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Hochschule Musik und Theater Zürich

szene 3, 2001 Magazin der Hochschule Musik und Theater Zürich Mitglied der ZFH

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Theater Hochschule Zürich

Fest der ­Hochschule Musik und Theater Zürich Theater Hochschule Zürich, Gessnerallee 9 – 11 Donnerstag, 1. März bis Sonntag, 4. März

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Donnerstag, 1. März 18 Uhr Berufsinformation. Vorstellung der künstlerischen Berufe, die in der Zürcher Fachhochschule ausgebildet werden 20 Uhr Theatersport. Premiere Freitag, 2. März 18 – 24 Uhr Musik, Kunst und Theater in allen Räumen Samstag, 3. März 15 – 19 Uhr Musik, Kunst und Theater in allen Räumen 18 Uhr «Die Tochter des Ganovenkönigs», Premiere Ab 20 Uhr Wir feiern – essen, trinken, singen, spielen, musizieren, tanzen … Sonntag, 4. März 15 – 19 Uhr Musik, Kunst und Theater in allen Räumen

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szene 3, 2001 Magazin der Hochschule Musik und Theater Zürich

Hochschule Musik und Theater Zürich

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Ein Mann, eine Frau, in der Krise. Der Mann liebt Fernsehfussball­reportagen und Strapse, die Frau erwartet reale, liebende Zu­neigung, er das kalte Bier. Er wirft ihr Betrug vor. Sie findet ihn langweilig, uninteressiert und sucht andere Erfahrungen. Er lädt eine Frau aus einer Kontaktanzeige ein. Es kommt die eigene Frau. Sie ziehen sich in den Kühl-schrank zurück, sie verschliessen die Tür, entfernen sich aus unserem Gesichtsfeld. Einer Schröderschen Katze gleich, existieren die Beiden nun in vielfältiger Form. Gleichzeitig erscheinen sie in unseren Axonen und Dendriten, alle diese tiefschwarzen und verklärten Vorstellungen von menschlich-mög­lichem Handeln, auch wunderlichste Gedanken, die das Verstehen von uns selbst erschüttern können. Bringt er sie um, macht er sie hin, rottet sie aus, befreit sie sich, erdrosselt sie ihn, ersticht sie ihn, ersticken, erfrieren sie oder lieben sich, wärmen sich aneinander? Die Kühlschranktür öffnet sich langsam. Das Paar tritt befriedigt aus dem Kühlschrank, das Orchester spielt und die Beiden singen. Wieder entsteht Gleichzeitigkeit. Wir werden traurig, weil wir wissen, dass dieser Mann und diese Frau auch nach dem Heraustreten aus dem Eisschrank die Eifersucht als mögliches Beziehungswerkzeug noch immer in sich haben und wir sind skeptisch, weil Eros eben doch auch der Sohn seines Vaters Chaos ist und ein Trost erfüllt uns, weil Liebe nicht Tod macht. Wir verlassen den Theaterraum, gleichzeitig einsam, hingezogen zu Anderen, in heftiges Gespräch verwickelt über Beziehungen, Ver­­­­ant­­wortung, Versprechen, Misstrauen, Hin­­­wendung. Wir leben heftiger, für kurze Zeit. Künstlerinnen und Künstler haben uns in ein Beziehungsnetz hinein verwickelt. Sie haben in ihrem Beruf zusammengearbeitet, sie mussten ihr Handeln nicht rechtfertigen. Sie haben ohne Filter gewirkt, direkt in die Neuronen hinein, nicht bei allen gleich heftig. Keine Erfahrung im Zuschauerraum gleicht der anderen. Und wir nehmen wieder mal was mit. Was Verändertes. Die Kunst dieser Menschen, erfordert Fähigkeiten von besonderem Wert. Kreativität, Intuition, Teamfähigkeit, Fantasie, Disziplin, Selbstmanagement und Beherrschung der In­strumente, ihr Handwerk. Seit dem 1. September 1999 arbeiten Musiker, Musikerinnen und Theaterschaffende in der HMT Hochschule Musik und Theater Zürich zusammen und die anderen, die an derartigen Abenden rund um die Kühl-

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schränke mitarbeiten, die Autoren/innen, die Bildner/innen für die Bühnen- und Kostümobjekte, die Videokünstler/innen und Filmer/ innen, die Choreographen/innen, die Tänzer/innen, die Programm­ heftgestalter/innen, die Zuschauersitzdesigner/­innen, sie sind noch nicht dabei. Gelegentlich treffen sie sich in Vernissagen, Aufführungen, gemeinsamen Unterrichtsmodulen. In den Konzertsälen an der Florhofgasse 6 in Zürich und der Tössertobelstrasse 1 in Winterthur bieten Studierende und Dozierende ein reiches Pro-gramm an. Mit diesen Auf­führungen an den verschiedenen Standorten stärken sie das kulturelle Leben. Strassen-, S- und Autobahnen sind für die Studierenden die Verbindungsräume von einer Produktions- und Übungsstätte zur anderen. Auf der Kulturinsel in Zürich mit ihren diversen Theaterräumen wird durch die Forschungsarbeit im «Theater an der Sihl» das Experimentierfeld Theater gestärkt. In der Stadt Zürich herrscht Aufbruch. Kunst ist Thema. Die bestehenden und erfolgreichen Theater haben einen neuen Mitstreiter erhalten. Einen neuen Direktor mit einem neuen Ensemble und guten wirtschaftlichen Ressourcen. Das Team schenkt den Interessierten in kurzer Zeit ausserordentliche Aufführungen und katapultiert die Studenten/innen in den Mainstream der Theaterwelt. Und im Zentrum für gemeinsame Forschungsarbeiten mit Versammlungsge­ legenheiten jenseits von herkömmlichen Konzert- und Theaterräumen, zentral gelegen, hochtechnisiert mit in die Zukunft weisenden audio-visuellen Systemen ausgerüstet, in den alten Zeughäusern und auf dem Kasernenareal, verbunden mit der Möglichkeit Existenzgrün­ dungen zu fördern, Kongresse abzuhalten, arbeiten alle Künstlerinnen und Künstler, Werdende und Arrivierte zusammen mit kleinen und mittleren Unternehmen. An der Sihl ist ein intermediales Zentrum für Forschung und Kongresse entstanden. Die Kunst Hochschule Zürich ist ein Kompetenzzentrum in der Zürcher Fachhochschule. Sie arbeitet und forscht an einer besonderen Form der Komplementarität. Eine Vision im neuen Jahrtausend. Vom 1. bis 4. März 2001 laden wir alle Interessierten ein: Kunst auf der Insel. Peter Danzeisen, Rektor Hochschule Musik und Theater Zürich

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Ausbildung zum Orchestermusiker und Orchesterakademie 2000

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Zum neuen Orchesterausbildungs­konzept an der Musikhochschule Winterthur Zürich Ein Beitrag von Johannes Degen Die Orchesterakademie wird jedes Jahr während der unterrichtsfreien Zeit im September durchgeführt. Beteiligt daran sind Studierende der Schweizerischen Musikhochschulen. In diesem Jahr waren es vor allem Studierende des Conservatoire de Musique de Genève und der Musikhochschule Winterthur Zürich. Als Dirigent war Emmanuel Krivine verpflichtet, der auch das Programm mit Stravinskis «L’Oiseau de Feu» und der «Alpensymphonie» von Richard Strauss ausgewählt hatte. Leider musste Emmanuel Krivine aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. In kurzer Zeit einen Ersatz zu finden, war keine leichte Aufgabe. Glücklicherweise hat sich der deutsche Dirigent Heinz Wallberg zur Verfügung gestellt und damit die Durchführung der Orchesterakademie 2000 gesichert. Heinz Wallberg hat das Programm unzählige Male dirigiert, und dank seiner grossen Erfahrung wurde die Probenarbeit sehr fruchtbar. Während der ersten Woche der Akademie, die in Genève durchge-führt wurde, haben Stimmführer des Orchestre de la Suisse Romande und Dozierende der beiden Musikhochschulen Registerproben geleitet. Die Einstudierung der Werke lag in den Händen von Marc Kissóczy. Die Schluss-proben in Zürich sowie die beiden Konzerte in der Tonhalle Zürich und der Victoria Hall in Genève dirigierte Heinz Wallberg. Das Konzert in Zürich wurde von der ZEPRA (Zentrum für professionelle Audiotechnik, Leitung Jürg Jecklin), das Konzert in Genève von Espace 2 aufgezeichnet.

Das grösste Kompliment ist aber den jungen Musikerinnen und Musikern zu vergeben. Sie haben mit Ihrem Einsatz, mit dem «feu sacré», das der Jugend eigen ist, die Konzerte zum Höhepunkt des Schuljahres werden lassen. Dies alles erfüllt die Verantwortlichen mit Freude und Stolz. Man hat die Gewiss-heit, auf dem richtigen Weg zu sein und ist motiviert, das Projekt Orchesterakademie auch in Zukunft zu realisieren. Trotzdem stellt sich die Frage, wie die Ausbildung zum Orchestermusiker in Zukunft aussehen soll. Die Frage stellt sich vor allem, weil anlässlich von Probespielen immer wieder mit Bedauern festgestellt wird, daß sehr selten eine Absolventin oder ein Absolvent einer Schweizerischen Musikhochschule ein Probespiel gewinnt.

Ausbildung zum Orchestermusiker – quo vadis ? Die Orchesterausbildung an der Musikhochschule Winterhur Zürich beginnt bereits im Grundstudium. Streicher und Bläser erlernen in kleinen Gruppen die Grundlagen des Ensemblespiels. Im Hauptstudium werden alle Studie-renden für die regelmässig stattfindenden Orchesterprojekte eingeteilt. Ergänzt wird die Ausbildung durch den Unterricht im Blattspiel, der durch eine spezielle Prüfung abgeschlossen wird. Mit dem Kammermusikunterricht werden die Studierenden zudem von erfahrenen Dozierenden im Zusammenspiel ausgebildet.

Fotos: Patrick Gutenberg

Grossprojekte verlangen immer eine intensive administrative Vorbereitung. Hier haben Jacques Ménétrey und Lehel Donath Hervorragendes geleistet und einmal mehr bewiesen, daß eine Zusammenarbeit über die Sprachgrenze hinaus durchaus sehr gut möglich ist.

Die Realisation einer Orchesterakademie sprengt den finanziellen Rahmen der Hochschulen. Die Durchführung konnte dank grosszügiger Beiträge folgender Stiftungen und Firmen ermöglicht werden: Goethe-Stiftung, Oertli-Stiftung, Veranstaltungsfonds Musikkollegium Winterthur, Landis & Gyr, Fondations Leenaards, Lombard-Odier, Mirabaud & Cie., Loterie Suisse Romande, La Genevoise Assurance, Département Instruction Publique Genève und Ville de Genève. Ihnen allen sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt.

