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Februar / März 2012 www.crescendo.de

REISE „Rheingold“Bariton Johan Reuter zeigt uns sein Kopenhagen

Helden-Tenor Klaus Florian Vogt über seinen Wandel zum gefeierten Sänger

Thomaner Wie eine Jugendliche den Film über den Leipziger Chor beurteilt

Valer Barna-Sabadus Ist der gebürtige Rumäne ein Countertenor, den man sich merken muss? B47837 Jahrgang 15 / 01_2012

heidelberger frühling 2012 23. März bis 29. April 2012 u.a. mit Igor Levit, John Neumeiers Bundesjugendballett, Christina Pluhar, dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Arcadi Volodos


Weisheit, Wissen, Information

TANZ – Béjart Ballet Lausanne, TeZukA von Sidi Larbi Cherkaoui, Danza Contemporánea de Cuba, (play) von Kenneth Kvarnström, Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, Zimmermann & de Perrot KONZERTE – Anna Maria Jopek, Mocambo Swing, Tim Garland´s Lighthouse Trio, Salvatore Russo, Vijay Iyer, Kurt Elling, The Good Fellas, Danilo Pérez Trio, Cristina Zavalloni, Anthony Strong, Moritz Rinke, Stefano Bollani & Enrico Rava, Ludovico Einaudi, Peter Gabriel, Daniel Beilschmidt, Ania Vegry, Maxime Heintz, Rozália Szabó, Mareike Morr, Ramón Ortega Quero, Bernward Lohr, Christoph Harer, Christian Kunert, Kammerakademie Potsdam, Kit Armstrong, Adrian Brendel, Andrej Bielow, Olga Scheps, Scharoun Ensemble, Benedict Klöckner, José Gallardo, Cuarteto Arriaga, Birke Bertelsmeier, Alexej Gerassimez, Danjulo Ishizaka, Yorck Kronenberg, Clemens Trautmann, Teresa Zimmermann Weitere Informationen unter 0800 288 678 238 oder www.movimentos.de

SZENISCHE LESUNGEN – Hans-Michael Rehberg, Manfred Zapatka, Sophie Rois, Sylvester Groth, Dieter Mann, Ulrich Matthes, Iris Berben, Thomas Thieme, Wolf Wondratschek, Edith Clever, Joachim Król, Anna und Katharina Thalbach, Jörg Gudzuhn, Gerhard Ahrens

Kulturpartner: Folgen Sie der Autostadt auch auf

Foto: Thomas Ammerpohl, Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan „Cursive“; Stand: 31. Januar 2012; Änderungen vorbehalten

vom 10. April bis 20. Mai 2012


p r o l o g

Lob den Revoluzzern

wi n f r ied ha n u schik Herausgeber

Liebe Leser, viele Geschichten dieser Ausgabe handeln von Menschen, die den Traum von ihrer eigenen Idee umsetzten, die eine Vision hatten und „radikal“ dafür kämpften, auch wenn es auf den ersten Blick gar keinen „Markt“ dafür gibt. Nehmen wir die Flötistin Dorothee Oberlinger, weltweit eine der Besten Ihres Fachs. Sie kämpft um die Anerkennung der Blockflöte, eines Instrumentes, das wir bei unseren Kindern sehen, im professionellen Musikbetrieb aber nicht genügend ernst nehmen. Wir haben Frau Oberlinger besucht, ihre Geschichte lesen Sie auf Seite 10. Auch Klaus Florian Vogt, Bayreuths gefeierter Lohengrin, erzählt im Interview mit unserem Autoren Martin Morgenstern, dass es für einen Sänger heutzutage wichtig sei, „nicht auf alles zu hören, was die Leute sagen, sondern seinen eigenen Weg zu gehen.“ Nur: Das sei sehr schwer. Vogt kämpfte sich vom Hornisten zum gefeierten Tenor. Wie er das anstellte, lesen Sie auf den Seiten 12 bis 14. Unser Titelheld ist Valer Barna-Sabadus, ein junger Counter, den Sie sich unbedingt anhören sollten. Er hat die Schwierigkeiten, von denen Klaus Florian Vogt spricht, ebenfalls am eigenen Leib erfahren: Sein niederbayerischer Musiklehrer untersagte es ihm sogar, im Falsett zu singen. Zum Glück bestärkte ihn seine Mutter, sich nicht beirren zu lassen, Barna-Sabadus erobert heute die großen Bühnen der Welt. Das Porträt über Barna-Sabadus: Seite 16 und 17.

/ Januar 2012 Dezember 2011 7,90 euro www.crescendo.de

Cd Vol.33

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Der Maestro sich entspannt zeigt 213,

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Deutschlands beste Pianistin über kleine Konzerte, die sie groß machten

Thema: Wenn Lampenfieber zur Auftrittsangst wird b47837 Jahrgang 14 / 06_2011 B47837 Jahrgang 14 / 02_2011

HigHligHt in ludwigsHafen am 27. November 2011 Georges Prêtre und das royal Philharmonic Orchestra beim Festkonzert

20.09.2011

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zum Jubiläum: 90 Jahre kultur bei bASF

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„Sonate für Klavier und Violoncello a-Moll, op. 42“ dem Operetten-Maestr II. Lento ma non troppo – Intermezzo. Manuel Fischer-Dieskau, Connie Shih (MDG 603 1661-2) .......................................................... 05:01 10 carl Maria von WeBer (1786-1826) Pahud „Konzert für Klarinette und OrchesterEmmanuEl Nr. 2 Es-Dur, op. 74“ verneigt sich II. Romanza. Andante. Karl-Heinz Steffens, FlötistSymphoniker DerBamberger Bayerische Staatsphilharmonie, Radoslaw Szulc vor – 06:44 (Tudor 7159) ............................................. musikalisch 11 WolFgang aMadeus Mozart (1756-1791) dem Großen Friedrich „Requiem K626“ II. Kyrie. The New Siberian Singers, MusicaAeterna, Teodor Currentzis (Alpha 178) .................................................................................. 02:11 12 anonyMus „Andachtsjodler“, Volksweise in der Bearbeitung von Paul Hillier. Ars Nova Copenhagen (Harmonia Mundi HMU807565) .......................................................................... 02:26 13 cHarles gounod (1818-1893) „Cäcilienmesse“ VII. Agnus Dei. Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Peter Dijkstra, Mariss Jansons (BR Klassik 900114) ........... 04:34

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Mozartwoche 2012

Salzburg Stiftung mozarteum 2012 27. Januar bis 5. Februar uraufführung „gefaltet“. Konzert ein choreographisches und mark andre von Sasha Waltz

Mit Beihefter Class ak tuell

Fotos Titel: Arne Schultz; Felix Broede; Archiv der Kurt-Weill-Gesellschaft eV

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Ihre Abo-CD? In der Premium-Ausgabe dieser Zeitschrift finden Sie an dieser Stelle die crescendo Abo-CD – eine exklusive Leistung unseres crescendo Premium-Abonnements. Darauf hören Sie die Musik zu den Artikeln, die im Heft rot gekennzeichnet sind. Eine Inspiration für Ihre Ohren! Mittlerweile ist bereits die 35. CD in dieser Premium-Edition erschienen. Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann testen Sie crescendo Premium! Die erste Ausgabe schicken wir Ihnen kostenlos. Dazu die crescendo Abo-CD. Ganz ohne Kaufverpflichtung. Bestellen Sie per Telefon: +49-(0)89-85853 548, auf www.crescendo.de/abo oder mit dem Coupon auf Seite 33.

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Februar / März 2012

Ich finde solche Typen gut. Sie zeigen uns immer wieder, wie wichtig es ist, nach dem Sinn (und Unsinn) von Regeln und Konventionen zu fragen. Sie gehören in jedem Fall einer Gruppe von Künstlern an, die ihre Vision bewahren und in der Musik ausdrücken wollen: ernsthafte Musik im besten Sinne. Auch der etablierte Regisseur Volker Schlöndorff musste sich einst für seine Verfilmung der „Blechtrommel“ viel Kritik anhören – heute gehört das Werk zum Besten, was der deutsche Film in den vergangenen 50 Jahren zu bieten hatte. Mit der nötigen Hochachtung riefen wir deshalb bei Schlöndorff an, um ihn zu seinem neuen Projekt zu befragen. Schlöndorff plant, die Oper „Carmen“ auf der Berliner Seebühne zu inszenieren. Hoffentlich hat er sich trotz Altersmilde seine Radikalität bewahrt (Seite 6). Visionäre haben`s nicht einfach – gerade deshalb brauchen wir sie. Mein Lieblings-Radikaler ist und bleibt aber Richard Wagner: Im Alter von 30 Jahren musste er sogar das Land verlassen und hielt dennoch an seiner Passion fest: dem „Ring des Nibelungen“. Selbst nach der Kritik des Uraufführungs-Publikums ließ er sich nicht unterkriegen. Noch weit vor Vollendung des Werks, an dem er ganze 26 Jahre (!) tüftelte, schrieb er trotzig seiner Nichte Clara, er werde seine Bühne dazu selbst bauen und seine Darsteller selbst erziehen. Wagner hielt Wort – und war damit seiner Zeit weit voraus. 2013 feiern wir seinen 200. Geburtstag. Unser Kolumnist Pascal Morché widmet sich in dieser Ausgabe voll und ganz dem Komponisten (Seite 30). Zum Glück mussten wir nicht so lange auf den Erfolg warten, wie Wagner und die vielen anderen Helden dieser Ausgabe: Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl unserer Abonnenten um über 30% Prozent gesteigert. Für uns eine schöne Motivation, auch in diesem Jahr sieben interessante und spannende Ausgaben zu produzieren. Ich freue mich drauf und bedanke mich für das Vertrauen, das Sie crescendo schenken. Herzlichst, Ihr

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P r o g r a m m

06 Volkers Carmen bleibt Zigeunerin Volker Schlöndorff ist OscarPreisträger und erfolgreicher Filmregisseur. Jetzt inszeniert er wieder eine Oper – openair.

12 Held mit eigenem Wohnmobil Klaus Florian Vogt ist ein begnadeter Heldentenor - auf der großen Opernbühne landete er aber eher durch Zufall.

22 Zehn Sternstunden der Musik Das Spätwerk Wilhelm Furtwänglers auf vierzehn Vinylplatten. Eine Empfehlung für audiophile Genießer.

STandards

Künstler

hören & Sehen

03 ... Prolog Der Herausgeber stellt die Ausgabe vor. 06 ... Ouvertüre Ein Anruf bei Volker Schlöndorff & die Playlist von Andreas Scholl. 20.... Impressum 30.... KolumnE Pascal Morché über den „Ring“-Wahnsinn. 32 ... R ätsel des Alltags 50 ... Die Letzte Seite Daniel Hope über seine Panamakanal-Reise.

08.... Die Thomaner ... ... kommen ins Kino. Was die Tochter unserer Autorin zu deren Leben meint. 10 .... Dorothee Oberlinger Das Familien-Unternehmen Oberlinger zeigt, dass eine Blockflöte auch auf dem vierzehnten Album spannend klingt. 12 .... Der singende Hornist Klaus Florian Vogt war einst ein guter Bläser – und ist heute ein herausragender Tenor. 16 .... Titel Valer Barna-Sabadus: In Rumänien geboren, in Bayern aufgewachsen, auf der Bühne zu Hause. 18 .... Personalien

ed

Exklusiv nur in crescendo Premium Stradivari fällt durch – zumindest beim Blindversuch. Blickfang Eislaufen auf großer Opern-Bühne: „Turandot“ in München. Zu teuer, zu lange: Die Parade der Opernhaus-Pannen

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20.... ATTILAS AUSWAHL 22 ... DIE WICHTIGSTEN EMPFEHLUNGEN DER REDAKTION Exklusiv nur in crescendo Premium Klassik auf Klick Files statt CD – Klassische Musik zum Download aus dem Internet. Michael Rabin Er war ein suchender Süchtiger. Was von Michael Rabin bleibt, sind seine Aufnahmen. Labelporträt Mit den Augen hören. Das Label EuroArts.

