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November 2019 | Ausgabe Nr. 8 | Preis: Gratis

9772466380019

Gretas Kampf

Idealistisch und mutig oder inszeniert und manipuliert?

Ausstellung „Caravaggio & Bernini - Die Entdeckung der Gefühle“

wurde im Kunsthistorischen Museum Wien eröffnet

AUSTRIA CONNECT 2019 in China:

Digitale Transformation und die Kunden von morgen

PaN – Partner aller Nationen wird 60 Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften

Die Kap Verden liegen voll im Trend

BAURAT H.C. DIPL.-ING. WOLFGANG MEIXNER Honorarkonsul der Republik Kap Verde – Interview

Das Jüdische Museum Wien Geschichte der jüdischen Museen in Wien

univ.-Prof. Dr. Hermann Mückler,

Senator h.c. Walter J. Gerbautz,

Paris ist bereits neuer Sitz der EBA

Präsident von PaN – Interview

Generalsekretär von PaN – Interview

Botschafter der Republik Frankreich in Österreich – Interview

Ganz andere Reisen Tanger, Riga, Pamplona, Kandy und Luang Prabang

S.E. FRANCOIS SAINT-PAUL


Neue Private-Shopping-Welt

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editorial

Inhalt

november

We‘ll Always Have Barcelona Anfang Oktober verbrachte ich drei Tage im W Hotel in Barcelona. Am letzten Tag ging ich vor dem Mittagessen ins Museum of Catalan History, das sich im ehemaligen Hafengebäude befindet. Ich betrachtete die Exponate im Dunkeln des Museums und dachte über die historischen Fakten nach, die von dem jahrhundertelangen Streben dieser spanischen Provinz nach Autonomie zeugen, und vergaß dabei, was für ein schöner Tag es draußen war. Ich ging zu Fuß durch den Stadtteil zwischen La Barceloneta und dem W Hotel und traf dabei Millionen Touristen und Einheimische, die das sonnige Wochenende an der Mittelmeerküste verbrachten. Am nächsten Tag sah ich in den Nachrichten, dass, nachdem den Anführern der katalanischen Sozialisten das Urteil verkündet wurde, Zehntausende Demonstranten auf den Straßen waren, dass der Flughafen blockiert war, viele Flüge abgesagt wurden und dass es auf beiden Seiten Verletzte gabt. Durch den Kopf gingen mir Fotos von Alec Weinman, einem amerikanischen Fotografen, der den größten Teil des Bürgerkriegs (1936–1939) in Barcelona, damals einem der Hauptsitze der Republikaner, verbrachte. Ich erinnerte mich an den Juni 2012 und das Finale der Fußballweltmeisterschaft in Kiew: Hunderttausende Leute auf dem Konzert von Queen auf dem Maidan, Fans der Finalisten von «Spanien gegen Italien», die sich umarmen und gemeinsam singen, Reklametafeln und Leuchtreklamen auf allen Gebäuden, die den Maidan umringen... Ein Jahr später stand der Maidan in Flammen, bald auch andere Teile der Ukraine, in Odessa verbrannten einige Leute bei lebendigem Leibe in einem umzingelten Gebäude, im Osten des Landes dauert der Krieg bis heute und schwelt seit sechs Jahren als eingefrorener Konflikt. In was für einer fragilen Welt wir doch eigentlich leben: Über Nacht kann sich alles verändern, nach diesen warmen Oktobertagen kann plötzlich eiskalter Winter eintreten, die Ruhe in Wien, Belgrad, Zagreb, Ljubljana, Budapest oder Prag kann durch Unruhen auf den Straßen, oder Schlimmeres, gestört werden. Wie gut können wir die Zukunft vorhersehen, sogar in jenen Teilen der Welt, die völlig ruhig wirken und fern von allen Problemen sind? Hätte sich ein paar Tage vor dem Vorfall jemand vorstellen können, was Breivik in Norwegen oder Brenton Harrison Tarrant in der Moschee auf Neuseeland tun würden? Unser geliebtes Europa könnte bald zu etwas ganz anderem werden, vielleicht werden wir uns an Barcelona nur noch als romantisches Reiseziel, das wir einst besuchten, erinnern, wie die Helden aus dem Film Casablanca, die von einem idyllischen Paris vor dem Krieg träumen. Es ist wichtig, dass wir uns daran erinnern, wenn wir an die Wahlurne treten und uns eine abenteuerliche, und so verführerische politische Option regelrecht den Kopf verdreht. 

Nat ionalfeiertage 01

Algerien (Demokratische Volksrepublik Algerien) Jahrestag der algerischen Revolution (1954)

01

Antigua und Barbuda (Antigua und Barbuda)

Unabhängigkeit

04

Interview S.E. Francois Marcel Michel Saint-Paul

Botschafter der Republik Frankreich in Österreich

08

Interview Baurat h.c. Dipl.-Ing. Wolfgang Meixner

Honorarkonsul der Republik Kap Verde

03

Dominica (Commonwealth Dominica) Unabhängigkeit

03

Panama (Republik Panama)

Jahrestag der Erklärung der Unabhängigkeit (1903)

09

Kambodscha (Königreich Kambodscha) Jahrestag der Erlangung der Unabhängigkeit 1953

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Angola (Republik Angola)

National Independence Day

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Polen (Republik Polen)

Feiertag der Unabhängigkeit (1918)

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Lettland (Republik Lettland)

Nationalfeiertag

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ROBERT Coban

Oman (Sultanat Oman)

Publisher / Herausgeber

Geburtstag S.M. Sultan Qaboos Bin Said

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Gretas Thunberg www.diplomacyandcommerce.at Svetlana Nenadovic Direktor / Chefredakteur

svetlana.nenadovic@diplomacyandcommerce.at

Jakob Riess Journalist

Vladimir Dudas Design

Robert Coban

Publisher / Herausgeber

robert.coban@diplomacyandcommerce.at

Idealistisch und mutig oder inszeniert und manipuliert?

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Ausstellung

„Caravaggio & Bernini - Die Entdeckung der Gefühle“

Monaco (Fürstentum Monaco)

Nationalfeiertag

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Libanon (Libanesische Republik)

Jahrestag der Erlangung der Unabhängigkeit (1943)

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Suriname (Republik Suriname)

Unabhängigkeit

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Albanien (Republik Albanien)

Nationalfeiertag ”Color Media Communications” LTD, 21132 Petrovaradin, Štrosmajerova 3 TIN 107871532 • Matriculation number 20887303 · Phone: +381 21 4897 100 • Fax: +381 21 4897 126 Office: Vase Čarapića 3/IV/38, Belgrade • 011 4044 960 Verteilung: CIP - Katalogizacija u publikaciji Biblioteke Matice Srpske, Novi Sad 33 Diplomacy & Commerce / glavni i odgovorni urednik Žikica Milošević, 2016, br. 1 (mart)-.Novi Sad: Color Media Communications, 2016 - , -33cm Mesečno. ISSN 2466-3808 = Diplomacy & Commerce COBISS.SR-ID 303269895

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Mauretanien (Islamische Republik Mauretanien) Unabhängigkeitstag (1960)

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Politik / Diplomatie

Paris ist bereits neuer Sitz der EBA Die französische Metropole überzeugt mit Lebensqualität, qualifiziertem Fachpersonal, Bürokapazitäten, gut ausgebauter Infrastruktur, …

Das Leben in Wien ist sehr angenehm, die Stadt ist sicher, überschaubar, und doch befinden wir uns im Herzen Mitteleuropas; Wien ist eine internationale Plattform mit Präsenz von internationalen Institutionen und vielen bilateralen Botschaften. Auch als Hauptstadt der Musik ist Wien für mich ein sehr bereicherndes Pflaster.

S.E. Francois SAINT-PAUL, Botschafter der Republik Frankreich in Österreich, Interview

Der Botschafter der Republik Frankreich in Wien, S.E. Francois Marcel Michel SaintPaul, ist seit vielen Jahren in der Diplomatie. Nach einem Mandat in Mexiko, der Arbeit im Außenministerium, dem Posten des Abgeordneten beim Staatsminister und dem Minister für Wirtschaft, Finanzen und Haushalt, der Vertretung Frankreichs bei der Europäischen Union in Brüssel, der Ständigen Vertretung Frankreichs bei der UNO in Genf, als Kabinettsdirektor bei der beigeordneten Ministerin zuständig für EUAngelegenheiten, Botschafter Frankreichs in Kroatien, Direktor im Außenministerium - zuständig für Auslandsfranzosen und Konsulats-Angelegenheiten und seinem Mandat als Botschafter Frankreichs in Rumänien, ist S.E. Saint-Paul seit 2017 Botschafter in Österreich. Für das Magazin „Diplomacy & Commerce Austria“ sprachen wir mit dem Botschafter, S.E. SaintPaul, über das Leben in Wien, die aktuellen Ereignisse in Frankreich, über den Brexit und was das für Frankreich bedeutet, über seine Auszeichnungen «Ritter des französischen Verdienstordens» und «Ritter der Ehrenlegion», über Fremdsprachen und seine Leidenschaft - die Musik.

Sie sind mit den ehrenvollen Titeln „Ritter des französischen nationalen Verdienstordens“ und „Ritter der Ehrenlegion“ ausgezeichnet worden, was bedeuten diese Ehrungen für Sie?

Die Ehrenlegion wurde von Napoleon Bonaparte 1802 eingerichtet und bezweckt die Ehrung für militärische oder zivile Dienste. Es ist also eine sehr lange Tradition in Frankreich und ich bin dementsprechend stolz darauf, Ritter der Ehrenlegion zu sein. Ich trage auch den Verdienstorden mit Stolz und halte ihn in Ehren.

Die Ehrenlegion wurde von Napoleon Bonaparte 1802 eingerichtet und bezweckt die Ehrung für militärische oder zivile Dienste. Es ist also eine sehr lange Tradition in Frankreich und ich bin dementsprechend stolz darauf, Ritter der Ehrenlegion zu sein.

Sie sind seit vielen Jahren Botschafter und gewohnt, Ihren Wohnort zu wechseln. Seit zwei Jahren sind Sie in Wien wohnhaft - wie erscheint Ihnen das Leben in der österreichischen Hauptstadt?

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Viele, die Gelegenheit gehabt haben, Sie spielend am Klavier zu erleben, sagen, dass Sie ein Virtuose sind. Woher kommt die Liebe und die Faszination zur Musik?

Ich bin kein Virtuose, aber ich denke, man ist Musiker oder nicht. Die Frage ist, ob das Talent, das feine Gehör und das Interesse für die Musik gefördert werden, solange man Kind ist. Nun, bei mir war das der Fall, und ich bin sehr dankbar dafür, denn die Musik bereichert das Leben ungemein. Man taucht in eine andere Welt ab und bleibt doch dabei ganz bei sich. Ich gehe auch gerne in Konzerte. Dort kann ich sehr gut abschalten, aber auch den Gedanken freien Lauf lassen. Was täten wir ohne Musik!

Welchen Komponisten schätzen Sie am meisten, und welche Stücke spielen Sie am liebsten? Napoleon Bonaparte

Ich spiele sehr gerne Filmmusik, und wenn ich selbst


Tekst: Svetlana Nenadovic-Glusac

komponiere, dann lasse ich mich am meisten von diesem Genre inspirieren. Sonst begeistert mich natürlich vor allem der Jazz, aber ich spiele auch Klassik. Zu meinen Lieblingskomponisten zählen J.S. Bach und Miles Davies. In Ihren Interviews betonen Sie oft, dass Sprachen heutzutage sehr wichtig sind, Sie selbst sprechen mehrere Fremdsprachen - Deutsch, Englisch, Spanisch und Kroatisch. Auf globaler Ebene war die französische Sprache seit der Mitte des 18. Jahrhunderts offizielle Sprache der Diplomatie. Wie viel von dieser Praxis ist bis heute erhalten geblieben?

Ich spreche auch Rumänisch, denn das Sprachenlernen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit eines Diplomaten im jeweiligen Land, und zudem eine Tradition in meiner Familie. Vor allem Deutsch war immer präsent. Meine Mutter stammt aus der Schweiz und mein Vater kann die Werke von Goethe auf Deutsch lesen. Das hat mich immer beeindruckt. Um Zusammenhänge erklären und das jeweilige Land, in dem man arbeitet, besser verstehen zu können, ist das Beherrschen der jeweiligen Sprache für uns Diplomaten essentiell. Französisch bleibt eine Sprache der Diplomatie und der Kultur, auch wenn das Englische als Arbeitssprache – vor allem im Geschäftsbereich - öfter zur Anwendung kommt. Aber Französisch bleibt vor allem die Sprache der Menschenrechte, die Sprache, die die europäischen Werte transportiert und unsere reichhaltige europäische Kultur reflektiert.   Frankreich und Österreich haben eine jahrelange gute Zusammenarbeit. Was sind die Hauptpotenziale für die Zusammenarbeit im Jahr 2020? Ich denke, wir können die gute Zusammenarbeit noch vertiefen, insbesondere in den europäischen Belangen. Wir brauchen eine europäische Industriepolitik. Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg. Die USA verteidigen ihre Interessen mit Protektionismus und Extraterritorialität. Die politischen Potenziale liegen in den Fragen der europäischen Asylpolitik, die wir gemeinsam neu aufsetzten möchten. Ein weiterer Punkt sind die Fragen der Klimapolitik, die ebenfalls nicht jeder für sich alleine lösen kann, weil sie ein Gesamtkonzept brauchen. Wirtschaftlich gesehen habe ich mir zur Aufgabe gemacht, Frank-

@Atout France - Jean Isenmann

Provence: Abtei von Sénanque – Foto: ©P.Giraud – OTLMV

Der Tourismus ist ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig: Er stellt 7,2% des BIP und schafft 1,2 Millionen direkte Arbeitsplätze. Frankreich ist mit fast 90 Millionen Besuchern weltweit die Nummer eins. reich mehr in das Bewusstsein der österreichischen Bevölkerung zu bringen, und umgekehrt. Denn Österreichs Wirtschaft ist gut aufgestellt, was die exportwilligen französischen Firmen interessiert; ebenso ist der Standort Frankreich für österreichische Investoren mehr denn je von Interesse. Bei der letzten Konferenz „France Digitale Day“ hat Präsident Emmanuel Macron darauf verwiesen, dass Investitionen bis zu 5 Milliarden in den nächsten drei Jahren zum weiteren

Eiffelturm © Paris Tourist Office – Foto: © Sarah Sergent

Ausbau der bereits sehr aktiven und innovativen Start-up Szene in Frankreich erwartet werden. Hier sehe ich Potential. Die französischen Exporte nach Österreich übersteigen die 4 Milliarden Euro Marke. Die wichtigsten Exportund Importgüter zwischen Frankreich und Österreich sind Produkte der Chemie- und Metallindustrie, der Kosmetik, der Lebensmittelindustrie, Elektro- und Elektronikerzeugungen, sowie pharmazeutische Produkte. Die Kooperationen von Betrieben werden mit dem Programm Horizon 2020 gefördert. Frankreich und Österreich arbeiten bei zahlreichen Projekten im Bereich F&E zusammen. Valeo, AVL, Infineon, Renault sind ein gutes Beispiel dafür. Im November 2018 begannen Proteste in Frankreich, ausgelöst durch die Ankündigung der Regierung eine Ökosteuer einzuführen. Später forderten die Protestierenden verschiedene Änderungen, die der Reformpolitik grundsätzlich widersprachen. Können Sie nach einem Jahr zusammenfassen, was mit den Protesten erreicht wurde? Ist ein Ende bald in Sicht?

Präsident Macron hat sehr rasch eine Antwort auf die Gelbwesten Proteste gefunden, indem er die gesamte Nation einlud, an der groß angelegten Nationalen Debatte teilzunehmen. Diese Gelegenheit wurde von sehr vielen Franzosen genutzt. Der Präsident hat große 5


Politik / Diplomatie

Milliarde Dollar bewertet werden - geben (zurzeit sind wir bei 7). Die 2017 bei Paris eröffnete „Station F“ ist der größte Start-up Campus der Welt. 2018 hat Frankreich einen Zuwachs von 17% bei den Firmengründungen verzeichnet. Die Wirtschaft Frankreichs ist die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt, welche Wirtschaftszweige sind am wichtigsten für Ihr Land?

Die Automobilindustrie ist für Frankreich in Hinblick auf die Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich eine der wichtigsten Wirtschaftsbranchen. Sie umfasst 150 000 Unternehmen und beschäftigt 900 000 Arbeitnehmer, auch wenn keine andere Industriebranche mit derart raschen Änderungen in so vielen Bereichen konfrontiert ist. Der wichtigste französische Wirtschaftszweig ist die Nahrungsmittelindustrie.

Steuererleichterungen beschlossen, unter anderm eine umfangreiche Senkung der Einkommenssteuer auf geringe Einkommen, um den Franzosen entgegen zu kommen und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Die Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes ist ein wesentlicher Zug des neuen Stils. Seit zwei Jahren werden tiefgehende Reformen durchgeführt: Arbeitsrecht, Senkung der Arbeitskosten, Steuerreformen, das duale Ausbildungssystem. Bei den Verhandlungen um die anstehenden Pensionsreformen werden die Gewerkschaften miteinbezogen. Die CO2 Steuer wurde für eingefroren, aber das französische Parlament hat im Juli das Gesetz zur Mobilitätsorientierung verabschiedet. Dieses Gesetz legt die Klimaneutralität für Verkehr bis 2050 fest. Die innerpolitischen Anstrengungen tragen bereits Früchte: im Vorjahr ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie gestiegen, Frankreich war bei ausländischen Investitionen in der Industrie Nummer eins in Europa. Auch sein internationaler Erfolg im Rahmen des letzten G7 Treffens hat die Franzosen überzeugt.

Präsident Macron hat sehr rasch eine Antwort auf die Gelbwesten Proteste gefunden, indem er die gesamte Nation einlud, an der groSS angelegten Nationalen Debatte teilzunehmen. Diese Gelegenheit wurde von sehr vielen Franzosen genutzt. Der Präsident hat groSSe Steuererleichterungen beschlossen, unter anderm eine umfangreiche Senkung der Einkommenssteuer auf geringe Einkommen, um den Franzosen entgegen zu kommen und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.. Präsident Emmanuel Macron / Foto: Arno Mikkor

Zeugnis. Die Arbeitslosenquote ist die niedrigste seit der Finanzkrise, die Wachstumsaussichten für 2019 betragen 1,4%, das öffentliche Defizit bleibt mit 2,5% der BIP unter Kontrolle, und das trotz eines von Unsicherheit geprägten internationalen Kontextes. Die guten Zahlen sind das Ergebnis einer seit Sommer

Bilder von den Protesten und der sogenannten GelbwestenBewegung haben die Welt umkreist, haben sich die Proteste negativ auf die Wirtschaft Frankreichs ausgewirkt?

Die neuesten Zahlen attestieren der französischen Wirtschaft ein sehr gutes Zeugnis. Die neuesten Zahlen attestieren der französischen Wirtschaft ein sehr gutes 6

@Atout France - Franck Charel

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2017 umgesetzten Reformagenda. Zusätzlich haben die Steuererleichterungen die Kaufkraft erhöht. Die Regierung verfolgt ihre ehrgeizigen Reformpläne, die den Markt fit für einen wirtschaftlichen Aufschwung machen sollen: bis 2025 soll es in Frankreich 25 Unicorns – also junge Tech-Firmen, die mit mehr als einer

Frankreich ist weltweit der viertgrößte Exporteur von Nahrungsmitteln und weltweit führender Weinexporteur. Weitere folgende Branchen sind wesentlich und hoch entwickelt: die Luftfahrtindustrie, das Transportwesen, das Gesundheits- und Energiewesen, die Luxusindustrie, der Tourismus,


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

die chemische, die Elektro- und elektronische Industrie. Auch in den neuen Bereichen wie z.B. Smart-Grids, künstliche Intelligenz, Digitales und Entwicklung von umweltfreundlichen Lösungen zählt Frankreich zu den führenden Ländern. Alle Branchen, ob „traditionelle“ oder „neue“, investieren viel in F&E um innovative Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt zu bringen. Die Wirtschafts- und Steuerreformen von Präsident Emmanuel Macron haben die Modernisierung der französischen Wirtschaft beschleunigt und die französischen Unternehmen gestärkt. Noch nie gab es zum Beispiel so viele Firmengründungen wie im Jahr 2018. Auch die Kapitalbeschaffung der französischen Start-ups hat letztes Jahr einen neuen Rekord verzeichnet. Paris, die Côte d‘Azur, die Provence und viele andere Städte und Regionen machen Frankreich zu einem der begehrtesten Reiseziele der Welt. Wie wichtig ist der Tourismus als Wirtschaftszweig für die französische Wirtschaft?

Der Tourismus ist ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig: Er stellt 7,2% des BIP und schafft 1,2 Millionen direkte Arbeitsplätze. Frankreich ist mit fast 90 Millionen Besuchern weltweit die erste Destination! Von Österreich aus gibt es übrigens neue Direktflüge nach Bordeaux, sowie nach Marseille (zusätzlich zu den Flugverbindungen nach Paris, Nantes, Nizza, Mulhouse über Basel und Lyon). Das macht das Reiseziel Frankreich für die Region Mitteleuropa natürlich noch attraktiver.

Paris hat von London den Platz des EU-Finanzzentrums bereits übernommen. Ist Frankreich dazu bereit?

Zuallererst, man kann bezüglich des Austretens von Großbritannien nicht von einem Glücksfall sprechen, doch wir respektieren die Entscheidung des britischen Volkes. Europa darf sich nicht aufhalten lassen und ein europäischer Finanzplatz kann sich unmöglich außerhalb der EU befinden. So hat Paris, wie auch andere europäische Finanzplätze, seine Vorzüge geltend gemacht, um die in London eingerichteten Finanzinstitutionen, die ihren Zugang zum europäischen Markt bewahren wollen, anzuziehen. Das ist ein gesunder Wettbewerb. Paris Europlace und die französischen Behörden haben gemeinsam mobil gemacht, um Paris für die interessierten Institutionen vorzubereiten. Die Umsie-

Blick über Nizza © Issock_OTCN

Paris Europlace und die französischen Behörden haben gemeinsam mobil gemacht, um Paris für die interessierten Institutionen vorzubereiten. Die Umsiedelung der EBA nach Paris hat hier natürlich zum Vorteil gereicht. Die französische Metropole überzeugt mit Lebensqualität, dem Angebot an qualifiziertem Fachpersonal, mit Bürokapazitäten und mit der ausgebauten Infrastruktur (Paris Express). delung der EBA nach Paris hat hier natürlich zum Vorteil gereicht. Die französische Metropole  überzeugt mit Lebensqualität, dem Angebot an qualifiziertem Fachpersonal, mit Bürokapazitäten und mit der ausgebauten Infrastruktur (Paris Express). Vor kurzem hat Google nach Steuerverfahren Frankreich die höchste Summe aller Zeiten gezahlt und sie beträgt eine Milliarde Dollar. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sprach sich auf dem Europäischen Finanzforum im September in Helsinki gegen die Absicht von Facebook aus, die globale Kryptowährung Libra einzuführen, und schlug vor, dass Facebook die Einführung von Libra in der Europäischen Union nicht gestattet wird. Einige glauben, Frankreich sei gegen amerikanische Mega-Konzerne, andere sind der Meinung, dass der Minister Recht hat, wenn er sagt, dass dieser Schritt die Währungssouveränität der EU-Mitgliedstaaten untergraben und erhebliche finanzielle Risiken mit sich bringen könnte. Wie ist die Haltung des offiziellen Frankreich zu diesem Thema? Die Macht der Internetriesen, die heute hauptsächlich amerika-

nisch sind, stellt uns tatsächlich vor die Frage. Es stimmt nicht, dass Frankreich gegen sie ist. Frankreich wünscht aber, so wie die Europäische Kommission, dass die Steuer-Regeln, die für europäische Unternehmen gelten, auch für sie gelten. Google hat das Gesetz umgangen. Frankreich plädiert dafür, dass die Frage der Besteuerung von Internetbetrieben neu aufgerollt wird, denn die aktuellen Regelungen entsprechen nicht mehr den jetzigen Gegebenheiten. Wir haben zwar seit 2019, so wie Österreich, eine Digitalsteuer, es wäre aber wünschenswert, wenn wir eine internationale und europäische Lösung finden würden. Nach dem G7 Treffen in Biarritz sind wir diesbezüglich zuversichtlich. Die Libra-Frage haben Sie gut zusammengefasst. Wenn die Entwicklung dieser Art von Zahlungsmittel außer Kontrolle gerät, könnte sie tatsächlich die Finanz- und Währungsstabilität ins Schwanken bringen. Es ist gut, dass die internationale Gemeinschaft, die G7, aber auch das Financial stability Board FSB sich dieser Sache angenommen hat und eine genaue Untersuchung

Die Sacré Coeur und die Kirche Sainte-Trinité © Paris Tourist Office – Foto: © Sarah Sergent

des Phänomens und der eventuellen Auswirkungen vornimmt. Sind die IT-Industrie und selbst das Internet, Ihrer Meinung nach, zu einer Supermacht geworden, die kontrolliert werden sollte, weil sie sowohl gute Dinge als auch solche initiieren können, die sich negativ auf die Entwicklung auswirken und sogar die Zukunft beeinflussen können?

