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4 | 2011 August | September 4,90 Euro

Der Mittelstand. www.bvmw.de

Das Unternehmermagazin

Themenschwerpunkt: Energie, Umwelt, Logistik

Märkte in Bewegung Solarförderung – Pro und Contra .................................................. S. 10 Jörg Mayer & Dr. Holger Krawinkel

USA – Land der Schulden, Land der Chancen .................................................. S. 25 Mario Ohoven

Grüne Pioniere – Recycling seltener Erden .................................................. S. 54 Birthe Bruns


Mittelstandsbank

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EDITORIAL

Merkel und die Maut

S

Sie gehört zum Sommerloch, wie das Ungeheuer zu Loch Ness – die Maut. Wenn pünktlich zur Hauptreisezeit, aber selbstverständlich völlig unabhängig voneinander, die Mineralölkonzerne an der Preisschraube drehen, setzt die politische Geisterdebatte über die Einführung einer PKWMaut auf Deutschlands Autobahnen ein. So lief es bisher, so war es auch in diesem Jahr. Doch diesmal scheint besondere Vorsicht geboten. Es ist nicht das ritualisierte Sommertheater, das bedenklich stimmt, sondern die halbherzigen Dementis aus Berlin. So hieß es aus dem Bundesverkehrsministerium, der Koalitionsvertrag sehe keine Autobahngebühr vor. Allerdings gebe es angesichts des erheblichen Investitionsbedarfs für die Straßenmodernisierung keine Denkverbote. Bundeskanzlerin Angela Merkel zog sich mit der zweideutigen Bemerkung, eine PKW-Maut gehöre nicht zu ihren Projekten, aus der Affäre. Was stimmt, denn die formale Ressortzuständigkeit liegt bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Der aber hatte sich demonstrativ auf die Seite der Maut-Befürworter gestellt. Und auch sein CSU-Parteifreund Horst Seehofer will mit den erhofften Maut-Milliarden den Investitionsstau im Straßenbau auflösen. Nach Abzug der Verwaltungskosten, versteht sich, die etwa ein Fünftel verschlingen würden.

Im Klartext: Das allgemeine Abkassieren ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Deshalb ist es höchste Zeit, den Verantwortlichen in Berlin und München die Gegenrechnung aufzumachen. Der Staat nimmt den Autofahrern Jahr für Jahr rund 53 Milliarden Euro ab: über die Kfz-Steuer, an der Tankstelle in Form der Mineralölsteuer, durch andere Nutzerabgaben. Lediglich ein Drittel dieser Summe fließt tatsächlich in den Erhalt und Ausbau des Straßennetzes. Das Gros der Einnahmen dient im Wesentlichen dazu, Etatlöcher zu stopfen. So viel zu den hehren Investitionsabsichten. Mobilität hat ohne Frage ihren Preis. Sie ist jedoch kein Freibrief zum Abzocken. Betriebe und Bürger werden auch ohne Maut schon genügend geschröpft. Vater Staat bedient sich über Steuern und Abgaben, das Energieoligopol schlägt bei Strom und Gas zu. Verbraucher sind immer auch Wähler. Wenn mehr als 60 Prozent von ihnen laut Umfrage eine PKW-Maut kategorisch ablehnen, sollte das die Politik aus der sommerlichen Ruhe aufschrecken. An der Zapfsäule haben die Autofahrer keine Alternative, wohl aber an der Wahlurne. Frau Merkel wäre deshalb gut beraten, die Maut-Pläne im Sommerloch zu versenken – und zwar endgültig.

3


INHALT

POLITIK

POLITIK

14 Europarechtswidrig

20 Euro-Krise vertagt

und mittelstandsfeindlich Die Ausnahmeregeln des neuen EEG

bringen zusätzliche Belastungen

zeigt europäische Realpolitik

Deutschland

International

Basel III verteuert Kredite und Bankgarantien

USA – Land der Schulden, Land der Chancen

6

25

8

26

Energiewende – Chancen erkennen und Zeichen setzen

10 12

Solarförderung – Pro und Contra

Höhere Strompreise sind kein Naturgesetz

14 Europarechtswidrig

und mittelstandsfeindlich

Europa

16 Rohstoffsicherheit

für Unternehmen in Europa

18

20 22

News aus Brüssel Euro-Krise vertagt

Schwerer Stand für den grünen Strom

23

Ein engagierter Europäer

Der Mittelstand. | 4 | 2011

SERVICE

POLITIK

Das neue Griechenland-Paket

Besuch ist effektiver als DVD oder Buch

Rechtshotline 28 Vorsicht, Falle: (Un)zulässige Fragen

im Bewerbungsgespräch

IBWF

29 Wettbewerbsvorteil Compliance 30 Steuertipps Sonstige

32

Die fünf häufigsten Fehler in der Werbung im Mittelstand

35 Mittelständische

Logistikpotenziale vernetzen

36

Revolution im Internet


Service

Service

32 Die fünf häufigsten Fehler

42 Gute Zeiten für

in der Werbung im Mittelstand – und wie Sie diese vermeiden

3 8 39

Risikomanagement in der Logistik

40 Herausforderung Benefit Management 42 Gute Zeiten für feste Partnerschaften 44 Dem Stress aktiv begegnen 45 Zahlen, Daten, Fakten 46 Buchtipps BVMW intern

für nachhaltigen Erfolg

Personalie

Höhere Wirtschaftlichkeit durch Energiemanagement

Bund

4 7 48 50 52 54

feste Partnerschaften Kontraktlogistik als Schlüssel

Kurz vorgestellt

53

70 Jahre und schon ziemlich weise

Europa

55 55

Qualitätssiegel für den Mittelstand

Großer Wirtschaftsgipfel Polen-Deutschland

International

56

Weltweit präsent für den Mittelstand

Aus den Ländern

60

Berichte

Politische Gespräche Mut zu mehr Selbstbewusstsein Windenergie auf dem Vormarsch

Grüne Pioniere – Recycling seltener Erden

74 Impressum 4|5


Deutschland POLITIK

Basel III verteuert Kredite und Bankgarantien

D

Studie zeigt Handlungsbedarf in Brüssel und Berlin auf mv/evo · Die neue Bankenregulierung nimmt Gestalt an. Als Idee von den G20-Staaten angeregt, von einer Arbeitsgruppe in Basel ausgehandelt und im Juli als konkretes Paket von der EU-Kommission auf den Tisch gebracht, geht Basel III in der nächsten Verhandlungsrunde in den Europäischen Rat. Das Paket beinhaltet neue Eigenkapital- und Liquiditätsregeln für Banken. Kernidee der Staatsoberhäupter und Regierungschefs in der G20 war es, durch höhere Eigenkapitalquoten die Geschäftsmodelle der Banken zu verändern und eine weitere Bankenkrise zu verhindern. Für den Mittelstand bedeutet Basel III, dass Kredite teurer und unter Umständen auch knapper werden. Dies belegt eine wissenschaftliche Studie, die der BVMW Ende August veröffentlichen wird. Mittelstandspräsident Mario Ohoven warnte im „Handelsblatt” vor den Folgen: „Manche Unternehmen verzichten auf Investitionen und den Ausbau ihres Geschäfts.” BVMW für Mittelstandsklausel

Foto: Gina Sanders/shutterstock.com

Daher setzt sich der BVMW in Berlin und Brüssel für eine entsprechende Korrektur ein. „Mittelstand protestiert gegen Basel III” titelte das „Handelsblatt”. Weder bei der Bankennoch bei der aktuellen Verschuldungskrise hat der Mittelstand die Verwerfungen verursacht. Vielmehr haben Kredite an den Mittelstand das System stabilisiert, da bei ihnen das Risiko stark über verschiedene Branchen und Kreditnehmer gestreut wird. Die Basel III-Regeln sollen 2013 in Kraft treten. Die EU-Kommission möchte den Mitglieds-

Der Mittelstand. | 4 | 2011

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staaten bei der Umsetzung in nationales Recht möglichst wenig Spielraum lassen. Dabei sind neben einer – vom BVMW in die politische Diskussion gebrachten – speziellen Mittelstandsklausel noch weitere Aspekte offen. Dazu gehören die Behandlung von system­relevanten Banken und eine verbindliche Verschuldungsgrenze im Vergleich zum Vermögen der Bank.

Mit dem Akkreditiv garantieren sowohl die Bank des Warenlieferanten als auch die Bank des Warenbeziehers, dass der Käufer die Ware tatsächlich bezahlt. Dieses Instrument gilt als relativ risikoarm für die Kreditinstitute. Infolge von Basel III sind Akkreditive jedoch künftig bei der Berechnung der Verschuldungsgrenze zu berücksichtigen.

Nachteile für den Export

De facto werden bei Basel III Garantien für Warengeschäfte in Zukunft wie Garantien für die vergleichsweise risikoreichen Finanzprodukte behandelt. Es ist davon auszugehen, dass die Banken die Kostensteigerungen für Eventualverbindlichkeiten an ihre Kunden weitergeben. Das würde vor allem exportorientierte Unternehmen treffen.

Neben Krediten dürften sich auch Bankgarantien bei Warengeschäften verteuern. Experten erwarten für Unternehmen einen durchschnittlichen Kostenanstieg um etwa ein Drittel. Über Akkreditive und Avale werden weltweit rund 30 Prozent der Handelsströme abgesichert.

Es ist davon aus­ zugehen, dass die Banken die Kosten­ steigerungen für Eventualverbindlichkeiten an ihre Kunden weitergeben.

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Deutschland POLITIK

Energiewende – Chancen erkennen und Zeichen setzen

D

Potenziale einer dezentralen Energieversorgung am Beispiel der „Energieallee A7” Die Energiepolitik stand in den letzten Monaten wie nie zuvor im Fokus wirtschaftspolitischer Auseinandersetzungen. Dabei wurde das Zeitalter der Erneuerbaren einhellig angekündigt. Leicht wird dabei übersehen, dass der Konsens in Fragen bezüglich der zu ergreifenden Maßnahmen für die Energiewende brüchig wird: Um welche Schritte geht es bei einer schnellstmöglichen Energiewende? Die aktuelle Diskussion über die Energiewende zeigt, dass verbreitet neue Stromnetz-Strukturen, das sogenannte Supergrid, zum Wegbereiter in das Erneuerbare-Energien-Zeitalter erklärt werden. Verkannt wird hierbei, dass die bisherigen Erfolge bei der Steigerung des Anteils regenerativer Energien vor allem dezentral erreicht wurden. Deren Anteil am Bruttostromverbrauch beläuft sich mittlerweile auf rund 18 Prozent.

Dr. Nina Scheer.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Binnen der letzten elf Jahre haben die Wirkungsmechanismen des ErneuerbarenEnergien-Gesetzes (EEG) gesellschaftliche Kräfte mobilisiert: Größtenteils ist der heute erreichte Anteil das Werk von Bürgern und Gemeinden, sowohl hinsichtlich der Investition als auch der Erzeugung. Das Schlüsselelement bildet dabei die Dezentralität: Energiegewinnung und Energienutzung liegen nah beieinander. Für diese Entwicklung bedurfte es keines Supergrids, das die gewonnene Energie über hunderte oder tausende Kilometer von der Energiegewinnungsquelle zu ihrem Entnahmepunkt überträgt. Dennoch wird meistens von Übertragungsnetzen gesprochen, derer es im Kontext einer beschleunigten Energiewende bedürfe, um Energie von der hohen See (Offshore), oder gar aus der Wüste (Desertec) nutzbar zu machen.

Weshalb heute vor allem zentralisierte Energiegewinnungsvorhaben den Ausblick auf die Energiewende dominieren, erhellt ein Blick auf die Energiewirtschaft der letzten Jahrzehnte. Noch vor 15 Jahren konnte es passieren, dass man bei der Erwähnung der Notwendigkeit einer Ablösung des atomar-fossilen Zeitalters durch erneuerbare Energien belächelt wurde. Nicht, dass die Ablösung als solche in Frage gestanden hätte: Es war die vermeintliche Unreife der Technologien, die den Zweifel an den Potenzialen erneuerbarer Energien nährte. Zudem fehlten den jungen Branchen das Lobbying sowie die Mittel für die erforderliche Öffentlichkeitsarbeit. Die Vertreter der fossil-atomaren Energiewirtschaft hingegen sind hier seit Jahrzehnten zuhause. Bis heute ist deren Einflussnahme auf die Politik im Interesse ihrer eigenen Unternehmensstrategien unverhohlen offen. Die konventionelle Energiewirtschaft ist von zentralisierter Energiegewinnung geprägt, der für diese Energieträger effizientesten Verwertungsmöglichkeit. Die Netzinfrastruktur passte sich dieser Entwicklung an. Sie ist auf zentrale Einspeisepunkte mit konstanten Stromlieferungen ausgerichtet. Die so gewachsene Stromversorgungsstruktur ließ sich auf den Nenner bringen: „Der Strom kommt aus der Steckdose”. Damit war und ist aber auch Vieles über die Gesellschaft, ihre Gewohnheiten und insbesondere ihre Wahrnehmungsfähigkeit beziehungsweise Konditionierung gesagt. Großkraftwerke genießen bis heute einen Vertrauensbonus. An diesen Umstand knüpft das im Jahr 2009 von dem im vergangenen Oktober verstorbenen Politiker Hermann Scheer ent-


Grafik: GRAFFITI, Joachim E. Roettgers.

Energieerzeugung in Bürgerhand ist ein Erfolgsrezept und bereits Realität.

worfene Konzept der „Energieallee A7” an. Es zielt auf die Nutzung erneuerbarer Energien entlang der längsten deutschen Autobahn. Mit einer installierten Leistung von insgesamt 6.255 MW durch 1.251 Windkraftanlagen der 5 MW-Klasse an allen möglichen Standorten, kann so pro Jahr rund 13.500 GWh Strom beziehungsweise 2,2 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs erzeugt werden. Zusätzlich kann die Energiegewinnung aus anderen erneuerbaren Energieträgern, Sonne und Biomasse, eingebunden werden. Mit der „Energieallee A7” handelt es sich somit wahrnehmungsgemäß um ein Großvorhaben, soweit sie lückenlos entstehen würde.

Foto: Jasmin Awad/ww.istockphoto.com

Die konzeptionelle Bündelung ist dabei aber nicht auf die Akteursebene übertragbar. Die Umsetzung erfolgt vielmehr durch eine Vielzahl vor Ort und Menschen, die bereit sind Initiative zu ergreifen. Mithin dezentral und mit gesellschaftlicher Rückkoppelung: Denn Dezentralität bedeutet regionale Wertschöpfung durch kleine und mittelständische Unternehmen. Ein

Potenzial, das in vielerlei Hinsicht als Motor für wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität gilt und dennoch gleichermaßen verkannt wird. Vielerorts hat die Auseinandersetzung mit dezentraler Energiegewinnung dazu geführt, dass die Beteiligten ihr Bewusstsein bezüglich demokratischer Prinzipien und Mitgestaltungsmöglichkeiten geschärft haben. Energieerzeugung in Bürgerhand ist ein Erfolgsrezept und bereits Realität. Die Energieallee A7 könnte auch als Modell für andere Straßen und Autobahnen dienen. Sie greift den Charme eines Großvorhabens auf und münzt diesen über die synergetische Nutzbarmachung bereits verbrauchter Flächen in ein dezentral strukturiertes Konzept um. Um dem Konzept, das erstmals auf der Raumordnungskonferenz von EUROSOLAR im Frühjahr 2010 in Kassel vorgestellt wurde, zur Umsetzung zu verhelfen,

gestalten die Hermann-Scheer-Stiftung und EUROSOLAR e.V. als gemeinschaftliche Projektträger in Kooperation mit dem Bundesverband der grünen Wirtschaft eine Informationsplattform unter dem Titel „Energieallee A7”. Die Anfang Juli 2011 als Onlineplattform freigeschaltete Initiative dient dazu, Konzepte, Akteure und Hinweise zusammenzuführen, um die Energieallee auf dem direkten Weg zum Leuchtturmprojekt für eine dezentrale Erneuerbare-Energieversorgung werden zu lassen. Die Plattform wächst mit den verfügbaren Informationen, entsprechenden Akteuren und Unterstützern.

Dr. Nina Scheer Vorstand Hermann-Scheer-Stiftung www.hermann-scheer-stiftung.de www.energieallee-A7.de

Windkraftanlagen mit 6.255 GW erzeugen zukünftig rund 2,2 Prozent des Bruttostromverbrauchs.

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Deutschland POLITIK

Solarförderung – Pro und Contra Solarenergie ist eine der umstrittensten Energiequellen in Deutschland. Zu teuer sagen die Einen – zu Unrecht kritisieren die Anderen. Um etwas Licht in die Debatte zu bringen, kommen im Folgenden zwei Vertreter aus den „feindlichen Lagern” zu Wort.

Pro

Wer ein Urteil über die Solarenergie fällt, darf nicht allein die Gegenwart betrachten. Wir haben in die Entwicklung dieser erneuerbaren Energie investiert, damit wir die Energiewende rechtzeitig schaffen, die Kosten unserer Stromversorgung begrenzen und unsere Energieversorgung sicherer machen. Dazu zählt neben dem Solarstrom auch die Solarwärme. Solarenergie muss daher nach ihren Potenzialen bewertet werden, nicht nur nach ihren bisherigen Kosten. Bereits in zwei bis drei Jahren wird Solarstrom einen wichtigen Schritt in Richtung Wettbewerbsfähigkeit vollziehen. Dann wird Solarstrom günstiger sein als Windenergie vom Meer, in zehn Jahren sogar die Produktionskosten für neue fossile Anlagen unterschreiten, wie die „PV-Roadmap” und die aktuelle Leitstudie des Bundesumweltministeriums prognostizieren. Bis Ende des Jahres wird die Photovoltaik gut drei Prozent zur deutschen Stromversorgung beitragen. Sie hat in den Monaten März bis Juni geholfen, das Atommoratorium zu überbrücken. Im Jahr 2020 wird die Photovoltaik zehn Prozent der deutschen Stromversorgung übernehmen können – und das zur Hälfte der Kosten von heute. Bis 2030 wird sie einen volkswirtschaftlichen Mehrwert von über 50 Milliarden Euro liefern. Diese Entwicklung ist vor allem der degressiven Einspeisevergütung für erneuerbare Energien zu verdanken. Die Förderung kurbelte die Produktion an, durch Mengenwachstum wurden Skalen­ effekte ausgelöst, Lernkurven beschleunigt, schließlich erhebliche Kostensenkungen erzielt. Es wäre widersinnig, diese erfolgreiche Entwicklung jetzt durch übertriebene Eingriffe in den Fördermechanismus oder starre Mengenvorgaben abzuwürgen. Die Solartechnologie besitzt einen hohen Reifegrad, die Anlagenpreise und die Förderung sinken so schnell wie bei keiner anderen Technologie – sie konnte in den vergangenen sechs Jahren halbiert werden.

Jörg Mayer Geschäftsführer Bundesverband Solarwirtschaft e.V. www.solarwirtschaft.de

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Wir halten fest: Photovoltaik liefert verlässliche Energie zu immer günstigeren Preisen, sie schützt vor dem Preisanstieg fossiler Energien, vor Importabhängigkeit und der Marktmacht großer Konzerne. Bürger und Unternehmer können selbst teilhaben und dort Strom produzieren, wo er verbraucht wird. Am Ende zahlt sich die Förderung für jeden aus.


Contra Die Höhe der Kosten der Energiewende ist in hohem Maße davon abhängig, wie man sie politisch ausgestaltet. Der Anteil der Erneuerbaren soll bis 2020 von derzeit 17 Prozent auf bis zu 40 Prozent ansteigen. Wenn der Ausbau zu einem großen Teil durch Photovoltaik-Anlagen, also durch Solarenergie erfolgt, wird es sehr teuer. Wenn man dagegen stärker auf Windräder an Land setzt, kann das den Kostenanstieg erheblich dämpfen. Die Vergütungen für auf dem Festland produzierten Windstrom kommen den Großhandelspreisen an der Strombörse schon häufig sehr nahe. Daher kann auf Dauer der Ausbau nicht völlig ungeplant weitergehen. Es müssen Mengenziele definiert und die geeigneten Standorte gesucht werden. Wir brauchen ein Ausbaugesetz für die erneuerbaren Energien oder einen Staatsvertrag zwischen Bund und Ländern, in dem die Ausbauziele für die jeweiligen Technologien in den einzelnen Ländern festgeschrieben werden. Diese Steuerung ist auch deshalb erforderlich, um den Ausbau der Netze sinnvoll planen zu können.

Nachdem nun auch die nicht energieintensive Industrie zum Teil von der Umlage entlastet wird, müssen auch die Bezieher niedriger Einkommen, die von den Kostensteigerungen besonders stark betroffen sind, eine Entlastung erfahren, zum Beispiel durch eine Befreiung von der Stromsteuer. Grundsätzlich muss aber auch das Verfahren der Festlegung der Vergütungssätze verändert werden. Es hat wenig Sinn, darüber immer wieder aufs Neue im Parlament zu feilschen. Die Festsetzung müsste vielmehr nach objektiven Kriterien durch eine Behörde erfolgen. Die Netzentgelte werden schließlich auch von der Bundesnetzagentur und nicht vom Parlament festgelegt. Im Übrigen dürften bereits im laufenden Jahr Modulkosten von 0,75 Euro/Watt erreicht werden. Dies führt zu Gesamtkosten von etwa 1.300 Euro/kW. Für eine kostendeckende Vergütung reichen dann 15 Cent/ kWh aus. Diese muss zudem lastvariabel ausgestaltet werden, damit mögliche Investoren ein klares Preissignal erhalten.

Dr. Holger Krawinkel Mitglied der Geschäftsleitung Leiter Fachbereich Bauen, Energie, Umwelt Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. www.vzbv.de

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Deutschland POLITIK

Foto: emmi/fotolia.com

Höhere Strompreise sind kein Naturgesetz Der Atomausstieg in Deutschland ist beschlossen. Mit der Zustimmung des Bundesrates hat die sogenannte Energiewende die letzte parlamentarische Hürde genommen. Weiter steigende Strompreise werden die Folge sein. In den letzten zehn Jahren kannten diese nur eine Richtung – nach oben. Um fast 85 Prozent stieg der Strompreis von 2000 bis 2011 für Endverbraucher. Verantwortlich dafür waren steigende Steuern und Abgaben an den Staat, die Förderung der Erneuerbaren Energien, der fehlende Wettbewerb auf den Erzeugermärkten sowie die hohen Brennstoffkosten für Kohle und Gas. Mit der Energiewende entstehen neue Kosten, die auf die Stromverbraucher umgelegt werden. Im Fokus steht das „Nadelöhr” der Energiewende – das Stromnetz. Die Dena, eine Forschungseinrichtung, die von der Bundesrepublik und verschiedenen Banken getragen wird, rechnet bis 2020 mit einem Neubaubedarf von Übertragungsnetzen von 1.500 bis zu 3.600 km. Hiervon wurden bislang lediglich 100 km realisiert. Die Kosten, die den Netzbetreibern für Ausbau, Wartung und Erneuerung entstehen, werden über die Netzentgelte auf die Endverbraucher umgelegt. Schätzungen zufolge könnten bis 2020 Zusatzbelastun-

Der Mittelstand. | 4 | 2011

gen in Höhe von rund 30–60 Milliarden Euro entstehen. Demnach müssten die Netznutzungsentgelte in den kommenden Jahren um mindestens 50 Prozent steigen. Die größten Belastungen, nämlich rund 25 Milliarden Euro, entstehen dabei allein durch die Netzanbindung der OffshoreWindparks. Seit der Novellierung des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes im vergangenen Juli können diese Kosten auf alle Endverbraucher umgelegt werden. Angesichts dieser Größenordnungen muss hinterfragt werden, ob der Stromtransport von der Nordsee in den Süden Deutschlands tatsächlich das beste Konzept ist. Um eine ernsthafte Diskussion zu ermöglichen, muss die Bundesregierung ihre eigenen Prognosen zur künftigen Entwicklung von Netzentgelten und EEGUmlage veröffentlichen. Denn es ist keineswegs ein Naturgesetz, dass die Energiekosten ewig weiter klettern. Bei Solar und Windkraft betragen die Kosten für eine zusätzlich produzierte Kilowattstunde Null. Aber nur bei einem intelligenten

Gesamtkonzept, das auf Wettbewerb statt Monopolstrukturen setzt, kommt dieser Vorteil auch zum Tragen. Die Energiekommission des BVMW hat dazu ein Diskussionspapier unter der Überschrift „So dezentral wie möglich, so zentral wie nötig” veröffentlicht. Eine dezentralere Stromerzeugung verringert aufgrund der räumlichen Nähe zwischen den Erzeugungs- und Verbrauchszentren den Leitungsbedarf und somit auch die Kosten für die Endabnehmer. Denn dieser Punkt darf bei keinem Energiekonzept aus den Augen verloren werden: Nur bei bezahlbaren Energiekosten kann der Mittelstand seine internationale Wettbewerbsfähigkeit bewahren.

