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Social Media & Politik (+ Live Online)

Mag. David Rรถthler politik.netzkompetenz.at


David Röthler • (Jurist) • Unternehmensberater – Social Media – EU-Projektfinanzierung

• Uni-Lehrbeauftragter • Erwachsenenbildner


Ihre Erwartungen?


Programmvorschlag • Social Media – Definition im politischen Kontext • Facebook, Twitter und Blogs als Werkzeuge für partizipative Politik • Liquid Democracy • Open Government Data, Government 2.0 • Politische Bildung mit Social Media, die zum aktiven Tun ermutigt • Interaktives Live-Video in der politischen Kommunikation


Bertolt Brecht 1927/1932 ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks:

„Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.


Bertolt Brecht 1927/1932 „Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“


Ist die Utopie von Brecht Realit채t geworden?


Social Networks • Community Building • Strenght of weak ties • Word of Mouse


http://oe1.orf.at/artikel/212277


Bereitstellung von Infrastruktur

Partizipation

Kooperation

SocialTransparenz Media

Selbstmotivation

Voneinander Lernen

Vernetzung

Sozialkapital


Bereitstellung von Infrastruktur

Partizipation

Kooperation

Bildung Transparenz

Selbstmotivation

Voneinander Lernen

Vernetzung

Sozialkapital


„Die Medien der Gegenöffentlichkeit transportieren nicht nur die Abbilder der politischen Veränderung, sie setzen sie auch in ihrer inneren Struktur, in den eigenen Arbeitsbeziehungen und Verkehrsformen durch. Es gibt keine Trennung zwischen Machern und Konsumenten.“


Hans Magnus Enzensberger • „Die neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalitär. (Kursbuch 20/1970: 167)“ • „ Die elektronische Technik kennt keinen prinzipiellen Gegensatz von Sender und Empfänger. Jedes Transistorradio ist, von seinem Bauprinzip her, zugleich ein potentieller Sender. (Kursburch 20/1970: 160)“ • „Repressiver Mediengebrauch“ – „zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern“ – Konsumenten passivisiert und entpolitisiert


„emanzipatorischer Mediengebrauch“ • Mediengeräte nicht reine Konsumtionsmittel • „ Sie sind im Prinzip immer zugleich Produktionsmittel, und zwar, da sie sich in den Händen der Massen befinden, sozialisierte Produktionsmittel. (Kursbuch 20/1970: 168)“ • „ Tonbandgeräte, Bild- und Schmalfilmkameras befinden sich heute schon in weitem Umfang im Besitz der Lohnabhängigen. Es ist zu fragen, warum diese Produktionsmittel nicht massenhaft [...] in allen gesellschaftlichen Konfliktsituationen auftauchen. (Kursbuch 20/1970: 170)“


„Kalifornische Ideologie“ • Mit viel Pathos verkündete John Perry Barlow 1996 die „Unabhängigkeit des Cyberspace“ (Barlow 1996) • Kalifornische Ideologie glaubt, dass der technologische Fortschritt liberale Prinzipien unweigerlich zu einer gesellschaftlichen Tatsache machen werde.


Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace • „Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht“


Utopia • „Revitalization of society by participatory networks“ -> Netizen (Hauben/Hauben 1996, http://www.columbia.edu/~rh120/)

• „Internet brings enourmous leverage to ordinary citizens at relatively little cost – intellectual leverage, social leverage, commercial leverage, and most important, political leverage“ (Howard Rheingold 1997)


Projekt Oekonux • Eine wichtige Frage ist, ob die Prinzipien der Entwicklung Freier Software eine neue Ökonomie begründen können, die als Grundlage für eine neue Gesellschaft dienen könnte. • http://www.oekonux.de/


Utopia


Dystopia


Radiofabrik ab 1998


Radiofabrik ab 2007


New York Times, 22.6.2009


„The people formerly known as the audience…“ Jay Rosen


“If the news is important, it will find me�


Social Networks und politische Information • „Immer weniger bestimmen professionelle Medienschaffende, welche News wir als wichtig empfinden. News werden sozial. Empfehlungen anderer Leute — Freunde, Arbeitskollegen, Geschäftspartner, Gleichgesinnte — werden wichtiger als das, was Redaktionen als berichtenswert empfinden.“ schreibt Andreas Göldi in seinem Weblog www.medienkonvergenz.com


http://twitter.com/BarackObama/status/992176676


Greenpeace


Uni Brennt


http://unibrennt.tv/


Second Life Demonstration • On Jan 30, 2007 in solidarity with the marchers for peace in DC, a group of avatars organized by the SL Netroots group gathered for a demonstration for an end to the war in Iraq. More than 120 avatars from all over the US and 7 countries met in a simulated Capitol Hill to show their commitment to peace.