Es steht hier für Europa viel auf dem Spiel und die Europäische Union muss der Frage der Regulierung des Internet eine hohe Priorität einräumen. Der digitale Raum generiert Wachstum und ermöglicht Fortschritt. Er kann unseren demokratischen Werten neuen Atem einhauchen, aber gleichzeitig stellt er uns vor das Risiko einer manipulierten digitalen Welt, die sich den Prinzipien einer offenen Gesellschaft entgegenstellt, für die diese doch eigentlich ein Garant sein sollte. Ob im ökonomischen Bereich oder in Fragen der Sicherheit, ein Regulierungsmechanismus ist wichtig für die Fairness im digitalen Raum, in dem sich jeder sicher bewegen und entwickeln kann. 7


Politik / Diplomatie

Die Kap Verden liegen voll im Trend und sind ein „Geheimtipp“ des internationalen Tourismus Die Kap Verden sind Surfer- und Segelparadies Dipl.-Ing. Wolfgang Meixner, Honorarkonsul der Republik Kap Verde

Baurat h.c. Dipl.-Ing. Wolfgang Meixner Honorarkonsul der Republik Kap Verde

Baurat h.c. Dipl.-Ing. Wolfgang Meixner wurde 1951 in Wien geboren und ist verheiratet. Seine Frau Henriette und er haben drei gemeinsame Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, und sind stolze Großeltern von drei Enkelkindern. In den Wiener diplomatischen Kreisen kennt man Herrn Dipl. Ing. Meixner als Honorarkonsul der Kapverdischen Inseln, aber er ist mehr als das. Herr Meixner zählt zu den erfolgreichsten Experten im Vermessungswesen und der Fotogrammetrie, außerdem ist er auch gerichtlicher Sachverständiger, zertifizierter, akademisch geprüfter Geoinformationstechniker, Geometer und Geschäftsführer im eigenen Vermessungsbüro, Dipl. Ing. Wolfgang Meixner. Herr Meixner hat im Laufe seiner Ingenieurskarriere an mehreren Projekten rund um den Globus gearbeitet - von der Schweiz, Schweden und England über Bulgarien, Ungarn, Polen, Tschechien, Ostdeutschland, der Ukraine, Georgien, Kasachstan und dem ehemaligen Jugoslawien bis nach Kenia, Saudi-Arabien und der ehemaligen Sowjetunion. Seit 1988 ist Ing. Meixner Honorarkonsul der westafrikanischen Republik Kap Verde (Kapverdische Inseln). Für das Magazin Diplomacy and Commerce sprachen wir mit Herrn Ing. Wolfgang Meixner über seine internationalen Ingenieurtätigkei8

ten, über die Projekte die ihm am meisten bedeutet haben sowie über das Prozedere wie man Honorarkonsul wird und über die Inselgruppe Kap Verde, die laut Experten voll im Trend liegt. Seit 1988 sind Sie der Honorarkonsul der Republik Kap Verde, was hat Sie mit der Inselgruppe vor der Küste von Westafrika zusammengeführt?

Der Konnex zu der Inselgruppe der Kap Verden war in mehrfacher Hinsicht gegeben. Zum Einen war ich davor etliche Jahre in afrikanischen und anderen Ländern beruflich tätig. In westafrikanischen Ländern hatte ich Aufträge sowie auch in mehreren Ländern Ostafrikas. Dies in meinem Beruf als Consulting Engineer, Geometer (Landvermesser, Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen, Fotogrammetrie, Luftbildmessung) und damals noch im Büro meines Vaters, der die Firma vor etwa 60 Jahren gegründet hatte. Dadurch hatte ich auch immer wieder zahlreiche Kontakte zu Botschaften und Ministerien der verschiedensten Länder und natürlich auch den österreichischen Behörden.

Wie wird man zum Honorarkonsul?

Ein Zufall ergab sich insofern, dass mein Vorgänger als Honorarkonsul der Kap Verden in Österreich, der bereits nach eineinhalb Jahren „das Handtuch warf“ ein guter Freund meines Vaters sowie sein Steuerberater war. Er schlug mich damals an den zuständigen Botschafter und im Kapverdischen Ministerium vor und somit hat sich das dann nach relativ kurzer Zeit so ergeben. Zu den Kap Verden verband mich von Anfang an auch eine Sympathie, zu seinen liebenswürdigen und

Zu den Kap Verden verband mich von Anfang an eine Sympathie, zu seinen liebenswürdigen und stets freundlichen und angenehmen Menschen, hilfsbereit und zuvorkommend, trotz ihrer, vor allem in früheren Jahren, Armut beziehungsweise einfachen und schwierigen Lebensverhältnissen

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stets freundlichen und angenehmen Menschen, hilfsbereit und zuvorkommend, trotz ihrer, vor allem in früheren Jahren, Armut beziehungsweise einfachen und schwierigen Lebensverhältnissen. Die an mich herangetragenen bzw. mir zugedachten Aufgaben haben mich von Anfang an sehr interessiert und mir Freude bereitet, und ich darf sagen, ich habe es immer mit Einsatz, Interesse und Freude gemacht. Das Amt des Honorarkonsuls dieses Landes ist nun auch wirklich eine Freude und sehr schöne Herausforderung. Abgesehen von Auslandstätigkeiten in arabischen Ländern war unser damaliges Hauptaufgabengebiet in den verschiedensten afrikanischen Ländern, in mehreren Regionen des afrikanischen Kontinents, u.a. auch in West- und Ostafrika. Durch meine langjährigen und zahlreichen Auslandstätigkeiten, in den verschiedensten Ländern, konnte ich Erfahrungen und durch Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit schnell Kontakt schließen. Es wurden Kontakte zu einer Anzahl


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

von Botschaftern und sonstigen Dienststellen des Außenministeriums geknüpft, aber insbesondere auch zu ausländischen Partnern und Freuden sowie Persönlichkeiten in den dortigen Außenministerien, die an einer Zusammenarbeit interessiert waren, oder die sich für einen neuen Honorarkonsul Ihres Landes in Österreich bemühten und interessierten. Experten sagen, dass die Inselgruppe Kap Verde voll im Trend liegt und zu einer touristischen Prestigedestination werden wird. Sind die Inseln bereit für einen touristischen Boom?

Ja, so ist es, die Kap Verden liegen voll im Trend und sind einerseits ein „Geheimtipp“ des internationalen Tourismus andererseits ein Surferund ein Segelparadies. Und dies das ganze Jahr über mit angenehmen Wassertemperaturen. Mein Sohn ist selber ein begeisterter «Kiter» und «Windsurfer», auch meine Töchter (und einer meiner Schwiegersöhne) betreiben diesen tollen Sport - und die Kap Verden zählen gerade in diesen Sportarten zu den absoluten Top-Destinationen. So freut es mich, dass sich alle meine drei Kinder sehr mit dem Land identifizieren, gewissermaßen «begeisterte Kapverdianer» sind. Besonders hat mich auch gefreut, dass eine meiner Töchter ein Buch über die Kap Verden verfasst hat. Sie alle waren schon oft auf den Reisen dorthin mit, meine drei Enkelkinder sind derzeit aber noch zu klein dafür, leider. Die Inseln bereiten sich intensiv auf die schon jetzt bestehenden und unmittelbar bevorstehenden weiteren touristischen Entwicklungen vor, die ausgesprochen vielversprechend für die Kap Verden aussehen.

Mit 350 Sonnentagen pro Jahr, angenehmen Temperaturen und nur sieben Flugstunden entfernt locken die 10 Inseln viele Reisende, aber es gibt auch eine Formalität, auf die man bei der Einreise achten soll – das Visum. Für das Visum ist das Honorarkonsulat in Wien zuständig, was ist zur Beschaffung des Visums notwendig?

Im Sinne des enorm expandierenden Tourismus wurde kürzlich auch entsprechend Rechnung getragen und seit 1. Jänner ist bei der Einreise für EUStaatsbürger kein Visum mehr erforderlich. Für Nicht-EU-Staatsbürger ist weiterhin das Honorarkonsulat in Wien zuständig Im Sinne des enorm expandierenden Tourismus wurde kürzlich auch entsprechend Rechnung getragen und seit 1. Jänner ist bei der Einreise für EU-Staatsbürger kein Visum mehr erforderlich. Für Nicht-EU-Staatsbürger ist weiterhin das Honorarkonsulat in Wien zuständig, oder das Honorarkonsulat

in St. Pölten für Niederösterreich, dem mein Sohn, Dipl. Ing. Markus Meixner, seit mehr als einem Jahr vorsteht. Er hat übrigens hauptberuflich eine eigene und höchst erfolgreiche IT-Firma in der Porzellangasse in Wien.  Wenn ein nicht EU-Staatsbürger ein Visum benötigt, kann er zu uns

kommen und erhält dieses innerhalb von 10 bis 15 Minuten, allerdings nur während der Amtsstunden und nur nach Voranmeldung. Für die Beschaffung des Visums ist die Vorlage eines Reisepasses erforderlich, mit einer weiteren Gültigkeit von noch sechs Monaten. Weitere Details finden Sie auf unserer Homepage unter www.kv.meixner.at Außer dem Tourismus, was ist der Hauptwirtschaftzweig der Kapverdischen Inseln, und wo liegen die Potentiale für wirtschaftliches Wachstum?

Außer dem Tourismus gibt es kaum besondere wirtschaftliche Schwerpunkte. Das Land ist geografisch nicht gerade bevorzugt. Es ist ganzjährig relativ trocken, daher auch die enorm vielen Sonnentage und das fast immer sehr schöne Wetter. Es gibt fantastische Küsten, mit wunderschönen, tollen Sandstränden, in Abschnitten viele Kilometer lang. Kap Verde hat sich sensationell entwickelt in den vergangen zehn bis 20 Jahren. Unabhängig davon bemüht sich Kap Verde nach wie vor sehr intensiv, nicht in Richtung Massentourismus zu gehen, sondern mehr hinsichtlich «Small-Scale Tourismus». So gesehen gibt es Potential für das wirtschaftliche Wachstum, wie gesagt, einerseits fast ausschließlich auf dem Tourismus Sektor, aber auch in den damit zusammenhän9


Politik / Diplomatie

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

dem Konferenzzentrum, dem Praterstadion, Vermessungen für die ÖBB und im Straßenbau. Welches dieser Projekte hat für Sie die größte Bedeutung?

genden Randbereichen wie Gastronomie, Sport-Center und kulturellen Aktivitäten. Das Land hat z.B. so begnadete KünstlerInnen wie Cesaria Evora hervorgebracht sowie die Musikgruppe Simentera, Maria de Barros - die z.B. schon einmal anlässlich unseres Kapverdischen Nationalfeiertages, am 5. Juli, bei uns im Haus und Konsulat ein kleines Konzert gab - und viele andere.

Das Aufgabengebiet bei der UNOCity und dem Konferenzzentrum, aber auch beim AKH-Wien, wo wir jahrelang baubegleitend und in verschiedenen Bauphasen etliche Jahre hindurch tätig waren, waren natürlich eine enorme Herausforderung, eine spannende „Challenge“ und ein interessantes Aufgabengebiet, ebenso wie auch der Flughafen Schwechat sowie die schwierigen und heiklen Vermessungen des Wiener Praterstadions und die Streckenvermessungen sämtlicher ÖBB-Eisenbahnlinien von ganz Niederösterreich und dem Burgenland sowie Autobahnvermessungen etc. Besondere Bedeutung oder Beziehung haben für mich die jahrelangen Vermessungen für das General Motors Austria Projekt in Wien - Aspern, die Errichtung der Automobil-MotorenFabrik, von Opel. Dies insbesondere durch mein Naheverhältnis zur KFZAutomobil-Branche (mein inzwischen verstorbener Schwiegervater war KR Pasching, Inhaber der Firma Opel Kandl in Wien 3., und mit Filialen in etlichen Bezirken Wiens). Somit war ein besonderes Naheverhältnis zur Automobilbranche und zur General Motors Autofabrik gegeben.

Ihre Empfänge zum Nationalfeiertag von Kap Verde, die in Ihrem privaten Wiener Domizil stattfinden, sind legendär. Die Gäste bleiben bis spät in die Nacht und haben viel Spaß. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Bei unseren Empfängen ist, glaube ich, sagen zu dürfen, einerseits die Diplomatie sehr maßgeblich, zahlreich und „hochkarätig“ vertreten, andererseits auch jedes Jahr verschiedenste Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, aber auch aus dem persönlichen Freundeskreis. Ich glaube, sagen zu dürfen, dass es immer eine zwanglose, freundschaftliche und sehr angenehme Atmosphäre ist und dass sich meine Gäste, glaube ich, immer sehr wohlfühlen.

Beim letzten Empfang, im Juni dieses Jahres, war auch die Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein dabei und alle waren begeistert. Woher kennen Sie Frau Bierlein?

Die Bundeskanzlerin, Frau Brigitte Bierlein, kenne ich seit vielen Jahren, sie ist schon seit Jahren bei uns immer „Stammgast“ gewesen, noch zu ihrer Zeit aus der Präsidentschaft des Verfassungsgerichtshofes. Besonders beeindruckt und gefreut hat uns die Tatsache, dass sie diesmal sogar in ihrer damaligen Funktion als Bundeskanzlerin gekommen war, wo sie ja einen besonders dichten und engen Zeitplan und Terminkalender hatte. Noch dazu wo sie mir einige Tage davor in verschiedenen E-Mails mitteilte und korrespondierte, dass sie leider am selben Tag noch ein Treffen der EURegierungschefs in Posen (Polen) hatte, zum Westbalkangipfel, und bis zuletzt nicht wusste, ob es sich ausgehen würde. Auch hat es uns besonders gefreut, dass die Frau Bundeskanzlerin so besonders lange bei uns geblieben ist, und dies glaube ich sagen zu dürfen, relativ «sensationell» war, da eine Teilnahme von Regierungsmitgliedern in den letzten Jahren, noch dazu der Regierungschefin, äußerst selten war bei den verschiedensten Nationalfeiertagen. 10

Die ehemalige Bundeskanzlerin, Frau Brigitte Bierlein, kenne ich seit vielen Jahren, sie ist schon seit Jahren bei uns immer „Stammgast“ gewesen, noch zu ihrer Zeit aus der Präsidentschaft des Verfassungsgerichtshofes. Besonders beeindruckt und gefreut hat uns die Tatsache, dass sie diesmal sogar in ihrer damaligen Funktion als Bundeskanzlerin gekommen war Als erfolgreicher Experte im Vermessungswesen und Fotogrammetrie haben Sie überall auf der Welt gearbeitet und gelebt. Welche Erfahrungen und welche Erinnerungen tragen Sie aus diesen Zeiten und diesen Orten mit sich?

Meine Tätigkeit als Vermessungsingenieur und Fotogrammeter und Kartograf, im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit, war besonders abwechslungsreich und interessant und immer eine „Challenge“. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir natürlich die wunderschönen Zeiten und Jahre in Kenia, aber auch die hochinteressanten und span-

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nenden Jahre in Saudi Arabien sowie in den verschiedensten anderen Ländern meines persönlichen Einsatzgebietes auf mehreren jahrelangen Baustellen in Russland, der Ukraine, Kasachstan, Bulgarien, Deutschland und vielen anderen Ländern, wo ich als Chef und Firmeninhaber immer wieder, zumindest auf einige Zeit, präsent und anwesend war und persönlich am Geschehen und den Aktivitäten teilnehmen konnte. Sie haben bei vielen großen Projekten in Österreich mitgewirkt, wie dem AKH Wien, dem Flughafen Schwechat, der UNO-City und

Sie sind für Verdienste im Ingenieurwesen für Preise nominiert und ausgezeichnet worden. Haben die Preise für Sie eine emotionale Bedeutung?

Ich hatte die Ehre und Auszeichnung, zwei  Mal hindurch für den Österreichischen Exportpreis für Consulting Engineering - Leistungen, insbesondere für Auslandstätigkeiten zu erhalten und die Auszeichnung zu bekommen, in den Jahren 1993 sowie 1995/1996. Ich wurde bei Universitätsveranstaltungen vom Think-Tank der University of Maine in den USA ausgezeichnet. Weiters wurde mir als Auszeichnung vom Bundespräsidenten bzw. durch den Bundesminister der Titel Baurat h.c. verliehen. Besonders meine 2-maligen Auszeichnungen vom Staatspreis vom Consulting und Ingenieurswesen in Anbetracht der Leistungen bei den Auslandsprojekten (ein Jahr in Saudi Arabien und Kenia) war für mich eine emotionale Ehrung und Auszeichnung, da ich mit beiden Ländern, aber auch mit verschiedenen anderen ausländischen Tätigkeiten, eine sehr interessante, befriedigende und herausfordernde Zeit und einen Teil meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit verbracht habe.


Gesellschaft

Tekst: Andreas Baumeister

Gretas Kampf

Idealistisch und mutig oder inszeniert und manipuliert?

in Armenien kämpfen und in Syrien aus zerstörten Häusern fliehen. Sogar Putin zeigte ganz deutlich, dass sich seine Begeisterung nach ihrem Auftritt in Grenzen hielt, worauf sie ihn wiederum in ihrer Biografie auf Twitter zitiert, in der sie sich mit seinen Worten beschreibt „kind but poorly informed girl“. Aber sollten wir nicht bei allem Respekt vor den Lobbys hinter ihr auch auf ihre Botschaft Acht geben? Es ist besonders seltsam, dass auch Antiglobalisten und Befürworter der schmutzigen Industrie gegen Kürzlich erschien eine junge, 16-jährige Schwedin mit Asperger-Syndrom, Greta Thunberg, auf allen Bildschirmen, wütend und konzentriert (typisch für Menschen mit dieser Störung), und erteilte auf Lisa Simpsons Art den Weltführern und Kapitalisten bei den Vereinten Nationen eine Lektion. Und gerade als es schien, dass die Größten die Botschaft verstanden hätten (sie wurde auch von Barack Obama und Justin Trudeau empfangen), startete ein Backlash - das Mädchen sei manipuliert, hinter ihr stehe eine mächtige Lobby, die die Weltwirtschaft umgestalten wolle, indem sie selbst die Führung bei der „Begrünung“ von Technologien weltweit übernehmen werde. Sie sei eine Marionette in den Händen derselben Reichen, die sich bisher für Umweltverschmutzung und -ausbeutung einsetzten und nun der Welt einige Standards auferlegen werden, durch die sie weniger reiche Länder wieder vom Markt verdrängen und die Sahne wieder abschöpfen werden, um so die Kluft zwischen den Reichen (sich selbst) und den Armen (die für „ungrüne Geschäftsführung“ Steuern zahlen werden) zu vertiefen.

Das Problem ist, dass nur sehr wenige Menschen an eine leidenschaftliche Befürwortung glauben, so dass die arme Greta eine groSSe Gegenreaktion bekam, und ich hatte heftige Streitigkeiten über Folgendes: Hören Sie auf ihre Botschaft, die Klimaveränderungen existieren. Aber die Mehrheit der Leute fragt sich nur danach, „welche Lobby hinter ihr steht?“, was die Grundbotschaft verdunkelt.

Der Backlash

Und dann kam die noch schlimmere Gegenreaktion „Greta ist kein hübsches Mädchen, sie ist krank, das sieht man“, daraufhin folgten Memes mit ihrem zornigen Gesichtsausdruck, in denen sie schwedischen Death Metal singt und dann auch Memes, in denen „ihre Träume zerstört wurden“, während Kinder in Afrika arbeiten,

Töte nicht den Boten Wir haben uns also darauf geeinigt, die kleine Greta nicht anzuhören, weil sie hässlich, autistisch, reich und manipuliert ist - und hinter ihr Soros, Clinton, Rockefeller, Rothschild, Bilderberg, die Masons und vielleicht die Außerirdischen stehen. Kommen Sie schon, im Ernst? Achten Sie auf die Nachricht, erschießen Sie nicht den Boten. Oder, wenn Sie den Boten schon erschießen möchten, suchen Sie in ihrer Rede ein Wort, bei dem sie sich geirrt hat.

Greta sind. Erstere sagen nämlich, dass neben der Tatsache, dass die bereits erwähnten reicher werden. China, Indien und Afrika muss erlaubt werden, so viel zu verschmutzen, wie es der Westen im 19. Jahrhundert tat und wenn sie dann den westlichen Standard erreicht haben, können sie damit anfangen „grün“ zu sein. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die weiterhin massiv fossile Brennstoffe, Öl-Lobbys und alle anderen schmutzigen Industrien, nutzen wollen, wie z. B. alle um Trump herum, die Alexandra Ocasio-Cortez von „Green New Deal“ als schlimmsten Teufel darstellen. Und schließlich Russland und andere Öl- und Gaskonzerne, die befürchten, dass die «Ökologisierung» mit Absicht stattfindet, politisch motiviert ist und eben diese Konzerne aus der Weltszene verbannen soll, wieder zugunsten der Reichsten, die sich zu 100 % erneuerbare Energie auch leisten können. Der Unglaube an die Leidenschaft

Das Problem ist, dass nur sehr wenige Menschen an eine leidenschaftliche Befürwortung glauben, so dass die arme Greta eine große Gegenreaktion bekam, und ich hatte heftige Streitigkeiten über Folgendes: Hören Sie auf ihre Botschaft, die Klimaveränderungen existieren. Aber die Mehrheit der Leute fragt sich nur danach, «welche Lobby hinter ihr steht?», was die Grundbotschaft verdunkelt. Sie wurde von den Schweden und dem Westen als gute Botschafterin (autistisch, weiblich, jung, aus dem nicht-religiösen ökologischen Land usw.) unterstützt, aber es stellte sich heraus, dass der Rest der Welt ihre Welt nicht ernst nahm, aus den gleichen Gründen - sie scheint fabriziert zu sein. Und ich hörte auf zu kämpfen, denn je mehr sie darüber spricht, desto mehr konzentrieren sich die Leute auf die Lobbys hinter ihr. Wir werden die Botschaft wieder vergessen und aus den falschen Gründen kämpfen. Sei wachsam und achte auf die Lobbys hinter allem, aber um Himmels willen, rette den Planeten, er ist der einzige, den wir haben, es ist nicht wie in Star Trek! Es gibt keinen Planeten B! 11


Wirtschaft

Hongkong / WKO

AUSTRIA CONNECT 2019 in China: Digitale Transformation und die Kunden von morgen Wirtschaftskammer ist Gastgeber der größten chinesisch-österreichischen Netzwerkveranstaltung Asiens

Am 24. und 25. Oktober fand in Hongkong die 15. Ausgabe der „AUSTRIA CONNECT Greater China“ statt, der größten chinesisch-österreichischen Konferenz und Netzwerkveranstaltung in Asien, die die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) jedes Jahr veranstaltet. Dieses Jahr dreht sich alles um die digitale Transformation im bevölkerungsreichsten Land der Erde: Welche Bedürfnisse haben die Konsumentinnen und Konsumenten von morgen? Was bedeuten diese Trends für österreichische Exporteure und Niederlassungen? Und was kann Europa beim Thema Innovation von China lernen? Die Konferenz ist mit 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern von österreichischen Firmen und deren Niederlassungen in China ausgebucht gewesen. AuSSenwirtschaftsCenter helfen beim Einstieg in den Zukunftsmarkt China

„China ist ein Zukunftsmarkt. Schon jetzt exportieren unsere Betriebe jeden Tag knapp 15 Millionen Euro an Waren und Dienstleistungen“, sagt Michael Otter, Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Mit unseren AußenwirtschaftsCentern vor Ort arbeiten wir täglich daran, dass diese Zahl weiter steigt. Die vier WKÖ-Wirtschaftsdelegierten in China stehen allen heimischen Betrieben bei ihrem ganz persönlichen China-Projekt tatkräftig zur Seite, nicht nur hier bei der AUSTRIA CONNECT, sondern 365 Tage im Jahr.“ Handel zwischen China und Österreich auf Rekordhoch

China ist Österreichs fünftwichtigster Handelspartner und der größte Partner in Asien. Insgesamt beliefen sich die Warenexporte im ersten Halbjahr 2019 auf 2,1 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Importe stiegen in derselben Periode um 11 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro. 12

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Michael Otter, Abteilungsleiter Aussenwirtschaft Austria / Foto: WKO

China ist ein Zukunftsmarkt „China ist ein Zukunftsmarkt. Schon jetzt exportieren unsere Betriebe jeden Tag knapp 15 Millionen Euro an Waren und Dienstleistungen“. Mit unseren AußenwirtschaftsCentern vor Ort arbeiten wir täglich daran, dass diese Zahl weiter steigt. Die vier WKÖ-Wirtschaftsdelegierten in

China stehen allen heimischen Betrieben bei ihrem ganz persönlichen China-Projekt tatkräftig zur Seite, nicht nur hier bei der AUSTRIA CONNECT, sondern 365 Tage im Jahr.“ - sagt Michael Otter, Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).


