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Ununterbrochenes Auf und Ab über ausgetretene Steinstufen gerät zur Tagesroutine. Diese Art der Streckenführung ohne nennenswerten Höhengewinn wird gerne als „Nepali-Flat“ bezeichnet. Weite Felder wechseln sich mit Rhododendron und Pinienwäldern ab. Bis auf eine Höhe von 2000 m herrscht der Reisanbau vor, weiter oben übernehmen Kartoffeln, Mais und Getreide die Versorgung. Nach jeder Windung gibt es Fremdes für uns zu entdecken und Ram kramt für die Erklärungen in seinen Englischkenntnissen. Ob es um die hiesige Schulpflicht oder um die Regelung des Grundbesitzes in dieser abgeschiedenen Bergwelt geht, es entwickeln sich vielfältige interessante Gespräche. Unsere Unterkünfte sind in aller Regel recht einfach. Neben dem schon erwähnten Brett als Bett sind solch hilfreiche Dinge wie etwa ein Regal, ein Tisch oder gar ein Nagel in der Wand scheinbar schon zu viel des Luxus. Dagegen sind wir vom Essensangebot angenehm überrascht. Anstatt des befürchteten täglichen Dal Bhats (nepalesisches Alltagsgericht aus Reis, Linsencurry und Gemüse) bekommen wir fast überall eine Auswahl an Nudel-, Reis- oder Kar-

toffelgerichten, stets frisch und lecker zubereitet. Dem steht das Frühstück im Genuss nicht nach. Frisch gebackenes Tibetian Bread, Chapati (Fladenbrot), Rührei und Tsampa. Dazu die von Ram als Extraservice mitgeführte Marmelade und auch Honig. Mittlerweile bewegen wir uns auf Singletrails, was deutlich mehr Spaß macht als ausgelatschte breite Wege zu laufen. Allerdings zeigt sich nun, wer im Begegnungsverkehr der Stärkere ist - ganz klar der sture Esel! Schließt eine Karawane zu uns auf oder nähert sich von vorne, ist schnelles Handeln gefragt: Ausweichstelle suchen, dünn machen und unbedingt auf der Hangseite halten, sonst macht der Esel „schubs“ und wieder ein Trekker weg! Diese Tour in der Himalaya-Natur ist einfach zu schön, um von Lodge zu Lodge zu hetzen, weshalb wir unsere kompletten Ruhetage gestrichen haben und lieber täglich kürzere Etappen laufen. Mit Sack und Pack auf dem Rücken läßt das traumhafte Wetter mit Sonnenschein unsere Haut schnell braun werden, die Oberschenkel und Waden dagegen fest und stramm.

Auf dem Weg zum Festsaal des Himalaya. Trekking in Nepal  

Nepal abseits ausgetretener Wege. Manaslu und Kanchenjunga. Eine 2-monatige Fotoreise.

Auf dem Weg zum Festsaal des Himalaya. Trekking in Nepal  

Nepal abseits ausgetretener Wege. Manaslu und Kanchenjunga. Eine 2-monatige Fotoreise.

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