlich die Chance ergriffen werden, die beiden - bisher durch die stark befahrene Landstraße getrennten - Stadtteile zusammenzuführen. Der Neubau würde die derzeitige desolate Sicherheitslage im Stadtteil Homberg signifikant verbessern. Wie dramatisch die derzeitige Situation ist zeigt die Tatsache, dass die Grundschulkinder aus Homberg-Nord derzeit die wenigen hundert Meter zur Schule in Homberg-Süd mit dem Bus gefahren werden müssen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten! Unverständlich ist auch die Bewertung der Schadstoffbelastung. Natürlich werden sich bei gleichen Verkehrszahlen die Emissionen nicht verringern; doch durch die vorgesehene Verwallung treffen die ausgestoßenen Schadstoffe nicht mehr unmittelbar auf die angrenzenden Wohngebiete, sondern werden zunächst nach oben abgeleitet und dabei verdünnt. Die neu geplante Ortsdurchfahrt würde zudem eine Verbesserung der Lärmsituation für die Anwohner der L 422 im Dorf bewirken. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung! Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen Elisabeth Isenberg

Eckhard Brandt


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30 Jahre Sportabzeichen beim TuS Homberg

Wussten Sie, dass das Deutsche Sportabzeichen so alt ist wie der TuS Homberg? Es hatte am 10.11.1912 seine offizielle Geburtsstunde. In Homberg dauerte es allerdings noch etwas länger, bis die ersten Sportlerinnen und Sportler ihr Abzeichen aus den Händen der Übungsleiter in Empfang nehmen konnten. Nach zaghaften „Einzelaktionen“ und dem Bemühen einiger Übungsleiter, die Bedingungen des Sportabzeichens erst einmal selbst zu erfüllen, war es dann 1976 so weit, dass offiziell die ersten Sportabzeichen beim TuS Homberg abgenommen wurden. Was sich zunächst zaghaft entwickelte wurde bald ein fester Bestandteil des sportlichen Jahresprogramms beim TuS. So war auch die Verleihung der Sportabzeichen immer ein willkommener Anlass, sich in geselliger Runde sportlich auszutauschen. Was lag für das Sportabzeichen-Team da näher, als die dreißigste Verleihung des Deutschen Sportabzeichens gebührend zu feiern. So rührten sie zunächst einmal die Werbetrommel, um ehemalige Teilnehmer wieder zu aktivieren und neue zu gewinnen. Mit einer Bilanz von 46 Sportabzeichen bei den Erwachsenen, 4 bei den Jugendlichen und 2 bei Schülern war man am Ende des Jahres 2005 dann auch (fast) zufrieden. Für diese Personenzahl war der Clubraum des TuS am Sportplatz Füstingweg zu klein, so dass kurzerhand der Saal des ev. Gemeindezentrums in Homberg-Süd angemietet wurde. Fleißige Helferinnen und Helfer sorgten für ein festliches und zugleich sportliches Ambiente, bevor die erwartungsvollen Sportlerinnen und Sportler am Abend des 11. Februar 2006 erschienen. Mit 53 Teilnehmern war der Saal „ausgebucht“ und es blieb nur wenig Raum, um in humoriger und launiger Form den Gästen die Geschichte des Sportabzeichens in Homberg und einige jüngere Anekdoten nahe zu bringen. Auch mit der Verleihung der Sportabzeichen war so manche amüsante Geschichte verbunden. Bei „Wein, Weib und Gesang“ – für die musikalische Unterhaltung

sorgte das zur Hälfte aus Vereinsmitgliedern bestehende Akkordeon-Quintett unter Leitung von Frau Brunhilde Knecht – wurde zunächst an zwei Teilnehmer zum ersten Mal das Sportabzeichen verliehen. Anschließend freuten sich die Anwesenden über zwei Sportler, die die Bedingungen des Deutschen Sportabzeichens 2005 zum 20. Mal und drei Sportler, die sie zum 25. Mal erfüllt haben. Der „Jubilar“ Gerd Hobrecht (30. Mal) und die beiden „Senioren“ Siegfried Kaiser (31. Mal) und Egbert Thorwirth (36. Mal) sind „Männer der ersten Stunde“ und sämtlich als Übungsleiter und Sportabzeichenabnehmer nach wie vor für den TuS Homberg tätig. Alle konnten ihre Ehrungen diesmal auch