Things fall apart

Turkey’s invasion has thrown a oncestable corner of Syria into chaos Less than a week after America removed its troops, a Kurdish-run fief has collapsed

ALL OF IT was foreseeable: the death and displacement, the atrocities, the flight of jihadists and the return of a brutal regime. But it has happened more quickly than almost anyone predicted. In the days since Turkey invaded north-east Syria on October 9th, scores of people have been killed and more than 100,000 displaced. A brief Syrian Kurdish experiment in self-rule has come to a crashing halt. Their entity, known as Rojava, is now a carcass to be picked over by the Turks and the regime of Bashar al-Assad, Syria’s dictator. Hundreds of Islamic State (IS) supporters, once held by the Kurds, have escaped into the desert scrub. Small though it may seem, President Donald Trump’s abrupt decision to withdraw some 100 troops from north-east Syria has reshaped the Levant. It cleared the way for a long-threatened Turkish invasion meant to dislodge the Kurdish-led militia in control of the region. Turkey views the group, the People’s Protection Units (YPG), as a mortal foe because of its ties to the militant Kurdistan Workers’ Party (PKK), which has fought a long insurgency against the Turkish state. With America gone the Turks, backed by Syrian rebels under their command (mostly Sunni Arabs), swept across the border and quickly seized a swathe of central Rojava. They control a stretch of the M4, the main east-west highway about 30km south of the border, allowing them to bisect the Kurdish enclave and cut the YPG’s supply lines. Advancing Syrian rebels have already been accused of atrocities. One gruesome video circulated on social media showed giddy militiamen executing a bound Kurdish prisoner on the battlefield. “Photograph me,” one rebel urges the cameraman, before he turns a sniper rifle on the captive.

Mr Putin will try to push both sides towards a modus vivendi Though known as fierce fighters, the Kurds lack armour or air power. Their light infantry stands little chance against a modern Turkish army. Instead of fighting to the death they have asked Mr Assad for protection. For years the YPG, perhaps hedging its bets, tried to avoid open conflict with the regime. And on October 13th the Kurds struck a deal to bring the regime back to the north-east. “If we have to choose between compromises and the genocide of our people, we will surely choose life,” the Kurdish commander, Mazloum Abdi, wrote in an op-ed for Foreign Policy, an American magazine. Mr Assad wasted little time. His troops are already fanning out into territory formerly under YPG control.

While his men moved in, America moved out. On October 13th the defence secretary, Mark Esper, said America would withdraw all 1,000 troops deployed across northern Syria, fearing they would be caught between the Turkish and Syrian armies. Hopeful Pentagon officials still think they might maintain a presence elsewhere. This is wishful thinking. It will be hard to protect and resupply troops. One group of American soldiers already had to flee under Turkish shelling. America does hope to maintain its outpost at Tanf, in the badlands of southeast Syria, which is meant (rather improbably) to constrain Iranian influence in the region. Even that may be impossible, too. Faced with a crisis of its own making, a flailing superpower has

turned to economic sanctions to pretend it is still relevant. Senators have drafted a bill that takes aim at Turkey’s leadership and its armed forces, with apparent support from the president. “There is great consensus on this,” Mr Trump tweeted. Set aside the hypocrisy of America punishing Turkey for an offensive that Mr Trump himself acquiesced to earlier this month. Sanctions will not compel Turkey to halt its invasion. Nor will condemnations from European powers, some of which have also restricted arms sales to Turkey, a fellow NATO member. If anyone can stop the fighting, it is Vladimir Putin. The Russian president finds himself in an awkward spot. Mr Assad is a client, and Russia is happy for his regime to retake territory. On the other hand, Turkey is a valued friend, and part of a Russian-led effort to find a political agreement that ends Syria’s wider civil war. “Losing Turkey means losing a solution to the Syrian problem,” says a former Russian diplomat. Mr Putin will try to push both sides towards a modus vivendi. Having thrown away his last bit of leverage in Syria, Mr Trump will be a mere bystander. Eight years after Barack Obama called for Mr Assad to go, it is America that is ignominiously leaving Syria..  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com

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Gesellschaften

PaN Vize-Präsident Dr. Oskar Wawra, MMag. DDr. Petra Schnebauer (PaN Vorstand), Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen, PaN Präsident Univ. Prof. Dr. Hermann Mückler, Mag. Dr. Alice Alsch-Harant (PAN Vorstand), PaN Generalsekretär Senator h.c. Walter J. Gerbautz, Mag. Marguerite Machek-Vos (PaN Vorstand) (v.l.n.r.) / Foto: Präsidentschaftskanzlei

PaN –Partner aller Nationen wird 60 Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften

Univ.-Prof. Dr. Hermann Mückler, Präsident von PaN – Interview

Senator h.c. Walter J. Gerbautz, Generalsekretär von PaN – Interview

Der Dachverband Partner aller Nationen wurde im Jahr 1959 in Wien gegründet und feiert dieses Jahr sein 60. Jubiläum. Heute schließt der Dachverband PaN (Partner aller Nationen) mehr als 125 bilaterale Gesellschaften ein. 14

Für das Magazin Diplomacy and Commerce sprachen wir anlässlich des bevorstehenden Jubiläums mit dem Univ.-Prof. Dr. Hermann Mückler, Präsident des PaN Vorstandes, und Vorstandsmitglied und Generalsekretär von PaN, Senator h.c. Walter J. Gerbautz, über die Gründung, die

Tätigkeiten und die Ziele dieses Verbandes. Wie kam es zur Gründung des Dachverbands PaN und wer war der Initiator?

Hermann Mückle: Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sich die ersten bilateralen

„Die ersten Mitglieder des Dachverbands PaN waren die vier Gesellschaften, die auf Anregung der vier alliierten Mächte gegründet worden waren, als die österreichisch-amerikanische, die österreichisch-sowjetische, die österreichisch-britische und die österreichisch-französische Gesellschaft“ - Univ.-Prof. Dr. Hermann Mückle

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Gesellschaften gegründet, in enger Anlehnung und z.T. auf Anregung der vier alliierten Besatzungsmächte hin. Mit dem schrittweisen Anwachsen der Zahl der bilateralen Freundschaftsgesellschaften nach dem Krieg wurde schnell klar, dass eine Kommunikation der Gesellschafen untereinander zwar jederzeit erfolgen konnte, eine gemeinsame die Kooperation koordinierende übergeordnete Institution aber die Sichtbarkeit nach Außen und damit den Erfolg der Anliegen erhöhen könnte. Die beiden Generalsekretäre der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft und der ÖsterreichischSowjetischen Gesellschaft hatten im Jahr 1959 eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, der nach und nach die anderen bereits existierenden bilateralen Gesellschaften beitraten. Diese Arbeitsgruppe galt als Teil des


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

fördern. Information, Service und die Möglichkeit sich zu Vernetzen sind drei Säulen des Angebots an die Gesellschaften. Zu für die Gesellschaften relevanten Themen werden Vortragende eingeladen, die z.B. über Besonderheiten des Vereinsrechts referieren. Wer Mitglied im Dachverband ist, hat die potentielle Möglichkeit, dort mit den Mitgliedern von derzeit 125 bilateralen Freundschaftsgesellschaften in unmittelbaren, fruchtbaren Kontakt kommen zu können.

Arbeitsprogramms des „Palais Palffy – Österreich Haus“, wo diese auch ihren Sitz hatte. Der Vorsitzende des Österreich-Haus war gleichzeitig auch Vorsitzender dieser Arbeitsgruppe, welche in ihrer Anfangsphase zwanzig Länder umfasste. Man kann also sagen, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe die Initiatoren des Dachverbands waren. Welche Verbände und Vereine waren die ersten Mitglieder des Dachverbands PaN?

Hermann Mückle: Es waren die vier Gesellschaften, die auf Anregung der vier alliierten Mächte gegründet worden waren, als die österreichisch-amerikanische, die österreichisch-sowjetische, die österreichisch-britische und die österreichisch-französische Gesellschaft. Eine der ganz „frühen“ Gesellschaften war die ebenfalls schon 1945 gegründete Österreichisch-Persische Gesellschaft. Die Österreich-Schweizerische Gesellschaft in Wien ist sogar, wenn man die Vorläufergesellschaft miteinbezieht, noch älter, denn diese ist bereits seit 1892 existent. Neben zahlreichen europäischen Ländern und – in Zeiten des Kalten Krieges wichtig – etliche Gesellschaften zu zentral- bzw. osteuropäischen Ländern, kamen in den von Entkolonisierung geprägten 1960er Jahren die ersten afrikanischen Gesellschaften hinzu. Die ÖsterreichischAustralische Gesellschaft wurde beispielsweise 1968 gegründet. Heute spiegelt sich die Vielfalt der Welt mit seinen sehr unterschiedlich strukturierten Staaten in der Vielfalt der bilateralen Freundschaftsgesellschaften wider, die im Dachverband organisiert sind und jede für sich einzigartig ist.

Der Dachverband PaN vereint 127 bilaterale österreichischausländische Gesellschaften. Was ist seine Haupttätigkeit?

Hermann Mückle: Der Dachverband versteht sich als Schaltund Schnittstelle zwischen den bilateralen Freundschaftsgesellschaften und dem „offiziösen“ Österreich, d.h. zu hochrangigen Stellen in den Bundesministerien und der öffentlichen Verwaltung. Der Dachverband-PaN ist breit aufgestellt: Unter der Schirmherrschaft des österreichischen Bundespräsidenten agiert ein Ehrenpräsidium mit den jeweiligen Präsident(in) des Nationalrats und den Präsidenten des Bundesrats sowie ein Ehrenkuratorium, welches durch die neun Landeshauptleute gebildet wird. Das operative Zentrum ist der Vorstand des

Welche Veranstaltungen und Aktivitäten organisiert der Dachverband PaN?

Univ.-Prof. Dr. Hermann Mückler, Präsident von PaN

„Der Dachverband versteht sich als Schalt- und Schnittstelle zwischen den bilateralen Freundschaftsgesellschaften und dem „offiziösen“ Österreich, d.h. zu hochrangigen Stellen in den Bundesministerien und der öffentlichen Verwaltung“ - Univ.-Prof. Dr. Hermann Mückle Dachverbands. Dessen Präsident und ein Generalsekretär koordinieren die Kommunikation mit den Freundschaftsgesellschaften. Im Vordergrund steht die brückenbauende, völkerverbindende Rolle der Gesellschaften, die sich in deren Agieren widerspiegeln soll. Der Dachverband achtet darauf, dass diese zentralen statutengeregelten Werte (nämlich überparteiliches, überkonfessionelles und unabhängiges Agieren) umgesetzt werden. Neuaufnahmen erfolgen erst nach einem längeren Beobachtungsprozess. Der Dachverband ermuntert, berät und unterstützt die Gesellschaften und schafft Foren, bei denen sich die Gesellschaften untereinander sowie mit anderen Institutionen austauschen können. Der Dachverband initiiert dazu Vernetzungstreffen und einschlägige Veranstaltungen und tritt zum Teil als Co-Organisator auf. Der Dachverband unterhält ein Generalsekretariat, welches Büro- und Sitzungsmöglichkeiten bietet, wobei letztere im Bedarfsfall auf Anfrage auch von den Gesellschaften genutzt werden können.

Welche Art von Unterstützung bietet PaN österreichisch-ausländischen Gesellschaften?

Hermann Mückle: Ermunterung, Beratung und Unterstützung für die Gesellschaften durch den Dachverband finden ihren sichtbarsten Ausdruck in den PaN-Unterstützungspreisen, mit denen wir die von einer unabhängigen Jury ausgewählten Projekte der Gesellschaften regelmäßig auszeichnen. Diese Förderung soll explizit nicht als Anschubfinanzierung dienen, sondern als Anerkennung für bereits geleistete erfolgreiche Arbeit stehen. Im Zuge dessen gewährt der Dachverband den Anliegen der jeweiligen Gesellschaften Sichtbarkeit durch die öffentliche Präsentation der Projekte im Rahmen einer Festveranstaltung. PaN-Persönlichkeits- und PaN-Gesellschaftspreise werden für verdiente Einzelakteure sowie die langjährige erfolgreiche Tätigkeit der Gesellschaften jedes Jahr aufs neue vergeben. Der Dachverband gibt einen großen Teil der von seinen Partnern erhalten Sponsorengelder unmittelbar weiter an die Gesellschaften, um deren gedeihliche Tätigkeiten zu

Walter J. Gerbautz:Der Dachverband aller österreichisch ausländischen Gesellschaften-PaN ist eine Plattform ,wo sich im Sinne seiner Statuten die Vertreter seiner derzeit 127 bilateralen Gesellschaften einerseits untereinander gut vernetzen können und die in seiner 60 jährigen Bestandsgeschichte geschaffenen Kontaktstellen bzw. das professionelle Beziehungsgeflecht auch für ihre bilateralen Aktivitäten nutzen können. Der gegenwärtige Dachverbandsvorstand sieht daher im Ausbau der beiden Hauptangebote, einerseits der „Vernetzungsevents“ und andererseits  der „Serviceschiene“, die vordringlichste Aufgabe für die  Zukunft. Konkret organisierte der Dachverband jährlich im Zusammenhang mit dem Weltfrauentag am 8. März   für seine bilateralen Gesellschaften Zusammenkünfte und Führungen u.a.  durch das Parlament, Wiener Rathaus, Weltmuseum und Heeresgeschichtliche Museum mit anschließendem Gedankenaustausch. Für den Weltfrauentag  2020 ist eine spezielle Sonderführung durch das Naturhistorische Museum in Planung. Alljährlich im Frühjahr werden die PaN-Mitgliedsgesellschaften eingeladen an dem PaN-Projektpreiswettbewerb teilzunehmen, um im Sinne von Anreizen für die Umsetzung von integrativen förderungswürdigen Projekten in den Bereichen Soziales, Karitatives, Kulturelles, Künstlerisches und auch Sportliches, den Mitgliedern  finanzielle Unterstützung zu geben. Im Rahmen einer  Festveranstaltung im Wappensaal des Wiener Rathauses werden im Herbst die siegreichen Projekte  von den einzelnen Gesellschaften vorgestellt und prämiiert. Gleichzeitig wird bei diesem Event  der PaN-Persönlichkeitsaward und PaN-Mitglieder-Jubiläums-Award vergeben.

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Gesellschaften

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

onalrates und die PräsidentIn des Bundesrates. Das Ehrenkuratorium umfasst die neun Landeshauptleute. Landeshauptmann a.D. Hans Niessl wurde im Rahmen eines Festaktes im Europahaus wegen seiner außerordentlichen Verdienste für PaN während seiner Amtszeit ad Personam zum Ehrenkurator ernannt.

Der PaN-Preis des BMEIA wird nach Rücksprache mit dem Dachverband und auf Vorschlag des Außenministeriums an eine ausgewählte bilaterale PaN-Gesellschaft vergeben. Das PaN-Sommerfest erfreut sich alle Jahre grosser Beliebtheit und regen Zuspruchs und fand heuer erstmalig anlässlich des PaN-60 Jahrejubiläums auf Einladung von Landesrat Martin Eichtinger in den „Gärten Tulln“ statt. Heuer wird das 60 jährige Bestehen des Dachverbandes -PaN mit einer  abendlichen Festveranstaltung  im Festsaal des  Wiener Rathauses am 26. November  auf Einladung des Landeshauptmannes von Wien begangen. Aus diesem Anlass wurde auch das PaN-Mitgliederbooklet 2019 neu aufgelegt und auch an einer PaN- Jubiläums -Festschrift wird  aus  diesem Anlass emsig gearbeitet. Aus welchen Ländern kommen die aktivsten Gesellschaften in Österreich?

Walter J. Gerbautz: Diese Frage-

stellung kann man mit einem Satz nicht beantworten, da jede unserer PaN-Gesellschaften auf ihre eigenständige Art  und Weise  Aktivitäten und Impulse setzen, die aber allesamt dem gemeinsamen Ziel  der Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den jeweiligen Ländern dienen. Es gibt daher traditionelle Mitglieder, wie die Österreichisch-Russische Freundschaftsgesellschaft, die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft oder die Österreichich-Polnische  Gesellschaft, die seit ihrer Gründung im Jahr 1945/46 kontinuierlich  eine rege  bilaterale Vereinstätigkeit bis zum heutigen Tag entfaltet haben. Aber auch  die jüngeren Gesellschaften , wie das ÖsterreichischDeutsches Länderforum-PaN, die Österreichisch-Britische Gesellschaft-PaN  oder die Österreichisch - San Marino Freundschaftsgesellschaft-PaN zeigen auf, wie man auf vielfältige Weise durch wechselseitige Delegationsreisen  in dem jeweiligen Land, mit Kultur- oder Informationsveranstaltungen das bilaterale Netz zwischen den beiden Ländern  verstärken kann. Dabei ist auch die mediale Präsenz nicht zu vergessen, denn Veranstaltungen zu organisieren ist die eine Seite der Medaille, aber die anschließende nachhaltige Medienarbeit wird für unsere Gesellschaften, wie auch  für den Dachverband, immer wichtiger. Deshalb sind  wir in den Folgejahren seit 2012 auch gezielte maßgeschneiderte Kooperationen eingegangen und planen auch für die Zukunft neue Kooperationen auf mehreren Ebenen, um unser PaN16

Hat PaN anlässlich dieses Jubiläums auch schon neue Visionen und Ziele, die in der Zukunft verwirklicht werden sollen?

Senator h.c. Walter J. Gerbautz, Generalsekretär von PaN

„Der Dachverband aller österreichisch ausländischen Gesellschaften-PaN ist eine Plattform, wo sich im Sinne seiner Statuten die Vertreter seiner derzeit 127 bilateralen Gesellschaften einerseits untereinander gut vernetzen können und die in seiner 60 jährigen Bestandsgeschichte geschaffenen Kontaktstellen auch für ihre bilateralen Aktivitäten nutzen können“ - Senator h.c. Walter J. Gerbautz Netzwerk für unsere Mitglieder noch attraktiver zu machen. Schirmherr des Dachverbands PaN ist der Bundespräsident, sowie der Präsident des Nationalrates und der Präsident des Bundesrates. Hatte der Verband schon immer so große und wichtige Unterstützer?

Walter J. Gerbautz: Es gab schon von Anfang an bei den ersten bilateralen Freundschaftsgesellschaften engagierte  Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens. So ist beispielhaft für alle damals schon bestehenden Freundschaftsgesellschaften die Österreichisch Amerikanische Gesellschaft zu nennen, wo in der 1. Generalversammlung am 4. November 1945 im NÖ Landtagssaal zum ersten Vereinspräsident Univ. Prof. Dr. Otto Kauders gewählt wurde, das Ehrenpräsidium bestand aus den Herren Graf Ferdinand Colloredo-Mannsfeld, Staatssekretär Dr. Leopold Figl, Staatssekretär Ernst Fischer, Unter-Staatssekretär Dr. Karl Gruber Generaldirektor Dr. Josef Joham, Bürgermeister General Theodor Körner und Minister a.D.Dr.

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Hans Pertner. Im Vorstand fanden sich noch Wissenschafter , namhafte Ärzte wie Prof. Dr. Karl Fellinger , Vertreter der Kunst wie Generalsekretär Dr. Egon Seefehlner. Als am 6. Jänner 1946 die ÖAG ihr halbjähriges Bestehen im Großen Musikverein feierte, sprach der damalige Oberbefehlshaber der amerikanischen Besatzungskräfte in Österreich, General Mark Clark, bei seiner Begrüßung folgende Worte, „dass Amerika das Möglichste tun werde, um den kulturellen und wirtschaftlichen Aufbau Österreichs weiter zu fördern“. Neben hohen Offizieren der vier Besatzungsmächte nahmen auch Bundeskanzler Ing. Figl, die Bundesminister Dr. Hurdes und Helmer, sowie der Wiener Bürgermeister Körner  an dem Festakt teil. Bereits bei seinem 50 jährigen Bestehen im Jahr 2009  hat sich der damalige Bundespräsident als Schirmherr des Dachverbandes-PaN an die Mitglieder der Generalversammlung mit einer beeindruckenden Videobotschaft gewandt. Das   Ehrenpräsidium bilden  seit damals die jeweilige PräsidentIn des Nati-

Walter J. Gerbautz: Bekanntlich gibt es keinen Stillstand und so ist auch der Dachverband-PaN ständig bemüht sich im Rahmen seiner finanziellen und personellen Ressourcen  den  geänderten Verhältnissen anzupassen. Ein aktuelles Beispiel ist der in aller Munde weltweit diskutierte Klimawandel, da führt natürlich kein Weg vorbei. In einem unserer Partnerhotels mitten im grenzüberschreitenden Naturpark Neusiedlersee hält der Vorstand des Dachverband seit Jahren im Herbst eine Strategiesitzung ab. Das „ÖKO Hotel“, so kann man die Freizeitanlage der Vila Vita in Pamhagen ohne weiteres bezeichnen, wurde unter größtmöglicher Schonung der Umwelt errichtet und ständig an die modernen umweltfreundlichen Errungenschaften angepasst. Diese Hotel-und Freizeitanlage  trägt unverkennbar die Handschrift seines Generaldirektors Bert Jandl. So war es auch, dass Generaldirektor Jandl mit dem PaN-Vorstand bei einer der PaNStrategiesitzungen den Vorschlag machte,  eine PaN-Insel im Badeteich der Anlage zu errichten. Diese Insel sollte auch die Klimafreundlichkeit der Freizeitanlage dokumentieren, indem man auf die rund 1000 Quadratmeter große Insel nur mit eigener oder fremder Muskelkraft, jedenfalls mit umweltfreundlichen Hilfsmitteln gelangen soll. Mehr darf ich hier noch nicht verraten. Aber was noch als Vision zu diesem Plan hinzukommt, dass unlängst im Rahmen der „Action for Climate Empowerment (ACE) eine „Burgenland Klima Deklaration“ in der Vila Vita von  internationaler Experten  erarbeitet und verabschiedet wurde. Federführend war die Generalsekretärin des Österreichisch Deutschen Länderforums -PaN und Botschafterin für ACE des Klimasekretariates der Vereinten Nationen, Maga. Talieh Wögerbauer. Hier schließt sich der Kreis und wir sind schon sehr gespannt, wie dieses große Projekt als Zeichen des Klimaschutzes und der Völkerverständigung im nächsten Jahr seiner Bestimmung übergeben werden kann.