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Ausbildung zum Orchestermusiker und Orchester­ akademie 2000

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In allen Studiengängen ist das Erlernen eines Variantinstrumentes Pflicht. Neu werden die Studierenden, die ein Orchesterdiplom anstreben, speziell im Fach Orchesterstellen auf ihre zukünftige Tätigkeit vorbereitet. Das Vordiplom wird in diesem Studiengang in Zusammenarbeit mit den Berufsorchestern von Zürich und Winterthur abgehalten. Dadurch soll der Vergleich mit der Probespielsituation hergestellt werden. Ziel der Musikhochschule ist es, im Gegensatz zu früher, nur noch Studierende für das Orchesterdiplom zuzu­lassen, die den Anforderungen von hochqualifizierten Orchestern genügen. Der Massstab ist hoch ansetzt, und dadurch werden wahrscheinlich weniger Studierende als früher die Diplomprüfung bestehen. Es drängt sich die Frage auf, ob junge Schweizer Musikerinnen und Musiker überhaupt noch den internationalen Standards genügen können. In vielen Ländern Europas, vor allem in Osteuropa, beginnt die professionelle Musik-Ausbildung wesentlich früher als in der Schweiz. Musikgymnasien in anderen Ländern sind so strukturiert, daß die jungen Menschen im Alter von 14 bis 17 Jahren die für die instrumentale Grundausbildung notwendige Zeit sinnvoll nutzen können. Junge Schweizer Musiker sind nach der Matura bereits zu alt und der Rückstand ist sehr schwer aufzuholen. Es ist wissenschaftlich erwie-sen, daß instrumentale Fertigkeiten im Alter von 10 bis 17 Jahren erworben werden müssen. Gymnasien in der Schweiz stellen Anforderungen, die ein ernsthaftes, tägliches Arbeiten mit dem Instrument kaum zulassen. Die Frage sei gestattet: Sind norwegische oder englische Gymnasiasten schlechter aus­ge­bildet als Schweizer, oder anders gefragt: Ist es notwendig, daß die Gym-nasien in der Schweiz mit ihren Anforderungen den Tagesablauf der jungen Menschen zu 90 % dominieren? Sicher gibt es auch Schulen, die flexi­bel reagieren und begabte Jugendliche unterstützen und fördern, Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Bereits in der Primarschule ist es oft nicht möglich, beispielsweise eine Ballett­ausbildung, wie sie von der Schweizerischen Ballettberufsschule angeboten wird, zu absolvieren. Gesuche um Stundenreduktion – dies weiss ich aus eigener Erfahrung – werden mit der Begründung abgelehnt: «Da könnte ja Jede/Jeder kommen». Es kommt aber nicht Jede oder Jeder. Es kommen nur Begabte, und die wären bedingungslos zu fördern. Der Kampf um einen Platz im späteren Berufsleben wird immer härter. Eine Ballettausbildung ist nach der Matura schlicht nicht mehr möglich. Ähnlich ist es im musikalischen Bereich. Nach jahrelangen Verhandlungen kann endlich ein

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Ausbildungsgang Kunst- & Sportgymnasium in Zürich (Kantonsschule Rämi-bühl) angeboten werden. Es ist abzuwarten, wie viele junge Menschen diese Ausbildung erfolgreich abschliessen. Die Stundentafel stellt hohe An­­-sprüche und ist wohl nur von wenigen realisierbar. Berufsaussichten Von vielen Orchestermusikern und Dirigenten höre ich immer wieder, daß sie zwar gerne Schweizer Musiker anstellen würden, wenn diese den Anforderungen genügen würden. Leider ist dem selten so, und es sind in den Schwei-zer Orchestern immer weniger Schweizer Musiker zu finden. Auffallend ist dies vor allem bei den Streichern, die besonders auf die optimale Nutzung der Ausbildungszeit zwischen 10 bis 17 Jahren angewiesen sind. Eltern musikalisch hochbegabter Kinder greifen zur Selbsthilfe, die aber ihren Preis hat. Sie schicken ihre Kinder in eine Privatschule, die Freiräume für das Üben schafft, oder sie lassen ihre Kinder in Internaten im Ausland ausbilden. Die jährlich stattfindenden Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen geben ein deutliches Zeugnis ab. Es melden sich wenig junge Menschen für das Grundstudium an und der Anteil an Kandidatinnen und Kandidaten aus der Schweiz ist rückläufig. Besonders auffallend ist diese Tendenz bei den Zu­­las­­-sungsprüfungen zum Hauptstudium. Der Unterschied ist noch deutlicher hör- und auch sichtbar. Junge Schweizerinnen und Schweizer sind der Kon­kurrenz oft deutlich unterlegen. Dasselbe Bild zeigt sich dann bei den Probe­spielen. Ausbildungskonzept Es ist die verantwortungsvolle Pflicht der Musikhochschule, bereits bei der Eignungsprüfung, aber auch bei allen anderen Prüfungen, die während dem Studium zu absolvieren sind, hohe Anforderungen zu stellen. Zusätzlich zu den bereits eingeführten Fächern (Orchesterstellen, Probespieltraining etc.) wird ab dem nächsten Schuljahr ein neues Konzept für die Orchesterprojekte mit dem Orchester der Musikhochschule eingeführt.

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Folgende Neuerungen sind geplant: • Jeweils im April wird für alle Studierenden ein Probespiel nach allen Regeln der Kunst durchgeführt. Als Experten amten die Musikerinnen und Musiker der Orchester von Zürich und Winterthur. Auf Grund der Ergebnisse des Probespiels werden die Studierenden in eines der drei Orchester/Ensembles eingeteilt: – Symphonieorchester (grosse Besetzung, symphonisches Repertoire) – Studioensemble (Kammerorchesterbesetzung) – Arc en Ciel (Ensemble für zeitgenössische Musik) • Die Programme und Termine werden für ein Jahr festgelegt. Die Orchester und Ensembles spielen während des ganzen Jahres in der gleichen Besetzung. • Inhaltlich soll die Beschäftigung mit «Alter und Neuer Musik», mit dem klassisch-romantischen Repertoire ausgewogen gefördert werden. • Mit Registerproben, Workshops mit den Studierenden des Studienganges IV (Dirigierausbildung) und der Aufführung von Werken der Kompositionsstudenten wird die wichtige Zusammenarbeit mit den anderen Studiengängen dokumentiert.

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Das neue Ausbildungskonzept kann erst in einigen Jahren Resultate zeigen. Langfristig kann eine Verbesserung nur erzielt werden, wenn begabte junge Menschen schon während ihrer Schulzeit (vor der Ausbildung) musikalisch optimal gefördert und auf das Musikstudium vorbereitet werden. Die Musikhochschule ist im Bereich der Orchesterausbildung auf die Zusam­menarbeit mit den Orchestern angewiesen. Nur dadurch ist die direkte Verbindung zur Berufspraxis gewährleistet. Wenn es der Musikhoch­­schule gelingt, junge Menschen auszubilden, die eine echte Chance haben, einen festen Platz im Berufsleben zu finden, ist die gute Zusammenarbeit mit den Orchestern auch in Zukunft gesichert.

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Johannes Degen Leiter Musikhochschule in Winterthur

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Schuljahreseröffnung und Preisträgerkonzert vom 16. Oktober Die stündige Informationsveranstaltung der HMTSchulleitung zur Schuljahreseröffnung für Studierende, Dozierende und Angehörige des Verwaltungspersonals ist interessant, informativ und teilweise ein bisschen anstrengend. Kurt Hubers feuriges Schlusswort entlässt uns schliesslich in die verdiente Pause. Der kleine Imbiss in der Kantorei während der zu kurzen Pause ist Schuld daran, dass ich die erste Darbietung des Preisträgerkonzertes, Michel Pignolet de Montéclair «4ème Concert Dessus & Basse» und Alfred Zimmerlin «Braus» (UA), von Astrid Knöchlein (Hegar-Preis für Blöckflöte) verpasse, was mich jetzt im Nachhinein sehr ärgert. Es freut mich aber sehr, Clara Mühlethaler (2. Preis Duttweiler - Hug - Stiftung), Stimmführerin zweite Geige im Street Scene - Orchester, unter den Preisträgerinnen zu sehen. Sie spielt die zweite Darbietung, nämlich Allegro molto aus der Sonate in A-Dur von Gabriel Fauré mit Urs Walter am Klavier. Der dritte Vortrag, Bruno Karrer «Tableau II» (UA) und Dimitri Schostakowitsch «Sonate für Cello und Klavier» vom Cellisten Eldar Saparayev (Koeckert - Preis für Violoncello) interpretiert, begeistert vor allem im Schostakowitsch durch das leidenschaftliche Spiel, die Musikalität und die Bühnenpräsenz des Solisten. Auch der Begleiter am Klavier, Thomas Daukantas, trägt zu diesem tollen Vortrag bei, obwohl sich die Balance zwischen dem Konzertflügel und dem Solisten in diesem Vortrag als nicht ganz unproblematisch erweist. Der letzte Beitrag vor der Pause ist das «Andante und Rondo Ungarese» von Carl Maria von Weber mit dem Fagottisten Zsolt Varga (Rieter - Stipendium), begleitet von Rosmarie Gut am Klavier. Der Solist interpretiert das Stück mit bemerkenswerter Stilsicherheit, grosser Musizierfreude und viel Charme, Witz und Humor, was vom Publikum auch entsprechend honoriert wird. Nach der diesmal nicht zu kurzen Pause werden die Preisträger durch Peter Wettstein und Johannes Degen mit roter Rose und einem Couvert mit Preisgeld geehrt. Die Geigerin Yukiko Ishibashi (1. Preis Duttweiler - Hug- Stiftung) beeindruckt mich mit ihrem Vortrag der «Introduction et Rondo capriccioso» von Saint - Saëns ganz besonders. Ihre Virtuosität, ihr Körpereinsatz und besonders der Klang ihrer Violine in den höchsten wie auch in den tiefen Lagen berühren mich sehr. Auch Petra Gacnik (Rieter - Stipendium)

