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CRUISER Edition April 2012

Dieses Magazin ist schwul

Photographer Anthony Mangham Aids-Hilfe Schweiz, Regenbogenfamilien, Mr. Gay World, Adele, Breake The Chain, Tim Fischer, Michael Fassbender, Stephanie Heinzmann, Nana Mouskouri, Kino im April, Gay Birma


Eine Partnerschaft, die Früchte trägt. Sie nnen i w e G rten Freika 2 x 15 .ch/ w.zkb w w auf pple pinka ril) 6. Ap (bis 1

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Inhalt

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012 

Editorial Bei der Aids-Hilfe Schweiz herrscht Nervosität. Die Honorarforderung der neuen Präsidentin hat uns veranlasst, zu recherchieren, wie die Aids-Hilfe Schweiz finanziell dasteht, was sie in den vergangenen Jahren mit dem Geld gemacht hat. Wir beleuchten das Thema und lassen auch den Geschäftsführer zu Worte kommen. Unser Ausland-Korrespondent berichtet über das schwule Leben in Birma. Ausserdem nehmen wir Stellung zu einem unsäglichen Weltwoche-Artikel. Branko B. Gabriel traf den Chansonier Tim Fischer. Und es gibt wie immer Musik- und Kultur-Tipps und zusätzlich eine Reihe von Kino-Empfehlungen. Martin Ender, Verleger

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Das Geschäft mit Aids Oder wer schenkt wem was?!

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Statement der Aids-Hilfe Schweiz Die neue Geschäftsleitung nimmt Stellung

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Regenbogenfamilien sind eine Realität Die Weltwoche opponiert

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Branko B. Gabriel trifft... Chansonier Tim Fischer

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Anthony Mangham Photographer

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Zurück in die Zukunft 2012 wird die Kinoleinwand zum Zeitfenster

News 4 • Dr. Martin Lehner 9 • Prominent 12 • News Schweiz 16 Szene 20 • Michael Fassbender 22 • Kultur 28 • Hot 4 You 32 Kolumne 35 • Gay Birma 36 • Musik 38 • Dr. Gay 41 • Pia 41 • Agenda 42



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News

Internationale News

C RU I S E R E d it ion Ap r i l 2 012

Russland

Berlin

St. Petersburg verabschiedet ein Verbot der «Werbung» für Homosexualität.

Bundeswehr für Vielfalt

Mitte März trat in St. Petersburg ein Gesetz in Kraft, das «Werbung» für Homosexualität verbietet. Weitere russische Regionen planen die Umsetzung des Verbots. Internationale Proteste waren die Folge, jedoch ohne Erfolg. Nun organisieren LGBT-Organisationen ihrerseits Massnahmen. Unternehmen wie Pepsi und Mercedes

Deutschlands Armee hat die «Charta der Vielfalt» unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die Bundeswehr, ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen: «Auch in der Bundeswehr spiegelt sich die Vielfalt der Gesellschaft in grossen Teilen wider», erklärte Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU). In der Charta verpflichten sich Unternehmen und Organisationen zur Gleichbehandlung aller Mitarbeiter, «unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.» Ein jährlicher Bericht soll nun die Massnahmen dokumentieren, mit der die Bundeswehr die Charta umsetzt. Die Charta wurde 2006 von den Konzernen Daimler, BP, Deutsche Bank und Deutsche Telekom initiiert. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Inzwischen sind mehr als 1000 deutsche Unternehmen Mitglied.

Berlin sollen das internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg im Juni boykottieren. Auch soll Sängerin Madonna ihr Konzert im August absagen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow lässt sich davon nicht beirren. Gegenüber der Presse liess er verlauten, dass der überwältigende Teil der Bevölkerung Homosexuellen ablehnend gegenüberstehe und gläubig sei. So hat sich auch die russisch-orthodoxe Kirche erneut lautstark für ein Verbot ausgesprochen. Die Diskussion ist im vollen Gang. Das CR-Magazin berichtet in der Mai-Ausgabe ausführlich über die Lage in Russland.

Berlin Aidshilfe gegen Verfolgung HIV-Positiver Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) fordert ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung von Menschen mit HIV, die ihren Sexpartner mit dem Aidsvirus infiziert haben. Es könne sogar zu einer Verurteilung kommen, wenn gar keine Übertragung stattgefunden habe, rügte die DAH in ihrem Mitte März vorgestellten Positionspapier mit dem Titel «Keine Kriminalisierung von Menschen mit HIV!». «Die strafrechtliche Sanktionierung der sexuellen HIV-Übertragung bürdet Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung auf und schadet der HIV-Prävention», sagte DAHVorstandsmitglied Carsten Schatz. Die Strafbarkeit verhindere keine Infektionen, sondern begünstige sie durch die Suggestion, dass allein HIV-Positive für den Schutz zuständig seien. 4

Wulffen-Vorwurf gegen Wowereit Der Berliner Regierungschef Klaus Wowereit hatte 2002 als Ausgleich für einen Gratisflug nach London dem schwulen Beratungszentrum Mann-O-Meter 300 Euro gespendet. Nach dem Schnäppchen- und Vetternwirtschaftsskandal um Deutschlands Ex-Präsidenten Christian Wulff war Wowereit wegen eines Gratisflugs in der Privatmaschine von ExBahn-Chef Heinz Dürr sowie eines Urlaubs in dem spanischen Ferien­haus des Eventmanagers Manfred Schmidt unter Druck geraten. Gegenüber der Berliner Zeitung «Der Tagesspiegel» bestätigte Mann-O-Meter, dass am 16. Juli 2002 die Spende des Regierenden Bürgermeisters zugunsten des Überfalltelefons Maneo vergebucht worden sei. Zuvor hatte Wowereit erklärt, er habe seinerzeit an eine gemeinnützige Organisation gespendet, um Vorwürfe der Vorteilsnahme, auf Neudeutsch «wulffen», entgegenzutreten.

Köln Schützenbruderschaft schiesst scharf Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) hat nach einem Homo-Verbot angeblich Morddrohungen erhalten. BHDS-Sprecher Rolf Nieborg sagte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur, er werde bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige erstatten. In E-Mails an den konservativen


News

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012 

BHDS habe es geheissen: «Dafür wollen wir Euch hängen sehen!!! Ihr und Eure Familien werdet nicht mehr glücklich!!!». Der Schützenverband hatte es schwulen Schützenkönigen verboten, gemeinsam mit ihrem Lebenspartner bei offiziellen Veranstaltungen aufzutreten. Gleichgeschlechtliche Königspaare seien mit der christlichen Tradition der Bruderschaften nicht vereinbar.

Strassburg Homo-Ehe ist gleich Inzest Der britische Europaabgeordnete Roger Helmer hat sich erfolgreich in die Riege der dummen Ewiggestrigen eingereiht. Als aktiver Homo-Hasser hat sich der Politiker gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben mit der Begründung ausgesprochen, dann müsse man logischerweise auch Inzest und Viel-Ehen anerkennen. Helmer setzt sich zudem für die «Heilung» der Homosexualität ein und hält Homophobie für eine Propagandalüge schwul-lesbischer Aktivisten. Der 68-Jährige ist Mitglied der rechtspopulistischen UK Independece Party, die im Europaparlament eine Fraktionsgemeinschaft mit anderen Rechtspopulisten wie der italienischen Lega Nord und den «Wahren Finnen» eingegangen ist.

Strassburg Mazedonien und BosnienHerzegowina gerügt Mazedonien und Bosnien-Herzegowina müssen mehr für die Menschenrechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) tun, bevor sie der EU beitreten können. Das ist die Kernforderung des Forschrittsberichts des Europäischen Parlaments über den Stand der Menschen- und Bürgerrechte in den beiden ehemaligen jugoslawischen Staaten. Gesetze über Verbot von sowie Vorbeugung und Schutz vor Diskriminierung von Menschen mit ihren vielfältigen sexuellen Orientierungen seien eine Voraussetzung für den EU-Beitritt, betonte das Parlament. Das Parlament fand es zudem bedenklich, dass in Lehrbüchern für Universitäten und Schulen der beiden Länder Homosexualität noch als Krankheit beschrieben werde. Der Bericht verzeichnete aber auch einige Fortschritte bei den LGBT-Rechten.

London Homo-Ehe im Sommer Die britische Regierung unter dem konservativen Premierminister David Cameron hat Pläne für die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare vorgelegt. Legalisiert



werden soll lediglich die zivilrechtliche Trauung, während kirchliche Eheschliessungen gleichgeschlechtlicher Paare ausgeschlossen sind. Trotz dieses Entgegenkommens laufen die Kirchen Sturm gegen die Homo-Ehe. Besonders die katholische Kirche, eine Minderheitsreligion in Grossbritannien, führt einen antischwulen Propagandafeldzug. Der schottische Kardinal Keith O‘Brien nannte die Homo-Ehe eine «groteske Zersetzung eines allgemein akzeptierten Menschenrechts». In Grossbritannien sind auch kirchlich geschlossene Ehen zivilrechtlich anerkannt.

Dänemark Homo-Hochzeit bald möglich? Wenn alles nach Plan läuft, können ab dem 15. Juni Dänemarks Schwule und Lesben heiraten. Der Gesetzentwurf von Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sieht vor, dass die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare auch in Kirchen der evangelisch-lutherischen Staatskirche möglich sein soll. Allerdings sollen Pfarrer die Freiheit haben, die Trauung von Schwulen und Lesben ablehnen zu dürfen. Umfragen dänischer Medien zufolge wollen rund 70 Prozent der Pfarrer gleichgeschlechtliche Paare nicht diskriminieren. Dänemark wäre das elfte Land, das Schwule und Lesben im Eherecht mit Heterosexuellen gleichstellt. Bereits 1989 hatte das skandinavische Königreich als erstes Land der Welt eingetragene Partnerschaften eingeführt. 2009 waren homosexuelle Paare im Adoptionsrecht gleichgestellt worden.

USA Rechte Christenmütter gegen Spielzeugkonzern Die christliche US-Gruppe «One Million Moms» ruft zum Boykott von Toys ’R‘ Us auf. Die zur rechtslastigen American Family Association gehörenden Millionenmütter werfen dem Spielwarenhändler vor, ein homofreundliches Comic-Heft im Sortiment zu haben. Im Comic «Life with Archie» wird auf der Titelseite die Eheschliessung der schwulen Figur Kevin Keller mit seinem Freund gezeigt. Die neue schwule Figur in dem traditionsreichen Comic wurde von der grossen Mehrheit der Fans weltweit wohlwollend aufgenommen. Die Archie-Comicserie ist bereits seit Anfang der 1940er-Jahre auf dem Markt. Kurz vor dem Kreuzzug gegen Kevin hatten die fundamentalistischen Mütter zum Boykott von JC Penney aufgerufen. Grund: Die Kaufhauskette hatte die offen lesbische Talkmasterin Ellen DeGeneres als Werbegesicht verpflichtet.

Sacramento Kirche opfert Obdachlose Der katholischen Kirche ist Prinzipientreue wichtiger als soziales Engagement. Deshalb muss in Zukunft das Obdachlosenheim «Francis House» in Kaliforniens Hauptstadt ohne finanzielle Unterstützung der Kirche auskommen. Damit bestrafen die frommen Männer die Heimleiterin Faith Whitmore für ihren Mut, sich für das Recht auf Ehe von Schwulen und Lesben einzusetzen. Withmore, eine Pastorin der Kirche der Methodisten, reagierte verblüfft auf die katholische Inquisition. Sie habe sich über die Homo-Ehe als Bürgerin und nicht im Namen des ‚Francis House‘ geäussert. Whitmore ist seit vielen Jahren eine engagierte Streiterin für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Kuala Lumpur Gericht gegen Polizeiwillkür Ein Gericht in Malaysia hat das polizeiliche Verbot des Homo-Festivals «Seksualiti Merdeka» für rechtmässig erklärt. Das Verbot stelle keinen Verstoss gegen das in der Verfassung garantierte Recht der freien Meinungsäusserung dar, befand Richterin Rohana Yusuf in erster Instanz. Einmal mehr habe «die Stimme der Extremisten die der Toleranz übertönt», kritisierte Schwulenaktivist Pang Khee das Urteil und warnte vor dem Abgleiten Malaysias in einen Polizeistaat: «Wenn die Polizei willkürliche Befugnisse erhält, die nicht von Gerichten überprüft werden können, dann kann sie diese Befugnisse nach Gutdünken missbrauchen.» Die Behörden in Kuala Lumpur hatten im vergangenen Herbst die Ausrichtung von «Seksualiti Merdeka» (Freiheit der Sexualität) auf Druck islamischer Hardliner untersagt.

Brisbane Homophobie als Wahlkampfmittel Ein Wahlspot gegen die Homo-Ehe des Politikers Bob Katter sorgte in Australien für Aufregung. In dem 30-Sekunden-Spot fragt eine Stimme aus dem Off, ob die Zuschauer seinen Wahlkreisgegner «Campell Newman wirklich kennen», ob er für Familienwerte stehe und bereit sei, «gegen die Grünen oder andere Minderheiten-Gruppen» vorzugehen. Homo-Aktivisten haben die Wahlwerbung als «homophob» kritisiert. Katters offen schwuler Halbbruder geisselte die Wahlwerbung als «Beleidigung für Schwule und Lesben in Queensland». In Queensland wurde Ende März ein neues Parlament gewählt. In Australien steht die Einführung der Homo-Ehe auf der politischen Agenda. Umfragen zufolge sprechen sich etwa 70 Prozent für die Gleichstellung aus. 5


Dossier

C RU I S E R E d it ion Ap r i l 2 012

Das Geschäft mit Aids Oder wer schenkt wem was?! Das unzensierte Oster-Dossier von Lola Sara Arnold-Korf

6 © by Stefan Büchi


C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012 

Rund acht Millionen Franken flossen seit 2008 jährlich in die Kasse der AidsHilfe-Schweiz. Etwa die Hälfte der Einnahmen ging für Personalkosten drauf, ein kostspieliger Umzug kam hinzu. Die Reise- und Repräsentationskosten für Projekte stiegen von 2009 bis 2010 auf das Doppelte. Professionalisierung heisst das neue Zauberwort der Präsidentin, die erst 50 000 Franken wollte und sich nun unter Druck mit 30 000 Franken zufrieden gibt. Irgendwann in den 80er-Jahren traf sich ein kleines Häufchen engagierter Schwuler und beschloss die Aids-Hilfe zu gründen. Ob selbst betroffen oder Freund eines Betroffenen, die «Schwulenseuche», wie man Aids damals noch nannte, rief Helfer jeder Berufs- und Unternehmergattung auf den Plan. Nicht das private finanzielle Glück stand im Mittelpunkt, sondern die Sache und der tiefempfundene Schmerz. Wahre Aktivisten der Szene bemühten sich anfangs noch mit Luftballons, pinkfarbenen Dreiecken, roten Schleifen und Strassenaktionen die Öffentlichkeit für das Schicksal der HIV-Positiven und an Aids Erkrankten zu sensibilisieren. Mit Blumensträussen und praktischer Lebenshilfe versuchten sie, einen Hauch von Farbe in den tristen und deprimierenden Alltag der Betroffenen auf den zahlreichen Aids-Stationen zu bringen. Längst vorbei sind diese Zeiten. Die Aids-Hilfe Schweiz ist zum Label verkommen. «Ist ja ganz heavy, dass ich dem Land mal erkläre, was professionell ist», tönt die neue Präsidentin Doris Fiala in Richtung des Moderators Markus Gilli auf TeleZüri. Und dezent überschminkt prostete die ehemalige Reiseleiterin noch einen oben drauf: «Ich habe das Wort Ehrenamt nie in den Mund genommen… Wenn es jemanden mit meiner Qualifikation gibt, dann gebe ich das Amt gerne ab.» Wir sind Kaiserin und der Hofstaat folgt. Mitte März beschloss der Vorstand einstimmig die Gefolgschaft.



Dossier

Die Hälfte geht ans Personal – auch schöne Feste und Feiern müssen sein

Gerne wird auf die 13,7 Prozent Verwaltungsausgaben im Jahre 2010 verwiesen (2009 waren es noch 11,9 Prozent). Nicht so gerne spricht man aber über die Personalausgaben: Bei Projekten waren es 2010 CHF 2 882 710 (im Jahr 2009 knapp 2,75 Millionen), für die Geschäftsstelle allein an Personalkosten CHF 755 609 (im Jahr 2009 knapp CHF 740 000), administrativer Projekt-Personal-Aufwand zusätzlich CHF 23 388 (CHF 24 340 im Jahre 2009), für Fundraising-Personal standen 2010 genau CHF 123 446 zu Buche (im Jahre 2009 waren es CHF 23 134, sechs Mal weniger). Summa summarum kamen die Personalkosten der Aids-Hilfe Schweiz im Jahre 2010 auf den Stolzen Betrag von 3,785 Millionen Franken zu stehen. Ein wahres Unternehmen! Und das bei Einnahmen von knapp 8 Millionen Franken. Rechnet man die Sachkosten von 2,137 Millionen Franken dazu, liegen wir bei fast 6 Millionen Franken an Ausgaben. Das nennt man dann wohl mehr als luxuriös und das Ganze hat wohl nichts mehr mit den alten Recken, den Aktivisten von einst zu tun. Die Öffentlichkeit belässt man lieber im nebligen Tal der Ahnungslosen. Auch der vom CR eingereichte Fragenkatalog wurde von der Aids-Hilfe Schweiz zurückgewiesen. Man werde darauf nicht eingehen, hiess es. So blieb nichts anderes übrig, als bei der Recherche auf bereits von offizieller Stelle veröffentlichtes Material zurückzugreifen. In der Pressemitteilung vom 25. Januar dieses Jahres steht: «30 Prozent Personalressourcen haben wir in den letzten zwei Jahren eingespart.» Die Statistik lügt bekanntlich nie. Zweifelsohne wurde der Mitarbeiterstamm verkleinert, die Personalkosten stiegen dennoch von 2008 bis in das Jahr 2010 konstant an. Über die Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 deckte sich der Mantel des Schweigens. Darüber wollte die Pressesprecherin der AidsHilfe Schweiz keine Auskunft geben. Muss und darf man es so verstehen, dass zwar Personal eingespart wurde, aber die Gehälter für die verschiedenen Profis bzw. für die eingeschworene Gemeinschaft stiegen? Der hinterbliebene, tonnenschwere Personal-Sandsack mit immer noch über 30 Mitarbeitern muss erst einmal finanziert werden. Frei nach dem Motto: Alle denken an sich, ich denke nur an mich! Getrieben von der Angst um sinkende Spendeneinnahmen sollte mit Doris Fiala nun kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Dies ist leider nicht immer von Erfolg gekrönt. Denn: zunehmend stellen sich Spender und solvente Unternehmen der Schweiz die Frage nach dem Sinn ihrer Finanzspritze. Gerüchte kreisen durch den Blätterwald: Wer hilft wem? Und wer hilft uns?

Wahre Kaiserinnen thronen samt Hofstaat im Palast der Eitelkeiten – jenseits des schnöden Volkes Doris Fiala und den Vorstand lassen derlei Geschichten kalt. Man würde doch so gerne wieder zum Tages-Beschaffungs-Geschäft übergehen. Dies um so mehr, da man doch gerade erst im Dezember 2010 mit einem lächerlichen Umzugsaufwand von CHF 200 000 aus Spendengeldern wieder in die früheren Räumlichkeiten (zwischenzeitlich war die Aids-Hilfe Schweiz an unterschiedlichen Orten untergebracht) gezogen ist. Auch wenn es ums Feiern geht, darf mal Geld fliessen. Schliesslich sind ja allein die Reise- und Repäsentationskosten der Aids-Hilfe vom Jahr 2009 zum Jahr 2010 von CHF 67 179 auf CHF 127 914 gestiegen. Zumindest Doris Fiala lässt es richtig krachen wie man ihrem – aus dem Hauptquartier der 7


Dossier Aids-Hilfe-Schweiz – dem «Sonntag» zugespiel­ ten Arbeitsrapportblatt vom Januar 2012 entnehmen darf. Ihre 20 Prozent Anstellung verdingt sie vorzugsweise im Rahmen fröhlicher Besprechungstermine, aber auch TV-Auftritte werden als Arbeitszeit abgerechnet. Viele Stunden lässt sie dafür verbuchen. Immerhin: Auch das «Aktenstudium auf diverse Termine hin» wurde zählbar in Stunden ordnungsgemäss in den Arbeitsrapport eingetragen.