Exklusiv nur in crescendo Premium ein Kaffee Mit... ... Klaus Zehelein. Cameron Carpenter Lederjacke, Glitzershirt, rote (!) Lackschuhe – Cameron Carpenter, der etwas andere Organist. www.crescendo.de

Februar / März 2012

Fotos: Jim Rakete; Uwe Arens / Sony Classical; 1 Archiv Berliner Philharmoniker

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nuVero 10

„German Engineering at its finest“ 1/12

38 Kopenhagen, Klassik und die Königin Die dänische Hauptstadt hat gleich drei neue Kulturstätten! Opernsänger Johan Reuter zeigt sie uns.

42 Heidelberger Metamorphosen Der Heidelberger Frühling besteht seit 15 Jahren. Mit Künstlern wie Sol Gabetta strebt er weiter nach Veränderung.

Gesellschaft

Lebensart

erleben

38.... REISE In Kopenhagen entwirft Ihre Majestät schon mal die Kostüme fürs Ballett.

42 ... Heidelberger Frühling Ein Festival in stetiger Veränderung: Was das diesjährige Thema „Meta­ morphosen“ verspricht. 44.... Kurt Weill Fest Die Geburtsstadt ­Dessau huldigt der Exilstadt Paris. 46.... VORSCHAU Wichtige Termine für ­Februar und März.

34.... Logistisches Meisterwerk Wie die wertvollen Instrumente des Gewandhausorchesters um die Welt reisen. 36 ... Hoch Dotiert Die Nobelwettbewerbe der klassischen Musik.

Exklusiv nur in crescendo Premium K lassische HanDARBEIT Nicht nur im Winter schick: Handschuhe. Weinkolumne Dirigent John Axelrod über süßen Wein Warmes Licht Schöne Leuchten für die dunkle Jahreszeit..

 lassikland K Deutschland Unsere klassische Musik ist ein Exportschlager –­ Gründe für eine jahrhundertelange Erfolgs­ geschichte. Jahre, vier Opern, ein Zyklus Wagner-Autor Josef Lehm­kuhl über die Dramen rund um Wagners „Musikdrama“.

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1170 – ca. 1230)

e (ca. vogelWeid von der ................ 03:09 ble Leones WaltHer ...................................... r got“. Ensem ...................................... „Vil wol gelopte ...................................... ...................................... (Naxos 8.572449)

Hoven (1770 Menuetto. Allegretto. 1” III. ig van Beet nks, 9 ludW Klavier f-Moll, op. 2 Nr. chen Rundfu 03:18 hester des Bayeris....................................................................... „Sonate für h, Symphonieorc ................... Alexej Gorlatc el (BR Klassik 900115) ................... –1850) Sebastian Tewink scHek (1774 ................. 02:06 Wenzel toma d Hager 10 JoHann Ildikó Raimondi, Leopol ............................................................................ ................... „An Linna“. ................... ................... (Paladino Music

–1827)

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–1809) assai. ............ 05:40 Haydn (1732 3“ II. Largo ...................................... 11 JosePH ett in g-Moll, op. 74, Nr. ...................................... 11218) ................... „Streichquart tt (Genuin GEN Amaryllis Quarte –1750) BacH (1685 . .............. 07:24 seBastian 12 JoHann D-Dur“ BWV 1053, I. Allegro Classics 94296) ...................................... (Brilliant „Konzert in Cordevento ble Ensem Erik Bosgraaf,

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8 Johann Christian sChieferdeCker „Konzert in G-Dur“, III. (1679-1732) Aria. Adagio. (Challenge Classics Elbipolis Barockorchester CC72531) ................................................................................................................................................. Hamburg 9 GeorG friedriCh händel (1685-1759) „Non ho cor 02:49 che per amarti“ Alexandrina Pendatchanska, aus: „Agrippina“. (Harmonia Mundi Akademie für HMC 952088.90) Alte Musik Berlin, ..................................................................................................................................... René Jacobs 10 Carl PhiliPP „Klavierkonzert emanuel BaCh 04:20 (1714-1788) d-Moll“ Wq.23, (Hänssler Classic III. Allegro assai. CD 98.639) ................................................................................................................................................... Michael Rische 11 Johann seBastian „Konzert für BaCh (1685-1750) 06:43 Oboe, Streicher BWV 1041, und Basso continuo II. Andante. Nr. 1 Ramón Ortega Quero, Kammerakademie PhiLiPPea-Moll“ Jaroussky: (Genuin GEN 11209) .................................................................................................................................................................. Potsdam, Peter Rainer Der Countertenor 12 Johann seBastian erstmals im Sopranfach „Klavierkonzert BaCh (1685-1750) 05:45 Sebastian Knauer,Nr. 2 E-Dur“ BWV 1053, III. Allegro. Zürcher Kammerorchester, (Berlin Classics 0300270BC) Sir Roger Norrington ..................................................................................................................................................... Lorin maazeL 13 edvard GrieG (1843-1907) „Åses Tod“ aus: Der Maestro resumiert 06:32 „Peer Gynt Suite“ Welte-Philharmonie-Orgel Welteund zeigt sich entspannt Musikrolle 213, (Oehms Classics 7,90 eur

Hector Berlioz (1803-1869) „Sérénade d’un montagnard des Abruzzes à sa maitresse“ aus: „Harold en Italie, op. 16“ Les Musiciens du Louvre, Marc Minkowski (Naive 9622472) ..........................................................................................................................................................................

Felix MendelssoHn BartHoldy (1809-1847) SErafin „So schlaf in Ruh“ Ruth Ziesak, Gerold Huber (Avi 8553222) ............................................... 01:59 harald 7,90 eur

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Sekt mit

carl reinecke (1824-1910) Ein Gläschen „Sonate für Klavier und Violoncello a-Moll, op. 42“ dem Operetten-Maestro II. Lento ma non troppo – Intermezzo. Manuel Fischer-Dieskau, Connie Shih (MDG 603 1661-2) .......................................................... 05:01 2011 / Januar

2012

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dezember

Pahud 10 carl Maria von WeBer (1786-1826) EmmanuEl „Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 2 Es-Dur, op. 74“ verneigt sich FlötistSymphoniker DerBamberger II. Romanza. Andante. Karl-Heinz Steffens, vor – 06:44 Bayerische Staatsphilharmonie, Radoslaw Szulc (Tudor 7159) ............................................. musikalisch dem Großen

11 WolFgang aMadeus Mozart (1756-1791) Friedrich „Requiem K626“ II. Kyrie. The New Siberian Singers, MusicaAeterna, Teodor Currentzis (Alpha 178) .................................................................................. 02:11

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„Akzent auf der Zigeunerin“ – das hat eine Kraft von Anarchie, die dermaßen zerstörerisch­ist, Hallo, Herr Schlöndorff. Wobei stören wir Sie gerade? dass man dann als Zuschauer sagt: Das möchte ich lieber auf der Ach, ich schreibe gerade an einem Drehbuch für einen Bühne erleben, als im echten Leben (lacht). neuen Film. Wollen Sie uns schon Gibt‘s schon ein konkretes mehr verraten? ­Konzept? Nee, da bin ich abergläubisch (lacht). Wir erarbeiten es gerade. Es muss le­ bendig und spontan wirken und an­ Dann lassen Sie uns über die ders sein als in einem geschlossenen Oper sprechen: Welchen StelOpernhaus. lenwert hat die Oper in Ihrem Schaffen und Ihrem Leben? Carmen: spanisch oder modern? Ich bin Opernliebhaber. Und sie Sie wird eine moderne Zigeunerin. Der ist eine große Hilfe beim Inszenie­ Akzent liegt mehr auf der Zigeunerin. ren. Ich kann mich fragen: Wie würde Für ganz moderne Regiekonzepte würde ein Opernkomponist das lösen? Wo ist mir gar nichts einfallen. Ich bin kein De­ ein Solo, wo ist Tutti? Wo wird‘s beschleu­ konstruktivist. Ich bin froh genug, wenn mir nigt, wo muss man verlangsamen? Der Umgang eine Konstruktion gelingt! Oper muss fesseln, da­ mit Emotionen und wie man das Publikum an rum geht‘s. Mit welchen Mitteln Regie das herstellt, ­einen anderen Ort transportieren kann, das ist kann ganz verschieden sein. das große Geheimnis der Oper – und im bes­ Muss ein Filmregisseur musikbegeisten Fall, ist das auch bei Filmen so. Da geht es tert sein, um Oper zu machen? ja auch oft um Träume und Emotionen. Wenn man keinen Bezug zur Musik hat, würde man sich doch langweilen! Für mich Im Sommer inszenieren Sie ist es das Schönste, zu den Proben zu kom­ ­„Carmen“ open-air bei den Berliner men und da sitzt schon jemand am Seefestspielen. Klavier und gibt den Rhythmus vor. Ja! In ein Opernhaus würde ich mich Bei „Carmen“ bin ich eher beunruhigt heute­nicht mehr trauen. Ich finde es Regisseur Volker Schlöndorff (72) wurde mit den von den vielen Textpassagen, die wir sehr reizvoll, eine Oper wie „Carmen“ Filmen „Die Blechtrommel“ und „Homo Faber“ sprechen werden, statt sie als Rezitative­ im Freien­zu machen. Oper für die international bekannt. Er lebt in Berlin. zu singen. Wenn ich Oper mache, ganze Familie. Ich bin ja ein Regisseur, dann der Musik wegen. der dem Publikum gerne was bietet. „Carmen“­kannte ich als Wunschkonzertmusik, bin jetzt dabei, die Oper Machen Sie eigentlich auch selbst Musik? und ihre Bezüge zu entdecken. Die Oper berührt die Menschen nicht nur, Nein, ich habe nie ein Instrument gespielt. Ich habe mit Mühe und Not weil sie ein Ohrwurm ist, sondern wegen der Frage:­Wie können wir so gelernt, mich durch einen Klavierauszug zu ziffern. Aber ich glaube da­ überwältigende Gefühle in Einklang bringen mit dem normalen Leben rauf kommt es auch gar nicht an. Es geht auch hier wieder um Gefühle und in unserer Gesellschaft? Sehnsucht nach und Angst vor der großen Liebe ein gewisses Weltbild, dass vermittelt werden muss. // Interview: Anna Novák

Playlist Was hört Countertenor Andreas Scholl auf seinem iPod? Und warum? Hier sind seine Top Five: PS: Scholls neues eigenes Album: „Bach Cantatas“ (Decca)

1. Idan Raichel Project: „Chalomot shel acherim“ In Israel ein Superstar, in Deutschland noch ein Geheimtipp. Seine Musik fusio­niert Klänge aus Israel, Afrika und dem Rest der Welt. Sehr toll. 2. OMD: „Bondage of fate“ In den 80ern eine der kreativsten Bands. Das ganze Album („The history of Modern“) strotzt vor Kreativität. 3. Michel van Dyke: „Regenwahrscheinlichkeit 100%“ Oft als Produzent im Hintergrund tätig, präsentierte Michel van Dyke 2004 sein Album „Bossa Nova“. Fantastische Produktion, tolle Lieder & Texte. 4. Yello „Bostich Reflected“ Meine Helden aus der zweiten Heimat Schweiz. Wer den Song noch aus den 80ern kennt, wird begeistert sein. Extrem aufwendig produziert. 5. Sheryl Crow: „Strong Enough“ Höre ich am liebsten im Auto, wenn ich alleine unterwegs bin, mehrmals hintereinander und singe laut mit. Ich mag diese Künstlerin.

