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Oktober 2011

DarkVibe

| VNV Nation | Welle: Erdball | DAF | | Edguy | U.D.O. | Chickenfoot | Staubkind | | Klangstabil | Saltatio Mortis | Schattenspiel |

Außerdem:

Hupen

Clubcheck Festivals Gruftorakel

und jede Menge mehr

KOSTENLOS

Dunkel * Anders * Respektlos* Kostenlos* Verschärft * Informativ * Böse * Einzig nicht artig


Nach monatelangem Suchen ist sie gefunden: Die Gewinnerin des DarkVibe-Covermodel-Contests. Tamara Markus konnte die DarkVibe-Jury überzeugen und ist das Covergirl des Monats Oktober – und der Fotograf Peter Igel hat noch weitere vier Foto-Seiten mit ihr geshootet. Auch im Oktober gibt’s wieder viel zu lesen im DarkVibe Magazin, die Redakteure waren überall um für euch Neuigkeiten herauszufinden. Und jetzt, wo die Tage kürzer und Abende länger werden haben wir passend zur Frankfurter Buchmesse exklusiv vier Seiten aus Dirk Bernemanns neuem Roman „Trisomie so ich dir“ abgedruckt. Wir wünschen euch viel Entspannung auf dem Sofa – aber nicht zu lange, damit ihr die HalloweenParties am Monatsende nicht verschnarcht! Eure DarkVibes

KW 38 – Top 10 Alben 01 Project Pitchfork - Quantum Mechanics 02 Diary of Dreams - Ego:X 03 Solar Fake - Frontiers 04 Various Artists - Awake The Machines Vol. 7 05 OMD - Live in Berlin 06 Second Version - Emotionfilled Electronics 07 Santa Hates You - Jolly Roger 08 Dismantled - The War Inside Me 09 Eisenfunk - Pentafunk 10 Unitary - Safe from Harm

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Die Hupen des Monats

Inhalt

Editorial 3 Reviews 4 CHICKENFOOT 6 Clubcheck 8 Schwarzes Halloween 9 VIBE OF THE MOMENT 10 SALTATIO MORTIS 14 KÄMPFERS schwarze Welt 17,25 VNV NATION 18 Lost Places 20 Historisches 22 SCHATTENSPIEL 23 U.D.O. 26 KLANGSTABIL 29 STAUBKIND 31 Fotoserie: Tikey 33 BERNEMANN 43 Bodymodification 47 StarFocus 48 In & Out 48 EDGUY 49 WELLE: ERDBALL 51 Behind the Scenes 54 NCN 2011 56 DAF 58 Frl. Venus 60 Gruftorakel 61 Impressum 62


Chickenfoot

Saltatio Mortis

III (Label: Edel)

Sturm aufs Paradies (Napalm)

Hinter der Band Chickenfoot verbergen sich Mitglieder der Bands Van Halen, nämlich Sammy Hagar und Michael Anthony, sowie der Gitarrist Joe Satriani und der Schlagzeuger Chad Smith, besser bekannt als Mitglieder der Rockband Red Hot Chili Peppers. Das neue Album liegt nun vor und bietet viel: Straighten Rock’n‘ Roll, der teilweise an Led Zepplin erinnert. Als Auskoppelung wurde die Single „Big Foot“ ins Rennen geschickt, die bei vielen Rocksendern seitdem auf Dauerrotation läuft. Ein typischer Rocksong, der durch die klassischen Merkmale zu überzeugen weiß. Klare Gitarrenriffs, dazu etwas experimenteller Gesang runden den Song ab und geben ihm einen ganz besonderen Charme.Eine Zeitreise zu den Anfängen von Foreigner schaffen Chickenfoot mit dem Song „Different Devil“. Eine lockere Mid-Tempo Wohlfühl-Ballade, mit eingängiger Hook-Line und emotionalem Gesang.Hier kommt ein Album, dass einfach beim Hören Spaß macht. Sowohl bei Fans des klassischen Rock, als auch für Leute, die handgemachte Musik mögen. Eine der besten Veröffentlichungen 2011.

10 Jahre Saltatio Mortis wurden gerade gebührend gefeiert, da kommen die Karlsruher Krachmacher schon mit dem nächsten Album an. Die zweite Dekade wird noch etwas stürmischer werden, was schon an Stücken wie „Habgier und Tod“ zu erkennen ist, die sehr metallisch instrumentiert erscheinen.

Anspieltipp: Alright, Alright Fabian Bernhardt

Auch die Produktion hat diesmal noch einen Schuss Härte zugelegt, was möglicherweise auf den neu verpflichteten Luzi dem L. zurückgeht. Sein Einfluss auf die Band zeigt sich weiterhin in einer noch kraftvolleren Sackpfeifenfront und einem frischen Wind im Melodieverlauf. Sänger Alea entwickelt seine Stimme stetig weiter, was er in Balladen wie „Gott würfelt nicht“ oder „Fiat Lux“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Thematisch geht es auf diesem Album wieder um das Lebensgefühl des Spielmanns, Freund- und Feindschaft, und auch Tod und Liebe haben Eingang in die Texte von Drummer Lasterbalk gefunden. Äußerst gelungen ist auch das Booklet des Albums. In der Limited Edition sind neben 7 Pianoversionen auf CD auch eine DVD mit viel Filmmaterial und wahlweise eine Flöte oder Flagge enthalten. Stefan

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Anathema

Edguy

Falling Deeper (KScope)

Age of the Joker (nuclearblast)

Die englische Band Anathema unternimmt auf ihrem neuen Album eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Dabei handelt es sich nicht um eine herkömmliche „Best Of“ Platte, vielmehr wurden Songs von den beiden EP’s „Crestfallen“ und „Pentecost III“ sowie von den ersten beiden Studioalben „Serenades“ und „The Silent Enigma“ neu arrangiert und von einem Orchester eingespielt.

Was Tobias Sammet auch anfasst, es wird zu Gold. Ob man nun die umjubelten Auftritte mit Avantasia oder die neue Edguy-CD nimmt.

Teilweise wurde ganz auf Gesang verzichtet und man bekommt den Eindruck, als seien die Songs schon immer für die Klassik geschrieben worden. So etwas ähnliches hatten Anathema schon auf dem Album „Hindsight“ vor drei Jahren schon probiert, wurde damals allerdings noch auf einigen Stücken die E-Gitarre mit eingebaut, so wurde dieses Mal gänzlich drauf verzichtet. Das Album kann sich durchaus hören lassen und da die Tage ja wieder kürzer und die Nächte länger werden, eignet sich die Musik auf „Falling Deeper“ hervorragend für gemeinsame Abende zum Chillen zu zweit unter der Decke bei Kerzenschein.

Der Song „Rock The Cashel“ hat das Zeug die neue Hymne der Edguy-Fans zu werden. Er hat alles, was ein guter Power-Metal Song braucht, kräftige Gitarren, hämmernde Bässe und ein Schlagzeug, das jeden aus der Sommermüdigkeit herausreißt. „Pandora’s Box“ fängt ruhig an, steigert dann das Tempo, um dann erneut wieder ruhiger zu werden. Eine wahre Achterbahnfahrt für den Zuhörer. „Breathe“ erinnert an die Anfänge von Edguy, das Keyboard gibt sowohl das Tempo als auch die Melodie vor. Später setzen die Gitarren ein, die mit Tobis Gesang eine perfekte Mischung ergeben. „Two Out Of Seven“ und „Faces In The Darkness“ sind lockere Mid-Tempo-Nummern. „The Arcade Guild“ kommt dank der Gitarren anfangs etwas wütend rüber, jedoch setzt der Chor danach ein und verwandelt den Song in ein wunderbares Stück Power-Metal. Fazit: Ein sehr gelungenes Album, das sowohl alten Fans als auch Neueinsteigern sehr gut gefallen wird.

Deja 3:16

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Fabian Bernhardt


Chickenfoot III erscheint am 23. September in Deutschland. Wann werden die Fans in den Genuss kommen, euch hier wieder einmal live zu sehen? Joe: Sehr bald, hoffe ich. Aber ich kann jetzt nur noch nicht sagen, wann genau. Was magst du an Deutschland? Joe: Ich toure schon seit 1990 regelmäßig durch Deutschland und hatte hier immer eine gute Zeit! Ich mag das großartige Essen und das Bier, das wundervolle Publikum und die herrlichen Landschaften. Und was gefällt dir an Deutschland nicht?

Chickenfoot Gitarren-Gott Joe Satriani: „Ich will nie in Rente gehen“ und was der USRockstar über Obama, Geld und Sex, Drugs & Rock ´n´ Roll zu sagen hat Am 23. September erscheint bei Edel / earMUSIC das Album des Jahres: Chickenfoot III, das zweite Werke der US-Supergroup um Gitarrist Joe Satriani, Sänger Sammy Hagar, Bassist Michael Anthony (beide Ex-Van Halen) und Drummer Chad Smith. Wenige Tage zuvor ließ sich Satriani im Interview noch einmal ausführlich auf den Zahn fühlen. Neues vom Gitarren-Gott: Welchen Song des neuen Albums favorisierst du und warum?

Joe: Mir fällt nicht eine Sache ein, die ich nicht mögen würde. In Deutschland gehen die Menschen mit 67 Jahren in Rente – wie lange willst du noch arbeiten? Joe: Ich will niemals in Rente gehen! Hast du schon alles im Leben erreicht oder fehlt dDir noch etwas? Joe: Ich hätte schon noch gerne einen Nummer1-Hit in den USA. Wie sieht der Arbeitsprozess aus, der von einem Album zum nächsten führt. Mit anderen Worten: Was geschah bei euch zwischen 2009 und heute?

Joe: Wir alle gemeinsam!

Joe: Nach der Veröffentlichung unserer ersten Scheibe tourten wir durch Europa und die USA. Ich nahm anschließend im Juni vergangenen Jahres ein Solo-Album auf und spielte daraufhin erneut die USA und Europa. Dabei produzierten wir eine Konzert-DVD in 3D, die noch in diesem November veröffentlicht werden soll. Ich beendete die Tour Ende Januar 2011 und traf mich im Februar mit den Jungs, um Chickenfoot III aufzunehmen. Das alles war eine Menge Arbeit!

Wie viele Songs standen insgesamt auf der Liste für Chickenfoot III?

Was glaubst du: Wird Chickenfoot deine letzte Band sein?

Joe: 11 (Anmerkung: Das neue Album enthält 10 Songs).

Joe: Ich hoffe nicht!

Joe: „Up Next“, denn der ist einfach so cool und neu. Der Text hat eine besondere Bedeutung für die Band, weil er sich auf unseren Manager bezieht, von dem wir uns unlängst getrennt haben. Wer entscheidet, welche Songs es aufs Album schaffen?

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Was sind deine Lieblingsbands und wer hat dich beeinflusst? Joe: Jimi Hendrix, Jimmy Page und Led Zeppelin, die Stones, ZZTop, Black Sabbath, die Beatles, Jethro Tull, ELP, Yes, White Stripes, Jeff Beck, Radiohead, Muse, Queen und AC/DC. Verrate uns deine drei Lieblingsalben und -Songs. Joe: „Electric Ladyland“ von Jimi Hendrix und dem Song „A Merman I should turn to be“. Dann “Exile on Mainstreet” von den Stones mit dem Song “Casino Boogie” und Led Zeppelin IV und “When the Levee Breaks”. Warum und wann hast du gelernt, Gitarre zu spielen? Joe: Als ich zum ersten Mal Jimi Hendrix hörte, er hat mich inspiriert.

Wen würdest du gerne einmal treffen? Joe: Präsident Obama. Geld macht glücklich – richtig oder falsch? Joe: Manchmal stimmt das, aber die meiste Zeit nicht. Was ist das Beste, das Geld kaufen kann? Joe: Mobilität. Geld versetzt dich in die Lage, einfach aufzustehen und zu überall hin zu kommen, zu jeder Zeit. Um einer schlechten Situation zu entfliehen. Um dahin zu gehen, wo du dich glücklicher fühlst, mit den Menschen, die du liebst. Sex, Drogen oder Rock ´n´ Roll – was gefällt dir am besten? Joe: Ich will alles!

Was macht deinen Gitarrenstil so einzigartig?

Hast du ein Hobby?

Joe: Ich habe keine Ahnung.

Joe: Ich sammle alte Gitarren und Bassgitarren und ich lese gerne über Geschichte, Wissenschaft und Wirtschaft.

Was macht eine Supergruppe zur Supergruppe – und wer ist die größte Band aller Zeiten? Joe: Cream war auf jeden Fall die erste Supergruppe. Ich weiß nicht, wer die größte war. Eine wahre Supergruppe muss jedenfalls auch super Musik machen, es reicht nicht, nur berühmt zu sein. Chickenfoot hat sehr viel zu bieten und ich würde uns eines Tages gerne zur größten Supergroup machen. Wenn du kein berühmter Rockstar geworden wärst, dann wärst du nun…? Joe: …ein verrückter Professor!

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Dein Lieblingsauto? Joe: Ich interessiere mich nicht allzu sehr für Autos. Wohin fährst du in Urlaub? Joe: Bora Bora. Keine Telefone. Kein Computer. Kein Fernsehen. Foto: LeAnn Mueller Text über: m2 mediaconsulting


Clubcheck

CULTeum Karlsruhe Das Culteum befindet sich mitten in der Karlsruher Innenstadt, wo in einem schönen Weinkeller viele verschiedene schwarze Veranstaltungen, Mittelalter-Parties und seltener auch Fetish-Events stattfinden.

Der Check: Ambiente: Ein ausreichend großer, aber dennoch nie unübersichtlicher Club mit schöner Einrichtung, wechselnden Fotoausstellungen und vielen Sitzmöglichkeiten. Der Raucherraum ist separat aber dennoch nicht abgeschieden, ein gutes Lüftungssystem ist ebenfalls vorhanden. 8 von 10 Eintrittspreis: Variiert je nach Veranstaltung von 5,- bis 8,- €. Ausnahme sind Fetish-Events mit 15,- bis 30,Euro. 10 von 10 Getränkepreise: Stark überteuert, 0,4 l Cola für 6,- € plus Pfand sind schon sehr gesalzen! Zudem könnte man mehr Getränke verkaufen, wenn es an der Theke etwas flotter zuginge. Die Bedienung ist nett und freundlich, das kann die Wartezeit von 10 - 15 Minuten für ein Getränk auch nicht wieder wettmachen. 2 von 10 Musikvielfalt: Hier bekommt man einiges geboten. Früher legten ASP und Mozart im Culteum auf, Falk und Lasterbalk von Saltatio Mortis sind immer noch dabei, und auch für Electro, Dark Wave und Metal finden sich Zuständige. Hier bekommt das schwarze Herz alles, was es begehren könnte! 10 von 10

Anschrift: Culteum Essenweinstr. 9 76131 Karlsruhe Öffnungszeiten: Fr, Sa, jeweils 22:00 bis 03:00 Website: http://www.culteum.de/

Erreichbarkeit: Eine Straßenbahn hält 500 m entfernt, die Parkplatzsuche weitet sich zu später Stunde mitunter auf die umliegenden Straßen aus, ist jedoch immer von Erfolg gekrönt. Da sich der Club in einem lärmempfindlichen Wohnviertel befindet, ist man entweder drinnen oder draußen. Im Laufe des Abends mal frische Luft schnappen ist nicht drin. 8 von 10

Fazit: 38 von 50 Punkten

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Schwarzes Halloween auf Burg Greifenstein

Der Vampir- und Dämonen-Floor ist im Rittersaal angesiedelt und wartet mit Batcave, Gothicrock, Oldschool EBM, Deathrock, Dark Romantik und Industrial auf. Für die Musikzusammenstellung sind hier die DJs Aura aus Koblenz, DJ Nachtstrom vom Dark Mission im Final Destination Club, Frankfurt sowie Herr Klappstuhl und Frau Staubwedel aus dem Kontrollverlust Marburg zuständig. In der Greifensteiner Burgschänke kann geraucht werden und das Kaminzimmer ist die Rückzugsmöglichkeit für Essen und Trinken. Ein ganz besonderes Highlight dieser Veranstaltung ist das Ritteressen, an dem die Gäste für EUR 15,00 pro Person teilnehmen können. Bis 23.00 Uhr ist eine Tischreservierung erforderlich.

