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Editeur: CSI asbl, ONG agréée

Edito

August 2013

Post-2015-Entwicklungsagenda: UN-Millenniumsziele

Jugendliche sind wie Edelsteine Werte Leser, Liebe Freunde von CSI, Der italienische Priester und Pädagoge Giovanni Bosco setzte sich Zeit seines Lebens für Jugendliche ein, die keinen Zugang zu Bildung oder Arbeit hatten. Von ihm stammt das Zitat: „Jugendliche sind wie Edelsteine, die auf der Straße liegen. Sie müssen nur aufgehoben werden, und schon leuchten sie.“ Weltweit sind zurzeit mehr als 70 Millionen Jugendliche ohne Arbeit. Ihre Talente scheint niemand zu brauchen. Nicht nur in den so genannten Entwicklungsländern, auch in den Industrieländern sind rund 20 % der Jugendlichen arbeitslos. In manchen Ländern hat mehr als die Hälfte aller jungen Menschen keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Eine verlorene Generation wächst heran, die nicht in die Verantwortung genommen wird. Die Salesianer Don Boscos haben den Auftrag, Jugendlichen, die am Rande der Gesellschaft leben, eine Chance zu geben. Vor einem Jahr hat CSI erstmals ein Projekt des Ordens in Burkina Faso unterstützt. 20 Jugendliche erhielten eine praktische Ausbildung. Sie machten eine Lehre als Fahrer, Friseur, Schweißer, Automechaniker oder Computer-Techniker. Die Jugendlichen sollten in kurzer Zeit das nötige Wissen erhalten, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Auf den Seiten 2 und 3 erzählen Sylvie Grein und Dominique von Leipzig von einer Projektreise nach Burkina Faso und ihren Gesprächen mit den Projektteilnehmern. Jugendliche brauchen nicht nur ein theoretisches Recht auf Bildung, sondern vor allem Menschen aus Fleisch und Blut, die ihnen eine Chance geben und ihre Talente fördern. Sie brauchen konkrete Angebote, die sie wahrnehmen können und Erfahrungen, an denen sie wachsen können. Helfen Sie mit, jungen Menschen eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Sie wissen Ihr Vertrauen zu würdigen. Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit!

Robert Kirsch Präsident

CSI

Was wurde bisher erreicht? Bei der Anzahl der Mädchen und Jungen, welche eine Primärschule vollständig abschließen konnten, wurden bemerkenswerte Fortschritte erreicht. In den Entwicklungsländern sind die Einschulungsquoten in den Jahren 1999 bis 2009 im Schnitt von 82 auf 90 Prozent gestiegen. Die Gesamtzahl der Kinder, die keine Schule besuchten, fiel von 106 Millionen im Jahr 1999 auf 67 Millionen im Jahr 2009. Eine nähere Betrachtung ergibt jedoch, dass das Wachstum fast gänzlich zwischen 1999 und 2004 stattfand, und dass die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, nach 2004 ­deutlich langsamer gesenkt werden konnte. Trotzdem sind in vielen Ländern Fortschritte im Bereich der Grundschulbildung nicht von der Hand zu weisen: In Afrika südlich der Sahara stieg der Anteil von 58 auf 76 Prozent. In den Entwicklungsregionen außer Afrika südlich der Sahara besuchten 2010 über 90 Prozent der Kinder ab dem Grundschulalter eine Grund- oder Sekundarschule. In vier ­Regionen (Nordafrika, Ostasien, Lateinamerika und der Karibik und Südostasien) betrug ihr Anteil mindestens 95 Prozent. Die Tatsache, dass heute wesentlich mehr Mädchen und Jungen eine Grundschule abschließen können und somit das Fundament für eine bessere Zukunft geschaffen wurde, bringt auch neue Herausforderungen mit sich: So müssen die Sekundarschulinfrastrukturen dringend ausgebaut werden sowie in Weiter- und Ausbildung des Lehrpersonals investiert werden. Dies sind Herausforderungen, die im Rahmen der „Post-2015-Entwicklungsagenda“ auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfen. Andernfalls sind die geleisteten Fortschritte im Bereich der Grundschuldbildung – ­früher oder später – ad absurdum geführt. CSI wird sich weiterhin für die Umsetzung des zweiten ­UN-Millenniumzieles stark machen und hofft dabei auf Ihre Unterstützung! Vielen Dank! 