HIV-positiv? Aids-krank? Arbeitslos? Verarmt? Dafür können wir nichts! Auch Direktbetroffene haben in den letzten Jahren, die eine oder andere Erfahrung mit der Aids-Hilfe Schweiz gemacht. Artikel «Schmuddelkinder» im CR. Über den knapp 400 000 Franken zählenden «Solidaritätsfonds» können Betroffene finanzielle Unterstützungen in Krisensituationen bei der Aids-Hilfe Schweiz beantragen. Das Prozedere findet sich auf einer Unter-Unter-Webseite der Organisation. Man will ja keine schlafenden Hunde wecken. Die Antragsformulare (nicht unwesentlich bescheidener als beim Sozialamt) kann man sich dann als Pdf-Datei runterladen und ausdrucken – sofern man noch einen funktionierenden Heimdrucker besitzt. Erst kürzlich klagte die AidsHilfe Schweiz über den enormen Zulauf und die wachsende Zahl der Antragstellern. Ausgeben will man im Haus jedoch nicht mehr als 5 Prozent der Gesamtausgaben. Wie in jeder gut organisierten, professionellen Einrichtung verlegt man sich lieber aufs Abwimmeln. Dazu meint Ricardo S.: «Ich war in einer Krisensituation. Ich hatte erfahren, dass ich HIV-positiv bin und lag wochenlang im Bett. Das Ergebnis meiner Depression war, dass ich nicht mehr gearbeitet habe und so nicht mehr meine Krankenkasse bezahlen konnte. Am Ende wollte ich mich umbringen. Da kam dann ein Freund und verwies mich an die Aids-Hilfe Schweiz. Die Protokollfragen waren grauenvoll.»

Marktführend in Sachen Prävention und Rechtsberatung für Gestrandete Da wäre ja noch die Rechtsberatung und der Präventionsfonds. «Dass ist mir mittlerweilen völlig egal», resümiert Ricardo S. resigniert. «Diese Informationen konnte ich mir auch kostenlos auf Wikipedia im Internet runterladen. Nach all den Wochen des Wartens habe ich dann meine HIVMedikamente bei Freunden besorgt. Sonst hätte ich wie viele von meinen Bekannten heute auch Resis­tenzen auf die Medikamente und hätte andere HIV-Positive de facto neu angesteckt.» Gemeint ist das gute Viertel HIV-Positiver, vor allem in Grossstädten wie New York und London, aber auch Zürich, die irgendwann ihre Zuzahlung zu den HIV-Medikamenten und ihre Krankenkasse nicht mehr zahlen konnten. Nach Absetzen der Medikamente mutieren die Viren, die Medikamente nützen nichts mehr und Sexpartner mit denselben Medikamenten infizieren sich neu durch die resistenten Viren. «Das ist ein Riesenproblem. Vor allem in der Zukunft gehen uns durch diese resistenten Viren, die sich immer schneller verbreiten, die Arsenale an wirksamen HIV-Präparaten aus», sagt Dr. Martin Lehner. «Dass die Aids-Hilfe Schweiz lieber in ihren aufgeblasenen Verwaltungsapparat investiert und 8

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nicht am Stopp der Verbreitung des Problems arbeitet, ist traurig. Ein HIV-Positiver, der sich seine Medikamente nicht mehr leisten kann, hat nicht einmal die Zeit von 10 Tagen, um schleunigst an die Medikamente zu kommen. Der kann nicht Wochen auf ein Zeichen der Aids-Hilfe Schweiz warten.» Glücklicherweise hat die Eidgenossenschaft wenigstens das Problem mit den Medikamenten seit 1.Januar 2012 gelöst! Seither gibt es keine Leistungsaufschübe bei NichtBezahlung der Krankenkassenprämien mehr. Die Kantone übernehmen 85 Prozent der Verlustscheine. Ein Therapie-Abbruch ist also nicht mehr zwingend für HIV-Betroffene. Daumen hoch! Und dennoch: Ein Schelm der Schlechtes denkt, wenn es um die Aussichten des Solidaritätsfonds 2012 geht. Löcher zu stopfen zugunsten des Personal-Apparats ist schliesslich die Spezialität der Aids-Hilfe-Schweiz. Da kann man doch beim Solidaritätsfonds kräftig einsparen. Andeutungen dahingehend gab es bereits 2011 bei eifrigen Telefonaten von Call-Agents aus professionalisierten Marketing-Unternehmen an potente Spender.

Bei uns ruft niemand selbst beim Spender an In den letzten Jahren wurden eifrig Callcenters für die Spenden-Akquise vor den – angeblich blutleeren – Karren der Aids-Hilfe Schweiz gespannt. Bekanntlich verbleibt ein Grossteil der Spende beim Callcenter bzw. der Marketing-Agentur. Von 50 Franken Spende kommen, nach Abzug sämtlicher Kosten, im Idealfall nur 25 Franken in der Organisation an. Verrechnet man die Personalkosten, Versandkosten, Druckkosten, Werbematerial und und und bleibt nicht viel übrig für die HIV-Betroffenen und Aidskranken. 2010 lag der Ertrag der brieflichen Spendensammlung bei knapp 3,9 Millionen Franken. Der Aufwand lag demgegenüber bei knapp 1,95 Millionen Franken. Man scheint bei der Aids-Hilfe Schweiz dennoch stolz auf das Ergebnis der Professionalisierung. Wie schön! Es gibt auch andere Beispiele. «Wir haben uns von Anfang an gegen Callcenters entschieden. Natürlich sind wir als Dachverband der Schwulen der Schweiz nicht so professionell wie die AidsHilfe. Bei uns arbeiten drei Mitarbeiter Teilzeit und die Spenderbriefe verschicken Freiwillige meist alle paar Monate am Mittwoch. Danach machen die Freiwilligen so eine Art soziales Kaffekränzchen», sagt Pierre Andre Rosselet von Pink Cross, dem Dachverband der Schweizer Homos mit 2200 Mitgliedern und einem Jahresetat von 385 000 Franken. Auch Dr. Martin Lehner, Mitglied der Zürcher Aids-Hilfe (siehe Interview im Anschluss des Artikels), schliesst sich dem an: «Ich verstehe es nicht mehr. Dass Aids zum Geschäft wird, kannte ich bisher nur aus der Pharmaindustrie. Die viel zu früh Verstorbenen würden sich im Grab umdrehen, wenn sie dem heutigen Vorstand der Aids-Hilfe Schweiz begegnen müssten. Man beschenkt sich selbst und hat sich schon vor Ostern ein weiteres Ei ins Nest gelegt.» Kurz vor Redaktionsschluss hat die AidsHilfe Schweiz erfahren, dass CR in der AprilAusgabe am Thema dranbleibt. Allenfalls auch ohne ihre Stellungnahme. In allerletzter Minute hat die Geschäftsleitung nun unsere Fragen beantwortet. Siehe Seite 10.

Kommen tar des V erlegers

Gewissenskonflikt

Wir haben vor einem Monat einen Stein ins Rollen gebracht. CR hat die Entlöhnung der neuen Aids-Hilfe-Präsidentin angeprangert. Doris Fiala und damit auch die Aids-Hilfe Schweiz wurden zum dominierenden Thema der Schweizer Presse. In den Online-Versionen der grossen Tageszeitungen hagelte es Proteste und gab’s harsche Kritik bis hin zum Unverständnis, dass sich der Vorstand weiterhin einstimmig hinter seine Präsidentin stellt. Die Aids-Hilfe Schweiz erlitt einen enormen Image-Schaden, redete selbst von einem Scherbenhaufen und einem zusätzlichen Einbruch der Spenden, auf welche die Organisation mehr denn je angewiesen ist. Mit dem Rücken zur Wand übte sich die AidsHilfe Schweiz fortan in der Schadensbegrenzung. In diesen Massnahmenkatalog gehörten auch Kontakte zur Presse. Der Wunsch nach Ruhe im Blätterwald war laut hörbar. Also vorläufig keine Berichte mehr veröffentlichen? Dem Ansinnen stattgeben oder nicht, hat mich in einen Gewissenskonflikt gebracht. Soll ich mir Schuld auf bürden, wenn aufgrund eines weiteren Artikels im CR noch mehr Spender abspringen? Natürlich wäre es für die Aids-Hilfe Schweiz gut, wenn jetzt mediale Ruhe eintreten würde. Seit ich den CR herausgebe, habe ich die Aids-Hilfe nach unseren Möglichkeiten unterstützt. Der wichtigen Aufgabe der Aids-Prävention zuliebe. Der Hilfe zuliebe, die an Betroffene geleistet wird. Ich kann aber den CR-Leser in dieser Ausgabe nicht alleine lassen. Offene Fragen, die in diesen Tagen zuhauf an mich gestellt wurden, muss ich zu beantworten versuchen. Darum erscheint in dieser Ausgabe ein kritischer Bericht über die Aids-Hilfe Schweiz. Mir ist klar, dass wir den Artikel zu einem heiklen Zeitpunkt veröffentlichen. Der neue Geschäftsführer, Michael Kohlbacher, hat eben erst das Steuer übernommen. Frau Fiala steht ganz am Anfang des Weges, der zum Turnaround führen soll. Einen ersten Schritt hat sie zumindest – nach dem Aufdecken des CR und in Folge auf Drängen der ZEWO – bereits gemacht: Sie hat auf 20 000 Franken Honorar verzichtet. Mir ist zudem klar, dass die Autorin Lola Sara Korf zugespitzt formuliert und dass auch nüchterne Zahlen aus dem Rechnungsbericht (2010, neuere Zahlen wurden ihr nicht ausgehändigt) unterschiedlich betrachtet werden können. So beziffert die Aids-Hilfe die Verwaltungsausgaben auf 13,7 Prozent (gemäss ZEWO ein akzeptabler Prozentsatz). Unsere Autorin hingegen sieht in erster Linie, dass von gut 8 Millionen «nur» 400 000 Franken für die Direktbetroffenen bereitstehen (also gerade mal 5 % vom Gesamtertrag oder 10 % der Spendengelder). Dazwischen liegt sehr viel Geld. Wir wollen hier lediglich zum Nachdenken anregen, ob dieses Geld, nach Abzug von Direkthilfe und Verwaltungsausgaben, sinnvoll – ganz und gar im Sinne der Spender – eingesetzt wird. Darüber nachzudenken, muss auch ausserhalb der Organisation Aids-Hilfe Schweiz in aller Offenheit erlaubt sein.

Martin Ender


Dossier

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012 

«Wir finden eine Lösung!»

Das Basis-Interview zum Thema Aids-Hilfe Schweiz mit Dr. Martin Lehner Von Lola Sara Arnold-Korf

Dr. Martin Lehner praktiziert in Höngg als Zahnarzt und Lebensberater für schwule, heterosexuelle, alte und junge Kundschaft. Bekannt ist er den CR-Lesern durch die jährlichen Drogen-Reports. Er ist auch seit vielen Jahren Basis­ mitglied der Zürcher Aids-Hilfe und munterer Spender, der auch bei finanziell schwierigen Situationen seiner Patienten eine Lösung findet. Für den CR sprach Lola Sara Arnold-Korf mit ihm. CR Du bist Mitglied der lokalen Zürcher AidsHilfe und wirkst aber etwas irritiert, wenn es um die Aids-Hilfe Schweiz geht. Dr. Martin Lehner In Zürich wird, soweit ich das mitbekomme, gute Arbeit an der Basis geleistet: Prävention durch eine Liste von Aktivitäten, Aufklärung durch Kampagnen, Streetworker, Telefonberatung, Rechtsberatung, Auf klärungsarbeit bei MigrantInnen, Begleitung und Hilfestellung für Betroffene sowie ein unbürokratisches medizinisches Angebot bei der Anlaufstelle Checkpoint. Mein grosser Dank gilt all diesen Basismitarbeitern, die sich wahrscheinlich nicht jede Minute ihres Einsatzes vergüten lassen. CR Wohl wahr und ein sehr wichtiger Punkt, auf den es hinzuweisen gilt. Es gibt aber auch andere Aspekte ausserhalb der Basisarbeit – oder? Dr. Martin Lehner Ja. Es bleibt die grosse Frage, ob die angekündigte und begonnene Professionalisierung der Strukturen sich wirklich im Erfolg des Fundraisings niederschlägt und ob die Spendengelder wirklich da ankommen, wo sie gebraucht werden. Wer spendet, der hat emotionale Beweggründe. Ich weiss nicht genau, ob Professionalisierung der Spendeneintreibung sich nicht eher abträglich für den Erfolg auswirkt. CR Neben der durch die Aids-Hilfe Schweiz ausgegebenen Parole hin zu Professionalisierung ist auch immer wieder die Rede von Vernetzung. Wie stehst du dazu? Dr. Martin Lehner Es wäre zu wünschen, dass die angeführte politische Vernetzung nicht nur als Argument für die Höhe der Honorarforderungen steht. Das sollte sich dann schon als Argument für Qualität beim Vertreten der Interessen der Aids-Hilfe gegenüber dem Bund, den Kantonen, der Wirtschaft darstellen und zu einer Geldvermehrung in den Vereinskassen führen. Die Mittelknappheit der öffentlichen Hand spricht eher dagegen. CR 50 000 Franken Honorar für die neue Präsidentin Doris Fiala waren auf Dauer nicht mehr haltbar. Grosszügig verzichtete sie Mitte März auf 20 000 Franken. Reicht das aus? Dr. M artin Lehner Befremdlich ist die Situation allemal. 30 000 Franken bleiben Frau Fiala ja noch. Und ganz freiwillig hat sie diesen Schritt ja nun auch nicht gemacht. Da wollen wir mal realistisch bleiben. Ich denke mir, ob jetzt nicht langsahm die gesamte Chefetage an der Reihe wäre, bei den Salär-Vorstellungen ein Zeichen der Solidarität zu setzen und mehr im Interesse



der Sache zu handeln – also ein beispielhaftes Vorbild zu sein. Das sieht aber sicherlich nicht so aus. Wir werden sehen, ob da wieder einmal eine soziale Organisation ad absurdum geführt wird. Es ist sicherlich ein Schlag ins Gesicht für viele Betroffene, die diese Diskussion mitverfolgen müssen. CR Was verbindest du mit der Aids-Hilfe? Dr. Martin Lehner In den Anfängen der Aids-Hilfen waren das Selbsthilfegruppen. In den frühen1980er-Jahren waren die Gründungsmitglieder Betroffene, Freunde und Angehörige von Betroffenen, die grossteils ehrenamtlich für ihre Sache einstanden. Ich kenne das persönlich aus meiner Studienzeit in den 90ern in Deutschland, in Freiburg im Breisgau. Zum Glück entwickelte sich dann auch ein Bewusstsein für die Problematik in der Politik, sodass auch eine Unterstützung von ganz oben kam. Die ist sicherlich im Zuge chronisch leerer Kas-

Dr. Martin Lehner © by Stefan Büchi sen gekürzt worden. Umso wichtiger ist es aber doch, dieses Defizit durch vermehrte Solidarität und Bescheidenheit auszugleichen. CR Wie wird deine künftige Unterstützung aussehen? Dr. M art in Lehner Für die kleine Zürcher AidsHilfe (ZAH) spende ich gerne. Persönlich setze ich mich für Gleichbehandlung von HIV- oder Nicht-HIV-Patienten ein, sofern dies medizinisch möglich ist. Bei finanziellen Problemen meiner Patienten gilt es, alle unterstützenden Möglichkeiten auszuschöpfen. Im Allgemeinen findet sich immer eine Lösung! CR Vielen Dank für das offene Interview. 9


Dossier

Statement der Aids-Hilfe Schweiz

Die Geschäftsleitung nimmt in allerletzter Minute Stellung zu den Fragen von Lola Sara Arnold-Korf

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«Not amused» war die AidsHilfe Schweiz, als CR ihr einen Fragenkatalog zur Finanzlage unterbreitete und wissen wollte was sie in den letzten Jahren mit dem Geld gemacht hat. Man übte sich über Wochen in aktivem Schweigen. Nachdem publik wurde, dass im CR-Magazin ein Bericht erscheint, nahm der neue Geschäftsführer, Michael Kohlbacher, in allerletzter Minute vor Drucklegung Stellung. Hier seine Antworten. CR Über den Solidaritätsfonds Einzelhilfe unterstützt die Aids-Hilfe seit vielen Jahren unmittelbar Betroffene in schwieriger finanzieller und sozialer Situation. Die Zahl der Antragsteller / Hilfsbedürftigen hat laut AHS 2011 deutlich zugenommen. Worin könnten die Ursachen liegen? Im Jahr 2010 gab die Aids-Hilfe CHF 419 720 für den Solidaritätsfonds aus. Welche Ausgaben gab es laut vorläufiger Bilanz 2011 (siehe Pressemitteilung vom 25. Januar 2012)? Wie viel Prozent machten diese Ausgaben im Verhältnis zu den Gesamtausgaben aus? Michael Kohlbacher Uns ist wichtig, dass alle Betroffenen, die auf Unterstützung angewiesen sind, diese auch erhalten. Es werden deshalb keine Anträge wegen fehlender Fondsgelder abgelehnt. Reicht die Spendendotierung für die Anträge nicht aus, wird der Fonds aus Reserven alimentiert (wie z.B. 2010). Bis zum Jahr 2010 wurden neben Einzel-Unterstützungsanträgen auch noch Projekte aus dem Solidaritätsfonds finanziert. Im Jahr 2010 wurden ca. 300 000 Franken für die Einzelhilfe ausbezahlt (bzw. CHF 419 720 ist inklusive Solidaritätsprojekte). Im 2011 sind es gemäss vorläufiger Bilanz ca. 250 000 Franken. Schwankungen gibt es immer. Im 10-Jahresvergleich ab 2000 war zuerst ein Rückgang der Anträge, danach ein Anstieg und in den letzten beiden Jahren wieder eher ein Rückgang der Anträge festzustellen. Besonders häufig unterstützen wir Antragsteller /Antragstellerinnen, die eine IV beziehen. Der Solidaritätsfonds wird gemäss Fondsreglement mit 14 % der Spendeneinnahmen des Vorjahres dotiert. CR Das «neue Schlagwort» der AHS nennt sich Professionalisierung. Richten sich beispielsweise künftige Angestelltenverhältnisse ausschliesslich nach der professionellen Eignung oder spielen auch noch Verbundenheit, persönliche Betroffenheit u.ä. eine Rolle in den Personalausschreibungen? Michael Kohlbacher Im Vordergrund stehen die beruflichen Qualifikationen. Bei gleicher Qualifikation gilt das GIPA-Prinzip, d.h. HIV-Positiven, aber auch Angehörigen von anderen Zielgruppen der Prävention wird der Vorrang gegeben. Für das Programm MSM werden nur Schwule angestellt. CR Im Januar 2012 wurde auf die «massiven Kostensenkungsmassnahmen» hingewiesen. Vor allem die Reduzierung der Personalressourcen wurde als Grund angegeben. In der Betriebsrechnung der Jahre 2008 bis 2010 er-

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höhten sich die Projekt-Personalkosten dennoch stetig. Von CHF 2 693 296 auf CHF 2 882 710. Wie sieht die vorläufige Personalkosten-Bilanz / Projekte für 2011 aus? M ichael Kohlbacher Projekt-Personalkosten gemäss vorläufiger Bilanz 2011: 2 441 649. Entwicklung des Gesamt-Personalstandes der AHS: 1.1.2010: 3 455 Stellenprozent, 31.3.2012: 2 330 Stellenprozent. Die etwas verzögerte Entwicklung bei den Lohnkosten ist durch Kündigungsfristen / Lohnfortzahlungen erklärbar. CR Stichwort Professionalisierung: Die AHS hat in den letzten Jahren zunehmend vom Instrument der Beauftragung externer Werbe-/ Marketingagenturen Gebrauch gemacht. Bekanntlich verbleibt ein Grossteil der Spendeneinnahmen bei jenen Wirtschaftsunternehmen. Mit welchen PR-Marketingagenturen arbeitete man 2011 mit welchen Ergebnissen?