Das hessische Schwarzvolk darf sich an Halloween auf ein ganz besonderes Highlight freuen. Halloween 2011 auf einem echten Burggelände und ihr solltet genau hingucken, ob die Gestalt neben euch nur tot aussieht oder schon untot ist. Die Nacht der tanzenden Dämonen und Vampire wird in der über 800 Jahre alten Burg Greifenstein im LahnDill-Kreis gefeiert. Die Burg Greifenstein ist mit 441 m über Normalnull die höchstgelegene Burg des Kreises und ist weithin sichtbar, so dass die feierlustigen Zombies, Monster und Vampire sie schon von der A 45 aus sehen können! Halloween 2011 soll nun in vier Gewölben mit zwei Floors auf Burg Greifenstein einen würdigen Rahmen finden.

Der Kartenvorverkauf für das schwarze Halloween auf Burg Greifenstein hat bereits begonnen. Ab EUR 10,00 im Vorverkauf und EUR 13,00 an der Abendkasse seid ihr dabei. Ihr könnt die Karten bei allen DJs des Abends kaufen. Kartenreservierungen werden auch unter vvkhalloweenparty@googlemail.com entgegengenommen. Die Karten sind auf 500 Stück limitiert. Dresscode ist übrigens schwarz oder halloweengerecht verkleidet. Schnellentschlossene, die von weiter her anreisen können in Greifenstein auch übernachten. Das Gasthaus Simon (www.gasthaus-simon.de) hat einige Gästezimmer ab EUR 39 bis 70 im Angebot.

Der Burgkeller ist Floor für Electro, EBM, Darkwave und Classics und wird beschallt durch DJ Ziggy (E:O:D, Essigfabrig Köln, Shadow, Leverkusen), DJ Spike (Maschinenpakt, Goldene Krone Darmstadt) und DJ Cholostase (Rise of the Machines, Marburg).

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Schwarzes Halloween 2011, Burg Greifenstein, Talstraße 19, 35753 Greifenstein. www.facebook.com/SchwarzesHalloweenBurgGreifenstein Alana Abendroth


Vibe Of the Moment

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Die Gewinnerin des diesjährigen DarkVibe Covermodel-Contests ist Tamara Markus aus der Nähe von Heidelberg. Die Zwangzigjährige steht auf außergewöhnliche Bilder und Locations und hat bereits Werbeaufnahmen für eine Lingerie-Boutique und Kataloge gemacht. Das Shooting für DarkVibe Magazin fand mit dem Fotografen Peter Igel (www. foto-graf.de) im Mannheimer Industriehafen statt. Model: Tamara (http://www.model-kartei.de/sedcard/modell/222604/) Alter: 20 Wohnort: bei Heidelberg Fotograf: Peter Igel

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Saltatio Mortis Stürmen todesmutig das Paradies

Saltatio Mortis gehören zu den Senkrechtstartern des Sommers. Mit ihrer Live-DVD „Wild und Frei“ sind sie auf Platz 21 der Media Control Albencharts eingestiegen. Beim Wacken Open Air haben sie es auf die große Bühne geschafft und ihre zwölf Shows im November sind fast ausverkauft. Jetzt legen sie ihr Album „Sturm aufs Paradies“ vor. Die Redakteure des DarkVibe-Magazins haben die Band im Backstage des Wacken Open Air getroffen. Ihr spielt dieses Jahr auf dem W:O: A. Passt ihr überhaupt auf dieses Festival? Alea: Na sicher, ansonsten wären wir ja nicht hier. Samoel: Heute Abend spielen wir auch mit der wunderbaren Doro Pesch zusammen.

Das ist ein gutes Stichwort. Was musstet ihr tun um Doro als Gastsängerin zu bekommen? Mümmelstein: Wir mussten auf Knien rutschen und uns verbeugen, aufgrund ihrer Größe. Nein, im Ernst, wir haben sie gefragt und sie fand es toll und hat sofort ja gesagt. Aber wir waren alle vollkommen überrascht. Wie fühlt es sich an, hier in Wacken vor 75.000 Menschen zu spielen? Samoel: Es ist eine unglaubliche Ehre hier zu spielen. Dieses Jahr spielen wir ja auf einer der großen Bühnen und das ist was ganz Besonderes. 2008 waren wir ja schon mal hier, da haben wir auf der W.E.T. Stage im Zelt gespielt. Du siehst also, wir arbeiten uns langsam hoch.

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Wie stellt ihr eure Setlist zusammen? In Wacken ist ja schon ein etwas anderes Publikum als bei gewöhnlichen Auftritten. Gibt es Songs, bei denen ihr euch denkt, sowas können wir nicht in Wacken spielen? Samoel: Es gibt natürlich unsere Partykracher, die immer gut ankommen und die wir auch auf Metalfestivals spielen, allerdings glaube ich nicht, dass es Songs gibt, die ich in Wacken nicht spielen könnte. Gibt es denn einen Song, den ihr hier unbedingt spielen müsst? Samoel: Ja, beispielsweise Salome, alleine schon wegen des Gastauftrittes von Doro und natürlich auch einen neuen Song vom Album „Sturm aufs Paradies“. Ihr habt auch Zuwachs bekommen innerhalb der Band. Wie kamst du zu der Band? Luzi Das-El: Ich bin in die Schweiz gezogen, hab dann aber gemerkt, dass es unglaublich einsam ist in der Schweiz, zwischen den Bergen. Und durch die örtliche Nähe zur Band Saltatio Mortis hat sich es einfach angeboten, da sagt man nicht Nein. Kommen wir zu eurem Jubiläumskonzert zum 10jährigen Bestehen. Da habt ihr ja einen riesigen Aufriss gemacht. Was habt ihr alles veranstaltet? Samoel: Ja klar, für unsere Fans immer. Wir haben die historische Stadthalle in Wuppertal angemie-

tet, haben unglaublich viel Lichttechnik mit rein genommen, eine extra Bühne gebaut, damit die historischen Elemente nicht beschädigt werden. Wir haben das Konzert mit einem Freund zusammen als Veranstalter organisiert und ich hätte nie gedacht, dass es so ein ungeheurer Aufwand ist ein Konzert zu veranstalten. Nach dem eigentlichen Konzert gab‘s noch eine After-Show Party, bei der wir im Prinzip noch ein weiteres Konzert gespielt haben. Insgesamt haben wir an dem Abend 4,5 Stunden gespielt, mit einer halbstündigen Pause, aber danach waren wir durch. Bei der Gelegenheit wurde auch eine DVD produziert und ich denke auch in 10 Jahren werden wir sagen, genau so wollten wir das haben. Es gibt ja viele DVDs von Bands, wir wollten aber eine Ausnahme-DVD haben, die man sich mehrmals ansehen kann und immer wieder was Neues entdeckt. Am Anfang hat nie jemand an uns geglaubt. Nach den Besetzungswechseln hat auch noch niemand an uns geglaubt. Wir mussten halt betteln, damit wir irgendwo spielen durften und jetzt, nach 10 Jahren zu sehen, was aus unseren Träumen wird, nämlich, dass sie in Erfüllung gehen, war uns einfach wichtig zu dokumentieren. Egal, was es kostet. Als Musiker wird einem immer ein abwechslungsreiches Leben unterstellt. Viele Reisen, viel Alkohol - aber wie hart ist das Musikerleben wirklich? Samoel: Wir arbeiten den ganzen Tag. Es ist wirklich nicht so, dass wir den ganzen Tag saufen oder auch nur einen Abend Party machen, wie z.B. heute hier in Wacken. Wir kamen um 12 Uhr an, nach 12 Stunden Fahrt, jetzt geben wir Interviews und nachher beziehen wir unsere Garderobe, machen uns warm und gehen dann heute zugegebener Weise etwas später auf die Bühne. Aber auch wenn wir nicht aktiv spielen oder auf Mittelaltermärkten unterwegs sind, arbeiten wir trotzdem daran, dass die Projekte wie CD, DVD usw. möglich sind. Mümmelstein: Hätte mir früher jemand gesagt, dass Musiker ein 24/7 Job ist, hätte ich es nicht geglaubt. Wir stehen um 07:30 Uhr auf, denn um 09:00 Uhr ist die erste Probe, dann müssen auch noch Songs geschrieben werden.

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sönlich war das der Moment, als wir unsere erste CD in den Händen gehalten haben. Also nachdem du die Aufnahmen gemacht hast, alles erledigt hast und dann gehst du in den Media-Markt und hast deine CD in der Hand. Dann siehst du, dass es Auswirkungen hat, was du tust. Dann natürlich unser erster Wacken-Gig 2008 auf der W.E.T. Stage, das hätte ich nie gedacht mit einem Dudelsack und Drehleier auf einem Metalfestival spielen zu können. Das war so unvorstellbar, also ich kann mich nur noch überraschen lassen. Luzi: Für mich war das Coolste zu sehen, wie mich die Band aufgenommen hat und der Umgang untereinander. Auch die Fans haben sehr herzlich reagiert. Das war mein schönstes Erlebnis.

Es ist also ein Full-Time-Job, der unglaublich schlecht bezahlt wird, aber auf der anderen Seite haben wir die Chance auf Festivals wie diesem zu spielen, haben treue Fans, die sich wirklich mit uns identifizieren. Es gibt Menschen, die sich sogar unser Bandlogo tätowieren lassen. Es ist wirklich unglaublich zu sehen, was wir auslösen. Es ist ein Traum, den Menschen etwas zurückzugeben, die unsere Musik so schätzen. Wo spielt ihr lieber? Auf großen Festivals oder auf einem gemütlichen Mittelaltermarkt? Samoel: Jedes Programm macht Spaß und hat seine eigenen Reize. Ich habe auch mal Bock drauf, mir einen Met an der Schänke zu holen und mit einer Akustikshow zu rocken, genauso wie mit unserem Rockprogramm auf die Bühne zu gehen und unser Set zu spielen. Die Abwechslung ist halt toll. Mümmelstein: Für mich ist es spannend zu sehen, wie das Publikum reagiert. Hier in Wacken sind die Leute heiß und wollen feiern, auf den Märkten liegt es schon eher an uns den Funken überspringen zu lassen. Mich reizen Ausnahmesituationen, bei denen es drauf ankommt, was wir sind, um die Leute zu begeistern. Da bekommt man einfach ein viel direkteres Feedback als hier, weil hier ist die Stimmung eh schon gut.

Samoel: Für mich gibt’s da auch zu viele. Es gibt natürlich schönere Festivals und auch mal welche, die nicht so toll waren, weil man nach einer langen Tour auch einfach zu platt ist, um es wirklich genießen zu können. Es war toll, meine erste CD mit Saltatio Mortis, das war „Wer Wind sät“ fertig gedruckt in den Händen zu halten, das gehört einfach zu den Highlights. Mümmelstein: Mir fällt noch was ein, er hat eine Ziggy Brown-Signature-Samoel-Gitarre. Samoel: Ja, das ist was Besonderes, seine erste Signature-Gitarre in Händen zu halten, die extra für mich angefertigt wurde und damit das erste Konzert zu spielen. Mittlerweile habe ich noch eine zweite, das ist eine Doppel-Hals-Gitarre und es werden weitere folgen.

www.saltatio-mortis.com Spike laCross Fabian Bernhardt

Was war euer bisher schönstes Erlebnis? Lasterbalk: Zu viele, einfach zu viele. Für mich per-

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KÄMPFERS schwarze Welt


VNV Nation Vom Schicksal gepusht

Stress und Pannen kennen die meisten Musiker bei, vor oder während den Aufnahmen zu einem neuen Album. Was Mastermind Ronan Harris von VNV Nation alles erlebt hat, bis das jüngste Werk „Automatic“ endlich im Kasten war, klingt so unglaublich, dass man denken könnte, der Teufel hatte seine Hände im Spiel. Darüber und noch über vieles mehr berichtet der Wahlhamburger im folgenden Gespräch. DarkVibe : Auf eurem neuen Album „Automatic“ beschäftigst du dich sehr mit den 30er Jahren. Wie kam es dazu, dass du dich mit dieser Zeit so intensiv auseinander gesetzt hast? RH: Generell bin ich ganz verrückt nach Geschichte. An dieser Zeit fasziniert mich allerdings die Kreativität, die während dieser Zeit förmlich explodiert ist. Die Gebäude, die während dieser Zeit entstanden sind, beeindrucken mich sehr. Aber am meisten gefällt mir der Look, das Design und der Spirit dieser Ära. Jeder war frei, das zu tun,

was er wirklich wollte und dennoch arbeiteten alle zusammen. Außerdem bin ich ein sehr sentimentaler Mensch, der an alten Sachen hängt, so mag ich zum Beispiel auch die Musik der damaligen Zeit sehr. Ich höre - was viele Menschen oftmals überrascht - liebend gerne Swing-Musik. DV: Könntest du dir denn auch mal vorstellen, ein solches Album zu produzieren? RH: Nun, warum nicht? Aber ich würde dann nicht etwas im klassischen Swing- oder Jive-Stil machen. Es gibt so viele gute Lieder aus dieser Zeit, die man auch mal covern könnte. DV: Im Vorfeld zu eurem neuen Werk gab es ja erhebliche Schwierigkeiten bei der Produktion. RH: Das stimmt, es sind wirklich sehr komische und abgefahrene Dinge geschehen. So ist hier ein Computer kaputt gegangen, dort eine

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Festplatte abgeraucht. Das ist uns zuvor niemals passiert! Wir hatten immer alle Möglichkeiten und nie ging etwas schief. Aber wie das so ist, wenn man es dann auch noch eilig hat, geht es erst recht nicht. Das kennt man ja selbst. Der Drucker will nicht, der Brenner streikt oder der Monitor gibt seinen Geist auf. Aber einem meiner Studio-Techniker ist nach dem fünften oder sechsten Zwischenfall etwas aufgefallen. Immer wenn etwas passiert, mussten wir die Aufnahmen oder den Mix wiederholen. Und jedes Mal war das Ergebnis besser als die eigentliche Version. So war zum Beispiel einmal das Mikro kaputt und ich musste die Vocals nochmal neu mit einem anderen aufnehmen. Und dann klangen diese Versionen besser als die eigentliche Aufnahme! Eine weitere Sache passierte erst vor wenigen Tagen. So merkten wir zufällig, dass bei einigen Songs die Vocals mit einem fiesen Störton durchzogen waren. Mit den normalen Boxen im Studio war das nicht zu hören. Und glaub mir, wir haben wirklich sehr gute Boxen. Als wir uns aber die Songs über Kopfhörer anhörten, war dieser Ton wieder vorhanden! Es stellte sich heraus, dass dieses Geräusch von einer Festplatte zwei oder drei Tage lang produziert wurde. Und genau in dieser Zeit nahm ich einige Vocals auf, welche ich aufgrund dieser Störung erneut einsingen musste. Das war wirklich sehr abgefahren. Ebenso komisch war die Geschichte mit dem Produzenten, der uns beim Abmischen helfen sollte. Der musste uns kurzfristig absagen und so kamen wir an den Techniker, den wir schon ewig haben wollten, aber der nie Zeit hatte und für ewig ausgebucht ist. Dem war ein Kunde abgesprungen und er stand uns nun zur Verfügung! Alles Zufälle, die schon Schicksal sein müssen! Aber mit jedem Schicksalsschlag merkten wir, dass die Songs immer besser und besser wurden. DV: Einer der Songs auf dem Album heißt „Nova“, der wirklich sehr gefühlvoll und ruhig ist. Wie war es für dich, diesen auf einem Festival in deiner Wahlheimat Hamburg vor so vielen Menschen das erste Mal live zu präsentieren? RH: Nun, ich hatte Tränen in den Augen und war sehr überwältigt. Es ist ein Song, der jeden berührt. Es war hart, ihn auf diesem Festival in Hamburg zu performen, weil mich dort viele Leute kennen und mich daher auch jeder genau beobachtet. Bei dem ersten neuen