+++ Nicht lustig: Bei den Proben zum Neujahrskonzert des Hessischen Rundfunks hat sich Dirigent Carlos Miguel Prieto fast ein Auge ausgestochen: In einer besonders temperamentvollen Stelle von Richard Strauss‘ „Till Eulenspiegel“ riss Prieto den Taktstock hoch und stach ihn versehentlich direkt in sein Gesicht. Die Orchestermusiker mussten den Krankenwagen rufen! Mittlerweile ist der Dirigent wieder genesen. +++ Beim Durchforsten eines Musik­ archivs in Princeton (USA) stieß Dirigent Christopher Hogwood auf eine bisher unbekannte Komposition von Johannes Brahms. Der Pianist András Schiff brachte das ungehörte „Albumblatt“, das Brahms wohl mit 20 Jahren schrieb, jetzt für BBC Radio 3 zum Klingen. +++

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Februar / März 2012

Foto: DAVIDS Ecken

Ein Anruf bei ... Filmregisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff, der im Sommer in Berlin „Carmen“ inszeniert.


KLAUS FLORIAN VOGT

HELDEN

FOTO: UWE ARENS | SONY CLASSICAL

DAS ALBUM „HELDEN“ JETZT IM HANDEL ERHÄLTLICH

DER HELD VON BAYREUTH LIVE IM KONZERT! NORDWESTDEUTSCHE PHILHARMONIE | DIRIGENT: JULIEN SALEMKOUR WERKE U.A. VON WAGNER UND MOZART

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Foto: privat

k ü nstler

Clara Schmelter de Escobar

Gute Choreografie Eine neue Dokumentation zeigt das wahre Leben des Thomanerchors. Ist der Film eher für Kinder oder Erwachsene? Wir baten unsere Autorin Antoinette Schmelter de Escobar sich das Werk mit ihrer 12-jährigen Tochter anzusehen.

Unterricht bis in den Nachmittag hinein, danach Hausaufgaben, Vokabelnbüffeln und vor Prüfungen Wiederholung des Stoffs: Die Tage deutscher Gymnasiasten sind so prall gefüllt, dass Zeit für Hobbys und Freunde knapp ist. Insofern fällt meiner Tochter Clara und mir die Vorstellung schwer, dass in 24 Stunden noch mehr Programm Platz haben könnte. Doch es gibt Steigerungen, wie uns der Dokumentarfilm „Die Thomaner“ beweist. 113 Minuten lang schildert er als Zusammenschnitt dessen, was Paul Smaczny­und Günter Atteln ein Jahr lang an 50 Drehtagen beobachtet haben, dass alle 94 Mitglieder des 2012 genau 800 Jahren alten Knaben­chores nicht nur die Thomasschule­in Leipzig besuchen. Sondern dass sie zusätzlich täglich für jene Konzerte proben, die sie regelmäßig sowohl in ihrer Heimatstadt als auch auf Tourneen rund um den Globus geben, wenn sie nicht gerade Stimmbildung oder Instrumentalunterricht haben. Vor allem für die Neuen, die immer nach den Sommerferien aufgenommen werden, ist diese Kombination eine anstrengende Herausforderung. Hat sich die erste Aufregung gelegt, müssen sich die Neun- bis Zehnjährigen nämlich einerseits mit der straff durchgetakteten Doppelbelastung arrangieren, andererseits zum ersten Mal in ihrem Leben ohne die Eltern zurecht kommen. An deren Stelle treten außer Lehrern und Erziehern ältere Thomaner, die Verantwortung für die jüngeren übernehmen – angefangen beim pünktlichen Aufstehen bis hin zur oft problematischen Bettruhe, wenn miteinander geredet und gerauft wird statt zu schlafen. Auch ansonsten ist der Umgang mit der Gemeinschaft eine der wichtigsten Lektionen für die Jungen, die sichtlich hin- und hergerissen sind zwischen der Begeisterung, nonstop mit Freunden zusammen zu sein, und dem Problem, als Internatsschüler 8

Spannungen und Streitigkeiten ohne Rückzugsmöglichkeit aushalten zu müssen. Während meine Tochter glaubt, dass „man da mit der Zeit rein wachsen kann“, hat sie mehr Probleme mit dem zweiten Hauptaspekt im Thomaner-Alltag: „musica sacra“ von Johann Sebastian­Bach. Kantor Georg Christoph Biller brennt zwar sichtlich für entsprechende Kompositionen seines illustren Vorgängers, die das Gros im Repertoire seines Chores ausmachen. Dessen Sänger hingegen haben an Gameboys und MP3-Playern mit HipHop- oder Hard Rock-Songs mindestens so viel Interesse wie an Motetten und Kantaten, vom katholischen Glauben ganz zu schweigen, den nicht jeder Junge teilt. Entsprechend groß sind die Zweifel meiner Tochter, „ob alle diese kirchlichen Sachen freiwillig singen.“ Nachdem sie selbst Teil einer Chorklasse ist und schon mehrfach vor Publikum aufgetreten ist, weiß sie aber auch, wie viel Spaß gemeinsames Singen, wie stolz und glücklich Applaus machen kann. Insofern findet sie es nicht übertrieben, wenn einer der porträtierten Thomaner nach dem Auftritt im Teatro Colon von Buenos Aires schwärmt, dass genau dieses Hochgefühl durch nichts zu toppen und ein Ausgleich für die ganze Arbeit zuvor sei. Interessanterweise hätte es Clara gut gefallen, mehr über eben ­diese Mühe und den normalen Tagesablauf der Thomaner zu erfahren, statt sich die ihrer Ansicht nach „zu vielen“ wechselnden Themen und „schwer verständlichen“ Ausführungen von Erwachsenen anzuschauen. G ­ äbe es ein Pendant für Mädchen, würde sie aber trotzdem nicht in die Fußstapfen eines Thomaners treten wollen. „Schule, so viel Singen und ständig mit anderen zusammen zu sein, das wäre mir zu viel.“ Den Film hat sie dennoch ­genossen.  n www.crescendo.de

Februar / März 2012


Empfehlenswerte CD-Neuheiten von Sony Classical

NEUJAHRSKONZERT 2012 WIENER PHILHARMONIKER & MARISS JANSONS

KLAUS FLORIAN VOGT

„Eine musikalische Sternstunde. Das Neujahrskonzert 2012 war eines der besten der vergangenen Jahrzehnte. Was Mariss Jansons mit den fabelhaften Wiener Philharmonikern im Goldenen Saal des Musikvereins leistete, ist auf eine Ebene mit den legendären Neujahrskonzerten von Karajan und Kleiber zu stellen.“ Der Kurier

Die erste Solo-CD des deutschen Tenors. Nach dem triumphalen Erfolg als Lohengrin präsentiert Vogt Arien aus Lohengrin, Freischütz, den Meistersingern und der Zauberflöte. „Auf so einen Wagner-Tenor haben wir lange gewartet.“ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

HELDEN

NIKOLAI TOKAREV

BLACK SWAN FANTASY Nikolai Tokarev präsentiert Klaviertranskriptionen romantischer und moderner russischer Ballettmusik. Mit der Klavierfantasie Tschaikowskys Dornröschen, der Klaviersuite aus Nussknacker, dem Säbeltanz aus Khatschaturians Gayaneh, der Transkription des Balletts Petruschka von Strawinsky und der Suite-Fantasie über Schwanensee. Erhältlich ab 17.2.2012

Als Doppel-CD, DVD & Blu-ray erhältlich

GÜNTER WAND

THE GREAT RECORDINGS

RAY CHEN

Zum 100. Geburtstag von Günter Wand ist eine umfangreiche Edition aus 28 CDs erschienen: mit Referenzaufnahmen der Sinfonien von Beethoven, Brahms, Bruckner und Schubert plus der DVD„Der Musik dienen“, die einen umfassenden Einblick in das Leben und Werk eines der bedeutendsten deutschen Dirigenten des 20. Jahrhunderts gibt.

Auf seinem zweiten Album widmet sich der junge Geiger den beiden romantischen Meisterwerken, die für seine bisherige Karriere besonders bedeutsam gewesen sind: den Violinkonzerten von Mendelssohn und Tschaikowsky. Mit dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester unter Daniel Harding.

www.sonymusicclassical.de

VIOLINKONZERTE

JOSHUA BELL

FRENCH IMPRESSIONS Das neue Album des Grammy-Gewinners Joshua Bell mit seinem langjährigen Freund und Musikerkollegen, dem Pianisten Jeremy Denk. Mit Camille Saint-Saëns’ Sonate Nr. 1 in d-Moll op. 75, César Francks Violinsonate in A-Dur und Maurice Ravels Sonate für Violine und Piano.


k ü nstler

Edle HolzKlasse Dorothee Oberlinger spielt ein Instrument, das viele für simpel halten, veröffentlicht aber bald ihre viertzehnte CD. von Julia Decker

