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dancer’s culture & lifestyle magazine

HEFT 1/2013

€ 7,00 (A) / € 9,00 (EU) / CHF 14,00 (CH)

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P.b.b. Verlagspostamt 1014 Wien

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RUDOLF HAMETOWITSCH NUREJEW 1938 - 1993 RUDOLF HAMETOVICH NUREYEV

Das Jahr des Titanen ’

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Editorial

Contents 1/2013

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elaunch! Ein großer Schritt ist vollzogen: dancer’s ist nicht nur das einzige österreichische Tanzmagazin, sondern erscheint ab sofort auch umfangreicher und zweisprachig in Deutsch und Englisch! Die Cover-Story ist dem heurigen Jahresregenten des Tanzes, der Lichtgestalt des modernen Balletts, Rudolf Nurejew, gewidmet, der, wie kein anderer, den Tanz des 20. Jahrhunderts geprägt hat. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern viel Spaß mit dieser neuen Ausgabe! Put on your dancing shoes!

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elaunch! A big step has been taken: not only is dancer’s the only dance magazine in Austria, but as of now it is bigger and in two languages, German and English. The cover story is devoted to this year’s „dancer of the year”, the shining light of modern ballet, Rudolf Nureyev, who more than anyone else has left his mark on 20th century dance. We hope all our readers enjoy this new edition! Put on your dancing shoes!

Ingeborg Tichy-Luger

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Editorial - Contents Impressum/Imprint Danzainfiera - Medienpartner/Media partner

culture & lifestyle magazine

wiener staatsballett Rückblick/Review „Der Nussknacker”/„The Nutcracker” News vom/from Wiener Staatsballett/Vienna State Ballet Bis zu den Fingerspitzen/ To the tips of the fingers Ballettclub: Soirée zur Saisoneröffnung/ Balletclub: Season Opening Soirée Ehrenzeichen für Ingeborg Tichy-Luger/ Order of Merit for Ingeborg Tichy-Luger Ballettclub: welcome to the club ballet Rudolf Nurejew: „Ich werde der größte Tänzer der Welt ”/ Rudolf Nureyev: „I will be the greatest dancer in the world” Celebrating Sacre - Ballett Oper Graz/Opera Graz Ballet Mythos Nijinsky/Myth Nijinsky Tanzcompagnie Tiroler Landestheater: Dem Mythos auf der Spur/ On the trail of a myth Stuttgarter Ballett: Facettenreicher Frühling/ A multi-faceted spring programme 50 Jahre „Romeo und Julia”/ 50 Years „Romeo and Juliet ” Im Gedenken an Richard Cragun/ In memory of Richard Cragun Bayerisches Staatsballett: BallettFestwoche/ Ballet Festival Week Tanzcompagnie Gärtnerplatztheater: Dornröschen und Lackschuhe Sleeping Beauty and patent shoes The Ballets de Monte-Carlo: Forthcoming events modern&contemporary IDA-Institue of Dance Arts: A fantastic voyage into the mind of the body TQW: Körper, Religion und Dialog in Tanz und Performance/ Body, religion and dialogue in dance and performance Tanztage ‘13 im/at Posthof Tanzfestival Bregenzer Frühling: East meets west Wien Museumsquartier, Halle E: Swan Lake Reloaded

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RUDOLF HAMETOWITSCH NUREJEW 1938 - 1993 RUDOLF HAMETOVICH NUREYEV

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dancer’s business circle Präsentation/Presentation

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Shen Yun: Tänzerische Vielfalt/ Dancing Diversity Sommer Festival Graz/Linz/ Summer Festival Graz/Linz „Sunset Boulevard” am/at the Stadttheater Klagenfurt lifestyle Mazbani: From vision to reality Antiquitäten Josef Renz: Im Zentrum von Kunst und Kultur/ In the center of art and culture Sport & Kurhotel Bad Moos Landhotel Hohenfels: Cosy wellness Das „Weimar”

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81 musical&show Musical an der Volksoper Wien/ Musical at Vienna Volksoper

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education Europaballett St. Pölten: News Dance Flash 2013 Tanz-Musical-Akademie St.Johann/Tirol/ Dance Musical Academy at St.Johann/T. Kitz-Alp Sommertanzfestival 2013 L’Académie de Danse Vienna: Success for young dancers The Kittycats und die Welt der neuen Tanzworkouts/ and the world of the new dance workouts tamed Österreich fördert aktiv die Tänzergesundheit/ actively supports dancers’ health CDW Presidents Golf Trophy 2012 ballroom Kaffeesieder tanzen zu „Wiener Blut ”/ Viennese coffeehouse owners dance to „Wiener Blut” Le Grand Bal - Wiener Hofburg: Erfolgreiche premiere/Successful premiere Donaupokal/The Danube Cup Austrian Open Championships Senior Affairs

impressum/imprint Cover: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev - Foto/Photo: IMAGNO/Franz Hubmann Editorial: Ingeborg Tichy-Luger - Foto/Photo: Günther Ringelhann Verleger und Herausgeber/Publisher: dancer’s - culture & lifestyle magazine/Ingeborg Tichy-Luger KG; 1010 Wien, Herrengasse 6-8/1/72; Chefredakteurin/Editor in chief: Ingeborg Tichy-Luger; Redakteure/Editors: Helene Ciolkovitch, Peter Kielhauser, Gerald Aigner; Grafisches Konzept/Art Director: Ingeborg Tichy-Luger; Übersetzung/Translation: Greller-Schweickhardt GmbH, 1040 Wien - Seiten/Pages: 4, 22 - 46, 48 - 57, 61 - 75, 77 - 81; Druck/Print: Agensketterl, 3001 Mauerbach


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Ich werde der größte Tänzer der Welt ! Rudolf Hametowitsch Nurejew (1938-1993) Rudolf Hametovich Nureyev 1938

IN „DORNRÖSCHEN”/„THE SLEEPING BEAUTY”, PARIS, LONDON FESTIVAL BALLET, 1976

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Geboren in einem Waggon der Transsibirischen Eisenbahn auf der Fahrt entlang des Baikalsees, 17. März: amtliche Geburtsmeldung Born on the Trans-Siberian train, near Lake Baikal, March 17: official birthdate 1949-55 Erster Ballettunterricht bei Anna Udelzowa in Ufa Ensembletänzer des Baschkirischen Theaters für Oper und Ballett in Ufa First ballet classes with Anna Udeltsova in Ufa, corps dancer with the Ufa Opera and Ballet Theatre 1955-58 Ausbildung am Choreographischen Institut Agrippina Waganowa in Leningrad, u.a. bei Alexander Puschkin Professional training at the Vaganova Choreographic Institute in Leningrad, in Alexander Pushkin's class 1958-61 Kirow-Ballett, Leningrad Kirov Ballet, Leningrad 1959 Erstes Auftreten im Westen bei den Weltjugendfestspielen in Wien - Gewinn einer Goldmedaille First appearance in the West during the International Youth Festival in Vienna. Wins the Gold Medal 1961 16. Juni: Ansuchen um politisches Asyl am Flughafen Le Bourget, in der Nähe von Paris June 16: asks for political asylum at Le Bourget airport, near Paris 1961 International Ballet of the Marquis de Cuevas 1962 Royal Ballet - Beginn der Partnerschaft mit Margot Fonteyn Royal Ballet – Beginning of partnership with Margot Fonteyn bis 1992 Trat mit allen bedeutenden klassischen Compagnien der Welt, sowie mit den Ensembles von Martha Graham, Paul Taylor und Murray Louis auf until 1992 Danced with all major classical ballet companies throughout the world as well as with Martha Graham, Paul Taylor and Murray Louis companies ab 1974 Eigene Tourneen mit „Nureyev and Friends" from1974 Tours with „Nureyev and Friends" 1964 15. Oktober: Debüt an der Wiener Staatsoper als Tänzer und Inszenator mit „ Schwanensee“ (P. I. Tschaikowski) October 15: Début at Vienna Opera as dancer in his own staging of Swan Lake (P. I. Tchaikovsky) 1966 Erste eigenständige Choreographie: „Tancredi“ (H. W. Henze) - Wiener Staatsoper Début as choreographer: „Tancredi" (H.W. Henze) Vienna State Opera 1982 25. Jänner: wird österreichischer Staatsbürger January 25: becomes Austrian citizen 1983-89 Ballettdirektor der Pariser Oper Dance Director at Paris Opera 1989 Wiederauftreten im Kirow-Theater Comeback at Kirov Ballet in Leningrad 1991 Debüt als Dirigent Début as conductor 1993 6. Jänner: gestorben in Paris. Beigesetzt am russischen Friedhof in Ste-Geneviève-des-Bois 6. January : dies in Paris. Buried in Russian Orthodox cemetery at Ste-Geneviève-des-Bois


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ch werde der größte Tänzer der Welt!”, Alexandra sah ihren Klassenkameraden entgeistert an. „Aber du hast keine Ausbildung!” - „Ich werde es lernen, und ich werde Ufa verlassen! Du wirst schon sehen!” Wie so oft hatten sie sich auf dem Hügel getroffen, von dessen Spitze aus ihr Blick über den Fluss Belaja und die nach Westen fahrenden Züge streifte. Doch plötzlich hatte der elfjährige Junge seine Schwingen geöffnet und sich aus ihrer Freundschaft erhoben. Er war von einer Vision erfüllt, die wie ein Schatten über ihrem freudlosen Leben im sowjetischen Baschkirien lag. Alexandras Freund war in eine andere Welt unterwegs, eine größere, als sie sich jemals erträumen konnte, in der es für sie keinen Platz gab. Rudolf Nurejew hatte den Blick bereits fest auf sein Schicksal gerichtet. Das Publikum applaudiert einer unvergesslichen Vorstellung und feiert mit stehenden Ovationen ein Phänomen: NUREJEW. Nach endlosen Vorhängen und Verbeugungen mit Margot Fonteyn und dem Ensemble steht der Tänzer nun alleine bewegungslos in einem Blumenmeer in der Mitte der Bühne, einen Arm zum Publikum ausgestreckt. Mit einer langsamen Drehung von Arm und Oberkörper umfasst er das gesamte Auditorium und verbeugt sich schließlich vor den jubelnden Menschen. Er sieht erschöpft und glücklich aus, erfüllt von Stolz und Dankbarkeit über diesen Tribut an seine Tanzkunst. So geschehen an der Pariser Oper, in Covent Garden, an der Met, an der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala … Der Weg zwischen diesen beiden Szenen war lang und steinig. Ein Jahr vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs in einem Zug der transsibirischen Eisenbahn geboren zu werden, ist wahrlich ein origineller und außergewöhnlicher Einstieg ins Leben. Das ganze Leben des Rudolf Nurejew ist voller Kontraste, voll unglaublicher Chancen und tiefer Tragik, durchzogen von ständigen Kämpfen.

In der ganzen Welt wurde der Name Nurejew zu einem Synonym für den Tanz. Er wurde der männliche Tänzer, der große Tänzer, der größte Tänzer des 20. Jahrhunderts. Sein Name steht für Ruhm, Freiheit, Erfolg, Wagemut, Skandale, Leidenschaft. Wegen ihm wurden Menschen Tänzer, Choreographen, Fotografen, Designer und Schriftsteller. Er inspirierte Maler, Bildhauer und Filmemacher. Seine Tanzkunst war Tausenden von Menschen Inspiration in ihrem Alltag. Er vermittelt allen Menschen, die einen Traum verfolgen, ein Gefühl von Zielstrebigkeit und Entschlossenheit. Nurejew hatte einen eisernen Willen und widmete sich hundertprozentig seiner Kunst. Er wurde zum höchstbezahlten Balletttänzer der Welt, durch ihn wurde Ballett populär, er war der Rockstar des Balletts, er veränderte die Rolle des Balletttänzers im klassischen Repertoire und erhob ihn zum ebenbürtigen Partner der Ballerina. Er eröffnete einen neuen Zugang zum Ballett und hob die Unterschiede zwischen klassischem Ballett und Modern Dance auf. Er ließ es sich nicht nehmen, sämtliche Tanzstile zu erlernen: Maurice Béjart, Murray Louis, Paul Taylor, George Balanchine, Roland Petit, Kenneth MacMillan, Frederick Ashton, Martha Graham, Rudi van Dantzig, um nur einige zu nennen, choreographierten Ballette für ihn. Kein anderer Tänzer tanzte mit so vielen Ballerinen. Bis 1991, drei Jahrzehnte lang, tanzte und inszenierte er weltweit das Repertoire Petipas, schuf neue Ballette, verfilmte meh-

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will be the greatest dancer in the world!” Alexandra looked at her classmate in disbelief. „But you have no training!” „I’ll learn and I’ll leave Ufa ! You’ll see!”

Standing on top of the hill where they would often go together to watch the view over Belaya River and the trains heading towards the West, the eleven-year old boy had suddenly flown away out of their friendship. He was filled with a vision that overshadowed their bleak life in Soviet Bashkiria. Alexandra’s friend had escaped into another world, a bigger one than she could ever dream of and where there would be no room for her. Rudolf Nureyev was born to his destiny. The audience salutes an unforgettable performance and gives a standing ovation to a phenomenon: NUREYEV. After endless curtain calls with Margot Fonteyn and the corps, the dancer is now standing alone, motionless center stage surrounded by flowers, one arm extended to the public. With a slow circular movement of the arm and the torso, he sweeps the whole theater, finally bowing before the cheering public. He looks exhausted and happy, expressing pride and gratefulness at the tribute to his dancing. The scene takes place at Paris Opéra, at Covent Garden, at the Met, at Vienna State Opera, at La Scala … The path between the two scenes has been long and arduous. To be born a year before the outbreak of World War II on the Transsiberian train is indeed an original way of making a special entrance into the world. The whole life of Rudolf Nureyev is a mixture of contrasts, of incredible opportunities and deep tragedy, characterized by constant struggle. All over the world Nureyev has become a brandname for dance. He did become the male dancer, the great dancer, the greatest dancer of the 20th century. His name evokes fame, freedom, success, audacity, scandal, passion. People have become dancers, choreographers, photographers, designers, writers because of him. He has inspired painters, sculptors, film makers. His dancing has enlightened thousands of people in their everyday life. He gives a sense of purpose and clear determination to anyone who has a dream. Nureyev had an iron will and was totally dedicated to his art. He became the highest paid ballet dancer in the world, he made ballet popular, he became the rock-star of ballet, he changed male dancing in the classics making the part of the male dancer the equal of the ballerina. He created a new approach to ballet erasing the differences between classical ballet and modern dancing. He insisted on acquiring all styles of dance: he had Maurice Béjart, Murray Louis, Paul Taylor, George Balanchine, Roland Petit, Kenneth MacMillan, Frederick Ashton, Martha Graham, Rudi Van Dantzig, among others, making ballets for him. No other dancer danced with so many ballerinas. For almost three decades, he danced and staged the Petipa repertoire, created new ballets, filmed several of his productions, dancing an average 250 performances a year touring with at least 30 different companies and his „Nureyev and Friends” group until 1991 the world over. Even illness did not deter him from his superhuman schedule. 2013 marks the 20th anniversary of his death. It is an opportune moment to pause and reflect on the personality and the career of 1/2013

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rere seiner Produktionen, tanzte durchschnittlich 250 Vorstellungen im Jahr, tourte mit mindestens 30 verschiedenen Kompagnien und seiner Gruppe „Nureyev and Friends“. Nicht einmal Krankheit konnte ihn von diesem übermenschlichen Terminplan abhalten. Im Jahr 2013 jährt sich sein Tod zum 20. Mal. Ein geeigneter Anlass, sich Zeit für eine Betrachtung der Persönlichkeit und Karriere dieses außergewöhnlichen Künstlers zu nehmen. Es ist unmöglich auf einigen wenigen Seiten alle Einzelheiten seines hyperaktiven Lebens zu beschreiben. Wie wurde Rudik, der Junge aus Ufa, zu Nurejew, dem legendären Tänzer? Er wurde 1938 in der Sowjetunion geboren und verbrachte seine Jugend in der baschkirischen Hauptstadt Ufa in der Nähe des Uralgebirges. Diese Jahre waren gekennzeichnet von Hunger, Armut und Trostlosigkeit. Er war das vierte Kind tatarischer Eltern, dem die Revolution die Möglichkeit eröffnet hatte zu studieren. Nurejews Vater Hamit hoffte, sein einziger Sohn würde Arzt oder Ingenieur werden, und war daher nicht allzu glücklich darüber, dass sein Sohn sein Leben damit verbringen wollte, wie ein Frosch herumzuhüpfen! Nurejew selbst meinte, wie mein Vater war auch meine Mutter offiziell dagegen, inoffiziell aber unterstützte sie mich … Im Kindergarten entdeckte Rudik den Volkstanz und entflammte sofort dafür. Am Neujahrsabend des Jahres 1945 gelang es Nurejews Mutter, mit einem einzigen Ticket zusammen mit all ihren Kindern eine Vorstellung der örtlichen Oper zu besuchen. Von der obersten Galerie aus eröffnete sich dem kleinen Jungen die Welt des Balletts. Während er die baschkirische Legende „Lied der Kraniche” verfolgte, traf er die Entscheidung, sein Leben in dieser magischen Welt zu verbringen. Als Mitglied einer Kindervolkstanzgruppe begegnete er Anna Udelzowa, einstmals Ballerina in Diaghilews Ballets Russes. Sie lehrte Rudik die Grundlagen des klassischen Tanzes und erkannte als erste das außergewöhnliche Talent des Zehnjährigen. Wenn Rudik anwesend war, herrschte häufig eine geradezu elektrisierende Stimmung in den Stunden und während der Proben für die Laienvorstellungen. Oft ließ er die Mädchen in Tränen aufgelöst zurück, wie etwa die junge Sweta Baischewa, seine allererste Tanzpartnerin: „Du bist schrecklich, ich möchte nicht mir Dir tanzen!” „Du Närrin! Eines Tages wirst Du es bereuen!” Sweta Baischewa wurde Tänzerin an der Oper von Ufa und arbeitet jetzt als Ballettlehrerin in Weißrussland. Sie sollte ihre Worte tatsächlich bereuen … Von Udelzowa lernte Nurejew über die Ära Diaghilew, über Nijinsky, Pawlowa und Karsawina, über die Geschichte des Tanzes und die Ursprünge des Kirow-Balletts in Leningrad: das sagenumwobene Mariinski-Theater. Der Junge träumte davon, nach Leningrad zu gehen. Der Traum wurde zur Obsession, er musste aber bis zu seinem 17. Geburtstag warten, bevor er die nördliche Hauptstadt der Zaren für sich entdecken durfte. Rudolf nahm dann Unterricht bei Elena Woitowitsch, einer Absolventin der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad, als sie ihr „Ballettstudio“ an der Oper von Ufa eröffnete, um junge Knaben und Mädchen für das Corps de Ballet auszubilden. Heute ist im Ballettstudio eine ständige Ausstellung zu Ehren Nurejews zu sehen. 08

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this extraordinary artist. It is impossible to describe in a few pages all the details of his hyperactive life. How did Rudik, the boy from Ufa, become Nureyev, the legendary dancer? He was born in the Soviet Union in 1938, and spent his first years in Ufa, the capital of Bashkiria, near the Ural mountains. These years were marked by hunger, poverty, bleakness. He was the 4th child of Tartar parents for whom the Revolution had opened the opportunity to study. Nureyev’s father, Hamit, hoped his only son would become a medical doctor or an engineer so he was not too happy when he found out that his son wanted to spend his life leaping like a frog! According to Nureyev, like my father, my mother was officially against but supported me unofficially … Rudik discovered folk-dance at kindergarden and loved it immediately. On New Year’s Eve 1945, Nureyev’s mother managed to get herself and all her children into the local Opera House on one single ticket. From the top gallery the little boy saw the world of ballet revealed to him as he watched the Bashkirian legend „Song of the Cranes” and decided he wanted to spend his life in this magical realm. Performing folk-dance with a group of children, he met Anna Udeltsova, once a ballerina with the Diaghilev’s Ballets Russes. She taught Rudik the basics of classical training and was the first to spot the ten-year old boy’s exceptional talent. The atmosphere at class and during the rehearsals of the amateur performances was often electric when Rudolf was attending. He often left the girls in tears, like the young Sveta Baisheva, his first partner ever: „You are horrible. I don’t want to dance with you!” - „You idiot! One day you’ll regret that!” Sveta Baisheva became a dancer with Ufa Opera and is now a ballet teacher in Belarus. She came to regret her words … Udeltsova educated Nureyev about Diaghilev era, about Nijinsky, Pavlova and Karsavina, about the history of dance and the origins of the Kirov Ballet in Leningrad: the mythical Maryinsky. The boy started dreaming about going to Leningrad. It became an obsession but he had to wait until he was 17 to discover the northern capital of the tsars. Meanwhile Rudolf went to study with Elena Voitovich, a graduate of the Vaganova Institute in Leningrad when she opened the Ballet Studio at the Ufa Opera to train young boys and girls for the Ballet corps. The Ballet Studio now contains a permanent exhibition devoted to Nureyev. One day, Sania Hantimirova, a first-grade student at Vaganova Institute stopped in horror in the corridor when an 8th-grade boy walked out of Pushkin’s class, yelling and swearing like a truck driver. How could the great Professor tolerate such behaviour? It was the rebellious Tartar boy everybody was talking about in the school. She saw that the boy was crying out of rage. It took me years to realize that Pushkin had understood his student’s passion for dance and work and decided to ignore his outbursts of fury which were just the expression of his frustration at not achieving a movement to perfection. Such qualities are precious and very rare in a student, explains the former prima ballerina of Kazan Opera House, now a teacher at its Ballet School.


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Einmal blieb Sania Hantimirowa, Schülerin im ersten Jahr an der Waganowa-Akademie, schreckensstarr im Flur stehen, als ein Schüler aus dem 8. Jahr schreiend und fluchend wie ein Bierkutscher aus der Stunde von Alexander Puschkin stürmte. Wie konnte der große Professor ein solches Benehmen tolerieren? Das war der rebellische Tatarenjunge, von dem die ganze Schule sprach. Sie sah, dass er vor Zorn weinte. Es hat Jahre gedauert, bis ich erkannte, dass Puschkin die Leidenschaft seines Schülers für den Tanz und die Arbeit daran verstand und sich entschlossen hatte, die Wutausbrüche zu ignorieren, die einfach ein Ausdruck seiner Frustration darüber waren, eine Bewegung nicht perfekt ausgeführt zu haben. Solche Eigenschaften sind besonders wertvoll und bei Schülern selten zu finden. So lautet die Erklärung der früheren Primaballerina der Oper von Kasan, die jetzt an der hauseigenen Ballettschule unterrichtet. Nurejew absolvierte den neunjährigen Lehrplan in nur drei Jahren und trat 1958 als Solist ins KirowBallett ein. Während der folgenden drei Jahre tanzte er das gesamte klassische Repertoire und memorierte alle Rollen für zukünftige Inszenierungen.

He completed the 9-year curriculum in just three years and entered the Kirov company as soloist in 1958. During the following three years, he performed the entire classical repertoire, memorizing all the parts for future stagings. Nureyev has always been a hard worker. He would never give up. He was once asked where the secret of his „cabrioles battues derrière” lay. Nureyev seems to stop in the air, his body tracing an arch: „I was unable to do that jump. So once, at the Kirov I decided to practice in a studio alone. As it is a jump backwards it is difficult to see oneself from behind! I noticed that if I would throw myself into the mirror, for a fraction of second I could see my back and correct what was wrong. I practiced until I was satisfied with the result. It took me a whole night. Of course Nureyev expected the same dedication from anyone he worked with. His activities have been so intense and diverse that each place in the world would deserve a special chapter. Several cities emerge as the most significant places for his artistic achievements but in these pages we shall concentrate on Paris and Vienna only.

Nurejew arbeitete stets hart PARIS und gab niemals auf. Einmal wurde er gefragt, Nureyev’s relationship with worin das Geheimnis seiner the French capital has been „cabrioles battues derrière“ special ever since his first visit läge. Nurejew scheint bewewith the Kirov in spring 1961. gungslos in der Luft zu hänHe first appeared on May 19th gen, sein Körper gespannt MIT NATALIA DUDINSKAJA IN „LAURENCIA”, KIROW BALLETT, 1958 as Solor in the Shades scene wie eine Bogensehne: „Ich WITH NATALIA DUDINSKAYA IN „LAURENCIA”, KIROV BALLET, 1958 of „La Bayadère”. 45 seconds beherrschte diesen Sprung of the male variation were nicht. Also entschied ich enough to bring the house down. He conquered the space, the mich eines Tages am Kirow, ihn alleine in einem Studio zu üben. stage, the part. It was breathtaking, overwhelming, not only because Nachdem es ein Rückwärtssprung ist, ist es schwierig sich of the height and the power of the jumps but also because of his selbst von hinten zu sehen! Ich bemerkte dass ich, wenn ich passion and magnetic presence. The Paris Opera audience was in mich gegen den Spiegel warf, für den Bruchteil einer Sekunde a state of shock. Nobody had ever seen anything like it. From that meinen Rücken sehen und Fehler korrigieren konnte. Das habe evening on Nureyev became the idol of Paris, not only for the balich solange geübt, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Es letomanes, but as the word spread, everyone who was anyone hat die ganze Nacht gebraucht.” Natürlich erwartete Nurejew von wanted to see this new prodigy. He also danced „Sleeping Beauty” allen Tänzern, mit denen er zusammenarbeitete, genau die gleiche and „Swan Lake” where he showed refined artistry in his interpreHingabe. tation of the princes. His partnering was faultless revealing musicality, harmony and assurance. Seine Aktivitäten waren so intensiv und vielfältig, dass jeder seiner Arbeitsorte in der Welt ein eigenes Kapitel verdienen würde. During the Kirov season in Paris, Nureyev would always act indeObwohl einige Städte besonders bedeutsam für seine künstpendently meeting with French friends and spending his free time lerische Entwicklung waren, wird sich dieser Beitrag nur auf Paris away from his Soviet colleagues, behaviour which was considered und Wien konzentrieren. 1/2013

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PARIS Seit seinem ersten Besuch mit dem Kirow im Frühjahr 1961 hatte Nurejew eine besondere Beziehung zur französischen Hauptstadt. Das erste Mal trat er dort am 19. Mai als Solor in der Schattenszene von „La Bayadère” auf. Die 45 Sekunden der männlichen Variation genügten, um das Publikum in stürmische Begeisterung zu versetzen. Er eroberte den Raum, die Bühne und die Rolle. Es war atemberaubend, überwältigend, nicht nur wegen der Höhe und Kraft seiner Sprünge, sondern auch wegen seiner Leidenschaft und magnetischen Bühnenpräsenz. Das Publikum der Pariser Oper befand sich in einem Schockzustand. Nie zuvor hatte man so etwas gesehen. An diesem Abend wurde Nurejew zu einem Pariser Idol, nicht nur für Ballettliebhaber. Als sich die Sache herumsprach, wollten alle die in der Stadt etwas zählten dieses neue Wunderkind sehen. Er trat auch in „Dornröschen” und „Schwanensee” auf, wo seine künstlerisch ausgereifte Interpretation der Prinzen auffiel. Als Tanzpartner war er fehlerlos und beeindruckte durch Musikalität, Harmonie und Sicherheit.

31. JÄNNER 1987: FRANÇOIS MITTERAND VERLEIHT RUDOLF NUREJEW IM ELYSÉE PALAST DIE AUSZEICHNUNG ZUM „RITTER DER EHRENLEGION” JANUARY 31ST, 1987: FRANÇOIS MITTERAND DECORATES RUDOLF NUREYEV WITH THE INSIGNIA OF „CHEVALIER DE LA LÉGION D'HONNEUR" AT ELYSÉE PALACE.

Während der Kirow-Saison in Paris agierte Nurejew stets unabhängig, traf sich mit französischen Freunden und verbrachte seine Freizeit nicht mit den sowjetischen Genossen. Dieses Verhalten wurde von den KGB-Offizieren, die diese Tournee überwachten als Verfehlung eingestuft. Kurz vor dem Besteigen des Flugzeugs nach London, wo das Kirow ein weiteres einmonatiges Gastspiel hatte, nahm ihm der Tourneedirektor Konstantin Sergejew den Boardingpass nach London ab und übergab ihm ein Ticket nach Moskau mit den Worten: „Du musst im Kreml tanzen. Chruschtschow möchte Dich tanzen sehen. Du wirst später nach London nachkommen.” Plötzlich verdüsterte sich die heitere Pariser Frühlingsstimmung und dunkle Wolken erschienen am Horizont. Nurejew verstand, dass diese Order als Bestrafung für sein „inakzeptables“ Benehmen in Paris gedacht war, und dass man ihn, einmal heimgekehrt, nie wieder ins Ausland reisen lassen würde. In Panik packte er einen französischen Freund am Arm und schrie um Hilfe. Plötzlich wurde ihm gesagt, er solle sich an einen wenige Schritte entfernten Mann wenden – ein Polizist in Zivil – und auf Französisch sagen: „Ich möchte frei sein.“

Mit seinem „Sprung in die Freiheit“ wurde Nurejew zu einer Legende. Der Vorfall machte Schlagzeilen und wurde zu einem Politikum. Die UdSSR verurteilte den Tänzer als Verräter. Dieses Urteil hing drohend über ihm, bis er 1987 von Michail Gorbatschow eine Sondererlaubnis erhielt, nach Ufa zu reisen, um seine kranke Mutter zu besuchen. Nurejews Entscheidung war einzig und allein künstlerisch motiviert: er wollte frei sein, um sich als Künstler ungehindert weiterentwickeln zu können. Gleich nach dieser Flucht unterzeichnete er einen Vertrag mit dem „International Ballet of the Marquis de Cuevas“, tanzte „Dornröschen” in Paris und ging danach auf Tournee. Die Sowjets übten Druck auf die Pariser Oper aus, die ihm daraufhin ein mehrjähriges Auftrittsverbot auferlegt, während dessen das internationale Tanzfestival im Théâtre des Champs-Elysées abgehalten wurde. Nurejew trat oft mit Gastcompagnien auf, darunter mit dem Royal Ballet und dem Australian Ballet. Ab 1967 wurde er dann regelmäßig von der Pariser Oper eingeladen das Repertoire zu tanzen, seine eigenen Produktionen „Manfred” und „Don Quixote” zu choreographieren und es wurden Stücke für ihn kreiert, wie zum Beispiel Glen Tetleys „Tristan”, bis man ihn schließlich im Jahr 1983 zum Ballettdirektor ernannte. Sein Vertrag sah für ihn eine dreifache Funktion als Direktor, Tänzer und Choreograph vor. Was er während seiner sechsjährigen Amtszeit leistete war atemberaubend. Er inszenierte seine endgültigen Versionen des Petipa Repertoires: „Raymonda”, „Schwanensee”, „Dornröschen”, „Nussknacker”, überarbeitete seine Version von „Romeo und Julia”, und schuf mit „Cinderella” und „Washington Square” neue Ballette. Er entdeckte neue Talente und machte sie zu Stars: Sylvie Guillem, Isabelle Guérin, Laurent Hilaire, Manuel Legris und Elisabeth Maurin. Er lud die meisten zeitgenössischen Choreographen ein, Werke für die Compagnie neu zu entwickeln oder bestehende Werke mit neuem Leben zu erfüllen, darunter Béjart, Petit, Forsythe, van Dantzig, Graham, Cramér, Neumeier, Tudor, Lancelot, Taylor, van Manen, Robbins, Tharp, etc. Er machte das Pariser Opernballet zur besten Compagnie der Welt, reiste mit den Tänzern zum ersten Mal nach 40 Jahren nach Amerika und organisierte Tourneen auf der ganzen Welt. Er nahm Barockwerke wieder ins Repertoire auf und lud die französische Spezialistin Francine Lancelot ein, „Quelques pas graves de Baptiste” und „Bach Suite” zu inszenieren. „Obwohl Nurejew zunächst sehr viel Kritik für seine auf Petipa aufbauenden Choreographien erntete, sind sie inzwischen zum Referenzstandard geworden. Sein Stil war hart und schwer anzunehmen, wird aber rückblickend viel mehr geschätzt ”, meinte Elisabeth Maurin. Oder in den Worten von Hélène Trailine, einer international geschätzten Ballerina, damals Beraterin für den Spielplan: „Ich habe nie gehört, dass man in diesem Haus jemals einen Ballettdirektor gelobt hätte.” Die Leitung von 150 stets streikbereiten Tänzern und Tänzerinnen, die nur widerwillig ihre gewohnte Routine aufgeben und höchst unterschiedliche Persönlichkeiten aufweisen, stellt eine Herausforderung dar, die von den meisten Ballettleitern bewältigt werden musste. Stets unterbrach Nurejew den Wortschwall französi10

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an offence by the KGB officials monitoring the tour. Just before boarding the plane to London, where the Kirov was due to guest for another month, Konstantin Sergeyev, the director of the tour, took away Nureyev’s boarding pass to London and gave him another one to Moscow, saying: „You are due to dance at the Kremlin. Khrushchev wants you to dance for him. You’ll join us later in London.” Suddenly the light Parisian spring atmosphere dissipated and heavy clouds were looming on the horizon. Nureyev understood this was meant as a punishment for his „unacceptable” behaviour in Paris and should he go back, he would never ever be allowed abroad again. In a state of panic he grabbed a French friend’s arm crying for help. Suddenly he was told to go to a man – a policeman in civilian clothes - a few steps away from him and say in French „I want to be free”. Nureyev became a legend with his „leap to freedom”. The event made headlines and was highly politicized. The USSR condemned the dancer as a traitor. The sentence pursued him until Mikhail Gorbatchev granted him a special permission to return to Ufa in 1987 to visit his ailing mother. Nureyev’s decision was on purely artistic grounds: he wanted to be free in order to develop fully as an artist. IN „LE BOURGEOIS GENTILHOMME”, BALANCHINE, PARIS OPERA-COMIQUE, 1984

Immediately after his defection, he signed a contract with the International Ballet of the Marquis de Cuevas and performed in Paris in The Sleeping Beauty and went on tour. The Soviets exerted pressure on Paris Opéra which banned him for several years during which the Théâtre des Champs-Elysées hosted the International Dance Festival. Nureyev often appeared with invited companies such as the Royal Ballet and the Australian Ballet. From 1967 onwards he was invited as a regular guest of the national theatre to dance the repertoire, create ballets such as Glen Tetley’s „Tristan”, stage his own productions „Manfred” and „Don Quixote” before becoming the Director of the company in 1983. His contract was threefold as director, dancer and choreographer. What he achieved within his six year-term is overwhelming. He staged his final versions of the Petipa repertoire: „Raymonda”, „Swan Lake”, „The Sleeping Beauty”, „Nutcracker”, revised his „Romeo and Juliet ”, he created new ballets „Cinderella”, „Washington Square”. He discovered new talents and made them étoiles: Sylvie Guillem, Isabelle Guérin, Laurent Hilaire, Manuel Legris and Elisabeth Maurin. He invited most contemporary choreographers to create or revive works for the company, such as Béjart, Petit, Forsythe, Van Dantzig, Graham, Cramér, Neumeier, Tudor, Lancelot, Taylor, Van Manen, Robbins, Tharp, etc. He made the company one of the best in the world, took the dancers to America after a 40 years absence and organized tours all over the planet. He restored some of the baroque repertoire inviting the French specialist , Francine Lancelot to stage „Quelques pas graves de Baptiste” and „Bach Suite”. IN „TRISTAN”, CAROLYN CARLSON, PARIS OPERA, 1974

„Although Nureyev was at first very much criticized for his choreographies based on Petipa, they have now become standard reference. His style was hard and difficult to assimilate, but now, with hindsight it has gained greater appreciation”, said Elisabeth Maurin. As Hélène Trailine, a renowned international ballerina, then Counselor to the programming, put it: „I have never heard anyone praising a dance director in this house.” Directing 150 dancers always ready to go on strike, reluctant to give up their routine, with so many different personalities has always constituted a challenge most dance directors have had to overcome. He always interrupted the flow of words of the French dancers explaining why they could not perform the steps he was demanding by a sharp : „Pas parrrrrrler, fairrrre!” („No talk! do!”) Nureyev came with a vision and he knew exactly what he wanted. He gave their chance to every dancer of the company. Some grabbed it, some remained on the sidelines. He made no mistakes in his choices: his judgment was always accurate. The stars he named became internationally renowned artists who now pass on their knowledge to the younger generations. Paris Opéra created the post of „Premier Chorégraphe” for him (the post disappeared when he died) according to which he was to stage one ballet for the company every year. IN „LE CORSAIRE”, NEW YORK, MET, 1968 1/2013

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scher Balletttänzer, die ihm erklären wollten, warum sie die von ihm geforderten Schritte nicht ausführen konnten, mit einem scharfen „Pas parrrrrrler, fairrrre!“ („Nicht rrrrreden, tun!”) Nurejew hatte eine Vision und wusste genau was er wollte. Er gab jedem Mitglied des Balletts eine Chance. Manche ergriffen sie, andere blieben im Hintergrund. Seine Entscheidungen waren immer richtig, sein Urteil unfehlbar. Aus den von ihm geförderten Stars wurden international gefeierte Künstlerinnen und Künstler, die jetzt ihr Wissen an die jüngeren Generationen weitergeben. Die Pariser Oper richtete für ihn die Funktion des „Premier Chorégraphe“ (dieser Posten wurde nach seinem Tod nicht weitergeführt) ein, die ihn verpflichtete, jedes Jahr ein Ballett für die Compagnie zu inszenieren. In Paris schloss sich der Kreis seines Lebens. Auf der Bühne der Pariser Oper trat er zum ersten Mal in der Schattenszene von „La Bayadère” mit dem Kirow auf, und dort absolvierte er, etwas mehr als 30 Jahre später, seinen letzten öffentlichen Auftritt nach der Premiere seiner Inszenierung dieses abendfüllenden Balletts von Petipa am 8. Oktober 1992. Drei Monate später, am 6. Januar 1993, dem russisch-orthodoxen Weihnachtsabend, starb Nurejew. Er liegt begraben am Friedhof Ste-Geneviève-des-Bois, in der Nähe von Paris, zusammen mit zahlreichen anderen russischen Emigranten.