Tale risk

How stories can help explain booms and busts Once a narrative takes hold, it can drive markets

EVERYONE KNOWS, or thinks they know, the story of the Wall Street shoeshine boy. In 1929 Joseph Kennedy, patriarch of the Boston-Irish political clan, had an epiphany while his shoes were being cleaned. When the boy who shined his shoes offered him stock tips, he realised the stockmarket was about to implode. Kennedy promptly sold all his shares and took a short position, betting that the market would fall. When it crashed that October he made a killing. In his new book, “Narrative Economics”, Robert Shiller, a Nobel laureate, offers this tale as an example of a contagious narrative that becomes part of folk wisdom. A story need not be accurate to spread. Mr Shiller searched archives of newspapers from the period, and could find no record of it. But he did find a similar kind of story in the Minneapolis Morning Tribune. The stockmarket, it said, could not yet have peaked because “we do not hear of the chamber maids and bootblacks who have cleaned up fortunes by lucky plays.” That story was published in 1915. Whatever their provenance, says Mr Shiller, it matters which kinds of narratives are contagious and why. The ones that catch on have the power to influence behaviour. Stories sway decisions to hire or fire; to buy or sell; to spend or save. These individual choices, writ large, move markets and drive the business cycle. Fundamentals such as prices and profits are just one part of the reckoning. The stories that people tell themselves and each other matter at least as much. To wield such influence, economic narratives must first become popular. Epidemiology offers a model for how they take hold. Disease epidemics are hump-shaped when plotted on a graph. In the rising phase, the

Some of the most contagious narratives are newer, more resistant variants of old ones. Behind every property boom is a mutation of the eternal narrative about the scarcity value of land. rate of increase of newly infected people (the contagion rate) is faster than the recovery rate plus the death rate. When the recovery rate exceeds the contagion rate, the epidemic falls off. It is the same with stories. A growing number of “infected” people spread the narrative; later on comes a period of lost interest and forgetting. The most contagious economic narratives drive boom-and-bust cycles. Such narratives have common features. They tend to be oversimplified models of reality and thus catchy. Their success may owe to a “super-spreader”, perhaps a celebrity, capable of infecting

many people. And they are often part of a narrative cluster, which adds weight to their plausibility. The stockmarket boom of the 1990s was powered by an array of stories: the triumph of capitalism; the rise of the internet; the decline of inflation; and so on. Some of the most contagious narratives are newer, more resistant variants of old ones. Behind every property boom is a mutation of the eternal narrative about the scarcity value of land. “Who could think of tilling or being contented with a hundred acres of land, when thousands of acres in the broad west were waiting for occupants,”

says a tract documenting the follies of America’s land boom of the 1830s. The global housing boom that led up to the Great Recession of 2007-09 was driven by narratives that persuaded people to think of their homes as speculative investments in scarce land. A science of economic narratives, of the kind Mr Shiller calls for, would require high-quality data. It would need regular surveys designed to draw out people’s justifications for their economic decisions. But interpreting even good data would be tricky. Narratives tend to be ignored by economists because their links to events are complex and variable—as Mr Shiller himself notes. Any official data on narratives would, once published, surely become part of the narrative itself. The most prominent economic narratives today are not cheery. A monthly survey conducted by Bank of America finds that twofifths of fund managers expect a recession in the next year. The same proportion thinks the trade dispute between America and China will never be resolved. Besides the trade war, fund managers list the impotence of central banks and a bubble in bond markets as their biggest worries. Take these messages, add to them bleak surveys of business confidence worldwide, and you might decide to batten down the hatches for a coming storm. If so, you may still be troubled by a nagging doubt, a sense that the story does not quite add up. The usual end-of-cycle euphoria, which causes companies to make unwise investments and draws greenhorns into speculative assets, is not there. The chambermaids and bootblacks have gone missing.  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com

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Politik

Text: Andreas Baumeister

Nordmazedonien – ein ungewolltes Kind Mazedonische Frage 2.0 Nach mehr als 100 Jahren steht die mazedonische Frage, wie auch die Frage des benachbarten Kosovo, wieder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit auf dem Balkan. Alles, was die Nationen des Balkans zwischen 1912 und 1913 getan haben, um sich von der osmanischen Herrschaft zu befreien und sich nationale Freiheit zu beschaffen, ist wieder unter der Lupe. Was gehört nun wem? Zur Erinnerung: Am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war das Osmanische Reich im Rückzug, da technologisch nicht genügend fortgeschritten. Die Franzosen haben die Maghreb-Länder (Marokko, Tunesien und Algerien) erflogreich entrissen, indem sie die Unzufriedenheitskarte der Araber und Berber mit der türkischen Herrschaft ausspielten. Italien nahm Libyen und Großbritannien Ägypten, während Österreich-Ungarn Bosnien und die Herzegowina nahm, und Russland Teile des Kaukasus. Die balkanischen Fürstentümer erlangten Unabhängigkeit und verbreiteten sich fortan. Es blieben lediglich sechs Fragen offen: die mazedonische Frage, die albanische Frage, die serbische Frage, die arabische Frage, die kurdische Frage und die Frage der armenischen Heimat in Palestina. Mehr als 100 Jahre später wurden auf all diese Fragen immer noch keine Antworten gefunden. Aber, beschäftigen wir uns erst einmal mit der mazedonischen. 1900 A. D.: Aufstieg von Mazedonien

Auf dem geographischen Gebiet von Mazedonien, das heute größtenteils drei Länder umfasst (Griechenland, Bulgarien und Nordmazedonien sowie kleinere Teile von Albanien 18

und Serbien), fingen damals die Konflikte zwischen den unterschiedlichen Rebellen (griechischen, bulgarischen, serbischen, albanischen und jenen, die die Mazedonier für etwas Besonderes hielten), und der osmanischen Regierung an. Dabei kam es aber auch unter den Aufständischen zu Auseinandersetzungen. Mit Ausnahme der albanischen Aufstän-

Grenzen stellen noch heute die Quelle der Instabilität in der Region dar. Die Albaner wollen die Idee, dass die Grenzen aus dem Jahr 1912 endgültig sind, auf gar keinen Fall akzeptieren – die Liga von Prizren und das ethnische Gebiet sagen etwas anderes. Aber hier schaffte es Nordmazedonien, dies auf die bestmögliche Art und Weise auszubalancieren: Das Rahmenabkommen von Ohrid über die Einführung der albanischen Sprache als zweite Verwaltungssprache mit allen Punkten, die daraus resultieren – neue Grenzen der Verwaltungseinheiten, Überschriften auf Bussen und Wegweisern, amtliche Beschriftungen in Skopje in albanischer Sprache usw. Und der Aufstand der Albaner im Jahr 2001 wurde soweit gestillt. Mit den Serben gibt es keine Probleme, es sei denn, es geht um die Unabhängigkeit der Kirche oder die Anerkennung Kosovos, doch diese Fragen bedrohen Nordmazedonien eigentlich nicht, denn Serbien wird nicht militärisch reagieren, um die mazedonische Kirche wieder der serbischen otrhodoxen Kirche anzuschließen. Die Situation mit den Griechen war am schwierigsten zu lösen: Sie wollten den Namen Mazedoniens nicht akzeptieren, genauso wenig wie die Nation oder die Sprache – doch die Regierung von Alexis Tsipras war

Nordmazedonien bleibt vorerst in einer Art Schwebezustand, wie ein ungewolltes Kind, das nach den Balkankriegen nicht geplant war und niemand weiSS jetzt, was mit diesem wundervollen Land und den Leuten zu tun ist. Schade. dischen war bei allen anderen die innerchristliche Solidarität größer als die nationalen Ansprüche, sodass es nur logisch war, dass sie sich dem Ersten Balkankrieg anschlossen, um die Türken zu vertreiben. Aber schon nach dem ersten Sieg kam es zur Zwietracht: Der Zweite Balkankrieg war ein Krieg zwischen den Alliierten und eine Katastrophe, die den Ersten Weltkrieg ankündigte. Und die in diesen drei Kriegen gesetzten

dem Kompromiss am meisten zugeneigt, also kam es zum Abkommen von Prespa: Der Staat wird als „nördlicher“ bezeichnet werden müssen, da er nicht ganz Mazedonien umfasst, jedoch werden die Sprache und die Nation weiterhin mazedonisch bleiben, unter Anmerkung, dass es sich dabei nicht um die alten, hellenischen, antiken Mazedonier handelt, die eigentlich Griechen sind. Und auf einmal schien alles perfekt.

Wandelnde Identitäten Am schlimmsten ist es, wenn man nationale Identitäten von vor 100 oder 150 Jahren allzu ernst nimmt. Menschen in Massen wurden einfach nur als „Christen“ bezeichnet und die Sprache, die sie nutzten, nannte man „unsere“ Sprache. Im Grunde war es ziemlich egal, wer welchen Dialekt sprach. Die Brüder

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Miladinov waren in ihrer ersten Arbeitsphase Griechophile. Aus der heutigen Perspektive wirkt dies merkwürdig, aber damals waren 99% der Menschen für ein besseres Leben und für Freiheit, und wie es Shakespeare so schön sagte: „Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.“

Wolken am Horizont

Doch das war es nicht. Frankreich und die Niederlande, dieselben beiden Länder, die 2005 auf einem Referendum die Europäische Verfassung blockiert haben, sind jetzt gegen eine Erweiterung der EU und gegen den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen für Nordmazedonien und Albanien. Ministerpräsident Zoran Zaev sagte dazu traurig, dass die schönste Geschichte von einem Übereinkommen dadurch unerzählt blieb. Auch wenn die grausamen westlichen Staaten Erbarmen hätten, gäbe es Probleme aus Bulgarien. Bulgarien nutzt nämlich den möglichen EU- und NATO-Beitritts von Normazedonien, um die eigenen Probleme mit den Mazedoniern zu lösen: die Frage der gemeinsamen Geschichte, Sprache, Kultur, historischen Persönlichkeiten usw. Und das wird nicht leicht sein. Sofia und Skopje haben ein Freundschaftsabkommen unterzeichnet und gaben damit zu, eine „gemeinsame Geschichte“ zu haben, jedoch blieben auch Unstimmigkeiten, die historische Persönlichkeiten betreffen, welche in beiden Ländern als Helden angesehen werden und die eine wichtige Rolle für die Identitäten Bulgariens und Nordmazedoniens spielen. Bulgarien unterstützt den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen für Nordmazedonien, fordert aber Mechanismen, die dessen Beitritt verhindern würden, falls die umstrittenen Fragen der Balkangeschichte nicht so gelöst werden, wie man es sich in Sofia wünscht, schreibt Radio Slobodna Evropa (RSE). Sofia und Skopje haben den die-Sprache-betreffenden Konflikt 1999 gelöst und 2017 das Freundschaftsabkommen unterzeichnet. Nun stellt sich jedoch Goze Deltschew in den Weg. Ist er Bulgare oder ethnischer Mazedonier? Wie deklarierte er sich? Wollte IMRO ein unabhängiges Mazedonien, oder dass Mazedonien sich Bulgarien anschließt? Bis diese Fragen gelöst werden, bleibt Nordmazedonien in einer Art Schwebezustand, wie ein ungewolltes Kind, das nach den Balkankriegen nicht geplant war und niemand weiß jetzt, was mit diesem wundervollen Land und den Leuten zu tun ist. Schade.


Daily chart

Far too many of the world’s youngsters are overweight A UN report finds that many children are getting either too little food, or too much

TWENTY YEARS ago UNICEF, the United Nations’ children’s agency, took a detailed look at the diet of the world’s youngsters. The story was grim: malnutrition contributed to more than half of all child deaths. The picture has since changed, in many ways for the better. Rising incomes have lifted millions out of poverty; since 1990 the burden of hunger has been cut by two-thirds. UNICEF’s latest deep dive into the state of children’s nutrition is again disturbing, but for a different reason. Children are getting either too little of the food they need, or too much of the food they do not. The number of overweight adolescents is particularly shocking. Since the 1970s there has been a 10- to 12-fold rise in obesity among those aged 10 to 19. In poor countries, it is the relatively well-off who tend to suffer. In rich ones, it is often poorer children who carry excessive weight. In America, for example, nearly one in five youngsters in low-income households are obese, compared with just one in ten in high-income ones. Lowand middle-income countries are catching up with their richer counterparts. Disturbingly, even the youngest are affected. Since 2000, the number of overweight children under five around the world has increased by 44%. Ballooning waistlines are often blamed on the shift towards modern diets, urbanisation and falling levels of physical activity. Economics matters, too. In many countries, the unhealthiest and most fattening foods are also the cheapest. And obesity, in turn, imposes an economic cost. Countries with lots of overweight children can expect lower levels of productivity, higher mortality and higher health-care spending on treating the maladies that come with excessive weight, such as type 2 diabetes and cardiovascular disease.

In total, UNICEF reckons that nearly one in three school-aged children aged five to 19 is overweight (18%) or underweight (11%). The world has much work to do to ensure that its children both eat well and eat healthily.

Along with children who get too many of the wrong calories, there are still those who suffer from conventional malnourishment, including children who are “stunted” (meaning they are unusually short for their age) and “wasted” (they weigh too little for their height). Then there are those who suffer from “hidden hunger” a deficiency of vitamins and other essential nutrients. Iron deficiency, for example, reduces a child‘s ability to learn. In total, UNICEF reckons that nearly one in three school-aged children aged five to 19 is overweight (18%) or underweight (11%). The world has much work to do to ensure that its children both eat well and eat healthily.  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com

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Politik

Text: Andreas Baumeister

Erlöse meinen Staat! Befrei mich!

Indem wir die Verse von Joe Cocker aus dem Lied „Unchain my Heart“ benutzen, können wir das Phänomen erklären, dass sich immer mehr in Osteuropa ausbreitet. Sinn der Sache ist, dass die Bürger der meisten Länder entweder aus ihrem eigenen Land in die Emigration fliehen oder, was die schwierigere Option wäre, ihre eigene Zukunft in ihre eigenen Hände nehmen wollen, da ihr Land „besetzt“ (Eng. chained) ist. „Besetzt“ bedeutet in diesem Fall nicht, dass jemand von außen gekommen ist und mit einer Armee den Staat einnahm, sondern dass das Land von innen besetzt wurde, seitens jener, die die Macht usurpiert und den Staat unter ihr Kommando genommen haben. Wie der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelenskiy, in seinem Video sagt – „vergessen Sie die proeuropäische und pro-russische Spaltung“. Während wir streiten, trinken sie zusammen auf unsere Kosten und zerstören den Staat (Ich zittiere die wichtigsten Abschnitte). Die Richtung des Staates ist für uns alle im Moment weniger wichtig. Sehen Sie sich Moldawien an – wo alles begann – wie die proeuropäischen und pro-russischen Kräfte zusammen die Oligarchen und den Vorsitzenden einer pseudo-demokratischen und pseudoeuropäischen Partei von Vlad Plahotniuc vertrieben. Moldawien entschied aber, dass die Richtung des Staates später bestimmt werden soll und dass der wichtigste Job in der Zwischenzeit der ist, das Land so funktionsfähig wie möglich zu machen. Das Parlament von Moldawien erklärte Moldawien zu einem „besetzten Staat“, in dem eine Gruppe von Oligarchen, Gangstern und Partokraten alle politische Funktionäre gefangen oder entführt hatten, sodass der Fortschritt des Landes angehalten wurde und sie ungeheuer reich wurden. Die Basisidee war also, die falschen Parolen zu stoppen. Wir wollen nicht „zur EU gehen!“ oder „zur Eurasischen Wirtschaftsuni20

Unsere Länder sind scharf gespalten, was die Richtung angeht; wir bekämpfen uns gegenseitig, während Oligarchen und Partokratien uns unsere Staaten stehlen.

Die Bevölkerung von Moldawien und der Ukraine will nicht besetzt bleiben. Dies ist ein äußerst harter Prozess. Allerdings wird er süße Früchte tragen. Es gibt immer dann Hoffnung, wenn jemand, in zum Beispiel Serbien, sagt: „Unser Staat ist besetzt!“. Ist er. Wir brauchen keine Plutokraten und Agrokors und HAC und Hypo-Skandale. Befreit meinen Staat oder es wird kein Unterschied sein, ob wir von Österreich, Ungarn, Jugoslawien oder von euren eigenen Tyrannen, unter eurer Fahne, unterdrückt sind. Antrfile: Das wichtigste zuerst

on“. Die Richtungen und Auseinandersetzungen verschleiern das Hauptproblem: es gibt keinen Staat zu besetzen. Nirgendwo. Fast keiner will uns haben. Also sollen wir zuerst den Staat schaffen. Institutionen, Wirtschaft, Gerichtswesen. Gerechtigheit und Berechenbarkeit. Nur danach können wir demokratisch wählen, welcher Seite wir uns zuwenden. Dies ist etwas, dass man in den letzen 28 Jahren in Serbien, Montenegro, der Ukraine, Georgien, Nordmazedonien und Bosnien Herzegowina, aber auch in Kroatien, Rumänien und Bulgarien nicht in der Lage war zu schaffen. Der Nationalismus kam immer zuerst. Danach irgendwelche „-philien“

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oder „-phobien“. Wie in Kroatien – „Wir wollen kein Jugoslawien!“ oder „Wir wollen den Balkan nicht!“. Entspannt euch, es gibt weder ein Jugoslawien, noch kommt es irgendwann mal zurück. Es wird keine Westbalkanische Integrationen geben. Wir sind in der NATO, in der EU. Sind wir aber zufrieden mit unserem Leben? Unseren Tycoons und korrupten Politikern? Unserem Nationalismus und unserer Armut und Skandalen und Missbrauch von Geldern? Sind wir nicht. Irland und Deutschland sind voll von solchen Kroaten, die sich zuhause nicht wohlfühlen. Es wird Zeit, dass sich was ändert. Nicht nur in Kroatien – überall. Und es gibt dafür gute Zeichen vom Osten.

Was die anderen Länder, die in keiner Sphäre sind, betrifft, lassen Sie mich Folgendes sagen: Rechtstaatlichkeit, ökonomische Stabilität, freie Medien, Toleranz (wie es Zelensky im Video, zuerst auf ukrainisch, dann auf russisch, sagt)... Danach, in etwa 5 bis 10 Jahren, können wir mittels Wahlen oder Referendum die Richtung unseres Staates wählen. Unsere Länder sind scharf gespalten, was die Richtung angeht; wir bekämpfen uns gegenseitig, während Oligarchen und Partokratien uns unsere Staaten stehlen. Wir müssen eine Pause vom Pro-EU-, Pro-NATO-, Anti-NATO-, Prorussisch-, Pro-wasauch-immer-Sein machen. (Lasst Zelenskiy euer Vorbild sein, sodass wir nicht wie die Ukraine zur Zeit von Poroschenko und Moldawien zur Zeit von Plahotniuc verschwinden, weil es so ist, dass sich, wenn wir glauben, dass wir den Abgrund berührt haben, ein neuer unter uns öffnet.) Oder wir sind verloren.


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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

03 Wirtschafts-

und Kulturtage Serbiens und der Srpska okt

Am Donnerstag, dem 3. Oktober, fand in der Wirtschaftskammer Wien die Vorstellung der Wirtschaftspotentiale der Städte Banja Luka und Novi Sad im Rahmen der Wirtschafts- und Kulturtage Serbiens und der Srpska statt. Die Eröffnungsrede hielt DI Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, gefolgt von Herrn Aca Jovanovic, Beigeordneter Minister für konsularische Angelegenheiten und Vertreter des Ministers des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten Serbien,  sowie S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter von Serbien in Österreich, der die versammelten Gäste aus der Wirtschaft beider Länder begrüßte. Es folgten Reden von Frau Dipl. Ing. Nada Knezevic, Direktorin der Vertretung Wirtschaftskammer Serbien in Österreich, und von Mag. Mladen Filipovic, Leiter der Vertretung Srpska in Österreich, sowie von Vertretern mehrerer Unternehmen aus beiden Ländern. Anschließend wurden die Wirtschaftspotentiale der Städte Banja Luka und Novi Sad präsentiert.

DI Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, und Frau Dipl. Ing. Nada Knezevic, Direktorin der Vertretung Wirtschaftskammer Serbien in Österreich, beim TV Interview

Herr Aca Jovanovic, Beigeordneter Minister für konsularische Angelegenheiten, und Vertreter des Ministers des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten Serbien, S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter von Serbien in Österreich, und  Mag. Mladen Filipovic, Leiter der Vertretung Srpska in Österreich

Die Eröffnungsrede hielt Herr DI Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter Serbien in Österreich und Herr Aca Jovanovic, Beigeordneter Minister für konsularische Angelegenheiten Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Serbien

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Frau Dipl. Ing. Nada Knezevic, Direktorin der Vertretung Wirtschaftskammer Serbien in Österreich

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Frau Siham Moufhim, Botschaftsrätin mit Gästen


Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

04 Ein spektakulärer Kulturabend

der Republik Serbien und der Srpska im Kursalon in Wien okt

Die “Wirtschafts- und Kulturtage Serbiens und der Srpska” fanden vom 2. bis zum 4. Oktober in der österreichischen Hauptstadt statt und sie umfassten mehrere Events, die die Städte Novi Sad und Banja Luka vorstellten. Der Abschlussevent dieser Veranstaltung fand am Freitag, dem 4. Oktober, im Kursalon Hubner statt, mit einem kulturellen Programm, das rund 600 Gäste begeisterte. Unter der Organisation der Botschaft der Republik Serbien in Österreich, der Vertretung der Srpska, sowie mehrerer Vereine und Verbände der serbischen Diaspora in Österreich, stellte die gesamte Veranstaltung einen Kulturevent der Superlative mit über 70 Teilnehmern dar. Das Programm wurde von der deutsch-serbischen Schauspielerin

Anica Dobra und der Schauspieler Zeljko Erkic aus Banja Luka moderiert. Es folgte ein reichhaltiges kulturelles Programm, das klassische Musik, Oper, Ballett und traditionelle Tänze umfasste, sowohl aus der Republik Serbien als auch der Republika Srpska. Innerhalb des Programms trat das Symphonieorchester aus Banja Luka, die Primadonna der Belgrader Opera, Jadranka Jovanovic, Sopran Jasmina Trumbetas Petrovic, Tenor Dejan Maksimovic, sowie Balletttänzer vom Nationaltheater in Belgrad. Nach dem offiziellen Teil folgte der Empfang, bei dem die Gäste regionale Spezialitäten und Weine genossen, und das angenehme Wetter ermöglichte den Gästen, den wunderschönen Herbstabend bis tief in die Nacht unter freien Himmel zu genießen.

Alle waren sich einig, dass der Abend spektakulär war

Reiches Kulturprogramm im wunderbaren Kursalon

In den ersten Reihen: Offizielle Serbiens, der Srpska und der orthodoxen Kirche in Wien

Das Programm wurde von der deutsch-serbischen Schauspielerin Anica Dobra moderiert

Im angenehmen Gespräch auf der Terrasse des Kursalons: der Botschafter Serbiens, Nebojsa Rodic, mit seiner Ehefrau und der Primadonna der Belgrader Oper, Jadranka Jovanovic

Frau Dipl. Ing. Nada Knezevic, Direktorin der Vertretung Wirtschaftskammer Serbien in Österreich und Herr Aca Jovanovic, Beigeordneter Minister für konsularische Konsulin Milica Vuckovic (Botschaft Serbien in Wien) und Angelegenheiten und Vertreter des Ministers des Ministeriums für Gesandter Mag. Axel Wech (Bundesministerium Europa, auswärtige Angelegenheiten Serbien Integration und Äußeres)

Walter Götz, „Weinkönig“, Svetlana Nenadovic Glusac, Direktorin Diplomacy and Commerce Austria, S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter von Serbien in Österreich mit Gattin Jana und Primadonna der Belgrader Oper, Jadranka Jovanovic

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

04 Beitritt der Republik Usbekistan

zum Türkischen Rat als vollwertiges Mitglied okt

Anlässlich des Tages der Zusammenarbeit türkischsprechender Länder und des Beitritts der Republik Usbekistan zum Türkischen Rat als vollwertiges Mitglied luden S.E. Ümit Yardim, Botschafter der Republik Türkei, und S.E. Sherzod Asadov, Botschafter der Republik Usbekistan, zum Empfang ein. Der Empfang fand am Donnerstag, dem 3. September, in der türkischen Botschaft statt. Die Eröffnungsrede hat  S.E. Ümit Yardim, Botschafter der Republik

Türkei, gehalten. Danach folgten die Reden von S.E. Galib Israfilov, dem Botschafter der Republik Aserbaidschan, S.E. Kairat Sarybay, Botschafter von Kasachstan, S.E. Bakyt Dzhusupov, Botschafter Kirgistan, und abschließend die Rede von S.E. Sherzod Asadov, Botschafter der Republik Usbekistan. Nach dem offiziellen Teil folgte ein Empfang mit türkischen Köstlichkeiten, die in dem historischen Ambiente der türkischen Botschaft in Wien serviert wurden.

Hamid Labbafi, Zweiter Sekretär (Islamische Republik Iran), S.E. Ümit Yardim, Botschafter der Republik Türkei, S.E. Nenad Kolev, Btschafter Nordmazedonien, S.E. Bakyt Dzhusupov, Botschafter Kirgistan, und S.E. Sherzod Asadov, Botschafter der Republik Usbekistan.

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau - Botschafterfrauen: Türkei, Usbekistan und Kasachstan

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Begrüßungsrede S.E. Sherzod Asadov, Botschafter der Republik Usbekistan - mit S.E. Galib Israfilov, Botschafter der Republik Aserbaidschan, S.E. Kairat Sarybay, Botschafter von Kasachstan, S.E. Bakyt Dzhusupov, Botschafter Kirgistan, und S.E. Ümit Yardim,  Botschafter der Republik Türkei


Text: Svetlana Nenadovic Glusac Fotos: Peter Lechner/HBF

Veranstaltungen

06 Matinee zur 200-Jahr-Feier der okt

„Erste Österreichische Spar-Casse“

Im Rahmen einer Matinée wurde im Wiener Musikverein das 200. Gründungsjubiläum der Erste Bank und des Sparkassengedankens gefeiert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hob in seiner Festrede die Bedeutung des Sparkassengedankens für den Zusammenhalt in einer Gesellschaft und insbesondere für Österreich hervor: „Die Bundesverfassung hilft in Zeiten des Umbruchs und der Veränderung einen Plan zu haben und das richtige zu tun. Es

ist bemerkenswert, dass die Erste Bank und Sparkassen auch eine Verfassung haben. Kein Alter, kein Geschlecht, kein Stand, keine Nation ist von den Vorteilen ausgeschlossen, welche die Spar-Casse jedem Einlegenden anbietet.“ Das wurde vor 200 Jahren niedergeschrieben. Das war eine Revolution damals und damit sind Erste Bank und Sparkassen zu einem Katalysator geworden, der dabei geholfen hat, die demokratische Transformation zu beschleunigen.“

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und First Lady Doris Schmidauer

Gespräch zwischen Bundespräsident Van der Bellen und Premierministerin Brnabic

Zur Gast in Wien - Ana Brnabic, Serbien Premierministerin, Wolfgang Sobotka, Präsident des österreichischen Nationalrates und Nebojsa Rodic, Botschafter Serbien in Österreich

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

09 Eröffnung des

Nachbarschaftsdialogs Österreich-Slowenien 2019/2020 okt

Am Mittwoch, dem 9. Oktober, wurde die Eröffnung des Nachbarschaftsdialogs ÖsterreichSlowenien 2019/2020 mit einem Konzert in Wien gefeiert. Der Nachbarschaftsdialog ist ein gemeinsames Projekt von Slowenien und Österreich und wird von den Ministerien für auswärtige Angelegenheiten, den Botschaften und Kulturzentren beider Staaten geleitet. Zeitgleich zum Konzert in Wien fand auch eine Eröffnungsveranstaltung in Laibach (Ljubljana) statt. Im Zeitraum von Herbst 2019 bis Ende 2020 sind über 60 Projekte allein

in Österreich geplant und gleichzeitig auch mehrere Dutzend in Slowenien. Den Nachbarschaftsdialog Österreich-Slowenien 2019/2020 eröffneten Mag. Alexander Schallenberg, Bundesminister des Bundesministerium für Europa, Integration und Äusseres, und I.E. Mag. Ksenija Skrilec, Botschafterin von Slowenien. Die versammelten Gäste aus dem Diplomatischen Korps und die politischen Vertreter Österreichs genossen den Abend mit dem Saxofonquartett „Ensemble 4Saxess“ aus Slowenien und bei einem angenehmen Empfang danach.

Bundesminister Mag. Alexander Schallenberg und I.E. Mag. Ksenija Skrilec, Botschafterin Slowenien, eröffneten den Nachbarschaftsdialogs Österreich-Slowenien gemeinsam.

