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www.demeter-im-osten.de Herbst 2012

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20 Jahre biodynamisches Wachstum in Berlin-Brandenburg Wissen, wo´s herkommt, das wird Verbraucherinnen und Verbrauchern immer wichtiger. Wie gut, wenn vor dem Genuss die persönliche Begegnung mit den Menschen möglich ist, die unser täglich Brot, rahmige Milch, handwerklich gereiften Käse, knackiges Gemüse oder saftiges Obst im Einklang mit den Kräften der Natur erzeugen. Die Bauern und Gärtner auf den rund 40 Demeter-Betrieben um Berlin und in Brandenburg folgen ihrem Ideal einer verantwortungsbewussten Agrarkultur, die nicht nur beste Lebensmittel hervorbringt, sondern zur Pflege der Erde beiträgt. Diesen Frauen und Männern und ihren Qualitätsprodukten können Sie hier begegnen – und natürlich bei Hoffesten, an Marktständen, in Bioläden. Die ganze Vielfalt der biodynamischen Gemeinschaft spiegelt sich da wieder: vom Samenbaubetrieb auf kleinster Fläche bis hin zum großen Hof mit Ackerbau, Milchvieh, Käserei und Hofladen, als Werkstatt für behinderte Menschen, Familienbetrieb oder als Betriebsgemeinschaft, im Besitz von Trägervereinen, Aktiengesellschaften, Stiftungen oder engagierten Privatpersonen. Alle entwickeln ihren Betrieb als individuellen Hoforganismus auf der Basis des Landwirtschaftlichen Kurses von Rudolf Steiner, der 1924 dem Impuls für die Biodynamische Wirtschaftsweise gab. Eine der Keimzellen von Demeter wurde kurz darauf die Marienhöhe in Bad Saarow. In der Region zwischen Ber-

lin und Breslau waren damals mehrere Tausend Hektar biodynamisch kultiviert. 1990 musste fast bei null angefangen werden, nur Marienhöhe als Insel im Meer der LPGs hatte überlebt. Und konnte wieder Impulse setzen: für die eigene Hofentwicklung und weit darüber hinaus. Manche Betriebsleiter oder Mitarbeiter auf heutigen Höfen der Arbeitsgemeinschaft für biologisch-dynamische Landwirtschaft in Berlin-Brandenburg haben dort Praktika und Ausbildungen gemacht. Schon Mitte der 90er-Jahre war dieser Zusammenschluss eine lebendige AG mit viel Austausch und guten Beratungsstrukturen. Eine Demeter-Erzeugergemeinschaft wurde gegründet, Verarbeitungsbetriebe in Berlin wie das Märkische Landbrot oder die Bäckerei Weichardt interessierten sich für die Bauern im Umland, es entstanden Kontakte und Verbindungen, von denen sich viele bis heute tragen. Das zeigt sich über die einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette hinweg in gegenseitiger Wertschätzung – bis hin zum Kunden. Die enge Zusammenarbeit mit den Verarbeitungs- und Vermarktungsbetrieben in Berlin und Brandenburg mündet nicht zuletzt im Bündnis fair & regional (www.fair-regional.de/), das gerechtes Wirtschaften und regionale Nachhaltigkeit auch im sozialen Sinne erfüllt. Demeter in Berlin und Brandenburg zeigt sich als Zusammenschluss von Bauern, Verarbeitern und Händlern, der den Menschen der Region eine wirkliche Alternative bieten kann: mit gesunder Landwirtschaft, Austausch untereinander, Ausbildung füreinander. Ein Zusammenschluss, der einfach Gutes für Mensch und Erde bewirkt, offen ist für Mitstreiter und Verbündete und kraftvoll und authentisch anziehend wirkt. e e dw t. Jakob Ganten www.demeter-im-osten.de/

Impressum Herausgeber Arbeitsgemeinschaft für biologisch-dynamischen Landbau Demeter Berlin-Brandenburg · Jakob Ganten · Hauptstraße 43 a 15374 Müncheberg OT Eggersdorf Telefon: 033432 72214 · www.demeter-im-osten.de Redaktion Renée Herrnkind · Journalistinbüro Schwarz auf Weiss, Wetzlar Grafik Eberle GmbH Werbeagentur GWA, Schwäbisch Gmünd Druck Auflage: 15.000 Exemplare · Konradin Druck GmbH, Leinfelden-Echterdingen

Direkt auf dem Demeter-Hof im Café sitzen und Leckereien genießen versüßt den Einkauf im Hofladen


Höfe kennenlernen Reportage

Ganz bequem

Mit der Abokiste kommt Frische ins Haus Zahlreiche Demeter-Höfe in Brandenburg liefern Frisches vom eigenen Beet oder Acker ins Haus. Die Abokisten können individuell zusammengestellt und meist ergänzt werden durch die üblichen Naturkostlebensmittel.

