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www.demeter.de

Heft 12

Winter 2011

Genießen Festliches Buffet für Silvester

Vor Ort Hofgespräch: Impulse für Entwicklung

Gesund leben Gut schlafen

Verstehen

Foto: Nachweis Foto: Fotostudio Viscom, Siggi Schenk

Werte treiben uns an

Kostenlos zum Mitnehmen


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Demeter verzichtet aus Überzeugung auf das schmerzhafte Enthornen der Kühe. So leben die Kühe auf Demeter-Höfen wie es ihrem Wesen entspricht. Zum Demeter-Ideal gehören Weidegang, kräuterreiches Grünfutter und ein wenig Getreide vom eigenen Hof. Demeter-Bauern wissen: Das ist gut für die Kuh. Und gut für die Milch. Sie wird ganz schonend verarbeitet

Mit Unterstützung von Schrozberg, der einzigen Molkerei, die ausschließlich Demeter Produkte anbietet.

und nicht homogenisiert. So bleibt sie reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie lebenswichtigen Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren. Das schmeckt man.

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Inhalt

INHALT

04/11

Inspiration

Mit den Monatstugenden auf den Schulungsweg gehen

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Verstehen Das Demeter-ABC Werte – was treibt uns an?

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Vor Ort Hofgespräch beim DemeterBauern – Impulse von den Kollegen für die Entwicklung Land Wirtschaft Kultur: Auszeichnung für Märkisches Landbrot

genießen verstehen

Ü

ber den Nähr-Wert von Lebensmitteln wird viel gesprochen. Sie interessieren sich für den MehrWert leckerer Speisen und Getränke? Dann möchten Sie sicherlich wissen, was die Erzeuger und Verarbeiter der Demeter-Gemeinschaft leitet in ihrem Bemühen um beste Nahrung. Deshalb beschäftigt sich dieses Demeter Journal getreu dem Motto „genießen verstehen“ vorrangig mit dem Thema Werte. Woran orientiert sich der Demeter-Bauer, der Kühe melkt, Kartoffeln rodet oder Getreide erntet? Warum sollen wir Verbraucherinnen und Verbraucher biodynamisch gezüchtetes Gemüse kennenlernen und uns damit beschäftigen, wem der Boden gehört, auf dem das Getreide reift? Und können Solidarität, Vertrauen, Nachhaltigkeit, Mitgefühl auch in der Geldwirtschaft an Bedeutung gewinnen? Spannende Themen erwarten Sie – und ich bin gespannt, wie Ihnen das neue Demeter Journal gefällt. Schreiben Sie mir doch mal auf facebook/demeter journal.

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Gesund leben Gut schlafen: jeden Tag wie neu geboren

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Genießen Zu Silvester ein festliches Buffet

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Kennenlernen

Alternative zu Agro-Gentechnik

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Produkte

Wählen Sie Ihr Demeter-Produkt des Jahres und gewinnen Sie Genießerpakete

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Nachgefragt

Wem gehört der Boden?

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Begegnen

Das Goetheanum beeindruckt Sinnvoll schenken – Buch und mehr

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Hintergrund

Renée Herrnkind renee.herrnkind@demeter.de Telefon 06155 846950 PS: Während dieses Editorial entsteht, scheint die September-Sonne. Wenn Sie es lesen, wabern vielleicht gerade die ersten November-Nebel durchs Land. Also für mich genau der richtige Zeitpunkt, Ihnen schon mal schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr zu wünschen. Damit es festlich und stressfrei beginnen kann, empfehle ich die Rezeptvorschläge für ein Silvesterbuffet auf Seite 20.

Gemeinwohl-Ökonomie: Marktstreben ethisch umpolen

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Schlusspunkt

Wie neue Werte reifen Kundgebung in Berlin – mit Demeter-Fahne und mehr ausgestattet

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Rubriken

Editorial Wissenswert Aktuell

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Rätsel Vorschau/Impressum

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Foto: Charlotte Fischer

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Monatstugenden für die spirituelle Entwicklung Warum nicht gute Vorsätze jetzt umsetzen? Rudolf Steiner, der Impulsgeber für Biodynamische Landwirtschaft, Waldorfpädagogik- und anthroposophische Medizin, empfiehlt einen Schulungsweg zur spirituellen Entwicklung. Die Monatstugenden des Winters. November: Geduld wird zur Einsicht. Dezember: Gedankenkontrolle wird zu Wahrheitsempfinden. Und Januar: Mut wird zur Erlöserkraft. Mehr dazu in Die Monatstugenden: zwölf Meditationen, Verlag Urachhaus, sowie durch das Hörbuch »Es strebe zu meiner Seele Liebe …« (Schirner Verlag) mit berührend-poetischenen Meditationen. http://www.anthroposophie.net/steiner/bib_steiner_monatstugenden.htm.

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Stand 09.09.2011 (Anpassung vorbehalten) *

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TLB


Verstehen

Das Demeter-ABC

Neuer Name Neues Design in bewährt bester Demeter-Qualität!

HOFEIGENER MIST – für Demeter-Bauern Grundlage des wertvollen Düngers, durch Kompostierung mit biodynamischen Präparaten selbst hergestellt. Demeter schreibt als einziger ökologischer Verband Tierhaltung für Bauernhöfe vor – auch, um Düngerzukauf überflüssig zu machen. HOMOGENISIERUNG – molkereitechnologisches Verfahren, bei dem Rohmilch unter hohem Druck durch feine Düsen gepresst wird. Die ursprünglich relativ großen Fetttröpfchen werden dadurch zerstört, stark zerkleinert und in ihrem Aufbau verändert. Verhindert das natürliche Aufrahmen der Milch. Demeter sieht in jedem Verarbeitungsschritt eine Beeinflussung des natürlichen Lebensmittels und lässt nur unbedingt notwendige Verfahren zu. Der hohe Druck bei der Homogenisierung hat einen nachteiligen Einfluss auf die Milchqualität und deren Wirkung in der Ernährung: Der ansonsten langsame Verdauungsprozess des Milchfetts im Darm wird drastisch beschleunigt. An die Vielzahl der kleinen Fettpartikel kann sich nun mehr Eiweiß binden. Diese rasche Aufnahme führt zu einer plötzlichen Überschwemmung des Körperbluts mit Eiweißpartikeln, was die Immunabwehr gerade empfindlicherer Menschen überfordern kann. Die Allergien auslösende Wirkung homogenisierter Milch konnte nachgewiesen werden. Geschmackstests zeigen, dass Milchproben aus biologisch-dynamischer Erzeugung als rahmiger sowie besser in Bezug auf Geruch und Aussehen (sahniger) bewertet wurden. Demeter-Milch enthält gegenüber konventioneller Milch signifikant höhere Mengen essenzieller Aminosäuren, bis zu 75 Prozent mehr Antioxidantien, zweimal mehr Omega-3-Fettsäuren sowie einen mehr als doppelt so hohen Gehalt der wichtigen ungesättigten Fettsäure Alpha-Linolensäure. Demeter-Milch wird nicht homogenisiert. HORN – lebendiges, gut durchblutetes Organ zum Beispiel der Kühe und Rinder. Schmerzhaftes Enthornen ist bei Demeter untersagt. Zusammenhänge zwischen Milchqualität und Horn der Kuh werden erforscht. HORNKIESEL – Biodynamisches Spritzpräparat. Fein vermahlener Quarz/Kiesel wird in Kuhhörner gefüllt, in der Erde vergraben, in kleinen Portionen in Wasser verrührt (dynamisiert) und fein vernebelt auf Pflanzen versprüht. Stärkt das harmonische Wachstum der Pflanzen, regt die Lichtaufnahme der Pflanzen an. HORNMIST – Biodynamisches Spritzpräparat. Frischer Kuhmist wird in Kuhhörner gefüllt, in der Erde über den Winter vergraben, im Frühling in kleinen Portionen in Wasser verrührt (dynamisiert) und fein vernebelt auf Pflanzen, Wiesen- und Äcker ausgebracht. Stärkt das harmonische Wachstum der Pflanzen. HUMUS – fruchtbare Erde. Durch die Biodynamische Wirtschaftsweise wird der Humusaufbau gesteigert und damit die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig gestärkt. Demeter-Bauern geben dem Boden mehr zurück, als sie ihm entziehen. HYBRIDE – entstehen aus der Kreuzung künstlich erzeugter Inzuchtlinien. Da die meisten Gemüsearten Fremdbefruchter (also mischerbig) sind, müssen sie durch erzwungene Selbstbefruchtung reinerbig gemacht werden. Während des mehrjährigen Inzuchtprozesses degenerieren diese Elternlinien. Kreuzt man zwei reinerbige Elternlinien, entstehen in der nächsten Generation (F1 genannt) sogenannte Hybride, die einheitliche Formen, große Früchte und hohe Erträge zeigen (Heterosiseffekt). Diese Eigenschaften werden jedoch nicht weitervererbt. Hybride werden daher als nicht samenfest bezeichnet und müssen jedes Jahr von Gärtnern zugekauft werden. Hybride sind gegenüber samenfesten Sorten oft wässriger und zeigen ein schlechteres Reifevermögen. Ihre Nahrungsqualität ist umstritten. Hybride steigern die Abhängigkeit von Landwirten gegenüber der Saatgutindustrie. Hybride sind bei Demeter für Getreide ausgeschlossen. Demeter unterstützt mit vielen Partnern die biodynamische Züchtung samenfester Gemüsesorten und die Züchtung eigener biodynamischer Getreidesorten.

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Das Demeter-ABC wird fortlaufend entwickelt, schauen Sie doch unter Facebook bei Demeter Journal und unter www.demeter.de nach neuen Einträgen.


Verstehen

Warum Demeter-Bauern mehr tun, als Richtlinien vorschreiben

Werte sind wie Sterne auf dem Weg zum kulinarisch mündigen Bürger Vertrauen und Verantwortung – diese beiden Begriffe bringen Journal-Leserinnen laut Umfrage am häufigsten mit Demeter in Verbindung. So werden zwei wesentliche geistige Werte mit der biodynamischen Arbeit verknüpft. Den damit verbundenen Erwartungen gerecht zu werden ist Ziel der Demeter-Bäuerinnen und – Bauern, der Hersteller und Händler in der Markengemeinschaft. Sie teilen nämlich diese Wertvorstellungen ihrer Kunden. sozialen Umgebung, engagiert Woran Sie das erkennen könfür Heilung der Erde und die nen? Zum Beispiel an der TatEntwicklung des Menschen sache, dass die gesetzlich vordurch gute Nahrung. Inspigeschriebene Kontrolle nach riert nicht nur aus der Vergander EU-Bio-Verordnung eine genheit, sondern vor allem aus Selbstverständlichkeit ist. Sie der Zukunft. Die bewusste prüft alles kritisch mit dem Auseinandersetzung mit dem, Blick des Außenstehenden. So was uns etwas wert ist, gehört können Demeter-Kunden siunabdingbar dazu. Nur wer cher sein, dass alle Vorgaben fragt, welche Werte, welche aus Brüssel und die weit darüTugenden passen zu mir, zu ber hinausgehenden Demetermeinen Zielen, kann seiner Richtlinien erfüllt werden. Verantwortung gerecht werAber das allein wäre Bioden und Vertrauen begründynamikern zu wenig. Desden. halb passt in den Wertekanon Was passt auf Verbraucherseite der Gemeinschaft das vor einizu diesem Wertekanon? Sigen Jahren eingeführte Hofgecherlich am besten der kulinaspräch. Unter Kollegen wird dabei die eigene Arbeit reflek- In seinem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ legt der irische Schriftsteller Oscar risch mündige Bürger, dem Wilde diese Äußerung Lord Henry in den Mund. Das war 1890. ein technischer Qualitätsbetiert. Das dient der Entwickgriff mit Grenzwerten nicht lung in Richtung des persönlichen Ideals (mehr dazu in „Vor Ort“). Werte stehen für ausreicht. Der das Wohl von Erde, Pflanze, Tier und Mensch Eigenschaften, die Ideen, Personen oder Organisationen zuge- im Blick hat und Anteil nimmt an dem, was auf Demeterordnet werden, für das, woran wir glauben. Werden sie wirk- Höfen geleistet wird. Der nach Beteiligungsmöglichkeiten lich praktisch umgesetzt, sprechen wir von Tugenden. Das sucht und Erfahrungen mit Lebensmitteln machen möchte, Wort leitet sich von „taugen“ ab und nimmt Bezug zu einer die über die stoffliche Dimension hinausgehen und Kräftwirinneren Haltung. Mit welcher inneren Haltung gestalten De- kungen erlebbar machen. Dazu bietet die biodynamische Gemeter-Partner Agrarkultur und Lebensmittelwirtschaft? Ein- meinschaft immer wieder Gelegenheit. Termine und Infos gebettet in eine weltweite Bewegung, angeschlossen an eine stets aktuell unter www.demeter.de und bei facebook/demeter. spirituelle Quelle, überzeugt von der Selbstwirksamkeit mün- Da auch geistiger Austausch ein hoher Wert ist, freuen wir uns diger Menschen, aktiv in der Gestaltung der natürlichen und immer über Ihre Berichte, Fragen und Erkenntnisse.

Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.