Veranstaltung unter Freunden, Handkuss von Bundesminister Schallenberg an Botschafterin Skrilec

Botschafter unter sich: S.E. Jalal E.A. Alashi, Chargé d’Affaires ( Libyen), I.E. Saroja Sirisena (Sri Lanka), S.E. Marc Ungeheuer (Luxemburg),  I.E. Dr. Vesna Cvjetkovic (Kroatien), I.E. Alena Kupchyna (Belarus), S.E. Dr. Ivan Sirakov (Bulgarien)…

Der Empfang fand in der historischen Kulisse des Veranstaltungsorts „Reaktor“ (ehemaliges Etablissement Gschwandner) statt.

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Die Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Margot Klestil-Löffler, und Mag. Ksenija Skrilec, Botschafterin Slowenien


Text: Svetlana Nenadovic Glusac Fotos: Peter Lechner/HBF

Veranstaltungen

14 Ausstellung

„Caravaggio & Bernini - Die Entdeckung der Gefühle“ wurde in Wien eröffnet okt

Im Kunsthistorischen Museum Wien wurde am 14. Oktober die Ausstellung „Caravaggio & Bernini Die Entdeckung der Gefühle“ eröffnet. Bei der feierlichen Eröffnung waren Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein sowie andere prominente Gäste aus der Welt der Kunst, Diplomatie und Politik dabei, die der Einladung von Frau Generaldirektorin Sabine Haag gefolgt sind. Die Ausstellung „Caravaggio & Bernini - Die Entdeckung der Gefühle“ ist noch bis 19. Jänner 2020 im Kunsthistorischen Museum Wien zu sehen.

Über die Ausstellung: Die Ausstellung präsentiert ein großes und überwältigendes visuelles Barockspektakel im Kunsthistorischen Museum Wien. Im Zentrum stehen dabei die bahnbrechenden Werke des Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571‒1610) und des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini (1598‒1680). Erstmals sind die beiden weltberühmten Protagonisten, die jeweils auf ihre Art stilbildend für die europäische Kunst des 17. Jahrhunderts werden sollten, gemeinsam in einer Ausstellung vereint. Was sie verbindet, ist eine neue Aufmerksamkeit für die wirklichkeitsnahe Naturdarstellung und für das Pathos großer Gefühle. Die Entdeckung der menschlichen Regungen als theatralisches Anliegen des Barocks ist dann auch das zentrale Thema der Ausstellung, die – von Caravaggio bis Bernini – rund siebzig Meisterwerke römischer Malerei und Skulptur in einen einzigartigen Dialog setzt.

Frau Generaldirektorin Sabine Haag, Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Bundespräsident Alexander Van der Bellen und First Lady Doris Schmidauer

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Eröffnungsrede gehalten.

S.E. Sergio Barbanati, Botschafter Italiens in Österreich, im Gespräch mit Bundespräsident Van der Bellen

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Veranstaltungen

15 Viva España - Nationalfeiertag des

okt

Königreichs Spanien

Am Dienstag, dem 15. Oktober, luden zum Nationalfeiertag Spaniens S.E. Juan Sunyé Mendía, der Botschafter des Königreiches Spanien in der Republik Österreich,  S.E. Senén Florensa Palau, der Ständige Vertreter Spaniens bei den Internationalen Organisationen mit Sitz in Wien, und S.E. Luis Manuel Cuesta Civís, der Ständige Vertreter Spaniens bei der OSZE, zum Empfang in der Botschaft Spaniens in Wien ein. Dem Empfang wohnten zahlreiche Diplomaten, Vertreter internationa-

ler Organisationen, österreichische Beamte und bekannte Bürger beider Länder bei. Nach den Hymnen von Österreich und Spanien begrüßten alle drei Botschafter die versammelten Gäste mit ihren Reden. Nach dem offiziellen Teil folgte der Empfang, bei dem Spezialitäten aus Spanien serviert wurden sowie die besten Weine der iberischen Halbinsel. Das angenehme Herbstwetter ermöglichte es, dass eine riesige Paella im Garten der Botschaft serviert wurde.

Alle drei Botschafter Spaniens in Wien hielten eine Rede.

S.E. Juan Buatista Sunye Mendia, Botschafter vom Königreich Spanien, mit seiner Gattin

Spanische Ex-König Juan Carlos I

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I.E. Dr. Ivana Cervenkova, Botschafterin der Tschechischen Republik, und Erzherzogin Camilla Habsburg-Lothringen


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Botschafter unter sich: S.E. Aurimas Taurantas ( Litauen), S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho (Brasilien), I.E. Frau Lourdes Gisela Antonia Victoria-Kruse (Dominikanische Republik), S.E. Bakar Fattah Hussen (Irak),  I.E. Pirkko Hämäläinen (Finnland) und S.E. Omar Amer Youssef (Ägypten)

Botschafter unter sich: Antonio De Almeida Ribeiro (Portugal), Alejandro Solano (Costa Rica), I.E. Morakot Sriswasdi (Thailand), S.E. Haytham Abdulmomen Shoja´aadin (Jemen) und S.E. Prakash Alte und neue Botschafter: S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho (Brasilien), S.E. Omar Amer Youssef (Ägypten) und S.E. Prinz Abdullah Bin Khaled Bin Sultan Al Saud (Königreich Saudi Arabien) Kumar Suvedi (Nepal)

S.E. Leigh Turner, Botschafter Großbritannien, und I.E. Vivian Okeke, Botschafterin Nigeria

Der spanische Botschafter, S.E. Juan Buatista Sunye Mendia, mit seiner Gattin und Erzherzogin Camilla Habsburg-Lothringen

Das angenehme Herbstwetter ermöglichte es, dass die Paella im Garten der Botschaft serviert wurde.

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

17 Argentinien-

okt

Tag in Wien

Am Donnerstag, dem 17. Oktober, lud der Botschafter Argentiniens in Wien, S.E. Rafael Mariano Grossi, zum ArgentinienTag ein. Der Empfang fand im Hotel Andaz Vienna Am Belvedere statt, wo Weine und Köstlichkeiten aus Argentinien zur Verkostung dargeboten wurden. Alle Produkte die an dem Abend im Salon Augen 21 des Hotels Andaz ausgestellt waren, sind in österreichischen Märkten zu finden.

Begrüßungsrede von S.E. Rafael Mariano Grossi, Botschafter Argentinien

S.E. Miguel Camilo Ruiz Blanco, Botschafter Kolumbien, I.E. Morakot Sriswasdi, Botschafterin von Thailand, und S.E. Rafael Mariano Grossi, Botschafter Argentinien

Eine sehr nette Atmosphäre - Botschafter Grossi und Hotel Managerin Eren, die übrigens die Gattin des Botschafters von Großbritannien in Österreich ist

Für gute Stimmung hat DJane Mel Mario gesorgt.

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Botschafter Grossi, Maite Fernández Garcia, Gesandte und Juan Ignacio Diaz, Erster Botschaftssekretär Argentiniens

Botschafter Argentiniens in Wien, S.E. Rafael Mariano Grossi, und S.E. Prinz Abdullah Bin Khaled Bin Sultan Al Saud, Botschafter Königreich Saudi Arabien

Frau Gözde Eren, General Manager des Hotel Andaz Vienna Am Belvedere, und I.E. Renu Pall, Botschafterin Indien


Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

12 Empfang zum Nationalfeiertag

okt

von Ungarn

Anlässlich des Jahrestages der Revolution und des Freiheitskampfes 1956 in Ungarn luden am Dienstag, dem 22. Oktober,  S.E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn in der Republik Österreich, und seine Gattin, Mariann Bercsényi, sowie S.E. Károly Dán, Botschafter und Ständiger Vertreter Ungarns bei der OSZE und den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Wien,  und seine Gattin, Fruzsina Kacskó, zum Empfang ein. Der feierliche Empfang zum Nationalfeiertag fand in der Botschaft

von Ungarn statt. Dem Empfang wohnten viele Gäste aus dem Diplomatischem Korps, der Politik, der Wirtschaft sowie angesehene Bürger beider Länder bei. Nach den Hymnen beider Länder hat die Versammelten S.E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn, mit einer Rede begrüßt, dann folgte eine Festrede von Univ. Prof. Dr.Andreas Khol, Präsident des Nationalrates a.D. Nach dem offiziellen Teil folgte ein Empfang, auf welchem Wein, Bier und Köstlichkeiten aus dem benachbarten Ungarn serviert wurden.

Gerold Stagl, Bürgermeister von Rust, und Zsolt Botta, Gesandter Ungarn

Janez Kopac, Direktor des Sekretariats der Energiegemeinschaft, I.E. Ksenia Skrilec, Botschafterin Sloweniens, und Dusan Pscelnik Psenicnik, Botschaftsrat Slowenien

S.E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn in der Republik Österreich, S.E. Károly Dán, Botschafter, Ständiger Vertreter Ungarns bei der OSZE und den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Wien, und Univ.Prof. Dr.Andreas Khol, Präsident des Nationalrates a.D.

S.E. Dr. Ivan Sirakov, Botschafter Bulgariens mit Gattin

S.E. Salah Abdel-Shafi, Botschafter Palästinas, S.E. Miguel Camilo Botschafter Seiner Majestät des Königs von Marokko in Ruiz Blanco, Botschafter Kolumbiens in Österreich und S.E. Omar Österreich, S.E. Azzeddine Farhane, und S.E. Haytham Abdulmomen Shoja´aadin, Botschafter Jemen Amer Youssef, Botschafter Ägyptens

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

22 Konferenz zum Thema „Das

Türkeibild in Österreich und das Österreichbild in der Türkei“ okt

Die Botschaft der Republik Türkei hat am Dienstag, dem 22. Oktober, zu einer Konferenz eingeladen, deren Thema „Das Türkeibild in Österreich und das Österreichbild in der Türkei“ war. Die Konferenz fand in der Botschaft der Republik Türkei in Wien statt, die Konferenz eröffnete S.E. Ümit Yardim mit eine Begrüßungsrede.

Diskussionsteilnehmer waren Dr. Karin Kneissl, Außenministerin a.D., und Atıl Kutoğlu, Modedesigner türkische Herkunft. Frau Dr. Kneissl und Herr Kutoğlu haben mit eigenen Geschichten und Erfahrungen aus dem eigenen Blickwinkel das Thema der Konferenz so bereichert, dass alle, die dabei waren, ganz begeistert waren.

Diskussionsteilnehmer: Dr. Karin Kneissl, Außenministerin a.D., und Atıl Kutoğlu, Modedesigner

S.E. Ümit Yardim eröffnete die Konferenz mit eine Willkommensrede.

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

22 Wunderbarer

Musikabend im Palais Metternich okt

S.E. Sergio Barbanti,  Botschafter Italiens in Österreich, lud am Dienstag, dem 22. Oktober, zum Konzert “Musica Nuda” in das Palais Metternich ein. Am Anfang des Abends begrüßte der italienische Botschafter, Sergio Barbanti, die versammelten Gäste, dann folgte das Konzert der Extraklasse. Star des Abends war das Duo „Musica Nuda“, bestehend aus Petra Magoni (Gesang) und Ferruccio Spinettu (Kontrabass), die als Duo weltbekannt wurden. Als Duo traten Petra und Ferruccio von Paris bis Sankt Petersburg auf und hatten Tourneen von den Vereinigten Staaten über Peru bis Japan, und am 22. Oktober haben sie die Gäste in der italienischen Botschaft in Wien begeistert.

Begrüßungsrede S.E. Sergio Barbanti,  Botschafter Italiens in Österreich

Star des Abends, das Duo „Musica Nuda“: Petra Magoni und Ferruccio Spinettu

Gastgeber, S.E. Botschafter Barbanti, und sein Kollege, S.E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation, mit Gattin Elena Marco die Ruzza, Gesandter Italiens mit Gattin

Kunstliebhaber S.E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter Russlands mit Gattin Elena

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

24 Nationalfeiertag der Tschechischen

Republik und der 30. Jahrestag des Falls des Eisernen Vorhangs okt

Zum Empfang anlässlich des Nationalfeiertages der Tschechischen Republik und des 30. Jahrestages des Falls des Eisernen Vorhangs luden I.E. Dr. Ivana Cervenkova, Botschafterin der Tschechischen Republik  in der Republik Österreich, und  S.E. Dipl. – Ing. Ivo Sramcek, Ständiger Vertreter der Tschechischen Republik   bei den UN, OSZE und bei anderen internationalen Organisation in Wien, ein. Ein sehr gut besuchter Empfang fand am 24. Oktober in der Botschaft der Tschechischen Republik statt.

Unter den Gästen waren auch zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps, Vertreter der österreichischen Behörden und Institutionen, Unternehmer, in Österreich lebende Landsleute und Freunde der Tschechischen Republik. Nach Begrüßungsreden von Botschafterin Cervenkova und Botschafter Sramcek folgte ein Empfang im Garten der Botschaft und wunderbares Wetter sowie die ungewöhnlichen Sommertemperaturen haben zu einem erfolgreichen und schönen Herbstempfang beigetragen.

Botschafter unter sich: I.E. Ksenia Skrilec, Botschafterin Slowenien, S. E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn und I.E. Mag. Jolanta Roza Kozlowska

S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter Serbien mit Gattin und S.E. Nenad Kolev, Botschafter Republik Nord-Mazedonien

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I.E. Dr. Ivana Cervenkova und S.E. Dipl. –Ing. Ivo Sramcek

Die ungewöhnlichen Sommertemperaturen haben zu einem erfolgreichen und schönen Herbstempfang beigetragen.

Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Pedro Lopez Quintana und Erzherzogin Camilla Habsburg-Lothringen

S.E. Herr Bogdan Mazuru, Botschafter Rumänien und S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres,

Olivier Boulenguez (Präsident der internationalen Polizei Vereinigung Parias -IPA), Erich Traxler (Bürgermeister, Windhaag bei Freistadt) und Hermann Kroiher (Generalsekretär der UNO Korrespondenten in Wien)


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Dr. Jürgen Juchheim ist seit über 35 Jahren niedergelassener Arzt im Zentrum von München. Seine Schwerpunkte der ästhetischen Medizin als auch der regenerativen Medizin und Immunologie sind für ihn kein Widerspruch, sondern Ausdruck der Überzeugung, dass äußere Schönheit immer mit innerem Wohlbefinden und Ausgeglichenheit des gesamten Organismus einhergehen muss. „Nur dann ist ein Mensch wirklich schön, unabhängig von seinem Alter und seinen Lebensumständen.“ - Dr. Jürgen Juchheim

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Reisebericht

Etwas ganz anderes Tanger, Riga, Pamplona, Kandy und Luang Prabang

Spuren der Vergangenheit: Hotel Continental in Tanger

Tanger, Riga, Pamplona, Kandy und Luang Prabang, anstatt London, Paris, Rom oder New York. Warum immer nach Griechenland, Ägypten oder in die Türkei fahren, wenn es doch für das gleiche Geld so viele andere sensationelle Reiseziele gibt Viele bevorzugen heute noch Reiseziele, die ich einst als „Reisen ohne Hirn“ bezeichnet hatte. „Man sollte unbedingt mal nach Kuba, solange Castro noch lebt“, würde er sagen und die Ehefrau würde dann noch hinzufügen: „Und zu den Malediven, solange sie noch nicht untergegangen sind“. Dann sind da natürlich noch das unumgängliche Dubai, das Shoppen in London, Rom, Mailand oder New York. In der Zwischenzeit ermöglichte das Low-Cost-Konzept, das in den letzten Jahren die ganze Welt überschwemmte, günstiges Reisen mit Billigflügen und preiswerter Unterkunft und öffnete damit eine ganze Palette vollkommen neuer Reiseziele, für die sich Touristen nicht so oft entscheiden. In den letzten Jahren habe ich mit ein paar Freunden ein Dutzend Ziele besucht, die ich wahrscheinlich 36

Tanger, Riga, Pamplona, Kandy und Luang Prabang, anstatt London, Paris, Rom oder New York. Warum immer nach Griechenland, Ägypten oder in die Türkei fahren, wenn es doch für das gleiche Geld so viele andere sensationelle Reiseziele gibt. nicht mit meiner Frau und meinen Kindern bereisen würde und jedes bietet einem „Reisenden mit Hirn“ deutlich mehr als alle oben genannten Orte. Tanger: Lass die Stadt einfach zu dir kommen

„Wenn du in einer Stadt nur einen Tag bleibst, versuch nicht alles sehen zu wollen! Setz dich einfach in die beste Kneipe und lass die Stadt zu dir kommen!“, bemerkte Sartre praktischerweise und diesen Ratschlag befolge ich schon seit Jahren. Das Cafe „Tingis“ am Platz Petit Socco in Tanger ist so ein Ort. Eine Stadt im äußersten Nordwesten Afrikas mit einem privilegierten Blick auf den Atlantik war das letzte Ziel unserer Reise durch Marokko. Zuvor besuchten auch wir alles,

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was die meisten Touristen in Marokko besuchen: die komplizierte, mittelalterliche Alte Medina von Fes, den großen Platz in Meknes, die gigantische Moschee am Meer in Casablanca, die farbenfrohe Altstadt von Rabat, die magischen Märkte von Marrakesch und die Filmkulisse von Uzarzat auf der anderen Seite des Atlas. Tanger kam zuletzt. Die goldene Zeit dieser Stadt war zwischen 1923 und 1956 als sie unter dem Protektorat der großen Kolonialmächte den Status einer „internationalen Zone“ genoss. Von den 40.000 Einwohnern zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren 10.000 Juden, 10.000 Europäer (meist Spanier) und 20.000 Marokkaner. Solch eine Mischung sorgte für die Atmosphäre einer kosmopolitischen Stadt, noch bevor der

internationale Status eingeführt wurde, als Tanger als Sammelplatz von Schriftstellern, Malern, Spionen, Hollywood-Schauspielerinnen, Waffenhändlern und anderen farbenfrohen Persönlichkeiten der damaligen Zeit wurde. Sie alle trafen sich in den schattigen Salons des Continental Hotels, einem dieser Orte, wo die „Geschichte in Überflüssen strömt“. Spuren der vergangenen Zeit: Das Continental ist heute ein eher schlecht gepflegtes Drei-SterneHotel, in dem man für 30 Euro übernachten kann und nur der hartnäckigste Reisende kann auch Spuren dieser längst vergangenen Zeit finden. Eine dieser Spuren ist ein riesiges Antiquitätengeschäft, wo man all das, was solche Orte im Orient normalerweise zu bieten haben, auch finden kann – und natürlich Jimmy, der Besitzer, der bereit ist zu reden. Da sind unter anderem Unterschriften und Fotos von John Malkovich zu finden, der hier seinen Film „Himmel über der Wüste“ gedreht hat, aber auch von einer Reihe anderer internationaler Berühmtheiten. Das bereits erwähnte „Tingis“, das 1924 eröffnete, erinnert sich


Text: Robert Coban

mit Sicherheit auch an bessere Zeiten. Neben den seltenen Touristen sind seine Gäste bis heute die „Relikte der alten Zeit“ von Tanger – eine ganze Galerie ungewöhnlicher Charaktere aller Hautfarben. Einer von denen rief uns vom anderen Tisch auf Englisch zu: „Woher kommen Sie?“ Ein schmächtiger älterer Mann mit flammenden Augen stellte sich als Richard vor, ein Maler aus dem Ort und ehemaliger Jazzmusiker aus New York. Er bot uns einen Rundgang durch seine Galerie an und einen Besuch der „Herkulesgrotte“, die nicht weit von der Stadt entfernt ist. Wir fragten ihn nach der Bezahlung – er sagte, er tut es umsonst, „er hängt gerne ab“, wir müssen nur seinem Freund die Taxifahrt bezahlen. Meine Freunde und ich gingen mit Richard Richtung „Herkulesgrotte“ und er sang unterwegs As time goes by – und das ziemlich gut – und erzählte Geschichten aus den New Yorker Jazzclubs. Er führte uns in ein Restaurant – wahrscheinlich wieder von einem Freund –  das ausgezeichneten Fisch servierte. Es folgte eine Szene, die uns dann doch sehr überraschte: Die Gäste gehen und mindestens 20 Katzen springen im Handumdrehen an den Tisch und „eliminieren“ alle Essensreste so weit, dass nach ihnen kaum noch ein Abwaschen der Teller notwendig war. Dies geschah natürlich auch mit unserem Tisch, nachdem wir gegangen waren. Nach der Rückkehr in die Stadt brachte uns Richard in einen Spirituosenladen, um Wein zu kaufen, und versuchte, ein Trinkgeld für seine Dienste zu ergattern. Während wir später im Hostel den Wein tranken und über unsere Eindrücke von der Stadt redeten, fand Stefan über Google Richard, und zwar in einem Text aus 2003 „A Guide to ‘Guide’ in Tangier“ auf washingtonpost. com. Dort stand geschrieben, dass Richard Gastmusiklehrer war. Berichten zufolge kam er aus Sheffield, England, nach Tanger, um Altsaxophon zu unterrichten. Im Zeitalter der Internetbrowser ist es nicht mal mehr einfach, den Job als falscher Reiseführer/Kleinbetrüger auszuüben. Riga: Immer auf Liga hören!

Am Empfang eines perfekt aufgeräumten und organisierten australischen Hostels im Herzen der Hauptstadt von Lettland wurden wir von einer blonden Frau Namens Liga begrüßt: „Willkommen

Kandy: Der Königspalast / Foto: McKay Savage, Chennai

in Riga! Genießen Sie Ihre Zeit hier, aber denken Sie daran - trinken Sie nicht auf der Straße! Die Polizei wird Sie sofort verhaften!“ Ich dachte später, warum sollten wir überhaupt auf der Straße trinken – ein großes Bier im Biergarten kostet doch nur einen Euro und die Sonne scheint im Mai bis 23 Uhr. Ein ideales europäisches Low-Cost-Reiseziel: eine wunderschöne Nation – große und schöne brünette Frauen und günstiges Bier, genau wie die Unterkunft. Die Stadt hat eines der best erhaltensten Art-Nouveau-Viertel in Europa, mit mehr als hundert fantasti-

schen Gebäuden aus der Zeit der Sezession. Spass haben in Riga

Abgesehen davon, dass wir in einem dieser Gärten auf einen „Geschäftsmann“ trafen, der sich als „der Hai“ vorstellte, sah alles nach einem perfekten Abend mit Alkohol in einer osteuropäischen Stadt aus. Ich musste schließlich in einem der Cafes auf die Toilette, die sich ungefähr 10 Meter weiter in einer Gasse befindet. Am Tisch, an dem meine Freunde geblieben waren, hatte ich eine Jacke mit meiner Brieftasche drinnen.