Von der Höfegemeinschaft Apfeltraum aus MünchebergEggersdorf mit Gärtnerei, Feldwirtschaft und Tierhaltung sind rund 30 verschiedene Gemüsesorten und ebenso viele Kräuter im Angebot. Vieles stammt inzwischen aus samen-

Landkorb heißt der Bio-Lieferservice vom Lindenhof. Die Gärtnerei Lindenhof mit ihren 15 Hektar Fläche ist das Herzstück des Landkorbes. Michael Sattler und seine fünf Mitarbeiter ernten bis zu 50 Sorten Gemüse, Beerenobst, Kräuter und Salate. Das 2 000 Quadratmeter große Gewächshaus sorgt auch im Winter für knackig-frisches Gemüse. In die Abokisten kommen als Ergänzung auch hochwertigen Lebensmittel von Bio-Höfen der Region. www.landkorb.de

Blumen gehören zur Kulturlandschaft

festen Sorten, die fruchtbar sind und besonders aromatisch. Jungpf lanzen ziehen die Gärtner selbst und vermarkten junge Tomaten-, Paprika- und Chilipf lanzen deutschlandweit im Internetshop. www.abokiste-apfeltraum.de

Ganz frisch aus der Region direkt ins Haus per Abokiste

Auf dem Familienbetrieb Florahof am nordwestlichen Stadtrand von Potsdam steht ein vielseitiger Gemüsebau auf über drei Hektar Land im Mittelpunkt. Dazu kommen auf 15 Hektar Kartoffeln, Getreide und Futterpf lanzen. Für die Zukunft des biodynamischen Landbaus bedeutend ist das Züchtungsprojekt für ein sogenanntes Zweinutzungshuhn, das hier vorangetrieben wird.

Der Brodowiner Ökokorb bringt das, was heute geerntet wird, morgen auf den eigenen Küchentisch. Gefüllt wird er mit über 20 verschiedenen Brodowiner Gemüsesorten, frisch gemolkener Brodowiner Milch, leckerem Käse aus der eigenen Meierei und was dann noch fehlt, wird von Brandenburger Bio-Bauern dazugekauft. www.brodowin.de

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Milchprodukte

Die Kühe sind die Seele der Höfe

Fütterung, Haltung und schonende Verarbeitung sorgen für höchste Milchqualität Demeter-Bauernhöfe sind ohne Tierhaltung nicht komplett. Im Mittelpunkt steht meist die Kuhherde – auch auf den vielseitigen Höfen hier in Berlin und Brandenburg sind sie die Seele des Betriebes. Weil die Tiere artgerecht mit viel Grünfutter und Heu versorgt werden, bietet ihre Milch reichlich Omegafettsäuren, Betacarotin, Vitamin E sowie konjugierte Linolsäuren (CLA). In den Demeter-Molkereien wird konsequent auf das Homogenisieren der Milch verzichtet. Der hohe Druck dabei wirkt nämlich nachteilig auf die Milchqualität. Das dadurch zerstörte Milcheiweiß kann sogar zu Unverträglichkeiten führen. Ultrahocherhitzen und ESL-Milch sind bei Demeter ebenso ausgeschlossen wie der Zusatz von Aromastoffen. Ausschließlich Aromaextrakte, also Auszüge und Konzentrate aus den jeweiligen Pflanzen, sorgen für ehrlichen Geschmack. Der Ökohof Kuhhorst liegt im havelländischen Luch. Als Modellprojekt zur beruflichen Eingliederung behinderter Menschen bietet gerade die hofeigene Käserei passende Arbeitsplätze und soziale Integration. Schnittkäse, Quark und Joghurtdessert werden hier handwerklich gekonnt zubereitet. Der größte Teil der Milch wird von der Meierei in Brodowin abgeholt und verarbeitet. Die stattliche Herde mit rund 90 Milchkühen garantiert für beste Qualität. Die Produkte werden über den Hofladen vermarktet und über Bioläden in Berlin. www.kuhhorst.de/