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optisch genießen, da einer der Hauptsponsoren der Sportabzeichenaktion, die BARMER Krankenkasse, für dieses Jubiläum u. a. auch Grafikkalender mit Sportmotiven zur Verfügung gestellt hatte. Übrigens: Sportler können nicht nur feiern. In diesem Jahr (2006) wird das Sportabzeichen in Homberg zum 31. Mal abgenommen. Trainings- und Abnahmezeiten können in den Schaukästen oder auf der Homepage des TuS Homberg (www.tus-homberg.de) nachgelesen werden. Über die Bedingungen für das Deutsche Sportabzeichen informiert sie die Geschäftsstelle des TuS Homberg oder die Internetadresse www.deutsches-sportabzeichen.de. S.K.


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Seite 24 Kommt die Offene Ganztagsschule?

News und Altbewährtes aus der Abteilung

Gymnastik und Turnen

Dreck-weg-Tag

Mit großer Verwunderung habe ich auf die Mitteilung der Verwaltung reagiert, dass die Christian-Morgenstern-Schule in Homberg für das Jahr 2007/2008 keine „Offene Ganztagsschule“ einführen wird. Die offene Ganztagsschule bietet zusätzlich zum planmäßigen Unterricht an Unterrichtstagen, an beweglichen Ferientagen und bei Bedarf auch in den Ferien Angebote außerhalb der Unterrichtszeit. Bisher waren Homberger Kinder, deren Eltern berufstätig sind, auf die wenigen Hortplätze oder die Über-Mittag-Betreuung angewiesen. Mit der Entscheidung gegen die OGATA, haben die Eltern die Hoffnung verbunden, für den Hort in Homberg, der die nachmittägliche Betreuung von Schulkindern übernommen hat, die drohende Schließung zu verhindern. Allerdings konnte der Hort bisher nicht alle Bewerber berücksichtigen. Durch die „Offene Ganztagsschule“ jedoch, ergibt sich die Möglichkeit, eine wesentlich größere Zahl von Schulkindern an den Nachmittagen zu betreuen. Wobei es sich hierbei nicht nur um eine reine Betreuung handelt, sondern um eine deutliche Erweiterung des schulischen Angebotes (z.B Sport, Musik, Hausaufgabenbetreuung u. ä.), das in Abstimmung mit den Eltern erarbeitet wird Ich befürchtete, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten sollten und der Hort im nächsten Jahr geschlossen würde, das dann in Homberg keine ausreichenden nachmittäglichen Betreuungsmöglichkeiten für Homberger Kinder vorhanden wären. Die SPD-Fraktion hat daraufhin einen Antrag im Schulausschuss gestellt, worin die Verwaltung beauftragt wurde, im Laufe des Jahres noch einmal eine Bedarfsermittlung in Homberg durchzuführen, mit dem Ziel, dass ggfs doch noch eine OGATA zum Schuljahr 2007/2008 eingeführt werden kann. Mittlerweile mehren sich jedoch die Anzeichen, dass der Hort voraussichtlich im nächsten Jahr schließen wird. Die Schulleitung wird darauf hinwirken, dass die Offene Ganztagsschule so schnell wie möglich eingerichtet wird. Ich freue mich als Ratsmitglied der SPD, dass Homberg nun wohl doch eine Offene Ganztagsschule bekommt und die Versorgung der Schulkinder am Nachmittag damit auf Dauer gesichert wird. Anne Korzonnek (Ratsmitglied der SPD)

