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Perspektivwechsel Aus Sicht des Ausbildungsleiters Michael Mühlegg von den Index-Werken in Esslingen ist die Ausbildungssituation für das Unternehmen gut. Bei Index werden laut Mühlegg jährlich 45 Lehrstellen ausgeschrieben, auf die sich über 1.500 Jugendliche bewerben. „Auf die Noten schauen wir bei der Auswahl weniger“, so Mühlegg. „Wer die Schule schafft, bekommt auch die Ausbildung hin.“ Wichtig sei vor allem Leistungsbereitschaft. Zwischen sechs verschiedenen technischen und kaufmännischen Ausbildungen können sich die Bewerber entscheiden, auch ein Duales Studium ist möglich. Wenn es die wirtschaftliche Situation zulässt und es „zwischen uns passt“, wie der Ausbildungsleiter sagt, werden fast alle Auszubildenden übernommen. Dann bestehen auch Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb der Firma.

Anna Schlatter – 23 Jahre –

Industriemechanikerin im 3. Lehrjahr Was sie nach dem Abitur machen sollte, wusste Anna Schlatter nicht so genau. Dass es praxisnah sein muss, war ihr allerdings klar. „Nach dem GeschichtsLeistungskurs war ich mir sicher, dass ich etwas weniger Theorie brauche“, sagt die 23-Jährige.

dreieinhalb auf drei Jahre verkürzen. Auch sonst weiß die Auszubildende genau wie es weiter gehen soll. Bereits während des ersten Lehrjahres begann sie mit einem Fernstudium zu Diplom Wirtschaftsübersetzerin und plant nach Abschluss des Studiums in der Technischen Redaktion eines Unternehmens zu arbeiten. „Dort könnte ich dann mit meiner Berufserfahrung besonders gut Betriebsanleitungen und Broschüren auf Deutsch oder Englisch formulieren.“

Nach einigen Praktika in der Holz- und Metallverarbeitung bewarb sie sich für einen Ausbildungsplatz als Zerspanungsund Industriemechanikerin. Eine Stelle bekam sie schließlich bei Siemens in Karlsruhe.

Mehr zum Beruf des Industriemechanikers:

Jetzt ist sie Industriemechanikerin im dritten Lehrjahr und weiß die Vorzüge eines großen Unternehmens zu schätzen. „Das Tolle ist, dass wir breit ausgebildet werden und alle Bereiche des Berufs kennenlernen. In kleinen Spezialfirmen ist das anders.“ Nachdem im Grundlagenkurs die Basis mit Handbohren und –feilen geschaffen wurde geht es in spezialisierte Bereiche. Je nach Talent werden die Azubis in manchen Sparten verstärkt eingesetzt. „Ein Kollege von mir ist zum Beispiel super an der Fräse, ich hingegen bin besonders gut bei feinfühligen Arbeiten und habe Kugellager montiert, Sensoreneinheiten geklebt und gelötet.“ Da Schlatter ihre Zwischenprüfung besser als 2.0 abgeschlossen hat, darf sie die Ausbildung von

Julian Feldmann (Bonn) musste seine etwas antiquierte Sicht auf die mittlerweile hochtechnischen Ausbildungsberufe ändern.

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Debatare #4  

Unser Magazin rund um die Metallbearbeitung zur EMO 2013 in Hannover.

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