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vielerorts

Ladenburger Literaturtage 2017

25. - 27. Mai 2017


vielerorts

Ladenburger Literaturtage 2017


»vielerorts« heißen die neuen Ladenburger Literaturtage und das ist Programm: An besonderen Orten der Altstadt, in Privaträumen und Hinterhöfen lesen im Mai preisgekrönte Autorinnen und Autoren aus ihren Werken. Ideal, um mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen – und neue Einblicke in die Römerstadt zu gewinnen. Ein Wochenende, malerische Örtlichkeiten und preisgekrönte Schriftsteller: »vielerorts« ist ein neues kulturelles Highlight in der Metropolregion Rhein-Neckar. Bei den ersten »Ladenburger Literaturtagen« vom 25. bis 27. Mai 2017 lesen

zehn namhafte Autorinnen und Autoren an besonderen Orten der pittoresken Römerstadt – in Hinterhöfen und Privaträumen, im LobdengauMuseum, der Evangelischen Kirche, der Galerie Maul und dem Glashaus im Waldpark. Anlass der Literaturtage ist das zwanzigjährige Bestehen der »Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Ladenburg e.V.«. Organisiert haben das Programm ein Arbeitskreis um die Stadtbibliothek, den Förderverein, die Buchhandlung »Seitenweise – Bücher am Markt« sowie die beiden Lyrikerinnen Carolin Callies und Kristin Wolz.


Liebe Literaturfreundinnen und -freunde, was wären wir Menschen ohne Bücher? »Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste« – so beantwortet Heinrich Heine, einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, diese Frage. Es gibt viele Lesehungrige, auch in Ladenburg, die sich auch zukünftig eine Welt ohne Bücher nicht vorstellen möchten. Denn in Zeiten der digitalen Revolution ist es durchaus angenehm, wenn nicht gar erholsam, weiterhin ein Buch in den Händen zu halten und durch Gedankenkraft, selbstbestimmt eigene Bilder zu erschaffen. In diesem Sinne ist es ein feinsinniger Gedanke gewesen, der sich noch unter Beteiligung von Alt-Bürgermeister Rainer Ziegler konkretisiert hat – erstmals Ladenburger Literaturtage zu veranstalten. Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich allen, die sich von der ersten Stunde an mit dieser Idee identifiziert haben, allen Organisatoren für ihr außerordentliches Engagement, allen teilnehmenden Autoren sowie insbesondere dem Verein der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Ladenburg,


dem ich gleichzeitig zu seinem 20-jährigen Bestehen gratuliere und dem ich meinen aufrichtigen Respekt für alles Wertvolle zum Ausdruck bringe, was er seither für die Stadtbibliothek geleistet hat. Freuen Sie sich in den kommenden Tagen auf literarische Erlebnisse in unserer Stadt und zwar ganz nach dem Motto „vielerorts“. Erleben und genießen Sie an unterschiedlichen Orten die Faszination Literatur in ihrer ganzen Bandbreite. Hierzu lade ich Sie, die Bürgerschaft und die Gäste unserer Stadt, sehr herzlich ein. Herzlichst Ihr

Stefan Schmutz Bürgermeister


Wir danken unseren Sponsoren:


Wir danken unseren Spendern:

• Steuerberatung Peter Berlinghoff

• LIPBAU

• Dr. Sabine von Falkenhayn

• Schmitt Sanitär- und Heizungsbau GmbH

• Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg

• Dr. Arnd zum Winkel

• Heid Heizungs- und Sanitärtechnik GmbH


Veranstalter:

Foto: © Privat

Foto: © Timo Volz

Carolin Callies Kristin Wolz


Der Eintritt bei allen Lesungen ist frei, Spenden sind an allen Veranstaltungsorten willkommen. Gerade an den privaten Orten werden wir nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen bereitstellen. Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn öffnen sich Türen und Tore. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur die genannte Anzahl an Personen hineinlassen können. Mehr Informationen unter: www.ladenburger-literaturtage.de Impressum: Freunde und Förderer der Stadbibliothek Ladenburg e.V. Martin Schaub Breslauer Str. 29 68526 Ladenburg Email: info@ladenburger-literaturtage.de