Foto: Johannes Ritter

Das Phänomen der Flöte ist: Sie hat so etwas Natürliches! Man sagt Bogen von der Verzierungskunst der Renaissance bis zu den virtusogar, sie sei nah an der menschlichen Stimme: Kein Mundstück, osen Solokonzerten Antonio Vivaldis im Spätbarock,“ sagt Oberkein Rohrblatt liegt dazwischen. Konsonanten und Vokale strö- linger, sie spielt auf dieser CD Kirchenmusik und Kammermusik, men einfach in ein Stück Holz. In der Musikgeschichte kam sie oft Solostücke und große Besetzungen. In Salzburg hat sie vor vier Jahren den Lehrstuhl für Alte Musik­ dann zum Einsatz, wenn es um Schäferidyll oder Liebe ging, aber übernommen. Aber es gibt noch eine anauch um den Tod. Schon bei Bachs bedere Stadt, eine kleine, die ihr in den letzrühmter Trauerkantate „Actus Tragicus“ ten Jahren ans Herz gewachsen ist: Bad sind es die beiden Blockflöten, die dem Arolsen. Seit 27 Jahren findet hier jedes Tod die Schwere nehmen sollen. Wenn Jahr im Frühsommer das traditionsreiman Dorothee Oberlinger auf der Bühne che Barockfestival statt, das vierte Jahr sieht, wenn man ihre Begeisterung für ihunter der Leitung von Dorothee Oberlinre Studenten spürt, wenn sie von der Zuger. Es ist ein kleines Festival, das immer sammenarbeit mit ihren Kollegen erzählt, auf Qualität gesetzt hat. Es werden welt­ dann kann man sich ihrer tiefgründigen liche und geistliche Stücke gespielt – aber Leichtigkeit nicht entziehen. Der Mauernicht Alte Musik im allgemeinen, sondern segler ist ein geselliger Vogel, der extrem ausschließlich Barockstücke. Oberlinger schnell fliegen kann und sich die meiste versammelt Spezialisten der Barock­szene, Zeit in der Luft aufhält. Vielleicht kann die auf sich aufmerksam machen und man das Flötenspielen mit dem Flug eines auch vielversprechende Newcomer sollen Mauersegler vergleichen, sagt Dorothee hier ihr Publikum finden. Sie wird in Bad Oberlinger. „Sein Flug wirkt schwerelos, Arolsen zusammen mit dem Barockvioleicht und extrem wendig. Das alles ist linisten Hiro Kurosaki die Händel Oper jedoch das Resultat des hochkomplexen „Acis, Galatea e Polifemo“ zur Aufführung Zusammenwirkens von Aerodynamik bringen. Die Flötistin dirigiert. Sie hat das und Bewegungsabläufen.“ Vielleicht muss Dirigieren aber nicht studiert, nur die man sich Dorothee Oberlinger beim FlöGrundlagen kennt sie aus der Schulmutenspielen tatsächlich als einen schweresik. „Eine Oper ist ein komplexes Gesamtlosen und wendigen Vogel vorstellen, der kunstwerk und immer eine aufregende sehr viel unterwegs ist. Flötistin Oberlinger (42): Sache; für mich persönlich eine ganz neue Sie hat einen Lehrstuhl am Mozarte„Ich fühle mich wie ein Restaurator.“ Erfahrung, auf die ich mich schon sehr um, ein eigenes Ensemble, das „Ensemble freue,“ sagt sie. Und vor allem bedeutet 1700“, sie dirigiert Opern und sie hat gedas Dirigieren eine enorme Repertoirerade eine neue CD als Blockflöten­solistin Die neue cd Erweiterung. Denn nach dem Barock fiel eingespielt. Sogar die Einführungen in den Dorothee Oberlingers neues Solo-Werk Il Flauto Veneziano spannt den musi­ die Flöte ja in einen Dornröschenschlaf. CD-Booklets schreibt sie i­mmer selbst. kalischen Bogen von der Renaissance bis Klassik und Romantik hatten für die Flöte­ „Ihr Elan und ihr immenser Einsatz auf in den Barock: u.a. Renaissancemusik von nichts zu bieten. Ein Barockstück dageder Bühne und im Lehrsaal sind grenzen­Giorgio Mainerio, ein Solostück des Italie­ gen kann sie vom Blatt spielen, der Klanglos,“ sagt Nicola Oberlinger, ­ihre Schwesners Giovanni Bassano an der Grenze bei­ eindruck kommt sofort, was vor allem ter und Managerin. „Dorothee kann sich der Epochen, ein Vivaldidaran liegt, dass sie sich viel mit historiunvoreingenommen auf ganz Neues einKonzert und eine spätbaro­ scher Aufführungspraxis beschäftigt: „Ich lassen, weil sie immer neugierig ist“. cke Sonate Caldaras. fühle mich wie ein Restaurator, der eine Das „Projekt“ Oberlinger ist ein Fafehlende­Stelle in einem Gemälde rekonmilienunternehmen: Die Mutter, eine Dorothee Oberlinger: „Il Flauto struieren muss,“ sagt Oberlinger. Querflötistin, war Dorothee Oberlingers ­Veneziano“, erscheint im März 2012 Erst die Neue Musik entdeckte die erste Lehrerin. Und der Vater, ein Pfarrer, bei Deutsche Harmonia Mundi. Blockflöte wieder. Aber moderne Stücke ihr erster Fan. Er hörte gern zu, wenn die Schwestern und die Mutter zu Hause gemeinsam musizierten. Sie sind oft technisch so schwer, dass Dorothee Oberlinger Monate studierte zuerst Germanistik und Schulmusik, doch als sie für ein braucht um ein Stück zum Klingen zu bringen. Manchmal hat ein Referendariat nach Detmold gehen sollte, entschied sie sich anders: zeitgenössischer Komponist falsche Vorstellungen von den MögSie wollte lieber in Köln wohnen bleiben. Noch bevor sie ihr Flöten- lichkeiten des Instrumentes, mit ihm muss sie sich dann beraten. studium in Köln, Amsterdam und Mailand beenden konnte, spielte Der Komponist lernt die Flöte besser kennen und Oberlinger den sie immer mehr Konzerte. Und begann ihre Karriere als Musikerin. Komponisten – weil die Flöte bei Weitem kein so simples InstruSie lebt noch immer in Köln und hat die CD „Il Flauto Veneziano“ ment ist.  n eingespielt, ihre viertzehnte CD. „Die neue CD spannt einen großen 10

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Februar / März 2012


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„Eines Tages fragte mich meine Freundin aus Quatsch, ob wir nicht für eine Familienfeier im Duett singen wollten.“

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Februar / März 2012


Der singende

Hornist

Der Tenor Klaus Florian Vogt über seine wundersame Wandlung vom Orchestermusiker zum Sänger und die Herausforderungen, die das Leben als Held – oder besser: Heldentenor – so mit sich bringt. von Martin Morgenstern

crescendo: Herr Vogt, in Bayreuth zahlten „Lohengrin“-Jünger letzten Sommer mehrere hundert Euro um Sie singen zu hören.­ Nach Ihrem Auftritt trampelte und jubelte das Publikum wie wild. Und nun sind Sie an der Semperoper still und leise in eine­ laufende Repertoire-Oper eingestiegen; sogar Karten gibt es noch für die nächsten Vorstellungen. Wir sind hier immer noch im Tal der Ahnungslosen, oder? Klaus Florian Vogt: Dresden ist ja wirklich so ein bisschen abseits auf der Landkarte. Die Erfahrung habe ich schon gemacht, als ich hier am Haus fest engagiert war. Das mag auch an der geografischen Lage liegen. Aber für mich ist es so ganz gut. Ganz pragmatisch: Wie funktioniert es, wenn ein Sänger in eine Inszenierung, die schon ein paar Jahre läuft, neu einsteigt? Wir haben eine Woche Probenzeit. Auf der Probebühne wird man in die Inszenierung eingewiesen. Es werden die Gänge geklärt, dann trifft man die Kollegen, später kommt der Dirigent dazu. Heute hatten wir eine Bühnenprobe. Trocken sozusagen, also mit Klavier. Und so allmählich wächst dann alles zusammen. Kommen wir noch einmal auf Bayreuth, im Grunde genommen eine ähnliche Situation. 2010 sang Jonas Kaufmann schon sehr erfolgreich den Gralsritter, nun übernahmen Sie die Rolle – und die Wagnerwelt liegt Ihnen zu Füßen ... Dem Erfolg in Bayreuth geht ja eine Entwicklung von fast zehn Jahren voraus. Es ist nicht so, dass da ein Knoten platzt; nein, ich habe darauf lange hingearbeitet. Gerade, was „Lohengrin“ betrifft: ich hatte die tolle Möglichkeit, ihn oft zu singen und mich mit dieser Partie auf verschiedenste Weise zu beschäftigen. Die andere Sache ist, dass in Bayreuth viele Dinge zusammengekommen sind. Erstens eine gute Inszenierung. Zweitens das Glück für mich, mit Hans Neuenfels diese Partie noch mal von einer neuen Seite zu beleuchten. Ich habe da neue Farben entdeckt: sängerisch wie auch vom Ausdruck her. Neuenfels hatte mich und die anderen Sänger motiviert, ganz intensiv zu spielen, emotional zu sein. Das hat sich auf das Publikum übertragen. Ein dritter Faktor ist, dass wir als Kollegen gut zusammenpassen. Wir hatten Lust, miteinander zu spielen, passten auch stimmlich gut. Und dann entsteht eben so ein Erfolg. Niki Lauda hat mal gesagt: „Nur wenn man das kleinste Detail im Griff hat, kann man präzise arbeiten.“ Oder, wie meine Urgroßmutter immer sagte: Aus vielen guten Zutaten kann gar nix Schlechtes werden. Klar! Und wie Andris Nelsons es noch dazu verstanden hat, uns Sänger zu motivieren ... Toll. Gutes Stichwort. Sänger auf dem zweiten Bildungsweg: ­ Georg Zeppenfeld, in Bayreuth „Heinrich der Vogler“, wollte

ursprünglich Musik- und Deutschlehrer werden. In Dresden teilen Sie sich jetzt die Bühne mit einem Organisten, einem Arzt – und einem diplomierten Ozeanologen! Sie selbst haben Ihre Karriere als Hornist begonnen. Was gab bei Ihnen den Ausschlag für den Wechsel? Das Problem ist: Wenn man im Orchester landet, ist man schon relativ früh an einem Endpunkt angelangt. So schön das Orchesterspiel ist – ich habe das sehr genossen, und wollte das gern! – aber trotzdem, man blickt voraus und sieht: Dreißig Jahre lang macht man jetzt seinen Dienst, hat einen Dienstplan, und von kleinen Ausschlägen nach oben und unten abgesehen, bleibt alles in einem ähnlichen Duktus. Da habe ich schon gedacht: Ob mir das auf Dauer genügen wird? Gab es bei Ihnen eine Art Erweckungserlebnis? Es hört sich an wie eine ausgedachte Geschichte: Meine damalige Freundin und jetzige Frau wollte genauso zielstrebig auf die Opernbühne wie ich ins Orchester. Eines Tages fragte sie mich aus Quatsch, ob wir nicht für eine Familienfeier im Duett s­ ingen wollten.­In meiner Familie war Singen eigentlich nicht üblich, ­jedenfalls nicht so an der Tagesordnung. Und dann ... Das Katzenduett? Genau - dieses kleine Rossini-Stückchen war mein erster Kontakt mit solistischem Singen. Meine Freundin war eigentlich mehr darauf bedacht, dass ich die richtigen Töne zur richtigen Zeit treffe.­ Aber da waren Leute bei der Feier, die meine Stimme lobten. Und ich bin hellhörig geworden, wollte wissen, ob da was dran ist. Ich bin mit zu ihrem Gesangslehrer gegangen und hab ihm vorgesungen. Er hat mir eröffnet, dass ich ein TENOR bin! Na, jetzt hat mich das schon gereizt: Ich habe privat studiert, dann die Aufnahme­prüfung gemacht und wurde genommen. Neben meiner beruflichen Tätigkeit als Hornist habe ich also noch Gesang studiert. Es war – neben Kammermusik und so weiter – eine Möglichkeit, noch ein bisschen zur Seite zu gucken. Dass sich daraus wirklich etwas entwickelt, habe ich nicht angenommen. Welcher Intendant, welcher künstlerische Leiter verpflichtete denn einen Hornisten zu seiner ersten öffentlichen Gesangspartie? Meine ersten Möglichkeiten, öffentlich zu singen, waren im Ratze­ burger Dom. Da gab es einen Kantor, der das Risiko auf sich genommen hat, einen unerfahrenen Sänger zu engagieren. Mendelssohns „Lobgesang“ war dort einer meiner ersten Gehversuche. Da hab ich schon gemerkt, dass mir das viel Spaß macht. Und in Lübeck gab es eine Sommer-Operette, da konnte ich in der „­ Gräfin Mariza“ mitmachen. Das war mein erstes Mal auf einer Bühne! Naja. Ich war von vornherein sehr skeptisch. Vom Orchestergraben 13


