Page 1

RESTAURANT « HAPPYTOWER » Theaterstück in einem Akt. New York, 11.Septemer 2001./

9. Uhr 35. /

Im 91ten Stockwerk der TWINTOWER I. befindet sich das Restaurant „Happytower“. Das Restaurant ist vollgestopft mit Touristen, die fruestuecken. Ein großes Fenster lässt den Blick frei, auf New York. An einem großen, langen Tisch sitzen 6 Muslims: der Sheik Iben Baqer (55) aus Kuwait, seine beiden palästinensischen Sekretäre, Abdullah (57), dessen Sohn Mussa (38), ein pakistanischer Geschäftsmann, Shukri Benadir (55), islamischer Fanatiker mit seiner jungen Frau Fatima (23) und ihrem kleinen Sohn Machmud (7). Die Gruppe diskutiert animiert über den israelisch-palästinensischen Konflikt. SHUKRI BENADIR: <Wisst ihr warum die Juden lange Nasen haben... (niemand antwortet). Weil die Luft gratis ist>. (Nur er und seine Frau Fatima lachen ). IBN BAQR wirft ein: <Wenn dem so ist, dann sind auch wir Araber, Juden, denn uns fehlt es ja auch nicht an Nasen Länge. Auch wir sind Semiten. Übrigens haben sie, lieber Shukri, nicht bemerkt, dass Sie eine lange, pakistanische Nase haben?> . Im gleichen Moment betritt eine jüdische Familie, Dr Goldberg, ein orthodoxer Jude (75), seine Frau Sara (71), deren erstgeborene Sohn Samuel, ein hyper-orthodoxer Fundamentalist der Sekte Lubavitch (39), und der jüngste Sohn Goldbergs, Moshe Harzahav1, ein laizistischer Israeli (29 ) mit seiner Frau Gila (27) und deren kleinen Tochter Ester (7) das Restaurant „Happytower“. MOUSSA: <Schaut mal wer da hereinkommt, unsere Freunde! Hoffentlich finden sie anderswo Platz.> Das Restaurant ist voll besetzt, der einzige freie Platz befindet sich am langen Tisch, neben den Muslims. Die Juden suchen einen freien Tisch, haben aber keine andere Wahl als sich neben die Muslims zu setzen MOUSSA mit lauter Stimme: <Schaut wie sie stolz hereinspazieren, man sieht ihnen von weitem an, dass Sie die Herren New Yorks sind. Kein Blatt rührt sich hier ohne die Juden>. 1

Die israelis uebrsetzen oft ihre alten Namen, in diesem fall Goldberg auf hebraeisch : = Har zahav.

1


IBN BAQR: <Aber wir Araber haben das Erdoel! > (Inzwischen hat sich die jüdische Familie an den einzig freien Tisch, neben den Muslims gesetzt) MOUSSA: <Wir haben... , ihr habt! Wir Palästinenser haben nichts. Und wem gehören die Petroleum Konzerne, die Banken, die den Petroleum Transport finanzieren? SHUKRI BENADIR: Alles gehört den Juden! Dr. Goldberg Senior, ein begabter Witzerzähler, kann sich nicht beherrschen, er erzählt seiner Familie einen Witz, aber so laut, dass ihn die Muslims hören müssen: Dr. GOLDBERG: Gestern, im Metrpolitan Museum, hat mir mein koreanischer Freund Tschung Diesen köstlichen Witz erzählt: Ein amerikanischer Jude und ein Koreaner sitzen im gleichen Eisenbahnabteil und schauen zum Fenster heraus. Ploetzlich, und ganz unvermittelt, gibt der Jude dem Koreaner eine saftige Ohrfeige. < Warum die Ohrfeige? Habe Ihnen doch nichts gemacht>, schreit der Koreaner. < Das war für Pearl Harbour > , sagt der Jude. <Aber das waren doch die Japaner>, erwidert der Koreaner. <Koreaner, Japaner, Afganer, Iranianer, alles das gleiche, >sagt der Amerikaner Es vergehen 5 Minuten, da gibt der Koreaner die Ohrfeige verdoppelt zurück. <Wie erlauben Sie sich, unverschämt!> <Das war für den Titanic, sagt der Koreaner>. Amerikaner: <Aber das war doch ein Eisberg>. Koreaner: <Eisberg, Blumberg, Goldberg, Schaumberg, alles das gleiche!> Juden und Muslims lachen. Goldberg sagt, sich an die Muslims wendend: <Man sollte nie verallgemeinern.> Da sagt Mussa zu den Juden, ganz unvermittelt und laut: MUSSA: <Warum habt ihr Juden uns Palästina gestohlen?> IBN BAQR:< Mussa, bitte, beherrsche dich! Es gibt sonst ein Skandal!> MOSHEH: (zu Mussa) < Ich höre eben, dass du, wie ich, Mussa heißest . (Reicht ihm die Hand). Ich bin Moshe. Bin Israeli. Es freut mich, wenn du es erlaubst, dass wir ins Gespräch kommen.. Ich und meine Frau Gila wollenden Frieden. Ich habe mich, vor dem Militärkommando geweigert in die besetzten Gebiete zu gehen und weiter auf Kinder zu schießen und Häuser zu sprengen. Falls es nötig sein sollte werde ich für die Existenz Israels kämpfen, aber nie mehr als Okkupant Palästinas. Es ist wichtig, dass wir uns kennen lernen, zusammen sprechen und einen Weg zum Frieden finden,. 2


Leider ist das leichter möglich, hier auf diesem friedlichen Turm, als in Israel oder in Palästina>. Von einem Nebentisch mischt sich ein Journalist , mit einer professionellen Video Kamera ein: TURNER: <Entschuldigen Sie, dass ich mich einmische. Mein Name ist Josef Turner, Universitätsprofessor in Cincinnati. Ich finde das faszinierend, sensationell! Dies sollte der Tisch sein, an welchem man über Frieden

den

diskutiert, nicht diese nutzlosen Gespräche in Camp David.