Michael Kohlbacher, neuer Geschäftsführer der Aids-Hilfe Schweiz Michael Kohlbacher Das stimmt nicht. Die AHS arbeitet nicht mit PR-Agenturen. Wie andere NPOs auch arbeitet die AHS aber seit Jahren mit externen Fundraising-Dienstleistern, um auf dem Spendenmarkt möglichst gut bestehen und möglichst viele Spenden für die wichtige Arbeit im HIV / Aidsbereich einwerben zu können. CR Wie oft werden jährlich Spendenaufrufe verschickt? Mit welchem finanziellen Aufwand ist dies neben den Portokosten verbunden? Welche Ergebnisse hat man erzielt? Michael Kohlbacher Seit Jahren sammeln wir mit dem sehr günstigen Fundraising-Instrument Direct Mail erfolgreich in der Bevölkerung für die HIV / Aidsarbeit. Dank AZB-Newsletter und Massenversand profitieren wir von sehr güns­ tigen Protokosten. Mit einem Aufwand von rund 1.5 Mio. sammeln wir so jährlich 4 Mio. Franken. CR Die alleinigen Gesamtausgaben der Geschäftsstelle sind vom Jahr 2009 auf 2010 von 868 626 Franken auf 908 965 Franken ge-


Dossier

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stiegen. Konnte dieser Trend nach der vorläufigen Bilanz 2011 umgekehrt werden? M ICH A E L KOH LBACH E R Ja – 2011 gemäss provisorischer Bilanz: 776 033 Franken CR War in Zeiten sich leerender Kassen ein knapp 200 000 Franken teurer Umzug im Dezember 2010 aus heutiger Sicht notwendig? MICHAEL KOHLBACHER Ein Umzug erfolgte im Jahr 2008 und zwar aus Sparüberlegungen: 2008 platzten wir aus allen Nähten, eine zusätzliche Anmietung bzw. ein Umbau von Räumen an der Konradstrasse wäre teurer gekommen. Dabei fielen Umzugs- und Umbaukosten an. Im Laufe der nächsten drei Jahre musste wegen eines vorher nicht absehbaren Entzugs von Aufträgen des BAG die Geschäftsstelle redimensioniert und Personal abgebaut werden und der Platzbedarf wurde kleiner. Deshalb wurden die vorher benötigten zusätzlichen Räumlichkeiten wieder aufgegeben. Der Nachmieter hat dabei einen grossen Teil der Umbaukosten übernommen, so dass sich der Aufwand in Grenzen hielt und nicht den von Ihnen genannten Zahlen entspricht. CR Der Nettoertrag aus Merchandising betrug 2010 gerade einmal 35 822 Franken. Im Jahr 2009 waren es noch 48 085 Franken. M ICH A EL KOH LBACH ER Das Merchandising ist immer Schwankungen unterworfen. Sie nennen

Nettobeträge. Dies hat mit den getätigten Einkäufen zu tun. CR Worin liegt nach Meinung der AHS die Ursache für das frappierend sinkende Interesse an der Spendenbereitschaft? Hat das Label «Aids-Hilfe Schweiz» in den letzten Jahren abgebaut? MICHAEL KOHLBACHER Nein, das Label hat einen unverändert guten Ruf. Beim Spendensammeln in der breiten Bevölkerung führt die öffentliche Banalisierung des Themas und die abnehmende Brisanz zu einem sinkenden öffentlichen Interesse und erschwert dadurch die Mobilisierung von Spendern. CR Ist die Präsidentin Doris Fiala als politische Präsidentin – getreu der Geschichte und dem Anliegen der Aids-Hilfe – oder als professionelle Wirtschaftsaniererin gewonnen worden? MICHAEL KOHLBACHER Beides trifft zu: Frau Fiala hat sich bereit erklärt, die schwierige Aufgabe anzutreten, weil sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema HIV / Aids und einzelnen Zielgruppen emotional sehr stark verbunden fühlt, und weil sie die AHS mit ihrem wirtschaftlichen Knowhow bzw. Netzwerk in der Wirtschaft sowie mit ihrer strategischen NPO-Führungserfahrung aus einer existenziell schwierigen Situation herausführen will. CR Ein Betroffener klagte über die komplizierte Antragsgestaltung im Zusammenhang

mit der Direkthilfe über den Solidaritätsfonds. Entsprechende Hilfsangebote finden sich auf der Webseite «unter ferner liefen». Ist dies nicht das Hauptanliegen der AHS seit ihrer Gründung gewesen: Den Betroffenen zu helfen? MICHAEL KOHLBACHER Das Verfahren ist überhaupt nicht kompliziert, sondern notwendig, um sicherzustellen, dass nur Personen, die auch wirklich berechtigt sind, Unterstützungsgelder erhalten. Das sind wir unseren Spenderinnen und Spendern schuldig. Gewisse Angaben zu ihren finanziellen Verhältnissen müssen wir von den Antragsstellern verlangen. Ausserdem füllen die Betreuer der Unterstützungsbewerber die Anträge aus. CR Wie viele professionelle Mitarbeiter beabsichtigt man 2012 zu beschäftigen und wie versucht man, deren ehrenamtliches EigenEngagement über die bezahlte Arbeitszeit hinaus zu stärken? MICHAEL KOHLBACHER Aktuell werden 34 Personen mit 2 330 Stellenprozent = 23.3 Vollzeitstellenäquivalente beschäftigt. Die AHS hat eine sehr soziale Personalpolitik und beschäftigt Teilzeitmitarbeitende in der ganzen Bandbreite von Pensen, um dadurch dem Grossteil der Mitarbeitenden das von ihnen gewünschte und praktizierte nebenberufliche soziale Engagement zu ermöglichen.

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Prominent

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Stephan Bitterlin Der amtierende MrGay Switzerland, Stephan Bitterlin, hat Grosses vor. Neben seinen Ambitionen als TV-Moderator bei Colornation (City Channel 1) tritt er im April seine (vorerst) letzte Amtshandlung an. Stephan Bitterlin vertritt vom 4. bis 8. April die Schweiz an den renommierten MrGay World-Wahlen in Südafrika. Der schöne 42-jährige Zürcher reist jedoch ohne Entourage ans Kap der guten Hoffnung. Da sich die MrGay Organisation längst aufgelöst hat, ist Stephan Bitterlin quasi auf sich alleine gestellt. Dies höchst erfolgreich. Bislang konnte er einige Integrationsprojekte aufgleisen und avancierte diesseits wie jenseits der Szene zur kleinen Berühmtheit. Um nun auch die Welt zu erobern, hat sich Stephan Bitterlin den EventManager Stefan Caamano mit ins Boot geholt. Dieser produzierte eigens für die MrGay WorldWahlen ein aussagekräftiges Präsentationsvideo, welches Stephan Bitterlin bei den Wahlen die nötigen Punkte beschaffen soll. Im besagten Video, welches natürlich auch in der Schweiz zu sehen sein wird, kommen die vielen Facetten

von Stephan Bitterlin zur Geltung. Dabei unterstützen ihn so manch andere Promis, etwa Shawne Fielding, Marco Fritsche oder Patrick Rohr. Egal, ob Pflegefachmann, Pilates- oder Tanztrainer, alles wird gezeigt. Denn schliesslich schmückt sich Stephan Bitterlin auch mit dem Titel «Ältester MrGay aller Zeiten». Nur der deutsche Kandidat könnte Stephan Bitterlin ernsthaft Konkurrenz machen: Chris J. Janik ist 35 und sieht auch so aus. Alle weiteren Informationen sind der Webseite www.mrgayworld. org zu entnehmen. Das CR-Magazin wünscht Stephan Bitterlin viel Glück! (dd) 12

Ricky Martin

Andrej Perijc Die schönste Frau der Welt ist ein Mann. Dies behaupten zumindest einige der Modezaren, welche das Model Andrej Perijc immer wieder als androgynes Wesen, jedoch meist als Frau, engagieren. Andrej Perijc selbst ist mittlerweile 21 Jahre jung und ein australisches Model mit kroatisch-serbischen Wurzeln. Er selbst sagt von sich: «Manchmal fühle ich mich eher männlich und manchmal eher weiblich. Viele finden mich zurzeit sicher eher feminin, aber ich bin beides.» Und in der Modewelt ist das ein Plus. Andrej Perijc präsentiert sowohl Damen- wie Herren-Mode. Als erster Mann trug er zudem ein Brautkleid bei der Modenschau von JeanPaul Gaultier. Die Sensation schlechthin. Vergessen waren die Demütigungen seiner Kindheit, als Andrej Perijc krampfhaft versuchte, ein Junge zu sein. Auf dem Laufsteg liegt ihm nun die Welt zu Füssen – noch. Haben also die vielen Designer und Modeexperten ein «tolerantes» Auge für Schönheit? Kann sein, vielleicht auch eher ein blindes, schliesslich sind viele der erfolgreichen Models unterernährt. (dd)

So manche Promi-Karrieren beginnen mit Abzählreimen. Auch Ricky startete bei null, bevor er mit seinem «un, dos, tres» Millionen machte. Damals besang er Maria, heute ist es kein Geheimnis mehr, dass sein Herz für Mario schlägt. Ein Promi, ein Coming-out, ein Partner, eine Leihmutter, zwei Söhne. Da muss neu gezählt werden. Für ihn geht die Rechnung auf. Er wagte den Befreiungsschlag, schrieb nach unzähligen machoiden Latin-Lover-Songs seine intime Autobiografie. Heute sieht er sich als «glücklicher homosexueller Mann», lässt sich mit seinem Partner bei Turnübungen am Strand von Paparazzi ablichten, gibt in Interviews freimütig das Workout-Geheimnis seines Luxuskörpers preis (Sex und Kinder rumtragen). Wenn man bei zehn schwulen A-Promis mit Abzählen beginnt, das Management einberechnet, die Verkaufszahlen kalkuliert… Bald lassen sie sich an einer Hand abzählen. Und am Ende, da war’s nur noch: Ricky Martin. Doch was macht

er eigentlich ausser Fitnessübungen? Er singt am Broadway, gibt in einer gefeierten EvitaNeuinszenierung den Che. Und ist damit in bester Gesellschaft. Immer öfter macht die vorderste Reihe der Prominenz Theaterbühnen zu Brettern, die die Welt bedeuten. Ohne Schnitt, Bild- und Tonbearbeitung kommt wahres Talent in grelles Scheinwerferlicht. Cate Blanchett und Juliette Binoche sind aktuell in London im Stück «The Barbican» zu sehen, Neil Patrick Harris (HIMYM) und Alan Harper (TAAHM) standen kürzlich für das Musical «Company» gemeinsam auf der Bühne. Un, dos, tres, nächster Akt. Vorhang. Applaus. (rg)


Prominent

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Adele Channing Tatum Manchen Namen eilt ein Ruf voraus. Anderen ein Gesicht. Channing wie? Was noch nicht jeder buchstabieren kann, hat bestimmt schon jeder gesehen. In Kampagnen von Abercrombie&Fitch oder Pepsi, in CSI Miami, in G.I. Joe und Step Up. Channing Tatum ist der Mann der Stunde, aktuell in «Für immer Liebe» und «Haywire» gleich zweifach im Kino zu bewundern. Einmal in gnadenloser Romantik, einmal in knallharter Action. Wo ist da der Haken? Er könnte hetero sein. Ist er. Hat 2009 seine Partnerin aus Step Up geheiratet. Aber was soll‘s? Hetero und gut so. Locker posiert er für Gay-Magazine, macht Sprüche über seine erotische Beziehung zu Filmpartner Jamie Bell (Billy Elliot), alles erfrischend unverkrampft. So kann man’s also auch machen. Und dann? Besser wird’s nicht? Ha, einen Trumpf hat er noch: «Magic Mike», eine Komödie von Steven Soderbergh, in der er an der Seite von Matthew McConaughey einen Stripper spielt. Dass der Film auf seine persönlichen Erfahrungen als Stripper unter dem Namen «Chan Crawford» zurückgreift, beflügelt die Fantasien nur zusätzlich. Ruf, Name, Gesicht, Körper: Bei Channing eilt alles zusammen in Richtung Superstar von

nebenan. Als Wiederholungstäter in unseren Prominent-Kolumnen ist er gesetzt, als Wiederholungstäter bei Soderbergh ebenfalls. In dessen neustem Projekt, dem Pharma-Thriller «Side Effects», soll er mit Jude Law und Rooney Mara vor der Kamera stehen. Und spätestens dann wird hier auch eine Liebeserklärung an Rooney zu lesen sein. (rg)



Da stand sie. Ehrlich gerührt, sechs Grammies schwer. Nach einem Jahr, in dem sie Rekorde brach, eine Stimmband-Operation überstand und Fans zum Niederknien bewegte. «Adele ist derzeit voll angesagt. Sie ist ein bisschen zu fett, aber sie hat ein schönes Gesicht und eine göttliche Stimme», sagt Lagerfeld über sie. Als «völlig lächerlich» bezeichnet Madonna seinen Kommentar. Noch vor kurzem boykottierten

Patrick Bach «Silas» ist wieder da! Zumindest bis zum Redaktionsschluss. Bei der RTL-Show «Let’s Dance!» tanzt sich der ehemalige Kinderstar wieder in die Herzen der Zuschauer. Noch immer sieht er spitzbübisch jung aus, obwohl Patrick Bach doch bereits 44 Jahre alt ist. Für viele bleibt er immer «Silas», jener Serienheld aus den frühen 1980ern, der mit seinem Pferd den Strand entlang reitet. Damals war er 13. Die Schublade der so genannten «Weihnachtsserie» war ganz die seine, nur ein Jahr später faszinierte er als «Jack Holborn», als junger Pirat. 1987 dann der grösste

amerikanische Radiostationen ihr «Chasing Pavements», weil sie zwischen den Zeilen ein Plädoyer für Homosexualität lesen wollten. Davon singt heute keiner mehr ein Lied. Miss Adkins setzte noch einen drauf, triumphierte bei den Brit Awards erneut, macht jeden Kommentar überflüssig, wenn sie singt. Ikone geworden und Darling geblieben, der authentische Gegenentwurf zur pompösen Inszenierung, die derzeit das Pop-Business dominiert. Ungewöhnlich gephotoshopt auf dem Vogue-Cover kündigt sie nun an, sich für mehrere Jahre zurückzuziehen, will einen Gang und zwei Kleidergrössen zurückschrauben. Plötzlich allzu angepasst oder nur wie immer fast allzu ehrlich? Adele, du musst nicht ewig über Liebeskummer singen, sollst aussehen, wie du willst… Wir haben gehört, dass deine Träume wahr wurden. Wir wünschen auch für dich nichts als das Beste. Aber someone like you? Niemals. Wir warten geduldig und vertreiben uns die Zeit mit der verzweifelt nicht alternden Queen Madonna und der ewig jungen Prinzessin Kylie, die in Australien gerade eine Art Anti-Tour gestartet hat, auf der sie nur unbekannte Songs zum Besten gibt. Dass Lady Gaga ab sofort keine Interviews mehr geben und viele Kinder haben will, macht das Warten noch schwieriger. Oder einfacher? (rg)

Erfolg: Als querschnittgelähmter Rainer verhalf er der Ballerina «Anna» zum Erfolg. Diese Erfolge konnte er nie mehr toppen – muss er auch nicht. Patrick Bach ist wieder da, wenn auch aus dem süssen Junge mit der hinreissenden Zahnlücke ein Moppelchen wurde. Durch das Tanzen könnte sich dies jedoch wieder ändern. (dd) 13


Gesellschaft

Regenbogen­ familien sind eine gesellschaftliche Realität

Populistische Opposition in der Weltwoche auf den bundesrätlichen Adoptionsentscheid Von Martin Ender

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Der Ständerat zeigt sich für einmal fortschrittlicher als erwartet und will die Adoption generell öffnen. Der Bundesrat empfiehlt allerdings, nur die Stiefkind-Adoption zuzulassen. Dem Journalisten Beni Frenkel geht selbst diese Lösung viel zu weit. In der Weltwoche zeichnet er ein haarsträubend weltfremdes Schwulen-Familien-Bild. Vater, Mutter, Kind oder Kinder. Dieses Schweizer Familien-Bild ist historisch in unseren Köpfen fest verankert und auch juristisch noch in Stein gemeisselt. Die Realität sieht jedoch anders

Neue Familienformen Eben ist das Buch «Familienbande» erschienen. Die Journalistin und Soziologin Christina Caprez hat dafür eine ganze Reihe von «Familien» besucht und mit ihnen Gespräche geführt. Entstanden sind 15 spannende Portraits über Patchwork-Familien, Wohnkollektive, Regenbogenfamilien. Da ist etwa die Geschichte vom 40-jährigen Matthias und dem acht Jahre jüngeren Tim mit dem Baby Nils; von Papa, Transpapa und dem gemeinsamen Kind. Oder die Geschichte zweier Lesben in einem Aargauer Dorf, die einen gemeinsamen Freund um eine Samenspende bitten. Und weitere fast alltägliche Geschichten von Menschen, deren Wege nicht geradlinig nach bisherigen Familien-Richtlinien verlaufen. Es sind einfache, schnörkellose Erzählungen ohne Pathos.