Zwei neue Übungsleiter unterstützen seit Anfang Januar unser Team. Frau Bärbel Ingenlath hat die Donnerstagsgruppe Rückenfit von 18.00 - 19.00 Uhr und von 19.00 - 20.30 Uhr in der Halle Ulmenstraße übernommen. Frau Maria Riesebeck betreut die Frauengymnastikgruppe donnerstags von 8.30 - 10.00 Uhr in der Halle Mozartstraße. In dieser Gruppe betreibt man 60 Min. Gymnastik - wer dann noch Power hat, kann sich danach noch mit 30 Minuten Ballspielen austoben.

Einmal im Jahr ist Dreckweg-Tag in Homberg, diesmal am 18.3.2006 von 10 - 13 Uhr. Dieses Großreinemachen veranstaltet die SPD zum fünften Mal. Im letzten Jahr haben mehr als 120 Homberger Bürgerinnen und Bürger und viele Kinder mitgemacht und dabei fast zwei Tonnen Müll gesammelt. Es kommt Einiges zusammen. Wer mitmachen möchte, melde sich bitte zur angegebenen Uhrzeit vor der Christian-Morgenstern-Schule. Die Stadtverwaltung stellt die Warnwesten, Handschuhe und Greifer zur Verfügung. Wer weiß, wo große sperrige Teile liegen, wie zum Beispiel Holzpaletten, Autoreifen etc. melde dies bitte am 18.3. unter der Telefonnummer 01715476389. Polizist Peter Kohl, begleitet die Sammelaktion und wird vor allem an Gefahrenpunkten die Sammler sichern. Anschließend können sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen und Grillwürstchen stärken. Unter allen Teilnehmern werden schöne Preise bzw. Gewinne verlost. Hauptpreis ist eine 3-tägige Reise nach Berlin, gestiftet von der Bundestagsabgeordneten der SPD Kerstin Griese. Als „Dankeschön“ für die Kinder, wird „Felix, das Spielmobil“ da sein. HSP

Die in der Weihnachtszeit entstandenen Hüftgoldringe oder Rettungsringe lassen sich mit Aerobic am Mittwoch von 18.30 - 20.00 Uhr mit der Übungsleiterin Ulla Stein in der Halle Mozartstraße abtrainieren. Sie bringt mit ihren Übungen den Stoffwechsel - Fettverbrennung und den Kreislauf in Schwung. Eine ganz andere Art von Sport betreiben einige Damen am Montag im Clubhaus des Vereins am Füstingweg. Hier kann unter fachkundiger Anleitung von Petra Koschorrek das Werkeln mit gefärbten Glas (Tiffany) erlernt werden. Neben dem Effekt, ein schönes Glasbild oder Schmuckgegenstand sein Eigen zu nennen, findet bei der Herstellung der Gegenstände eine Schulung des Gehirnes im räumlichen Denken und eine Mobilisierung der Finger - Handgelenke statt. Die Damen würden sich über weitere Mitstreiter freuen. Astrid Weßnigk


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Die Krone wieder eröffnet.