bedrohte Rasse. Ihre Milch wird zum großen Teil von der Gläsernen Meierei abgeholt und dient zudem als wertvoller Rohstoff für die hofeigene Käserei. Hier werden feinste Rohmilchkäse hergestellt. Als Hart-, Schnitt- und Frischkäse sind die Spezialitäten im Ab-Hof-Verkauf und bei Gaststätten und Läden der Region begehrt. Die bei der Käseherstellung anfallende Molke wird durch die Schweine veredelt – so nährt ein Teil des Hoforganismus den anderen – bestes Demeter-Prinzip. „Wir wissen, was drin ist – und vor allem, was nicht drin ist“, ist sich Fred Pörschke für seinen Feta, den CaciottaKäse und die Ziegenfrischkäse sicher. Die gibt es mit Dill, mit französischen Kräutern, Knobi und Paprika oder schlicht in Natur. 120 Toggenburger und Weiße Deutsche Edelziegen tummeln sich rund um den luftigen Laufstall auf den sieben Hektar Weiden des insgesamt 45 Hektar großen Familienbetriebes mitten in Brodowin. Im Ab-Hof-Verkauf, über den Großmarkt und in regionalen Läden lassen sich die Delikatessen der gesunden Ziegenmilch entdecken. www.ziegenhof-poerschke.de

Auf Hof Rittgarten in der Uckermark stehen die Alten Schwarzbunten im Mittelpunkt. Seit 20 Jahren bewirtschaften Uwe und Andrea Wesche ihren Betrieb biodynamisch. Sie züchten das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind, eine vom Aussterben

Das Ökodorf Brodowin liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Einer der größten Demeter-Betriebe Deutschlands mit 1.200 Hektar Fläche kann aus der Milch der gut 250-köpfigen Kuhherde und von 200 Milchziegen in der neuen Brodowiner Meierei tagesfrisch die Brodowiner Milch, Butter, Quark und Käse gewinnen. Die vielen Besucher auf dem Hof haben besten Einblick dank gläserner Fassade und können dann im gemütlichen Hofladen alle Brodowiner Lebensmittel mitnehmen. www.brodowin.de.

Die Brodowiner Milch wird direkt vor Ort frisch verarbeitet und in Flaschen und praktische Beutel gefüllt

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Getreide

Dank Biodynamischer Präparate wird der Boden fruchtbarer

Aus echtem Korn: Hofsorten und biodynamische Züchtung Auf den oft sandigen Böden der Mark Brandenburg hat Getreide nicht immer optimale Wachstumsbedingungen. Mit der Biodynamischen Wirtschaftsweise schaffen es Demeter-Bäuerinnen und -Bauern jedoch, den Boden lebendiger zu machen. So wird er nachhaltig fruchtbar. Die Biodynamische Getreidezüchtung bringt eigenständige, zertifizierte Sorten hervor, die von Müllern, Bäckern und Verbrauchern ebenso geschätzt werden wie alte Hofsorten. Hybridsorten sind für den Demeter-Getreideanbau nicht zugelassen. In der Hofgemeinschaft Apfeltraum in Müncheberg-Eggersdorf sorgt Stefan Schulz für den Feldbau: Getreide für die Bäckerei Märkisches Landbrot und Futter für die Apfeltraum-Tierhaltung. Dabei dominieren Weizen und Dinkel für das Brotgetreide. Übrigens: Auf dem Hof gibt es auch eine Ferienwohnung. www.hof-apfeltraum.de

Fruchtbarer Boden ist wichtigste Voraussetzung für bestes Getreide, wie diesen schwarzen Winteremmer

Zeit bekommt. Das Getreide kommt überwiegend von DemeterPartnern aus der Mark Brandenburg. Die Zusammenarbeit ist eng und partnerschaftlich (Initiative fair & regional). www.landbrot.de

Auf dem Bauerngut von Jürgen Templin in Libbenichen ist Ackerbau mit Getreide Hauptbetriebszweig. Auf Südrand des fruchtbaren Oderbruchs wächst bestes Brotgetreide, das überwiegend vom „Märkischen Landbrot“ in Berlin verbacken wird. Weizen und Dinkel stammen meist aus biodynamischer Züchtung. Die Mutterkuhherde der wunderschönen Salers-Rinder rundet den Hoforganismus ab. www.oekolandbau.de