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Vor Ort

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Vor Ort

Hofgespräch beim Demeter-Bauern

Impulse von den Kollegen für die weitere Entwicklung Franziska Bühlen kommt als Erste auf dem Oberen Stollenhof in Rechberg bei Familie Schabel an. Die Agraringenieurin ist für die Milchviehbetriebe beim Beratungsdienst Ökologischer Landbau Ulm zuständig. Den ganzen Abend hat die 35-Jährige für das Hofgespräch hier in Schwäbisch Gmünd bei Schabels reserviert. Bevor die anderen Bauern kommen, möchte sie sich schon einmal umschauen, denn sie ist zum ersten Mal hier oben.

schön aus hier in den Bergen, aber um die Kulturlandschaft zu erhalten, ist oft Knochenarbeit angesagt“, kommentiert Leopold Schabel. Nachdenklich sagt er: „Es bedarf des Menschen, der diese Aufgabe ergreift.“ Der 54-Jährige und seine Frau Ursula begrüßen die Kollegen, die nach ihrer Stallarbeit langsam eintreffen: Xaver Hailer, Otto Retzbach, Klaus und Dagmar Weber. Alle gestandene biodynamische Praktiker aus der Region. Sie kennen die Arbeit auf einem vielfältigen Demeter-Hof, tauschen sich untereinander offen aus und wissen, worauf es ankommt, um die erzeugten Produkte unter dem Markennamen Demeter Einmal im Jahr treffen sich Berater und Kollegen auf jedem einzelnen DemeterHof in Deutschland. Sie reflektieren, wie sich der Betrieb entwickelt hat und wie es weitergehen soll. Dieses Hofgespräch ist Teil des Anerkennungsprozesses innerhalb der Betriebskontrolle. Leopold Schabel zeigt dem Gast gleich mal ein paar Problemwiesen. In der steilen Hanglage müssen die Weiden von Hand gemäht werden, damit sie nicht verbuschen. Und seit einigen Jahren muss das giftige Jakobskreuzkraut eingedämmt werden. „Das macht uns richtig Proble-

Hofgespräch Voraussetzung für Anerkennung me, darf nicht ins Grünfutter oder ins Heu gelangen, weil die Tiere sonst krank werden können.“ Also wird in emsiger Handarbeit Pflanze für Pflanze herausgezogen. Auch Waldorfschüler, die auf dem Hof ihr Landbaupraktikum absolvieren, helfen bei dieser Arbeit und bleiben dem Gelbblüher auf der Spur. „Sieht

verkaufen und das Demeter-Schild mit Stolz ans Hoftor hängen zu dürfen. Junior Johannes kommt dazu, schließlich wird er nach der Meisterschule den Hof voraussichtlich übernehmen. Demeter Journal 9


Vor Ort

Seit dem letzten Hofgespräch wurden entscheidende Weichen für den Oberen Stollenhof neu gestellt. „Vor einem Jahr waren die Arbeitsüberlastung, die personelle Situation das Hauptthema beim Vertrauen ist wichtig, Kontrolle selbstverständlich Die jährliche Kontrolle zur Einhaltung der Vorschriften aus der EU-Verordnung zum Ökologischen Landbau findet mindestens einmal im Jahr auch auf jedem Demeter-Hof statt. Zusätzlich überprüfen die Kontrolleure der staatlich zugelassenen Kontrollstellen dann, ob die Richtlinien des Demeter e. V. für die Erzeugung von biodynamischen Waren erfüllt sind. Da werden dann Flächen, Futterkammer, Stall und Einkaufsbelege inspiziert und Fragebögen ausgefüllt. Die Betriebe müssen laufend mit unangemeldeten Kontrollbesuchen rechnen. Seit sieben Jahren sind für die DemeterBetriebe die zusätzlichen Hofgespräche verpflichtend für die Anerkennung, die eine Verwendung des Demeter-Markenzeichens ermöglicht. „Es ist inzwischen gut gelungen, damit eine Gesprächskultur unter den Bauern zu entwickeln. Unsere Landwirte vernetzen sich untereinander. Sie schätzen es, den Blickwinkel mehr von außen kennenzulernen und Hilfe und Motivation für ihre eigene Entwicklung zu bekommen“, betont Demeter-Vorstand Stephan Illi. Die Hofgespräche werden durch die Landesarbeitsgemeinschaften organisiert. Da gibt es immer wieder auch wechselnde Themenschwerpunkte wie etwa Außenwirkung der Betriebe, besondere Leistungen auf den Höfen wie Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, Einsatz und Wirkung der Präparate oder die Hofnachfolge.

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Hofgespräch“, erinnert sich die Gruppe. Das Protokoll ruft die Erinnerung wach. Inzwischen werden verstärkt Lohnunternehmen eingesetzt und die Mitarbeit von Johannes wirkt sich positiv aus. Heute Abend geht es vor allem um den Stallneubau für die Milchkühe und die Nachzucht. Die Planungsphase ist abgeschlossen, jetzt heißt es warten auf die Bearbeitung der Förderanträge. Die Experten tauschen sich aus über die Anordnung der Futtertische und des Melkstands.

Knochenarbeit in schönster Landschaft Für Johannes Schabel kommt ein sogenannter Melkroboter, eine automatische Melkeinrichtung, nicht infrage. „Das passt für mich nicht zu einem DemeterHof.“ Beraterin Franziska Bühlen weiß aber Positives über diesen Menschenersatz zu berichten, den es bisher nur in ganz wenigen Ställen gibt. Seit zwei Jahren setzt ein Demeter-Betrieb in BadenWürttemberg den Melkroboter ein. Seine Herde ist ruhig, die Tiere gehen zum Melken, wann es ihnen passt, die Flexibilität ist größer und die Arbeitsbelastung etwas geringer geworden. „Zweimal täglich melken, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr bindet natürlich schon sehr an“, räumen die Kollegen ein. Und gerade junge Menschen scheuen davor oft zurück. Xaver Hailer sieht es den-

noch wie Johannes Schabel: „Mir fehlt da die enge Mensch-Tier-Beziehung“, lehnt er den Roboter im Stall ab. „Was ist eigentlich gute Milchproduktion?“ und „Was erwarten die Verbraucher, wenn sie Demeter-Milch kaufen?“ Die Diskussion geht lebhaft hin und her, dem Trend zur Automatisierung soll nicht einfach blind hinterhergelaufen werden. „Das Tierwohl steht an erster Stelle, egal ob, mit oder ohne Roboter“, sind sich alle einig. Vom Melken ist der Sprung zur Eutergesundheit der Tiere nicht weit. Dagmar Weber ist die homöopathische Behandlung der Milchkühe im Krankheitsfall wichtig. Sie hat gute Erfahrungen mit den Globuli gemacht und selbst bei hohem Fieber und akuter Euterentzündung prompt helfen können. Die Bäuerin kann den Schabels ein gutes Buch für die erste homöopathische Hilfe an der Kuh empfehlen. Auch die anderen Landwirte hören interessiert zu, denn Antibiotikaeinsatz kommt für sie nur im Notfall in Frage. „Da sind manche Tierärzte dann ratlos, wenn wir nach Alternativen fragen.“

Das Tierwohl steht an erster Stelle Engagiert tauscht sich die Runde bei einem kleinen Imbiss über die Einstreu für den neuen Stall aus. Bei Schabels auf dem reinen Grünlandbetrieb fehlt das begehrte Stroh. Zukauf geht ins Geld,


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deshalb werden auch die abgemähten, getrockneten Weidereste als Einstreu verwendet. „So können wir unseren Tieren ein weiches Lager anbieten, den Mist verbessern und hochwertigen Dünger gewinnen“, erklärt Leopold Schabel. Und noch eine Neuerung bespricht er mit den Demeter-Bauern. Er will von der überwiegenden Silagefütterung im Winter im

Da bleiben biodynamische Milchbauern leicht auf der Strecke, weil Biomasse für Biogasanlagen lukrativer erzeugt werden kann. Weit spannt sich der Gesprächsbogen bei diesem Hofgespräch. Leopold Schabel freut sich darüber. „Es ist wirklich wertvoll, einmal im Jahr in einer solchen Runde zusammenzusitzen und viele bedazu, Menschen, die sich dem biodynamischen Ideal zu weit entfernen, darauf hinzuweisen. Da werden Ziele vereinbart und deren Einhaltung wird kontrolliert. „Bei den wenigen Problembetrieben, die es hin und wieder gibt, geht es schon auch darum, wie lange wir Kompromisse aushalten, wann etwas nicht mehr zu uns, zu Demeter passt“, erklärt er. Natürlich werden die Erfahrungen und guten Beispiele der Kollegen eingebracht. „Wissen wandert so von Hof zu Hof.“ Das Protokoll, das jedes Hofentwicklungsgespräch dokumentiert, dient der Klärung und der Verbindlichkeit. Jeder Demeter-Bauer weiß: Die Kollegen im Netzwerk werden im nächsten Jahr nachfragen und nachschauen, was sich wie entwickelt hat. Das wiegt schwerer als das Abhaken der

Laufe der Zeit mehr und mehr auf Heufütterung umsteigen. „Das riecht besser, ist noch wesensgemäßer und dient auch der Milchqualität.“ Um rentabler zu sein in der Milchviehhaltung, müssten Schabels eigentlich mehr Kühe im Stall ha-

Ein Ziel: mehr Heu statt Silage füttern ben. „Das scheitert aber daran, dass ich keine weiteren Flächen pachten kann. Sie gehen jetzt bevorzugt an Biogasbetriebe, die treiben die Pachtpreise hoch.“ Dieses Problem kennen die Nachbarn auch – es gibt jetzt Flächenkonkurrenz im Ländle.

triebliche Themen anzusprechen. Ich überlege, was mache ich, bin ich hier richtig. Meine Kollegen wirken gegen eine ganz natürliche Betriebsblindheit und motivieren mich und meine Familie, unsere Arbeit aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und manches noch besser zu machen.“ Er kennt auch die andere Seite der Gesprächsrunde, führt selbst jedes Jahr zwei bis drei Hofgespräche bei Kollegen. „Da entsteht natürlich eine Vertrauensbasis. Das hilft, denn oft geht es wirklich ans Eingemachte, auch ins Persönliche.“ Allerdings wird die Gruppenzusammensetzung nach einigen Jahren immer neu gemischt, damit keine eingefahrenen Gesprächsroutinen entstehen. Die Hofgespräche dienen ja auch Demeter Journal 11


Vor Ort XXXXXXX

Punkte auf dem langen Fragebogen bei der EU-Kontrolle (siehe Kasten). „Hier geht es um unsere Werte, um unser Leitbild“, betont die Runde zu später Stunde auf dem Oberen Stollenhof. Und was muss für 2012 bei Schabels passieren? Vorrang für die nähere Zukunft hat es, die angefangenen Baustellen abzuschließen und den Stallneubau voranzutrei-

Der andere Blick auf die Arbeit inspiriert ben. Da freut sich das Hofgespräch-Team doch schon auf das Treffen im nächsten Jahr. Schabels werden präsentieren können, was geschaff t ist. Andere können sehen, was möglich ist, wenn eine starke Gemeinschaft zusammenwirkt.

Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau mit Grünlandpflege und Holzhackschnitzeln Schon seit 1985 ist der Obere Stollenhof anerkannter Demeter-Betrieb. Neben den 40 Milchkühen fordern 60 Hektar Grünland, 25 Hektar Wald und der Ackerbau die Familie. Alle packen mit an, Johannes besucht die Meisterschule und wird den Hof übernehmen. Zu managen sind zwei Hofstellen – neben dem Oberen Stollenhof noch der Strudelhof, der elterliche Betrieb von Ursula Schabel. Tochter Lena lebt dort mit ihrem Mann und den Großeltern und ist für fünf Ferienwohnungen zuständig. Kälber und Jungrinder weiden da, außerdem tummeln sich Schweine, Hühner, Hasen und Ziegen auf dem Strudelhof. Den Oberen Stollenhof hat Leopold Schabel von seinen Eltern übernommen. Weil ihm die Qualität der Wiesen und Weiden besonders am Herzen liegt – schließlich ist diese die Futtergrundlage für seine wertvolle Demeter-Milch, welche an die Molkerei Schrozberg geht –, hat er eine spezielle Grünlandbewirtschaftung entwickelt. Beim Schnitt bleibt ein etwa 30 Zentimeter breiter Streifen stehen, der das Aussamen der Gräser und Kräuter fördert und somit die Pflanzenvielfalt erhöht. Gleichzeitig wird der Strukturgehalt des Futters verbessert. Passend zum Betriebszweig „Waldwirtschaft“ werden Holzhackschnitzel hergestellt. Die Holzhackschnitzelanlage sorgt für behagliche Wärme. In Zukunft sollen verstärkt kommunale Einrichtungen mit Holzhackschnitzeln beliefert werden. Als Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau zeigen die Schabels ihren Hof umstellungswilligen Bauern und interessierten Verbrauchern bei diversen Veranstaltungen. In Russland engagiert sich die achtköpfige Familie Schabel für den Aufbau einer ökologisch-nachhaltigen Agrarkultur. www.oekolandbau.de

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Land Wirtschaft Kultur

Der Impuls für das Märkische Landbrot ist im Herzen entstanden Der Preis „Land Wirtschaft Kultur“ von Demeter wurde extra geschaffen, um beste biodynamische Arbeit in ihren vielfältigen Facetten zu würdigen. Geehrt werden Betriebe, die gesellschaftlich wirksame Impulse setzen. Die ausgezeichneten Akteure zeigen, dass es neben der Herstellung von wertvollen Lebensmitteln freiwilliges, soziokulturelles, qualitatives und ökologisches Engagement gibt. Nach dem Obergrashof als erstem Erzeugerbetrieb (DJ 11) fiel die Wahl im Bereich Verarbeitung auf das Märkische Landbrot in Berlin. Besondere Verdienste bei ganzheitlicher Qualitätsarbeit und klare Werteorientierung waren ausschlaggebend. Insgesamt wurden 35 Einzelkriterien herangezogen, zugeordnet zu den Aspekten Ökologie, Qualität der Produkte und der Zusammenarbeit, soziale Verantwortung und gerechtes Wirtschaften sowie kulturelle Leistungen. Gerade die große Transparenz bezüglich Herkunft der Rohstoffe und in Bezug auf die vereinbarten Getreidepreise für Erzeuger brachte dem Pionierbetrieb Märkisches Landbrot Pluspunkte. Das geht einher mit der nachhaltigen Entwicklung regionaler Wirtschaftsbeziehungen. Das Unternehmen gehört zu den Gründern von fair & regional, einer Initiative zur langfristigen regionalen Zusammenarbeit entlang der BioWertschöpfungskette in Berlin und Brandenburg.