Astroturfing?

http://www.andreas-buehler.eu/allgemein/die-gekaufte-bewegung-stuttgart-21-befuerworter-im-netz/


Online-Demo


Slacktivism • Zusammensetzung aus "slacker" (engl. für rumhängen, nichts tun, lustlos sein) und "activism" bezeichnet Menschen, die eigentlich zu faul sind, den Arsch hoch zu kriegen, aber andererseits doch aktiv sind. • http://szenesprachenwiki.de/definition/slacktivism/


Slacktivism • einer Facebok-Gruppe beitreten, • Armbändchen oder Buttons mit (politischen) Botschaften tragen • an "niedrigschwelligen" Demonstrationen teilnehmen, die nicht viel Aktionismus verlangen (Buy Nothing Day)


http://www.sozialebewegungen.org/


http://www.stopp-acta.at/


Astroturfing • Der Begriff Astroturfing, auch Kunstrasenbewegung, bezeichnet – insbesondere im US-amerikanischen Sprachraum – politische Public-Relations- und kommerzielleWerbeprojekte, die darauf abzielen, den Eindruck einer spontanen Graswurzelbewegung vorzutäuschen. Ziel ist es dabei, den Anschein einer unabhängigen öffentlichen Meinungsäußerung über Politiker, politische Gruppen, Produkte, Dienstleistungen, Ereignisse und ähnliches zu erwecken, indem das Verhalten vieler verschiedener und geographisch getrennter Einzelpersonen zentral gesteuert wird.


Crowdsourcing Auslagerung von Aufgaben an eine groĂ&#x;e, unbestimmte Gruppe von freiwilligen HelferInnen.


data.gov


http://www.appsfordemocracy.org/


http://data.gov.uk/


http://mps-expenses.guardian.co.uk/


Duck Island


http://politik.netzkompetenz.at/?p=1309


buergerhaushalt.stadt-koeln.de


buergerhaushalt.stadt-koeln.de • 10.000 Kölnerinnen und Kölner beteiligten sich • 1254 Vorschläge • 4.664-mal kommentiert und 38.470-mal mit PRO oder KONTRA bewertet


buergerhaushalt.stadt-koeln.de • 2-mal 100 bestbewerteten Vorschläge werden nun von der Verwaltung fachlich geprüft und mit einer „Stellungnahme der Verwaltung“ versehen. • Die Vorschläge gehen mit dieser Stellungnahme dann in die politischen Gremien: Bezirksvertretungen, Fachausschüsse, Finanzausschuss und Rat der Stadt Köln.


http://salzburg.mybikelane.com/


http://maerker.brandenburg.de


iPhone App B端rgermeldungen


Potenziale • Stärkung der Demokratie durch breitere Beteiligung, • Höhere Akzeptanz getroffener Entscheidungen durch transparenteres Verwaltungshandeln, • Vermeidung nachträglicher Änderungen von Entscheidungen, • Größere Nähe zum Bürger und zielgruppenspezifische Ansprache, • Schnellere Umsetzung von Beteiligungsverfahren, • Steigerung der Dienstleistungsqualität und einem damit verbesserten Image des Standorts, • Verbesserung des verwaltungsinternen Wissensaustausches.


