Page 31

Mercea: Sagen wir so: Ich fühle mich

pekt, dass wir unseren Lebensstil so

natürlich auch jede Menge Motive für

sehr wohl, wenn ich wieder zurück-

erhalten wollen. Klar gibt es Proble-

mein Fotohobby. Wenn ich einen be-

komme. Glücklicherweise konnte ich

me, wie die anstehende Diskussion

stimmten Ort herausgreifen müsste,

mittlerweile mit meinem Arbeitgeber

zu Mikroplastik zeigt. Aber viele der

dann wären das die Terrassen bei den

vereinbaren, einen großen Teil meiner

Probleme sind hausgemacht durch die

Springbrunnen.

Aufgaben von zu Hause aus zu erle-

Menschen. Unter anderem, weil Dinge

mein.killesberg: Wo fehlt es denn ei-

digen. Die digitale Welt macht‘s eben

nicht ordnungsgemäß behandelt wer-

gentlich noch für die Bürgerinnen und

möglich, auch vom Homeoffice aus

den. Politik und Wirtschaft müssen so

Bürger im Stuttgarter Norden?

dieselbe Qualität abliefern zu können.

handeln und es in den Griff bekom-

Mercea: Ich sehe hier eher die Vortei-

Ich empfinde diese Lösung als großes

men, dass Dinge nicht dort landen, wo

le des Quartiers. Zum einen die Nähe

Glück.

wir sie aktuell finden.

zum Hauptbahnhof, den ich fußläufig

mein.killesberg: Was bedeuten Stutt-

mein.killesberg: Womit beschäftigen

in 10 bis 15 Minuten erreichen kann.

gart und der Killesberg für Sie ganz all-

Sie sich in Ihrer Freizeit?

Insgesamt ist es doch eine sehr ruhige

gemein und auch im Hinblick auf das

Mercea: Ich bin seit vielen Jahren als

und gepflegte Atmosphäre hier oben.

„Nach-Hause-Zurückkehren“?

Hobbyfotograf unterwegs. In früheren

Ach ja, da fällt mir doch noch etwas

Mercea: Eigentlich bin ich das Unter-

Jahren auch durchaus mit Ambitionen

ein, was fehlt: ein öffentlicher Raum

wegssein gewohnt und dabei in der Re-

und etlichen Ausstellungen. Letzteres

für alle Bürger. Den alle nutzen kön-

gel auch nicht gestresst. Ich kann im

habe ich mittlerweile aber aufgegeben.

nen, sowohl für Kunstausstellungen

Zug entspannt sitzen und bei Bedarf

Jetzt sind meine Bilder als Diashows in

als auch wechselnde Kulturangebote.

nebenher arbeiten. Aber ich genieße

der Neurologie-Praxis meiner Frau zu

Vielleicht wäre das ehemalige Postge-

es auch, zu Hause zu sein. Und durch

sehen. In Bezug auf meine früheren

bäude dafür geeignet.

die Möglichkeit des Homeoffice kann

Ausstellungen erinnere ich mich ger-

mein.killesberg: Sie haben die be-

ich das berufliche Reisen deutlich zu-

ne, dass meine Bilder aus den Rumäni-

rühmten drei Wünsche frei – was wür-

rückschrauben. Mit Kunden in den

schen Westkarpaten, gleich nach einer

den Sie wählen?

USA, in Indien oder China kann man

Ausstellung von Robert Capa, in der

Mercea: Da ist als erstes der Wunsch

auch ganz gut via Telefonkonferenz

Reutlinger Volkshochschule gezeigt

für unsere Kinder, dass sie gesund

zusammenarbeiten.

wurden. Die Liebe zur Fotografie war

bleiben und ihre Tätigkeiten weiter

mein.killesberg: Was sind aktuell an-

schon in meinem Geburtsland Rumä-

ausüben können. Unsere Tochter ist

stehende Fragen und mögliche Lösun-

nien vorhanden, mit Gleichgesinnten

Ärztin in Österreich und unser Sohn

gen in Ihrem Themenbereich?

war ich dort Mitglied in einem Foto-

arbeitet als promovierter Informati-

Mercea:

passieren

klub, der vor Kurzem sein 50-jähriges

ker. Zudem wünsche ich mir weiterhin

einerseits durch Herstellung neuer

Entwicklungen

Jubiläum gefeiert hat. An dieser Feier

Gesundheit für meine Frau und mich,

Kunststoffverpackungen und

-artikel

habe nicht nur ich teilgenommen, son-

damit wir weiterhin im jetzigen, etwas

für Lebensmittel und/oder Trinkwas-

dern auch Klubmitglieder, die zurzeit

gemäßigten Tempo weiterarbeiten und

ser. Andererseits ändern sich – wer-

nicht in Rumänien leben (einer kam

uns verwirklichen können.

den meistens verschärft – auch die

sogar aus Kongo nach Klausenburg).

Der dritte Wunsch: Wir als Gesellschaft

Verbraucherschutznormen. Beide Din-

Ein weiteres Hobby von mir ist Mö-

müssen verstehen, dass wir derzeit die

ge führen dazu, dass bezüglich der Mi-

beldesign und -herstellung (zeigt auf

beste je dagewesene Zeit dieses Vier-

gration solche Kunststoffartikel

Möbelstücke

eine

Kombinati-

tels, der Stadt und des Landes erleben.

Konformitätsprüfung bestehen müs-

on von Nussbaum und Metall). Diese

Und das ist nicht selbstverständlich,

sen, um für den Markt zugelassen zu

Nussbaumscheiben stammen von ei-

dass dies so weitergeht. Vor allem

werden.

Weiterentwicklung

nem stattlichen Baum, der in Rumä-

müssen wir uns klar werden, dass

von Modellen und Migrationsrechen-

nien stand. Das Handwerk habe ich

wir derzeit ganz schön die Umwelt in

methoden leisten wir einen Beitrag in

übrigens im oben genannten, früheren

Anspruch nehmen. Vor diesem Bezug

diesem Bereich.

Institut meiner Eltern von zwei ungari-

müssen wir verstehen, dass ein Um-

mein.killesberg: Kunststoffe haben

schen Tischlern in meinen jungen Jah-

denken stattfinden muss, damit wir

derzeit nicht den besten Ruf, siehe Mi-

ren gelernt.

dieses Niveau – vielleicht auch ein be-

kroplastik. Wie stehen Sie dazu? Was

mein.killesberg: Gibt es für Sie Lieb-

scheideneres – an die kommenden Ge-

sollte deshalb dringlichst verbessert

lingsorte am Killesberg? Wenn ja, wel-

nerationen weitergeben können. Und

werden?

che?

das ist mit dieser Art des Wirtschaftens

Mercea: Gegenfrage: ein Leben ohne

Mercea: Ich finde den Park als Gesam-

nicht möglich.

Kunststoffe – wie sähe das denn heu-

tes klasse, auch im Wechsel der ver-

mein.killesberg: Herr Mercea, vielen

te aus? Insbesondere unter dem As-

schiedenen Jahreszeiten. Er bietet mir

Dank für das Gespräch.

Mit der

aus

einer

mein.killesberg-Magazin | Killesberg entdecken | 31

Profile for mein.killesberg-Magazin

mein.killesberg-Magazin | 31. Ausgabe | Winter 2019  

mein.killesberg-Magazin | 31. Ausgabe | Winter 2019  

Advertisement