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Stück „Control“ an diesem Tag gingen die Leute ab, obwohl sie diesen gar nicht kannten. Und dies war bei „Nova“ ebenso der Fall, obwohl beide Lieder sehr unterschiedlich von der emotionalen Lage sind. Es ist einfach nur toll, wenn man so einen Song spielt und dabei in die Gesichter der Zuschauer blickt, wenn man diese Gefühle mit den Menschen im dem Moment teilt. DV: Eure Tour hat im September begonnen und diese wird euch auch dieses Mal wieder um die halbe Welt führen. Wie fühlst du dich? RH: Wenn ich ehrlich bin, dann hätte ich gerne etwas mehr Zeit gehabt, mich darauf vorzubereiten. Allerdings ist das Album nun endlich fertig und ich fühle mich relaxt und frei, weil es endlich vorbei ist. Die Aufnahmen dazu waren eine sehr harte emotionale Erfahrung, die ich durchlebt habe. Durch den ganzen Stress habe ich nur eine Woche Zeit, mich mit der Tour zu beschäftigen, mich um die Background-Videos und um das LiveSet zu kümmern. Wir werden auf dieser Tour so viele Songs wie möglich spielen. Es ist - so wie auf den Tourplakaten angekündigt - eine „ExtralongLive-Show“. Wir haben dieses Mal nur unsere Support-Band „Straftanz“ mit dabei und danach werden wir zwei bis zweieinhalb Stunden auf der Bühne stehen. DV: Und woher nimmst du diese ganze Energie? RH: Ich liebe das, was ich mache. Und das gibt mir die Kraft, Dinge in Angriff zu nehmen, die mich motivieren. Ich fühle mich nicht müder und weniger energiegeladen als vor zehn Jahren. DV: Worauf freust du dich denn nun in der nächsten Zeit am meisten? RH: Wenn ich ganz ehrlich bin, dann endlich und nach einer langen Zeit mal wieder meine Freunde zu sehen. Ebenso ist das auf der Tour, denn dort hat man die Gelegenheit, einige Menschen zu treffen, für die man nicht immer so viel Zeit hat.

http://www.vnvnation.com/ Daniela Schuster


Lost Places Fünen/Dänemark

Das Ende der Kindheit Bis vor wenigen Jahren war das Sommerland auf Fünen eine Attraktion für Feriengäste – bei der Ausstattung des Geländes bewahrheitete sich der Ausspruch: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Wer den Ferienpark einmal besuchte hatte ihn quasi abgehakt – es bestand kein Grund noch einmal hinzufahren. Schlussendlich konnten geplante Umbaumaßnahmen nicht mehr umgesetzt werden. Ein Freizeitpark mit Freibad in Dänemark ist schon ein gewagtes Unterfangen. Nur kurz nach der Schließung des Geländes hat sich die Natur ihr Territorium zurückgeholt. Fotos/Text: Alana Abendroth

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Es geschah … im Oktober 1917

Schleiertänzerin im Morgengrauen erschossen! Am 15. Oktober 1917 beendete ein französisches Erschießungskommando in Vincennes bei Paris das Leben der 41jährigen Margaretha Geertruida Zelle, besser bekannt als Mata Hari. Margaretha heiratete mit 19 den niederländischen Kolonialoffizier John MacLeod und nannte sich seitdem Lady MacLeod. Mit ihm ging sie 1897 nach Niederländisch-Indien (heute Java) und beteiligte sich dort am kolonialen kulturellen Leben. Bei einer Aufführung anlässlich der Thronbesteigung der niederländischen Königin Wilhelmina durfte Margaretha die Königin spielen – ihr erster öffentlicher Auftritt. Margarethas Ehe war nicht besonders haltbar – sie wurde 1902 geschieden – aber sie nahm unauslöschliche Eindrücke aus Südostasien nach Europa mit. Mit seiner bescheidenen Pension konnte MacLeod sie nicht versorgen und Margaretha reiste im Oktober 1903 nach Paris mit der Absicht eine Karriere als Mannequin zu beginnen. Leider nicht erfolgreich. Und dann wusste Margaretha einen Trick – sie gab sich einfach als Exotin aus und nannte sich Mata Hari. Sie hatte sich eine variantenreiche Legende gestrickt, nach der sie aus Südindien stammte und von Kindesbeinen an, in indischen Tempeltänzen unterrichtet worden war und zu Ehren der Götter tanzte. Es gab Anfang des 20. Jahrhunderts nur wenige Spezialisten für südostasiatische Tänze und Kultur und Mata Hari musste nicht befürchten entlarvt zu werden. Die Besonderheit ihres Tanzes lag darin, dass ihr Kleid fast durchsichtig war und sie es am Ende des Tanzes auch nicht mehr trug.

Leider konnte Mata Hari nur schlecht haushalten und das viele Geld, das sie in wenigen Jahren in ganz Europa sowohl mit ihrem Tanz aber auch schon als Werbeikone verdiente, zerrann in ihren Händen. Sie suchte die Nähe von großzügigen Geldgebern und geriet an einen deutschen Konsul, der ihr Geld gab – und nun wird die Sache undurchsichtig – weil nicht recht klar wird, wofür sie dieses Geld bekam. War sie wirklich die Agentin H21 oder hatte man das nur entwickelt, um sie ruhigzustellen, damit sie keinen Schaden anrichtete. Konnte sie überhaupt Geheimnisse verraten, kannte sie überhaupt Geheimnisse? Der französische Geheimdienst wollte das überprüfen und engagierte sie ebenfalls als Agentin und beobachtete sie bei einem Treffen mit einem deutschen Militärattaché, der auch einfach nur ihr Liebhaber gewesen sein könnte. Bei ihrer Rückkehr nach Paris wird sie verhaftet und verurteilt. Die Quellenlage ist dünn. Die französischen Gerichtsakten werden ersten 100 Jahre nach ihrem Tod im Oktober 2017 freigegeben. Dann wird sich herausstellen, ob Mata Hari so gefährlich war, wie die Ankläger behaupteten oder ob sie im dritten Jahr des ersten Weltkriegs nur ein Bauernopfer der Politik war. Hatten die Deutschen doch gerade erst Lenin nach Russland geschmuggelt und nun diese Tempeltänzerin zu den Franzosen. Dass Mata Hari eigentlich Margaretha Geertruida Zelle aus Leeuwarden war fand man erst in den 30er Jahren heraus. Alana Abendroth

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Schattenspiel Der Klang des Zwielichts

Das neue Album Lichtgestalten entführt die Hörer mit 14 Tracks in Schattenspiels Wunderwelt aus Licht und Schatten. Die Tradition zum Vorgängeralbum Schattenkrieger wird nicht gebrochen und Sven Phalanx hat sich weiterhin seinem NeoklassikAmbient-Sound verschrieben. Beim aktuellen Album erlebt man diesmal mehr Vocals, was den Hörer eine ganz neue Ebene dieses Genres erleben lässt. Fast ein Jahr hat Sven am Album gearbeitet und seine Ideen immer mehr verfeinert und sehr persönliche Erlebnisse akustisch umgesetzt. Auch wenn das Album nun als CD vorliegt, ist das für ihn kein Grund sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen: „Für die kommende Zeit gibt’s keine Langeweile, das Album ist draußen, nun präsentieren wir es dem Publikum. 2012 sollen dann Konzerte zum Album folgen, da erarbeiten wir grade mit dem Label mehrere Möglichkeiten.“

Aus dem Schatten von Phalanx feat. The White Rabbit tritt jetzt Schattenspiel hervor. Ursprünglich 2008 in Frankfurt/Main von Sven Phalanx und The White Rabbit gegründet, änderten Sven und The White Rabbit den Bandnamen auf Schattenspiel um prägnanter zu werden. Fleißig folgte bisher jedes Jahr eine Veröffentlichung nach „Follow The White Rabbit“ 2009 wurde 2010 das Album „Schattenkrieger“ vom Label UFA Muzak nachgelegt und auch 2011 wird mit dieser Tradition nicht gebrochen. Seit dem 29. August 2011 liegt das neue Album „Lichtgestalten“ vor. Für die neueste Produktion aus dem Hause Schattenspiel konnte beim fränkischen Label Dead Master‘s Beat gezeichnet werden, der Heimat unkonventioneller Musikprojekte. Und wer nun unbedingt eine Schublade braucht, legt Schattenspiel zu Ambient, Industrial und Neoklassik. Im Gegensatz zu anderen Vertretern dieser Genres ballern Schattenspiel den Hörern keine Kriegsszenarien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts um die Ohren, sondern erinnert mehr an eine Klangreise mit Ton- und Sprachsamples, ungewöhnlichen Effekten und eingängiger Instrumentierung.

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Und dann sind da ja auch schon wieder viele Ideen, Soundfetzen, die ab dem nächsten Jahr zu neuer Musik umgesetzt werden wollen. Und wenn die Tradition nicht gebrochen wird, dann wird Schattenspiel die Fans auch 2012 wieder mit einer neuen Veröffentlichung erfreuen. Ein umfassender Eindruck zum neuen Album lässt sich beim Lichtgestalten-Medley bei youtube.com (Kurz-URL: http://trimr.de/11Nj) gewinnen. http://www.facebook.com/Schattenspiel.Music Alana Abendroth


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KÄMPFERS schwarze Welt

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U.D.O. Der Dominator

en, dafür echte Gefühle und ehrliche Gitarren-Riffs. Letztes Jahr erschien sein 13. Album „Rev-Raptor“, das prompt Platz 20 der offiziellen Albencharts belegte. Grund genug, um mit U.D.O. über Rückblicke, Einblicke und Ausblicke zu sinnieren. An einem regnerischen Nachmittag plauderte Udo in bester Interview-Laune mit dem DarkVibeRedakteur Fabian. DV: Du hast nach deinem Ausstieg bei Accept solo, aber nicht alleine weitergemacht. Mit vielen Musikern hast du zusammen gearbeitet. Wer hat dich am meisten beeindruckt? Udo: Da gibt es zwei Menschen. Das war damals, bei U.D.O. Matthias Dieth und aus früheren Jahren der Accept-Ära Stefan Kaufmann, der mich bis heute beeindruckt. DV: Nach der Veröffentlichung von „Rev-Raptor“ und der Platzierung in den deutschen Charts auf Platz 20, fragen sich die Fans, wie es im Hause Dirkschneider weitergehen wird. Welche Pläne gibt es? Die frühen U.D.O.-Scheiben zu remastern und mit Bonusmaterial zu spicken, wie es ja z.b. Doro gemacht hat oder erwartet uns ein LiveAlbum?

Udo Dirkschneider ist ein Phänomen im Heavy Metal-Bereich. Kein anderer aktiver Künstler hat mit mehr Bands und Musikern zusammengearbeitet als Udo. Dem Mann scheinen die Ideen nicht auszugehen, bevor er die Band U.D.O. 1987 gründete, war er der Frontmann der legendären Band Accept, die bis heute noch als Inspiration für Bands aller Genres fungiert .Nach einer Reunion mit Accept in den Jahren 1992 bis 1996 widmete er sich voll und ganz der Band U.D.O. Mit „Balls to the wall“ oder „24/7“ schuf er Referenzwerke im klassischen Metal, die bis heute die Zuhörer, egal ob 14 oder 40, immer noch elektrisieren. Im regelmäßigen Zwei-JahresRhythmus begeistert uns der Meister immer wieder mit neuen CDs. In seinen Texten verarbeitet er Alltagssituationen und seine Eindrücke und Ansichten, jedoch immer mit genügend Raum, dass sich der geneigte Zuhörer seine eigene Interpretation zusammenreimen kann. Seine Kompositionen sind gerade heraus, es gibt wenig technische Spielerei-

Udo: Schwierig, schwierig. Im Moment haben wir folgendes Problem: Die Rechte der ersten vier Alben liegen immer noch bei der ehemaligen Firma Breeze Music. Die sind auch momentan gar nicht erhältlich. Deswegen versuchen wir, die Rechte wieder in die Hände zu bekommen um sie wiederveröffentlichen zu können. An den Alben, an denen ich die Rechte habe, basteln wir auch grade, um pünktlich zum Jubiläum eine Box mit einigen neu gemasterten CDs, Raritäten und anderen Überraschungen veröffentlichen zu können. Es gibt ja schließlich gleich mehrere Gründe zum Feiern, einmal 25 Jahre U.D.O. und ich werde 60 Jahre alt, dazu kommt noch mein vierzigstens Bühnenjubiläum. Da wird ganz sicher etwas passieren, aber es ist halt etwas schwierig mit den Rechten. Wir tun unser Bestes. DV: Du hast 2010 die Wacken Hymne gesungen. Was verbindet dich mit Wacken? Udo: Ich bin gut mit Holger Hübner befreundet und ich genieße die Stimmung und

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Atmosphäre in Wacken sehr. Man kann mit vielen Leuten mal reden, auch mit Leuten, die sonst nur im Hintergrund arbeiten, das ist immer sehr spannend. Es war für mich eine Ehre die Hymne zu schreiben. Ich verbinde schon viel mit Wacken. DV: Wie waren deine Eindrücke vom diesjährigen W:O:A? Du hattest ja einen Gastauftritt bei Sykline. Welche Bands hast du angesehen oder war dafür keine Zeit? Udo: Ich hatte keine Zeit. Wegen der Tourvorbereitungen musste ich gleich am nächsten Tag weg. Ich hab nur Ozzy Osbourne auf der Leinwand im VIP-Bereich gesehen, aber das hat mir sehr gut gefallen. Wirklich eine sehr gute Show. Die Stimmung auf dem Festival war, wie immer, besonders ergreifend.

DV: Ein Vierteljahrhundert mit U.D.O. und immer noch kommen relevante Songs aus deiner Feder. Was ist deine Inspiration? Woher kommen Songs wie Heavy Metal Heaven? Udo: Grade bei Heavy Metal Heaven ist der Text sehr überspitzt und bedient alle Klischees. Inspirationen finde ich eigentlich tagtäglich, ob nun bei einem Spaziergang oder wenn ich mir ein Poster betrachte, das Tourleben birgt viel Inspiration aber auch ganz einfach nur mal den Fernseher anzumachen und die Nachrichten sehen. Es gibt tausend Sachen. Da gibt es genügend Ideen für Texte. Da kann mir die Inspiration nie ausgehen. DV: Was ist bei dir zuerst da? Melodie oder Text? Udo: Zuerst der Text, jedenfalls seit den letzten 12 Jahren. Zu früheren U.D.O./Accept-Zeiten haben wir es umgekehrt gemacht, aber jetzt haben wir festgestellt, dass wenn ich weiß, worum es geht, ich die Musik besser zu dem Text arrangieren kann. Die Stimmung ist dann leichter einzufangen. Das funktioniert für uns so einfach besser. DV: Wenn du deinen privaten Musikschrank für uns öffnen würdest. Welches sind deine Lieblingsalben? Udo: Querbeet, von Cafe del Mar über Tina Turner und Metallica bis Dimmu Borgir ist wirklich alles vertreten. Da gibt es kein besonderes Lieblingsalbum. DV: Welche Songs, sowohl eigene, als auch Songs anderer Künstler,- berühren dich so stark, dass sie bei dir noch eine Gänsehaut hervorrufen?

DV: Welche Veränderungen stellst du in der Metalszene fest? Udo: Es hat sich positiv etwas verändert - das Publikum ist viel jünger geworden. Es ist uns auf der vergangenen Tour extrem aufgefallen. Auf den Sommerfestivals habe ich sehr viel junges Publikum gesehen und ich denke, dass der klassische Metal, oder wie immer man meine Musik kategorisieren will, grade mal wieder eine Auferstehung erlebt, obwohl er nie weg war. Er ist einfach nicht totzukriegen.