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ltungen im W intersemeste Rückblick aufs Grossprojekt «Street Scene» von Nele Pintelon, auf die

von André Bellmont und auf die Woche der offenen Tür in der Abteilung Street Scene Irgendwann fing es an mit einem Klavierauszug und zwei CD’s in der Bibliothek. Ach nein, da war vorher noch etwas: unruhige Sänger /Studierende auf der Suche nach besonderen Texten, um sich auf eine Audition vorzubereiten. Ein paar Wochen auch enttäuschte Antworten auf die Nachfrage, ob er oder sie für «Street Scene» angenommen worden sei. Dann lange nichts mehr. Hin und wieder ein Stosseufzer aus der Bibliothek in Zürich: Wenn Du wüsstest, was sich hier abspielt … (Wohl so eine Art Strassenszene aus «Street Scene»?) Nun also endgültig Stille in Winterthur. Ende August dann Leporellos im Outfit der Rap-Generation. Und klein bedruckte orange Papierchen «Generalprobe, 25.September, Volkshaus, 20 Uhr». Der Stapel an der Reception frisst sich nicht von selber auf. Ich werde unruhig, fange an zu überlegen. Es endet am Telefon. Voll soll es werden, an diesem Montagabend. Wie kann ich aber dafür werben? Ein Stück weit scheint es zu gelingen. Ein kleines Grüppchen trifft sich an der Milchrampe in Winterthur auf dem Weg zur S-Bahn: Eine erste Strassenszene gegen 19 Uhr. Billette werden verteilt, weil wir «vorhaben», uns im drängenden Gewühl zu verlieren. Ein kleiner Stapel Papierchen – sie erinnern an chinesische Wunschpapiere – und Leporellos sind immer noch zu haben. Letzte Werbung für die Generalprobe vor Ort. Der Produktionsleiter übernimmt das «Verschleudern» der allerletzten Tickets in den kribbeligen Minuten, kurz vor zwanzig Uhr. Wann geht es denn endlich los, fragen Sie sich? Na, jetzt … end lich! Ich kann endlich meinen Platz einnehmen, überlege kurz, ob ich in den Orchestergraben springen soll und mach dann doch nur brav den grossen Bogen darumherum. Es macht ohnehin Spass, auf eine Veranstaltung zu gehen, wo man viele kennt. Das wissen seit der Orchesterakademie auch diejenigen, die es vorher nicht mitgekriegt haben. Irgendwann ging’s dann einfach los. Mit einer singenden Frau am Klavier, einem Zeitungsleser auf der Treppe, zwei schwitzenden Nachbarinnen beim Fussbad; die eine – wohlbekannt aus der eigenen Nachbarschaft – immer über alles informiert, immer mit der richtigen Frage im falschen Moment im Treppenhaus unterwegs. An wen möchten Sie denn nun erinnert werden: An den Hauswart mit den Hosentaschen voll Versprechungen? An den Handlungsreisenden vom 1. Stock links? Nein, lieber an den Milchmann? Oder an die heissen Tanzszenen in und vor der Bar (mitunter eine der engsten und somit hipsten in Zürich)? Oder würden Sie lieber noch einmal schmunzeln über die Leseratte im Kopfstand? (Gute Menschen brauchen Bibliotheken, nicht wahr?) Welches Opernhaus hat schon versucht, einen Supermarkt auf die Bühne zu holen, können Sie mir eines nennen? Dann war da noch die Musikschülerin als Anwärterin unter Anwärterinnen; hatte Bartok je so viel Charme? Und geben Sie zu: Wie Alexander Pereira – der letzte Konkurrent im kometenhaften Aufstieg der HMT? – ins Spiel gebracht wurde, das kam für alle überraschend! Dass der Erfolgreiche, mit Gel Durchfrisierte, nicht der Mann ihres Herzens sein kann, hat uns die innere Befriedigung gegeben, die zu einem gelungenen Theaterabend gehört, oder etwa nicht? Eine Fülle von gut verständlichen Lebensweisheiten wurden mir hinters Ohr gesungen an diesem Abend. Die zwei Mütter mit Boulevard-Zeitung und schreienden Babys haben mich in kürzester Zeit überzeugt. Am Ende ein blutiger Streifen am Kühlschrank. Tränen, Flucht, Rezensionen und ein grosses Fragezeichen: Warum hat kein Journalist meine Lieblingsfigur erwähnt? Warum schweigen alle über das transzendente Hündchen? Soweit die gänzlich unmusikalischen Reminiszenzen von jemand, der sehr verschwommen sieht, was die Augen hören. Nele Pintelon, Bibliothekarin Musikhochschule in Winterthur

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0 0 0 / 2 2 0 0 1 r e t s auf die Schuljahreseröffnung

bteilung Musik und Bewegung Woche der offenen Tür in der Abteilung Musik und Bewegung Als Teilnehmerinnen des Vorkurses und Interessentinnen für das Rhythmikstudium hatten wir eine Woche lang die Gelegenheit zum Schnuppern – Zuschauen – Zuhören – Mitmachen im gesamten Unterrichtsprogramm des Rhythmikseminars. Ein Wechselbad zwischen freier Bewegung und Struktur war sie, diese Woche. Neben den gestalterisch - improvisatorischen Fächern, in denen Spontaneität und das Loslassen von Stukturen geübt wird, ist in andern Fächern Nachdenken – verbalisieren – strukturieren – planen sowie das Erarbeiten von The-

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In der Methodik / Didaktik setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie Musik und Bewegung das schulische Lernen beeinflussen. In der zweiten Stunde geht es um den Aufbau der Koordination: wie sich eine koordinierte Bewegung aufbaut, ausgehend von einfachen Bewegungsabfolgen mit und ohne Musik. Es ist ungewohnt, sich abwechslungsweise zwischen freier Improvisation und theoretischen Konzepten zu bewegen, aber: es ist spannend und anregend und erfordert Bewegung und Beweglichkeit auf allen Ebenen!

Verbindlichkeit – das Spiel wird ernst. Das ist also Rhythmikunterricht mit Schwerpunkt Bewegungsimprovisation. Jetzt weiss ich, wieso es gar nicht so einfach ist zu beschreiben, was Rhythmik eigentlich ist. Nach der heutigen Stunde vermute ich, dass es grundsätzlich mit dem Zusammenspiel von Gegensätzen zu tun hat – mit Anpassen (Struktur), mit Improvisieren (Freiheit), mit Individuum und Gruppe, mit Disziplin und Mut und auf jeden Fall: Mit Fantasie und Kreativität.

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Foto: Christian Glaus

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Spotlights von Karin Bucher, Nicole Ehrler, Roswitha Kälin, Kristina Stenman, Interessentinnen fürs Rhythmikstudium

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ren. Man merkt, dass nichts einstudiert ist und sich das Stück fortwährend entwickelt. Die beiden müssen ebenso auf den anderen hören wie auf sich selbst, und ich als Zuhörerin verfolge gespannt den nun bluesigen Ping-Pong, das «Callresponse» …

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Fach Rhythmik: Ganz besonders freue ich mich darauf. Ich muss nämlich zugeben, dass ich immer noch nicht richtig weiss, was ich unter Rhythmik überhaupt verstehen soll. Irgend etwas, das mit Musik und Bewegung zu tun hat... Nachdem wir uns alle kräftig zu Musik durchgeschüttelt und wach gerüttelt haben, spazieren wir quer durch den Raum. Nach einer Weile werden wir mit diversen Anregungen (laut, leise, schwer, leicht, gross, klein, Kopf, Ellbogen, Schultern, Hände, Füsse – allein, mit andern – immer wieder neue Figuren) aufgefordert, unsere Bewegungen auszubauen, bis wir tanzen. Ich fühle mich sehr integriert, und habe schon bald nicht mehr das Gefühl, dass ich eigentlich eine Fremde bin in dieser Klasse. Thema der Stunde ist «Struktur und Freiheit»; heute die Polarität Bewegung und Stillstand. Während dem Tanzen sollen wir plötzlich innehalten, für einen Moment erstarren, um dann wieder in die Bewegung einzutauchen. Es ist erstaunlich, wie anders sich das Tanzen anfühlt, wenn es ein paar ruhende Pole im Raum gibt. Umgekehrt wird auch das Still - Stehen zu einem besonderen Erlebnis, wenn andere sich rundherum bewegen. Erst im Kontrast bekommen beide Pole eine intensive Qualität. Weiter geht’s mit immer neuen Varianten zum Thema, zum Beispiel: nur zwei dürfen, aber zwei müssen bewegen (Gerangel, Machtkampf: alle sind hellwach) oder: Duette nur auf der Raumdiagonale – ein lebendiger nonverbaler Dialog entsteht. Das Gestaltungsmittel der Imitation kommt dazu und ergibt einen neuen Gegensatz «gleich wie die andern /anders als die andern». Der Einwurf der Lehrerin «es ist nicht wichtig, was Ihr tut» befreit, gibt Mut. Ich lasse die Ansprüche an mich selber los und gebe meinen Impulsen freien Lauf. «Aber es ist total wichtig, was Ihr tut»: gibt meiner Freiheit plötzlich die

Um es vorwegzunehmen: Ich hätte nie gedacht, dass es einen Beruf gibt, der auf mich zugeschnitten ist. Seit der Schnupperwoche am Rhythmikseminar weiss ich es!

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Tanztraining: das können wir nicht beschreiben, das muss frau durchleiden, den Muskelkater danach auch!!!

Fach Klavierimprovisation: Ein - Spielen! Offensichtlich geht es im ersten Teil der Lektion darum, die eigene Musik zu entdecken: ausprobieren, eben wörtlich auf dem Klavier «spielen»… Das klingt alles sehr verlockend, aber zuerst muss man wohl die Hemmungen davor verlieren, etwas falsch zu machen, und das ist gar nicht so einfach. Als der Lehrer eine von uns Zuhörerinnen auffordert, sich an den zweiten Flügel zu setzen, geht es nämlich ziemlich lange, bis sich jemand freiwillig meldet. Das Thema als Anhaltspunkt, als Inspiration: ein Tennismatch von Martina Hingis zu zweit auf zwei Klavieren. Da fliegen die Töne! Spannend, den beiden zuzuhören und auch zuzuschauen. Ich muss immer wieder schmunzeln, weil sich ganz witzige Situationen ergeben. An-schliessend wird am momentanen Thema, dem Blues, weitergearbeitet. Da zeigt sich, dass das Improvisieren nicht nur aus «Spielen», sondern auch aus dem Üben von bestimmten Skalen, Akkorden etc., besteht. Es ist ein Vergnügen, den beiden beim «bluesen» zuzuhö-

orie gefragt. Entsprechend vielfarbig ist das Fächerangebot: Musik – Bewegung – Pädagogik – Rhythmik – TanzChoreo – TaKeTiNa – Gruppen- und Klavierimprovisation – Gesang – Perkussion – Methodik / Didaktik, etc., etc.