„Unser Chef ist das Brot” Für den Gründer des Unternehmens, Joachim Weckmann, ist entscheidend, dass Ideale gelebt werden. „Der Impuls für unser Handeln ist im Herzen entstanden“, verrät er. Beim Märkischen Landbrot gilt: Unser Chef ist das Brot. Vom Produkt und von seiner höchstmöglichen Qualität her entwickeln sich die Prozesse, die energiesparend gestaltet werden, auf faire und nachhaltige Zusammenarbeit ausgerichtet sind und den Mitarbeitern größtmögliche Freiheit erlauben. Lohn all dieser Bemühungen ist dann ein Brot, von dem Genießer sagen: „Es schmeckt ein-

fach gut, nährt mich ganz und bekommt mir bestens.“ Dazu trägt sicherlich bei, dass immerhin schon 20 Prozent des Getreides Sorten aus biodynamischer Züchtung sind. Ein wichtiger Schritt für Biodiversität und gelebte Alternative zur Agro-Gentechnik. Das Märkische Landbrot ist eine der größten Bio-Bäckereien in Deutschland. Der Betrieb arbeitet seit fast 20 Jahren nach DemeterStandard. Im Jahr gehen 1.400 Tonnen Bio-Getreide, fast ausschließlich regionales Demeter-Getreide, durch die Hände der etwa 40 Mitarbeiter. Täglich werden mehr als 5 000 Brote gebacken und in Berliner Bioläden angeboten. Umwelt- und Naturschutz ist für das Märkische Landbrot Ausgangspunkt des unternehmerischen Handelns. 1995 war der Demeter-Partner erstes Lebensmittelunternehmen in Europa mit Öko-Audit. Heute können sich Kunden durch Umwelterklärung, Ökobilanzen und Nachhaltigkeitsbericht über Aktivitäten des Märkischen Landbrotes informieren. Der CO-Fußabdruck-Rechner stellt klimarelevante Emissionen zu jedem Brot dar. Ziel ist es, bis 2020 emissionsfrei zu arbeiten. „ML“ engagiert sich zudem vielfältig im gesellschaftlichen Umfeld. Bei der jährlichen BioBrotboxaktion für Berliner und Brandenburger Erstklässler ist es ebenso dabei wie bei der Unterstützung urbaner Landwirtschaft auf Berliner Brachflächen. Betriebsführungen informieren jedes Jahr mehr als 7 000 Menschen über die Märkisches Landbrot, biodynamischen Getreidebauern und höchste Demeter-Qualität. www.landbrot.de und http://www.youtube.com/watch?v=S53QlsW1r4k Demeter Journal 13


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Papierbleistift aus Zeitungen Klimanavigator im Netz Alles zum Thema Klimawandel findet sich jetzt gebündelt im Netz. Der Klimanavigator stellt einen zentralen Zugang zur Arbeit von mehr als 30 deutschen Einrichtungen in der Forschungslandschaft dar, die sich mit dem Klimawandel, seinen Folgen und geeigneten Anpassungsmöglichkeiten beschäftigen. Die Webplattform gibt einen Überblick über die hiesige klimarelevante Forschung und Einblick in den gegenwärtigen Stand des Wissens. Sie dient den Nutzern als Wegweiser auf der Suche nach Experten-Know-how. www.klimanavigator.de

Gentechnikkennzeichnung lässt Verbrauchertäuschung zu Beim Einkauf von Lebensmitteln will der Verbraucher wissen:

Bei der Herstellung von 100 000 Bleistiften werden normalerweise sechs Kubikmeter Holz verbraucht. Für die neuen Papierbleistifte dagegen reicht eine Tonne alte Zeitungen. Denn beim Papierbleistift wird die Graphitmine nicht mit Holz umhüllt, sondern mit altem, recyceltem Zeitungspapier. www.papierbleistift.de

Von anthroposophischen Ärzten

Tipps zur Säuglingsernährung

Ist drin, was draufsteht? Nach heutigem EU-Recht müssen alle Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bestehen, solche enthalten oder daraus hergestellt wurden, gekennzeichnet werden. Laut einer juristischen Studie verfehlt die bestehende GVO-Kennzeichnung jedoch dieses Ziel und ermöglicht es den Verbrauchern nicht, ihre Kaufentscheidung aufgrund von Wahlfreiheit und Transparenz zu treffen. Professor Dr. Stefan Leible, Direktor der Forschungsstelle für Lebensmittelrecht der Universität Bayreuth, präsentierte seine Studie zur Gentechnikkennzeichnung von Lebensmitteln mit den Worten: „Der Gesetzgeber lässt eine mögliche Verbrauchertäuschung also ausdrücklich zu.“ www.forschungsstellelebensmittelrecht.eu

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Die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) hat ein Merkblatt zur Säuglingsernährung herausgegeben. Welch einen wichtigen Beitrag gesunde Ernährung zur Entwicklung des Babys leistet, das erfahren Eltern dort in praktischen Tipps. Zum Beispiel dazu, was bei allergischer Veranlagung und am Ende der Stillzeit zu beachten ist. www.anthroposophischeaerzte.de/index.php?id=451


Wissenswert

Globale Umweltprobleme: Landwirtschaft spielt Schlüsselrolle Bei Biodiversität, Stickstoff kreislauf und Klimawandel haben wir die Grenzen dessen, was menschliches Leben auf Dauer ermöglicht, bereits deutlich überschritten, betont der BÖLW (Bundesverband Ökologische Lebensmittelwirtschaft). Deshalb müssten Politik und Gesellschaft dem Öko-Landbau als nachgewiesenermaßen nachhaltigem System der Landbewirtschaftung den Vorrang einräumen, die Anforderungen an Tierschutzstandards deutlich anheben und an kritischen Schlüsselfaktoren wie Stickstoff überschüssen und aus Übersee eingeführten Eiweißfuttermitteln ansetzen. www.boelw.de

Was kostet mein Tier?

Die Stiftung Bündnis Mensch & Tier engagiert sich für die nachhaltige Förderung der Mensch-Tier-Beziehung. Sie hat nachgerechnet, was Heim- bzw. Nutztiere pro Jahr an Kosten verursachen. Tierliebhaber können sich also vor dem Kauf eines Tieres über die Folgekosten informieren. www.buendnis-mensch-und-tier.de/ pages/bibliothek/ was_kostet_mich_mein_Tier.htm

Greenpeace-Studie

17 Millionen im Jahr für Pestizidkontrollen Einführung biodynamisch

Infopaket zum Ressourcenschutz

Im Januar findet im Rhein-Main-Gebiet der einwöchige Kompaktkurs „Einführung in die Biodynamische Wirtschaftsweise“ statt. Grundlagen und Praxis dieser erfolgreichsten Bio-Anbaumethode werden praxisnah vermittelt. Referenten aus Forschung, Lehre und Praxis geben Einblick in die Anthroposophie, vermitteln Kenntnisse zu Bodenpflege, Düngung, Pflanzenzüchtung, Pflanzenbau und Tierhaltung, stellen die Biologisch-Dynamischen Präparate vor und beleuchten Fragen der Qualität. Eine Exkursion rundet das Programm ab. Mehr unter www.demeter.de.

Beim Deutschen Naturschutzring DNR gibt es ein ganzes Effizienzinformationspaket. Der jüngste Zuwachs dabei: DNR-Themenheft I/2011 mit wichtigen Aspekten rund um Ressourceneffizienz. Es kann bei der DNR Geschäftsstelle in Bonn, Koblenzer Straße 65, 53173 Bonn, Tel. 0228 / 359005, info@dnr.de bestellt werden. Außerdem im Internet als DNR-Themenheft „Ressourceneffizienz Alles ist nur einmal da“ unter http://www.eu-koordination.de/ PDF/2011-1-ressourcen_web.pdf

Die Kontrolle von Pestiziden in Lebensmitteln und Grundwasser kostet die deutschen Steuerzahler jährlich rund 17 Millionen Euro. Das zeigt eine Greenpeace-Studie zu den Kosten der staatlichen Pestizidüberwachung. Greenpeace fordert, dass allein die Hersteller von Pestiziden für Kontrollmaßnahmen zur Kasse gebeten werden. „Warum soll der Verbraucher für den Einsatz von Chemikalien zahlen, die er nicht will und welche die Umwelt und Gesundheit schädigen können? Die Bundesregierung muss die Umlegung der Kosten für die Kontrolle des Pestizideinsatzes auf den Steuerzahler beenden.“ Demeter Journal 15


Aktuell

Bunt bis in den Tod Leuchtend bunte Särge und Urnen, Kreuze und Grabschmuck sollen dem Tod etwas von seiner Schwere nehmen. Das will Wandelmaler Alfred Opiolka mit seinem Angebot erreichen. Der Kemptener fertigt alles auch auf speziellen Wunsch hin ganz individuell an. www.sargladen.com

Neu in Indien: zwei Demeter-Mangofarmen

Weleda wird klimaneutral Die neuen Fotovoltaikanlagen des Kosmetik- und Arzneimittelherstellers Weleda in Schwäbisch Gmünd sind wichtige Meilensteine im Rahmen der Weleda-Nachhaltigkeitsstrategie. Auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern erbringen sie insgesamt eine Spitzenleistung von über 100 Kilowatt und einen jährlichen Ertrag von rund 100 000 Kilowattstunden. Durch die fortschreitende Reduktion von Treibhausgasemissionen und Kompensationsmaßnahmen strebt die Weleda AG gemäß ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. www.weleda.de

Die Shanti Mandir Farm und die Leela Mohan Farm in Indien haben die Demeter-Anerkennung erhalten. Sie bauen auf jeweils zehn Hektar biodynamisch Mangos an. www.demeter.net

Siegel für nachhaltiges Betriebsrestaurant Das Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN) der Fachhochschule Münster hat zusammen mit der Compass Group Deutschland ein Nachhaltigkeitssiegel für die Betriebsgastronomie entwickelt. Das EurestBetriebsrestaurant der Provinzial Versicherung Düsseldorf ist das erste, das dieses Zertifikat erhält. Es erfüllt alle 30 Kriterien, die in einem Katalog festgelegt sind und vier Kernfelder abdecken: bewusste Ernährung, nachhaltiger Einkauf der Produkte, Umweltschutz und Förderung der Mitarbeiter des Betriebs. www.fh-muenster.de/isun/downloads/110718_Presse_compass.pdf www.fh-muenster.de/isun/index.php

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Spielberger: nachhaltig umgebaut Die Verwaltung der Spielberger Mühle hat neue Büros bezogen. Jetzt wird sicht- und erlebbar, was die geistige Grundlage des Demeter-Unternehmens ist: Beim Umbau des in Teilen rund 300 Jahre alten Wirtschaftsgebäudes wurden ökologische und nachhaltige Grundsätze ebenso konsequent umgesetzt wie anthroposophisches Gestaltungsverständnis. Das historische Gebäude entspricht nun dank hochwärmegedämmter Außenhülle dem Niedrigenergiestandard und benötigt keine Energiezufuhr von außen. Der gesamte Strombedarf wird über die Fotovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt. www.spielberger.de

Genussscheine von Gärtner Sannmann Die Demeter-Gärtnerei Sannmann vor den Toren Hamburgs will finanzielle Unterstützung von Kunden, um eine zukunftsweisende Kompostextraktionsanlage bauen zu können. Wer Genussscheine im Wert von je 1 000 Euro kauft, bekommt bei einer Laufzeit von fünf Jahren vier Prozent Zinsen im Jahr. Zinsen gibt es entweder in bar oder in Form von leckeren Lebensmitteln aus der Gärtnerei. www.sannmann.com/gaertnerei/sannmann_ genussschein.html


Aktuell

Weniger Gift in Sportklamotten

Neue Lebendige Erde: Qualitäten der Ernährung

Durch die Greenpeace-Kampagne „Schmutzige Wäsche“ alarmiert, wird der Sportartikelhersteller Puma bis 2020 auf alle giftigen Chemikalien verzichten. Aus Sicht der Umweltaktivisten sind nun Adidas und Nike dran, in Sachen Umweltschutz nachzuziehen. Greenpeace hatte die Abwässer zweier chinesischer Fabriken untersucht, die für eine Vielzahl von Sport- und Lifestylemarken produzieren. Dabei fanden sich eine Vielzahl von gefährlichen und langlebigen Chemikalien, die sowohl die Umwelt als auch den Menschen unmittelbar schädigen können. www.greenpeace.de

Bio-Infos auf das Handy Was macht die Qualität des Essens wirklich aus? Damit beschäftigt sich die November / Dezember-Ausgabe von Lebendige Erde, Zeitschrift für Biologisch-dynamische Landwirtschaft, Ernährung, Kultur. Sie schildet Bio-Essen in der Waldorfschule und fragt: „Was bewirken Lebensmittel in der Psyche? Wo irrte die Ernährungswissenschaft? Wie können Gastronomen und Landwirte zusammenarbeiten?“ Einzelheft 7,50 bei Demeter e. V., Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, Tel.: 06155-8469-0, Fax: - 8469-1.

Die Internetplattform www. bio123.de ist mit mehr als 10 000 Einträgen im Internet und auf Smartphones verfügbar. Sie liefert nicht nur Anbieterdaten, sondern zeigt dem Endverbraucher Produktangebote, Bewertungen und Veranstaltungen in seiner Region an. Durch die Bio123-App auf iPhone und Android kommt die Plattform dem Trend der flexiblen Nutzung von Informationen nach. www.bio123.de

www.LebendigeErde.de

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Der Wein mit dem Marienkäfer

Bestellung aktuelles Probierpaket Anzahl (6er Karton) Stück

Für Biowinzer Stefan Sander steht der Marienkäfer nicht nur für die Verbindung von Natürlichkeit, Geschmack und Qualität. Er unterstützt auch die Arbeit im Weinberg als konsequenter Nützling. Heute ist er zum Sympathieträger und Markenzeichen der Sanderweine geworden, die seit über 50 Jahren nach den Regeln traditioneller, handwerklicher Kellermeisterkunst und mit dem Wissen modernster Kellertechnologie entstehen: Moderne Weine mit Charakter, die Glas für Glas biodynamische Qualität mit ansprechendem Aroma und feinfruchtigem Geschmack verbinden.

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Familie Sander . In den Weingärten 11 . D-67582 Mettenheim Tel. (06242) 1583 Fax (06242) 6589 . info@sanderweine.de Besuchen Sie uns – gerne nach telefonischer Anmeldung. MO– SA von 9– 17 Uhr.