Sindy Vollmert Diplom-Volkswirtin www.bvmw.de

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Deutschland POLITIK

Europarechtswidrig und mittelstandsfeindlich Foto: NREY /shutterstock.com

Die Ausnahmeregeln des neuen EEG bringen zusätzliche Belastungen

D Dr. Aribert Peters.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bürdet Haushalts- und Gewerbekunden zusätzliche Ausbaukosten für Erneuerbare Energien in Höhe von 2,2 Milliarden Euro auf – die eigentlich von der strom­ intensiven Industrie zu tragen sind. Die unlängst beschlossene EEG-Novelle sieht sogar eine deutliche Ausweitung dieser „besonderen Ausgleichsregelung” vor. Die Regelung ist nach Europarecht unzulässig. Der Bund der Energieverbraucher plant deshalb eine Beschwerde bei der EU-Kommission. Industriesubventionen dieser Größenordnung sind zudem verfassungswidrig, mittelstandsfeindlich und auch wirtschaftspolitisch verfehlt.


Bisher sind besonders stromintensive Betriebe von der Zahlung der EEG-Umlage weitgehend befreit. Durch diese Regelung war 2011 ein Drittel des Industriestromverbrauchs von der EEG-Umlage so gut wie befreit. Haushalte und alle anderen Verbraucher zahlen dagegen für den Ausbau der Erneuerbaren 3,5 Euro je verbrauchter Kilowattstunde Strom. Die Industrie hat durch diese Befreiungsregelung 2,2 Milliarden Euro an EEG-Umlagekosten eingespart, die von den übrigen Stromabnehmern aufzubringen waren. Dieser Betrag ist seit 2005 auf das Siebenfache gestiegen, allein zwischen 2010 und 2011 um 75 Prozent. Den größten Teil dieser Belastungen tragen private Haushalte. Jedoch auch die übrige Industrie, Handel, Gewerbe und Dienstleistungen müssen durch die Befreiungsregelung Zusatzkosten auf sich nehmen (siehe Grafik).

Weil der EEG-Strom an der Strombörse verkauft wird, sinken dort die Preise um mindestens 0,6 Ct je Kilowattstunde (Merit-Order-Effekt). Dadurch kaufen die Industriebetriebe ihren Strom noch günstiger ein. Sie sparen allein dadurch vierhundert Millionen Euro jährlich. Zumindest in dieser Größenordnung ist ein Beitrag stromintensiver Betriebe zu den EEG-Kosten unausweichlich. Statt diesen Missstand abzuschaffen, befreit die EEG-Novelle noch mehr Industriebetriebe von der EEG-Umlage. Das bewirkt Wettbewerbsverzerrungen zulas­ten kleinerer mittelständischer Unternehmen, die nicht begünstigt werden. Die beschlossene Ausweitung der EEGBefreiung führt zu spürbaren zusätzlichen Belastungen der übrigen Stromverbraucher. Denn die EEG-Zahlungen verteilen

sich künftig auf weniger Schultern und steigen dadurch. So entstehen einem Bäckereibetrieb durch die Befreiungsregelung Mehrkosten in Höhe von 13.000 Euro jährlich, einem kleinen Industriebetrieb sogar von 50.000 Euro. Die EU-Kommission hat unlängst eine ähnliche Befreiungsregelung im österreichischen Ökostromgesetz als unerlaubte staatliche Beihilfe untersagt. Sie muss auch die deutsche Befreiungsregelung unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung untersagen.

Dr. Aribert Peters Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher e.V. www.energieverbraucher.de

2.500

2.000

Millionen Euro

1.500

1.000

500

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010 p

2011 p

öffentl. Einrichtungen

9,9

30,3

47,4

52,2

68,7

65,7

108,5

211,7

private Haushalte

31,2

95,9

150,2

179,5

236,0

238,3

393,5

767,8

übrige Industrie

45,0

120,7

183,6

213,0

267,7

236,0

382,4

697,1

Handel, Gewerbe, Dienstleistungen

16,3

50,3

79,1

99,0

132,6

149,7

247,1

482,3

Sonstige (z. B. Verkehr)

7,6

13,3

21,4

14,0

17,8

17,0

28,0

17,8

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Europa POLITIK

Rohstoffsicherheit für Unternehmen in Europa Die Politik muss freien Zugang zu den Märkten sichern Märkten zu erhalten. Der kontinuierliche Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse und künstlicher Marktbarrieren durch den Druck multilateraler Organisationen, wie der Welthandelsorganisation ist ein zentrales Instrument der EU-Rohstoffpolitik. Alternative Handlungsansätze müssen jedoch gleichermaßen ehrgeizig verfolgt werden: Verbesserung des Recyclings, Förderung von Abbau europäischer Rohstoffe, effizienterer Einsatz, neue Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern, stärkerer Fokus auf Rohstoffsicherheit in Handelsabkommen und Bekämpfung von illegalen Handelsbarrieren oder die stärkere Konditionierung von Entwicklungshilfe für den Rohstoffzugang. Michael Theurer (FDP) ist Mitglied des Europäischen Parlaments.

Von Antimon bis Wolfram – steigender Rohstoffmangel bremst die deutsche und europäische Industrie aus. Wie von Abgeordneten des Europäischen Parlaments seit langem gefordert, legte die EU-Kommission unlängst einen Bericht vor, in dem die Versorgungssituation von 41 wichtigen nicht-energetischen Industrierohstoffen untersucht wird. Bei 14 davon ist die Versorgungssicherheit „kritisch”. Diese Mineralien und seltenen Erden sind wesentlicher Bestandteil von alltäglichen Produkten. Dies gilt gerade für Zukunftstechnologien. Für jede WasserstoffBrennstoffzelle etwa benötigt man circa 60 Gramm Platin. Dessen Knappheit und hoher Preis machen diese neue Technologie derzeit unwirtschaftlich. Für das gesamte Feld der Elektromobilität ist die Versorgung mit Lithium derzeit von strategischer Bedeutung.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Künstliche Verknappung In den meisten Fällen liegt der steigende Rohstoffmangel jedoch nicht an schwindenden Vorkommen. Aufgrund von weltweit mehr als 1.000 Ausfuhrbeschränkungen wird die Sicherung von Rohstoffen zunehmend zu einem geopolitischen Thema. Staaten wie die Volksrepublik China nehmen zunehmend Einfluss auf den Zugang zu und auf die Verfügbarkeit von strategischen Rohstoffvorkommen durch künstliche Verknappung. Dies lässt langfristig Versorgungsengpässe insbesondere bei seltenen Metallen in Deutschland befürchten. Der freie Zugang deutscher Unternehmen auf den globalen Rohstoffmarkt ist immens wichtig. Unsere wirtschaftspolitischen Bemühungen müssen daher national, aber auch international dahin gehen, den Zugang zu

Nur mit einer kohärenten und auf die Bedürfnisse der europäischen Industrie ausgerichteten Rohstoffpolitik schafft die EU – im Einklang mit den nationalen Rohstoffstrategien der Mitgliedsstaaten – die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, international wettbewerbsfähige Rohstoffversorgung unserer Unternehmen. Die sichere Versorgung mit Rohstoffen für mittelständische Unternehmen ist besonders wichtig. Sie sind das Rückgrat unserer Industrie, und deren Unterversorgung mit Rohstoffen können wir uns nicht leisten.

Michael Theurer www.michaeltheurer.eu

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Klarsehen statt Hellsehen. Mit fundierten Daten besser entscheiden. Im Mittelstand zählen Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit. Unternehmer können sich Entscheidungsverzögerungen nicht leisten. Müssen sie auch nicht – denn die Qualität und Verfügbarkeit von Daten lassen sich heute einfach sichern. Geschäftsführer wollen direkt auf kurzfristige Anfragen von Kunden reagieren. Mit einem Klick in die Software – statt stundenlang Excel-Listen zu wälzen. Mit Reports in Echtzeit – ohne auf Fachabteilungen zu warten. Denn je schneller und fundierter die Entscheidungen, desto größer der Wettbewerbsvorsprung. So viel Klarheit ist heute schon möglich. Mit branchenspezifischen Lösungen von SAP und Partnern. Moderne und flexible Business-Intelligence- oder ERP-Systeme sorgen für mehr Überblick im Tagesgeschäft – einfach auf Knopfdruck. Für mittelständische Unternehmen ist es besonders wichtig, dass ihr IT-System • einfach anzupassen und schnell zu implementieren ist, • komplexe Datenabfragen in Echtzeit ermöglicht und • alle Geschäftsprozesse übersichtlich abbildet. Klingt einfach? Es wird noch besser. Denn für die Beratung und Umsetzung individueller Lösungen stehen echte Branchenexperten bereit: die SAPPartner. SAP und Partner haben was fürs Geschäft: geballte Expertise und die beste Lösung. www.sap.de/besser-entscheiden

© 2011 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. SAP und das SAP-Logo sind eingetragene Marken der SAP AG in Deutschland und anderen Ländern weltweit. Business Objects und das Business-Objects-Logo sind Marken oder eingetragene Marken der Business Objects Software Ltd. Business Objects ist ein Unternehmen der SAP AG. Sybase und das Sybase-Logo sind eingetragene Marken der Sybase Inc. Sybase ist ein Unternehmen der SAP AG.


Europa POLITIK

News aus Brüssel EU-Haushaltsplanung bis 2020

EU-Beamte

Harter Kampf ums Geld

Privilegien gekappt, aber …

Die Ausgaben der Europäischen Union sollen zwischen 2014 und 2020 auf 1,025 Billionen Euro steigen. Diesen Vorschlag, der einen Zuwachs von fünf Prozent bedeutet, hat die EU-Kommission vorgelegt. Das klingt nach einer großen Summe, entspricht aber lediglich 1,05 Prozent des EU-Bruttonationalprodukts. Dennoch steht Europa vor einem harten Kampf ums Geld. Dabei geht es vor allem um die Gestaltung der Einnahmen.

Bei der Diskussion um den mittelfristigen EU-Finanzrahmen kommen auch die EUBeamten nicht ganz ungeschoren davon. Ihre Zahl – sie beträgt zurzeit ca. 50.000 – soll bis 2018 um fünf Prozent sinken, einige Privilegien werden gekappt. So soll die Wochenarbeitszeit von bisher 37,5 auf 40 Stunden erhöht und das Pensionsalter von 63 auf 65 Jahre angehoben werden. Ebenfalls ist eine Zusatzsteuer in Höhe von 5,5 Prozent geplant. Da das Grundgehalt eines EU-Beamten nur mit 1,1 Prozent versteuert wird, ist dieser Betrag kaum nennenswert. Dank vieler Zulagen, Beihilfen und großzügiger Urlaubsregelungen bleiben europäische Beamte finanziell auf Rosen gebettet. Trotz der geplanten Sparmaßnahmen wird im neuen EU-Finanzrahmen der Verwaltungsanteil von 5,8 Prozent auf 6,1 Prozent steigen. www.finanzen.net

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Brüssel pocht auf die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, die direkt in den EU-Haushalt fließen soll und plant als zweite Einnahmesäule eine „modernisierte Mehrwertsteuer”. Das stößt auf Widerstände in den europäischen Hauptstädten. Paris und Berlin wollen, dass die Finanztransaktionssteuer in die nationalen Haushalte fließt und nicht nach Brüssel. Großbritannien lehnt jede „EUSteuer” ab. Die Bundesregierung will, dass weiterhin der größte Teil des EUHaushaltes (derzeit 75 Prozent) aus den nationalen Haushalten der Mitgliedsstaaten finanziert wird. Die Kommission dagegen möchte auf ein System umstellen, bei dem die Einnahmen aus wirklichen Eigenmitteln kommen. Früher waren dies vor allem Zölle auf die Einfuhr von Gütern, die aber heute nur noch 13 Prozent der EU-Einnahmen ausmachen. Außerdem will Brüssel das komplizierte System von Beitragsrabatten vereinfachen. Mit der neuen Einnahmenstruktur soll die ewige Diskussion um „Nettozahler” und „Netto­ empfänger” entschärft werden. www.ec.europa.eu/budget

Der Mittelstand. | 4 | 2011

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Wir laden Sie ein: Foto: ddp images/AP/Joerg Sarbach

Internationaler BVMW-Unternehmerkongress Schweiz 2011: „Mensch bleiben” In der Schweiz ist der BVMW nach zwei Jahren Aufbauarbeit zu einem erkennbaren Wirtschaftsmotor geworden und zählt schon heute zu den wichtigen Gesprächspartnern von Politik, Wirtschaft und Lehre.

18. Oktober 2011

Fachkräftemangel

Regierungsempfang und 6. Wirtschaftsforum des Kanton Schwyz

Rettung aus dem Ausland?

Um 14:00 Uhr lädt BVMW-Fördermitglied Kanton Schwyz zu einem Regierungsempfang.

Deutschland hat ein Problem: Unternehmer klagen über einen Mangel an Fachkräften. Es gibt mehr Jobs für Hochqualifizierte als entsprechend qualifizierte Arbeitnehmer. Die Bundesagentur für Arbeit sucht daher über ihre Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in anderen Ländern nach geeigneten Bewerbern. Die Leiterin der ZAV, Monika Varnhagen, sieht vor allem in Spanien ein großes Potenzial. „Tausende von Ingenieuren sind hier arbeitslos, auch IT-Spezialisten. Das Interesse an Deutschland ist groß. Doch nur jeder Zehnte hat überhaupt Grundkenntnisse der deutschen Sprache”, sagte Varnhagen in einem Zeitungsinterview. Deutsche Mittelständler haben mit der ZAV gemeinsam eine erste Rekrutierungsreise nach Barcelona unternommen und dort 70 Interviews mit potenziellen Bewerbern geführt. Eine zweite Rekrutierungsreise soll im September stattfinden. Es gilt auszuloten, wie groß das Potenzial wirklich ist. Auch in Portugal und Griechenland sollen die Möglichkeiten von gezielten Anwerbungen geprüft werden. Das im März vom Bundeskabinett verabschiedete „Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz” gibt allen Einwanderern, egal ob aus der Europäischen Union oder aus Drittstaaten, einen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren. Es wird damit gerechnet, dass etwa 300.000 Menschen die Anerkennungsprüfung nutzen wollen. Vorher müssen noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Das Bundeswirtschaftsministerium baut derzeit ein internetbasiertes Informationsportal auf, mit dem die Bewertung ausländischer Qualifikationen schneller und transparenter gemacht wird. www.euractiv.de

Ab 16:30 Uhr haben Kongressteilnehmer die Möglichkeit, am 6. Schwyzer Wirtschaftsforum „Cleantech” teilzunehmen.

19. Oktober 2011 Int. BVMW Unternehmerkongress Schweiz 2011 in Pfäffikon SZ Ab 10:00 Uhr begrüßen wir Sie zum 2. Internationalen BVMW-Unternehmerkongress in Pfäffikon SZ. Strategien erfolgreicher Unternehmen gegen den Fachkräftemangel Als ausländisches Unternehmen erfolgreich in der Schweiz tätig sein Reputation: der wichtigste weiche Faktor überhaupt Märkte: Cleantech, Bau- und Gebäudetechnik, Immobilien, Gesundheitswesen Finanzen: Corporate Finance, Fonds und andere Produkte der Finanzindustrie Verleihung des BVMW-Unternehmerpreises Schweiz 2011 Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Programm und Anmeldeformular finden Sie unter www.bvmw-schweiz.ch Oder fordern Sie beides an unter: info@bvmw-schweiz.ch Veranstalter: BVMW Landesverband Schweiz Economic Business Forum Baarerstr. 135 | CH-6301 Zug www.bvmw-schweiz.ch


Europa POLITIK

Euro-Krise vertagt

Foto: H. Brauer/shutterstock.com

Das neue Griechenland-Paket zeigt europäische Realpolitik

Der Mittelstand. | 4 | 2011


P

Politik ist ein Prozess, die Euro-Währungsunion ein Zustand und die griechische Schuldenkrise ein akutes Problem. Beraten also die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone über Griechenland, wird es hektisch, und am Ende steht ein Kompromiss. Die Regierungssprecher bezeichnen diesen Kompromiss dann als vernünftig, wegweisend und zukunftsfähig. Aber neben der realpolitischen gibt es eine zweite Sichtweise – die ökonomische. Das Verhandlungsergebnis vom jüngsten EUGipfel umfasst ein neues Rettungspaket für Griechenland, niedrigere Zinsen und längere Laufzeiten für griechische Altschulden. Für die vorhandenen Staatsanleihen gibt es ein Tauschangebot, und die neuen Papiere werden mit Garantien der European Financial Stability Facility (EFSF) versehen. Für diese europäische Zweckgesellschaft haften die Steuerzahler der Mitgliedsstaaten. Hauptziel des Pakets ist es, die Finanzierung der griechischen Staatsdefizite in den kommenden Jahren zu ermöglichen. Realpolitisch sinnvoll Aus realpolitischer Perspektive ist dieser Kompromiss sinnvoll. Die Drohung, dass sich die Lehmann-Brothers Krise wiederholen könnte, stand im Raum. Damit meinten die Vertreter der Geschäftsbanken eine unkontrollierbare Entwicklung der Finanzmärkte, wenn sich die Staats- und Regierungschefs auf radikalere Maßnahmen eingelassen hätten. So hatten Europäische Zentralbank, Ratingagenturen und Geschäftsbanken gemeinsam gegen eine „unfreiwillige” Umschuldung argumentiert. Gegen eine solche Phalanx sind auch erfahrene Europapolitiker machtlos. Da erschien es klüger, den Rettungsschirm und die Garantien auszuweiten, so dass Griechenland für mehrere Jahre nicht mehr auf die Finanzmärkte angewiesen ist. In dieser Zeit kann sich das Land auf Strukturreformen und Wachstumsimpulse konzentrieren.

durch das Paket von geschätzten 140 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 120 Prozent. Doch erfahrungsgemäß sind alle Werte über 90 Prozent zu hoch, als dass sich ein Land aus eigener Kraft von dem Schuldenberg befreien könnte. Der Beitrag der Banken fällt zu gering aus. Diese dürfen ihre griechischen Staatsanleihen in Papiere mit EFSF-Garantie tauschen. Dass die besser bewerteten Papiere einen geringeren Zins abwerfen, ist nur marktkonform, aber kein eigenständiger Beitrag der Finanzindustrie zum Rettungspaket. Richtiger wäre ein abgestimmtes Paket aus Strukturreformen, Wachstumsimpulsen für den Mittelstand und einem mutigen Schuldenschnitt mit vorüber­ gehender Anschlussfinanzierung durch die europäischen Partner gewesen. Der nächste Krisengipfel kommt bestimmt Auch als Blaupause für andere Länder funktioniert das Paket nicht, weil es zu teuer ist. So wird der Weg in die Europäische Haftungsunion beschritten, ohne die Folgen kalkulieren zu können. Die geplante Umgehung der nationalen Parlamente für einzelne Maßnahmen, die der EFSF und dessen Nachfolgeorganisation ESM (European Stability Mechanism) in Zukunft durchführen dürfen, ist ein fatales Signal. Das Fazit des Ökonomen lautet daher: Die Bank gewinnt immer, der Steuerzahler haftet, und die griechischen Probleme werden in die Zukunft vertagt. Ob man eher der realpolitischen oder der volkswirtschaftlichen Interpretation zuneigt, ist Geschmackssache. Politiker halten Ökonomen gerne vor, sie seien realitätsfern. Umgekehrt lautet der Vorwurf häufig auf Ignoranz. Sicher ist nur, dass volkswirtschaftliche Realitäten langfristig immer stärker als realpolitisches Wunschdenken sind. Deshalb war dies auch nicht der letzte Euro-Krisengipfel.

Ökonomisch zweifelhaft

Dr. Michael Vogelsang

Aus ökonomischer Sicht bleibt dagegen von dem Kompromiss nicht viel Gutes übrig: Zwar sinkt der Schuldenstand des griechischen Staates

Chefvolkswirt des BVMW www.bvmw.de

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Europa POLITIK

Schwerer Stand für den grünen Strom Atomstrom bleibt Nummer eins in Frankreich

Foto: matthewleesdixon/istockphoto.com

Mit einem Anteil von rund 75 Prozent dominiert die Atomenergie den französischen Strommarkt. Trotz politischer Willensbekundungen geht der Ausbau anderer Energiequellen eher zögerlich voran. Mit dem Kernkraftwerk Marcoule in der Region Languedoc-Roussillon nahm Frankreich 1956 als zweites europäisches Land einen Reaktorblock in Betrieb. Rund 55 Jahre später ist man dank der Kernkraft nach wie vor stolz darauf, Stromexporteur statt -importeur zu sein. Insgesamt 58 Atomreaktoren werden zur Zeit in Frankreich betrieben. Als „Dinosaurier” gilt vor allem das Kernkraftwerk im elsässischen Fessenheim an der deutschfranzösischen Grenze. Dies erzeugt seit 1977 Strom und steht ebenso lang in der

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Kritik deutscher Atomkraftgegner. Zu unsicher sei der Standort am Rheingraben, der als besonders erdbebengefährdet gilt. Auch Störfälle – wie 2008 in Tricastin – haben in Frankreich nicht viel daran geändert, dass die Befürwortung der Kernkraft politisch bis vor kurzem noch zum guten Ton gehörte. Zu sehr verließ man sich jahrzehntelang auf den „sauberen” Atomstrom, als dass man in absehbarer Zeit auf ihn verzichten könnte. Daher werden in Frankreich auch weiterhin neue Atommeiler gebaut.

Andere Energiequellen spielen bis heute im französischen Energiemix nur eine untergeordnete Rolle. Gerade einmal 10,8 Prozent der Primärenergieproduktion wird aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas gewonnen. Bei der Wasserkraft sind es immerhin 12,4 Prozent. Bereits in den 30er-Jahren wurden in Frankreich elektrische Wasserkraftwerke entlang der Rhône errichtet. Das heute Leistungsfähigste ist der sogenannte Barrage de Roseland, mit jährlich über 1.000 Gigawattstunden Strom. Ein ebenso gigantisches Projekt aus den 60er-Jahren ist

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das Gezeitenkraftwerk in der Mündung der Rance an der Atlantikküste. Es gilt bis heute als weltweit größtes seiner Art und produziert jährlich rund 600 Gigawattstunden Strom.

74,1 % Kernenergie

Bescheiden nehmen sich dagegen die Strommengen aus, die durch Wind, Solarkraft und Biomasse gewonnen werden. Ihr Anteil lag 2010 bei knapp drei Prozent. Wenn es nach der Politik geht, soll sich das bis 2020 ändern. Ziel ist es, bis dahin rund 23 Prozent des gesamten Bedarfs durch regenerative Energien zu decken.