Den neuen Wirt Stefan Uphoff in der Krone kennen schon viele Homberger. Er war bis vor kurzem der Koch im „Op de Eck“. Nach diesem erfolgreichen Einstand in Homberg möchte er nun mit seiner Partnerin Angelika Gielißen den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Kochen ist für Stefan Uphoff eine Kunst, eine Lebensaufgabe. Für ihn ist es wichtig, dass nicht nur gut und lecker gekocht wird, sondern dass das Essen auch liebevoll auf dem Teller angerichtet wird, denn das Auge isst mit. Es muss für ihn alles stimmen: Gericht, Dekoration und Ambiente. Selbst die Teller werden für jedes Gericht passend ausgewählt. Hier ist ein Ästhet und Perfektionist am Werke, mit hohem Anspruch an sich selbst. Der Gastraum wurde gemütlicher gemacht mit einem großen Spiegel, Tischdecken, zahlreichen Blumen und Dekorationen, und der Biergarten wird für den Sommer neu hergerichtet. Jung und Alt sollen sich bei Essen und Trinken so wohlfühlen, wie in ihrem zweiten Wohnzimmer. Wenn sich einmal alles eingespielt hat, gibt es freitags einen Fischtag, samstags den Eintopftag, sonntags das Fest des Sonntagsgerichtes und selbstgebackenen Kuchen für den Sonntagsnachmittagkaffee. Und damit es immer wieder etwas Neues gibt in der Krone, sind schon zahlreiche „Events“ geplant, angefangen von der Karnevalsfete, über Fußballweltmeisterschaft und Hüttenzauber mit Aprés-Ski mit echtem Schnee, bis zum Besuch des Nikolaus für die Kinder. Angelika Gielißen hat bisher ihre Kinder groß gezogen und will nun raus aus dem Haushalt, unter Menschen. Der Anfang ist für sie nicht leicht, aber der Kontakt zu den netten Homberger Gästen entschädigt für alles. Vor allem muss sich das Team noch einspielen. Es ist hin und wieder noch Sand im Getriebe. Aber Stefan Uphoff und Angelika Gielißen sind offen für konstruktive Kritik und geben alles. Mit Fleiß und Engagement kommt der Erfolg, so ihre Überzeugung. Sie freuen sich auf eine schöne Zeit in Homberg.

Aldi eröffnete seinen Supermarkt Am 26. Januar eröffnete Aldi seine Filiale in Homberg. Es gehört zum Prinzip von Aldi, dass alle Supermärkte gleich eingerichtet sind, nämlich spartanisch, und das Sortiment gleich einsortiert ist. Der Kunde soll sich auf Anhieb zurechtfinden. Inwieweit unsere beiden Nahversorger diese Konkurrenz verkraften werden, müssen die Kunden entscheiden. Nahversorger bedeutet kürzere Wege, mehr Service, mehr Arbeitsplätze, individuelleres Angebot. Das kann nicht umsonst sein.

Der Homberger in Boca Chica

Seit unserem Reisebericht Anfang des letzten Jahres gehört Bocca Chica bei uns zu den beliebtesten Ferienorten. Da muss Der Homberger vor Ort sein, um aus der Heimat zu berichten. Selbst von den Einheimischen wird er trotz mangelnder Sprachkenntnisse gern gelesen.


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Protest gegen die Gaspreise Immer mehr Verbraucher weigern sich, die erhöhten Gaspreise zu bezahlen. Hintergrund ist die Weigerung der Gaslieferanten, ihre Preiskalkulation offen zu legen. Da der Kunde einer Gaspreiserhöhung nicht einfach ausweichen kann, hat er Anspruch auf eine nachvollziehbare Begründung der Preiserhöhung. Darum fordern alle Verbraucherberatungen die Gasverbraucher auf, eine Preiserhöhung nicht zu akzeptieren und dies mit einem einfachen Schreiben den örtlichen Stadtwerken mitzuteilen. Im letzten Jahr haben die Stadtwerke Ratingen den Gaspreis um 15,5 % erhöht. Man hielt es noch nicht einmal für nötig, den Kunden darüber persönlich zu informieren. Ein Rechenbeispiel mag das Ausmaß dieser Preiserhöhung verdeutlichen. Bei einem Verbrauch von 50.000 kWh: Anfang 2005 2,62 ct + 0,55 ct Energiesteuer = 1.585,- € Ende 2005 3,03 ct + 0,55 ct Energiesteuer = 1.790,- € Es ergibt sich ein Preisunterschied von 205,-€. Diesen Preisunterschied müssen Sie nicht hinnehmen. Die Stadtwerke versuchen mit allen Tricks die Kunden unter Druck zu setzen, und drohen sogar damit, den Gashahn zuzudrehen. Das Landgericht Bonn hat in einem Urteil vom 19.1.2006 (AZ.: 15 O 5/06) eine Versorgungssperre und selbst die Androhung einer Versorgungssperre untersagt. Fast gleich lautende Urteile wurden bereits vom Amtsgericht Hamburg/Harburg am 10.11.2005 (Az.: 647 C 444/05) gesprochen. Dies gelte so lange bis der Versorger den Nachweis der Angemessenheit seiner Preiserhöhung dem Verbraucher offen lege, heißt es in einem Artikel der VDI-Nachrichten vom 27.1.2006. Einen Formbrief und weitere Informationen findet man im Internet und bei allen Verbraucherberatungen. Hannelore Sánchez