Christina Caprez: «Familienbande 15 Porträts», Limmat Verlag, Zürich aus. Die Kernfamilie ist heute schon fast die Ausnahme. Es ist nur noch eine unter vielen Familienformen. Ein Drittel der Familien lebt heute als traditionelle Kernfamilie. Und die andern? Es gibt Patchwork-Familien aufgrund von Scheidung, aber immer mehr Familien starten bereits unkonventionell: Lesben und Schwule, die sich zusammentun, um eine Familie zu gründen. Single-Frauen, die nicht länger auf den Traummann warten wollen, um ein Kind zu bekommen, Eltern, die in unkonventionellen Arrangements Entlastung und Bereicherung finden. 14

Im Buch kommen zudem auch Fachleute zu Wort: Der Historiker Simon Teuscher, die Rechtsprofessorin Ingeborg Schwenzer und die Psycholgin Heidi Simoni. Sie beantworten gesellschaftliche Fragen, die in den Familiengeschichten aufgeworfen werden. «Familienbande. 15 Portraits» widerspiegelt heutige Realitäten und ist eine anregende Lektüre. Die kranken Gedanken des Herrn B. Frenkel Weitab der Realität bewegt sich ein pervertiertes Bild, das der Journalist B. Frenkel zeichnet und


Gesellschaft

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das von der Weltwoche mitgetragen wird. Wohlgemerkt, es handelt sich nicht um einen Leserbrief. Folgende Formulierungen stehen in einem Artikel, der einmal mehr schwules Leben auf die Sexualität reduziert und zusätzlich ins Unerträgliche steigert. Das Schwulenbild des B. Frenkel und scheinbar auch der Weltwoche sieht so aus: «Karl steht in der Küche und bereitet das Frühstück vor. Der 43-Jährige pfeift vergnügt eine Melodie und streicht vier Butterbrote. Gerade hat er mit seinem Lebenspartner Roli, 47, eine Dreiviertelstunde lang lebensbejahenden Morgensex gehabt. Und wenn die beiden Informatiker zur Sache gehen, geht das selten still über die Bühne. Die Wohnung zittert ob des Stöhnens und Jaulens, und die Nachbarin hämmert beim Höhepunkt häufig an die ringhörige Wand. Die beiden Adoptivkinder von Karl und Roli sind mittlerweile auch wach geworden. Müde trotten Boris, 12, und Jolanka, 14, beide geboren in Weissrussland, ins Wohnzimmer und sehen, wie ihr Vater Roli den Po von Vater Karl tätschelt und ihm versonnen ‚Du kleiner Rammler’ ins Öhrchen flüstert.» Und nun befürchtet der Sexgeschichten-Märchenerzähler, dass der Bundesrat leider kaum das frenkelsche Bild im Kopf hatte, als er eine Motion des Ständerats zu Teilen guthiess. Bra-

vo! Gut, dass der Bundesrat ein anderes, weltoffenes Bild von den Homosexuellen hat. Fortschrittlicher Ständerat Der Ständerat hat zur Kenntnis genommen, dass neben der traditionellen Familienform andere Familienkonstellationen stark zugenommen haben. Vor diesem Hintergrund folgte er mit 21 zu 19 Stimmen seiner Rechtskommission, welche die Adoption unabhängig von Zivilstand und sexueller Orientierung zulassen will. Das heisst, homosexuelle Paare, aber auch unverheiratete Personen sollen Kinder adoptieren dürfen. Dem Bundesrat geht die verlangte uneingeschränkte Öffnung der Adoption indes zu weit, aber er spricht sich für die Stiefkind-Adoption aus. Das heisst, Kinder aus einer früheren Beziehung oder einer vorangegangenen Einzel-Adoption sollen durch die eingetragene Partnerin der Mutter oder den eingetragenen Partner des Vaters adoptiert werden können. Zögerlicher Nationalrat? Der Nationalrat wird dem ständerätlichen Entscheid kaum vollumfänglich folgen. Die CVP tut sich schwer mit dem Thema und befürchtet ein Aufweichen der Institution Ehe. Und auch die SVP als Hüterin schweizerisch traditioneller Werte wird sich dagegen stemmen und es mit

dem Schlusswort im Weltwoche-Artikel von B. Frenkel halten: «Vielleicht wird jemand von ihnen (Adoptivkinder mit zwei Papis oder zwei Mamis) sogar Bundesrat oder Ständerat. Aber die Mehrheit dieser Kinder wird sich spätestens in der Pubertät für seine zwei Papis oder zwei Mamis schämen und sich wünschen, dass die restriktive Haltung bezüglich Adoptionen in der Schweiz auch für Schwule und Lesben gegolten hätte. Für Kinderfreunde gibt es ja auch Alternativen zu einer Adoption: World Vision, Unicef, SOS-Kinderdorf, oder der Kauf von ProJuventute-Briefmarken.» Haben sich Frenkel und Weltwoche gefragt, ob Kinder – von diesen Hilfsorganisationen unterstützt – sich nicht auch schämen, wenn ihnen mit Spenden von Schwulen geholfen wird? Mit solchem Gedankengut kann der Baselbieter SP-Ständerat Claude Janiak gar nichts anfangen. Zwar ist für ihn Adoption kein Grundrecht, weder für Homo- noch für Heterosexuelle. Ihm geht es in erster Linie um das Wohl der Kinder. Es sei zwar möglich, dass Kinder gleichgeschlechtlicher Paare von ihren Mitschülern gehänselt würden. «Aber wenn sie in stabilen Verhältnissen leben, sind sie stark. Das Kind meines Partners leidet nicht.» Und er wünscht sich die Möglichkeit einer besseren rechtlichen Absicherung für dieses Kind.

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News Schweiz

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BREAK THE CHAIN – Jetzt geht’s los!

Label «Gayfreundliche Hotels»

Der April ist da, die Kampagne BREAK THE CHAIN geht in die heisse Phase. Von nun an gilt es, die HIV-Primoinfektion zu verhindern. Eine Launch-Party und ein Videoclip begleiten das Vorhaben.

Schwule und Lesben verdienen gut, haben keine Kinder (noch) und gehen gerne auf Reisen. Dies hat auch Schweiz Tourismus erkannt. Mit dem Label «Gayfreundliche Hotels» sollen zahlende Homosexuelle in die Schweiz gelockt werden.

Herzstück der Kampagne ist die BREAK THE CHAIN-App, damit kann jeder mitspielen und profitieren. Ausserdem erhält man Gratis-Eintritte zu Events, Rabatte auf Einkäufe in Szene-Betrieben, CR-Abos zum halben Preis und vieles mehr. Im Aktionsmonat April sollen alle dafür sorgen, dass ein Monat lang schweizweit keine neuen HIV-Infektionen entstehen. Nicht durch Enthaltsamkeit, sondern durch die Safer-Sex-Regeln. Im Mai gibt es eine weitere HIV-Test-Aktion. Wer im Aktionsmonat bei seinem Einsatz bleibt und konsequent HIV-Infektionen vermeidet, dem liefert der HIV-Test im Mai ein aussagekräftiges Resultat. Die Kampagne des BAG und der Checkpoints startet am 31. März mit einer Launch-Party im Bagatelle an der Zürcher Langstrasse. Dabei wird auch die Premiere des Videoclips BREAK THE CHAIN gefeiert, welcher extra vom DJDuo Glitzerhaus produziert wurde. www.breakthechain.ch

Wie 20min.ch berichtete, steht es nicht gut um das Ferienparadies Schweiz. Schuld daran ist der Euro. Vermögende Kundschaft ist also mehr als erwünscht. Schweiz Tourismus will jetzt in Deutschland, Frankreich und England mit dem Label «Gayfreundliche Hotels» werben. Urs Eberhard von Schweiz Tourismus gegenüber 20min.ch: «Schwule und Lesben sind oft Doppelverdiener ohne Kinder mit Interesse für kulturelle Angebote». Kurz formuliert, es handle sich dabei um «Premium Gäste». Schon 49 Schweizer Betriebe sollen mit an Bord sein. Nicht alle Hotels sind von Natur aus «schwulenfreundlich». So müsse laut 20min. ch das Personal in eine Schulung, um überhaupt mit Schwulen und Lesben umgehen zu können. Wer erfahren will, welche Betriebe denn nun extra eine Ausbildung im Umgang mit Homosexuellen anbieten, dem sei die Seite Gaycomfort.com ans Herz gelegt. Respekt lautet die Devise. Homosexuelle Gäste sollen - ohne aufzufallen – in gewöhnlichen Hotels absteigen dürfen.

Aids-Hilfe Schweiz: Neuer Leiter Programm MSM Die Aids-Hilfe Schweiz hat einen neuen Leiter für das Programm MSM. Bastian Baumann bringt als Kommunikationsfachmann den richtigen Hintergrund für diesen Job mit. Seit Februar hat die Aids-Hilfe Schweiz nebst einer neuen Präsidentin auch einen neuen Leiter für das Programm MSM: Bastian Baumann ist 27-jährig und kommt aus Bern. Er bringt viel Erfahrung mit: So arbeitete er als Kommunikations- und Marketingfachmann bei der Stadt Bern und in einer Zürcher PR-Agentur. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Projekt- und Eventmanagement und ist heute Teilhaber einer Agentur für Kommunikationsgestaltung. Privat engagiert er sich schon länger für die Gay-Community: Er war Gründer der Jugendgruppe GAYthun und engagierte sich bei der Homosexuellen Arbeitsgruppe Bern. Bastian Baumann will sein Augenmerk neben dem Kampf gegen die immer noch hohen HIV-Ansteckungszahlen auch vermehrt auf andere sexuell übertragbare Krankheiten und Fragen der Diskriminierung von HIV-positiven Männern richten.

«Schwul ist not cool!» Laut Pink Cross unterstützt die EDU den Aufruf zur Ermordung von Schwulen und Lesben. Dies dank einem Flyer mit dubiosem Inhalt. Die christlich-fundamentalistische Eidgenössische Demokratische Union (EDU) versucht derzeit, an Schulen mit einem Flyer zur Liebe und Sexualität an Boden zu gewinnen. Der optisch trendige Flyer thematisiert unter dem Titel «Tabu?» auch die Homosexualität. Dort wird in lustiger Sprechblase geschrieben: «Schwul ist cool! Na und? Not schwul is much more cool!» Ausserdem wird die Aids-Epidemie den Homosexuellen angelastet. Insofern nichts Neues von der EDU. Allerdings zitiert der Flyer auch den ugandischen Staatspräsidenten Yoweri K. Museveni im selben «Tabu?»-Kapitel mit den Worten «Liebe und Treue» in der Ehe sind wichtig im Kampf gegen die «Aids-Seuche». Wohlweislich verschwiegen wird dabei Musevenis Haltung gegenüber Homosexuellen. Diesen droht in Uganda nichts weniger als die Ermordung. LOS und Pink Cross richten deshalb an die Schulbehörden den Aufruf, die Verteilung des Flyers nicht zuzulassen. Yoweri K. Museveni zu erwähnen heisse, dessen schwulen- und lesbenfeindliche Haltung zu unterstützen. 16

Pink Cross: Alicia Parel wird neue Geschäftsführerin Der Vorstand von Pink Cross hat Alicia Parel zur Nachfolgerin von Uwe Splittdorf gewählt. Ihre Wahl soll die gesamte LGBT-Community ansprechen. Pink Cross geht mit der Wahl von Alicia Parel neue Wege in der Gay-Community. Die designierte Nachfolgerin von Uwe Splittdorf ist transsexuell und wird somit die ganze LGBT-Gemeinschaft ansprechen. Alicia Parel, 40, kommt aus Neuchâtel, hat zwei Kinder und ist auch Co-Präsidentin des Transgender Networks. Pink Cross Präsident André Rosselet erklärte im «Pink Mail»: «Alicia Parel hat uns durch ihr Auftreten, ihr Engagement und ihre Wirkung sehr beeindruckt. Ich bin voller Glück und Hoffnung, sie als Nachfolgerin von Uwe Splittdorf präsentieren zu können». Nach einer intensiven Einarbeitung übernimmt Alicia Parel am 1. August 2012 vollumfänglich die Geschäftsleitung.


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Nachgefragt

Branko B. Gabriel trifft... Chansonier Tim Fischer

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Vor einigen Wochen besuchte Branko B. Gabriel im Theater Hechtplatz spontan eine Vorstellung des Berliner Chansonniers Tim Fischer. Auf dem Programm stand ein Lyrik­ abend nach Hildegard Knef. Dieser kleine grosse Kerl mit der unverwechselbaren Stimme verzauberte ihn, fesselte von der ersten Silbe an und liess ihn nicht mehr los! BRAN KO B. GABRIEL Lieber Tim, du hast mein Herz gestohlen! Was für ein wundervolles und herzerwärmendes Konzert. Wie schafft man eine so intime Gratwanderung zwischen Freud und Leid, Glück und Unglück? TIM FISCHER Merci vielmals! Voraussetzung für ein gelungenes Konzert ist natürlich ein gutes Programm und ein offenes, interessiertes Publikum, das bereit ist, mitzugehen. Und genau dieses Publikum findet man im Zürcher Hechtplatz Theater. Ich freue mich enorm über die Sympathie, die mir die Schweizer entgegenbringen.

«Ich freue mich enorm über die Sympathie, die mir die Schweizer entgegenbringen.» Was bedeutet die Knef für dich? Sie war zweifellos eine schillernde, faszinierende Persönlichkeit, eine grosse Dame des Films – eine Künstlerin. Doch wer mich besonders beeindruckt, ist die Lyrikerin Hildegard Knef. Sie hat wunderschöne Texte geschrieben, die sich wie Gedichte von Christian Morgenstern lesen und die von so grossartigen Komponisten wie Kai Rautenberg, Charlie Niessen, Güter Noris und dem begnadeten Hans Hammerschmid vertont wurden. Die Songs strahlen eine unglaubliche Wärme, eine Zärtlichkeit aus. BRAN KO B. GABRIEL Deine Bühnenshows sind keine einfache Kost. Sie sind intensiv und regen zum Nachdenken und auch zum Schmunzeln an. Was verführt dich dazu? TIM FISCHER Es gibt glücklicherweise viele Menschen, die auf Inhalt und niveauvolle Unterhaltung Wert legen. Es macht mir einfach Freude, etwas Gutes zu bieten. BRAN KO B. GABRIEL Du kramst in den Abgründen der Menschen, schaust in ihre Seelen und trotz alle dem – oder genau deshalb – nimmt man es dir, ohne mit den Wimpern zu zucken, ab. TIM FISCHER Authentizität – das ist der springende Punkt. Der grossartige Georg Kreisler beispielsBRAN KO B. GABRIEL

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weise und auch die Knef mit ihrem einzigartigen Blick auf die Dinge haben es verstanden, nicht aus der Ich-, sondern aus der Wir-Perspektive zu denken und zu dichten. Damit können sich viele identifizieren – auch ich. BRAN KO B. GABRIEL Du warst früher in der Berliner Subkultur zu Hause. Da lebte man ja mehr schlecht als recht. Drogen, Alkohol und keine müde Mark. Wie hast du diese Zeit in Erinnerung? TIM FISCHER Es war eine schöne Zeit! Wunderbare Freundschaften entstanden, die teilweise noch heute bestehen. Wir hatten zwar kein Geld, waren aber ungeheuer kreativ und hatten Ideen.

«Es gibt viele Menschen, die auf Inhalt und niveauvolle Unterhaltung Wert legen.» BRAN KO B. GABRIEL Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen – du in farbigen Dreadlocks, weshalb der krasse Wandel? TIM FISCHER Der Falter flattert froh hinaus, als Raupe sah er anders aus. (Georg Kreisler) BRAN KO B. GABRIEL Seit 1993 bist du clean – hast deine Drogen- und Alkoholsucht überwunden, hat dir das Chanson diese Kraft gegeben? TIM FISCHER In meiner Krisenzeit hat es mir sicher sehr geholfen, dass ich einen Beruf habe, der meine Passion ist und auf den ich mich voll konzentrieren kann. Noch wichtiger waren und sind allerdings Freunde. BRAN KO B. GABRIEL Das Showbiz ist Freund und Feind zugleich.... TIM FISCHER Das stimmt! Ich liebe es.

«Wir hatten damals in Berlin zwar kein Geld, waren aber ungeheuer kreativ.» BRAN KO B. GABRIEL Was bleibt dir, wenn der Vorhang fällt, die Lichter ausgehen? TIM FISCHER Ich habe das grosse Glück, einen wunderbaren Menschen an meiner Seite zu haben. Er gibt mir Kraft. Dafür bin ich sehr dankbar. BRAN KO B. GABRIEL Deine Bühnenpräsenz ist unglaublich, du singst die Lieder, das Chanson nicht nur, sondern du lebst es mit Haut und Haaren... TIM FISCHER Danke, wenn meine Interpretation die Menschen erreicht, macht mich das glücklich. BRAN KO B. GABRIEL In der Szene warst du Jahrelang ein Geheimtipp, heute bist du einer der bekanntesten deutschsprachigen Chansonniers. Macht Erfolg glücklich?


Nachgefragt

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TIM FISCHER Glück kann in den verschiedensten Formen auftauchen – auch als Erfolg. Wenn er da ist, geniesse ich ihn. BRAN KO B. GABRIEL Künstler zu sein, ist ein knochenharter Job. Wie meisterst du dein Leben zwischen Bühne und «normalem Alltag»? Gibt es das überhaupt bei dir «Normal»? TIM FISCHER Ja, bei mir ist immer viel los, und das ist auch gut so. Doch gibt es auch ruhigere Phasen, in denen ich das Leben in vollen Zügen geniesse. Abwechslung ist mir wichtig, um nicht in Routine zu erstarren. BRAN KO B. GABRIEL Hat Tim Fischer schon alles erreicht, oder gibt es da einen verborgenen Traum, den du dir noch erfüllen willst? TIM FISCHER Es gibt ein neues künstlerisches Projekt, an dem ich arbeite. Für mich ist es wichtig, immer weiterzugehen und Neues auszuprobieren.

»Glück kann in den verschiedensten Formen auftauchen – auch als Erfolg.» BRAN KO B. GABRIEL Im Moment bist du mit drei verschiedenen Programmen in Deutschland und Österreich unterwegs. Wann dürfen wir dich wieder auf Schweizer Bühnen begrüssen? TIM FISCHER Am 18. und 19. März 2013 werden Rainer Bielfeldt und ich erneut im Hechtplatz Theater zu Gast sein. Auf dem Programm steht «Zarah ohne Kleid», ein sehr unterhaltsamer Abend. Zudem werden noch Termine in Bern und Basel dazukommen. Wir freuen uns auf unser Schweizer Publikum.

Tim Fischer Tim Fischer wurde 1973 in Delmenhorst geboren. In Oldenburg besuchte er die Waldorfschule, schon früh erkannte er die Liebe zum Chanson. Mit 17 Jahren zog es ihn nach Hamburg, u.a arbeitete er im Schmidt-Theater und fing so seine eigentliche Karriere als Chansonnier an. Anfangs der 90er-Jahre siedelte er nach Berlin über und konnte schon damals einige Erfolge verbuchen, in der Szene wurde er bereits als Geheimtipp gehandelt. 1995 erhielt er als jüngster Chansonnier den Deutschen Kleinkunstpreis. Seit 2000 präsentiert er diverse Chansonprogramme und spielte in verschiedenen Filmen, u.a. neben Isabelle Huppert die Rolle der Josephine Baker in Werner Schroeters Film «Deux». Fischer ist seit 2008 mit seinem Lebenspartner Rolando verheiratet, er gewann diverse Auszeichnungen, ausserdem engagiert er sich mit seinem Projekt «Songs against Aids» für ein Aids-Hospiz in Zimbabwe. www.timfischer.de



Tim Fischer © by Frank Darius 19


Szene

Parties und Events

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Easteria Jungle-Oster-Party Zu Ostern bittet Jungle wieder zum Tanz auf drei Floors. Die Veranstalter überzeugen einmal mehr mit ihrem Line-up: Micky Friedmann und Antoine909 werden den Main Floor mit ihren Progressive- und Housesets erzittern las-

sen. Fürs Auge gibt es dazu Miss Bunny and the Anon­y mous sowie Gorgeous Gogo-Gods and hot and sexy Strippers. Auf dem Trance-ProgressiveFloor, der von Flexx gehostet wird, stehen die DJs Ajaxx und Willi P. im Einsatz, während DJ Juiceppe die JetLag Disco Gallery unter seine Fittiche nimmt. Live auf der Bühne wird Josey Greenwell seine neue Single «Stuck in my Head» vorstellen. Der Sänger Greenwell kommt aus den USA. «I‘m a very real and fun person and I want to portray that in my music», sagt er von sich. Im Moment läuft alles bestens für ihn und er freut sich auf das, was in seiner nächsten Zukunft noch alles auf ihn zukommt. «Wenn du etwas richtig machen willst, musst du es selbst anpacken. Und das habe ich bei meinem neuen Album gemacht. Ich habe viel mit dem Ton experimentiert, um einen neuen Sound zu schaffen und die Songs strahlen unterschiedliche Stimmungen aus», so Greenwell. Apropos Ausstrahlung. Die hat er auch als Model. Das beweist er auf dem Cover des neuen «Spartacus International Gay Guide 2012 / 2013». Jungel Easteria Sonntag, 8. April 2012 Club MAD, Rue de Genève 23, 1003 Lausanne www.gay-party.com

Jack The Most Wanted Issue DJ Maringo, einer, der über das musikalische Handwerk verfügt, gute Laune noch besser werden zu lassen, wird in dieser einen Frühlingsnacht der Taktgeber sein. Als Resident des legendären GMF in Berlin, gehört er längst zu jenen DJs, die sich durch ein ausgeprägt musikalisches Feingefühl ihren Platz als Fixstern über dem Partyhimmel erobert haben. Zuerst wird jedoch der Zürcher DJ Juiceppe als Appetizer der 20

JACK-Meute mächtig einheizen, bevor er der Berliner-Prominenz auf dem 1st Floor die Plattennadel reicht. Mit gleich zwei hochkarätigen DJs, die sich zwischen House und Elektro ein musikalisches Duell der Extraklasse liefern werden, lässt es sich gut die Nacht um die Ohren hauen. Auf dem zweiten Tanzboden sorgt eine der verruchtesten Berliner Schnauzen mit auserwählten Geschmacklosigkeiten für schweisstreibende Momente. Die Rede ist von Gloria Viagra, die nebst ihren musikalischen Ausbrüchen als DJane und Band-Leaderin mit ihrem ungehaltenen Mundwerk weit über die Berliner Szene hinaus für Furore sorgt. Ihren ausgesprochen schmeichelhaften Zweitnamen «Empire State Building of Drag-Entertainment» verdankt sie ihren beeindruckenden 2,10m. – Dass der Unterhaltungswert der ewig 23-Jährigen und ihre gute Laune imposant sind, davon konnte sich die JACK-Community bei ihrem ersten Zürcher Auftritt am Pelikanplatz vor einem Jahr überzeugen.

