mein.killesberg-Magazin | 38. Ausgabe | Herbst 2021

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Vereine

Nachbarliche Gemeinschaft im Blickpunkt So vielseitig und bunt wie die Ge-

Gemeinschaft zu verstehen und ge-

sellschaft: Theater und Musik, Tanz

meinsam etwas auf die Beine zu stel-

und Meditation, Workshops und Ge-

len“, resümieren Butters und Erlewein.

sprächsrunden – all das hat der Ver-

„Die Idee ist, dass jeder in der Gemein-

ein „s’Höfle e.V.“ unter einem Dach

schaft etwas beiträgt und aber auch

im Angebot.

davon profitiert.“ Was eigentlich gut klingt, hat in der

Ort des Geschehens ist eine charman-

Pandemie-Zeit leider gelitten. Corona

te, ehemalige Schreinerei auf dem Kil-

und die damit einhergehenden Fol-

lesberg. Eine Initiativgruppe bemühte

gen sind für den Verein eine finanzi-

sich um den Erhalt der ehemaligen

elle Katastrophe. Doch damit nicht

Schreinerei Strohmaier. Der Bürgerver-

genug, wie Jürgen Erlewein findet:

machen.“

ein und die Stadt schlossen dazu einen

„Auch im Hinblick

auf den sozialen

Also ein Weg mit Höhen und Tiefen,

Mietvertrag, in dem 1977 der Verein

Zusammenhalt ist das eine schwer zu

welche es in einem Vereinsleben in der

die Stelle des Bürgervereins über-

überbrückende Situation. Es gab über

Regel immer mal wieder geben wird.

nahm. „Bereits ein Jahr zuvor erfolgte

weite Strecken keine Veranstaltungen

„Die Tiefen waren früher im wesentli-

das eigentliche Startsignal“, erinnert

mit Einnahmen, die wir dringend zur

chen durch Bauschäden verursacht,

sich Jürgen Erlewein, Vorsitzender des

Unterhaltung der Räumlichkeiten be-

die über längere Zeit das Vereinsle-

Vereins. „Durch die Gründung eines

nötigen.“ Aber den Kopf in den Sand

ben blockierten. Mit der Einrichtung

gemeinnützigen Vereins konnten Teile

stecken kam nicht in Frage. „Wir ha-

eines

der gebäudlichen Umgestaltungskos-

ben die erlaubten Möglichkeiten ge-

den Jahren 2000 und 2010 und dem

ten der ehemaligen Schreinerei Stroh-

nutzt, um den Anwohnern auf unsere

sich daraus entwickelndem Nachbar-

maier als Spenden eingesammelt wer-

Art zu helfen: unter anderem mit of-

schaftskonflikt stand 2019 das Höfle

den.“

fenem Büchertausch, fünf Auftritten

vor dem Aus“, beschreiben die beiden

Generell unterstützt der Verein ein

von Stuttgarter Künstler*innen im In-

Vorstände. Aktuell liefe der Erneue-

sehr breites Spektrum. Die vielfältige

nenhof des Höfles („Coronaden“) oder

rungsprozess und man arbeite noch

Gesellschaft – die auch hier am Kil-

auch der einzigen öffentlichen Podi-

immer hart an den Altlasten. „Im Au-

lesberg existiert – wird sozusagen im

umsdiskussion in Stuttgart mit drei

genblick haben wir fast 100 zahlende

Verein und seinem Angebot wider-

Oberbürgermeisterkandidat*innen

Mitglieder*innen, davon über 75 Pro-

gespiegelt. „Wir fokussieren uns im

und jeweils weit über 40 begeisterten

zent aus der ‚fußläufigen‘ Nachbar-

Angebot insbesondere auf folgende

Gästen“, nennt Butters gelungene Bei-

schaft. Gerade in den letzten beiden

Zwecke gemäß unserer Satzung: Kunst

spiele. Außerdem hat sich der Verein

Jahren sind viele Neuzugänge dazu-

und Kultur, Erziehung und Bildung so-

direkt mit der Pandemie auseinander-

gekommen, die uns stützen“, freut

wie Naturschutz und Landschaftspfle-

gesetzt und pragmatisch gehandelt.

sich Erlewein. Eine Zunahme, die die

ge“, stellen Jürgen Erlewein und Anna

„Da für uns die nachbarliche Gemein-

Protagonisten als Bestätigung für ihr

Butters klar; Butters fungiert ebenfalls

schaft im Blickpunkt steht, haben wir

Angebot sehen. Weiterer Beleg für die

als Vereinsvorstand. „Dabei fördern

als wichtigen Schritt aus der Pandemie

Akzeptanz: Bei der Unterschriften-

wir, wie bei allen Vereinen, auch den

das Testen erkannt. In Abstimmung

sammlung im letzten Jahr bestätigten

Zusammenhalt durch Feste und Veran-

mit unserem Beirat haben wir uns da-

355 Killesberger*innen, dass sie das

staltungen. Uns ist sehr wichtig, dass

her schon im April entschlossen, un-

Höfle kennen und sich nicht durch das

sich Generationen mischen und das

sere Räume der ehrenamtlichen Bür-

Höfle gestört fühlen. „Dies alles zeigt“,

wollen wir durch eine Varianz an Ange-

gerinitiative „wirtesten.org“ für das 1.

so vorstand Erlewein, „dass unser Ver-

boten auch unterstützen.“ Dabei lässt

Stuttgarter Schnelltestzentrum kosten-

ein eine feste Größe im Wirkungskreis

sich der Verein gern durch Nachbarn

frei zur Verfügung zu stellen. Damit

ist und bleiben sollte. Die Unterschrif-

inspirieren und nimmt folgerichtig

haben wir noch vor der Stadt reagiert

tenaktion haben wir durchgeführt, um

Anregungen, Interessen und Impulse

und somit unseren Teil dazu beige-

der Kommunalpolitik Argumente ge-

gerne auf. „Es macht Spaß, sich als

tragen, die Nachbarschaft sicherer zu

gen die Übernahme des Höfles durch

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© s’Höfle e.V.

Naturkindergartens

zwischen


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