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Udo: Ich habe leider wenig Zeit auf Konzerte zu gehen, deswegen fällt mir jetzt kein bestimmter Song ein. Ein sehr unangenehmes Erlebnis hatte ich beim letzten Live-Konzert, das ich gesehen habe. Das war bei Manowar in den Niederlanden. Ich war grad auf Promo-Reise in den Niederland und wir standen oben auf einem Balkon uns sahen uns die Show an. Nach drei Songs kam plötzlich die Security an und sagte, dass wir den Balkon verlassen sollten, da sonst die Band nicht weiterspielen würde. Wir waren nur zu dritt, da war ich sehr peinlich berührt. Aber von den Songs hat mich da gar nichts berührt.


DV: Mit welchem Musiker bzw. Band würdest du gern die Bühne teilen? Udo: Kiss oder Motorhead würd ich gern mal wieder was machen. DV: Welche Band hat dich in letzter Zeit beeindruckt? Udo: Ja, da gibt es eine Band für die ich auch etwas der Mentor bin und hoffe, dass sie nicht in falsche Hände geraten. Die Rede ist von Kissin‘ Dynamite und ich wünsche mir sehr, dass die Band ihren Weg machen wird. DV: Du stehst als U.D.O schon sehr lange auf der Bühne. Wie empfindest du deine Show? Anstrengender als noch zu Beginn deiner Laufbahn oder hast du deine Performance angepasst oder machst du ein spezielles Fitnessprogramm bevor du auf Tour gehst? Udo: Kein Fitnessprogramm, außer vielleicht Schwimmen, aber das mache ich das ganze Jahr durch. Spezielle Einheiten mache ich nicht. Es hängt immer stark von den Örtlichkeiten ab. Eine Show in einem Club in Lima, an der das Wasser die Wände runterläuft ist sicher anstrengender als ein Konzert auf einer großen Bühne. Bisher habe ich keine Ermüdungserscheinungen, die Kondition stimmt und die Stimme ist in Ordnung. Toi, Toi,Toi! DV: Ein kleiner Blick in die Zukunft: Im nächsten Jahr in Wacken feierst du die „Birthday und Anniversary Show“. Ist der Fokus auf ein bestimmtes Album gelegt und wirst du Gäste auf der Bühne begrüßen? Udo: Es wird definitiv Gäste geben, die sich auch Songs wünschen dürfen, die sie dann mit mir gemeinsam performen. Daraus wird dann eine Setlist geschrieben. Anfang des nächsten Jahres gehen wir in die erste Planungsphase und dann werde ich auch ein paar Überraschungen verraten. Einen genauen Plan hab ich noch nicht, wann und wie lange wir spielen. Das einzige, was ich weiß ist, dass es von diesem Konzert eine DVD geben wird. Holger Hübner plant einige Überraschungen. Mir schwant Schlimmes. Natürlich nur im positiven Sinne. http://www.udo-online.de/ Fabian Bernhardt

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Klangstabil

Wie fandest du selbst euren Auftritt gestern? Ich kann es ja schlecht von außen betrachten, wir hatten zwar ein paar Ausfälle mit dem Mikrofon, aber dennoch hatten wir viel Spaß auf der Bühne. Die Leute hatten Lust auf uns und wir auf die Leute. Man hat euch den Spaß angesehen, ihr habt richtig gerockt und habt auch Zugaben gegeben, sogar länger als ihr wolltet oder solltet. Ja und nein! Es war schon eingeplant, dennoch fand ich es absolut respektlos gegenüber Absolute Body Control. Zudem machen die Jungs einen guten Sound, ich wollte sie ja selbst sehen, habe es aber leider nicht geschafft.

Immer noch als Geheimtipp der Industrial/Electro Szene unterwegs und dennoch kennt fast jeder mindestens einen Song von ihnen! Seit Gründung der Band 1994 gab es immer wieder neue Einschläge in ihrer Musik. Eine der ganz wenigen Bands die sich permanent weiterentwickeln, sich dabei etwas Neues trauen und damit weiterhin ihre Fans begeistern können. Ob sie weiterhin immer wieder einmal neue Wege einschlagen werden, verriet uns Boris May, der nach seinem Konzert Zeit für ein Gespräch mit dem DarkVibe Magazin hatte. War das eigentlich das erste NCN-Festival für Klangstabil? Nein, wir spielen zum zweiten Mal hier. Ich persönlich bin zum dritten Mal beim NCN. Letztes Jahr waren wir mit Sensory Gate hier, die betreuen wir über Megahertz. Da auch ein paar Freunde hier waren dachte ich, ich komme einfach mit, um ein bisschen Spaß zu haben. Und du bist ja nun auch länger hier geblieben, obwohl ihr ja eigentlich schon fahren wolltet. Ja, Maurizio ist früher gefahren, ich habe zufällig für Montag in Leipzig einen Job rein bekommen, ich bin Kameramann. Und ich werde heute noch Spaß haben! Ihr tretet ja auch auf anderen Bühnen und Festivals auf. Welchen Vorteil hat das NCN-Festival für dich persönlich? Es ist einfach ein gutes Festival und es ist wirklich sehr familiär, so wird es ja auch benannt. Es findet in der Nähe von Leipzig statt, die Leute sind da, die Leute haben Spaß, die kennen uns und das ist halt sehr schön, eine runde Sache-

Ich hätte die Leute halt gern rübergeschickt und gesagt ‚Hej jetzt geht’s weiter Absolute Body Control kommt dran, zieht euch das rein…’ aber die Leute wollten uns sehen und mit uns feiern, somit machten wir weiter. Ihr hattet ja schon lange keine Veröffentlichung mehr, wann kann man denn mit der nächsten rechnen? 2012, wir arbeiten bereits seit drei Jahren daran. Es ist allerdings auch ein größeres Projekt und es wird ein Buch dazu geben! Daher ist es noch in Arbeit. Was wird das für ein Buch werden? Es wird ein Jugendbuch über einen Jungen, der ohne Eltern aufwächst. Darauf basiert auch das ganze Album, also nicht das GANZE Album, sondern ein Teil von dem Album. Oder anders gesagt, die Grundstrukturen des Albums basieren auf dem Buch. Ihr schreibt ein Musical? Nein, so weit würde ich nicht gehen. Es sind Gedanken, die sowohl in dem Buch, als auch in dem Album vorkommen, aber eine Musical, das komplett theatralisch auf der Bühne aufgezogen wird, nein das wird so nicht sein. Ihr bleibt also zu zweit auf der Bühne ohne andere Akteure. Genau, das kompakte Zwei-Mann-Team. Auch die Frage, ob man andere Bands oder Musiker dazu


holt – nein, das ganze finde ich nicht interessant für uns. Wir wollen unser Konzept mit uns als Personen darbieten und brauchen auch nicht mehr. Umso einfacher ist es auch für uns, so ein Projekt durchzuziehen oder auch aufzutreten, es ist immer kompliziert mit mehreren Leuten. So bleibt es einfach, kompakt und wir können uns auf die Story konzentrieren. Wir haben einen Schreiberling, Christian von Aster, den ich am Montag in Leipzig für Absprachen zu treffen hoffe. Ich habe ihn vor einem Dreivierteljahr gebrieft. Zuvor beauftragte ich zwei andere Schreiber, die es leider nicht hinbekamen, das zu schreiben, was ich mir vorstellte. Bei Christian bin ich mir jedoch sehr sicher, dass er es so hinbekommt, wie wir uns das vorstellen. Selbst schreiben können wir es nicht, wir sind keine Autoren. Ich kann keine drei Seiten schreiben, die einen Spannungsbogen haben. Ich habe eine Idee, die ich rüberbringen möchte und kann die Musik dazu schreiben, aber das Buch soll Christian schreiben, natürlich mit seinem Namen, er soll damit auch auf Lesetour gehen und all das. Wer schreibt eure Texte? Die schreibe ich. Also schreiben kannst du? Ich kann schreiben, aber in kompakten drei Minuten. Da hat ja auch jeder seine eigenen Stärken, eine kompakte Geschichte in drei Minuten erzählen kann ja auch nicht jeder. Richtig, genau! Oder eine Gefühlswelt 1:1 rüberbringen. Im Hintergrund sitzt Ronan Harris, zu dem er rüberschaut. Das ist ja bei Ronan auch so, der schreibt die Songs so, dass sie emotional verstanden werden und man sich in den Texten wieder finden kann. Das ist eine Kunst und ich bin froh, dass ich Leute damit erreichen kann. Ich bekomme immer wieder Rückmeldungen, dass meine Musik verstanden wird. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das kann. Ich freue mich, dass ich den Leuten damit etwas geben kann!

Ihr habt natürlich zuweilen auch noch das Spektrum mit den Samples, so dass das Ganze noch eine wesentlich plastischere, ja beinahe greifbarere Form hat. Richtig, da kommt der Raum rüber, die Situation und da kommt auch die Zeit rüber. Jedoch die Thematik mit den Samples ist für uns abgeschlossen, aber die Leute wollen es ja immer noch hören. Also kommen diese Songs bei einem Konzert selbstverständlich mit auf die Bühne. Möchtest du denn der Leserschaft und deinen Fans sonst noch etwas sagen? Ich hoffe, dass wir das Pensum schaffen nächstes Jahr mit Buch und Album! Wir wollen es schaffen, wir arbeiten hart daran und es wird sich in jedem Fall einiges ändern auch in der Gedankenwelt. Neue Gedanken werden hinzu kommen und jeder kann da mit Sicherheit etwas mitnehmen. Es wird für jeden etwas dabei sein, denke ich mal, zumindest neues Arbeitsmaterial für den Kopf. Nun habe ich doch noch eine Frage: Ich schätze, dass nun nach dem Interview viele neugierig werden. Werdet ihr den Fortschritt irgendwo bloggen oder posten? Logisch! Klar! Das machen nicht nur wir, das macht natürlich auch unser Label ant-zen, die ja noch ganz andere Interessen haben, das zu veröffentlichen. Da geht es um das Artwork, um Kommunikation, die Tour zu planen usw. Also all die Dinge, um die ich mich gar nicht kümmere. Mit dem organisatorischen Teil habe ich zum Glück nichts zu tun! Ich muss nur wissen, wann ich wo zu sein habe. Da kann man nun sehr gespannt sein auf die Fortschritte, die uns hoffentlich in nächster Zeit in kleinen Happen präsentiert werden. Ein sehr spannendes Projekt, das man unbedingt mitverfolgen sollte!

http://www.klangstabil.com/ astrid

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Staubkind

Das Release haben wir jedoch auf 2012 verschoben. Zum einen hat mich mein Arm ein wenig reingeritten, so dass ich pausieren musste, zum anderen habe ich gerade bei Out of Line unterschrieben. Es ist alles in gute Wege geleitet worden und nun in trockenen Tüchern. Weiterhin werden wir nächstes Jahr - Achtung: Kommerzalarm – bei Unheilig mitfahren. Wir haben das Angebot bekommen, das ist ganz chic und wir passen da von unserer Musik her ganz gut rein. Somit werden wir das Album nächstes Jahr in Ruhe fertig machen. Zudem haben wir nun mit dem Background von Out of Line ein richtiges Studio, was uns sicher auch qualitativ, im Gegensatz zur Nutzung des Studios zu Hause, nach vorn bringen wird.

In der absolut entspannten Atmosphäre des NCNFestivals trafen wir den charismatischen Frontmann und Sänger von Staubkind, Louis Manke, zu einem Interview der besonderen Art. Staubkind tritt beim NCN-Festival nach 2008 bereits zum zweiten Mal auf. Bereits auf der Homepage von Staubkind ist zu lesen, dass Staubkind im nächsten Jahr Unheilig supporten wird. Bereits im Jahr 2004, zu den Anfangszeiten von Staubkind, standen die Bands zusammen auf der Bühne. Was liegt da näher als ein Plausch über die Zukunft von Staubkind und Louis Manke im Besonderen. Das ist ja ein ganz besonderer Ort hier. Würdest du jeder Band empfehlen, hier einmal aufzutreten? Auf jeden Fall! Wir haben 2008 auf der kleinen Bühne gespielt, ein wunderschönes Konzert, es war echt super geil! Deswegen fragten wir auch in diesem Jahr gleich an, ob wir wieder auf der kleinen Bühne spielen können, da es dort einfach ein wenig familiärer ist und ich es schon mag, wenn die Leute so direkt an der Bühne stehen. Nun habe ich gerade gesehen, dass diesmal doch eine große Absperrung davor ist. Ihr habt ja ein neues Release geplant, wie sieht es damit aus? Wir haben einen neuen Song mitgebracht, vielmehr zwei neue Songs, die wir heute auch spielen werden.

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Eine Veröffentlichung und die Tour mit Unheilig, beides 2012 ist sicher ein ziemlich hohes Arbeitspensum. Es ist jetzt noch ein Jahr Zeit, uns auf all das vorzubereiten. Es ist für einen Musiker eine wirklich coole Chance vor 10.000 Leuten zu spielen, haben wir zwar schon gemacht, aber ist doch ein anderes Umgehen, als das, was wir bisher gewohnt sind. Und wir freuen uns tierisch! Weißt du denn im Gegensatz zu den bisherigen Supportern, auf was du dich da einlässt? Immerhin, die anderen haben nach einiger Zeit den Support abgebrochen, obwohl ihnen hätte klar sein müssen, dass es mit dem wohlbekannten Publikum und Bühnen nichts mehr zu tun hat. Ach doch, ich war bereits auf einem der Konzerte in Berlin und habe mir das angeschaut. Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass wir mit Unheilig zu tun haben. Wir waren bereits mit Terminal Choice mit ihnen unterwegs, haben gemeinsame Remixe und wir haben unser erstes Konzert von Staubkind mit ihnen gegeben. Dann sieht man sich nach ein paar Jahren wieder und denkt sich ‚Na, wie ist er (der Graf) denn drauf’ und er ist derselbe Mensch! Da hat sich wirklich nichts geändert! Überdies ist es auch einmal sehr interessant, seine Sicht der Dinge zu hören und nicht nur das, was man überall mit all den Schimpftiraden lesen kann. Und ich weiß natürlich, was für Leute da kommen, aber ich weiß auch, dass wir musikalisch da sehr gut reinpassen.


In Heilbronn konnten wir das ja schon ausprobieren – und klar, hatten wir zuerst Bedenken, vor so vielen Leuten, die uns ausbuhen könnten – aber das Gegenteil war der Fall! Die haben sogar mitgesungen, obwohl die unsere Musik bislang ja noch gar nicht kannten. Man kann es jedem Musiker gönnen, sein Geld mit der Musik zu verdienen. Du weißt jedoch, wie unbarmherzig die Szene mit denjenigen sein kann, die eben dies versuchen. Hast Du da irgendwelche Bedenken? Erstens supporten wir nur und haben keinen 5 Millionen Plattenvertrag unterschrieben und sind auch nicht nächste Woche bei Big Brother oder so, sondern supporten das einfach nur. Wir haben dadurch die Chance 17 Konzerte auf den größten Bühnen Deutschlands zu bestreiten, und um das Ganze mal aus der Sicht des Musikers zu sehen: Im Völkerschlachtdenkmal zu spielen, das nimmt man einfach mit! Und das ist ein Traum, den wir uns erfüllen können.Und der Kommerzvorwurf: Ich habe Staubkind nie szenespezifisch nur da gesehen. Es war ein glücklicher Zufall, dass ich mit Staubkind bei Chris Pohl gelandet bin und die Chance hatte, eine Platte herauszubringen. Aber JEDER darf meine Musik hören, wenn er das möchte und sich da das rausziehen, was er möchte! Ob die rote, grüne oder gelbe T-Shirts tragen ist mir vollkommen egal!