3,5 % Kohle

Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Ein ambitioniertes Windpark-Projekt, das bis 2015 umgesetzt werden soll, ist in Planung. Laut Angaben der deutsch-französischen Koordinierungsstelle Erneuerbare Energien in Berlin, ist der Baustart bislang noch unklar. Ähnlich schleppend geht auch der Ausbau der Solarenergie voran. Daher wird Frankreich auch in den nächsten Jahren weiter auf Atomstrom angewiesen sein.

15,1 % Erneuerbare Energie* 5,5 % Gas

1,4 % Mineralöl 0,4 % Sonstige

* Wasserkraft 12,4 % Windkraft 1,7 % Sonnenenergie 0,1 % Andere 0,9 %

Sabine Loeprick Quelle: Magazin „ParisBerlin” Nr. 64 (Mai 2011); freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Olivier Breton, Herausgeber

Ein engagierter Europäer Völlig überraschend verstarb Prof. Dr. Fernando Augusto Morais am 11. Juli 2011 in seiner Heimat Portugal. Im Alter von nur 57 Jahren erlag der international anerkannte Ökonom einem Herzinfarkt. Fernando Augusto Morais, der für ein hohes politisches Amt in der neuen portugiesischen Regierung im Gespräch war, stand viele Jahre an der Spitze der nationalen Mittelstandsvereinigung „Associação Nacional das Pequenas e Médias Empresas” in Lissabon und war zugleich Vizepräsident des europäischen Mittelstands-Dachverbandes CEA-PME in Brüssel. Dort wirkte er auch als wissenschaftlicher Berater der Europäischen Kommission. Der deutsche und europäische Mittelstandspräsident

Mario Ohoven würdigte ihn als erfahrenen politischen Mitstreiter für den Mittelstand. „Sowohl in Brüssel, als auch in Portugal gab Fernando Augusto Morais dem Mittelstand ein Gesicht. Er war ein dynamischer, vom Unternehmergeist inspirierter Wirtschaftsexperte und ein engagierter Europäer. Ich habe einen guten Freund und klugen Ratgeber verloren.” Gemeinsam mit Mario Ohoven hatte Morais noch wenige Tage vor seinem Tode auf einer internationalen Pressekonferenz in der Finanzmetropole Frankfurt am Main ein Konzept zur Überwindung der Schuldenkrise in Europa vorgestellt. Dabei kritisierte er in unmissverständlicher Deutlichkeit die verfehlte Haushaltspolitik Portugals und wies auf die akute Schieflage des Landes hin.

Foto: Ulrich Schepp.

Zum Tode von Prof. Dr. Fernando Augusto Morais


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Jörg Löhr Er zählt seit Jahren zu den angesehensten und kompetentesten Management- und Persönlichkeitstrainern im deutschsprachigen Raum. Er betreut Spitzensportler, Nationalmannschaften sowie Bundestrainer und seine Referenzen im Firmenbereich lesen sich wie das „Who is Who“ der Unternehmenswelt. Als Redner und Trainer wurde er vielfach ausgezeichnet und im Jahr 2006 in die German Speakers Hall of Fame aufgenommen. Sein Thema: Erfolgreich Führen in Zeiten der Veränderung Thorsten Havener Er behauptet nicht, übersinnliche Fähigkeiten zu haben. Vielmehr bündelt er auf einzigartige Weise naturgegebene Fähigkeiten des Menschen, welche in der modernen Gesellschaft in Vergessenheit geraten sind. Dies ist auch der Grund, warum seine Techniken bereits in der Raumfahrt, beim Militär, Verhörspezialisten und dem Geheimdienst verwendet werden. Natürlich ist er ein gefragter Referent in der Wirtschaft. Sein Thema: Ich weiß, was Du denkst Klaus Kobjoll Klaus Kobjoll, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Autoren und Referenten zu den Themen Total Quality Management und Mitarbeitermotivation. Er ist zudem Inhaber eines der bekanntesten Hotels Deutschlands, dem Schindlerhof. 14 Auszeichnungen, einschließlich dem European Quality Award, bestätigen, was mit Planung, einer klaren Vision und im Team machbar ist. Sein Thema: Wa(h)re Herzlichkeit Prof. Dr. Arnold Weissmann Als Erfolgsstratege ist Prof. Dr. Weissmann besonders bei inhaber- und familiengeführten Unternehmen gefragt. Weissmanns Leidenschaft für den Mittelstand und seine Besonderheiten machen ihn zu einem der führenden Experten der strategischen Entwicklung – insbesondere auch deshalb, weil er in seinen Ansätzen theoretisches und praktisches Wissen vereint und bündelt. Sein Thema: Strategische Unternehmensführung Boris Grundl Der Erfolgs-Coach im Rollstuhl ist eine beeindruckende Persönlichkeit: Als 25-jähriger Spitzen-Athlet brach er sich durch einen Unfall die Halswirbelsäule. Heute ist Boris Grundl der Top-Experte zum Thema Menschenführung, ein gefragter Referent und Autor zugleich. Durch sein Führungs-System haben viele Unternehmen gelernt, wie sie systematisch das Potential ihrer Mitarbeiter entfalten. Sein Thema: Wirkungsvoll Führen

Veranstaltungstermine und -orte 27. September 2011 in Stuttgart Klaus Kobjoll – Wa(h)re Herzlichkeit 5. Oktober 2011 in Berlin Klaus Kobjoll – Wa(h)re Herzlichkeit 12. Oktober 2011 in Bielefeld Jörg Löhr – Erfolgreich Führen in Zeiten der Veränderung 19. Oktober 2011 in Münster Thorsten Havener – Ich weiß, was Du denkst 26. Oktober 2011 in Erfurt Boris Grundl – Wirkungsvoll Führen 7. November 2011 in Hamburg Boris Grundl – Wirkungsvoll Führen 17. November 2011 in Bremen Jörg Löhr – Erfolgreich Führen in Zeiten der Veränderung 22. November 2011 in Hannover Prof. Dr. Arnold Weissmann – Strategische Unternehmensführung 23. November 2011 in Nürnberg Jörg Löhr – Erfolgreich Führen in Zeiten der Veränderung 24. November 2011 in Dresden Prof. Dr. Arnold Weissmann – Strategische Unternehmensführung 29. November 2011 in Heidelberg Boris Grundl – Wirkungsvoll Führen 30. November 2011 in Fulda Klaus Kobjoll – Wa(h)re Herzlichkeit 28. Februar 2012 in Osnabrück Boris Grundl – Wirkungsvoll Führen

Die Veranstaltungsreihe „Forum Führung“ wird unterstützt von unseren Partnern

Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.forum-fuehrung.bvmw.de BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft · Unternehmerverband Deutschlands e.V. Leipziger Platz 15 · 10117 Berlin · Tel.: 030 533206-0 · Fax: 030 533206-50 · E-Mail: forum-fuehrung@bvmw.de

www.bvmw.de


POLITIK International

USA – Land der Schulden, Land der Chancen Mit dem Staatsdefizit wachsen die Gewinne der US-Konzerne

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ne mit 780 Milliarden Dollar so viel wie noch nie. Und diesen Rekord dürften sie 2011 noch überbieten.

Die Situation in den USA scheint paradox: Während der Staat in allerletzter Minute die Zahlungsunfähigkeit abwenden konnte, prosperieren die großen Konzerne. Die Nullzins-Politik der Notenbank, die Niedrigsteuerpolitik der Regierung und der schwache US-Dollar ließen ihre Gewinne kräftig sprudeln. Doch anstatt Führungsstärke zu zeigen, lieferte sich das politische Washington monatelange Schaugefechte über die Schuldenobergrenze. Dabei wussten Republikaner wie Demokraten von Anfang an, dass an einer Anhebung kein Weg vorbeiführen würde. Mit ihrem Taktieren blamierten sie die Supermacht Amerika vor aller Welt. Eine Weltmacht auf tönernen Füßen: Die amerikanische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um magere 1,3 Prozent, für das erste Quartal musste die US-Regierung den Wert auf nur noch 0,4 Prozent nach unten korrigieren. Dafür verharrt die Arbeitslosenquote seit Beginn der Finanzkrise bei über neun Prozent. Der britische Historiker Paul Kennedy warnte vor Jahren, Weltreiche würden

untergehen, wenn sie ihre eigenen Ressourcen überstrapazierten. Den USA mit ihren weltweiten Militäreinsätzen sagte er ein „imperial overstretch” voraus. Seine düstere Prophezeiung könnte sich schon bald bewahrheiten. Allein die militärischen Engagements in Afghanistan, in Afrika und im Irak kosteten die USA bis zum Frühjahr 2011 gut 1,2 Billionen Dollar. Hinzukommen 787 Milliarden Dollar für Konjunkturprogramme. Den explodierenden Ausgaben stehen sinkende Einnahmen gegenüber. In den vergangenen zehn Jahren ließen Steuersenkungen für Reiche und Unternehmen den Schuldenberg um gut 2,6 Billionen Dollar ansteigen. Damit war in diesen Tagen das festgelegte Limit der Staatsverschuldung von 14,3 Billionen Dollar erreicht. Das Imperium war – zumindest finanziell – overstretched. Die öffentliche Armut korrespondiert mit einem zunehmenden Reichtum der USKonzerne. Das Land der Schulden ist für Investoren das Land der nahezu unbegrenzten Chancen. Im Vorjahr verdienten die 500 größten, börsennotierten Konzer-

Denn von den zerrütteten Staatsfinanzen profitieren die Konzerne gleich dreifach: 1. Die Überschuldung drückt an den Devisenmärkten den Dollar-Kurs. Das hilft beim Export. 2. Der niedrige Dollar lockt Investorengelder an. Die Direktinvestitionen werden 2011 die stolze Summe von 200 Milliarden Dollar erreichen – doppelt so viel wie in China. 3. Die anhaltende Krisenstimmung sorgt für eine Fortsetzung der Null-Zins-Politik. Lange halten die USA den Spagat nicht mehr durch. Mit 74 Milliarden Dollar verfügt der Staat über kaum nennenswerte Reserven. Zum Vergleich: Den 100 TopKonzernen geht es viel besser. Sie haben fast 1,5 Billionen Dollar auf der hohen Kante. Geht Washington nicht radikal auf Sparkurs, wird die Supermacht zum Sozialfall.

Mario Ohoven Präsident des BVMW

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International POLITIK

Besuch ist effektiver als DVD oder Buch

Foto: Klemt.

Unternehmerreisen in den Iran können Außenwirtschaft fördern

Der BVMW und Irans Botschafter Ali Reza Sheik Attar (Mitte) wollen die Wirtschaftsbeziehungen verstärken.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Iran und Deutschland reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück und haben eine reiche Tradition. Darauf hat S. E. Ali Reza Sheik Attar, Botschafter der Islamischen Republik Iran, beim Besuch von BVMW-Wirtschaftssenatoren aus Berlin/ Brandenburg in seiner Berliner Residenz hingewiesen. Deutschland liege auf Rang fünf der internationalen Handelspartner und sei größter Exporteur der Europäischen Union in den Iran. An dem Gespräch hatten auch Bodo Schwarz, Sonderbeauftragter des BVMW für Europaangelegenheiten, und Mir Durandish, Leiter der BVMW-Repräsentanz im Iran, teilgenommen. Die internationalen Sanktionen gegen den Iran, so der Botschafter, hätten keine direkten Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur seines Landes. Das Embargo betreffe große Geldtransfers, Militärtechnik und Atomtechnologie. „Der Rest der Wirtschaft hat damit nichts zu tun. Für den Mittelstand bestehen die besten Möglichkeiten.” Die meisten deutschen Exporte

Der Mittelstand. | 4 | 2011

würden von kleinen und mittleren Unternehmen realisiert, betonte Ali Reza Sheik Attar. Förderlich für den internationalen Handel sei auch der Subventionsabbau durch den Iran. Damit sei eine Wachstumsbremse gelöst worden, ohne dass es zu einer sozialen Krise gekommen sei. Auch die dem Embargo geschuldete, oft kritisierte Situation bei den Geldtransfers an die Vertragspartner verbessere sich. Der Iran mit seinen 70 Millionen Einwohnern habe großes Interesse an allen Dienstleistungen und stehe auch als Partner und Vermittler beispielsweise zu anderen Ölländern der Region zur Verfügung. „Trilaterale Projekte sind immer denkbar.” In die Erdgasförderung im Süden wolle das Land 50 Milliarden Euro investieren. Iran brauche Wohnungen für seine Bevölkerung, die zu zwei Dritteln jünger als 30 Jahre sei. Jährlich sollen zehn Milliarden US-Dollar für den Bau kleinerer Wohnungen ausgegeben werden, finanziert durch iranische Banken. Die Stahlproduktion habe sich innerhalb von fünf Jahren auf 19 Millionen Tonnen fast verdoppelt. Man erwarte einen wei-

teren Zuwachs von jährlich zwei Millionen Tonnen. Entwicklungsschwerpunkte seien auch: Petrolchemie und touristische Infrastruktur. Botschafter Attar schlug gemeinsame Reisen mit BVMW-Mitgliedern in den Iran vor, um sich selbst von den Möglichkeiten zu überzeugen. „Wir würden diese Informationsreisen unterstützen”, versprach er. „Ein Besuch vor Ort ist effektiver als eine DVD oder ein Buch. Wir könnten uns vorstellen, dass Gruppen von 20 bis 30 Personen die größeren Städte unseres Landes besuchen.” Zudem gebe es im Iran sechs Freihandelszonen und zehn Gebiete mit starker Investitionsförderung. Der Iran biete Steuerbefreiungen bis zu 20 Jahren, Investitions- und Abnahmegarantien, betonte der Botschafter. Der BVMW mit seinen vier Mitarbeitern im Teheraner Büro unterstütze interessierte Firmen mit Informationen und kostenfreier Erstberatung, erklärte Mir Durandish. www.bvmw.de/ auslandsvertretungen

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Der niedrigste CO2-Wert seiner Klasse. Weil hier nur die Besten ihres Fachs arbeiten.

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Extrem sparsam: die neuen Common-Rail-TDI-Motoren mit nur 189 g/km* CO2 und einem Verbrauch ab durchschnittlich nur 7,2 l/100 km*. Mit dem neuen Crafter beginnt saubere Arbeit schon auf dem Weg zum Job. Denn seine wirtschaftlichen TDI-Motoren senken die CO2-Emissionen auf nur 189 g/km*. Außerdem sorgen sie für einen Kraftstoffverbrauch ab durchschnittlich nur 7,2 l/100 km* – dank Innovationen wie BlueMotion Technology mit MotorStart-Stopp. Auch die 2+1 Garantie ist neu: die kostenlose Anschlussgarantie für das 3. Betriebsjahr**. Und das bei vollem Leistungsumfang. Denn der neue Crafter ist nicht nur ein Experte für weniger CO 2Emissionen. Sondern auch für mehr Zuverlässigkeit.

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Vorsicht, Falle: (Un)zulässige Fragen im Bewerbungsgespräch Sie suchen eine Arbeitskraft für Ihr Büro und führen Bewerbungsgespräche. Doch welche Fragen sind überhaupt zulässig? Wie wäre beispielsweise der folgende Fall zu beurteilen: Sie haben eine weibliche Aushilfe in Ihrem Betrieb eingestellt. In der Probezeit stellte sich heraus, dass sie schwanger ist. Im Vorstellungsgespräch hatten Sie sie nach einer Schwangerschaft befragt – und sie hatte wahrheitswidrig erklärt, eine Schwangerschaft bestehe nicht.

Foto: Aamon/fotolia.com

Vorab: Eine Kündigung aussprechen können Sie der Aushilfe gegenüber nicht. Auch Aushilfen sind Arbeitnehmer wie alle anderen Mitarbeiter und haben die gleichen Rechte und Pflichten; lediglich bei Lohnsteuer und Sozialversicherung gelten besondere Regeln. Nach § 9 Mutterschutzgesetz ist die Kündigung von Schwangeren, übrigens auch in der Probezeit, gesetzlich verboten.

beitgebers, da der Arbeitnehmer ungefragt keine nachteiligen Angaben zu sich offenbaren muss. Einige Fragen sind im Bewerbergespräch jedoch nicht erlaubt, mit der Folge, dass deren Stellung dem Bewerber ein Recht zur Lüge gibt. Dies ist zum einen der Fall, wenn die Frage nichts mit der konkreten Stellenbesetzung zu tun hat, etwa bei weltanschaulichen oder politischen Fragen; zum anderen, wenn sie sittenwidrig ist oder gegen ein gesetzliches Verbot verstößt. Nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts ist Letzteres bei der Frage nach der Schwangerschaft der Fall: Die Frage verstößt gegen Artikel 3 Abs. 3 des Grundgesetzes, denn sie stellt eine geschlechtsbezogene Diskriminierung dar.

Im vorliegenden Fall könnte allerdings eine arglistige Täuschung vorgelegen haben. In einem solchen Fall werden Mutterschutz und Kündigungsverbote nicht greifen. Voraussetzung wäre allerdings, dass die Stellenbewerberin auf eine zulässige Frage bewusst die Unwahrheit gesagt hat.

Eine Anfechtung des Arbeitsvertrages wegen arglistiger Täuschung kommt somit nicht in Betracht. Sie werden die Mitarbeiterin also während der Schwangerschaft und auch im Elternurlaub behalten müssen. Eine Kündigung wäre erstmals nach Rückkehr der Mitarbeiterin aus dem Elternurlaub möglich, unter Einhaltung der dann geltenden Fristen.

Grundsätzlich besteht im Bewerbungsgespräch ein Fragerecht seitens des Ar-

Achtung: Unzulässig sind auch Fragen zur Gewerkschaftszugehörigkeit, zu Heirats-

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absichten, zur Religions- und Parteizugehörigkeit (außer bei Tendenzbetrieben) und zu nicht einschlägigen Vorstrafen. Fragen nach früheren Erkrankungen sind nur beschränkt zulässig, wohl aber solche zu akuten und ansteckenden Erkrankungen. Die Frage nach der Schwerbehinderteneigenschaft ist hinsichtlich ihrer Zulässigkeit umstritten. Sie wird infolge einer Änderung des Grundgesetzes mittlerweile eher als unzulässig gewertet, es gibt aber noch einzelne Arbeitsgerichte, die sie für zulässig halten.

Benjamin Weiler Rechtsanwalt www.bvmw.de/leistungen/ rechtshotline

Die BVMW-Rechtshotline erreichen Sie: Mo. und Mi. 10.00 – 15.00 Uhr, Do. 10.00 – 17.00 Uhr Tel.: 030 / 533206-63 Fax: 030 / 533206-50 rechtshotline@bvmw.de


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Wettbewerbsvorteil Compliance Korruptionsgefahr im Mittelstand unterschätzt

Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns anzuwenden. Aber weiß man als oberste Führungskraft, wie der Vertriebsmitarbeiter im Ausland Aufträge verhandelt oder ob der Einkäufer die lokalen Gepflogenheiten ausreizt? Allein deshalb sind Unternehmen in der Pflicht, ein strukturiertes Compliance Management aufzubauen. Interne Kontrollsysteme der Corporate Compliance stellen sicher, dass sich das Unternehmen und seine Mitarbeiter im In- und Ausland regelkonform verhalten.

Bei der Einführung von Compliancestrukturen sollten insbesondere die Prozesse im Einkauf und Vertrieb auf Gefährdungspotenzial durchleuchtet werden. Viele Mitarbeiter wissen gar nicht, wann sie in eine Korruptionsfalle tappen. Während die Annahme von Geld, Sachwerten oder Einladungen zu Veranstaltungen klare Verstöße sind, können von den Gerichten aber auch zu hohe Rabatte oder Vergünstigungen als Vorteilsnahme ausgelegt werden. Auch wenn es die originäre Aufgabe des Einkäufers ist, Rabatte für das Unternehmen durchzusetzen und sozialadäquate Vorteile in einem gewissen Umfang sicher von der Strafbarkeit ausgenommen sind, so ist der Übergang doch fließend, denn klare Kriterien für die Strafbarkeit bei Bestechlichkeit gibt es nicht.

füllt. Kriminelle Delikte können sogar die Existenz eines Unternehmens bedrohen, denn der Staat kann Gewinne aus Geschäften, die durch Bestechung zustande kommen, nachträglich abschöpfen und es drohen Bußgelder in Millionenhöhe. Inzwischen gilt Compliance als klarer Wettbewerbsvorteil in den umkämpften Zuliefermärkten. Automobilkonzerne verlangen von ihren Lieferanten interne Compliance-Richtlinien und im Ausland tätige Unternehmen sehen sich den gesetzlichen Bestrebungen ausgesetzt, dass Compliance-Maßnahmen zwingend vorgeschrieben werden. Spätestens dann muss sich auch der Mittelstand mit der Einführung von Compliance auseinandersetzen.

Für die Einhaltung der Corporate Compliance ist immer der Chef zuständig, denn er haftet für eintretende Schäden. Die Verteidigungsstrategie, man habe von den Machenschaften des Mitarbeiters nichts gewusst, läuft vor deutschen Gerichten ins Leere. In diesem Fall hat der Vorgesetzte seine Aufsichtspflichten nicht er-

Foto: René Mansi/ww.istockphoto.com

Fast jeder dritte Mittelständler innerhalb der EU war in den vergangenen zwei Jahren in einen Bestechungsfall verwickelt. Die Straftat Bestechung ist demnach weit verbreitet und die Tendenz ist steigend – die Aufklärungsrate aber auch. Die Staatsanwaltschaften rüsten in Wirtschaftsstrafsachen auf. Für Unternehmen kann eine Verurteilung führender Mitarbeiter die Insolvenz bedeuten, denn die Sanktionen und Geldbußen sind oft sehr hoch.

Norman Lenger Rechtsanwalt Kanzlei von IBWF-Mitglied RA Robert Buchalik www.bb-soz.de

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Steuertipps

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Kosten eines Zivilprozesses als „außergewöhnliche Belastung” Sogenannte „außergewöhnliche Belastungen” sind zwangsläufig entstehende, größere Aufwendungen, die vergleichbare andere Haushalte nicht tragen müssen (§ 33 EStG): Mehrkosten, die z. B. durch Krankheit, körperliche Behinderung, Scheidung oder für übernommene Bestattungskosten entstehen. Kosten für einen Zivilprozess wurden bisher vom Finanzamt nur dann als „außergewöhnliche Belastung” anerkannt, sofern der Rechtstreit von existentieller Bedeutung für den Steuerpflichtigen war.