Nadine Schmit


CSI – Magazin – CSI vor Ort in Burkina Faso Wie aus arbeitslosen Jugendlichen selbständige Erwachsene wurden

CSI

CSI

Jacqueline kann jetzt für ihren Lebensunterhalt sorgen

Alphonse, Lucien, Pascal und Edouard (fehlt) haben ihre eigene Firma gegründet

Unser erstes Projekt mit den Don Bosco Salesianern erfreut sich des Gelingens

FESSIONNELLE’’ initié pour 20 jeunes Burkinabés par CSI-Luxembourg par le biais des Salésiens de Don Bosco à Ouagadougou.

Seit 3 Jahren sind die Don Bosco Salesianer in der Hauptstadt Ouagadougou vertreten. Für ihre Arbeit mit den vernachlässigten Kindern und Jugendlichen haben sie sich in einem Vorort niedergelassen dessen Name träumen lässt, aber meilenweit von der Wirklichkeit entfernt ist: Einfache Bauten, Lehmhütten, staubige Pisten und brütende Sonne prägen die Landschaft von „Belleville“ und keine schöne Villen oder Parks. Die Schönheit liegt anderswo: in den lächelnden und offenen Gesichtern der Kinder und Jugendlichen für deren Zukunft die Salesianer sich mit Leib und Seele einsetzen. Auf unserer Projektreise im Juni dieses Jahres konnten wir uns vergewissern wie wertvoll und lebensverändernd für die Jugendlichen die Arbeit unseres Partners vor Ort ist. Das erste Projekt, das CSI mit den Salesianern umsetzte, bestand aus einer kurzer Ausbildung, die grundlegende Inhalte praxisorientiert vermittelte, um 20 Jugendlichen schnellmöglichst die Tür zur Arbeitswelt zu öffnen. Lucien erzählt uns was dieses Projekt ihm und seinen Freunden gebracht hat:

J’ai d’abord suivi une formation en maintenance informatique de premier niveau. Cette formation avait pour but de nous doter des bagages nécessaires afin de poursuivre en informatique média : filmage et montage. Quatre de mes camarades étaient avec moi. Quant aux 15 autres, ils ont évolué dans d’autres parcours comme la coiffure, la soudure, la couture, le collage pneu-charge de batteries et le permis de conduire.

Je me nomme KIENDREBEOGO Ousmane Kiswendsida Lucien. J’habite à Ouagadougou au secteur 29 de l’arrondissement 6 dans le quartier Kouritenga. Je suis l’un des bénéficiaires du projet ‘’FORMATION PRO-

Cette offre était sans doute la bienvenue à l’endroit de tous. En effet nous partions tous du néant, dans des conditions précaires, dans un pays qui malheureusement est à fort taux de chômage et surtout juvénile. Mais grâce à cette formation nous sommes désormais qualifiés augmentant ainsi notre opportunité d’entrer dans le monde du travail. Encore faut-il préciser que beaucoup d’entre nous évoluent déjà dans des cadres acceptables. A titre d’exemple les 5 jeunes qui ont fait la soudure ont été d’emblée retenus par leurs diverses entreprises formatrices non plus comme des gens à former mais plutôt comme membres du staff. Par ailleurs les 2 de la coiffure, les 5 de l’informatique et 2 autres (l’un de la couture et l’autre du collage pneu) ont des situations plus ou moins stables car étant individuellement ou collectivement dans des ateliers propres à eux-mêmes. En se livrant à une extrapolation

CSI Ohne Fußball läuft bei den Salesianern nichts!

CSI Dieses Mädchen träumt auch schon von einem Beruf ...