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7. bis 10. März Musikhochschule Zürich/Tonhalle

Workshop «Bewegungslieder» mit Gerda Bächli

Samstag, 3. März Abteilung Musik und Bewegung

Sinfoniekonzert mit Christoph Mueller Reger: Ballettsuite, Christoph Garbe: WEGE (UA), Brahms: Sinfonie Nr. 2

8. bis 16. Juni Musikhochschule Zürich

Darstellende KünstlerInnen

19. bis 23. März Abteilung Musik und Bewegung 13. bis 16. Juni Theater an der Sihl

Komponistenforum mit Georg Friedrich Haas

Woche der offenen Tür in den Berufsausbildungen

Kammermusikakademie und Projektwoche Reger-Strauss-Mahler

24. September bis 6. Oktober Musikhochschule Winterthur

Orchesterakademie (Gustav Mahler 7. Symphonie) mit David Zinman

10. bis 21. September Musikhochschule Zürich/Tonhalle

Kammermusikworkshop mit dem Trio Jean Paul

9. bis 14. Juli Musikhochschule Zürich

Kulturbeitrag der HMT zur 650 Jahrfeier des Kantons Zürich

Freitag, 6. Juli Halle des Hauptbahnhofs Zürich

Aufführung Solostudien und Choreographien der Diplomklasse

Mittwoch, 4. Juli Abteilung Musik und Bewegung

Abschlussforum der Dirigier- und Kompositionsklassen

Freitag, 29. Juni Musikhochschule Zürich

Studio Alte Musik: Festival Frankreich 1500 – 1800

22. bis 24. Juni Musikhochschule Zürich

Aufführung Kompositions-/Choreographie-Projekt

Freitag, 22. Juni Abteilung Musik und Bewegung

Kinderkompositionssymposium mit Nick, Steinauer, Müller

14. bis 17. Juni Musikhochschule Zürich, Kleiner Saal

Spiilplätz Treffen von Spielclubs an Schweizer Theatern

20. bis 23. März Musikhochschule Zürich

Workshop «Lieder von Franz Schubert» mit Homberger/Sonnleitner 21. bis 23. März Musikhochschule Winterthur und Zürich

Workshop und Komponistenforum mit Martin Smolka Freitag, 23. März, 17.30 Uhr Musikhochschule Zürich, Kleiner Saal

Komponistenforum Baumann/Glaus/Müller/Zinsstag 26. bis 31. März Musikschule und Konservatorium Winterthur

Woche der offenen Tür Mittwoch, 28. März, 19.30 Uhr Musikhochschule Zürich, Kammermusiksaal I

Kompositionsstudio mit Patrick Müller 5. bis 8. April Musikhochschule Zürich

Interpretationskurs mit Charles Rosen, Klavier Mittwoch, 11. April und Donnerstag, 12. April, 20 Uhr Theater an der Sihl

Werkstatt des Spielclubs Freitag, 20. April Musikhochschule Zürich

Instrumentationsworkshop mit dem Studioensemble Sonntag, 22. April, 20 Uhr Theater an der Sihl

… oder wie man Musik kocht Diplomprojekt Studiengang Leitende KünstlerInnen, Theaterpädagogik Donnerstag, 3. Mai, 20 Uhr, Premiere Theater an der Sihl

Skate Till Late (Arbeitstitel) Freitag, 4. Mai/Samstag, 5. Mai Musikhochschule Zürich

Workshop Gesangspädagogik mit Sissel Aune

Bläserkollegium mit Johannes Schlaefli (Strawinsky/Strauss)

Musikhochschule Winterthur, Konzertsaal

Opernparaphrasen für Kontrabass mit Sanderell, Grewel Montag, 9. Juli, 19.30 Uhr Musikhochschule Zürich, Grosser Saal

Porträt Bruno Spoerri Dienstag, 10. Juli, 19.30 Uhr Musikhochschule Winterthur, Konzertsaal

Details zu diesen und Hinweise auf weitere Veranstaltungen der Hochschule Musik und Theater enthalten die bei den Sekretariaten erhältlichen Publikationen «agenda», der «Theater Magnet», das «Monatsmagazin des Theaters an der Sihl».

Informationen sind erhältlich beim Sekretariat: Frau Ursula Wegst-Busslinger, 5616 Meisterschwanden, Tel. 056/667 23 48.

Die Spektrum-Konzerte werden vom Freundeskreis Musikhochschule Winterthur Zürich in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule durchgeführt. Der Freundeskreis bezweckt, «die Aktivitäten und Veranstaltungen der Musikhochschule Winterthur Zürich zu unterstützen und deren Bedeutung für eine qualitativ hochstehende Berufsausbildung in die Öffentlichkeit zu tragen.»

Beide Heft­ klammern öffnen und HMT-Kalender herausnehmen.

Telefon +41 1 226 19 26 Telefax +41 1 226 19 27 www.hmt.edu

Rektorat HMT Gessnerallee 11 CH-8001 Zürich

...und Gratis Infoline 0800 80 10 11 www.hmt.edu/musik/events

Trio Jean Paul

Foto: Patrick Gutenberg

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4. bis 12. Mai Musikhochschule Zürich

Fotos Hintergrund: Ursula Markus


Opernparaphrasen für Kontrabass mit Sanderell, Grewel

Montag, 21. Mai, 19.30 Uhr Musikhochschule Zürich, Grosser Saal Dienstag, 22. Mai, 19.30 Uhr Musikhochschule Winterthur, Konzertsaal

Swissnonett

Freitag, 18. Mai, 19.30 Uhr Musikhochschule Winterthur, Konzertsaal

Lieder auf Texte von Hölderlin (Klasse I. Gage und E. de Bros)

Sonntag, 1. April, 19.30 Uhr Musikhochschule Zürich, Grosser Saal Dienstag, 3. April, 19.30 Uhr Musikhochschule Winterthur, Konzertsaal

Zeichen vertikaler Zeit: Matthias Weilenmann und Andreas Müller-Crépon

Dienstag, 6. März, 19.30 Uhr Musikhochschule Winterthur, Konzertsaal

Streicher und Klavier: Trio Jean Paul und Elisabeth Kufferath

Montag, 5. März, 19.30 Uhr Musikhochschule Zürich, Grosser Saal

Spektrum-Konzerte

Sommer 2001

Frühjahr 2001

11. bis 20. Mai Musikhochschule Zürich

Foto: Patrick Gutenberg

HMT-Kalender

Grosse Veranstaltungen Meisterkurse Workshops Tage der offenen Tür 26. Februar bis 3. März Musikhochschule Zürich

Opernintensivkurs mit Holliger, Isler, Kotoun, Meier, Rasky u.a.

Mittwoch, 23. Mai, Premiere Theater an der Sihl

Streicherkollegium mit John Holloway (Klavierkonzerte von Mozart) Eine Koproduktion mit dem Zürcher Kammerorchester

Theatersport

8. bis 16. Juni

Antike-Projekt (Arbeitstitel) mit Studierenden des Hauptstudiums I der THZ, Studiengang Darstellende KünstlerInnen

Donnerstag, 7. Juni, 20 Uhr, Premiere Theater an der Sihl

Komponistenforum Jean-Claude Risset

Mittwoch, 29. Mai Musikhochschule Zürich, Kleiner Saal

Regieprojekte der Studierenden der THZ im Hauptstudium I (Studiengang Leitende KünstlerInnen)

Donnerstag, 1. März, 20 Uhr Theater an der Sihl

9 1. bis 4. März Theater Hochschule Zürich

HMT-Fest Samstag, 3. März, 18 Uhr, Premiere Theater an der Sihl

Die Tochter des Ganovenkönigs Ein Schau-Puppen-Spiel Koproduktion mit der Abteilung Puppenspiel der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch»Berlin Samstag, 3. März Abteilung Musik und Bewegung

Workshop «Bewegungslieder» mit Gerda Bächli

Hochschule Musik und Theater Zürich

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szene 3, 2001 Magazin der Hochschule Musik und Theater Zürich


Geschichten von

Pausenplatz-

Sieben europäische Theater entdecken, erfinden, gestalten Pausenplatz-Geschichten: Teatro O Bando, Lissabon, Royal National Theatre, het MUZtheater, The Theatre JF Drama, Theatre des Jeunes Annees, carrousel Theater an der Parkaue, Theater an der Sihl.

Geschichten

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Begegnungen

Fotos: Bernhard Fuchs

Jugendliche in Lissabon, Berlin, Lyon, London, Tomsk, Zaandam und Zürich beobachten, erinnern, erzählen, gestalten PausenplatzGeschichten.

Im Sommer 2001 wird es von Autoren geschriebene, von Regisseuren inszenierte, von Schauspielern gespielte Pausenplatz-Geschichten geben, die zum Spielplan der beteiligten Theater gehören und darüber hinaus auf Kinderund Jugendtheatertreffen in Berlin (5. – 10. Mai) und Lyon (5. – 15.Juni) zu sehen sind. Die Jugendlichen werden ihre Pausenplatz-Geschichten sowohl als Theateraufführung als auch in Ausstellungen, im Internet, als Cartoons, Fotoserien, Musiktitel und in anderen, ihnen entsprechenden Sprachen veröffentlichen. Die Wege, wie all diese Geschichten entstehen, sind so verschieden wie die daran Beteiligten. Die Jugendlichen quält die Frage, warum sie sich auch noch in ihrer Freizeit mit einem Ort beschäftigen sollen, an dem sie sonst schon zu viel Zeit verbringen. Lehrer in den Schulen sowie Theaterpädagogen, Autoren, Schauspieler haben sich die Aufgabe gestellt, ihnen diesen Ort als einen neu zu entdeckenden zu eröffnen. Die Auseinandersetzung gerade mit dem – scheinbar – Bekannten soll Lust machen, mit Souveränität und Erfahrung Neues zu sehen, zu hören, zu fühlen, anders wahrzunehmen, zu fragen, zu durchschauen und ein Bewusstsein davon zu entwickeln, wie sehr der Pausenplatz als Ausschnitt von Welt all das spiegelt, was sich in der grossen Welt tut: Macht-Spiele, Gewalt, Geheimnisse, Absurdes, Sehn-Süchte, Trauriges … Interesse an diesem Ort gefunden haben Autoren, Regisseure, Schauspieler und andere Theaterleute: über Recherchen, eigene Erinnerungen und Beobachtungen. Ihr Blick von aussen befragt Bekanntes, bewertet, eröffnet verschiedene Perspektiven. In der Schweiz sind das Dörthe Braun, Guy Krneta, Lukas Holliger, Kaspar Manz und Paul Steinmann als Autoren, Marcelo Diaz, Crescentia Dünsser, Alexander Hawemann, Otto Kukla, Matthias Lehmann, Christoph Marthaler, Sebastian Nübling als Regisseure und die Studierenden des Hauptstudiums I der Theater Hochschule Zürich, die seit Spielzeitbeginn Ensemblemitglieder am Theater an der Sihl sind, als Schauspieler. Sie arbeiten an der Spielplanposition Pausenplatz-Geschichten, die am 18. Januar Premiere hat.