Nele Pollatschek »Das Unglück anderer Leute« Beginn: 16.00 Uhr Hausgemeinschaft Neugasse 13

Frei tag 26.M ai

D o nnerstag 25.M ai

Arnold Stadler »Rauschzeit« Beginn: 19.30 Uhr Platz an der Sebastianskapelle

Jochen Metzger »Und doch ist es Heimat« Beginn: 18.00 Uhr Buchhandlung »Seitenweise - Bücher am Markt« Marktplatz 2 Michael Landgraf »Der Protestant« Beginn: 20.00 Uhr Evangelische Kirche, Kirchenstr. 28 Nora Gomringer »Moden« Beginn: 21.30 Uhr Lobdengaumuseum, Amtshof 1, Römerkeller


Arnim Töpel »ISCH, DE KRUTZE« Beginn: 16.00 Uhr Antoniushof, Färbergasse Margarita Kinstner »Mittelstadtrauschen« Beginn: 18.00 Uhr Hausgemeinschaft Neugasse 6 Tilman Rammstedt »Morgen mehr« Beginn: 20.00 Uhr Glashaus im Waldpark

Schul- u. Kinderprogramm

S a mstag 27.M ai

vielerorts - Lyrik-Matinee Beginn: 11.00 Uhr Galerie Maul, Kirchenstr. 18

Arnold Stadler »Rauschzeit« Beginn: 10.00 Uhr Platz an der Sebastianskapelle Karaoke-Lesung Beginn: 11.40 Uhr Domhofsaal Poetry-Slam Beginn: 11.40 Uhr Glashaus im Waldpark Comic-Lese-Show Beginn: 16.00 Uhr Stadtbibliothk Ladenburg


D o nnerstag 25.M ai

Arnold Stadler »Rauschzeit« Der Büchnerpreisträger Arnold Stadler eröffnet die Ladenburger Literaturtage 2017 mit seinem Roman »Rauschzeit«. Alain und Mausi, die Protagonisten des Romans, sind in der Mitte des Lebens angekommen. Die Liebe scheinen sie hinter sich zu haben – jetzt droht »die vegetarische Zeit«. Da begegnet Alain in Köln seiner großen Liebe Babette wieder, die ihn zwanzig Jahre davor an der französischen Atlantikküste verlassen hat, und Mausi verliebt sich in Berlin in einen blonden Dänen, der sich in der Oper neben sie setzt. »Was ist das Glück? Später weiß man es.« Unter dieses Motto stellt Arnold Stadler seinen Roman.

Beginn: 19.30 Uhr Einlass: 19.00 Uhr Moderation: Martin Schaub Bei gutem Wetter: Platz an der Sebastianskapelle Bei schlechtem Wetter: Stadtbibliothek, Hauptstr. 8 Es gibt 120 Plätze.


Martin Schaub: Mit Arnold Stadlers Roman »Rauschzeit« werden die »Ladenburger Literaturtage 2017« eröffnet. Es wird sich zeigen, ob der Titel des Romans ein Omen für den mutigen Versuch einer engagierten Gruppe von Ladenburgern und des Vereins der »Freunde und Förderer der Stadtbliothek Ladenburg e.V.« sein wird. Die Idee erscheint bestechend: Arnold Stadler, ein Autor von Rang im heutigen Literaturbetrieb, gibt Einblicke in sein neuestes Werk und kann dem Publikum zeigen, wie Literatur entsteht. Indem sich die Gruppe von engagierten Ladenburgern mit dem Vorhaben des Vereins verbündet hat, ist die Realisierung der Idee in Angriff genommen worden. Das lese-interessierte Publikum wird durch den erhofften Andrang zu den Ladenburger Literaturtagen darüber entscheiden, ob die Idee trägt oder ob ein ernüchternder »Kater« der »Rauschzeit« folgt.

Arnold Stadler, 1954 in Meßkirch geboren. studierte katholische Theologie in München, Rom und Freiburg, anschließend Literaturwissenschaft in Freiburg, Bonn und Köln. Er lebt seit dem Jahr 2000 in Sallahn/Wendland und abwechselnd auf dem elterlichen Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert in Rast über Meßkirch.