Beispiel: Ein Pensionär, der gegen eine Krankenversicherung wegen Ablehnung der Mitgliedschaft prozessierte, konnte die Prozesskosten als „außergewöhnliche Belastung” zum Abzug bringen. Ging es in dem Verfahren jedoch um die Kostenübernahme für eine bestimmte Behandlung, war diese nicht abzugsfähig. Nun wollte eine Versicherte, bei der nach langer Krankheit eine Berufsunfähigkeit festgestellt wurde, weiterhin Krankentagegeld erhalten, sie klagte und verlor den Prozess. Die Prozesskosten (ca. 10.000 Euro) gab sie als „außergewöhnliche Belastung” an. Sowohl Finanzamt als auch Finanzgericht lehnten ab, da der Klägerin ein Familieneinkommen in Höhe von 65.000 Euro zur Verfügung stand. Die Fortzahlung des Krankentagegeldes wäre nicht von existentieller Bedeutung. Die Versicherte ging zum BFH und hatte Erfolg. Dieser revidierte mit Urteil vom 12. Mai 2011 (VI R 42/10) seine bisherige Rechtsauffassung, so dass künftig grundsätzlich Zivilprozesskosten als „außergewöhnliche Belastungen” bei der Einkommensteuer berücksichtigt werden können. Voraussetzung für eine Steuerentlastung ist weiterhin, dass im Jahr der Mehrbelastung Einkommensteuer zu bezahlen ist und dass eine bestimmte zumutbare Belastung überschritten wird. Diese richtet sich nach der Höhe der Einkünfte und nach der Anzahl der Kinder (s. § 33 Abs. 3 EStG). Im Einzelfall muss natürlich mit dem Finanzamt geklärt werden, welche Kosten in welchem Umfang für den Prozess zwangsläufig waren. Sicherlich wird dieses Urteil dem einen oder anderen eine spürbare Steuerentlastung bringen können. Die, laut Presse große „volkswirtschaftliche Dimension” wird sich dabei allerdings nicht entwickeln.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Steuerverzinsung beim Investitionsabzugsbetrag Mit der Abschaffung der Ansparabschreibung wurde der Investitionsabzugsbetrag in das Einkommensteuergesetz eingefügt (§ 7g EStG). Wird nun in einem Veranlagungsjahr nicht investiert, wird beim Investitionsabzugsbetrag ein sog. „rückwirkendes Ereignis” angenommen. Dadurch wird in dem Jahr der Berücksichtigung der Investitionsabzugsbetrag wieder zurück gedreht und die damit entstehende Steuernachzahlung mit sechs Prozent p. a. verzinst (§ 233a AO). Beispiel: Herr B. bildet für 2010 einen Investitionsabzug. Er investiert nicht wie geplant und gibt dies in seiner Steuererklärung für das Jahr 2013 auch so an. Per 1. Oktober 2014 erhält er einen Änderungsbescheid für 2010. Die daraus resultierende Nachzahlung wird mit 15 Prozent verzinst (30 Monate x 0,5%= 15%). Mit Urteil vom 5. Mai 2011 (1 K 266/10) hat das Niedersächsische Finanzgericht entschieden, dass in unserem Beispiel der Zinslauf nicht 15 Monate nach Ablauf des Veranlagungsjahres (April 2012) beginnen würde, sondern erst 15 Monate nach Ablauf des Jahres, in dem das „rückwirkende Ereignis” eingetreten ist (April 2016). Wäre das Urteil allgemeingültig, sollten für jedes Jahr die Möglichkeiten für die Bildung von Investitionsabzugsbeträgen im Rahmen der gesetzlichen Grenzen konsequent ausgenutzt werden. Dadurch könnten die Steuerzahlungen über Jahre hinweg zinslos gestundet werden. Leider ist genau diese Allgemeingültigkeit zumindest unklar. Nur die Entscheidungen des BFH entwickeln eine Bedeutung für alle Beteiligten in Deutschland.

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Der Autor des Beitrages, Detlef Riekenberg, ist als Steuerberater Mitglied des IBWF.

Sonstige

BVMW-Mitglied erstreitet BFH-Urteil für den Mittelstand ile von Sachbezügen nutzen! Entlohnungsmodelle: Steuervorte

Dipl.-Wirtsch.-Inf. Ullrich Hänchen Steuerberater Vorstand des IBWF (Institut für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung e.V.) www.wagemann.net

Einsatz von n durch den intelligenten Wie tarifungebundene Unternehme n dauerhaft bis zu zehn Prozent steuerbegünstigten Komponente er Detlef Riekenberg Sachbezügen und weiteren können, erläutert Steuerberat . ihrer Personalkosten einsparen nzepts „NettoLohnGestaltung” im Rahmen seines Beratungsko

räumten die Rich­ monat­ In vier Parallelurteilen Hindernisse Die Arbeitnehmer konnten ter weitere bürokratische 44 Euro im Mo­ wurde. Angebot einer Tankstelle Arbeitnehmer, die bis zu auf Gutscheinen erhalten, lich aus dem im aus dem Weg. Wenn nat in Form von Sachleistungen Waren und Dienstleistungen beispielsweise ein mo­ noch Sozi­ beliebige ihres Ar­ oder Tankkarten von 44 Euro ein­ müssen dafür weder Steuern von 44 Euro auf Kosten sie natlicher Höchstbetrag der Arbeitgeber Wert nicht alabgaben zahlen. Auch beziehen. Dafür erhielten wird, führt das ebenfalls ngsabgaben. beitgebers Monatsbetrag getragen (Az. VI R 27/09). spart dabei Sozialversicheru Tankkarten, die auf einen zu Barlohn, urteilten sie Steuervorteile Euro limitiert waren. Die Behörden erkannten Betriebsprüfer von 44 ein Doch bislang machten Gutscheinen auf sobald ab, oft ei­ handele es sich bisher Arbeitgebern und Arbeitnehmern „Finanz­ Bei dieser Gestaltungsondern um „Bar­ Geldbetrag stand. nen Strich durch die Rechnung. um Sachbezüge, Anforderungen nicht seien für die der Gut­ beamte haben strenge meinte das Finanzamt. Damit Auch müssen die Waren, immer wieder lohn”, Lohnzahlungen einzustu­ dem Gutschein gestellt und Sachbezüge Detlef sie als normale schein gilt, nicht mehr auf sagte ter eingestuft”, Geklagt steuerbegünstig als Barlohn nicht als (Az.: VI R 21/09). und BVMW­ fen – und BFH benannt werden Riekenberg, Steuerberater Falsch, entschied der ein Unternehmer, der Mitarbeitern die Steuervor­ Sachlohn. eine Richter stellten hatte Die Mitglied. „Damit gingen 26/08). R 20­Euro­Gutsch VI (Az. wenn vom zum Geburtstag das gesamte Sorti­ teile nachträglich verloren.” klar, dass Sachlohn vorliegt, überreichte, die für arbeitsvertraglich auch galten. aus Han­ Arbeitnehmer ment eines Buchhändlers gefordert werden kann, Wie im Fall eines Unternehmens beraten und nur Sachlohn ver­ nover, das von Riekenberg Selbst zunächst von Arbeitnehmern vom (BFH) vertreten so Riekenberg. vor dem Bundesfinanzhof auslagte Beträge, die anschließend werden, erfüllen Arbeitgeber erstattet und füh­ die Voraussetzung „Sachlohn” ung, wenn dies ren zur Steuerbegünstig entsprechend zuvor ch arbeitsvertragli 40/10 und 41/10). geregelt wurde (Az. VI R sicher Allerdings müssen Arbeitgeber die Gutschei­ stellen, dass Arbeitnehmer einlösen können. ne nicht gegen Bargeld Zukunft die Ein­ Andernfalls droht auch in stufung als Barlohn.

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Fazit: Alle betroffenen Bescheide sollten bis zur endgültigen Klärung dieser Rechtsfrage offen gehalten werden, damit sich im Falle einer positiven Entscheidung die Zinsvorteile dann auch wirklich auswirken können.

Hinweis zum Beitrag „BVMW-Mitglied erstreitet BFH-Urteil für den Mittelstand” in Ausgabe 3/2011 (Seite 36–37)

SERVICE

Da das Urteil aber zumindest in Niedersachsen anzuwenden ist, hat das Finanzamt Rechtsmittel beim BFH eingelegt (IV B 87/11), damit der Fall abschließend geklärt wird. Der Gesetzgeber wird wohl auch bei der nächsten Gelegenheit eine „Klarstellung” in das Gesetz aufnehmen.

Detlef Riekenberg

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Der Mittelstand. | 3 | 2011

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Sonstige SERVICE Foto: 4FR/istockphoto.com

Die fünf

ehler F häufigsten

in der Werbung im Mittelstand – und wie Sie diese vermeiden 1. Fehler: Die Werbung der Konkurrenz kopieren Ihre Marketingstrategie ist nicht die des günstigen Me-too Produzenten? Dann verzichten Sie auch in Ihrer Kommunikation auf Kopien. Natürlich sollten Sie die Werbung Ihrer Wettbewerber kennen und wenn möglich auch konsequent sammeln, z. B. Broschüren und Anzeigen. Aber nicht, um diese dann als Blaupause für Ihre eigene Kampagne und Werbeaussagen zu nehmen. Ziel Ihrer Wettbewerbsrecherche muss es sein, Ihr Unternehmen unverwechselbar zu positionieren. Und das gelingt Ihnen nur mit einer eigenständigen Werbeaussage und eigenem Stil, neuen Themen und Bildern. 2. Fehler: Keine Konsequenz in der Unternehmensdarstellung Flexibilität und neue innovative Ideen sind wichtig. Doch in der Darstellung Ihres Unternehmens sollten Sie auf Kontinuität achten. Und dies gilt sowohl optisch als auch inhaltlich. Wie soll sich ein Kunde an Sie erinnern, wenn Sie ihn immer wieder mit anderen Aussagen, Farben und Schriften konfrontieren? Achten Sie also vom Briefpapier bis zum Firmenwagen auf ein einheitliches Erscheinungs-

Der Mittelstand. | 4 | 2011

bild. Stellen Sie aber auch sicher, dass Ihre Werbeaussagen und Leistungen in Broschüren, Flyern, Webseiten, Verkaufsgesprächen etc. nicht voneinander abweichen. 3. Fehler: Werben ohne Plan „Die Tageszeitung bietet gerade Sonderkonditionen für Anzeigen, das probiere ich jetzt mal.” „Alle sind in den Gelben Seiten, darum werbe ich da auch.” Doch liest Ihre Zielgruppe diese Tageszeitung? Und wird in den Gelben Seiten überhaupt nach Ihnen gesucht oder kommen die Kunden eher über Suchmaschinen? Natürlich können auch spontane Aktionen zu überraschenden Erfolgen führen. Aber nur dann, wenn Sie zufällig genau zum richtigen Zeitpunkt das passende Angebot über den optimalen Kanal verbreitet haben. Auf Dauer wird Ihre Werbung aber nur wirksam sein, wenn Sie diese planen und regelmäßig den Erfolg überprüfen. 4. Fehler: Langweilige Werbung in der B2B-Kommunikation Das Geschäft „business-to-business” (B2B) funktioniert natürlich anders als das mit Privatkunden: oft beeinflussen unterschiedliche Abteilungen den Kaufprozess,

die Volumina sind größer, die Produkte häufig erklärungsbedürftiger und der Verhandlungsprozess komplizierter. Aber auch B2B-Entscheider haben ein limbisches System – das Gehirn der Emotionen – welches bei jeder Entscheidung aktiv ist. Dieses System will unterhalten werden und bestraft Langeweile mit Desinteresse. Dabei ist es egal, ob es sich um die Bestellung einer Turbine oder den privaten Kauf eines Schokoriegels handelt. Haben Sie also auch in Ihrer B2B-Kommunikation Mut zu neuen Werbeideen, frischem Design, ungewöhnlichen Bildern und überraschenden Texten. 5. Fehler: Nicht auf den Erfolg der Werbung eingestellt sein Zu welcher Reaktion Sie Ihre Kunden in Ihrer Werbung auch auffordern, z. B. Probeangebot testen, Infomaterial bestellen oder Termin vereinbaren. Stellen Sie rechtzeitig sicher, dass alle Ihre Mitarbeiter diese Werbeaktion kennen und genau wissen, was mit den Kundenreaktionen geschehen soll. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihr Unternehmen nach dem Erscheinen Ihrer Werbung persönlich, telefonisch oder über das Internet erreichbar ist und eingehende Anfragen umgehend beantwortet werden.


Praxis-Tipps: Werbeplanung • Wie war der Erfolg der bisherigen Werbemaßnahmen? Wie viele neue Kunden kamen nach der letzten Anzeige oder dem Mailing? Wie sind die Zugriffszahlen auf Ihre Webseite? • Wie werben Ihre Wettbewerber? Beobachten Sie permanent den Markt und sammeln Sie möglichst viele Informationen. • Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Werbung? Wie viele Neukunden wollen Sie z. B. gewinnen oder welche Umsatzsteigerung möchten Sie erreichen?

berücksichtigen. Ein Tischler kann sowohl Privatleute als auch Architekten und Hausverwaltungen als Kunden ansprechen. • Was ist Ihre Werbebotschaft? Die AIDA Formel beschreibt den idealen Verlauf einer wirksamen Werbebotschaft: A = Attention: Machen Sie optisch oder inhaltlich Ihre potenziellen Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam. I = Interest: Wecken Sie das Interesse, indem Sie die Lösung für sein Kundenproblem aufzeigen.

• Wie hoch ist Ihr Werbebudget? Sie können sich dafür u. a. an den Ausgaben des Vorjahres orientieren, an den Aktivitäten Ihres stärksten Wettbewerbers oder idealerweise an Ihren Werbezielen.

D = Desire: Entfachen Sie Emotionen und das Verlangen, die Lösung zeitnah besitzen zu wollen. Ein zeitlich begrenztes Angebot kann zudem ein Gefühl der Dringlichkeit auslösen.

• Welche Zielgruppen wollen Sie mit welchen Angeboten erreichen? Wenn Sie mit Ihren Produkten unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, dann müssen Sie dies in Ihrer Werbung

A = Action: Machen Sie eine klare Anweisung, welcher Schritt als nächstes nötig ist. Ihre Werbung muss immer eine klare Handlungsaufforderung beinhalten.

• Wie ist Ihr Zeitplan für das Jahr? Berücksichtigen Sie z. B. Messen oder besondere Anlässe wie Jubiläen, Sonderaktionen oder neue Produkte, die Sie bewerben wollen. Und überlegen Sie, wann der richtige Zeitpunkt für die einzelnen Werbemaßnahmen ist, um Ihre Zielgruppe tatsächlich zu erreichen. Verteilen Sie dann Ihr Werbebudget auf die Monate oder sogar Wochen beziehungsweise Tage. • Wie organisieren Sie den Ablauf der Werbeaktionen? Planen Sie die notwendigen Ressourcen (z. B. Zeit, Technik und Wissen) bei Ihren Mitarbeitern. Oder überlegen Sie, für welche Maßnahmen Sie eine Werbeagentur beauftragen wollen. • Wie kontrollieren Sie den Erfolg Ihrer Werbung? Befragen Sie neue Interessenten, ob diese aufgrund Ihrer Werbung kamen. Integrieren Sie eine Besucherstatistik in Ihre Webseite, um Seitenaufrufe zu kontrollieren. Fügen Sie Ihrer Printwerbung Feedbackformulare bei und kon­ trollieren Sie den Rücklauf.

Claudia Mattheis Geschäftsführerin mattheis werbeagentur GmbH Die Full-Service-Agentur arbeitet bundesweit für Unternehmer aus dem Mittelstand und gestaltet seit Anfang 2010 u. a. das Magazin „Der Mittelstand.” vom BVMW. www.mattheis-berlin.de

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Foto: Laurent Renault/fotolia.com

Um Ihre Werbung erfolgreich zu planen, beantworten Sie folgende Fragen:


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Mittwoch, 28. September 2011 in Bonn von 11.30 Uhr bis 19.00 Uhr Zukunftsorientierter Mittelstand Mario Ohoven, Präsident des BVMW und des europäischen Mittelstandsverbands (CEA-PME) Innovations-Update der Deutschen Telekom Dirk Backofen, Telekom Deutschland GmbH Leiter Geschäftkunden-Marketing

Welcome to the outernet Nick Sohnemann, TrendONE GmbH, Hamburg Innovation Advisor / Director East Europe and Russia

Nutzung und Nutzen einer Open Innovation Plattform Uwe Rotermund, noventum consulting

Das Einzige was stört ist der DIGITALE KUNDE Edgar Geffroy, Geffroy GmbH, Düsseldorf Erfolgsautor und internationaler Keynote Speaker

Mein mobiles Unternehmen Andreas Naunin, SAP Deutschland Leiter Geschäftsbereich Mittelstand

Video-Kommunikation als Erfolgsfaktor Jürgen Jaron, Magix AG, Vorstand

Verleihung des Innovationspreises der Deutschen Telekom Dr. Frank Wermeyer, Telekom Deutschland GmbH Leiter Marketing VSE

Offizieller Kooperationspartner des BVMW und Förderer des Innovationsforums

Unterstützt von MAGIX company logo logo guide

Content

Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.bvmw.de oder per E-Mail unter innovationsforum@bvmw.de Introduction 1 Veranstaltungsort: Telekom Deutschland GmbHLogo · Landgrabenweg 151 · 53227 Bonn 2 & Dimensioning Space Regulation 2 Veranstalter: BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V. · Leipziger Platz 15 · 10117 Berlin · Tel: 030 533206-0 Logo with claim 3 Color & Minimum Size

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SERVICE Sonstige

Mittelständische Logistikpotenziale vernetzen Erfolg setzt klare Regeln der Kooperation und Kommunikation voraus

Durch Betonung der mittelständischen Stärken, wie Flexibilität, regionales Marktwissen und Kundennähe können kundenindividuelle Lösungen entwickelt und damit Wettbewerbsvorteile gesichert werden. Steigende Kundenanforderungen machen jedoch höherwertige logistische Leistungen erforderlich – bei weltweiter Präsenz möglichst aus einer Hand. Mittelständische Logistikdienstleister können dies aus eigener Kraft häufig nicht anbieten. Daher werden Kooperationen und Vernetzungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Voraussetzungen dafür sind: 1. Entwicklung eines netzwerkfähigen Personalmanagements Im Mittelpunkt steht die gezielte Unterstützung der betrieblichen Mitarbeiter, eigene Potenziale zu erkennen. Dies gilt insbeson­ dere für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. 2. Wahl des richtigen Partners Zunächst müssen unternehmenseigene Ziele möglicher Partnerschaften definiert werden. Dazu sind eine Stärken-SchwächenAnalyse sowie ein Anforderungsprofil an potenzielle Netzwerkpartner zu erstellen. Der anschließende Findungsprozess sollte sich darauf konzentrieren • Motive, Rahmenbedingungen sowie wechselseitige Anforderungen zu bestimmen, Vorstellungen über das logistische Leistungsprogramm sowie Ziele regionaler und internationaler Präsenz, zur Rentabilitätsentwicklung und zur Entwicklung des Kundenservices zu konzipieren und • aus dem Netzwerkbestreben resultierende Investitionen zu begründen.

und -entwicklung, Integration und Schulung der Partner sein. Ein Netzwerk-Broker sollte die Vermarktung und Auftragsakquisition übernehmen. Zum Verantwortungsbereich des Leistungsmanagers gehören Kundenkommunikation, Leistungs- und Zielpreisdefinition, interne Ausschreibung und Projektteamkonfiguration. Der Auftragsmanager ist verantwortlich für die Lieferqualität sowie das interne und externe Schnittstellenmanagement. Ein Auditor übernimmt die Rolle der neutralen Revisionsstelle und überwacht Auftragsabwicklung und Einhaltung der Kooperationsregeln. 3. Infrastruktur für das Netzwerk Erfolgreich ist Netzwerkarbeit nur dann, wenn zielgerichtet und klar kommuniziert wird. In einer Netzwerkorganisation sollten sämtliche Applikationen und Daten über ein Web-Interface zugänglich gemacht werden. Am Ende steht die Messung der Zielerreichung und Leistungserfüllung. Insgesamt ist jedoch für den Erfolg eines Netzwerkes nichts entscheidender, als der persönliche Kontakt der Mitglieder und deren Verhalten untereinander.

Prof. Dr. Klaus Dominik BVMW-Bildungsakademie

Foto: vectomart /shutterstock.com

Für mittelständische Logistikdienstleister bedeuten Globalisierung, neue Kommunikationstechnologien und steigende Anforderungen der Kunden neue Chancen. Zudem treibt die Großindustrie das Outsourcing komplexer Logistikleistungen weiter voran.

Beschlossene Kooperationsbeziehungen müssen auf vereinbarten Rollen und Regeln basieren sowie die Kommunikation zwischen den beteiligten Unternehmen steuern. So sollte ein Netzwerk-Coach verantwortlich für Netzwerkzusammenstellung

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Sonstige SERVICE

Revolution im Internet

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Neue Top-Level-Domains ermöglichen deutlich regionaleren Bezug von Web-Auftritten

Der Mittelstand. | 4 | 2011


Vor wenigen Wochen ist in Singapur eine Entscheidung gefällt worden, die den Umgang mit dem Internet in naher Zukunft wesentlich verändern wird: Die oberste Internetbehörde ICANN (Internet Corporation for Assigned Numbers and Names) wird Anfang nächsten Jahres Anträge auf Zulassung neuer Internetendungen entgegennehmen. Neben den bekannten Länder­ endungen („.de”, „.at”, usw.) und den generischen Top-Level-Domains („.com”, „.net”, „.org”, usw.) können dann die Namen von Unternehmen, Städten und Regionen als neue Top-Level-Domains beantragt werden. Chancen für die Kundenbindung Dies bietet Unternehmen ganz neue Chancen der Markenbildung. Internetadressen, die den Markennamen als Endung haben (www.produkt.marke), haben einen hohen Wiedererkennungswert und stärken Kundenbindung und Vertrauen. Zudem können Unternehmen damit werben, dass Informationen, die unter ihrer eigenen Top-Level-Domain veröffentlicht werden, in jedem Fall authentisch sind. Sobald sich dieses Wissen bei den Nutzern festsetzt, wird auch das Internet als Vertriebskanal stärker genutzt werden. Der größte Vorteil neuer Domainendungen soll an einem konkreten Beispiel erläutert werden: Mit der Zulassung regionaler Endungen (bspw. „.bayern”) hat ein Unternehmen die Möglichkeit, einen Internetauftritt zu schaffen und genau die Kundenkreise anzusprechen, die für das Unternehmen interessant sind. Zur Erläuterung dieser These soll von einem fiktiven Hersteller von Fenstern und Türen in Niederbayern ausgegangen werden. Der Unternehmer hat unter Umständen gar kein Interesse, unter einer internationalen „.com-Adresse” im Internet auffindbar zu sein. Schließlich weiß er, dass er nicht in der Lage ist, Aufträge aus fernen Ländern abzuwickeln. Auch ein Auftritt unter der bisherigen Länderdomain „.de” scheidet für ihn möglicherweise aus, wenn der eigene Firmenname seit langer Zeit an ein anderes Unternehmen vergeben ist. Ein Ungetüm wie www.die-besten-Fensterund-Tueren-aus-dem-bayerischen-Wald.de ist zwar technisch denkbar, zur erfolgreichen Vermarktung von Produkten jedoch wenig tauglich. Die Eröffnung eines neuen Namensraumes, der zudem auch noch die Zielrichtung der Marketinganstrengungen des Unternehmens vorgibt, ist ideal für das Beispielunternehmen, welches sich zukünftig die Domain www.qualitaetsfenster.bayern sichern kann. Bei allem Enthusiasmus darf nicht verschwiegen werden, dass neue TopLevel-Domains auch erheblich negative Auswirkungen haben: So stellt sich Inhabern von Kennzeichenrechten die Frage, ob sie ihre Kennzeichen in allen neuen Namensräumen registrieren müssen, um einem Missbrauch durch Dritte vorzubeugen. Es ist unschwer vorstellbar, dass dies bei mehreren Hundert neuen Domainendungen eine teure Angelegenheit werden kann. Als weiteres Problem wurde der unrechtmäßige Besitz einer Domain und die damit verbundene Irreführung der Verbraucher (neudeutsch: „Cybersquatting”) identifiziert. Diese Hauptprobleme wurden bei dem vorbereitenden Prozess zur Einführung neuer Top-Level-Domains ebenfalls erkannt und breit diskutiert. Den Möglichkeiten des „Cybersquattings” innerhalb der neuen Namensräume wurde durch die Verpflichtung, wirksame und schnelle Verfahren gegen Rechtsverletzer zur Verfügung zu stellen, begegnet. Ausufernde Kosten für die Registrierung der eigenen Kennzeichen werden dadurch beschränkt, dass sämtliche Betreiber neuer Namensräume eine bevorrechtigte Regis­

trierung für Kennzeichenrechtsinhaber zur Verfügung stellen müssen („Sunriseperiod”). Zusätzlich können Unternehmen ihre Kennzeichenrechte mit Hilfe unabhängiger Dienstleistungsorganisationen (Trademark Clearing Houses) überprüfen lassen. Bei diesem Vorgang finden allerdings nicht alle Kennzeichenrechte (Namen, Marken, geschäftliche Bezeichnungen) nach deutschem Verständnis Berücksichtigung. So bleiben aller Voraussicht nach die Kraft Benutzung erworbenen Kennzeichenrechte nach § 5 MarkenG (geschäftliche Bezeichnungen, Firma, etc.) unberücksichtigt. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich durch die Einführung neuer Top-Level-Domains für Unternehmen Chancen aber auch Risiken ergeben. Diese müssen jetzt erkannt werden, um optimal vorbereitet zu sein.

