Page 1

Inhaltsverzeichnis LF 19 .....................................................................................................................................1 Konflikt...........................................................................................................................1 Gewalt............................................................................................................................1 Burnout-Syndrom (Ausgebrannt-sein)..........................................................................3 Konzepte........................................................................................................................4

LF 19 Mit Krisen und schwierigen sozialen Situationen umgehen

Konflikt Definition:

Das Aufeinanderprallen verschiedener, widerstreitender, Auffassungen und Interessen.

Definition Krise: •

über einen gewissen (längeren) Zeitraum anhaltende massive Störung des gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Systems. Krisen = Chance zur Verbesserung menschliche Krise = äußerst bedrohliche Situation, Zustand tiefer emotionaler Erschütterung, mit Gefühlen der Angst und Hilflosigkeit

Ambiguitätstoleranz Darunter wird die Fähigkeit verstanden, emotionale und kognitive Diskrepanzen und Mehrdeutigkeiten auszuhalten. Eigenschaften von Menschen mit geringer Ambiguitätstoleranz: • • • • •

empfinden neue Situationen als belastend und unangenehm empfinden Stress und Unbehagen, wenn Menschen, Mitteilungen oder Arbeitsumfelder für sie unberechenbar, ungeregelt oder unkontrollierbar erscheinen neigen dazu, Ordnung und Struktur in ihre Umwelt/Umgebung zu bringen bevorzugen klare Orientierung tendieren eher zu Schwarz-.Weiß-Lösungen

Gewalt Allgemein:

Gewalt bezeichnet den Einsatz von physischen oder psychischem Zwang gegenüber Menschen sowie physische Einwirkung auf Tiere oder Sachen.

Soziologisch:Gewalt bedeutet den Einsatz von physischen oder psychischen Mittel um einer anderen Person gegen ihren Willen a) Schaden zufügt b) sie dem eigenen Willen zu unterwerfen (sie zu beherrschen) oder c) der solchermaßen ausgeübten Gewalt durch Gegengewalt zu begegnen.


Politisch:

Mit dem Begriff „Staats-Gewalt“ werden die (legitim angewandten) Mittel zur Durchsetzung der herrschenden Rechtsordnung bezeichnet. Es wird zwischen Gebietshoheit (Herrschaftsmacht über ein Gebiet und dort lebende Mensch) und Personalhoheit (alle Angehörigen dieses Staates) unterschieden.

Personale Gewalt: Geht von Tätern aus und äußert sich in physischer und/oder in psychischer Gewalt. Physische Gewalt: • • • • •

absichtliche Verletzung von Menschen (körperlich) Freiheitsberaubung sexueller Missbrauch, Vergewaltigung Diebstahl Vandalismus

Psychische Gewalt: • • • • • • • • • • •

Beleidigungen Beschimpfungen Anschreien Erniedrigung Drohungen Diskriminierung Einschüchterung Ausgrenzung anmachende Gebärden Erpressung Mobbing

Strukturelle Gewalt: Geht nicht von einzelnen Tätern aus, sondern ist die Folge von gesellschaftlichen Bedingungen (z.B. berufliche Ausbildung) • • • • • •

überhöhte Leistungsanforderung fehlende Beteiligungsmöglichkeiten mangelnde berufliche Perspektiven permanenter Zeitdruck schlechte Arbeitsbedingungen fehlender Freiraum


Gründe für Gewalt: • • • • • • • • •

mangelndes Selbstvertrauen (Opferrolle) emotionale Unausgeglichenheit geistige Verwahrlosung Gewalterlebnisse in der Kindheit Frustration Provokation von Anderen Missverständnisse Habgier kein Vertrauen

Staatliche Gewalt ist das Recht des Staates Gewalt und Zwang anzuwenden, um die Sicherheit und Ordnung in der Gesellschaft zu gewährleisten (physische Gewalt und freiheitsentziehende Maßnahmen) Gewaltmonopol: Der Staat behält nur sich das Recht zur Gewaltanwendung vor und hat das alleinige Recht zum Erlassen von Gesetzen. Gewaltenteilung: • • • →

Legislative (gesetzgebende Gewalt) Judikative (richterliche Gewalt) Exekutive (ausführende Gewalt) damit sich diese legitimen „Gewalten“ untereinander kontrollieren können und so keine Diktatur entstehen kann

Burnout-Syndrom (Ausgebrannt-sein) Ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es handelt sich um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung. Phasen des Burnout-Syndrom Enthusiastische Phase •