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XXXXXXX Gesund leben

Jede Nacht eine Schwelle überschreiten

Gut schlafen: jeden Tag wie neu geboren Es bleibt eines der vielen ungelösten Rätsel: Was passiert mit uns im Schlaf – körperlich, aber auch und vor allem seelisch-geistig? Immer mehr Menschen klagen über Schlafstörungen. Die Nacht verschaff t vielen keine Entspannung mehr. Damit müssen wir uns jedoch nicht einfach abfi nden, denn es gibt Wege zum guten Schlaf.

Wir verschlafen etwa ein Drittel unseres Lebens: während der Aufbauphase in der Kindheit wesentlich mehr als später, wenn die Abbauprozesse dominieren. Aber neben der quantitativen Dimension – wie viele Stunden braucht der Mensch wirklich? – interessiert die qualitative Seite. Wieso beschert uns der Schlaf einmal Kraft und Frohsinn und ein anderes Mal (Lebens-)Müdigkeit und Trauer? Warum erfahren wir manchmal aus den Botschaftern des Schlafs, den Träumen, mehr über uns und unser Leben als durch intensives Nachdenken? Meist ist es uns gar nicht bewusst, dass wir jede Nacht beim Übergang vom Wachen zum Schlafen eine Schwelle überschreiten, in einen total anderen Seinszustand wechseln, uns im Schlaf der geistigen Welt nähern und dann morgens quasi neu geboren werden. Wir verlieren die Kontrolle über unsere Sinne und gewinnen sie beim Erwachen wieder neu. Wie fragil diese Übergänge sein können, erleben sowohl diejenigen, die schlecht einschlafen können, als auch die Menschen, denen es schwerfällt so ganz wieder in die Welt zurückzukehren. In der anthroposophischen Medizin wird dafür eine Verbindung zur Eisen-Mars-Kraft hergestellt, was die Willenskräfte stärken kann. Weiterführend ist darüber hinaus 18 Demeter Journal

eine Annäherung an die Nachtprozesse. All diese Aspekte beschreibt auf anregend-, tiefgründige Art der Berliner Arzt Dr. Olaf Koob in seinem jüngsten Buch. Für die Leserinnen und Leser des Demeter Journal beantwortet er wichtige Fragen.

Olaf Koob: vorbereiten für den anderen Seinszustand

gemacht werden? Und wie tragen sie zur Gesundheit bei? Das interessiert mich als Mediziner, der ja den ganzen Menschen verstehen und heilen möchte. Mich fasziniert dieses Thema. Der Mensch tritt jede Nacht in den Bereich hoher kosmischer Kräfte ein, die in Übereinstimmung mit göttlich-geistigen Gesetzen wirken. Da werden wir Menschen angeschaut, beurteilt, bekommen Hinweise für unsere Entwicklung, können lernen, wenn wir uns dem öffnen. Die höhere Vernunft der Nacht kann uns am Tag inspirieren, unseren einseitig gewordenen Verstand wieder zu einem gesunden Menschenverstand heranbilden. Und warum ist guter Schlaf überhaupt so wichtig? Der Schlaf regeneriert die verbrauchten Lebenskräfte – und nicht zu vergessen, er bildet das Gedächtnis. Je besser der Schlaf, desto besser auch die Lebenskräfte.

Was motiviert einen Mediziner, gerade in Sachen Schlaf zu forschen? Der Schlaf ist ja ein wichtiger Teil unseres Lebens. Er ist gewissermaßen die zweite Hälfte unserer Biografie. Im Schlaf passieren schließlich wichtige Dinge. Wie können sie uns bewusst werden, bewusst

Was raten Sie Menschen, die über lange Phasen von Schlafstörungen klagen? Eine längere Phase der Schlaflosigkeit braucht genauere physische und psychische Untersuchungen, da der Schlaf eine sekundäre Erscheinung des Organischen und des Seelischen ist. Da können sich


Gesund XXXXXXX leben

Kummer, Sorgen, unverarbeitete Probleme zeigen, aber auch körperliche Veränderungen. Wer längere Zeit über gestörten Schlaf klagt, sollte alle diese Faktoren abklären lassen. Dazu gehört auch ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Arzt. Dabei spielt dann sicherlich auch eine Rolle, dass Schlafenwollen ohne Vertrauen – Hingabe an die Nacht – nicht möglich ist. Gibt es hilfreiche Tipps für den guten, erholsamen Schlaf, der Körper, Seele und Geist aufbaut? Aber ja. Der Tag braucht, damit die Nacht erholsam wird, ein gutes Maß an Bewegung, an körperlicher und geistiger Betätigung und dann die richtige Vorbereitung jeden Abend. Sie gelingt nur ohne Zeitung und Fernsehen. Unsere ruhelose Gesellschaft mit einer Überschwemmung an Sinneseindrücken, Bilderfett-

sucht wird das schon genannt, braucht einen Gegenpol: den bewusst gestalteten Übergang vom Alltag über den Feierabend in das Einschlafen. Wichtig ist, schon bei Kindern und Jugendlichen auf diese Rhythmisierung zu achten. Bewährt haben sich dafür Rituale, die jeder für sich selbst entdecken und entwickeln kann. Noch mal in den Himmel schauen oder das Erlebte wie einen Film anschauen, ein Schlummertrunk, aber nicht etwa die Bettschwere durch Alkohol. Ich appelliere da an die Vernunft und an die Selbstverantwortung jedes einzelnen Menschen. Zuerst kommt die Veränderung des Lebensstils, dann der gute Schlaf. Und ein paar ganz praktische Tipps helfen natürlich auch: Nicht zu spät zu schwer essen und trinken, das Schlafzimmer abdunkeln und kühl halten, keine elektrischen Geräte im Raum.

Buchtipp zum Thema

Fülle der Nacht - vom Geheimnis unseres Schlafs, Olaf Koob, falter im Verlag Freies Geistesleben

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VERTRAUEN bilden

Eine offene Kommunikation bildet die Grundlage für nachhaltiges Vertrauen. Vor diesem Hintergrund haben wir auch unseren Verbraucherservice durch eine kostenfreie Hotline erweitert (0800-9509505 Anrufe aus dem deutschen Festnetz). Ein kurzer Weg zur Beantwortung deiner Fragen.

Weitere Informationen findest du auf www.voelkeljuice.de Jochen Mannsperger (Einkauf Voelkel) besucht die Sekem Farm in Ägypten.

Karin Carl (Einkauf Voelkel) bei der Kooperative Orsogna in Italien

Stefan Voelkel kostet in der Türkei frische Granatäpfel mit Bahattin Erten.

Boris Voelkel während der Holundeblütenernte beim Demeter-Dorfprojekt von Goldtau in Juchowo (Polen).

Auf dem Demeter-Möhrenfeld von Ralf Weber.

Wusstest du... dass Voelkel langjährige Partnerschaften mit Anbauern auf der ganzen Welt pflegt?

Demeter Journal 19


Genießen XXXXXXX

Gut vorbereitet

Zu Silvester ein festliches Buffet Ein Buffet hat viele Vorteile: Alles läst sich gut vorbereiten. Einzelne Komponenten können von den Gästen mitgebracht werden, so verteilt sich die Arbeit. Das Schlemmen zieht sich bis in die Nacht hinein. Und man triff t an Schüsseln und Schalen immer mal wieder jemand anderes, mit dem sich dann ein Plausch anschließt. Genießen Sie leckeres Essen und ein gelungenes Fest.

FOTOGRAFIE Siggi Schenk · FOODSTYLING Armin Wiedmann


XXXXXXX Genießen

Gelee vom Bœuf de Hohenlohe für 8 Personen 400 g Tafelspitz vom Bœuf de Hohenlohe 200 g Karotten 200 g Zucchini 200 g Knollensellerie 2 EL Zitronensaft 4 EL Sherry 8 Blatt Gelatine Salz, Pfeffer 1 l Wasser 2 Zwiebeln 4 Nelken 2 Lorbeerblätter 1 Bouquet garni/Kräutersträußchen Vinaigrette klassisch (siehe Salat) 2 rote Zwiebeln und eine Stange Porree 2 Schälchen Kresse

Ein Bouquet garni oder Kräutersträußchen besteht aus verschiedenen Kräutern, die zusammengebunden oder in ein Baumwollsäckchen gefüllt werden. Das

Bouquet wird zum Aromatisieren von Bouillon, aber auch von dickflüssigeren Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten mitgekocht und kurz vor dem Servieren entfernt. Traditionell besteht es frisch aus drei Petersilienstängeln, einem Zweig Thymian und einem frischen Lorbeerblatt. Getrockneter Thymian wird meist in ein Lauchblatt gehüllt, um zu vermeiden, dass sich harte Krautbestandteile im Gericht verteilen. Gemüse des Bouquets garni waschen, grob zerkleinern. Zwiebeln schälen, mit Nelken spicken. Fleisch mit etwa 2 l Wasser in einem Topf 45 Minuten kochen. Gemüse, Zwiebeln, Lorbeerblätter dazugeben, salzen, weitere 45 Minuten kochen. Abkühlen, über Nacht das Fleisch im Fonds ziehen lassen. Fleisch herausnehmen, erst in Scheiben und dann in Streifen schneiden. Zucchini, Karotten, Sellerie putzen, in gleich große

Streifen schneiden. Im restlichen Fond circa 4 bis 5 Minuten gar kochen. 800 ml Fond durch ein Sieb passieren, mit Zitronensaft und Sherry abschmecken. Gelatineblätter gemäß Anweisung im Fond auflösen. Terrinenform im Kühlschrank gut kühlen. Zunächst einen halben Zentimeter der Gelatine auf den Boden der Terrine auftragen und wieder kühlen. Danach Ränder mit der Gelatine bestreichen und wieder kühlen lassen. Lagenweise Fleisch und Gemüsestreifen einlegen, ohne den Rand der Terrinenform zu berühren. Mit Gelatine bestreichen. Zwischendurch immer kühlen. Zwiebeln und Porree in kleine Würfel schneiden, unter die Vinaigrette mischen. Die gut gekühlte Sülze aus der Terrinenform nehmen, in Streifen schneiden., in ein Schälchen drapieren, mit ZwiebelPorree-Vinaigrette beträufeln, mit Kresse garnieren.

Pute in ZitronenSafran-Marinade für 8 Personen 800 g Putenbrust 1 Zitrone 16 Safranfäden 4 cl Olivenöl Salz, Pfeffer 8 Cocktailtomaten Butter Holzofenbrot

Putenbrust waschen, trocknen, in dicke Scheiben schneiden. Für Marinade Olivenöl mit den Safranfäden, Saft der Zitrone und Zitronenschale, Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben, alles gleichmäßig vermischen. Putenbrustscheiben darin wenden und abgedeckt mindestens 2 Stunden ziehen lassen. Putenbrust in einer Pfanne mit der Marinade gar braten, abkühlen lassen, in Streifen schneiden, auf mit der Butter bestrichenes Holzofenbrot legen und mit Cocktailtomatenhälften garnieren. Demeter Journal 21


Genießen XXXXXXX

Creme von Alblinsen mit Koriander und Mandeln für 8 Personen 250 g Alblinsen 0,5 l Wasser 4 EL frischer geschnittener Koriander 2 EL geriebene Mandeln 4 cl Rapsöl 1 Zitrone (Saft) Salz

Linsen in 1/2 l Wasser, leicht gesalzen, bei mittlerer Hitze in 15 Minuten garen. Pürieren. Öl, Zitronensaft, Koriander und Mandeln untermixen. Creme salzen. Auf Scheiben von Vollkornbrot servieren und mit Korianderblättern garnieren.

Salatbar für 8 Personen 1 Kopf Eichblatt grün, 1 Kopf Batavia rot, 200 g Karotten, 200 g Strauchtomaten, 200 g Rettich, 2 Salatgurken, 80 g Speckwürfel, 80 g Croûtons Vinaigrette 4 cl Wasser, 4 cl Branntweinessig, 8 cl Rapsöl, 2 Zwiebeln, Salz, Pfeffer, fein gehackte Kräuter (frisch oder TK) Honig-Senf-Dressing 4 cl Wasser, 4 cl Branntweinessig, 8 cl Rapsöl, 2 TL Honig, 2 TL Senf, Salz, Pfeffer, fein gehackte Kräuter

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Blattsalate waschen, trocknen, in mundgerechte Stücke zupfen. Karotten, Rettich, Gurken waschen, schälen, in dünne Scheiben hobeln. Strauchtomaten waschen, trocknen, halbieren, Strunk herausschneiden, vierteln. Speck in Pfanne ohne Öl kross braten. Für die Croûtons Würfel oder Streifen von Weißbrot in Öl anbraten. Für die Vinaigrette alle Zutaten außer Zwiebeln in einer Schüssel vermischen, halbe Stunde zugedeckt ziehen lassen. Zwiebeln fein hacken und vor dem Aufschlagen der Vinaigrette zufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für das Honig-Senf-Dressing alle Zutaten in einer Schüssel vermischen, halbe Stunde zugedeckt ziehen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Honig mit Wasser und Branntweinessig auflösen, Senf und Öl unterrühren, ziehen lassen, mehrmals kräftig aufschlagen.