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Rundum-Service im Wichernheim

Angebote der Kurzzeitpflege sind gefragt. Buchen leicht gemacht. Sie sollen aus dem Krankenhaus entlassen werden, können sich aber zu hause noch nicht allein versorgen. Was tun? Kurzzeitpflege, die man mittlerweile nicht anders bucht als ein Hotelzimmer, kann in diesem Fall weiterhelfen. Kurzzeitpflege und die damit verbundenen Dienstleistungen bietet das Wichernheim in Homberg bereits seit 15 Jahren mit großem Erfolg an. Mancher Gast nutzt die Kurzzeitpflege regelmäßig: Wenn die Familie eine Auszeit von der Pflege braucht, wenn die Kinder, die sich um ihn kümmern, in den Urlaub fahren möchten, wenn der helfende Partner selbst wegen Krankheit für ein paar Tage ausfällt... Der Vorteil: Kurzzeitpflege bietet für einige Tage und bis zu vier Wochen einen RundumService und nimmt damit dem pflegebedürftigen Menschen und seinen Angehörigen die größten Sorgen ab. Wer Kurzzeitpflege

bucht, braucht sich ums Einkaufen, Wäschewaschen, Putzen nicht zu kümmern. Er wählt aus verschiedenen, meist frisch gekochten Menüs, was ihm schmeckt, er kann Unterhaltungsangebote wahrnehmen, an dem oft regen Leben des Hauses teilnehmen. Und natürlich steht geschultes Personal zur Verfügung, das ihn unterstützt, wenn er spezielle Pflege braucht. . Für die Haupt-Ferienzeiten sollte man rechtzeitig reservieren lassen, denn die Angebote der Kurzzeitpflege im Wichernheim sind schnell ausgebucht. Liegt eine anerkannte Pflegestufe vor, übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten für die Kurzzeitpflege. Wenn Sie mehr wissen wollen, dann sprechen Sie mit Herrn Siegmund per Telefon 02102/955 – 139 oder e-mail: siegmund@wichernheim.de

Stadtwerke wollen Homberger Brunnen erhalten. Die Genehmigung zur Wasserentnahme aus dem Homberger Brunnen ist am 31.12.2005 abgelaufen. Die Bezirksregierung hat den Stadtwerken für weitere 2 Jahre eine Sondergenehmigung erteilt. Inzwischen hat die Bezirksregierung ein neues Genehmigungsverfahren eingeleitet. Das bedeutet, dass alle „Träger öffentlicher Belange“ von dem Stadtrat bis zur Industrie- und Handelskam-

mer in den Entscheidungsprozess eingebunden werden müssen. Herr Sprenger von den Stadtwerken versicherte auf Anfrage, dass die Stadtwerke ein großes Interesse daran hätten, das Wasserrecht wieder zu erhalten, denn dieses Wasser könne direkt aus dem Brunnen in das Leitungsnetz gefördert werden. Wo gibt es das schon. Hannelore Sánchez


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Private Kinderbetreuung in den Schulferien in Homberg