• •

geprägt von enthusiastischer Begeisterung und hohem Engagement sowie unrealistischen Erwartungen, idealisierten Zielen und Hoffnung auf beruflichen Erfolg hohe Einsatzfreude, freiwillige und unbezahlte Mehrarbeit, Überschätzung der eigenen Kräfte und Ressourcen, „Missionarseifer“, Einschränkung der Sozialkontakte im privaten Bereich viele Ideen und Größenfantasien, Gefühle von Unersetzbarkeit noch keine psychosomatischen Reaktionen, erste Warnzeichen: Unruhe, hoher Puls, Blutdruck und Atemfrequenz, Bedürfnis nach körperlicher Bewegung


Stagnation •

• • •

Zweifel am Erfolg stellen sich ein, Misserfolgserlebnisse können nicht länger verdrängt werden. Die erlebte Diskrepanz zwischen den idealisierten Zielen und dem tatsächlich Erreichten führt zu vermehrter Anstrengung und gleichzeitig zu einer Reduzierung des allgemeinen Engagements schnelles Aufgeben, geringe Belastbarkeit, Fehlzeiten, Schuldzuweisung an Andere Gefühl des „Nicht-Vorankommens“, Selbstzweifel, Gefühle des Versagens, Schuldgefühle, Stimmungsschwankungen Magenschmerzen und Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Alpträume, Muskelverspannungen, Infektanfälligkeit, Verdrängung im Essverhalten

Frustration •

• •

Kernpunkt des Burnout-Syndroms, mangelnde Unterstützung als zusätzliche Quelle der Frustration, Enttäuschung und Schuldgefühle führen zu Aggressionen und zur Dehumanisierung im Umgang mit Patienten und Bewohnern Dehumanisierung, viele Konflikte, zynische Reaktionen gegenüber Patienten, Verminderung der Flexibilität, Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen, Dienst nach Vorschrift Verlust der Fähigkeit zur Empathie, Gefühle der Ausweglosigkeit, Schwarz-WeißDenken, Fatalismus Verschärfung der Symptome aus Phase 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ständiges Unwohlsein

Apathie •

Gelingt es nicht aus der Frustration heraus Kräfte zur Veränderung zu mobilisieren, verfällt der Betroffene mehr und mehr in eine apathische Haltung. ACHTUNG: Burnout kann „ansteckend“ sein, besonders wenn Führungskräfte ausgebrannt sind. Interventionen sind jetzt am schwierigsten. Sozialer Rückzug, „innere Kündigung“, Verhindern von Veränderungen, Demotivation der Mitarbeiter und Kollegen, Rückzug auch im privaten Bereich, Aufgabe von Hobbys Abscheu sich selbst und dem Beruf gegenüber, Ekel, Suizidgedanken, Leere der Sinnlosigkeit, Existenzielle Verzweiflung, Resignation, enflexibles Denken, Einsamkeit Verschärfung aller vorangegangenen Symptome, chronische Krankheiten, Depressionen, Schwächung des Immunsystems, erhöhtes Krebsrisiko

Konzepte Lebensweltkonzelt → bezeichnet die menschliche Welt in ihrer vorwissenschaftlichen selbstverständlichkeit und Erfahrbarkeit in Abgrenzung theoretischer bestimmten wissenschaftlicher Weltansicht dient zur: • • • •

Steigerung der Lebensqualität Unterstützung der Pflegebedürftigkeit der Menschen Erhaltung selbstbestimmt im Alltag zu Leben Verbesserung des Gestaltungs -, Entscheidungs – und Bewegungsraum


Pflegemodell nach Erwin Böhm Aktivierende und Reaktivierende Pflege nach Erwin Böhm • Eigenständigkeit und Eigenverantwortung zu erhalten Inhalt: • •

desorientierte und verwirrte Bewohner über die Weöt der Gefühle erreichen akzeptiert die Gefühlswelt des jeweiligen Menschen

Personenzentrierter Ansatz nach Tom Kitwood: • • • • •

entwickelte das Konzept DCM (Dementia Care Mapping bezieht sich auf personenzentrierter Pflege in kleinen Schritten wertschätzender Umgang und angemessene Versorgungkonzepte für Demente → steht im Mittelpunkt Wohlbefinden des dementen Menschen evaluieren zu können Pflegequalität und Lebensqualität als Einheit betrachtet

Naomi Feil Validation und integrative Validation • •

Methode für verbale und nonverbale Kommunikation die man bei ROT nicht erreichen kann ◦ Methode um Zugang zu dementen, verwirrten, alten Menschen zu ermöglichen ◦ bestimmte Form des Eingehens und Reagieren auf Verhaltensweisen ◦ Grundhaltung, alltäglichen Umgang bestimmen ◦ Situationen entspannen, reduzieren und Beziehungen ermöglichen

LF 19 Kriesen, Konflikte, Burnout  

SFAP 11-1 Kattunbleiche 41 22041 Hamburg