Foto: © Jürgen Bauer


Freitag 26.M ai

Nele Pollatschek »Das Unglück anderer Leute« Mit »Das Unglück anderer Leute« legt Nele Pollatschek einen turbulenten, hochkomischen und tieftraurigen Familienroman vor – ein verblüffendes Debüt. Thene, 25, Oxford-Studentin mit Zweitwohnsitz in Heidelberg, lebt eigentlich ihren Traum. Leider aber fällt in ihr wochenendliches Odenwald-Idyll immer wieder ein, was sie nur in kleinen Dosen verträgt: ihre Patchwork-Familie, eine in alle Himmelsrichtungen verstreute Mischpoke. Allen voran: Ihre Mutter Astrid – Weltretterin, Punk, hochmanipulativ und mehr an ihren guten Taten als an ihren Kindern interessiert. Als Thenes Uniabschluss in Oxford ansteht, reist die Familie wie selbstverständlich an. Wer hätte schon ahnen können, dass der Zufall – das Schicksal? Gott? –ausgerechnet hier den Hebel ansetzt, um Thenes Welt aus den Angeln zu heben.


Carolin Callies: Ein Roman voller skurriler Charaktere, verrückter Familienkonstellationen und treffsicherer Dialoge! Ganz nach Leo Tolstois »Anna Karenina«: »Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre Weise unglücklich.« Ein Debüt aus der Region, das deutschlandweit viel Aufmerksamkeit erhalten hat und das nebenbei über Wahrscheinlichkeitsrechnung, Zufall und Magie erzählt. Eine Entdeckung wert!

Beginn: 16.00 Uhr Einlass: 15.30 Uhr Moderation: Carolin Callies Hausgemeinschaft Neugasse 13

Nele Pollatschek lebt im Odenwald und in Oxford. Sie wurde 1988 in OstBerlin geboren, hat einige Zeit später Englische Literatur und Philosophie in Heidelberg, Cambridge und Oxford studiert. Sie arbeitet als Dozentin und promoviert gerade über das Problem des Bösen in der Literatur.

Es gibt 30 Plätze. Foto: © Martin Phox


Jochen Metzger »Und doch ist es Heimat«

Freitag 26.M ai

Heimatgeschichte - ein beeindruckendes Debüt. Die unerzählte Geschichte des badischen Dorfes Sandheim. Ein Tag im April 1945. Es sind die letzten Wochen des Krieges. Auch in Sandheim, einem kleinen badischen Dorf, hat der Krieg Spuren hinterlassen und längst hat man sich den Umständen angepasst: Die Markthalle, in der einst Tabak gewogen wurde, ist zum Lazarett geworden, die Keller bieten Schutz vor Fliegerangriffen, vor den Pflug spannt man zur Not auch Kühe. Und dann heißt es, der Krieg sei verloren. Die deutschen Soldaten befinden sich auf dem Rückzug, jeden Tag erwartet man die Truppen der US-Armee. Der Krieg kostet viel zu viele Opfer. Und noch ist er nicht vorbei.

Beginn: 18.00 Uhr Einlass: 17.30 Uhr Moderation: Sigrid Platsch Bei gutem wie bei schlechtem Wetter: Buchhandlung »Seitenweise - Bücher am Markt« Marktplatz 2 Es gibt 35 Plätze.


Sigrid Platsch: Jochen Metzger erzählt die fast ganz vergessene Geschichte seines Heimatdorfes, der er in Gesprächen mit seiner über neunzigjährigen Großtante und weiteren Zeitzeugen auf die Spur kam. Was entsteht aus Schweigen? Wie wirkt die Vergangenheit im Heute? Dem Autor ist ein beeindruckendes Debüt gelungen – inhaltlich, sprachlich und strukturell. Ein atmosphärisch dichter Roman, der vielschichtig erzählt, was die Autorin Sabine Bode in Ihren Sachbüchern Kriegsspuren, Kriegskinder und Kriegsenkel beschreibt. Sehr lohnenswert! Jochen Metzger ist in Karlsruhe geboren, studierte Germanistik, Psychologie, Philosophie, Rhetorik und Soziologie und arbeitet heute als Journalist. Sein Sachbuch »Alle Macht den Kindern« wurde mit Hannes Jaenicke verfilmt. Er lebt in Hamburg. Foto: © Lara Wille


