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tierte Schockstarre. Wir schaffen es bei Pilotprojekten innerhalb weniger Tage, live zu gehen – und begleiten die Unternehmen ab Tag 1 mit Konzeptentwicklung, Checklisten und Vor-Ort-Begleitung bis hin zum Regelbetrieb. Was sind die Strömungen und Trends, die die Weiterentwicklung der Technologie mit sich bringt und auf die sich die Branche einstellen muss? Wo liegen die Potentiale von morgen?

Hausmeister, eine Wohnungsreinigung oder auch einen Babysitter. Das Zusammenspiel steigert den Komfort und die Lebensqualität der Bewohner, es gibt ihnen das Wichtigste zurück – ihre Zeit. Kundenbindung und -begeisterung der modernen Form.

T. Götzen: Überall schreitet die Digitalisierung voran – auch in der Immobilienbranche. Mittlerweile dreht sich gefühlt jeder zweite Vortrag bei Fachkonferenzen um dieses Thema. Man kann bereits alles online shoppen, online mit Freunden kommunizieren oder Leistungen buchen. Nur die Services rund um die Wohnung gibt es noch nicht digital, geschweige denn, in einer App gebündelt. Der Paketdienst ist da ein gutes Beispiel. 2015 wurden ca. 2,5 Mrd. Pakete versendet – so viel wie noch nie. Laut Prognose sollen es 2018 bereits doppelt so viele sein. Der E-Commerce boomt. „mobile first“ ist jetzt und für die nächsten Jahre das ausschlaggebende Stichwort. Mit einem Bewohnerportal werden auch die Paketlieferungen online abgewickelt. Lästige alltägliche Botengänge fallen weg. Sie gehen morgens zur Arbeit, und am Abend ist alles erledigt: geputzt, eingekauft, Möbel aufgestellt, Paket entgegengenommen. Was muss sich in der Branche ändern?

Das soziale Netzwerk-Modul dient dazu, die Anonymität in Großstädten anzugehen. Wir möchten den Austausch unter den Bewohnern fördern, sodass diese sich gegenseitig helfen und austauschen können. Was sind die Herausforderungen bei der Implementierung eines Bewohnerportals? C. Richter: Wir stellen fest, dass die meisten Unternehmen durch die digitalen ERP-Systeme intern bereits gut aufgestellt sind. Aber der kleine Schritt hin zum Kunden und zum Präsentieren der Informationen für den Kunden ist aktuell noch großteilig analog und sperrig, wird also nicht gern gemacht. Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz der bestehenden ERP- und CRM-Systeme, sondern als Partner. Wir greifen auf die bestehenden Daten zurück und geben den Unternehmen ein optisch ansprechendes Profil der Bewohner – er wird es wertschätzen! Ansonsten ist es vor allem ein großes Thema des ChangeManagements. Die Bereitschaft für Innovationen und radikale Veränderungen ist noch nicht überall ausgeprägt. Das ist jedoch ein Trugschluss. Wir erwarten, dass eine solche App in fünf bis zehn Jahren ein Hygienefaktor sein wird im Bereich der Wohnung. Wenn man nicht reagiert, dann ziehen die anderen am Markt vorbei – dann entsteht die vielzi-

C. Richter: Bedürfnisse müssen nicht nur erkannt, sie müssen vorausgeahnt werden. Wer als Unternehmen nicht digital vorhanden oder gut aufgestellt ist, der verliert den Anschluss. Die Immobilienbranche muss offen sein für Innovationen und Neuerungen. Nur so können Prozesse optimiert und die Kosten reduziert werden. Mit dem Bewohnerportal geht man sogar noch einen Schritt weiter. Es ist nicht nur möglich, die Services digital anzubieten, sondern auch Trends herauszulesen und die Services dadurch immer weiter zu optimieren und zu erweitern. Damit können die Serviceanbieter ebenso wie das Bewohnerportal selbst stets weiterentwickelt werden. Denn wer stillsteht, der verliert. Das Interview führte Andreas P. Lienig. www.animus.de

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