Die Einbindung dieser Produktion in das von EuNetArt getragene europäische Projekt Schoolyard-Stories erweitert die thematischen Begegnungen. Jeweils in den einzelnen Arbeitsbereichen gibt es Austausch und Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg, deren Ergebnisse sowohl in das Projekt selbst einfliessen als auch unabhängig davon wirken. Im April 2000 beherbergte das kleine Städtchen Palmela in der Nähe Lissabons zwanzig Autoren. Es war zu erleben, wie das Lesen mitgebrachter Texte, das Zurechtkommen mit verschiedenen Landessprachen, das individuelle Schreiben, gemeinsame Ausflüge, Theatererlebnisse beim gastgebenden Teatro O Bando u.v.a.m. eine Atmosphäre von Vertrauen, Offenheit und Kreativität aufbauten, in der gemeinsam gearbeitet werden konnte – von Menschen, die sonst eher die Einsamkeit des Schreibtisches kennen. Für Lehrer in Schulen ist zwar das Arbeiten mit einer Gruppe alltäglich, doch das Arbeiten in einer Gruppe ist ihnen ähnlich fremd wie den Autoren. Auch sie lernten bei ihrem Zusammentreffen in Moskau die Chancen, Annehmlichkeiten und Befruchtungen kennen, die eine Gemeinsamkeit im Tun für ein Ziel in sich bergen kann. Die spielerische Anlage des Treffens, gemeinsame Stadterkundungen und Theaterbesuche stellten den Rahmen dar für das Vorstellen von Arbeitsansätzen, von offenen Fragen und methodischen Schwierigkeiten. Grundsätzliche Gemeinsamkeiten und die Neugier auf die Arbeitsergebnisse neu gefundener Partner (ausserhalb der eigenen Schule, wo man sich meist als Einzelkämpfer wahrnimmt) bilden die Basis für nächste Schritte im Projekt. Ziel ist es, ähnliche Begegnungen des Miteinander-Arbeitens für die Regisseure bei einem Regie-Seminar in Berlin sowie für die SchauspielerInnen und die beteiligten Jugendlichen während der Festivals, für die Theaterpädagogen zu schaffen. Der öffentliche, anonyme Ort des Pausenplatzes war der Ausgangspunkt für vielfältige inspirierende Begegnungen, die Menschen und ihre Denk- und Arbeitsweisen einander näherbringen. Wie die entstandenen künstlerischen Ergebnisse es vermögen, Begegnungen neuer Art mit und beim Publikum zu initiieren, darüber wird später zu berichten sein. Petra Fischer, Studienleiterin Darstellende KünstlerInnen und Dramaturgin am Theater an der Sihl Informationen zu diesem Projekt sind auch erhältlich unter www.eusysnet. org

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Zeitgenössisches Musiktheater Foto: Ursula Markus

Ein Bericht von Martin Burr

NewOp Konferenz 23. – 26. November 2000 in Brüssel (B)

Die jährliche Internationale Konferenz «Zeitgenössisches Musiktheater» organisierte dieses Jahr das Flämische Theaterinstitut in Zusammenarbeit mit dem Flanders Music Centre, Brussels 2000, La Monnaie Oper, Muziektheater Transparant, Het Muziek Lod und Walpurgis. Unter den Teilnehmenden befanden sich Fachleute aus den Bereichen Regie, Komposition, Musik, Schauspiel und Produktion aus ganz Europa und den Vereinigten Staaten. Martin Burr, Joey Zimmermann und Sandra Utzinger waren aus Zürich eingeladen, ihre Erfahrungen und Visionen im Zusammenhang mit Zeitgenössischem Musik­ ­­theater an Musikhochschulen darzulegen. Sie engagieren sich in der laufenden Reihe «prima volta» am Theaterhaus Gessnerallee: einem Podium für musiktheatralische Forschung, bei dem auch Instrumentalisten der Musik­­­ h­­ochschule Zürich beteiligt sind. Zusammen mit Koen Kessels vom Opernstudio Antwerpen (B) präsentierten sie «prima volta» während eines Tischgesprächs. Dabei erläuterten sie ihren Anspruch, den dramatischen Impakt musikalischer Interpretation herauszuschälen. Musiktheater also, in dem das Orchester Position bezieht gegenüber der Handlung auf der Bühne. Eine physische Präsenz, die über das Verbeugen beim Applaus hinausgeht. Musiker, die ansprechbar sind mit einem Instrument, auf dem sich das Entstehen von Musik sinnlich verfolgen lässt. Keine Statisten, deren Blick wegschweift, wenn man sie anschaut. Was das Schauspiel betrifft, so wünscht man sich eine musikalische Reflektion über die Rolle: Momente, in denen der Ausführende seine eigene Figur kommentiert. Die Abmachungen im Spiel werden spannend, wenn sie transparent sind. Dazu kommt das Bewusstsein einmaliger Situationen: Wenn heutzutage das Reproduzieren von Musik selbstverständlich geworden ist – wo nimmt das Publikum dann noch Einfluss auf den Verlauf eines gemeinsamen Abends ? Das Musical und die Oper sind meist fertige, sozusagen geschlossene Formen. Das digitale Zeitalter beruft sich nicht von ungefähr auf Interaktivität: Dieses Bedürfnis, die Erfahrung eines Publikums mit einzubeziehen darf im Theater wieder entdeckt werden. Das Entwickeln solcher Ansätze verlangt lebendigen Austausch aller Beteiligten. Beim gemeinsamen Proben erst findet sich eine Basis für den Dialog zwischen Musik und Theater. Heutige Strukturen sind noch kaum dafür eingerichtet, aber auch von den Beteiligten wird jetzt mehr Verantwortlichkeit verlangt: Wer gibt welchen Einsatz; wie reagiert ein Monolog auf musikalische Einschnitte? In Bezug auf Musiktheaterkurse an Hochschulen plädieren die drei Zürcher für projektbezogenen Unterricht, in dem die Disziplinen Musik und Theater miteinander ins Gespräch kommen. Dank solchen interdisziplinären Ansätzen begann auch die Neuorientierung der Zeitgenössischen Oper. Früher grenzte sich das Musiktheater deutlich gegenüber der Oper ab. Die Vorstellungen seien zu hermetisch geworden, der Einbezug des Publikums hätte sich beschränkt auf das Cüpli zwischen den Akten. Strömungen wie die «musique concrète» der fünfziger Jahre (Pierre Schaeffer) mit Einzug alltäglicher Geräusche in die Konzertsäle, rissen einen Graben zwischen akademischer Musik und den Anliegen authentischer Kultur. Inzwischen sind die Grenzen der Anliegen einer Tonhalle, des Opern- und Schauspielhauses verwischt. Christoph Marthaler inszeniert das «Quatuor pour la fin du temps» von Messiaen mit minimalen szenischen Situationen, nachdem im kleinen Saal der Tonhalle dasselbe Stück im Anschluss an einen Film über Konzentrationslager gespielt wurde. Damit sind die differenzierten Ausdrucksfor-

Vorstellungen im P3 Theaterhaus Gessnerallee jeweils um 20.30 Uhr: «Iphigenia in Aulis», 26. Januar 2001 «Lulu», 02. März 2001 «Salome», 30. März 2001

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men unterschiedlicher Medien nicht aufgehoben (die Abende hatten deutlich verschiedene Charakter) – aber der Wunsch dem Publikum eine «expérience concrète» zu bieten, die über die Zelebrierung eines Genres hinausgeht, war in beiden Fällen deutlich spürbar. Dieser Wandel von isoliertem Avantgarde–Musiktheater hin zum Dialog mit bestehender Operntradition war auch in Brüssel spürbar: Gerard Mortier, Intendant der Salzburger Festspiele, formulierte auf eindrückliche Art ein Musiktheater der Zukunft, in dem künstlerische Ansprüche authentischer Aufführungen zusammen fallen mit projektbezogenen Produktionen grosser Opernhäuser: Was in holländischen Theatern schon selbstverständlich ist – nämlich die Auflösung der Hausensembles zugunsten von Gastspielen – wird sich auch im Bereich der Musiktheatertradition durchsetzen. Mit Zürich, Basel und Luzern hat auch in der Schweiz diese Tendenz eingesetzt. Inhaltlich sind die Grenzen zwischen E- und U-Musik längstens aufgebrochen, wovon beispielsweise ein «Institute of Living Voice» (Künstlerischer Leiter: David Moss) zeugt: Unter Einbezug von Operngesang, acapella, Improvisation, ethnischen Liedern, Chanson und U-Musik dozieren dort unterschiedlichste Sängerinnen und Sänger wie Blixa Bargeld, Bjørk, Meredith Monk und Laurie Anderson. Der Einbezug des Publikums als aktiv Beteiligte hat die Abkehr vom puren Reproduzieren erkannter Meisterkompositionen ausgelöst – als Vorwegnahme eines holografischen Musiktheaters, durch dessen Kompositionen eine persönliche Wanderung möglich wird – noch vor der technischen Umsetzung. Diesem Inhalt Raum zu bieten, davon zeugen die strukturellen Verschiebungen heutiger Opernhäuser. Martin Burr, Leiter des Forschungsprojektes «Motorische Expression»

Weitere monatliche Vorstellungen im Programmheft der Gessnerallee

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Auszüge aus zwei Referaten, die Daniel Fueter am 3. Oktober vor dem ­­ Kiwanis-Club (Glenn Gould …) bzw. am 6. Oktober vor dem Seminar der

Glenn H Gould und und vieles IN mehr

Schweizerischen Studienstiftung (Humor und Ironie …) gehalten hat.

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Über Glenn Gould und uns andere Ein falscher Akkord verletzt niemanden, ein gelungener Triller rettet kein Menschenleben. Seit fünfundzwanzig Jahren unterstützt der Kiwanis-Club aufs grosszügigste Musikstudierende, um ihnen zu ermöglichen, möglichst die richtigen Akkorde zu treffen und perlend zu trillern. Hätten Sie alle, die Sie in den verschiedensten Berufen arbeiten, in Bereichen wo ein Rechenfehler ein paar tausend Franken kostet oder noch viel mehr, eine falsche Planung Arbeitsplätze, ein Fehlentscheid Unfälle verursachen kann, hätten Sie, die den Ernst des Lebens kennen, nichts Sinnvolleres mit all dem Geld machen können, als junge Leute zu beschenken, die ihr Leben aufs Spielen setzen? Eine weise Frau, zufällig Psychiaterin von Beruf, hat mich vor vielen Jahren, als ich ihr von meinen lächerlichen Ängsten im Konzert berichtete, auf die Verwandtschaft von Lampenfieber und Todesangst hingewiesen. Ich war einigermassen verblüfft. Setzt denn einer, der sein Leben als Klavierspieler verbringt, dabei sein Leben eben nicht nur aufs Spielen, sondern aufs Spiel? Wer den kanadischen Pianisten Glenn Gould in Fernsehaufzeichnungen spielen sah, und viele unter Ihnen gehören zweifellos dazu, wer ihn je die Tasten kneten sah, in den Klavierkasten kriechen, wer ihn auf Tonaufnahmen ächzen hörte, wer darüber gelesen hat, wie er sich in seinem Perfektionswillen aus dem Konzertsaal zurückzog ins überheizte Studio und wie er – so steht es in einem Pianistenroman – vielleicht unbewusst darum vernehmbar stöhnte, um hinter aller musikalischen und aufnahmetechnischen Perfektion doch noch den Menschen hören zu lassen, der kann sich denken, warum der Name dieser Legende im Titel dieser kleinen Ansprache steht. Glenn Gould ist eines der berühmtesten Beispiele für einen musikalischen Exzentriker, einen Menschen, der am Rande steht, nicht mitten im realen Leben, ein Beispiel für den Unernst und manchmal gar das Groteske eines sogenannten Künstler­lebens. Und ist gleichzeitig, weil spürbar wird, dass all sein auffälliges, äusserliches Gebaren einer inneren Notwendigkeit entspringt, und hörbar, dass dabei auch grosse Musik entsteht, ein Beispiel für einen ganz existenziellen Aspekt des Musizierens. Wir wollen uns nicht mit diesem phänomenalen Virtuosen vergleichen, und doch schwingt im bescheidenen Alltag einer jeder Musikerin und eines jeden Musikers etwas von diesem verzehrenden Anspruch mit, den Gould in jeden Anschlag legt. Die Arbeitsteilung lässt Menschen stellvertretend für andere arbeiten und den Ertrag austauschen. Der Jäger schiesst im Wald, den der Förster pflegt, das Wild, das er, der Jäger, dank der Brille des Optikers erspäht hat, der – ich rede vom Optiker –  seinerseits nicht weiss, was er höher schätzen soll: einen herbstlichen Waldspaziergang oder ein Rehschnitzel mit gedämpften Kastanien. Was leisten stellvertretend für andere diejenigen, die Musik pflegen, Spitzentöne treffen und an ihren Interpretationen schlei­f­en? Sie suchen im Reich der Klänge nach Wahrheiten, sie arbeiten an Modellen, wo ein Gedanke – in ihrem Fall ein musikalischer – von allen Seiten beleuchtet und in aller Schärfe zu Ende gedacht wird, sie sind stets darauf aus, Erkenntnis

