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Editeur: CSI asbl, ONG agréée

Edito

Dezember 2013

Gesegnete Weihnachten 2013

Ein Land schreit nach Bildung Werte Leser, Liebe Freunde von CSI, Kurz vor Weihnachten möchte ich Ihnen unsere Projekte im Südsudan ganz besonders ans Herz legen. Kein anderes Land der Welt schreit zurzeit mehr nach Bildung. Nicht einmal die Hälfte aller jungen Südsudanesen kann heute eine Grundschule besuchen. Bei den Mädchen ist die Situation besonders dramatisch. Nur etwa eine Schülerin von 20 schafft es in die 8. Klasse. Es fehlt an ausgebildeten Lehrern, an Schulen und in vielen Familien am Bewusstsein, dass Mädchen auch ein Recht auf Bildung haben. „Ein gutes Mädchen heiratet früh und macht seine Familie glücklich durch einen hohen Brautpreis“, lautet in etwa die vorherrschende Vorstellung bei vielen Dinkas im Südsudan. Obschon die Umstände alles andere als einfach sind, setzen sich immer mehr Südsudanesen für Bildung ein. Drei bis vier Lehrer, die ein paar hundert Schüler mit einer Schiefertafel unter schattenspendenden Bäumen unterrichten, sind ein gewohntes Bild in vielen Teilen des Landes. Weniger bekannt ist, dass die Motivation sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern extrem hoch ist. „Wir müssen etwas für unser Land tun, denn unsere Bevölkerung ist nicht gebildet genug“, resümiert ein Lehrer seine Bewegründe, unter schwierigsten Bedingungen zu lehren. Ein Schüler erzählt: „Ich versuche meine Eltern zu überreden, mich die Grundschule abschließen zu lassen, aber sie wollen, dass ich ihnen bei der Arbeit helfe. Zurzeit gehe ich morgens zur Schule, mittags helfe ich, die Tiere zu hüten.“ CSI Lëtzebuerg ist seit seinen Anfängen im Sudan präsent. Heute sehen wir es als unsere Pflicht an, mit Bildungsprojekten vor Ort zu helfen. Unterstützen Sie unsere Adventsaktion für den Südsudan und schenken Sie Kindern die Möglichkeit, lesen, schreiben und rechnen zu lernen und damit die Basis für eine gute Entwicklung des Landes zu schaffen. Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit, gesegnete Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

Bob Kirsch, Präsident

iStock

„Im Kind Jesus ist die Wehrlosigkeit der Liebe Gottes am meisten offenkundig: Gott kommt ohne Waffen, weil er nicht von außen erobern, sondern von innen gewinnen, von innen her umwandeln will.“ (nach Benedikt XVI.) Herzliche Glückwünsche zu einem friedvollen und gnadenreichen Weihnachtsfest sowie Gottes gutes Geleit durch das neue Jahr! Im Namen aller Vorstandsmitglieder von CSI

Ihr Abbé Robert Brosius Ehrenpräsident von CSI


CSI-Magazin – CSI vor Ort im Südsudan „Es ist ein langer Weg, doch kein anderer Weg ist zu gehen“

CSI

Die Sicht eines Fast-Südsudanesen über seine Arbeit in dem jüngsten Staat der Welt Projektkoordinator Jacob Ydo im Gespräch mit Véronique Weis Vom 8. bis 13. November 2013 besuchte ich die Mitarbeiter der Diözese El Obeid, unser Partner im Südsudan. Die Diözese hat aus logistischen Gründen ihren Hauptsitz in Nairobi. Hier bin ich dem neuen Projektkoordinator Jacob Ydo begegnet, der für unsere Projekte in der Region Twic County zuständig ist. Es kam zu einem Gespräch über seine Sicht der Dinge im Südsudan. Ydo Jacob ist Holländer, doch er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Afrika. Nach einem Studium der Psychologie und Soziologie ging er nach Äthiopien und später Burkina Faso, wo er in unterschiedlichen Entwicklungsprojekten tätig war. 1985 führte ihn sein Weg nach Südsudan, ein Land, dem er seitdem treu geblieben ist. Ydo Jacob war