JACK - The Most Wanted Issue Samstag, 14. April 2012 Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich www.jackcompany.com

Fummelnacht Ferienflug zu gewinnen Nein, keine Angst! Die Pigalle Bar wird nicht zum Darkroom. An diesem Abend geht es um die Fummel zum Anziehen. Oder wie der Duden vermerkt: Kleidungsstück [aus billigem und leichtem Stoff ]. Aber «leicht&billig» ist nicht gleich billig! Denn um Mitternacht findet die Wahl zur Miss Pigalle 2012 statt! Teilnehmen kann jeder, der sich bis 21.30 Uhr an der Bar anmeldet. Als Preis winkt dem Gewinner nicht nur grosse Bewunderung von Christa Rigozzi und anderen Ex-Missen, sondern auch ein Flug für zwei Personen nach Cran Canaria, offeriert von Pink Cloud. Fummelnacht Donnerstag, 5. April 2012 Pigalle Bar, Marktgasse 14, 8001 Zürich www.g-colors.ch


Szene

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All About Madonna

France Delon Zum letzten Mal im T&M! Unverwüstlich und schöner denn je, altersschrill, aber auch altersweise wie noch nie! France Delon kommt zurück nach Zürich für ihren letzten Auftritt an der Marktgasse 14. Für ihre Reise nach Zürich hat sie jede Menge Neues, aber natürlich auch die Klassiker im Gepäck. France Delon ist wohl eine der bekanntesten und erfolgreichsten Drag Queens überhaupt und seit einer halben Ewigkeit auf der Bühne. Aber machen wir sie nicht älter, als sie ist! Denn feiern kann sie noch ganz ordentlich. Das zeigt sie nicht nur in ihrer Show, sondern auch an der France Delon Party Night, welche am 30. April im Anschluss an die Show stattfindet. Hier wird bunt und garantiert pflastersteinfrei in den 1. Mai hineingefeiert. Dazu reicht Aytu vom «Huusmaa» feine Häppchen. DJ Marc S. serviert den passenden Sound.

Konzertkarten zu gewinnen Die All-About-Parties im T&M sind jeweils einer ganz grossen Pop-Ikone gewidmet. Der Donnerstag vor Karfreitag steht ganz im Zeichen von Madonna. Klar, dass DJ Marc S. an diesem Abend kaum einen Song von ihr auslassen wird, vom top­ aktuellen «Gmayl» bis zu den alten Klassikern wie «Holiday» oder «Material Girl». Und natürlich laufen auch alle Videos vom aktuellen Album MDNA. Wer noch kein Ticket hat fürs Konzert im Juni darf diesen Abend erst recht nicht verpassen: Nebst Reisen mit Kuoni und zahlreichen weiteren Preisen gibt es nämlich Tickets für das Konzert im Letzigrund zu gewinnen! All About Madonna im T&M Donnerstag, 5. April 2012, ab 21.30 Uhr gratis Eintritt bis 22.30 Uhr T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich www.g-colors.ch

Hirsch Meets Disco Mit DJ Evita von Tesa Mal den alltäglichen Stress hinter sich lassen, sich ein paar kühle Drinks gönnen, sich mit Freunden treffen und gemeinsam beim Sound der goldenen Disco-Aera einen schönen Abend verbringen. In der Zürcher Platzhirsch Bar startet am Karfreitag der erste «Hirsch Meets Disco»-Anlass. Serviert wird feinster Sound, angefangen bei den Sechzigern bis hin zu den Achtzigern. Um das leibliche Wohl in Form von leckeren Cocktails oder anderen schmackhaften Drinks sorgen sich die Bartender der Platzhirsch-Crew. Die Gastgeberin Evita von Tesa empfängt alle mit offenen Armen und versüsst den Abend mit ihrem schönsten Lächeln. Hirsch Meets Disco (jeden ersten Freitag im Monat) 6. April 2012, ab 20.00 Uhr Platzhirsch, Spitalgasse 3, 8001 Zürich www.meinplatzhirsch.ch

Glitter Twist Neuer Gay-Event auf der Agenda des Cabaret Clubs Der schmucke Club im Kreis 5 schliesst schon bald seine Tore. Die Lokalität hat eine so vielseitige Vergangenheit wie keine zweite in Zürich. Von Electronights zu klassischen Konzerten, von Singleparties zu Men-only-Parties und von Straight- zu Gayparties hat der Club schon alles durchlebt. Und nun kommt ein weiterer GayEvent zur Agenda hinzu: Glitter Twist! Glitter Twist öffnet seine Tore zum ersten Mal am Karfreitag. Mit an Board sind das DJ Duo Glitzerhaus, das Party Chick und AAVENTS. Die Party steht unter der Federführung des Osterhasen, ist ja wohl klar! Er hat dieses Jahr nicht nur grosse Eier, sondern auch bunte versteckt. Zu Gast an diesem speziellen Abend ist der Sänger und Songwriter Adam Joseph aus New York.



Sein Talent hat der junge Beau bereits mit Bob Sinclair, the ONES, Kevin Aviance und einigen mehr unter Beweis gestellt. Für die Glitter Twist Party am Karfreitag performt das Multitalent in Zusammenarbeit mit Glitzerhaus den neus­ ten Song für die «Break The Chain»-Kampagne. Und wer die App von «Break The Chain»auf seinem Smartphone vorweisen kann, bezahlt an der Kasse nur CHF 10.– anstatt CHF 15.–. Glitter Twist Karfreitag, 6. April 2012, ab 23.00 Uhr Cabaret Club, Geroldstrasse 15, 8005 Zürich www.cabaret.im

HomoBlok Neue Sonntags-Partyreihe Wer steckt hinter HomoBlok? «Wir sind ein loses Team von Jungs, die mit dem Blok zusammen den Sonntag schwul machen und uns ne gute Mischung aus geiler Mukke und coolen Gästen wünschen». Weil Mensch neben Fleisch und Luft auch etwas für die zarte Seele benötigt, fah­ ren wir Elektronisches vom Feinsten auf», so die Macher. Die erste Party findet am Ostersonntag statt, die zweite am Pfingstsonntag und die dritte am CSD-Samstag und zwar im Blok (bisher bekannt als Labor Bar). Tama Sumo, deren Talent sie von ihren Anfängen im Kreuzberger Drama um die ganze Welt gebracht hat, spielt für HomoBlok den Auftakt. Seit vielen Jahren Resident im Berghain / Panorama Bar, beweist sie immer wieder von Neuem ihr ausgeprägtes Taktgefühl. Flankiert wird die Berlinerin von der umtriebigen DJ-Amazone PLAYLOVE, mit ihrer ureigenen Melange aus trippigem Techno, schmutzigem House und deepem Detroit. Gill&Gill, das Zürcher Brüderpaar, bekannt für ihren Sound von minimalistisch bis hypnotisch, vollenden das Line-up. Seelenbalsam durch und durch. HomoBlok Ostersonntag, 8. April 2012, ab 23.00 Uhr Blok, Schiffbaustrasse 3, 8005 Zürich www.blok-club.ch

France Delon Show 25. April – 6. Mai 2012, täglich (ausser dienstags) Türöffnung: 21.30 Uhr, Show 22.00 Uhr Special France Delon Party Night, Montag, 30.04.12 T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich www.g-colors.ch

White Party Odyssey Ein jahrzehntealtes episches Abenteuer kehrt zurück ins Volkshaus: am 5. Mai präsentieren Angels die 18. White Party! Die Edition 2012 ist eine fantastische Reise durch Licht und Musik und nimmt die Gäste mit auf eine prickelnde Odyssee. Eine überwältigende Konstellation aus internationalen DJs und Entertainern kommt ins Volkshaus. Hector Fonseca, offizieller Remixer von Lady Gaga, Beyoncé und Katy Perry, ist der hellste Stern am Partyhimmel. Er wurde vom Gay Magazin EDGE als «Best International DJ / Producer 2009» ausgezeichnet Mit Steven Redants Rückkehr nach Zürich wird das DJ Line-up zum regelrechten Staraufgebot. Nach seinem hervorragenden Debüt an der Black Party präsentiert er an der White Party seine neusten Club Tracks in Begleitung der brasilianischen Sängerin Amannda. Auf den drei verschiedenen Dancefloors gibt’s einige Highlights: DJ Jack Chan und Resident DJ Ajaxx kombinieren eine Mischung aus Progressive, Tech-House und Tribal auf dem SKYY Floor. Ihr Gegenpol übernimmt den Upper Floor. Dieser liegt in den professionellen Händen des exzentrischen DJ Duo Glitzerhaus. Ob königliche Gottheit oder furchtloser Krieger – gefeiert wird eine unvergessliche Partynacht an der White Party Odyssey. Vorverkauf: Cranberry, Daniel H., Männerzone, Ministry of Kink. Online Tickets und Party Passes: (White & Afterhour) erhältlich auf www.ticketino.com Angels White Party Odyssey Samstag, 5. Mai 2012, Volkshaus Zürich Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich www.angels.ch 21


Portrait

Hollywoods neuer Sex-Gott

Michael Fassbender erobert das Kino Von Daniel Diriwächter

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Den wirklich grossen Film hat Michael Fassbender noch nicht gedreht, aber eine clevere Auswahl an kleinen KinoJuwelen. Ausserdem scheut sich der heterosexuelle Schauspieler kaum, nackt vor die Kamera zu treten. Sein Penis wird in ganz Hollywood bewundert. Michael Fassender, 35, war bis vor kurzem einer jener Schauspieler, deren Gesicht im Gedächtnis blieb, aber deren Name niemand kannte. Das hat sich nun geändert. Seit Michael Fassbenders Rolle in «Shame» – er spielte einen sexsüchtigen Typen – wurden Presse und Fans hellhörig. Nicht umsonst erhielt er bei den Filmfestspielen Venedig 2011 dafür den «Goldenen Löwen» als bester Schauspieler.

Sein Name verwirrt, doch er hat nichts mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder gemein. Ausser den deutschen Wurzeln. Geboren wurde Michael Fassbender 1977 in Heidelberg, nach zwei Jahren zog es die Familie nach Irland. Von seinem deutschen Vater habe er laut gala.de die typisch deutsche Arbeitsmentalität mit auf den Weg bekommen. Die irische Mutter soll ihm das «Feier-Gen» vererbt haben.

Von Beginn an nackt Der Rotschopf wollte schon früh Schauspieler werden, allerdings mangelte es ihm an Geduld. Die Schauspielschule brach Michael Fassbender 22

ab, dafür wurde er für die Werbung entdeckt. Seinen jungen, nackten Hintern verwendete eine Fluglinie in einem TV-Spot. Michael Fassbender meint dazu ironisch, dass er seit Beginn seiner Karriere nackt war. Eine seriöse Rolle mit Kleidern ergatterte er in der US-Fernsehproduktion «Band of Brothers – Wir waren Brüder». Es folgten Streifen wie «300» oder «Eden Lake», bis er in «Hunger» von SteveMcQueen brillierte. Die Rolle des in den Hungerstreik getretenen IRA-Häftlings Bobby Sands war ihm wie auf den Leib geschrieben. Dies imponierte auch Quentin Tarantino. Er besetzte Michael Fassbender daraufhin als Spion in «Inglorious Basterds». Der Durchbruch.

Wenn ein Penis berühmt wird Seither war Michael Fassbender in Filmen wie «X-Men: First Class», «A Dangerous Method» oder «Shame» zu sehen. Und besonders in Letzterem

mal wieder nackt. Sein Penis imponierte, so gratulierte Charlize Theron öffentlich und auch George Clooney schwärmte von Michael Fassbenders bestem Stück. Michael Fassbender ist das egal, er geniesst lieber Zigaretten und einen Drink. Und entspricht damit absolut nicht dem Saubermann-Klischee eines Hollywood-Stars. Aber schliesslich ist er ja auch kein Amerikaner. Im kommenden Sommer wird Michael Fassbender (und sein Penis?) in 3D zu sehen sein. In Ridley Scotts Science Fiction Vehikel «Prometheus» wird er an der Seite von Noomi Rapace («Vergebung») einen Androiden verkörpern. Nie war eine Sexpuppe spannender.


Fotostrecke

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Anthony Mangham Photographer

Anthony Mangham (26) ist in New York geboren. Heute lebt und arbeitet er in Zürich. Sein Lieblingszitat beschreibt plakativ seinen Geburtsort: «In New York sind die Menschen wie Krabben in einem Fass zusammengepfercht. Jede drückt die nächste nach unten, um als erste ganz nach oben zu kommen, um dann zu merken, dass die obersten zuerst gefressen werden». Anthony Mangham entdeckte die Liebe zur Fotografie eher zufällig. Was als Hobby begann, wandelte sich rasch in Leidenschaft und wurde seine berufliche Bestimmung. Er hielt seine erste Kamera bereits in jungen Jahren in den Händen. Es drängte ihn, Momente festzuhalten – anhand



der Personen, welche diese Momente durchlebten. Ausser für die Karriere braucht er die Kamera auch privat. Zur Entspannung, um Erinnerungen, um sein Leben und das seiner Freunde und Bekannten festzuhalten.

www.anthony-mangham.com AM Photography Modus 8 Studio @ Zürich Güterbahnhof Hohlstrasse 150, 8004 - Zürich, amfmphoto@me.com 23


Kultur

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Bühne: Tanz­ festival Steps

Musik: Stefanie Heinzmann Die Power-Soulstimme aus dem Wallis ist zurück. Seit Stefanie Heinzmanns Debütalbum «Masterplan» und dem Nummer-1-Hit «My Man Is A Mean Man» eroberte sie die deutschsprachigen Bühnen im Sturm. Seit vier Jahren ist Stefanie Heinzmann aus der Musikszene kaum mehr wegzudenken. Die Schweizer Power-Soulstimme aus dem Wallis lancierte ihre Karriere 2007 in Stefan Raabs legen­ därer Casting-Show SSDSDSSWEMUGABRTLAD! («Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten

Die Welt tanzt vom 12. April bis zum 5. Mai mit 94 Vorstellungen in 33 Schweizer Städten. Dies dank dem MigrosKulturprozent Tanzfestival Steps. Das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps bringt ab dem 12. April während dreier Wochen bereits zum 13. Mal zeitgenössischen Tanz aus der ganzen Welt in die Schweiz. Die eingeladenen vierzehn Compagnien touren durch 33 Städte und geben auf 45 Bühnen 94 Vorstellungen. Die französische Primaballerina und Wahlschweizerin Sylvie Guillem eröffnet das Festival in Genf. Die Grande Dame der Tanzwelt tanzt mit der Produktion «6000 miles away» von Sadler’s Wells London zwei Choreografien von Mats Ek und William Forsythe. Die Weiblichkeit in der Choreografie bildet den Schwerpunkt im Programm der grössten zeitgenössischen Tanzbiennale der Schweiz. Zu sehen sind Werke von etablierten Künstlerinnen wie der Pina-Bausch-Weggefährtin Meryl Tankard, der Vertreterin des Minimal Dance, Lucinda Childs, oder der Berlinerin Helena Waldmann. Gespannt sein darf man auch auf junge Choreografinnen wie die Kanadierin Crystal Pite, Sharon Eyal aus Israel und die Amerikanerin Andrea Miller.

Konzert: Nana Mouskouri Griechenland würde noch ärmer sein, gäbe es Nana Mouskouri nicht. Mit der Jubiläumstournee «50 Jahre Weisse Rosen» beehrt die Stimme mit der Brille die Schweiz. Die griechische Sängerin Nana Mouskouri ist ein Weltstar. Ihre Erfolge sind Meilensteine der Musikgeschichte. Jahrzehntelang ist Nana Mouskouri um die ganze Welt getourt, um vor vier Jahren dann den Abschied von der Bühne zu feiern. Doch wie eine Tina Turner kann auch Nana Mouskouri nicht ohne Musik sein. Und ein Grund findet sich immer.

© pd

Weitere Programmhöhepunkte sind die Akram Khan Company aus England oder die kanadische Compagnie La La La Human Steps. Migros-Kulturprozent konzipiert das Tanzfes­ tival Steps und realisiert es in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen lokalen Kulturveranstaltern und Theaterhäusern in der ganzen Schweiz. Der Vorverkauf ist eröffnet. Sämtliche Daten und Informationen sind der Webseite zu entnehmen.

Im April kehrt die heute 77-jährige Nana Mous­ kouri anlässlich des 50-jährigen Jubiläums ihres Welterfolgs «Weisse Rosen aus Athen» zurück. Nicht, dass die Griechin sonst nichts zu tun hätte. Als Sängerin, Musikerin, Politikerin, Mutter und Unicef-Sonderabgeordnete führt Nana Mouskouri ein beeindruckendes Leben. Und steht mit 200 Millionen verkaufter Alben ganz oben im Musik-Olymp. In unseren Breitengraden wird Nana Mouskouri oft nur der Schlagerszene zugeschrieben. International arbeitete Nana Mouskouri jedoch mit vielseitigen Musikstilen. Anfang der 60er-Jahre nahm sie unter der Regie von Quincy Jones «The Girl From Greece Sings» auf und ein Jahr später erste Einspielungen in französischer Sprache mit Interpretationen von Bob Dylan und Joan Baez. Mit Julio Iglesias nahm sie ein Latin-MusicAlbum auf und erhielt dafür Gold und Platin. Nana Mouskouri arbeitete und tourte mehrfach mit Harry Belafonte in den USA und Kanada und hat es geschafft, sich rund um den Globus als vielfach umjubelte Sängerin zu etablieren.

Schweiz, 12. April – 5. Mai 2012 www.steps.ch

Sonntag, 22. April 2012, 20 Uhr, 20 Uhr www.goodnews.ch

© pd darf!») Es folgte ihr erster Nummer-1-Hit «My Man Is A Mean Man» und dann das zweite, mit diversen Topshots eingespielte Album «Roots to Grow», das ihr gleich zwei Swiss Music Awards bescherte sowie den ECHO-Award, Deutschlands wichtigste Musik-Auszeichnung. Stefanie Heinzmann begeistert mit einer präg­ nanten Soulstimme, die mit jener ihres grossen Vorbilds Joss Stone problemlos mithalten kann. Und natürlich mit ihrem Mix aus Soul und Funk, den sie zweifellos auch auf ihrem anfangs März erschienenen neuen Album zelebriert. Dieses wurde beinahe schlicht nach dem Namen der Sängerin betitelt. Im Kaufleuten spielt Stefanie Heinzmann nun das erste Konzert ihrer «CD-Release-Tour», welche sie im April durch die Schweiz führt. Mit im Gepäck natürlich die Hit-Single «Diggin’In The Dirt». Mittwoch, 11.4.12, 20.00 Uhr, Kaufleuten Zürich Alle Daten: www.stefanieheinzmann.de 28

© pd


Kultur

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Theater: Amerika Ein Schiff kommt an im Schiffbau: Frank Castorf bearbeitet den unvollendeten Roman «Amerika» von Franz Kafka neu für die Bühne. Am 14. April feiert Franz Kafkas «Amerika» unter der Regie von Frank Castorf in der Halle des Schiffbaus Premiere. Frank Castorf, der am Schauspielhaus zuletzt «Der Hofmeister» und «Die schwarze Spinne/Pilatus’ Traum» inszenierte, bringt damit zum ersten Mal ein Werk von Franz Kafka auf die Bühne. Die Geschichte handelt vom siebzehnjährigen Karl Rossmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt wurde, weil ihn ein Dienstmädchen verführte und ein Kind von ihm bekommen hatte. Er ist «Der Verschollene», wie Franz Kafka seinen Roman gemäss einer Briefnotiz betiteln wollte. Sein Freund, Nachlassverwalter und Herausgeber Max Brod, setzte indes als Titel «Amerika» durch und dramatisierte später selbst die Uraufführung, welche 1957 im Pfauen stattfand.