Freitag 26.M ai

Michael Landgraf »Der Protestant« Zum Lutherjahr eine szenische Lesung und lebendige Begegnung mit der Reformationszeit und mit Michael Landgraf als Druckermeister und musikalischer Umrahmung. Der historische Roman beleuchtet die Zeit zwischen 1500 und 1529 im Süden Deutschlands. Als Student und als Jurist steht Jakob Ziegler im Dienst des kurpfälzischen Hofes. Er nimmt an der Heidelberger Disputation 1518 teil, bei der Martin Luther seine 95 Thesen verteidigt, und begleitet den Kurfürsten 1521 zum Reichstag von Worms. Durch seine Verstrickungen in die Kriege gegen die Bauern und die Verfolgung der Täufer gerät Jakob immer mehr in die Rolle eines kurfürstlichen Spions. Schließlich beruft er sich als einer der Protestanten auf dem Speyerer Reichstag auf sein Gewissen. Das persönliche Schicksal des Jakob Ziegler offenbart die Lebensfragen und die gesellschaftlichen Verhältnisse an der Wende zur Neuzeit.

Beginn: 20.00 Uhr Einlass: 19.30 Uhr Moderation: Markus Wittig Bei gutem Wetter: Evangelische Kirche, Kirchenstraße 28, vor der Kirche Bei schlechtem Wetter: im Altarraum der Kirche Es gibt 60 Plätze.


Antje Kietzmann: Ein Roman, der unterhaltsam in diese wichtige Phase des Umbruchs in unserer Region einführt. Landgraf lässt die damalige Zeit lebendig werden und erzeugt beim Lesenden das Gefühl, mittendrin zu sein! Im Jahr des Reformationsjubiläums eine wunderbare Ergänzung zu Sachinformation und wissenschaftlicher Literatur.

Der Autor Michael Landgraf ist Fortbildungsdozent und Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (Rheinland-Pfalz). Aus seiner Feder stammen viele Sachbücher, Erzählungen und Romane.

Foto: © privat


Nora Gomringer »Moden«

Freitag 26.M ai

Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer muss man live erlebt haben! Die Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer vollendet mit »Moden« ihre »Trilogie der Oberflächen und Unsichtbarkeiten« - nach den Bänden »Monster Poems« und »Morbus«. Alle drei Bände hat sie mit im Gepäck, wenn sie nach Ladenburg kommt. Mit Blick auf das Detail das große Ganze zu befragen ist ein Merkmal von Gomringers Lyrik, ein anderes die literarischen und kulturellen Anspielungen. Neue Dinggedichte sind entstanden, die das Kleine Schwarze und die Uniform ebenso wie den Kimono und das Verschwinden der Sprache und damit des Ichs beschreiben. Gomringers vielschichtige Gedichte sind nicht nur Überlegungen zur »Einpellung« (Joachim Ringelnatz), sondern auch zu Tradition und Vergänglichkeit.


Beginn: 21.30 Uhr Einlass: 21.00 Uhr Musik: Christian Dobirr Moderation: Carolin Callies Bei gutem wie bei schlechtem Wetter: Lobdengaumuseum, Amtshof 1, Römerkeller

Carolin Callies: Nora Gomringer live zu erleben, ist ein Erlebnis. Sie flüstert, brüllt, zirpt, kichert - Ihre Gedichte leben auf der Bühne, sie lebt die Gedichte auf der Bühne. »Schalkhafte, augenzwinkernde, selbstironische, heitere Lyrik« schreibe sie, so urteilt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. »Ein zur Lyrikerin gewordener Pumuckl«, sagt ihr Kollege Franzobel. Nicht verpassen! Nora Gomringer hat sieben Lyrikbände vorgelegt und schreibt für Rundfunk und Feuilleton. Zuletzt veröffentlichte sie den Band »Mein Gedicht fragt nicht lange reloaded« (Voland & Quist 2015) sowie »Morbus« (2015). Für Goethe Institut und Pro Helvetia reist sie um die (Literatur-)Welt. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen sowie Aufenthaltsstipendien in Venedig, New York, Berlin, Ahrenshoop, Krems und Novosibirsk wurde ihr 2011 der Jacob-Grimm-Preis als Teil des Kulturpreises Deutsche Sprache und 2012 der Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik zuerkannt. 2015 erhielt sie den Weilheimer Literaturpreis und im Juli den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nora Gomringer lebt in Bamberg, wo sie seit 2010 das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia leitet.