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seltener aus Deutschland kommen als früher? auf die Bühne – das war schon eine ziemliche Distanz. Sich zu verDas ist in der Tat ein herber Verlust, und der hat viele Gründe. Ein kleiden, andere Personen zu spielen, geschweige denn schminken Beispiel: In Island gibt es für die Größe dieses Volkes unverhältnisund solche Dinge – das war mir fremd. mäßig viele Bühnen­sänger. Das liegt einfach daran, dass in Island Welche Unterstützung hatten Sie von Seiten der Hochschule bei ganz viel zuhause gesungen wird! Die kleinen Kinder kommen Ihrer Karriereplanung? früh mit Singen in Berührung, und das ist bei uns einfach nicht Ich hab mein Studium so schön vor mich hin gemacht. Mein Lehmehr der Fall. Dort ist ein Ursprung zu suchen. Singen hat etwas rer kam irgendwann an und sagte: Jetzt müsstest du mal vorsingen Verbindendes, es ist auch Therapie! Jeder rennt heutzutage zum gehen! Ich fühlte mich noch nicht so weit. Aber jemand von der Chiropraktiker, und was sonst noch alles so modern ist ... So viel ZBF, der damaligen „Zentralen Bühnen, Fernseh- und Filmveresoterisches Zeug könnte man durch Singen in einem Aufwasch mittlung“, sozusagen dem Arbeitsamt für Künstler, kam nach Lüerledigen. Man findet zu sich selbst, tut auch was für seine Gesundbeck und hat sich die Studenten angehört. Bei so einem Termin heit, man hält sich fit ... Wenn man weiß, was das alles bringt – etwa sang ich vor – ich sang den Max und etwas Operette – und dieser sich insgesamt sicherer zu bewegen, einen freien Vortrag halten zu Arbeitsvermittler eröffnete mir: „In drei Tagen ist Vorsingen in können und so weiter – dann sollte man darauf schon in der Schule Flensburg. Gehen Sie da mal hin!“ Okay, dachte ich, es kann ja viel mehr Wert legen. Ein zweiter Grund ist in unserer Gesellschaft nichts weiter passieren. Zum Ausprobieren mach ich das mal. zu suchen: In Bildung wird viel zu wenig investiert. Das macht sich Und dann wollten die mich! Sie haben mir einen Spielzeitvertrag natürlich auch auf dem Musikmarkt bemerkbar. Ich sehe das schon angeboten. Und dann stand ich erst mal da und wusste nicht, was am Gymnasium, an meinen Kindern: Sobald ein engagierter Lehrer ich machen sollte. Meine Frau hat mir zugeraten. Wir tauschten da ist, bildet sich ein neues Musikpublikum! Als ich in der dritten die Bühne: sie selbst singt nur noch ab und zu. Sie macht beruflich Klasse war, hat uns unser Lehrer einmal in ein Weihnachtsmärchen ­eine Theater AG in unserem Ort. mitgenommen, aber so jemand muss eben kommen, einen Bus Theater, schön. Auf dem Cover Ihrer neuen CD posiert so ein chartern und in die Oper fahren. Am Anfang muss man also mal richtiger Heldentenor: wallendes Haar, Zehn-Kilo-Schwert ... ein bisschen an die Hand genommen werden. Daran krankt mittlerMuss ein Sänger heutzutage ein bisschen dick auftragen, wenn weile die gesamte Theaterlandschaft: Es gibt zuwenig Leute, die sich er wahrgenommen werden will? Eine Marke aufbauen? darum kümmern, dass ein Publikum nachwächst. Ja – aber ich glaube, man kann das im Endeffekt nur ausfüllen, Kümmern Sie sich da auch ein bisschen mit? wenn man es auch ist. Es ist nur dann glaubwürdig. Der Weg zum Klar. Schon während meines Hornstudiums war ich Mitglied ­ Heldentenor war bei mir ja umgekehrt: Ich werde nicht für bein ­einem Blechbläserquintett. Wir zogen durch die Schulen, haben stimmte Rollen verpflichtet, weil ich so heldisch aussehe. Nein, die Ins­trumente erklärt, meistens in der Turnhalle. Die Kinder hatten Platte ist da, weil ich so viele dieser Rollen gesungen habe! Aber ein Rieseninteresse! In der Form müsste das viel mehr in die Breiwenn man so ein Fach bedient, steckt man schnell in einer Schublade. Es wird behauptet, dass man anderes nicht mehr singen kann. te gehen, bei uns ist das zu elitär. Es schlummern da noch viele Talente,­deren Eltern nicht die Möglichkeit der Förderung haben, In Paris habe ich gerade „Titus“ gemacht; so etwas kann gern mal und die einfach verloren gehen. wiederkommen, diese lyrischen Farben will ich weiter pflegen. Im Nun wieder zurück auf den Hauptweg Oper. Fühlen Sie sich Übrigen ist ein Heldentenor ja niemand, der Töne stemmen muss manchmal eingeengt von den Vorgaben eines Regisseurs? und alles kurz und klein singt. Ich finde, das darf auch ruhig ein Ja, meistens bei denen, bei denen man nicht spielen darf. Oper ist bisschen schön klingen. Laut genug ist es trotzdem. für mich auch immer Theaterspiel, Schauspiel gehört dazu, das ist Was sind Ihre nächsten Partien, worauf freuen Sie sich? Szenisch gibt es im März eine neue „Walküre“ in München, mit mir mir wichtig. Wenn ich das nicht anwenden darf, fühle ich mich eingeengt. Man soll ja schließlich eine Figur darstellen. Die „Zauber­ als Siegmund. Ich hoffe, dass das eine schöne Inszenierung wird! flöte“ von Joachim Herz – die war schön. Man sollte das sagen Meine Partnerin Anja Kampe – sie singt die Sieglinde – kenne ich dürfen! Denn damit ist ein zweiter Punkt benannt, an dem das ganz gut, das wird bestimmt Spaß machen. Im Frühsommer geht’s ­Regietheater krankt: Wenn man das, was auf der Bühne stattfindet,­ weiter mit Lohengrin in Tokio – eine meiner Lieblingspartien! als Zuschauer nicht mehr nachvollziehen kann, muss man sich Dann die Bayreuth-Zeit – das ist immer etwas besonderes. Genenicht wundern, wenn sich das niemand mehr angucken will. Trotz rell bin ich froh, dass ich mich in diesem jugendlich-dramatischen aller hehren Kunst machen wir ­Theater für das Publikum. Wir Fach so bewegen kann. Es ist mein Traumfach, und deswegen ein müssen­Rücksicht nehmen: Kitzeln ist erlaubt, aber man darf es ganz großes Glück, eine Erfüllung! nicht verprellen. Das passiert aber ab und zu. In Frankfurt haben Sie unlängst einen Liederabend gegeben: Haben Ihr Agent oder Ihre Plattenfirma eigentlich MitspracheSchuberts „Schöne Müllerin“. Ist der Liedgesang auch so ein recht bei der Karriereplanung? Seiten­blick, den Sie sich immer mal Ja oder nein, sage ich immer noch gern genehmigen? selber. Kein Mensch zwingt mich Ja, und ich hoffe, dass ich das ausbauen­ Wie ist seine Neue CD? dazu, irgendetwas zu tun, was ich kann. Helden heißt Klaus Florian Vogts erste Solo-CD nicht will. Die Verlockungen sind Wie sieht Ihre sonstige Stimmpflege und der Name ist Programm: Auf der Aufnahme groß. Natürlich, wenn man den aus? Sind Sie im Urlaub auch mal drei ­reihen sich die beliebtesten Arien für Heldentenor Lohengrin singt, oder Meister­ Tage still? aneinander. Der Schwerpunkt liegt auf singer, dann bekommt man AngeDas muss ich tun! Das hat mit der Werken von Wagner, schließlich gilt Vogt bote für Tristan, für Tannhäuser.­ mentalen Belastung zu tun. Ich als fantastischer Wagner-Tenor. Das beAber diese Rollen habe ich bemuss mir diese Auszeiten nehmen. weist er auch: kraftvoll, jung, mit einer wusst noch nicht gemacht, das Eine Woche sing ich dann auch großen Portion Heldenschmelz, trotzdem kommt später. Für einen Sänger mal gar nicht, höchstens ein Schlafmit beneidenswerter Leichtigkeit. Frisch auf DVD erschienen: Das Vogt-Porträt „Der ist es heutzutage wichtig, nicht lied für meine Kinder. Meistersinger“. auf alles zu hören, was die Leute Gehen wir auch mal einen Seitensagen, sondern bei sich zu bleiben, weg: Was meinen Sie – woran liegt seinen eigenen Weg zu gehen. Das es, dass große Stimmen, die im Ohr Klaus Florian Vogt: „Helden“ und Klaus Florian Vogt: „Der Meistersinger“ (DVD), beide erschienen bei Sony Classical. ist schwer genug.  bleiben, heute seltener sind, auch n 14

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Androgyner Rocker In Rumänien geboren, in Niederbayern aufgewachsen, auf der Bühne zu Hause: Valer Barna-Sabadus könnte in den nächsten Jahren in die Elite der Countertenöre aufsteigen.

Nur auf der Bühne ein fieser Typ: Der gebürtige Rumäne Valer BarnaSabadus als afrikanischer Hardrock-König in der Oper „Didone abbandonata“.

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Vo n A n to i n e t t e S c h m elt er d e E s co b a r