DAME MARGOT FONTEYN Dame Margot Fonteyn, Prima Ballerina Assoluta des Royal Ballet und Präsidentin der Royal Academy of Dancing, war auf der Suche nach Künstlern für die alljährliche Wohltätigkeitsgala. Es fiel der Name des vor kurzem übergelaufenen Nurejew. Zunächst war Dame Margot nicht allzu enthusiastisch über seinen Wunsch, mit ihr zu tanzen. „Je mehr ich über ihn höre, umso schlimmer klingt er.” In der Gala 1961 tanzte er nicht mir ihr, absolvierte aber einen sensationellen Auftritt in einem Solostück, „Poème Tragique”, das Frederick Ashton auf sein Ersuchen eigens für ihn kreiert hatte. Dame Ninette de Valois, Gründerin und Direktorin des Royal Ballet, überredete Dame Margot, mit dem russischen ,Bürschchen’ „Giselle” zu tanzen. Im Alter von 42 dachte Dame Margot nach einer kometenhaften Karriere bereits darüber nach, die Bühne zu verlassen, entschloss sich dann aber doch, diese Herausforderung anzunehmen. Ihre Auftritte in „Giselle” markierten den Beginn einer 16 Jahre währenden legendären und in der Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts einzigartigen Partnerschaft. Alle Unterschiede in Alter, Ausbildung und kulturellem Hintergrund wurden angesichts ihrer beider Hingabe zum Tanz bedeutungslos, und sie verschmolzen zu einer einmaligen Interpretation jedes einzelnen Balletts. Zusammen tanzten sie alle Klassiker, und Choreographen wie Petit, Graham, Ashton und MacMillan widmeten ihnen neue Werke. Jeder Auftritt des Paares hatte etwas Magisches. Zusammen erfanden sie die Geschichten und Charaktere in jeder Vorstellung neu und hinterließen im Publikum das Gefühl, etwas von ewiger Gültigkeit gesehen zu haben. Nurejew beschrieb seine Begegnung mit Margot Fonteyn als sein größtes Glück. Sobald sie zusammen tanzten, lebten sie ihre Rollen vor den Augen des Publikums und versanken völlig in ihrer Kunst. Margot Fonteyn sagte einmal: „Wenn ich Rudolf tanzen 12

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In Paris his life came full circle. Appearing for the first time in the Shades scene of „La Bayadère” with the Kirov, Nureyev made his final public appearance on Paris Opéra stage some thirty years later after the premiere of his staging of Petipa’s full length ballet on October 8th, 1992 and he died three months later on Orthodox Christmas Eve, January 6th, 1993. He is buried in SainteGeneviève-des Bois Cemetery, near Paris, together with numerous Russian emigrates.

DAME MARGOT FONTEYN Dame Margot Fonteyn, Prima Ballerina Assoluta of the Royal Ballet and President of the Royal Academy of Dancing was looking for artists to participate in its annual Charity Gala. The name of recently defected Nureyev came up. At first Dame Margot was not too enthusiastic about his insistence to dance with her. „The more I hear of him the worse he sounds.” He did not dance with her at the 1961 Gala but was a sensation in a solo „Poème Tragique” especially created for him at his request by Frederick Ashton. Dame Ninette de Valois, founder and director of the Royal Ballet convinced Dame Margot to dance „Giselle” with the Russian „boy”. At 42, Dame Margot, after a magnificent career, was considering leaving the stage but decided to take up the challenge. Their performances of „Giselle” marked the beginning of a 16 year-long legendary and unique partnership in the history of dance in the 20th century. All their differences in age, schooling and culture dissipated in their devotion to dance and melted into a unique characterization of any ballet. Together they danced all the classics, new works were created for them by Petit, Graham, Ahston, MacMillan. Each appearance of the couple had a magical dimension to it. Together they were reinventing the stories and the characters at every performance, leaving the audience with a feeling of eternity. Nureyev described his encounter with Margot Fonteyn as his greatest luck. When dancing together they lived their characters in front of the audience and were totally involved in their dancing. Margot Fonteyn once said: „When I see Rudolf dance, I do not see a person I know and work with every day, I see the dance.” Ashton created „Marguerite and Armand” for the couple and it became a vehicle for the stars in which the choreographer wished no other interpreters than the creators of the ballet. The ballet finally entered the Royal Ballet repertoire only after the leading artists had passed away.

VIENNA Vienna was the first capital of the Western world Nureyev discovered in 1959 with a group of young soloists of the Kirov invited to participate in the International Festival of Youth. Nureyev and Alla Sizova won the Gold Medal with the unheard mark of 10/10 in the Ballet Competition in which two other young dancers took part: Ekaterina Maximova and Vladimir Vassiliev! Roland Petit and his company were performing his new ballet „Cyrano de Bergerac” which Nureyev managed to see. He met the choreographer and told him he would like to work with him ...


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sehe, dann sehe ich nicht einen Menschen, den ich kenne und mit dem ich jeden Tag arbeite, ich sehe den Tanz.” Ashton schuf „Marguerite und Armand” für das Paar, und es wurde zu einem Paradestück für die beiden Stars, in dem der Choreograph keine andere Besetzung als diese beiden zu sehen wünschte. In das Repertoire des Royal Ballet wurde das Stück erst nach dem Tod der beiden Tänzer und des Choreographen aufgenommen.

The Vienna State Opera under the direction of Egon Hilbert and Aurel von Milloss was the first theater to trust Nureyev and give him the staging of „Swan Lake” which he was invited to dance with Margot Fonteyn. Veni, vidi, vici. He came, he saw, he conquered. Although he first shocked everyone by ordering the dancers to lose weight and get fit to perform his ballet, the rehearsals went well and the premiere, on October 15th, 1964 scored a huge success and established a record that has yet to be beaten: 89 curtain calls which still list as the absolute figure in the performing arts in the Guiness’ Book WIEN of Records. Lord Snowdon immortaAufgrund einer Einlized the event with ladung zum Internasuperb photographs tionalen Jugendtanzwhich express Nureyev festival war Wien die and Fonteyn’s exceperste Hauptstadt des tional partnership, Westens, die Nurejew Nureyev’s extraordi1959 zusammen mit nary jumps and his einer Gruppe junger vision as a young Solisten des Kirowartist. The ballet was Balletts für sich entrevived and was deckte. Nurejew und saluted in 1996 by Alla Sisowa gewannen the Vienna press and die Goldmedaille mit the public as the der noch nie dagebest classical ballet wesenen Höchstnote produced in Vienna 10/10 im Ballettwettin years. Throughout bewerb, den auch zwei his career Nureyev andere junge Tänzer staged only two verbestritten: Jekaterisions of „Swan Lake”: na Maximova und in Vienna in 1964 Wladimir Wassiljew! and in Paris in 1984. Roland Petit und seiUndoubtedly, it is ne Compagnie führbecause Prince Siegten ihr neues Ballett fried was so close to „Cyrano de Bergerac” his heart that he vor, das zu sehen gave much of his auch Nurejew die inner self to creating Gelegenheit fand. Er the character in both traf den Choreograversions. In 1964, phen und erklärte Prince Siegfried is a ihm, gerne mit ihm hero in quest of 15. OKTOBER 1964: MIT DAME MARGOT FONTEYN IN „SCHWANENSEE”, WIENER STAATSOPER arbeiten zu wollen ... absolute values, howOCTOBER 15TH, 1964: WITH DAME MARGOT FONTEYN IN „SWAN LAKE”, VIENNA STATE OPERA ever immature. He Die Wiener Staatsoper unter der Direktion von Egon Hilbert und nurtured hopes and yearnings which were those of Nureyev the Aurel von Milloss war das erste Theater, das Nurejew sein artist who in his turn expected a great deal from his encounter Vertrauen schenkte und ihm die Inszenierung von „Schwanensee” with the West. On the other hand, the Prince of 1984 was conanvertraute, die er mit Margot Fonteyn tanzen sollte. Veni, vidi, vici. ceived by a mature artist who had travelled far and wide on life’s Er kam, sah und siegte. Obwohl er zunächst alle mit der Forderung journey, more human as a hero, a man who had lost his illusions. schockierte, die Tänzer mögen abnehmen und sich für sein Ballett This is precisely why it is so invaluable and fitting to have kept fit trainieren, gingen die Proben gut vonstatten, und die Premiere both versions. They afford us the full measure of the evolution of am 15. Oktober 1964 war ein ungeheurer Erfolg. Sie produzierte Nureyev as choreographer and artist. auch einen bis jetzt ungebrochenen Rekord: 89 Mal wurde das Paar zur Verbeugung vor den Vorhang gerufen, eine Rekordzahl, „Swan Lake” which was later recorded on film marked the begindie immer noch als Höchstwert in der darstellenden Kunst im ning of a long-lasting cooperation between Nureyev and Vienna. Guiness Buch der Rekorde verzeichnet ist. Lord Snowdon verewigte He became a regular guest as a dancer and choreographer, dieses große Ereignis in wunderschönen Fotos, in denen die staging the Petipa repertoire, performing his first performances of 1/2013

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dancer’sballet KLASSIKERINSZENIERUNGEN/CLASSICAL PRODUCTIONS PREMIERE/FIRST PERFORMANCE - 15. Oktober/October 1964 „Schwanensee”/„Swan Lake” Ballett in vier Akten von Vladimir Begitschew und Wasili Geltser/ Ballet in four acts by Vladimir Begichev and Vassili Geltzer Musik/Music: Peter Iljitsch Tschaikowski/Piotr Ilyich Tchaikovsky Choreographie: Rudolf Nurejew nach Marius Petipa und Lew Iwanow Choreography: Rudolf Nureyev after Marius Petipa and Lev Ivanov Bühnenbild und Kostüme/Scenery and costumes: Nicholas Georgiadis PREMIERE/FIRST PERFORMANCE - 1. Dezember/December 1966 „Don Quixote” Ballett in acht Bildern nach „Don Quixote“ von Miguel Cervantes/ Ballet in eight settings after „Don Quixote” by Miguel Cervantes Musik/Music: Ludwig Minkus, Bearbeitung von/arranged by John Lanchbery Choreographie/Choreography: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev nach/after Marius Petipa Inszenierung/Staging: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev Bühnenbild und Kostüme/Scenery and costumes: Barry Kay NEUINSZENIERUNG/NEW PRODUCTION - 19. November/November 1977 „Don Quixote” Ballett in sieben Bildern nach „Don Quixote“ von Miguel Cervantes/ Ballet in seven settings after „Don Quixote” by Miguel Cervantes Musik/Music: Ludwig Minkus, Bearbeitung von/arranged by John Lanchbery Choreographie/Choreography: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev nach/after Marius Petipa Bühnenbild und Kostüme/Scenery and costumes: Barry Kay BACH-SUITE, 1986

PREMIERE/FIRST PERFORMANCE - 15. Oktober/October 1980 „Dornröschen”/„The Sleeping Beauty” Ballett in einem Prolog und drei Akten nach einem Libretto von Iwan Wsewoloschski/ Ballet in a prologue and three acts after a libretto by Ivan Vsevolozhsky Musik/Music: Peter Iljitsch Tschaikowski/Piotr Ilyich Tchaikovsky Choreographie/Choreography: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev nach/after Marius Petipa Bühnenbild und Kostüme/Scenery and costumes: Nicholas Georgiadis PREMIERE/FIRST PERFORMANCE - 16. Jänner/January 1985 „Raymonda” Ballett in drei Akten nach einem Libretto von Lydia Paschkowa und Marius Petipa/ Ballet in three acts after a libretto by Lydia Pashkova and Marius Petipa Musik/Music: Alexander Glasunow/Alexander Glasunov Choreographie/Choreography: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev nach/after Marius Petipa Inszenierung/Staging: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev Bühnenbild und Kostüme/Scenery and costumes: Nicholas Georgiadis Lichtregie/Lighting director: John B. Read

EINSTUDIERUNGEN/STAGINGS PREMIERE IN SALZBURG/FIRST PERFORMANCE IN SALZBURG - 20. Juni/June 1971 für Mitglieder des Wiener Staatsopernballetts/ for members of the Vienna State Opera Ballet Grand Pas aus/from „Paquita“ Musik/Music: Ludwig Minkus Choreographie/Choreography: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev nach/after Marius Petipa ERSTAUFFÜHRUNG/FIRST PERFORMANCE - 30. Oktober/October 1977 Pas de deux aus/from „Le Corsaire“ Musik/Music: Riccardo Drigo Choreographie/Choreography: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev nach/after Marius Petipa ERSTAUFFÜHRUNG/FIRST PERFORMANCE - 7. Jänner/January 1979 „Blumenfest in Genzano”/„Flower Festival at Genzano” Musik/Music: Edvard Helsted und/and Holger Simon Paulli Choreographie/Choreography: August Bournonville Einstudierung/Staged by: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev

„SCHWANENSEE” - 100. VORSTELLUNG MIT/100TH PERFORMANCE WITH BRIGITTE STADLER, 1983

EIGENE CHOREOGRAPHIEN VON RUDOLF NUREJEW/ ORIGINAL CHOREOGRAPHIES BY RUDOLF NUREYEV URAUFFÜHRUNG/WORLD PREMIERE - 18. Mai/May 1966 „Tancredi” Ballett nach einem Libretto von/Ballet after a libretto by Peter Csobadi Musik/Music: Hans Werner Henze Choreographie/Choreography: Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev Bühnenbild und Kostüme/Scenery and costumes: Barry Kay ERSTAUFFÜHRUNG/FIRST PERFORMANCE - 17. März/March 1986 „Bach-Suite” Musik/Music: Johann Sebastian Bach Choreographie/Choreography: Francine Lancelot und/and Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev Kostüm/Costume: Nicholas Georgiadis „SCHWANENSEE” - LETZTER AUFTRITT IN DER WIENER STAATSOPER, MIT YOKO MORISCHITA, 1988

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„SWAN LAKE" - LAST PERFORMANCE AT VIENNA STATE OPERA, WITH YOKO MORISHITA, 1988


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„SCHWANENSEE”/„SWAN LAKE”, 1988

„TANCREDI” MIT/WITH LISL MAAR, 1966

„BLUMENFEST IN GENZANO”/„FLOWER FESTIVAL AT GENZANO” MIT/WITH GABRIELE HASLINGER, 1979

Rudolf Nurejew/Rudolf Nureyev Werke für die Wiener Staatsoper Works for the Vienna State Opera

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außergewöhnliche Partnerschaft zwischen Nurejew und Fonteyn, Nurejews einzigartige Sprünge und die Vision dieses jungen Künstlers exzellent zum Ausdruck kommen. Das Ballett wurde im Jahr 1996 mit Erfolg wieder in den Wiener Spielplan aufgenommen und von Presse und Publikum als das beste klassische Ballett in Wien seit Jahren bejubelt. Während seiner gesamten Laufbahn inszenierte Nurejew nur zweimal „Schwanensee”: 1964 in Wien und 1984 in Paris. Zweifellos lag es an der gefühlten inneren Verwandtschaft zu Prinz Siegfried, dass er in beiden Versionen so viel Herzblut in diese Figur legte. Im Jahr 1964 war Siegfried natür-

„Apollo”, Hans Van Manen’s „Adagio Hammerklavier” and „Songs without Words”, Rudi Van Dantzig’s „Four Last Songs”, who also created „Ulysses” for him. Nureyev choreographed his first ballet in Vienna: „Tancredi” in 1966. Aurel von Milloss had wanted him to do Prokofiev’s „Chout ” but finally they chose Hans Werner Henze’s score which was the first time Nureyev would choreograph to contemporary music. 1966 was also the year he staged his first „Don Quixote” with Ully Wührer.

1989: RÜCKKEHR IN JENES WAGANOWA-BALLETTSTUDIO IN ST. PETERSBURG, IN DEM ER ALS STUDENT TRAINIERT HAT 1989: RETURN TO THE VAGANOVA BALLET STUDIO IN ST. PETERSBURG, WHERE HE TRAINED AS A STUDENT

lich ein Held auf der Suche nach absoluten Werten, wenn auch noch unreif. Er hegte Hoffnungen und Wünsche, die jenen des Künstlers Nurejew entsprachen, der sich seinerseits viel von dieser Begegnung mit dem Westen erwartete. Der Prinz des Jahres 1984 hingegen wurde von einem reifen Künstler geschaffen, der auf seinem Lebensweg viel gesehen und erlebt hatte, mehr Mensch als Held, ein Mann der seine Illusionen verloren hatte. Daher ist es auch so besonders wertvoll und angemessen, beide Versionen bewahrt zu haben. Sie illustrieren auf das Schönste Nurejews Entwicklung als Choreograph und Künstler. Das Ballett „Schwanensee”, das später auch verfilmt wurde, war der Auftakt zu einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen Nurejew und Wien. Er wurde zum regelmäßigen Gast als Tänzer und Choreograph, inszenierte das Repertoire von Petipa, und tanzte hier zum ersten Mal „Apollo”, Hans van Manens „Adagio 16

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Nureyev took the Vienna Ballet on tour to Athens and Asia with his productions of „Sleeping Beauty” and „Swan Lake”. He was an inspiration for a whole generation of dancers. Gisela Cech recalls: „Everyone was fascinated with him and his dancing and wanted to copy him. He took us all in his trail. Never did we work with such intensity, rigor and precision. He chose me as one of the four little swans and explained that they were not little but young swans. I learned enormously by just observing him.” Gisela Cech was his partner for ten years and danced the whole repertoire with him.

Nov 27th, 1983 marked the 100th performance of Swan Lake in which Nureyev danced each act with a different ballerina: Gisela Cech in the second, Brigitte Stadler in the third, Lilly Scheuermann in the fourth. No less than seven principals were cast in the performance. His last „Giselle” with the company (1984) was also Elisabeth Maurin’s first performance of the role, then still a corps dancer: „Vous dansez ,Giselle’ avec moi à Vienne, dans deux jourrrrrrrs! Demandez à Yvette Chauvirrrrré! » („You dance Giselle with me in Vienna in two days! Ask Yvette Chauviré to coach you!”). Yvette Chauviré had been his first Giselle in Vienna in 1966! ... Vienna always liked anniversaries and has honoured Nureyev with special evenings such as his final performance of Swan Lake coinciding with his 50th birthday in March 1988. They arranged a


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Hammerklavier” und „Lieder ohne Worte”, sowie „Vier letzte Lieder” von Rudi van Dantzig, der auch „Ulysses! für ihn schuf. In Wien choreographierte Nurejew sein erstes Ballett: „Tancredi” im Jahr 1966. Aurel von Milloss wollte eigentlich zunächst Prokofjews „Chout ”, aber schließlich entschloss man sich doch für das Werk von Hans Werner Henze. Dies war das erste Mal, dass Nurejew eine Choreographie zu zeitgenössischer Musik entwerfen sollte. 1966 war auch das Jahr, in dem er seinen ersten „Don Quixote” mit Ully Wührer als Kitri inszenierte. Nurejew ging mit dem Wiener Staatsballett und seinen Produktionen von „Dornröschen” und „Schwanensee” auf Tournee nach Athen und Asien. Er inspirierte eine ganze Tänzergeneration. Gisela Cech erinnert sich: Alle waren von ihm und seinem Tanzstil fasziniert und wollten ihn nachahmen. „Er hat uns alle mitgerissen. Niemals haben wir mit solcher Intensität, Kraft und Präzision trainiert. Er wählte mich für die Rolle eines der vier Kleinen Schwäne aus und erklärte, dass sie nicht kleine sondern junge Schwäne wären. Ich habe viel von ihm gelernt, auch nur beim Zuschauen.” Gisela Cech war zehn Jahre lang seine Partnerin und tanzte das gesamte Repertoire mit ihm. Am 27. November 1983 fand in der Wiener Staatsoper die 100. Vorstellung von „Schwanensee” statt, in der Nurejew jeden Akt mit einer anderen Partnerin tanzte: mit Gisela Cech im zweiten, Brigitte Stadler im dritten, und Lilly Scheuermann im vierten Akt. Insgesamt waren nicht weniger als sieben Solotänzer an dieser Aufführung beteiligt. Seine letzte „Giselle” mit dem Wiener Staatsopernballett (1984) war gleichzeitig Elisabeth Maurins erster Auftritt in der Titelrolle, obwohl sie damals noch im Corps tanzte. „Vous dansez ,Giselle’ avec moi à Vienne, dans deux jourrrrrrrs! Demandez à Yvette Chauvirrrrré!” („Sie tanzen ,Giselle’ mit mir in Wien in zwei Tagen! Wenden Sie sich an Yvette Chauviré!”). Yvette Chauviré war seine erste Giselle in Wien im Jahr 1966! ... In Wien beging man schon immer gern Jubiläen, und Nurejew wurde mit speziellen Gesten gefeiert, wie etwa bei seinem letzten Auftritt in „Schwanensee” im März 1988, der auf seinen 50. Geburtstag fiel. Man bereitete ihm eine Überraschung, die ihn tief bewegte. Susanne Kirnbauer, eine seiner ersten Partnerinnen und zu der Zeit Leiterin des Volksopernballetts, wurde gebeten als Königinmutter aufzutreten, was sie gerne tat. „Was machst DU denn hier?”, fragte der überraschte Prinz Siegfried, während er die Hand seiner Mutter küsste. Frankreich gewährte Nurejew Flüchtlingsstatus und erteilte ihm Reisegenehmigungen bis zu dem Zeitpunkt als Österreich ihm die Staatsbürgerschaft anbot, die ihm offiziell von Bürgermeister Leopold Gratz am 25. Januar 1982 verliehen wurde. Als er das Ende seiner Tänzerlaufbahn erreichte, konnte er sich ein Leben ohne Bühnenauftritte nicht vorstellen und entschloss sich, Herbert von Karajans Vorschlag folgend, als Dirigent aufzutreten. Einige Monate lang arbeitete Nurejew intensiv mit seinen Wiener Musikerfreunden und bestritt dann am 25. Juni 1991 sein Debut

surprise for him which deeply touched him. Susanne Kirnbauer, one of his first partners, then directing the Ballet of the Vienna Volksoper was asked to be the Queen Mother which she happily agreed to. „What are you doing here?”, said the surprised Prince Siegfried kissing his mother’s hand. France granted Nureyev refugee status and issued him travel authorizations until Austria offered him citizenship which was officially granted to him by Mayor Leopold Gratz on January 25, 1982. Reaching the end of his career as a dancer he could not consider a life without performing and decided to follow Herbert von Karajan’s suggestion to become a conductor. Nureyev worked intensely during several months with his Viennese musician friends and made his début as a conductor with the Vienna Residenz Orchestra in Auersperg Palace in the Rosenkavalier Room on June 25, 1991 in works by Haydn, Mozart and Tchaikovsky. The concert was recorded on CD. The city of Vienna honoured the memory of Rudolf Nureyev with the Rudolf Nurejew Promenade in Kaisermühlen inaugurated by the Mayor Michael Häupl on September 22, 1999. Since Nureyev died, many tributes to him (exhibitions, books, performances) have been organized in Vienna. He is warmly remembered with deep affection and admiration.

MANUEL LEGRIS Nureyev, just appointed Dance Director at Paris Opera gave the young dancer one of his first soloist parts as one of Raymonda’s friends, the so-called „Ber-Ber” (Bernard et Béranger) and promoted Manuel Legris to „étoile” in New York during Paris Opéra Ballet tour in 1986 in „Raymonda”. This is the only time a dancer was named „étoile” outside the Paris Opera. Manuel Legris became an international star and danced all over the world and was a recurrent guest at Vienna Opera. Dominique Meyer, the Director of Vienna Opera appointed him dance director in 2010 and during the first season Manuel Legris showed an energy comparable to his mentor’s. The ballet company had eight premieres including a new production of Nureyev’s „Don Quixote”. Manuel Legris worked day and night to present the company at its best, promoting the emerging young talents, harmonizing the dancers of no less than 24 different nationalities into one style. He instituted an annual „Nureyev Gala” to honour the memoir of the artist who exerted such sustainable influence on ballet. 28 years after the last Vienna Ballet tour to Japan, Manuel Legris took them there again as well as to France and Monaco where they scored a huge success. Manuel Legris can be proud of his work and of his company. Maria Yakovleva and Denys Cherevychko were invited recently to perform Nureyev’s „Don Quixote” at the Paris Opera. For the first time the Vienna Ballet will dance a three-week season at Paris Châtelet in summer 2013. Nureyev would certainly be extremely happy about such exchanges. History repeats itself for the joy of the dancers and their public. 1/2013

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als Dirigent mit dem Wiener Residenzorchester im Rosenkavaliersaal des Palais Auersperg mit Werken von Haydn, Mozart und Tschaikowsky. Das Konzert erschien auf CD. Die Stadt Wien benannte ihm zu Ehren die Rudolf-NurejewPromenade in Kaisermühlen, die von Bürgermeister Michael Häupl am 22. September 1999 eröffnet wurde. Seit Nurejews Tod fanden in Wien viele Gedächtnisveranstaltungen für ihn statt (Ausstellungen, Aufführungen, Bücher). Die Wiener bewahren ihm voll Zuneigung und Bewunderung ein ehrendes Andenken.

CONCLUSION Born to Tartar parents in Soviet Russia, brought up in both cultures, Rudolf Nureyev had a universal vision from early childhood. He was obsessed with dance. He had an unquenchable thirst for learning. Passion was his drive, passion for dance, passion for life. He constantly wanted to expand his knowledge of every form of dance: modern, contemporary, baroque, but he was also a connoisseur of theater, music, fine arts and litterature. Dance was everything, his work, his love, his childhood dream, his pain. Once asked about his private life, he said: „I have danced everything: all my joys, sadness, pain, happiness, everything. Why would the public want to know the details?” He was a true missionary of the dance and remained faithful to his Russian schooling spending over three decades instilling it in Western dancers. Margot Fonteyn inscribed these words on a book about Pavlova she offered Nureyev: „Only you and she have loved ballet above everything else.” Mikhail Baryshnikov said: „He had the charisma and simplicity of a man of the earth and the untouchable arrogance of the gods."

RUDOLF NUREJEW PROBT MIT MANUEL LEGRIS, PARISER OPER RUDOLF NUREYEV REHEARSES WITH MANUEL LEGRIS, PARIS OPERA

Nureyev’s legacy is immense and his soul can rest in peace in the realm of shadows, remember his words: „I will remain alive as long as my ballets will be danced.” Hélène Ciolkovitch

MANUEL LEGRIS Gerade eben als Ballettdirektor an die Pariser Oper berufen, gab Nurejew dem jungen Tänzer Manuel Legris eine seiner ersten Solorollen als einer von Raymondas Freunden, den sogenannten „Ber-Ber“ (Bernard und Béranger), und ernannte Manuel Legris 1986 in New York während der Balletttournee der Pariser Oper mit „Raymonda” zum Danseur Étoile. Das war das einzige Mal, dass ein Tänzer außerhalb der Pariser Oper den „Étoile“-Status erhielt. Manuel Legris wurde zu einem internationalen Star, trat in der ganzen Welt auf und war ein häufiger Gast an der Wiener Staatsoper. 18

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Hélène Ciolkovitch is a dance historian with a French and Russian background, living in Paris. She is a member of the European Association of Dance Historians and works as a free-lance conference interpreter. From 1965 onwards, she watched Nureyev dance throughout Europe and followed his career worldwide. As Secretary General (1997-2007) of Le Cercle des Amis de Rudolf Noureev in Paris, she was responsible for the Association's magazine and also organized numerous events, seminars, photo exhibitions, film screenings, publications etc. related to Nureyev's career. She has also contributed to several books on Nureyev and has participated in symposia in France, Russia, Monaco and Switzerland. Ms. Ciolkovitch has written for dance magazines in France, Germany and Russia and has acted as a consultant for a number of Russian documentary films. Recently she took part in a French TV program on Nureyev. Since 2005 she has been undertaking research in Russia for a forthcoming artistic biography about the dancer.


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Staatsoperndirektor Dominique Meyer vertraute ihm 2010 die Leitung des Wiener Staatsballetts an, und Legris absolvierte bereits seine erste Saison mit einer Energie, die der seines Mentors um nichts nachstand. Das Ballett absolvierte acht Premieren, darunter eine Neuinszenierung von Nurejews „Don Quixote”. Manuel Legris arbeitete Tag und Nacht daran, das Ensemble von seiner besten Seite zu präsentieren, förderte junge aufstrebende Talente und schmiedete die Tänzerinnen und Tänzer aus nicht weniger als 24 verschiedenen Herkunftsländern zu einen harmonischen Stil zusammen. Im ehrenden Gedenken an die Künstlerpersönlichkeit, die einen so nachhaltigen Einfluss auf das Ballett hatte, begründete er eine jährliche „Nurejew-Gala”.

Hélène Ciolkovich ist eine in Paris lebende Tanzhistorikerin, die sowohl in der französischen wie russischen Kultur beheimatet ist. Sie ist Mitglied der European Association of Dance Historians und arbeitet als Konferenzdolmetscherin. Ab 1965 hat sie Nurejew auf der Bühne tanzen gesehen und seine Auftritte im Laufe seiner gesamten europaweiten Karriere miterlebt. Als langjährige Generalsekretärin (1997-2007) des Cercle des Amis de Noureev fungierte sie als Chefredakteurin der Zeitschrift des Verbandes und hat Veranstaltungen über Nurejew initiiert, mitorganisert bzw. moderiert (Symposien, Fotoausstellungen, Filmvorführungen, Publikationen, Buchpräsentationen, usw.). Sie hat an einigen Büchern über Nurejew mitgearbeitet und an Seminaren in Frankreich, Russland, Monaco und der Schweiz teilgenommen. Sie schreibt für Tanzzeitschriften in Frankreich, Deutschland, Russland und wirkte als Konsulentin für russische Filme und vor kurzem für eine französische TV-Produktion über Nurejew mit. Seit 2005 recherchiert sie in Russland für eine künstlerische Biographie des Tänzers.

28 Jahre nach der letzten Japan-Tournee der Compagnie ging Manuel Legris mit dem Wiener Staatsballett wieder dorthin auf Tournee sowie nach Frankreich und Monaco, wo es mit Jubel empfangen wurde. Manuel Legris kann stolz auf seine Arbeit und seine Compagnie sein. Maria Yakovleva und Denys Cherevychko wurden vor kurzem eingeladen, Nurejews „Don Quixote” an der Pariser Oper zu tanzen. Das Staatsballet wird im Sommer 2013 erstmals für eine dreiwöchige Saison am Pariser Châtelet-Theater gastieren. Nurejew wäre sicherlich sehr glücklich über diesen künstlerischen Austausch. Die Geschichte wiederholt sich zur Freude von Tänzern und Publikum.

VALENTIN BARANOVSKY, JUDY CAMERON, JOSEF DÜRPORT, FOTOSTUDIO FAYER WIEN, E. LESSOV, JACQUES MOATTI, FOTOS

RODOLPHE TORRETTE, WIENER STAATSOPER - ÖSTERREICHISCHER BUNDESTHEATERVERBAND/AXEL ZEININGER, WIENER STAATSOPER GMBH/MICHAEL PÖHN

ZUM ABSCHLUSS Als Kind tatarischer Eltern in der Sowjetunion wuchs Rudolf Nurejew in beiden Kulturen auf. Von frühester Kindheit an beseelte ihn eine Vision ohne Grenzen. Er war vom Tanzen besessen und von einem unerschöpflichen Lerneifer erfüllt. Leidenschaft war sein Antrieb, die Leidenschaft für den Tanz, die Leidenschaft für das Leben. Ständig wollte er sein Wissen über jede Form des Tanzes vermehren: modern, zeitgenössisch, Barock. Aber er war auch ein Connaisseur des Theaters, der Musik, der schönen Künste und der Literatur. Der Tanz war ihm alles, Arbeit, Liebe, Kindheitstraum und Schmerz. Einmal antwortete er auf eine Frage nach seinem Privatleben: „Ich habe alles getanzt: all meine Freude, die Trauer, den Schmerz, das Glück, alles. Warum sollte sich das Publikum für die Details interessieren?“ Er war ein wahrer Missionar des Tanzes und blieb seiner russischen Schule treu. Mehr als drei Jahrzehnte gab er sie an westliche Tänzer weiter. Margot Fonteyn schrieb die folgende Widmung in ein Buch über die Pavlova, das sie Nurejew schenkte: „Du und sie, nur Ihr habt das Ballett mehr als alles andere geliebt.” Michail Baryschnikow sagte über ihn: „Er besaß das Charisma und die Einfachheit eines irdischen Menschen und die unnahbare Arroganz der Götter.“ Nurejews Erbe ist gewaltig, und seine Seele kann in Frieden im Schattenreich ruhen, eingedenk seiner Worte: „Ich werde weiterleben, solange man meine Ballette tanzt.” Hélène Ciolkovitch Übersetzt aus dem Englischen von Mag. Susanne Watzek

VOR DEM VORHANG, WIENER STAATSOPER, 1988 IN FRONT OF THE CURTAIN, VIENNA STATE OPERA, 1988

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Premiere: 7. Oktober 2012, Wiener Staatsoper First performance: 7 October 2012, Vienna State Opera

Der Nussknacker

MAX MOSER, WIENER STAATSBALLETT/MICHAEL PÖHN

Ballett in zwei Akten nach Marius Petipa und Lew Iwanow Ballet in two acts after Marius Petipa and Lev Ivanov Choreographie und Regie: Rudolf Nurejew Choreography and staged by Rudolf Nureyev

FOTOS

Mit/With: Liudmila Konovalova, Emilia Baranowicz, Franziska Wallner-Hollinek, Eva Polacek, Alena Klochkova, Prisca Zeisel, Ketevan Papava, Ioanna Avraam, Kiyoka Hashimoto; Vladimir Shishov, Davide Dato, Gabor Oberegger, Christoph Wenzel, Attila Bakó, Martin Winter, Trevor Hayden, Eno Peci, Marcin Dempc, András Lukács, Richard Szabó, Masayu Kimoto, Studierende der Ballettschule der Wiener Staatsoper

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News Wiener Staatsballett

TANZPERSPEKTIVEN Dawson | Pickett | Maillot | de Bana

DANCE PERSPECTIVES Dawson | Pickett | Maillot | de Bana

Vier Ballettschaffende der Gegenwart - der Brite David Dawson, die US-Amerikanerin Helen Pickett, der Franzose Jean-Christophe Maillot und der Deutsche Patrick de Bana - legen vier verschiedene Standpunkte, Sichtweisen und Blickwinkel, aber auch Zukunftsaussichten und Entwicklungsmöglichkeiten zeitgenössischer Choreographie dar. In David Dawsons „A Millon Kisses to My Skin“ liegt die Betonung auf Asymmetrie, schrägen Drehungen und der gebrochenen Linie. Fast hat es den Anschein, die Tänzer verbrächten mehr Zeit in der Luft, als auf dem Boden. Helen Pickett beschwört in „Eventide“ jenen Zeitpunkt herauf, die den Tag mit der Nacht verbindet. „Eventide” versammelt uns in der zyklischen Energie des Übergangs und versucht die magische Stunde zu schaffen, in der alles möglich ist. Jean-Christophe Maillot schöpft in seiner Choreographie „Vers un pays sage“, die eine barocke Version der Welt zeigt, analog zu der von ihm verwendeten Musik von John Adams aus der Vielfalt der zeitgenössischen Stile. Patrick de Bana, der Choreograph der Uraufführung von „Windspiele“, führt, getragen von der Musik Tschaikowskis, den Zuschauer in vielschichtige Räume. Zum einen in die Weite eines Landes, das gesehen wird aus der Perspektive des freien Fliegens. Zum anderen in eine gedankliche Ebene, die in ferne, bislang nicht bekannte Dimensionen strebt. Dieses Spiel der Ebenen gleicht dem eines Windspieles: So wie dieses Energie aufnimmt und weiterleitet, wird in „Windspiele“ die von de Bana empfangene Kraft von den Ausführenden transformiert an das Publikum weitergegeben.

Four present-day ballet creators – the British David Dawson, Helen Pickett from the USA, Jean-Christophe Maillot from France and Patrick de Bana from Germany – present four different standpoints, perspectives and points of view, at the same time offering an outlook on to the future and the possible ways in which contemporary choreography may develop. In David Dawson’s „A Million Kisses to My Skin” the emphasis is on asymmetry, oblique turns and broken lines. It almost seems that the dancers spend more time in the air than on the ground. In „Eventide”, Helen Pickett evokes the point in time when day merges into night. „Eventide” gathers us together in the cyclical energy of the transition and attempts to create the magical hour in which everything is possible. In his ballet „Vers un pays sage”, Jean-Christophe Maillot creates a Baroque version of the world, taken from the multiplicity of contemporary styles like the music by John Adams that he uses. Patrick de Bana, the choreographer of the world premiere of „Windspiele”, uses the music of Tchaikovsky to lead the audience into many-layered spaces – now into the broad expanse of a country which is seen from the perspective of free flight, now into a conceptual level that strives towards distant, as yet unknown dimensions. This interplay of levels is like a set of wind chimes: in the same way as wind chimes take up energy and pass it on, in „Windspiele” the power received by de Bana is transformed by the performers and passed on to the audience.

