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Vorwort In Ihren Händen halten Sie die vierte überarbeitete Auflage des „Welpi“. Die Grundinhalte  sind dieselben geblieben. Sanaya ist inzwischen dem Welpenalter entwachsen. Dennoch  wird sie Sie durch diese Welpenfibel begleiten, indem wir zurückblenden und überprüfen, ob  wir die gesteckten Ziele erreichen konnten. Neu kommen die Erkenntnisse dazu, die ich mit  meinem kleinen Sternentänzer, Namido, einem Australian Terrier, machen durfte. Und na‐ türlich ist meine Entwicklung der letzten zwei Jahre ebenfalls verarbeitet.     Bestimmt versuchen Sie, Gelesenes umzusetzen und vertrauen auf die in diesem Büchlein  enthaltenen Informationen. Alles, was Sie lesen, habe ich mit meinen Hunden selber durch‐ lebt. Sie lesen also meine persönlichen Erfahrungen und das Wissen, das ich mir und wir uns  seit Jahren mit unseren Kunden erwarben und erwerben.    Bei Druck der letzten Auflage, wurde Sanaya ein Jahr alt. Heute darf ich dankbar feststellen,  dass sie sich zu dem Hund entwickelt hat, den ich mir wünschte. Mehr noch: Sie übertrifft  alle Hoffnungen und Vorstellungen, die ich damals hatte. Sanaya ist ein vorzüglicher Helfer‐ hund, immer bereit, gross oder klein, ängstlich oder „noch ohne Manieren“ zu unterstützen.  Sie geht an lockerer Leine, hat einen guten Rückruf und ist freundlich zu Hund und Mensch.  Eine wahre Öffnerin der Herzen (dies ist die Bedeutung ihres Namens) und ein echter Son‐ nenschein.    Natürlich könnte man sagen, dass das bei einem Golden Retriever normal ist. Golden Retrie‐ ver bringen viele wunderbare Eigenschaften mit, sind offen und freundlich gestimmt. Den‐ noch sei die Frage erlaubt, weshalb es viele Retriever gibt, die in Tierheimen auf ein neues  Zuhause hoffen und weshalb gerade diese Rasse in der Beissstatistik so weit oben steht.  Sanaya war als Welpe recht anspruchsvoll. Sie war zurückhaltend bis unsicher. Sie hat viel  Zeit, Raum und ein achtsames Begleiten benötigt, um sich zu dem Hund zu entwickeln, der  sie heute ist. Namido bringt als Terrier ganz andere Voraussetzungen mit. Ich bin gespannt,  wohin der Weg uns führt. Jeder Welpe bringt seine Genetik quasi als Mitgift mit. Wie er sich  entwickelt, wird zu einem grossen Teil von uns beeinflusst.    Welche Philosophie vertreten wir? Welche Methode wenden wir an? Uns geht es um Ler‐ nen, Entwicklung und Beziehung. Lassen Sie mich einige Stichworte aufführen, die für unsere  Arbeit wichtig sind: Beziehung, Sicherheit, Qualität, Vertrauen, Lebensfreude, Wahlmöglich‐ keiten, Zweiwegkommunikation, Eigenständigkeit, Selbstvertrauen, gemeinsam unterwegs,  happy dogs and people, Respekt, Empathie, "keep it simple".     Tauchen wir nun also ein in diese spannende Welpen‐Zeit!   

Auszug aus dem Welpe (Version 2013)     

NF footstep  Nicole Fröhlich, Kanalstrasse 5, CH‐7304 Maienfeld  Fon: +41 81 300 49 90, info@footstep.ch, www.footstep.ch 