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Fuchs erst als Jung- und dann als Vollstudent unter ihre Fittiche­ nahm. „Als Sopran hatte ich schon vor dem Stimmbruch gesungen“,­ erinnert sich der seit einem Jahr Diplomierte. „Danach habe ich gelernt, auf Basis einer gesunden Technik ähnlich hohe Lagen mit meiner Kopfstimme zu erreichen.“ Nach acht Jahren intensivem Training „knaben- oder engelsgleich“ zu klingen, reicht Valer aber nicht. „Ich will nicht austauschbar mit einer Frau sein, möchte meine eigene Interpretation erarbeiten.“ Wann immer möglich, profitiert er deshalb von Engagements – egal ob bei seinem Debüt 2007 als ­Rinaldo in Händels gleichnamiger Oper in St. Pölten oder Ende 2011 in Cavallis „La Calisto“ an der Oper Frankfurt. Waren praktische Einsätze bis zur Abschlussprüfung eher die Ausnahme, mehren sie sich seit Beginn seines zweijährigen Valer Barna-Sabadus Meister­studiums: „Einerseits ist die Hochschule sehr kooperativ und kulant, wenn ich gebucht werde und Kurse ausfallen lassen Der 1986 in Rumänien geborene Sänger stammt aus einer Musikerfamilie und siedelte mit seinen Eltern 1991 nach Deutschland muss. Andererseits gibt es mir ein beruhigendes Gefühl, noch von über. 2003 begann er sein Gesangsstudium an der Hochschule einer Institu­tion aufgefangen und gefördert zu werden“, freut sich für Musik und Theater München. Derzeit ist er Mitglied der Valer. Ähnlich hilfsreich ist für ihn sein Status als Stipendiat der Musiktheater-Meisterklasse. Sein Operndebüt als Counter­ Studienstiftung des deutschen Volkes, die ihm neben Weiterbiltenor gab Valer Barna-Sabadus 2007 mit der Titelpartie in der dungsmöglichkeiten auch „ein unheimliches Netzwerk“ bietet und Oper „Rinaldo“ von Georg Friedrich Händel in St. Pölten, bevor Projekte fördert. Zum Beispiel seine erste Solo-CD „Hasse – Reloaer im Jahr 2009 bei den Salzburger Festspielen engagiert wurde. ded“, die am 16. Januar­als Hommage an den „zu Unrecht in VerUnter dem Dirigat von Riccardo Muti sang er dort die Rolle des gessenheit“ geratenen Komponisten erschienen ist, dessen Musik­ Adrasto in Niccolò Jommellis „Demofoonte“. Valer „wegen der spannungsreichen Verbindung von händelscher Dramatik und der instrumentalen Virtuosität eines Vivaldi“ gereizt Seine Neuen CDs hat. Eine spannende Wiederentdeckung verspricht im Herbst 2012 Hasse - Reloaded ist die erste Solo-CD von Valer Barnaauch das Barockwerk „L`Artaserse“ von Leonardo Vinci (1690 – Sabadus. Er widmet sich dem oft vernachlässigten Barockkom1730) mit fünf Counter­tenören – für Valer „eine geniale Idee“, die ponisten Johann Adolph Hasse und singt unter anderem aus der sowohl live gespielt als auch von EMI auf CD aufgenommen werOper „Didone abbandonata“, in der er im vergangenen Jahr in den wird. Doch nicht nur „verkannte“ Komponisten wecken Valer München auf der Bühne zu sehen war. Ebenfalls kürzlich erschieBarna-Sabadus Interesse: Giovanni Pergolesis „Stabat mater“, eines nen ist Baroque Oriental, eine Zusammenarbeit der erfolgreichsten kirchenmusikalischen Werke, hat er gerade bei mit dem Pera Ensemble: Zwei völlig unterschiedliche Musikwelten aus West und Ost treffen hier Oehms eingespielt. aufeinander und versprühen, so Barna-Sabadus, ein Auch eine weitere Zusammenarbeit mit dem Pera Ensemble,­ „wohltuendes Klang-Aroma“. mit dem er im November 2011 die CD „Baroque Oriental“­als Kombination von osmanischer und europäischer Musik eingespielt „Baroque Oriental“ (Berlin Classics), „Hasse – RELOADED“ und hat, ist geplant: „One God“ als „Zusammenführung der großen das „Stabat mater“ (Oehms Classics) zeigen Valer Barna-Sabadus Weltreligio­nen“ – ein neuer Beweis, dass es für Counter­tenöre wie Wandlungsfähigkeit. ihn keine Grenzen gibt. Track 4 auf der crescendo Abo-CD: „Tu mi Und doch wird er sich behaupten müssen: Die Countertenordisarmi il fianco“ aus: „Didone abbandonata“ von Johann Adolph Hasse Szene ist in den vergangenen Jahren regelrecht aufgeblüht und die Faszination von „Männern, die wie Frauen singen“ ist mittlerweile auch auf jene übergesprungen, die dieser besonderen Stimmlage zu„Countertenöre wie ich haben einen exotischen Reiz, weil sie nächst höchst skeptisch gegenüber standen. Barna-Sabadus gehört so androgyn klingen“, resümiert der gebürtige Rumäne. Als er noch einem Stimmfach an, das nicht nur stimmlich polarisiert: Seine bein Niederbayern aufs Gymnasium ging, wohin er 1991 mit seiner­ rühmten Kollegen – der ausdrucksstarke Andreas Scholl etwa, der Familie ausgesiedelt war, irritierte das seinen Musiklehrer so, dass französische Countertenor Philippe Jaroussky, mit seiner säuselnder ihn aufforderte, sofort aufzuhören, im Falsett zu singen. Zum den Engelsstimme, oder der höchst virtuose Max-Emanuel Cencic –­ Glück war seine Mutter anderer Meinung. Als Pianistin hatte sie haben gut vorgelegt. Sie haben das Counter-Repertoire so populär das musikalische Talent ihres Sohnes schon früh mit Klavier- und gemacht, wie es lange nicht war. Für Valer Barna-Sabadus steht die Geigen­unterricht gefördert, ihn in Chöre geschickt und gestaunt, Tür auf die große Bühne offen. Seinen Weg gestalten und sich in als Valer nach einem Konzertbesuch den zuvor gehörten Andreas­ der Countertenor-Welt positionieren, muss er selbst. Genug Talent, Scholl imitierte. Für weiteren Schliff sorgte ein Studium an der Ausstrahlung und Motivation, unbekanntes Repertoire zu entdeMünchner Hochschule für Musik und Theater, wo ihn Prof. Gabriele­ cken, bringt er in jedem Fall mit. n Prinzregententheater München, Mai 2011: Dreadlocks, schwarze­ ­Lederkluft, Graffiti-T-Shirt – Iarba ist ein fieser Typ. Bis auf ­seinen Gesang. Denn als Kontrastprogramm zur Hardrocker-­Montur klingt dieser so hoch wie der einer Frau, weil Regisseur Balázs ­Kovalik die Rolle des afrikanischen Königs in Johann A. Hasses B ­ arockoper „Didone abbandonata“ mit Valer Barna-Sabadus besetzt hat. Steht der andernorts auf der Bühne, ist der Gegensatz z­wischen Aussehen und Stimme nicht ganz so krass. Dennoch sind seine Zuhörer überrascht, sobald der 25-Jährige mit den halblangen braunen Haaren und dem Mehrtagesbart seinen Mund öffnet und sich in Höhen von Alt bis Sopran empor schraubt.

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p e r s o n a l i e n

Foto: Andre Rival

G ustav L eo nh ar d t Wenige Musiker sind mit dem Werk Johann Sebastian Bachs enger verknüpft als der niederländische Cembalist, Dirigent und Organist Gustav Leonhardt. 1967 spielte­ Leonhard seinen Hausgott gar selbst, in dem Film „Chronik der Anna Magdalena Bach“ von Jean-Marie Straube und Danièle Huillets. Leonhardt, mittlerweile 83-jährig, verkündete nun nach sechzig Jahren Karriere seinen Abschied vom Konzertpodium. Als „äußerst schwach und abgemagert“ beschrieb ihn der Kritiker der französischen Zeitung „Nouvel Observateur“ nach seinem Recital in der überfüllten Pariser Bouffes du Nord. Leonhardts Interpretationen der Werke des 17. und 18. Jahrhunderts bestechen durch eine besonders nüchterne und wissenschaftliche Herangehensweise,

Mut und Beharrlichkeit sowie heraus­ ragendes Können zeichnen den Bass-Bariton Thomas Quasthoff aus. Nun erklärte er nach einer beispiellosen Karriere seinen Abschied von der Bühne: „Ich habe mich entschlossen, mich nach fast 40 Jahren aus dem Konzertleben zurückzuziehen, weil es mir meine Gesundheit nicht mehr erlaubt, dem Anspruch, den ich immer an mich selber und an die Kunst gestellt habe, gerecht werden zu können.“ Die Musikwelt verliert mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Konzertleben eine bedeutende Sänger- und Stimmpersönlichkeit: Sein Gesangsstudium wollte man ihm zunächst nicht gewähren, seine wegen einer

Contergan-Schädigung zu kurzen Arme und Beine hinderten ihn am Klavierspiel. Doch Quasthoff überzeugte schließlich doch als Sänger – mit seinem warmen Baritontim­bre und fesselnden Liedinterpretationen. Der Bariton ist Gewinner zahlreicher wichtiger Musikpreise – etliche Grammys und ECHO Klassiks sind nur einige davon. „Ich habe dem Beruf sehr viel zu verdanken und gehe ohne Bitterkeit,“ so Quasthoff in seiner Abschiedserklärung. Sein Engagement für den Nachwuchs, Meisterkurse, seinen Liedwettbewerb sowie einen Film, den er mit Katharina Thalbach dreht, will Quasthoff fortsetzen, alle geplanten Konzerte sind jedoch abgesagt.

2013

Foto: Paul Ruet

Tho m as Q uast ho ff

erst beim zweiten Hinhören bemerkt man den nuancierten Zauber in Phrasierung und Rhythmik – und erlebt Leonhardt, der immer auf der Suche nach dem objektiven Klangbild ist. Gemeinsam mit Nikolaus Harnoncourt gilt er als einer der Pioniere der Historischen Aufführungspraxis.

INTERNATIONALER SCHUMANN-KAMMERMUSIKPREIS FRANKFURT 2013 für Klaviertrio/Klavierquartett

www.schumann-kammermusikpreis.de

20. – 22. März 2013

Semifinale und Finale in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt

23. März 2013

Preisträgerkonzert in der Alten Oper Frankfurt, 18.00 Uhr


hören & sehen Die besten CDs & DVDs des Monats von Oper über Jazz bis Tanz

Solo

Hilary Hahn

„Wir ließen uns die Noten schicken, studierten sie – und landeten prompt in einer Sackgasse“, beschreibt Geigerin Hilary Hahn den Beginn ihrer Beschäftigung mit dem Komponisten Charles Ives. Ives, einer der entscheidenden Wegbereiter der amerikanischen Klassik, komponierte – noch bevor sich in den 1940ern um John Cage und Morton Feldman die New York School formte – am Rande der Tonalität. Seine ­Sonaten sind ein Zeugnis seiner komplexen harmonischen Ideen und seiner oft plötzlich keck herausschillernden tänzerischen rhythmischen Strukturen. „Es war, als müssten wir einen musikalischen Code entziffern.“ Man hört der Aufnahme von Hilary Hahn und ihrer Duopartnerin Valentina Lisitsa die intensive Beschäftigung mit den Kompositionen an – im positiven Sinne. Ihre Interpretationen sind durchdacht – sie haben versucht, zu verstehen, was Ives in den Sonaten klingen lassen wollte - und trotzdem frisch.  AN

Charles Ives: „Four Sonatas“ (Deutsche Grammophon)

Foto: Sam Jones

Die Klänge des Charles Ives

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h ö ren & sehen

Die wichtigsten CDs des Monats, ausgewählt von Attila Csampai

Verschnaufpause Dieses Jahr ist weitgehend frei von großen Musikjubilaren. Deshalb widmet sich unser kritischer Platten-Obmann endlich mal den jungen und junggebliebenen, wagemutigen Interpreten, die frischen Wind in die Szene blasen und uns mit ihrer Klasse begeistern.

L

iszt und Mahler wurden ausgiebig gefeiert, jetzt gibt es eine Verschnaufpause mit Debussy, Flotow und John Cage, bevor wir dann 2013 im Opernrausch Wagners und Verdis versinken. Heuer ist das Jahr der großen Dirigenten: Solti, Wand, Celibidache, Sanderling, Markevitch und Leinsdorf feiern ihren 100sten, und da werden die Archive wieder munter geplündert werden: Wir richten den Fokus hier aber auf solche, die die Klassik dauerhaft am Leben erhalten. Amaryllis Quartett: „White“ Streichquartette von Haydn und Webern (Genuin) Track 11 auf der crescendo Abo-CD: „Largo assai“ aus dem „Streichquartett in g-Moll“ von Haydn

„White“ – nennt das junge, von Walter Levin ausgebildete deutsch-schweizerische „Amaryllis­ Quartett“ seine erste CD beim Leipziger Label Genuin, als wäre es ein Appell an die weiße, stille Pracht einer verschneiten Landschaft. Das „weiße“ Album der mehrfach preisgekrönten Formation beschwört mit bestechender Präzision und jugendlicher Frische die essenzielle Schönheit, die Gedankenklarheit und die tiefe Lebensfreude von zwei Quartetten Joseph Haydns, die dann wie zwei Bollwerke klassischer Homogenität die schockierend intimen, aphoristisch-atonalen „fünf Sätze“ op. 9 von Anton Webern schützend einrahmen. Der verstörende Kontrast zwischen Haydns pulsierender Autonomie und Weberns zerbröselnder Verletztlichkeit gibt dem lupenrein intonierenden Quartett Gelegenheit, beide Extreme seiner Kunst vorzuführen, seine faszinierende Homogenität und seine perfekt abgestimmte dramatische Interaktion. Haydns Musik wirkt dabei entschieden jünger. Mozart: „Klavierkonzerte Nr. 24 & 25“ Ronald Brautigam, Die Kölner Akademie, Michael Alexander Willens (BIS)

Auch Mozarts Musik bleibt ewig jung, während Interpretationen gerne Patina ansetzen: Der Amsterdamer Fortepiano-Spezialist Ronald Brautigam realisiert schon seit Jahren aktuelle­ Ansätze auf alten Instrumenten: Nach seiner energisch-frischen Einspielung aller Beethoven-Sonaten sind jetzt die Klavierkonzerte­ Mozarts dran: Und wieder musiziert der 51-jährige Holländer mit 20

der exzellenten, nur 25köpfigen „Kölner Akademie“, die unter den zügigen Tempi von Michael Alexander Willens dem Begriff des historischen Klangideals ein völlig neues, jugendlich pulsierendes P ­ rofil verleiht. Das ist eben ein demokratisches Kollektiv von gleichgesinnten Topmusikern, das sich mit dem verblüffend klangstarken Walter-Fortepiano von 1795 in die schönsten polyphonen Dialoge einlässt und so die Opernnähe und die Leidenschaft der späten Konzerte in c-Moll (KV 491) und C-Dur (KV 503) suggestiv ausleuchtet. Dabei meistert Brautigam auch seine eigenen Kadenzen mit pfiffiger Phantasie, stilsicherem Geschmack und klugem Augenmaß für die Dimensionen der klassischen Form. Liszt & Tschaikowsky Sergio Tiempo, Orchestra della Svizzera italiana, Alexandre Rabinovitch / Ion Marin (Avanti classic) Track 5 auf der crescendo Abo-CD: „Sonetto 123 del Petrarca“ von Liszt