Auch der Wulkower Hof an der Oderkante hat mit Märkischem Landbrot den passenden Partner für die Getreideernte gefunden. Vielseitig aufgestellt wird hier an der Landwirtschaft der Zukunft gearbeitet. www.oekospeicher.de

Die Kuhhorster gehören zum Berliner Unternehmensverbund „Das Mosaik“ und sind anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Aus dem hofeigenen Getreide entstehen direkt leckere Nudeln. Kuhhorster-Getreide geht auch an das Märkische Landbrot und die Bäckerei Vollkern. www.kuhhorst.de

Seit über 80 Jahren kommt MÄRKISCHES LANDBROT aus Berlin-Neukölln, seit 1981 wird ökologisch gebacken. Das Sortiment mit Spezialitäten wie Holzofenbrot, Lichtkornroggenbrot, Möhre-Walnuss-Brot oder Essener-Broten ist auf über 40 Sorten angewachsen. Aroma und Vitalität entfalten sich optimal, weil Getreide täglich frisch vermahlen wird, Quellwasser aus dem eigenen Brunnen kommt und der dreistufige Sauerteig

Uriges Vollkornbrot, knusprige Brötchen und feine Kuchen sind Markenzeichen der Bäckerei Vollkern in Rohrlack, frisch geliefert an Naturkostläden in Berlin und im Norden sowie Westen Brandenburgs. Spezialitäten aus Dinkel, mit Getreidekeimlingen und glutenfreie Produkte stehen für ehrliches Handwerk und regionale Handelsbeziehungen sind die Basis. Die fair&regional-Charta haben die Vollkerner mit unterzeichnet, die ihre Handwerkskunst und ihre Liebe zum Backen auch durch die Mitgliedschaft im Verein „Die Bäcker. Zeit für Geschmack e. V.“ dokumentieren. www.baeckerei-vollkern.de

Was mit viel Herzblut und Improvisation von Mucke und Heinz Weichardt begann, ist inzwischen ein Unternehmen mit über 30 Mitarbeitern in Berlin-Wilmersdorf. Die Bäckerei Weichardt feiert gerade 35-jähriges Jubiläum. Längst übernimmt Tochter Yvonne Verantwortung im Familienbetrieb. Dem Getreideaufschluss mit Milchsäurebakterien ist sie treu. „Wir setzen nicht auf Sauerteigkulturen, sondern auf Backferment, das unser Brot besonders magenmild und bekömmlich macht.“ Zum Sortiment zählen Kuchen, Torten, feine Gebäcke und Pralinen. www.weichardt.de

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Obst/Gemüse

Samenfeste Sorten bevorzugt

Regionale Qualität mit bester Frische Was gibt es Frischeres als voll ausgereiftes Obst und Gemüse der Demeter-Erzeuger aus der Region? An Marktständen, in Hofläden, Naturkostfachgeschäften und Bio-Supermärkten kommen zwei Pluspunkte zusammen: biodynamische Qualität und Regionalität.

Obst und Gemüse von Demeter-Gärtnereien aus Berlin und Brandenburg schmecken aromatisch, weil sie reif geerntet werden. Und sie sind deshalb besonders reich an wichtigen sekundären Pflanzenstoffen und Vitaminen. Die Transparenz beim Einkauf ist für viele Menschen ein wichtiges Argument, die Arbeitsplätze in der Region kommen noch dazu. Umweltschutz durch verringerten Transportaufwand, weniger Lärm, Schmutz und Abgase punkten außerdem. Als erster Bio-Verband hat Demeter Richtlinien für Pflanzenzüchtung erlassen und zertifiziert biodynamisch gezüchtete Gemüsesorten. Sie garantieren höchste Nahrungsqualität und besten Geschmack, denn schon bei der Selektion zählen Vitalität, Aroma und Bekömmlichkeit. Den Demeter-Gärtnerinnen und -Gärtnern ist wichtig, dass sie damit auch Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen erreichen, die auf Agrogentechnik setzen. So wird Saatgut zum Kulturgut in der Verantwortung von Bauern und Gärtnern, nicht zum profitorientierten Wirtschaftsfaktor. In der Gärtnerei Apfeltraum von Annette Glaser und Boris Laufer gedeihen im Freiland auf 3,5 Hektar und im Gewächshaus rund 30 verschiedene Gemüsesorten und viele Kräuter. Der Akzent geht in Richtung Feingemüse für die Direktvermarktung, die Berliner Marktstände und 6

für den Abokisten Lieferservice des Hofes. Eindeutiger Liebling ist die Tomate mit ihren vielen verschiedenen Sorten. Auch die Jungpflanzen zieht die Gärtnerei selbst und bietet Tomaten-, Paprika- und Chilijungpflanzen sogar deutschlandweit im Internetshop an. Große Aufmerksamkeit verlangt die sorgsame Vermehrung von Gemüse- und vor allem Salatsaatgut für die Bingenheimer Saatgut AG, natürlich aus samenfesten Sorten. www.hof-apfeltraum.de