Wir leben zum Glück in einer Gesellschaft, in der jeder entscheiden kann, was er macht oder halt nicht, das gab es ja auch schon einmal anders. Immer diese Diskussionen, in denen es gar nicht mehr darum geht, was jemand gut findet oder nicht, sondern nur dieser Neid, das finde ich arg bedenklich. Ich gehe auf die Bühne und möchte meine Musik machen und ehrlich sein, das was ich auf der Bühne mache, ist das, was mich ausmacht. Das andere drum herum - man muss sich halt verkaufen, man muss Werbung machen, das ist ja klar, sonst kennt dich ja keine Sau. In wie weit man sich dann natürlich selbst verkauft, ob man nun als Staubkind unbedingt Tamponwerbung machen muss oder ähnliches ist natürlich eine anderes Sache. Ebenso ist es für mich eine andere Sache, wenn da jemand an den Texten rumschrauben will. Aber jeder muss da selbst wissen, wie weit er geht. Louis, bei deiner Nähe zu Blutengel und nun als Support für Unheilig, glaubst du, dass du als Puppe bei Goldmann landest? Ich kenne Leute, die sehen das zwiespältig, da es zum Teil unter die Gürtellinie geht. Andererseits hat das mittlerweile schon den Status erreicht, dass man sich geehrt fühlen kann, wenn man dort als Puppe landet.

Was da gerade mit Unheilig geschieht in dieser - ach so toleranten - Szene, Fotos, die veröffentlicht werden, Leute, die aufs Übelste beschimpft werden, das hat mit Toleranz absolut nichts mehr zu tun!

Ich weiß auch nicht, wie ich als Puppe aussehen würde. Ich glaube, ich bin auch zu unwichtig für die Geschichte.

Spielt ihr eure eigene Musik oder covert ihr?

Aber das ist sehr interessant, was er da macht und sicher hat er da auch eine tolle Nische gefunden. Leider habe ich es selbst bisher noch nicht gesehen.

Wir werden den Leuten sicher keine Coverversionen vorführen, nur damit die uns gut finden! Wir werden in jedem Fall unsere Songs spielen! Wenn du diese Chance hättest, wie Unheilig, so groß rauszukommen, würdest Du sie wahrnehmen? Oh Gott, diese Frage habe ich jetzt schon so oft beantwortet! Ich glaube nicht, dass das, was bei Unheilig passiert ist, bei uns so geht. Im Prinzip funktioniert das Business über die CD-Abverkäufe und so werden Bands groß, siehe andere große Bands der Szene.

Möchtest du wiederkommen zum NCN? Klar! Jedes Jahr wäre natürlich recht uninteressant, aber ich hoffe ja schon, dass der NCN weiterhin besteht und aufrecht erhalten wird. Es ist sehr entspannend hier, auch für uns Künstler, die ganze Atmosphäre, das ganze Grün - ja, wir fühlen uns hier wohl! http://www.staubkind.de/ astrid

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Independant Classix, 80´s, Wave, Batcave, NDT, Mittelalter, Goth-Rock, Electro, EBM, Industrial, uvm...

Ela-Club

Hans-Jürgen-Klinker Str. 2 (Gewerbegebiet St. Jürgen) 24837 Schleswig Fotograf: Mathias Bannick - http://www.imago-fotogalaxy.de.vu Model: Bloodcrow

Einlass: 22 h Eintritt: 5 E

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Mein Herz ist Pudding Dirk Bernemann

2 ) Fotograf: Mathias Bannick - http://www.imago-fotogalaxy.de.vu

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„Trisomie so ich dir“ Dirk Bernemanns nunmehr siebtes Buch erscheint am 7. Oktober. Und der Unsichtbar Verlag, für den es die erste Bernemann-Veröffentlichung ist, hat für die Leser des DarkVibe Magazins schon mal die Schatulle geöffnet und einige Seiten des neuen Roman herausgelegt, damit man sich Leseappetit für den Herbst holen kann. Dirk Bernemann schon sich nicht und geht vom 7. Oktober bis zum 2. Dezember auf Lesereise durch Deutschland. Das entspannt zumindest Dirks Finger, denn er ist überzeugt, dass sich bei der Arbeit an dem Buch jeder Finger mindestens um 2 Zentimeter verkürzt hat. Der Klappentext von „Trisomie so ich dir“ fasst den Roman zusammen: Roy hat ein Herz aus Pudding, Solveig züchtet Illusionen und Ingeborg muss am Ende ihres Lebens ihre Liebe halbieren. Die Leben dreier Menschen kollidieren, antriebsgestört, gefühlsüberfüllt und impulsbescheuert. Dabei passieren unnacherzählbare Dinge, bei denen nicht nur Gott lieber wegschaut.

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Dirk Bernemann beschreibt sich auf seiner Website so: „Herr Bernemann wurde vor wenigen Jahren zwischem dem Ruhrgebiet und den Niederlanden geboren. Er wollte schon immer Bücher schreiben, denn malen war gar nicht seins. Also schrieb er, seit er es konnte, beginnend mit ungefähr 7 Jahren. Oh, ja, er hasste malen. Der Herr Bernemann ist beliebt in seiner Nachbarschaft, weil er nie mit seinen Nachbarn spricht. Worüber auch? Kunst vielleicht oder Wetter? Er war schon als Kind fasziniert von Musik und schönen, aber auch nicht so attraktiven Worten. Herr Bernemann ist in seinem Leben schon einige Male umgezogen, hat aber nie im Ausland gewohnt, obwohl er Deutschland als Institution kacke findet. Er mag Himbeeren und Ananas lieber als Kartoffeln und Rotkohl. Herr Bernemann schreibt Bücher voller Geschichten und Gedichte. Nicht alle Gedanken, die er hat, findet er selber gut, einige hasst er sogar. Die deutsche Sprache ist für den Herr Bernemann ein Fahrzeug mit dem er in alle Regionen menschlichen Empfindens ein


Beim zufälligen Entlanggehen auf einem Supermarktparkplatz können einem schon mal Mysterien begegnen. Mysterien, die einem das eigene Herz zu einer puddingartigen, unkontrollierbaren Masse werden lassen, die in einem Dinge anstellt, deren Auswirkungen man nicht einschätzen kann. So ergeht es Roy, und sein Puddingherz zuckt und die Kulisse Supermarktparkplatz wird egal und nur noch wenig wird wirklich wichtig.

ISBN: 978-3942920056 fahren kann. Seine Texte sind wie alte Bekannte mit neuen Gesichtern, wie alte Drogen mit neuen Wirkstoffen, wie bekannte Plätze mit neuen Häusern. Er findet es im Moment nicht doof bekannt zu sein (Stand Sept. 2007), findet es aber doof mit Idioten bekannt zu sein, um mit denen Bratwurst oder so zu speisen. Der Herr Bernemann hat keine ansteckenden Krankheiten. Er ist außerdem untalentiert an folgenden Instrumenten: Alphorn, Oboe und Akkordeon, dafür spielt er ein wenig Gitarre und kann mit seinem Computer Musik machen, was er auch macht und zusammen mit Benedikt Ator die Band HORQUE gegründet hat. Nein, der Herr Bernemann ist weder essgestört noch depressiv noch hat er irgendwelche abgefahrenen Neurosen. Er hat normalen Appetit und lacht über Witze wie: Wo wohnen Katzen am liebsten? Im Miezhaus. Er hat noch nie versucht, sich oder andere umzubringen. Herr Bernemann inszeniert nicht sich, sondern seine Ironie. Dekadenz ist für Arschlöcher, call him Arschloch. Er liebt Kultur, seinen Wortschatz und manchmal sogar sich selbst. Er ist nicht elegant, sieht aber immerhin noch gut aus, wenn er auf die Fresse fällt.“ Quelle: Website www.dirkbernemann.de

Rote Turnschuhe, rote Haare, unglaublich, ein unglaubliches Mädchen bohrt sich aus der Ferne wie Sonnenstrahlen durch geschlossene Augen in Roys Herz, das kurz aufhört, zu schlagen, um dann umso schneller seine Schlagfrequenz fortzusetzen. Kleines, grünes Auto und dann Schritte, Schritte, Schritte, die auf den Pflastersteinen wie lässig pumpende Housebeats hallen, obwohl Roy nicht weiß, was Housebeats sind, und Herzbeschleunigung machen. Der Atem geht bewusst rein und raus, irgendwie ist überall zu viel Luft zugegen, und Roy hat ein Sommersprossengesicht gesehen, das er unbedingt berühren mag. Die Hand auf die Wange legen, die Hand dann da lassen und Ewigkeit Ewigkeit sein lassen. Roys Herz will seinen Körper verlassen, schlägt wild und wirr um sich, wie ein durchgeknallter, aggressionstherapieresistenter Boxer, der durch gezielte Schläge in einem Ameisenhaufen Einzelwesen mit Fausthieben töten will, und eine leichte Atemnot blockiert entspanntes Weiterdenken. Da dreht sich was im Kopf, ein buntes Karussell wird angeschoben und eine leicht angeranzte Kirmesmelodie deckt all das zu. Roys Gedanken sind plötzlich Pferde, Feuerwehrautos und Raumschiffe, die hintereinander im Kreis fahren und einen Augenblick lang kann Roy das genießen und im nächsten Augenblick wird ihm schwindelig davon und im übernächsten Augenblick will er das alles anhalten, aus Angst vor Kontrollverlust, und im Augenblick danach ist alles zu spät, und er wirft das eigene Herz wie einen Stein in den See der Sehnsucht. Mit dem Bewusstsein, dass es ohnehin untergeht. Sie stieg aus ihrem Fiat aus, die Beine geschwungen wie elegante Satzzeichen, und schwebte gen Supermarkt, verfolgt von Roys verzehrenden Blicken. Die Blicke haben Hunger, Roy hat Hunger, Hunger nach winziger Zärtlichkeit. Die ist ihm abhanden gekommen. Irgendwo im dichten Wald des unentspannten Älterwerdens hat sie eine andere Abbiegung als er genommen, und jetzt steht er da und will das rothaarige Mädchen berühren und ihre Wange anfassen,

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die Grenzen des schönsten Gesichts der Welt mit den Händen erfahrbar machen. Aber das Gesicht ist erst mal weg, und Roy braucht jetzt, was Roy nie hatte, nämlich: Mut.

der Stadt Genüge zu tun. Scheiß Glück, denkt Roy manchmal, und das Glück schert sich nicht drum und spart sich die Präsenz in seinem Leben. Aneinandervorbeileben.

Kurz nach dem Mutanfall liegt er also da, der Roy. Liegt auf dem Rücken, und über ihm scheint die Sonne ihr krassestes Gelb herab, und er muss blinzeln. Die Sonne kitzelt seine Nase und legt sich wie mütterliche Handflächen auf sein Gesicht. In seiner Jackettasche hat er eine Sonnenbrille, die er sich dann aufsetzt und sich wie jemand Erhabenes und gleichsam Distanziertes fühlt. Roy ist einen Augenblick lang glücklich, bevor wieder eine Stimme in ihn fährt, die sich aus der Angst, vor dem Untier Leben zu versagen und seiner Chancenlosigkeit im Allgemeinen, zusammenstellt.

Heute provoziert er es wieder, das blöde Glück, und liegt auf dem Supermarktparkplatz vor einem kleinen, grünen Fiat Punto. Er liegt vor dem Auto des Mädchens, der wundervollen Rothaarigen, dort, wo sie es geparkt hat, dort, wo er sie zum ersten Mal flüchtig flüchtend sah, wie sie gazellenartig gen Supermarkteingang hüpfte, und er liegt da, wie ein angefahrenes Tier und bewegt sich nicht. Er wartet auf ihre Rückkehr. In seiner Vorstellung ist es so, dass sie nun ihre Mädcheneinkäufe erledigt, wie Haargummis, Schokoladentäfelchen mit Orangengeschmack, zuckerfreie Kaugummis und Handcreme, dann von einem roten Turnschuh auf den anderen tretend und sich mit einem Zeigefinger ihrer Wahl kleine Locken in ihre roten Haare drehend an der Registrierkasse wartet, und wenn sie an der Reihe ist, wird sie lächeln, passend bezahlen, weil sie, genau wie Roy, das Geräusch, das Kleingeld zwischen ihren dünnen Fingern macht, so sehr mag und deswegen immer viele Münzen in ihrer Geldbörse hat. Und dann geht sie auf dünnen Beinen zaghaft federnd wieder hinaus auf den Parkplatz, und ihr rotes Haar duftet nach Sommer und dem Gefühl, das Kinder haben, die zum allerersten Mal den Ozean riechen.

Manchmal, so wie jetzt, in diesem virtuosen Augenblick, ist die Welt ein Stummfilm und Roy auf der Suche nach dem passendsten aller Untertitel. Da muss doch irgendwas sein. Worte unter Bildern. Beschreibungen dessen, was die Welt beschleunigt. Es liegt auch eine leichte Frivolität neben Roy, er ist sich dieser auch bewusst, schämt sich ihrer aber nicht, sondern denkt einfach an den Skandalen, die er selbst darstellt, vorbei in eine Richtung, wo eine sehr persönliche Sonne scheint. Roy ist gut ausgerüstet. Roy hat eine Sonnenbrille. Und sein Ausdruck grenzt an Fröhlichkeit. Subtil lächelt er an dem Ausdruck, der tatsächlich als Fröhlichkeit identifiziert werden kann, vorbei. Er fühlt sich ein wenig schlüpfrig, wie ein pubertierender Junge, obwohl er schon 28 Jahre alt ist, aber Alter ist für Roy nicht von Bedeutung, da gibt es nur Fühlen und Nichtfühlen, und jetzt ist Fühlen und Roy guckt und wartet auf sein Glück. Roy weiß, dass das Glück sehr oft mit anderen Dingen beschäftigt zu sein scheint, als mit ihm und anstatt sich um ihn zu kümmern, bringt es manchmal lieber ukrainischen Bärenfamilien in Zoos unerwarteten Nachwuchs oder einem blöden Ruhrgebiet-Fußballverein gute Stürmer. Das Glück ist nicht Roys bester Freund, was auch daran liegen mag, das Roy es stets provozieren möchte. Das ist auch ein Grund, warum er jetzt mit einer Sonnenbrille im Gesicht auf einem Supermarktparkplatz liegt. Das Glück hingegen weiß nie so recht, wie es dem Roy begegnen soll, meistens versteckt es sich hinter grauen Wänden oder unter Gullideckeln, um dann lieber den Ratten in der Kanalisation

Sein einziges Ziel ist es, dass das Mädchen mit den roten Schuhen und ebensolchen Haaren nicht einfach so verschwindet, sie soll ihn bemerken, spüren, dass er da ist. Roy will sich fühlbar, erfahrbar machen, einfach nur durch sein bloßes Dasein, er will mittels seines simplen Erscheinungsbildes den Eindruck von Standfestigkeit und von festem Willen vermitteln. Dass das Liegen vor einem fremden Fahrzeug aber eine Handlung ist, die kaum etwas ausstrahlt als naive Lächerlichkeit, entgeht Roy aber in seiner Schockverliebtheit. Da sind kaum klare Bilder in seinem Kopf, kaum Reflexion bezüglich seiner Handlung, und so liegt er vor diesem grünen Fiat Punto und erwartet irgendeine Veränderung. Guckt Roy nach links, so sieht er den Supermarkteingang und harrt der roten Turnschuhe, von denen er sich wünscht, dass sie erneut in sein Blickfeld treten, und rollt Roy seinen Kopf nach rechts, sieht er die Straße, auf der einige Autos im Schritttempo entlangfahren. Auf dem Parkplatz herrscht ein reges Treiben, aber niemand scheint