Gegen den munteren „Klassizisten“ Brautigam wirkt der zwölf Jahre jüngere Venezolaner Sergio Tiempo wie ein wilder, ungezügelter Heißsporn, der seine Zuhörer überwältigen möchte: Seine furiose Live-Aufführung des Tschaikowsky-Konzerts beim Progetto Martha Argerich in Lugano ließ er sechs Jahre lang liegen, bevor er es jetzt mit einem weiteren Live-Dokument des Lisztschen „Totentanzes“ koppelte und freigab: Er selbst charakterisierte seine Deutung als puren „Wahnsinn“. Und tatsächlich verwandelte er mit dem gleichgestimmten Dirigenten Alexandre Rabinovitch Tschaikowskys Schlachtross in ein fauchendes Raubtier, in ein einziges Donnergrollen, und das Schweizer Pub­likum erlebte die verrückteste, dämonischste, elektrisierendste Aufführung dieses Evergreens seit langem. So hat Tiempo sein Idol Martha Argerich an Vulkanismus fast noch übertroffen. Rota: Cellokonzerte & „Il Gattopardo“ Friedrich Kleinhapl, Philharmonisches Orchester Augsburg, Dirk Kaftan (Ars Produktion) Track 3 auf der crescendo Abo-CD: „Valzer del Commiato“ aus: „Il Gattopardo“ von Rota

Auch der Grazer Cellist Friedrich Kleinhapl ist ein radikaler Geist, der stets aufs Ganze geht, das Echte, das Unbequeme jeder Schönfärberei vorzieht. Nach seinen www.crescendo.de

Februar / März 2012


Impressum Verlag

wilden Beethoven-Deutungen, mit denen er vor zwei Jahren Aufsehen erregte, hat er jetzt zum 100. Geburtstag Nino Rotas die beiden späten Cellokonzerte des großen Filmkomponisten wiederentdeckt und sie mit den erstaunlich schlagkräftigen Augsburger Philharmonikern unter Dirk Kaftan als hochkarätige Meisterwerke­ausgewiesen: Rotas originelle, und trotzdem eingängig-tonale Musik­sprache zeigt uns, dass Schönheit, Melodie, Leidenschaft und feiner Humor auch im späten 20. Jahrhundert nicht ausgedient haben,­und dass ein solcher entfesselter Ausdrucksmusiker wie Kleinhapl auf seiner wunderbar herb-sonoren Guadagnini hier auch die Grundkräfte des Menschlich-Existenziellen, des Schicksalhaften, des Schmerzlich-Schönen entfachen und den Zuhörer durch seine Lebensintensität verzaubern kann. Chopin: Etüden op. 10 & 25 Maurizio Pollini (Testament)

Für die größte Sensation der letzten Monate­ sorgte der heute fast 70 Jahre alte Maurizio Pollini mit einer Aufnahme aus dem Jahr 1960 (!). Damals hatte er als 18-Jähriger den Warschauer­ Chopin-Wettbewerb gewonnen und nur wenige­ Monate danach für die EMI die beiden Etüdenzyklen Chopins in London eingespielt. Aus unerfindlichen Gründen verweigerte der scheue Italiener die Veröffentlichung der fertigen Bänder. Jetzt, nach mehr als 51 Jahren, erscheinen sie zum ersten Mal beim Label Testament, und man wundert sich, warum diese hochintelligente und aufregende Interpretation so lange im Dunkeln darben musste.­ Denn selbst im Vergleich mit seiner späteren DG-Produktion ­wirken diese frühen Stereoaufnahmen interessanter, ja ­moderner, ungestümer, radikaler. Ich habe in den letzten Jahren keine so konsequent durchgeformte, so schnörkellos klare und unparfümierte Deutung dieser wunderbaren Miniaturen gehört, und vor allem keine so unbefangen frische, und dramatisch zwingende, die Chopin in die Nähe von Bach und Beethoven rückt und alle gängige Chopin-Klischees Lügen straft. Gegen Pollinis juvenile Radikalität verblassen die meisten Chopin-Pianisten von heute zu müden Salonlöwen. Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 Philharmonia Orchestra, Charles Mackerras (Signum Classics)

Mit einem bis ins hohe Alter jung gebliebenen großen Dirigenten möchte ich meine Empfehlungsliste diesmal abschließen: Bis zum Ende seines arbeitsreichen Lebens hat Charles Mackerras die britischen Musikfreunde durch seine wunderbaren, vor Weisheit und Lebensenergie sprühenden Aufführungen begeistert, zuletzt am Pult des Philharmonia Orchestra, mit dem er 56 Jahre lang verbunden war. Jetzt erschien der Mitschnitt eines Konzert vom Februar 2009, in dem der große Förderer slawischer Musik Tschaikowskys düster-phantastische Sechste dirigierte und sie ausgerechnet mit Mendelssohns märchenhafter „Sommernachtstraum“-Ouvertüre koppelte. Doch auch Tschaikowskys tragischer Abschied von der Welt klang unter dem 84-jährigen Sir Charles wie ein leidenschaftlich drängender, dabei recht unpathetischer Appell an das Leben, an die niemals versiegenden Lebenskräfte dieser durch und durch positiven, vor starken Gefühlen überquellenden Musik. Mehr als 60 Jahre lang hat sich dieser unermüdliche Aufklärer für große Musik eingesetzt, war dabei persönlich immer bescheiden und freundlich im Hintergrund geblieben: Die gemeißelte Objektivität, die emotionale Glut und die unglaubliche Souveränität seiner Aufführungen aber sichern ihm einen festen Platz im Olymp.  n

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Herausgeber Winfried Hanuschik | hanuschik@crescendo.de

Geschäftsführung Winfried Hanuschik | hanuschik@crescendo.de Hans-Jürgen Kuntze | kuntze@crescendo.de

Verlagsleitung Petra Lettenmeier | lettenmeier@crescendo.de

Chefredakteur Robert Kittel (RK, verantwortlich)

Chef vom Dienst Michaela Wurstbauer

Autoren Tobias Haberl, Teresa Pieschacón ­Raphael, Christoph Schlüren (CS)

Kolumnisten Pascal Morché, Attila Csampai, Daniel Hope

Mitarbeiter dieser Ausgabe Martin Morgenstern (MM), Antoinette Schmelter de Escobar (SDE), Angelika Rahm (AR), Uwe Schneider (US), Bob Coat, Malve Gradinger (GRA), Julia Decker, Michael Sellger, Friederike Schön, Stefanie Paul, Anna Novák (AN), Götz Bühler (GB), Klaus Härtel (HÄ)

Projektleitung plus regional Liselotte Richter-Lux | richter-lux@crescendo.de

Verlagsrepräsentanten Tonträger: Petra Lettenmeier | lettenmeier@crescendo.de Kulturbetriebe: L. Richter-Lux | richter-lux@crescendo.de Hifi & Marke: Heinz Mannsdorff | mannsdorff@crescendo.de Marke: Aida Heinemann | heinemann@crescendo.de Marke: Assen Saraiwanow | saraiwanow@crescendo.de Verlage: Hans-Peter Reiter | reiter@crescendo.de

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Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 15 vom 01.09.2011

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Erscheinungsweise crescendo ist im Zeitschriftenhandel, bei Opern- und Konzert­häusern, im Kartenvorkauf und im Hifi- und Tonträgerhandel erhältlich. Copyright für alle Bei­träge bei Port Media GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt die der Redaktion wieder. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen.

Abonnement Das crescendo premium-Abo umfasst sieben Ausgaben, inklusive­„crescendo Festspiel-Guide“ und zusätzlich sechs exklusive heftbegleitende premium-CDs und kostet 49,90 EUR pro Jahr inkl. MwSt. und Versand (Stand: 1.1.2011) Versand ins Europ. Ausland: zzgl. EUR 3,- je Ausgabe Bank-/Portospesen Zahlung per Rechnung: zzgl. EUR 5,- Bearbeitungsgebühr. Kündigung: nach Ablauf des ersten Bezugsjahres, jederzeit fristlos. Abo-Service crescendo, Postfach 13 63, 82034 Deisenhofen Telefon: +49-89-8585-3548, Fax: -362452, abo@crescendo.de Verbreitete Auflage: 70.284 (laut IVW-Meldung 4/11) ISSN: 1436-5529 geprüfte Auflage

Beilagenhinweis: Diese Ausgabe enthält das Themenspecial KulturRegionen sowie (Teil-)Beilagen von KurGmbH Bad Reichenhall/Bayerisch-Gmain, Pro-Idee GmbH & Co. KG, Bibliotheca Rara Verlagsgesellschaft mbH und des Junge Münchner Symphoniker e.V.

Das nächste crescendo erscheint am 16. März 2012

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Wilhelm Furtwängler

NOW SHOWING, riefen nach dem Krieg die Ankündigungsplakate am Titania-Palast Musicals, Kinofilme und Operetten aus. Der Kinosaal lag im amerikanischen Sektor und bot auch den Berliner Philharmonikern jahrelang Asyl. Ab Mai 1947 durfte Wilhelm Furt­ wängler wieder mit dem Orches­ter auftreten; hier gab er sein erstes Konzert. Für den Schwarzmarkt-Preis einer Eintrittskarte – so rechnete es damals der Kritiker der Berliner­ Zeitung aus – hätte eine mittlere Familie Kohlen für einen gesamten ­Winter kaufen können ... Fünf Jahre sollte es nach dem Jubelorkan des Publikums noch dauern, bis der Maestro wieder zum Chefdirigenten ernannt wurde; diesmal auf Lebenszeit. Die von Deutschlandradio und dem ­L abel audite veröffentlichte, vierzehn Vinylplatten zählende Sammlung widmet sich diesem Spätwerk Furtwänglers. Live-Mitschnitte, die der RIAS damals produzierte und sendete, sind hier versammelt: die Beet­ hoven-Sinfonie 3, 5 und 6; Bruckners Achte, Schuberts „Unvollendete“, Brahms und Wagner, alles in allem fast zehn Stunden Material, das eine konservative Auswahl aus der erfolgreichen Furtwängler-12 CD-Box des

Orchester

„Edition Wilhelm Furtwängler – RIAS recordings with the Berlin Philharmonic”, 14 LPs (audite)

Frappierende Makellosigkeit entrückte Zärtlichkeit des Mittelsatzes und der fulminante Schwung des Finales. Schumanns a-Moll-Konzert vibriert mit beredter Kompaktheit und virtuosem Feinschliff und fesselt in durchgehendem Spannungsbogen. Barenboims Spiel ist bei jeder der Begegnungen mit Celibidache auf höchster Höhe, die Kunst des gegenseitigen Zuhörens und lebendigen Interagierens nimmt die Hörer mit emphatischer Spannkraft auf eine Reise, die die Werke wie neu erstehen lässt. Dokumente vollendeter Meisterschaft.  CS

Barenboim & Celibidache: „Schumann & Tschaikowsky“ (DVD, EuroArts)