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Kräuterpfannkuchen mit Limettencreme und Rote-Zwiebel-Confit für 8 Personen Pfannkuchen 300 g Mehl ¼ l Vollmilch 8 Eier 4 EL Kräuter, gehackt Salz, Muskat, Rapsöl Limettencreme 300 ml Crème fraîche 2 Limetten

Cremesuppe vom Hokkaidokürbis für 8 Personen 2 kg Hokkaidokürbis 1 TL getrockneter Liebstöckel 200 ml Sahne Salz, weißer Pfeffer aus der Mühle 1,5 l Gemüsefond 2 Gemüsezwiebeln, 20 g Butter, 100 g Brokkolistiele, 250 g Lauch, 300 g Karotten, 200 g Staudensellerie, 150 g Fenchel, ¼ l Weißwein, 3 l Wasser, ½ gebräunte Zwiebel, je ein Zweig Rosmarin und Thymian, 1 Lorbeerblatt, ½ Knoblauchzehe, 1 Nelke, grobes Meersalz

Wer es bodenständig liebt, stellt seinen Gemüsefond selbst her – in einer hochwertigen Gastronomie ist das Standard. Es geht aber auch schneller mit einer gekörnten Gemüsebrühe. Zur Herstellung des Fonds Gemüsezwiebeln schälen, in grobe Ringe schneiden, in heißer Butter hell anschwitzen. Alle übrigen Gemüse waschen, klein schneiden, zu Zwiebeln geben, kurz mitschwitzen. Mit Weißwein ablöschen, Wasser, Zwiebeln und Gewürze zugeben. Bei mittlerer Temperatur etwa 30 bis 40 Minuten köcheln lassen. Entstehenden Schaum des Öfteren abheben, damit der Fond klar bleibt. Gemüsefond durch ein Tuch in einen Topf passieren und bis auf 1,5 l reduzieren. Unser Tipp: Salzen Sie den Fond erst bei der Weiterverarbeitung, denn durch weiteres Reduzieren könnte der Fond zu kräftig werden. Kürbis gründlich waschen, Stiel abschneiden, vierteln. Kerne mit Esslöffel herausschaben, Kürbis grob reiben. Kürbis im Gemüsefond mit Liebstöckel circa 30 Minuten kochen, pürieren, Salz, weißen Pfeffer aus der Mühle, Sahne dazugeben. Je Portion mit 1 EL geschlagener Sahne und 1 TL geröstetenKürbiskernen dekorieren. Der Hokkaidokürbis „Red Kuri“ als samenfeste Sorte aus biodynamischer Züchtung zählt zu den Moschuskürbissen. Sein Plus an Karotin zeigt sich an der intensiven Farbe, sein Geschmack ist unnachahmlich nussig. Und er braucht nicht geschält werden.

4 EL Dill, gehackt Salz, Pfeffer Confit von roten Zwiebeln 750 g Zwiebeln frischer Rosmarin, Lorbeerblatt 200 ml Rotwein 2 EL Rotweinessig 1 TL Balsamicoessig 50 g Puderzucker 50 g Butter Salz, Pfeffer

Eier, Vollmilch und Mehl zu flüssigem Teig verrühren. Kräuter unterrühren, mit Salz und Muskat abschmecken. Teig in einer Pfanne in heißem Rapsöl dünn ausbraten. Crème fraîche, Limettensaft, abgeriebene Schale, Dill mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pfannkuchen mit Limettencreme bestreichen, rollen, in Scheiben schneiden. Zwiebeln enthäuten, in Scheiben schneiden. Puderzucker und Butter in einer Pfanne sanft karamellisieren lassen. Zwiebeln hineingeben, wenden. Rosmarin und Lorbeer dazu. Rotwein in Portionen beigeben. Salzen, pfeffern und mit Essig abschmecken. Zugedeckt bei mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln lassen. Dann ohne Deckel Flüssigkeit etwas einkochen lassen. Pfannkuchenscheiben in kleinen Schalen anrichten und mit dem Confit von roten Zwiebeln garnieren.

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Schwäbisch-Hällisches Maultaschencarpaccio mit Tomaten-Paprika-Mousse für 8 Personen 500 g Vollkornnudelteig Das einfachste Rezept für Eiernudeln: 1 Ei auf 100 g Mehl, eine Prise Salz und ein Schuss Wasser dazu, ordentlich kneten (Teig darf nicht kleben), eine Weile ruhen lassen und fertig! 300 g gemischtes Hackfleisch 300 g Bratwurstbrät 200 g Spinat (TK oder frisch) 2 Zwiebeln 4 möglichst alte Brötchen 4 Eier 5 EL Milch Öl, Salz, Pfeffer, Muskat, Semmelbrösel 80 g rote Paprika 160 g Strauchtomaten Blattgelatine 8 EL Olivenöl 8 EL Branntweinessig 80 g Frischkäse 2 Knoblauchzehen Zucker, Salz, Pfeffer

Brötchen in Schüssel zerkleinern, Eier und Milch zugeben, vermischen. Zwiebeln fein würfeln, andünsten, abkühlen lassen. Hackfleisch und Bratwurstbrät mit eingeweichten Brötchen, Spinat und Zwiebeln gut vermischen, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat kräftig würzen. Mit Semmelbröseln eine

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Lässig Stuttgart – in der Tradition von Kochlegende Lotte Lässig Die Rezepte für das Silvesterbuffet kommen vom Stuttgarter Restaurant Lässig in der BIO-Markthalle im Stuttgarter Westen. Die Wurzeln dieser neuen Stuttgarter Küche liegen bei Lotte Lässig, einer Kochlegende aus Omas Zeiten. „Bio ist unser Standard und Demeter ein zuverlässiger Partner für Qualität vom Feinsten“, betonten Joachim Latsch und Sabine Brand-Lässig. Latsch ist Landschaftsplaner, Unternehmensberater und Koch aus Leidenschaft. Sabine Brand-Lässig ist Goldschmiedin, weit gereist und in der Tradition von Lotte Lässig kocht sie mit Geschmack und Kreativität, beflügelt von der Liebe zu frischen und besonderen Lebensmitteln. www.restaurant-laessig.com Im Dezember eröffnet das erfolgreiche Team Latsch-Lässig im Hundertwasser-Bahnhof von Uelzen ein zweites Lässig mit Restaurant und Backshop.

streichfeste Masse herstellen, sie darf nicht verlaufen. Nudelteig ausrollen, mit Eiweiß bestreichen, in 10 x 14 cm große Stücke schneiden. Mit Esslöffel auf die eine Seite des jeweiligen Nudelteigstücks eine Portion der Füllung geben, zweite Hälfte darüberklappen und Ränder gut andrücken. Maultaschen in einem großen Topf in gesalzenem Wasser oder Gemüsefond 10 Minuten bei mittlerer Hitze kochen (das Wasser darf nicht sprudeln, sonst fallen die Maultaschen auseinander). Maultaschen abkühlen und für das Carpaccio in möglichst dünne Streifen schneiden. Alternativ fertige Maultaschen (800 g) verwenden. Für die Mousse Paprika mit Sparschäler dünn schälen, halbieren, Kerne rausnehmen. Mit kochendem Wasser Tomatenschale brühen, abziehen. Kerne entfernen. Tomaten und Paprika in kleine Stücke schneiden, in einen Topf geben. Knoblauch schälen, mit Olivenöl, Branntweinessig und einer großen Prise Zucker in Topf geben. Bei kleiner Hitze eine Stunde unter gelegentlichem Umrühren simmern lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gelatine in kaltem Wasser einweichen, im heißen Gemüse auflösen. Mit Flotter Lotte pürieren, durch feines Sieb geben. Püree in einer Schüssel abkühlen lassen. Frischkäse vorsichtig unterheben. Mit Salz und Branntweinessig abschmecken. Mindestens 4 Stunden in Kühlschrank stellen. Die dünnen Streifen der Maultaschen auf Platten legen, mit Tomaten-Paprika-Mousse bestreichen. Zum Garnieren eignen sich Korianderblätter, Kresse oder Ruccola.


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Elfenspeise für 8 Personen 250 g Quark 250 g Joghurt 250 g Apfelkompott 125 g Preiselbeeren aus dem Glas 60 g Haselnüsse oder Mandeln 1 Zitrone

Quark, Joghurt, Preiselbeeren, Zitronenschale mischen. Dann Gläser in der Reihenfolge füllen: 1/3 Quark-Joghurt und Preiselbeeren, 1/3 Apfelkompott, 1/3 Quark-Joghurt und Preiselbeeren und alles mit geriebenen Haselnüssen oder Mandeln bestreuen. Als Deko eine ganze Haselnuss/Mandel und ein Minzblatt.

Zur winterlichen Festtagsküche Wein von Harteneck Im Markgräflerland im Schwarzwald werden Reben von der Sonne verwöhnt. Daniela und Thomas Harteneck gelingt es, die Authentizität der Weinberge in den Harteneck-Weinen und -Sekten lebendig werden zu lassen. Auf acht Hektar wächst nicht nur der charakteristische Gutedel. Harteneck kultiviert dank nahezu mediterraner Bedingungen auch Cabernet- und Grauen, Weißen und Spätburgunder, Cabernet, Merlot. Weingenuss und Lebensfreude will das engagierte Paar zusammenführen. Die fruchtbaren Böden, geprägt von sandigem Lehm und Löß auf mineralischer Buntsandsteinunterlage, bieten beste Voraussetzungen. Lebendige Erde dank Kompost und Gründüngung, Biodynamische Spritzpräparate und das Arbeiten nach Mondkalender sorgen für Intensität. Der Sekt wird in der „Methode traditionell“ als Flaschengärung mit 14-monatiger Hefelagerung ausgebaut. Zum „Cremant“ gesellen sich der „Maxime“ Pinot Brut und „Pinot Rosé“ Brut. Für die winterliche Festtagsküche haben Hartenecks Weinpakete zusammengestellt mit den prämierten Weinen. 2009 Hellberg Spätburgunder: dunkle Beerenfrüchte und feine Würze – im großen Holzfass gereift, passend zu würzigen Fleischgerichten und glasierten Zwiebeln 2009 Spätburgunder Rotwein SH: würzig, fruchtig mit Kirsch- und Wachholdernoten, ideal zu Pilzen und Gebratenem 2010 Grauer Burgunder SH: für Antipasti, kräftige Käseauswahl, asiatische Speisen, geräucherten Fisch, winterliche Salate www.weingut-harteneck.de

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Alternative zu Agro-Gentechnik technikk

Biodynamische Pflanzenzüchtung und samenfeste Sorten sichern die Zukunft des Öko-Landbaus Demeter mit der Biodynamischen Wirtschaftsweise ist Pionier in Sachen Pflanzenzüchtung. Züchter im ältesten ökologischen Anbauverband, der sich an Impulsen von Rudolf Steiner orientiert, sind bestrebt, mehr und mehr Unabhängigkeit von der Saatgutindustrie zu erreichen. Dort hat die kleine Gentechnik mit der sogenannten Protoplastenfusion längst Einzug in die Labore gehalten.

Als einziger Bio-Verband hat Demeter schon 2008 Richtlinien für Pflanzenzüchtung formuliert. Inzwischen sind die ersten biodynamisch gezüchteten Sorten zertifiziert. Demeter-Vorstand Klemens Fischer und der Vorstand der Bingenheimer Saatgut AG, Gebhard Rossmanith, plädieren im Gespräch mit dem Demeter Journal für eine nachhaltige Förderung der Verwendung von samenfesten Sorten und der biodynamischen Züchtung. Um der Preisdiskussion bei Lebensmitteln – je billiger, desto „besser“ – zu entgehen, müsste prinzipiell eine Diskussion über Preis und Wert von Lebensmitteln geführt werden. Hierzu halten wir es für erforderlich, das Augenmerk auf den Aspekt des „Fairen“ zu lenken, wonach jeder, der am Herstellungsprozess beteiligt ist, eine für ihn auskömmliche Vergütung erhält, die es ihm ermöglicht, in angemessener Weise seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dies gilt auch im übertragenen Sinn für das Schwein. Wird das berücksichtigt, erhält das Lebensmittel einen Wert und keinen Preis. 26 Demeter Journal

Gebhard Rossmanith

Klemens Fischer

Öko-Saatgut, das nach der EU-BioVerordnung auf Bio-Höfen eingesetzt werden soll, darf durchaus von Sorten aus konventioneller Züchtung stammen. Es muss lediglich ein Jahr lang ökologisch angebaut worden sein. Der ganze Bereich der Züchtung eigener Sorten unter ganzheitlich ökologischen Gesichtspunkten ist bislang in den europäischen Richtlinien zum Öko-Anbau nicht geregelt. Wie bewerten Sie das?

Der Öko-Landbau legt großen Wert auf ganzheitliche Prozesse. Lange Zeit wurde aber gar nicht genau geschaut, welche Rolle dafür das Saatgut spielt. Dabei bilden die Pflanzen die Grundlage aller Landwirtschaft. Der Samen steht am Anfang allen pflanzlichen Lebens, er gehört direkt zur Pflanze. Wer ihn lediglich als Betriebsmittel versteht, kümmert sich nicht um dessen Entstehungsprozess, er kauft ihn aus der Tüte von konventionellen Anbietern, die mittlerweile oft in der Hand von Chemiemultis sind. Für Biodynamiker, die in Zusammenhängen denken, entsteht der Samen aus dem Lebensprozess. Und der ist in einem ganzheitlichen Sinne nicht teilbar. Konsequenterweise muss also für den biologischen Landbau auch das Saatgut aus dem biologischen Wirtschaftskreislauf kommen – und dies nicht nur


Kennenlernen

in einem einmaligen Vermehrungsschritt, sondern mindestens von der Ersc haltung der Sorten, besser sogar von der Entwicklung der Sorten an. Demeter schließt CMS-Hybride aus Die Demeter-Richtlinien regeln, dass Hybridsorten, die aus Zellfusionstechniken hervorgegangen sind (CMS), für den Demeter-Anbau ausgeschlossen sind. Hybridsorten entstehen bei der Kreuzung zweiter Inzuchtlinien. Beim „Nachbau“, also bei der Weiterverwendung ihrer Samen, verlieren sie ihre besonderen Eigenschaften. Also muss das Saatgut dieser Sorten vom Landwirt oder Gärtner jedes Jahr neu gekauft werden. Bei Gemüse sind inzwischen mehr als 70 Prozent aller Sorten Hybride, auch im Öko-Bereich dominieren sie. Die Hybridzüchtung wird immer häufiger mit der Zellfusionstechnik kombiniert, so entstehen neue sogenannte CMS-Hybride. Dabei werden Arten, die normalerweise nicht kreuzbar sind, durch die labortechnische Verschmelzung von Zelle und Zellkern zusammengeführt (Cyto- bzw. Protoplastenfusion). Hierfür kommen Gifte und Elektroschocks zum Einsatz. Molekularbiologen bezeichnen diese Methode als „kleine Gentechnik“. Hybridsorten bei Getreide sind bei Demeter außerdem seit vielen Jahren tabu.