Gedanken vor Erwerb des Welpen  Folgende Fragen stellte ich mir, bevor ich mich für meinen jeweiligen Welpen entschied:   Weshalb möchte ich einen Welpen übernehmen?   Bin ich bereit dafür?   Was mache ich, damit der Welpe in mein Leben und ich in seines passe?   Kann ich mit Veränderungen in meinem Leben umgehen?   Bin ich bereit, mit Eigenheiten und Gewohnheiten eines Welpen umzugehen, die mir  nicht zusagen?   Was ist das Schlimmste, das ich mir in Zusammenhang mit einem Welpen vorstellen  kann?    Was ist, wenn ich durch Krankheit oder Unfall ausfalle? Wer kümmert sich dann um  meine Hunde?    Damit sich der Welpe zu einem sicheren, entspannten und glücklichen erwachsenen Hund  entwickeln kann, sind folgende Punkte im Zusammensein entscheidend:   Sicherheit   Liebe   Verständnis   Geborgenheit   Zweiwegkommunikation   Den Welpen annehmen, wie er ist, nicht wie ich ihn mir vorstelle   Geduld   Ruhe, Rückzugsmöglichkeiten   Selbstvertrauen   Angemessene Sozialkontakte mit Hund und Mensch   Frisches Wasser, angemessenes Futter, Kaumöglichkeiten – kurzum, das Erfüllen der  Grundbedürfnisse   Berechenbare, ausgeglichene und durchschaubare Menschen, klare Informationen,  konsequentes Umsetzen (Grenzen beibringen)   Qualitätszeit (Kuschelzeit, Präsenz)   Positive Erfahrungen, ihrem/seinem Tempo entsprechend   Ein Mensch, der weiss, welche Bedürfnisse sein Welpe hat   Angemessene Aktivitäten: Bewegung, „Spiel“, mentale Stimulation, Nasenarbeit,  selbstständige Lösungsmöglichkeiten. Keine Reizüberflutung  >>   Gute Erfahrungen sind wichtiger als viele Erfahrungen! Das gibt Sicherheit. Sicherheit  ist   die Grundlage jeder Beziehung und für gesundes Lernen!  >>   Qualitätszeit beginnt bereits vor dem Spaziergang und endet nicht mit dem    Heimkommen nach dem Spaziergang!  >>   Alles steht im Zeichen des Aufbaus einer sicheren Beziehung und bestmöglicher    Lebensqualität für Mensch und Hund!     

Auszug aus dem Welpe (Version 2013)     

NF footstep  Nicole Fröhlich, Kanalstrasse 5, CH‐7304 Maienfeld  Fon: +41 81 300 49 90, info@footstep.ch, www.footstep.ch 


Folgende Fragen stellten sich weiter:   Wie mache ich das mit anderen Hunden: Wie soll sich mein Welpe anderen Hunden  gegenüber verhalten?    Wie integriere ich den Neuankömmling in meine bestehende Hundegruppe?   Wie mache ich das mit Menschen? Wie soll sich mein Welpe Menschen gegenüber  verhalten?   Wie ist es mit Kindern?   Was, wenn der Welpe etwas „falsch“ macht?   Ruhe: Wieso ist das wichtig? Wie erreiche ich das?   >>   Ruhe und Entspannung sind die wichtigsten Grundlagen für ein gesundes Wachstum  und   Verarbeiten von neuen Sinneseindrücken. Dies braucht Raum und Zeit!    Wir sind verantwortlich für die Entwicklung des Welpen und dafür, dass er "viele" positive  Erfahrungen machen darf. Gute Erfahrungen sind wichtiger als viele Erfahrungen… Es liegt an  uns, dem Welpen ein gutes Lernumfeld zu ermöglichen und ihm nur so viel zuzumuten, wie  er gut bewältigen kann. Der Welpe soll das Leben entdecken, in seinem Tempo. Wir setzen  Grenzen, wo es nötig ist, und bieten Entwicklungsraum und Wahlmöglichkeiten, wo es mög‐ lich ist. Das gibt Sicherheit. Sanaya hat in ihren bisherigen Lebensjahren ausschliesslich gute  Erfahrungen gemacht. Dadurch konnte sie viele ihrer Unsicherheiten ablegen. Sie traut sich  selber und sie traut mir!    Hauptaufgaben:   Der Welpe soll lernen, mit den Anforderungen unseres Lebens klar zu kommen.   Er soll sich gut in das Umfeld, in dem er lebt, einfinden.  >>   Wir helfen dem Welpen, positive Lebenserfahrung, Selbstkontrolle und eine eigene    Identität zu erlangen. Der Welpe darf seine Persönlichkeit und die notwendigen    Lebensfertigkeiten entwickeln, die es ihm ermöglichen, sich in unserem Alltag und in    unserer menschlichen Kultur gut zurechtzufinden. Es liegt in unserer Verantwortung,  dem   Welpen diese Entwicklung zu ermöglichen. Auch, indem wir ihm Grenzen setzen.  Oberstes  Ziel ist: bestmögliche Lebensqualität und Lebensfreude für alle (happy dogs  and people). 

Auszug aus dem Welpe (Version 2013)     

NF footstep  Nicole Fröhlich, Kanalstrasse 5, CH‐7304 Maienfeld  Fon: +41 81 300 49 90, info@footstep.ch, www.footstep.ch 

Welpi  

Leitfaden zur Welpenprägung von Nicole Fröhlich, NF footstep, Maienfeld, Schweiz www.footstep.ch

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