Roy Beachtung zu schenken, wie er da liegt mit seiner Sonnenbrille und seine Herz schlagen hört, dass sich anfühlt wie ein durchgeknallter Flummi. Schließt Roy die Augen, so sieht er das rothaarige Mädchen. Erst aus der Ferne, und dann kommt es auf ihn zu, zuerst langsam, und dann rennt es, rennt so schnell, dass ihr rotes langes Haar wie ein Schleier wirkt, der hinter ihr herfliegt, und sie wirft sich in Roys Arme, einfach nur so, weil da Platz ist in seinen Armen, und dann gehen die beiden Hand in Hand zum Haus von Roys Eltern und setzen sich auf die kleine Holzbank, die Roys Vater selbst gebaut hat und auf die er so stolz ist, und Roys Mutter kommt mit einem Tablett aus der Haustür und bietet dem Mädchen und Roy Apfelschorle und gute Schokokekse an, und die beiden nehmen, und die Mutter verschwindet wieder im Haus, und es ist still, und Vöglein singen, und Roy ist glücklich und das Mädchen auch. Eine heimatfilmartige Idylle schwebt über dem Haus und irgendwas aus Harmonie und der Gewissheit, dass die Möglichkeit besteht, Träume in Wahrheit umzuwandeln, tanzt in Roys Kopf. Der Moment der geschlossenen Augen gehört ganz ihm, und er merkt erst, dass er ein Opfer seiner Phantasie geworden ist, als er die Augen öffnet und eine alte Frau ihn anstarrt. »Hallo?« Ihre Stimme klingt nach gutmütiger Altersmilde, und Roy, der sich vorgenommen hat, nie zu sprechen, weil er doch weiß, dass Worte nur die Taten umschließen und die Gefühle beschreiben, die aber niemals gelebt werden, Roy also starrt in ihr Gesicht und die alte Frau dreht sich um und ruft über den Parkplatz: »Hier liegt ein behinderter Junge, kann mal jemand helfen?« Dann sieht Roy eine Menge verschiedenbeschuhter Füße, die sich nähern und sich um seinen Kopf positionieren. »Was ist denn mit ihm?«, fragt eine Frau mittleren Alters, die ein kleines Mädchen an der Hand hat. »Ich weiß es nicht, der lag hier, der Junge, vielleicht ist der irgendwo abgehauen, aus einem Wohnheim oder so?« Die alte Frau, die Roy zuerst gefunden hat, blickt besorgt auf ihn herunter. »Vielleicht hat er sich auch einfach nur verlaufen?« Roy starrt in nunmehr fünf Augenpaare, die ihn fixieren, und Münder öffnen sich und geben Mutmaßungen preis, und eigentlich will er, dass endlich die roten Schuhe wiederkommen und dann alles in einer Harmonie aufgeht, die er sich zurecht phantasiert hat. Er hat immer noch seine Sonnenbrille auf und findet das gut, weil die macht

ein wenig Distanz zur Welt um ihn, diese Welt, die aus den Leuten besteht, die sich komische Gedanken machen und sich Sachen vorstellen, die ihr eigenes Leben gegenüber anderen Leben aufwerten. Langsam nimmt Roy seine Brille ab. Die Leute gucken auf ihn runter mit einer ekelhaften Mischung aus Mitleid, Empathie und Zuvielcourage. »Bist du hingefallen, Junge?« Die Frau mittleren Alters mit dem Kind an der Hand beugt sich ein stückweit zu Roy herunter. Das Kind an ihrer Hand guckt ihm verstört ins Gesicht und verschwindet zur Hälfte hinter den Beinen der Frau. »Was ist mit seinem Gesicht?«, fragt das kleine Mädchenkind, und die Frau versucht eine diplomatische Erklärung aus den Zutaten Direktheit und Sendung-mitderMaus-Einfühlungsvermögen. »Der junge Mann ist behindert, verstehst du, Pauline? Er sieht im Gesicht ein bisschen anders aus, weil er einfach so geboren ist. Aber eigentlich ist er ganz normal, sieht nur etwas anders aus.« Roy bemerkt das Unwohlsein der Frau, sich mit Behinderungen auseinandersetzen zu müssen und diese sogar noch zu erklären. Das Mädchen guckt hinter den Beinen der Frau, die etwas zu alt wirkt, um die Mutter zu sein, und etwas zu jung wirkt, um die Oma zu sein, hervor und fixiert Roys Gesicht, der einfach da liegt und zurück guckt. Die kleine Pauline versucht das, was in Roys Gesicht stattfindet, zu begreifen, versucht die dicke, leicht heraushängende Zunge, die sie an einen durstigen Hund erinnert, die schmalen Augen, die kleine Stirn und die kleinen Hände irgendwie einzuordnen und kommt zu dem Entschluss, dass es sich um ein großes Baby handelt, dass von seiner Mutter nicht gewollt wird, weil es so hässlich ist. Deswegen hat die Mutter es aus dem fahrenden Auto geworfen, nach dem Einkaufen. Pauline empfindet so was wie Mitleid und lächelt Roy an, der verstört zurück blinzelt. »Kannst du laufen?«, fragt jetzt ein Typ, der neben der Frau mit dem Kind steht, und er reicht Roy die Hand, und Roy findet es schön, wenn ihm eine Hand gereicht wird, aber eigentlich ist er doch hier, um ein Herz zu erobern. Trotzdem ergreift er die Hand des Mannes, und eine herbe Kraft zieht ihn nach oben, und dann steht Roy in der Mitte der Gaffer und findet das maximal peinlich, dass sich diese sorgenreiche Gruppe um ihn postiert hat, um ihn, der doch nur seine Romantik ausschütten wollte.

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Bodymodification Bye-bye Arschgeweih… …singt Ina Müller und beschreibt den Zwiespalt, den die Trägerinnen - und ganz selten – Träger dieses Tattoos spüren, weil sie sich vor Jahren für dieses Tattoo entschieden haben, das mittlerweile beinahe ein Stigma ist. Seit dem Tattoo in der so genannten Michaelis-Raute über dem Steißbein dieser wenig schmeichelhafte Name verpasst wurde, sinkt die Nachfrage rapide. Zugegeben, es ist eigentlich eine wirklich hübsche Stelle für eine Tätowierung. Und so richtig aktuell wurde das Steißtattoo ab Mitte der 90er, als der weibliche Hosenbund tiefer rutschte und anstelle eines Slips plötzlich Strings getragen wurde und nun der Blick auf diese Körperstelle über dem Steiß freigelegt war und sie quasi danach schrie betont und geschmückt zu werden. Das Arschgeweih ist eine meist spiegelsymmetrisch zur Wirbelsäule angebrachte Tätowierung. Vorwiegend aus geschwungenen Linien, die an Tribals erinnern und es ist meist breiter als hoch und der Form nach erinnert es an ein T, V oder Y. Und gerade diese Symmetrie, die teilweise an ein Geweih erinnert brachte der Tätowierung diesen schlechten Ruf ein. Der Niedergang des Arschgeweihs (für die österreichischen und schweizerischen Freunde: Arschvignette) war am 7. Februar 2004 besiegelt, als in der Sat1-Sendung Genial daneben gefragt wurde, was ein Arschgeweih sei und das Rateteam darauf keine Antwort wusste. Noch im selben Jahr baute der Comedian Michael Mittermeier das Arschgeweih in seine Bühnenshow ‚Paranoid‘ein. Endlich hatte die Medienmaschinerie Inhalt für die Saure-Gurken-Zeit des Sommers und wusste, dass die Arschgeweih-Trägerin eher im außerakademischen Umfeld zu finden sei, eher praktisch orientiert sei und sich dem Weiterbildungs- und Theoriedruck nicht aussetzen wollte. Manche wollten es gar als Kennzeichen deuten, dass die Trägerin niemals eine private Krankenversicherung bekommen werde, weil sich Arschgeweihträgerinnen mehr in den unteren Lohngruppen aufhalten.

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Das Arschgeweih eignete sich überhaupt erstklassig dazu, die Trägerin nach allen Regeln der Kunst zu diskreditieren. Nach der hysterischen Karrierezicke und der frustrierten Hausfrau konnte man sich in Comedy-Kreisen nun über lebensbejahende und modebewusste junge Frauen lustig machen, die sich für ein sehr erotisches Tattoo entschieden hatten. Denn es ist nicht der Busen, es ist der Po, der die Männer kirre macht! Und es ist die Lustfeindlichkeit, die zum Niedergang des Arschgeweihs geführt hat. Vielleicht wäre es mit der Bezeichnung ‚Po-Krönchen‘ ganz anders gekommen? Und mir drängt sich die Frage auf: Warum traut man sich eigentlich nicht, sich über ein typisches Männertattoo lustig zu machen – direkt beim nächsten Hells Angels-Treffen? Alana Abendroth Foto: Wikimedia Commons Mehr zum Tätowieren in der nächsten Ausgabe

Mehr zum Thema Körpermodifikation: Alana Abendroth Bodymodification ISBN 978-3-86608-112-3


STARFOCUS Name: Louis Manke Band: Staubkind / Terminal Choice Alter: :) Wohnort: Berlin Was ist das Wichtigste im Leben? Gesundheit, Familie und natürlich Musik.

Was für ein Auto fährst du? Keines, da ich keinen Führerschein besitze.

Welchen Beruf hattest du eigentlich, bevor du Musiker wurdest? Ich bin gelernter Kinderpfleger und Erzieher.

Welche Personen würdest du gerne mal treffen? Diese Frage wird immer wieder gern gestellt und mir fiel nie jemand dazu ein. Aber es gab dieses Jahr ein Erlebnis, das mich etwas geprägt hat. Wir begleiten mit Staubkind ja nächstes Jahr Unheilig auf ihrer Tour. In diesem Zusammenhang traf ich auch den Grafen nach langer Zeit wieder. Das Thema ‚Unheilig“ wird ja immer noch heiß diskutiert und sein Erfolg ist in der Szene recht umstritten. Man liest sehr viele Meinungen, die manchmal auch wirklich unter der Gürtellinie, weil extrem unsachlich sind. Desto erstaunlicher war es, mit ihm selber einmal über alles, was passiert ist, zu sprechen. Ich habe gemerkt, wie wichtig es eigentlich ist, sich immer beide Seiten anzuhören, bevor man pauschal verurteilt, was heute immer schnell der Fall ist. Das hat mich nachdenklich gemacht. Wie schnell verurteilt man jemanden, weil man etwas gehört oder gelesen hat. Tja, welche Personen würde ich gerne mal treffen? Ich würde sagen, Menschen, die sehr schnell verurteilt und kontrovers diskutiert werden.

Deine drei besten Eigenschaften? Ich denke, ich bin ein guter Zuhörer, hilfsbereit und kann selten nein sagen. Deine drei schlechtesten Eigenschaften? Ich kann selten nein sagen, bin oft sehr ungeduldig und meist recht unorganisiert. Wovor hast du Angst? Grundsätzlich nehme ich vieles so wie es im Leben kommt. Aber am meisten fürchte ich mich, in irgendeiner Weise schwer krank zu werden. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir wünschen? Ewige Gesundheit. Immer Spaß an dem, was ich tue und nochmal drei Wünsche. Dein Lieblingsbuch und deine Lieblingsmusik? So gern ich Musik mache, so selten lese ich. Also gibt es kein Lieblingsbuch außer diversen Fachzeitschriften. Was meine Lieblingsmusik betrifft, so wechselt das ab und zu. Das kann aber von der Klassik über Charts bis hin zum Liedermacher schon mal alles sein. Grad eben bin ich von Philipp Poesel sehr beindruckt.

Was war dein wichtigstes Erlebnis als Künstler? Das waren und sind nach wie vor unsere StaubkindKonzerte. Besonders die der Anfangszeit. Ich sage nur Moritzbastei 2004 zum WGT. So viele Emotionen im Publikum. Das war der Wahnsinn.

IN:

Anzeigen buchen im DarkVibe Magazin Grippeschutzimpfung Trick or Treat

OUT:

Husten und Schnupfen Kommerzgejammer Am Thema vorbeischreiben

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Edguy

Das Zeitalter des Jokers

Ja, das können wir. Wir waren auf der Suche nach einem Namen, den keiner kopieren kann und dann hatten wir ein paar Ideen. Allerdings hatten wir auch einen Klassenlehrer namens Edgar Zimmerer und irgendwann entstand dieses Edguy. Keine Ahnung, wie genau wir darauf gekommen sind. Ziemlich bescheuerter Name, aber eingängig und mittlerweile haben sich die meisten Leute dran gewöhnt. Zwangsläufig. Ja, also es ist wirklich aus den Schultagen entstanden, damals. Seit eurer Gründung 1992 habt ihr elf Alben, zwei Demos, fünf EPs, zwei Compilations und drei DVDs veröffentlicht. Das ist schon eine ganze Menge. Woher nehmt ihr die ganze Energie dafür her?

Die Band Edguy mit ihrem Frontmann Tobias Sammet ist die erfolgreichste deutsche Metalband. Edguys neuestes Album Age of the Joker ist offiziell unter den 25 bestverkauften Alben weltweit. Die Veröffentlichung des neuen Longplayers war für das DarkVibe Magazin Grund genug sich etwas mit Ekki und Dirk zu unterhalten. Den passenden Rahmen bot das Wacken Open Air. Ihr seid seit Donnerstag hier auf dem W:O:A. Welche Bands habt ihr gesehen? Wie sind eure ersten Impressionen? Überwiegend haben wir Interviews gegeben. Ich habe eigentlich nur Ozzy und Judas Priest gesehen. Und natürlich Airbourne zu später Stunde. Die Gigs waren alle super. Euer Frontmann Tobias Sammet hat ja heute einen Auftritt mit Avantasia hier in Wacken. Ist der auch schon seit Donnerstag hier? Der hat auch schon viele Interviews gegeben und sich natürlich auf die Show vorbereitet. Das werden wir uns heute Abend auch nicht entgehen lassen. Die Bandgründung war 1992. Wie seid ihr auf den Namen Edguy gekommen? Es gibt ja Gerüchte, dass ein ehemaliger Lehrer etwas damit zu tun haben soll. Könnt ihr da etwas Licht ins Dunkel bringen?

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Ich kann sagen, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe und es nicht für selbstverständlich halte und deshalb bemühe ich mich natürlich das Große und Ganze weiter voranzutreiben. Es gibt noch immer Ziele; man will ja immer noch etwas bekannter werden, und immer noch etwas besser werden und noch ein besseres Album, als das letzte veröffentlichen und das ist Ansporn genug, dass man immer am Ball bleibt und sein Bestes gibt. Der Spaß ist der beste Antrieb. Wie viele Konzerte habt ihr bisher gespielt? Habt ihr da irgendeine Zahl? Ich glaube so 700 oder 800.


Wir haben schon mal drüber gesprochen, aber bisher noch nichts geplant. Spruchreif ist bisher noch gar nichts. Ich weiß auch nicht, ob wir das zelebrieren werden. Wir machen jetzt erst mal die Tour zum neuen Album, sowas zieht sich ja auch immer über Monate und manchmal sogar Jahre hin. Wir wollen gerne eine Stadionband werden, aber dazu fehlen noch ein paar Zuschauer. Stadionband ist ein tolles Stichwort. Ihr wart ja jetzt eine ganze Weile mit den Scorpions auf Tour und habt gemeinsam elf Konzerte gespielt. Wie waren eure Erfahrungen? Ihr habt ja grade euer neues Album produziert. Die neue Single „Robin Hood“ hatte ja Videopremiere hier in Wacken. In dem Video habt ihr einen besonderen Gast dabei. Wie ist es dazu gekommen? Ja, wir haben mit Bernhard Hoecker vor der Kamera gestanden. Er ist ja selbst bekennender HeavyMetal Fan. Wir haben ihn gefragt und er hat sofort zugesagt und er hat eine zauberhafte Lady Marian abgegeben und auch einen tollen Bruder Tuck. Das neue Album wird Ende August veröffentlicht. Ihr veröffentlicht es auch auf Vinyl. Wie seid ihr darauf gekommen? Fast alle unsere CDs sind auch auf Vinyl erhältlich, seit der „Mandrake“ kommen die CDs immer auch als Vinyl heraus. Wir finden Schallplatten einfach gut, das Ritual ist einfach zu schön. Das Knacken der Nadel und für Sammler und Liebhaber ist es eine tolle Sache, denk ich. Aber es gibt wirklich viele Leute, die Bock haben sich eine Vinyl zu kaufen. Im Zuge des Digitalzeitalters ist es etwas Besonderes ein großes Album in den Händen zu halten. Mit einem tollen Cover und es fasst sich ganz anders an, außerdem hat Vinyl einen viel satteren Klang. Es hat schon Event-Charakter. Gibt es Momente aus dem Studio, die euch in Erinnerung geblieben sind? Es ist immer etwas Besonders mitzuerleben, wie die Songs entstehen und du die ersten Entwürfe hörst. Wie sehen eure Pläne aus? Wo wollt ihr hin? Nächstes Jahr ist ja eigentlich euer 20. Bandjubiläum. Habt ihr was geplant?