Das ist aber noch weitgehend Wunschvorstellung, oder? Gutes Saatgut zu produzieren ist beim Gemüse gar nicht so einfach. Beim Getreide kann man das Erntegut nehmen und aussäen. Beim Gemüse sind häufig ist nach dem Ernteprodukt weitere Zeit und Pflege nötig, bis die Pflanze über die Blüte zur Samenbildung kommt. Bei zweijährigen Kulturen müssen die Pflanzen überwintern, bevor Samen geerntet werden können. Das verlangt nach Spezialisierung. Die entwickelt sich erst Zug um Zug wieder neu, nachdem der ÖkoLandbau die Hoheit über seine eigene Lebensgrundlage bereits verloren hatte. Demeter-Bauern und -Gärtner sind hier wieder mal die Pioniere – und das ist auch gut so.

Wir müssen unterscheiden zwischen dem Saatgut und der Sorte. Können Sie das genauer beschreiben? Saatgut wird auf dem Feld, dem Gemüsebeet und im Gewächshaus erzeugt. Es ist sozusagen ein Produkt: zu erzeugen nach ökologischen Prinzipien. Die Sorte dagegen ist kein Produkt in herkömmlichem Sinn. Sie ist Trägerin der Eigenschaften einer Kulturpflanze und deren Ausprägungen. Biodynamische Züchterinnen und Züchter entwickeln sie im Einklang mit der Natur, selektieren sie nach Bekömmlichkeit und Geschmack. Das dauert manchmal zehn Jahre und mehr. Klar, im Labor geht das schneller mit biotechnologischen Methoden, die mit den Prinzipien des Öko-Landbaus aber nicht vereinbar sind. Und die Konzentration auf Uniformität und Ertrag führt oft genug zu einer Reduzierung der subtileren Eigenschaften, die wir aber wollen. Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesem Dilemma? Durch den Konzentrationsprozess bei den Saatgutanbietern und Züchtern auf immer weniger, oft multinationale Konzerne sowie auf immer weniger Populationssorten wird die biologische Vielfalt unserer Nahrungspflanzen real bedroht. Im Labor entwickelte Sorten bringen zudem immer weniger wirkliche Nahrungsqualität mit. Die einseitige Förderung biotechnologischer, erst recht gentechnologischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung muss deshalb beendet werden. Und es muss verhindert werden, dass die genetischen Ressourcen zum „Eigentum“ der großen Konzerne werden. Das Recht auf Saatgut ist ein Menschenrecht wie das auf Nahrung, denn es ist die Grundlage der Nahrungserzeugung. Saatgut muss allen Menschen als Kulturgut zur Verfügung stehen und der

Ernährung dienen. Für das Recht auf geeignete Sorten können wir allerdings selbst aktiv werden, indem wir sie selbst entwickeln, erhalten und dem ökologischen Landbau zur Verfügung stellen. Und Verbraucher können mitentscheiden, indem sie gezielt nach Produkten aus biodynamischer Züchtung fragen, die biodynamisch gezüchteten Sorten bevorzugen. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, da müssen alle an einem Strang ziehen: Politik, Konsument, Forschung, Bauern, Züchter, Gärtner. Die Bio-Branche muss sich da ihrer Verantwortung stellen. Es geht ja nicht allein um uns hier in Mitteleuropa, sondern weltweit um die Existenzgrundlage von Millionen von Kleinbauern. Demeter wird dafür sorgen, dass dieses Thema auf dem Schirm bleibt und bearbeitet wird.

Demeter fördert die Verwendung biodynamischer Sorten Demeter, die Organisation der Biodynamischen Wirtschaftsweise, fördert die Nutzung zertifiziert biodynamisch gezüchteter Sorten in der Verarbeitung durch eine Beitragsrabattierung. 50 Prozent Beitragsnachlass können die Demeter-Hersteller für Produkte in Anspruch nehmen, deren Zutaten zu mindestens 50 Prozent aus biodynamischen Sorten bestehen. Verbraucher erkennen diese Produkte am entsprechenden Hinweis auf dem Etikette. Diese samenfesten Sorten, die als Kulturgut die Vielfalt fördern und auf Nahrungsqualität hin selektiert wurden, erfreuen sich inzwischen vor allem auch dank ihres charakteristischen Geschmacks und ihrer hohen Bekömmlichkeit zunehmender Beliebtheit. Um die Arbeit der biodynamischen Züchterinnen und Züchter weiter zu fördern, hat der Demeter e. V. außerdem eine Spende in Höhe von 10 000 Euro an den Verein Kultursaat übergeben, der die biodynamischen Züchtungsprojekte koordiniert, die Sorten bei den Prüf- und Zulassungsbehörden anmeldet und damit als Allgemeingut sichert.

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Produkte XXXXXXX

Wählen Sie das Demeter-Produkt des Jahres 2012 und gewinnen Sie Überraschungspakete Inzwischen hat die Wahl zum Demeter-Produkt des Jahres schon Tradition. Wieder entscheiden Sie durch Ihr Votum mit, wer die begehrte Auszeichnung bekommt. Aus dem üppigen Demeter-Sortiment mit mehr als 3 000 Lebensmitteln und Kosmetika haben Fachleute bereits eine Vorauswahl getroffen. Nun wählen Sie unter den sechs Vorschlägen Ihr Lieblings-Demeter-Produkt. Und wer Glück hat, gewinnt dabei sogar.

ErdmannHAUSER Weizen-Wölkchen-Zwieback mit Demeter-Honig Zwieback in Wölkchenform ist besonders passend für kleine Kinderhände – aber auch bei den Großen sehr beliebt. Weizen aus biologisch-dynamischer Züchtung, angebaut von Demeter-Bauern, die direkt bei ErdmannHAUSER anliefern, wird in der eigenen Spezialmüllerei gemahlen und handwerklich gekonnt verbacken. Freude an überschaubaren Zusammenhängen und der bewusste Umgang mit den wertvollen Zutaten in gemeinschaftlicher Arbeit wirken bis in den Geschmack hinein. Der knackige Wölkchenbiss erfreut und die feine Süße von Honig aus wesensgemäßer Bienenhaltung schmeichelt dem Magen. Dieser Zwieback ziert manches Büffet. www.erdmannhauser.de Antelmanns Dinkel-Vollkorn-Knödel Ist ein ausgesprochen pfiffiges Produkt des Demeter-Bäckers. Gleich mehrere Faktoren schlagen positiv zu Buche: die auch ökologisch und nachhaltig sinnvolle Nutzung des eigenen Brotes vom Vortag, dadurch die Minimierung von Lebensmittelmüll, die optimierte Auslastung der Backstube, die Kooperation mit den Caritas Werkstätten, wo Menschen mit Behinderungen in sorgsamer Handarbeit die Knödel rollen und verpacken und zu guter Letzt natürlich das ebenso leckere wie schnelle Lebensmittel. Es wird zudem ohne Schutzgas verpackt und ist sechs Wochen problemlos haltbar. www.derbiobaecker.de Lebensbaum Tajine Arabica Diese authentisch arabische Würzmischung ist pikant-aromatisch und vielseitig einsetzbar. Lebensbaum hat sie gemeinsam mit dem langjährigen Handels- und Kooperationspartner SEKEM aus Ägypten entwickelt. Die Rezeptur wurde bei arabischen Köchen abgeschaut, die erlesene Zutaten-Vielfalt mit Kumin, Koriander und Schwarzkümmel ist harmonisch aufeinander abgestimmt. Zusammen mit drei weiteren Würzkompositionen gehört Tajine Arabica zu einer neuen, gekonnt komponierten Produktlinie, die in hochwertigen Blechdosen verpackt auch noch ein attraktiver Blickfang ist. www.lebensbaum.de

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XXXXXXX Produkte

San Floriano Massagekerze Orange-Ingwer Wer die Massagekerze aus feinstem Olivenöl, Bienenwachs und ätherischem Öl entzündet, wird schon allein vom Duft berührt. Warmes Ölwachs mit dem Aroma von Orange und Ingwer macht jede Massage zum Wohlfühlerlebnis, wirkt bis in die Tiefe und entspannt nachhaltig. Massagekerze entzünden, etwa vier Minuten brennen lassen, Flamme auspusten, das warme Massageöl auf die Hand gießen, auftragen und einmassieren – fertig. Das innovative Produkt überzeugt durch handwerkliche Verarbeitung, begeistert durch Design und in der Anwendung. www.sanfloriano.de

Monte Ziego Ziegenfrischkäse in Olivenöl und Kräuter Das nennt man Synergieeffekt: Dank des Engagements der Null-Energie-Käserei von Monte Ziego haben in der Region Landwirte auf Demeter-Milchziegenhaltung umgestellt. Die rahmige Milch der kleinen Wiederkäuer wird zum aromatischen Ziegenfrischkäse veredelt. In Olivenöl mit Kräutern eingelegt, ist er ein Genuss für alle, die das Besondere schätzen. Das haben auch die Experten so bewertet, denn 2009 wurde der Monte Ziego bei der Käseweltmeisterschaft mit dem Titel „Cheese of the Year“ ausgezeichnet. www.monteziego.de

Beutelsbacher Karottensaft Rodelika milchsauer vergoren Wenn milchsauer vergorener Saft mild und fruchtig ist, kommt zum Gesundheitsaspekt aufgrund der überwiegend rechtsdrehenden L+ Milchsäure das angenehme Geschmackserlebnis. BEUTELSBACHER erreicht das mit regionaler Ware und dank reichlich Erfahrung. Der Karottensaft zeichnet sich aus durch biodynamisches samenfestes Saatgut, nicht Hybridsaatgut. Dieser Möhrensaft aus Rodelika-Karotten ist sortenrein und steht für die Innovationskraft innerhalb der Demeter-Gemeinschaft. Wer den BEUTELSBACHER Karottensaft Rodelika milchsauer vergoren genießt, stärkt zugleich die biodynamische Gemüsezüchtung, die unabhängig macht von Agro-Gentechnik. www.beutelsbacher.de

COUPON Unter allen Einsendungen verlosen wir je vier Frühstückspakete für den guten Start in den Tag, Genießerpakete mit mediterranen Spezialitäten, Neuheitenpakete zum Entdecken der brandaktuellen Überraschungen. Stylishe Tasse, Müslischale oder Glas in dezentem Demeter-Design gehören bei allen Paketen natürlich dazu. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Ergebnis der Wahl lesen Sie im Demeter Journal Nr. 13, das im Februar 2012 erscheint – und natürlich unter www.demeter.de sowie bei facebook unter Demeter Journal.

Einsendeschluss für Ihr Votum ist der 1. Dezember 2011

Ich wähle: als Demeter-Produkt des Jahres 2012.

Name des Produkts

Vorname: Name: Straße: Postleitzahl, Ort: E-Mail-Adresse: Schicken Sie Ihr Votum bis spätestens 1. Dezember 2011 per Post an: Demeter e. V., „Produkt des Jahres“, Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, oder per Fax an: 06155 846911 oder per E-Mail an demeterjournal@demeter.de


Nachgefragt

Der Bauer, das unbekannte Wesen

Dem Boden den Hof machen – dank Trägerverein helfen viele mit Viele Menschen wissen heute besser darüber Bescheid, was in der Werkstatt mit ihrem Auto gemacht wird, als darüber, wie Nahrungsmittel entstehen. Immer mehr Konsumenten legen jedoch Wert darauf, dass mit Boden, Pflanze und Tier respektvoll umgegangen wird. Sie wollen auch wissen, was den Boden auf Demeter-Höfen so lebendig und wertvoll macht – und wem er eigentlich gehört.

Der 85-jährige Josef Moisel lacht: „Am Nächsten bin ich meinem Boden, wenn ich wirklich auf allen vieren im Garten über die Beete krieche.“ Der agile Rentner bewirtschaftet immer noch 3 000 Quadratmeter rund um sein Haus in Siegen-Seelbach. Er erntet oft so reichlich, dass er gern abgibt, was in Keller und Küche keinen Platz mehr findet. Gesunde Ernährung fängt für Moisel beim Boden an. „Der Boden hat großen Wert, es heißt nicht umsonst Mutterboden. Er ist eine Kostbarkeit, die wir hegen und pflegen müssen, nicht drangsalieren.“ Mindestens alle vier Wochen kommt Moisel auf den Birkenhof, der seit fast 20 Jahren biodynamisch bewirtschaftet wird. Auf den Höhen über Siegen treffen sich die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins „Landwirtschaftliche Gemeinschaft Siegerland e. V.“ regelmäßig. Josef Moisel gehört zu den Gründungsmitgliedern: „Ich bin ein Mann der ersten Stunde.“ 200 Frauen und Männer, viele mit Kindern, haben sich der Gruppe angeschlossen und den Birkenhof übernommen.