Der Kern des Problems ist Jerusalem. Darf ich an alle eine Frage stellen: “Was soll mit Jerusalem geschehen?“ Darf ich mit Ihnen anfangen? > Dr. Goldberg: <Jerusalem kann man teilen, es genügt , dass das alte jüdische Quartier mit der Klagemauer bei Israel bleibt>. Samuel Goldberg: <Nie und nimmer, Abba (Vater), Schaeme dich! Jerusalem ist die ewige Hauptstadt Israels. Wenn de Messias kommen wird, werden wir zusammen den dritten Tempel bauen. Jetzt müssen wir die Fundamente vorbereiten. Weg mit dieser islamischen Kuppel aus falschem Gold! (Schaut auf die Uhr). <Um Gotteswillen, es ist schon 9.Uhr 42. Um 10.00 Uhr muss ich in der Synagoge sein. Schalom , Mammele! Shalom Esterle> (Umarmt die JIDDISCHE Mamme und Ester! Rennt weg , ohne die Muslims zu grüßen. SARA GOLDBERG:< Den Arabern kann man nicht trauen, besser wir bauen eine grosse Mauer Und isolieren uns ab>. BENADIR : <Jerusalem ist die Stadt wo Mohamed auf einem Pferd zum Himmel hinauf flog. Die Juden sollen sich ein anderes Land finden!> IBEN BAQR: <Israel muss auf die ganze Altstadt und auf alle im Jahr 1967 besetzten Gebiete verzichten und die Palästinensischen Flüchtlinge zurucknehmen.>. ESTER und MACHMUD:< Jerusalem? Soll nicht geteilt werden! Wir wollen zusammen spielen können!. TURNER: < Koestlich! Die Kinder. Da muss ich Ihnen die ganze Wahrheit sagen. Ich bin nicht Universitätsprofessor, aber Journalist hier in New-York bei der “LA GUARDIA MORNING NEWS”. Ich werde dieses Interview morgen publizieren. ! Da verdiene ich eine Beforderung. Vielleicht engagiert mich die NEW YORK TIMES und sendet mich als Korrespondenten in den Mittleren Osten!> IBEN BAQR: <Sie Lügner, das werden Sie nicht tun. Ich bin Botschafter Kuwaits bei der UNO,

3


und wenn Sie meinen Namen und Foto publizieren, werde ich dafür sorgen, dass sie anderswohin befördert werden... Entschuldigen Sie mich, meine Damen und Herren. Das war zu viel fuer mich.. Ich gehe kurz auf die Terrasse der Twintower einen letzten Blick auf New York werfen, bevor ich nach Kuwait zurück fahre, (Steht verärgert auf ) Mussa, bezahle du für mich. Bin in fünfzehn Minuten zurück. TURNER (steht auf) < Entschuldigen Sie, Hoheit. Ich werde Sie aus dem Interview auslassen>. IBN BAQR: <Das rate ich ihnen!> (Geht weg) TURNER: <Und Sie, Moshe, was schlagen Sie vor für Jerusalem?> MOSHEH: <Die ganze Altstadt, mit Ausnahme der Klagemauer und alle 1967 besetzten Gebiete gehen an die Plestinenser zurück. Das wichtigste ist der Friede zwischen uns!> GILA: <Ausnahmsweise bin ich mit meinem Mann einverstanden > Moshe reicht Mussa die Hand und fragt: MOSHEH:< Seid ihr mit unserem Vorschlag einverstanden?> Wahrend Mussa antworten will, kommt eben ein Kellner „des Happy Towers“ mit dem Frühstück auf einem großen Plateau. Er verteilt die verschiedenen Teller, setzt die Kaffeekanne auf den Tisch und sagt: (Während der Kellner spricht, hört man , leise von weitem das Geräusch eines Flugzeugs) Kellner: <Entschuldigt, dass ich mich einmische. ! Gebt ihr Euch Rechenschaft, meine Damen und Herren, dass wir alle in die Luft fliegen, falls ihr mit euren gegenseitigen Vorwürfen und Racheakten nicht aufhört und endlich gegenseitige Konzessionen macht? > Mussa und Abdullah haben nicht die Zeit auf Moshes Frage zu antworten. Man hört das Geräusch der Flugzeugmotore immer lauter, und näher. Einige rennen an das große Fenster des Restaurants um zu sehen was vor sich geht. Das erste Flugzeug der Kamikaze fährt in die Twintower I. Das Licht geht aus. Dunkelheit. Man sieht nur eine mit Batterie betriebene große Wanduhr , die 9 Uhr 48 anzeigt.

ENDE i Alle Rechte bei SIAE, Rom hinterlegt.

4

HAPPYTOWER  

Im gleichen Moment betritt eine jüdische Familie, Die Juden suchen einen freien Tisch, haben aber keine andere Wahl als sich neben die Musli...