vor Ort, als das Land in seinem langjährigen Krieg stark gebeutelt wurde und ist jetzt da, um beim Wiederaufbau zu helfen. Seit Januar ist er von der Diözese El Obeid als Projektkoordinator für Twic County eingestellt und überwacht die Umsetzung vor Ort. So verbringt er mindestens 6 Monate im Jahr im Südsudan. Was unterscheidet die Arbeit in Twic County mit der, die Sie vorher im Südsudan gemacht haben? Es ist vor allem die Kultur und Tradition der Dinkas, ein stolzes und starkes Volk, das sich im Krieg immer wieder behaupten musste, da ihr Land nahe an der Grenze zum Norden liegt. Diese Lage erklärt auch, warum die Dinkas zurzeit viele Flüchtlinge aufnehmen müssen. Es sind Menschen, die vor den Kämpfen ins Landesinnere flüchten oder auch eine halbe Million Südsudanesen, die während des Krieges im Norden bessere Lebensbedingungen suchten und jetzt wieder in ihr Land und auf ihre Felder zurückkehren. Wie sehen Sie die aktuelle Lage im Land und was sind die größten Herausforderungen?

CSI Zustand vieler Schulen in Südsudan

Ein großes Problem ist die Tatsache, dass die aktuelle Regierung auf kein Erbe zurückgreifen kann. Es gab keine Regierung vor ihr, denn die Regierung des Nordens ist keine Referenz, wo doch gegen ihren Präsidenten Omar Hassan al-Bashir ein internationaler Haftbefehl wegen Vergehen gegen das Völkerrecht läuft. Es gibt größtenteils keine Gesetze, alles muss von Grund auf neu aufgebaut werden. Darüber hinaus ist das Land sehr groß, wenngleich es relativ wenige Einwohner hat. Die Kommunikation ist schwierig. Es gibt Interessenskonflikte: Das Öl als ergiebigste Quelle wird ohne klare Finanzstrategie gefördert und gehandelt. Es ist eine recht schwierige Lage. Doch muss man sagen, dass die Menschen


CSI-Magazin – CSI vor Ort im Südsudan

CSI

CSI

Vielerorts gibt es zerstörte Schulen

Renovierte Primärschule in Turalei

einen starken Willen haben, dass sie viel arbeiten, ihr Land aufbauen wollen und an die Zukunft glauben.

Auch Pater Antony ist für die Menschen vor Ort eine solche Respektsperson. Nur mit solchen Menschen ist es möglich, etwas aufzubauen. Zurzeit ist der Bau und der Betrieb einer Schule nur garantiert, wenn vor Ort eine Pfarrei oder eine Gemeinschaft aktiv ist. Diese sind den Menschen nahe, können Veränderungen in ihrer Sichtweise und ihrem Benehmen bewirken, die dazu führen, dass Entwicklung, besonders durch die Bildung möglich wird. Die Schulen, die von der Diözese El Obeid gebaut und geleitet werden, haben nicht nur eine gute Baustruktur, sondern der Unterricht hat auch eine gute Qualität. Leider müssen auch von uns kenianische Lehrer eingeflogen werden. Deshalb ist das wichtigste und größte Projekt im Bereich der Bildung ohne Frage der Bau des „Teacher Training Institute“. 2014 wird somit ein wichtiges Jahr sein, wo wir mit CSI dieses Projekt starten können. Hier werden in Zukunft lokale Lehrer qualitativ ausgebildet, damit das Wissen im Land bleibt und in den unteren Klassen auch in der lokalen Sprache unterrichtet werden kann.

