Issuu on Google+

Daniel Rebernegg

SS 2013

JPR 12/JAT

House Beats and High Heels Ein Interview mit DJane Petty Joy über ihren rasanten Aufstieg, It-Girls hinter den Turntables und einer Welt-Tournee mit Pitbull.

Die

junge

Grazerin

Joana

Plankl,

aka.

DJane

Petty

Joy,

eroberte

mit

einem

bezauberndem Lächeln, viel Charme und einer Extraportion Talent

die

House-

Szene in Rekordzeit. Auftritte auf der New York Fashion Week, eine Indien Tournee und eine eigene Show auf Ibiza Global Radio zählen zu den Erfolgen der Newcomerin.

Mit schnellen Schritten kommt sie mir entgegen. Die braunen Haare zu einem Zopf gebunden und den Schal elegant um den Hals gewickelt. Noch bevor sie den Tisch, den ich für das Interview reserviert habe, erreicht, lächelt sie mir zu. Die zierliche Grazerin entschuldigt sich prompt für die Verspätung. Starallüren – Fehlanzeige. Nachdem sie ihr Getränk bestellt hat, erkläre ich ihr noch schnell worum es gleich gehen wird. Da ist es schon wieder, dieses sympathische Lächeln. Während ich rede, bleibt sie ganz aufrecht sitzen. Man merkt richtig wie gespannt sie auf meine Fragen ist, obwohl sie darin schon längst Erfahrung hat. Immerhin ist sie zurzeit eine der gefragtesten DJanes weltweit. Mir gegenüber sitzt Joana Plankl. Besser bekannt als DJane Petty Joy. Joana, auf deiner Homepage steht, dass Musik deine erste Liebe ist. Was ist deine erste Erinnerung in Verbindung mit Musik? Die erste Erinnerung, die ich habe ist, dass mein Stiefvater versuchte mir Klavierspielen beizubringen, meine Finger aber damals noch viel zu klein waren für die Tasten. Am Anfang deiner Musikkarriere hast du Soul und R’n’B gesungen. Wann hast du elektronische Musik für dich entdeckt? Das Ganze hat vor fünf Jahren mit meinem damaligen Freund begonnen. Er war DJ und von ihm wollte ich auch das Auflegen lernen, allerdings hatte er etwas dagegen. Als Schluss war, habe ich es mir dann selber

Seite 1

beigebracht. Erzähle doch etwas von deinem ersten Gig. Ich bin über Nico Provenzano dazu gekommen. Er hat damals „Day & Night“ am Grazer Flughafen veranstaltet und mich eingeladen das Warm-up zu spielen. Am nächsten Tag waren dann auch schon die ganzen Bookings da. Kurz danach hattest du deinen ersten internationalen Gig im Club „Du Nord“ in Hamburg. Ging das nicht zu schnell? Nein, eigentlich nicht. Es war nur so, dass ich mit sehr viel Neid zu kämpfen hatte. Nach einem Monat bin ich bei meiner Mama im Bett gelegen und habe geheult wie ein Schlosshund, weil mich alle attackiert haben. Einige haben sogar Veranstalter angerufen, um mich schlecht zu machen. Ich habe dann gehofft, dass die Leute die mich buchen wissen, dass nichts dahinter ist. Durch so etwas lernt man sich eine dicke Haut zuzulegen. Denkst du, dass dir dein Aussehen am Anfang viele Türen geöffnet hat? Ja. Definitiv. Als Frau spielt das Aussehen immer eine Rolle. Jene, die mich noch nie gehört haben, lesen meinen Namen, schauen sich Bilder auf Facebook an und beschließen dann: „Okay, die sieht gut aus. Die stellen wir aufs DJ-Pult und die Männer sind glücklich.“