Ja, das war natürlich ganz großartig und hat eine Menge Spaß gemacht. Es war geil, die Band kennengelernt zu haben. Sehr nette Leute. Ich denke, dass wir eine Menge dabei gelernt habe. Die Jungs sehen noch frisch aus und so würde ich gern auch aussehen, wenn ich 60 bin. Die Konzerte waren überwältigend, es ist einfach genial in solch großen Hallen zu spielen. Und wichtig für uns war, ein breites Publikum erreicht zu haben. Beim ersten Mal war es kritisch, aber zum Ende konnten wir die Zuschauer für uns gewinnen. Wir haben einen großen Schritt in Richtung Stadionband damit gemacht. Die Tatsache, dass uns die Scorpions gefragt haben, ob wir sie supporten möchten auf ihrer Abschiedstour war schon wie ein Ritterschlag. Einfach toll. Tretet ihr da jetzt inoffiziell die Nachfolge der Scorpions an? Von unserer Seite aus, wäre es ok. Nein, im Ernst, wir werden einfach weitermachen wie bisher und versuchen gute Platten zu machen und gut live zu spielen und die Leute mit unserer Musik zu unterhalten. Aber dieser Vergleich könnt öfter, was uns natürlich ehrt. Allerdings wollen und können wir nicht ab sofort genauso sein wie die Scorpions. Allerdings glaube ich, dass die Leute damit eher meinen, dass wir das Potenzial haben ein großes Publikum anzusprechen. Fabian Bernhardt/ Alana Abendroth


Welle: Erdball Kalte Krieger

Was erwartet den Hörer bei der neusten Sendung aus dem Funkhausstudio? Sehr viel fürs Geld - da wir unsere Alben ja nicht nur mit acht Songs füllen und in ein liebloses Cover stecken. In alter Welle: Erdball-Manier gibt es viele schöne versteckte Sachen, Hörspiele, viel Information und die wirklich funktionierende Zeitmaschine in die Ära des kalten Krieges. Dann erzähl doch mal in ein paar kurzen Sätzen etwas über das Hörspiel! Wir sind Hörspielfans und zu einem Radiosender gehören ganz klar Hörspiele. Beim Thema Kalter Krieg bietet sich natürlich ein Hörspiel mit Agenten, Geheimdokumenten, Mikrofilmen und YpsAgenten-Gimmicks an. Die Hörspiele offenbaren sich allerdings erst, wenn man sich mit der CD bis in die Details befasst, da sie ein bisschen versteckt sind.

Das neue Album heißt „Der Kalte Krieg“ - warum? Weil Welle: Erdball immer Konzeptalben macht und nach „Wunderwelt der Technik“ und vor allem nach „Operation Zeitsturm“, in dem wir ja die Zeitmaschine gebaut haben, muss die Zeitmaschine ja auch mal getestet werden. So laden wir den Hörer zur ersten Testfahrt in die Ära des kalten Krieges ein. Wie politisch ist dieses Album? Angesicht des Namens würde man ja eher mit sehr viel Geschichtlichem und Politischem rechnen, doch das steht sowieso alles in Geschichtsbüchern, die von Gewinnern geschrieben worden sind. So befasst sich das Album hauptsächlich mit dem Gefühl, das in dieser Zeit herrschte und den Dingen wie der Atombombe. Vielleicht aus dem Grund politisch, weil nach dem Hören des Albums relativ schnell klar wird, das wir immer noch im kalten Krieg leben –das Feindbild hat sich nur geändert. Es ist nicht mehr der böse, rote Russe, sondern etwas total Intransparentes, vielleicht der Taliban mit dem Bart oder der Terrorist mit der Kofferbombe oder vielleicht sind wir auch unser eigenes Feindbild geworden. Da war mir der Russe als Feindbild doch schon etwas charmanter.

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Auf dem Album gibt es einige Coverversion - warum? Wenn wir schon eine Zeitmaschine bauen und mit ihr reisen wollen, muss sie auch funktionieren und um das zu testen, wollen wir natürlich auch gewisse Dinge dieser Zeit retrospektiv wieder zum Leben erwecken. Da bieten sich natürlich Neuadaptionen von Liedern aus der Zeit des Kalten Krieges an.


Mit dem Cat Stevens-Cover „If You Want to Sing Out, Sing Out“ bringt ihr eine für Welle: Erdball völlig untypische musikalische Variante ins Spiel. Was hat euch dazu inspiriert. Als Künstler muss man sich ja auch erweitern und es wäre ja Blödsinn „Arbeit adelt“ zum fünfzigsten Mal zu reproduzieren. Ein Novum ist auch, dass ich zum ersten Mal englisch singe. Mein Lieblingsfilm „Harold and Maude“ war der Hauptgrund das zu machen. Der Song repräsentiert die Ära und passt somit zum Thema – und es ist halt Cat Stevens!

Ursprünglich war das Album als Maxi-Single geplant, die zu 100% aus Covern bestehen sollte. Da das Konzept aber sehr komplex ist und intensive Recherchen viel mehr Stoff hergaben, entschlossen wir uns dann doch ein Album zu machen, das ungefähr aus 60% Cover-Versionen besteht. Wobei uns wichtig war, dem Hörer nicht die tausendste Version von „Fade to Grey“ um die Ohren zu schlagen, sondern einige vergessen Perlen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Ein bisschen Frieden habt ihr vor zwei Jahren live auf dem Amphi schon gesendet – mit dem umwerfenden Erfolg, dass tausende Zuhörer, egal ob EBMer oder sonstiger Couleur die Feuerzeuge rauszogen – was ist das für ein Gefühl ?

Wenn wir schon die Zeitmaschine am Laufen halten wollen, dann befassen wir uns auch intensiv mit dem Thema und benutzen auch die Instrumente aus der Zeit, damit die Stücke ihre Authentizität nicht verlieren. Damit keine schlechte TechnoVersion von „Ein bisschen Frieden“ herauskommt, sondern, ein Musikstück, dessen Aussage völlig erhalten bleibt. Wir haben versucht die Kapazität der Scheibe komplett auszuschöpfen. Und beim Thema Kalter Krieg muss man eben nicht permanent mit dem erhobenen Zeigefinger herumwedeln.

Spike laCross

Es heißt ja, dass die Hardcore-Gruftis auch mit guten Melodien und Texten etwas anfangen können. Schlager muss ja nicht zwangsläufig immer Roberto Blanco heißen, und dass hier wir Sauflieder zum Besten geben. Nicoles „Ein bisschen Frieden“ ist nicht umsonst der erste deutsche Platz eins des European Song Contests geworden. Und es passte natürlich auch genau in die Zeit des Kalten Krieges. Es gibt auch zusätzlich noch eine Bonus-DVD. Was gibt es dort zu sehen? Wir haben bisher ja noch nicht viele Konzerte auf DVD veröffentlich. Und da wird es jetzt zwei Konzerte aus dem Privatarchiv von Welle: Erdball auf DVD geben. Es ist zwar keine vollwertige Live-DVD, sondern nur eine Bonusbeigabe – die ist aber nicht zu unterschätzen.

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Behind the Scenes M’era Luna in Hildesheim

Veranstalter des M’era Luna bleibt sich treu, in dem er sich immer wieder neu Gedanken macht, wie man die Besucher erfreuen kann. Mitten im Festivalgetümmel hat sich Folkert Koopmans, der personifizierte FKP Skorpio, am Samstagabend Zeit genommen um mit den DarkVibeRedakteuren über das Festival zu sinnieren. Kannst du zum diesjährigen M‘era Luna schon ein Kurzresümee ziehen?

Im August 2000 fand das erste M’era Luna Festival auf dem Flugplatzgelände in Hildesheim-Drispenstedt statt. Entstanden ist das M’era Luna aus dem Zillo-Festival, das bereits vor dem Jahr 2000 in Zusammenarbeit zwischen dem Zillo-Magazin und FKP-Scorpio Konzertproduktionen GmbH existierte. Die Vereinbarungen mit dem Zillo-Magazin liefen allerdings aus und FKP-Scorpio übernahm das Festival in Eigenregie. Und nun brauchte man nur noch einen knackigen Namen. „Luna“ – das lateinische Wort für Mond – war schon mal eine gute Idee, damit sollte sich die schwarze Szene gut identifizieren können. Aber nur „Luna“Festival, klang nicht, als ob sich die Massen nach Hildesheim bewegen würden. Mit dem Kunstwort „M’era Luna“ war dann endlich so viel Geheimnisvolles hinzugefügt, dass der Name des Festivals dem Erfolg nicht im Weg stehen würde. Mittlerweile kommen bis zu 20.000 Fans aus ganz Europa – und selbst aus Übersee – in extravaganten und vorwiegend schwarzen Outfits um am zweiten Wochenende im August ihre Musik zu genießen. Vor drei Jahren ist erstmals auch ein Mittelaltermarkt auf dem Gelände eröffnet worden. 2009 gab es erstmalig eine szenekompatible, exzentrische Modenschau. Im Laufe der vergangenen elf Jahre hat sich das M’era Luna Festival als Familientreffen der Schwarze Szene in Europa etabliert. Hochkarätige Headliner geben sich jedes Jahr die Klinke in die Hand. Hauptanziehung wird ausgeübt durch die friedliche und familiäre Atmosphäre. Auch 2011 gab es wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm und der

Das Festival ist natürlich wie immer erfolgreich! Wir werden wohl über 20.000 Besucher haben, das ist ein bisschen weniger als letztes Jahr, aber letztes Jahr hatten wir auch Placebo dabei und das macht dann schon einen kleinen Unterschied. Ansonsten freuen wir uns, dass es bisher nicht regnet hat. Auch wenn es die ganze Woche geregnet hat, hier hat es relativ wenig geregnet - heute noch gar nicht, und wir hoffen, dass es morgen auch so bleibt. Gibt‘s dieses Jahr irgendwelche Veränderungen, die ihr vorgenommen habt. Habt ihr möglicherweise aus anderen Veranstaltungen gelernt? Ich erinnere beispielsweise an die Massenpanik bei der Love-Parade - wo ihr euch gesagt habt „Wir müssen vielleicht noch an Sicherheitskonzepten feilen“? Wir haben hier eine sehr ruhige und routinierte Veranstaltung und wie haben hier auch keine wirklichen Nadelöhre. Wir haben im Allgemeinen ein entspanntes Publikum. Den Einlass zum Hangar haben wir nochmal ein bisschen reguliert, da kann es schon mal vorkommen, dass ein paar Leute vor Begeisterung unter Druck stehen. Aber man kann natürlich 20.000 Feiernde nicht mit einer Großveranstaltung vergleichen. Was wir nach jeder Veranstaltung machen, dass wie noch einmal gemeinsam überlegen, ob es irgendwo Verbesserungsbedarf gibt. In diesem Jahr hat Markus Heitz hier vorgelesen. Zum zweiten Mal habt ihr Modenschauen gemacht. Ihr arbeitet kontinuierlich an neuen Dingen, wird‘s das verstärkt geben in den nächsten Jahren? Das wird‘s mit Sicherheit verstärkt geben. Die Lesung ist vom Publikum sehr gut angenommen worden. In dieser Richtung werden wir sicherlich weiterarbeiten. Und so nach und nach werden wir noch weitere Ideen dazu nehmen. Wir sind eigentlich immer im Planungsstadium, weil

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wir immer wieder neue Ideen haben um das Festival noch besser zu machen. Wir haben auch schon überlegt ein Brainstorming mit den Besuchern zusammen zu machen und gemeinsam zu überlegen, was noch fehlt. Konkret haben wir für das nächste Jahr Änderungen und Verbesserungen beim Mittelaltermarkt und bei der Gastronomie geplant. Denn wir denken, dass noch mehr Gastronomie auch aufs Festivalgelände passen würde. Natürlich versuchen wir auch das Bewährte noch zu verbessern. Wie ist es mit dem Newcomer-Contest. Den gab es ja im letzten Jahr zum ersten MalDas ist bei den Besuchern sehr gut angekommen – den Newcomer-Contest werden wir in jedem Fall beibehalten. Wird das verstärkt von FKP Scorpio gefördert? Dass ihr so sagt „Wir brauchen mal ein bisschen neues Blut“? Ja, neues Blut kann man immer gebrauchen. Aber nicht nur auf der Bühne, auch im Publikum. Manchmal fehlt mir ein bisschen der Nachwuchs. Mir ist aufgefallen, dass nicht so viele junge Leute hier sind und auch darüber muss ich nachdenken, woran das liegt und was ich dafür tun, dass mehr junge Leute kommen. Die Szene ist sicherlich begrenzt, aber ich hab auch so ein bisschen den Eindruck, als würden nicht so viele neue nachwachsen.

Man könnte ja zusätzlich noch eine NewcomerStage für die nachwachsenden Künstler einrichten? Da muss man natürlich mal gucken. Ein Problem ist natürlich auch das Gelände. Im nächsten Jahr wird es einen kleinen Teil des Geländes nicht mehr geben, das ist verkauft worden. Da wird demnächst gebaut. Dafür wird es aber noch eine zusätzliche Halle geben. Das sind allerdings alles ganz neue Überlegungen, bei denen wir erst prüfen müssen, wie sich dort eine Bühne hineinarbeiten lässt. Ich finde es allerdings besser, Newcomer mit in das Programm zu integrieren und zwischen etablierte Bands zu positionieren. Die ganz blutigen Anfänger können ja auch mit den ersten Slots auf der Hangarbühne die Möglichkeit nutzen, die Halle wirklich zum Kochen zu bringen. Gibt‘s schon ein Highlight für nächstes Jahr, das du verraten darfst? Ne, noch gar nicht. Wir haben zwar schon ein bisschen was im Blick und wir haben natürlich auch unsere Wunschkandidaten. Im Moment ist aber noch nichts festgezurrt. Spike laCross Stefan Helwig

In deiner Werkstatt machst du Leichenwagen zu Sport-Leichenwagen! Schade, dass das niemand weiß…

Das machst du im nächsten Monat besser! Und zwar mit einer Anzeige im DarkVibe-Magazin, denn hier funktioniert Werbung auch offline! Anzeigenschluss für die November-Ausgabe: 10. Oktober 2011 und für die Dezember-Ausgabe: 10. November 2011 Mail an: anzeigen@darkvibe.de Oder per Telefon: 0157-85950672


Nocturnal Culture Night 2011 Dunkles Deutzen

weißem sind genau das richtige für die Gluthitze, die den Schwarzgekleideten besonders zu schaffen macht. Das kleine Dorf Deutzen erfreut sich zum sechsten Mal eines Stroms schwarzer Gestalten, circa zwei- bis dreitausend waren es laut Veranstalter. Ein solch kleines Festival verläuft eher ruhig, jeder hat genug Platz, und in einem Kulturpark liegt auch niemals so viel Müll herum, wie dies auf der Wacken-Halde der Fall wäre, ganz klar. Familiäre Atmosphäre und günstige Preise für reichhaltiges Essen schaffen hier schon eine gute Grundlage für zufriedene Gäste. Abwechslung gibt

Dummerweise unterlief den Veranstaltern bei der Planung ein Kardinalfehler, den man auf einem Elektro-Festival besser nicht begeht: Kein Notstromaggregat?! Es kam, wie es kommen musste - am Samstagnachmittag wurde den Electroheads der Saft abgedreht, die genauen Umstände sind unklar. Geschlagene drei Stunden später ging es endlich weiter, inzwischen wurde improvisiert, so gut es eben ging. Abgesehen von einem ordentlichen Rutsch in der Running Order und murrenden Besuchern aber kein größeres Problem, dennoch wird dieses Ereignis wohl dem einen oder anderen im Hinterkopf bleiben.

es auch genügend, wem vormittags langweilig ist, oder wer sich einfach nur vor der Sonne retten mag, der schaut auf dem Mittelaltermarkt vorbei und lässt sich von den Musikanten bespaßen. Einkaufen kann man, wie sich das für ein Festival gehört, natürlich auch. Und zwar alles was das Herz begehrt. Auch für Alkoholisches ist gesorgt, eine stilvolle Absinth-Bar mit Cocktails und Feder-

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Ungeachtet dieser Begebenheit blieb die Laune unter den Besuchern gut, sodass sich am Sonntag so ziemlich alle bei VNV Nation einfanden. Deren Fronter Ronan Harris ließ zwar ein paar Sprüche über Agonoize, den Metal Hammer und Besuch aus dem Westen ab, war aber ansonsten sehr umgänglich. Die Band setzte wie alle anderen Headliner die Erwartungen voll um und begeisterte das Publikum bis zum absoluten Abfeiern.Ein Festival mit Potenzial, auch wenn Deutzen sicherlich nicht wegen drei Tagen schwarzer Musik seinen Zeltplatz und sein Amphitheater vergrößern wird. Aber ist es nicht gerade beruhigend zu wissen, dass hier irgendwann das Maximum an Besuchern erreicht sein wird? Stefan Fotos: astrid

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DAF

Es lebe die Freundschaft!