Was kann diesem Land am meisten helfen? Ganz ehrlich, und das sage ich nicht nur, weil CSI vor allem Bildungsprojekte macht: Bildung ist der Schlüssel für die Entwicklung und für die Zukunft dieser Menschen. Ihnen Wissen vermitteln bedeutet ihnen eine Chance zu geben, sich und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Es selbst in die Hand zu nehmen, wie sie sich weiterentwickeln wollen. Doch die Menschen müssen lernen zu verstehen, dass nicht alles nur auf ihre Traditionen aufgebaut werden kann, wenngleich diese wichtig sind. Mädchen, die in die Schule gehen und für die es eine andere Zukunft geben soll, dürfen nicht mit 12 oder 13 Jahren schon verheiratet werden oder aus hygienisch-traditionellen Gründen jeden Monat während ihrer Periode dem Unterricht fernbleiben und dann den Aufstieg in die nächste Klasse nicht schaffen. Die Eltern müssen sensibilisiert werden. Aber es gibt auch andere Probleme. Viele offizielle Gebäude wurden während des Krieges zerstört. Die staatlichen Schulen funktionieren schlecht; Gebäude sind in einem sehr desolaten Zustand, doch niemand übernimmt dafür die Verantwortung. Lehrer gibt es wenige, sie müssen darum aus Kenia eingeflogen werden. Das Bildungsniveau ist niedrig. Wie kann man konkret vorgehen? Die Leute brauchen jemanden, der sie führt, eine Autoritätsperson, der sie vertrauen. Eine derartige Person ist Bischof Macram Max Gassis.

Welche Botschaft wollen Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? Die Dinge im Südsudan gehen sehr langsam voran, doch man sieht auch die Früchte der Arbeit der vergangenen Jahre. Auch bleibt mir ein Dank auszusprechen, an CSI und alle Menschen, die die Arbeit von CSI im Südsudan unterstützen. Ohne sie wäre unsere Engagement für die Zukunft Südsudans nicht möglich. 

CSI Kenianische Lehrer der Primärschule in Turalei

Véronique Weis

CSI In Erwartung der neuen Schule in Turalei


CSI-Magazin – CSI vor Ort in Luxemburg UN beklagen Hinrichtungen Genf – Im Sudan sind nach Angaben der Vereinten Nationen im November mindestens vier Menschen hingerichtet worden. Zwei wegen Mordes verurteilte Männer seien in Juba gehenkt worden, zwei weitere in Wau, teilte das UN-Menschenrechtshochkommissariat mit. Geschätzt mehr als 200 Personen säßen landesweit in der Todeszelle. Nach UN-Angaben befindet sich das Justizsystem des nordostafrikanischen Landes nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges erst im Wiederaufbau. Polizei und Staatsanwaltschaft seien nur in wenigen Regionen vorhanden; und dort fehle es an Ressourcen für angemessene Untersuchungen und Strafverfolgung. Unter solchen Umständen seien die hohen Hürden des internationalen Rechts für eine verantwortliche Verhängung der Todesstrafe keinesfalls zu nehmen.

DIGICASH Bitte helfen Sie mit! Sie können bei der BCEE gratis eine „DIGICASH App“ für Ihr Smartphone herunterladen. Sobald Sie diese „App“ haben, können Sie bequem und sicher mit Ihrem Smartphone zahlen. Die ersten 3000 Spenden von mindestens 10 Euro, die im Dezember über DIGICASH gemacht werden, werden von der Sparkasse um je 10 Euro aufgestockt.

CSI s’engage envers ses donateurs Adhésion au Code de bonne conduite de l’asbl « Don en Confiance Luxembourg » Le 11 novembre 2013, CSI est devenu officiellement le 25ème membre de l'asbl. « Don en Confiance Luxembourg ». CSI s'est ainsi engagé à respecter un Code de bonne Conduite qui comporte 6 obligations majeures: -------

le respect des droits des donateurs, une gestion désintéressée, une gestion rigoureuse, des actions de communication irréprochables, des actions de collecte de fonds irréprochables, une transparence financière à l'égard des donateurs.