„Der Boden gehört allen, er ist Gemeingut. Das zeigen wir, indem er vom Verein verwaltet und an die Landwirte verpachtet wird.“ Moisel macht eine Rechnung auf: „Jeder Mensch auf dieser Welt hat Anspruch auf 17 Quadratmeter Land. Die Landwirtschaft bündelt diese Fläche für viele und sorgt für unsere Ernährung.“ Biodynamisch geht das am sinnvollsten und besten, ist er überzeugt. Schon vor über 50 Jahren machte er mit seinem naturgemäßen Gartenbau Erfahrungen, die er gern weitergibt. Rudolf Steiners Impulse für gute Lebensmittelerzeugung leiten ihn. „Vom Boden leben wir“, sagt auch Stefan Roth, auf dem Birkenhof für den Ackerbau zuständig. Wie Moisel hat der Bauer eine sinnliche Beziehung zum Boden. Er atmet und riecht den Boden, drückt

Der Boden ist Gemeingut ihn in der Hand zusammen, zerkrümelt ihn und prüft, wie locker er ist, wie feucht, was die Wasserhaltekraft zeigt, wie die Durchwurzelung ist, wie viel Würmer er entdeckt und ob das Land reif ist für die Bestellung. „Gerade im Frühjahr gehe ich ganz gezielt hin und schaue mir unsere Böden genau an.“ Nicht nur der Tierbauer verbindet sich mit seinen Tieren, auch der Ackerbauer entwickelt eine Beziehung zum lebendigen Orga30 Demeter Journal


Nachgefragt

nismus Boden. „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis“, erklärt Roth. Er merkt es zum Beispiel, wenn er ein Stück Land abgeben muss, und seien es nur 2 000 Quadratmeter, die bei den 95 Hektar Hofland flächenmäßig keine wirkliche Bedeutung haben. „Das ist schon schmerzhaft, ähnlich wie der Abschied von einem Tier.“ Während die Tiere den Menschen durch das täglich zweimalige Füttern binden, prägt der Jahresrhythmus die Beziehung zum Boden. Für Stefan Roth und seine Partner auf dem Birkenhof ist sichtbar, wie sich das Land in den 17 Jahren biodynamischer Bewirtschaftung verändert hat. „Die Erträge sind gut, der Boden ist viel feiner, krümeliger, fruchtbarer. Da merken wir die Wirkung der Präparate und unserer durchdachten Fruchtfolge.“ Wenn der Pflug fast mühelos durch die Krume schnurrt, geht das Herz von Ackerbauer Roth auf. Davon spricht er, wenn er bei Veranstaltungen und Führungen Verbrauchern seine Arbeit nahebringt, eine Handvoll Erde zeigt und erläutert, dass darin mehr als 10 Milliarden Tierchen, Pilze und Bakterien agieren. Das sind mehr, als es Menschen auf der Erde gibt. Der Trägerverein des Hofes lädt häufig ein und erfüllt damit auch einen Bildungsauftrag. „Ohne die Menschen des Vereins stünde der Hof heute nicht so gut da“, zeigt sich die Birkenhof-Gemeinschaft überzeugt. Sie empfindet es als soziale Entlastung, dass das Land dem Verein gehört und Menschen dafür einstehen, dass es hier biodynamisch weitergehen kann. „Die Vereinsmitglieder sprechen ganz selbstverständlich von ihrem Hof, sagen, wir machen jetzt das und als Nächstes jenes. Das stärkt uns alle.“ Und wenn dann ganz spontan ein Vereinsmitglied kommt, um die Obstbäume zu schneiden, schickt Stefan Roth bereitwillig auch mal seinen Auszubildenden mit, damit die gegenseitige Hilfe gewährleistet ist.

Der Birkenhof im Siegerland: Gemeinschaft entwickelt eine Kulturstätte Neue Wege in Landwirtschaft, sozialem Miteinander und Wirtschaften prägen den Birkenhof in Wilnsdorf. Hier im Siegerland entwickelt sich im Zusammenwirken von Betriebsgemeinschaft, Trägerverein und Konsumentinnen und Konsumenten eine vielfältige Kulturstätte. 1994 übernahm der gemeinnützige Verein „Landwirtschaftliche Gemeinschaft Siegerland e. V.“ den Hof. Veronika und Stefan Roth, Frauke und Eckard Jungclaussen sowie Claudia Fischer und Stephan Honert versorgen mit Auszubildenden, FÖJ-lern und Beschäftigten 25 Milchkühe mit Nachzucht und Zuchtbullen, Schweine, Esel, Zwergziegen und Hühner mit hofeigenem Futter von 95 Hektar Acker und Wiesen. Getreide wird zu kräftigem Brot und feinen Backwaren und wie Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Wurst sowie Milch, Quark und Joghurt direkt vermarktet. Mittwochnachmittags lädt das Ladencafé zu Kuchen und einem Plausch über neue Ziele: Bau von Ferienwohnungen, Veranstaltungsraum oder Wohnprojekt für Ältere.

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Begegnen

Das Goetheanum beeindruckt

Ein Bauwerk, das Selbsterkenntnis hervorrufen möchte Ein Porträt von Rudolf Steiner und das von ihm entworfene Goetheanum – diese beiden Bilder fanden sich beinahe in allen Berichten zum 150. Geburtstag Rudolf Steiners. Auch wenn eine Kuh mit unversehrten Hörnern auf einem Demeter-Hof oder ein Wandtafelbild in der Waldorfschule Kennzeichen anthroposophischen Denkens sind: Nichts ist so sehr zum Sinnbild der Anthroposophie geworden wie das Goetheanum.

Tempeln oder Pyramiden steht der Altar, der Opfertisch, wie im alten Griechenland vor dem Tempel. Wer durch den sprichwörtlich übermenschlichen Säu-

Foto: Charlotte Fischer

Wie die Anthroposophie selbst ist es beeindruckend groß, mit vielem, was unverständlich bleibt, muss nicht unbedingt gefallen, versetzt aber in Bewegung. Seine Formen, so Rudolf Steiner, sollen anregen, das eigene Schicksal begreifen zu lernen. Ein Bauwerk, das Selbsterkenntnis hervorrufen möchte – wie ist das möglich? Für die Antwort hilft ein kurzer Exkurs in die Linie „großer Bauwerke“: „Warum sind die Stufen so hoch?“, fragte ein Teilnehmer einer Reisegruppe, die gerade vor dem Apollontempel auf der Akropolis stand. Die einfache Antwort des Reiseführers: „Weil die Stufen nicht für den menschlichen Schritt gedacht sind, denn es ist ein Haus der Götter und ihnen ist die Übergröße angemessen.“ Allein Hohepriester dürfen das Innere des Tempels betreten, kultischen Verrichtungen geschehen vor seinen Toren. Auch bei den ägyptischen 32 Demeter Journal

Die Begegnung mit dem anderen Menschen lenwald des Amuntempel von Theben wandelt, spürt noch etwas von dieser übermenschlichen Bestimmung. Als der Archäologe Adolf Furtwängler Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Insel Ägina vor Athen den Aphaiatempel

ausgrub, machte er eine sensationelle Entdeckung. Am hinteren Ende des Tempels, jenseits des Allerheiligsten fand sich ein kleiner Altar erstmals innerhalb des Tempels und auf dem Altar stand eine Opferschale, allerdings unberührt. Was sich hier an einem der schönsten griechischen Tempel andeutet, geschieht 500 Jahre später als eine geistige Revolution: Mit dem Christentum und ihren frühen Kirchen wandert der Altar in das Gotteshaus hinein und mit dem Altar der Mensch selbst. Die Kirche ist der Begegnungsort von Mensch und Gott, das Göttliche senkt sich, das Menschliche erhebt sich. Das Abendmahl von Leonardo da Vinci ist das vielleicht schönste Bild dieser Gemeinschaft. Von Martin Luther stammt der nachdenkliche Satz: „Ich will nicht wissen, wie Gott aussieht, sondern, wie er mich anschaut.“ Damit sind die beiden Seiten der Begegnung, des


Begegnen

Der göttliche Funke im anderen Mit dem Goetheanum und verwandten Bauwerken hat eine neue Kategorie spiritueller Bauwerke begonnen. Wieder geht es um Begegnung, aber diesmal nicht mit Gott, sondern mit dem anderen Menschen oder genauer dem Göttlichen im anderen Menschen. Und um dem anderen Menschen in seiner Größe und Widersprüchlichkeit begegnen und ihn verstehen zu können, muss man sich selber begegnen. Nur wer sich selbst kennt, kann andere kennenlernen. Wer dem folgt, entdeckt sehr bald, dass es bei dieser Selbstbegegnung vor allem um diejenigen Bezirke der eigenen Persönlichkeit geht, welche die Begegnung scheuen, die inneren Baustellen, die ungeklärten, dunkleren Seiten. In dem großen Roten Fenster des Goetheanums ist zu sehen, welche Wendung man durchmacht, wenn man sich ins Angesicht nimmt. Aus der Verzweiflung angesichts der eigenen Schwächen wird eine neue Stärke, man wächst über sich hinaus. Neben dieser inneren Klärung gibt es einen zweiten, vermutlich ebenso wichtigen Schlüssel, wenn es um menschliche Begegnung geht: Entwicklung. Es ist zwar schon von Heraklit im Altertum überliefert, dieser Grundsatz „panta rhei“ (alles fließt), und doch gelingt es nur in langsamen Schritten bis in die Knochen verstehen zu lernen, dass alles in Entwicklung begriffen

ist – vor allem dort, wo es um das Leben und die Seele geht. Auf drei Ebenen rufen deshalb Formen und Farben im Großen Saal des Goetheanums dem Besucher zu, dass es um Entwicklung geht. Die Glasfenster erzählen davon, dass jeder Mensch in ein Prozess ist, nie der gleiche ist, sondern fortwährend sich wandelt. Die Deckenmotive erinnern daran, dass man außerdem mit allen anderen Menschen gemeinsam in einer geschichtlichen Entwicklung steht. Die Formen am Fuß und Ende der Säulen sind es, die von der großen Entwicklung, der Evolution des Lebens sprechen. Sich mit allen Gliedern seines Leibes daran zu erinnern schenkt das Vermögen, im anderen Menschen den Himmel, das Höhere zu entdecken. Darauf scheinen Gebäude wie das Goetheanum zu warten. Erst in diesem Moment werden sie zu Tempeln, wenn geistige Begegnung möglich wird, wenn der Mensch im anderen den Stern, den göttlichen Funken zu sehen beginnt. Wolfgang Held, Beauftragter für Kommunikation am Goetheanum

Das Goetheanum

In der Juralandschaft zehn Kilometer südlich von Basel erhebt sich auf dem Dornacher Hügel das Goetheanum, Zentrum eines weltweit tätigen Netzwerks spirituell engagierter Menschen. Das Goetheanum ist Sitz der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Veranstaltungen – von Vorträgen, Fachkolloquien und Ausstellungen über Schauspiel- und Eurythmieaufführungen bis zu großen internationalen Kongressen – bieten die Möglichkeit, sich auf künstlerischem und wissenschaftlichem Feld über spirituelle Fragen auszutauschen und fortzubilden. Theatervorführungen oder das Speisehaus laden ebenso ein wie Buchhandlung oder die Gärtnerei. www.goetheanum.ch

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Bauern gesucht! Die Grünsfelder Ölmühle sucht leistungsfähige, zuverlässige und auf langfristige Zusammenarbeit ausgelegte Kontakte zu DEMETERLandwirten im Bereich Ölsaaten. Eines der Hauptanliegen der Grünsfelder Ölmühle bzw. Seitenbacher war es schon immer, in Deutschland angebaute Rohstoffe zu verarbeiten, um die einheimische Landwirtschaft zu unterstützen. Deshalb suchen wir Sie! Schreiben Sie uns einfach kurz eine E-Mail oder rufen Sie uns an!

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Dialogs beschrieben: schauen und angeschaut werden. Wohl niemals großartiger ist dieser menschlich-göttliche Begegnungsraum gebaut worden als in den gotischen Kathedralen. Der Ausspruch „Ich bin das Licht der Welt“ wurde zum Leitstern, wie dieser Begegnungsraum sein müsste, lichtdurchflutetet mit farbigen Fenstern.

Frau Liza Pfannenschwarz Tel. 06281 / 1485 mail@gruensfelder.info

Vielen Dank!


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Rechtzeitig planen mindert den Festtagsstress

Sinnvoll schenken: Buch und mehr Wer rechtzeitig plant, gewinnt Zeit für die entspannte Begegnung an den Feiertagen und kann das Geschenk in aller Ruhe so richtig schön individuell gestalten. Das Demeter Journal schlägt die Kombination von geistiger Nahrung (sprich: Buch) und kleinen leckeren Dreingaben vor. Lassen Sie sich inspirieren. Und vielleicht ist ja ein Tipp genau richtig für Ihren eigenen Wunschzettel? Die Zukunftsmacher – Eine Reise zu Menschen, die die Welt verändern – und was Sie von ihnen lernen können. Joanna und Wolfgang Hafenmayer, oekom. Ernst Ulrich von Weizsäcker nennt das Buch „einen faszinierenden Blumenstrauß des Optimismus“ – besser kann man es nicht sagen. Dazu passen Geschenke der Bienen, die auf ihre Art Zukunft sichern. Ein Glas Honig vom Demter-Imker (Adressen unter www.demeter.de), die Bienenwachsmassagekerze von San Floriano (w w w.sa nf loria no.de) und eine Bienenpatenschaft zur Unterstützung der Ausbildungs- und Forschungsarbeit von Mellifera e. V. (www.beegood.de).

Food Crash – wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr. Felix Prinz zu Löwenstein, Pattloch Verlag München. Als Öko-Landwirt und Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ist der Autor Insider. Aus seiner Erfahrung und Reflexion macht er konkrete Vorschläge für eine ökologische Intensivierung weltweit und völlig neue Prioritäten für die Landwirtschaft. Verständlich geschrieben, anregend – wirkt kraftvoll für Veränderungen. Dazu passt sortenreiner Traubensaft der Demeter-Winzer und -Safter, der genauso klar und eindeutig schmeckt und die Transformation von Sonne, Erde und Wind spiegelt, wie sich das Buch liest.

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Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen – Aimee Bender, Berlin Verlag. Die neunjährige Rose Edelstein schmeckt in jedem Essen die Stimmung der Menschen, die es zubereitet haben. Eine besondere Gabe, ein bewegendes Buch, das den eigenen Blick auf die Nahrung erweitern wird. Was würde dazu besser passen als ein mit Liebe gebackener Zitronenkuchen? Etwas einfacher ist es, eine Demeter-Zitrone mit den weihnachtlichen Gewürzen Zimt und Anis oder Koriander (www.lebensbaum.de) zu spicken und in Muskat und Zimt zu rollen. Dieses Duftpotpourri steigert die Sinnlichkeit des Buches geradezu magisch.

Fair ness – der Schlüssel zu Kooperation und Vertrauen, Norbert Copray, Gütersloher Verlagshaus. Regt an, das eigene Fairnesspotenzial zu erkennen, als Schlüsselkompetenz zu nutzen und noch aktiver gesellschaftliche Verantwortung zu übernemen. Ein neuer Blick auf ein altes Thema. Eine schöne Verpackung erleichtert den Zug Zugang: selbst getrocknete Orangenscheiben (natürlich bioOrangen dynamisch dynamisc und fair) und Lorbeerblätter aauf einen dünnen Draht fädeln un und um das Buch schlingen. Duftet auch noch anD genehm. genehm Und dazu ein Paket Demeter-Datteln von Sekem, Deme einem weltweit beachteten Mow dellprojekt verantwortungsdellpr bewussten Handelns in b Ägypten.