Es gibt 40 Plätze. Foto: © Judith Kinitz


S a mstag 27.M ai

vielerorts - Lyrik-Matinee mit Ruth Johanna Benrath, Carolin Callies, Kristin Wolz Lyrik lebt – hier kann man es erleben! Dass Ladenburg ein lyrisches Pflaster ist, ist manchem vielleicht neu. Die drei Dichterinnen Ruth Johanna Benrath, Carolin Callies und Kristin Wolz leben hier oder haben enge Verbindungen zur Stadt. Sie machen sich an diesem Vormittag das Motto der Ladenburger Literaturtage, »vielerorts«, zu eigen. Wie sie in ihren Gedichten nach Orten suchen, von Orten heimgesucht werden; wie sie Räume öffnen und schließen; wie man – gleich Alice im Wunderland – in Räumen wachsen und schrumpfen kann; wie man in Gärten, Wäldern und auf den Bergen auf der Suche sein kann: Das wird man an diesem Morgen hören und erleben.

Beginn: 11.00 Uhr Einlass: 10.30 Uhr Musik von Elisa Pfeifer (Saxophon) und Natalie Engbarth (Piano) Bei gutem wie bei schlechtem Wetter: Galerie Maul, Kirchenstr. 18 Es gibt 40 Plätze.


Kristin Wolz, geboren 1953 in Wolfsburg, studierte Deutsch und Englisch in Göttingen und unterrichtete an verschiedenen Schulen. Fernstudium Theologie an der Domschule Würzburg. Weiterbildungen zur Lerntherapeutin. Letzte Publikation: »Logenplatz für mich« (Verlag Kleine Schritte).

Foto: © Bernd Suchland Foto: © Timo Volz

Carolin Callies, geboren 1980 in Mannheim. Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin beim Suhrkamp Verlag, Studium der Germanistik und Medienwissenchaft in Mannheim. Anschließend Programmassistenz im Literaturhaus Frankfurt und Lesungsorganisation beim Verlag Schöffling & Co. Seit Oktober 2016 stelbständig als Autorin und Veranstalterin. Mit »fünf sinne & nur ein besteckkasten« veröffentlicht sie 2015 bei Schöffling & Co. ihren ersten Gedichtband, für den sie 2015 mit dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet wurde.

Foto: © Privat

Ruth Johanna Benrath, geboren 1966 in Heidelberg, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte. Seit 2007 Veröffentlichung von Gedichtbänden und Romanen. Bei Steidl erschien 2009 »Rosa Gott, wir loben dich«, bei Suhrkamp 2011 »Wimpern aus Gras«. Nach ihrem Lyrik-Debüt in einem Berliner Indie-Verlag (Kehllaute, 2007) sind ihre Gedichte u.a. in den Zeitschriften Sinn und Form, der FAZ, den Manuskripten, dem Poetenladen und in mehreren Anthologien publiziert worden.


Vera nstaltungsor te

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Antoniushof Färbergasse

»Seitenweise Bücher am Markt« Marktplatz 2

Evangelische Kirche Kirchenstr. 28

Galerie Maul Kirchenstr. 18

Platz an der Sebastianskapelle

Lobdengaumuseum Amtshof 1, Römerkeller

Stadtbibliothek Hauptstr. 8

Hausgemeinschaft Neugasse 6

Hausgemeinschaft Neugasse 13

Glashaus im Waldpark


S a mstag 27.M ai

Arnim Töpel »ISCH, DE KRUTZE« Der Kabarettist Arnim Töpel kommt mit seinem Kurpfälzer Kinderbuch nach Ladenburg. Lars lebt mit seinen Eltern inmitten der Kurpfalz, in Glickerbach. Er ist neun Jahre alt und freut sich seines Lebens. Nur eines stört ihn: Kaum jemand spricht noch wie er, Glickerbacherisch. Noch nicht einmal seine Eltern. Das ist ganz schön hart, denn wenn er in der Schule zu einem Huhn Hingl sagt, riskiert er eine Strafarbeit. Woher er das hat, seine Sprache? Von seinem Opa. Der hat ihm einen Auftrag gegeben: Rette Glickerbacherisch! Und er stellt ihm dafür seine besten Freunde zur Seite: de Ää, de Anna und de Häddscht.