Aber man braucht aber mehr als ein hübsches Gesicht, um erfolgreich zu sein… … ja, die Songauswahl und die Show sind sehr wichtig, man ist ja Entertainer. Deswegen schaue ich mir zuerst das Publikum und die Stimmung an und entscheide dann, welche Tracks ich spiele. Das Technische muss gar nicht perfekt sein. Der Set-Aufbau muss dafür wie guter Sex mit Kuscheln danach sein. Was hältst du dann von DJanes wie Paris Hilton oder Micaela Schäfer? Das sind Models die Kopfhörer aufsetzen und glauben sie sind DJanes. Diejenigen, die das aus Liebe zur Musik machen, haben dadurch wiederum mit Vorurteilen zu kämpfen. Micaela ist aber ein total netter und intelligenter Mensch. Sie ist halt dazu gezwungen solche Dinge zu machen, um ihrem Image treu zu bleiben. Das gehört alles zum Marketing. Was denkst du macht deine Auftritte so besonders? Ich bin jemand bei dem am DJ-Pult die Glücksgefühle anfangen zu wirken. Genau das kann ich dem Publikum weitergeben. Die Leute haben dann auch eine gute Zeit, wenn sie zur Musik abgehen. So einfach ist das. Du hast deine zweite Single „Cascade“ zusammen mit cc.K produziert und selbst gesungen. Wie viel Input kam dabei von dir? Bei „Cascade“ stammt alles von mir. Ich habe mich mit einer Melodie im Kopf hingesetzt und gesagt ich möchte es genau so haben. Die ersten Single (Anm. „Allez Allez“) war eher kommerzieller, also nicht ganz mein Stil und da war auch der Einfluss geringer. „Cascade“ ist dafür jetzt mein Baby, auch wenn das Produzieren zurzeit nur nebenbei mitläuft. Woher kommt die Inspiration für deine Lieder? Jede Melodie, die man im Kopf hat, hat man schon einmal wo gehört. Solche Einflüsse

mischt man dann wohl unbewusst zusammen. Beim Text ist das anders, der muss kurz und knackig sein, dass die Leute mitsingen können. In diesem Genre wird nicht viel Wert auf den Text gelegt, um ehrlich zu sein. Du warst in vielen Ländern unterwegs. Wie sind die unterschiedlichen Musikgeschmäcker? In Deutschland, vor allem im Norden, stehen viele auf das Elektro-Zeug und im Süden eher auf Deep und Tech House. In Indien war es so, dass die Leute auch eher auf Elektro gestanden sind. Ich habe schon befürchtet, dass man dort nur BollywoodMusik hört. In Ibiza hat man natürlich den klassischen Ibiza-Sound wobei es immer kommerzieller wird. Was war dein bis jetzt schönstes Erlebnis als DJane? Als meine Familie bei einem Auftritt dabei war. Sie sind normal eher konservativ und hätten mich wohl eher bei meinem JusStudium weiter gesehen. Seit sie meine Freude gesehen haben, unterstützen sie mich aber noch mehr. Auch an die eine Nacht in Las Vegas als ich überraschend das Warm-Up für Tiesto spielen durfte, erinnere ich mich gerne.

House Beats and High Heels

„Ich bin jemand bei dem am DJ-Pult die Glücksgefühle anfangen zu wirken. Genau das kann ich an das Publikum weitergeben“ - DJane Petty Joy

Stehst du in zehn Jahren noch immer an den Turntables? Ich bin dann 35 Jahre, da denke ich schon eher an Familie. Ich möchte aber in der Eventbranche bleiben und eine eigene Agentur aufmachen. Auf die Bühne will ich dann nicht mehr, dafür ist das Nachtleben zu anstrengend und die Privatsphäre zu wenig. Das merkt man relativ schnell. Welche Projekte startest du in absehbarer Zeit? Ich werde demnächst Pitbull auf seiner Welt -Tournee begleiten und in Portugal sind auch einige Auftritte geplant. Mehr wird aber noch nicht verraten. Vielen Dank für das Interview, Joana. Ich danke auch.

Word Wrap House Music Leben ————— Petty Joy verrückt ————— Schallplatten Old School ————— Graz kleines München ————— Schlimmste Anmache Zeig mir deine Brüste

Seite 2


Interview Petty Joy