Serie: Game of Thrones Die aufwändig produzierte Fantasie-Serie «Games of Thrones» findet ihren Weg ins Heimkino. Könige und Königinnen, Ritter und Abtrünnige – sie alle spielen das «Spiel um den Thron», bei dem man gewinnt – oder stirbt. Der Winter naht – und er kann ein Leben lang andauern. Der Kampf um den Eisernen Thron hat begonnen. Er wird sich vom Süden, wo die Hitze den Nährboden für Intrigen, Affären und Komplotte bereitet, über den ausgedehnten Osten hin zum kalten Norden erstrecken. Dort, wo eine Mauer aus Eis das Königreich vor den dunklen Mächten schützt. Dies die spannende Einleitung der episch angelegten Serie von David Benioff und D.B. Weiss.

DVD: Weekend Neu auf DVD: Ein ebenso kompromissloser wie ehrlicher Liebesfilm über Sex, Intimität und Liebe, in dem sich jeder ein bisschen wiederfinden wird. Freitagnacht im Club. Russell ist auf der Suche – Blicke, Drinks, tanzen, cruisen – und kurz bevor das Licht angeht, nimmt er Glen mit nach Hause. So weit, so gewöhnlich. Doch was erst mal ganz nach einem unverbindlichen, alkoholgetränkten One-Night-Stand aussieht, von dem nicht viel mehr als vielleicht ein schaler Nachgeschmack und Kopfschmerzen zu erwarten sind, geht mit dem morgendlichen Kaffee rasant in die Tiefe. Und beim obligatorischen Telefonnummerntausch wird klar: Da ist mehr. Bereits wenige Stunden später sehen sich die beiden wieder. Während dem Rest des Wochenendes in Bars und Betten, zwischen Alkohol und Drogen. Sie erzählen sich Geschichten, haben Sex und stürzen sich allmählich in eine komplizierte und hochemotionale Romanze. Die Kritik reagierte bislang begeistert auf die schwule Romanze. So schrieb etwa «Der Spiegel»: Ein Film über die kleine Tür zum Glück, die sich immer nur ganz kurz öffnet, und vielleicht für immer verschlossen bleibt, wenn man nicht hindurchgeht. Wer es doch tut, kann nur gewinnen.» Das Werk von Andrew Haigh gewann darüber hinaus diverse Preise, so den Preis der Jury als «Bester Spielfilm» am internationalen Queer-Festival in Hamburg. Ab sofort auf DVD.

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© pd Geschrieben zwischen 1911 und 1914, ist «Amerika» der erste der drei Romane Kafkas und blieb unvollendet – die Geschichte sei «ins Endlose angelegt», schrieb Kafka bedauernd an Felice Bauer. Anders als der verleumdete Josef K. in «Der Prozess» und der Landvermesser K. in «Das Schloss» begibt sich K. Rossmann auf verhältnismässig reales Terrain: In den Vereinigten Staaten von Nordamerika sucht er seine berufliche und soziale Chance. Schiffbau Zürich Premiere: Samstag, 14. April, 19 Uhr www.schauspielhaus.ch



Die von der Kritik gelobte Serie basiert auf dem Roman «Das Lied von Eis und Feuer» von George R. R. Martin. Ein dankbarer Stoff für ein Fantasy-Spektakel der Sonderklasse. Obwohl eine USProduktion, kommt «Games of Thrones» überaus freizügig daher. Die Brutalität steht dem aber in Nichts nach. Bereits in der ersten Folge wird der Zuschauer Zeuge diverser abgeschnittener Köpfe und Gliedmassen. Regisseur David Benioff sprach zu Recht von den «Sopranos der Mittelerde». Zwar bleibt die Serie eindeutig dem Fantasy-Genre zugehörig, doch spielen die fantastischen Elemente eine eher untergeordnete Rolle. Es lohnt sich zudem zu erwähnen, dass die Original-Geschichte ohne Zweifel von Marion Zimmer Bradleys «Darkover-Zyklus» inspiriert wurde. Ab 30. März auf DVD & Blu-ray

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Kino

Zurück in die Zukunft

2012 wird die Kinoleinwand zum Zeitfenster. Von René Gerber

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Vor 100 Jahren sank die Titanic, vor 50 Jahren starb Marilyn Monroe, in nicht allzu ferner Zukunft werden die Hunger Games ausgetragen. Es war einmal… Übermorgen! Auch wenn die Tage länger werden und die Sonne lacht: Diesen Frühling lohnt es sich, im dunk­ len Kinosaal ein paar Tränen zu vergiessen. «Titanic 3D» ist nur die Spitze des Eisbergs sehenswerter Blockbuster. Während über einem Jahr hat James Cameron sein Meisterwerk mit Digitalspezialisten in die dritte Dimension erhoben, Bild für Bild. Wenn der Avatar-Regisseur selbst Hand anlegt und ein völlig neues Erlebnis verspricht, wird die Neuauflage hoffentlich aufregender als die halbherzige 3D-Auf bereitung von «Star Wars». Inzwischen arbeitet Cameron für die «Avatar»-Fortsetzung bereits an einer neuen Technik, 60 statt 24 Bilder pro Sekunde sollen für nie gesehene Klarheit sorgen. Auch Peter Jackson setzt für «The Hobbit» auf das neue Format. Im Dezember wissen wir mehr. Bis dahin werden einige Sequels (Men in Black 3, Madagascar 3, Ice Age 4) die Lachmuskeln strapazieren. Auch ein Wiedersehen mit Spiderman und Batman steht auf der Startliste. Zudem hat Hollywood eine neue Jugendbuchreihe entdeckt und damit ein neues Genre: das Märchen. Gleich zwei Schneewittchen-Updates gibt’s in den kommenden Wochen, Hänsel und Gretel mit Gemma Arterton steckt mitten in der Produktion. Es war einmal… In eine märchenhafte Vergangenheit linst die Filmwelt auch mit preisgekrönten Hommagen an Marilyn Monroe. Im Schatten all dieser spektakulären Streifen gibt es natürlich auch einige Kleinode zu entdecken. «Café de Flore» etwa, eine berührende Liebesgeschichte mit Vanessa Paradis oder «My Generation», ein so witziges wie tiefgründiges Generationenporträt der Schweizer

«Katzenball»-Regisseurin Veronika Minder. Und vielleicht ergibt sich noch ein Überraschungshit, der in einer auf der Leinwand momentan sehr seltenen Zeit spielt: der Gegenwart. So wie «Les Intouchables», inzwischen in der Schweiz der dritterfolgreichste Film aller Zeiten. Direkt hinter – genau – «Titanic» und «Avatar». Brot und Spiele Die Idee für ihre Saga hatte Suzanne Collins, als sie von einer Castingshow zu einer Kriegsreportage zappte. Harry Potter hat ausgezaubert, die «Twilight»-Vampire gehen bald in die letzte Runde, da kommt ein neuer mehrteiliger Buchhit als Filmvorlage gerade recht. Hier ist alles anders, abgebrühter, gnadenloser. «The Hunger Games» spielt nicht in einer romantischen oder zauberhaften Parallelwelt, sondern in einer Zukunft, die aktuelle Trends beängstigend zu Ende denkt. In Panem sind Macht und Reichtum klar verteilt auf zwölf Distrikte. Einmal jährlich treten jugendliche Vertreter aus allen Klassen gegen einander an, kämpfen um Liebe und Hoffnung, um Leben und Tod. Ein Spektakel zwischen hypermodernem Videogame und archaischem Gladia­torenkampf. Unbedingt sehenswert, nicht nur wegen Lenny Kravitz als exzentrischer Stylist Cinna. Jack und Rose Am 14. April 1912 ging die Titanic unter. Hundert Jahre später erlebt die aufwändigste und beste von vielen Verfilmungen der Katastrophe ein Revival. Der Untergang des vermeintlich Unsinkbaren, die Liebesgeschichte, die im Angesicht des Todes Klassengrenzen aufhebt: Zeitlos berührend. Eine Generation erinnert sich an ein Filmereignis, eine andere entdeckt es neu. Die Hauptdarsteller, DiCaprio und Winslet, sie schwimmen längst auf der höchsten Welle, brauchen sich nicht mehr zu sorgen, für immer Jack und Rose zu bleiben.

SNOW WHITE, MIRROR MIRROR: Wer ist die Schönste im ganzen Land? Julia Roberts oder Charlize Theron? 30


Kino

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Und 2012, nach 14 Jahren, wird vielleicht auch Céline Dions «My Heart will go on» wieder erträglich. Wer verliebt sich neu, wer bleibt King of the World, wer kann kalt bleiben, wenn der Ozeandampfer den Eisberg rammt? Marilyn und Marilyn Vor 50 Jahren starb Norma Jeane Baker alias Marilyn Monroe. Sie ist unsterblich geblieben, als Filmikone und Sexsymbol. Zwei Filme widmen sich der Ikone, fangen einzelne der unzähligen Facetten ein. «Poupoupidou» zum einen, ein postmoderner Krimi, der im Jura spielt, voll von Klischees und Ironie, «My Week with Marilyn» zum anderen, der Einblick in das Seelenleben und Filmschaffen bietet. Michelle Williams wurde für ihre Marilyn-Darstellung vielfach ausgezeichnet. Monatelang studierte sie als Vorbereitung ihre Ticks und Eigenheiten. Kam zum Schluss, «dass Marilyn Monroe auch nur eine Rolle war, die sie verkörpert hat.» Fazit: Man kann sich Marilyn so oder so nähern, unerreicht und unvergesslich bleibt sie immer. Legenden und Geheimnisse ranken sich um sie, und je näher man ihr kommt, desto faszinierender wird sie. Schneewittchen und die böse Königin «Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?» Julia Roberts stellt die alles entscheidende Frage, Stieftochter Schneewittchen (Lily Collins) macht ihr Konkurrenz. So wird sie kurzerhand in den Wald verbannt, wo sie auf eine Bande kleinwüchsiger Kleinkrimineller trifft, besser bekannt als die sieben Zwerge. Ein schöner Prinz (Armie Hammer) verzwickt die Lage zusätzlich, in überraschenden und humorvollen Wendung kommt endlich die Wahrheit hinter den Märchenfiguren ans Licht. Und wenn sie nicht gestorben sind… treten

sie gleich nochmals auf die Leinwand. Nach der opulenten Kostümkomödie in einem ­actiongeladenen Fantasyspektakel. Schneewittchen hier: Kirsten Stewart, böse Königin: Charlize Theron. Welche Verfilmung schöner ist, diese Frage wird der Spiegel der Besucherzahlen beantworten…

MY WEEK WITH MARILYN: Michelle Williams als Marilyn Monroe

HUNGER GAMES: Neuer Filmhit für die TwillightGemeinde: Jennifer Lawrence und Liam Hemsworth.



The Hunger Games (im Kino) Poupoupidou (im Kino) Titanic 3D (ab 5. April) Mirror, Mirror (ab 5. April) My Week with Marilyn (ab 19. April) Snow White and the Huntsman (ab 31. Mai)

TITANIC: Kate Winslet und Leonardo DiCaprio versinken im April in 3D

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Lifestyle

HOT 4 YOU! 1 C RU I S E R E d it ion Ap r i l 2 012

Besser beraten

 as ist ja mal was Schönes und auch was Praktisches. MyGloss ist ein neuer Beautyblog im Netz und testet mit seinen Bloggern sämtD liche Beauty-Produkte gleich selber. So weiss man immer, welche Produkte halten, was sie versprechen, oder von welchen man besser die Finger lassen sollte. Die Mädels und Jungs sind aber nicht nur in schöner Mission unterwegs, sie verschlägt es auch immer wieder in die grossen Fashion-Metropolen der Welt und so spüren sie die neuesten Trends und Must-haves der Saison auf. Aktuell wurde der Anti-Augenringe-Gel von Cellmen, auch Puffy Eyes XT genannt, getestet und als sehr gut befunden. Prädikat wertvoll!  Mehr News und Infos unter: www.mygloss.ch

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Kolumne

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012

Der neue Kampf gegen reduzierte Freiwilligkeit Von Michi Rüegg

Es gibt innere und äussere Zwänge. Ich beispielsweise zwinge mich ab und zu, mit dem Staubsauger den Fussboden zu reinigen. Obwohl ich das nicht mag, des lauten Geräusches wegen. Aber weil ich Staub noch weniger mag, erbringe ich das Opfer. Ein anderer Zwang, den viele von uns kennen: Die Analdusche, aus Angst, das Laken könnte schmutzig werden. Ein äusserer Zwang ist beispielsweise, nicht bei Rot eine Kreuzung zu überqueren, wenn ein ganzer Kindergarten zuschaut. Man möchte nicht über die Strasse und damit mit schlechtem Beispiel vorangehen. Der Nationalrat hat jüngst über eine andere Form von Zwängen debattiert, nämlich die Zwangsehen, die gemäss seinem Willen strafrechtlich verboten werden sollen. Was vor wenigen Generationen in unserem Kulturkreis noch gang und gäbe war, soll neu aufs Schärfste geächtet werden. Dass wir uns unsere Partner selber aussuchen dürfen, ist eine zivilisatorische Errungenschaft. In anderen Kulturkreisen hat sich diese Ansicht noch nicht durchgesetzt. Also bitte, geschätzter Leser, liebe Leserin, verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin in keiner Weise für Zwangsverbindungen, es sei denn, sie basieren auf einem besonderen Fetisch der Involvierten. Wenn das Gesetz in einer Weise verschärft werden soll, die nützt, soll mir das recht sein. (Ob der Weg übers Strafrecht der sinnvollste ist, soll später die Geschichtsschreibung beurteilen). Etwas absurd ist jedoch, dass die Verfolgung von Zwangsehen aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit nicht nur für heterosexuelle Ehen, sondern auch für registrierte Partnerschaften gelten soll. Künftig müssen Standesbeamte – und vielleicht gar Staatsanwälte – also der Frage nachgehen, ob die beiden Herren oder Damen aus freien Stücken auf dem Zivilstandsamt sind, oder ob sie beispielsweise von ihren Eltern dazu gezwungen worden sind. Man stellt sich vor, wie der fünfzehnjährige Omar beim Onanieren mit seinem Cousin

Abdul von der Grossmutter erwischt wird. Um Schande von der Familie abzuwenden, beschliessen beide Eltern, dass Omar und Abdul gemäss Scharia eine registrierte Partnerschaft eingehen müssen. Die Tragik dabei: Beide sind gar nicht schwul, sondern nur experimentierfreudige Teenager. Oder die junge Dürdane, die eigentlich nach der Matura Medizin studieren wollte und auf Urlaub in Ostanatolien mit der 49jährigen, alleinstehenden Ziegenhirtin Gülümser verheiratet wird – weil die Familie Schulden bei ihr hat. Vielleicht muss man gar nicht so weit suchen. Möglicherweise werden auch die Bauernsöhne Ueli und Kaspar im Appenzellischen zwangsverpartnert, weil die Familien die beiden Gehöfte fusionieren wollen, um damit noch mehr Direktzahlungen vom Bund einzuheimsen. Tragisch wäre das insbesondere, wenn Kaspar in die Tochter des Gemeindeschreibers verliebt wäre, aber auf Druck der Familie mit ebendiesem Ueli ins Heu müsste. Nicht auszudenken, was Zwangspartnerschaften für die betroffenen jungen Männer und Frauen bedeuten würden. Andererseits könnten sie auch einen Segen darstellen. In Zeiten der Männerflut und des schier uneingeschränkten Angebots an Gelegenheiten können sich viele von uns nicht für einen Partner entscheiden, aus Angst, es käme bald ein besserer daher. Eine von den Eltern eingefädelte Verbindung würde dieser Orientierungslosigkeit Abhilfe schaffen. Profitieren von solchen unfreiwilligen Verbindungen würden auch Schriftsteller, Theaterautoren und Drehbuchschreiber. Die in unzähligen Geschichten nacherzählte Tragödie von Romeo und Julia könnte in neuen Variationen aufgelegt werden. Zum Beispiel über den Katholiken Thomas, der den Juden Ben liebt. Aber die beiden dürfen nicht zusammen sein, weil Bens Vater will, dass sein Sohn den Talmudschüler Ezra ehelicht. Es ist wie immer im Leben: Des einen Leid ist des anderen Freud.

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Reisen

Pagoden und «People Like Us» Gay Birma erwacht: «Wir haben schon mehr Freiheiten.» von Robert Spring, Rangun

C RU I S E R E d it ion Ap r i l 2 012

Birmanen sind sehr freundliche Menschen. Spaziert man durch Birmas schöne Kapitale Rangun, wird man immer wieder freund­ lich gegrüsst oder angelächelt. Das ist schön und lockert die gespannte Neugierde, die aufkommt bei dem ersten Besuch in dem lange Zeit von der Aussenwelt isolierten Myanmar, wie Birma offiziell heisst. Es gibt einiges zu entdecken in Rangun, einer Stadt mit vielen Parks, Bäumen und Büschen, deren sattes Grün sich lebhaft vom Glanz der vielen goldenen Pagoden abhebt. Die jahrzehntelange Herrschaft der Militärjunta hat wie ein unfreiwilliges Konservierungsprogramm gewirkt, auch wenn Moos, Schimmel und Zerfall den Kolonialbauten über die Jahrzehnte arg zugesetzt haben.

«Meine Freunde und ich kommen nicht of hierher», erzählt Win Hlaing. «Wir treffen uns lieber in einem der Restaurants in China Town.» In Myanmar, wo Versammlungen von mehr als fünf Menschen verboten sind und als Erbe der britischen Kolonialzeit Homosexualität noch illegal ist, ist es besser, nicht aufzufallen. «Es gibt immer wieder Cafés, Kneipen, Clubs, die bei Schwulen populär sind. Aber wenn sie zu sehr als Schwulentreffpunkt bekannt werden, verlagert sich die Szene sicherheitshalber woanders hin.» Win Hlaing unterscheidet zwischen den «High Class»-Schwulen und den anderen. «High Class» steht für jene durch Korruption und enge Verbindungen zum Militär reich gewordene Schicht. Diese High-Class-Homos, für die Win Hlaing nur Verachtung übrig hat, sind in den Nachtklubs Ranguns zu finden und im Mojo, einer neuen, modernen, in einem Viertel der Besserverdienenden gelegenen Cocktailbar. Das Internet ist neuerdings zugänglich

Aufbruch und Skepsis In Rangun ist eine prickelnde Auf bruchstimmung zu spüren. Sichtbare Zeichen der Reformpolitik von Präsident Thein Sein sind die bis vor wenigen Monaten unter Strafe verbotenen Satellitenschüsseln an vielen Häusern, ausländische Zeitungen in Cafés und Hotels und – vor allem – die allgegenwärtigen Bilder von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Zu spüren ist aber auch die Skepsis der Birmanen gegenüber der Reformpolitik der ersten zivilen Regierung Birmas nach Jahrzehnten der Militärdiktatur. «Ich hoffe, dass die Regierung es ernst meint» oder «Erst mal abwarten» sind die am häufigsten gehörten Kommentare zu dem Kurs von Präsident Thein Sein. PLU (People Like Us) Nicht ganz so einfach zu entdecken ist die schwule Szene. Nicht jeder Mann, der einen in den Strassen und Restaurants anlächelt, ist ein PLU, ein «People Like Us». In den Jahren der Diktatur haben Birmanen gelernt, auch in der Sprache Vorsicht walten zu lassen. Dabei würde man gerne das Lächeln von so manchem schmucken Birmanen im traditionellen Longyi, der birmanischen Version des Sarongs, als Einladung auffassen. Win Hlaing erscheint in Jeans statt im Longyi. In Wirklichkeit heisst Win Hlaing anders. Aber wie der Autor dieser Zeilen mag er nicht unter seinem richtigen Namen medienöffentlich werden, denn noch ist die Reformpolitik nicht so ganz im Trockenen. Beim Bier der Marke «Myanmar» im Lion World in Rangun erzählt der 33 Jahre alte Win Hlaing vom schwulen Leben in Rangun. Die Szene verlagert sich immer wieder Das Lion World auf der Veranda im ersten Stock ist eine von vielen Rotlichtbars in einem bunkerartigen Gebäude in Ranguns Innenstadt. Leicht bekleidete, gelangweilt wirkende Mädels stolzieren unter der fadenscheinigen Tarnung als Model einer «Fashion Show» über den Laufsteg des Lion World. Für schwule Männer ist die Fussgängerbrücke am anderen Ende der Bar der Laufsteg der Eitelkeiten. Die Brücke über die vier Strassen einer grossen Kreuzung ist Cruisingort und Strich gleichermassen, zumindest so lange bis – was häufig passiert – die Polizei auftaucht. 36

Wenn man in früher in Rangun wissen wollte, wo was los ist, wo man sich trifft, war man auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen. Das Internet war zensiert. Mit extrem hohen, für die bitterarmen Birmanen unerschwinglichen, Preisen für Handys und vor allem Sim-Karten (die bis vor kurzem über 2000 Dollar kosteten) verhinderte die Militärjunta aus Furcht vor Aufständen nicht nur den leichten Kontakt ins Ausland sondern auch der Birmanen untereinander. Jetzt ist das Internet zugänglich (wenn nicht gerade mal wieder der Strom ausfällt) und Sim-Karten werden billiger (obwohl sie mit 200, 300 Dollar immer noch teuer sind). Internationale schwule Datingseiten wie Gaydar oder Gayromeo sind ebenso zugänglich wie birmanische Homoseiten mit Informationen über Aids und die Szene vor Ort. Langsam geht der Regenbogen auch über den goldenen Pagoden Birmas auf. Ob er immer kräftiger strahlen wird, ob Birmas Parlament Homosexualität entkriminalisiert, das alles ist noch sehr offen wie auch die Zukunft der gesamten Reformpolitik. Win Hlaing ist bereits glücklich über die momentane Situation der Birmanen jeglicher sexuellen Orientierung: «Wir haben schon mehr Freiheiten.»