„Wenn du in einer Stadt nur einen Tag bleibst, versuch nicht alles sehen zu wollen! Setz dich einfach in die beste Kneipe und lass die Stadt zu dir kommen!“, bemerkte Sartre praktischerweise und diesen Ratschlag befolge ich schon seit Jahren. Das Cafe „Tingis“ am Platz Petit Socco in Tanger ist so ein Ort

Im Polizeiwagen

Auf dem Rückweg fingen mich zwei Polizisten in der Dunkelheit der Gasse ab, merkend, dass ich etwas angetrunken war und baten mich, ihnen bis zum Streifenwagen zu folgen. Ich versuchte zu erklären, dass ich im Cafe zu Gast bin und dass meine Sachen am Tisch im Garten zurückgeblieben sind, jedoch ohne Erfolg. Ich stieg in den Wagen ein und setzte mich. Der Motor ging an und die Polizisten befahlen mir, aufzustehen, solange das Auto in Bewegung ist. Sie fingen dann an eine Mischung aus Lettisch, Russisch und Englisch zu schreien. Durch meinen Kopf gingen Szenen aus dem Film Hostel, was ich an solchen Orten überhaupt zu suchen habe, dass ich Kinder habe, alles ging in diese Richtung. Ich erinnerte mich an Liga und ihre Warnung. In diesem ganzen Getümmel, zog ich meine Hostelkarte raus und zeigte sie ihnen. Innerhalb weniger Minuten waren wir schließlich vor dem Hostel: Die Polizei begleitete mich zur Tür, warnte mich, auf der Straße nicht betrunken zu sein, „weil mich jemand ausrauben könnte“ und wünschte mir eine gute Nacht. Ich rief Stefan und Andreas an, die nicht wussten, wo ich so lange geblieben war. Die Geschichte von meiner kostenlosen Fahrt zum Hostel klang für sie völlig verrückt. Mir würde es auch so gehen, wenn ich sie nicht selbst erlebt hätte. Neben Lettland erreichten wir in diesen sieben Tagen auch Estland und Litauen, mit der Fähre kamen wir von Tallinn nach Helsinki und dann noch nach Minsk in Weißrussland. Alle Hauptstädte sind farbenfroh und architekto37


Reisebericht

wie wir strategisch gut platziert waren. Nach uns flogen noch sechs Bullen ein - alle Tiere verschwanden plötzlich aus der Arena und es schien, als ob es vorbei war. In diesem Moment sah ich, dass die Stände voll von Zuschauern waren, die offensichtlich auf etwas warteten. Dann begannen sie innerhalb weniger Minuten, einen Bullen nach dem anderen in die Arena zu lassen – auf die „unbewaffneten“ Teilnehmer des Rennens. Einige haben sie provoziert, andere sind gestürzt, es gab auch Verletzte. Wir haben alle 12 „Hits“ überstanden und gingen zufrieden zurück ins Hostel. Zurück im Hostel, haben wir auf Facebook gepostet, dass das „Encierro erledigt ist“ und meine Schwester erinnerte mich in den Kommentaren an mein Versprechen, während mich meine Frau daran erinnerte, dass ich zu Hause Kinder habe und so schliefen wir auch irgendwie ein.

nisch äußerst interessant: Tallinn ist Mittelalter, Vilnius - Barock, Riga - Sezession. Es gab auch kostenloses WLAN im Bus von Riga und nach Tallinn. Pamplona: Stierlauf

Als unser Bus in Pamplona einfuhr, mit Hunderten von Männern in weißen Hemden und roten Schals neben mir, wurde mir immer klarer, dass ich das Versprechen, das ich meiner Schwester gegeben hatte, dass ich Stefan nicht mit den Bullen rennen lasse, kaum halten kann. Das San Fermin Festival in Pamplona wurde bekannt, nachdem es Ernest Hemingways in seinem Roman „Fiesta“ beschrieben hatte und war nur einer der Punkte unserer Reise durch das Baskenland und Navarra. Später fuhren wir nach Bilbao, um das faszinierende Guggenheim-Museum in Gernika zu besuchen. Dort unterhielten wir uns mit einem älteren Herren, der als Schüler die Bombenangriffe im Keller der Schule überlebte, die Picasso auf der Leinwand verewigte, die sich nun im Museum der „Königin von Sofia“ in Madrid befindet. Wir besichtigten auch San Sebastian, überquerten die Grenze und badeten in den Wellen des Atlantischen Ozeans vor dem magischen „Hotel du Palais“ in Biarritz. San Fermin also. Jeder, der Hemingway gelesen hat, wünscht sich wahrscheinlich, dass er in diesen zwei Wochen, solange das Festival dauert, in Pamplona ist und vielleicht mit den Bullen mitrennt. Jedes Jahr besuchen Millionen von Touristen Pamplona, genau aus diesem Grund. Ehrlich gesagt, ich hatte nicht vor, mit den Bullen zu rennen, ich bin verrückt, aber nicht so sehr. Ich dachte, es wäre so etwas wie eine formelle Bewerbung erforderlich, ein psycho/physischer Test, bevor das Rennen beginnt. Wir gingen zum Abendessen und tranken ein paar Flaschen exzellenten „Rioja“ zu einem Restaurantpreis von 8 Euro (für eine Flasche) und gesellten uns zu dem begeisterten Publikum, das auf den Straßen von Pamplona „Kalimoco“ (eine Mischung aus Wein und Cola) trank. Irgendwann nach Mitternacht erzählte uns jemand, dass es keine Anmeldungen, keine besondere Kleidung gab und dass jeder, der sich um sieben Uhr morgens auf dieser Straße befindet, beim Bullenrennen mitmachen kann, das auf Spanisch „Encierro“ heißt. 38

Kandy: Auf dem Elefantenpfad

Rathaus von Pamplona

In der Arena

Um sieben Uhr morgens begannen die Arbeiter, die 825 Meter lange Straße in der Altstadt von Pamplona zu schließen und an den Eingängen zu allen Durchgängen und Seitenstraßen Holzbarrieren anzubringen. Wer da ist - rennt ob er nun will oder nicht, weil man nicht mehr raus kann, wer nicht da ist – kann nicht mehr eintreten. Da ist dann eine Gruppe von durch „Kalimoco“ ermutigten Teilneh-

mern – Heimische, aber auch Touristen – die bereit ist die Bullen mit ihrer eigenen Angst zu konfrontieren. Um acht Uhr feuerte eine Rakete ab und die ersten sechs Bullen stürmten durch den rutschigen Bürgersteig entlang. Wir nahmen die Position auf der anderen Seite der Straße ein, näher an der Arena, in der das Rennen endet. Wir rannten vor den Bullen in die Arena, zusammen mit ungefähr fünfzig anderen, die schnell oder

Riga

„Willkommen in Riga! GenieSSen Sie Ihre Zeit hier, aber denken Sie daran - trinken Sie nicht auf der StraSSe! Die Polizei wird Sie sofort verhaften!“

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Seit Fly Dubai Linienflüge nach Europa eingeführt hat, ist die Route nach Sri Lanka relativ einfach geworden, und der Preis für ein Flugticket ist angemessen, da es sich um zwei Flüge handelt, die jeweils ein paar Stunden dauern. Zuerst nach Dubai und danach von Dubai nach Colombo. Während des Fluges wird alles außer Wasser verrechnet, sogar die Filme – aber dafür ist die USB-Steckdose Millionen wert, da sie mir das Wiederaufladen meines Handys ermöglichte, eines der häufigsten Probleme auf meinen Reisen. Der Bürgerkrieg zwischen den Regierungstruppen und den Tamil Tigers dauerte volle 26 Jahr, von 1983 bis 2009. Der Krieg wurde im Norden der Insel geführt, aber im ganzen Land wurden Terroranschläge durchgeführt, die die Stabilität des Landes beeinträchtigten und dazu führten, dass ein Tourismusboom Sri Lanka umging, der gerade in diesen drei Jahrzehnten in Thailand, Malaysia und Indien aktuell war. Es gibt immer noch keine ausländischen Luxus-Hotelketten in Sri Lanka, keine lautstarke kommerzielle Tourismusbranche, die z. B. Thailand auszeichnet, was die Preise niedrig und die Natur fast unberührt hält. Kandy. Königspalast

Und Sri Lanka hat alles zu bieten: Geschichte, Paläste, Tempel, Kolonialgebäude, großartige Sandstrände, Teeplantagen, Berge, Regenwälder, Nationalparks, por-


Text: Robert Coban

tugiesische Hafenstädte, günstiges Essen und freundliche Einwohner. Das einzige, was es nicht überall gibt, ist Bier, das es nur in bestimmten Läden gibt und das zu Preisen von 1,50 bis 2,50 Euro pro Dose, was im Vergleich zu Lebensmitteln, Obst und anderen Sachen extrem teuer ist. Der Zug von Colombo nach Polonnaruwa dauert sechs Stunden, und ein Ticket für einen bequemen Sitzplatz mit Lüfter kostet 2,5 €. Es ist ein wenig deprimierend, dass die Menschen in Sri Lanka trotz der Tatsache, dass sie Teil der Dritten Welt sind und bis vor zehn Jahren einen 26-jährigen Bürgerkrieg hatten, bessere Straßen und bessere Schienen haben als einige europäische Länder. An jeder Station kommen Dutzende von Anbietern von günstigen Lebensmitteln und Getränken in die Wagen: von Scheiben frischer Ananas und Papaya über gekochten Mais und scharfe „Roti“ (eine Art kleiner dreieckiger Kuchen mit Gemüse) bis hin zu Cashewkernen mit Nüssen. Gegen Mittag erreichten wir Polonnaruwa, ein idealer Ausgangspunkt, um das Innere der Insel zu erkunden – insbesondere Singiriya und Dambulla. Popmusik-Fans aus den 80er Jahren werden diese Orte wegen der Musikvideos von Duran Duran, die hier 1982 vor Ausbruch des Bürgerkriegs aufgenommen wurden (Save a Prayer und Hungry Like a Wolf), interessant finden. Zahntempel: Zwei Tage später fuhren wir mit dem Bus nach Kandy, der ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Kandy, einer der am längsten bestehenden Monarchien Asiens (1469-1815). Erst mit der Eroberung von Kandy im Jahr 1815 gelang es den Briten, die Insel vollständig zu erobern. Das erste, was man sieht, sind der Königspalast und der buddhistische Tempel, in dem sich das heilige Relikt – der Eckzahn des Buddha befindet vor dem die Tamil Tigers 1998 400 Kilogramm Sprengstoff explodieren ließen und dabei 16 Menschen töteten und 25 Menschen verwundeten und alles neben der Kirche des Heiligen Paul. Es gibt auch einen großen künstlichen See mitten in der Stadt, einen riesigen botanischen Garten und eine Statue des weißen Buddhas, die den Hügel über der Stadt dominiert –Attraktionen, die zwei volle Tage in Anspruch nehmen. In den Pausen genießen Sie im Muslim Hotel gegenüber dem Markt gutes und günstiges Essen (ein reichhaltiges Mittagessen für vier Personen acht Euro).

Stierlauf in Pamplona

Das San Fermin Festival in Pamplona wurde bekannt, nachdem es Ernest Hemingways in seinem Roman „Fiesta“ beschrieben hatte. Jeder, der Hemingway gelesen hat, wünscht sich wahrscheinlich, dass er in diesen zwei Wochen, solange das Festival dauert, in Pamplona ist und vielleicht mit den Bullen mitrennt. Jedes Jahr besuchen Millionen von Touristen Pamplona, genau aus diesem Grund. … der Film Elefantenpfad

Während wir in Kandy waren, habe ich mir den Film Elefantenpfad von 1954 noch einmal angesehen, mit Elizabeth Taylor und Peter Finch in den Hauptrollen. Der Film beschreibt die britische Nachkriegszeit, die mit den Folgen der Bombenangriffe und der Rationalisierung von Nahrungsmitteln sowie dem beispiellosen Luxus englischer Latifundisten in den Kolonien behaftet war. Die Spur der britischen Kolonialvergangenheit zeigt sich nicht nur in der Architektur und in der einwandfreien Anordnung der Teefelder, durch die Pflücker mit Körben gehen - so wie vor 100 Jahren. Von Kandy fährt ein Bus nach Haton - vier Stunden Fahrt, Ticket 1,5 Euro. In dem Bus mit 50 Sitzplätzen waren mehr als 100 Passagiere. Alle Türen und Fenster des Busses sind offen, so dass das Atmen leichter fällt und der Schaffner fängt immer neue Passagiere in dem bereits überfüllten Fahrzeug auf. Unterwegs sahen wir buddhistische, hinduistische, muslimische, katholische und anglikanische Gläubige, buddhis-

tische Priester und „verschleierte“ Frauen, und alle scheinen in perfekter Koexistenz zu leben. Es ist großartig zu sehen, dass ein solch lang andauernder Bürgerkrieg zwischen Minderheitentamilen und Mehrheitssinhalesen den Rest der Insel nicht „entzündet“ und eine Kettenreaktionen ethnischer Säuberungen provoziert hat, was im „zivilisierten“ Europa fast zur Tagesordnung gehört. Schmetterlingsberg: Von Hatton Richtung Schmetterlingsberg, auf Singhalesisch Samanalakanda, in Tamil - Sivanolipatha Malai, ein 2243 Meter hoher Gipfel im Herzen Sri Lankas, meistens nachts „erobert“. Der 5200 Stufen lange, steile Weg nach oben ist aus zwei Gründen im Dunkeln leichter zu verdauen - es ist frisch und das Dunkel macht die Entfernungen relativ, sodass diejenigen, die klettern, nicht demoralisiert sind, was bei der Höhe und der Steilheit tagsüber sicherlich der Fall wäre. Wir starteten um zwei Uhr morgens und kamen vor Tagesanbruch an. Die 1,8 Meter lange Vertiefung im Fels wird von Buddhisten als Fußabdruck Buddhas angesehen. Hindus glauben, dass Shiva dort

herabgestiegen ist, und Muslime und Christen, dass es Adams Fuß war, der dem Gipfel seinen Namen gab – Adams Peak. Besonders bewundernswert sind alte Frauen, Eltern mit kleinen Kindern und sogar behinderte Menschen, die auf einem sehr steilen und schwierigen Weg nach oben klettern. Die Unterstände, in denen heißer Tee, Roti und buddhistische Mantras serviert werden, helfen auch dabei, den beschwerlichen Weg zu meistern. In jedem Fall sind der Sonnenaufgang und der Abstieg unter den ersten Strahlen des Morgens ein Gefühl, das man nicht so leicht vergisst und die Anstrengung des Kletterns zunichtemachen. Einheimische sagen, dass jeder, der nach Sri Lanka kommt und den Schmetterlingsberg nicht erklimmt - ein Idiot ist, und dass jemand, der es mehr als einmal tut - auch ein Idiot ist! Nach allem hat uns die Rückkehr zu unserer Herberge im Tal, eine kurze Pause und das „Chillen“ auf der Dachterrasse mit Blick auf die Teefelder, wieder zum Leben erweckt. Laos: Shangri-La unter Sichel und Hammer

„Europäer, die sich entscheiden, hier zu leben, eignen sich sehr schnell bestimmte Manieren an – ihre Stimme wird leiser, sie werden diskreter und sie drücken sich angemessener aus!“, schrieb Norman Lewis in seinem Buch A Dragon Apparent: Travels in Cambodia, Laos and Vietnam, das 1952 während seiner Reise durch das Französische Indochina entstand, kurz vor Ausbruch des Krieges. In der Tat ist das erste, was auffällt, die Gelassenheit und „geringe Lautstärke“ der Bevölkerung von Laos (im Gegensatz zu den viel

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Reisebericht

lauteren und ausdrucksstärkeren Thailändern und Vietnamesen), was im Vergleich zu Nationen und Persönlichkeiten wie wir es sind, besonders zur Geltung kommt. Die Einreise in Laos über die „Freundschaftsbrücke“ am Mekong ist alles andere als einfach und schnell. Die Grenze kann nur zu Fuß überschritten werden. Neben unserer fünfköpfigen Gruppe gab es in der Warteschlange für das Visum mehrere ehemalige Einwohner von Laos mit US-Pässen (mehr als 150.000 Menschen verließen das Land nach dem Fall der Monarchie 1975, die meisten gingen in die USA). Zwei angetrunkene Russen, eine Nonne, ein paar junge australische Rucksacktouristen. Die Passkontrolle am Flughafen Hanoi einige Tage später wird uns aber zeigen, dass die Komplikationen an der Grenze zu Laos nichts im Vergleich zu dem sind, was uns an der Grenze zu Vietnam noch erwartet. Nachdem wir unser Visum bekommen hatten, brachte uns ein anderer Bus über die „Freundschaftsbrücke“ nach Vientiane, der Hauptstadt der Volksrepublik Laos. Das erste, was Sie beim Betreten der Stadt bemerken, sind die Parteifahnen mit einer gelben Sichel und einem Hammer auf rotem Grund, die gleich neben der nationalen Flagge hängen. An der MekongKüste - ein kolossales Denkmal, ein Mann streckt die Hand in Richtung Fluss. Erster Gedanke - ein kommunistischer Führer des Landes. Überraschung: Es ist ein riesiges Denkmal für König Chao Anouwong (2010 anlässlich seines 450. Regierungsjubiläums errichtet), das dem benachbarten Thailand eine freundschaftliche Hand streckt. Ein seltenes Beispiel auf der Welt, dass das größte Denkmal der Hauptstadt keinen Säbel oder eine geballte Faust in Richtung des „Feindes“ zeigt, sondern eine Hand der Versöhnung zu den ersten Nachbarn, die übrigens lange Zeit in Laos diejenigen waren, die versklavt hatten, bevor sie im späten 19. Jahrhundert von den Franzosen abgelöst wurden. Es ist auch nicht oft der Fall, dass eine kommunistische Regierung einem Monarchen das größte Denkmal errichtet, auch wenn dieser aus der alten Vergangenheit stammt. Laos: Blick von der StraSSe…

Vor dem Denkmal stehen Souvenirstände - dominiert von Fotografien kommunistischer Führer und Ideologen - von Karl Marx und V.I. Lenin bis hin zum Vietnamesischen Ho Chi Minh. 40

Ehemaliger Königspalast in Luan Prabang, heutiges Nationalmuseum / Foto: By Alcyon

Sri Lanka hat alles zu bieten: Geschichte, Paläste, Tempel, Kolonialgebäude, groSSartige Sandstrände, Teeplantagen, Berge, Regenwälder, Nationalparks, portugiesische Hafenstädte, günstiges Essen und freundliche Einwohner Funky Monkey ist ein Backpacker-Hostel für vier Euro pro Nacht, ähnlich wie Hunderte auf der ganzen Welt, voller junger Europäer, Australier und Amerikaner, die für 0,9 Euro Bier (8.000 Kip) schlürfen, Gitarre spielen und singen. Nach einem köstlichen Mittagessen in einem lokalen Restaurant an der Mekong-Küste setzten wir uns in ein Tuk-Tuk, das uns 25 Kilometer entfernt nach Sjeng Khuan brachte, besser bekannt als Buddha Park. Es ist ein bizarrer Park buddhistischer und hinduistischer Skulpturen, der 1958 vom Priester-Yogi-Schamanen Luang Pu Bunleua Sulilat erbaut wurde. Ähnlich wie die Statuenparks kommunistischer Führer in Westeuropa «beherbergt» Sjeng Khuan Dutzende konkreter Statuen von Buddha, Vishnu, Shiva, Arjuna und anderen Gottheiten beider Religionen. Feuchtigkeit, die schnell alle Gebäude mit Patina bedeckt, von Kathedralen und Ziegelsteintempeln bis hin zu Betonmonumenten, hat den Buddha Park auch viel älter aussehen lassen, als er wirklich ist. Nach der Revolution von 1975 floh Luang Pu nach Thailand, wo er in der Stadt Nong Khani einen fast identischen Park errichtete – Wat Khaek.

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Traktorreifen, Opium und Limettensaft:

In Erwartung einer rigiden kommunistischen Diktatur mit einer Mischung von buddhistischer Mystik – wir liefen durch einen neuen Teil der Stadt - sahen wir das Bild einer dynamischen Hauptstadt, in der auf Schritt und Tritt neue Gebäude entstehen und die Autos auf den Straßen teurer sind als in den meisten europäischen Städten. Das chinesische Kapital hat Laos ebenso überflutet wie viele andere asiatische, aber auch afrikanische und lateinamerikanische Länder. Ähnlich wie China ist auch Laos ein Einparteienland, hat eine Marktwirtschaft und verzeichnete in den letzten Jahren zweistellige BIP-Wachstumsraten. Auf der anderen Seite ist der Eindruck unserer Gruppe sowie der Journalisten, die zu diesem Thema geschrieben haben, insofern ausgerichtet, dass sie aufgrund der zuvor erwähnten Eigenschaften ihrer Bewohner immer noch als eine Insel im Meer des Konsums, des Betons und Realityshows fungiert, die den Rest von Indochina überflutet hat. Anders als in Vietnam gibt es auf den Straßen fast keine Polizei, die Menschen wirken entspannt und gut gelaunt. Alles schließt gegen 23

Uhr und fast die gesamte Bevölkerung steht vor 6 Uhr morgens auf. Auf der anderen Seite widersprechen die Sendungen im offiziellen Staatsfernsehen nicht der Realität, auf die wir gestoßen sind - eine fortlaufende Reihe von Videos von revolutionären Liedern, die von einem Mann-Frau-Duo aufgeführt werden, und dazu noch Aufnahmen von Militärparaden, Landungen im Stadion und AntiTerror-Übungen der Polizei von Laos. Eine andere Sache, die im Rest des ehemaligen französischen Indochinas nicht zu sehen ist - Dutzende französischer Restaurants und Weingüter fast an jeder Ecke. Ein großartiges Mittagessen in einem französischen Restaurant, das in Paris mindestens 150 Euro kosten würde, kostet hier nicht mehr als 15. Nach Vientiane führt uns die Route in den Norden zu Wang Weng - einem beliebten und umstrittenen touristischen Mekka für Rucksacktouristen, insbesondere aus Australien, für die diese Reise das ist, was für Briten Ibiza oder Ayia Napa darstellt. In den letzten 15 Jahren ist Wang Wjeng für seine zahlreichen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten bekannt geworden - vom Radfahren in der idyllischen Umgebung, Wandern, Erkunden einiger Dutzend Höhlen bis hin zum Schwimmen in den kalten, smaragdgrünen Quellen und schließlich – Tubing. Diese letzte Form der „Erholung“ ist die beliebteste, hat sich aber auch als die gefährlichste erwiesen – in den letzten Jahren


Text: Robert Coban

haben zwischen 20 und 30 junge Menschen, vor allem Australier, ihr Leben verloren. Als die Behörden von Canberra bei der Regierung von Laos intervenierten, wurde die Angelegenheit etwas unter Kontrolle gebracht. Worum geht es? Tubing ist die Abfahrt mit aufgepumpten Traktorreifen, in denen man den Strom des Nam Song hinunter rast. Das Problem war, dass in den meisten Fällen nicht nur die Reifen „aufgepumpt“ waren. Mit den Klängen von Trance-Musik und nach Partys in Bars an der Küste und auf den Flussinseln, unter dem Einfluss von verschiedenen Betäubungsmitteln (besonders die Kombination von Opium und Limettensaft ist gefährlich und tödlich), sind junge Leute auf dem Fluss verrückt gelaufen und starben wie Fliegen. In den letzten Jahren, seitdem die Kontrollen verschärft wurden, wurde das Ganze zwar fortgesetzt, jedoch mit weitaus weniger Opfern. Wir entschieden uns für stundenlanges Radfahren bei 40 Grad und als Belohnung gönnten wir uns ein erfrischendes Bad in der eisigen „Blauen Lagune“. Am Abend setzten wir uns in eines der kleinen Restaurants an der Hauptstraße von Wang Weng und aßen (zu fünft) für insgesamt 15 Euro. Auf dem Tisch neben uns lag ein Hund. Anschließend gönnten wir unseren Füßen und Beinen noch eine halbstündige Massage zum Preis von 3 Euro. Angesichts der für europäische Verhältnisse lächerlichen Preise (Essen, Trinken, Unterkunft, Massagen usw.) ist es leicht vorstellbar, dass Wang Weng und ganz Laos zu einem Mekka für Touristen aus der ganzen Welt geworden sind. Croassaints und französischer Wein an der Küste des Mekong: Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Minibus nach Luang Prabang, der alten königlichen Hauptstadt von Laos. Mit uns war Chuck, ein älterer Amerikaner, der schon in seinen Sechzigern ist. Ein Biologe im Ruhestand, der auf der ganzen Welt unterwegs war: „Ich habe das Geld, um in teuren Hotels zu übernachten, aber ich gehe immer in Hostels oder Pensionen, weil dort das wirkliche Leben ist. In einem Fünf-Sterne-Hotel erfahren Sie nichts über die Welt!“ Nach einer sechsstündigen Fahrt durch den engen und fast zerstörten Bergweg erreichten wir Luang Prabang, die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Laos. Nachdem sich herausstellte, dass Online-Reservierungen hier nicht allzu ernst genommen werden,

Pha That Luang in Vientiane – Das Nationalsymbol von Laos / Foto: By SA

„Europäer, die sich entscheiden, hier zu leben, eignen sich sehr schnell bestimmte Manieren an – ihre Stimme wird leiser, sie werden diskreter und sie drücken sich angemessener aus!“, schrieb Norman Lewis in seinem Buch A Dragon Apparent: Travels in Cambodia, Laos and Vietnam, das 1952 während seiner Reise durch das Französische Indochina entstand fanden wir ein weiteres Hostel wenige Meter von der Mekong-Küste entfernt. Die Stadt mit nicht mehr als 60.000 Einwohnern liegt auf einer Halbinsel an der Mündung des Nam Khan im Mekong und besteht aus einer fantastischen Mischung aus erstaunlich gut erhaltenen Häusern und Villen im Kolonialstil aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und Dutzenden spektakulären buddhistischen Tempeln. Manchmal scheint die Stadt das Schicksal Venedigs erlebt zu haben - es gibt fast keine „eigenen Einwohner“, nur Touristen, Souvenirverkäufer, Masseure, Kellner, Köche und buddhistische Mönche. Viele französische Restaurants, Weingüter und Bäckereien wirken hier noch eindrucksvoller als in Vientiane, da das Ambiente weder durch starken Verkehr noch durch große Bürogebäude gestört wird. Der letzte König von Laos: Die Stadt wird vom ehemaligen Königspalast beherrscht, der heute in ein Nationalmuseum umgewandelt wurde. Der letzte König von Laos, Savang, Watan und seine Familie wurden 1975 von den Revolutionären gestürzt und zwei Jahre später in ein Gefangenenlager im Norden des Landes vertrieben, wo er und die Königin angeblich an