Beginn: 16.00 Uhr Einlass: 15.30 Uhr

Antje Kietzmann: Arnim Töpel geht mit seiner Hauptfigur, dem kleinen Lars, direkt ins Herz, besonders in ein kurpfälzisches. Das Buch ist für mich weniger ein explizites Kinderbuch als vielmehr ein Buch für die ganze Familie, das Arnim Töpel live nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern vorstellen wird. Dazu Arnim Töpel: Werden denn in Ladenburg die Zeichnungen auch zu sehen sein? Etwa auf einer Leinwand? A sebvaständlisch!

Moderation: Antje Kietzmann Bei gutem wie bei schlechtem Wetter: Antoniushof, Färbergasse Bewirtung vom Ladenburger Sportverein Es gibt 60 Plätze.

Neben seinen preisgekrönten musikalisch-kabarettistischen Auftritten (Deutscher Kleinkunstpreis für musikalische Klasse und sprachliche Eleganz u.a.) hat Arnim Töpel seit 2013 vier Mundart-Krimis veröffentlicht. Mit »ISCH, DE KRUTZE« hat er sich einen langgehegten Wunsch erfüllt: ein Kinderbuch, auch und gerade für Mamas und Papas, Omas und Opas; fein illustriert von Irina Brunsch nach denne utzlische Skizze des Autors. Die Presse ist sich einig: Goldisch! Foto: © privat


S a mstag 27.M ai

Margarita Kinstner »Mittelstadtrauschen« »Ein traumhaft schönes Buch « nennt Christine Westermann (WDR) dieses Debüt aus Österreich. Als Marie im Café stolpert und einen Kaffee umstößt, lernt sie nicht nur Jakob kennen, sondern setzt damit auch eine Reihe von Geschichten in Gang. Jakob verliebt sich in Marie und trennt sich von seiner Freundin Sonja, die bald darauf jemand anderen trifft: Gery. Er war der beste Freund von Joe - der früher mit Marie zusammen war und sich mit einem spektakulären Sprung in den Donaukanal das Leben genommen hat. Ein mysteriöses Testament taucht auf, das im Prater verlesen werden soll - in Anwesenheit von Gery und Marie. Ein Debüt aus Österreich, eine Liebesgeschichte, märchenhaft und modern zugleich, ein Roman über Einsamkeit, Freundschaft, Sehnsucht und Liebe - in Wien, der »Stadt der Seele«.

Beginn: 18.00 Uhr Einlass: 17.30 Uhr Moderation: Kristin Wolz Bei gutem wie bei schlechtem Wetter: Hausgemeinschaftww Neugasse 6 Es gibt 100 Plätze.


Antje Kietzmann: Im Debütroman der Österreicherin Margarita Kinstner aus dem Jahr 2013 kreuzen sich Lebenswege. Manche dieser Entwürfe sind gescheitert, andere scheinen tadellos intakt. Alle Hauptfiguren verbindet nicht nur ein äußeres Beziehungsgeflecht, sondern letztlich die Suche nach tiefer Verbundenheit, nach Liebe. Mir taugt das Buch (wie die Österreicher wohl zu sagen pflegen), weil Margarita Kinstner mit komischen, spannungsgeladenen und gleichzeitig demaskierenden Blicken in das Seelenleben ihrer Protagonisten zu überraschen weiß. Wer nun hofft, dass die Autorin mit Wien als Ort des Geschehens Sachertorten-Nostalgie bedient, wird eines Besseren belehrt. Margarita Kinstner, geboren 1976 in Wien, hat bisher in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht. »Mittelstadtrauschen« ist ihr erster Roman. Im Herbst 2015 ist der Roman Die Schmetterlingsfängerin erschienen. Foto: © Arno Ebner