Le but est de donner aux donateurs le droit de savoir comment est dépensé leur argent et comment cet argent est géré. CSI répondait déjà à ces obligations et a ainsi pu être accepté comme

La secrétaire de CSI Lëtzebuerg, Dominique von Leipzig, lors de la signature de l'acte d'adhésion

membre: une preuve du sérieux de son travail au service des très défavorisés et un atout pour plus de visibilité dans la collecte de dons. www.donenconfiance.lu 

Dominique von Leipzig

KPMG Luxembourg Foundation spendet für CSI-Projekt in Vietnam 10.000 Euro zugunsten behinderter Kinder in Can Loc

Impressum Herausgeber: Chrëschtlech Solidaritéit International (CSI) asbl ONG agréée 140, rue Adolphe Fischer / L-1521 Luxemburg Tel. 26.64.93.89.20 / Fax. 26.64.93.89.24 / E-Mail: info@csi.lu CCPL: IBAN LU27 1111 0868 8772 0000 (Spenden sind steuerlich absetzbar) Erscheinungsweise: monatlich (Auflage: 1.150) Redaktion: Sybille Gernert, Robert Kirsch, Fabienne Michaux, Dominique von Leipzig und Véronique Weis Nachrichten und Bildmaterial: CSI und Katholische Nachrichtenagentur (KNA) Graphische Gestaltung: Imprimerie Centrale, Luxemburg

Redaktionsschluss: jeweils zum Monatsende · Der Nachdruck von Artikeln dieses Heftes ist unter Angabe von Quelle und Zustellung von zwei Belegexemplaren ausdrücklich erwünscht. Danke für Ihre Spenden und Ihre Gebete. www.csi.luwww.stoppdiearmut.lu

Die KPMG Luxembourg Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die im Jahr 2009 gegründet wurde. Sie ist unabhängig von KPMG Luxembourgs Kerngeschäften. Die Gründung der KPMG Foundation resultiert aus der Umsetzung der Werte des Unternehmens, in dem das Gemeinwohl einen wichtigen Platz einnimmt. Wie bereits die Jahre zuvor, unterstützten die KPMG Luxembourg Foundation, sowie Partner und Mitarbeiter von KPMG Luxembourg, 17 wohltätige Organisationen, darunter CSI. Die ausgewählten Projekte wurden sowohl von KPMG als Firma mittels Spenden, als auch von Partnern und Mitarbeitern durch Fundraising-Aktivitäten unterstützt. Alle Spenden kommen Organisationen aus Luxemburg und der Großregion zugute, die Projekte auf lokaler und auf internationaler Ebene durchführen. Die Auswahl der Projekte basiert auf der Übereinstimmung der Ziele der Organisationen und der KPMG Luxembourg Foundation. Der Grundgedanke ist, nachhaltige Veränderungen für Personen zu erzielen, die es am dringendsten benötigen.

Anfang Oktober konnte CSI von der KPMG Luxembourg Foundation 10.000 Euro für das Projekt der Förderung behinderter Kinder in Zentralvietnam entgegennehmen. In der Stadt Can Loc und den umliegenden Dörfern werden behinderte Kinder in den Familien aufgesucht, ihre Ressourcen identifiziert und sie werden gemäß ihrer Behinderung in Normalschulen integriert oder in Spezialinstituten aufgenommen. Familien schwerstbehinderter Kinder werden in der korrekten Betreuung ihrer Kinder unterwiesen. Dadurch bessert sich die Lebensqualität der betroffenen Kinder und auch der ganzen Familie. Ein extrem wichtiges Projekt in einem Land, das noch heute unter den Folgen des „Agent Orange“ aus dem Vietnamkrieg leidet und in dem behinderte Menschen immer noch sozial ausgegrenzt werden. Einen großen Dank an die KPMG Luxembourg Foundation und an alle engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die großzügige Spende! 

Véronique Weis

197571 csi magazin 12 13  
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