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PATRICK DE BANA IM BALLETTSAAL

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Wiener Staatsoper/Vienna State Opera TANZPERSPEKTIVEN/DANCE PERSPECTIVES - Premiere/First performance Dawson l Pickett l Maillot | de Bana A MILLION KISSES TO MY SKIN Choreographie und Bühne/Choreography and scenery: David Dawson Musik/Music: Johann Sebastian Bach, Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052 Kostüme/Costumes: Yumiko Takeshima | Licht: Bert Dalhuysen Dirigent/Conductor: Markus Lehtinen | Klavier/Piano: Igor Zapravdin EVENTIDE - Neufassung/Revised version Choreographie/Choreography: Helen Pickett Musik/Music: Philip Glass, Ravi Shankar „Offering”; Jan Garbarek, Anouar Brahem, Ustad Shaukat Hussain „Ramy”; Philip Glass, Ravi Shankar „Meetings Along the Edge” Bühne/Scenery: Benjamin Philips l Kostüme/Costumes: Charles Heightchew l Licht/Lights: John Cuff, Mark Stanley VERS UN PAYS SAGE Choreographie/Choreography: Jean-Christophe Maillot Musik/Music: John Adams „Fearful Symmetries” l Bühne und Licht/Scenery and lights: Dominique Drillot l Originalgemälde/Original painting: Jean Maillot l Kostüme/Costumes: Jean-Christophe Maillot, Jean-Michel Lainé WINDSPIELE - Uraufführung/World premiere Choreographie/Choreography: Patrick de Bana Musik/Music: Peter Iljitsch Tschaikowski, Konzert für Violine und Orchester, D-Dur op. 35, 1. Satz/Concert for violin and orchestra, D major op. 35, 1st movement Bühne/Scenery: Alain Lagarde | Kostüme/Costumes: Agnès Letestu Dirigent/Conductor: Markus Lehtinen | Solovioline/Solo violin: Rainer Küchl Premiere/First performance: 20. Februar/February 2013 Reprisen/Further performances: 23. / 26. Februar/February / 3. / 21. / 26. März/March 2013 Mit/With: Olga Esina, Liudmila Konovalova, Nina Poláková, Irina Tsymbal, Maria Yakovleva, Kiyoka Hashimoto, Natalie Kusch, Ketevan Papava, Denys Cherevychko, Kirill Kourlaev, Roman Lazik, Vladimir Shishov, Robert Gabdullin, Eno Peci

EIN SOMMERNACHTSTRAUM Ballett in zwei Akten von Jorma Elo nach der Komödie von William Shakespeare Der zu den international gefragtesten Exponenten heutigen Ballettschaffens zählende Choreograph Jorma Elo entsprach dem vor drei Jahren an ihn herangetragenen Wunsch nach einem neuen abendfüllenden Handlungsballett um so lieber, als er in der Wiener Ballettcompagnie ein Instrument sah, das aufgrund seiner Versiertheit im klassischen wie im zeitgenössischen Tanz imstande ist, die eigene, von Vielfalt geprägte Auffassung von Choreographie zu realisieren. Diese Vielfalt mit ihrer Verschmelzung von stilistischen Formen entspricht den übereinander geschichteten Handlungsebenen jener literarischen Vorlage, die Elo für seine Wiener Kreation heranzog: William Shakespeares Ende des 16. Jahrhunderts uraufgeführte Komödie „Ein Sommernachtstraum“. Ausschlaggebend für diese Wahl war Elos Bewunderung für das zeitlose Werk sowie die in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Felix Mendelssohn Bartholdy dafür geschaffene kongeniale Schauspielmusik. Für das im März 2010 an der Wiener Staatsoper uraufgeführte Ballett wurde Jorma Elo 2011 in Moskau mit dem renommierten Prix Benois de la Danse, dem „Oscar der Ballettwelt“, ausgezeichnet.

„EIN SOMMERNACHTSTRAUM”/„A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM” - IRINA TSYMBAL, GABOR OBEREGGER

A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM Ballet in two acts by Jorma Elo based on William Shakespeare’s comedy The choreographer Jorma Elo is one of the most sought-after exponents of present-day ballet creation in the world. Three years ago he was asked to create a new full-length ballet d’action, a commission he was most happy to fulfil when he discovered in the Vienna Ballet Company an instrument well versed in classical and contemporary dance and therefore able to realise his own view of choreography as an art form that is characterised by its diversity. This diversity, with its melding of stylistic forms, accords with the multi-layered action of the literary model used by Elo for his Vienna commission: William Shakespeare’s comedy „A Midsummer Night ’s Dream”, first performed at the end of the 16th century. The deciding factor for Elo’s choice was his admiration for this timeless work, as well as the perfectly matching music of Felix Mendelssohn Bartholdy, written in the middle of the 19th century. For this ballet, which was first performed at the Vienna State Opera in March 2010, Jorma Elo was awarded the renowned Prix Benois de la Danse, the „Oscar” of the ballet world, in Moscow Volksoper Wien/Vienna Volksoper EIN SOMMERNACHTSTRAUM/A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM Ballett in zwei Akten von/Ballet in two acts by Jorma Elo nach der Komödie von William Shakespeare/ based on William Skakespeare’s comedy Choreographie/Choreography: Jorma Elo Musik/Music: Felix Mendelssohn Bartholdy, Ouvertüre E-Dur op. 21 zu „Ein Sommernachtstraum“/Overture E major op. 21 to „A Midsummer Night ’s Dream“; Musik zu „Ein Sommernachtstraum“ op. 61/Music to „A Midsummer Night ’s Dream“ op. 61; Ouvertüre c-Moll op. 95 zu „Ruy Blas“/Overture c minor op. 95 to „Ruy Blas“; Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90, „Italienische“/Symphony N0. 4 A major op. 90, „Italian“; Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64, 2. und 3. Satz/Concert for violin and orchestra e minor op. 64, 2nd and 3rd movement Bühne und Kostüme/Scenery and costumes: Sandra Woodall Licht/Lights: Linus Fellbom Choreographische Assistenz/Choreographic assistance: Nancy Euverink Dirigent/Conductor: Guido Mancusi Premiere/First performance: 16. März/March 2013 Reprisen/Further performances: 19. / 24. März/March / 3. / 14. / 19. / 21. April/April 2013 Mit/With: Irina Tsymbal, Kirill Kourlaev, Mihail Sosnovschi, Natalie Kusch, Eno Peci, Rui Tamai, Dumitru Taran, Ketevan Papava, Ryan Booth, Gabor Oberegger; Gesangssolistinnen/Soloist singers: Claudia Goebl, Verena Gösch Orchester und Chor der Volksoper Wien/Orchestra and choir of Vienna Volksoper Studierende der Ballettschule der Wiener Staatsoper/Students of the balletschool of Vienne State Opera www.wiener-staatsballett.at

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KREATION UND TRADITION „Kreation“ und „Tradition“ - zwei unabdingbar miteinander verbundene Begriffe jedweder künstlerischen Äußerungen - sind auch Movens für die Kunst des Tanzes. Ballettdirektor Manuel Legris erhebt diese Begriffe zum Motto eines Abends, der zweierlei aufzeigen soll. Zum einen, der Verpflichtung zur verantwortungsvollen Pflege von wertvollen Stücken aus dem so vielfältigen Reservoir tradierter Werke des klassischen Balletts nachzukommen, zum anderen, sich der noch wichtigeren Aufgabe zu stellen, den Fortbestand der Kunstgattung durch Kreation neuer Werke zu sichern. Dieser Abend zeichet sich auch durch die Präsentation einiger Uraufführungen aus. Drei der ChoreographInnen, die allesamt dem Wiener Staatsballett angehören, hatten in den vergangenen Jahren das Debüt ihrer eigenständigen Kreationen bei Jungchoreographenproduktionen des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper gefeiert: Vesna Orlic, Ballettmeisterin und Stellvertreterin des Ballettdirektors für künstlerische Belange in der Volksoper Wien aus Belgrad (Serbien), Andrey Kaydanovskiy, Corps-Tänzer aus Moskau (Russland), Eno Peci, Solotänzer aus Tirana (Albanien). Sie haben bereits beim Jungchoreographenprojekt des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksopr erfolgreich choreographiert was hat Sie zum Choreographieren gebracht? Vesna Orlic: Immer, wenn ich Musik gehört habe - als junge Tänzerin -, sind bei mir im Kopf bereits choreographische Bilder entstanden. Durch die Möglichkeit des Ballettclubs, am Projekt „choreo.lab” teilzunehmen, konnte ich diesen Traum erstmals auch so richtig in die Tat umsetzen. Daher denke ich, dass dieses Projekt, das jungen ChoreographInnen die Chance gibt sich auszuprobieren, sehr wichtig ist, und auch in Zukunft unterstützt gehört. Dadurch haben junge KünstlerInnen die Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln und auf ihr Talent aufmerksam zu machen. Andrey Kaydanovkiy: Meine Großmutter hat mich auf die Idee gebracht. Sie hat mich gefragt, wieso ich nicht choreographiere, und mir ist kein Gegenargument eingefallen. Später war ich überrascht, wie viel Spaß ich an der Sache habe. Eno Peci: Ich habe ständig Bilder im Kopf, viele Ideen ... Es läuft wie ein Film in meinem Kopf ... Immer wieder bekomme ich neue Inspirationen, die ich durch den Tanz umsetzen möchte. Ich liebe es einfach kreativ zu sein. Haben Sie ein Vorbild? Orlic: Es gibt zahlreiche berühmte, wie auch weniger bekannte ChoreographInnen, von denen ich im Laufe meiner tänzerischen Karriere viel lernen und deren Arbeit mich auch begeistern konnte. Das lässt sich aber stilistisch auf keinen einheitlichen Nenner bringen. Kaydanovskiy: Ja. Vor allem Paul Lightfoot und Sol León. Nachdem ich zum ersten Mal ein Stück von den beiden gesehen habe, ist mir klar geworden, wie präzise man sich allein durch Tanz ausdrücken kann. Peci: Es gibt viele Choreographen, von denen mir Diverses gefällt, was mich aber persönlich sehr anspricht und inspiriert, ist der Bewegungstil von William Forsythe. Wie beschreiben Sie Ihre Tanzsprache? Orlic: Das hängt ganz davon ab, mit welchem Thema ich mich beschäftige und mit welchen TänzerInnen ich zusammenarbeite. 24

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Da bin ich ganz offen und lege keinen besonderen Wert auf eine vordefinierte Tanzsprache, sondern erarbeite mir diese im Laufe des choreographischen Prozesses immer wieder aufs Neue. Kaydanovskiy: Emotionspantomime zur Musik. Peci: Modern aber mit klassischer Basis. Ich versuche, über die Bewegungsgrenzen des Körpers hinaus zu gehen und mehr Geschmeidigkeit und Plastizität zu erreichen. Was erzählen Sie mit Ihrem neuen Stück, und was war Ihre Inspiration dazu? Orlic: Es macht mir sehr viel Spaß, über den Tellerrand des Balletts hinauszuschauen und mit KünstlerInnen aus anderen Kunstsparten zusammenzuarbeiten. Und so kam es in zahlreichen Gesprächen mit KollegInnen zu der Idee meines neuen Stückes „Out of Tango“. Zum Inhalt kann ich sagen, dass es sich - wie schon der Titel verrät - um den Tango und seine damit in Zusammenhang stehenden Emotionen drehen wird. Kaydanovskiy: Ich habe mir überlegt, wie jeder seine Zeit nützt bzw. verschwendet, wobei diese Überlegung eigentlich schon verschwendete Zeit ist, da sie zu nichts führt. Damit die Zeit, die meine Gedanken darüber verbraucht haben, nicht umsonst war, arbeite ich jetzt an „Zeitverschwendung" - ehrlich gesagt, finde ich es einfacher, dieses Thema in Bewegungen als in Worten zu erklären. Peci: Bei meinem Stück geht es um die Verbindung von Mutter und Kind. Es gab und gibt immer noch überall auf der Welt Kinder, die sehr jung ihre Heimatstadt bzw. ihr Heimatland verlassen mußten/müssen, um woanders eine bessere Zukunft zu haben. Diese Trennung des Kindes von der Mutter ist sicherlich nicht leicht und sehr schmerzhaft - speziell für die Mutter. Ich möchte in dem Stück aber nicht viel auf Details eingehen, sondern mich auf die Mutter-Kind-Beziehung und das Leid/en der Mutter konzentrieren. Deshalb auch der Titel „Herzblume” (= tränendes Herz). Denn das Kind wird seinen Weg machen, aber der Schmerz der Mutter wird immer bleiben.

CREATION AND TRADITION „Creation” and „Tradition” - two indissolubly linked concepts for any form of artistic expression - are also driving forces behind the art of dance. Ballet Director Manuel Legris has turned these concepts into the title for an evening of ballet which is intended to demonstrate two aims: firstly, to fulfil the obligation to responsibly preserve valuable works from the hugely varied reservoir of traditional classical ballets, and secondly to take on the even more important task of ensuring the continued existence of this art form through the creation of new works. The programme is also distinguished by the presentation of some world premieres. In recent years three of the choreographers, who all belong to the Vienna State Ballet, have had their own works performed for the first time as part of the „young choreographers” productions put on by the Balletclub Vienna State Opera & Volksoper: Vesna Orlic, ballet mistress and ballet director’s representative for artistic matters at the Vienna Volksoper, from Belgrade (Serbia), Andrey Kaydanovskiy, corps dancer from Moscow (Russia), and Eno Peci, soloist dancer from Tirana (Albania).


wiener staatsballet dancer’s

How would you describe your dance language? Orlic: That depends entirely on the subject I am working on and the dancers I am working with. I keep an open mind and I don’t place any particular value on a pre-defined dance language. I continually recreate this language in the course of the choreographic process. Kaydanovskiy: Pantomime of the emotions set to music. Peci: Modern but with a classical basis. I try to go beyond the body’s movement limits and achieve greater flexibility and plasticity. WIENER STAATSBALLETT/MICHAEL PÖHN WIENER STAATSBALLETT/AXEL ZEININGER

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ARMIN BARDEL, GÜNTHER RINGELHANN, WIENER STAATSBALLETT/DIMO DIMOV,

Do you have a role model? Orlic: There are many famous choreographers and some less well known ones from whom I have been able to learn a lot in the course of my dancing career, and whose work has inspired me. There isn’t just one person that has influenced me stylistically. Kaydanovskiy: Yes. Particularly Paul Lightfoot and Sol León. When I first saw a piece by these two I realised how precisely you can express yourself just through dance alone. Peci: There are many choreographers whose work I like in different ways, but the movement style of William Forsythe really speaks to me and inspires me.

What can you tell us about your new piece, and what was the inspiration for it? Orlic: I really like not restricting myself just to ballet, and working together with artists from other artistic fields. In numerous conversations with my colleagues, I came upon the idea for my new piece “Out of Tango”. As far as the content is concerned, I can tell you – as the title already does - that it will be about the tango and the emotions that are connected with the tango. Kaydanovskiy: I thought about how people use their time, and sometimes waste their time, and realised that thinking about this in itself is a waste of time, because it doesn’t lead to anything. In order to ensure that the time that I have spent thinking about time does not go to waste, I am working on a piece called „Zeitverschwendung” or „time wasting”. Frankly, I find it easier to explain this in movements than in words.

Künstlerische Leitung/Artistic direction: Manuel Legris Dirigent/Conductor: Guido Mancusi Premiere/First performance: 27. April/April 2013 Weitere Vorstellungen/Further performances: 3. / 7. / 28. Mai/May 2013

A. KAYDANOVSKIY

Volksoper Wien KREATION UND TRADITION/CREATION AND TRADITION

V. ORLIC

Peci: My piece is about the bond between mother and child. Everywhere in the world there are and always have been children that have had to leave their home town or home land at a very young age, in order to have a better future elsewhere. This separation of a child from his or her mother is certainly not easy and is very painful - particularly for the mother. But in my piece I don’t want to go into detail much, instead I want to concentrate on the mother-child relationship and the suffering of the mother. This is also why the piece is called „Herzblume” („Bleeding Heart ”). Because the child will make his or her way in the world, but the mother’s pain will never go away.

TEIL I/PART I Pas de six aus LAURENCIA THE WHITE PAS DE DEUX (Uraufführung/World premiere) LE SPECTRE DE LA ROSE WIEN WALZER WIESENTHAL: FRÜHLINGSSTIMMEN - WEIN, WEIB UND GESANG - AN DER SCHÖNEN BLAUEN DONAU Choreographien/Choreographies: Wachtang Tschabukiani, András Lukács, Michail Fokin, Susanne Kirnbauer im Stil von Grete Wiesenthal, Grete Wiesenthal, Susanne Kirnbauer E. PECI

You have already had choreographic success in the „young choreographers” project organised by the Balletclub Vienna State Opera & Volksoper – what was it that made you turn to choreography? Vesna Orlic: Whenever I heard music, even when I was a young dancer, choreographic images would come into my head. The Balletclub gave me the possibility of participating in „choreo.lab” and so for the first time I was able to make this dream become a reality. This is why I think that this project for giving young choreographers the opportunity to see what they can do is very important, and should be supported in the future. It gives young artists the opportunity to develop further and to make people aware of their talent. Andrey Kaydanovskiy: My grandmother put the idea into my head. She asked me why I wasn’t doing any choreography, and I couldn’t think of any reason why not. Later on I was surprised to find how much I was enjoying it. Eno Peci: I always have images in my mind, lots of ideas ... it ’s as if a film is playing in my head ... I keep getting new inspirations that I want to translate into dance. I just like being creative.

TEIL II/PART II ZEITVERSCHWENDUNG (Uraufführung/World premiere), Ausschnitt aus LA BAYADÈRE, 3. Akt, HERZBLUME (Uraufführung/World premiere), MOSZKOWSKI WALZER, OUT OF TANGO (Uraufführung/World premiere) Choreographien/Choreographies: Andrey Kaydanovskiy, Marius Petipa, Eno Peci, Wassili Wainonen, Vesna Orlic www.wiener-staatsballett.at / www.volksoper.at

NUREJEW GALA 2013 Bereits zum dritten Mal in der Ära von Manuel Legris als Direktor des Wiener Staatsballetts beschließt eine Nurejew Gala die BallettSpielzeit an der Wiener Staatsoper. Die heurige Ausgabe dieses Ballettereignisses steht im Zeichen der 75. Wiederkehr des Geburtstags und des 20. Todestags des großen Tänzers und Choreographen.

NUREYEV GALA 2013 For the third time during Manuel Legris’ tenure as director of the Vienna State Ballet, the ballet season at the Vienna State Opera closes with a Nureyev Gala. This year, this ballet event is being held in honour of the 75th anniversary of the birth of the great dancer and choreographer and the 20th anniversary of his death. Wiener Staatsoper/Vienna State Opera NUREJEW GALA 2013/NUREYEV GALA 2013 29. Juni/June 2013 Künstlerische Leitung/Artistic direction: Manuel Legris Dirigent/Conductor: Kevin Rhodes

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NATASCHA MAIR, JAKOB FEYFERLKIK, GALINA SKURATOVA, MIKOLA GORODISKII, MADOKA ISIKAWA

Galina Skuratova, Sie unterrichten seit 2004 klassischen Tanz an der Ballettschule der Wiener Staatsoper. Was ist Ihre Ansicht zu den verschiedenen Methoden der Ausbildung? Jedes System hat Besonderheiten. Als Russin, die viele Jahre auf der Bühne getanzt hat, schlägt mein Herz für die weltweit anerkannte Vaganova-Methode. Diese hat Erfahrungen aus den französischen, italienischen und russischen Schulen zusammengeführt. Vaganova hat wissenschaftlich gearbeitet, Bewegungen definiert und die Methodik festgelegt. In der russischen Schule des klassischen Balletts wird auf die Ausbildung des Körpers besonders Acht gegeben, aber Seele, Herz, Charakter und Emotionen dürfen genauso wenig fehlen. Alles ist verbunden. Alles tanzt – bis zu den Fingerspitzen. Wie kann man sich den Beruf eines Pädagogen der Ballettschule vorstellen? Es ist ein herausfordernder, zeitaufwändiger Beruf. Ich bereite mich intensiv zuhause vor, plane die Unterrichtsstunden, suche passende Musik. Als Pädagoge muss man auch geduldig und motivierend, vor allem aber Profi sein und Talent zum Unterrichten haben. Man muss jede Ballettbewegung genau kennen, selber beherrschen und erklären können. Denn so, wie ich es den Schülern zeige, so werden sie es auch machen. Das macht ein Kind zum Spiegelbild des Pädagogen. Unsere Aufgabe ist vorführen, erklären und das Wesen der Kunst beibringen. Der Lehrer trägt Verantwortung fur die Zukunft der Kinder. Ein paar Worte über Ihre letzten Erfolge. Ein großes Ereignis für die Schule waren die letzten Wettbewerbe, auf die ich meine Schüler vorbereitet habe. Die „4th Ballet Competition Beijing" im Sommer 2012 war ein Erfolg: Jakob Feyferlik hat den dritten Platz erreicht und Natascha Mair erhielt den Preis der Jury. Zwei unserer Teilnehmer, Mikola Gorodiskii und Madoka Isikawa, haben es mit einer ausgezeichneten Leistung ins Finale geschafft. Unsere Schule hat sich höchst professionell auf internationalem Niveau präsentiert. Einige Wochen später in Rom waren Mair und Feyferlik wieder erfolgreich: erster und zweiter Platz bei „Premio Roma Danza 2012". Was bereitet Ihnen besonders Freude in Ihrer Arbeit? Wenn Schüler, mit denen ich viel gearbeitet habe, ein Engagement im Wiener Staatsballett bekommen, dann ist das schon ein toller Lohn für viele Jahre harter Arbeit. Besonders freut mich, dass meine Schülerin Prisca Zeisel es bereits zur Halbsolistin schafft hat und Dina Levin in die Theaterklasse übernommen wurde. Mir ist es wichtig, etwa eine Klasse die drei letzten Jahre bis zum Abschluss zu führen. Jeder Pädagoge folgt seiner Unterrichtsmethodik, sodass zwischen dem Kind und dem Pädagogen eine besondere Verbindung entsteht. Gerne gebe ich meine Erfahrung und Kenntnisse an Kinder wie auch an professionelle Tänzer weiter. Galina Skuratova wirkte als führende Solistin am Akademietheater für klassisches Ballett unter N. Kasatkina und V. Vasiljov in Moskau. Sie tanzte Hauptrollen u.a. in Don Quixote, Romeo und Julia, Giselle, Coppelia, Schwanensee, Nussknacker mit berühmten Tänzern wie V. Malakhov, S. Issaev, I. Mukhamedov, I. Gallimulin und arbeitete mit renommierten Ballettmeistern wie N. Azarin-Messerer, A. Plissetski, M. Semjonova, E. Maximova. und wurde mit dem Ehrentitel „Verdiente Künstlerin Russlands" ausgezeichnet.

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NATASCHA BITSCHNAU

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WIENER STAATSOPER GMBH/MICHAEL PÖHN

Bis zu den Fingerspitzen To the tips of the fingers Ms. Skuratova, you have been teaching classical dance at the Ballet School of the Vienna State Opera since 2004. What is your view concerning the various methods of teaching? Each system has its own special features. As a Russian who has spent many years dancing on the stage, I am particularly attached to the internationally recognised Vaganova method, which brings together experience from the French, Italian and Russian schools. Vaganova took an academic approach, defining movements and specifying methodology. In the Russian school of classical ballet, special attention is paid to training the body, but equal weight is given to the soul, heart, character and emotions. Everything is connected. Every part of you dances - right down to the tips of the fingers. Can you tell us something about the work of a teacher in the ballet school? It is a challenging and time-consuming job. I do intensive preparation at home, I plan the lessons, I seek out suitable music. As a teacher, one has to be patient and motivating, but above all, one must be professional and have a talent for teaching. One has to know every ballet movement precisely, one has to be able to perform it oneself and explain it, because the way I demonstrate it to the pupils is how they will perform it. This makes a child the mirror image of the teacher. Our task is to present, to explain and to convey the essence of the art of ballet. The teacher carries the responsibility for the children’s future. Tell us a little about your recent successes. The most recent competitions that I prepared my pupils for were a big event for the school. The „4th Ballet Competition Beijing” in summer 2012 was a success: Jakob Feyferlik achieved third place and Natascha Mair won the Jury’s Prize. Two of our participants, Mikola Gorodiskii and Madoka Isikawa, reached the finals with their outstanding performance. Our school presented itself in a highly professional manner at international level. A few weeks later, in Rome, Mair and Feyferlik were successful again, reaching first and second places at the „Premio Roma Danza 2012”. What aspect of your work gives you particular pleasure? When students with whom I have been working for a long time get an engagement with the Vienna State Ballet, that is a wonderful reward for many years of hard work. I am particularly delighted that my student Prisca Zeisel has already achieved the rank of demi-soloist and Dina Levin has been accepted into the Theaterklasse. It is important for me to take a class for the three final years up to the completion of their training. Every teacher follows his or her own methods, and so a special connection arises between the pupil and the teacher. It gives me great pleasure to pass on my experience and my knowledge to children and also to professional dancers. 1/2013

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dancer’swiener staatsballett / ballettclub

ie französische Botschaft in Wien ist die einzige diplomatische Vertretung der Welt im Stil des „Art nouveau“. Konzipiert als eine Huldigung an den Wiener Jugendstil, steht dieses Bauwerk als Symbol für die Macht und Größe Frankreichs während der III. Republik und als Zeichen der Wertschätzung der österreichisch-ungarischen Monarchie.

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Im Jahre 1901 wurde der junge, angesehene und erfolgreiche Architekt Georges-Paul Chedanne, Preisträger des „Grand Prix de Rome“, seitens des Außenministeriums in Paris mit Konzeption und Bau der Botschaft beauftragt. Seine Pläne nehmen strikt Bezug auf die Dreiecksform des Grundstücks am Schwarzenbergplatz als geplantem Standort und somit ist eindeutig belegt, dass diese Entwürfe speziell für Wien erstellt wurden – und nicht für die Botschaft in Istanbul, wie es eine hartnäckig kursierende Legende glauben machen will.

In 1901, the young, distinguished and successful architect Georges-Paul Chedanne, winner of the “Grand Prix de Rome”, was commissioned by the Foreign Ministry in Paris to undertake the design and construction of the embassy. His plans make very precise reference to the triangular form of the plot on Schwarzenbergplatz as the intended location of the building, thus clearly proving that these designs were specifically executed for Vienna – and not for the embassy in Istanbul, as one obstinately persistent legend would have it.

Chedanne umgab sich mit den hervorragendsten Künstlern seiner Epoche: Gasq, Sicard, Lefebvre, Binet, Dubois, Vernon, Majorelle … Letzterer genoss infolge der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 internationale Anerkennung. Er betraute die Werkstätten der Ecole de Nancy mit dem Bau der prachtvoll gewundenen großen Treppe und der Wandbeleuchtung, der mit Feingold verzierten Balkone und der Wandvertäfelungen der Innenräume. Die übrigen Lampen und Luster stammen aus den Häusern Gagneau und Daum, die großen Spiegel von Saint-Gobain. Der Pariser Innenarchitekt Tony Selmersheim wurde mit der Gestaltung der Inneneinrichtung beauftragt. Die Wiener Manufakturen Freissler und Füglister fertigten den Aufzug - im „Modern Style“ mit Kristallglas und geschnitzter MahagoniAustäfelung. Einige Schmiedeeisenarbeiten wurden vom österreichischen Unternehmen Valerian Gillar nach französischen Skizzen gefertigt. Die Ausstattung der Botschaft mit erlesenen klassischen Stücken - wie etwa die Wandteppiche aus der Gobelin-Manufaktur - wurde zum Teil vom nationalen Mobilienarchiv, vom Musée d’Orsay und vom nationalen Fonds für zeitgenössische Kunst bereitgestellt.

Chedanne surrounded himself with the most outstanding artists of his time: Gasq, Sicard, Lefebvre, Binet , Dubois, Vernon, Majorelle … the latter won international recognition following the World Fair held in Paris in 1900. He entrusted the workshops of the Ecole de Nancy with the construction of the magnificent curving staircase and the wall lighting, the balconies decorated with fine gold, and the wall panelling of the inner rooms. The remaining lamps and chandeliers were procured from Gagneau and Daum, and the large mirrors were provided by Saint-Gobain. The Parisian interior architect Tony Selmersheim was commissioned to design the interiors. The Viennese manufactures Freissler and Füglister constructed the lift in the „modern style” with crystal glass and carved mahogany. Some of the wrought iron work was manufactured by the Austrian company Valerian Gillar on the basis of French designs. The furnishing of the embassy with selected classic pieces, such as the Gobelin tapestries, was provided from the national furniture archive, the Musée d’Orsay, and from the national contemporary art fund.

Die Genehmigung der Entwürfe erfolgte 1904. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Verkauf des mittlerweile in seinen Dimensionen als unproportioniert befundenen Gebäudes in Betracht gezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss man seitens des Militärs, die auf ganz Wien verteilten französischen behördlichen Stellen hier zusammenzulegen.

The designs were approved in 1904. After the end of World War I, the dimensions of the building were felt to be no longer appropriate, and the possibility of a sale was considered. After World War II, the military decided to consolidate the French official departments which were scattered all over Vienna into the embassy building.

Heutzutage will man das Hauptaugenmerk auf die Bewahrung des Dekors und der Kunstgegenstände richten. Dieses elegante Gebäude als außergewöhnliches Zeugnis des französischen „Art nouveau“ zu erhalten ist ein besonderes Anliegen der französischen Botschaft in Wien und der - speziell zur Pflege des Kulturerbes zuständigen - Abteilungen des Außenministeriums.

Today, the main focus is on preserving the decor and the objets d’art. Maintaining this elegant building as an extraordinary testimony to French “art nouveau” is a particular concern of the French embassy in Vienna, and also of those departments of the foreign ministry that have special responsibility for the preservation of cultural heritage.

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The French embassy in Vienna is the only diplomatic representation worldwide in the “art nouveau” style. Designed as a homage to the Viennese “Jugendstil”, this structure stands as a symbol of the power and greatness of France during the Third Republic and as an emblem of the prestige of the Austro-Hungarian monarchy.


wiener staatsballett / ballettclubdancer’s

Soirée zur Saisoneröffnung Season Opening Soiree

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us Anlass der neuen Saison des Wiener Staatsballetts fand am 7. September 2012 in der Französischen Botschaft in Wien ein Empfang des Botschafters der Republik Frankreich, S.E. Herr Stéphane Gompertz, gemeinsam mit der Präsidentin des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper, Ingeborg Tichy-Luger, für Ballettdirektor Manuel Legris und seine gesamte Compagnie statt. Zweihundert Personen, darunter Prominenz aus Diplomatie und Wirtschaft sowie die Mitglieder des Ballettclubs feierten den Start in die neue Spielzeit in den edlen Räumlichkeiten der Französischen Botschaft am Wiener Schwarzenbergplatz.

MANUEL LEGRIS, INGEBORG TICHY-LUGER

S.E. STÉPHANE GOMPERTZ, BOTSCHAFTER DER REPUBLIK FRANKREICH

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JOSEF DÜRPORT, MAX MOSER, FRANZÖSISCHE BOTSCHAFT

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n 7 September 2012, to mark the start of the Vienna State Ballet ’s new season, a reception was given in the French Embassy in Vienna by His Excellency the Ambassador of the French Republic, Mr. Stéphane Gompertz, together with the President of the Balletclub Vienna State Opera & Volksoper, Ingeborg TichyLuger, for Ballet Director Manuel Legris and his entire company. Two hundred people, including notable figures from the diplomatic and economic spheres as well as the members of the ballet club, celebrated the start of the new season in the elegant premises of the French Embassy on Vienna’s Schwarzenbergplatz.

SIMONA NOJA, BORIS NEBYLA

INGRID WENDL, CLEMENS UNTERREINER

SUSANNE KIRNBAUER, VESNA ORLIC


dancer’swiener staatsballett / ballettclub

Ehrenzeichen/Order of Merit für/for Ingeborg Tichy-Luger

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ie Präsidentin des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper, Ingeborg Tichy-Luger, wurde am 10. Oktober 2012 für ihre Arbeit und Aktivitäten für den Ballettclub offiziell geehrt und ihr das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur verliehen. Die Laudatio hielt das Ehrenmitglied des Ballettclubs, die geschäftsführende Leiterin der Ballettschule der Wiener Staatsoper, Simona Noja. Frau Tichy-Luger dankte allen Mitgliedern, Paten und Sponsoren, die von Anfang an an die Ideen und Ziele des Ballettclubs geglaubt und diese unterstützt haben!

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n 10 October 2012, the President of the Ballet Club Vienna State Opera & Volksoper, Ingeborg Tichy-Luger, was officially honoured for her work and activities for the Ballet Club and decorated with the Silver Order of Merit for services rendered to the Republic of Austria at the Federal Ministry for Education and Cultural Affairs. The laudatory speech was given by Simona Noja, honorary member of the Ballet Club and Executive Director of the Ballet School of the Vienna State Opera. Ms. Tichy-Luger thanked all the Ballet Club’s members, patrons and sponsors, who from its inception have supported the club and believed in its ideas and aims!

INGEBORG TICHY-LUGER, SIMONA NOJA

MR MAG. HILDEGARD SIESS

PROK. MAG. KATHARINA SEDIVY S.E. ALEJANDRO DÍAZ

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SILVIA DICK

ILSE PFEIFER

PROF. KARL MUSIL, PROF. EVELYN TÉRI

CLEMENS UNTERREINER, I. TICHY-LUGER

MAG. SIMONE WOHINZ

FOTOS

MAX MOSER, JOSEF DÜRPORT

INGEBORG TICHY-LUGER, GERDA IPSER


ballettclub

wiener staatsoper & volksoper

welcome to the club der ballettclub wiener staatsoper & volksoper unterstützt manuel legris und das wiener staatsballett sowie die ballettschule der wiener staatsoper l l l l l l

besuch von bühnenproben und trainings künstlerparties und backstage talks BALLETT-BONUS um nur € 10,gratis-abo dancer’s email-newsletter mit aktuellen ballettnachrichten und -terminen freier eintritt zu club-veranstaltungen (außer konsumation)

Jahresbeitrag Saison 2012/2013

club-terminvorschau bis juni 2013

l Unterstützendes Mitglied

(anmeldung erbeten an susanne@paarnet.at)

l l l l l l l l

01/02/13 besuch einer bühnenprobe „tanzperspektiven” in der wiener staatsoper abholung 10.45 uhr pünktlich, bühneneingang kärntnerstraße

06/02/13 besuch der opernball-generalprobe treffpunkt & tickets: 18.30 uhr, foyer/mittelstiege wiener staatsoper

18/04/13 besuch ballettsaal-training/probe „kreation und tradition” in der volksoper wien 23/04/13 besuch einer bühnenprobe „kreation und tradition”/volksoper zeit: wird noch bekanntgegeben, bühneneingang fuchsthallergasse

90,-

500,-

l Pate Silber

€ 1.000,-

l Pate Platin

€ 5.000,-

l Jugendmitglied bis 18 Jahre l Pate Gold

kostenlos

€ 2.500,-

Bitte Gewünschtes ankreuzen.

................................................................................................................ Name

29/04/13 charity-soirée in der ungarischen botschaft kulturprogramm: ks ildikó raimondi, andrás lukács, attila bakó, richard szábo im anschluss gala-buffet und grosse tombola - charity-ticket: eur 40,-

25/05/13 besuch eines ballett-trainings/wiener staatsoper abholung 10.45 uhr pünktlich, bühneneingang kärntnerstrasse

27/05/13 förderpreis 2013 an greig matthews 19 uhr, wiener staatsoper/marmorsaal - powered by harlequin europe sa

27/06/13 besuch einer bühnenprobe „nurejew gala” in der wiener staatsoper

für clubmitglieder: BALLETT-BONUS um nur € 10,Auch in der Saison 2012/2013 gibt es für alle BallettfreundInnen und jene, die es noch werden wollen, die Möglichkeit, um € 25,- pro Saison die Bundestheater.at-CARD um die Zusatzfunktion BALLETT-BONUS zu erweitern. Ihre Vorteile auf einen Blick: l 15 % Ermäßigung auf Vollpreiskarten für alle Ballettvorstellungen in der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien mit Ausnahme von Premieren und Sonderveranstaltungen l 2 Karten pro Vorstellung (aus allen verfügbaren Kategorien) l Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Die Bundestheater.at-CARD mit Zusatzfunktion BALLETT-BONUS gilt für Ballettvorstellungen vom 1. September 2012 bis 30. Juni 2013. Mitglieder des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper erhalten für den Erwerb der Zusatzfunktion BALLETT-BONUS vom Ballettclub einen finanziellen Beitrag von € 15,-, sodass als Eigenleistung nur € 10,- pro Saison zu erbringen sind.

wir freuen uns auf sie! l l l l

l Förderer

abholung 9.45 uhr pünktlich, bühneneingang fuchsthallergasse

zeit: wird noch bekanntgegeben, bühneneingang kärntnerstrasse

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ja, ich trete dem ballettclub bei

mitgliedschaft € 90,förderer € 500,patenschaft ab € 1.000,jugend bis 18 jahre kostenlos

info & anmeldung: info@ballettclub.at www.ballettclub.at

................................................................................................................ Adresse ................................................................................................................ Geburtsdatum (bei Jugendmitgliedern) ................................................................................................................ Telefon ................................................................................................................ Telefax ................................................................................................................ E-Mail ................................................................................................................ Unterschrift

Bankverbindung: Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien Konto-Nr. 1600 527 BLZ 32000 Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper Herrengasse 6-8/1/72 1010 Wien E-Mail: info@ballettclub.at


dancer’sballet

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ie BALLETS RUSSES unter Serge Diaghilev und ihre Inszenierungen (1909-1929) sind ein Mythos der Tanzgeschichte. Keine andere Ballettcompagnie hat die Geisteswelt des 20. Jahrhunderts so beeinflusst mit ihrer Idee eines Tanz, Musik und bildende Kunst gleichwertig vereinigenden Gesamtkunstwerkes. Unter dem Motto CELEBRATING SACRE widmet die Tanzcompagnie der Oper Graz unter der Leitung von Darrel Toulon die gesamte Saison den BALLETS RUSSES. In der Reihe „Tanz Nite“ sind vier preisgekrönte junge Choreographen aus Europa eingeladen, sich auf der Studiobühne in einer Art Tanz-Laboratorium mit Schlüsselwerken der BALLETS RUSSES - „Feuervogel“, „Petruschka“ und „Le Spectre de la Rose“ - auseinanderzusetzen und gemeinsam mit den TänzerInnen der Compagnie nach nur einer Woche eine eigenständige Lesart zu präsentieren. Dieser unkonventionelle Werkstatt-Zyklus gipfelt im Mai 2013 in der Tanz Nite „100 Jahre Le Sacre du Printemps“, bei der diese drei Stücke an einem Abend gezeigt werden und Wissenschaftler, Videokünstler und Musiker das Reform- und Revolutionspotential der BALLETS RUSSES würdigen.