Malaria starben. Das genaue Datum blieb unbekannt. Zwanzig Jahre später schrieb Christopher Kremer über ihr Schicksal das Buch Bamboo Palace: Discovering the Lost Dynasty of Laos. Neben Porträts von Monarchen, Geschenken von Staatsmännern und Gästen aus der ganzen Welt gibt es im königlichen Palast auch eine Sammlung von Oldtimern aus der ehemaligen Herrscherflotte, die fast alle in den 1950er und 1960er Jahren von der US-Regierung gespendet wurden, um die Herrscher von Laos bei der Verhinderung der Ausbreitung des Kommunismus in diesem Königreich zu unterstützten. Später, während des Zweiten Indochinakrieges (1960-1975), feuerten die Amerikaner Tonnen von Bomben auf Laos ab, um die kommunistischen Guerillas der Pathen-Lao-Bewegung und der zu Hilfe kommenden nordvietnamesischen Truppen zu zerstören. In der Folge wurde Laos zum berüchtigten Weltrekordhalter als das Land mit den meisten abgeworfenen Bomben pro Kopf und die Konsequenzen sind bis heute, in Form von nicht explodierten Raketen, die vor allem im Norden des Landes verstreut sind, sichtbar. Eines der wichtigsten Rituale,

das jeden Morgen um sechs Uhr in den Straßen von Luang Prabang durchgeführt wird, ist das Teilen von Essen mit den Mönchen. Die Einwohner und Touristen stehen in den letzten zehn Jahre Schlange, um den Mönchen, die mit ihrem Geschirr kommen, „sticky rice“( hartgekochten, kompakten Reis) zu geben. Ehemaliger Königspalast, heutiges Nationalmuseum: Der Unterschied in der Natur des Volkes von Laos wurde auch deutlich, nachdem das gesamte ehemalige Indochina von Frankreich nach 1975 unter kommunistische Herrschaft geriet. In Kambodscha haben die Roten Khmer von Paul Pot in ihrer gestörten Politik der Enturbanisierung (Vertreibung von Stadtbewohnern aufs Land) fast zwei Millionen Menschen getötet, und Hunderte von Mönchen flohen nach Laos, dessen kommunistisches Regime viel „lockerer“ war als das vietnamesische und kambodschanische. Als wir Laos auf einem kleinen Flughafen in Luang Prabang verlassen, der zu Fuß erreichbar ist, weil er fast in der Stadt selbst liegt, denke ich darüber nach, wie die Menschen in diesem Land wegen ihren Nachbarn und den Bombenangriffen der USA leiden mussten und trotzdem hassen sie die Thai, die Vietnamesen und die Amerikaner nicht. Ich erinnerte mich an den Satz eines Taxifahrers aus Andorra, der mit einer Frau aus Kambodscha verheiratet war: „In Thailand sind die Menschen nett, aber sie überlegen nur, wie sie einen Touristen ausnutzen können, während Menschen in Laos und Kambodscha, wenn sie dich anlächeln, es wirklich auch so meinen!“ Shangri-La, das fiktive „Paradiestal“, das der britische Schriftsteller James Hilton in seiner Novelle Lost Horizon von 1933 beschrieb, wurde später in ganz Asien „beliebt“. Mit Luang Prabang als letzten Halt unserer Reise in diesem großartigen Land scheint Laos von allen Orten, die vom Übel des 21. Jahrhunderts betroffen sind, dem modernen Shangri-La am nächsten zu sein. Am Ende der Reise gab es auf der Rückreise noch einen kurzen Abstecher nach Sri Lanka, zum Strand in Hikkaduwa und Unavatuni und in die portugiesische Kolonialstadt Galle. Sri Lanka bietet heute wahrscheinlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Asien, wenn es um Reiseziele geht. Um „Reisende“ vom Anfang des Textes an zu zitieren - beeilen Sie sich, solange es noch so ist! 41


Reisebericht

Holland America: MS Volendam / Promo

Die Inseln Indonesiens Mit dem Schiff unterwegs

„Volendam“, Schiffstagebuch, Samstag 12. November

Der junge König Willem-Alexander, der vor einigen Jahren seine Mutter Prinzessin Beatrix auf dem Thron ersetzte, schaut auf uns von einem Foto an der Rezeption des Schiffes Volendam des Unternehmens Holland America Line herunter. Die Volendam lief zwei Tage zuvor aus dem Hafen in Singapur aus, und wir gingen heute im Hafen Tanjung Priok, ungefähr 20 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt Indonesiens entfernt, an Bord. Die gestrige zwei Stunden lange Fahrt vom Flughafen zum Hotel Ritz-Carlton in den völlig chaotischen Straßen Jakartas ließ uns eilen, um heute rechtzeitig auf dem Schiff zu sein. Im Gegensastz zum Chaos in den indischen Städten, die immer noch ältere Modelle britischer Autos dominieren, mischen sich hier neue südkoreanische und japanische Autos mit Zehntausenden Motorrädern, was in manchen Momenten einen unerträglichen Verkehrscocktail entstehen lässt. Außer in den Hotels spricht hier keiner Englisch. Andererseits ist Indonesien eines der wenigen 42

asiatischen Ländern, in denen die Amtsschrift die Lateinische ist, was Europäern das Zurechtkommen erleichtert. Die einst niederländische Kolonie, die von ihren damaligen Herrschern gleich nach dem Zweiten Weltkrieg verlassen wurde, ist schon seit Jahrzehnten eines der Länder mit einer galoppierenden Wachstumsrate. Obwohl es das größte muslimische Land der Welt ist, stellt der islamische Fundamentalismus hier (immer noch) ein Randphänomen dar und mit Ausnahme des Terroranschlags 2002 auf Bali gab es fast keine Angriffe auf Ausländer und Nichtmuslime. Letze Nacht, nachdem ich den Jetlag überwunden hatte und mei-

nen Rücken im Pool im 5. Stock des Ritz-Carlton wieder strecken konnte, sah ich mir vor dem Schlafengehen noch einmal den Film Ein Jahr in der Hölle aus dem Jahr 1982 an. Mel Gibson spielt einen australischen Journalisten, der aus dem von Unruhen betroffenen Jakarta Mitte der sechziger Jahre, zu Zeiten der Herrschaft von Sungkar, berichtet. Den Film sah ich 1989 zum ersten Mal, und ich erinnere mich, dass seine Atmosphäre, die Lucky Strike ohne Filter, die die Hauptfigur rauchte, und die abenteuerlich romantische Vision vom Reporterberuf einen starken Einfluss darauf hatten, dass ich, obwohl ich Jura studiert habe, entschlossen war, als Journalist zu arbeiten.

Der junge König Willem-Alexander, der vor einigen Jahren seine Mutter Prinzessin Beatrix auf dem Thron ersetzte, schaut auf uns von einem Foto an der Rezeption des Schiffes Volendam des Unternehmens Holland America Line herunter. Die Volendam lief zwei Tage zuvor aus dem Hafen in Singapur aus, und wir gingen heute im Hafen Tanjung Priok

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Vor einigen Jahren habe ich im Rahmen des Cinema City Festivals den außerordentlichen Dokumentarfilm The Act of Killing gesehen, in dem der Regisseur Joshua Oppenheimer einige Kriminelle zusammenbrachte, die in den Sechzigern in Indonesien für Massenmorde an Kommunisten und Chinesen verantwortlich waren und niemals verurteilt wurden (weder öffentlich, noch vor einem Gericht). Sie dachten, sie würden als Schauspieler in einem Film spielen, in dem sie im positiven Licht dargestellt werden und erinnerten sich an die Verbrechen, die sie begangen hatten. Ein ausgezeichneter Film, den ich nur empfehlen kann. Das Schiff ist nicht groß, von allen, auf denen ich war, gehört es zu den kleineren. Die Passagiere sind meist Holländer und Amerikaner, das Essen erstklassig, die Kabinen geräumig, das Fitnessstudio neu und gut ausgestattet. Für diejenigen, denen es wichtig ist – im Kasino ist es erlaubt zu rauchen, was in den letzen Jahren auf amerikanischen und europäischen Schiffen eine echte Seltenheit geworden ist. Eine der Inseln, die wir während der Kreuzfahrt besichtigen


Text: Robert Coban

Borobudu, die größte buddhistische Tempelanlage der Welt / Foto: Gunawan Kartapranata.

werden, ist Komodo, wo riesige Reptilien (Fleischfresser) leben, die man auch als Komododrachen bezeichnet. Sie können Blut auf eine Entfernung von enigen Meilen riechen, also ist es Frauen, die ihre Tage haben, und Menschen mit offenen Wunden verboten, das Schiff zu verlassen. Am nächsten Tag gingen wir in Semarang von Bord. Von da aus planten wir eine Besichtigung von Borobudur, einer buddhistischen Tempelanlage aus dem 9. Jahrhundert – das größte von menschlicher Hand gebaute Objekt auf der Südhalbkugel. Borobudur lag Jahrhunderte lang unter Vulkanasche und Wäldern begraben, bis Thomas Stamford, der britische Gouverneur von Java, es 1814 anhand von Geschichten der Einwohner entdeckte. Borobudur – Unter einem Dschungel und Vulkanasche wiedergeboren Volendam, 13. November

Während des Flugs nach Jakarta schaute ich mir Die Legende von Tarzan, einen neueren Film mit dem Thema Dschungelkönig an. Neben der Tatsache, das Jane von Margot Robbie gespielt wird, der unglaublichen Schönheit aus The Wolf of Wall Street, ist auch der historische Aspekt dieser Filmversion interessant. Die Handlung spielt nämlich nach der Berliner Konferenz, der sogenannten Kongokonferenz, die 1884 einberufen wurde, um die umstrittenen kolonialen Fragen von Westafrika zu lösen. Eine der Entscheidungen der Konferenz war das Schaffen des sog. Kongo-Freistaats, der eingetlich das Private Eigentum des belgischen König Leopold II war. Mit der Ausrede, seine Absicht wäre es, den Afrikanern die Zivilisation zu bringen, verübte das Regime von Lopold II wahrscheinlich den größten Genozid einer indigenen Be-

Am nächsten Tag gingen wir in Semarang von Bord. Von da aus planten wir eine Besichtigung von Borobudur, einer buddhistischen Tempelanlage aus dem 9. Jahrhundert – das gröSSte von menschlicher Hand gebaute Objekt auf der Südhalbkugel völkerung seitens einer kolonialen Macht in der Geschichte Afrikas. Die Einheimischen wurden für Sklavenarbeit ausgenutzt und den Ungehorsamen wurden die Finger, Hände und sogar ganze Arme abgehackt. In seiner Novelle Herz der Finsternis beschrieb Joseph Conrad diese Zeit auf majestätische Art und Weise. Heute ist die Mehrheit der einstigen Kolonien unabhängig. Am längsten blieben die Portugiesen, die ihren Kolonien (Angola, Mosambik, Guniea Bisao, Osttimor usw.) erst nach der Nelkenrevolution 1974 die Freiheit schenkten. Die

Borobudur / Foto: Nappio

Briten halten formell mit Königin Elisabeth II als Staatsoberhaupt Gibraltar und einige Inseln in der Karibik wie auch im Atlantischen und Indischen Ozean und in der Pazifik. Die Holländer verließen ihre Gebiete schon lange Zeit davor und die Spanier auch - Seut und Melilla in Marokko nicht gerechnet. Die Franzosen halten immer noch eine größere Anzahl von Gebieten (vom Festland Französisch-Guayanas über Inselgüter wie FranzösischPolynesien (Tahiti), Guadeloupe, Martinique, St. Barts, Neukaledonien, Reunion usw.) in Form von „Übersee-Departements“. Der

östliche Teil der Insel Timor wurde nach dem Rückzug der Potugiesen von Indonesien besetzt, und er ist erst seit Kurzem unabhängig und eine der jüngsten Nationen der UNO. Das niederländische Erbe in Indonesien, außer ein paar erhaltener Kolonialgebäude, deren Fassaden von der tropischen Feuchte beschädigt wurden, ist nicht allzu sichtbar. Anders als zum Beispiel die Portugiesen, die den Einheimischen in ihren Kolonien den Katholizismus auferlegten, sodass alle Taxifahrer in Goa Bilder von Maria und St.Antonius anstelle von Shiva und Ganesha im Auto haben, waren die Niederländer nicht besonders daran interessiert, den Protestantismus unter ihren Untertanen zu verbreiten. Andererseits ist das britische Erbe in Indien und Sri Lanka auf Schritt und Tritt erkennbar. Wir verließen das Schiff dort, wo uns ein Ausflug nach Borobudur (eine zweistündige Fahrt) für unakzeptable 219 Dollar pro Person angeboten wurde. Schifffahrtsunternehmen rechnen oft mit der Furcht der westlichen (vor allem der älteren) Touristen vor Destinationen der Dritten Welt und berechnen daher eine hohe Sicherheitssteuer. Im Zentrum von Semaranga fand ich einen Kombi mit einem Fahrer für fünf Personen für 250 Dollar insgesamt, also fast fünfmal billiger als das, was uns auf dem Schiff angeboten wurde. Wir fuhren los nach Borobudur, dem, was den Fassungsraum angeht, offiziell größten Denkmal der Südhalbkugel (123 x 123 x 35 Meter). Eine moderne vierspurige Autobahn führt durch grüne Reisfelder, die sich mit Regenwäldern abwechseln. Irgendwo auf halbem Weg begann ein starker tropischer Regen. Ich tröstete meine Mitfahrer, dass das auf diesen Meridianen normal ist und dass es warscheinlich bald vorbei sein wird. Wir kamen am Fuß von Borobudur 43


Reisebericht

an und es regnete weiterhin. Die Einheimischen verkauften uns Regenschirme für einen Dollar und wir schritten durch Pfützen zum Eingang der Tempelanlage. Ein Ticket kostet 260.000 Rupien (ca. 20 Euro), was für Länder wie Indonesien extrem teuer ist. Borobudur befindet sich seit 1991 unter UNESCO-Schutz und steht oft auf Listen der Sieben Weltwunder. Die größte buddhistische Tempelanlage in Südostasien wurde zwischen den Jahren 750 und 850 gebaut, bevor der größte Teil Indonesiens den Islam annahm. Nach dem Zerfall des Königreichs Mataram 919 wird der östliche Teil der Insel Java zum Zentrum politischer und kultureller Ereignisse, weswegen dieser Tempel der destruktiven Wirkung der Natur überlassen blieb. Vulkanausbrüche überdeckten ihn mit Asche, aus der eine üppige Vegetation spross und so blieb Borobudur unsichtbar und bald danach auch fast völlig vergessen. Nur selten wurden Volksmärchen darüber von Generation zu Generation weitergegeben, die die Legende eines riesigen vom Wald bedeckten Tempels bewahrten. Während der kurzen britischen Herrschaft auf der Insel Java im frühen 19. Jahrhundert startete Gouverneur Raffles, von den lokalen Legenden fasziniert, eine Forschungsinitiative. Der Holländer Cornelius, dem diese Mission anvertraut wurde, entwarf einen Plan für die „neue Geburt des Tempels“, aber bis 1835, als man den Teil des Tempels, in dem die Relikvien aufebwahrt wurden, entdeckte, geschah recht wenig. Mit der Zeit ließ das Interesse am Tempel nach und Borobudur geriet wieder in Vergessenheit. Schließlich stellte die indonesische Regierung der UNESCO 1955 einen Plan zur Rettung von Borobudur vor. Die Arbeiten begannen 1973 und endeten 1983. Der Tempel besteht aus neun Terrassen mit 72 Stupas, von denen der Mittlere an der Spitze einen Durchmesser von 11 Metern hat. Die Aussicht von oben ist wirklich beeindruckend, auch bei Regen! Im Internet fand ich spektakuläre Fotos von Sonnenaufgängen und Abenddämmerungen auf der Spitze von Borobudur. Ich kann die Szene nur mit dem Sonnenaufgang über Adams Peak in Sri Lanka vergleichen, den ich vor zweieinhalb Jahren bestiegen habe. Wenn man die Anlage verlassen möchte, muss man durch ein richtiges Labyrinth von Marktständen, um den Parkplatz zu erreichen, der wieder 44

Komodowaran

Der Komodowaran war tagelang vor der Ankunft auf der Insel Gesprächsthema Nr. 1 unter den Passagieren. Die Aufregung vor der Begegnung mit den letzten überlebenden Tieren des Zeitalters der Jura erklärt den groSSen Erfolg von Spielbergs Film. Menstruierende Frauen und Menschen mit offenen Wunden sollten nicht an Land gehen, weil die Drachen aus einer Entfernung von mehreren Kilometern Blut riechen können einmal den Unternehmergeist der Indonesier zum Ausdruck bringt. Wir machen uns auf den Weg zurück zum Hafen und obwohl die Straßen besser sind als bei uns, ist die Zahl der Kraftfahrzeuge erschreckend und wir landen im Stau, weswegen wir erst fünf Minuten vor Ankerlichten an Bord waren. Wir unterdrückten schnell die sauren Witze, die wir in der letzten halben Stunde unserer Fahrt darüber gemacht haben, dass wir in feuchter Kleidung in Semarang bleiben würden, lokale Spezialitäten in Form von gebratenen Schlangen und Grashüpfern genießen und in derselben Nacht das 350 Kilometer entfernte Surabaya, den nächsten Hafen der Volendam, ansteuern werden müssen, um nicht auch dort zu spät zu kommen. Schläfrige Drachen der Insel Komodo „Volendam“, 16. November, Komodo

Der Komodowaran war tagelang vor der Ankunft auf der Insel Gesprächsthema Nr. 1 unter den Passagieren. Die Aufregung vor der Begegnung mit den letzten überlebenden Tieren des Zeitalters

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der Jura erklärt den großen Erfolg von Spielbergs Film. Menstruierende Frauen und Menschen mit offenen Wunden sollten nicht an Land gehen, weil die Drachen aus einer Entfernung von mehreren Kilometern Blut riechen können. Der Drache läuft bis zu 20 km/h und schwimmt auch sehr schnell. Wenn er es auf einen abgesehen hat, gibt es für denjenigen keine Rettung. Und wenn sie einen auch nur ein bisschen beißen würden, würde ihr Speichel mit über 50 Arten von Bakterien einen mit Sicherheit töten. Und trotz all dieser Geschichten war das Boot, das uns von der Volendam bis zur Insel Nublar, Pardon, Komodo fährt, prallvoll. Die meisten waren holländische und amerikanische Senioren, die nicht einmal unserem Hund Archie entkommen könnten, geschweige denn einem Komododrachen. Mit Stöcken, Hilfsmitteln, einige sogar in Rollstühlen, verließen die älteren Damen und Herren mit dem fieberhaften Wunsch, den „last thrill on the way to the cemetary“ (Max Bialystock, Frühling für Hitler) zu spüren, das Boot und schauten sich schon am Strand nach den Drachen um. Ich riet mei-

nen Gefährten, sie lieber nicht auszulachen, da wir, falls wir ihr Alter überhaupt erleben, wahrscheinlich noch schlimmer sein werden. Der Reiseleiter für unsere 15-köpfige Gruppe war Robert, ein Einheimischer von einer nahegelegenen Insel, der von einem 15-jährigen Mädchen unterstützt wurde, das einen Stock trug, um einem möglichen Drachenangriff standzuhalten. Auf dem Weg sahen wir eine große Anzahl von umgestürzten Bananenbäumen, in deren Spitzen sich, wenn die Baumkronenausgetrocknet sind, die Drachenbabys aus Angst, von ihren Eltern gefressen zu werden, verstecken! Ja, Komododrachen sind auch Kannibalen. Die Eingeborenen nennen sie „Ora“, was „Mensch“ bedeutet. Ihrem Glauben nach haben sie einen gemeinsamen Vorfahren. Ihre Urgroßmutter brachte zwei Kinder zur Welt –aus einem wurde ein Mensch und aus dem anderen ein Drache. Der größte jemals gemessene Drache war 3,13 Meter lang und wog 166 Kilogramm. Der Nationalpark Komodo wurde 1980 gegründet und umfasst drei größere Inseln (Komodo, Rinca und Padar) und 26 kleinere. Zusammen mit den Drachen leben dort um die 1.200 Einheimische, die sich mit Fischerei, der Herstellung von Souvenirs und touristischen Führungen beschäftigen. Nach einem 30-minütigen Spaziergang und einer Pause, in der wir nach einer Dame in den späten 80ern, die sich verirrte, suchten, sahen wir die famosen Drachen. Ein paar mittelgroße faulenzten im Schatten unter einem Baum in der Nähe eines Wasserlochs, aus dem Rehe und andere Tiere tranken. Ich hatte das Gefühl, dass der Blick, den Mario Vargas Llosa mit dem von Mephistopheles verglich, mir die ganze Zeit über folgte, während wir Fotos von ihnen machten. Wir wurden gewarnt, keine unerwarteten Bewegungen zu machen und nicht laut zu sprechen, was mich besonders hart traf. Zu den jüngsten Fällen von Komododrachenangriffen gehört jener aus dem Jahr 2007, als sich ein hungriger Drache in der Trockenzeit im März dem Dorf näherte und einen 8-jährigen Jungen tötete, der in einer Spielpause in die Büsche ging, um sich zu erleichtern. Zwei Jahre später töteten sie einen Mann, der zwar auf einen Baum geklettert war, auf den sie aber warteten, bis er herunterkam. Der bizarrste Vorfall im Zusammenhang mit einem Drachenangriff ereignete sich Tausende Kilometer von Komodo entfernt in einem Zoo


Text: Robert Coban

Majapahit Hotel / Foto: By Davidelit

in LA. Die Akteure dieses Ereginisses sind die Schauspielerin Sharon Stone und ihr damaliger Ehemann, der Journalist Phil Bronstein. Der Star aus Basic Instinct wollte ihren Mann, dessen Wunsch es schon immer war, einen Komododrachen aus der Nähe zu sehen, überraschen und organisierte einen privaten Besuch mit dem Biest im Käfig. Sharon Stone erzählte später das Ereignis nach: „Phil wusste nicht, wohin wir gingen oder warum wir dorthin gingen. Es war eine völlige Überraschung. Also kamen wir um die Ecke und er sagte: ‚Oh mein Gott, das ist so fabelhaft, ich wollte das schon immer mal sehen.‘ Und der Tierpfleger sagte: ‚Möchten Sie in den Käfig gehen? Er ist sehr sanftmütig. Jeder geht da rein. Kinder streicheln ihn. Das ist gut. Es ist in Ordnung.‘“ Und so betrat er den Käfig und der Drache begann, Phils weiße Lederschuhe zu lecken, da sie ihn an sein Essen erinnerten. Der Tierpfleger sagte ihm, er solle seine Schuhe und Socken ausziehen, um den Drachen nicht zu provozieren. Das tat er auch, woraufhin der Komododrache die Hälfte seines Fußes abbiss und man ihn kaum aus dem Käfig herausbekam.

Berühmt ist das Foto von Malabis Auto am Tatort seines Mordes.

Die Geschichte scheint völlig sinnlos und bizarr, aber wer einmal in LA war, wird wissen, dass sowas nur dort möglich ist. Das Hotel, in dem die Revolution begann „Volendam“, 14. November, Surabaya

Während wir in der Schlange auf unser Omelett warteten, fragte mich eine Dame in ihren 60ern aus Denver in Colorado, wie groß ich bin. Sie konnte keine Zentimeter in Feet umrechnen, also sagte ich ihr, das wären ungefähr sechseinhalb. Während ich mein Omelett mit Spinat aß, sah ich auf der linken Seite des Schiffes den trüben Hafen Surabaya. Das unfreudige Bild des Hafens von Surabaya wird durch ein gigan-

tisches Denkmal aufgefrischt. Es handelt sich um Jalesveva Jayamahe („Unser Ruhm ist auf See“), die 30 Meter hohe (mit einem Postament von 60 Metern) Statue eines unbekannten Offiziers der indonesischen Marine. Ein Stück weiter in der Stadt wieder eine seltsame Statue – der Kampf eines Alligators und eines Hais, aus dessen Mund Wasser fließt (!). Ich ging am Ufer des Brantas entlang und beobachtete weitere für europäische Verhältnisse meist bizarre Skulpturen in Parks und auf Spielplätzen. Ich erinnerte mich auch an ein bizarres großes fischförmiges Haus, das als Leitmotiv im Film The Act of Killing erscheint. Nach einem zweistündigen Spaziergang in Smog und Feuchtigkeit traf ich mich mit dem

Borobudur befindet sich seit 1991 unter UNESCO-Schutz und steht oft auf Listen der Sieben Weltwunder. Die gröSSte buddhistische Tempelanlage in Südostasien wurde zwischen den Jahren 750 und 850 gebaut, bevor der gröSSte Teil Indonesiens den Islam annahm

Rest der Gruppe im Majapahit Hotel, einer kolonialen Perle aus dem Jahr 1910 (damals Hotel Oranje), dessen Art-Deco-Vorderfront 1934 hinzugefügt wurde. Die Party zu diesem Anlass besuchten auch der belgische Kronprinz Leopold III, die schwedische Prinzessin Astrid und der Schauspieler Charlie Chaplin. In diesem Hotel, mit fast zu viel Geschichte, schien die Zeit still zu stehen. Alles wurde bis ins kleinste Detail erhalten, vom eleganten Garten im Hof bis zu den Wasserhähnen in den Toiletten und den Griffen an den Fenstern. Während der japanischen Besetzung Indonesiens im Zweiten Weltkrieg änderte das Hotel seinen Namen in Hotel Yamato. Dort waren damals niederländische Frauen und Kinder interniert, während sich ihre Ehemänner und Väter in japanischer Gefangenschaft befanden. Nach der Befreiung ereignete sich der berühmte Yamato-Vorfall, der den Beginn der Schlacht von Surabaya vor der endgültigen Entkolonialisierung markierte. Am 19. September 1945 entfernte ein junger indonesischer Revolutionär das blaue Band von der niederländischen Flagge, die auf einem Hotel angebracht war, und verwandelte es in eine indonesische. Es kam zu Konflikten zwischen der indonesischen Miliz auf der einen Seite und den aus den japanischen Gefängnissen befreiten niederländischen Truppen und den Briten, die auf der Suche nach ihren Kriegsgefangenen waren, auf der anderen. Mehr als 200 britische Soldaten wurden getötet und der Brigadier Aubertin Malabi, Kommandant der britischen Streitkräfte, wurde überfallen, als er, Augenzeugen zufolge, nach einem kurzen Streit von einem Teenager, einem Mitglied der indonesischen Miliz, kaltblütig erschossen wurde. Berühmt ist das Foto von Malabis Auto am Tatort. 45