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Quelle: www.istockphoto.com Fotograf: LUGO

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Sonstige SERVICE

Risikomanagement in der Logistik

Foto: Karl Dolenc/istockphoto.com

Versorgungsrisiken im Unternehmen minimieren In einer zunehmend globalisierten Welt steigt auch das Versorgungsrisiko durch äußere Einflüsse wie Finanzkrise, Vulkanausbrüche, Terrorismus und Piraterie, überfüllte Autobahnen oder Luft- und Seefrachtkapazitätsengpässe. Unternehmen und ihre Lieferketten erleiden teils erhebliche Schäden. Die frühzeitige Einführung eines Risikomanagementsystems für das eigene Unternehmen, Logistikanbieter und Lieferanten, kann vor solchen Ereignissen schützen oder wenigstens die Folgen mildern. Risiken identifizieren Der erste Schritt ist die Identifikation möglicher Risiken. Hier müssen auch Lieferanten externe und interne Risiken analysieren.

Im zweiten Schritt werden die identifizierten Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, Folgenschwere und Beeinflussbarkeit bewertet. Nun können Risiko-Prioritätsgruppen gebildet und auf Basis der gewonnenen Informationen geeignete schriftliche Risikosteuerungsstrategien abgeleitet werden. Hier muss die Frage geklärt werden, ob der Lieferant drohende Risiken frühzeitig erkennt und richtig bewertet, um beispielsweise rechtzeitig auf andere Logistikanbieter oder Transportwege auszuweichen. Unternehmen sollten sich solche schriftlich ausgearbeiteten Notfallkonzepte grundsätzlich von ihren Lieferanten vorlegen lassen, doch wird darauf noch zu selten geachtet. Risiken vorbeugen Kurzfristig ist es sicher sinnvoll, Experten einzubeziehen, um von deren Erfahrungen und der zusätzlichen Manpower zu profitieren.

Langfristig müssen die Mitarbeiter mit Aus- und Weiterbildung für das Thema sensibilisiert werden. Unternehmen können schon in guten Zeiten alternative Lieferanten aus einer anderen Beschaffungsregion suchen, um im Ernstfall flexibel reagieren zu können und die Versorgung mit Waren und Rohstoffen zu sichern. So hat es etwa wenig Sinn, zwei Lieferanten jenseits der Alpen einzusetzen, da im Zweifel beide im Winter keine Lieferpünktlichkeit garantieren können. Um Risiken zu begrenzen und zu übertragen, besteht zudem die Möglichkeit, mit Logistikanbietern und Lieferanten entsprechende Vereinbarungen zu treffen. Denkbar sind beispielsweise Versicherungen, Vertragsklauseln für Schadensersatz und Konventionalstrafen. Ein weiterer Ansatz zur Minderung von Logistikrisiken kann die Verringerung der Teilevielfalt sein, wodurch sich auch Bestellmengen einzelner Teile erhöhen und bessere Preiskonditionen ausgehandelt werden können. So kann das Unternehmen seine Lager auffüllen und sich so unabhängiger machen. Alle Maßnahmen müssen natürlich immer in einem sinnvollen Kosten-NutzenVerhältnis zueinander stehen.

Tajwinder Kang Berater bei der Kloepfel Consulting GmbH

Duran Sarikaya Geschäftsführer der Kloepfel Consulting GmbH www.kloepfel-consulting.de

Der Mittelstand. | 4 | 2011


Höhere Wirtschaftlichkeit durch Energiemanagement Wie kleine und mittlere Unternehmen Einsparpotenziale erschließen können Energiemonitoringsysteme dienen der Ermittlung technisch realisierbarer und wirtschaftlich sinnvoller Maßnahmen zur Senkung von Energiekosten. Doch nur wer weiß wo, wann, wie viel Energie verbraucht wird, kann geeignete Maßnahmen ergreifen. Eine systematische Optimierung ermöglicht in der Industrie Einsparungen von bis zu 25 Prozent der Grundlastkosten, etwa durch bedarfsorientiertes Einschalten, sowie bis zu zehn Prozent der Spitzenlastkosten, beispielsweise durch Lastmanagement. Bei den Prozesslastkosten lassen sich durch optimierte Betriebsmittel bis zu zehn Prozent einsparen. In der Reihe der Managementsysteme für Qualität (ISO 9001) und für Umwelt (ISO 14001) ist das Energiemanagement (DIN 16001/ ISO 50001) der neue Baustein. Einen besonderen Anreiz bietet die Einführung eines Energiemanagements nach EN 16001 für Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Der Grund: Von 2013 an plant die Bundesregierung, die Stromsteuerermäßigung und den Spitzenausgleich an ein zertifiziertes Energiemanagementsystem zu koppeln. Bei einem jährlichen Verbrauch von 5.000 MWh, wie er in der mittelständischen Industrie häufig vorkommt, ergibt sich so leicht ein Steuervorteil von über 25.000 Euro im Jahr. Maßgeschneiderte Lösungen Gefragt sind Instrumente und Verfahren speziell für den Mittelstand. So bietet Schneider Electric maßgeschneiderte Energiemonitoring-Lösungen an, die sich durch Einfachheit in der Inbetriebnahme und Bedienung sowie durch ein sehr gutes PreisLeistungs-Verhältnis auszeichnen. Mit den PowerLogic Messgeräten, die die Energiedaten aufnehmen, und dem webbasierten Energiemonitoringsystem EGX 300 lässt sich ein einfacher Einstieg für ein Energiemanagementsystem gemäß DIN EN 16001/ ISO 50001 erreichen. Ganz ohne Softwareinstallation werden alle Daten jederzeit und überall via Web-Browser zugänglich. Alle gespeicherten Trends lassen sich wöchentlich oder monatlich per E-Mail verschicken, zur weiteren Analyse, etwa in Excel, und zur Verarbeitung beziehungsweise Langzeitspeicherung. Sind erst mal die Einsparpotenziale aufgedeckt, offeriert Schneider Electric darüber hinaus vielfältige Lösungen zur Effizienzsteigerung. Hierzu zählen

Mehr Transparenz für höhere Effizienz: Verbrauchsverhalten, Einsparpotenziale und Maßnahmenprüfung auf einen Blick.

Möglichkeiten der Automatisierung von Verbrauchern, um sie bedarfsgesteuert zu schalten, oder energiesparende Frequenzumrichter, die deutliche Einsparungen bei allen Antrieben ermöglichen. Vor der Entscheidung für ein Energiemanagementsystem erlaubt ein Energieaudit zur Aufnahme des Verbrauches und zur Einschätzung der Einsparpotenziale eine schnelle Standortbestimmung. Durch eine ein- bis zweitägige Aufnahme der Verbraucher, wie Beleuchtung, Druckluft, Antriebe, Lüftung, die ergänzt werden kann durch Messungen, auch von Blindleistung und der Energiequalität, lassen sich sowohl kurzfristige Einsparprojekte, als auch der systematische Aufbau eines ganzheitlichen Energiemanagementsystems systematisch planen.

Dr. Ing Clemens Faller www.schneider-electric.de

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Sonstige SERVICE

Herausforderung Benefit Management Der Mittelstand entdeckt die Vorteile einer zentralen Steuerung der betrieblichen Versorgungsprogramme

dung von Mitarbeitern zu gewährleisten. Denn gerade die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung wird aufgrund des Fachkräftemangels in naher Zukunft als personalpolitische Maßnahme in Deutschland an Attraktivität gewinnen.

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Deutsche Mittelständler überlassen, anders als US-amerikanische oder große DAX-Konzerne, ihre lokalen BenefitProgramme oftmals noch der Geschäftsleitung ihrer Tochterniederlassungen vor Ort. So hat der Mutterkonzern kaum Einsicht in bestehende Regelungen. Doch aufgrund der weltweiten Krisen von Renten- und Gesundheitssystemen, und dem damit einhergehenden Aktionismus von Regierungen, nimmt in vielen Ländern der finanzielle Druck auf die öffentlichen und privaten Versorgungsprogramme zu.

Betriebliche Zusatzleistungen, sogenannte Employee Benefits, sind Teil der Gesamtvergütungsstrategie eines Unternehmens. Sie kosten Geld, sind jedoch immer auch eine Investition in die Mitarbeiter und die Wettbewerbsfähigkeit als Arbeitgeber auf dem Markt. Employee Benefits sind vom Unternehmen freiwillig für die Mitarbeiter finanzierte Zusatzleistungen, wie betriebliche Altersversorgung, Todesfall- und Berufsunfähigkeitsabsicherung, aber auch Sonderleistungen, wie Firmenwagen, Kindergarten oder Mobiltelefone. Die Kunst besteht heutzutage darin, trotz Senkung von Ausgaben, attraktive Vergütungsprogramme zur Gewinnung und Bin-

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Nicht nur DAX-Konzerne, auch mittel­ ständische Unternehmen sind dazu übergegangen, internationale Versorgungsprogramme weltweit stärker zu koordinieren. Denn wachsende Bedenken hinsichtlich der laufenden Kosten und der langfristigen Auswirkungen machen es immer wichtiger, die Steuerung dieser Programme zu bündeln und die Kenntnisse über Umfang, Finanzierung und Marktüblichkeit entsprechender Benefits in Auslandsniederlassungen auf einen aktuellen Stand zu bringen. Verlangt sind jedoch keine einheitlichen Benefits, sondern eine Strategie, die sich an den lokalen Werten und Besonderheiten orientiert. Sinnvoll ist daher, die Benefits zentral zu managen, jedoch die

lokale HR-Abteilung unbedingt einzubinden. So können standort- und landesspezifische Gegebenheiten, Sozialsysteme und Erwartungen von Mitarbeitern berücksichtigt werden. Die länderübergreifenden Benefits eines Unternehmens zentral zu koordinieren, bietet aber nicht nur den Vorteil der Kostenkontrolle und der Vermeidung von Haftungsrisiken und negativen Auswirkungen veralteter Benefit-Pläne auf Bilanzierung und Rating des Unternehmens. Es führt auch zu einer besseren Verhandlungsposition bei den zu zahlenden Prämien in lokalen Märkten. Sparpotenzial ergibt sich zudem aus der Möglichkeit, die versicherten Risiken in Multinational-PoolingVereinbarungen zusammenzufassen und dadurch Dividenden zu erzielen. Globales Employee Benefit Management ist längst auch für international tätige mittelständische Unternehmen ein wirkungsvolles Instrument zur Kontrolle und Einsparung von Kosten geworden.

Dr. Katrin Gebert Die Autorin ist International Employee Benefits Consultant bei Profion in München. Die Profion GmbH ist als unabhängiges Beratungs­unternehmen innerhalb der SÜDVERS-GRUPPE für Employee Benefits-Belange zuständig. www.suedvers.de


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Sonstige SERVICE

Gute Zeiten für feste Partnerschaften

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Kontraktlogistik als Schlüssel für nachhaltigen Erfolg

Schon jetzt ist zu erkennen, dass Unternehmen damit beginnen, nachhaltiger zu planen und sich von der Fixierung auf kurzfristige Ergebnisoptimierung zu verabschieden.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Monaten durch ihre Anpassungsfähigkeit und Wachstumsstärke beeindruckt und hierfür im In- und Ausland viel Aufmerksamkeit geerntet. Fast immer fiel der Blick der Beobachter und Kommentatoren dabei zuallererst auf Branchen, die seit jeher besonderes öffentliches Interesse genießen, wie z. B. die Automobil-, die Maschinenbau- oder die Chemieindustrie. Zu den Wirtschaftszweigen, ohne die diese Erfolge nicht möglich gewesen wären, die jedoch selbst nicht so häufig im Rampenlicht stehen, gehört die Logistik. Mit ihr verhält es sich ein wenig wie mit der Abwehr im Fußball: Wenn alles gut läuft, übersieht man sie manchmal. Dabei hätte die Logistik mehr Wahrnehmung durchaus verdient, denn sie ist für Deutschland schon jetzt eine Schlüsselbranche, und ihre Bedeutung wächst von Jahr zu Jahr weiter. So ist die Logistik inzwischen nach der Automobilindustrie und dem Handel die drittgrößte Branche in unserem Land. Sie stellt ca. 2,5 Millionen Arbeitsplätze und erwirtschaftet einen Umsatz von jährlich mehr als 200 Milliarden Euro. Als zentrales Bindeglied zwischen dem produzierenden Gewerbe, dem Handel und dem Dienstleistungssektor bildet sie für die gesamte Wirtschaft einen kritischen Erfolgsfaktor. Darüber hinaus unterliegt sie einem kontinuierlichen Zuwachs. Er beträgt durchschnittlich fünf Prozent, wobei einige Bereiche erheblich schneller expandieren und zweistellige Steigerungsraten vorweisen können. Dies gilt z. B. für die sogenannte „Kontrakt­logistik”, die in den vergangenen Jahren als Antwort auf den Trend vieler Unternehmen zum „Logistik-Outsourcing” vor allem für mittelständische Anbieter besondere Wachstumschancen geschaffen hat.


Radmontage bei pfenning logistics.

Der Markt für Kontraktlogistik – also für integrierte Logistikdienstleistungen, die im Rahmen längerfristiger Partnerschaften zwischen Logistikanbietern und Unternehmen erbracht werden – hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark entwickelt und erreicht heute in Deutschland ein Volumen von ca. 15 Milliarden Euro. Die anfängliche Erwartung, dass eine Auslagerung von Logistikprozessen automatisch zu einer Kostensenkung führt, hat sich jedoch in der Praxis nicht bestätigt. Erfahrungen haben vielmehr gezeigt, dass ein dauerhafter betriebswirtschaftlicher Nutzen nur dann entsteht, wenn die Entscheidung für ein Logistik-Outsourcing aus strategischen Gründen erfolgt und dem Ziel dient, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu steigern. Vor einer solchen Entscheidung muss der Auftraggeber sein Geschäftsmodell einer ganzheitlichen Betrachtung unterziehen und die hierbei ermittelten logistischen Anforderungen detailliert mit den Kompetenzen und Fähigkeiten seines Logistikpartners abgleichen. Entscheidend ist, sich bei dieser Betrachtung nicht auf die logistischen Abläufe zu beschränken, sondern von Anfang an die Bereiche Vertrieb, Marketing und Unternehmensstrategie mit einzubeziehen. Welche neuen Produkte möchte das Unternehmen zukünftig produzieren beziehungsweise vertreiben? In welchen neuen Geschäftsfeldern will es aktiv werden? Ist eine geographische Expansion geplant? All dies hat Einfluss auf die Frage, wie das Unternehmen durch

logistische Dienstleistungen optimal unterstützt und erfolgreich vom Wettbewerb differenziert werden kann. Wenn die Voraussetzungen für eine sinnvolle Nutzung von Kontraktlogistik gegeben sind, winken für den Auftraggeber und den Logistikdienstleister viele Vorteile: So profitiert der Auftraggeber maßgeblich davon, dass der Dienstleister in der Regel für mehrere Kunden tätig ist und seinen Erfahrungsvorsprung – unter Beachtung von Vertraulichkeits- und Exklusivitätsregeln – mit ihm teilen kann. Kontinuierlicher logistischer Wissenstransfer wird so zu einem Motor für unternehmensinterne Prozessverbesserung und Innovation. Auf dieser Grundlage ermöglicht Kontraktlogistik auch eine spürbare Kostenreduktion. Zudem bringt die im Vergleich zu anderen Logistikaufgaben deutlich längere Laufzeit von Kontraktlogistikprojekten den Auftraggeber in den Genuss von Lösungen, die maßgeschneidert und auf seine individuellen Bedürfnisse perfekt zugeschnitten sind. Umgekehrt beschert die damit einhergehende Bindung dem Logistikdienstleister einen erhöhten Schutz vor Wettbewerbern und größere Chancen bei der Akquisition von Folgegeschäften. In der Praxis zeigt sich sehr oft, dass eine bewährte Kontraktlogistik-Partnerschaft im Heimatland eine feste Grundlage bietet für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in ausländischen Märkten. Konkret bedeutet dies: Wenn ein Unternehmen bei der Expansion ins Ausland auf einen im Heimat-

land erprobten Logistikpartner setzt, so erleidet es keine Effizienzverluste durch Umstellungen auf neue Dienstleister. Auch für den Logistikpartner bietet dieses Vorgehen Vorteile: Er ist mit den gemeinsamen Arbeitsabläufen bereits bestens vertraut und kann sich gezielt den speziellen Herausforderungen des örtlichen Marktumfelds widmen. Die Kontraktlogistik besitzt noch ein erhebliches Wachstumspotenzial. Schon jetzt ist zu erkennen, dass Unternehmen damit beginnen, nachhaltiger zu planen und sich von der Fixierung auf kurzfristige Ergebnisoptimierung zu verabschieden. Langfristig denkende Dienstleistungsanbieter – vor allem solche, die ihre Zuverlässigkeit bereits unter Beweis gestellt haben – werden die Nutznießer dieser Entwicklung sein. Besondere Chancen ergeben sich hieraus für mittelständische Logistikanbieter: Sie verfügen über eine außergewöhnliche Flexibilität und Kundenorientierung. Hinzu kommt, dass Skaleneffekte in einem von individuellen Lösungen geprägten Markt nur eine untergeordnete Rolle spielen. Mehr als der Preis wird so die Qualität der Partnerschaft zum Schlüssel für eine effektive Wertschöpfung.

Uwe Nitzinger Geschäftsführer pfenning logistics www.pfenning-logistics.com

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Sonstige SERVICE

Dem Stress aktiv begegnen Stress ist lebenswichtig, Dauerstress eine Gefahr für die Gesundheit Haben Sie öfter mal Stress? Dann leben Sie gar nicht so schlecht. Haben Sie Dauerstress? Dann sollten Sie etwas dagegen tun.

Manfred Just Institusleiter Just-Institut www.just-institut.de

Die Gefahr bei Stress ist nicht der „ab-und-zu-Stress”, der ist sogar lebenswichtig, um unsere vegetative Steuerung zu aktivieren und in Gang zu halten. Richtig schlimm ist der andauernde Stress durch viele Ein­ flüsse und Ereignisse über den ganzen Tag, der unser „Stresslevel” hochhält. Der „Motor” kann nicht mehr abgeschaltet werden, muss aber oft im Leerlauf hohe Drehzahlen verdauen. Das hält der stärkste Wagen auf Dauer nicht aus. Foto: Alashi/istockphoto.com

Ohne Stress kein Leben Aber Stress ist auch lebenswichtig, manchmal überlebenswichtig, etwa in Fluchtsituationen oder bei Prüfungen. Da werden oft Kräfte mobilisiert, die bisher verborgen waren. Das heißt: Kein Leben ohne Stress – und ohne Stress kein Leben. Stress macht krank, alt und dumm! Für viele Mediziner ist Dauerstress das zentrale Problem der Leistungsgesellschaft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihn zu „einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts” erklärt. Schon heute sei seelischer Druck für 70 Prozent aller Krankheiten mitverantwortlich. Biologisch macht Dauerstress älter. Untersuchungsergebnisse brachten Altersunterschiede von bis zu 17 Jahren heraus. Nehmen Sie sich selber ernst Warum beim einen der Herzinfarkt, beim anderen die schwere psychosomatische Störung als Folge von Stresskaskaden herauskommt, ist noch nicht bekannt. Fakt ist, dass durch solche pathogenetische Ketten Reaktionen im Hormonhaushalt und im vegetativen Steuerungssystem ausgelöst werden, die je nach „Typ” zum einen oder zum anderen Ergebnis führen. Einem Burn-Out vorzubeugen, ist gar nicht so schwierig, wenn Sie achtsam mit sich umgehen. Neben Bewegung und ausreichend Schlaf helfen oft essen mit Genuss und Zeit, aktiv ab-

Der Mittelstand. | 4 | 2011

schalten und Beziehungen pflegen. Beziehungen seien nicht nur eine der Hauptursachen für Stress – „sie sind”, so der Mainzer Psychiater Otto Benkert, „auch der größte Entstresser”. Die Situation und das persönliche Verhalten entscheiden darüber, ob und wie Stressoren uns aus der Balance bringen. Die Wahrnehmung und die Einstellung zu einem Stressor zu verändern ist oft der Schlüssel für eine erfolgreiche Stressbewältigung. Das 4-Punkte-Programm zur Stressbewältigung Um dem Stress aktiv zu begegnen, braucht es eigentlich nur vier Schritte gepaart mit ein bisschen Mut und Willen: • Analyse der Ursachen für persönlich empfundenen Stress und die ganz konkreten Folgen (Krankheit, Verhalten), • Analyse der Beeinflussbarkeit (ändern möglich?) und der Wichtigkeit der Stressoren, • Strategie für kurz- und mittelfristige und selbst machbare Änderung entwerfen und starten, • Handlungsmöglichkeiten für Umgang mit nicht veränderbaren Stressoren aneignen.


Zahlen, Daten, Fakten Rund 940.000 Menschen in Deutschland haben laut dem Kfw-Gründungsmonitor 2010 eine selbstständige Beschäftigung aufgenommen, davon waren 355.00 Personen Frauen.

Foto: Sashkin/fotolia.com

26,6 Milliarden Euro wurden 2010 in Erneuerbare Energien-Anlagen investiert. Die höchsten Neuinvestitionen verzeichnete die Solarindustrie mit 20,4 Milliarden Euro, gefolgt von der Bio- und Windenergie mit 2,7 beziehungsweise 2,5 Milliarden Euro. Um rund 43 Prozent sind die Endverbraucherpreise für Strom von 2005 bis heute gestiegen. Damit beträgt der Strompreis heute rund 26,7 Cent/kWh.

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Sonstige SERVICE

Verkaufserfolg in der digitalen Welt Kunden kaufen heute anders Immer mehr Menschen nutzen heute das Internet zur Informationsbeschaffung und zum Kauf. Dennoch bleiben viele Unternehmen dem „Offline-Denken” verhaftet. Die Folge: Unternehmen verschlafen die Veränderung ihrer Kundenwelt und laufen Gefahr, den Kontakt zu ihren Kunden zu verlieren. Um dies zu vermeiden, muss die gesamte Kundenorientierung internetfähig werden. Nur wer sich optimal auf die neuen Herausforderungen einstellt, wird auf Dauer überleben und den Kunden an sich binden können. Edgar K. Geffroy ist der Pionier des ClientingKonzeptes, mit dem weltweit die Kundenorientierung neu definiert wurde. In seinem Buch gibt er konkrete Impulse, wie Unternehmen auf die veränderten Rahmenbedingungen der

digitalen Revolution reagieren müssen, wenn sie nicht von der Konkurrenz abgehängt und vom Markt verschwinden wollen. Zu beziehen über die BVMW-Servicegesellschaft, Fax: 030/53 32 06 – 73, E-Mail: edda.mueller-molsig@bvmw.de Preis: 19,99 Euro, inkl. 7 % Mwst. (portofrei für Mitglieder von BVMW und IBWF).