Die Premiere des dreiteiligen Tanzabends CELEBRATING SACRE präsentiert im März auf der großen Bühne der Oper Graz einige der wichtigsten Kreationen des BALLETS RUSSES in aufregenden Neuinterpretationen: Darrel Toulon ist ein Choreograph, der ganz eigene Sichtweisen auf Werke der Tanzgeschichte entwickelt. Dies gilt auch für seine Choreographie und Inszenierung des selten auf Ballettspielplänen zu findenden Stücks „Daphnis und Chloé“. Nach einem Hirtenroman von Longos, von Maurice Ravel wie ein breites musikalisches Fresko komponiert, erzählt Toulon die Geschichte der beiden Hirtenkinder Daphnis und Chloé als ein „Frühlings Erwachen“ zweier junger Menschen von heute, bei denen das erste Entdecken von Sexualität und Gefühlsleben zu Irrungen und Wirrungen führt. Toulon fasst das Geschehen in einem „Sommernachtstraum“ zusammen, in dem Pan die Fäden in der Hand hält und die beiden Protagonisten in einem Liebesexperiment aufeinander loslässt. 32

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Die zweite Uraufführung des Abends, „Fauno“ zur Musik von Claude Debussy, bringt der portugiesische Choreograph Vasco Wellenkamp als intensives Kammerspiel zwischen Illusion und Begehren auf die Bühne. Choreographisch und bewegungstechnisch besticht das Stück durch überraschende Richtungswechsel, eine genaue Betonung auf innere Vorgänge sowie auf die Ausdrucksqualität des menschlichen Körpers. Dadurch bleibt Vasco Wellenkamp mit seinem neuen zeitgenössischen Werk ganz nahe am Geist der Uraufführung. Denn in „L'Après-Midi d'un Faune“ trat 1912 der Jahrhunderttänzer Vaclav Nijinsky erstmals auch als Choreograph in Erscheinung und präsentierte eine radikale Sprengung von Tanztraditionen, indem er ein neues Bewegungsrepertoire erfand und neue Beziehungskonstellationen zeigte. James Wilton beschließt mit „Sacre“ den Tanzabend. Igor Strawinskys Komposition „Le Sacre du Printemps“ rief 1913, bei der ebenfalls von Nijinsky choreographierten Uraufführung, einen der berühmtesten Skandale der Theatergeschichte hervor. Das Libretto geht auf ethnologische Forschungen zurück, nach denen sich in einem nächtlichen slawischen Ritus ein junges Mädchen als auserwähltes Opfer zu Tode tanzt, um sich so mit dem Sonnengott Jarilo zu vereinen und die weitere Fruchtbarkeit der Erde zu sichern. Der junge britische Choreograph führt nun die menschlichen Urängste in eine gewaltsame Gegenwart. Wie der Tanz in der Zukunft aussehen könnte, präsentieren Mitglieder der Tanzcompagnie im Mai 2013, wenn sie auf der Studiobühne eigene Werke - vom Tanz-Comic bis zur mitreißenden Gruppenchoreographie - dem Publikum vorstellen. Was alle sieben Werke verbindet, ist die Frage nach der Identität in einer sich immer schneller entwickelnden Welt. Dies gilt auch für die erfolgreiche Reihe „Tanz Nite“, bei der Einblicke in aktuelle Arbeitsprozesse gegeben werden und der Zuschauer zum Mit-Tanzen angehalten wird. So im Februar 2013, wenn unter dem Titel „Lover’s Nite“ Duette zu Love-Songs, von den Tänzerinnen und Tänzern selbst ausgewählt und choreographiert, in der Studiobühne präsentiert werden. Stars renommierter Tanzcompagnien und Ballettensembles zelebrieren im Juni 2013 hochkarätigen Tanz in der 4. INTERNATIONALEN TANZGALA. Diese Veranstaltung gilt inzwischen als ein Gipfeltreffen der Tanzkunst und ist zu einem festen Termin für alle Tanzfans und Ballettomanen geworden.


ballet dancer’s

Celebrating Sacre Ballett Oper Graz / Opera Graz Ballet

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he BALLETS RUSSES under Serge Diaghilev, and the productions they put on in the period 1909 to 1929, have attained mythic status in the history of dance. No other ballet company had such a profound influence on the intellectual world of the 20th century, with its idea of the total work of art combining dance, music and fine art in equal measure. The dance company of Graz Opera, under the direction of Darrel Toulon, is dedicating an entire season to the BALLETS RUSSES entitled CELEBRATING SACRE.

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WERNER KMETISCH

As part of the „Tanz Nite” series, four award-winning young choreographers from Europe have been invited to explore key works of the BALLETS RUSSES - „Firebird”, „Petrushka”, and „Le Spectre de la Rose” - on the studio stage in a kind of dance laboratory, and presenting their own interpretation together with the dancers of the company after just a week of collaborative work. This unconventional workshop cycle will culminate in May 2013 with the Tanz Nite „100 years of Le sacre du Printemps”, when these three works will be shown on one evening, and ballet scholars, video artists and musicians will pay homage to the reforming and revolutionising potential of the BALLETS RUSSES. The premiere of the three-part programme CELEBRATING SACRE in March on the Graz Opera main stage will present some of the most important creations of the BALLETS RUSSES in exciting new interpretations: Darrel Toulon is a choreographer who is developing his own highly personal perspective on works of dance history. The same goes for his choreography and staging of the rarely performed ballet „Daphnis and Chloé”. Following a story by Longos about two young shepherds, and Maurice Ravel’s musical score composed as a kind of broad musical fresco, Toulon tells the story of the two shepherd children Daphnis and Chloé as an „early awakening” of two young people in the modern world, whose first discovery of sexuality and emotion leads them into various trials and tribulations. Toulon brings the action together in a „Midsummer Night ’s Dream” in which the god Pan holds the strings, letting the two protagonists loose on each other in a „love experiment ”. The second world premiere of the evening, „Fauno” to music by Claude Debussy, is staged by the Portuguese choreographer Vasco Wellenkamp as an intense play about illusion and desire, conceived on an intimate scale. In terms of choreography and movement, the appeal of the work lies in its surprising changes of direction, its precise emphasis on internal events, and on the expressive quality of the human body. With his new contemporary work, therefore, Vasco Wellenkamp is remaining very close to the spirit of the premiere. For in 1912, in „L'Après-Midi d'un Faune” the „dancer of the century” Vaclav Nijinsky also made his first appearance as a choreographer, radically exploding the traditions of dance, inventing a new repertoire of movements, and revealing new kinds of relationships.

The dance programme ends with James Wilton’s „Sacre”. In 1913, at its world premiere (also choreographed by Nijinsky), Igor Stravinsky’s composition „Le Sacre du Printemps” caused one of the most famous scandals in the history of the theatre. The libretto is based on ethnological researches according to which a young maiden is selected as a sacrificial victim to dance herself to death in a nocturnal Slavic ritual, in order thereby to become united with the sun god Jarilo and ensure the continuing fertility of the earth. The young British choreographer has now taken these primeval human fears and placed them in a violent present-day context. In May 2013, members of the dance company will provide a glimpse of the way dance could look in the future, when they will present their own works to the public on the studio stage - from the individual „dance comic” to thrilling ensemble choreography. What binds all seven works together is the question of identity in a world of increasing change. This is true also of the successful „Tanz Nite” series, which sheds light on current work processes, and where the audience are encouraged to join in the dancing for example in February 2013 in a programme entitled „Lover’s Nite”, when duets to love songs that have been chosen and choreographed by the dancers themselves will be presented on the studio stage. In June 2013, stars from renowned dance companies and ballet ensembles are celebrating dance at its highest level at the „4th INTERNATIONAL DANCE GALA”. This event has come to be regarded as a meeting place for top figures in the world of dance, and has become a fixed date in the calendar for all dance fans and balletomanes.

CELEBRATING SACRE 16. März/March 2013 Premiere/First performance Darrel Toulon „Daphnis et Chloé” Vasco Wellenkamp „Fauno” James Wilton „Sacre” Weitere Vorstellungen/Further performances: 21. März/March, 3. / 5. / 10. / 26. April/April / 4. Mai/May / 2. /9. Juni/June 2013 TANZ NITES 16. / 18. / 19. Jänner/January 2013: „Le Spectre de la Rose“ Choreographie: Rosana Hribar und Gregor Lustek 13. Februar/February 2013: „Lover’s Nite“ 06. März/March 2013: „Vor der Premiere CELEBRATING SACRE” 24. April/April 2013: „Vor der Premiere JUNGE CHOREOGRAPHEN WERKSTATT III” 29. Mai/May 2013: 100 Jahre „Le Sacre du Printemps“ JUNGE CHOREOGRAPHEN WERKSTATT 02. Mai/May 2013: Premiere/First performance Weitere Vorstellungen/Further performances: 7. / 11. Mai/May / 25. / 27. / 29. Juni/June 2013 4. INTERNATIONALE TANZGALA 15. Juni/June 2013

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Mythos Nijinsky/Myth Nijinsky Ingeborg Tichy-Luger im Gespräch mit/in an interview with Darrel Toulon

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ch habe die komplette Spielzeit 2012/2013 unter das Motto „Celebrating Sacre“ gestellt. „Le Sacre du Printemps“ wird ja meist nur auf den Skandal der Uraufführung von vor 100 Jahren reduziert. Damit die Zuschauer verstehen, warum „Sacre” vor 100 Jahren so ein Eklat war, muss ich dieses Verständnis auf mehreren Ebenen aufbauen. Ziel ist es, verschiedene Facetten und Ebenen des reichhaltigen und revolutionären Werkes der „Ballets Russes“ zu beleuchten. Deshalb greife ich jene Stücke, die vor Strawinskys „Sacre“ entstanden, in der Reihe „Tanz Nites“ auf. Die „Tanz Nite“ ist eine Tanzund Talkshow, die vor vier Jahren als Experiment entstand, als ich nach einer Gelegenheit suchte, um einmal im Monat in lockerer Form Tanz zu präsentieren. Zudem haben die Tänzer die Möglichkeit, sich ohne großen Druck in Stücken, die in nur einer Woche entstehen, kreativ auszuleben. Den ersten Kompositionsauftrag Strawinskys, „Der Feuervogel“, habe ich als erste „Work-in-a-week“ für die Tanznite 2 von Natalia Horecna choreographisch neu interpretieren lassen. Darauf folgte „Petruschka“ des israelischen Choreographen Itamar Serussi. Danach kam Fokines avantgardistisches „Le Spectre de la Rose“. Nijinsky tanzte bekanntlich die Uraufführung, und sein androgynes Aussehen, seine Sprungdynamik und seine hervorragende klassische Technik wurden legendär. Die Emanzipation des männlichen Tänzers von der reinen Begleitung der Ballerina hin zur eigenen Bühnenfigur nahm hier ihren Anfang. Das innovative Moment in „Le Spectre de la Rose“ ist die Umverteilung der tänzerischen Aufgaben, denn der Tänzer tanzt mehr als die Tänzerin, die zu weiten Teilen nur eine dekorative Funktion übernimmt. Nicht die Ballerina steht mehr im Zentrum - sie schläft auf der Bühne während sich der Tänzer seinem virtuosen Solo widmet. Für die „Tanz Nite“ wird „Spectre“ von einem Choreographenpaar aus Ljubljana, Rosana Hribar und Gregor Lustek, zeitgenössisch umgewandelt.

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Vaclav Nijinsky war bei „L’Après-midi d’un faune“, uraufgeführt am 29. Mai 1912, der Erfolg bei den Zuschauern und an der Theaterkasse einerlei. Vielmehr wagte er es, kompromisslos auf seinem künstlerischen Standpunkt zu beharren. Nijinsky suchte nach den Wurzeln des Tanzes und ging bis in die Antike zurück:

DIMO DIMOV

In „Celebrating Sacre – 100 Jahre Le Sacre du printemps“ zeige ich als Gastgeber „Daphnis und Chloé“. Vasco Wellenkamp - ein Vertreter einer älteren Generation des modernen Tanzes - choreographiert „L’Après-midi d’un faune“, und ein Choreograph der jungen Wilden, James Wilton, beschäftigt sich mit „Sacre“. Zwischen uns dreien gibt es jeweils 20 Jahre Altersunterschied. Es ist spannend zu erfahren, wie sich Choreographen aus drei Generationen mit drei 100 Jahre alten Werken auseinandersetzen.


ballet dancer’s

Er stellte ein Fries auf die Bühne, animierte es zu Bewegungen und kreierte daraus den Tanz. Er choreographierte Bewegungssequenzen mit einer inneren Überzeugung und einer schöpferischer Begabung, die 100 Jahre später noch immer faszinieren.

appearance, dynamic leaps and outstanding classical technique became legendary. This is the point that marks the start of the emancipation of the male dancer from his role as mere companion to the ballerina to becoming an independent figure on the stage.

Ravels Musik zu „Daphnis und Chloe“, uraufgeführt am 8. Juni 1912, wurde von Longus’ Roman inspiriert. Diesen Text habe ich immer wieder gelesen, um Bilder zu finden, die mit der Musik Maurice Ravels korrespondieren. Ravel hat die Musik gezeichnet wie ein impressionistisches Gemälde, das heißt fließend, ohne Ecken und Kanten, sehr träumerisch. Ich versuche also, Traumbilder aus der Vorlage zu entwickeln, die zusammen mit dieser Musik zum Leben erweckt werden können.

The innovative „fulcrum” of “Le Spectre de la Rose” is the redistribution of the roles of the dancers. There is more dancing for the man than for the woman, who for lengthy periods only has a decorative function. It is not the ballerina that is at the centre - she lies asleep on the stage, while the male dancer dedicates himself to his virtuosic solo. For “„anz Nite”, „Spectre” is given a contemporary reinterpretation by a pair of choreographers from Ljubljana, Rosana Hribar and Gregor Lustek.

Als am 29. Mai 1913 die Ballets Russes „Le Sacre du Printemps“ im Théâtre des Champs Élysées präsentierten, hatte die Zuschauer im Sinne der vorher gesehenen Stücke eine andere Erwartungshaltung. So lässt sich auch der gigantische Skandal der Musikund Tanzgeschichte um Igor Strawinsky und Vaclav Nijinsky erklären. Der junge Choreograph James Wilton transponiert dieses Thema um Angst und Gewalt in die Gegenwart.

In „Celebrating Sacre – 100 years of Le Sacre du Printemps” I will be presenting „Daphnis and Chloe” in my capacity as host. Vasco Wellenkamp - a representative of an older „modern dance” generation – is choreographing “L’Après-midi d’un faune”, and the exciting young choreographer James Wilton has taken on „Sacre”. The age difference between each of us is 20 years. It will be exciting to discover how choreographers from three generations will approach three works dating from 100 years ago.

Meine Begeisterung für Nijinsky hat auch noch zu einem Experiment im Rahmen des Tanzfestivals „Tanz Schrittweise“ im Grazer Minoritensaal geführt, das mich im April 2013 als Performer zeigt: „Schiz“. Gemeinsam mit Catherin Guerin vollziehen wir Nijinskys letzten Tanz in einem Schweizer Hotel nach, der eine Gradwanderung zwischen absolutem Genie und Wahnsinn zeigt: Nijinsky war in einer anderen Sphäre, in einer anderen Welt – und gerade deshalb waren die Pariser so begeistert, haben ihn sogar als Gott bezeichne

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have given the entire 2012/2013 season the title „Celebrating Sacre”. „Le Sacre du Printemps” is often simply reduced to the scandal that attended its premiere 100 years ago. In order for today’s audience to understand why Sacre caused such a sensation 100 years ago, I have to build up this understanding on a number of levels. My aim is to shed light on several facets and levels of this rich and revolutionary work of the „Ballets Russes”. This is why I have chosen the works that were created before Stravinsky’s „Sacre” for the „Tanz Nites” series. „Tanz Nite” is a dance/talk show devised four years ago as an experiment, when I was looking for an opportunity to present dance in a more relaxed form on a monthly basis. It also gives the dancers the possibility of creatively realising their potential in pieces devised in just one week, without having to work under a lot of pressure. I chose Stravinsky’s first composition commission, „The Firebird”, to be choreographically reinterpreted by Natalia Horecna as the first „work-in-a-week” for Tanznite 2. This was followed by „Petrushka” with choreography by the Israeli Itamar Serussi. Then came Fokine’s avant-garde „Le Spectre de la Rose”. As is well known, Nijinsky performed the premiere, and his androgynous

For Vaclav Nijinsky, audience acclaim and box office success with “L’Après-midi d’un faune”, which was first performed on 29 May 1912, were a matter of indifference. What he dared to do was to adhere uncompromisingly to his artistic standpoint. Nijinsky was searching for the very roots of dance, looking back as far as ancient times: he placed a frieze on the stage, brought it to life with movement and thus created the dance. He choreographed sequences of movement with an inner conviction and a creative gift that still fascinate us 100 years on. Ravel’s music for „Daphnis and Chloe”, which was first performed on 8 June 1912, was inspired by a novel by Longus. I have read this text over and over again to find images that correspond to Maurice Ravel’s music. Ravel „drew” the music like an impressionistic painting, that is in a flowing style, without any corners or edges, and it has an extremely dreamlike quality. I am therefore trying to conjure up dream pictures from the source material, which in combination with this music can be roused to life. When the Ballets Russes presented „Le Sacre du Printemps” at the Théâtre des Champs Élysées on 29 May 1913, the audience had different expectations based on the pieces they had previously seen. This great scandal of music and dance history surrounding the figures of Igor Stravinsky and Vaclav Nijinsky is to be seen in this light. The young choreographer James Wilton transposes this story of fear and violence to the present time. My enthusiasm for Nijinsky has also led to a further experiment in the context of the „Tanz Schrittweise” dance festival in the Minoritensaal in Graz, in which I am appearing as a performer in April 2013: “Schiz”. Together with Catherin Guerin, we are re-enacting Nijinsky’s last dance in a Swiss hotel, demonstrating the fine line he trod between absolute genius and madness: Nijinsky was in another sphere, another world – which is precisely why the Parisians enthused about him so much, even referring to him as a god. 1/2013

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Dem Mythos auf der Spur On the trail of a myth Enrique Gasa Valga und die Tanzcompany des Tiroler Landestheaters auf künstlerischem Erfolgskurs / Enrique Gasa Valga and the dance company of the Tiroler Landestheater tipped for artistic success

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Dass ein Spanier sich in den Mythos Carmen vertieft, ist nicht wirklich ungewöhnlich. Dass ein spanischer Choreograph sich mit einem der bedeutendsten deutschen Dramenstoffe beschäftigt, schon eher. Was passiert, wenn ein temperamentvoller Choreograph auf einen kopflastigen Intellektuellen trifft? Es entsteht ein faszinierendes Tanzstück, das die scheinbaren Gegensätze zu einem mitreißenden Gesamtbild vereint. Enrique Gasa Valga zeigt seine Sicht auf Goethes Tragödie „Faust. Erster Teil“ und nimmt die besondere Herausforderung an, indem er die Geschichte nicht einfach nacherzählt. Er interpretiert die Figur des ewig Getriebenen, Zweifelnden, an die Grenzen Gehenden aus seiner Perspektive neu. Sein Faust lebt in einer psychiatrischen Anstalt um 1900 – ob als Insasse oder behandelnder Arzt bleibt offen. Die Stationen des Dramas mutieren zu Traumbildern, Visionen und Wahnvorstellungen, die den Protagonisten heimsuchen. Getrieben von einer tiefen, fast dämonischen Unruhe - verkörpert durch Mephisto - sucht dieser Faust nach einem Moment der inneren Ruhe und meint ihn schließlich im Zusammensein mit Gretchen gefunden zu haben. Ein Trugschluss. Der Soundtrack ist eine Mixtur aus live gespielter Kammermusik und eingespielten Popsongs, von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Charles Gounod über Edith Piaf und Nina Simone bis zu den Doors und den Rolling Stones. Wie schon bei „Trakl“, „Beethoven lautlos“, „Frida Kahlo“ und zuletzt „Carmen“ ver-

That a Spaniard should delve into the myth of Carmen is not really exceptional. That a Spanish choreographer should engage with one of the most important topics of German drama is, however, rather more exceptional. What happens when a feisty choreographer encounters an obsessive intellectual? There comes into being a fascinating piece of dance combining these apparent opposites to form a rousing whole. Enrique Gasa Valga shows us his perspective on Goethe’s tragedy, Faust, Part I, and takes on a particular challenge in that he does not simply recount the story, but rather

reinterprets afresh from his own perspective the figure of a person eternally driven, eternally doubting, who goes to the very edge. Enrique Gasa Valga’s Faust lives in a psychiatric institution in around 1900; whether he is a patient or a physician there is not clear. The stages of the drama mutate into dream images, visions and hallucinations besetting the protagonist. Driven by a deep, almost demonic disquiet – embodied by Mephistopheles – Faust seeks a moment of inner peace and believes that he has finally found it in his togetherness with Gretchen. A delusion. The soundtrack is a mixture of live chamber music and recorded pop songs, from Felix Mendelssohn-Bartholdy and Charles „CARMEN”

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HERMANN POSCH, GÜNTHER EGGER/TIROLER LANDESTHEATER

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nrique Gasa Valga loves using his choreographic creations to challenge great myths and to reflect them through dance. So does his audience.

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nrique Gasa Valga liebt es, mit seinen Choreographien große Mythen zu hinterfragen und mit den Mitteln des Tanzes zu reflektieren. Sein Publikum auch.


ballet dancer’s

Informationen & Termine/Informations & dates www.landestheater.at

Gounod, through Edith Piaf and Nina Simone, to the Doors and the Rolling Stones. As previously with „Trakl”, „Beethoven lautlos”, „Frida Kahlo” and, most recently, „Carmen”, Enrique Gasa Valga condenses impressions and dramatic snapshots to form an impressive portrait. Treading a versatile, ambitious and virtuoso path between classic and modern dance techniques, Enrique Gasa Valga has created a hugely successful production. He has brought young, highly-trained dancers to Innsbruck and through them has turned his choreographic visions into haunting moving images. Young male Cuban dancer Leoannis Pupo-Guillen, technically-brilliant, and a highly-expressive performer, dances Faust’s alter ego. His fellow Cuban, Roilàn Ramos Hechavarria, embodies Mephistopheles, a powerful physical presence, elegant and dynamic, while Mohana Rapin lends Gretchen’s increasing mental disturbance a girlish, graceful tone. The established team of set designer Helfried Lauckner, costume designer Eva Praxmarer and lighting designer Johann Kleinheinz has created the stage setting. World premiere on 23 February 2013.

ENRIQUE GASA VALGA

„CARMEN”

„KALEIDOSKOP”

LIVE!

LIVE!

Foto © by Damir Yusupov

dichtet er Impressionen und dramatische Momentaufnahmen zu einem eindrücklichen Portrait. Vielseitig, ambitioniert und virtuos zwischen klassischer und moderner Technik führt Ballettchef Enrique Gasa Valga seine Company zum Erfolg. Er holt junge, bestens ausgebildete TänzerInnen nach Innsbruck und setzt mit ihnen seine choreographischen Visionen in eindringlichen Bewegungsbildern um. Der junge kubanische Tänzer Leoannis Pupo-Guillen, technisch brillant und ausdrucksstark, ist das tänzerische Alter Ego Fausts. Sein Landsmann Roilàn Ramos Hechavarria verkörpert Mephisto, physisch präsent, elegant und dynamisch und Mohana Rapin verleiht der zunehmenden Verstörung Gretchens mädchenhaft-anmutigen Ausdruck. Das bewährte Team von Bühnenbildner Helfried Lauckner, Kostümbildnerin Eva Praxmarer und Light Designer Johann Kleinheinz setzt den Mythos in Szene. Uraufführung ist am 23. Februar 2013.

Kartenpreis je Vorstellung: € 30,– Ermäßigung für Kinder bis 14 Jahre: 50 % Ermäßigung für Ö1 Club-Mitglieder: 10 %


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Facettenreicher Frühling: A multi-faceted spring programme: Das Stuttgarter Ballett präsentiert eine magische Uraufführung und Klassiker des 20. Jahrhunderts Stuttgart Ballet presents a magical world premiere as well as 20th century classics

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er Frühling 2013 präsentiert sich beim Stuttgarter Ballett facettenreich und äußerst spannend. Demis Volpi kreiert mit der Uraufführung von KRABAT nach Otfried Preußlers berühmtem Roman sein erstes abendfüllendes Handlungsballett, eine Produktion gezielt auch für junge Menschen. Zwei abwechslungsreiche Ballettabende, MEISTERWERKE und TANZ//TOENE, bringen unter anderem ein Wiedersehen mit Glen Tetleys „Le Sacre du Printemps” – pünktlich zum 100. Geburtstag von Strawinskys bahnbrechender Komposition – und Maurice Béjarts „Bolero”. Der junge deutsch-argentinische Choreograph Demis Volpi, der mit seinen Arbeiten längst nicht mehr nur in Stuttgart, sondern inzwischen auch in Hamburg, Toronto und New York auf sich aufmerksam gemacht hat, tritt in große Fußstapfen. Seit John Crankos Zeiten ist das Stuttgarter Ballett berühmt für seine Handlungsballette nach große literarischen Vorlagen – man denke nur an Crankos „Onegin”, John Neumeiers „Kameliendame”, Christian Spucks „Lulu” oder Marco Goeckes „Orlando”. Ganz dieser Tradition folgend, choreographiert Volpi nun im Auftrag von Ballettintendant Reid Anderson sein erstes abendfüllendes Ballett nach einer literarischen Vorlage, nämlich Otfried Preußlers KRABAT. Das Besondere daran: Mit der Ballettfassung des preisgekrönten Jugendromans kreiert Volpi nicht nur ein Ballett für Erwachsene, sondern auch für junge Menschen. Preußler erzählt die Abenteuer des Waisenjungen Krabat, der in einer Mühle als Geselle aufgenommen wird. Bald darauf offenbart der Meister der Mühle Krabat, dass er sich eigentlich in einer „Schwarzen Schule“ befindet, in der er die „Kunst der Künste“ lernen kann. Krabat ist anfangs fasziniert von der Macht der Magie, doch bald lernt er nicht nur, welch furchtbarer Preis dafür bezahlt werden muss, sondern dass er eigentlich ein Gefangener des Meisters geworden ist. Durch die Liebe zu einem Mädchen – und ihre Liebe zu ihm – kann Krabat den Meister besiegen und sich und seine Mitgesellen befreien.

Drei faszinierende Choreographien präsentiert das Stuttgarter Ballett auch im Rahmen des Abends MEISTERWERKE. George Balanchines „Die Vier Temperamente”, Jerome Robbins‘ „Dances at a Gathering” und „Le Sacre du Printemps” von Glen Tetley. Und auch diese Stücke haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle haben im 20. Jahrhundert Tanzgeschichte geschrieben.

The young German-Argentinean choreographer Demis Volpi, who has been attracting attention not only in Stuttgart, but also in Hamburg, Toronto and New York, is following in the footsteps of major figures in the history of the Stuttgart Ballet. Since the time of John Cranko, the company has been famous for its ballets based on major works of literature – Cranko’s „Onegin”, John Neumeier’s „Lady of the Camellias”, Christian Spuck’s „Lulu” and Marco Goecke’s „Orlando”, to name but a few. In keeping with this tradition, Volpi has choreographed his first full-length ballet commissioned by Artistic Director Reid Anderson - based on a literary best seller, Otfried Preußler’s KRABAT. What makes this ballet special is that with the ballet version of the award-winning novel for young adults, Volpi has created a ballet that will appeal to young people and adults alike. Preußler tells of the adventures of the young orphan Krabat, who is accepted as an apprentice in a mill. Shortly afterwards the master of the mill reveals to Krabat that he is actually in a „school of black magic”, in which he can learn the „art of arts”. At first, Krabat is fascinated by the power of magic, but soon he learns not only the terrible price that has to be paid for that power, but also that he has actually become a prisoner of the master. Through his love of a girl – and her love for him – Krabat is able to defeat the master and free his fellow apprentices. By contrast, there is no story at the heart of TANZ//TOENE, which is all about the fusion of music and dance. One thing that Edward Clug’s poetical „Ssss ...”, Jorma Elo’s powerfully energetic „Slice to Sharp” and Maurice Béjart ’s balletic firework „Bolero” all have in common is that they are unconditionally inspired by the music. The Stuttgart Ballet is also presenting three fascinating choreographic works within the MASTERPIECES programme: George Balanchine’s „The Four Temperaments”, Jerome Robbins’s „Dances at a Gathering” and „Le Sacre du Printemps” by Glen Tetley. These works also have something in common: they all created dance history in the 20th century.

STUTTGARTER BALLETT

TANZ//TOENE Ballettabend/ballet evening Premiere/First performance: 2. Februar/February 2013, Opernhaus/Opera House Weitere Vorstellungen im Opernhaus/Further performances in the Opera House: 7. / 9. / 16. / 18. / 19. Februar/February / 3. / 5. / 10. (Nachmittag/Abend - afternoon/evening) / 16. März/March 2013

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KRABAT: MARIJN RADEMAKER, DAVID MOORE; BOLERO: FRIEDEMANN VOGEL, ENSEMBLE

Im Mittelpunkt des Ballettabends TANZ//TOENE steht im Gegensatz dazu keine Geschichte, hier geht es um die Verschmelzung von Musik und Tanz. Edward Clugs stimmungsvolles „Ssss ...”, Jorma Elos energiegeladenes „Slice to Sharp” und Maurice Béjarts tänzerisches Feuerwerk „Bolero” haben eines gemeinsam: die unbedingte Orientierung an der Musik.

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he Stuttgart Ballet has a highly varied and very exciting programme planned for spring 2013. With the world premiere of KRABAT, based on the well-known novel by Otfried Preußler, Demis Volpi has created his first full-length story ballet, in a production which is also targeted towards young people. Two diverse mixed repertory evenings, MASTERPIECES and TANZ//TOENE, see the timely return of Glen Tetley’s „Le Sacre du Printemps” to celebrate the 100th anniversary of Stravinsky’s revolutionary composition, as well as Maurice Béjart’s „Bolero”.

KRABAT Uraufführung/World premiere: 22. März/March 2013, Opernhaus/Opera House Weitere Vorstellungen im Opernhaus/Further performances in the Opera House: 29. / 31. (Nachmittag/Abend-afternoon/evening) March / 3. / 6. April/April / 31. Mai/May / 3. / 6. / 24. Juni/June / 6. (Ballett im Park/Ballet in the Park) / 7. Juli/July 2013 MASTERPIECES Ballettabend/ballet evening Premiere/First performance: 20. April/April 2013, Opernhaus/Opera House Weitere Vorstellungen im Opernhaus/Further performances in the Opera House: 24. April/April / 18. / 19. / 23. / 25. / 29. Mai/May / 13. / 16. (Nachmittag/Abend - afternoon/evening) / 21. Juni/June 2013

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as Stuttgarter Ballett präsentierte am 2. Dezember 2012, auf den Tag genau fünfzig Jahre nach der Uraufführung von John Crankos „Romeo und Julia”, eine J u b i l ä u m svo rst e l l u n g dieses Signaturwerks im Opernhaus. Auf Einladung von Ballettintendant Reid Anderson MARCIA HAYDÉE, RAY BARRA, 1962 kehrten für diesen besonderen Abend neben den Tänzern des Stuttgarter Balletts eine Reihe von Stars, die das „Stuttgarter Ballettwunder“ über fünf Jahrzehnte geprägt haben, als Gäste auf die Opernhaus-Bühne zurück: Marcia Haydée als Amme, Birgit Keil als Lady Capulet, Melinda Witham als Lady Montague, Ray Barra als Herzog von Verona, Egon Madsen als Pater Lorenzo, Vladimir Klos als Lord Capulet, Robert Conn als Lord Montague, Georgette Tsinguirides und Yseult Lendvai und Sonia Santiago als Zigeunerinnen im Ersten Akt, Julia Krämer als Rosalinde. Einige von Ihnen tanzten 1962 in der Uraufführung, alle haben sie eine besondere Verbindung zu dieser Choreographie, deren Bühnenbild und Kostüme Jürgen Rose geschaffen hat.

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n December 2nd 2012, exactly 50 years after the world premiere of John Cranko's famous staging of „Romeo and Juliet”, the Stuttgart Ballet presented an anniversary performance on the very same stage this great choreography was made for. Very special guests had accepted Reid ALICIA AMATRIAIN, FRIEDEMANN VOGEL, 2012 Anderson's invitation to perform with the Stuttgart Ballet company that night: Marcia Haydée as Nurse, Birgit Keil as Lady Capulet, Melinda Witham as Lady Montague, Ray Barra as Duke of Verona, Egon Madsen as Pater Lorenzo, Vladimir Klos as Lord Capulet, Robert Conn as Lord Montague, Georgette Tsinguirides and Yseult Lendvai and Sonia Santiago as gipsies in the first act, Julia Krämer as Rosalinde. Some of them danced in the World Premiere in 1962, all of them have very strong bounds and memories of this choreography with Jürgen Rose’s stage design and costumes.

50 Jahre / 50 years

Romeo und Julia Romeo and Juliet

RAY BARRA, MARIJN RADEMAKER, NIKOLAY GODUNOV, FILIP BARANKIEWICZ, MARCIA HAYDÉE, ALICIA AMATRIAIN, FRIEDEMANN VOGEL, BIRGIT KEIL, VLADIMIR KLOS, EGON MADSEN, ENSEMBLE

CARLOS, STUTTGARTER BALLETT, ZOE DOMINIC FOTOS

W Richard Cragun

ith Richard Cragun, we lose one of the most important members of the Stuttgart Ballet familiy, and the world of dance loses one of its giants. Cragun was part of the „Stuttgart Ballet miracle”, he inspired people all over the world  with his performances  and many important roles that mark our repertory up to today were created for him. Cragun has always been a role model to me, and helped me a lot when I was a young dancer: among many other things he taught me  the high art of partnering. I am very happy that Richard was with us on our 50th Anniversary in Stuttgart in 2011, and that he had the chance to take part in that Festival. We will miss him forever. The Stuttgart Ballet is mourning. (Reid Anderson, Artistic Director, August 2012)

1962: MARCIA HAYDÉE, RAY BARRA; 2012: ALICIA AMATRIAIN, FRIEDEMANN VOGEL; SCHLUSSAPPLAUS; RICHARD CRAGUN

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Im Gedenken an / In memory of

it Richard Cragun verliert das Stuttgarter Ballett eines der wichtigsten Mitglieder seiner Familie und die Tanzwelt einen Giganten seiner Kunst. Cragun war Mitstreiter des „Stuttgarter Ballettwunders”, er hat Menschen auf der ganzen Welt mit seinen Vorstellungen hingerissen, und es wurden viele Rollen für ihn kreiert, die bis heute unser Repertoire prägen. Cragun war mir persönlich immer ein sehr großes Vorbild, und er hat mir als junger Tänzer sehr geholfen: von ihm habe ich u.a. die hohe Kunst des Partnerns gelernt. Ich bin so unglaublich froh, dass er im Jahr 2011 bei unserem 50. Jubiläum dabei war und das große Fest noch miterleben durfte. Wir werden ihn sehr vermissen. Das Stuttgarter Ballett trauert. (Reid Anderson, Ballettintendant, August 2012)


balletdancer’s

Bayerisches Staatsballett BallettFestwoche / Ballet Festival Week

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ur Eröffnung der BallettFestwoche 2013 kreiert Terence Kohler ein neues abendfüllendes Handlungsballett. „Helden“ - sind sie noch zeitgemäß? Brauchen wir sie noch und wenn ja, wodurch zeichnen sie sich aus? Für das Bühnenbild zeichnet erneut < rosalie> verantwortlich. Die letzte Zusammenarbeit zwischen der Bühnenbildnerin und dem Choreographen schuf mit „Once Upon An Ever After“ einen Blockbuster und wurde zum umjubelten Kernstück des Abends „100 Jahre Ballets Russes“. Für „Helden“ wird diese erfolgreiche Kollaboration wieder aufgenommen. Die Musikwahl Kohlers fiel auf Werke von Alfred Schnittke, daneben arbeitet er mit der Komponistin Lera Auerbach zusammen. Der spanische Choreograph Nacho Duato war als Leiter der Compañia Nacional de Danza mehrfach Gast in München. Auch als Choreograph des Kultstücks „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“ ist er Ballettfans ein Begriff. Nun kommt er 2013 als künstlerischer Leiter des Mikhailovsky Balletts. Am 23. und 24. April 2013 begrüßt das Staatsballett deshalb sein Ensemble mit dem Gastspiel „Dornröschen“ in der Choreographie von Nacho Duato und den atemberaubenden Kostümen von Angelina Atlagič im Nationaltheater. Nach zweijähriger Pause wird es in der BallettFestwoche wieder eine „Terpsichore-Gala” geben. Die Nummer XI der erfolgreichen Galaabend-Serie beschäftigt sich mit der Veränderung der Wahrnehmung dessen, was im Ballett als zeitgemäß gilt. Wie haben sie sich um die 19. Jahrhundertwende gegenseitig die Augen ausgekratzt, die Ballettomanen und die Modernen, die vor allem den Zwang von Spitzenschuh und geschnürter Taille, danse d’école und bombastischer feudaler Prachtentfaltung verabscheuten! Aber von dem Moment an wird es kompliziert, denn auch die Ballets Russes reklamieren für sich modern zu sein. Und heute wird gern zeitgenössisch mit modern verwechselt, dabei gibt es so viel Überholtes unter den Zeitgenossen – denn: Barfuß ist nicht automatisch modern, dagegen sehr wohl auf Spitze einiges geradezu bahnbrechend! Aus seinem Repertoire zeigt das Bayerische Staatsballett John Neumeiers „Illusionen – wie Schwanensee“, den englischen Abend „Steps & Times“ und die erste Premiere der Saison 2012/13 „Forever Young“, mit den umjubelten Werken „Broken Fall“, „The Moor’s Pavane“ und „Choreartium“. Das Bayerische Staatsballett II wird in der „Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung“ das Festwochenprogramm komplettieren.