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und Emotion zu einer Erfahrung zu bündeln – man könnte anders sagen: Genuss und Intelligenz zusammenzubringen – , sie suchen die Vergangenheit, unsere Geschichte, unsere Identität – wie sie in den grossen Werken dokumentiert ist – immer wieder gegenwärtig zu machen, sie trotzen mit einer flüchtigen Improvisation der Erstarrung im Regelwerk des Alltagslebens, sie erproben im Zusammenspiel Weisen der Kommunikation und der Gemeinschaft, die nicht von Herrschaftsansprüchen geprägt ist, sondern von Einfühlung, sie schaffen Tonlandschaften, in denen – die verunglückte Metapher sei mir gestattet – das Ohr frei atmen kann, sie erhalten ein Leben lang aufrecht, was den Menschen unter anderem auszeichnet, was ihm aber meist schon als Kind abhanden kommt: die Fähigkeit zu Spielen um des Spielens willen. Lassen Sie es mich an einem Beispiel weit weniger umständlich aus­­drü­cken: Die Studierenden, die Sie, verehrte Anwesende, unterstützen, sind auf dem Weg, immer genauer, deutlicher, überzeugender auszudrücken, was sie sagen wollen. Dazu lernen sie mit ihrer Stimme oder ihrem Instrument immer präziser umzugehen, dazu schulen sie das innere Ohr, i h r e Vorstellungskraft und Phantasie. Und wenn sie dann auf dem Podium sind und uns vor Ohren führen, was sie aussagen wollen, das und nur das und das in aller Deutlichkeit, mit jedem einzelnen Ton, dann lehren sie uns etwas ganz Wesentliches. Wir erfahren dann, was es heisst, zu seinem Wort und seinen Handlungen zu stehen, für seine Meinung einzutreten, nicht im Nachhinein, nicht in einer Vorankündigung, sondern hier und jetzt, ohne wenn und aber, ohne Möglichkeit zu dementieren, ohne Netz und doppelten Boden. Wenn wir im Konzert oder im Unterricht diese Form des Umgangs mit Musik vorgelebt bekommen, bereichern Musikerin und Musiker ebenso existenziell und ernsthaft unser Leben wie der Gärtner, die Architektin, der Politiker und die Naturforscherin. Ihre musik- und menschenfreundliche Vereinigung hat ein Vierteljahrhundert lang bewiesen, wie ernst sie junge Musikerinnen und Musiker nimmt. Im Namen mehr als einer Generation und im Namen unserer Schule danke ich Ihnen von Herzen und in aller Form dafür. Schulintern bedeuten all die Jahre Kiwanis-Preis auch eine vieljährige Betreuung durch Peter Wettstein. Hätte er heute nicht ohnehin alle Hände voll zu tun, würde es ihm geziemen, an meiner Stelle zu reden. Die Stellvertretung hat den Vorteil, dass ich unserer Dankbarkeit Ausdruck geben kann, selbstverständlich – und da schliesse ich alle heute auftretenden Musikerinnen und Musiker mit ein – auch für sein heutiges Musizieren. Ich habe viele meiner jetzigen Kolleginnen und Kollegen, auf der Preisträgerliste der ersten Jahre entdeckt (es sei eingestanden: meinen nicht –  die Jury urteilte schon damals streng) und viele inzwischen wohl bekannte Interpret­innen und Interpreten. Ich hoffe, dass sich diese Liste in Zukunft verlängern und verlängern wird, und dass die Studierenden Ihnen, liebe Mitglieder des Kiwanis-Club wie heute, Ihren Dank in klingender Münze heimzahlen können und neben all dem Ernsthaften, von dem ich heute ausnahmsweise redete, auch bescheren mögen, was ich Ihnen für den Fortgang des Konzertes wünsche: Viel Vergnügen.

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lenn Humor und und IRONIE vieles IN DER MUSIK mehr Humor und Ironie in der Musik Der Beginn des Denkens kann beschrieben werden als Ziehen einer Linie auf einer leeren Fläche. Diese Unterteilung eines Ganzen in zwei Teile erlaubt Unterscheidung des Einen vom Andern, ermöglicht etwas zu begreifen, abzugrenzen von dem, was zum Begriff nicht gehört. Diese Leistung des Verstandes setzt das Denken bis hin zu seinen kühnsten Verästelungen in Gang. Gleichzeitig schafft die erste Linie den generellen Riss in unserer Wahrnehmung der Welt und zerstört den Traum der Einheit, der in uns angelegt ist, ob wir nun Mystiker sind, östlichen Philosophien anhängen, nach der einen Wahrheit suchen oder schlicht und einfach unsere Ruhe haben möchten. Was wir als Humor und Ironie erleben, hat meines Erachtens mit dieser Linie zu tun: Humor, der immer das «Sowohl – als auch» der Erfahrung transportiert, hebt den Riss für Augenblicke auf, versöhnt im erlösenden Lachen mit der Brüchigkeit der Welt. Ironie lässt den Bruch schmerzhaft bewusst werden: etwas ist nicht «Sowohl – als auch» sondern anders, als es zu sein vorgibt, auf der anderen Seite der Linie. Das Lachen hat hier nichts Erlösendes, sondern bestätigt eher bitter den Bruch, und vergnügt nur darum, weil auch bittere Erkenntnis Spass macht. Humor und Ironie, so auf die Leistung der Begriffsbildung bezogen, sind also in Kunstsachen zuerst eine Sache der Wortkunst, der Literatur, des Theaters, dann auch der bildenden Kunst, wo sie mit begrifflich erfassbaren Darstellungen arbeiten. Der Clown, der auf der Bühne zumeist wortlos agiert, neigt eher dem Humor, als der Ironie zu, weil er als ganzer Mensch das «Sowohl – als auch» eher verkörpern kann, und den traurig-versöhnenden-lustigen Umgang mit unserer Gespaltenheit, als die erkenntnisgetränkte, ironische Erfahrung des Bruchs. Die Musik, ihrem Wesen nach unbegrifflich, jenseits der Sprache – ob deren Vorstufe oder Überwindung sei dahin­gestellt – hat es als Zeitkunst schwerer: Sie behauptet in jedem Moment ihr Ganzes und kann den humorvollen Wechsel zur andern Seite oder das Erlebnis der Gebrochenheit meist nur im Ablauf wechselstrom­ artig vermitteln. Musikstücke, die aus sich selbst heraus humorvoll oder ironisch empfunden werden sind demnach notgedrungen meistens kurzatmig, stellen Disparates nebeneinander. Der Einzelfall dieses Wechsels, die Überraschung – und da ist die Musik zu Hause – kann als humoristisches und ironisches Moment bestens eingesetzt werden. Das berühmteste Beispiel ist Joseph Haydns Paukenschlag-Sinfonie, wo eine naive Melodie von einer dramatischen Explosion unterbrochen – in unserem Vokabular: gebrochen – wird. Naivität und Dramatik: Wenn wir uns diese zufällig geäusserten Begriffe als Gegensatzpaar auf je einer Seite der erwähnten Linie vorstellen, wird klar dass der sprunghafte Wechsel von einer Seite auf die andere grundsätzlich humoristische und ironische Wirkung erzielen kann. Eine Musik, die hoch kompliziert und plötzlich ganz schlicht, aufgewühlt und plötzlich entspannt daherkommt, kann uns ein Schmunzeln entlocken – es ist eh alles eines – oder ein Grinsen – soll sich nicht so abgehoben gebärden, was als Schatten die Banalität stets mit sich zieht.

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Verfolgt man diesen Gedanken weiter, wird erkennbar, dass im Spiel mit verschiedenen Genres ein musikalisch humoristisches Potential liegt: eine Barockarie die in einen Schlager kippt, lässt uns lachen. Hier aber sind wir schon nahe beim Zitat und bei der Begrifflichkeit. Die Überraschung oder die Komik ergibt sich auch daraus, dass wir die Arie als solche begrifflich identifizieren und mit dem Schlager, den wir ebenfalls als Begriff definiert haben, vermischt für unverträglich, komisch, belustigend halten.

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Ähnliches geschieht mit dem eigentlichen Zitat: Es ist in unseren Köpfen mit Inhalten belegt, die – wenn es in ungewohnter Umgebung erscheint – den Riss ironisch oder humorvoll bewusst macht. Kommt erst noch die Sprache dazu, kann das existenzielle Moment des Sündenfalls, der die Einheit nach dem Biss in den Apfel vom Baum der Erkenntnis ein für alle mal vernichtet hat, vergessen werden. Humor und Ironie verkommen zum blossen Witz. Wenn die Melodietöne des weltberühmten «O sole mio» (Zitate funktionieren nur, wo sie allgemein bekannt sind) mit dem Text «Du blöde Ziege» unterlegt werden, ist der Lacher vorauszusehen. Dieses triviale Moment ist aber nicht die einzige Möglichkeit, wie aus der Begegnung von Musik und Sprache humorvolle und ironische Momente gewonnen werden können. Hingewiesen sei auf die gestische Fähigkeit der Musik, die ebenso einprägsam, grotesk sein kann, wie die eines Schauspielers, auf das Spiel mit Atmosphären – was kann die Musik besser, als ein Klima schaffen. Auch wird es dann humoristisch, wenn Text und Musik eine verschiedene Wetterlage verzeichnen: Das kann mit den gliedernd rhetorischen Aspekten in der Musik zu tun haben, die den Text unterstützen oder ihm zuwiderlaufen oder kann mit extremen Registern oder rhythmischen Gestaltungen zu tun haben, die – radikal eingesetzt: immer unglaublich tief, immer gleich stampfend – unsere Erwartungen an ein übliches Musikstück unterlaufen und damit ironisch oder humoristisch wirken. Womit wir wieder bei der Überraschung wären, dem Urelement musikalischen Humors und musikalischer Ironie, dem Sprung über den Graben. Zum Schluss: Nehmen wir Humor und Ironie als zwei Reaktionen auf die Zerstörung des Paradieses ernst, formuliert Musik als Zeitkunst einen gegebenen Riss, der jenseits aller Erkenntnis ist, immer mit. Die Vergänglichkeit ist das Grundthema aller Musik, und der Gegensatz von Leben und Tod gegenwärtig. Mozarts hell-dunkel-Musik wird zurecht als Beispiel genannt. Musik ist deshalb gleichsam grundsätzlich humorvoll, als sie in ihrem Klingen das «sowohl ­– als auch» verkörpert, die Gegenwart und ihre Vergänglichkeit gleichzeitig, und kann ironisch werden, wenn sie das Auftrumpfen des Klangs gegen das Verklingen in seiner Vergeblichkeit und Kläglichkeit schildert. In Momenten, wo dieses Verklingen auskomponiert ist, in den einschlummernden Nachspielen bei Schubert, deutet sich eine Ewigkeit des Klanges an, der den Garten Eden erträumen, den Tod und die Schlange vergessen lässt. Dann stellen sich auch keine Fragen mehr nach Humor und Ironie in der Musik. Daniel Fueter, Direktor Musikhochschule Winterthur Zürich