Kultur

Alles tanzt. Kosmos Wiener Tanzmoderne

Wien zählte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu den internationalen Zentren für Modernen Tanz. Die Ausstellung, die das Theatermuseum in Kooperation mit der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) ausrichtet, unternimmt den Versuch, zentrale Tänzerinnen der Moderne in die große Wien-Erzählung einzuschreiben. Im Fokus stehen dabei für die europäische Moderne wegweisende Tänzerinnen, Choreografinnen und Pädagoginnen wie Isadora Duncan, Grete Wiesenthal, Gertrud Bodenwieser und Rosalia Chladek aber auch Valeria Kratina, Gertrud Kraus, Hilde Holger u. a. Die Schau veranschaulicht die Vielfalt und Dichte einer von Frauen bestimmten Tanzszene, die von der NS-Diktatur zerstört

und im Exil weiterentwickelt wurde. Durch fortwirkende Bewegungslehren der Moderne und verwandte Themenkreise lassen sich zwischen dem gesellschaftskritischen Geist von damals und heute Fäden spinnen. Dem entsprechend endet die von Andrea Amort kuratierte und von Thomas Hamann gestaltete Schau in der Gegenwart mit Film-Beiträgen u. a. von Amanda Piña, Doris Uhlich, Thomas Kampe und Simon Wachsmuth. Ein abwechslungsreiches performatives Programm begleitet die Ausstellung.  Theatermuseum Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien T +43 1 525 24 2729, info@theatermuseum.at Öffnungszeiten: Täglich außer Dienstag 10 - 18 Uhr

Plakat zur Ausstellung „Alles tanzt. Kosmos Wiener Tanzmoderne“, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

Ruth St. Denis, Wien, 1907/08, Foto: Madame d'Ora, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

Ausstellungsansicht 1, Foto: Tom Ritter, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

Gertrud Kraus in „Wodka“, Wien, um 1924, Foto: Martin Imboden, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

Tänzerinnen des Ensembles von Gertrud Bodenwieser in „Dämon Maschine“, 1936, Foto: d'OraBenda, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

Isadora Duncan, o. J., Foto: Anonym, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

Mura Ziperowitsch, Wien, 1920er Jahre, Foto: Anonym, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

Ausstellungsansicht 2, Foto: Tom Ritter, Theatermuseum © KHM-Museumsverband

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Kultur

Amedeo Modigliani / Weiblicher Halbakt, 1918 / Öl auf Leinwand / Albertina, Wien. Sammlung Batliner

Marc Chagall / Der Papierdrache, 1926 / © Bildrecht, Wien 2019 | Albertina, Wien. Sammlung Batliner

Munch Chagall Picasso. Die Sammlung Batliner - Dauerausstellung Die ALBERTINA besitzt mit der Sammlung Batliner eine der größten und hochkarätigsten Kollektionen Europas zur Malerei der Klassischen Moderne. 2007 wurde diese Sammlung der ALBERTINA von Rita und Herbert Batliner übergeben und ein neues Kapitel

in der Geschichte des Museums aufgeschlagen. Vom französischen Impressionismus, Pointillismus und Fauvismus mit Werken von Monet, Renoir, Degas, Cézanne, ToulouseLautrec, Braque und Matisse über Meisterwerke der expressionistischen Künstlergruppen Die Brücke

Paul Signac / Venedig, die rosa Wolke / Ankerplatz bei der Giudecca, 1909 / © Albertina, Wien. Sammlung Batliner

und Der Blaue Reiter mit Gemälden von Kirchner, Kandinsky und Nolde bis hin zur russischen Avantgarde und zahlreichen Werken von Pablo Picasso präsentiert die Dauerausstellung alle bahnbrechenden Ideen der Moderne. Die Entscheidung von Herbert und Rita Batliner 2007, ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dafür als Partner die ALBERTINA zu wählen, hat die Museumslandschaft

Pablo Picasso / Frau mit grünem Hut, 1947 / Öl auf Leinwand / Albertina, Wien – Sammlung Batliner © Bildrecht, Wien, 2019

auch im Bereich der zeitgenössischen Kunst bereichert. Denn seit der Jahrtausendwende sammelt das Ehepaar Batliner auch die vielfältige Malerei der Gegenwart: Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Alex Katz, Imi Knoebel und Arnulf Rainer.  ALBERINA Albertina Platz 1 / 1010 Wien Täglich | 10 bis 18 Uhr Mittwoch & Freitag | 10 bis 21 Uhr

Edvard Munch / Winterlandschaft, / Öl auf Leinwand / Albertina, Wien. Sammlung Batliner © Edvard Munch/The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group

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kultur

Das Jüdische Museum Wien Geschichte der jüdischen Museen in Wien

Museum Judenplatz (c) Jen Fong

Das Jüdische Museum der Stadt Wien ist ein Ort der Begegnung, Auseinandersetzung und Verständigung, an dem Bewusstsein für jüdische Geschichte, Religion und Kultur geschaffen wird. Geschichte der jüdischen Museen in Wien

lung der Zwischenkriegszeit spiegelte sich anhand zionistischer Objekte zudem die neue politische Diskussion dieser Zeit wider. Das Museum wurde direkt nach dem „Anschluss“ von den Nationalsozialisten 1938 geschlossen. Im letzten Jahr seines Bestehens

• 1893, wird das erste Objekt für das 1895 gegründete erste jüdische Museum in Wien gestiftet. • 1938, schließen die Nationalsozialisten dieses Museum. Die Sammlung wird beschlagnahmt. • 1988, gründet die Stadt Wien das Jüdische Museum Wien. • 1993, eröffnet das Jüdische Museum Wien an seinem heutigen Standort, dem Palais Eskeles in der Dorotheergasse. 1895 wurde in Wien das erste jüdische Museum gegründet, es war das erste weltweit. Der Trägerverein setzte sich aus einer Gruppe Wiener jüdischer Bürger zusammen. Die Sammlung konzentrierte sich auf die Kultur und Geschichte der Juden in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, insbesondere auf Wien und Galizien. In der Samm48

Museum Dorotheergasse (c) Ouriel Morgensztern

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waren 6474 Objekte in das Inventarbuch eingetragen. 1939 wurde der Bestand dem Museum für Völkerkunde und anderen Wiener Institutionen übertragen. Für die antisemitische Propagandaausstellung „Das körperliche und seelische Erscheinungsbild der Juden” verwendete die Anthropologische Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien Teile der Sammlung. Zu Beginn der 1950er-Jahre wurde der Großteil der Bestände an die IKG Wien restituiert, etliches aber auch erst in den 1990er-Jahren. Über die Hälfte der Objekte blieben jedoch verschollen – ob mutwillig zerstört oder gestohlen ist kaum zu rekonstruieren. Von Zeit zu Zeit können Objekte, die einst im jüdischen Museum inventarisiert waren, am Kunst- und Antiquitätenmarkt identifiziert werden. Die noch erhaltenen Objekte – sie sind eine Dauerleihgabe der Israelitischen Kultusgemeinde Wien an das heutige Jüdische Museum der Stadt Wien – bilden einen einzigartigen Bestand innerhalb der Sammlung.

Das Jüdische Museum der Stadt Wien

Zwei Wochen nach dem Wahlsieg Kurt Waldheims kündigte Bürgermeister Helmut Zilk anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Vienna 1900“ im Museum of Modern Art in New York die Gründung eines jüdischen Museums in Wien an. 1988 wurde die Jüdische Museum der Stadt Wien GmbH ins Leben gerufen, und am 7. März 1990 fand die erste Ausstellung in einem Provisorium – dem ehemaligen Festsaal der Israelitischen Kultusgemeinde in der Seitenstettengasse – statt. Ein grundlegender Bestand des Museums wurde die von der Stadt Wien erworbene Judaika-Sammlung des 1988 verstorbenen Sammlers Max Berger. 1992 fixierten Bürgermeister Helmut Zilk und Kulturstadträtin Ursula Pasterk das Palais Eskeles in der Dorotheergasse 11 als zukünftigen Museumsstandort, die Israelitische Kultusgemeinde stimmte der Dauerleihgabe ihrer Bestände an das Jüdische Museum Wien und der wissen-


Museum Judenplatz (c) Sonja Bachmayer

schaftlichen Bearbeitung durch seine Kuratorinnen und Kuratoren zu. Nach der Adaptierung des historischen Gebäudes fand im November 1993 die Neueröffnung im Beisein des in Wien geborenen Jerusalemer Bürgermeisters Teddy Kollek statt. 1994 eröffnete die im Gebäude der Israelitischen Kultusgemeinde untergebrachte Bibliothek mit ihren über 30.000 Bänden. 1995/96 wurde das Palais Eskeles durch einen Umbau (Architektur: Eichinger oder Knechtl) an die Erfordernisse eines modernen Museumsbetriebs angepasst und erstmals eine Dauerausstellung (Konzept: Felicitas Heimann-Jelinek) eingerichtet. 1998 öffnete das Archiv für den wissenschaftlichen Publikumsverkehr.

Museum Judenplatz

Am 25. Oktober 2000 fand am Judenplatz eine doppelte Eröffnung statt: Zum einen wurde das Museum Judenplatz mit der Ausgrabung der mittelalterlichen Synagoge für die Besucher zugänglich. Das Museum gestaltete das Architektenteam Jabornegg und Palffy, das Konzept erstellte das Team des damaligen Historischen Museums der Stadt Wien in Zusammenarbeit mit dem Institut für die Geschichte der Juden in Österreich. Zum anderen wurde das auf Anregung von Simon Wiesenthal errichtete Mahnmal für die 65.000 ermordeten österreichischen Juden der britischen Künstlerin Rachel Whiteread auf dem Judenplatz enthüllt. Im Dezember 2010, zehn Jahre

nach der Eröffnung des Museums Judenplatz, erarbeitete das Jüdische Museum Wien eine neue permanente Ausstellung zur mittelalterlichen Geschichte und adaptierte die ebenerdigen Räume für den permanenten Wechselausstellungsbetrieb. Museum Dorotheergasse - Palais Eskeles

Nach einer grundlegenden Funktionssanierung des Palais Eskeles in der Dorotheergasse 11 (Architekturbüro: projectA01 architects) eröffnete das Museum im Oktober 2011 nach einer neunmonatigen Umbauzeit. Das Auditorium wurde vom Erdgeschoß in den zweiten Stock verlegt, das 1996 eingerichtete Schaudepot im 3. Stock konzeptionell überarbei-

Mission Statement Jüdisches Museum der Stadt Wien Das Jüdische Museum Wien ist ein Ort der Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte, Religion und Kultur, mit Gedenken und Erinnern, mit Wien und der Welt, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Das Jüdische Museum Wien bewahrt und interpretiert eine der größten europäischen Judaica-Sammlungen – das Erbe der vor der Shoah drittgrößten jüdischen Gemeinde Europas. Durch

Sammeln, Ausstellen und Vermitteln bezeugt es die durch unterschiedliche Formen von Migration geprägte Geschichte und Gegenwart der Stadt Wien und bezieht gesellschaftspolitische Positionen. Das Jüdische Museum Wien überrascht mit neuen Sichtweisen auf das Judentum. Es lädt Menschen aller Kulturen und Generationen zum Dialog ein, ermutigt Fragen zu stellen und am kreativen Prozess teilzunehmen.

tet und durch mediale Installationen ergänzt. Mit der partizipativen Ausstellung „Wien. Jüdisches Museum. 21. Jahrhundert. Sieben Fragen auf dem Weg zu einer neuen Dauerausstellung“ im Atrium des Erdgeschoßes involvierte das KuratorInnenteam die Besucherinnen und Besucher in die Grundfragen der Konzeption einer neuen permanenten Ausstellung. Diese trägt den Titel „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ und wurde am 18. November 2013 eröffnet, anlässlich des 25-JahrJubiläums der Gründung des Museums und des 20. Jahrestages der Eröffnung des Museums im Palais Eskeles. 49


Kultur

The Majlis Cultures in Dialogue

die Seele der Gemeinschaften, der Schauplatz für leidenschaftliche Diskussionen, fröhliche Feste und hitzige Fußballspiele. Über die Ausstellung

Weltmuseum Wien Nur noch bis 7. Jänner 2020

Die internationale Wanderausstellung The Majlis – Cultures in Dialogue des Sheikh Faisal Bin Qassim Al-Thani Museum in Doha, Katar gastiert nach den Stationen in Valetta und Paris  ab September im Weltmuseum Wien. Der Majlis (auch Madschlis) hat die arabische und islamische Zivilisation über Jahrhunderte geprägt und diente dabei als ein Zentrum für soziale Treffen, für politische Debatten und Entscheidungen und für Unterricht und Diskussion. Eigentlich per Definition ein „Ort zum Sitzen“, ist der Majlis in der Tat stets viel mehr gewesen. Er ist ein fester Bestandteil der arabischen Gesellschaft, das Herz und 50

The Majlis – Cultures in Dialogue bietet eine Plattform für Diskussionen relevanter kultureller Angelegenheiten. Ihr Ziel ist es, bedeutsame Beziehungen zwischen Menschen und Kulturen einzuleiten und einen aktiven Austausch zu fördern. Im Zentrum der Ausstellung befindet sich sowohl physisch als auch konzeptionell der Majlis, der Raum für Gastfreundschaft und Dialog, der in jedem Haus auf der Arabischen Halbinsel vorhanden ist. Seit Jahrhunderten benutzen Familien den Majlis, um Gäste willkommen zu heißen und zu unterhalten, um sich mit Reisenden auszutauschen und um ihre Kinder zu erziehen. BesucherInnen der Ausstellung sind eingeladen, den Majlis auf die gleiche Art und Weise zu nutzen. Sie können ein Brettspiel spielen, Schallplatten hören, mit anderen

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Teppich mit Darstellungen der 51 berühmtesten Persönlichkeiten ihrer Zeit / Kerman, Iran, frühes 19. Jahrhundert / © Sheikh Faisal Bin Qassim Al Thani Museum


Detail / Teppich mit Darstellungen der 51 berühmtesten Persönlichkeiten ihrer Zeit / Kerman, Iran, frühes 19. Jahrhundert / © Sheikh Faisal Bin Qassim Al Thani Museum

Aussstellungsansicht / © KHM-Museumsverband

Tablett mit Darstellung des heiligen Georg, der den Drachen tötet, sowie einem christlich-arabischen Gedicht / Mosul, Irak, 18. Jahrhundert

Aussstellungsansicht / © KHM-Museumsverband

BesucherInnen ins Gespräch kommen, etwas über deren Kulturen erfahren, ihre eigene Kultur weitergeben oder eine Unterhaltung über die Ausstellung beginnen. In der Schau werden ausgewählte Objekte aus dem Sheikh Faisal Bin Qassim Al Thani Museum gezeigt, ergänzt durch fünf Textilien aus dem Weltmuseum Wien, die von einem interkulturellen Dialog über die Regionen und Jahrhunderte hinweg erzählen; darunter sind persische Teppiche mit dem Bildnis der Jungfrau Maria, Moschee-Lampen, hergestellt in Wien, oder ein Wandbehang mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts aus Isfahan. The Majlis - Cultures in Dialogue soll Menschen und Kulturen verbinden, indem Möglichkeiten für respektvollen Austausch geschaffen werden. Als Teil der Ausstellung werden auch eine Reihe von kulturellen Gesprächen organisiert.

Qalamkār-e taswīrī (Bedruckter und bemalter Wandbehang) Rūz-e mahshar (Der Tag des Jüngsten Gerichtes) / Isfahan, Iran, Qajaren-Dynastie (1795–1925) Baumwolle, Pigment / Weltmuseum Wien © KHMMuseumsverband

www.culturesindialogue.org #culturesindialogue  Die Ausstellung steht unter dem Ehrenschutz von Alexander Van der Bellen, Bundespräsident der Republik Österreich, und Seiner Hoheit Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, Emir von Qatar Weltmuseum Wien Heldenplatz, 1010 Wien Öffnungszeiten Täglich außer Mittwoch 10 bis 18 Uhr

Aussstellungsansicht / © KHM-Museumsverband

Aussenansicht Weltmuseum Wien / © KHM-Museumsverband

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KULTUR

Ballett Balanchine

JEWELS

02 November – Premiere / 04 und 05 November DIRIGENT Paul Connelly CHOREOGRAPHIE George Balanchine Am 13. April 1967 in New York zur Uraufführung gelangt, stellt das Werk das erste „abstrakte Ballett“ George Balanchines mit abendfüllender Gesamtdauer dar. Die drei Teile des Balletts „Emeralds“ (zu Musik von Gabriel Fauré), „Rubies“ (zu Musik von Igor Strawinski) und „Diamonds“ (zu Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski) werden dabei Foto: Wiener Staatsoper GmbH lose durch die Idee der Edelsteine bzw. Juwelen verbunden, die Begegnung mit dem Juwelier Claude Arpels regte Balanchine maßgeblich zu seiner Choreographie an. Durch die Wahl der unterschiedlichen Komponisten bildet das Ballett auch eine Art geographischer Lebensruckschau von George Balanchine mit den Stationen Frankreich, USA und Russland. Auch die Direktionszeit von Manuel Legris ist eng mit dem Werk verbunden: Nach „Rubies“ (2010/2011) und „Diamonds“ (Pas de deux, 2017/2018) steht nunmehr gegen Ende seiner Wiener Amtszeit das vollständige Werk am Spielplan.

Foto: Wiener Staatsoper GmbH Michael Pöhn

Johannes Maria Staud

DIE WEIDEN

07, 09 und 12. November DIRIGENT Graeme Jenkins REGIE Andrea Moses MIT Rachel Frenkel, Tomasz Konieczny, Thomas Ebenstein, Maria Nazarova, Sylvie Rohrer, Udo Samel, Monika Bohinec, Jörg Schneider, Donna Ellen, Alexandru Moisiuc Oper Kompositionsaufträge erhielt der österreichische Komponist Johannes Maria Staud u.a. von den Wiener und Berliner Philharmonikern ebenso wie vom Cleveland Orchestra oder den Salzburger Festspielen, Opernuraufführungen brachte er ferner bei der Münchener Biennale und dem Lucerne Festival heraus. Für die Wiener Staatsoper schrieb er nun gemeinsam mit dem Librettisten Durs Grünbein eine überaus politische Oper, die Bezug zum allgemeinen europäischen Rechtsruck nimmt. Im Zentrum der Handlung steht das junge, frischverliebte Paar Peter und Lea, das sich auf eine Flussreise begibt, auf eine Expedition den Großen Strom hinab mitten in das Herz Europas, eines neuerdings wieder zerrissenen Kontinents. Peter präsentiert Lea seine Heimat, die sich anfangs von ihrer freundlich-pittoresken Seite zeigt, mit Fortgang der Geschehnisse jedoch immer unwirtlicher und düsterer wird. Das geht an der Beziehung der beiden nicht spurlos vorüber. Das Böse in dieser Oper ist das Politisch-Böse...

Foto: Wiener Staatsoper GmbH

Georg Friedrich Händel

Foto: Wiener Staatsoper GmbH Michael Pöhn

Gaetano Donizetti

DON PASQUALE

03, 13 und 16 November DIRIGENT Ramón Tebar REGIE Irina Brook MIT Ambrogio Maestri, Dmitry Korchak, Orhan Yildiz, Valentina Naforniţa Oper Hier der ältliche Junggeselle Don Pasquale, der noch einmal in die Rolle des Liebhabers schlüpfen will. Dort der etwas patscherte Jüngling Ernesto, der sein Liebesglück zerbrechen sieht. Dann der gewiefte Freund Malatesta, der die Fäden zieht und sich auf Intrigen versteht. Und schließlich die gerissene Norina, die den Alten an der Nase herumführt und ihre Beziehung mit Ernesto rettet: das sind die Zutaten für die quirlige Komödie von Gaetano Donizetti – von Irina Brook farbenfroh in Szene gesetzt.

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ARIODANTE

08, 11, 13 und 15 November DIRIGENT Christophe Rousset REGIE David McVicar MIT Les Talens Lyriques, Stephanie Houtzeel, Chen Reiss, Hila Fahima, Max Emanuel Cencic, Josh Lovell, Peter Kellner Oper Es ist ein mit Eifersucht und Intrigen, mit Kampf und Verrat angereichertes Werk: Ariodante, Händels erstes Werk für das damals brandneue Theatre Royal in Covent Garden. Der Komponist war zu dieser Zeit in London heftigen Konkurrenzkämpfen ausgesetzt, finanziell gebeutelt und angeschlagen. Doch bei einer Bäderkur fasste er neuen Mut und schrieb das – auf Ariosts Epos Orlando furioso basierende – Werk. Und ihm gelang eine abwechslungs- und farbenreiche Musik, darunter die intime Arie „Scherza infida“, die bis heute zu den besonderen Höhepunkten des Händelschen Schaffens zählt. An der Wiener Staatsoper ist Ariodante bisher nie erklungen – und ist neben Alcina nun das zweite Werk des Komponisten im Repertoire.


Wiener Staatsoper

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Peter I. Tschaikowski

Geor

EUGEN ONEGIN

Edward Clug

PEER GYNT 10, 16, 22 und 23 November DIRIGENT Simon Hewett CHOREOGRAPHIE Edward Clug Ballett Das 2015 in Maribor uraufgeführte Handlungsballett basiert auf Werken von Edvard Grieg und Henrik Ibsen, die Choreograph Edward Clug als Quelle für sein Libretto wählte: „Ibsen und Grieg haben jeweils eine eigene Version von ‚Peer Gynt‘ geschaffen. Mein Ziel war es diese in Foto: Wiener Staatsoper GmbH AshleyTaylor ein neues Ganzes zu verschmelzen, in eine Landschaft mit vielen Türen. Ich habe meinen Zugang gewählt, der Ihnen verehrtes Publikum weit offen steht, und lade Sie ein, durch diesen zu einem neuen Balletterlebnis zu gelangen.“

Manfred Trojahn

OREST

17 und 20 November DIRIGENT Michael Boder REGIE Marco Arturo Marelli MIT Georg Nigl, Michael Laurenz, Daniel Johansson, Audrey Luna, Laura Aikin, Ruxandra Donose Oper Manfred Trojahns Orest basiert auf dem gleichnamigen Drama von Euripides, dem Trojahn, der auch das Libretto schrieb, Gedanken aus Friedrich Nietzsches Dionysos Dithyramben hinzufügte. Ausgangspunkt der Handlung ist der von Orest ausführte Mord an seiner Mutter Klytämnestra, von Apollo und Elektra zu dieser Handlung gedrängt, rächt der Sohn so den Mord an seinem Vater, begründet aber neue Schuld. Trojahn schrieb mit seinem Orest eine packende, rund 80minütige Oper, die ihre musikalischen Wurzeln, so der Dirigent der StaatsopernErstaufführung, Michael Boder, in Richard Strauss, aber auch Alban Berg und Arnold Schönberg findet. Dem Drama von Euripides fügt er den Gott Dionysos hinzu – gewissermaßen als Gegenstück zu Apollo. Trojahn ändert das Ende der EuripidesHandlung radikal ab: kein Apollo schwebt mehr in deus ex machina-Machart herab, um das Chaos ordnend zu beseitigen, sondern Orest emanzipiert sich von fremden Einflüssen.

21, 24 und 26 November DIRIGENT Michael Güttler REGIE Falk Richter MIT Marina Rebeka, Margarita Gritskov a, Oper In seinen „Lyrischen Szenen in drei Akten und sieben Bildern“ nach Puschkins Versroman folgen wir Tschaikowski in Musik voller Melancholie auf einen abgeschiedenen Landsitz, bewohnt von deren Mutter und den Schwestern Olga und Tatjana, die der Tristesse in ihren Büchern entflieht. Lenski, ihr Verlobter, bringt seinen Freund Eugen Onegin mit, Tatjana sieht in ihm ihre Sehnsüchte gebündelt, und alle vier jungen Menschen geraten in eine unaufhaltsame Spirale von Gefühlen, an dessen Ende Onegins Foto: Wiener Staatsoper GmbH Michael Pöhn Tod steht.

Boris Pinkhas o, Pavol Breslik, Ferruccio Furlanetto Wolfgang Amadeus Mozart

DON GIOVANNI 25 und 29 November DIRIGENT Adam Fischer REGIE Jean-Louis Martinoty MIT Ludovic Tézier, Hanna-Elisabeth Müller, Jinxu Xiahou, Federica Lombardi, Peter Kellner Oper

Don Giovanni tötet im Duell einen empörten Vater, macht sich an eine Braut – Zerlina – heran, flüchtet vor seiner Verlobten Donna Elvira, verführt deren Zofe, täuscht und betrügt – und entwischt seinen Verfolgern stets aufs Neue. Doch die Strafe holt ihn ein: Der Foto: Wiener Staatsoper GmbH Michael Pöhn

ermordete Komtur, von ihm zum Essen

Alma Deutscher

eingeladen,

CINDERELLA - WIENER FASSUNG FÜR KINDER

erscheint tatsächlich und fordert Reue. Doch Don

14,16,18,19 und 22 November Kinderoper Agrana Studiobühne | Walfischgasse DIRIGENT Stephen Hopkins REGIE Birgit Kajtna

Giovanni verweigert diese – und fährt in die Foto: Wiener Staatsoper GmbH Michael Pöhn

Hölle. Foto: Wiener Staatsoper GmbH Michael Pöhn

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Mama Africa - Circus der Sinne

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Michelangelo Merisi, gen. Caravaggio (1571 Mailand – 1610 Porto Ercole), Rosenkranzmadonna, Um 1601, Leinwand 364,5 × 249,5 cm, Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, © KHM-Museumsverband

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