SCÈNES DE BALLET: DARIA SUKHORUKOVA, MAXIM CHASHCHEGOROV, ENSEMBLE, FOTO: CHARLES TANDY

BROKEN FALL: LUCIA LACARRA, MARLON DINO, ERIK MURZAGALIYEV, FOTO: DAY KOL

Programmübersicht / Programme summary 21./27. April/April: Helden/Heroes 23./24. April/April: Gastspiel Mikhailovsky Ballett St. Petersburg: Dornröschen / Guest performance by Mikhailovsky Ballet of St. Petersburg: Sleeping Beauty 25. April/April: Illusionen – wie Schwanensee / Illusions – like Swan Lake 26. April/April: Terpsichore-Gala XI 28. April/April: Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung/ Bayerisches Staatsballett II Steps & Times / Matinee of the Heinz Bosl Foundation/ Bayerisches Staatsballett II Steps & Times 29. April/April: Forever Young

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or the opening of the Ballet Festival Week 2013, Terence Kohler is creating a new full-length action ballet: „Heroes” – are they still relevant in today’s world? Do we still need heroes, and if so, what marks them out from the rest of us? The set design is again by < rosalie > . The most recent collaboration between < rosalie > and Terence Kohler, „Once Upon An Ever After” became a blockbuster and the acclaimed centrepiece of the „100 years of the Ballets Russes” evening. This successful collaboration is being resumed for „Heroes”. Kohler has chosen music by Alfred Schnittke, and in addition he is collaborating with the composer Lera Auerbach. The Spanish choreographer Nacho Duato has made several guest appearances in Munich as director of the Compañia Nacional de Danza. He is also known to ballet fans as the choreographer of the cult ballet „Multiplicity: Forms of Silence and Emptiness”. In 2013, he will be coming to Munich as the Artistic Director of the Mikhailovsky Ballet. On 23 and 24 April 2013, the Staatsballett welcomes his ensemble to the Nationaltheater with a guest performance of „Sleeping Beauty” with choreography by Nacho Duato and breathtaking costumes by Angelina Atlagič. After a gap of two years, the Ballet Festival Week will once again be presenting a „Terpsichore Gala”. Number XI in this successful series of gala evenings is concerned with our changing perception of what is regarded as ,contemporary’ in ballet. What furious quarrels arose around the turn of the 19th century between the balletomanes and the modernists, who more than anything abhorred the constraints imposed by point shoes and nipped-in waists, danse d’école and the bombastic and feudal display of magnificence! But from that time on it gets complicated, for even the Ballets Russes are claiming to be modernists. And today we like to mix contemporary and modernism, and so much contemporary dance now appears outdated – dancing barefoot is not automatically ,modern’, and there are some aspects of point dancing that are almost trailblazing! From its repertoire, the Bayerisches Staatsballett will be performing John Neumeier’s „Illusions – like Swan Lake”, the English ballet „Steps & Times” and, as the first premiere of the 2012/13 season, „Forever Young”, with the acclaimed works „Broken Fall”, „The Moor’s Pavane” and „Choreartium”. The Bayerisches Staatsballett II will complete the festival programme with the „Matinee of the Heinz Bosl Foundation”. 1/2013

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Karl Alfred Schreiner

Dornröschen und Lackschuhe Sleeping Beauty and patent shoes

An „Dornröschen“ ist vor allem die Suche nach dem Anderen und die Emanzipation der einzelnen Figuren spannend. Ich habe in meiner Inszenierung auf alles 44

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Als männlicher Choreograph ist es natürlich schwierig, sich in die Sicht einer Prinzessin hineinzuversetzen, aber dafür habe ich meine Tänzerinnen, die mir dabei helfen. Dornröschen ist bei mir eine Prinzessin, die nicht mehr Kind und noch nicht Frau ist. Man sagt ihr ständig, was sie zu tun und zu lassen habe, möchte sie gar mit einem fremden Mann verheiraten. Doch sie will ihren Lebensweg aus eigener Initiative gehen. Dabei ist sie hin und hergerissen zwischen Familie, ihrem Märchenprinz und in diesem speziellen Fall der Carabosse-Figur, die in meiner Interpretation eine höchst weltliche Gestalt mit unerwartetem persönlichen Bezug zu Dornröschen ist. Wie viel Zeit braucht es, all diese Fragen des Erwachsenwerdens für sich selbst zu klären? 100 Jahre? Oder gar nur einen Wimpernschlag, während alle anderen vermeintlich schlafen? Oft trifft man seine Entscheidungen im Traum, so auch mein Dornröschen. Wir träumen davon eine Lösung oder eine Erfüllung unserer Wünsche zu finden. Die Macht dieser Träume bestimmt oft unser reales Handeln und Tun. Beim Träumen vermischen sich Erlebtes und Wunschdenken mit Ängsten und Hoffnungen. So bleibt uns nur, die Wünsche in der Realität auch wirklich wahr werden zu lassen. Und in meinem Fall geht das auch ohne Lackschuhe.

LIOBA SCHÖNECK

Im Vordergrund stehen für mich bei jeder Arbeit die Tänzerinnen und Tänzer. Ihnen wollte ich gerade zu Beginn unserer Zusammenarbeit ein Handlungsballett geben, in denen sie ihr ganzes Können in all seiner Bandbreite zeigen können. Dafür bietet sich meines Erachtens „Dornröschen“ in seiner musikalischen, dramaturgischen und choreographischen Struktur ganz wunderbar an. Denn warum erzählt man denn eine Geschichte, ein Märchen? Weil man ein Interesse an den Personen hat.

Magische und Feenhafte verzichtet, das sich sonst in der Geschichte findet. Dieses Magische habe ich durch die Magie der Gefühle ersetzen, ohne dabei auf den Zauber des Märchens zu verzichten. Die Fragen die dahinter stecken sind „Wer weckt mich aus meinem Traum auf?“ und „Wie wird man erwachsen?“.

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anchmal kann tanzen richtig schweißtreibend und anstrengend sein, und ein anderes Mal regt es mehr dein Gehirn an. Selten hat man Zeit über das nachzudenken, was man gerade tanzt. Als Tänzer im Ballett der Wiener Staatsoper hatte ich Zeit für beides. Im Ballett „Dornröschen“ von Tschaikowsky stand ich mit Lackschuhen im Ensemble auf der Bühne. Da muss man manchmal ziemlich lange stehen und darf sich nicht bewegen. Und da habe ich mich gefragt, was dieses Stück wohl von mir will. Wie würde ich diese wunderbare Geschichte erzählen und welche Bewegungssprache, außer der klassischen, wird diesem musikalischen Märchen gerecht. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen, et voilà: Jetzt ist der Augenblick da, meine Sicht auf die berühmte Geschichte zu zeigen, indem ich „Dornröschen“ als meine erste abendfüllende Choreographie für das Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz präsentiere, dessen künstlerischer Leiter ich seit September 2012 bin.


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ometimes dancing can be a huge physical effort that brings you out in a sweat, and at other times it is more your brain that is being put to work. It is not often that one has time to reflect about what one is actually dancing. As a dancer in the ballet of the Vienna State Opera I had time to do both. In the ballet „Sleeping Beauty” by Tchaikovsky, I would stand on the stage as part of the ensemble, wearing patent shoes. We sometimes had to stand for quite a long time without being allowed to move, and so I started wondering what this work was asking from me, how I would tell this wonderful story, and what movement language other than the language of classical ballet would do justice to this musical fairytale. Since that time these questions have stayed with me, and now the moment has come for me to present my view on this famous story. I shall be putting on „Sleeping Beauty” as my first fulllength choreographic work for the ballet of the Staatstheater am Gärtnerplatz, where I have been Artistic Director since September 2012. For me it is the dancers who are at the forefront of any project I am working on. Right at the start of our collaboration, I wanted to give them a „ballet d’action” in which they could demonstrate the whole range of their artistic skills. In my opinion „Sleeping Beauty” fulfils this requirement wonderfully in its musical, dramatic and choreographic structure. After all, the reason why we tell stories and fairytales is that we are interested in the characters. What is particularly exciting about „Sleeping Beauty” is the search for “the other” and the emancipation of the individual figures. In my production I have dispensed with all the magical and fairytale elements that are usually found in the story, and replaced these magical elements with the magic of the emotions, without losing any of the enchantment of the fairytale. The underlying questions are „Who will wake me from my dream?” and „How do we grow up?” As a male choreographer it is naturally difficult for me to see things from the perspective of a princess, but I have my female dancers who help me with that aspect. For me Sleeping Beauty is a princess who is no longer a child but is not yet a woman. She is constantly told what she must do and what she must not do, and people even want to marry her off to a stranger. But she wants to live her own life on her own terms. She is torn between her family, her fairytale prince, and in this particular case the Carabosse figure, who in my interpretation is an extremely worldly figure who has an unexpected personal relationship to Sleeping Beauty. How much time do you need to sort out all these questions about growing up? 100 years? Or can it be done in the twinkling of an eye, while everyone else appears to be asleep? We often make our decisions in our dreams, and this is what my Sleeping Beauty does. We dream about a solution or a way of fulfilling our desires. The power of these dreams often determines our waking actions. When we dream, our experiences and our wishful thinking become intermingled with our fears and hopes. All that remains to us is to make our wishes come true in reality. And in my case, you don’t have to be wearing patent shoes to do that.

TANZ

2012 | 2013

Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner

DORNRÖSCHEN Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky Musikalische Leitung Marco Comin Choreografie Karl Alfred Schreiner ab 26.1.2013 Reithalle

MINUTEMADE Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters von Mauro Astolfi Georg Reischl Cayetano Soto Jo Strømgren 13.4., 20.4., 27.4. und 4.5.2013

memento mori Uraufführung Ballett in zwei Teilen von Edward Clug und Karl Alfred Schreiner Musik von Luigi Cherubini und Giovanni Battista Pergolesi ab 6.7.2013 Reithalle

Staatsintendant Josef E. Köpplinger www.gaertnerplatztheater.de


dancer’sballet

Festival Österreich TANZT im/at the Festspielhaus St. Pölten

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as Festival Österreich TANZT hat sich längst als Fixpunkt des zeitgenössischen Tanzschaffens in Österreich etabliert und ist seit vielen Jahren im Bewusstsein des St. Pöltner Publikums fest verankert.

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he Österreich TANZT Festival has long been established as a fixed point in the contemporary dance works calendar of Austria and has been firmly anchored in the affections of the audiences at St. Pölten for many years now.

Im Mai 2013 präsentieren die Kuratoren Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov bereits zum fünften Mal ein liebevoll zusammengestelltes und kontrastreiches Festivalprogramm. Auch dieses Jahr wird es während des Festivals wieder eine Reihe von Vermittlungsveranstaltungen geben: Von zahlreichen TanzWorkshops für Jung und Alt in den Bereichen Ballett, Modern Dance, zeitgenössischer Tanz oder Hip-Hop über Weiterbildungsangebote für TanzpädagogInnen und StudentInnen bis hin zu künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum. St. Pölten darf gespannt sein auf vier aufregende Festivaltage, an denen Österreich TANZT Menschen aller Altersgruppen in künstlerische Prozesse einbezieht und die intensive Begegnung mit seinem Publikum sucht.

The curators Manfred Aichinger and Nikolaus Selimov have, for the fifth time now, put together an endearing festival programme, full of contrasts, which will take place in May 2013. There will again be a whole series of interactive events at this year’s festival: from numerous dance workshops for young and old in ballet, modern dance, contemporary dance or hip-hop, through training for dance teachers and students, to artistic interventions in public spaces. St. Pölten has a lot to look forward to: over four exciting days, Österreich TANZT will pull people of all ages into the artistic process and seek to engage audiences in an intensive experience. Österreich TANZT Mi/Wed 15. bis/to Sa/Sat 18. Mai/May 2013 www.festspielhaus.at


balletdancer’s

The Ballets de Monte-Carlo Forthcoming events from January to July ‘13

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The Academy students demonstrate the extent of their talent and provide a glimpse of the dream that they all entertain, to join a major international dance company after their training.

PERFORMANCES IN MONACO

27th to 29th June 2013: The Royal Ballet Monaco Dance Forum co-produced by the Grimaldi Forum The major choreographic event of the summer. The legendary company will perform Manon by McMillan over three days on the stage at the Grimaldi Forum.

he Ballets de Monte-Carlo now incorporating the Ballets de Monte-Carlo Company, the Monaco Dance Forum and the Princess Grace Academy of Dance under a single organisation, presents audiences with the results of its work throughout the season. Creating, training and distributing the choreographic art have therefore become the keywords for dance in Monaco, under the responsibility of Jean-Christophe Maillot.

13th to 17th March 2013 - „Imprévus" Atelier of the Ballets de Monte-Carlo Several times throughout the year, Jean-Christophe Maillot schedules his famous „Imprévus". These shows are performed at the studio, the home of the company and allow the audience to experience the creation process just a few metres from the dancers. 25th to 28th April 2013: The Ballets de Monte-Carlo Company Grimaldi Forum Jean-Christophe Maillot will present his new creation around Fred Astaire for the Ballets de Monte-Carlo.

19th to 21st July 2013: The Ballets de Monte-Carlo Company Opéra Garnier in Monaco The company enhances its repertoire with three new works by Ina Christel Johannessen, Alexander Ekman and Jeroen Verbruggen. www.lesballetsdemontecarlo.com

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LES BALLETS DE MONTE CARLO

16th and 17th May 2013: The Princess Grace Academy Salle Garnier

12th to 14th July 2013: The Ballets de Monte-Carlo Company Opéra Garnier in Monaco With „Vers un Pays Sage” and „Entrelacs”, J-Ch. Maillot continues his objective to move us deeply using gestures that resemble us and bring us together. A young choreographer will also be given the opportunity to work with this fabulous tool of 50 dancers from the company.

JEAN-CHRISTOPHE MAILLOT KREIERT

„VERS UN PAYS SAGE”

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dancer’smodern&contemporary

A fantastic voyage into the mind of the body PAWEL DUDUS, RAFAL PIERZYNSKI TEXT

ROSE BREUSS

Tradition des Tanzens im Schnittpunkt der aktuellen Tanzpraxen am IDA-Institute of Dance Arts der Anton Bruckner Privatuniversität Linz

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n den Heften von Paul Valéry findet sich die Frage über die Empfindungsgestalten des menschlichen Körpers. „Der Arm kennt seine Gebärden und Stöße, die er empfängt - seine Schmerzen, aber nicht seine Bauweise.“ Anders beim Tanzen: Tänzer unternehmen die phantastische Reise in den Körper, in seine „Bauweise“ und damit in den darin enthaltenen Speicher der Erfahrungen/Empfindungen und vermitteln menschliche Körperlichkeiten, seine Beweglichkeit und Aktionsfähigkeit kreativ ihrem Publikum. In den tradierten Tanztechniken und im Repertoire des Tanzens finden sich die Körperspeicher des Tanzens. Gespeichert ist ein Wissen um die „Bauweisen“ des Körpers und um ein tradiertes Tanzvokabular - vermittelt von Tänzern an Tänzer, über ihre Körper und die Tanzgestalten selbst. Der Beitrag des Tanzens zum Wissenskanon der Kulturen ist seine Kenntnis der „physical histories“ der Menschen. Vor dem Hintergrund dieser „physical histories“ und im Schnittpunkt tradierter Tanztechniken mit aktuellen Körpernarrationen ist das IDA-Institute of Dance Arts situiert. IDA – Institute of Dance Arts an der Anton Bruckner Privatuniversität ist seit 2004 als eine führende europäische Universitätsausbildung für zeitgenössischen Bühnentanz (Bachelor- und Masterstudiengänge) akkreditiert. Im Bachelorstudium umfasst die Arbeit am Institut im edukativen Bereich die Ausbildung zum professionellen Tänzer im Rahmen tradierter Tanztechniken wie Ballett, moderne, zeitgenössische und somatische Techniken. Experimentelle Arbeitsweisen, die aktuelle Forschungen über die „Bauweisen“ des Körpers reflektieren, werden als Teil der zu erarbeitenden Handwerklichkeit des Tanzens erachtet. Tanzwissen generiert sich aus medialisierten Formen der Reflexion in Büchern, Filmen, Tanznotationen und zeitgenössischen Medien. Das Masterstudium für zeitgenössischen Bühnentanz bietet eine Plattform für künstlerische Produktion mit dem Ziel, die erlernte Techné/Handwerklichkeit des Tanzens kreativ, künstlerisch und in aktuellen Auseinandersetzungen mit einer heutigen Gesellschaft zu übersetzen. 48

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Das Team am IDA ist international besetzt. Die DozentInnen unterrichten - reflektiert, aktualisiert und in enger Zusammenarbeit untereinander - Tanztechnik und vermitteln Körperlichkeit und Vokabular des Tanzens für Interpretation und Kreation. Ein Spektrum im IDA Repertorie ergibt sich durch die internationalen Tänzerkarrieren der DozentInnen, die das Mandat für Stücke von u.a. Jirí Kylián, Gertrud Bodenwieser, Karin Wähner, Rui Horta und Vincente Saez haben. Neukreationen involvieren die Studierenden kontinuierlich in die zeitgenössischen Prozesse des „Tänze- und Stücke Machens“. Die Studierenden kommen aus verschiedenen Ländern und suchen speziell das IDA Profil, das versierte Technik in Verbindung mit Kreation und Wissen über Funktionalität im Körper und Tanz bietet. Ein reger Erasmusaustausch verbindet das Institut mit den internationalen Tanzuniversitäten und bietet zusammen mit einem inspirierenden Tanznetzwerk mit professionellen Tanzcompagnien die Möglichkeit, Brücken in eine internationale Karriere zu bauen. Das akademisch anerkannte Universitätsstudium für Tanz ermöglicht Tänzern eine aktive Bühnenkarriere und schafft auch bei Beendigung der aktiven Bühnenkarriere Voraussetzungen für eine weitere akademische Karriere bzw. für Studien an Universitäten anderer Fachrichtungen. Profilbildend für IDA ist weiters, dass Pädagogik ebenso wie die künstlerische Tanzproduktion als kreativer Akt gelehrt wird. In einer engen Zusammenarbeit mit der Tanzcompanie C.O.V. / Cie. Off Verticality (von lokalen, nationalen und internationalen Körperschaften bzw. Institutionen unterstützt) werden Produktionen „auf die Beine gestellt ”. Mittlerweile konnte sie durch eine sehr gute lokale Unterstützung (u.a. Tabakwerke Linz, Spinnerei Traun) und viele Festivals (Salzkammergut Festwochen Gmunden, Bregenzer Festspiele, OdeonTanz, Leipzig Westflügel, Le Cuvier Bordeaux, Staatsballett Berlin etc.) etabliert werden. Die Vielfalt des „Tänzer Seins“ spiegelt sich in allen professionellen Schattierungen.


ANTON BRUCKNER PRIVATUNIVERSITÄT FÜR MUSIK, TANZ UND SCHAUSPIEL/ FOTOS

ANDREA MARIA HANDLER

MALWINA STEPIEN

Dance tradition at the focal point of current dance practice at the IDA-Institute of Dance Arts at the Anton Bruckner Private University of Linz

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n the notebooks of Paul Valéry there is a question about the human body’s forms of feeling. „The arm knows what gestures it can make and is aware of the knocks it receives – it knows the pain it feels, but not the way in which it is constructed.” It is different with dancing: dancers undertake a fantastic voyage into the body, into its „structure”, and thus into the store of experiences/feelings that are contained in the body, and they creatively convey to the audience the physicalities of the human body, its flexibility and its capacity for action.

Traditional dance techniques and the dance repertoire are where the dance „body store” is to be found: a store filled with knowledge about the “structures” of the body and about a traditional vocabulary of dance – passed on by dancers to dancers, about their bodies and about dance forms themselves. The contribution made by dancing to the cultural canon of knowledge is its knowledge of the „physical histories” of human beings. It is against the background of these „physical histories” that the IDA – Institute of Dance Arts is situated, at the point where traditional dance techniques intersect with actual „body narratives”. IDA – Institute of Dance Arts at the Anton Bruckner Private University has been accredited as one of Europe’s leading university training grounds for contemporary stage dance since 2004 (offering Bachelor of Arts and Master of Arts courses). In the BA course, the educational work at the Institute covers the following: training as a professional dancer in the context of traditional dance techniques such as ballet, and modern, contemporary and somatic techniques. Experimental methods which reflect current research about the „structures” of the body are seen as part of the dancing skills that have to be acquired. Dance knowledge is generated from medialised forms of reflection in books, films, dance notations and contemporary media. The Master’s course for contemporary stage dance offers a platform for artistic production, the aim being to translate what has been learned in terms of dance technique/skills in a creative and artistic way that addresses the concerns of modern society.

The team at IDA is international. The teaching staff, working in a thoughtful and constantly updated close collaboration with each other, teach dance technique and convey the physicality and vocabulary of dancing as far as interpretation and creativity are concerned. A broad range in the IDA repertoire is provided by the international dance careers of the staff, who can command pieces from choreographers such as Jirí Kylián, Gertrud Bodenwieser, Karin Wähner, Rui Horta and Vincente Saez. New works involve the students on a continuing basis in the contemporary processes of „creating dance and creating pieces”. The students come from various countries and are specifically looking for the IDA profile, which offers a secure technical basis in combination with creativity and a knowledge of functionality in the body and in dance. A lively exchange of Erasmus students links the Institute with international dance universities and, in combination with an inspiring network involving professional dance companies, offers the possibility of creating pathways into an international career. The academically recognised university course in dance provides dancers with the possibility of an active stage career and also with the necessary qualifications for a further academic career or for university study in other specialist spheres once their active stage career is over. A further aspect of the IDA profile is that education as well as artistic dance production are taught as a creative act in the same way. In a close collaboration with the dance company C.O.V. / Cie. Off Verticality (supported by local, national and international corporations and institutions), IDA puts on dance productions. It has now become established as a result of very good local support (Tabakwerke Linz and Spinnerei Traun, to name just two) and many festivals (Salzkammergut Festwochen Gmunden, Bregenzer Festspiele, OdeonTanz, Leipzig Westflügel, Le Cuvier Bordeaux, Berlin State Ballet, etc.). The multi-faceted nature of „Being a Dancer” is reflected in all professional nuances. 1/2013

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RICHARD KIRCHNER

modern&contemporarydancer’s


modern&contemporarydancer’s

Körper, Religion und Dialog in Tanz und Performance Body, religion and dialogue in dance and performance

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eit Saisonstart im Herbst 2012 zieht sich das Spannungsfeld von Körper und Religion wie ein roter Faden durch den Spielplan des Tanzquartier Wien. Mit der nächsten Ausgabe des künstlerisch-theoretischen Parcours SCORES, wendet sich dieses Thema seinem Programmhöhepunkt zu: In SCORES No 6: on addressing wird der (tanzende) Körper im Zentrum eines Denkens des Religiösen und eines damit verbundenen Handelns platziert. Von 16. bis 19. Jänner beschäftigen sich die eingeladenen KünstlerInnen und TheoretikerInnen in Performances und Vorträgen mit Themen der Religiosität, Körperlichkeit und Bewegung. Mit Beiträgen von Ulrich Bielefeld, Bruce Fergusen, fuckhead, Lee Meier, Ali Moini, Radhouane El Meddeb, Thomas Lebrun, Jalal Toufic, Nelisiwe Xaba u.a. Mit einer Körperlichkeit ganz anderer Art setzt sich der deutsche Choreograph Raimund Hoghe auseinander: in seinem neuen Stück, das am 8. und 9. Februar am Tanzquartier Wien zu sehen ist, steht der Pas de deux - Sinnbild von Formvollendung und Technik - im Zentrum. Gemeinsam mit dem japanischen Tänzer Takashi Ueno erkundet er in einem Bewegungsdialog Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Alters, der Körper, der Herkunft, der Lebenswege und der Erinnerungen dieses ungleichen Paares. Ein Pas de Deux, in dem Hoghe seine unverwechselbare choreographische Sprache entfaltet und sich dem Spektakulären mit Poesie und einer eindrücklichen Aufmerksamkeit für das Menschliche widersetzt. Ihre Biografie und persönliche Geschichte thematisiert die Choreographin Christine de Smedt am 22. und 23. Februar. Aber was ist das Persönliche? Für ihre Arbeit interviewte sie Jonathan Burrows, Alain Platel, Xavier Le Roy und Eszter Salamon über ihr jeweiliges Verhältnis zwischen Leben und Arbeit , vier ChoreographInnen die den gegenwärtigen zeitgenössischen Tanz maßgeblich prägten. Sie eignet sich die Geschichte, Worte und Gesten der Interviewpartner an und fügt ihre eigene Biografie hinzu. Christine De Smedt steht in Untitled 4 allein auf der Bühne mit einer Performance, die die Sehnsucht nach Autorschaft ausdrückt, während sie diese gleichzeitig abgibt.

SCORES No 6: on addressing Mi/Wed 16. - Sa/Sat 19. Jänner/January in/at TQW / Studios und/and TQW / Halle G RAIMUND HOGHE (D) Pas de deux Fr/Fr 8. + Sa/Sat 9. Februar/February, 20.30 h in/at TQW / Halle G

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ROSA FRANK

CHRISTINE DE SMEDT (BE) / les ballets C de la B Untitled 4. 4 choreographic portraits Fr/Fr 22. + Sa/Sat 23. Februar/February, 20.30 h in/at TQW / Halle G Tickets + Infos: Mo/Mon - Fr/Fr 9.00 - 20.00 h, Sa/Sat 10.00 – 20.00 h (feiertags geschlossen/closed on holidays) T: +43-1-581 35 91, E: tanzquartier@tqw.at www.tqw.at (Online-Tickets mit/at print@home-Service)

RAIMUND HOGHE, TAKASHI UENO IN „PAS DE DEUX”

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ince the start of the autumn 2012 season, the interplay between body and religion has run like a red thread through the Tanzquartier Wien schedule. With the sixth edition of the „artistic-theoretical parcours” SCORES, this theme nears its programmatic high point: In SCORES No 6: on addressing, the (dancing) body is placed at the centre of a discussion about the religious and about the actions associated with it. In performances and talks between 16 and 19 January, invited artists and theoreticians will be addressing the topics of religiosity, physicality and movement. With contributions from Ulrich Bielefeld, Bruce Fergusen, fuckhead, Lee Meier, Ali Moini, Radhouane El Meddeb, Thomas Lebrun, Jalal Toufic, Nelisiwe Xaba and others. Physicality of a very different kind is the subject matter of the new work by the German choreographer Raimund Hoghe, which is to be performed at Tanzquartier Wien on 8 and 9 February, and in which the Pas de Deux - the symbol of perfection of form and technique - stands at the centre. Together with the Japanese dancer Takashi Ueno, Raimund Hoghe uses a dialogue of movement to explore the common features and the points of difference of the age, bodies, origins, life journeys and memories of this dissimilar couple. This is a Pas de Deux in which Hoghe develops his distinctive choreographic language and turns away from the spectacular with a poetic approach combined with an impressive concern for what makes us human. On 22 and 23 February, the choreographer Christine de Smedt turns to her biography, her own personal history. But what does „personal” mean? For her work she has interviewed Jonathan Burrows, Alain Platel, Xavier Le Roy and Eszter Salamon, four choreographers who have left their own mark on present contemporary dance, about the relationships between their lives and their work. She has taken the life stories, words and gestures of her interviewees and added details from her own life. In Untitled 4, Christine De Smedt stands alone on the stage in a performance which expresses the desire for an authorship which she simultaneously surrenders. 1/2013

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Tanztage ‘13

im Posthof at Posthof

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n das Universum der zeitgenössischen Tanzszene entführt das traditionsreiche Linzer Festival im Frühjahr wieder mit vier spektakulären Produktionen internationaler Companies. Zum Start der TanzTage 2013 am 5. März gastieren Garry Stewart und sein Australian Dance Theatre für die Österreich-Premiere von „Proximity” in Linz. In dem Stück geht es darum, wie wir die Welt und uns selbst wahrnehmen: Die Tänzer fotografieren sich gegenseitig live, ihre Aufnahmen sind auf drei riesigen Bildschirmen zu sehen. „Eines von Stewarts stärksten Stücken”, so „Dance Australia” über den Mix aus zeitgenössischem Tanz und modernster Bildtechnologie. Aus dem Aufeinandertreffen von Arnold Schönbergs spätromantischem Frühwerk und der Virtuosität Vivaldis schlägt der Schweizer Philippe Saire ungeahnte Funken für das Stück „Verklärte Nacht”. Eine neue Form des Zwiegesprächs zwischen Tanz und Musik, voller Phantasmagorien und rätselhafter, packender Bilder - Österreich-Premiere am 9. März! Gar zur Überwindung von Körper und Geist, Tanzen und Denken treibt StarChoreograph Wayne McGregor die Tänzer der Random Dance Company für sein neues, herausforderndes Stück „FAR” zwischen archaischem Ritual und High Tech an. „Wenn jemand aus der Ballettszene den Anspruch erheben kann, ein Rockstar zu sein, dann McGregor”, meint die New York Times über den vielfach preisgekrönten, britischen Choreographen. "FAR" ist am 20. März im Posthof zu sehen. Und mit der Österreich-Premiere von gleich zwei Stücken („Mama Call” / „Pupil Suite”) präsentiert sich Gallim Dance am 5. April: Die New Yorker Company glänzt durch fulminanten Körpereinsatz, überbordende Lebensfreude und überraschende Einfälle. Auf immer wieder verblüffende Weise feiern Choreografin Andrea Miller und ihr frisches Ensemble die Verrücktheit der Imagination und die Ekstase des Augenblicks. Karten: www.posthof.at

Di. 05. März // Österreich-Premiere

Australian Dance Theatre (AUS): Proximity Sa. 09. März // Österreich-Premiere

Compagnie Philippe Saire (CH): Verklärte Nacht Mi. 20. März

Wayne McGregor / Random Dance (GB): FAR Fr. 05. April // Österreich-Premiere

Gallim Dance (USA): Mama Call / Pupil Suite Sa. 16. März // Uraufführung

Natascha Wöss Do. 18. April // Uraufführung

Doris Jungbauer & Tanja Brandmayr Fr. 26. April

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TanzHafenFestival

Motiv: Australian Dance Theatre | Foto: Chris Herzfeld

Alle Veranstaltungen: Num. Sitzplätze, Beginn 20:00 Uhr

Posthof - Zeitkultur am Hafen | Posthofstr. 43 | A-4020 Linz | www.posthof.at Karten erhältlich an der Posthof-Kasse (Di.-Fr. 15:00-19:00 Uhr) unter Tel. ++43 / 732 / 78 18 00 sowie in jeder Zweigstelle der Bank Austria Creditanstalt.

n the universe of the contemporary dance scene, one of the very brightest stars is the traditional Linz Festival in spring, which this year will enthral audiences with four spectacular productions from international dance companies. Garry Stewart and his Australian Dance Theatre will kick off the TanzTage 2013 on 5 March with the Austrian premiere of „Proximity” in Linz. This piece is all about how we perceive ourselves and the world around us: the dancers take live photographs of each other, and their photos are displayed on three huge screens. „One of Stewart’s most powerful pieces,” was the view of „Dance Australia” on the surprising mix of modern dance and ultra-modern graphics technology. Unforeseen sparks fly when the Swiss choreographer Philippe Saire juxtaposes some of the late romantic early work of Arnold Schönberg with the virtuosity of Vivaldi in the piece „Verklärte Nacht”. A new form of dialogue between dance and music, full of phantasmagoria and puzzling, enthralling images – the Austrian premiere is on 9 March! For his new and challenging piece „FAR”, which lies somewhere between archaic ritual and high tech, star choreographer Wayne McGregor pushes the dancers of the Random Dance Company to a point beyond the constraints of body and spirit, dance and thought. „If anyone in the world of ballet can claim to be a rock star, then McGregor can”, wrote the New York Times about the multi-awardwinning British choreographer. „FAR” can be seen on 20 March at the Posthof. Gallim Dance will be premiering two pieces in Austria on the same day on 5 April: „Mama Call” and „Pupil Suite”. The New York company sparkles with brilliant body movement, exuberant joie-de-vie and surprising and witty ideas. In ways that never cease to astound, choreographer Andrea Miller and her youthful ensemble celebrate the kookiness of the imagination and the ecstasy of the here and now. Tickets: www.posthof.at


modern&contemporarydancer’s

East meets west Tanzfestival Bregenzer Frühling 2013 / Bregenz Spring Festival 2013 egweisende Choreographien, allesamt österreichische Erstaufführungen, sind beim Tanzfestival Bregenzer Frühling 2013 zu sehen. Eröffnet wird das Tanzfestival 2013 vom Australian Dance Theatre mit der neuesten „breathtaking“ Choreographie „Proximity“ („Nähe“) eine atemberaubende Erkundung zum Thema eine atemberaubende Erkundung zum Thema Perspektive und visuelles Verständnis. Was passiert, wenn Hip-Hop auf neoklassische Virtuosität trifft? Dahinter steht kein Geringerer als Mourad Merzouki, der Begabteste unter den französischen Choreographen aus der Urban Dance Bewegung, der mit „Yo Gee Ti“ („Organisch“) einen französisch-taiwanesischen „Tanz-Blockbuster“ geschaffen hat. Die São Paulo Companhia de Dança steht an der Spitze der besten lateinamerikanischen Tanzensembles. Den Abschluss bildet Saburo Teshigawara, der zu den renommiertesten Tanzkünstlern weltweit zählt und zum ersten Mal mit seinem Ensemble KARAS beim Bregenzer Frühling gastiert. Das aktionstheater ensemble bringt mit „Werktagsrevolution“ wieder eine Uraufführung unter der Regie von Martin Gruber auf die Bühne des Festspielhauses.

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Wochenende für die Sinne Bereits ab EUR 127,- pro Person wird ein Wochenende für die Sinne geboten: ein Ticket, VIP-Shopping mit Preisvorteil in der Wolford-Boutique inkl. Lunch und Überraschungsgeschenk von Wolford sowie eine Übernachtung in einem ****Hotel in Bregenz. Reservierung: Bodensee-Vorarlberg Tourismus, Telefon: 05574/43443-0, office@bodensee-vorarlberg.com, www.bodensee-vorarlberg.com

A weekend for the senses For as little as EUR 127,- per person, you can enjoy a weekend that will delight your senses: a ticket, VIP shopping at specially reduced prices at the Wolford Boutique including lunch and a surprise gift from Wolford, plus an overnight stay in a 4-star hotel in Bregenz. Booking: Bodensee-Vorarlberg Tourist Office, telephone: 05574/43443-0, office@bodensee-vorarlberg.com, www.bodensee-vorarlberg.com

FOTOS

CHRIS HERZFELD, MICHEL CAVALCA, WILIAN AGUIA

AUSTRALIAN DANCE THEATRE/GARRY STEWART

railblazing works of choreography – all being performed for the first time in Austria – are to be seen at the Bregenz Dance Festival in spring 2013. The 2013 festival will open with the Australian Dance Theatre performing a brand new work „Proximity”, described as a „breathtaking” exploration of the subject perspective and visual understanding. What happens when hip-hop meets neoclassical virtuosity? Providing the answer is no less a figure than Mourad Merzouki, the most talented of the French choreographers to emerge from the Urban Dance movement, who has created a French-Taiwanese „dance blockbuster” with his „Yo Gee Ti” („Organic”). The São Paulo Companhia de Dança is among the very best of the Latin American dance ensembles. The finale is provided by Saburo Teshigawara, one of the world’s best known dance artists, who is appearing for the first time as a guest artist at the Bregenz Spring Festival with his ensemble KARAS. The aktionstheater ensemble will be giving another world premiere at the Festspielhaus, „Werktagsrevolution” [„Work Day Revolution”], directed by Martin Gruber.

CCV CRETEIL ET WAL-DE-MARNE / COMPAGNIE KÄFIG / M.MERZOUKI

Programm Bregenzer Frühling 2013 / Programme Bregenz Spring Festival 2013 Fr. 1. und Sa. 2. März 2013 / Fr. 1 and Sat. 2 March 2013 Australian Dance Theatre / Garry Stewart: „Proximity“ (Ö-Premiere / A - first performance) Fr. 12. und Sa. 13. April 2013 / Fr. 12 and Sat. 13 April 2013 aktionstheater ensemble „Werktagsrevolution“ (UA - world premiere) Fr. 26. April 2013 / Fr. 26 April 2013 CCN Créteil et Val-de-Marne / Compagnie Käfig / Mourad Merzouki „Yo Gee Ti“ (Ö-Premiere / A - first performance) Sa. 4. Mai 2013 / Sat. 4 May 2013 São Paulo Companhia de Dança „Gnawa / Inquieto / N.N.“ (Ö-Premiere / A - first performance) Fr. 24. Mai 2013 / Fr. 24 May 2013 Saburo Teshigawara + KARAS „SKINNERS – dedicated to evaporating things“ (Ö-Premiere / A - first performance)

SAO PAULO DOMPANHIA DE DANCA

Alle Aufführungen finden im Festspielhaus Bregenz um 20 Uhr statt. Termin- und Programmänderungen vorbehalten. / All performances will take place at the Bregenz Festspielhaus at 8 p.m. Dates and programmes subject to alteration. Kartenvorverkauf / Advance ticket sales: www.v-ticket.at Bregenz Tourismus & Stadtmarketing Rathausstr. 35a, 6900 Bregenz, Austria, Tel.: +43 (0)5574/4080, tourismus@bregenz.at Detaillierte Infos unter / Detailed information at: www.bregenzerfruehling.at Eine Veranstaltung des Bregenzer Kunstvereins mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Bregenz, Land Vorarlberg, Schoellerbank, illwerke vkw, i+R Schertler, Wolford, Casinos Austria, VN / A Bregenz Arts Association event, kindly supported by: City of Bregenz, Province of Vorarlberg, Schoellerbank, illwerke vkw, i+R Schertler, Wolford, Casinos Austria, VN

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dancer’sballet

Fredrik Rydman’s

Swan Lake Reloaded 26.02. - 03.03.2013 Wien Museumsquartier, Halle E

Mit Beats unterlegt, gesamplet, verfremdet: Ähnlich der Handlung erfährt auch die berühmte Musik Tschaikowskys einen Neuanstrich. Neben den „Remixen“ angesagter schwedischer 54

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Hinter dem Projekt steht der schwedische Choreograph, Tänzer und Produzent Fredrik Rydman. Als Mitglied der StreetdanceCompagnie „Bounce“ feierte er europaweit Erfolge und begann mit Shows wie „Insane in the Brain“ (einer Inszenierung von „Einer flog über das Kuckucksnest“), was er nun mit „Swan Lake Reloaded“ perfektioniert hat: Eine komplexe Handlung mit modernen tänzerischen Mitteln ausdruckstark und bildgewaltig darzustellen. Für die Stockholmer Uraufführung von „Swan Lake Reloaded” hat der Choreograph und künstlerische Leiter ein 10köpfiges Tanzensemble zusammengestellt, zu dem neben ehemaligen „Bounce“-Mitstreitern wie Daniel Koivunen (Rotbart) oder Robert Malmborg (Siegfried) renommierte Breakdancer wie Fredrik „Kaos“ Wentzel gehören. Spektakulär ist das aufwändige Lichtdesign, das in vielen kleinen Details die Handlung wirksam unterstützt.