Tilman Rammstedt »Morgen mehr«

S a mstag 27.M ai

Ein gewitzter wie origineller Autor ist Tilman Rammstedt – auch auf der Bühne! Anfang 1972: Das ganze Leben liegt noch vor dem Erzähler. Er sieht es alles schon vor sich, er freut sich darauf. Das Problem ist nur: Er ist noch nicht geboren. Um genau zu sein, ist er nicht einmal gezeugt worden, seine zukünftigen Eltern wissen noch nichts voneinander und beide haben im Moment ganz andere Sorgen: Seine Mutter ist im Begriff, einem schwermütigen Südfranzosen zu verfallen, während sein Vater gerade mit einbetonierten Füßen in den Main geworfen wird. Wie es dem Erzähler gelingt, die beiden in herzzerreißend komischen, atemlos traurigen Abenteuern zueinander zu führen, ist größtes Fabulierfeuerwerk. Wenn Tilman Rammstedt einen Roman schreibt, sehen wir »plötzlich, Tränen lachend, hinter der irrwitzigen Fassade eine tiefe Wahrheit« (F.A.Z.).

Beginn: 20.00 Uhr Einlass: 19.30 Uhr Moderation: Eberhard Reuß (SWR) Bei gutem wie bei schlechtem Wetter: Glashaus im Waldpark Es gibt 80 Plätze.


Antje Kietzmann: Das Außergewöhnliche und Reizvolle an dem Buch ist seine Entstehungsgeschichte. »Morgen mehr« wurde als ein Projekt des Autors zu Beginn des Jahres 2016 zunächst als Fortsetzungsroman im Internet veröffentlicht. Beinahe täglich war ein neues Kapitel im Netz zu lesen. Erst im darauffolgenden Sommer erschien das Werk in gedruckter Form auf dem Buchmarkt. Die Erzählweise fesselt, erzeugt knackige Szenenwechsel vor dem inneren Auge und damit ein kurzweiliges Leseerlebnis.

Tilman Rammstedt wurde 1975 in Bielefeld geboren, er lebt in Berlin. 2003 erschien sein Debüt »Erledigungen vor der Feier«, es folgten die Romane »Wir bleiben in der Nähe« (2005), »Der Kaiser von China« (2008) und »Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters« (2012). Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u. a. dem IngeborgBachmann-Preis und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Foto: © Peter-Andreas Hassiepen


S c hulprogramm

l u Sch Lesung

Freitag, 26. Mai 2017 10.00 Uhr Schullesung Arnold Stadler ÂťRauschzeitÂŤ Moderation: Martin Schaub Bei gutem Wetter: Platz an der Sebastianskapelle Bei schlechtem Wetter: Stadtbibliothek, Hauptstr. 8


Martin Schaub: Mit dem Autor Arnold Stadler und seinem Roman »Rauschzeit« werden die »Ladenburger Literaturtage 2017« eröffnet, und für den nächsten Tag konnte der Autor für eine zweite Lesung für die Oberstufe des CBG Ladenburg gewonnen werden. Sehnsucht, Chaos, Glück – das sind seine Motive. Ausgebreitet werden sie am Beispiel einer Altersgruppe, die es doch eigentlich geschafft haben müsste: Leute um die Vierzig sollten angekommen sein und den Blick auf die nächsten Jahrzehnte richten. Doch die Vergangenheit ist der Rucksack, den jeder mit sich schleppt und der die Gegenwart und die Zukunft mitzubestimmen vermag. Insoweit liegt eine Autorenlesung und das persönliche Kennlernen des Autors für einen Oberstufenjahrgang vielleicht nicht nur quer zum Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler, die ihre Probleme und Konflikte in ihrer eigenen Generation sehen und nicht bei ihren Eltern. Und einen Autor befragen zu können, wie er zu seinen Stoffen kommt, wie er arbeitet und wie er sein Lesepublikum findet und sieht, kann nur im Vis-a-vis, im persönlichen Erleben stattfinden. Ein Autor zum Anfassen, das hat man nicht jeden Tag.