Die Gärtnerei Libbenichen von Hubert Heimen und Hans-Peter Frucht entstand mit dem benachbarten Bauerngut von Jürgen Templin. Neun Hektar bieten Platz für Feingemüse, das den Berliner Naturkostmarkt bereichert. Salat, Radieschen, Fenchel und Porree sind die wichtigsten

Arbeiten, wie Hacken, Grubbern, Eggen sowie zur Ansaat von Gründüngung und Zwischenfrüchten werden im Betrieb Pferde eingesetzt. Das spart Energie, schont den wertvollen Boden und bietet das faszinierende Bild einer durch und durch lebendigen Landwirtschaft. Direkt an der Pretschener Spree im Unterspreewald atmet das Landgut Pretschen tausendjährige Geschichte. Seit 1999 wird hier biodynamisch gewirtschaftet. Eine echte Spezialität ist die Chicoréetreiberei. Sie ist eine der größten im deutschen Bio-Bereich und die größte im Demeter-Verband. Im neuen Gewächshaus mit stolzen zwei Hektar Platz werden im Winter Salate, Spinat und Petersilie und im Sommer Gurken und Tomaten angebaut. Im Hofladen gibt es die eigenen Produkte, neben Chicorée und Gemüse auch Fleisch und Wurst von Rind, Kalb und Schwein sowie Brot und Milch, dazu ein Bio-Vollsortiment. www.landgut-pretschen.de

Kulturen im Freiland. Tomaten, Gurken, Feldsalat, Postelein und Rucola wachsen mit den selbst gezogenen Jungpflanzen im Folientunnel und unter Glas. Priorität haben samenfeste Geschmackssorten – etwa bei Möhren, Pastinaken, Rote Bete und Hokkaido. In Zusammenarbeit mit der Bingenheimer Saatgut AG vermehren die Libbenicher Saatgut von Endivien, Gurken, Rote Bete und verschiedenen Kohlsorten. Bekannt ist der Betrieb auch für seine Kresse in Schälchen. Zu vielen

Die Arche Noah von Kai und Christine Dech in Seeblick hält auf ihren vielen Naturschutzflächen Rinder, deren Mist dann zu wertvollem Dünger verwandelt wird, damit Kartoffeln und Gemüse auf 20 Hektar gut gedeihen. Zuckermais, Kürbis, Sellerie, Rote Bete und fast alle Sorten Kohl – allen voran das frische Havelländer Sauerkraut – prägen die Angebote des Demeter-Betriebes. Der Naturkostgroßhandel in Berlin weiß die Qualität ebenso zu schätzen wie die Märkische Kiste, Marktfrauen und Food Coops. Auf dem Hof sind auch Schulklassen und Kindergruppen willkommen. Führungen werden auf Anfrage geboten.


Spezialitäten

Spezialitäten

Von beerenstarken Früchten, essbaren Blüten, Tomaten-Raritäten bis zu Fleisch und Wurst Demeter ist das Markenzeichen für Produkte aus Biologisch-Dynamischer Wirtschaftsweise. Nur streng kontrollierte Vertragspartner dürfen das Demeter-Zeichen nutzen. Die ganze Vielfalt der Demeter-Bäuerinnen und -Bauern in Berlin und Brandenburg spiegelt sich wider in den vielen Spezialitäten, die auf den Höfen in Anbau und Verarbeitung entstehen. Der Bauernhof Weggun von Marjolein und Frank van der Hulst in Nordwestuckermark ist buchstäblich beerenstark. Vier Hektar Fläche sind für Himbeeren, Brombeeren, Schwarze und Rote Johannisbeeren, rote und grüne Stachelbeeren reserviert, dazu kommen Erdbeeren und Rhabarber, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen. Über die Saison hinaus verwöhnen die Früchte den Gaumen als Aufstrich, Gelee, Saft und Sirup. Die Verarbeitung direkt auf dem Hof garantiert beste Rohstoffqualität, handverlesen, absolut erntefrisch und vollreif. Der Hofladen hält Obst und verarbeitete Produkten bereit, dazu die hofeigene Lammsalami und frisches Lammfleisch auf Bestellung. www.weggun.de