MATS BÄCKER

Die bekannte Geschichte um Prinz Siegfried und die schöne Odette ist in die Moderne transportiert. Die Schwäne sind, gekleidet in weißem Pelz, heroinabhängige Prostituierte. Rotbart, der sich als Zuhälter und Drogendealer die Macht über seine Umgebung verschafft, versorgt die Schwäne mit dem begehrten Stoff. Als sich zwischen dem Schwan Odette und Prinz Siegfried eine zarte Romanze entwickelt, versucht der finstere Rotbart mit allen Mitteln, die Liebe der beiden zu unterbinden. Denn nur diese Liebe kann Rotbarts bösen Bann brechen. In einem Umfeld aus Lug und Trug, Schein und Verlockung müssen die beiden etliche Hindernisse überwinden, die ihren Glauben an die eigene Urteilskraft nachhaltig erschüttern.

Electro-Produzenten bilden eigens für die Show komponierte Songs u.a. von Moneybrother, Salem Al Fakir oder Adiam Dymott eine besondere Soundkulisse für die Geschichte von Liebe und Gier, Abhängigkeit und Täuschung. Dazu eine Tanzchoreographie, die mit ihren modernen Streetdance Elementen perfekt die Handlung widerspiegelt. Beeindruckend sind die roboterartigmechanischen Tanzbewegungen der Schwäne, die atemberaubenden Headspins während der Ballszene oder die diabolisch kühle Performance von Rotbart. Über Zeit und Raum verfügend lässt er Tänzer nach seinem Willen mal in Slow Motion, dann wieder in hektischem Breakdance tanzen.

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chwanensee“ - der Inbegriff des Balletts. Seit der Uraufführung 1895 war Tschaikowskys Meisterwerk stets Inspiration und Herausforderung für Generationen von Choreographen und Regisseuren. Eine völlig neue Facette fügt nun Fredrik Rydmans „Swan Lake Reloaded“ dem klassischen Stoff hinzu. Hochkultur und Entertainment verschmelzen zu einem überwältigenden audiovisuellen Gesamtkunstwerk und machen „Swan Lake Reloaded“ zu einer der spektakulärsten Inszenierungen der jüngeren Vergangenheit.


THE SHOW REVOLUTION

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wan Lake” – the quintessential ballet. Since its first performance in 1895, Tchaikovsky’s masterpiece has been a constant inspiration and challenge for generations of choreographers and directors. Fredrik Rydman’s „Swan Lake Reloaded” now adds an entirely new facet to the classical ballet. High culture and entertainment merge into an overwhelming audiovisual „total work of art”, making „Swan Lake Reloaded” one of the most spectacular productions of recent times.

P R E S E N T S T H E N E W E S T C R E AT I O N MOMENTUM

11. - 15.09.2013 WIEN MuseumsQuartier Halle E

DIE

ES NEU

The well known story of Prince Siegfried and the beautiful Odette is transported to modern times. The swans, dressed in white fur, are heroin-addicted prostitutes. Rotbart, who as pimp and drug dealer has gained power within his neighbourhood, supplies the swans with the substance they crave. When a tender romance develops between the swan Odette and Prince Siegfried, the sinister Rotbart tries with all means at his disposal to put a stop to their love, which is the only thing that can break Rotbart ’s evil spell. In an environment full of lies and deception, shams and temptations, the pair have to overcome a number of obstacles which permanently shatter their faith in their own power of judgement. Underlaid with beats, sampled, alienated: like the action, Tchaikovsky’s famous music is given a whole new look. In addition to „remixes” by hot Swedish electronic music producers, songs specially composed for the show by musicians such as Moneybrother, Salem Al Fakir and Adiam Dymott create special „sound scenery” for this story of love and lust , dependency and deception. The music is matched by choreography which with its modern street dance elements perfectly reflects the action. Particularly striking are the robot-like mechanistic dance movements of the swans, the breathtaking headspins during the ball scene and the chillingly evil performance by Rotbart. Commanding time and space, he has the dancers move according to his will, now in slow motion, now in a hectic breakdance. The man behind the project is the Swedish choreographer, dancer and producer Fredrik Rydman. As a member of the street dance company „Bounce” he has enjoyed success all over Europe, starting with shows like „Insane in the Brain” (a stage production of „One Flew over the Cuckoo’s Nest ”), and achieving a new level of perfection with „Swan Lake Reloaded”: the strongly expressive and powerfully visual representation of a complex story using modern dance methods. For the Stockholm world premiere of „Swan Lake Reloaded” the choreographer and artistic director put together an ensemble of 10 dancers including former „Bounce” colleagues such as Daniel Koivunen (Rotbart) and Robert Malmborg (Siegfried) as well as famous breakdancers like Fredrik „Kaos” Wentzel. A spectacular feature is the sophisticated lighting design, which effectively supports the action in many small details.

Tickets sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie über oeticket unter www.oeticket.com oder telefonisch unter 01/96096 erhältlich. Tickets can be obtained at all known advance sales outlets and via oeticket at www.oeticket.com or by telephoning 01/96096.

HOW

Collien Konzert und Semmel Concerts präsentieren:

RASTA THOMAS´

22.01.-03.02.2013 WIEN MuseumsQuartier Halle E

starring BAD BOYS OF DANCE

FR EDR IK RY DM A N’S

Tchaikovsky meets

Streetdance

R ELOA DED

26.02.-03.03.2013 WIEN MuseumsQuartier Halle E

DDIEIE GRÖSSTEN GRÖÖSSTEN MUSICAL-HIGHLIGHTS MUSICAL-HIGHHLIIGHTTS MIT TOP-SOLISTEN AUS LONDON WEST END UND WIEN

ÜBER 2 MILLIONEN BEGEISTERTE BESUCHER HER WELTWEIT! 17. & 18.02.2013 WIEN Stadthalle F

DAS ERFOLGREICHSTE SHOW-EREIGNIS DER GEGENWART! - MICHAEL FLATLEY TRITT NICHT PERSÖNLICH AUF -

08. & 09.12.2013 WIEN Stadthalle F

DIE SHOWSENSATION AUS DEN USA präsentiert

GETANZTE TRÄUME AUS SCHATTEN UND LICHT!

26.03.-31.03.2013 WIEN MuseumsQuartier Halle E


dancer’smusical

Musical an der Volksoper Wien Musical at Vienna Volksoper

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b vielgeliebter Klassiker oder neu entdeckter Publikumshit: Mit vier absoluten Musicalhighlights beweist die Volksoper Wien auch im neuen Jahr, dass sie das erste Haus für mitreißende Broadwayunterhaltung ist! Vor mehr als einem halben Jahrhundert hat das Musical begonnen, sich auch die Herzen der Wienerinnen und Wiener zu erobern. Dabei war es die Volksoper, die als erstes Wiener Haus der Broadwaykunst eine Bühne bot und aus deren Spielplan die Meisterwerke des Genres seitdem nicht mehr wegzudenken sind. Neben Operette, Oper und Ballett ist das Musical längst Stütze des Spielplans des Hauses geworden - und zu einer vom Publikum besonders geliebten! Begonnen hat alles mit Cole Porters „Kiss Me, Kate“, das 1956 den Siegeszug des Musicals hierzulande einläutete. „Triumphaler Erfolg“, mit solchen Jubelmeldungen wurde es sofort begrüßt. Ähnlich begeistert waren die Reaktionen, als das Werk im Oktober zurück auf den Spielplan kam. Genau 17 Jahre nach der letzten „Kate“-Produktion an der Volksoper zeigte Regisseur Bernd Mottl, dass diese „Widerspenstige“ - auf Shakespeares großartiger Komödie basiert das Musical noch längst nicht gezähmt ist, sondern das Publikum auch heute noch mit Witz, Charme und überschäumender Energie begeistern kann. Zusatzvorstellungen ob des großen Erfolges sorgen nun dafür, dass den über 330 Vorstellungen von „Kiss Me, Kate“ an der Volksoper bis 2. Februar 2013 noch viele weitere folgen werden.

ROBERT MEYER, SIGRID HAUSER FOTO

BARBARA PÁLFFY / VOLKSOPER WIEN

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Ein weiteres Lieblingsstück des Musicalpublikums steht im Jänner und Februar 2013 wieder auf dem Programm des Hauses: „My Fair Lady“. Kein Wunder, dass die Wiener dieses Werk besonders lieben, war sein Schöpfer doch der Sohn eines Wiener Operettentenors: Frederick Loewe. Seine Melodien wie „Es grünt so grün“ oder „Ich hätt' getanzt heut' Nacht“ verzaubern auch heute noch das Publikum, wenn Professor Higgins das mittellose Blumen-


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mädchen Eliza Doolittle in eine Dame der Gesellschaft verwandelt. Wenn „Kiss Me, Kate“ und „My Fair Lady“ zu den guten, alten Freunden des Musicalpublikums gehört, dann kehrt im April und Mai eine Produktion zurück auf den Spielplan der Volksoper, die man als erfreuliche neue Bekanntschaft bezeichnen kann: Stephen Sondheims „Die spinnen, die Römer!“ Die auf allen 21 Komödien des Plautus basierende Farce ist mit ihrer aberwitzigen Geschichte und den umwerfend komischen Songs das meistgespielte Werk der lebenden Broadwaylegende Sondheim und sorgte auch an der Volksoper für ein stets ausverkauftes Haus. In der turbulentüberdrehten Regie von Werner Sobotka setzte schon in der Premiere Volksoperndirektor Robert Meyer als Sklave Pseudolus Himmel und Hölle in Bewegung, um seine Freiheit zu erlangen. In den fünf Vorstellungen bis 14. Mai wird er als Held dieser „Sandalenoper“ wieder dafür sorgen, dass gilt, was die „Kronen Zeitung“ über die Aufführung schrieb: „Wollen Sie lachen ohne dafür in den Keller zu gehen? Dann kommen Sie in die Volksoper.“ Viel zu lachen gibt es auch in Leonard Bernsteins „Candide“, nicht zuletzt durch die deutschen Zwischentexte des großartigen Loriots, die von Robert Meyer als Erzähler kongenial dargeboten werden. Wie schon bei der Premiere sorgt auch in den drei Vorstellungen im Jänner 2013 ein großartiges Ensemble rund um Stephen Chaundy, Jennifer O’Loughlin, Kim Criswell und vielen anderen dafür, dass niemand im Zuschauerraum auf die Idee kommt, ein „nur“ vor die gezeigte konzertante Version zu setzen!

musical, alongside operetta, opera and ballet, has long been a cornerstone of the Volksoper’s programmes - and one that is particularly loved by the public. It all began with Cole Porter’s „Kiss Me, Kate”, which in 1956 heralded in the arrival of the musical in these parts. „A triumphant success” raved the critics immediately following its premiere. There was a similarly enthusiastic reaction to its return to the programme in October. Exactly 17 years after the last „Kate” production at the Volksoper, director Bernd Mottl has shown us that this shrew is far from tamed (the musical is based on Shakespeare’s splendid comedy), and that with its wit, charm and ebullient energy it can still delight audiences today. As a result of its huge success, additional performances have now been scheduled, ensuring that the run of 330 performances of „Kiss Me, Kate” to 2 February 2013 at the Volksoper will be followed by many more.

If „Kiss Me, Kate” and „My Fair Lady” can be counted as familiar old friends of musicalgoers, then a production which is returning to the Volksoper stage in April and May could perhaps be deemed a delightful new acquaintance: Stephen Sondheim’s „A Funny Thing Happened on the Way to the Forum”. The farce, which is based on all of Plautus’ 21 comedies, has a side-splittingly funny plot and delightful songs. It is the mostperformed piece written by the living Broadway legend Sondheim, and every performance has been sold out at the Volksoper. In Werner Sobotka’s tumultuous and highly-charged production, Volksoper Director Robert Meyer, playing the slave Pseudolus, moves heaven and hell from the very first performance to try to earn his freedom. In the five performances up until 14 May he will prove again, as the hero of this „sandal opera”, that the „Volksoper becomes a forum of fun, farce and fine melodies”, as the Austrian newspaper „Kronen Zeitung” proclaimed.

Another favourite of fans of the musical is on the programme in January and February 2013: „My Fair Lady”. It is no surprise that the Viennese public love this piece so much - it was created by Frederick Loewe, the son of a Viennese tenor who made his name in operetta. Melodies such as „The rain in Spain” or „I could have danced all night ” still enchant audiences today, as does the story of how Professor Higgins transforms the penniless flower-seller Eliza Doolittle into a society lady.

There will also be a lot of laughter for Leonard Bernstein’s „Candide”, not least because of the German narrative created and inserted by the great comedian Loriot and fittingly delivered by Robert Meyer as the Narrator. As was the case with the premiere, a fantastic cast including Stephen Chaundy, Jennifer O’Loughlin, Kim Criswell and many more will ensure, in the three performances during January 2013, that no-one in the audience thinks of inserting „only a” in front of the concertante performance!

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hether with a much-loved classic or a newly-discovered hit - in the New Year, the Vienna Volksoper, with four out-and-out highlights from the world of musicals, will prove once again that it is the home of rousing Broadway entertainment! It was over half a century ago that musicals began to win the hearts of the Viennese public. And it was the Volksoper that was first in Vienna to put the artistry of Broadway on show; since then, a season without at least one masterpiece of the genre has been simply unthinkable. The KATHARINA STRASSER, HERBERT FÖTTINGER FOTO

DIMO DIMOV / VOLKSOPER WIEN

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Der Tanz „Herde hüten in der mongolischen Steppe” symbolisiert das tägliche Leben der Mongolen, welches Shen Yun in einer ihrer letzten Shows ausdrucksstark darstellte. Inspiriert von den mongolischen Reitern tanzen die Künstler wie auf gallopierenden Pferden reitend, schwungvoll über die Bühne - wie über die Weiten der mongolischen Graslandschaften. Dieser hochenergetische Tanz spiegelt die Naturverbundenheit des mongolischen Nomadenvolkes wieder und stößt auf große Begeisterung unter den Zuschauern.

Es ist genau diese kulturelle Vielfalt, dieses Kulturerbe, das Shen Yun Performing Arts aus New York im Zuge ihrer Europatournee 2013 nach Wien bringt. Die Mission von Shen Yun ist es, die traditionelle chinesische Kultur wieder zu beleben. Neben klassischen chinesischen Tanz zeigt Shen Yun auch eine breite Palette an Tänzen und Volkstänzen verschiedener ethnischen Gruppen.

Durch die farbenprächtigen Kostüme sind Shen Yuns ethnische Tänze besonders herausragend. Traditionelle Kleider und Kopfschmuck verkörpern die Einzigartigkeit der Lebensumgebung und Kultur jeder ethnischen Gruppe.

Diese ethnischen Tänze wurzeln im täglichen Leben der verschiedenen Volksgruppen und werden bei Festen und religiösen Ritualen zelebriert und sind eine Darstellung von Bräuchen und Geschichten.

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Ein Kostüm, an das man sich gern erinnert, erschien in dem Stück „In einem Miao Dorf” in Shen Yuns Darbietung im Jahr 2010. In diesem Stück tragen weibliche Tänzerinnen den reich verzierten Silberschmuck der Miao, auch genant die ethnische Gruppe der Hmong. Für diese ethnische Gruppe symbolisiert Silber „Erfolg”, und es wird geglaubt, daß es die Kraft besitzt böse Geister zu ver-

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hina ist wohl nicht das erste Land, daß einem in den Sinn kommt, wenn von kultureller Vielfalt die Rede ist, aber das sollte es. Neben der ethnischen Gruppe der Han, die die Mehrzahl in China bildet, gibt es noch 55 verschiedene kleinere ethnische Gruppen, die den Rest der chinesischen Bevölkerung ausmachen. Die Wurzeln vieler dieser ethnischen Gruppen liegen tausende von Jahren zurück. Jede davon besitzt ihre eigenen Traditionen, Sprachen, Lieder und Tänze.

SHEN YUN PERFORMING ARTS

Tänzerische Vielfalt/Dancing Diversity


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treiben. Traditionell tragen die Miao Frauen von Kopf bis Fuß zirka 15 Kilo Silberschmuck. Beim Tanzen mit diesem aufwendigen Kopfschmuck, den Halsketten, Armbändern und Ohrringen wird ein helles Schellen erzeugt , das das Stück zu einem Publikumsliebling gemacht hat. Bei diesen ethnischen Tänzen werden verschiedene Requisiten verwendet - von den Hüfttrommeln der Han über die „Blumentopfschuhe” der Manchu bis hin zu den Kata-Schals der Tibeter. Shen Yuns „Ethnischer Tanz der Yi”, aufgeführt in 2011, beinhaltet besonders charakteristische Requisiten: In den Händen lebhafter junger Damen erklingen kleine Holzkastagnetten, während sie mit synchronen Tanzbewegungen über die Bühne wirbeln. Die Einheimischen sagen, das „Klicken” der Kastagnetten erzeugt so einen lebendigen Rythmus, daß man sofort selbst mittanzen will. Jedes Jahr produziert Shen Yun ein komplett neues Programm mit originellen Tänzen und Musikstücken. Welche ethnischen Gruppen, ernergiegeladenen Tänze und tiefgreifende Geschichten wird Shen Yun heuer präsentieren?

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hina may not be the first nation that comes to mind when one thinks of cultural diversity, but maybe it should be. Aside from the Han ethnic majority, 55 distinct minority groups comprise the rest of the Chinese population. Many of these ethnicities date back thousands of years, possessing their distinct traditions, languages, songs and dances. It is in this spirit of cultural diversity that Shen Yun Performing Arts from New York brings this heritage to Vienna Stadthalle, Halle F as part of its 2013 world tour. Shen Yun’s mission is to revive traditional Chinese culture. Alongside classical Chinese dance, Shen Yun’s show each year also includes a wide range of Chinese ethnic and folk dances. Embodying a group’s history, customs, and spirit, these ethnic dances are often rooted in everyday life, seasonal celebrations, and worship rituals.

An example of a dance reflecting day-to-day life is Shen Yun’s 2007 „Herding on the Mongolian Plains”. In this number, inspired by the Mongolian’s equestrian adeptness, dancers dash across open grasslands and move as if riding galloping horses. The highenergy dance is charged with enthusiasm and mirrors the nomadic Mongolians’ closeness to nature. Shen Yun’s ethnic dances are also notable for their bright costumes. Dancers are adorned in traditional attire that reveals the unique aspects of the group’s culture and environment. One memorable costume appeared in Shen Yun’s 2010 „In a Miao Village”. In this dance, female performers have worn the ornate silver jewelry of the Miao, or Hmong people. To this group, silver symbolizes prosperity and is believed to have the power of exorcising evil spirits. Traditionally, a Miao woman wears up to 30 pounds of silver jewelry from head to foot. Dancing with these elaborate headdresses, neckbands, bracelets, and earrings produces jubilant jingling that makes this number an audience favorite. These Chinese ethnic dances also use many kinds of props from Han waist drums to Manchu high-heels to Tibetan kata scarves. Shen Yun’s 2011 „Yi Ethnic Dance” features a particularly distinctive prop — little circular wooden cases that sprightly young ladies click and flick in their hands, all the while whirling and twirling in synchronized dance movements. The tapping on the cases creates a rhythm so lively that locals say anyone who hears its beat cannot resist joining in dance. Each year, Shen Yun features an entirely new show with original dances and compositions. Which ethnic groups, energetic dances, and uplifting stories will be featured in its performance this year? Shen Yun Performing Arts wird am 1. und 2. März in der Halle F der Wiener Stadthalle zu sehen sein. Shen Yun Performing Arts will be at Vienna Stadthalle, Halle F, March 1-2, 2013. Nähere Informationen und Tickets finden Sie unter/ More information and tickets: www.shenyunperformingarts.org

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Showhighlights Summer Festival Graz Summer Festival Linz ROCK THE BALLET DIE NEUE SHOW Rock und Ballett? Die größten Hits von Lenny Kravitz, U2, Michael Jackson oder Prince auf der einen und die faszinierende, strengnormierte Körpersprache des klassischen Balletts auf der anderen Seite? Spaß und Kunst? Unu? berbru? ckbar schien die Verbindung zwischen diesen beiden Gegensätzen. Umso beeindruckender ist der gewaltige Donnerschlag, mit dem sich diese Spannung nun fulminant in der spektakulären Tanz-Show ROCK THE BALLET entlädt! Kein Wunder, dass schon bei der ersten Deutschland-Tournee der weltweit gefeierten, furiosen, multimedialen TanzPerformance ROCK THE BALLET ein Flächenbrand der Begeisterung bei Publikum und Kritikern entbrannte. Bisher fand die junge, energiegeladene Truppe während ihrer europäischen Gastspiele u? b er 100.000 begeisterte Zuschauer. ROCK THE BALLET ist die zukunftsweisende Versöhnung des Balletts mit der Gegenwart. Denn in dieser Show verschmelzen Rock und Ballett zu einer leidenschaftlichen, hitzigen Affäre! Hochexplosiv, rasant, humorvoll, sexy, dynamisch!

RUSSISCHES STAATSBALLETT Seit 25 Jahren geht das Russische Staatsballett alljährlich auf große Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz! Während dieser Zeit haben mehr als eine Million Besucher die Truppe live erlebt. Die Begeisterung u? b er deren Darbietungen hält sich derart beständig, dass das treue Publikum Jahr fu? r Jahr aufs Neue zu den Auffu? hrungen strömt. Die kontinuierlich wachsende Zuschauerzahl ist zudem Spiegelbild einer ebenso einmaligen wie eindrucksvollen Erfolgsbilanz und beweist das Alleinstellungsmerkmal dieser in Moskau beheimateten Kaderschmiede: Sie präsentiert einen wesentlichen Aspekt russischer Kultur - das

Klassische Ballett – in seiner reinsten und perfektesten Form. Deshalb gingen aus dem international erfolgreichen Tour-Ballett in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Spitzentänzer hervor. Drei Beispiele: Liudmila Konovalova bekam ein Engagement als Erste Solotänzerin beim Wiener Staatsballett, Anna Shcherbakova gewann bei der „Arabesque“ 2010 in Perm die Silbermedaille und Dmitry Kotermin wurde auf dem renommierten Ballett-Festival im gleichen Jahr mit dem Marius Petipa Preis ausgezeichnet. Auf Jubiläumstournee garantieren das hochkarätig besetzte Ensemble des Russischen Staatsballetts und die professionelle Produktion dafu? r, dass „Schwanensee“, „Der Nussknacker“ und „Dornröschen“ auch fortan eine Sternstunde der Ballettkunst darstellen.

MOMENTUM by Mayumana MAYUMANA – The Show Revolution – zelebriert das Ringen mit der Zeit auf bislang nicht gesehene Weise: Multitalente aus mehr als 20 Nationen lassen Percussion, Bewegung und Hochtechnologie zu einer mitreißend neuen Showsprache verschmelzen. Das Fundament von MAYUMANA ist Rhythmus: Talentierte Ku? nstler aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen verbu? nden sich in der Show „Momentum“ im Dienste virtuos zerhackter Zeit. Wobei Rhythmus bei MAYUMANA nicht einfach nur Trommeln bedeutet, sondern Percussion auf höchstem Niveau, die zugleich in den existenziellen Grundlagen menschlichen Seins verwurzelt ist und dessen Verschmelzung mit der High-Tech-Welt zelebriert: Rhythmus ist also das Pochen des Herzschlags bei MAYUMANA, Rhythmus ist kunstvoll zerpflu? gtes Wasser, flirrend geschlagene Klangkisten, die Musiker Cajones nennen, und meisterhaftes Beat-boxing, wenn aus dem Mund eines Ku? nstlers das Zischen, Wummern

und Knacken dringt, das man allenfalls teuren Computern zutraut. Mehr als sieben Millionen Menschen rund um den Globus haben sich bislang von der einzigartigen MAYUMANAVerbindung aus Talent, Tatendrang und thematischer Präzision begeistern lassen. Wem STOMP gefällt, der wird MOMENTUM lieben! Nach der Urauffu? hrung 1998, nach einem fu? nfmonatigen Gastspiel in New York, nach ausgedehnten Tourneen durch Europa, Nord- und Su? damerika bringt das Ensemble seine aktuelle Show MOMENTUM nun zum ersten Mal auch nach Deutschland und Österreich.

VOCA PEOPLE Das SHOWHIGHLIGHT aus „Wetten, Dass...?” Auf in die nächste EntertainmentDimension! Unter dem Motto „Musik ist Leben und Leben ist Musik!“ präsentieren VOCA PEOPLE mit feinster Stimmakrobatik einen grenzenlosen Spaß aus Musik, Beatbox und Comedy! Das Publikum geht auf eine unterhaltsame Reise durch die internationale Musikgeschichte von Mozart, Beethoven und Rossini u? b er ABBA, Queen und John Lennon zu Michael Jackson, Madonna und George Michael. Auf professionelle Art machen VOCA PEOPLE nahezu jede Musik hörbar, und das ganz ohne Instrumente. Bei dieser Show kommen die Zuschauer aus dem Staunen nicht heraus! In Rio de Janeiro, Mexico City, Montreux, Mailand, Rom, Paris und Amsterdam sorgten VOCA PEOPLE bereits fu? r grenzenlose Euphorie. Auf der ganzen Welt fand ihre innovative Musiksensation innerhalb ku? rzester Zeit mit unglaublichen 20 Millionen Klicks auf YouTube Verbreitung. Mehr als 500.000 Zuschauer weltweit und 110.000 Facebook-Fans sprechen fu? r sich. Die Gruppe VOCA PEOPLE ist witzig, interaktiv und einfach einzigartig, ein grenzenloser Spaß! 1/2013

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ROCK THE BALLET THE NEW SHOW Rock and ballet? The greatest hits of Lenny Kravitz, U2, Michael Jackson and Prince on the one hand, and the fascinating and strictly codified body language of classical ballet on the other? Fun and art? Impossible, surely, to bridge the gap between these two opposites. All the more impressive, then, is the mighty thunderclap that invites us to the explosively spectacular dance show ROCK THE BALLET! No wonder that the first German tour of the internationally celebrated, furiously paced multimedia dance show ROCK THE BALLET set audiences and critics on fire with enthusiasm. To date the youthful, energy-charged troupe has performed to over 100,000 enthusiastic spectators in the course of their guest appearances in Europe. ROCK THE BALLET points the way to a future reconciliation of ballet with the modern world, with rock and ballet melding in a hot and passionate intermingling - highly explosive, exciting, humorous, sexy and dynamic!

RUSSIAN STATE BALLET The Russian State Ballet has toured Germany, Austria and Switzerland every year for 25 years. During this time the troupe has given live performances to over a million people. Enthusiasm for their performances has consistently remained at a level such that a loyal public flocks to see them year after year. The ever-increasing audience figures also reflect the unique and impressive success story of this company, and are evidence of the special qualities of this elite Moscow-based group of dancers, who present the essential aspect of Russian culture - classical ballet - in its purest and most perfect form.

This is why many top dancers have emerged from the internationally successful touring ballet company over the last 25 years. To give just three examples: Liudmila Konovalova joined the Vienna State Ballet as a principal dancer, Anna Shcherbakova won the silver medal at the “Arabesque” competition in Perm in 2010, and in the same year Dmitry Kotermin was awarded the Marius Petipa Prize at the renowned Ballet Festival. On their jubilee tour, the top class Russian State Ballet ensemble and a highly professional production will ensure that „Swan Lake”, „The Nutcracker” and „The Sleeping Beauty” continue to be regarded as among the greatest achievements of the art of ballet.

MOMENTUM by Mayumana MAYUMANA – The Show Revolution – celebrates an exploration of time in a manner never seen before: multitalented performers from over 20 nations meld percussion, movement and high technology in a thrilling new show language. The foundation of MAYUMANA is rhythm: talented artists from very different cultural groups come together in „Momentum” to explore the concept of time by skilfully dissecting it. For MAYUMANA, rhythm means not just drumming, but percussion at the highest level, which at the same time is rooted in the essential principles of human existence, celebrating the melding of rhythm with the world of high tech: for MAYUMANA, rhythm is the thumping of our heartbeat, elaborately macerated water, the shimmering sound of the box drums that musicians call cajones, and virtuoso beatboxing, in which hissing, humming and cracking sounds come out of the performer’s mouth and are then processed by expensive computers.

More than seven million people all over the world have been thrilled by the unique MAYUMANA combination of talent, dynamism and thematic precision. Those who liked STOMP will love MOMENTUM! Following the world premiere in 1998, a five-month guest run in New York, and extended tours through Europe and North and South America, the ensemble is now bringing its current show MOMENTUM to Germany and Austria for the first time.

VOCA PEOPLE The SHOW HIGHLIGHT from „Wetten, Dass...? Moving towards a new dimension in entertainment! Under the slogan „Music is life and life is music!”, VOCA PEOPLE with their sophisticated vocal acrobatics present an evening of unlimited enjoyment consisting of music, beatboxing and comedy! The audience is taken on an entertaining journey through the international history of music, from Mozart, Beethoven and Rossini via ABBA, Queen and John Lennon to Michael Jackson, Madonna and George Michael. In their own highly professional performance style, VOCA PEOPLE create almost any kind of music without using any instruments at all. A show that leaves its audiences gasping with astonishment! In Rio de Janeiro, Mexico City, Montreux, Milan, Rome, Paris and Amsterdam, audiences have been absolutely euphoric in their response to VOCA PEOPLE. All over the world their innovative music has spread with an extraordinary rapidity, with an incredible 20 million clicks on YouTube. More than 500.000 spectators world wide and 110.000 Facebook fans speak for themselves. VOCA PEOPLE are funny, interactive and simply unique - an evening of pure enjoyment!

SOMMERFESTIVAL GRAZ 24. Juni/June bis/to 07. Juli/July 2013 - GRAZER OPER

SOMMERFESTIVAL LINZ 24. Juni/June bis/to 07. Juli/July 2013 - BRUCKNERHAUS

24.06. - 26.06.2013 27.06. + 28.06.2013 29.06.2013 30.06.2013 02.07. - 07.07.2013

24.06.2013 25.06.2013 26.06.2013 27.06. - 30.06.2013 02.07. - 07.07.2013

Rock The Ballet Russisches Staatsballett - Schwanensee/Swan Lake Russisches Staatsballett - Dornröschen/The Sleeping Beauty Russisches Staatsballett - Der Nussknacker/The Nutcracker MAYUMANA

Vorverkaufsstellen/Advance ticket sales: Karten in allen/Tickets can be purchsed in all oeticket-Verkaufsstellen, Raiffeisenbanken, oeticket-Center Stadthalle 0316/8088200, Zentralkartenbüro, Media Markt, Libro, oeticket-Trafikplus Trafiken, Theaterkasse am Kaiser-JosefPlatz 10, 8010 Graz, Tel. 0316 / 8000 und unter/and also online at tickets@buehnen-graz.com, www.graztickets.com

Russisches Staatsballett - Schwanensee/Swan Lake Russisches Staatsballett - Nussknacker//The Nutcracker Russisches Staatsballett - Dornröschen/The Sleeping Beauty Rock The Ballet VOCA PEOPLE

Vorverkaufsstellen: Kartenvorverkauf bei allen oeticket- Vorverkaufsstellen, Oberösterreichischen Raiffeisenbanken und Sparkassen, Oberösterreichische Nachrichten, MaximarktFilialen, Libro, Media Markt, Linz: Kartenburo Pirngruber, Linzer Kartenbüro, Wels: Kartenbüro Lohmer. Oeticket-Hotline +43-1-96096.

Weitere Infos und Tickets unter/Further information and tickets at www.showfactory.at

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Sunset Boulevard am/at the Stadttheater Klagenfurt Zum ersten Mal ist Sunset Boulevard an einem österreichischen Theater zu erleben! Andrew Lloyd Webbers erfolgreiches Musical feierte 1993 seine Premiere am Londoner Adelphi Theatre. Es basiert auf Billy Wilders gleichnamigem Film von 1950 mit Gloria Swanson in der Hauptrolle, der sich den Schattenseiten der Traumfabrik Hollywood zuwendet und von unerfüllten Sehnsüchten erzählt.

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Sunset Boulevard comes to an Austrian theatre for the first time! Andrew Lloyd Webber’s successful musical had its premiere in London in 1993 at the Adelphi Theatre. It is based on Billy Wilder’s film of the same name, produced in 1950 and starring Gloria Swanson, which looks at the darker aspects of the Hollywood dream factory and tells a story of unfulfilled longings.

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Die ehemalige Stummfilm-Diva Norma Desmond lebt mit ihrem Schimpansen und ihrem Butler zurückgezogen auf einem imposanten Anwesen am Sunset Boulevard. Seitdem der Tonfilm eingeführt worden ist, gibt es für sie keinen Platz mehr in der Filmindustrie Hollywoods. Doch unerschütterlich glaubt sie an ein Comeback …

The former silent movie star Norma Desmond lives with her pet chimpanzee and her butler in seclusion in an imposing residence on Sunset Boulevard. Since the „talkies” were introduced, there is no longer any place for her in the Hollywood film industry. But she has an unshakeable belief that she will make a comeback …

Mit Sunset Boulevard haben Webber, Black und Hampton einen beeindruckenden Gegenentwurf zum gängigen Mythos von Hollywood geschaffen. Es scheinen die Schwierigkeiten einer Kreativwirtschaft auf, die von Erfolgsdruck, Jugendwahn und unsicheren Arbeitsverhältnissen bestimmt und in der das Schillernde oft nur Illusion ist. Zu den Klängen großer Musicalballaden und mitreißender Filmmusik wird die Vergänglichkeit von Ruhm und Karriere offen gelegt.

With Sunset Boulevard, Webber, Black and Hampton have created an impressive alternative perspective on the commonly accepted myth of Hollywood, showing up the difficulties that beset a creative industry which is defined by the pressure to succeed, an obsession with youth, and uncertain employment conditions, and in which brilliance is often only an illusion. To the accompaniment of great ballads from the musicals and thrilling film music, the transient nature of fame and career is revealed.

In den Hauptrollen sind Musical-Diva Dagmar Koller als Nora Desmond, David Arnsperger als Joe Gillis und Elisabeth Hübert als Betty Schaefer zu sehen. Ein internationales Ensemble mit 18 Musicaldarstellern tanzt in der Choreographie von Michael Langeneckert. Regie führt Patrick Schlösser, derzeit Oberspielleiter am Schauspielhaus Kassel.

In the main roles, musical star Dagmar Koller appears as Nora Desmond, David Arnsperger as Joe Gillis and Elisabeth Hübert as Betty Schaefer. An international ensemble of 18 musical performers dances to choreography by Michael Langeneckert. The director is Patrick Schlösser, currently Artistic Director at the Schauspielhaus in Kassel.

SUNSET BOULEVARD

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CHRISTIAN KAUFMANN, STADTTHEATER KLAGENFURT

Musical nach dem Film von Billy Wilder Musik von Andrew Lloyd Webber Buch und Liedtexte von Don Black und Christopher Hampton Deutsch von Michael Kunze Musical based on the film by Billy Wilder Music by Andrew Lloyd Webber Book and lyrics by Don Black and Christopher Hampton German translation by Michael Kunze Termine/Dates 28. März/March bis/to 23. Mai/May 2013

PATRICK SCHLÖSSER

Infos und Karten/Information and tickets Tel +43 (0) 463 54 0 64 kartenkasse@stadttheater-klagenfurt.at www.stadttheater-klagenfurt.at

DAGMAR KOLLER

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Mazbani from vision to reality

Die Familie Mazbani ist stolz darauf, seit ihrer Gründung 1998 ein reines Familienunternehmen zu sein.

The Mazbani family is proud of the fact that since its formation in 1998 the business has remained entirely a family concern.

Es ist vor allem die Kreativität, die Individualität und die Qualität der Schmuckkünste, die den Fortbestand der Marke auf lange Sicht gewährleistet.

It is above all the creativity, individuality and quality of the art of jewellery making that guarantee the continuation of the brand in the long term.

Jedes Stück wurde liebevoll entworfen und mit dem Ziel absoluter Perfektion hergestellt. Es ist uns eine Ehre, dass unsere ewig schönen Schmuckstücke auch bei Ihnen von Generation zu Generation weitergegeben werden und die Juwelen im Laufe der Zeit ihre eigenen Geschichten erzählen werden.

Each piece has been lovingly designed and manufactured with the aim of achieving absolute perfection. It is an honour for us that our eternally beautiful jewellery is being passed on from generation to generation within your family also, and that over the course of time these jewels will have their own stories to tell.

Ich hoffe, Ihr Besuch bei Mazbani wird auch weiterhin Anlass zur Freude und Begeisterung sein.

I hope that your visit to Mazbani will continue to give you pleasure and delight.