Das Einzige, was stört, ist der digitale Kunde Durch Online-Clienting zu mehr Verkaufserfolg Edgar K. Geffroy Redline Verlag 2011, 188 Seiten

Zukunftsressource Gesundheit Wie sich die Arbeitswelt von morgen verändert Der demografische Wandel in Deutschland ist unaufhaltsam. In einer Wirtschaft, in der zukünftig weniger Junge und mehr Ältere leben, wird die Frage nach der Gesundheit zu dem entscheidenden Kriterium bei der Personalauswahl. Es gilt: Nur wer gesund ist und es bleibt, kann so lange wie möglich produktiv arbeiten. Die Unternehmenskultur wird somit zu einer wichtigen Schnittstelle, um die Ziele Gesundheit und Wohlbefinden mit der Strategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. In ihrem Buch zeigen Siegfried Gänsler und Thorsten Bröske Unternehmen und Personalverantwortlichen, worauf es beim erfolgreichen Gesundheitsmanagement für Menschen und Betriebe ankommt, und warum gesunde Mitarbeiter das bessere Geschäft für alle sind.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Zu beziehen über die BVMW-Servicegesellschaft, Fax: 030/53 32 06 – 73, E-Mail: edda.mueller-molsig@bvmw.de Preis: 18,00 Euro, inkl. 7 % Mwst. (portofrei für Mitglieder von BVMW und IBWF).

Die Gesundarbeiter Warum Gesundheit der entscheidende Erfolgsfaktor in Unternehmen ist Siegfried Gänsler, Thorsten Bröske Murmann Verlag 2010, 232 Seiten


BVMW intern Bund

Kurz vorgestellt Hier bieten wir Mitgliedern unseres Verbands die Möglichkeit, ihr Unternehmen vorzustellen. Artur Stoll GmbH

Foto: José Carlos Pires Pereira/istockphoto.com

Leistungen: Stoll Gebäude-Service bietet bundesweit infrastrukturelle Dienstleistungen rund um das Gebäude für öffentlich-rechtliche Auftraggeber, z. B. in Schulen, Behörden, Sportanlagen, aber auch in privaten Büro- und Firmengebäuden an. Neben Reinigung gehören weitere Dienstleistungen zu unserem Angebot, wie Sicherheitsdienste, Hausmeistertätigkeiten, Personallösungen mit Arbeitnehmerüberlassung. Wir sind qualitätszertifiziert und anerkannter Ausbildungsbetrieb der Handwerkskammern und IHKs.

Nordbahn gGmbH – Werk­ Spedition u. Logistik Haaren statt für behinderte Menschen Keimeier & Finke GmbH Leistungen: Die Nordbahn gGmbH ist eine anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen. Hier arbeiten 100 Fachkräfte und 400 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in den Bereichen Holzbearbeitung, Druckerei/Konfektionierung, Montage, Gastronomie, Hauswirtschaft, Grünlandpflege, Textil. Die Nordbahn realisiert anspruchsvolle Aufträge zuverlässig und termingetreu und ermöglicht Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben.

Leistungen: Der Kundenwunsch bestimmt unser Handeln, die Eilbedürftigkeit der Sendung das nötige Entgelt. Mit unseren Kooperationspartnern GEL Express Logistik und CTL Cargo Transport Logistik können wir Ihnen die gesamte Bandbreite des Logistikbedarfs aus einer Hand anbieten. Egal ob innerhalb von Deutschland oder europa- beziehungsweise weltweit.

Hauptsitz: Steinhagen (Nordrhein-Westfalen)

Hauptsitz: Schönfließ (Brandenburg)

Hauptsitz: Bad Wünnenberg (Nordrhein-Westfalen)

www.stoll-gebaeudeservice.de

www.nordbahn-ggmbh.de

www.s-l-h.de

Hotel am Schloß Apolda

Papst Licensing GmbH & Co. KG

Strom & Wärme Ewen GmbH

Leistungen: Unser Haus mit 100 Doppelzimmern und 13 Appartements bietet Ihnen alle Annehmlichkeiten eines Vier-Sterne-Hotels. Mit kulinarischer Vielfalt und anspruchsvollen Weinen von Saale und Unstrut verwöhnen wir Sie in unserem mediterranen Restaurant. Separate und modern ausgestattete Tagungsund Veranstaltungsräume in unterschiedlichen Größen, von 10 bis 250 Plätzen, bieten Ihnen die Möglichkeit des störungsfreien Tagens und des erlebnisreichen Feierns.

Leistungen: Die Papst Licensing GmbH & Co. KG kommerzialisiert als Patentverwertungsunternehmen seit 1992 erfolgreich verletzte Patente international auch mittels Gerichtsverfahren, insbesondere in den USA, mit einem eingespielten Netzwerk. Die Verwertung von Patenten durch Lizenzvergabe basierend auf Patentverletzungen bietet Papst Licensing mit Ihren Geschäftsführern Georg, Constantin und Daniel Papst auch Dritten an.

Leistungen: Wirtschaftlichkeitsprognosen und Beratung für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen). Vertrieb, Service, Einbau. Schulung von Fachhandwerkern, Planern, Architekten und Energieberatern für KWK. Vertriebs-und Servicecenter für Blockheizkraftwerke der Marke „Dachs” von SenerTec.

Hauptsitz: Apolda (Thüringen)

Hauptsitz: St. Georgen im Schwarzwald (Baden-Württemberg)

Hauptsitz: Oldenburg (Niedersachsen)

www.hotel-apolda.de

www.papstlicensing.com

www.dachs-info.com

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Bund BVMW intern

Politische Gespräche Forschung und Bildung sind die wichtigsten Ressourcen für eine kraftvolle Entwicklung der deutschen Wirtschaft in der Zukunft. Schon deshalb stehen die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, und BVMWPräsident Mario Ohoven in regelmäßigem Kontakt. Bei einem Treffen, bei dem der Mittelstandspräsident von BVMW-Bundesgeschäftsführer Stefan Beißwenger

und Chefvolkswirt Michael Vogelsang begleitet wurde, stand die steuerliche Forschungsförderung im Mittelpunkt. Die Ministerin setzt darauf, dass diese mit der nächsten Steuerreform eingeführt werden kann. Allerdings müssten vorab noch die Haushalts- und Finanzpolitiker überzeugt werden. Der BVMW befürwortet die steuerliche Forschungsförderung und hat hier Unterstützung zugesagt.

Foto: Jürgen Blume.

B

Bundesforschungsministerin plädiert für steuerliche Forschungsförderung

BVMW beim Investitionsgipfel zu Griechenland

Der Mittelstand. | 4 | 2011

reise des Ministers nach Griechenland, in die sich der BVMW aktiv einbringen wird.

Foto: © BMWi.

BVMW-Präsident Mario Ohoven und Bundesgeschäftsführer Stefan Beißwenger nahmen auf Einladung von Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler am Investitionsgipfel der Spitzenverbände zu Griechenland teil. Ohoven präsentierte konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation und Förderung von Existenzgründern und mittelständischen Unternehmen sowie einer Unternehmenskultur in Griechenland. Der BVMW erklärte sich bereit, den von Dr. Rösler initiierten Prozess zu unterstützen und aktiv zu begleiten. Geplant sind nun weitere Arbeitsgruppen sowie eine Delegations-


Einigung zur europäischen Rechtsform SPE forcieren

Foto: Ekko von Schwichow.

Bei ihrem Meinungsaustausch waren sich BVMW-Präsident Mario Ohoven und die Staatssekretärin im Bundesjustizministerium Birgit Grundmann einig, dass die europäische Rechtsform SPE gerade deutschen mittelständischen Unternehmen nutzen würde. Hätte sie doch den Vorteil, dass Verwaltungs- und Betriebsstätten eines Unternehmens unter einer gemeinsamen Rechtsform geführt werden könnten. Leider blockiert aber gerade der deutsche Vertreter in Brüssel eine europäische Einigung. Hier spielen auch Bedenken aus dem Arbeits- und Finanzministerium eine Rolle. Der BVMW hat deshalb die Abgeordneten des Bundestags angeschrieben, damit diese eine Einigung unter den deutschen Ministerien forcieren und die SPE nach dreijähriger Diskussion unter der neuen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr verabschiedet werden kann.

OECD und BVMW im Dialog Die OECD fördert weltweit die wirtschaftliche Zusammenarbeit und sucht den Kontakt zum Mittelstand. Für eine Länderstudie zum Thema Arbeitsmarktintegration kam jetzt eine Delegation aus Paris zum BVMW nach Berlin.

Foto: Ekko von Schwichow.

Im Vordergrund stand die Frage, welche Hemmnisse der deutsche Mittelstand bei der Zuwanderung von ausländischen Fachkräften sieht. BVMW-Mitglied Jörg Linders, Inhaber der gleichnamigen Personalagentur in Potsdam, konnte dazu Beispiele aus erster Hand nennen. Michael Vogelsang, Leiter des Bereichs Volkswirtschaft und Politik beim BVMW, vertrat die Auffassung, dass zunächst die Arbeitsmarktintegration innerhalb der Europäischen Union im Vordergrund stehen sollte. Bei Fachkräftemangel in Deutschland und horrender Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und Griechenland müsse dringend ein europäischer Ansatz her.

Antrittsbesuch bei CSULandesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt

Foto: Jürgen Blume.

Im persönlichen Gespräch mit der neuen Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Gerda Hasselfeldt, hatte der BVMW Gelegenheit, in vertrauensvoller und konstruktiver Atmosphäre wichtige Themen zur aktuellen Lage des Mittelstands zu erörtern. Dazu zählten der Fachkräftemangel und die Steuerpolitik. BVMW-Bundesgeschäftsführer Stefan Beißwenger, CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt und Mario Ohoven.

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Bund BVMW intern

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Mut zu mehr Selbstbewusstsein

Vorstandsmitglied Willi Grothe lobt Sachsen-Anhalts Maschinen- und Anlagenbau Der Maschinen- und Anlagenbau hat nach Ansicht des BVMW in Sachsen-Anhalt gute Zukunftschancen. „Die Branche beschäftigt zwischen Altmark und Burgenland rund 12.000 Menschen und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro”, so Vorstandsmitglied Willi Grothe. Auf der BVMW-Tagung „Maschinen- und Anlagenbau in Sachsen-Anhalt” in Magdeburg, die gemeinsam mit dem FraunhoferInstitut und dem Zweckverband zur Förderung des Maschinen- und Anlagenbaus durchgeführt wurde, berieten Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker über die aktuelle Situation der Branche. Etwa 27 Prozent der hier gefertigten Produkte gehen mittlerweile ins Ausland. Das zeigt, dass die Unternehmen den Wandel vom früher dominierenden Schwermaschinen-

bau zur Hochtechnologie-Produktion mit Bravour gemeistert haben und macht Mut zu mehr Selbstbewusstsein. Daneben hat sich eine starke Automobilzulieferindus­ trie entwickelt. Mehr als 250 Betriebe mit 18.500 Mitarbeitern fertigen Teile und Systeme für nahezu alle deutschen Automobilhersteller. Das Geheimnis dieser Erfolge liegt laut Grothe in den leistungsstarken Netzwerken in Sachsen-Anhalt. Staatssekretär Michael Richter verwies bei der Veranstaltung auf das hohe Potenzial des Landes bei innovativen Technologien. Zukünftig bringe vor allem der Ausbau intelligenter Energienetze dem Mittelstand neue Aufträge und beflügle die Forschung. So arbeitet das Magdeburger Fraunhofer-Institut zurzeit daran, wie der Strom in Zukunft effektiv gespeichert werden kann.

Auf der Tagung sprach BVMW-Vorstandsmitglied Willi Grothe (2. v. re.) mit Prof. Michael Schenk, Leiter des Magdeburger Fraunhofer-Instituts, Peter Martini, Leiter der Wirtschaftsregion Nord, BVMW-Landes­ geschäftsführer Dr. Dieter Kapell und Manfred Maas, Sprecher der Investitionsbank des Landes (v. li.).

Der Mittelstand. | 4 | 2011


Advertorial

Von der Gehwegplatte zum Life-Style-Produkt Das Familienunternehmen KOLL Betonsteinwerk feierte sein 50-jähriges Jubiläum in „KOLL Betonsteinwerk” umbenannt hat. Der Anlass des Geschäftsführungswechsels war allerdings ein trauriger: Klaus Koll erkrankte schwer und verstarb schließlich im Jahr 2008. „Er hat das Unternehmen mit viel Herzblut geführt und fehlt allen sehr”, erklärt Helge Koll, der seinem Vater mit viel Ideenreichtum nacheifert. So eröffnete er im letzten Jahr einen zweiten Standort des Unternehmens in Monheim am Rhein mit einem Ideengarten auf 2.000 Quadratmetern.

Lager der Betonsteine KOLL in Beuel.

Als Alfred Koll mit seiner Frau Paula nach dem zweiten Weltkrieg von Ostpreußen nach Bonn flüchtete, musste sich das Ehepaar aus dem Nichts eine neue Existenz schaffen. Doch mit viel Fleiß und Leidenschaft gelang dem Dipl.-Ingenieur nicht nur die Gründung eines Tiefbauunternehmens, sondern im Jahr 1961 auch der Bau des „Beueler Betonwerkes”. Damals ahnten die Wahl-Bonner noch nicht, dass sie mit dem Werk den Grundstein für eine langjährige Erfolgsgeschichte gelegt haben: Geführt von Helge Koll in der dritten Familiengeneration, hat sich das Unternehmen heute als deutschlandweiter Anbieter von rund 1000 verschiedenen Artikeln im Tief- und Gartenbau etabliert. Die 50-jährige Erfolgsgeschichte begann

zunächst mit dem Bau eines kleinen Werkes in der Holtorfer Straße. Nachdem Sohn Klaus Koll das Unternehmen im Jahr 1975 übernommen hatte, konnte er es drei Jahre später erfolgreich auf ein größeres Grundstück an der Maarstraße umsiedeln. Dort eröffnete er ein neues modernes Betonwerk, das vor allem Bordsteine und Gehwegplatten produzierte. Einen Meilenstein des Unternehmens setzte KOLL schließlich im Jahr 2000 mit der Erneuerung der kompletten Produktionsanlage. „Seit der Erneuerung gehört unser Betonwerk zu den modernsten Anlagen Deutschlands”, sagt Geschäftsführer Helge Koll, der das Unternehmen im Jahr 2005 von seinem Vater übernommen und

An dem Produktionsstandort inklusive Ideengarten in Beuel möchte Helge Koll jedoch festhalten. „Wir setzen hier in Beuel ganz klar auf Wachstum”, so der Diplomkaufmann. Seine Strategie: die Konzentration auf Life-Style-Artikel für den Outdoor-Bereich. „Wir haben in den letzten Jahren in der Produktion eine Entwicklung weg vom klassischen Massenprodukt hin zum optisch ansprechenden Gestaltungsprodukt vollzogen”, erklärt der Geschäftsführer. Die Firma entwickelt nun vor allem kreative Gestaltungslösungen für Garten, Wege und Plätze, wie Terrassenplatten, Zierpflaster, Stufen, Palisaden oder Gartenmauern. Auch eine einzigartige Innovation hat das Unternehmen im Angebot: eine ultraleichte, nur zwei Zentimeter dünne Betonplatte. Dieses Produkt ist nicht nur attraktiv und nachhaltig ressourcenschonend, sondern auch der ideale Problemlöser bei der Sanierung von Balkon und Terrasse überall – da wo´s eng wird! www.koll-betonstein.de

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Bund BVMW intern

W

Windenergie auf dem Vormarsch Fuhrländer AG baut Anlagen für den Weltmarkt Wer hätte vor Monaten gedacht, dass sich die Energiewelt in Deutschland so schnell verändern könnte. Auch wenn viele Länder mit dem Ausstieg aus der Kernenergie noch warten, geht von der deutschen Initiative ein klares Signal in die Welt: Den regenerativen Energien gehört die Zukunft. Profiteure dieses Wandels sind vor allem mittelständische Anlagenhersteller und Zulieferer. Die Fuhrländer AG aus dem Westerwald ist hierfür ein gutes Beispiel. Innerhalb von 20 Jahren entwickelte sich aus dem kleinen Metallbaubetrieb ein Global Player der Windbranche mit 700 Mitarbeitern und 170 Auszubildenden.

Fotos: Fuhrländer AG.

Seit Jahren gehört die Fuhrländer AG zu den Pionieren der WindenergieNutzung. Von der neuen Firmenzentrale am Siegerland-Flughafen baut das Unternehmen sein internationales Geschäft konsequent aus. Mit seinen leistungsstarken Anlagen bietet der konzernunabhängige und inhabergeführte Mittelständler für jeden Standort die passende Lösung. Heute ist die Fuhrländer AG in etwa 30 Regionen der Welt aktiv.

Die FL 2500 auf dem 160 Meter hohen Gittermast ist immer noch die welthöchste Windenergieanlage und bringt deutlich mehr Windstrom als eine vergleichbare Anlage mit 100 Meter Nabenhöhe.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Aufgrund der sich ändernden politischen Situation in Deutschland sieht das Unternehmen auch hier weitere Möglichkeiten für die Realisierung neuer Windparks, die Erweiterung bestehender Standorte und RepoweringMaßnahmen. Bis sich das in Aufträgen widerspiegelt, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Denn zunächst muss der „grüne Bundes-Kurs” über die Länder- und Kreisparlamente die Kommunen und Bewilligungsbehörden

erreichen, damit politische Beschlüsse gefasst und neue Standorte gefunden beziehungsweise entwickelt werden. Innovationskraft und Flexibilität des Mittelstands punktet Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Fuhrländer-Windkraftanlagen basiert auf den langen Erfahrungen im Bereich der Windenergie. Das Unternehmen – 1960 als metallverarbeitender Betrieb gegründet – stieg schon Mitte der 1980er-Jahre in die Windbranche ein. Von jeher zeigte sich Fuhrländer sehr kunden- und marktorientiert und behauptet sich als flexibler Mittelständler zwischen den Konzernen. Die internationale Fuhrländer-Strategie sieht vor, mit Technologie-Partnern vor Ort Joint Ventures einzugehen oder z. B. in den Wachstumsmärkten China und Indien, Anlagen-Lizenzen zu vergeben. Mit seinem Technologie-Transfer punktet der Mittelständler zusätzlich und zählt deshalb in vielen Ländern zu den Pionieren der Windenergie. Weltrekord: 2,5 MW Anlage auf 160 Meter hohem Gittermast Mit der aktuellen 2,5 Megawatt-Anlage FL 2500 macht Fuhrländer seit 2006 den Windstrom noch wirtschaftlicher – zum Beispiel in waldreichen, hügeligen Gebieten. Bis zu 7 Millionen Kilowattstunden im Jahr liefert dieses Kraftwerk an Referenzstandorten in Deutschland. Mit Nabenhöhen zwischen 85 und 160 Meter sowie drei großen Rotoren mit 90, 100 und 104 Meter wird die drehzahlvariable Anlage an die Standort-

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verhältnisse optimal angepasst. Natürlich wurde die FL 2500 aufgrund ihrer technischen Features, als einer der ersten Anlagen in Deutschland, 2010 SDL-zertifiziert und erfüllt damit die geforderten Kraftwerkseigenschaften. Mittlerweile ist sie international für verschiedene länderspezifische Grid Codes zugelassen. Überzeugend ist das innovative Antriebskonzept Compact Drive Train, das für noch mehr Laufruhe und Zuverlässigkeit steht. Statt der üblichen großen Hauptwelle verwendet Fuhrländer ein modifiziertes Rollen-Momentenlager aus Tunnelbohrmaschinen. Dadurch ist die FL 2500 kompakter und vergleichsweise leicht, was entscheidende Vorteile beim Transport und der Baustellen-Logistik mit sich bringt. Auf diesem Konzept basiert auch die neue FL 3000, die Fuhrländer aktuell entwickelt.

Eine besondere Form der Nachhaltigkeit: Über 170 junge Menschen starten bei Fuhrländer ins Berufsleben.

Der Prototyp soll schon im nächsten Jahr mit 140 Meter Nabenhöhe errichtet werden. Der große 120 Meter Rotor wird dann selbst schwache und mittlere Windgeschwindigkeiten optimal in Strom umsetzen. Trotz mehr Leistung wird das Maschinenhaus mit zehn Meter Länge, drei Meter Breite und einem Gewicht von knapp 100 Tonnen kaum größer und schwerer werden, als das der 2,5 MW Anlage. Um dieses Ziel zu erreichen, will Fuhrländer eine neuartige leichte und platzsparende

Getriebe-Generator-Kombination einsetzen. Ein echter Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu den großen und schweren Typen anderer Anbieter – und typisch für einen innovativen Mittelständler.

Walter Lutz Fuhrländer AG www.fuhrlaender.de

Personalie

70 Jahre und schon ziemlich weise tung sind wie ein Markenzeichen für den Vorzeigeunternehmer. Als der normannische Kleiderschrank den Song ins Mikrofon brummte, gründeten Dr. Helmut Baur und seine Frau Gabriele mit zwei Angestellten in Böblingen die Firma Binder Optik. Heute verfügt sie über 52 Fachgeschäfte und 400 Mitarbeiter. Dr. Baur ist ein Ideengeber, auf dessen Initiativ-und Schaffenskraft auch andere bauen. Seit 2007 ist er Vorstandsmitglied des BVMW. Als Honorargeneralkonsul von Malaysia erhielt er aus der Hand des malaysischen Königs den Adelstitel Datuk. So reiste der malaysische Botschafter Dato Ibrahim Abdullah aus Berlin an, um Glückwünsche zu überbringen.

Dynamisches Duo: Dr. Helmut Baur und Peter Kraus.

Stuttgart (ukö)· „60 und kein bisschen weise” sang Curd Jürgens vor rund 35 Jahren. 70 Jahre und schon ziemlich weise, lautete das Motto für Dr. Helmut Baur, der seinen Geburtstag in der Porsche-Niederlassung in Stuttgart-Zuffenhausen feierte. Das jugendlich-dynamische Design der Sportwagen und ihre Leis-

Dr. Helmut Baur ist zudem leidenschaftlicher Netzwerker. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass 300 Gäste aus Politik und Wirtschaft, darunter BVMW-Vorstandskollege Willi Grothe, dem Jubilar gratulierten. Eine sehr persönliche Ansprache hielt Mario Ohoven, der ihm seit über 20 Jahren freundschaftlich verbunden ist. EU-Kommissar Günther Oettinger gratulierte seinem Freund „Helmut” per Videobotschaft aus Brüssel. Als Überraschungsgast verscheuchte Peter Kraus, selbst über 70, mit Hüftschwung und Elvis-Titeln jede falsche Feierlichkeit.


Bund BVMW intern

Grüne Pioniere – Recycling seltener Erden

Das neue Projekt der beiden hat Brisanz: Sie haben sich der Wiederaufbereitung knapper HightechMetalle angenommen, für die die Europäische Union eine drohende Knappheit prophezeit. Dazu gehören die sogenannten seltenen Erden, die zu über 90 Prozent aus China stammen. Die Industrie befürchtet bereits einen Versorgungsengpass, denn die Volksrepublik China senkt als Quasi-Monopolist zunehmend die Exportquoten. Weltweit die Nase vorn Umso interessanter wird das Recycling der Hightech-Metalle für die Wirtschaft. Das Projekt ist zwar gerade erst angelaufen, dennoch wenden sich mittlerweile Unternehmen aus aller Welt an Loser Chemie, um zukünftig von ihnen die knappen Hightech-Metalle zu beziehen. Wenn Loser und Palitzsch das Vorhaben gelingt, eine Vielzahl sel-

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tener Erden in hohen Konzentrationen wieder aufzubereiten, wären sie weltweit die Ersten, die HightechSchrott wirtschaftlich wiederverwerten können. Auf die Idee zum Recycling von seltenen Erden kam Palitzsch, als er vor rund zwei Jahren zu Besuch bei einem Geschäftskollegen aus der Wiederaufbereitungsbranche war. Auf dem Weg über das Firmengelände entdeckte er Säcke mit Leuchtpulver aus Energiesparlampen, für die es keinen Verwertungsweg gab. Palitzsch bat um eine Probe und fand in seinen Lösungen tatsächlich konzentrierte seltene Erden, wie Gadolinium oder Europium. Um als Mittelständler aus solchen Ideen Kapital zu schlagen, braucht es mehr als einen genialen Kopf: Loser Chemie hatte damals rund 30 Mitarbeiter und keinerlei Strukturen, um die begehrten Metalle zu recyceln. Hightech-Schrottzulieferer und Abnehmer für die metallhaltigen Konzentrate fehlten. 2010 wurde das Unternehmen dann auf eine Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aufmerksam – und bekam den Zuschlag. Das mit 85.000 Euro dotierte Förderprogramm ermöglichte es ihnen, ein Netzwerk aus Firmen aufzubauen und ihr Konzept bekannt zu machen. Während im Sektor seltener Erden noch Forschungsbedarf besteht, soll im September bereits die industrielle Verwertung von Dünnschichtsolarzellen beginnen.

