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eineiige Zwillinge, wie wir. Unsere Cousins Jeffrey und Isabel waren gerade bei Tantchen Elsa und Onkel Bert zu Besuch. Sonst gingen Isabel und ich immer in den Wald zum Spielen. In diesem Sommer ging das nicht. Außerdem fuhren wir jedes Jahr zu diesem riesigen Wasserpark, aber das konnte ich natürlich auch nicht tun. Beim Abendessen vor dem großen Tag redeten alle nur über den Ausflug. Ich war so traurig darüber, dass ich nicht mitkommen konnte, dass ich in Tränen ausbrach. Von allen Jahreszeiten, in denen ich mir das Bein hätte brechen können! Es musste ausgerechnet der Sommer sein. Um mich aufzumuntern, brachte Jeffrey mir sein Chello. Er spielte seit der dritten Klasse (in diesem Sommer war er 13). Am Anfang war ich nicht besonders begeistert davon, auch wenn ich es schön fand, dass er mir helfen wollte. Ein Instrument konnte kein Ersatz für all die Dinge sein, die mir Spaß machten. Aber dann dachte ich, warum nicht? Es war ja nicht so, dass ich Besseres zu tun hatte. An diesem Abend zeigte mir Jeffrey, wie man den Bogen und das Instrument hält. Er zeigte mir ein paar Griffe und wie man Noten liest. Dann spielte er ein paar Stücke. Es klang wunderschön. Ich erinnere mich, dass mich die Musik trotz des Sommers und der Hitze an den Herbst denken ließ und an Kaminfeuer. Alle mit Ausnahme von mir und Mimsy fuhren am nächsten Tag früh los. Jeffrey wollte nicht, dass ich in seiner Abwesenheit das Chello aus dem Koffer nahm, also übte ich stattdessen vom Blatt zu lesen. Während der restlichen drei Wochen gab mir Jeffrey jeden Tag Unterricht. Wir wurden richtige Freunde – sonst blieb er eher für sich, wie Claire. Es war das erste Mal, dass wir uns für dasselbe interessierten.

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