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Antiquitäten Josef Renz im Zentrum von Kunst und Kultur in the centre of art and culture

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as Antiquitäten-Zentrum von Josef Renz hat sich zu einem Mittelpunkt von Kunst und Kultur entwickelt. Josef Renz’ unermüdlicher Einsatz mit seiner erfolgreichen Kunstdetektei für die Rettung von Kulturgut – wie beispielsweise die Staatsvertrags-Zither von Leopold Figl – oder als Mäzen des Ballett St. Pölten und dessen Tänzernachwuchses wurde im Jahr 2012 mit hohen Auszeichnungen honoriert: dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und einem Niederösterreich-Maecenas. Antiquitätenkauf und -verkauf ist Vertrauenssache! Wenn Sie Antiquitäten in angenehmer und ungezwungener Atmosphäre besichtigen wollen, stehen Ihnen der Spezialist Josef Renz mit bester fachlicher Beratung und sein Antiquitäten-Zentrum in Wilhelmsburg/Kreisbach mit einigen Tausend Quadratmetern Ausstellungsfläche zur Verfügung. Neben dem AntiquitätenZentrum bietet Ihnen Josef Renz auch eine Fundgrube in Wilhelmsburg sowie seine Online-Antiquitätenbörse an.

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MARIENBILD

Josef Renz und sein Team versuchen Ihre auch noch so ausgefallenen Sammler-Wünsche zu erfüllen. Nutzen Sie sein Know-how und seine Beziehungen in Sachen Antiquitäten! Teilen Sie ihm Ihre Wünsche einfach mit. Selbstverständlich bietet Josef Renz diesen Service ohne jegliche Kaufverpflichtung oder sonstige Kosten an. Wollen Sie ein Stück restaurieren lassen, dann sind Sie aufgrund seiner Meisterprüfung und zahlreicher Auszeichnungen an der richtigen Adresse. Antiquitäten Renz restauriert, politiert, vergoldet und verrichtet sonstige Spezialarbeiten. Es versteht sich von selbst, dass nach traditionellen Methoden gearbeitet wird und uralte Originalrezepte zur Anwendung kommen. Josef Renz ist auch Experte und notariell beglaubigter Sachverständiger für Werke von Fritz Küffer - einem Sohn Wilhelmsburgs - der ein begnadeter Maler und Zeichner sowie ein mehrfach ausgezeichneter Pädagoge war.

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he antiques centre created by Josef Renz has become a focal point for art and culture. Josef Renz’s tireless commitment, with his successful art detective agency, in rescuing works of art (for example in the case of Leopold Figl’s Austrian State Treaty zither) and as patron of the St. Pölten Ballet and its upcoming generation of dancers, has been honoured with prestigious awards in 2012: the Decoration of Honour in Gold for Services to the Republic of Austria, and a Lower Austria Maecenas award.

recipes are used. Josef Renz is also very knowledgeable about, and a notarially certified expert in, the works of Fritz Küffer (a native of Wilhelmsburg), who was a highly gifted painter and illustrator and multi-award winning teacher.

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Buying and selling antiques is a matter of trust! If you want to view antiques in a pleasant and informal atmosphere, the specialist Josef Renz and his unrivalled professional advice, together with his antiques centre in Wilhelmsburg/Kreisbach with its several thousand square metres of display space, is at your disposal. In addition to the antiques centre, Josef Renz also offers a treasure trove in Wilhelmsburg as well as an online antiques exchange. Josef Renz and his team will endeavour to fulfil your wishes as a collector – however recherché they may be. Make use of his know-how and his contacts in the world of antiques, and simply tell him what your requirements are. Naturally, Josef Renz offers this service without any obligation to buy or any other costs. If you want to have a piece restored, then Josef Renz with his master’s qualification and numerous awards is the right man to go to. Antiquitäten Renz undertakes restoration, polishing, gilding and other special works. It goes without saying that all work is carried out ac-cording to traditional methods and that old original

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Sport & Kurhotel Bad Moos Sexten im/in the Hochpustertal

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as Sport & Kurhotel Bad Moos in Sexten, dem Dorf der Drei Zinnen, liegt in einer einzigartigen und bezaubernden alpinen Landschaft, im Herzen des Naturparks der Sextner Dolomiten am Eingang des wild-romantischen Fischleintales. Im Hotel Bad Moos haben Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden seit Generationen eine würdige Heimat gefunden. Vier Sterne superior bürgen für höchsten Komfort, die Dolomiten - UNESCO Weltnaturerbe seit Juni 2009 - als „Hausberge" für höchste sportliche Ansprüche und das SPA Gesundheitszentrum für ein maximales Körpergefühl. Das Sport & Wellnesshotel Bad Moos ist eines der wenigen Häuser in Südtirol, welches über eine Kur-Lizenz verfügt. Im Wellness- und Gesundheitszentrum „SPA BAD MOOS" findet Schwefelwasser (Badequellen sind seit mindestens 1650 bekannt) in verschiedensten Formen seine Anwendung. Das Hotel verfügt über 30 Suiten und 32 Zimmer mit jeglichen Komfort. Erlesene Gaumengenüsse in den urigen Bauernstuben aus dem 14. und 17. Jahrhundert ergänzen das Angebot.

Cosy Wellness Landhotel Hohenfels

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as landschaftlich reizvoll gelegene Landhotel Hohenfels im Tannheimer Tal in Tirol verfügt über 35 Zimmer. Ein ganzjährig beheizter Außenpool, ein Ruheraum, ein Beauty-Raum sowie eine Außensauna laden zum Entspannen ein.

Der Blick aus dem stilvollen Ruheraum ist ein Traum: Umgeben von Interieur aus regionalem Nuss- und Eichenholz liegt man auf einem Wasserbett und blickt durch raumhohe Fenster nach Süden auf das Tannheimer Bergmassiv und in das Tal Richtung Vilsalpsee. Gastgeber Wolfgang Radi: „Wellnessbetriebe bieten oft große Nassbereiche an. Wir legen dagegen Wert auf viel Platz für Ruhe und Erholung zum „Entschleunigen“. Antistress-Massagen kann man im Landhotel Hohenfels ebenso genießen, wie ein entspannendes Beautyprogramm nach der Naturkosmetiklinie Pharmos. Die sagenhafte Natur an der Nahtstelle zwischen Allgäu und Tirol lässt sich mit geführten Wander- oder Radtouren bestens erkunden. Das Hotel ist auch bekannt als Edelstein der Spitzengastronomie. Die Auszeichnungsserie mit drei Gault Millau Hauben, sowie die sehr persönliche Betreuung durch die Gastgeber Monika und Wolfgang Radi unterstreichen seit Jahren die herausragende 68

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Stellung des Landhotels. Die kulinarischen Kompositionen des Hauses bieten einen Streifzug durch die österreichische Küche mit besten Produkten aus der heimischen Landwirtschaft. Perfektioniert werden sie durch die leichte, ursprüngliche und aromaintensive Mittelmeerküche des Chefkochs Raffaele Cesare Cannizzaro.


lifestyledancer’s

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port & Kurhotel Bad Moos in Sexten, the village of the “Three Peaks”, is located in a unique and enchanting Alpine landscape in the heart of the Sexten Dolomites nature park at the entrance to the wild and romantic Fischlein valley.

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SPORT- & KURHOTEL BAD MOOS, LANDHOTEL HOHENFELS

For generations, Hotel Bad Moos has provided a worthy home when it comes to fitness, health and well-being. Four stars „superior” mean that comfort is guaranteed, while the Dolomites - a UNESCO World Natural Heritage site since June 2009 - are the „house mountains”, fulfilling the most exacting of sporting requirements, and the spa provides a health centre for maximum physical well-being. Sport & Wellnesshotel Bad Moos is one of the few hotels in South Tyrol that have a spa licence. At the „SPA BAD MOOS” health and wellness centre, the sulphurous water (bathing springs have been known to exist there since at least 1650) is used in a wide variety of forms. The hotel has over 30 suites and 32 rooms offering every comfort. The hotel’s wellness attractions are complemented by the selected delicacies served in the quaint farmhouse-style dining rooms, which date from the 14th and the 17th centuries. Weitere Informationen/Further informations: Sporthotel & Kurhotel Bad Moos****s Fischleintalstr. 27, I-39030 Sexten Moos (BZ), Dolomiten, Italien Tel. +39 0474 713 100 / Fax +39 0474 713 333 www.badmoos.it

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andhotel Hohenfels, located in the charming landscape of the Tannheimer valley in the Tyrol, offers 35 rooms. Our inviting and relaxing facilities include an outdoor pool which is heated all year, a rest area, a beauty room and an outside sauna. The view from the stylishly appointed rest area is a dream: lying on a waterbed, surrounded by interior furnishings made of local walnut and oak, guests look out through south-facing full-length windows to the Tannheimer mountains and down the valley towards Lake Vilsalpsee. Hotel owner Wolfgang Radi says, “Spa hotels often provide extensive wet areas, but we put the emphasis on having plenty of space for rest and relaxation so that our guests can just „slow down”. Guests at Landhotel Hohenfels can also enjoy anti-stress massages or a relaxing beauty programme based on the Pharmos range of natural cosmetics. The wonderful countryside, where the Allgäu meets the Tyrol, can best be explored on guided hikes or cycle tours. The hotel is also well known as a top gastronomic attraction. For many years, the hotel’s outstanding position has been complemented by a series of 3-point Gault Millau awards, as well as the personal attention given to the guests by hotel owners Monika and Wolfgang Radi. The culinary delights they provide offer an overview of the Austrian cuisine using the best products of local farmers, enhanced by the light, original and intensely aromatic Mediterranean cooking of head chef Raffaele Cesare Cannizzaro. Weitere Informationen/Further informations: Landhotel Hohenfels, Kreuzgasse 8, A-6675 Tannheim Tirol, Telefon 0043-56 75-62 86 0, Telefax 5124, info@hohenfels.at, www.hohenfels.at

Das „Weimar“ D

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CAFÉ - RESTAURANT WEIMAR

as Café - Restaurant Weimar bietet zu jeder Tageszeit Wiener Kaffeehaus-Tradition. Frühmorgens erstklassiges Frühstück, mittags klassische Küche, nachmittags Kaffeespezialitäten und ausgezeichnete Torten, sowie abends feine österreichische Weine sowie Klassiker der Wiener und internationalen Küche. Unverzichtbar im „Weimar": das typische Glas Wasser zum Kaffee, aktuelle Tageszeitungen und neueste Journale, sowie täglich ab 19.30 Uhr LiveKlaviermusik und freundliche, schnelle Bedienung. Zum Genuss von Zigarren und Zigaretten steht unseren Gästen ein eleganter Rauch-Salon im Souterrain zur Verfügung. Lassen Sie einen schönen Abend im Café-Restaurant Weimar bei einem Glas Wein ausklingen – das „Weimar” liegt nur 99 Schritte stadteinwärts von der Volksoper Wien entfernt. Öffnungszeiten: Mo – Sa 7.30 Uhr – 24.00 Uhr / So + Feiert. 9.00 Uhr – 24.00 Uhr Café – Restaurant Weimar Währinger Straße 68, 1090 Wien, www.cafeweimar.at

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dancer’sbusiness circle

dancer’s business circle Der dancer’s business circle verbindet Kunst und Wirtschaft er dancer’s business circle verbindet Kunst und Wirtschaft. Kunst gezielt und kreativ als Motor für wirtschaftliche Veränderungen einzusetzen hat eine Vielzahl von Anwendungsfeldern kreiert, in denen Kunst einen nachhaltigen Wertbeitrag leisten und die Unternehmenskommunikation verbessern kann.

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he dancer’s business circle brings together art and business. Using art in a targeted and creative way to act as a motor for changes in the world of business has created a large number of fields of application in which art can add lasting value and improve business communications.

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Die Mitglieder des dancer’s business circle zeichnet in hohem Maße ihr Verständnis für diese Strategie aus. Sie zeigen ihre Verbundenheit zur Kunstform Tanz in allen ihren Facetten sowie zum einzigen österreichischen Tanz-, Kultur- und Lifestylemagazin dancer’s und erhalten gleichzeitig ein interessantes Package an Gegenleistungen: wie beispielsweise die Teilnahme an exklusiven Events des dancer’s business circle mit der Möglichkeit, in angenehmem Ambiente neue geschäftliche Kontakte zu knüpfen und ihr eigenes Unternehmen vorzustellen, wobei sich die Themen nicht nur auf Tanz beziehen, sondern im Sinne eines Crossover ebenso andere Kunstsparten, aber auch wirtschaftliche, wissenschaftliche oder rechtliche Belange in exquisiten Veranstaltungen präsentieren.

The members of the dancer’s business circle all have in common the fact that they fully subscribe to this strategy. They make clear their ties to dance as an art form in all its many facets, as well as to dancer’s, the only dance, cultural and lifestyle magazine for Austria; and receive an attractive package of services in return, such as participation at exclusive dancer’s business circle events, with the opportunity to forge new business contacts and present their own company to others in a pleasant ambience. The topics discussed do not only relate to dance, but in the sense of a crossover also to other art forms, as well as to business, scientific or legal matters, which are presented and discussed in professionallystaged meetings and events.

Ein ganz besonderes Ziel des dancer’s business circle ist es, Nachwuchsförderungsprojekte des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper zu unterstützen.

A particular aim of the dancer’s business circle is to support the young talent projects of the Ballet Club Vienna State Opera & Volksoper.

Bei Interesse an einer Mitgliedschaft informieren wir Sie gerne. Bitte wenden Sie sich an Ingeborg Tichy-Luger: Tel. 0699 10026534 oder tichy-luger@dancers-magazine.at

If you are interested in becoming a member, we shall be happy to provide you with more details. Please contact Ingeborg TichyLuger: Tel. 0699 10026534 or tichy-luger@dancers-magazine.at

MITGLIEDER DES dancer’s business circle UND PATEN DES BALLETTCLUBS: CLUB DIPLOMATIE UND WIRTSCHAFT m SILVIA DICK m

m LEOPOLD STOPFER m TIPP 3 m UNGARISCHE BOTSCHAFT IN ÖSTERREICH m

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GRAFIK

m WEINBAU HUMER GNBR m INTERSPOT FILM GMBH m DR. MARKUS KRISTEN m MAG. RENATE UND MAG. PETER KUBIS m

MERCEDES WIESENTHAL AG m DR. GERHARD MÜLLER m AKI NUREDINI m MARION REISNER m DR. RISA SCHUHMEISTER-SCHMATRAL

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MARINA FETKOVSKI-GEORGIEVA m FRANZÖSISCHE BOTSCHAFT IN ÖSTERREICH m GfiVE CONSULTING GMBH m HARLEQUIN EUROPE SA


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dancer’seducation

Europaballett St.Pölten in St. Pölten zu haben, mit vollem Programm. Monatlich gibt es Ballettvorstellungen für alle Altersgruppen sowie Ballettworkshops. Auf dem Programm stehen: „Falco - the story” „Night of the Dance”, „Wiener Bonbons”, die Premiere von „Alexis Sorbas”, „Die Puppenfee”, „Cinderella”, „Frühlingsgala”, „Walzerträume” u.v.m.

125 JAHRE „DIE PUPPENFEE” Josef Bayer komponierte vor 125 Jahren das erfolgreiche Ballett DIE PUPPENFEE in St.Pölten – die Choreographie stammt von Joseph Haßreiter. Grund genug, diese beliebte Produktion ins Repertoire des Europaballett St.Pölten aufzunehmen und dem Publikum zu präsentieren. Bürgermeister Mag. Matthias Stadler wird daher 2013 den kulturellen Schwerpunkt mittels des Balletts DIE PUPPENFEE präsentieren. Die neue Choreographie und Regie stammt von Michael Fichtenbaum in Anlehnung an Willy Fränzls Einstudierung der „Puppenfee”. „Als Balletteleve tanzte ich bereits mit 10 Jahren als Schachfigur beim Marsch im 2. Akt in der Wiener Staatsoper mit ”, erinnert sich Fichtenbaum. „Wenn man bedenkt, welche weltweite Aufmerksamkeit seit der Premiere 1888 in der K.u.K Hofoper diese Produktion erzielte, so muss das Stück auf alle Fälle am Leben erhalten bleiben. In Russland, Amerika und auch im fernen Osten tanzte man anfangs des 20. Jahrhunderts ,Die Puppenfee’ und transportierte damit österreichische Kultur in alle Welt.”

KRISTINA CHANTAL-KRYLOVA, RAINER KRENSTETTER IN „GAYANÉ”

DIE PUPPENFEE - Premiere am 16. Mai 2013 - 19 Uhr Balletttheater St. Pölten/Kulturhaus Wagram Infos: www.ballett.cc Karten: 02742/230000 - info@ballett.cc

NEWS Seit November präsentiert sich das Europabalett St.Pölten nicht nur international oder auf auswärtigen Bühnen, sondern bespielt erstmals eine ganze Saison lang, dass eigene Haus als Tanztheater/Kulturhaus Wagram St.Pölten. Den Auftakt machte die HERBSTGALA die „In memoriam Willi Gruber" veranstaltet wurde. Das Ensemble gedachte damit des im September verstorbenen Bürgermeisters a.D und Begründers des Ballettkonservatoriums sowie des Europaballetts. Michael Fichtenbaum als künstlerischer Leiter, begrüsste die zahlreichen Ehrengäste aus der Stadt- und Bundespolitik, sowie aus dem niederösterreichischen Landtag und zahlreiche Künstler. Als Gast tanzten Rainer Krenstetter, Solist beim Staatsballett Berlin, und Karina Sarkissova. Sie startete ihre Karriere in St. Pölten und ließ es sich nicht nehmen, eine Version des „Sterbenden Schwan" zu zeigen. Die 22 Jahre alte Tänzerin Kristina Chantal-Krylova präsentierte sich besonders in „Khoni", einem Stück zur Musik von Vladimir Wysovski, sowie in „Gayane" mit Rainer Krenstetter als Partner. Nach mehr als 20jähriger Aufbauarbeit beginnt sich der Traum Willi und Hermine Grubers zu erfüllen, ein eigenes „Balletttheater" 72

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HOCHZEIT Im Oktober 2012 heiratete Michael Fichtenbaum die Tänzerin Kristina Chantal - Krylova am Roten Platz in Moskau. Die gebürtige Russin ist die Urenkelin des legendären Marschall Krylov („Held der Sowjetunion"), der in der Kremlmauer beigesetzt ist. Viele Gratulationen - vor allem aus Russland - folgten, unter anderem vom Yuri Grigorovitch, Nicolas Grishko ... Das Magazin dancer’s schließt sich den Glückwünschen an!

NEWS Since November, the Europaballett St. Pölten ballet ensemble has performed not only outside its local region and abroad, but for the first time has put on a whole season in its home dance theatre, the Kulturhaus Wagram St. Pölten. The opening performance was the AUTUMN GALA, organised In memoriam Willi Gruber, in memory of the former mayor and


educationdancer’s

„DIE PUPPENFEE”

founder of both the Ballet Conservatory and Europaballett ballet ensemble, who died in September. Michael Fichtenbaum, as artistic director, welcomed the numerous honorary guests from the world of municipal and national politics, as well as from the Lower Austrian provincial parliament, plus many artists and performers. Guest dance performers were Rainer Krenstetter, soloist with the Berlin State Ballet, and Karina Sarkissova, who started her career in St. Pölten and insisted on performing a version of the „Dying Swan”. Dancer Kristina Chantal-Krylova, age 22, gave a special performance in Khoni, a piece to the music of Vladimir Wysovski, as well as in Gayane, in which Rainer Krenstetter was her dance partner. After working on their project for over twenty years, the dream nurtured by Willi and Hermine Gruber, of St. Pölten having its own „ballet theatre” with a full performance programme, is close to reaching fulfilment. Every month, there are ballet productions for all age groups, as well as ballet workshops. The extensive programme of forthcoming events includes: „Falco - the story”, „Night of the Dance”, „Wiener Bonbons”, the premiere of „Alexis Sorbas”, „Die Puppenfee” (Fairy of the Dolls), „Cinderella”, „Spring Gala”, „Walzerträume” (Waltz Dreams).

125 YEARS OF „THE FAIRY DOLL”

„HERBST-GALA”

125 years ago Josef Bayer composed the successful ballet „The Fairy Doll” in St.Pölten - with choreography by Joseph Hassreiter. A very good reason to include this popular production in the repertoire of the Europa Ballet St.Pölten and to present it to the public. Mag. Matthias Stadler, the Mayor of St.Pölten, will therefore make the ballet „The Fairy Doll” the focus of the cultural presentation in 2013. The new choreography and staging is by Michael Fichtenbaum, based on Willy Fränzl’s production of „The Fairy Doll”. „When I was a 10-year-old ballet student I danced in the ballet at the Vienna State Opera as a chess piece in the march in act 2,” remembers Fichtenbaum. „Considering the international attention this production has enjoyed since its premiere in 1888 at the Imperial Court Theatre, the ballet must be preserved at all costs. ,The Fairy Doll’ was performed in Russia, America and the Far East at the beginning of the 20th century, thus bringing Austrian culture to the whole world.”

„KHONI”

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WOLFGANG MAYER

WEDDING NEWS In October 2012, Michael Fichtenbaum wedded dancer Kristina Chantal-Krylova on Red Square in Moscow. Russian-born ChantalKrylova is great-granddaughter of the legendary Marshal Krylov („Hero of the Soviet Union”), who is interred in the wall of the Kremlin. Numerous messages of congratulation followed - particularly from Russia, including from Yuri Grigorovich, Nicolas Grishko, and many others. Dancer’s magazine also extends warmest congratulations! 1/2013

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DANCE FLASH 2013 Sommertanz Workshops Ballett und Modern

HALF PROGRAM 03. – 07. Juli 2013

Kursgebühren ab: € 300,-

FULL PROGRAM 03. - 13. Juli 2013

Kursgebühren ab: € 550,Leitung: Michael Fichtenbaum Assitenz: Anastasia Irmiyaeva

Hauptdozenten: Gregor Hatala (Solist, Wiener Staatsballett), Oleksandr Maslyannikov (Wiener Staatsballett), Kristina Chantal (Europaballett St. Pölten) sowie internationale Trainer und Choreographen

Fächer: Klassisches Ballett, Modern Dance, Pas de Deux, Choreographie, Wiener Ballettwalzer

Infos und Anmeldung: Anfragen bitte an Frau Anastasia Irmiyaeva (Management) unter: info@ballett.cc, www.ballett.cc Tel. +43 (0) 2742/230000 Fax+20 Europaballett St.Pölten Oriongasse 4, 3100 St. Pölten

WOLFGANG MAYER

Gruppe A – Profis und Fortgeschrittene ab 14 Gruppe B – Amateure ab 14 Gruppe C – Amateure ab 10

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Der Sommerworkshop des EUROPABALLETT ST.PÖLTEN findet in den Räumen des Ballettkonservatoriums St.Pölten, Oriongasse 4, statt. In den Workshops werden nicht nur Train i n g s e i n h e i te n angeboten sondern die jungen Tänzer werden auch choreographische Variationen erarbeiten. Auf der hauseigenen Bühne im Theatersaal mit einer Größe von 10 x 8 Metern wird auch eine öffentliche Vorstellung geplant. Die Workshopteilnehmer können dabei auch ihre Variationen und Choreographien präsentieren. International anerkannte Dozenten werden die Kurse leiten und die künstlerischen Aspekte beobachten und auch jeden Einzelnen für die Zukunft seiner tänzerischen Laufbahn bestens und professionell beraten. Der ehemalige Tänzer des Wiener Staatsopernballetts und Künstlerische Leiter des Europaballetts St. Pölten, Michael Fichtenbaum, sowie Gregor Hatala, Solist des Wiener Staatsballetts und Präsident des Austrian Dance Council - ÖTR, und Oleksandr Maslyannikov, ebenfalls vom Wiener Staatsballett sowie weitere international bekannten Dozenten, werden die Nachwuchstänzer bestens betreuen. HOTELANFRAGEN: Bei Anmeldung werden Ihnen günstige Hotels und Pensionen in St. Pölten angeboten.


educationdancer’s

Tanz-Musical-Akademie in St. Johann/Tirol Dance Musical Academy at St. Johann/Tyrol

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or drei Monaten fiel der Startschuss für den österreichweit einzigartigen Schulzweig am Bundesgymnasium St. Johann in Tirol.

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BILDERHAUS GABI MIRGELER, TANZ MUSICAL AKADEMIE

Als erste Schule in Österreich wird dort ab der 5. Klasse eine hochwertige, künstlerische Ausbildung in den Bereichen Tanz, Musical und Schauspiel angeboten. Die Kombination aus den verschiedenen Schwerpunktzweigen bietet enorme Synergieeffekte für die einzelnen Ausbildungen. Der Unterricht wird in allen Bereichen von professionell ausgebildeten Dozenten vorgenommen. Ein wichtiger Aspekt der Ausbildung ist die Mitwirkung der SchülerInnen in Tanzcompagnien, Chören und Ensembles, ebenso wird durch zahlreiche Auftritte Bühnenerfahrung vermittelt. Damit kann nun auch im Westen Österreichs eine professionelle Tanzausbildung parallel zur Matura absolviert werden! Neben dem Hauptfach Klassisches Ballett werden gleichermaßen Jazz und Musical als weitere Schwerpunkte angeboten und bilden somit ein umfassendes Ausbildungsspektrum, was somit den Jugendlichen breite Möglichkeiten für die Zukunft eröffnet. Die Direktorin der Tiroler Ballettschule, Beate Stibig-Nikkanen, ist für den Bereich Tanz verantwortlich und holt zusätzlich internationale Gastdozenten nach St. Johann, wie z.B. Monica FotescuUta, 1. Solistin an der Oper am Rhein, José Biondi, Vizedirektor der Palucca Schule in Dresden, Karen D. Savage, Solistin der Alvin Ailey Company/USA und viele mehr ... Tag der offenen Tür und die Aufnahmeprüfungen für das Schuljahr 2013/2014 finden am Samstag, 19.1.2013 statt. Nachmeldungen werden in Ausnahmefällen angenommen.

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(Classical Ballet), Jazz and Musicals are also offered as additional special subjects, providing an all-round educational spectrum that opens up a wide range of future possibilities for the pupils. The Director of the Tiroler Ballettschule, Beate Stibig-Nikkanen, is responsible for Dance and also arranges for international guest instructors to come to St. Johann, such as Monica Fotescu-Uta, First Soloist at the Oper am Rhein, José Biondi, Deputy Director of the Palucca School in Dresden, Karen D. Savage, Soloist with the Alvin Ailey Company/USA and many more … Open Day and entrance examinations for the academic year 2013/2014 take place on Saturday, 19 January 2013. Late applications will be accepted in exceptional cases. Detaillierte Infos/Detailed information: www.tanz-musical-akademie.at

KITZ-ALP SOMMERTANZFESTIVAL 2013 St. Johann in Tirol WORKSHOPS MIT INTERNATIONALEN GASTDOZENTEN 01. - 11. AUGUST 2013 Ballett - Modern - Lyrical - Contemporary - Latin & Funky Jazz Kontaktimprovisation - Modern Contemporary - Hip Hop Mit Karen D. Savage, USA - Josè Biondi, ESP - Carsten L. Sasse, NL/AUT Marilena Grafakos, GR - Naduah Denkinger, SA Rosy Néry-Calheiros, BRAS

hree months ago, a type of school which is unique in Austria started at the Bundesgymnasium St. Johann in Tyrol.

It is the first school in Austria to offer high quality arts training in the fields of dance, musical and drama from year 5 onwards. The combination of different core subject areas offers huge synergy effects for individual training programmes. In all fields the teaching is carried out by professionally trained instructors. An important aspect of the training is that the pupils work together with dance companies, choirs and ensembles, and stage experience is also provided through numerous stage appearances. As a result, pupils in western Austria can now complete a professional dance training course in parallel with their normal „Matura” (A levels) curriculum. In addition to the main subject

INFOS unter www.ballett.ac tirol@ballett.ac Tel: +43-664-3565519


dancer’seducation

Having opened its doors in September, l'Académie offers classes to ballet lovers, as well as to pre-professional students, thru a specifically dedicated section. This section is preparing students who are aiming to become professional ballet dancers.

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’Académie de Danse is a newly created ballet school located in the French Institut for Culture in Vienna.

As such, the programme includes daily classes, several performances per year, and the preparation to ballet competitions. Competitions not only favorise the improvement and progresses of children upon themselves, but also offers a great exposure to the professional ballet world. At a time where the level for ballet is so high worldwide, it is necessary for dancers to stay aware about it in order to remain competitive. Grasse International Ballet Competition in South France has proven his professionalism and integrity since 25 years now. The partnership with Stora Daldansen in Falun, Sweden, is cetainly an asset for the participants as their professionalism and dedication as well as the jury's makes from this competition an always more appreciated yearly „rendez-vous" L'Académie de Danse Vienna has presented two young students in category „debutant", and both have obtained high rank awards: Manami Ziervogel (7 years old) has obtained a bronze medal, and Anna Katharina Thomasoff (8 years old) has obtained a silver medal. We wish good luck to those ballerinas to be on their path to reach their dream!

L’ACADEMIE DE DANSE

Success for young dancers


educationdancer’s

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etra Kodnar gründete 2011 eine Tanzgruppe, die das hierzulande kaum bekannte „Chair Dance“ revolutioniert und somit einen einzigartigen Status in Österreich innehat. Zusammen mit Adi Tamir enstand ein TanzsportVerein und „The Kittycats“ erblickten das Licht der Showwelt. Schnell bekamen die Tänzerinnen reihenweise gute Aufträge. Mittlerweile kann die junge Showtanzgruppe tolle Referenzen aufweisen, u.a. als Mitwirkende beim Musikvideodreh von Beatboxer und Austrian Dance Award Gewinner „Fii“. Petra, Headcoach der Kittycats, entwickelte neben dem ShowgruppenAufbau Tanzworkouts, bei denen mit Sesseln (Chair Club Dance ® Workout), Schirmen (Umbrella Dance ® Workout) und Fächern (Fan Dance ® Workout) getanzt wird. Die Gegenstände werden dabei zum Fitnessgerät. Mit Spaß und Action purzeln die Kilos der Teilnehmerinnen ganz nebenbei. Die Kittycats bieten die neuen Dance Workouts wienweit in vielen Fitnesscentern und Tanzstudios an. (u.a. Starsfitness Rennweg, Club Danube, Fit For Fashion, Tanzstudio Julion, Lifeline, B- Inform, Tanzstelle usw.).

The Kittycats

und die Welt der neuen Tanzworkouts and the world of the new dance workouts

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THOMAS UNTERBERGER/ONESHOT.AT

Die Kätzchen sind auch im Tanzbereich tätig. Am USI Wien und in der Tanzschule Dance4Fun lehren sie tanzbegeisterten Frauen Chair Club Dance ® in Form von spannenden Choreographien. Mittlerweile wurden auch eigene Tanzsessel der Sesselzentrale aus Klagenfurt entwickelt, eigene Schirme vom „Schirmmacher“ und Fächer vom Premium Team entworfen. Als Diplompädagogin ist es Petra ein großes Anliegen, Kindern Freude an der Bewegung näher zu bringen. Die Kittycats arbeiten ehrenamtlich in zahlreichen Wiener Schulen. Sie wirken auch an Sozialprojekten mit, um Menschen durch das Tanzen ein wenig Lebensfreude zu bringen. In baldiger Zukunft werden die Kittycats weiter über den Sesselrand schauen und erste Workshops in Deutschland halten. Sie fangen mit Berlin (Sportschule - Nord) und München (Stefan Sportcenter) an.

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n 2011 Petra Kodnar formed a dance group which revolutionised „Chair Dance”, a phenomenon little known in Austria, thus giving the group a unique status in this country. In collaboration with Adi Tamir, a dance sports club was created and „The Kittycats” found their way into the show world. The dancers quickly acquired a series of bookings. Since then the young show dance group has had rave reviews, for example for their part in the music video shoot of Beatboxer and Austrian Dance Award winner „Fii”.

In addition to setting up the show group, Petra, the Kittycats’ head coach, has developed dance workouts involving dancing with chairs (Chair Club Dance® Workout), umbrellas (Umbrella Dance® Workout) and fans (Fan Dance® Workout), with each “prop” becoming a piece of fitness equipment. Participants not only shed pounds but have plenty of active fun doing so. The Kittycats offer their new dance workouts all over Vienna in many fitness centres and dance studios (including Starsfitness Rennweg, Club Danube, Fit For Fashion, Tanzstudio Julion, Lifeline, B- Inform, Tanzstelle etc.). The „kittens” are also active in the sphere of dance. At USI Wien (the Vienna University Sports Institute) and in the Dance4Fun dance school, they teach Chair Club Dance® in the form of exciting works of choreography to women who love dancing. Special dance chairs have now been developed by Sesselzentrale in Klagenfurt, as well as special umbrellas from Schirmmacher and fans from Premium Team. As a qualified teacher, Petra feels it is very important to encourage children to enjoy exercise. The Kittycats work in an honorary capacity in numerous schools in Vienna. They also contribute to social projects in order to bring pleasure to people through dance. In the near future the Kittycats will be looking further afield and will be holding their first workshops in Germany, starting with Berlin (Sportschule-Nord) and Munich (Stefan Sportcenter). Weitere Infos unter/Further information at: www.thekittycats.at 1/2013

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dancer’seducation

tamed Österreich fördert aktiv die Tänzergesundheit actively supports dancers’ health

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änzer beschenken uns mit ihrer Kunst. Was wir Zuschauer, häufig aber auch die Tänzer selbst, dabei übersehen: Tänzer sind auch Hochleistungssportler. Ihre Körper verdienen und brauchen die gleiche Zuwendung und vor allem die gleiche bedarfsgerechte medizinische Betreuung wie aller anderen Sportler auch. Starker Leistungsdruck und Vorgaben, die sich an Idealbildern orientieren, bringen Tänzer dazu, ihre körperlichen Grenzen zu überschreiten und Schmerzen zu ignorieren. Ein mangelndes Bewusstsein für die enormen Be- und Überlastungen kann zu Verletzungen, Essstörungen, anhaltenden Schmerzen und sogar zu bleibenden Schäden und einem vorzeitigen Ende der Karriere führen. Die komplexen Anforderungen an den Tänzer machen eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit von Tänzern, Tanzschaffenden, Medizinern und Therapeuten erforderlich. Um das Tanztraining effizient und körpergerecht zu gestalten, ist auch ein essentielles Wissen über tanzmedizinische Grundlagen und ein umfassendes Verständnis für tanzspezifische Fragestellungen und Beschwerdebilder unerlässlich.

Drei große Säulen repräsentieren die Aktionsfelder von tamed: Ausbilden. Der Tanz beginnt bei den Tanzpädagogen und Trainern. Er soll nicht bei den Tanzmedizinern enden. Mit der zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung „Zam. Zertifikat Tanzmedizin" vermittelt tamed Tanzpädagogen, Trainern, Tanzschaffenden und Tänzern praxisnah ein umfassendes tanzmedizinisches Basiswissen. Der nächste Ausbildungsgang beginnt im März 2013 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Behandeln. tamed berät Tänzer regelmäßig in gesundheitlichen Fragen in Wien und Frankfurt am Main. Die Organisation führt außerdem ein länderübergreifendes Verzeichnis von Ärzten und Therapeuten mit tanzmedizinischer Expertise, damit Tänzer eine schnelle und fachgerechte Betreuung in Anspruch nehmen können. Vernetzen. Alle zwei Jahre organisiert tamed einen wissenschaftlichen Kongress für Tanzmedizin, der sich als wichtiges Bindeglied zwischen tanzmedizinischer Forschung und täglicher Tanzpraxis etabliert hat. In Wien finden regelmäßig Informationsveranstaltungen und Diskussionsgruppen statt. tamed gibt der Gesundheit im Tanz eine Stimme tamed ist mit über 500 Mitgliedern die größte gemeinnützige Organisation für Tanzmedizin im deutschsprachigen Raum und hat sich der flächendeckenden Versorgung und Gesunderhaltung von Tänzern aller Tanzsparten verschrieben. In Wien gründeten Dr. med. univ. Patrizia Melchert und Anita Kiselka MSc. vor zwei Jahren eine Netzwerkgruppe, um den regionalen tanzmedizinischen Austausch zu fördern. Daraus entwickelte 78

MÄRZ I APRIL I MAI 08

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ANITA KISELKA, MSC VORSTAND tamed e. V.

MEMBER OF THE tamed e. V. EXECUTIVE BOARD

sich das interdisziplinäre Team von tamed Österreich. Die aktiven tamed-Mitglieder beraten, unterrichten und behandeln an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, der Konservatorium Wien Privatuniversität und weiteren Ausbildungsstätten, im österreichischen Tanzsportverband, bei Impulstanz, sowie in Tanzschulen, Vereinen und in der freien Praxis. Seit Juni 2012 ist Anita Kiselka für tamed Österreich auch im tamed-Vorstand aktiv. Am Tag der Tanzmedizin konnten sich am 12. Jänner 2013 Tanzschaffende aller Sparten zum Thema „Gesundheit und Leistung im Tanz“ nützliche Tipps für die Praxis einholen. Dank des ehrenamtlichen Engagements von tamed Österreich war der zum zweiten Mal veranstaltete Tag der Tanzmedizin inhaltlich und organisatorisch ein voller Erfolg für die Teilnehmer und die Gastgeber. Das Echo zeigt auch, wie wichtig das vielfältige Angebot von tamed und die aktive Förderung der Tänzergesundheit für Österreich ist. Um diesen Einsatz weiterhin leisten zu können, braucht tamed Unterstützung. Mitgliedschaften und Spenden helfen, damit die Gesundheit im Tanz ihre Stimme auch in Österreich immer lauter erheben kann.

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e rightly see the artistry of the dancer as a gift to us. But what we overlook – as do dancers themselves in many cases – is the fact that a dancer is a highperformance athlete. Dancers’ bodies need and deserve the same attention and, above all, the same medical care specific to their requirements as any other sportsman or woman receives. As a result of the strong pressure brought to bear on them to perform and conform to ideal body images, dancers may end up overstepping the limits of what is safe for them physically and ignoring the fact that they are in pain. A failure to appreciate the possible consequences of the immense strain they are under can lead to injuries, eating disorders, constant pain and even to permanent damage and a premature end to their careers. The complex challenges that dancers face make it essential that dancers, dance professionals, doctors and therapists work closely together as an interdisciplinary team. A deep-seated knowledge of the fundamentals of dance medicine and a comprehensive understanding of the issues and symptoms specific to dancers is vital in order to make dance training both efficient and appropriate to the body’s needs. tamed’s® activities can be grouped under the following three major headings („pillars”): Education. Dance starts with the teachers and coaches – and it shouldn’t end with the dance medical professionals. In its twoyear part-time course for teachers, coaches, dance professionals and dancers themselves which leads to the „Zam. Zertifikat


Geben Sie der Gesundheit im Tanz Ihre Stimme!