Wasserbüffel ziehen durch die Brandenburger Naturschutzgebiete – keine optische Täuschung, sondern die Mutterkuhherde von Sonja Moor in Hirschfelde bei Werneuchen. Die engagierte Bäuerin bietet Fleisch vom italienischen Wasserbüffel sowie Schinken und Wurst des schottischen Galloway-Rinds an. Die Tiere wachsen im Familienverband auf, sind das ganze Jahr im Freien und ernähren sich ausschließlich von Gras und Heu. Sie werden weder kastriert noch enthornt. Typisch Sonja Moor: Sie hat die Schlachtung auf der Weide ohne Transportstress durchgesetzt. Das Fleisch wird auf Gut Hirschaue bei Bad Saarow nach den Rezepturen von Hermann Jakob weiterverarbeitet.

Monatlich gibt es frisches Fleisch vom Wasserbüffel, GallowayRind und Lamm. 14-täglich werden Bratwurst, Bockwurst, Wiener, Leberkäse, Landjäger und Leberwurst produziert. Ganzjährig verfügbar sind Schinken, Salami und Fertiggerichte im Weckglas wie Boef à la mode, Bolognese, Chili con Carne und Rinderfond. Neben Hofladenverkauf gibt es alles auf diversen Märkten. Jeweils sonntags um 10 Uhr führt Sonja Moor Interessierte zu den Herden. www.sonja-moor-landbau.de

Als Benedicta von Branca mit ihrem Hof am Weinberge in Bornow 1996 startete, ging es ihr vor allem um die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts der ausgemergelten Sandböden. Sie legte eine Streuobstwiese mit Beweidung durch Dexterrinder an, baute Gemüse auf kleinen Flächen an und spezialisierte sich zunächst auf Bleich- und Grünspargelkultur. Im Laufe der Zeit jedoch haben sich aus dem Beginn mit drei alten Tomatensorten 177 Sorten Tomaten auf dem Hof am Weinberge niedergelassen. Benedicta von Branca vermehrt sie sortenrein und verkauft sie zusammen mit diversen außergewöhnlichen Kartoffel-, Salat- und Peperoni (Chili)-Sorten auf dem Markt und bei Bedarf ab Hof. Essbare Blumen und Wildkräuter runden das außergewöhnliche Angebot ab. www.tomatenfrau.de

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Hoffeste, Besichtigungen, Aktionen Nutzen Sie die vielfältigen Gelegenheiten, Demeter und die Biodynamische Wirtschaftsweise mit ihren Akteuren in Berlin/Brandenburg zu erleben und beste Lebensmittel zu genießen VERANSTALTUNGEN:

REGELMÄSSIGE VERANSTALTUNGEN:

Erntedankfest auf dem Ziegenhof Pörschke

Themenführung auf dem Hof Marienhöhe

Sa, 08.09. | Brodowin

April bis Oktober, jeden letzten Samstag im Monat | ab 14.30 Uhr

Hoffest auf dem Hof Apfeltraum

Führung durch die Gläserne Molkerei

Sa, 08.09, ab 13 Uhr | Müncheberg OT Eggersdorf

Mo - Sa 10 Uhr, Di + Mi zusätzlich 13 Uhr, Sa 12 Uhr (außer an Feiertagen) mit Voranmeldung! | Münchehofe

Großes Erntefest auf dem Ökohof „Die Kuhhorster“ So, 23.09, 11 - 18 Uhr | Mit großem Demeter Infostand und gemeinsamer Aussaataktion „Zukunft säen“

Kinderführung durch die Gläserne Molkerei

Adventsmarkt auf dem Hof Apfeltraum

Schaugarten in der Keimzelle

Sa, 01.12, 14 - 18 Uhr

April bis Oktober | Vichel

Glühweinfest auf dem Ziegenhof Pörschke

Jedes Wochenende Kaffee und Kuchen für Ausflügler

Sa, 08.12.