Musik

C RU I S E R E d it ion Ap r i l 2 012

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Nina Kraviz Der Dschungel ist unübersichtlich. Wo findet man neue Musiktalente? In Castingshows? Eintagsfliegen. In den Charts? Stechmücken. In den Strassen? Tausendfüssler. Vielleicht doch mal wieder tief eintauchen in die Clubs, in den zu Unrecht totgesagten House, in die Nacht, wo die Spinnen ihre verhängnisvollen Netze spannen. Die DJane ist die Göttin, sie kann mehr als nur Tracks aneinanderweben. Sie mixt Sounds und schüttelt die Menge durch, im Idealfall. Der Idealfall heisst Nina Kraviz. Nachdem sie ihre Kindheit im sibirischen Irkutsk verbrachte, zog die Russin 2008 nach Moskau, machte sich in der Underground-Szene allmählich einen Namen, hostete schliesslich im angesagten «Propaganda» eine Party, bis der Hype um sie den Veranstaltern zu viel wurde. Kurzerhand wurde das Multitalent gefeuert, zog in die weite Partywelt hinaus, bespielte als DJ, Sängerin und Produzentin fast jeden angesagten Club rund um den Globus. Nun hat Nina ihren Sound auf eine Scheibe gepresst. Sie singt und flüstert, sexy und verführerisch. Der Opener «Walking in the Night» gibt den Ton an: Sphärischer Untergrund, hypnotisierender Beat, schwebende Stimme. Der Soundtrack für den Weg vom Dancefloor ins Schlafzimmer. Mit «Ghetto Kraviz» geht die Reise weiter, tiefer rein in Beats und Melodiefetzen. Ein sanfter Strudel aus House und Trip Hop, aus dem es für 14 Tracks kein Entkommen gibt. Relaxt man da in der Chillout-Lounge oder steht man im Auge des Orkans? Minimalistisch, verlangsamt, und doch in jedem Moment von einer Intensität, der man sich kaum entziehen kann. Nina Kraviz zeigt endlich mal wieder, dass hippe Clubs nicht nur Tanzfabriken sind, sondern auch Schmelztiegel von Sounds und Emotionen. Jeder kommt irgendwoher, ist für einen Takt König der Nacht und geht dann seinen Weg, ins Dunkle hinaus, in den Dschungel der tiefen Träume. (rg) Rekids

Roxette ***** Miike Snow Travelling

Happy to You

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Madonna *****

Funktioniert es noch? Das war vor rund einem Jahr die grosse Frage, als Per und Marie das Comeback wagten. Ja, es hat funktioniert. Roxette rockten das Ding, stürmten die Charts wie damals in den 1990ern, tourten ausverkauft, reihten sich mit «She’s got nothing on (but the Radio)» wieder ein in die Radio-Endlosschlaufen. Das Erfolgsrezept: Gleiche Zutaten, neu gemischt. Dem bleibt das schwedische Duo auch weiterhin treu, als wäre es nie von der Bildund Tonfläche verschwunden. «Travelling» ist ein «Joyride» von heute, eine temporeiche Fahrt durch vertraut klingende Uptempo-Hits («It’s possible») und zeitgemässe Balladen («Perfect Excuse»). Gut konserviert, gut gereift. Wer den Live-Beweis will, legt am 17. Juli beim Dolder einen Zwischenhalt ein und wird hören und sehen, dass die Reise noch längst nicht zu Ende ist. (rg) EMI

Man kann Pop 2012 in Schubladen einreihen. Bei den meisten. Man kann von allem etwas nehmen und in eine vertonte Ikea-Billigbox stecken. Machen viele. Oder aber man designt seine ganz eigenen Soundmöbel, für die das Haus erst noch gebaut werden muss. Machen ganz wenige. So geschehen beim schwedisch-amerikanischen Produzentenduo Miike Snow. Da wird getüftelt und geschraubt, erfunden und ausgegraben. Bläser und Geräusche, Loops und Beats, Elektro und Indie: Immer überbordend kreativ, immer mit demselben Ergebnis: WOW. Immer Spass, nie Langeweile. Ist das noch Avantgarde oder schon ein Ohrwurm? Andrew Wyatt, Christian Karlsson und Pontus Winnberg sind definitiv der Think Tank der Gegenwartsmusik. Dass sie Britney Spears‘ coolsten Song, «Toxic», produziert haben, sagt vieles, das neue Album «Happy to You» singt den Rest. (rg) Sony Music

Ein Titel zwischen Partydroge und Gentechnik. MDMA war gestern, DNA altert. Spass und Jugend werden zum zwanghaften Diktat. «Girls gone wild» umwirbt mit einem sexy Video die Gays, «Give me all your Luvin» die Sportfans. Alles kühl kalkuliert, nichts kühn inspiriert. Die Musik dazu, ein schales Gähnen aus Trance und Dance: Kaum der Rede wert. Viele Köche verderben den Brei. Das Album ist nichts. Aber: Sie ist Madonna, sie bleibt die Meisterin der Projek­ tionsfläche. MDNA kann nichts bleiben, gleichzeitig lässt sich damit alles machen. Mit genialer Tour und cleverem Marketing vielleicht sogar ein «Masterpiece», der beste Song auf dem Album. Darin geht es um eine Frau, die ihre Perfektion verliert. Sie kann die Fäden in die Hände der Fans legen und irgendwann wieder selbst ergreifen. Sie ist Madonna, sie hat die MDNA. (rg) Universal Music

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Gesundheit

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012 

virale Therapie wird konsequent eingehalten, Viruslast ist mindestens sechs Monate nicht mehr nachweisbar, keine andere STI) ist es für feste, serodifferente Paare sogar möglich, auf die Safer-Sex-Regeln zu verzichten. Weitere Informationen hierzu gibt euch der behandelnde Arzt. Mehr zum Thema findest du hier: www.gay-box.ch. Alles Gute, Dr. Gay

Sauberer Analsex?

Nie mehr Sex?

Hallo Dr. Gay

Hallo Dr. Gay Ich befinde mich in einer schwierigen Situation. Vor einiger Zeit habe ich einen tollen Typen kennen gelernt. Obwohl sich gegenseitig Gefühle entwickeln, ist es bisher noch nicht zu Sex gekommen. Der Mann ist mir sehr wichtig und ich könnte mir eine Beziehung mit ihm vorstellen. Leider hat er sich kürzlich mit dem HI-Virus angesteckt und ich weiss nicht richtig, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Worauf muss ich speziell achten? Reicht Safer Sex oder sollten wir ganz auf Sex verzichten? James, 25 Hallo James Nein, ihr müsst nicht auf Sex verzichten. Es gibt viele serodifferente Paare, die ein glückliches Sexualleben führen. Streicheln, Kuscheln, gegenseitiges Wichsen oder intensive Zungenküsse sind alles absolut sichere Praktiken. Auch Oral- und Analverkehr sind unter Einhaltung der Safer-SexRegeln (Bumsen nur mit Gummi, kein Sperma in den Mund, bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss zum Arzt) kein Problem. Gerade in Bezug auf die dritte Safer-Sex-Regel ist es wichtig, darauf zu achten, dass keine andere sexuell übertragbare Infektion vorliegt, denn eine solche kann eine HIVÜbertragung fördern. Unter spezifischen Bedingungen (die antiretro-

Pia Ein machbarer Tribut an die Community



Wenn mein Freund und ich Analsex haben, passiert es leider immer wieder, dass mein Penis danach voller Kot ist. Früher hatten wir diese Probleme nicht und auch wenn er mich fickt, passiert es nicht. Wir duschen vorher immer zusammen, möchten aber auf eine Analdusche verzichten. Das kann doch nicht normal sein, oder? Im Internet haben wir leider keine hilfreichen Tipps gefunden. Kannst du uns weiterhelfen? Henry, 21 Hallo Henry Es liegt in der Natur der Sache, dass beim Analverkehr manchmal etwas Kot ins Spiel kommt. Das ist zwar unangenehm, aber ganz normal. Der menschliche Körper ist nun mal keine Maschine, die immer dann «sauber» ist, wenn es gerade passt. Es versteht sich von selbst, dass der Darm vor dem Analverkehr möglichst leer sein sollte. Leider merkt man nicht immer, ob das der Fall ist. Warum wollt ihr auf eine Analdusche verzichten? Ein Einlauf ist eine gute Variante, damit später beim Sex keine unangenehmen Überraschungen passieren. Aber nicht übertreiben. Zu viele Einläufe können die Darmflora schädigen und belasten den Kreislauf. Ein bis zwei Einläufe pro Woche sind unbedenklich. Weitere Informationen dazu gibt es hier: www.gay-box.ch Alles Gute, Dr. Gay

Es ist natürlich wie bei der La-Ola-Welle im Fussballstadion: Es machen nie alle mit. Leider! Aber je mehr mitmachen, umso geiler ist der Effekt. Genauso ist das bei «Break The Chain». Auch wenn wir‘s alle nicht mehr hören können, auch wenn alle meinen, dass es heute tolle Medis gibt, auch wenn ich meine Sex-Dates seit Jahren kenne und auch wenn ich so überhaupt keine Lust habe, mich mit medizinischen Spitzfindigkeiten wie dem «Primo-Infekt» auseinanderzusetzen. Die Realität spricht eine andere Sprache. Die Neuansteckungen in unserer Szene nehmen immer noch zu. Nicht wegen den Sexworkern aus Osteuropa, die keine Ahnung von Safer Sex haben. Nicht wegen Migranten aus Afrika, die den Schnitt so drastisch nach oben treiben. Wegen uns. Und darum MÜSSEN wir so eine Riesenwelle machen. Jeder, der mitmacht, leistet einen Beitrag zur Sicherheit unserer Szene. Es gibt nichts zu verlieren – nur zu gewinnen. Einen Monat auf etwas zu verzichten, ist nicht nur ein machbarer Tribut an die Community – es ist auch saisonal absolut korrektes Verhalten. Immerhin sind wir mitten in der Fastenzeit. Natürlich ist es einfacher, auf etwas zu verzichten, was einem auch sonst eher am Rücken vorbeigeht. Auf Beda Stadler zum Beispiel, und seine medienwirksamen Stellungnahmen zu jeder Katzen-Grippe. Beda Stadler, Infektiologe und extremer Schwerbescheidwisser, also eigentlich der Roger Schawinski der Viren und Bazillen, hat die Aktion «Break The Chain» scharf kritisiert, er nannte sie wörtlich «hanebüchen», weil sie den Eindruck erwecke, man könne nach dem Aktionsmonat bedenkenlos auf Safer Sex verzichten. Wenn man jetzt so wie Beda ab und an in einen Bottich Schlauwasser gefallen ist, dann kann man natürlich schon mal aus Versehen meinen, dass die breite Masse da draussen kein Geistesgigant ist. Ist schon in Ordnung, Beda. Zu

deinen Gunsten nehmen wir an, dass du einfach nur grausam besorgt bist um uns. Andernfalls müssten wir nämlich vermuten, dass du uns alle für komplette Furzgurken hältst, die zum ersten Mal etwas von HIV hören. Ich wage zu behaupten, dass jeder Typ in der Szene genau weiss, um was es bei «Break The Chain» geht. Es kann sich nur nicht jeder zum Mitmachen durchringen. Und drum kommen jetzt die Goodies! Wer sich registriert, erhält im Monat April jeden Tag einen Gutschein auf sein Smartphone oder seine Mailbox. Zahlreiche Bars und Läden machen mit und verwöhnen euch mit Angeboten und Vergünstigungen. Lasst euch das nicht entgehen! Am einfachsten geht es, wenn ihr die App auf eurem Handy habt. Man lädt ja sonst auch jeden Scheiss runter. Ich werde so frei sein und im April konsequente Handykontrollen durchführen. Und wer Grindr drauf hat, aber nicht «Break The Chain», dem werd ich tief und eindringlich in die Augen sehen müssen. Wer kein Apfelhandy hat oder auf seinem Smartphone schon so viele Apps hat, dass er es kaum noch tragen kann, der kann aber auch online mitmachen www.break-the-chain.ch Seid dabei bei etwas Einzigartigem, meldet euch jetzt noch an und wählt euren Einsatz aus! Unsere Community muss es wert sein! Apropos «Einsatz»: Ich bin froh, wenn dieses elende Doris-Fiala-Bashing endlich ein Ende nimmt. Es ist im Moment nicht leicht für mich mit dieser Frisur rumzulaufen. Ich sehe ja quasi aus wie das Stunt-Double von Doris und ich habe voll keine Lust darauf, auf der Strasse als Zewo-Prellerin gedisst zu werden. Doris wird das schon wieder grad biegen und bis dahin bitte ich um Geduld. Ich hab echt keine Lust, mir eine neue Frisur zu kaufen. Bis demnächst, Eure Pia 41


Agenda

C RU I S E R E d it ion Ap r i l 2 012 22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Lollipop Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca, Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor: 80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor: Die grössten Pistenheuler und Hitparaden Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr. 118. Infos www.lollipopparty.ch

April 2012 SO 01. April

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Bad Boyz Friday

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar am Sonntag im Keller des Restaurants Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Collins – 10 Jahre Filz im Hirsch, Querbeet

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals. DJ La Luna 23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter Dresscode sportsLAB. Cum in sports gear

SA 31. März Basel

22.00 Flavor - Strawberry Edition: DJs Peeza & Friends. Excellent Club, Binningerstr. 7 (Nähe Heuwaage). Infos www.housefashion.ch

Basel

Lausanne

23.00 tRIXX: Gay Bar @ MAD Rue de Genève 23. Zapoff Gallery. Friendly Gay Sunday The Vintage. DJ Dirty Flav 11.00

Bern

22.00 Gentleboyz: The most gentle gay nights in the capital. DJs José Galisteo (live), Kareem Junior, David Cruso & Kary. Fr. 25.–, Vorverkauf Fr. 20.–. Charity Event zugunsten Aids Hilfe Schweiz. Club Du Théâtre Bern, Hotelgasse 10. Infos www.gentleboyz.ch 19.30

FR 30. März

Zürich

GayMigs: schwule Migranten Treff im HAZ-Centro, Sihlquai 67

t&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation mit DJ Marc S

21.30

t&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance mit DJ Groovemaster

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Cruising unlimited 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe. DJs Charles Meyer & Mad House 23.00 Milkshake: not an ordinary gay party. DJ Angel O. Door hosted by Luca. Komplex 457, Hohlstr. 457. Infos www.milkshake.ch 23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-Anlass Full Fetish

GO!: GayOstschweiz! Sonntagsbrunch im GO! Lokal, Frauenfelderstr. 100, 9548 Matzingen. Reichhaltiges Buffet. Cüpli zum Apéro wird offeriert. Fr. 26.– Mitglieder bzw. Fr. 31.– für Gäste. Anmeldung bis 30.3. unter www.go-club.ch, 052 366 00 17

Zürich

HAZ Outdoor: Frühlingswanderung am Walensee. Von Walenstadtberg über Quinten nach Weesen. Abfahrt Zürich HB 07.12h. Infos und Anmeldung unter www.haz.ch/outdoor/aktuell. Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt, wegen Bus Walenstadt

19.00

tanzleila@Exil: Party von Frauen für Frauen. Ab 19h Salsa-Special. Ab 21h DJ Anouk Amok, ab 23h DJ Nadia Naas

19.00

Sector c; Fetish Club: Zero – Sunday Nacked. Fr. 13.– inkl. Eintritt Rage & Garderobe

Zürich

20.00 Break the Chain: Launch Party im Bagatelle, Langstrasse 93. Ab 20h Apéro und Videopremiere des Glitzerhaus-Clips «Break The Chain». Ab 22h Party mit DJs Luca Torre, Fabri!, Carlos de House & Marco de Rosa. Fr. 10.– als Spende für Checkpoint

20.00 Queertango Queer: Milonga für Schwule, Lesben und ihre Freunde. Cafetin Buenos Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23 21.30

Goldies-Show: mit Spaghettiplausch Oldies, Evergreens präsentiert von Diva International. Menu mit Salat, diverse Saucen und Dessert. Im HOT-Lokal, Wilerstrasse 5, Wängi. Anmeldung über Anmeldung@hot-tg.ch

16.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. U-30 Special. Youngster haben reduzierten Eintritt zu Fr. 9.–. Über 30 Jahre normaler Eintritt von Fr. 30.–

18.00 Checkpoint im Gespräch by QueerHelp: Die Kette durchbrechen. Das Leben positiv gestalten. Vom Umgang mit der eigenen Psyche und der Schwierigkeit mit der Therapietreue. Ab 20h Essen und Trinken mit Posibar. Restaurant Hubbles, Werdstr. 54, 8004 Zürich. Keine Anmeldung erforderlich 19.30

Thurgau

Luzern

22.00 Frigay Night: happy sound for happy people@The Loft Haldenstr. 21. Special Party mit DJs Alessandro Lesz, Luc le Grand & C-Side

07.10

Thurgau

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

MO 02. April 19.00

Zürich

z&h Schwule Studis: an Uni & ETH Eiermalen im Hochschulforum, Hirschengraben 7. Anmeldung bis 1.4. an zundh@websites.uzh.ch

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Latino Party 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y DJ Groovemaster

DI 03. April Bern

20.00 Uncut: warme Filme am Dienstag im Kino der Reitschule. «Ausente», Argentinien 2011, Digital 91 Min., OV Spanisch/dt. UT. Bar ab 20h, Film um 20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

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Agenda

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

19.00

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ La Luna

MI 04. April 19.30

Bern

3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11. Essen und Kultur Abendessen mit Buffet; der Frühling ist da. Fr. 30.–. Zudem Schwubliothek und Lesbenstammtisch

Zürich

20.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. Naked Party mit Maskenpflicht. Maske gibt es zu leihen für Fr. 5.– 20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJ alex brand playing nighty mighty oldschool 22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Bart und Bauch