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Foto: Bernhard Fuchs

Personelles

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Hermann Wieland hat während 35 Jahren an Konservatorium und Musik-schule Winterthur sowie an der Musikhochschule die Fächer Musiktheorie, Akustik und Instrumentenkunde, den Vorkurs und Klarinette unterrichtet. Generationen von jungen Musikerinnen und Musikern haben unter seiner An-weisung die ersten Gehversuche in Solfège und Harmonielehre unternommen. Der Vorkurs war jahrzehntelang die musikalische Volkshochschule in Winterthur. Wer während der letzten 35 Jahre in Winterthur seine Ausbildung absolviert hat, verdankt seine Kenntnisse in Akustik und Instrumentenkunde Hermann Wieland. Er unterrichtete auch Musiktheorie für den Akkordeonkurs, eine Ausbildung, die am Konservatorium Winterthur während mehr als zehn Jahren angeboten worden ist. Mit grossem Einfühlungsvermögen und ausgesprochenem pädagogischem Geschick hat er auch Streichern und Bläsern den Tonsatz schmackhaft gemacht. Als musikalischer Allrounder hat Hermann Wieland auch bei zahlreichen Veranstaltungen und Anlässen mit­ge­wirkt, sei es mit der Klarinette, dem Klavier oder dem Akkordeon. Er hat sich immer sehr für das Wohl der Schule eingesetzt. Seine langjährige Mit­­ar­beit im Vorstand des Lehrerkonventes und die Mitarbeit in der Fachgruppe Theorie wurde von allen sehr geschätzt. Dr. Hans-Jörg Wüger unterrichtete während mehr als dreissig Jahren das Fach Kunstgeschichte für das Konservatorium und die Musikschule Winterthur. Seine immensen Sachkenntnisse, die Leidenschaft für die Kunst und seine eigene künstlerische Tätigkeit als Maler, haben ihn befähigt, den Studierenden und interessierten Kursbesuchern die Welt der bildenden Kunst zu öffnen und ihnen damit für das ganze spätere Leben einen reichen Schatz mitzugeben. Wer den Unterricht bei ihm besucht hat, konnte Gemälde, Zeichnungen, aber auch die Architektur mit anderen Augen sehen. In seinen Vorlesungen hat er den Zuhörern kulturelle Zusammenhänge und Querverbindungen aufgezeigt und damit humanistische Bildung vermittelt. Im Namen der ganzen Schule und der Departementsleitung wünschen wir Hermann Wieland und Hans-Jörg Wüger Gesundheit und ruhigere Zeiten für den wohlverdienten Ruhestand. Johannes Schöllhorn unterrichtete seit 1995 die Fächer Musiktheorie, Neue Musik und Komposition an der Musikhochschule in Winterthur. Neben dem Unterricht für Musiktheorie und Komposition hat Johannes Schöllhorn das Praktikum für neue Musik geleitet und regelmässig eine Vorlesung für neue Musik abgehalten. Mit seinen Impulsen für Projektwochen und Veranstaltungen für neue Musik hat er die Schule nachhaltig geprägt. Er wurde in diesem Jahr als Professor für Komposition an die Musikhochschule Hannover berufen. Wir alle lassen Johannes Schöllhorn ungern ziehen. Für seine neue Tätigkeit wünschen wir ihm alles Gute und hoffen, dass wir ihm – sei es als Komponist, Referent oder Dirigent – auch in Zukunft an unserer Schule begegnen werden. Wegen seiner Verpflichtung an die Musikhochschule in Lugano musste Hubert Eiholzer Ende 2000 von seinen Verpflichtungen an der MWZ zurück­treten. Er wird über die Koordinationsstelle in Luzern mit der MWZ im Kontakt bleiben. Wir danken ihm sehr für seine hochgeschätzte Arbeit. Für seine Aufgabe als Forschungsbeauftragter der MWZ konnte ab Sommersemester 2001 Dominik Sackmann gewonnen werden.

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Am 1. März beendet Kurt Huber seine anspruchsvolle und stets äussert zuver­lässig ausgeführte Aufgabe als Koordinator. Matthias Kofmehl wird diese Aufgabe als Leiter des neu geschaffenen Betriebsbüros weiterführen. Kurt Huber bleibt der Schule verdankenswerterweise als Dozent und Prüfungsleiter erhalten. Auf den 1. Januar 2001 zum neuen Rektor der Hochschule Musik und Theater gewählt wurde Peter Danzeisen, der Direktor der Theater Hochschule Zürich. Wir freuen uns. Neu an die Schule gewählt wurde Matthias Ziegler als Hauptfach-Dozent für Querflöte. Er nimmt seine Unterrichtstätigkeit im Sommersemester in Winter-thur auf. In Zürich wirken neu Kaspar Ewald Dozierender im Fachbereich Theorie und Komposition, Fränzi Frick als Fachdidaktik-Dozierende für Violine und Christoph Merki als Dozent für Jazzgeschichte an der Jazzschule. Wir beglückwünschen die neue Kollegin und die neuen Kollegen zur ihrer Aufgabe und wünschen ihnen einen guten Start an unserer Schule. Barbara Etter hat das Sekretariat der Musikhochschule in Winterthur während drei Jahren betreut. Studierende, Dozierende und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sie sehr geschätzt. Sie hat Unmögliches möglich gemacht und die nicht immer einfache Arbeit mit Bravour und grossem Engagement bewältigt. Mit ihrem grossen Sachwissen und ihrer klaren und bestimmten Art hatte sie die Lage jederzeit unter Kontrolle. Wir alle bedauern es sehr, dass Barbara Etter uns verlässt und wünschen ihr Glück und Gesundheit. Ihre Aufgaben im Sekretariat wird Inge Corti übernehmen. Auf Ende 2000 hat Pia Bihr das Sekretariat von Musikschule und Konservatorium Winterthur verlassen, um sich einer neuen Tätigkeit zu widmen. Pia Bihr war seit 1997 als Sekretärin der Musikschule Winterthur tätig. Für die Hoch-schule bearbeitete sie hauptsächlich den Vorkurs Musiktheorie. Zudem war sie zuständig für den Bereich Tasteninstrumente. Wir danken Pia Bihr für die grosse und stets mit Sorgfalt, Übersicht und Kollegialität erfüllte Arbeit. Nachfolgerin von Pia Bihr wird Ruth Rösli. Sie wird am Empfang von Marie-Pierre Willimann abgelöst. Ende Februar 01 hat Marlene Sonderegger das Sekretariat von Konservatorium und Musikschule Zürich (vormals Konser­va­torium und Musikhochschule) verlassen. Sie wirkte während 24 Jahren für die Schule und betreute in den letzten beiden Jahren das Sekretariat des Hauses Seefeld. Das Sekretariat im Seefeld wird durch Su Merton besetzt, neu im Haus Hirschengraben wird Iris Wirz das Sekretariat betreuen. Marlene Sonderegger, die in den letzten Jahren half, die stressige Umbau­phase der Schule mitzutragen, sind wir für ihren langen Einsatz an unserer Schule zu grossem Dank verpflichtet. Helen Iten verliess das Sekretariat der Abteilung Jazz und Popularmusik am 31. Januar. Ihre Nachfolgerin wird Marcella Schuler-Corti. Pia Perolini (Verwaltung und Personalassistenz) und Robert Schneiter (Leiter Finanzen) sind ab Januar 2001 ausschliesslich für die Hochschule tätig. Nachfolgerin für die Verwaltung von Musikschule und Konservatorium Winter­thur wird Doris Adam. Allen scheidenden Mitarbeiterinnen wünschen wir das beste für die Zukunft und den neuen Mitarbeiterinnen einen guten Start.

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Schulnachrichten Wettbewerbe – Wettbewerbserfolge Yukiko Ishibashi, Violine, aus der Klasse György Pauk, hat am internationalen Kreisler Wettbewerb in Wien den 6. Preis gewonnen. Eva Lüthi, Violoncello (Klasse Thomas Grossenbacher), durfte den Kulturförderpreis der FDP des Kantons Bern entgegennehmen. Eldar Saparajew, Violoncello, aus der Klasse Susanne Basler Novsak, gewann den Antonio Janigro Wettbewerb 2000 in Ljubliana. Francesca Dellea hat das Auslandsstipendium der Yvonne Lang-Chardonnens-Stiftung gewonnen und setzt ihr Studium an der Musikhochschule Graz fort. Das Migros-Stipendium 2000 haben erhalten: Cordelia Hagmann, Violine (Klasse Rudolf Koelman) Claude Hauri, Violoncello (Klasse Raphael Wallfisch) und Moritz Weber, Klavier (Klasse Gitti Pirner)

Das Vortanzen für die Tanz-Stipendien des Migros-Genossenschaft-Bundes findet 2001 am 23. Juni in Zürich statt. Anmeldeschluss: 30. März. Kontakt: 01/277 20 47 (Ruth Eberle).

Als Pilotprojekt fand am 13. Januar 2001 ein Workshop mit 28 Teilnehmenden aus dem Vorkurs und 6 Dozierenden zu den Themen Ensemblespiel und Improvisation statt. Aufgrund der mehrheitlich positiven Erfahrungen in diesem Workshop wird nun ein Konzept ausgearbeitet, um Improvisation künftig als neues Element in die Eignungsprüfungen aufzunehmen. Peter Wettstein und Johannes Degen legten im vergangenen Herbst ein neues Orchesterkonzept zur Vernehmlassung vor, das von den Fachgruppen mehrheitlich befürwortet wird. Mit kleinen Anpassungen soll es bereits auf den Herbst 2001 umgesetzt werden. Im Studiengang I ist Ende Oktober ein Informationsblatt erschienen, das die bis Sommer 2002 geltenden Bestimmungen für die Musikpädagogische Ausbildung enthält. Für die Evaluation dieser Ausbildung wurde von der Fachgruppe Pädagogik ein Ausschuss gewählt, bestehend aus Martina Bovet, Brigitte Bryner, Matthias Kofmehl und Paul Steiner. Die Departementsleitung bearbeitet zur Zeit folgende Grossprojekte: Die Schweizerische Anerkennung der Diplome, den Entwicklungs- und Finanzplan bis 2006, die Umwandlung der HMT zu einer Kunst Hochschule Zürich, der auch die Schweizerische Berufsballettschule und die Hochschule für szene 3, 2001 Gestaltung und Kunst angehören würde, die Überführung des AusbildungsMagazin der systems ins europakompatible Modell Bachelor/Master/Doktorat, gekopHochschule Musik und Theater pelt mit einem Creditsystem (ECTS) sowie das Qualitätsmanagement.