April bis September | Bauernhof Weggun, Nordwestuckermark

Jeden Donnerstag um 13 Uhr außer an Feiertagen | Münchehofe

Seminare zur Arbeit mit Pferden - Grundkurs Arbeitspferde 21. - 23.09 | Waldpferdehof, Carmen Becker | Weitere Seminare und Informationen unter www.zukunftswerkstatt-arbeitspferde.de

AB-HOF-VERKAUF UND HOFLÄDEN: Hof Rittgarten Ab-Hof-Verkauf von Milch und Käse täglich 17.30 - 19 Uhr | 039853/2376 Bauernhof Weggun Hofladen Oktober bis März, Samstag 11 - 16 Uhr | April bis September täglich 11 - 16 Uhr | 039855/36797

Bauernhof Neuwerder Hofladen Samstag 11 - 13 Uhr | Nach Vereinbarung, auch Belieferung Landkorb/Lindenhof Sattler Ab-Hof-Verkauf Montag bis Donnerstag 10 - 17 Uhr

Sophienhof Von April bis Oktober (fast) immer geöffnet

Gut Peetzig Vermarktung ab Hof nach Absprache, Kartoffeln, Getreide, Fleisch, Wurstwaren | 033334/70114

Ökohof Kuhhorst Hofladen 033922/60803

Ökodorf Brodowin Hofladen April bis Oktober, Montag bis Samstag

Dorf Seelwalde Naturladen Seewalde Montag bis Freitag 9 - 13 Uhr, Mittwoch 15 - 18 Uhr, Samstag 10 - 13 Uhr

9 -18, Sonntag 10 - 18 Uhr | November bis März: täglich 10 - 18 Uhr | 033362/246

Michael Langanke Rohmilch und Fleisch ab Hof nach Absprache | 03364/70307

MARKTSTÄNDE:

Hof Schwalbennest Für Jodallergiker geeignete Milchprodukte ab Hof, 033362/70769 | Und auf verschiedenen Öko-Märkten in Berlin sowie Käsestand Lindner

Melchhof Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg Samstag 9 - 16 Uhr, Winterfeldplatz, Schöneberg, Samstag 8 - 16 Uhr

033362/71123

Apfeltraum Gärtnerei Chamissoplatz, Kreuzberg, Samstag 8 - 14 Uhr, Domäne Dahlem, Samstag 8 - 13 Uhr, Markthalle Neun, Kreuzberg, Freitag 12 - 18.30 Uhr, Samstag 9 - 16 Uhr, Hansaplatz, Mitte, Freitag 12 - 18.30 Uhr

Melchhof Hofladen Mai bis Oktober, Freitag 14 -16 Uhr | 03337/2192

Almas Garten Domäne Dahlem, Samstag 8 - 13 Uhr

Ziegenhof Pörschke Ziegenkäse, Fleisch und Wurst nach Absprache,

Sonja Moor Landbau U.a.Wasserbüffel-, Rind- und Schaffleischprodukte | Hofladen Freitag bis Sonntag ab 12 Uhr | Abholung nach Vereinbarung 0179/7347149

Landgut Pretschen Hofladen Dienstag 14 -18, Freitag 10 -12 +14 -18, Samstag 9 - 12 Uhr | Eigene Produkte und Vollsortiment

Gut Ogrosen Hofladen Dienstag 15 - 18 Uhr, Freitag 9 - 18, Samstag 9 - 14 Uhr, eigene Produkte und Vollsortiment | 035436/218

Alte Ziegelei Rädel Hofladen und Café Samstag und Sonntag 10 - 17 Uhr, Dienstag bis Freitag 10 - 13 und 14 - 17 Uhr | 03382/734277

Florahof Hofladen Samstag 8 - 15 Uhr | 0331/501695 Arche Noah Direktvermarktung ab Hof, Donnerstag 13 - 18 Uhr

Gärtnerei Libbenichen Rathausplatz Frankfurt/Oder, Donnerstag 8 - 16 Uhr

Wulkower Hof Rathausplatz Frankfurt/Oder, Donnerstag 8 - 16 Uhr (Fleisch und Wurstwaren) Hofgemeinschaft Marienhöhe Chamissoplatz, Kreuzberg, Samstag 9 - 14 Uhr

Hof am Weinberge Benedicta von Branca: Karl-August-Platz, Charlottenburg, Samstag 8 - 13 Uhr Florahof Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, Donnerstag 12 - 19 Uhr, Leopoldplatz, Wedding Dienstag + Freitag 10 - 17 Uhr, Domäne Dahlem, Samstag 8 - 13 Uhr

Demeter Journal | Demeter Berlin-Brandenburg | Herbst 2012  

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