21.30

Bern

20.00 Seite 69 – frische Fritten – neue talente: Homosexuell, heterofreundlich im Kapitel, Bollwerk 41. Disco 300000. DJs Helga & Inga & Thalamus 19.30

Winterthur

Badgasse 8: LesBiGay & Friends Treff im Lokal Badgasse 8

Bi-treffpunkt: offener Treff für bisexuelle Männer und Frauen 19h Treff im Café Rathaus, Limmatquai 61 zum Apéro, dann ab 20.15h im HAZ-Centro, Sihlquai 67 zu geleiteten Gesprächen zum Thema Bi-Sexualität und Polyamory All About Madonna: Special Party mit Gewinnmöglichkeit, dem neuen Song Gmayl, Album MDNA und den legendären Videos etc. DJ Marc S. Im T&M, Marktgasse 14

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren. Oster-Welcum 22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Leder, Gummi, Uniform 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser. DJ Mad House 23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13, Schlieren. Underwear, Jocks, Naked. Strict dresscode

ent P, Angy Dee, Gaetano, Juiceppe & Mary. Zudem Special Guest DJ Pink Lady DeeJay. Gogos & sexy Dancers 22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Oster-Cruising. Bierpass 3 für 2 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Blackout. DJ Nick Harvey 23.00 Glitter twist: Zur Eröffnung dieser Partyreihe ist neben dem DJ Duo Glitterhaus, DJ das Party Chic & Aavents gibt es ein Livekonzert mit dem Sänger und Songwriter Adam Joseph aus New York. Fr. 15.– mit App von Break the Chain Kampagne nur Fr. 10.–. Cabaret Club, Geroldstrasse 15 23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Vollmond-Party 23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter Dresscode Piss-off (yellow). Bierpass 3 für 2

SA 07. April

FR 06. April

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ Upspace

DO 05. April

Zürich

Basel

22.00 Supergay Party: mit DJs Taylor Crus & Original Flavor in Garage (ex Annex), Binningerstr. 14. Fr. 12.–

Zürich

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Hirsch meets Disco. DJ Evita von Tesa. 60er bis 80er Sound, leckere Drinks 21.30

t&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation. DJ Marc S

22.00 Queer Beats: LGBT & Friends House Party. Zürich SexyFriday. Alte Kaserne / Zeughaus, Kanonengasse 20. Gratiseintritt. DJS Ambi-

Basel

22.00 Isola Club@Club en Vogue: Clarastr. 45. DJ Mary

Bern

22.00 Julius Party im Du Nord: Lorrainestrasse 2. Infos www.juliusparty.ch

Zürich

18.00 a.part: Frauenbar bei Buvette Philipp, Zweierstr. 166 20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Warmup Boyahkasha! DJ Loyce mit Clubhits, Dance & RnB 21.30

t&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance. DJ Loyce

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Agenda

C RU I S E R E d it ion Ap r i l 2 012

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Oster-Meeting 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Embassy of House. DJ Gaetano 23.00 Splashing Boys Hollywood Night: Party for Gays & Friends. DJs Luc le Grand & Tschespito. Der rote Teppich ist ausgelegt. Exil, Hardstr. 245. Fr. 20.–

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13, Schlieren. Oster-Freistoss! «Manndeckung». Sportswear & Sneakers-Outfit only!

MO 09. April Zürich

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter DresscodeAnlass Osterfick – full fetish

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 70er & 80er Jahre Musik

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y DJ Groovemaster

DI 10. April

SO 08. April Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar am Sonntag im Keller des Restaurants Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ High Heels on Speed – Elektronischer Eiertanz

Lausanne

22.00 Jungle: the gay Party – Easteria Club MAD, Rue de Genève 23. Live on stage: Josey Greenwell (USA) with new Single «Stuck in my head». DJs Micky Friedmann, Antoine999, Juiceppe, Ajaxx & Willi P. Easter Bunnies-Show, Drag-Queens etc. Vorverkauf Fr. 25.–, Abendkasse Fr. 30.–. www.gay-party.net

Zürich

14.00 EntreNous – Sunday tea Dance: Treff für tanzbegeisterte Lesben und Schwule zu Standard- und lateinamerikanischen Tänzen oder einfach zum plaudern. Club Silbando (Swisscom Gebäude), Förrlibuckstr. 62 20.00 Ladies Night im Adagio: Gotthardstr. 5 (Kongresshaus). Osterparty 21.30

Oster Week2end: mit DJ Groovemaster. Im T&M, Marktgasse 14

22.00 8 Jahre Boyahkasha Jubiläumsparty: mit DJs José Parra & Cindy Babado, Miss Deliscious, Pascha & Zör Gollin. Hostess; Afrodita Ismajli. Plaza, Badenerstrasse 109. Infos www.boyahkasha.ch 22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren. Oster-Freistoss! «Manndeckung». Sportswear & SneakersOutfit 22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end Oster Special. DJ Qbass 23.00 GayAqua: Hertistrasse 24, Wallisellen. Stutenmarkt & Nachtsauna 23.00 HomoBlok: Die erste HomoBlok-Party im Anzeige

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Pascal Holzer, Regie: Bodo Krumwiede, Musik: Signori Misteriosi unter der Leitung von Angelo Repetto. Actaeon Produktion in Zusammenarbeit mit Pink Cross & Kanzlei. Im Kanzlei, Helvetiaplatz. Einlass 20h, Beginn 21h. Reservation: actaeonproduction@ gmail.com. Abendkasse Fr. 18.–

Blok-Club, Schiffbaustr. 3. Janes Tama Sumo & Playlove. Zudem DJ Duo Gill & Gill

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Technoparty 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser. DJ Mad House

FR 13. April HAZ-Centro: Sihlquai 67. Freitags-Centro mit speziellem kulinarischem Angebot präsentiert von Dänu, Zäsi & Marco

19.30

Frauenbar im GZ Riesbach: Seefeldstr. 93

Bern

20.00 Uncut: warme Filme am Dienstag im Kino der Reitschule. «80 Egunean - Herbstgefühle», Spanien 2010, Digital 105 Min., OV Spanisch/d. Bar ab 20h, Film um 20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Upspace

MI 11. April 19.30

19.30

Bern

3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11. Essen und Kultur 15 Minuten mit Alicia Parel, der neuen Geschäftsleiterin von Pink Cross. Abendessen, Schwubliothek & Trans*Stammtisch

Zürich

19.30

20.00 gay: my way: - Schwule Männer im Comingout Treff im HAZ-Centro, Sihlquai 67. Coming-out Gespräche in Kleingruppen 20.00 Gay Bikers Zürich: Höck im Restaurant Marion, Mühlegasse 22 21.30

t&M Disco: Marktgasse 14. DJ Marc S mit Disco & 70er bis 90er Jahre Musik

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Lollipop Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca, Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor: 80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor: Die grössten Pistenheuler und Hitparaden Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr. 118. Infos www.lollipopparty.ch 22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Mens cruising 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. DJ José Parra

Winterthur

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Sportswear & Sneakers

Zürich

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter Dresscode Open sector, heute ohne Dresscode

Badgasse 8: Lesbenbar

20.00 GayAqua: Hertistrasse 24, Wallisellen. GangBang-Mask Party

SA 14. April

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 Rock/ Electro. DJ siehe www.heldenbar.ch 22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Bereiter & Berittene 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ Angy Dee

DO 12. April Zürich

20.00 Katholische Gewissensnot – Gibs zu, du stehst drauf: Monolog von Irvine Welsh, dem Autor von Trainspotting in einer rockigen Horror Bühnenshow. Schauspiel:

Biel/Bienne

22.00 Gaypirinha Birthday Bash: zum 5 Jahre Jubiläum. DJs DoubleD & Brunozinho. Fr. 15.–, ab 18 Jahre. Restaurant La Plage (Strandbad), Biel. Infos www.gaypirinha.ch 17.00

Winterthur

WILSCH: Winterthurer Lesben und Schwule We are family! Essen, Geniesserabend für die LesBiSchwule Community im Lokal Badgasse 8 Anmeldung über www.badgasse8.ch


Agenda

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012

19.00

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

come together: Lesbian & Gay Party 30+. Ab 19h Kulturbar; Chill and feel. Um 20h Livekonzert mit Tom Kees mit seinem Programm «Think Pink Over The Rainbow». Ab 21h Party mit DJ Leon Guess. Fr. 20.–. Marquee Club, Weinbergstrasse 68 (Tram 7 & 15, N6, Sonneggstrasse). Infos www.party4lesandgay.ch

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch. DJ iDeer mit Klubhits & House 21.30

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y DJ Groovemaster

DI 17. April Aarau

20.00 Aarglos: Lesbengruppe Treff Tischlein deck dich. Deko-Abend mit Brigitte. Anmeldung bis 3.4. bei brigitte.salewski@bs-ag.ch

Zürich

t&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance. DJ Qbass

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Cruising unlimited

MI 18. April 19.30

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter DresscodeAnlass Ultraleather Plus 23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

SO 15. April Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar am Sonntag im Keller des Restaurants Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Mitschi Matschi – Lieder mit Hintergrund

Lausanne

23.00 tRIXX Gay Bar @ MAD: Rue de Genève 23. Zapoff Gallery. Friendly Gay Sunday DJs Blow Job

20.00 Heldenbar@Provitreff Sihlquai 240 DJ Battle mit Søren und René von Offstream 22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Anzug-Party 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ La Luna

DO 19. April 19.30

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

MO 16. April 19.30

Zürich

Queer-Waves: für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Tansgender und Intersexuelle. Tanze deinen Tanz! 5-Rhythemtanz für Queres. Eine Wohltat für Körper, Geist und Seele. Keine Vorkenntnisse nötig. Mitbringen: bequeme Kleidung und etwas zu trinken. Getanzt wird barfuss oder in leichten Tanzschuhen. Gemeindezentrum Hottingen, Gemeindestr. 54. Fr. 25.–. Info www.ibp-institut.ch, 052 319 40 44, fischer.b1@bluewin.ch

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Underwear & oben ohne 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser. DJ Mad House

FR 20. April

Zürich

z&h Schwule Studis an Uni & EtH: Serienabend: Modern Family. Sitcom aus den USA. Uni Zürich Hauptgebäude, Rämistr., Raum KO2-D-54

3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11. Essen und Kultur Abendessen, Schwubliothek & Jassabend

Zürich

08.00 HAZ Outdoor: Frühlingswanderung im Baselbiet. Infos und Anmeldung unter www.haz.ch/outdoor/aktuell 22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 70er & 80er Jahre Musik

Bern

Luzern

22.00 Frigay Night: happy sound for happy people@The Loft Haldenstr. 21

Zürich

t&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation. DJ Marc S

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Cruising unlimited 22.00 GayAqua: Hertistrasse 24, Wallisellen. Nachtsauna mit Stutenmarkt 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals. DJ Angy Dee 23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen 23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter Dresscode Friday naked

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Garçon Sauvage

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Relab. DJs Garçon Sauvage & Thomi B 23.00 Jack Party the Most Wanted Issue: DJs Maringo, Gloria Viagra, Juiceppe. Hot Mustache. Im Festsaal (Kaufleuten), Pelikanplatz. Infos www.jackcompany.com

21.30

SA 21. April Bern

22.00 discOriental from bhangra to rai: finest arabic music for gays, lesbians & friends. DJ zardas. Fr. 15.–. Lounge Kapelle, Kramgasse 8, www.loungekapelle.ch

Luzern

20.00 PRON!: a queer happening for gays, lesbians & friends. DJane Wicked Wilma, DJ Gate & DJ Ascap. Special Deco & Visuals. Barbetrieb ab 20h mit 50er bis 70er Sound. Party ab 22h. Fr. 15.–. Bar 59, Industriestr. 5. Infos www.bar59.ch

Winterthur

21.00 WILSCH-tanze: Ü18 Party für LesBiGay & Friends. DJs SBajra & Surprise DJ. Lightfire, Harzachstr. 2, 8404 Winterthur (Fussweg vom Bahnhof Seen, Gratisparkplätze)

Zürich

18.00 a.part: Frauenbar bei Buvette Philipp, Zweierstr. 166 20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch. DJ iDeer mit Klubhits & House 21.30

Klubnacht: Main Floor: Stella de Stroy (GMF Berlin). Upper Floor: DJs Gaetano & Nick Harvey. Party auf 2 Floors, freier Eintritt bis 22.30h. Infos: www.g-colors.ch. G-Colors (T&M & AAAH!), Marktgasse 14, 8001 Zürich

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren The big Gang Bang Party 23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter DresscodeAnlass The big Gang Bang Party, heute ohne Dresscode 23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Leermond-Party

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Agenda

C RU I S E R E d it ion Apr i l 2 012 

SO 22. April Basel

21.00 U  ntragbar!: Die heterofreundliche Homobar am Sonntag im Keller des Restaurants Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Roj.r – Pop of then century

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen 22.30 A  AAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ Garçon Sauvage

DO 26. April Bern

Ganze Schweiz

21.00 C  omeback Bar: Rathausgasse 42. Elektronischer Musikabend in gemütlicher Bar-Atmosphäre mit DJ ELfERich

Lausanne

19.30 z &h Schwule Studis an Uni & ETH: z&h Nachtessen im HAZ-Centro, Sihlquai 67

09.40 L  es lacets roses: Hüttenzauber an den Pilatushängen. Treffpunkt um 09.40h Kurhaus Eigenthal. Infos bei Hans 079 478 25 13 23.00 TRIXX: Gay Bar @ MAD Rue de Genève 23. Zapoff Gallery. Friendly Gay Sunday Tracks. DJ Nicolas W

Zürich

11.00 z &h Schwule Studis: an Uni & ETH Alumni Brunch im Huusmaa, Badenerstr. 138. Infos www.zundh.uzh.ch 22.00 M  agnusbar: Magnusstr. 29 Bart und Bauch 22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

MO 23. April Zürich

22.00 M  agnusbar: Magnusstr. 29 70er & 80er Jahre Musik 22.30 A  AAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y DJ Groovemaster

DI 24. April Bern

20.00 U  ncut: warme Filme am Dienstag im Kino der Reitschule. «König des Comics - Ralf König», D 2012, Digital 80 Min. D. Bar ab 20h, Film um 20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

19.00 L  esbentreff Zürich-Wiedikon: Trinken, essen, kennenlernen. Im Huusmaa, Badenerstr. 138 22.00 M  agnusbar: Magnusstr. 29 Leder, Gummi, Uniform 22.30 A  AAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Angy Dee

MI 25. April

Zürich

20.00 K  atholische Gewissensnot - Gibs zu, du stehst drauf: Monolog von Irvine Welsh, dem Autor von Trainspotting in einer rockigen Horror Bühnenshow. Schauspiel: Pascal Holzer, Regie: Bodo Krumwiede, Musik: Signori Misteriosi unter der Leitung von Angelo Repetto. Actaeon Produktion in Zusammenarbeit mit Pink Cross & Kanzlei. Im Kanzlei, Helvetiaplatz. Einlass 20h, Beginn 21h. Reservation: actaeonproduction@ gmail.com. Abendkasse Fr. 18.– 20.00 H  AZ-Centro: Schwubliothek, Schwule Bücher- und ausgewählte Videoausleihe, Sihlquai 67 21.30 F  rance Delon: Show Show 22h, danach Partytunes mit DJ Marc S. Im T&M, Marktgasse 14

16.00 G  ayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. U-30 Special. Youngster haben reduzierten Eintritt zu Fr. 9.–. Über 30 Jahre normaler Eintritt von Fr. 30.– 20.00 P  latzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch. DJ iDeer mit Klubhits & House 21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. France Delon Show um 22h. Danach G-Dance mit DJ Goovemaster

22.30 A  AAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe. DJs Charles Meyer & José Parra

FR 27. April Zürich

18.00 C  heckpoint im Gespräch: by QueerHelp Infoabend: The Big 5 – wenn es juckt und brennt. Über sexuell übertragbare Krankheiten. Ab 20h Essen und Trinken mit Posibar. Restaurant Hubbles, Werdstr. 54, 8004 Zürich. Keine Anmeldung erforderlich 19.30 G  ayMigs: schwule Migranten Treff im HAZ-Centro, Sihlquai 67 20.00 Q  ueertango Queer: Milonga für Schwule, Lesben und ihre Freunde. Cafetin Buenos Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23 21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. France Delon Show um 22h, danach Chartstation mit DJ Marc S

Zürich

21.30 F  rance Delon Show Premiere: Show 22h, danach DJ Marc S. Im T&M, Marktgasse 14

Zürich

07.00 L  MZ: der Schwule Schweizer Motorradclub Spargeltour ins Markgräflerland bis 29.04. Anmeldung bis 14.4. Infos www.lmz.ch

22.30 A  AAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser. DJ Mad House

22.00 R  age: Wagistr. 13, Schlieren Bad Boyz Friday

20.00 H  eldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 Rock/ Electro. DJ siehe www.heldenbar.ch

Thurgau

19.00 G  O!: GayOstschweiz! Alpenhüttengaudi im GO! Lokal, Frauenfelderstr. 100, 9548 Matineen. Alphütten-Olympiade, Volksmusik. Reichhaltiges Hütten-Buffet (kalt/warm). Apéro wird offeriert. Fr. 27.– Mitglieder bzw. Fr. 32.– für Gäste. Anmeldung bis 25.4. unter www.go-club.ch oder info@go-club.ch

22.00 R  age: Wagistrasse 13, Schlieren Cruising unlimited

Bern

20.00 S chwule Väter: Väterstamm im Café Rathaus, Limmatquai

Bern

22.00 ISC Club: Tolerdance für Schwule, Lesben und FreundInnen. Elektro Tolerdance. She-DJ Xylophee, DJ PCB. Live Drums by Stein. Fr. 15.–

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

22.00 L  ollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Lollipop Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca, Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor: 80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor: Die grössten Pistenheuler und Hitparaden Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr. 118. Infos www.lollipopparty.ch

19.30 3  gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11. Essen und Kultur Abendessen, Schwubliothek & HAB-Mitgliederversammlung

SA 28. April

23.00 S ector c; Fetish Club: Strikter DresscodeAnlass Ultrarubber. Bierpass 3 für 2 23.00 M  agnusbar: Magnusstr. 29 DWT/TV/Fummel Party

SO 29. April Basel

21.00 U  ntragbar!: Die heterofreundliche Homobar am Sonntag im Keller des Restaurants Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Milk & Wodka - Surf, Rock n Roll

Lausanne

23.00 TRIXX Gay Bar @ MAD: Rue de Genève 23. Zapoff Gallery. Friendly Gay Sunday DJ David Armada

Zürich

08.00 G  ay Bikers Zürich: Eröffnungstour. Infos www.gaybikers.ch 20.00 L  adies Night im Adagio: Gotthardstr. 5 (Kongresshaus) DJ AL.B 22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Windel-Party 22.30 A  AAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

22.30 A  AAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals. DJ La Luna 23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Techno-Party 23.00 S ector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter Dresscode sportsLAB – cum in sports gear

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Herausgeber und Verleger: AfM-Publikationen, Martin Ender Redaktion und Verlagsadresse: AfM-Publikationen, Martin Ender, Mühlebachstrasse 174, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, info@cruiser.ch Infos für die Agenda: agenda@cruiser.ch | Infos an die Redaktion: redaktion@cruiser.ch Redaktionelle Mitarbeit: Lola Sara Arnold-Korf, Thomas Borgmann, Charly Büchi, Andreas Candinas, Daniel Diriwächter, Martin Ender, Branko B. Gabriel, René Gerber, Oliver Hölcke, Mark-Philip Ingenhoff, Hanspeter Künzler, Michael Lenz, Alex Rudolf, Stefan Schüpbach Grafik / Layout: Deny Fousek, Bertastrasse 1, 8003 Zürich Litho: Beni Roffler, Letzigraben 114a, 8047 Zürich Inserate: AfM-Publikationen, Martin Ender, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, anzeigen@cruiser.ch Fachberater: Pierre André Rosselet, Rechtsanwalt Druck: Neue Luzerner Zeitung AG, Cruiser Auflage: 15 000 Exemplare, 10 Ausgaben jährlich



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