Herausforderungen


„Fayolsche Brücke“ • verbindet hierarchisch nicht direkt unterstellte Stellen, indem Informationen seitlich unter Duldung der Vorgesetzten ausgetauscht werden. (Henri Fayol 1841-1925) ist der Begründer der (französischen) Management- bzw. Verwaltungslehre


Prof. Dr. Philipp S. Müller Gastdozent für Public Policy an der Universität Erfurt • „Mit Web 2.0 kommt Government 2.0. Web 2.0‐Mechanismen implizieren für den Staat ein revolutionäres neues Ordnungs‐ und Organisationsprinzip: Transparenz, Partizipation, Kollaboration. Übertragen auf die Verwaltung bedeutet das ein Aufweichen der Amtshierarchien und des Herrschaftswissens. Government 2.0 verändert deshalb das Staatsverständnis.“ • Web 2.0 birgt für Gesellschaft, Politik und Verwaltung ein ähnlich radikales Potenzial wie die Französische Revolution.


Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Social Media in der Verwaltung • • • • • •

Ziele und Zielgruppen müssen definiert werden Personelle Ressourcen Offenheit für Kritik Rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten PR für die Social-Media-Aktivitäten Fragen von Kontrolle, Vertrauen, Verantwortung, Unternehmenskultur…


Weitere Erfolgsfaktoren • Schulung der MitarbeiterInnen • Evaluierung • Scheitern zulassen


Social Media Guidelines • Wer darf nach außen kommunizieren? • Wie soll nach außen kommuniziert werden? – Trennungsgebot dienstlich und privat – dienstliche Verschwiegenheitspflicht – Inhalte, die nicht verbreitet werden dürfen (z. B. personenbezogene Daten, illegale Inhalte – „Netiquette“

• Wie soll mit Zugangsdaten (insb. Passwörtern) umgegangen werden? • Was ist zu beachten, wenn ich für ein Social Media Tool Software installieren muss?


Live online


Warum live? • Internet = immer alles überall • Bewusste Verknappung -> nur bestimmte Zeit -> erhöhte Aufmerksamkeit • Direkte Interaktion -> soziales Erlebnis


Vorteile • Geographische Entfernung spielt keine Rolle (bei schneller Leitung) • Ressourcenschonend • Kürzere Einheiten


Nachteile • Technik • Fehlende Pausengespräche • Form der sozialen Interaktion ungewohnt


Adobe Connect


Open Meetings


Google Hangouts


Was ist Adobe Connect? • Webbasiertes Videokonferenzsystem • Benötigt üblicherweise – Browser – Flash – Möglichst schnellen Computer – Ggf. Add-In


Pr채sentation


Bildschirmfreigabe


Abstimmungen


Anybot


http://vhs-webinare.de


http://www.virtuelle-ph.at


http://www.udemy.com/


“Udemy's goal is to disrupt and democratize the world of education by enabling anyone to teach and learn online.�


Treffpunkt KulturManagement


Webcam (Microsoft Lifecam)


Videokamera


Technische Voraussetzungen • Format 4:3 • Zoom • Analoges VideoSignal, Cinch


Analoge Videoquellen


Dvdriver (US$ 20)


Yamaha PJP-50USB


Yamaha PSG-01S


Bildungsaktivismus • http://berlinergazette.de/bildungsaktivismus/#more11350 • Wenn es um (politischen) Aktivismus geht, ist das Internet ein unverzichtbares Medium der Vernetzung und Selbstermächtigung. Es “verschiebt die Macht und ermöglicht neue Formen der Kooperation“ (Timo Luthmann). Diese Prinzipien entwickeln ihre Strahlkraft im zunehmenden Maße auch in Bildungsinstitutionen.


Edupunk – Reaction against commercialization of learning – Do-it-yourself attitude – Thinking and learning for yourself


Persönliche Links zum Thema • • • • •

http://delicious.com/davidro/politik http://delicious.com/davidro/participation http://del.icio.us/davidro/webinar http://pinterest.com/davidroethler/live-online/ http://politik.netzkompetenz.at/live-onlinevideokonferenzen-webinare/


Kontakt David Rรถthler mobil +43 664 2139427 skype d.roethler david@roethler.at politik.netzkompetenz.at projektkompetenz.eu

Social Media in der Politischen Bildung  

Workshoptag an der Donau-Uni-Krems im Rahmen des Lehrgangs "Politische Bildung".

Social Media in der Politischen Bildung  

Workshoptag an der Donau-Uni-Krems im Rahmen des Lehrgangs "Politische Bildung".