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Zürich

Personelles Zur Erinnerung an Rolf Looser Erinnern wir uns an den Cellisten oder den Komponisten, den Kammer­ musiker oder den Lehrer? Ist er uns als Homme de lettre, als Berggänger, Musikforscher oder Menschenfreund gegenwärtig? Alle, die Rolf Looser, der am 10. Januar 2001 mit über achtzig Jahren gestorben ist, begegnet sind, werden ihn in je verschiedener Weise im Ge-dächtnis behalten. Seiner Integrität allerdings, seiner Begeisterungsfähigkeit und seines hintergründig-liebevollen Humors werden sich stets alle entsinnen. Rolf Looser hat den universellen Anspruch, den Musik in sich trägt, zum Massstab seines Lebens gemacht. Er hat diese Haltung als Lehrer in unsere Schule getragen, an der er von 1975 bis 1989 unterrichtet hat. Er hielt an dieser Haltung über seine Lehrtätigkeit hinaus dem Zeitgeist der Spezialisten zum Trotz fest. Das Pathos war Rolf Looser fremd. Deshalb begnügen wir uns, unserem Dank für sein Wirken Ausdruck zu geben. Eine grosse Zahl von Musikerinnen und Musikern, die er ausgebildet hat, werden sein Erbe weitergeben. Die Familie war ihm wichtig und nahe. Wir sind ihr und insbesondere seiner Frau, Ursula Looser-Menge, der stützenden und anregenden Weggefährtin, im dankbaren Erinnern verbunden. Daniel Fueter

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Er geht … Diese Mitteilung ruft derzeit ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Das darf er nicht, das versteh ich, viele bedauern es. Wenn nach zwanzig Jahren ein erfolgreicher Dozent seine Arbeitsstätte verlässt, birgt das mindestens zwei mögliche Motivationen in sich: Er will noch einmal eine neue Aufgabe, an spannenderem Arbeitsplatz, mit grösserer Verantwortung in Angriff nehmen oder seine Arbeit wird nicht mehr geschätzt. Letzteres möchte ich ausschliessen dürfen. Die Herausforderung ist angeboten: ein Arbeitsplatz in Wien beim Österreichischen Rundfunk. Er wird das weiterführen, was er so nutzbringend in der Schauspiel Akademie Zürich und dann in der Theater Hochschule angewendet hat: Stimm- und Sprechbildung. Viele Schauspieler und Schauspielerinnen sind auch nach vielen Berufsjahren noch immer im Kontakt mit ihm. Er kehrt an den Ort zurück, wo er sein Schauspieler Diplom erhalten hat. Danach hat er in Engagements in Deutschland und Österreich den Beruf, den er später ausbildend unterstützt hat, selbst ausgeübt. Wir sind in die Gessnerallee eingezogen, und er hat aus dem nichts eine Weiterbildung für Theaterschaffende und Laien aufgebaut. Diese Dienstleistung der Theater Hochschule Zürich ist derart erfolgreich, dass ich eigentlich im nächsten Schuljahr über eine Erweiterung nachgedacht habe. Nun geht er, der Haizmann. Paul, ich wünsche Dir, dass Du am neuen Ort für Deine sensible Beobachtungsgabe und Arbeit Raum und von allen genügend Unterstützung erhältst. Ein herzliches Toi, toi, toi Paul Haizmann. Peter Danzeisen

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ine 2001 TermSommersemester Musikhochschule Hochschule Musik und Theater Zürich

n esseHMT AdrRektorat

Peter Danzeisen, Rektor Sekretariat: Esther Knus Gessnerallee 11 CH-8001 Zürich Telefon + 41 1 226 19 26 Telefax + 41 1 226 19 27 www.hmt.edu

Musik Hochschule Winterthur Zürich Direktor: Daniel Fueter Sekretariat: Anne-Marie Meier

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Florhofgasse 6 CH-8001 Zürich Telefon + 41 1 268 30 40 Telefax + 41 1 251 89 54 Tössertobelstrasse 1 CH-8400 Winterthur Telefon + 41 52 268 15 00 Telefax + 41 52 268 15 01 www.hmt.edu

Theater Hochschule Zürich Direktor: Peter Danzeisen Sekretariat: Carmen Diehl Hochschulbetriebsbüro: Carmen Waldvogel Theater an der Sihl künstlerische Leitung: Marcelo Diaz Dramaturgie: Petra Fischer künstlerisches Betriebsbüro: Ursula Rey Gessnerallee 11 CH-8001 Zürich Telefon + 41 1 226 19 26 Telefax + 41 1 226 19 27 www.hmt.edu

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© Hochschule Musik und Theater Zürich HMT 2. Jahrgang (3. Ausgabe) Schuljahr 2000/2001 Erscheint zweimal jährlich Auflage: 6'000 Verleger Hochschule Musik und Theater Zürich HMT Herausgeber Peter Danzeisen, Rektor HMT Redaktion Heinrich Baumgartner, Peter Danzeisen, Petra Fischer, Esther Knus, Mathis Kramer-Länger, Daniela Studer Inserate Daniela Studer Gestaltung Galizinski Gestaltung, Zürich Redaktionsschluss «szene 4»: 6. Juli 2001 Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben ausschliesslich die Meinung des Verfassers/ der Verfasserin wieder.

5. März bis 14. Juli Theater Hochschule 5. März bis 8. Juli Frühlingsferien Musikhochschule 23. April bis 29. April Theater Hochschule 16. April bis 29. April Eignungsprüfungen Grundstudium und Zulassungsprüfungen Hauptstudium Musikhochschule Woche 22 Anmeldeschluss: 31. März

Sommerferien Musikhochschule 16. Juli bis 1. September Theater Hochschule 9. Juli bis 19. August Beginn Wintersemester 2001/02 Musikhochschule 15. Oktober Theater Hochschule 20. August (Vorstudien) 22. Oktober (Wintersemester 2001/02) Die aktuellen Termine und Adressen der Musikhochschule werden jedes Semester im «mwz journal» publiziert, das in den Sekretariaten der MWZ erhältlich ist.

Einschreibetermin fürs Wintersemester Musikhochschule: 31. Mai Theater Hochschule: ab 17. Februar. Auskunft: +41 1 226 19 26 oder info.theater@hmt.edu

Jazz meets Klassik – nach und nach auch in der Ausbildung Ein Referat, das Hans Peter Künzle anlässlich der Feier zur Eröffnung des Wintersemesters 2000/2001 gehalten hat

Jazz meets Klassik ist ein Thema, das Musiker­­­innen und Musiker seit dem Anfang dieses Jahrhunderts beschäftigt, nämlich seit es Jazzmusik gibt. Meistens war das Resultat einer Kombination dieser beiden Stilrichtungen nicht sehr überzeugend, da die Komponierenden und Musizierenden ganz klar lediglich in einer der beiden Stilrichtungen zu Hause waren, was ihren Produkten auch anzuhören war. Bis vor kurzem wurden diese zwei Musiksparten, sei es im Konzertsaal oder in der Ausbildung, denn auch streng getrennt. Wenige Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. In den letzten Jahren ist nun aber das gegenseitige Interesse stark gewachsen: Immer mehr Musikerinnen und Musiker schauen über den virtuellen Hag und erfahren, dass die Beschäftigung mit der anderen Musiksparte auch für die eigene Musikrichtung viel bringen kann. Auf diese Tatsache hat man glücklicherweise nun auch in der Musikausbildung reagiert. An der MWZ ist es heute allen Klassik-Studierenden möglich, ein Variant- oder Nebeninstrument oder ein Wahlfach an der Abteilung Jazz und Popularmusik zu belegen. Umgekehrt ist es für Jazz-Studierende obligatorisch, ihr Hauptfach mit Klassikunterricht zu ergänzen. Im Wintersemester 00/01 besuchen 47 Klassik-Studierende Jazz-Einzelunterricht. Einige spielen zusätzlich in einem Work­shop-Ensemble oder belegen andere ergänzende Kurse der Jazzabteilung. Alle Studierenden der Jazzabteilung – gegenwärtig sind es 19, in zwei Jahren werden wir das Maximum von ca. 40 erreicht haben – nehmen klassischen Unterricht auf ihrem Hauptinstrument.

Neben dem unbestreitbaren Nutzen dieser breiten Ausbildung für den späteren Lehrberuf, bringt die Zusammenarbeit der Jazz- und Klassikausbildung auch neue Perspektiven bei schulinternen Projekten: So waren an einem Projekt des Studios für Neue Musik mit dem Komponisten Dieter Schnebel in diesem Sommer sowohl Jazz- und wie Klassikstudierende beteiligt. Im Grossprojekt «Street-Szene», einer Aufführung der Oper von Kurt Weill im September/ Oktober 2000, spielten Jazz- und Klassikstudierende gemeinsam im Orchester, wo sie organisch vom Jazz in die Klassik und zurück wechselten. Und auf eine Intensiv-Probewoche mit dem amerika­­­­­­­n­­­ischen Big-Bandleader David Regan folgten Mitte Oktober zwei erfolgreiche Konzerte in St. Gallen. In der 18 köpfigen Band spielten neben den Jazz­­ studierenden mehrere Klassiker, vor allem in der Trompeten- und Posaunen-Section. Alle diese Projekte wurden von den beteiligten Studierenden als ungemein interessant und lehrreich bezeichnet. Und nicht zuletzt hat diese Arbeit allen sehr grossen Spass gemacht. In der Zukunft soll deshalb die Zusammenarbeit dieser Abteilungen noch intensiviert werden. Neue stilübergreifende Projekte sollen realisiert werden. Studierende sollen auch bei «stilfremden» Projekten mitmachen können. Die Idee der stilistisch breiten Bildung soll aber auch bei der internen und externen Weiter- und Fortbildung der Dozierenden zunehmend berücksichtigt werden. Hans Peter Künzle, Leiter der Abteilung Jazz und Popularmusik

© Copyright der namentlich gekennzeichneten Beiträge bei den Autoren/ innen – Nachdruck nur mit Genehmigung der Autoren/innen gestattet. Foto: Patrick Gutenberg

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1.4.2009 13:12:10 Uhr

HMT Szene 3  

Szene 3 – Magazin der Hochschule Musik und Theater Zürich

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