Foto: © Jürgen Bauer


S c hulprogramm

e k o a r a K Lesung

Freitag, 26. Mai 2017 11.40 Uhr bis 13.10 Uhr Karaoke-Lesen fĂźr die 8. Klassen mit Frank Sommer Domhofsaal


Martin Schaub: »Jugendliche lesen nicht? Ach was! Jugendliche lesen heute anders und vor allem öffentlich. Gemeinsames Lesen ist beliebt! Zu zweit, zu dritt, in Kleingruppen oder als Chor.« Frank Sommer (Schauspieler, Erzähler und Literaturvermittler) von Eventilator Berlin behauptet dies. Wir werden ihn auf die Probe stellen, wenn er mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8 des CBG Ladenburg durch seine Lese-Show führt. Sich als Vorleser präsentieren, Lesestar werden, die eigene Moderatorenqualität entdecken: In dieser Selbstlese-Show werden aktuelle Jugendbücher auf schnelle und unterhaltende Weise präsentiert und alle Teilnehmenden aktiv eingebunden. Das wird eine interaktive Leseshow mit PowerPoint-Präsentation und Live-Lesungen.


S c hulprogramm

y r Poet Slam


Martin Schaub: Dalibor Markovic kann gut als Poetry-Slam-Pionier bezeichnet werden, denn er steht schon seit mehr als zwanzig Jahre auf der Bühne. Als er anfing, kannten viele Leute den Ausdruck SLAM noch gar nicht und noch weniger hatten so einen »Slam« erlebt. Wenn Dalibor Markovic jetzt nach Ladenburg zu den Literaturtagen kommt, darf man gespannt sein, wie aus Worten und Lauten Verse designet werden, wie sich Verszeilen in Rhythmus, in Sprech-Musik verwandeln. Bei den »Ladenburger Literaturtagen 2017« kommen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 des CBG in den Genuss, »Daliborpoesie« live zu erleben und zu erfahren. Freitag, 26. Mai 2017 11.40 Uhr bis 13.10 Uhr Poetry Slam für die 10. Klassen mit Dalibor Markovic Glashaus im Waldpark

Dalibor Marković, geboren 1975 in Frankfurt am Main, ist Poet. Er hat mit Musik begonnen, daher auch Beatboxer, und ist seit etwa zwölf Jahren auf deutschen Bühnen unterwegs, mitunter sogar im Ausland. Er hat zwei Bücher und einen USB-Stick veröffentlicht und lebt in Frankfurt am Main.


K inderprogramm

c i m o C

w o h S e s e L

Freitag, 26. Mai 2017 16.00 Uhr Kinder von 6 bis 12 Jahren Comic-Lese-Show mit Frank Sommer Stadtbibliothek Ladenburg


Martin Schaub: Im Rahmen der »Ladenburger Literaturtage 2017« richtet sich diese Veranstaltung an Kinder und Jugendliche, die Comics nicht nur alleine lesen, sondern mit anderen zusammen richtig Spaß haben wollen. Die Comic-Lese-Show von Herrn Sommer begeistert überall, wo er auftritt, und bringt im Umgang mit Comics ganz überraschende und neue Erfahrungen.

Der Schauspieler, Erzähler und Literaturvermittler Frank Sommer ist Begründer der Leseförder-Agentur »Eventilator«, Berlin; er richtet Projekte für Wenigleserinnen und -leser und bildungsbenachteiligte Menschen aus, sowie Vorträge und Fortbildungen im Bereich Lesevermittlung. Mit Programmen wie »Buch sucht Leser« oder »Karaoke-Lesen« ist Sommer beliebter Gast in zahlreichen Lese-Clubs, Bibliotheken, Schulen und Theatern. 1963 geboren. 1988 Abschluss als staatl. geprüfter Schauspieler. Seit 1992 in Berlin. Gründung eines OffTheaters mit Theaterverein. 1993 bis 2003 freier Mitarbeiter im Berliner Zentrum für Kinderund Jugendliteratur. 1999 Gründung von Eventilator als privatwirtschaftlich-betriebene Leseförder-Agentur.


Ladenburger Literaturtage 2017

Gestaltung: Mathias Weber, www.umschlag3.de

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vielerorts - Ladenburger Literaturtage 2017  
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