Birthe Bruns www.loserchemie.de

Fotos: pixel974/fotolia.com

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Mit einem Patent zu Dünnschichtsolarzellen begann das Projekt Hightech-Metall-Recycling der Firma Loser Chemie, einem kleinen Unternehmen aus dem Ort Hainichen in Sachsen. Vor rund drei Jahren entdeckte Chemiker Wolfram Palitzsch, dass man aus DünnschichtSolarabfall Metalle wie Indium und Gallium recyceln kann, welche für die europäische Wirtschaft unentbehrlich sind. Palitzsch arbeitet als Prokurist im Unternehmen, sein Chef ist der aus dem Rheinland stammende Ulrich Loser. Allerdings existiert die Hierarchie laut den beiden nur auf dem Papier. Palitzsch ist der geniale Kopf im Labor, Loser organisiert das Geld.


BVMW intern Europa

Qualitätssiegel für den Mittelstand Neue Kriterien für das europäische Ecolabel Seit nunmehr fast 20 Jahren dient das Ecolabel der Förderung von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen in Europa. Das freiwillige Gütesiegel erleichtert es Verbrauchern und Unternehmen, umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen zu identifizieren. Bislang können Produkte aus rund 23 unterschiedlichen Kategorien mit dem Ecolabel ausgezeichnet werden. Die notwendigen Zertifizierungskriterien werden im EU-Ecolabelling-Board von Vertretern

der Mitgliedsstaaten, Umweltschutzorganisationen und Interessenvertretungen festgelegt. Auch der europäische Mittelstandsdachverband CEA-PME (Confédération Européenne des Associations de Petites et Moyennes Entreprises) ist seit Beginn dieses Jahres in diesem Gremium vertreten. Die Erarbeitung neuer Kriterien ist laut CEA-PME-Vorstandsmitglied Bodo Schwarz wichtig, um die Wettbewerbs-

fähigkeit von mittelständischen Unternehmen zu steigern. Walter Grupp, CEA-PMEGeneralsekretär will die Interessen des Mittelstands bei der Entwicklung neuer Kriterien und Produktkategorien einbringen. Die kürzlich beschlossene Senkung der Jahresgebühr auf maximal 750 Euro und die erleichterten Zertifizierungsanforderungen machen das Ecolabel auch für den Mittelstand attraktiv und bezahlbar.

Großer Wirtschaftsgipfel Polen-Deutschland Polen hat große Bedeutung für den deutschen Mittelstand Die deutsch-polnische Zusammenarbeit, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, ist eine europäische Erfolgsgeschichte. Das erklärte der BVMW-Präsident auf dem Wirtschaftsgipfel Polen-Deutschland in Warschau. Mario Ohoven war vom Präsidenten des polnischen Arbeitgeberverbandes (KPP), Andrzej Malinowski, als Keynote-Speaker zu den Gipfel eingeladen worden. Er wurde von Vizepräsident Friedhelm Runge und BVMW-Mitgliedsunternehmern begleitet. Die Veranstaltung fand statt aus Anlass der Unterzeichnung des Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern vor 20 Jahren, am 17. Juni 1991. Ohoven hob hervor, dass die erfolgreiche Entwicklung in Europa in den letzten 20 Jahren insbesondere dem Mittelstand und dem Wirken der Europäischen Union zu verdanken sei. „Es waren vor allem die Klein- und Mittelbetriebe links und rechts der Oder, die gleich zu Beginn der 1990er-Jahre Kontakt zum jeweiligen Nachbarn suchten.” Der BVMW habe dabei eine Vorreiterrolle gespielt, so der Präsident. Die Bedeutung Polens für den deutschen Mittelstand komme auch darin zum Ausdruck, so Ohoven weiter, dass der BVMW hier zwei eigene Repräsentanzen habe,

BVMW-Präsident Mario Ohoven im Gespräch mit Waldemar Pawlak, Stellvertretender Premier- und Wirtschaftsminister Polens.

in Warschau und in Breslau (Wrocław). An dem Gipfeltreffen nahmen die Wirtschaftsminister beider Staaten, Waldemar Pawlak, und Philipp Rösler, sowie der Bundesminister a. D. Hans-Dietrich Genscher teil. Genscher hatte seinerzeit mit dem ebenfalls anwesenden Jan Krzysztof Bielecki, polnischer Premierminister a. D., den Vertrag unterschrieben.

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International BVMW intern

Weltweit präsent für den Mittelstand Auslandsvertretungen des BVMW in der Übersicht Ägypten

Australien

Belarus

Dr. Ashraf Hanna

Walter Hühn

kairo.aegypten@ bvmwonline.com

australian.sydney@ bvmwonline.com

Dr. oec. Dr. phil. Steffen Lange belarus.minsk@ bvmwonline.com

Belgien

Brasilien

China, Peking

Stefan Zickgraf

Ilka von Borries-Harwardt

Dr. Antje Passarge

info@cea-pme.org

brasilien.sao.paulo@ bvmwonline.com

china.peking@ bvmwonline.com

China, Hebei

Frankreich

Griechenland

Erich Albrecht

Marlies Ullenboom Guillaume Hurard

Anja Tomschke Andreas Panettas

frankreich.paris@ bvmwonline.com

griechenland.athen@ bvmwonline.com

Indien

Irak

Iran

Klaus Friedrich Meier

Inas al Naqib Michael Kurth al Naqib

Mir Durandish

indien.neu-delhi@ bvmwonline.com

bagdad.irak@ bvmwonline.com

Japan

Litauen

Luxemburg

Michael Müller

Dr. Stefan Dietrich

Martin Drescher

japan.tokyo@ bvmwonline.com

litauen.vilnius@ bvmwonline.com

luxemburg@ bvmwonline.com

china.albrecht@ bvmwonline.com

Der Mittelstand. | 4 | 2011

iran.teheran@ bvmwonline.com


Mexiko

Mongolei

Polen, Breslau

Thomas Wagner

Marc Nodorft

Dr. Markus Reichel

mexiko@ bvmwonline.com

marc.nodorft@ bvmw.de

wroclaw.polen@ bvmwonline.com

Polen, Warschau

Rumänien

Rumänien:

Steffen Braun polen.warschau@ bvmwonline.com

Adina Utes adina.utes@ bvmw.de

Bukarest und Südrumänien Mircea Dascalu mircea.dascalu@ bvmwonline.com

Russland

Schweiz

Singapur

Elena Harrer

Oskar G. Loewe

Jutta Waldeck

russland.moskau@ bvmwonline.com

oskar.loewe@ bvmwonline.com

singapore@ bvmwonline.com

Südafrika

Türkei

Ukraine

Volker Werth

Wolfgang Wanja

Manfred Sperrfechter

suedafrika. johannesburg@ bvmwonline.com

istanbul.tuerkei@ bvmwonline.com

ukraine@ bvmwonline.com

Ungarn

Vietnam

BGF-Berlin

Ilona Barthodeiszky

Oliver Massmann

ungarn.budapest@ bvmwonline.com

vietnam.hanoi@ bvmwonline.com

Barbara Bonrath-Kaster bbk@bvmw.de Karlheinz Stöckner karlheinz.stoeckner@bvmw.de

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Baden-Württemberg

Netzwerken am Neckar Erstmals Marketing Day beim Treffen mittelständischer Werbeagenturen ketingmanager exportorientierter Unternehmen mit den Chefs der internationalen Werbeagenturen.

Auf dem Confrad Marketing Day gab es eine interessante Führung durch das Audi-Werk in Neckarsulm.

Neckarsulm (ukö) · Confrad nennt sich das internationale Agenturnetzwerk, das jetzt in der Print Media Academy in Heidelberg sein 39. Treffen veranstaltete. Vertreten waren Agenturen aus Schweden, Belgien, den USA, der Schweiz, Polen, Tschechien, England, Frankreich, Holland und Spanien.

Gastgeber für dieses Treffen war die Heilbronner Werbeagentur Hettenbach (BVMW-Mitglied). In Kooperation mit dem BVMW, der GGS German Graduate School of Management and Law und dem Kompetenznetzwerk Heilbronn fand erstmals ein Marketing Day im Audi Forum in Neckarsulm statt. Dort trafen sich Mar-

Nach einer Führung durch die Manufaktur der Audi-R8-Produktion wurden während des Business Lunchs im Restaurant „Nuvolari” erste Kontakte geknüpft und Erfahrungen im internationalen Marketing ausgetauscht. Den Hauptvortrag zum Thema „Global Leadership Competencies for Marketing Executives” hielt Dr. Vodosek, Professor für Strategisches Management und Führung an der GGS. Den thematischen Bezug zum Automobil schafften die Rennfahrer Ellen Lohr und Chris Vogler, die in ihrem gemeinsamen Vortrag zum Thema „Experiences in Sponsorship of Racing Teams” Begeisterung für den Rennsport weckten. Das Confrad-Netzwerk realisiert für B-to-Bund B-to-C-Kunden Werbekampagnen in Europa und in Übersee. Deutscher Ansprechpartner für Auslandswerbung ist u. a. die Agentur Hettenbach.

Bayern

Facebook, YouTube, Twitter und Co. Wie der Mittelstand von Social Media profitiert Nürnberg (ej/avm) · Social Media sind nicht mehr aufzuhalten. Es wird gebloggt, getwittert und gepostet. Web 2.0 hat nicht nur die Kommunikationsstrukturen insgesamt grundlegend verändert. Auch das Kommunikationsverhalten von Unternehmen hat sich fundamental gewandelt. Aber sind Social Media auch etwas für den Mittelstand?

Wer mithalten will, braucht Kompetenz. Unter dem Titel „Facebook, YouTube, Twitter & Co. – Was bringen Social Media dem Mittelstand?” analysierten fünf Experten vor rund 100 Gästen die Chancen und Risiken sozialer Netzwerke und zeigten effiziente Wege zu einer optimalen Nutzung von Social Media für kleine und mittlere Unternehmen auf.

Bei dem von Edgar Jehnes (BVMW Nürnberg) und Wolfgang Herrmann (BVMW Fürth) in Nürnberg organisierten Unternehmerabend war die Antwort rasch klar:

Fazit: Für den Mittelstand bieten Social Media ein enormes Potenzial, welches zurzeit noch weitgehend ungenutzt ist. Die Kommunikation über Portale wie Face-

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book, Twitter oder YouTube bietet Unternehmen die Möglichkeit, gezielt mit ihren Kunden in Dialog zu treten und aktuelle Inhalte schnell und einfach zu kommunizieren. Neue Märkte und Zielgruppen lassen sich so effizient erschließen. Und auch im „Kampf um die besten Köpfe” setzen Unternehmen zunehmend SocialMedia-Plattformen ein, um Fachkräfte zu rekrutieren. Was bringen Social Media dem Mittelstand? Rund 100 Gäste verfolgten die Expertenmeinungen beim BVMW-Unternehmerabend in Nürnberg.


Bayern

Unternehmerische Herausforderung Energiespar-Konzepte im Mittelstand vorgestellt

Bad Tölz (mh/avm) · Leitet der von der Politik beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie nach der agrartechnischen, der industriellen und der digitalen nun die vierte Revolution der neueren Wirtschaftsgeschichte ein? Mit dieser Frage wandte sich BVMW-Beauftragte Mechthild Heppe an die Teilnehmer eines Unternehmerforums in Bad Tölz. Mehr als 60 BVMW-Mitglieder aus der Region München-Oberbayern waren der Einladung gefolgt, um über die Herausforderungen der bevorstehenden Energiewende zu diskutieren. Zuvor hatten die Unternehmer das dortige BiomasseHeizkraftwerk besichtigt. Dabei berichtete Michael Hofmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Tölz, über die strategische Entscheidung, seinen Kunden nur Energie (Wärme und Strom) aus regenerativen Rohstoffen, in diesem Fall Restholz von regionalen Waldbauern, anzubieten – ein interessantes Praxisbeispiel für eine nachhaltige dezentrale Energieversorgung.

Herausforderung Energie-Effizienz: Dr. Stefan Frischat, Klaus Breil, Mechthild Heppe, Armin Hilgarth, Markus Eder, Wolfgang Dollinger und Prof. Dr. Stefan Emeis sowie weitere Gäste (v. li.).

Nach einer Präsentation durch den Gastgeber des Abends, Armin Hilgarth, Geschäftsführer von Sitec Aerospace, informierte Klaus Breil, MdB und energiepolitischer Sprecher der FDP, über die politischen Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat: „Der Weg zur Energie der Zukunft – sicher, bezahlbar und umweltfreundlich”, lautet der Titel des Regierungsprogramms. Das hört sich zunächst spielerisch an, ist aber nach Ansicht von Experten in der Umsetzung eine riesige

Herausforderung für Bürger und Unternehmen. Praxisbeispiele für gelungene Energiespar-Konzepte in mittelständischen Unternehmen stellten Markus Eder (Tyczka Totalgas), Dr. Stefan Frischat (Bluenorm) und Wolfgang Dollinger (Haustechnik Oberland) vor. Prof. Dr. Stefan Emeis vom Karlsruher Institut für Technologie beendete den interessanten Abend mit der Moderation einer lebhaften Diskussion unter den anwesenden Unternehmern.

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Aus den Ländern BVMW intern

Berlin-Brandenburg

Wettbewerbsvorteil durch Energiesparen

Foto: Klemt.

Nachhaltiges Wirtschaften gefragt

Energieeffizienz wird zum zentralen Thema für viele mittelständische Unternehmer.

Berlin (kle) · Sozusagen auf höchster Ebene trafen sich die Vorreiter der nachhaltigen Energiewirtschaft beim Besuch der Energie Lounge Deutschland in Berlin. Von der in einer Höhe von mehr als 300 Metern gelegenen Aussichtsplattform des Fernsehturms hatten die rund 50 Teilnehmer einen hervorragenden Ausblick auf ihren stetig wachsenden Markt. BVMW-Landesgeschäftsführer Dr. Dieter Kapell begrüßte neben zahlreichen Unternehmern auch die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Lisa Paus, sowie Berliner Vertreter des BVMW. „Für uns sind die Prioritäten zuerst Versorgungssicherheit, dann die Einsparung von Kosten und schließlich die Energiequelle”, erklärte Dr. Kapell. Darauf zielten auch die Anstrengungen für eine höhere Energieeffizienz. „Einsparung bedeutet auch

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mehr Versorgungssicherheit.” Deshalb seien Unternehmen wie Energywerk, die den Mittelstand bei seinen Bemühungen unterstützen, besonders wichtig. „Höhere Energieeffizienz ist ein Wettbewerbsvorteil. Energieeinsparung ist ebenso Kapital wie neue Ideen, Partnerschaften und Kontakte, für die die Energie Lounge Deutschland eine Plattform bietet.” Für Lisa Paus rangiert das Thema Energieeffizienz noch vor der Steuerdebatte. 70.000.000 Kilowattstunden könnten ihrer Ansicht nach eingespart werden – das entspricht der Leistung von bis zu zehn Kernkraftwerken. „Energieeffizienz ist aber auch Jobmotor”, sagte Paus. Bis 2020 könnten so 260.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Wie die Realisierung solcher Ziele aussehen könnte, stellte Martin Bornholdt von der Deutschen Unternehmensinitiative Energie-

effizienz e.V. in einem Zehn-Punkte-Programm vor. Gemeinsam mit Samuel Troll von der Thema 1 GmbH, Peter Stange von der B.R.A.S.S.T. Bau GmbH und Dirk Hermel von der EWB Energywerk diskutierte er Energieeffizienz im Mittelstand anhand von Best-practice-Beispielen. Dirk Hermel setzte sich für eine Investitionsförderung ein, die bundesweit nach einheitlichen Kriterien erfolgen sollte. Die Energie Lounge Deutschland bietet die Möglichkeit, mit Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung über reale Poten­ziale im eigenen Unternehmen zu diskutieren und sich über Wege der Effi­ zienzsteigerung zu informieren. Unternehmerisches Engagement soll dabei durch gut funktionierende Netzwerke unterstützt werden, zu deren Bildung und Entwicklung der BVMW seine Mitglieder einlädt.


Berlin-Brandenburg

Helmholtz-Zentrum Berlin ist gefragter Partner

Foto: Klemt.

BVMW-Wirtschaftssenatoren informierten sich vor Ort

Wirtschaftssenatoren vom BVMW-Landesverband Berlin-Brandenburg im Gespräch mit Dr. Ulrich Breuer (Mitte).

Berlin (kle) · Kann eine Pflanze kontaminierten Boden von gesundem unterscheiden, den Wuchs ihrer Wurzeln und vielleicht sogar ihr Trinkverhalten darauf einstellen? Was passiert mit Lebensmitteln, wenn sie zum Abtöten von gefährlichen Keimen in einer Hochdruckkammer 500 Bar ausgesetzt werden? Das sind Fragen, auf die die Experten des 2009 gegründeten HelmholtzZentrums Berlin (HZB) Antworten suchen. Die genannten Projekte sind nur zwei von vielen, mit denen sie sich befassen. Dafür steht ihnen ein Budget von 110 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Von den insgesamt 1.100 Mitarbeitern sind 380 im wissenschaftlichen Bereich tätig. Während es am Standort Adlershof vor allem um Photonenstrahlen geht, liefert der Forschungsreaktor am Wannsee Neutronen. Mit ihrer Hilfe wird das Undurchsichtige klar. Davon konnten sich die Wirtschaftssenatoren des BVMW-Landesverbandes Berlin-Brandenburg bei ihrem Besuch überzeugen. Die Forschungsbereiche des HZB sind äußerst vielfältig: Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Materialforschung und Elektronik. Zu den rund 400 Partnern des HZB gehören neben internationalen Forschungseinrichtungen

auch Universitäten, Bildungsstätten, die Berliner Charité und zahlreiche Kunden aus der Privatwirtschaft. Im Unterschied zur öffentlich finanzierten Forschung tragen sie die Kosten der in Auftrag gegebenen Untersuchungen selbst – müssen deren Ergebnisse aber auch nicht publizieren. Derzeit findet am Wannsee ein Upgrade statt, mit dem sich die Einrichtung im Rahmen des Erneuerungszyklus’ wieder an die Weltspitze katapultiert. Dadurch werden komplexere Aufgaben lösbar. „Das hält fünf bis zehn Jahre vor”, so der kaufmännische Geschäftsführer des HZB, Dr. Ulrich Breuer. Zu den Errungenschaften gehört neben dem Reaktor Ber II auch ein Hochfeldmagnet mit 25 Tesla Leistung. Die Zusammenarbeit mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität und der Universität Potsdam wird dazu genutzt, um die Erkenntnisse zum Allgemeingut zu machen. Es gibt Sommerschulen und Schülerlabore. Der „Tag der Energie” und die „Lange Nacht der Wissenschaften” werden traditionell genutzt, um die Öffentlichkeit zu informieren.

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Aus den Ländern BVMW intern

Bremen

Der BVMW auf der „b2d businessLife”

Jährlicher Treffpunkt für regionale Unternehmer und Entscheider Bremen (hau) · Mehr als 130 mittelständische Aussteller aus der Metropolregion Bremen-Oldenburg und rund 1.000 Gäste aus Industrie, Produktion, Handwerk und unternehmensnahen Dienstleistungen, tauschten sich auf der „b2d businessLife” aus. Als Wirtschaftsforum für die Metropolregion Bremen-Oldenburg bietet die Messe eine ausgezeichnete Plattform, um potenzielle Partner kennen zu lernen. Die Schirmherrschaft übernahmen dieses Jahr der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Jörg

Bode, und der Bremer Wirtschaftssenator Martin Günthner. „Die hier ansässigen Unternehmen sind Impulsgeber und Motoren für die Metropolregion Bremen-Oldenburg”, so Karl-Heinz Freitag, BVMWLandesbeauftragter Bremen für Politik. „Das enge Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag, die regionalen Kräfte zu bündeln, bestehende Kooperationen weiter auszubauen und Netzwerke zu nutzen. Veranstaltungen wie diese Messe bieten dem Mittelstand eine wichtige Plattform, um Kontakte zu knüpfen. Auch für kleine

Mittelständler eine große Chance, sich optimal aufzustellen und im Wettbewerb zu behaupten.” Nach dem Motto „Nutze das Wissen” präsentierte sich der BVMW mit seinem Mitglied CS | carpe scientiam eG, der ehemaligen Arbeitsgruppe Personalentwicklung. Ein Zusammenschluss von BVMW-Mitgliedern, in der Schulung von Personalentwicklung, Personalführung und Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt stehen. Infos unter: www.carpe-scientiam.de

Hamburg

Blättern oder Klicken Mediennutzung im Spiegel der Zeiten Hamburg (hau) · Es war die historisch letzte Gelegenheit, die im Look der 70er-Jahre gestaltete SPIEGEL-Kantine an ihrem Originalschauplatz zu erleben. Angesichts des bevorstehenden Umzugs des Verlagshauses in die HafenCity ein etwas wehmütiger Abschied.

Über 70 Unternehmerinnen und Unternehmer waren der Einladung des BVMW gefolgt. Sie wollten wissen, ob wir morgen noch „blättern oder klicken” und was die Medienbranche auf dem Weg in eine digitale Zukunft an grundlegenden Veränderungen erleben wird. Norbert Facklam, Leiter Vermarktung SPIEGEL QC und Gastgeber des Abends, schilderte die steigende Medienvielfalt und langfristige Strukturveränderung im Werbemarkt und wie sich das auf die Refinanzierung von Medien auswirkt. Nach wie vor ist der SPIEGEL das größte europäische Nachrichten-Magazin mit den meisten Lesern und dem höchsten Umsatz. Und was der SPIEGEL in der Print-Welt ist,

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Foto: Cornelius Kalk.

Da aber denkmalgeschützt, wird die Kantine im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe wieder auferstehen und zu bewundern sein.

SPIEGEL-Kantine: im Look der 70er-Jahre gestaltet.

hat SPIEGEL ONLINE im Internet geschafft. „DIE SPIEGEL Gruppe ist ein mittelständischer Medienanbieter”, so Facklam, „da die Medienvielfalt steigt und es immer schwieriger wird, den Nutzer zu erreichen, müssen wir auf allen Kanälen mitspielen”. Online liegt nach seiner Meinung langfristig vorn. Rainer Kruschwitz, Geschäftsführer der Neofonie Mobile GmbH, schilderte, wie die Inhalte heute zum Kunden kommen: „Als Nachrichtenmedium hat meiner Meinung nach das Internet die Zeitung abgelöst”. Als einer der führenden Technologie-Anbieter im Bereich Mobile-Software-Entwicklung ermöglicht sein Unternehmen Verlagen, einfach und kostengünstig ihre Inhalte unter der eigenen Marke als iPhone App zu veröffentlichen.


Kräfte bündeln: Michael Knief, retego; Bettina Wiegmann, viventu AG; Remmer Mammen, Beratung und Schulung GbR; Karl-Heinz Freitag, BVMW (v. li.).