Tanzmedizin” (Certificate in Dance Medicine) qualification, tamed gives participants a comprehensive fundamental knowledge, rooted in practice, of dance medicine. The next course starts in March 2013 at the University of Music and Performing Arts in Frankfurt am Main. Treatment. tamed ® regularly advises dancers on health matters in Vienna and Frankfurt am Main. The organisation also maintains an international register of doctors and therapists with dance medicine expertise, giving dancers access to swift, professionally relevant treatment. Networking. tamed® organises a biennial scientific conference on dance medicine, which has established itself as an important bridge between dance medicine-related research and dance practitioners. Information events and discussion groups regularly take place in Vienna. tamed® gives a voice to the theme of health in the dance world With over 500 members, tamed ® is the largest non-profit-making organisation for dance medicine in the German-speaking world and is dedicated to the provision and furtherance of healthcare for dancers from every area of dance across the regions. Two years ago Dr. Patrizia Melchert and Anita Kiselka, MSc, founded a networking group in Vienna in order to promote the exchange of dance medicine-related views and knowledge in the region. This developed into the interdisciplinary team that is tamed® Österreich (tamed ® Austria). The active tamed ® members act as advisors, teach and provide treatment at the Ballet School of the Vienna State Opera, the Konservatorium Wien Private University and other educational/training institutions, the Austrian Dance Sport Association, Impulstanz Vienna International Dance Festival, as well as dance schools and clubs and in private practices. Anita Kiselka has also been representing tamed ® Österreich on the tamed ® executive board since June 2012. The „Dance Medicine Day”, staged on 12 January 2013, provided dance professionals from every area of dance with useful tips on the subject of „Health and performance in dance”. This dance medicine event, which was made possible by the efforts of tamed® Österreich working on a voluntary basis, was being staged for the second time and was again a huge success with the

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tamed bietet ➔ ➔ ➔ ➔ ➔

Aktuelles Know-how und Beratung Kongress für Tanzmedizin Ausbildungsprogramm Zam. Zertifikat Ärzte- und Therapeutenverzeichnis Vernetzung und Erfahrungsaustausch

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participants, both in terms of its content and organisation. The positive feedback shows just how important the wide range of activities and services offered by tamed, and the active promotion of dancer health, is for Austria. tamed® needs support in order to be able to continue to offer these services. Membership fees and donations will help to give a louder voice to the theme of health in the world of dance in Austria too. Mehr Infos/more information at: www.tamed.de

CDW Presidents Golf Trophy 2012 mit Tombola zugunsten von Nachwuchsförderungsprojekten des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper

„Hole in one” powered by Wiesenthal & Co GmbH 1/2013


dancer’sballroom

Kaffeesieder tanzen D zu „Wiener Blut“

er 56. Ball der Wiener Kaffeesieder 2013 – ein prächtiges wie amüsantes Ballerlebnis in der Hofburg Vienna & Redoutensäle & Dachfoyer!

Viennese coffeehouse owners dance to „Wiener Blut”

Was macht den Wiener Kaffeesiederball jedes Jahr zu einem der schönsten Ereignisse der Ballsaison? Es ist die Melange aus bürgerlicher Balltradition, einem atemberaubenden Ambiente in der Wiener Hofburg, rund 6.000 Gästen und dem Wiener Kaffeesieder eigenen Augenzwinkern. „Unter dem diesjährigen Motto „Wiener Blut“ erwartet unsere Gäste ein schwungvoller Abend, nach gehobener, bürgerlicher Balltradition“, so KommR Maximilian K. Platzer, Ballvater des Wiener Kaffeesiederballs. Am 8. Februar 2013 werden die Gäste erneut das wohl größte Kaffeehaus Österreichs, wenn nicht der Welt, erleben. Zur Eröffnung bietet Kristiane Kaiser, gefeierte Staatsopernsängerin, neben Ausschnitten aus der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauss Sohn auch „Liebe, Du Himmel auf Erden“ aus „Paganini“ oder „Wien, du Stadt meiner Träume“ von Rudolf Sieczynski.

Das weitere abwechslungsreiche wie spannende Programm garantiert beschwingtes Tanzvergnügen bis in die frühen Morgenstunden. 80

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FOTOS

Mit der Moderation von Christoph WagnerTrenkwitz und Uwe Theimer als Dirigent kann man sich auf eine besondere Mitternachtseinlage freuen. Unter anderem werden Inszenierungen der Werke von Cole Porter durch Sigrid Hauser mit „Begin The Beguine“ aus „Jubilee“, Axel Herrig mit „I’ve got you under my skin“ aus „Born to Dance“ oder Ausschnitte aus „Kiss me, Kate“ erwartet.

PETER HAUTZINGER, CHRISTIAN HUSAR

Für stimmungsvolle Tanzeinlagen sorgen das Jungdamen- und Jungherrenkomitee mit der Polka „Donner und Blitz“ und der Formation aus „An der schönen blauen Donau“. Ein besonderes Ensemble für die Gäste des Kaffeesiederballs verspricht die Vereinigung Wiener Staatsopernballett mit einer Darbietung aus „Rosen aus dem Süden“.


ballroomdancer’s

What makes the Wiener Kaffeesiederball – the Ball of the Viennese Coffeehouse Owners – one of the highlights of the ball season year after year? It is the blend of the traditional civic ball, the breathtaking ambience of the Hofburg, the 6.000 or so guests, and that special sense of fun that is unique to the Vienna Coffeehouse Owners. The motto this year is „Wiener Blut ”, and our guests can expect a lively evening in the best civic ball tradition,” says KommR Maximilian K. Platzer, the patron of the Wiener Kaffeesiederball.

Le Grand Bal Wiener Hofburg Erfolgreiche Premiere Successful premiere ROMAN LAZIK, OLGA ESINA

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Atmospheric dance interludes will be provided by the Young Ladies’ and Gentlemen’s Dance Committee with the „Thunder and Lightning” polka and the „Blue Danube” formation dance. The Association Vienna State Opera Ballet has promised a special ensemble for the ball guests with a performance from „Roses from the South”. There will be a special midnight interlude to look forward to, presented by Christoph Wagner-Trenkwitz and conducted by Uwe Theimer, featuring, amongst others, performances of Cole Porter songs by Sigrid Hauser, including „Begin the Beguine” from „Jubilee”, and by Axel Herrig with „I’ve got you under my skin” from „Born to Dance” as well as extracts from „Kiss me, Kate”. The other items on the varied and exciting programme will guarantee an evening of exhilarating dancing pleasure right through to the early hours.

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he 2013 ball season at the Hofburg in Vienna was opened by the Director of the Hofburg, Mag. Renate Danler, with the ceremonial premiere of LE GRAND BAL. The New Year’s Eve celebration with its artistic highlights fully lived up to its title „La Nuit de l’Amour”. The unique atmosphere, the breathtaking production, the first-class artistic programme and the exquisite gala dinner attracted over 2.500 guests to the former imperial residence. Artistic highlights were provided by the debutants of the Elmayer Dance School, Vienna State Ballet first soloists Olga Esina and Roman Lazik with choreographer Boris Nebyla, Vienna State Opera soloist Alexandra Reinprecht, Volksoper soprano Barbara Payha and Isabell Seebacher and Kip Wilborn. The stage and costume designer Christof Cremer was responsible for the producwww.legrandbal.at tion of the New Year’s Eve celebration.

56. Ball der Wiener Kaffeesieder 56th Ball of Viennese Coffeehouse Owners Datum/Date: Freitag/Friday, 8. Februar/February 2013 Ort/Venue: Hofburg Vienna & Redoutensäle & Dachfoyer Karten und weitere Information/Tickets and further information: www.kaffeesiederball.at

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ANDREAS TISCHLER/LE GRAND BAL DER WIENER HOFBURG

On 8 February 2013, the ball guests will experience once again what is probably the biggest coffee house in Austria, if not the world. To start the proceedings, the KOMMR MAXIMILIAN K. PLATZER celebrated Vienna State Opera singer Kristiane Kaiser will perform extracts from the operetta „Wiener Blut ” by Johann Strauss the younger, as well as „Liebe, Du Himmel auf Erden” from Lehar’s „Paganini” and „Wien, du Stadt meiner Träume” by Rudolf Sieczynski.

ofburg-Direktorin Mag. Renate Danler eröffnete mit der festlichen Premiere des LE GRAND BAL die Ballsaison 2013 in der Wiener Hofburg. Die Silvester-Nacht stand mit ihren künstlerischen Höhepunkten ganz im Zeichen von „La Nuit de l'Amour". Das einmalige Ambiente, die atemberaubende Inszenierung, das erstklassige künstlerische Programm und das exquisite Galadiner zogen über 2.500 Gäste in die ehemalige Kaiserresidenz. Künstlerische Höhepunkte setzten die Debütantinnen und Debütanten der Tanzschule Elmayer, die Ersten Solisten des Wiener Staatsballetts Olga Esina und Roman Lazik mit Choreograph Boris Nebyla, die Wiener Staatsopern-Solistin Alexandra Reinprecht, Volksopern-Sopranistin Barbara Payha sowie Isabell Seebacher und Kip Wilborn. Der Bühnen- und Kostümbildner Christof Cremer zeichnete für die Inszenierung dieser Silvester-Nacht verantwortlich.

FOTOS

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he 56th Ball of Viennese Coffehouse Owners 2013 – a magnificent and entertaining ball experience in the Hofburg Vienna & Redoutensäle & Dachfoyer !


dancer’sballroom

Donaupokal The Danube Cup Eine Erfolgsgeschichte im Formationssport A story of success in formation dance sport TEXT

PETER KIELHAUSER

A-TEAM HSV ZWÖLFAXING, 2012

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FOTOS

LANDESTHEATER LINZ

FOTOS JOHANNES MAYER


ballroom dancer’s

W

ie so oft stand am Anfang nur eine Idee. Alle Formationen im Donauraum ab Österreich östlich in einem Turnierkreis zusammenzufassen, da dort in den einzelnen Ländern jeweils nur wenige Lateinformationen bestanden. Und deshalb auch zu wenige gemeinsame Möglichkeiten der sportlichen Messung und damit des gegenseitigen Aufbaus vorhanden waren. Deutschland hingegen war schon lange eine Formationsgroßmacht mit so vielen Formationen, dass dort bereits ein ausgeklügeltes Liga-System bestand. Für die Österreichischen Formationen wurde das Turnier gleichzeitig als Bundesligaturnier ausgeschrieben - also insgesamt ein international offenes Bundesligaturnier in der Allgemeinen Klasse.

Im Zusammenhang mit dem Titel Donaupokal ergab es sich da natürlich auch sehr gut, dass die Donauversicherung Sponsor der ersten Stunde war. Auf Nachfragen hin war die Idee prinzipiell nicht neu, aber die Realisierung fehlte bisher. So wurde im Jahr 2003 von einem kleinen Team das sich aus dem HSV Zwölfaxing Tanzsport und dem Formationsclub Perchtoldsdorf rekrutierte, Termin und Ort gesucht, um den ersten Donaupokal zu organisieren. Die Wahl fiel nach Turnier-Recherchen auf einen Termin im Dezember nach der Latein Formations-Weltmeisterschaft und als Austragungsort auf Bad Vöslau in der dortigen dafür geeigneten Thermenhalle. Als Anreiz gelang es, für die ausländischen Formationen die Nächtigungen in Kasernen zu organisieren und dafür keine Gebühren zu verrechnen, ja es gelang sogar, Gutscheine für 6.000 Liter Diesel von weiteren Sponsoren zu erhalten, die als Naturalhilfe für die anreisenden Formationsbusse dienten. So waren beim ersten Donaupokal am 13. Dezember 2003 gleich 18 Latein-Formationen aus zehn Ländern angemeldet und letztlich 12 am Start. Sechs der startenden Formationen waren zuvor auch WM-Teilnehmer. Das Wertungsgericht war international mit sieben Wertungsrichtern aus sieben Nationen besetzt. Der Österreichische Verbandspräsident Hermann Götz fungierte als Turnierleiter und der damalige Sportdirektor Wolfgang Eliasch als Chairman. Der Sieg ging an das Savaria A-Team aus Szombathely, Ungarn, das auch Finalist der WM und EM war vor dem A-Team des HSV Zwölf-axing. Das erste Donaupokalturnier war zusätzlich noch mit einem Schülerturnier gekoppelt, das mit 20 Paaren in der Wertung nicht schlecht besucht war. Der Start der Donaupokalserie war gelungen. Es darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass im Rahmen der Austrian Open Championships jährlich ebenfalls ein International offenes Latein Formationsturnier ausgetragen wird, das schon vor dem Donaupokal bestand. Dieses Turnier ist aber auf etwa zehn startende Formationen begrenzt. Teil der ursprünglichen Idee war, dass der Donaupokal nun in mehreren Ländern entlang der Donau jährlich stattfinden oder zumindest Ansporn sein sollte, dass in weiteren Ländern solche

internationalen Formationsturniere organisiert würden. Dies ließ sich nicht so leicht realisieren, aber der Keim war schon gelegt, wie sich bald zeigen sollte. So wurde nun jedes Jahr ein Donaupokalturnier in annähernd gleicher Form organisiert. Ab 2005 wurde der jeweilige Donaupokal in Perchtoldsdorf durchgeführt, wo 2010 eine neue Halle zur Verfügung stand. Eine Basis für die Anreise ausländischer Formationen blieb die Unterkunftsmöglichkeit in Kasernen, die von fast allen genutzt wurde. Es gab auch immer wieder sportliche Weiterentwicklungen im Starterfeld. 2008 wurde statt der Breitensportklasse die 2. Bundesliga ins Leben gerufen und dann folgend noch die Hobbyliga für ganz neue Formationen. Seit 2008 konnte das A-Team des HSV Zwölfaxing den erstmalig errungenen Donaupokalsieg bisher jedes Jahr verteidigen. Den Österreichischen Staatsmeistertitel hat dieses Team seit 2004 nunmehr neunmal in Folge erringen können. Das Team als solches ändert sich laufend durch eine natürliche Fluktuation - neue Formationstänzer treten in die Spuren der Vorgänger und es waren immer wieder andere Trainer am Erfolg beteiligt, aber der Teamgeist selbst konnte unverändert stark weitergetragen werden. In den Jahren 2005 und 2008 wurde der Donaupokal gemeinsam mit der Österreichischen Staatsmeisterschaft durchgeführt, um für Sport und Publikum ein interessanteres Starterfeld zu gewährleisten. Inzwischen gibt es jährlich mehrere international offene Latein Formationsturniere in Ungarn und Polen, zu welchen man sich nach Möglichkeit gegenseitig besucht. Und es werden immer mehr. Der 10. Jubiläums-Donaupokal wurde wieder - so wie der erste - in Bad Vöslau realisiert und ging am 15. Dezember 2012 in neuer Organisation von HSV Zwölfaxing gemeinsam mit Blau-Grün Wien erfolgreich und harmonisch über die Bühne. Zusätzlich wurden fast alle Turniere der Donaupokalserie entweder vom ORF übertragen oder waren wie zu Beginn als Live-Stream im Internet zu verfolgen. Zusammengefasst ist die Donaupokalserie zum größten internationalen Turnier für Lateinformationen außer EM und WM geworden. Folgende 12 Nationen waren bisher dabei: Belgien, Bulgarien, Deutschland, England, Niederlande, Polen, Serbien, Tschechien, Ungarn, Ukraine, Weißrussland und Österreich. Die Gründungs-idee ist in etwas abgewandelter Form - über den Donauraum hinaus - Realität geworden, hat weitere internationale Formationsturniere bewirkt und der Donaupokal selbst ist aus dem jährlichen Turnierkalender vieler Formationen kaum mehr wegzudenken. Darum sei zum Schluss allen gedankt, in welcher Position sie auch immer mitgewirkt haben und diese Turnierserie unterstützt haben. Sie mögen dies auch in Zukunft mit derselben Begeisterung für diesen Sport tun wie bisher für möglichst viele weitere Donaupokalturniere. 1/2013

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dancer’sballroom

A

t the beginning there was only an idea - as so many times. To cluster all dance sport formations in the Danube area east of Germany in a single tournament area, because there were only a few latin formations in each of the respective countries. And therefore not existing enough competitions for sportive comparisons and quality development. In Germany, being for long a formation dance sport super power, there was yet a league system in place. For Austrian formations this tournament was as well categorised as national league competition - turning out to become all over an international open league tournament in amateur class.

TEAM DOUBLE V, NIEDERLANDE, 2003

As to the competition title as Danube Cup it coincided very well that the Danube Insurance acted as a sponsor of the first moment. It turned out, that the idea of a Danube Cup was not really new, but not yet put in place. In 2003 by a small team out of the two clubs HSV Zwölfaxing Dance Sport and Formation Club Perchtoldsdorf there were sought possible date and place to organise the first Danube Cup. Choice fell on a December date after Formation World-Championships and Bad Vöslau, south of Vienna, at the so called Thermenhalle as place of performance.

A-TEAM HSV ZWÖLFAXING, 2003

As teaser for foreign formations to join this tournament is was possible to organise accommodation in military barracks for free and further vouchers for 6.000 litres of gasoil to support the formation bus travels. So there were 18 latin formations from ten different countries announced at the first Danube Cup at December 13, 2003. Finally twelve were starting out of which six formations were world championships participants.

A-TEAM HSV ZWÖLFAXING, 2003

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The adjudicator panel was international consisting of seven judges from seven nations. As master of ceremony the president of the Austrian Dance Sport federation, Hermann Götz, was acting and as Chairman Wolfgang Eliasch, that time Sport Director of the federation. The 1st place went to the Hungary, Savaria A-Team from Szombathely, being as well WC and


ballroom dancer’s

EC finalist, the 2nd place to the A-Team of HSV Zwölfaxing. The first Danube Cup was combined with a Juvenile competition, which was well staffed with 20 couples in the results. The head start of the Danube Cup was a success. In this context it has to be mentioned, that there was already existing an international open latin formation competition in the frame of the Austrian Open Championships, but limited to about ten starting formations. Part of the primary idea was. That this Danube Cup should be performed yearly in different countries along the Danube river. Or at least it should figure as incentive to organise such international tournaments in the respective countries. However, realisation was not easy, but the nucleus was laid as it turned out in the wake of the following years. Henceforth there was organised a Danube Cup in about the same way every year. From 2005 onwards Danube Cup was performed in Perchtoldsdorf, where 2010 a new sport hall was available. A main base for participation of foreign formations remained the accommodation possibility in military barracks, which nearly all of them were using. There were as well developments on the sports side. 2008 there was introduced the 2. National league for unlicensed formations and later a Hobby league for totally new formations.

harmonic at December 15, 2012 by a new organisation team out of HSV Zwölfaxing together with Blau-Grün Wien. Further nearly all tournaments of the Danube Cup series were transmitted by ORF or as in the beginning by Live-Stream in the internet. In Summary the Danube Cup series turned out to be the biggest international competition for latin dance sport formations apart from EC and WC. The following nations participated in this series: Belgium, Belorussia, Bulgaria, Czechia, England, Germany, Hungary, Netherlands, Poland, Serbia, Ukraine and Austria. The founding Idea – in somewhat derived form going further than the Danube area – was turned into reality. It has provoked further international formation tournaments and the Danube Cup itself has got a fixed place in the yearly competition calendar of many formations throughout Europe. Therefore there have to be many thanks to all, in whatever position they have supported this tournament series. They are invited to continue in future with the same enthusiasm for this beautiful and attractive sport for many more Danube Cup tournaments.

Since 2008 the A-Team from HSV Zwölfaxing could defend the victory of the Danube Cup henceforth every year. The title of National Champion this team could win since the year 2004 now nine consecutive times. Such a team per se changes by natural fluctuation - new formation dancers step in the lines of their predecessors trained by a sometimes changing trainer team - but for this team it was possible to carry through enthusiasm and team spirit despite all changes. Meantime there are fortunately more international open formation tournaments in Hungary and Poland, where the formations use the possibility to meet. And the number is increasing. The 10th anniversary Danube Cup was performed again - as the first one - in Bad Vöslau and was organised successfully and very

A-TEAM HSV ZWÖLFAXING, 2012

EIN WENIG STATISTIK - SOME STATISTICS Danube Cup 2003 Danube Cup 2004 Danube Cup 2005

12 formations 15 formations 17 formations

Danube Cup 2006 Danube Cup 2007 Danube Cup 2008

24 formations 33 formations 14 formations

Danube Danube Danube Danube

22 formations 19 formations 24 formations 19 formations

Cup Cup Cup Cup

2009 2010 2011 2012

7 Nations 1st Savaria, HUN 2nd HSV Zwölfaxing A-Team 9 Nations 1st Savaria, HUN 2nd HSV Zwölfaxing A-Team 7 Nations (incl. National Championships formation Latin) 1st Savaria, HUN 2nd HSV Zwölfaxing A-Team 10 Nations 1st Savaria, HUN 3rd HSV Zwölfaxing A-Team 7 Nation 1st Takt Zomar, POL 3rd HSV Zwölfaxing A-Team 3 Nations (incl. National Championships formation Latin) 1st HSV Zwölfaxing A-Team 3 Nations 1st HSV Zwölfaxing A-Team 5th HSV Zwölfaxig B-Team 5 Nations 1st HSV Zwölfaxing A-Team 2nd Schwarz.Gold Wien A-Team 5 Nations 1st HSV Zwölfaxing A-Team 2nd Schwarz.Gold Wien A-Team 5 Nations 1st HSV Zwölfaxing A-Team 3nd Schwarz.Gold Wien A-Team 1/2013

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dancer’sballroom

S

eit den ersten Jahren der Austrian Open Championships (AOC) wurden die Bewerbe immer am dritten Wochenende im November in der Wiener Stadthalle durchgeführt. War es zu Beginn (1994) eine zweitägige Veranstaltung mit 300 Startmeldungen, so konnten im Laufe der Jahre immer mehr aktive Tanzsportler zur Teilnahme gewonnen werden. In den letzten Jahren überschritt das Starterfeld regelmäßig die 2.000er-Grenze - damit haben sich die Austrian Open Championships in den 19 Jahren ihrer Geschichte zum größten Tanzsport-Turnier im Herzen Europas entwickelt.

fekte Arbeit in der Großveranstaltung.

Planung

und

Durchführung

dieser

2012 fand sich wieder ein absolutes Highlight im Programm: Die Weltmeisterschaft in den Lateinamerikanischen Tänzen - und auch 2013 wartet die Veranstaltung mit einem ganz besonderen Zuckerl auf: Wie schon 2010 wird auch heuer wieder das Weltmeisterpaar in der Kombination über 10 Tänze in Wien ermittelt! Die Wiener Walzer Konkurrenz - ein einzigartiger Bewerb - ist fixer Bestandteil der AOC und wird 2013 bereits zum 47. Mal ausgetragen. Seit 1994 ist die Wiener Walzer Konkurrenz international offen ausgeschrieben und ermöglicht Tanzschülern, Senioren, Kindern, Staatsmeistern und WM-Teilnehmern gemeinsam bei diesem Turnier zu starten. Die nächsten Austrian Open Championships finden vom 15. - 17. November 2013 in der Wiener Stadthalle statt. Nähere Informationen finden Sie unter: www.austrianopen.at Kontakt: communications@tanzsportverband.at

S

ince the early years of the Austrian Open Championships (AOC), the competitions were carried out on the third weekend in November at the Wiener Stadthalle. Starting as a two-day-event with 300 participants in 1994, over the years more and more active dance athletes decided to participate. In recent years, the starting field regularly exceeds 2,000 athlets - this made the Austrian Open Championships the largest dance sport event in the heart of Europe. Juveniles, Juniors and Youth, as well as Adults and Seniors - they all find their competitions in Standard and Latin dances over three days and parallel in two spacious competition halls. Over the years and due to charming and exemplary organization, the Austrian Open Championships gained for outstanding reputation within the World Dance Sport Federation (WDSF). Perfection in planning and performing this major event found its approval in the awarding of numerous European and World Championships in Standard, Latin dances and Ten Dance.

ANNA LUDWIG-TCHEMODOUROVA UND ZUFAR ZARIPOV

Synchron laufen an drei Tagen und in zwei großen Hallen Bewerbe für alle Altersgruppen - die Schüler-, Junioren- und Jugendklassen haben ebenso ihren Platz wie die Allgemeine Klasse und die Seniorenklassen - und das in den Standard- und den lateinamerikanischen Tänzen. Die Austrian Open Championships konnten sich über die Jahre ihres Bestehens durch Charme und vorbildliche Organisation einen hervorragenden Ruf innerhalb des Welt-Tanzsport-Verbandes (WDSF) erwerben. Die Vergabe zahlreicher Europa- und Weltmeisterschaften in den Standardtänzen, den Lateinamerikanischen Tänzen und der Kombination waren der Lohn für die per86

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The AOC 2012 top event was the World Championship in the Latin Dances - and 2013 waiting for the next international top highlight to come: As early as 2010, Vienna will again be the venue for the World Ten Dance Championship! The Viennese Waltz Championship - a unique competition since 47 years - will again be an integral part of the AOC 2013. Since 1994, the participation is open to the world and allows all competitors - dance students, seniors, children, masters and championships participants to meet on the dancefloor. The Austrian Open Championships 2013 will take place from November 15th to 17th at the Wiener Stadthalle. For more information, please visit: www.austrianopen.at Contact: communications@tanzsportverband.at


ballroom dancerâ&#x20AC;&#x2122;s

Austrian Open Championships

Das internationale Tanzsport-Highlight seit 1994 The international dance sport highlight since 1994 TEXT

PETER KIELHAUSER

FOTOS ERWIN POSCHNER

ANNA LUDWIG-TCHEMODOUROVA UND ZUFAR ZARIPOV

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dancer’sballroom

Senior Affairs

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anzen ist zeitlos. Tanzen verbindet Generationen. Und natürlich: Tanzen hält jung. Obgleich man im österreichischen Tanzsport bereits ab 30 Jahren zu den sogenannten „Senioren“ zählen darf, international ist es längstens fünf Jahre später soweit. Vielleicht mag diese Terminologie im Deutschen hie und da einen fahlen Beigeschmack genießen, beleuchtet man jedoch ihre Verwendung im angloamerikanischen Sprachraum, bezeichnet sie dort – speziell im beruflichen Umfeld – langjährig erfahrene, kompetente Personen. Menschen mit Rang und Namen. Namen hatten auch die heimischen Turniertanzsportler der „30+“-Generation schon immer, allein mit definierten Rängen haperte es. Titelturniere waren stets auf die „Allgemeine Klasse“ ausgerichtet, und natürlich hatte man auch auf den jungen Nachwuchs nicht vergessen. Trotzdem sich jedoch eine konstant steigende Anzahl aktiver Turniertanzpaare der Altersklassen über 30, über 45 und über 55 verzeichnen ließ, existierten mit Ausnahme der jährlichen Österreichischen Meisterschaft (ÖM) keine weiteren entsprechenden Qualitätsturniere. Zahlreiche „Senioren“ fühlten sich zusehends innerhalb ihrer Sportart „ins Hinterzimmer verdrängt“, wie sich Kurt Dvorak, Präsident des Tanzsportklubs Juventus Wien, erinnert: „Es galt, ein Konzept zu erarbeiten, das dem Seniorentanzsport einen verdienten, hohen Stellenwert einräumt.“

Die „Bundesländercups“ bringen den Senioren-Tanzsport auf die Überholspur Regional Dance Cups taking Senior Ballroom Couples to the fast track TEXT

GERALD AIGNER

Die Planung hierzu war rasch unter Dach und Fach gebracht. Auf dem Wunschzettel standen großzügig dimensionierte Turnierflächen, ein umfassender Pool an Wertungsrichtern und Maßnahmen zur Förderung von Publikumsinteresse. Darüber hinaus galt es, Tanzsportklubs zu motivieren, derartige Turnierveranstaltungen zu organisieren und auszurichten - wohlwissend, dass ein solches Vorhaben vor allem anfangs immer auch ein nicht zu vernachlässigendes finanzielles Risiko birgt.

FOTOS MAG. MARKUS SIEBINGER

PHILIPP UND SANDRA KAUFMANN

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„Die Turniere sollten als Serie und in jeweils unterschiedlichen Bundesländern stattfinden“, beschreibt Kurt Dvorak einen Eckpfeiler des zusammen mit Anton Max erstellten ersten Brainstormings. „Außerdem regten wir an, keinen Wertungsrichter hierfür mehrfach pro Jahr einzusetzen.“ Zur


ballroom dancer’s

Realisierung schlug man vor, bei der Terminwahl vor allem jene Wochenenden zu berücksichtigen, an denen bereits eine TanzsportVeranstaltung mit entsprechender Bedeutung anberaumt war, wie etwa Meisterschaften. „Da lassen sich Synergieeffekte nützen etwa internationale Wertungsrichter, die man somit bei einem weiteren Bewerb zum Einsatz bringen kann, was sich natürlich auch in Bezug auf Kosten und Aufwand rentiert“, wusste Dvorak monetäre und logistische Aspekte mitzuberücksichtigen. Das Beispiel einer Meisterschaft an einem Tag und dem Bundesländercup am anderen könnte zudem auch für mehr Publikumszustrom sorgen. Alle Vorschläge und Konzepte wurden dem Österreichischen Tanzsportverband vorgelegt, der für die notwendigen Genehmigungen solcher Pilotprojekte verantwortlich zeichnet. Wolfgang Eliasch, damals Sportdirektor und heutiger Verbands-Vizepräsident, unterstützte die Idee von Anfang an. Am 24. Februar 2007 ging der erste dieser neuen Bewerbe, welche fortan als „Bundesländercups“ geführt wurden, in Mauerbach bei Wien über die Bühne, beziehungsweise Tanzfläche. 73 Paare der Altersklassen Ü30/45/55 waren am Start, 4 Wertungsrichterpanels im Einsatz. In Oberndorf (Salzburg) wurde am 2. März 2008, anschließend an die Österreichische Meisterschaft in den lateinamerikanischen Tänzen, ein weiterer solcher Bewerb durchgeführt. Innsbruck folgte am 21. September desselben Jahres. „Das Pilotprojekt der Bundesländercups war ein Riesenerfolg“, blickt Mitinitiator Kurt Dvorak heute zufrieden zurück, und ergänzt: „Als der Verband dann auch noch die Aufstiegspunkte jenen gleichstellte, die bei einer Landesmeisterschaft gelten - nämlich mit eineinhalbfachem Wert - schlugen diese Veranstaltungen so richtig ein.“ Die „Tanz-Senioren“ wussten ihre Bundesländercups, auch wenn es sich dabei um keine Ranglistenturniere handelt, zu schätzen: 104 startende Paare verzeichnete etwa der Bewerb vom 10. Mai 2009 in der Wiener Stadthalle, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch die Restriktion bestanden hatte, dass ein Antritt lediglich in einer einzigen Altersklasse pro Disziplin gestattet wurde. Heute ist ein Starterfeld von 150 bis 200 Paaren bei einem Bundesländercup keine Ausnahme mehr, sondern zeichnet eher das reguläre Bild. Und die vermeintlichen „Oldies“ des Tanzsports beweisen damit eindeutig, wie engagiert ihre Altersklassen übers Parkett fegen - mit einer ganz und gar jungen, erfolgreichen Projektidee als Erfolgsrezept.

D

ancing is timeless. Dancing connects generations. And of course: Dancing keeps young. Even though in Austrian dancesport couples over 30 may rank amongst „seniors“, five years earlier than on the international parquet. Compared with the working world, senior sounds somewhat superior, higher ranking. However, in common German language it rather describes an old-timer. Looking at the tournaments provided, Austria didn’t have a lot to offer for its senior tob nobs. Dedicated ranking ballroom competitions were for Adult and Youth classes in the first instance, even though the number of senior couples over 30, 45 and 55 was constantly rising. Sadly, their only high quality tournament were the

PHILIPP UND SANDRA KAUFMANN

Austrian Senior Championships once a year. Many seniors therefore felt being upstaged. „It was time to come up with a concept giving our ‘seniors’ an essential role on the competition agenda”, reflects Kurt Dvorak, president of Juventus Dance Club Vienna. Plans got sewn up quickly. The wish list included spacious competition floors, a large pool of adjudicators and of course some marketing work. Furthermore, local dance clubs had to be spurred to set up such events - knowing well that such a project might also bear some financial risk, especially at its introduction. „Those competitions should span a whole sequence in different provinces”, Kurt Dvorak describes one of the cornerstones of his idea, initially developed together with Anton Max. „We also suggested not appointing an adjudicator more than once a year within those series.” To find suitable competition days they encouraged to focus on championship weekends. „Organisers could benefit from synergy effects - like foreign adjudicators who might then judge a second tournament on the same weekend”, Dvorak considered monetary and logistic aspects as well. Besides, having two attractive competitions on one weekend might also contribute to larger public interest and visitors. All suggestions were presented to the Austrian Dancesport Federation, the holding organisation being in charge of approval. Wolfgang Eliasch, sports director at that time and today’s vice president, supported the idea from the very beginning. On February 24, 2007 the first one of this new tournaments, from then on called „Regional Dance Cups”, took place in Mauerbach near Vienna. 73 couples attended. Oberndorf (Salzburg) followed on March 2, 2008, right after the Austrian Latin Championships. Another competition was held on September 21 in Innsbruck. „This pilot project proved to be great success”, co-initiator Kurt Dvorak retrospects and adds: „As soon as the Austrian Dancesport Federation then decided to equate the ranking points with those of adult regional championships - multiplied by the factor 1.5 those cups became a real ten-strike.” The „ballroom seniors” quickly started to treasure their Regional Dance Cups, even though they are no common ranking tournaments: there were 104 couples competing on May 10, 2009 in Vienna despite the restriction of a single age class start only per day and discipline. Today, the average field comprises between 150 and 200 couples per Regional Dance Cup. And our alleged „dancesport old-timers” prove how dedicated their age classes knows to burn the dancefloor - with an altogether young formula for success. 1/2013

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dancer’smedia partnership

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partner of „Danzainfiera”

Danzainfiera 2013: an octave „higher”! The event that makes the world dancing! 21-24 February 2013 - Florence, Fortezza da Basso

A

magic atmosphere takes shape again in 8th edition of Danzainfiera: the most important international dance event proposing a full program with special showcases, an octave „higher” everything seen in the dance world since now: unpredictable meeting point for dance-addicted and professionals like masters and guests to get in touch and face up. All these elements convert Florence in world dance capital, giving space to every dance style, no one excluded. Confirm their presence at Danzainfiera: Expression, one of the most important European competition that always enclosed Dif and Musical: the competition, organized

by Professione Musical, with prestigious judges searching for new talented dancers winning high-level training courses. Dif confirms also important choreographic showcase MetroTalent, dedicated to young companies. Danzainfiera is the ideal place to turn on talent changing passion in work and everyday is the right day to find new opportunities, higher professional goals, as unfailing MAB special eliminatory for Premio di Danza Classica Maria Antonietta Berlusconi, dedicated to young dancers. More over selections for competition „Anna Pavlova” dedicated to solo dancers, as well as dozen of lesson, and auditions for important scholarships in world recognized Italian and foreign academies.

Hip Hop, the most widespread dance style among young people, is once again protagonist in 3 thrilling edition of Five Skillz, contest on 5 different hip hop’s disciplines… but we are also proud to announce an intercontinental incredible novelty: Danzainfiera 2013 is going to host Italian selection for Dance@Live final, the biggest Japanese 1 vs. 1 contest involving 1 million people every year from all over the world. Dance studios can show their talent too, in every dance discipline, taking part in a lot of different showcases: Dance Parade International, open to all disciplines, Junior Parade under 14 years exhibitions and prestigious Armonie di Danza organized by Russian Ballet Society. www.danzainfiera.it


I

m Al Caminetto – nur eine Minute von der Wiener Staatsoper entfernt – verwöhnt Mario Collot, der Padrone, persönlich seine Gäste mit italienischen Spezialitäten: frische Fische (Branzino, Orata), Frutti di Mare, Linguine al Scampi und dazu knackige Salate. Eine besondere Köstlichkeit und äußerst empfehlenswert sind Marios Miesmuscheln in Tomaten- oder Weißweinsauce sowie die gegrillten Messermuscheln. Natürlich erfreuen den Italienliebhaber immer wieder Pasta in verschiedenen Variationen sowie Pizze frisch aus dem Ofen. Begleitend zu den Speisen werden Weine aus den besten Anbaugebieten Italiens kredenzt, die man im Al Caminetto auch glasweise verkosten kann.

Caminetto speciale FrischeOrata € 9,50

1010 Wien, Krugerstrasse 4 Reservierungen unter Tel. 01 513 97 79

Ristorante

Al Caminetto


Wiens W iens großes g Haus fü für ür Operette, Oper, Op per, Musical und u Ballett IInfo: nfo: + +43/1/514 43/1/514 44-3670 4 4-3670 · ttickets@volksoper.at ickets@volksoper.at · www.volksoper.at www.volksoper.at

operette ab 201 2013 13

oper ab b 2013

musical m usica al ab 2013

ballett ba allett ab 2013

Premiere

Premieren

Repertoire

Premieren

Frau Luna

Wagners RING an einem Abend Die verkaufte Braut Der Wildschütz

Kiss me, Kate Die spinnen, die Römer! My Fair Lady Candide

Ein Sommernachtstraum Kreation und Tradition

Repertoire Die Fledermaus Die lustige Witwe Wiener Blut Die Csárdásfürstin

Repertoire Carmen Der Barbier von Sevilla Die Zauberflöte Rigoletto Der Manter/Gianni Schicchi Das Wundertheater/ Der Bajazzo

Repertoire Blaubarts Geheimnis Max und Moritz

Ausgabe/Issue 1/13  

dancer's magazine 1/13

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