In den Herbstferien 2005 habe ich in Homberg spontan eine private Kinderbetreuung organisiert. Mit großem Erfolg! Nicht nur den Kindern, auch den Müttern hat es großen Spaß gemacht. Bei der Organisation habe ich viel Unterstützung erfahren, angefangen bei der Schulleiterin Frau Zeyen und Frau Seher-Schneid vom Jugendamt, sowie der 1. stellvertretenden Bürgermeisterin Frau Korzonneck und Herrn Kulage vom Kulturamt für die Vermittlung und Bereitstellung des Calvin-Hauses, als auch Frau Naumann von der Jugendherberge Ratingen in Lintorf für die Vermietung eines Tagesraumes ohne Übernachtung. Der Bedarf an einer Ferienbetreuung hier in Homberg scheint zu bestehen. Deshalb werde ich diese Betreuung auch in den Schulferien 2006 anbieten. Folgende Termine stehen bereits fest: Osterferien 10.04.06 – 13.04.06 Sommerferien 12.07.06 – 08.08.06 Wer Interesse an dieser Betreuung hat, kann

bei mir Anmeldeformulare anfordern. Ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm für drinnen und draußen wird noch erarbeitet. Für Unterbringung und Verpflegung werden pro Kind pro Tag 8 € Unkosten anfallen. Betreuungskosten entstehen nicht, da die Betreuung durch die Eltern selbst vollzogen wird (ich nenne es „Elternsharing“). Es können (begrenzt) auch Kinder teilnehmen, deren Eltern selbst nicht als Betreuer eingesetzt werden können. Ich suche noch nicht berufstätige Eltern, die uns bei der Betreuung helfen können (alle Unkosten werden selbstverständlich erstattet). Vielleicht gibt es auch rüstige Großeltern, die uns einen Tag in der Woche bei der Betreuung helfen möchten, anstatt alleine die ganze Woche die eigenen Enkelkinder zu betreuen. Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf unter der Telefonnummer 02102/532645 oder per e-mail: Martina.Weiss@vodafone.de Martina Weiß

Kinder-Kleiderbörse ist umgezogen Die kath. Kirche hat ihren Standort in Homberg-Süd aufgegeben. Glücklicherweise fand sich schnell eine neue Bleibe im Luthersaal der ev. Kirchengemeinde. Wenn Sie gebrauchte Kinderkleidung kaufen oder kaufen, wollen, kommen Sie am 1.4. 06 zum Luthersaal, Einlass für Verkäufer 14.00 Uhr, für Käufer 15.00 Uhr. HSP

Kinderbetreung in Homberg Wir, Lisa(16) und Julia(15) aus Homberg, suchen einen Nebenjob als Babysitter. Wir konnten schon einige Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln und würden uns gerne am Wochenende oder auch in der Woche nachmittags um ihre Kinder kümmern. Bei Bedarf melden sie sich bitte unter folgender Telefonnummer: 02102/51538

40882 Ratingen Tel./Fax 02102 / 5 26 28 Mobil 0170 / 9 55 38 59

Einweihung des Kreativkellers im Evangelischen Kindergarten

Am Donnerstag, den 03.11.2005, konnte nach langer Umbauphase endlich der Kreativkeller im Evangelischen Kindergarten erneut eingeweiht werden. Aufgrund der Beanstandungen der Brandschutzprüfer hatte die Evangelische Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Kindergartens alle Auflagen erfüllt und somit konnten die renovierten Räumlichkeiten nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Alle Aktivitäten, die in den Kellerräumen möglich sind, konnten die Gäste ausprobieren. So entstand ein buntes Programm, bei dem Eltern und Kinder z.B. ihre Fähigkeiten beim Töpfern auszuprobieren konnten. Ein Höhepunkt für die Kinder war das Malen an den großen Stellwänden, denn hier konnten sie mit verschiedenen Farben und Pinseln ihren Talenten „freien Lauf“ lassen. In einem weiteren Raum konnten Eltern das Vorschulprogramm „Hexe Susi“ und ihren Freund, den Raben Kunibert kennen lernen. Die kleinen und großen Gäste hatten viel Spaß in dem neuen Kreativkeller. Wir wünschen den Kindern und Erzieherinnen des Evangelischen Kindergartens viel Spaß bei der Nutzung der neuen Räumlichkeiten. Die Mitglieder des Fördervereins des Evangelischen Kindergartens Homberg