Niedersachsen

Ansprechen, Anschauen und Atmen Arbeit immer bewusster gestalten Osnabrück (hau) · „Wer den Tiger reitet, der kann nicht absteigen”, so der Buchautor und Unternehmensberater Dr. Friedrich Assländer auf einer BVMWVeranstaltung in Osnabrück, die von SAP Deutschland unterstützt wurde.

Dass Arbeit nicht nur Broterwerb, sondern auch Lebensinhalt bedeutet, darüber referierte Assländer. Er wies dabei auf die Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums und die damit verbundenen Aufgabenstellungen einer sich verändernden Arbeitswelt hin.

Erfolgsdruck, Karrierezwang und gnadenloser Konkurrenzkampf sind besonders für Führungskräfte gefährliche Wege, die zu Burn-out und psychosomatischen Störungen führen können. Eine Einschränkung der Lebensfreude ist oft die Folge.

Mit Führungsverantwortung gelte es achtsam und bewusst umzugehen. Das erfordere ein neues Wertebewusstsein, vor allem im Umgang mit Mitarbeitern. Anerkennung sei eines der Zauberworte, Würdigung des Menschen und seiner

Arbeit weitere. Dem Beruf neuen Sinn geben bedeute vor allem auch spirituell zu arbeiten. Die „3 A’s” könnten dabei eine große Rolle spielen: „Ansprechen, Anschauen und Atmen”. Assländer: „Den Schritt zur Zufriedenheit muss man selbst gehen, wertorientiertes Verhalten stärkt die Persönlichkeit und der Beruf bekommt im Leben einen neuen Sinn.” Bei der Osnabrücker Werkstätten gGmbH konnten die Teilnehmer erfahren, was inno­vative Arbeitswelt im täglichen Leben bedeutet. Die Osnabrücker Werkstätten sind mit rund 2.400 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region. Die Beschäftigung und Integration von behinderten Menschen in die Arbeitswelt ist eine Aufgabe, die ein hohes Maß an Achtsamkeit und Engagement erfordert. Arbeit bewusst gestalten (v. li.): Gastgeber und Sponsoren Melanie Friedrich (SAP), Antonius Fahnemann (Förderstiftung Heilpädagogische Hilfe Osnabrück), Dr. Friedrich Assländer, Michael Woltering und Christian-K. Göwecke (BVMW Osnabrück), Wolfgang Hilgenhaus (SAP).

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Nordrhein-Westfalen

Auf drei Pferde kommt ein Arbeitsplatz

Meeting Mittelstand im Kreis Warendorf Warendorf (tk) · Unter dem Motto „Wirtschaftskraft Pferd” hatten sich rund 200 Mittelständler auf Einladung von Robert Kleinschmidt, BVMW, im Landgestüt Warendorf getroffen. Die Region ist ein weltbekanntes Zentrum für Pferdezucht, der wichtigste Standort für den deutschen Reitsport und die darauf spezialisierten mittelständischen Betriebe. Ehrengast des Meetings war der mehrfache Goldmedaillengewinner und Weltmeister Hans Günter Winkler, der selbst in Warendorf wohnt. In NRW werden etwa 275.000 Pferde gehalten,

über zwölf Millionen Deutsche interessieren sich für Pferdesport. Der Gesamtumsatz rund um das Pferd beträgt mehr als fünf Milliarden Euro. Diese Zahlen präsentierte Sönke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Gestütsleiterin Susanne SchmittRimkus sprach über die kommerzielle Pferdezucht und den Artenschutz. Das Thema Pferd bewege die Unternehmer, erklärten die teilnehmenden Gäste Landrat Dr. Olaf Gericke und Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter. Ferdinand J. Leve von Leve architects

wies auf das große Gewicht der Pferdewirtschaft in Warendorf hin: „Bei uns liegen die Verhältnisse so, dass drei Pferde etwa einen Arbeitsplatz sichern.” So binden die 100 Pferdebetriebe direkt und indirekt etwa tausend Beschäftigte. „Von den 11.000 Arbeitsplätzen in der Emsstadt entfallen zehn Prozent auf diejenigen, die im weitesten Sinne mit der Pferdewirtschaft in Verbindung stehen”, erklärte er. Um das Potenzial gezielt weiterzuentwickeln, rief Leve das „Projekt Hippologicum” ins Leben. Es soll den Reitsport, ein Pferdemuseum, Gastronomie und Handel zum Nutzen der Stadt vereinen.

Engagiert für die Pferdezucht-Region: Bürgermeister Jochen Walter, Landrat Dr. Olaf Gericke, stv. Gestütsleiter Bernhard Gerdemann, Susanne Schmitt-Rimkus, Weltmeister Hans Günter Winkler, Sönke Lauterbach, Ferdinand J. Leve und Robert Kleinschmidt (v. li.).

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Mit den Banken erfolgreich verhandeln: Gerd Zillmer, Kurt-Herbert Derichs, Dr. Manfred Hahn, Theodor Siebers (Vorstand VR Bank Dormagen), Dr. Detlef Frormann, Carsten Thören und Stefan Radloff (v. li.).

Nordrhein-Westfalen

Mit den Bankern reden Unternehmerischer Erfolg durch kompetente Gesprächsführung Neuss (mha) · Die systematische Unterstützung des Dialogs zwischen Unternehmern und Banken stand im Mittelpunkt einer BVMW-Veranstaltung in Neuss, zu der Dr. Manfred Hahn, Vorstandsmitglied des IBWF Institut für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung Bonn, Kurt Herbert Derichs, Kreisgeschäftsführer des BVMW Neuss und Dr. Detlef Frormann, Chef der Creditreform Düsseldorf/Neuss eingeladen hatten. Die Referenten erläuterten neue Instrumente, um Bankgespräche zielorientiert und effektiv zum Erfolg zu führen. Carsten Thören, Vorstand der Volksbank Meer-

busch eG, sprach über die Erwartungen eines Bankers in der Kommunikation mit dem Kunden. Offenheit und Vertrauen seien die Basis gemeinsamen Erfolgs, gerade im Kreditgeschäft. Für die Bank sei wichtig, ob der Unternehmer seinen Betrieb und den eigenen Markt kennt und dabei eine realistische Chancen-Risiko-Relation vor Augen hat. Dr. Detlef Frormann und Stefan Radloff von Creditreform informierten über Produkte der neuen Auskunfts­ generation: die Bilanzkompaktanalyse (Plus) und die Bilanzvergleichsanalyse. Mit den Instrumenten werden die wesentlichen Bilanzkennzahlen erfasst und mit Branchenwerten verglichen.

Die Analyse erlaubt einen effektiven Bonitätscheck mit bis zu 50 Vergleichsunternehmen. Dahinter steht ein Datenbestand von über vier Millionen Jahresabschlussinformationen. So werden Stärken-/ Schwächenanalysen und strategische Planungen auf eine solide Grundlage gestellt. Unternehmen mit einer sehr guten Bonität bietet die Creditreform ein Zertifikat an (CrefoZert). Gerd Zillmer, Leiter des IBWF-Arbeitskreises „Wissensbilanz” und Geschäftsführer der BOA GmbH, erläuterte das Projekt „Europäische Wissensbilanz” (InCaS).

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Rheinland-Pfalz/Saarland

Erneuerbare Energien bieten Chancen für Mittelstand

Saarlands Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr, Dr. Simone Peter im Interview trie stattfinden. Wir werden unter besonderer Berücksichtigung des angestrebten Kompetenzschwerpunktes „Dezentrale Energieversorgung/Neue Energie” die Innovationspolitik weiterentwickeln. Geplante Kernprojekte sind hier das „Energiecluster”, ebenso wie die Einrichtung eines Instituts für automobile Entwicklung. Der Mittelstand: Der von Ihrer Partei seit jeher geforderte Atomausstieg kommt nun schneller als erwartet. Hier bestehen Bedenken, dass diese Unternehmen über Gebühr belastet werden.

Der Mittelstand: Frau Dr. Peter, Sie sind die erste grüne Umweltministerin des Saarlandes. Welche Möglichkeiten sehen Sie, den innovativen Mittelstand stärker in staatliche Energiekonzepte einzubinden? Dr. Peter: Durch die Förderung der Erneuerbaren Energien sind neue Marktchancen für innovative mittelständische Unternehmen entstanden, im Saarland vor allem im Maschinen- und Anlagenbau und im Handwerk. Unterstützend fördert das Saarland Entwicklungs-, Pilot- und Demonstrationsvorhaben von Unternehmen. Auch die Europäische Investitionsbank und die SaarLB fördern im ErneuerbareEnergien-Sektor Unternehmen. Im April wurde hierfür ein entsprechender Darlehensvertrag in Höhe von 100 Millionen Euro unterzeichnet. Mit dem Darlehen wenden sich beide Banken an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die Vorhaben im Bereich der Erneuerbaren Energien planen. Durch die Verbindung mit praxisnahen Studienprogrammen soll ein unmittelbarer Wissentransfer in die regionale und überregionale Indus-

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Dr. Peter: In den energieintensiven Branchen zahlen zahlreiche Unternehmen eine stark ermäßigte Umlage für Erneuerbare Energien, in diesem Jahr 0,05 bis 0,25 Cent pro Kilowattstunde statt der durchschnittlichen 3,53 Cent pro Kilowattstunde. Zudem senkt Strom aus Wind und Sonne nachweislich den Börsenstrompreis. Damit die energieintensiven Unternehmen auch kurz- und mittelfristig bezahlbare Energie zur Verfügung haben, bemüht sich die Landesregierung auf Bundes- und EU-Ebene um Entlastungen. Die Klimaschutzziele werden aber nicht in Frage gestellt, denn das würde Pro­bleme nicht verantwortbar in die Zukunft verlagern. Der Mittelstand: Bei der Debatte um die Energiewende scheint die Energieeinsparung zu kurz zu kommen. Wo sehen Sie Möglichkeiten, die Energieeinsparung zu unterstützen? Dr. Peter: Die effiziente Stromnutzung und die Energieeinsparung stehen überall erst in ihren Anfängen. Im Saarland arbeitet ein Unternehmensnetzwerk seit über einem Jahr erfolgreich an Strategien und Maßnahmen, um Energie effizienter einzusetzen. Im privaten Gebäudebestand haben wir einen erheblichen Sanierungsstau. Um diesen zu beheben, werden in erster

Linie Fördermittel benötigt. Das Saarland unterstützt mit dem neuen Programm „Klima Plus Saar” Wärmedämmmaßnahmen, effiziente Technologien und Erneuerbare Energien, ist aber nicht in der Lage, die Bundesprogramme zu kompensieren. Die Bundesländer forderten daher kürzlich im Bundesrat die Einführung eines Erneuerbare-Wärme-Gesetzes auf der Basis einer Marktprämie. Sollte sich nicht bald eine Lösung auf Bundesebene abzeichnen, wird das Saarland ein Wärme-Gesetz auf Landesebene auf den Weg bringen. Der Mittelstand: Das Saarland mit seiner hohen Verkehrsdichte soll nach Plänen Ihres Hauses Modellregion für nachhaltige Mobilität im Straßenverkehr werden. Können Sie das Projekt „e-Mobil Saar” kurz darstellen? Dr. Peter: Das Projekt strebt eine Vernetzung von Elektrofahrzeugen mit dem öffentlichen Nahverkehr an. Geplant ist es, E-Fahrzeuge gezielt an den Schnittstellen der einzelnen Verkehrsträger einzusetzen, um eine reibungslose Mobilität im Saarland zu ermöglichen. Auf diese Weise kann das Angebot des ÖPNV gestärkt, an individuelle Bedürfnisse angepasst und gleichzeitig der gesamte Verkehr entlastet werden. Ziel ist es, langfristig den genutzten Strom ausschließlich aus Erneuerbaren Quellen zu beziehen. Der Mittelstand: Wir haben mit dem französischen Kernkraftwerk Cattenom eine der weltgrößten Nuklearzentralen vor der Haustür. Wie sicher ist die Anlage? Dr. Peter: Die Nähe der Atomzentrale Cattenom erfüllt mich mit großer Sorge. Seit der Inbetriebnahme vor 25 Jahren kam es dort zu 750 Zwischen- und Störfällen, und die Meiler werden mit zunehmendem Alter wegen Materialermüdung nicht sicherer. Ich bin deswegen für eine Stilllegung des Atomkraftwerks Cattenom.


Sachsen

Hoffen auf informationsreiche Wolken Telekom stellt dem BVMW Sachsen das Neueste zum vernetzten Arbeiten vor Dresden (del) · Wie sieht der Arbeitsalltag des unternehmerischen Mittelstands künftig aus? Worauf hat sich der Unternehmer einzustellen, wenn er im Wettbewerb bestehen will? Welche Anwendungen bieten ihm neue Informationstechnologien? Was ist neu am vernetzten Arbeiten? Antworten darauf gab es in einer gemeinsamen Veranstaltung der Telekom und des BVMW in Dresden. BVMW und Telekom luden ins Dresdner „art`otel” zum vernetzten Arbeiten ein.

energie- und kostensparender funktionieren kann. So viel wurde deutlich: Das heutige Büro wird sich sehr verändern. Ein Rechner vor jedem Arbeitsplatz, lästige Kabelstränge werden überflüssig. Alle Informationen liefert eine Hand, in dem Falle die Steckdose. Dafür sorgt Cloud Com-

puting: Informationen aus den Wolken. Klar ist auch: Ohne vernetztes Arbeiten auf hoher IT-Basis ist nicht mehr auszukommen. Die Diskussion war rege. Viele Fragen konnten sofort geklärt werden, manches wurde für eine spätere Beantwortung notiert.

Sachsen

BVMW Leipzig bewegt Unternehmer 5.500 Starter beim 4. Commerzbank Firmenlauf Leipzig (erf) · Vor mehr als vier Jahren wurde die Idee eines Firmenlaufs an den Leipziger BVMW herangetragen. „Es sollte eine Netzwerkparty der anderen Art werden”, so Regionalgeschäftsführer Jochen Lohse. Unternehmen stellen Mannschaften aus Mitarbeitern und Kunden und lernen sich so in einer ungezwungenen, locker sportlichen Atmosphäre kennen. 5.500 Starter aus 460 Unternehmen gingen dieses Jahr rund um die Red Bull Arena an den Start. Fünf Kilometer waren zu bewältigen – Rekord. Im Vordergrund standen Spaß und Zusammengehörigkeitsgefühl. Und spektakuläre Auftritte. So umrundeten „Zebras” und Sänftenträger das weiträumige Gelände. Auf der anschließenden Party gab es dann ausreichend Raum für Gespräche, Erfahrungsaustausch und neue Kontakte.

Tausende nahmen am 4. Leipziger Firmenlauf teil.

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Foto: Reinhard Delau.

Über 230 Unternehmer aus Mitteldeutschland, Sachsen-Anhalt, Hessen und Mitarbeiter des BVMW waren der Einladung gefolgt. Die Telekom stellte neueste Programme und Anwendungen für mittelständische Unternehmen vor. Es wurde erläutert, wie sich der Arbeitsalltag in Chefetagen und unterwegs gestalten wird, wie die Kommunikation schneller,


Aus den Ländern BVMW intern

Sachsen-Anhalt

Länderfusion in Mitteldeutschland ist Thema der Zukunft

Kooperation von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen deutlich ausbauen

Unter demografischen Gesichtspunkten seien solche Schritte vorstellbar und sinnvoll, um öffentliche Mittel wirtschaftlicher zu verwenden. Der von Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn und Sachsens Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt angestoßenen Debatte um eine Fusion von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssten in naher Zukunft Taten folgen, sagte Landesgeschäftsführer Dr. Dieter Kapell. Er plädierte dafür, dass die drei Bundesländer auf vielen Gebieten ihre Zusammenarbeit schon jetzt deutlich ausbauen. So könnte in den Verwaltungen und Behörden effektiver gearbeitet und Kosten gespart werden. Den 2002 einge-

leiteten Prozess „Initiative Mitteldeutschland” gelte es dringend zu intensivieren. Das könne helfen, im Konzert der europäischen Regionen gemeinsam gestärkt aufzutreten und mit einer Stimme zu reden. Als wichtige Aufgabe für den Raum Mitteldeutschland bezeichnete es Kapell, der negativen demografischen Entwicklung in allen drei Ländern entgegenzuwirken. Nur so lasse sich auch dem zunehmenden Fachkräftemangel begegnen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen brauchten dabei die Unterstützung der Politik. Sie müsse dafür die Rahmenbedingungen setzen und auch weiche Standortfaktoren, wie Kultur und Bildung weiterentwickeln. Auch abgestimmte Schullehrpläne und Ferientermine und die einheitliche Durchführung von Prüfungen gehörten dazu. Eine Anpassung von Gesetzen, wie zum Baurecht, könne nach Meinung des

Foto: Klaus-Peter Voigt.

Magdeburg (kpv) · Ein Bundesland Mitteldeutschland ist nach Ansicht des BVMW ein wichtiges Thema für die Zukunft. Länderfusionen sollten generell in der gesamten Bundesrepublik nicht ausgeschlossen werden.

Blick auf den Landtag von Sachsen-Anhalt in Magdeburg.

BVMW weitere Gemeinsamkeiten unterstreichen und Unternehmen die Arbeit spürbar erleichtern. Dafür seien „Mut und guter Wille” notwendig. Gleichzeitig böte das die Chance für eine tatsächliche Entbürokratisierung in der Wirtschaft.

Sachsen-Anhalt

Schlummernde Ressourcen erschließen Ministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff sprach mit BVMW-Wirtschaftssenatoren Salzwedel (kpv) · In Sachsen-Anhalt soll es nach Vorstellungen von Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff (CDU) künftig ein Pflichtpraktikum für Studenten geben. Das erklärte sie in einem Gespräch mit Wirtschaftssenatoren des BVMW in Salzwedel. Auf diese Weise sollen die jungen Leute mehr Praxiserfahrungen sammeln, sagte die Politikerin. Auf ein solches Vorhaben müssten sich auch die Unternehmen einlassen. Ihrer Ansicht nach „schlummern in solchen Kontakten sehr viele Ressourcen”. So ein Programm könne helfen, mehr

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Absolventen in der Region zu halten. Nach wie vor sei deren Abwanderung in die alten Bundesländer noch zu hoch. Gleichzeitig ermunterte sie Hochschulen, mehr Projekte aus der angewandten Forschung auf den Weg zu bringen. Als eine Möglichkeit dazu sehe sie neben einer engeren Kooperation mit Betrieben auch die Beteiligung an innovativen GmbH. BVMW-Landesgeschäftsführer Dr. Dieter Kapell nannte einen besseren Gedankenaustausch zwischen Wirtschaft und Hochschulen als dringend geboten. Beide Seiten müssten mehr voneinander wissen, um die Potenziale mehr zu nutzen.

Ministerin Wolff informierte sich während des Gedankenaustauschs mit den Senatoren über die Arbeit des Kerzenherstellers Vollmar GmbH. Prokurist und Wirtschaftssenator Dietrich Jahn erläuterte, dass am Standort täglich bis zu 1,5 Millionen Kerzen vom Band laufen. In den vergangenen Jahren seien rund 30 Millionen Euro in Technik und Gebäude investiert worden. 75 Mitarbeiter stünden in Lohn und Brot. In Deutschland gehörten Drogeriemarktketten und Möbelhäuser zu den Hauptabnehmern der Kerzen aus der Altmark. Exporte gingen nach Skandinavien und in die Benelux-Staaten.


Thüringen

Vom Wagenrad zum Automobil 125 Jahre Karosseriewerk Ostermann Mühlhausen (ri) · Innovation in der Fahrzeugtechnik seit 125 Jahren: Dadurch zeichnet sich die Karosseriewerk Ostermann GmbH des Präsidenten des Thüringer Handwerkstages und der Handwerkskammer, Rolf Ostermann, aus.

Die Karosseriewerk Ostermann GmbH steht für 125 Jahre Innovation in der Fahrzeugtechnik, deshalb das Motto der Festveranstaltung: „Vom Wagenrad zum Automobil”. Der historische Bezug schloss die Patentanmeldung des ersten Motorwagens von Carl Benz vor 125 Jahren ein. Ein solcher Nachbau wurde von BVMW-Wirtschaftssenator Helmut Peter als Ausstellungsstück zur Verfügung gestellt. Das Kerngeschäft des Karosseriewerks Ostermann bezieht sich auf individuelle Lösungen für Fahrzeugaufbauten, Unfallreparaturen und Lackierungen.

Foto: Alexander Volkmann/TA.

An der dazu ausgerichteten Festveranstaltung nahmen hochrangige Vertreter des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, der Innungen und die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) teil. Vom BVMW überbrachten der Leiter des Kreisverbandes Unstrut-Hainich, Hermann Klöppner, und Landesgeschäftsführer Günther Richter die Glückwünsche, verbunden mit dem Dank für die jahrelange gute Zusammenarbeit zwischen Handwerkskammer und dem BVMW.

125 Jahre Firmenjubiläum: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und BVMW-Landesgeschäftsführer Günther Richter (li.) gratulierten Rolf Ostermann.

„Von der Stange ist bei uns nichts zu haben. Wir sind Innovator für den gewerblichen Mittelstand. Wir gewährleisten spezielle Anforderungen für den Transport von Waren von einem Ort zum anderen”, so Rolf Ostermann in seiner Festrede.

Foto: Klaus-Peter Voigt.

Vollmar-Prokurist Dietrich Jahn (3. v. re.) führt Ministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff (2. v. li.) und die Wirtschafssenatoren durch das Unternehmen, in dem täglich bis zu 1,5 Millionen Kerzen produziert werden.

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Aus den Ländern BVMW intern

Thüringen

Vitamin C und Kulturförderung

BVMW-Netzwerk erhöht Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

Wirtschaft und Kultur: Kerstin Kramer (re.) bedankt sich bei der Künstlerin Edel Vostry (3. v. re.) und den Mitwirkenden für die Interpretation der Bilder durch das Ballett und die musikalische Umrahmung.

Zeulenroda (ri) · Zur traditionellen Vitamin-C-ContactParty im Bio-Seehotel Zeulenroda hatten das Regionalmanagement des Kreises und Kerstin Kramer, Leiterin der BVMW-Kreisverbände Greiz und Saale-Orla-Kreis, die Unternehmer der Region eingeladen. Unter dem Zeichen der Energiewende stand die von 33 Ausstellern gestaltete Präsentation der Leistungsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft. Nach Branchen gegliederte Visitenkartenwände, verbunden mit persönlichen Gesprächen, ermöglichten die gezielte Kontaktaufnahme zur Anbahnung von Geschäften. Kerstin Kramer würdigte dabei das Engagement der Mitgliedsunternehmen zur Überwindung der Krise und erläuterte die Wichtigkeit des BVMW-Netzwerkes. Bundesgeschäftsführer Bernd Adamaschek konkretisierte in seinem Vortrag die Wirkungsweise von Netzwerken zur ­Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.

Der Mittelstand. | 4 | 2011

Bei der Veranstaltung wurde Dr. Albrecht Broßmann von der Agrar Verwaltungs- und Vermarktungs GmbH mit dem BVMW-Mittelstandspreis „Unternehmer des Jahres 2011” des Kreises geehrt. Die Auszeichnung für das Lebenswerk ging an Hans-Peter Mehlhorn, EIB Elektrotechnische Ingenieurbüro Mehlhorn GmbH Zeulenroda-Triebes. Ein Höhepunkt des Abends war die Premiere eines Tanztheaters nach Bildern der Erfurter Künstlerin Edel Vostry. Vorausgegangen war eine Vernissage mit Bildern und Skulpturen der Künstlerin. Die Ausstellung und das Tanztheater wurden organisatorisch und finanziell vom Unternehmen Gess Künstlermanagement von BVMWVorstand Iris Gess maßgeblich unterstützt. Bildergalerie unter www.greiz.bvmw.de

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