Geschenktipps

Das Tahiti-Projekt – Dirk C. Fleck, Piper. Dieser Öko-Thriller aus dem Jahr 2022 fesselt doppelt. Denn alle die beschriebenen, allzu futuristisch klingenden Maßnahmen des neuen ökologischen Paradieses gibt es längst (samt Links). Das macht Hoffnung angesichts durch Menschen verursachter Katastrophen der Echtzeit. Bei der Lektüre tut Entspannung gut. Als Dreingabe also ein selbst gemachtes Badeöl dazu schenken. Dafür 50 ml gutes biodynamisches Pflanzenöl (neutral ist z. B. mit je 20 Tropfen Mandelöl) m von den Demeter-Aromaölen Orange und Zitrone von Primavera life (www.primavera-life.de) mischen ra-l und mit fein abgeschälter Orangensch und Zitronenu schale in eine schöne Glasflasche füllen.

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emäß dieser Firmenphilosophie entwickelt Martina Gebhardt seit über 30 Jahren hochwertige, wohltuende Naturkosmetik, die höchsten Ansprüchen gerecht wird.

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er Kosmetikbetrieb ist in einem über 800 Jahre alten Bauernhof im bayrischen Rott untergebracht. Dieser wurde mit viel Liebe zum Detail umgebaut und restauriert. Im Voralpenland liegt das 7000 qm große Anwesen unweit des Ammersees. Bei Martina Gebhardt Naturkosmetik arbeiten rund 30 Mitarbeiter, die mehr als 140 Kosmetikprodukte herstellen, verpacken und vertreiben.

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Natürlich Weihnachten feiern – Deko- und Geschenkideen mit Naturmaterialien Herausgegeben von Sheherazade Goldsmith, Dorling Kindersley Verlag. Wer adventliche Deko und weihnachtliche Geschenke selber machen möchte, findet hier reichlich Anregungen und sogar sinnvolle Last-Minute-Geschenke wie ein Kräuterkörbchen für die Küche, würzig aufgepeppte Öle, rasch eingelegte Zitronen mit orientalischem Aroma oder würzig aufgepeppte Knabbernüsse.

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White-Christmas-Effekt

Psychologen nennen es den White-Christmas-Effekt. Denken wir an Armstrongs „I´m dreaming of a white Christmas“ werden im Gehirn genau die Bereiche aktiviert, die für das Hören zuständig sind. Deshalb kommt es uns so vor, als hätte sich die Melodie in unserem Kopf eingenistet, und wir meinen sie sogar zu hören, wenn es still ist. Musik im Kopf soll Müdigkeit verringern und unsere Bewegungen rhythmischer machen.

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Hintergrund XXXXXXX

Sekem gehört schon dazu

Gemeinwohlökonomie: das Marktstreben ethisch umpolen Das neue Konzept „Gemeinwohlökonomie“ betrachtet Menschenwürde, Solidarität, Kooperation, Vertrauen, Verantwortung und Mitgefühl als zentrale Werte des Wirtschaftens. Mehr als 100 Unternehmen wenden die Gemeinwohlbilanz bereits an. Sie bilanzieren soziale, ökologische, demokratische und solidarische Werte. Gemeinwohlökonomie baut damit genau auf den Werten auf, die zwischenmenschliche Beziehungen gelingen lassen. Diese humanen, nachhaltigen Verhaltensweisen werden anhand der „GemeinwohlBilanz“ gemessen und mit Anreizen belohnt: Marktstreben wird „ethisch umgepolt“. Heute gilt Finanzgewinn als entscheidendes Kriterium für unternehmerischen Erfolg. In der Gemeinwohlökonomie muss nicht das Geld stimmen, sondern die Gemeinwohlbilanz. Gemeinwohlökonomie soll als Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene eine Brücke von Altem zu Neuem schlagen. In der Vision der Gemeinwohökononomie heißt es dazu: Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg werden anhand gemeinwohl orientierter Werte definiert. Ziel ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und den Planeten. Menschenwürde, globale Fairness und Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind dabei wesentlich. Auf gesellschaftlicher Ebene ist die Bewegung für eine Gemeinwohlökonomie eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht. Sie versteht sich 36 Demeter Journal

als ergebnisoffener, partizipativer, lokal wachsender Prozess mit globaler Ausstrahlung. Der rechtliche Anreizrahmen für die Wirtschaft wird umgepolt von Gewinnstreben und Konkurrenz auf Kooperation und Gemeinwohlstreben. Unternehmen werden für gegenseitige Hilfe und Kooperation belohnt.

Soziale, ökologische, demokratische und solidarische Werte bilanzieren Unternehmen mit guten Gemeinwohlbilanzen erhalten rechtliche Vorteile: niedrigere Steuern, geringere Zölle, günstigere Kredite, Vorrang bei Forschungs-programmen. Der Markteintritt wird für ethische Akteure erleichtert und ihre Produkte wie auch Dienstleistungen werden billiger als unethische, unfaire und unökologische. Die finanzielle Bilanz wird zur Nebenbilanz. Kapital wird vom Zweck zum Mittel. Die repräsentative Demokratie wird ergänzt durch direkte und partizipative Demokratie. Alle Eckpunkte sollen in einem breiten Basisprozess durch intensive Diskussion ausreifen, bevor sie

von einem direkt gewählten Wirtschaftskonvent in Gesetze gegossen werden. Seit dem Start des „Gesamtprozesses Gemeinwohlökonomie“ im Oktober 2010 sind Hunderte Menschen in diversen Staaten aktiv geworden. Sie engagieren sich in „AkteurInnensträngen“. Zu den Mitstreitern und Vorbildern für Gemeinwohlökonomie zählt auch das biodynamische Projekt Sekem mit zahlreichen Demeter-Farmen und -Unternehmen in Ägypten. www.gemeinwohl-oekonomie.org

Buchtipps „Neue Werte für die Wirtschaft. Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus.“ Der Autor und politische Aktivist Christian Felber hat 2008 in seinem Buch die Grundlagen für die Gemeinwohlökonomie ausgearbeitet.

„Geld und Karma – Von der Krise zur Neuordnung des Geldwesen." Bernhard Steiner, Pforte Verlag Dornach, stellt die ScheinWelt des Kapitals eine Wesensbetrachtung des Gelds gegenüber und fordert letztlich anderes Geld, nicht mehr Geld.


Rätselhaft

In welchem Jahr gab Steiner den Impuls für Demeter-Landwirtschaft? Nutzen Sie Ihre Chance. Schreiben Sie die richtige Zahl auf eine Postkarte an: Demeter e. V. – Rätsel Demeter-Journal Brandschneise 1 – 64295 Darmstadt oder schicken Sie eine E-Mail mit der Lösungszahl an: demeterjournal@demeter.de Stichwort: „Rätsel Demeter Journal“ Einsendeschluss ist der 18. Dezember 2011. Absender nicht vergessen. Fortuna entscheidet auch bei Demeter.

Sie können gewinnen. Wir verlosen unter allen richtigen Einsendungen einen erholsamen Wochenendurlaub auf drei Demeter-Höfen für zwei Personen. Reisen Sie als Gewinner des Rätsels auf den Hof Klostersee in der Lübecker Bucht. Der 140 Jahre alte Hof liegt ruhig am Waldrand. Park, Hofbibliothek, viele Spiele,

Kaminzimmer, die Kühe und Ziegen sowie der Hofladen mit vielen eigenen Produkten garantieren optimalen Urlaub mit vielen inspirierenden Eindrücken. www.hof-klostersee.de Die Ferienwohnungen der Hofgemeinschaft Heggelbach ganz in der Nähe des Bodensees sind alle umweltfreundlich aus Holz gebaut und bieten grandiose Ausblicke. Spielwiese, Ställe, der Bach und schöne Wanderwege sowie verlockende Ausflugsziele laden ein und runden das vielfältige Hofleben ab. www.hofgemeinschaft-heggelbach.de Vom Ausbacherhof der Familie Pfleger sind es gerade mal 30 Kilometer nach Kaiserslautern. Hier wurde das Wirtschaftsgebäude baubiologisch zu Ferienwohnungen umgebaut. Der hofeigener Naturkostladen bietet auch Fleisch, Wurst, Kartoffeln, Brot, Brötchen und Kuchen aus eigener Produktion. Wer mag, darf sogar mitarbeiten in der Bäckerei oder im Stall. www.lebendige-erde.de

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XXXXXXX Schlusspunkt

Mit Demeter Flagge zeigen Sie wollen mit Demeter Flagge zeigen? Vielleicht am 21. Januar 2012 bei der Kundgebung für eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft in Berlin? Details dazu finden Sie unter www.meine-landwirtschaft. de. Auch wenn die gentechnikfreie Zone rund um Ihre Heimatgemeinde beschlossen wird, ein Hoffest ansteht oder eine Verbraucheraktion nötig ist, helfen Demopakete von Demeter. Einfach bestellen beim Demeter e. V., Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, Telefon 06155/84690, E-Mail info@demeter.de. Großes Demopaket 29,90 Euro netto inklusive Versandkosten mit Schwenkfahne, Button, T-Shirt (Größe und blau oder schwarz angeben), Cap blau oder schwarz sowie Pin. Die kleine Version à 9,90 Euro netto inklusive Versandkosten stattet Sie mit kleiner Schwenkfahne und Button aus. Außerdem im DemeterAngebot große Hissflagge quer, Biobaumwollbeutel mit langem Henkel, Feldtafel „ohne Gentechnik“ sowie Luftballons. www.shop.demeter-service.de

VORSCHAU Das nächste Demeter Journal erscheint im Februar.

Schlusspunkt

Zeiten der Herausforderung stellen immer auch unsere Werte infrage. Erst recht, wenn wir uns mit existenziellen Krisen wie den Verwerfungen in Wirtschaft und Finanzwesen konfrontiert sehen. Wo ein übertriebener Individualismus zunehmend an seine Grenzen stößt, erwächst der Gedanke an ein neues „Wir“, an wechselseitige Verbindlichkeiten, Verantwortung und Solidarität. Dabei geht es nicht darum, schlicht neue Werte zu proklamieren. Vielmehr entstehen diese neuen Werte in einem fast schon natürlichen Entwicklungsprozess. Schon lange vor der Krise der Weltwirtschaft haben zahlreiche gesellschaftliche Gruppierungen und mutige Einzelpersonen den Raum für dieses neue Wir geöffnet. Wenn der Soziologe Jeremy Rifkin von der „empathischen Zivilisation“ spricht oder der Gesellschaftswissenschaftler Paul Ray vom Erstarken der „kulturell Kreativen“, dann können wir miterleben, wie in der konstruktiven Reibung an dem, was nicht mehr trägt, neue Werte mit größerer Spannweite reifen. Nicht als Postulat, sondern als Resultat konkreter Lebenspraxis. Damit solche Bewegungen noch mehr gesellschaftliche Wirkungskraft erlangen, bedarf es der Selbstvergewisserung und des Dialogs. Denn nur dort, wo wir erkennen, was uns in unseren eigenen Anliegen mit dem großen Ganzen, mit all den anderen Engagierten verbindet, entwickelt sich ein nachhaltiger Gestaltungsimpuls. Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere Werte leben und solche Gemeinsamkeiten schaffen, entfaltet sich auch der Wandel zum Besseren. Dr. Jens Heisterkamp ist Chefredakteur des Magazins info3 (www. info3.de) und Mitbegründer des Magazins Wir – Menschen im Wandel (www.wir-menschen-im-wandel.de), das eine Plattform für eine neue Wertekultur schafft.

Verstehen

Genießen

Bauer und Gärtner sind im wahrsten Sinne des Wortes hautnah dran am Wechsel der Jahreszeiten. Wenn der Frühling naht, bricht die Erde auf, sprießt erstes Grün und muss der richtige Zeitpunkt für Bodenbearbeitung und Saat genutzt werden.

Für jeden Tag der Woche eine andere Suppe – mit diesen Rezepten lässt es sich gut kochen und genießen. Gesund leben

Wie bleibt das Herz gesund und der Kreislauf stabil?

Impressum Herausgeber Demeter e. V. Vorstand Klemens Fischer Brandschneise 1 64295 Darmstadt www.demeter.de Telefon 0 6155 84690 Fax 0 6155 846911 Leserservice demeterjournal@demeter.de Redaktion Renée Herrnkind, Journalistinbüro Schwarz auf Weiss, Wetzlar

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Grafik Eberle GmbH Werbeagentur GWA, Schwäbisch Gmünd Fotos Fotostudio Viscom: Siggi Schenk (Titel, S. 8 –13, 20 – 25, 28 – 29, 34 – 35, 37), Charlotte Fischer (S. 4, 32), Fotolia (S. 3, 14 –15, 16 –17, 30, 38), iStockphoto (S. 14) Anzeigen diana.hahn@demeter.de Vertrieb Naturkosthandel: andreas.schmidt@demeter.de, Vertrieb über Demeter-Hofläden, Demeter-Aktiv-Partner-Läden (DAP), Naturkostfachgeschäfte,

Bio-Supermärkte, Reformhäuser Druck Auflage: 150.000 Exemplare, Konradin Druck GmbH, Leinfelden-Echterdingen Wer mehr wissen will Lebendige Erde, Zeitschrift für biologisch-dynamische Landwirtschaft, Ernährung und Kultur – kostenloses Probeexemplar: Lebendige Erde, Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, 06155 84690, www.LebendigeErde.de

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Produkt des Jahres 2012 Die Nominierung der Fachjury

Weizen-Wölkchen-Zwieback

Dinkel-Vollkorn-Knödel

Tajine Arabica

ERDMANNHAUSER

ANTELMANN’S

LEBENSBAUM

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Demeter Journal | 12 | Winter 2011  

In dieser Ausgabe steht das Thema "Werte" im Fokus. Über den Nähr-Wert von Lebensmitteln wird viel gesprochen. Sie interessieren sich für de...

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