Zaubervorstellung im Calvinhaus Noch bis zu den Osterferien bietet das Jugendamt der Stadt Ratingen jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr im Calvinhaus einen Kindernachmittag mit Filmvorführung an. Am Dienstag, 14. März, kommt der Zauberer Sascha Lucas zu Besuch und führt die Kinder für eine Stunde ins Reich der Magie. Die Vorstellung beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt kostet 1 Euro. Weitere Auskünfte erteilt Rathausmitarbeiter Michael Baaske unter Fernruf 550-5660.


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Mauth vom 15.1. – 29.1.2006 15.1.2006: Der Urlaub fing gleich super an, denn Kuchen ward uns aufgetan. Roland war schon in der Spur, wir genossen Sonne pur. 16.1.: Am Montag schien die Sonn’ so schön, Viktor musste Loipen zieh’n. Die Gruppe ging nach Annatal, es waren sieben an der Zahl. Am Nachmittag bei schönster Sonne, war Langlauf dann die größte Wonne. 17.1. : Am Dienstag übten wir noch mal, zum Abschluss dann, die Fahrt ins Tal. In schnellem Tempo ging’s hinunter, doch jeder blieb gesund und munter. Am Nachmittag fiel Schnee sacht’ und leis’, nur Viktor und Roland waren auf die Piste heiß. 18.1.: Am Mittwoch war die Welt ein Traum, weißer Schnee auf jedem Baum. So gingen wir denn mal zu Fuß, denn Bewegung ist ein „Muss“. Um das Rotwild anzuseh’n, muss man äußerst leise geh’n. In der Dämmerung kamen sie, so viele sahen wir noch nie. Damit die Tiere sich nicht erschrecken, mussten wir uns gut verstecken. Die Begegnung Mensch und Tier, war die Belohnung dann dafür. 19.1.: Am Donnerstag ging’s auf die Ski, die Loip’ gespurt, so gut wie nie. Ein bischen langsam war sie zwar, was nicht unbedingt ein Fehler war. Am Abend dann die große Frage, ess ich viel, zeigt’s an die Waage.

Halbe Portionen sind gefragt, der volle Bauch sich sonst beklagt. Nur einen gibt’s ohne Problem mit Gewicht, den Namen nenn’ ich hier lieber nicht. 20.1.: Kreuzberg im Nebel war wunderschön, wir konnten die Hand vor Augen kaum seh’n. Schemenhaft sah man die Läufer nur, jeder blieb brav in seiner Spur.

21.1. Ruhetag: Beim russischen Lotto ging es hoch her, einer gewann weniger, ein anderer mehr. Die Stimmung schlug über, der Puls stieg an, was so ein Spiel beim Menschen doch auslösen kann. 22.1.: Am Sonntag ging’s nach Kreuzberg „hi“, die einen mit dem Auto, die anderen auf Ski. Die Fahrt zurück war „super geil“, Gott sei

„Ach, du dickes Ei ...

