Page 24

Immer entlang des Buri Gandaki Entlang von Reisfeldern durch lichten Wald wandern wir in Sichtweite des Buri Gandaki mit jedem Schritt ein Stück weiter von der Zivilisation weg. Noch hängen gelegentlich Sat-Schüsseln an den Hütten, die im Laufe der nächsten Tage komplett verschwinden werden. Ein einzelnes Motorrad kommt uns über eine schmale Hängebrücke entgegen. Sonst sind hier alle zu Fuß unterwegs. Nach der gestrigen Tortur im Auto ist es eine Wohltat, aus eigener Kraft vorwärts zu kommen. Der laute Knall einer Sprengung reißt uns aus dem Wanderflow, gefolgt vom langen Grollen des Echos, welches von den Felswänden widerhallt. Vom Tourismus angetrieben, verschandelt der Straßenbau während der ersten beiden Tage die Landschaft. Ausgerüstet mit Bagger, Presslufthammer und Dynamit rücken die Bautrupps den Talwänden zu Leibe. Sprengungen zwingen uns immer wieder zu Pausen. Wie sich das Ganze vermutlich weiterentwickeln wird, zeigt heute schon deutlich die Annapurnarunde. Ein Grund mehr, hier und jetzt die landschaftliche Schönheit zu genießen, solange sie noch existiert. Und noch tut sie es in all ihrer Pracht! Über zahlreiche Hängebrücken, die oft mit Gebetstüchern und -fahnen geschmückt sind, das ständige Tosen des Buri Gandaki im Ohr, wandern wir mal rechts, mal links des Flusses durch abwechslungsreiche Vegetationszonen. Dank ständiger Veränderung kommt nie Langeweile auf. Mal verengt er sich zum Canyon, dann donnert, tost und schäumt er über riesige Felsbrocken, mal schafft er sich Raum, fließt breit und behäbig dahin. Die vielen, von weit oben herabstürzenden Wasserfälle lassen die Felswände noch höher erscheinen. Neun Tage begleiten wir

den Buri Gandaki und er uns nach Norden, er überrascht uns täglich wieder auf´s Neue. Während sich auf der anderen Seite, westlich des Manaslu, die Massen tummeln, geht es auf unserer Strecke relativ ruhig zu. Weitaus mehr Vierbeiner in Form von Eselskarawanen, welche die Dörfer mit allem Lebensnotwendigen versorgen, kreuzen unseren Weg als Zweibeiner.

Auf dem Weg zum Festsaal des Himalaya. Trekking in Nepal  

Nepal abseits ausgetretener Wege. Manaslu und Kanchenjunga. Eine 2-monatige Fotoreise.

Auf dem Weg zum Festsaal des Himalaya. Trekking in Nepal  

Nepal abseits ausgetretener Wege. Manaslu und Kanchenjunga. Eine 2-monatige Fotoreise.

Profile for delfabbro
Advertisement