CSI – Magazin – CSI vor Ort in Burkina Faso

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Salif war begeistert von seiner Ausbildung

Die zukünftigen Kameramänner!

on peut facilement conclure que plus de la moitié de ces jeunes sont déjà en activité. En un mot, le projet a eu un impact positif irréfutable dans la vie professionnelle de chacun de ces jeunes. Mon expérience personnelle m’en dit beaucoup. Auparavant, j’avais, disons une phobie de la machine ne voulant même pas m’en approcher et ne pouvant rien faire; elle était pour moi une boîte noire. Mais actuellement je peux dire eurêka! Je m’en sors très bien et je l’ouvre même s’il le faut. En plus je suis dans le monde du cinéma, non seulement en tant que caméraman mais aussi comme monteur.

autonomes, responsables et avec des perspectives concrètes d’avenir. Ce sont ainsi 20 nouveaux et nouvelles coiffeurs, couturières, chauffeurs, soudeurs spécialistes en informatique et en filmage, en collage de pneus – des métiers recherchés au Burkina Faso – qui nous attendaient pour échanger et nous présenter avec fierté un film réalisé par leurs soins sur le projet. Ces formations d’environ 8 mois n’ont pas été faciles pour autant: difficultés de payer un repas de midi pour certains, longs déplacements en vélo jusqu’aux lieux de formation, conditions de travail difficiles ou tout simplement découragement …

Pour conclure, il faut dire que j’ai beaucoup appris à travers cette formation que je juge être de qualité. Je ne saurais terminer sans réitérer mes sincères remerciements à CSI-Luxembourg et leurs collaborateurs à Ouagadougou que sont les Pères Salésiens de Don Bosco. Merci à tous.

Les Pères Salésiens Albert et Antonio, ainsi que Basile, coordinateur du projet et étudiant en ressources humaines, ont su accompagner, réconforter, voire « recadrer » les jeunes quand il le fallait, suivant l’exemple de Don Bosco.

Lucien

Bien d’autres jeunes attendent encore ce « coup de pouce » qui pourra changer leur vie…

Les jeunes sont la partie la plus délicate et la plus précieuse de la société (Saint Jean Bosco)



Dominique von Leipzig

Il y a parfois des moments d’intense joie dans le domaine de la coopération, comme de voir que des jeunes ont pu être aidés à sortir de la spirale du chômage et de la dévalorisation pour devenir des personnes

CSI Dominique umgeben von Père Antonio und Père Albert

CSI Dieses Geschenk erhielten wir von den Jugendlichen


CSI – Magazin – CSI vor Ort in Luxemburg Hungernde im Sudan unterstützt

Mein Freiwilligendienst bei Maison Shalom in Burundi

Khartum – Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen WFP erhält 17 Millionen Euro der EU für seine Arbeit im Sudan. Mit dem Geld sollten vor allem Hilfsaktionen in Darfur und in den Staaten Blue Nile und Süd-Kordofan unterstützt werden, teilte das WFP in Brüssel mit. „Wir stehen am Anfang der sogenannten mageren Saison, das heißt vor dem Beginn der nächsten Ernteperiode im Oktober, wenn die Menschen wenig Zugang zu Nahrungsmitteln haben“, sagte der WFP-Direktor für den Sudan, Adnan Khan. Die Zuwendung des Europäischen Amtes für Humanitäre Hilfe der EU-Kommission (ECHO) komme daher gerade rechtzeitig. Die meisten Bedürftigen leben Khan zufolge in Darfur. Dort seien 2,9 Millionen Menschen vom anhaltenden Konflikt betroffen; rund die Hälfte von ihnen seien Vertriebene. Laut dem WFP wird Nahrung an rund 180.000 unterernährte Kinder, schwangere und stillende Frauen verteilt. Der Darfur-Konflikt dauert bereits seit zehn Jahren an. In dieser Zeit hat die EU nach UN-Angaben 500 Millionen Euro für das Welternährungsprogramm im Sudan zur Verfügung gestellt.

Flüchtlingspolitik kritisiert Griechenland – Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die griechische Flüchtlingspolitik scharf kritisiert. Die örtliche Küstenwache mache Flüchtlingsboote manövrierunfähig und schiebe sie in türkische Gewässer zurück, kritisierte AI in Berlin. Damit setze sie das Leben von Männern, Frauen und Kindern aus Ländern wie Syrien und Afghanistan aufs Spiel.