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Dank blieben die Skier heil. Die lange Abfahrt war zugeweht, fast jeden hat es „hingemäht“. Am Abend beim Essen und einem Glas Wein, stellte sich Urgemütlichkeit ein. 23.1.: Am Montag strahlender Sonnenschein, gute Laune stellte sich postwendend ein. Die neue Gruppe ging zum Übungshang, die anderen liefen die „Fünfer“ lang. Am Nachmittag zog uns die trächtige „Liesl“, ein PS ohne den Kraftstoff Diesel. Die Pferdeschlittenfahrt, ein Erlebnis ganz besonderer Art. 24.1.: Am Dienstag richtiges Kaiserwetter, alle Menschen schienen netter. Die Landschaft herrlich wie im Traum, man sieht es, doch man glaubt es kaum. Hurtig, hurtig auf die Ski, die Bretter liefen, wie noch nie. Elke hatte den stärksten Lauf, mit Viktor zusammen lief sie den Berg hinauf. Alle andern mussten klettern und das, mit den langen Brettern. 25.1.: Am Mittwoch mit der ganzen Truppe, zum „Kreuzbergstüberl“ auf der Kuppe. Die Skaterspur, wir waren klug, dort übten wir den Schneepflug. Am Abend die Fackelwanderung ist eine nette Erinnerung. Wir hörten dabei vom Borkenkäfer und übten „stille sein“ etwas später. 26.1. Ruhetag 27.1. Am Freitag bei eisigem Sonnenschein, stiegen wir in die 20er ein. 4 Km ging es bergan, die lange Abfahrt war die Belohnung dann. Steile Stellen nahmen wir locker, die rissen niemanden mehr vom Hocker. 28.1.: Roland stieg mit eigner Truppe auf die Waldhäuser Bergeskuppe. Sie wollten mal was anderes seh’n und liefen daher dort die „Zehn“. Bei strahlend schönem Winterwetter, stiegen alle noch mal auf die Bretter. Ein bischen Wehmut kam schon auf, bei diesem allerletzten Lauf. Am Abend wurd’ gesungen

und gelacht und allerlei kleine Späße gemacht. Einen Säumerpfad hat jeder vertragen, das „Schnapserl“ schmeckte und erquickte den Magen. Das Essen war lecker und schmeckte gut, bin gespannt, was die Waage anzeigen tut. Einen Dank an die Wirtsleut’ möchte ich noch sagen, wir hatten wirklich nichts zu beklagen. Auch herzlichen Dank an Viktor und Roland, sie waren als Betreuer wirklich charmant. Viktor als Boss und Roland als Gesell, brauchten wir Hilfe, war’n sie da auf der Stell’. Im Säumerpfad war’s wunderschön, nächstes Jahr werden wir uns wiederseh’n! Ruth Nieswand

Paul Peiffer


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Der Kinderkarneval des Homberger Feetz Nachdem die Eltern bis in die Nacht hinein gefeiert hatten, zeigten die Kinder, dass sie auch das Feiern im Blut haben. Mit fantasiereichen Kostümen kamen sie zum Nachmittag in den Luthersaal. Egal, ob als Prinzessin, Punk oder Cowboy, alles war vertreten. Diesmal übernahmen Rebecca Grenz und Denise Kempken die Moderation der Veranstaltung, wo noch in den Vorjahren der Präsident Klaus Witzel durch die Veranstaltung geführt hatte. Dieser konnte sich ruhig unters Publikum mischen, denn der Nachwuchs der Feetze machte seine Sache hervorragend. Dafür sorgte auch DJ Gerd Dörner, der auch für die Kinder, die passenden Stimmungsplatten parat hatte. Das Programm lud die Kinder zum Mitmachen ein, jeder konnte mitmachen. Bei der Reise nach Jerusalem waren sie mit Begeisterung dabei. Die Tanzgruppe von Carmen Weber mit den kleinen Tänzerinnen bekam besonderen Beifall. Das Prinzenpaar mit Karl Heinz III und Wilma I mit ihrem Gefolge lies es sich nicht nehmen die Kinder und Jugendlichen Hoch leben zu lassen. Karl Heinz III erinnerte sich an seine eigene Kinderzeit, wo er als Cowboy verkleidet war. Es war ein gelungener Nachmittag mit einer Tombola mit zahllosen Preisen und es als Hauptgewinn ein Mountainbike gab. Heinz Schulze


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Der Homberger 2006 02  
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