Ihr seid ja jetzt schon länger auf Tour, seid ihr auch weiterhin auf Tour? Robert: Wir geben jedes Jahr so etwa 10 bis 12 Konzerte, mehr nicht, das haben wir auch früher so gemacht, wir machen das immer so. Gabi: Wir stehen nicht auf lange Touren und viele Konzerte hintereinander. Dabei kommt zuviel Routine auf. Wir machen viele spontane Sachen, alsoLive-Sachen, die nicht geplant sind. Und ich improvisiere viele Texte und wechsle diese aus. Wenn du das vier-, fünfmal gemacht hast, fängst du dann doch an, immer wieder das Gleiche zu machen. Das gefällt uns nicht! Das wäre euch also zu routiniert? Robert: Wie gesagt, zehn Gigs im Monat würden wir nicht machen.

DAF prägen seit Jahrzehnten die elektronische Musikszene – niemand kann sich ihrem Einfluss entziehen. Generationen kennen DAF und haben schon zu ihrer Musik getanzt. Ihr ganz eigener minimalistischer Stil, den schon viele zu kopieren versucht haben, und nie an das Original heranreichten, wird szeneübergreifend gespielt und gar verschieden ausgelegt.

Gabi: Zudem kommt im nächsten Jahr auch ein neues Album. Wir arbeiten schon seit einiger Zeit an neuem Material, aber das Album wird erst im nächsten Jahr erscheinen.

In den 80ern zählte diese Band für viele zur NDW, in den 90ern hat die Technoszene DAF in ihre Reihen aufgenommen und nie wieder losgelassen, auch heute noch gibt es verschiedene Ansichten zu dem einzigartigen Stil, den man kaum klassifizieren kann. Das DarkVibe Magazin hat Robert Görl und Gabi Delgado-Lopez bei der Nocturnal Culture Night in Deutzen getroffen und es war eine ganz besondere Freude, die beiden im Gespräch zu haben. So kam nach es minimalistischem Gesang zu einem minimalistischen Gespräch mit zwei lebenden Legenden live und Open Air! Robert, Gabi, wie fühlt ihr euch? Wir freuen uns sehr hier zu sein, und wir freuen uns riesig auf unsere Fans! Ihr habt ja brandneues Material im Gepäck. Robert: Ein paar neue Songs haben wir mitgebracht, ja, sogar unseren neuesten Song „Du bist DAF“. Das ist auch im Programm, also derzeit im Liveprogramm. Ansonsten sind wir nach wie vor auf unserer „Greatest Hits Tour“. Gabi: Mehr oder weniger!

Robert: Zuerst dachten wir, dass wir es dieses Jahr noch schaffen würden, aber tatsächlich wäre es uns dann doch zu gedrängt, unter anderem da wir auf Tour sind und noch ein paar andere Sachen machen. Und wir haben da auch noch ein paar private Sachen. Die Deutsch-Amerikanische Freundschaft gibt es nun bereits seit 30 Jahren, das prägt sicher. Robert: Ja klar, das prägt! Gabi: Viel Erfahrung, klar! Robert: Wir haben uns allerdings auch dreimal getrennt! Was teilweise auch ganz gut war. Somit haben wir Pausen gemacht. Vor allem kreative Pausen! Ebenso haben wir Soloarbeiten herausgebracht.

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Gabi: In der Musik, im Film, in der Kultur gibt es halt Eintagsfliegen, was auch gut ist, da es vielleicht das Richtige für einen Sommer oder ein Jahr ist und dann gibt es halt auch die Sachen, die ewig brennen. Unabhängig von diesem Festival und auch ohne zu wissen, dass wir heute aufeinander treffen, sah ich erst neulich alte Videos aus den 80ern von euch. Was ich wohl komplett vergessen hatte: Die 80er waren bunt! Robert: Wir hatten aber noch nie ein festgelegtes Bühnenoutfit, wir tragen auch heute noch immer verschiedene Farben auf der Bühne, nicht nur schwarz. Das ist einfach das Image, das allen am besten im Kopf geblieben ist. Ja klar, auf den Covern sind wir auch meist in schwarz abgelichtet, da ist es logisch, dass sich das schwarze Outfit in den Köpfen eingeprägt hat. Jede Band hat ja so Songs, die sie selbst nicht mehr hören können, Songs, an denen sie sich wohl satt gehört haben. Wie ist das bei euch? Oder: Könnt ihr den Mussolini noch hören? Gabi: Wir lieben den Song nach wie vor! Nein, es gibt keinen Song, den wir nicht mehr hören können. Wir haben immer darauf geachtet, dass wir uns nicht totlaufen, dass wir einfach nicht so viele Konzerte geben, dass das Programm abwechslungsreich ist oder indem wir mal eine Pause machen. Bei 30 Konzerten hintereinander ist es klar, dass man bestimmte Songs nicht mehr hören kann. Hätten wir das gemacht, 30 Konzerte hintereinander und immer den Mussolini, dann kann ich mir vorstellen, dass man es irgendwann nicht mehr hören kann. Robert: Ja, dass man dann einfach durch ist. Das wäre sicher fast so, als hätte man nie etwas anderes gemacht. Wenn man an den Begriff EBM denkt, gibt es für die EBM-Szene ihre Götter: Das sind Front 242, die den Begriff EBM ja auch „erfunden“ haben und sofort danach kommt DAF! Wie ist das bei euch, seht ihr euch auch so eindeutig im EBM? Robert: Manchmal fällt auch als erstes DAF und dann Front 242. Allgemeines Lachen - ich musste dann schamhaft nochmals ergänzen, dass es mir dabei um die Prägung des Begriffes EBM ging.

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Robert: Unsere Philosophie ist, dass wir immer gesagt haben, wir wollen nirgendwo dazu gehören. Gabi: Wir sind ja irgendwie auch wirklich überall vertreten: Im Bereich House und auch Leute, die New Wave hören, mögen unsere Musik, die Gothic-Szene, die Electro-Szene auch die TechnoSzene und alle sagen‚ DAF ist für mich ganz, ganz wichtig’. Robert: Es fühlen sich mehrere Szenen angesprochen. Gabi: Und wir sind auch stolz darauf, dass wir nicht nur eine Szene ansprechen. Robert: Wir wollten uns nie, und das ist jetzt nicht negativ gemeint, so vereinnahmen lassen. Wir wollten halt für uns stehen. Damals wurde ja auch gesagt: Neue Deutsche Welle! Wir haben ganz explizit gesagt: Wir gehören nicht dazu! Gabi: Wir sind DAF! http://www.facebook.com/Deutschamerikanischefreundschaft Text und Fotos: astrid


Frl. Venus und die Waschmaschine Now it is time for a coffin break! Am 31. Oktober herrschen wieder Geister, Hexen und Dämonen in vielen Dörfern, Städten und Gemeinden und vor allem in einem großen Teil der Welt, der sich USA nennt. Denn genau dann ist Halloween. Tagsüber, also natürlich erst nachdem die Schule vorbei ist, streunen verkleidete Kinder auf der Suche nach Süßigkeiten umher. Und warum machen die das? Na, is doch klar, weil wir den Brauch von den Amerikanern übernommen haben. Nein, meine Lieben, auch wenn das für viele eine durchaus glaubwürdige und überzeugende Aussage ist, so ist sie doch nicht ganz richtig. Tatsächlich entstanden die Ursprünge des Halloween-Festes in Europa, wie so vieles dort drüben, auf der anderen Seite des großen Teiches. Erst im 19. Jahrhundert nahmen Auswanderer den Brauch mit in die neue Welt.

Und dann ist da noch die Kirche, die den schönen Gruseltag als heidnisches Fest abstempelt, womit sie ja gar nicht so Unrecht hat. Die Ursprünge der Festlichkeit sind in der Tat heidnischer Natur, aber nicht selten macht sich die Kirche solche Feste zum Werkzeug, man denke an Weihnachten. Die Kelten glaubten, dass an dem Tag der Sommer endet und der Winter beginnt, die Nacht zwischen den Jahreszeiten und auch die Nacht in der sich die Lebende und die Toten begegnen. Da die Kirche es natürlich nicht geschafft hat den Menschen das Fest ab zu gewöhnen, haben sie ihm einfach einen neuen Namen verpasst, das Zauberwort heißt: Christianisierung. Im Jahr 731 wurde der 1. November zu Allerheiligen erklärt also zu „All Hallows Day“, der Abend zuvor war damit „All Hallows Eve“ und wurde vereinfacht zu „Halloween“- damit ist also die katholische Kirche der Begründer von Halloween. Aber das kann uns auch egal sein, zumindest in weiten Teilen Deutschlands mischt sich die Kirche nicht in die spaßigen Feierlichkeiten ein, Pech haben jene die im erzkatholischen Bayern leben. Im schönen Bayern müssen HalloweenPartys jedes Jahr abrupt abgebrochen werden, weil Allerheiligen ein so genannter ‚stiller Feiertag‘ ist und laut bayerischem Feiertagsgesetz ab Mitternacht keine laute Musik mehr gespielt werden darf und es herrscht ein striktes Tanzverbot, also: „Aus die Maus!“ Aber am schönsten ist es sowieso die kleinen verkleideten Hexen und Geister, die auf der Suche nach Leckereien sind, so megamä��������������� ßßßßßßßßßßßßß ig zu erschrecken ……. Muahhhhhh!!! Und immer dran denken: Halloween night is lots of fun, but if you see a monster -> run, run, run!!! Und deswegen: Boo to you from our Crew! Happy Halloween und schöne Gruseltage. Bild: braindrain-photography.de/


Gruft-Orakel Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof sitzt eine Kröte am Brunnen, die den ganzen Tag herum orakelt und sich so verschiedene Dinge in den Krötenbart murmelt, weil sie so ein komisches Zeug vom Brunnenrand frisst. Wir haben ihr zugehört, was sie uns für den Monat Oktober mit ihrer heiseren Stimme zugeraunt hat.

Werwolf 20./21.3. -19./20.4. Vorsicht beim Straßenverkehr – leicht hat man da mal eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses am Hals. Im Beruf stehen die Konstellationen noch günstig um unangenehme Aufgaben elegant unter den Tisch fallen zu lassen. Grableuchte 19./20. 4. - 20./21.5. Endlich mehr Zeit für deine Schönheit. Geistige Beweglichkeit macht allerdings keinen Six-Pack, sondern im schlimmsten Fall Verspannungen und Übergewicht. Körperliche Mängel lassen sich prima mit einer prallen Geldbörse kompensieren. Vampir 20./21.5. - 20./21.6. Je mehr man dich lobt, desto mehr steigerst du deine Leistungen. Das ist clever. Alle wundern sich, ob dein Chef das merkt, dass du seit drei Wochen regungslos im Büro sitzt. Jetzt überlegen sie, ob sie dieser raffinierten Strategie folgen sollen. Pflock 20./21.6. - 22./23.7. Ganz unverhofft erfüllt sich ein eigentlich unmöglicher Wunsch. Das bestärkt dich in deinem Glauben, dass es doch funktioniert Kräutern und Teilen kleinerer Tiere gewisse Wirkungen zu entlocken, wenn man sie zu bestimmten Nachtzeiten in einem großen Topf kocht und danach destilliert. Wiedergänger 22./23.7. - 22./23.8. Viel besserer Zusammenklang mit deiner Freundin – sie klagt nur über gelegentliche leichte Stiche. Du musst jetzt nur darauf achten, dass sie diese Püppchensammlung nicht finden, die du neuerdings in der untersten Schublade des Schreibtischs hast Sarg 22./23.8. - 22./23.9. Deine psychisch labile Freundin klammert. Keine Chance, sie auszutricksen. Jetzt mehr auf versteckte Gifte in der Nahrung achten, so etwas lässt sich auch noch anders verwenden!Beruf: Unbeschwert im Job – der Boss ist auf den Malediven.

Dämon 22./23.9 - 23.10. Konzentriert in der Beziehung – selbst unangenehme Aufgaben übernimmst du ohne Murren. Das fällt auf und macht deinen Freund misstrauisch. Er ahnt, dass du auf ein großes Geburtstagsgeschenk spekulierst. Knoblauchzopf 23.10. - 22.11. Du suchst mehr körperliche Nähe und bist anlehnungsbedürftig. Die Lösung ist einfach: Mehr Bahnfahren in der Rush-Hour. Neues Glück für Singles möglich, aber auch diverse Infektionskrankheiten. Job: Och nö. Fangzahn 22.11. - 21./22.12. In bestehenden Beziehungen erwacht jetzt die Leidenschaft. Das beunruhigt euch beide, gerade jetzt, wo ihr zur Ablenkung so viel Energie in den Aufbau der Nachtfalter-Sammlung gesteckt habt. Gesundheit: Getrennte Schlafzimmer. Baldriantee beruhigt. Sukkubus 21./22.12. – 20.1. Spaß beim Flirten – leider kein Erfolg. Du wirst dich jetzt von überholten Vorstellungen lösen müssen, dass auf jeden Topf ein Deckel passt. Du bist halt mehr so etwas wie ein deckelloser Stieltopf. Hat auch Vorteile: Die Milch kocht nicht über! Gesundheit: Sei nicht so laktoseintolerant! Ghoul 20. 1. - 18./19. 2. Sieh es deiner Freundin nach, sie ist so stolz auf dich – deswegen nimmt sie dich so in Beschlag. Du solltest ihr aber doch klar machen, dass du derjenige mit dem Job bist. Du kannst nicht den ganzen Tag am Andreaskreuz rumhängen. Gesundheit: Mehr Bewegung. Fledermaus 19.2. – 20./21.3. Irritiere deinen Freund und erkläre ihm, dass du ihn so liebst, wie er ist. Bei Langeweile kannst du auch mal ein Eifersuchtsdrama vom Zaun brechen. Gesundheit: Bei Übermut leichte Verletzungsgefahr an Nase und Auge.

Alana Abendroth


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