Impressum Herausgeber: Chrëschtlech Solidaritéit International (CSI) asbl ONG agréée 140, rue Adolphe Fischer / L-1521 Luxemburg Tel. 26.64.93.89.20 / Fax. 26.64.93.89.24 / E-Mail: info@csi.lu CCPL: IBAN LU27 1111 0868 8772 0000 (Spenden sind steuerlich absetzbar) Erscheinungsweise: monatlich (Auflage: 1.150) Redaktion: Sybille Gernert, Robert Kirsch, Nadine Schmit, Dominique von Leipzig, Sylvie Grein und Patrick Fischbach Nachrichten und Bildmaterial: CSI und Katholische Nachrichtenagentur (KNA) Graphische Gestaltung: Imprimerie Centrale, Luxemburg

Redaktionsschluss: jeweils zum Monatsende · Der Nachdruck von Artikeln dieses Heftes ist unter Angabe von Quelle und Zustellung von zwei Belegexemplaren ausdrücklich erwünscht.

CSI

Amahoro, Anlässlich des Tages des afrikanischen Kindes am 16. Juni habe ich zusammen mit der Maison ­Shalom die Gefängnisse von Gitega und Rutana besucht. Die Nichtregierungsorganisation (NRO) hat die Visiten genutzt, um die minderjährigen Insassen mit Lebensmitteln zu unterstützen. Die Bemühungen vor Gericht werden immer wieder mit der Anordnung zur Klärung, ob es sich denn nun wirklich um Minderjährige handelt, konfrontiert. Zweifelsohne steht hier eine zentrale Frage für die Prozedur im Raum, allerdings sollte sie schon längst durch den Staat geklärt worden sein. Außerhalb des Strafvollzugs- bzw. Justizsystems begleite ich die NRO auch weiterhin dabei, ehemalige Minderjährige im Konflikt mit dem Gesetz in die Gesellschaft zu integrieren. Dabei geht es oftmals darum, eine Lehre in einem bestimmten Berufszweig zu ermöglichen. Mit mehreren Frauen aus ländlichen Gegenden und einer Delegation des Zentrums zum Schutz von Müttern und Kindern habe ich den Sitz einer Föderation in der Gemeinde von Bweru (Provinz von Ruyigi) besichtigt. Seit mehr als zehn Jahren besteht diese nun und hat inzwischen beachtliche Fortschritte in der Stärkung ihrer Mitglieder erzielt. Sowohl in den Bereichen der Landwirtschaft und der Viehzucht als auch in jenen des Kommerzes und der Mikrofinanz hat sie Leistungen erbracht. Im Hinblick auf die Formierung von Zusammenschlüssen der Frauen wurde den Teilnehmerinnen des Besuchs ein Blick in eine mögliche Zukunft gewährt. Der Informationsaustausch und die Tour über das Gelände stießen auf eine äußerst positive Resonanz. Dem Projekt wurden neue Impulse gesetzt. Die Planungen des 20. Geburtstages von Maison Shalom, eine Organisation die ihre Wurzeln zur Zeit des Genozids im Jahre 1993 geschlagen hat, schreiten voran. Die Feierlichkeiten sollen unter anderem dazu führen, den Blick der Öffentlichkeit auf ihre Geschichte und verschiedenen Aktivitäten zu leiten. Zudem wird sich die NRO bei ihren Partnern und Freunden in Luxemburg bedanken. Die Arbeit im engeren Rahmen der Kommunikationsabteilung hat mich mehrmals zum Krankenhaus in Nyamutobo geführt. Der Betrieb im Büro in der Cité des Anges bestimmt hinter den Tätigkeiten vor Ort meinen Alltag. Zum Abschluss des Monats habe ich zusammen mit zwei Französinnen, die den sozio-medizinischen Flügel des Wirkungsbereichs von Maison Shalom unterstützen, die Wasserfälle von Karera und die Quelle des Nils gesehen. Neben den zahlreichen Beschäftigungen auf verschiedenen Gebieten der Entwicklungszusammenarbeit kam diese touristische Abwechslung gelegen, um weitere Facetten des Landes zu entdecken.

Danke für Ihre Spenden und Ihre Gebete. www.csi.luwww.stoppdiearmut.lu



Patrick Fischbach


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