Johannes Ockeghem, Pierre de la Rue

Schlichte Größe

Johannes Ockeghem und Pierre De La Rue verdanken wir die ersten ganz großen Meisterwerke der Requiem-Vertonung, die ein für allemal den Maßstab für schlichte Größe tiefsten Ausdrucks gesetzt haben. Für mich ist erfreulich, dass diese beiden Monumente, die immer zu meinen ­Favoriten gehörten, technisch vollendet einander gegenüber gestellt sind. Das frühere Werk (Ockeghem) das Wesentliche in fast asketischer Weise bündelnd, das spätere von Reichtum überbordend, beides Zeugnisse höchster polyphoner Kunst. Die Stimmvirtuosen der Cappella Pratensis, deren Repertoire sich um die zentrale Erscheinung Josquin des

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Labels darstellt (die Komponisten Hindemith, Blacher und Fortner sind nur auf den CDs enthalten). „Einfachheit und innere Stille“ attestierten die Kritiker damals dem „reifen“ Furtwängler, ­einen „entstofflichten“, sozusagen völlig vergeistigten Klang. Die „wattige“ Akustik des Titania-Saales, so Hans Heinz Stuckenschmidt in einer späteren Kritik, ist auf den Platten noch zu ahnen, wie überhaupt die Aufnahmequalität für eine gewisse Distanz zu heutigen Ansprüchen sorgt. Nach und nach hört man sich jedoch ein in diese Welt, und kann sich dann diesem späten, die Musik absolut durchdringenden und doch nicht mehr auf Apotheose ­abzielenden Furtwängler-Stil kaum entziehen. Wer dafür 300 Euro ausgeben mag? Offenbar genug audiophile Genießer, damit sich die Sache lohnt. Kohlen für eine ganze Heizperiode gibts für diesen Preis sowieso nicht mehr.  MM

Daniel Barenboim & Sergiu Celibidache

Wie schon bei den beiden Brahms-Konzerten ist es ein Glück, dass die Zusammenarbeit zwischen Daniel Barenboim und den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache auf Video mitgeschnitten wurde. Man wird Zeuge frappierender Makellosigkeit und Intensität, wo das suggestive Begreifen der großen Zusammenhänge auf schneidiger Präzision im Detail beruht. Hinreißend souverän, eminent beherrscht, zugleich ergreifend im intim kammermusikalischen Wechselspiel. Das erste Tschaikowsky-Konzert, dieses unverwüstliche Schlachtross, ist unvergleichlich veredelt und klar in den Konturen und erstrahlt in unsentimentaler Größe. Das majestätische Tempo der Einleitung entspricht ebenso nachweislich Tschaikowskys Intentionen wie die geschmeidig transparente Entfaltung des leidenschaftlichen Dramas im großen Kopfsatz-Allegro, die

Sakrale Musik

Foto: Archiv Berliner Philharmoniker

Orchestrales Gesamtkunstwerk

Prés rankt, intonieren vollendet mit altfranzösischer Aussprache (‚Lüx äterna’)­und erliegen nicht der gängigen Versuchung affektierter Kleingliedrigkeit. So vermittelt sich mehr als eine Ahnung überzeitlicher Größe.  CS

Johannes Ockeghem/Pierre de la Rue: „Requiem“, Cappella Pratensis (Challenge Classics) Track 6 auf der crescendo Abo-CD: „Tractus. Sicut cervus“ aus dem „ ­ Requiem“ von Ockeghem

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Februar / März 2012


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Solo

Mariusz Kwiecien

Muss für Stimmen-Liebhaber

Digitalradio heute: Mehr Musik, mehr

Vor wenigen Monaten erst lobte die New York Times Mariusz Kwieciens Don Giovanni an der Met für seine dunkle, muskulöse Stimme, die Lyrik seiner Phrasierungen und die seidene Farbgebung zarter Passagen. Der polnische Bariton hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich an die großen Häuser gesungen. Typen wie er sind es, die wieder wegen ihrer Stimmen und künstlerischen ­Ausstrahlung im Mittelpunkt stehen. Mit „Slavic Heroes“ hat er nun eine überwältigende Solo-CD vorgelegt, die mit Emotionalität und einer sich wunderbar entfaltenden Baritonstimme ein hierzulande wenig bekanntes Repertoire so überzeugend präsentiert, dass man meint, diese Stücke seien unverzichtbarer Bestand des Musikkanons. Sangeskultur von höchster Vollendung, verführerisch, dramatisch und dabei so nahe am Zuhörer, das man sich nicht entziehen kann. Ein Muss für Stimmen-Liebhaber. US

Infos, mehr Unterhaltung und mehr Service. Sie hören, was Sie wollen – mit dem PAL+ stilvoll und besser denn je! Ausgezeichnet durch alles, was man seit Jahren von Tivoli Audio kennt und schätzt: Klares Design, robuste Technik und voluminöser Klang. Warum länger warten?

Mariusz Kwiecien: „Slavic Heroes“, Polish Radio SO, ­ Lukasz Borowicz (harmonia mundi) Track 1 auf der crescendo Abo-CD: „Vy mne pisali… Kogda by zhizn“ aus „Eugen Onegin“ von Tschaikowsky

PAL+ 299 €

Alexej Gorlatch

Beethoven wagemutig umgesetzt „Das As-Dur-Thema führt dann wirklich in eine andere Welt“, erzählt Pianist Alexej Gorlatch über Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37. Doch für ein solches Werk braucht es immer auch jemanden, der führt. Da kommt Alexej Gorlatch gerade recht. Der 23-jährige Ukrainer spielt das Klavierkonzert wagemutig. Sowohl Zuhörer als auch Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks werden nicht nur geführt, sondern mitgerissen. Die Aufnahme ist die Live-Einspielung des Finales des ARD-Musikwettbewerbs 2011, den Gorlatch für sich entscheiden konnte (dem Klavierkonzert ist die Sonate für f-Moll gegenübergestellt.). Für KlassikExperten ein Genuss.  Hä

Ludwig van Beethoven: „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll, Sonate für Klavier f-Moll“, Alexej Gorlatch, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Sebastian Tewinkel (BR-KLASSIK) Track 9 auf der crescendo Abo-CD: „Menuetto. Allegretto“ aus der „Sonate für Klavier f-Moll“

Alban Gerhardt

Farbenreich Alban Gerhardts Celloton ist so bunt wie das Cover seiner neuen CD: Mal forsch-schluchzend, oft unendlich warm und sanglich. Mit seiner Duo­partnerin, der Pianistin Cecile Licad, arbeitet er nun erneut zusammen. Die Beiden präsentieren sich als astrein aufeinander eingespieltes Team. Faurés­ Cellosonaten – der Komponist war schon über 70, als er sie schrieb – gehören zu den Meister­ werken der Cello-Literatur. Der 4. Satz der Sonate Nr. 1 in d-Moll ist ob seines Tempos umstritten, viele Cellisten halten das von Fauré notierte Tempo für zu langsam. Gerhardt bezieht Stellung und trägt gleich zwei ­Versionen zur Diskussion­ bei: Eine schnelle und eine langsame Variante ­finden sich auf der CD – ­wobei trotzdem beide schneller als das Originaltempo sind. Das Rennen macht Gerhardts langsamerer Vorschlag: Zauberhaft ausgespielte Phrasierungen! AN

Gabriel Fauré: „Cello Sonatas“ Alban Gerhardt & Cecile Licad (Hyperion) Maximilian Hornung

Aufmerksam ­sekundiert Maximilian Hornung, Solocellist des Symphonie-Orchesters des Bayerischen Rundfunks, hat sich ­binnen kürzester Zeit als einer der führenden jungen Solisten auf seinem Instrument einen Namen gemacht. Dvořáks großes Cellokonzert wird technisch souverän dargeboten, aufmerksam sekundiert von den Bamberger Symphonikern unter Sebastian Tewinkel. Das Besondere an dieser Zusammenstellung sind die späte Orchesterfassung der frühen Suite op. 14 und der kleinen Romanze von Camille Saint-Saëns, kaum gespielte Werke, die einen sehr gefälligen, charmanten Ton anschlagen, präzise gearbeitet und nett anzuhören. Hornung, 1986 in der Fuggerstadt Augsburg geboren, muss man sich merken, für die nahe Zukunft. CS

Maximilian Hornung: „Saint-Saëns und Dvořák“ (Sony Classical) 23

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Jazz

Bugge Wesseltoft

Pure Desmond

Allein, akustisch

Wie ein trockener Martini

Bugge Wesseltoft ist ein sanfter Modernisierer des Jazz. Schon Ende der Neunzigerjahre mit einer „New Conception of Jazz“ befasst, die die lyrischen Ansätze ihres Namensgebers Bill Evans mit modernen Produktionsmitteln vereint, wurde die Musik des norwegischen Pianisten und Produzenten in den letzten Jahren zunehmend elektronischer. Wessel­ tofts neues Album „Songs“ ist, obwohl es iTunes im Genre „Electronica“­ listet, das genaue Gegenteil: Allein, akustisch und ohne elektronische Sperenzien spielt der 48jährige neun Jazz-Standards am Flügel. Die klassischen Melodien von Jimmy Van Heusen, Steve Kuhn oder John Coltrane harmonieren in diesen ruhigen und traumhaften Soloversionen nicht nur, sie entfalten auch ihre ganze Kraft. Romantische Klavier­musik mit Wurzeln im Jazz, die sicher auch Freunden moderner Popmusik gefällt. Der Interpret selbst ist schließlich davon überzeugt: „Wenn man sich wirklich tief mit Musik beschäftigt, geht es gar nicht so sehr um Stil, sondern mehr um die Gedanken hinter der Musik.“  GB

„Ich glaube ich hatte es im Hinterkopf, dass ich wie ein trockener Martini klingen wollte“, meinte Paul Desmond. Der amerikanische Altsaxophonist hat mit seinem coolen Cocktail-Sound den Jazz der Sechzigerjahre entscheidend geprägt. Nicht nur im Quartett des Pianisten Dave Brubeck, sondern auch unter eigenem Namen. „Pure Desmond“ widmet sich seit zehn Jahren den lockeren, aber dicht gewobenen Klang­ strukturen seines „piano-losen“ Ensembles. Auf „When Lights Are Low“ gelingt es dem Quartett um den Saxophonisten Lorenz Hargass­ ner erneut, die Qualitäten des Vorbilds nicht nur zu interpretieren, sondern zu leben. Hervorragend gespielt, mal lässig walzernd, dann wieder subtil swingend, liefert dieses Programm aus Jazz-Standards und Eigenkompositionen den idealen Soundtrack für zweisame Kamin­ abende oder elegante Cocktail-Partys. Ob die Martinis dazu gerührt oder geschüttelt sind, bleibt Geschmackssache.  GB

Pure Desmond: „When Lights Are Low“ (Minor Music)

Bugge Wesseltoft: „Songs“ (Jazzland)

Lars Danielsson

Konstruiert statt inspiriert „Die Wortneuschöpfung „Liberetto“ bezeichnet eine bestimmte Stimmung, in der ich meine Musik entwickeln möchte“, erklärt der schwedische Bassist und Cellist Lars Danielsson und verweist auf Vorgängeralben mit Wortspielen und Klassik-Verweisen, sowie auf „die Freiheit, die ich meiner Musik immer vermitteln möchte.“ Nach „Pasodoble“ und „Tarantella“ erschließt sich der 53jährige auf diesem Album erneut eine schöne, neue Kammerjazzwelt. Neu sind dabei vor allem die Mitmusiker Tigran am Piano, der auch einige der Kompositionen beisteuert, und der ehemalige e.s.t.Drummer Magnus Öström. Und auch wegen Arve Henriksens süffiger Trompete und dem zurückhaltenden Spiel des Gitarristen John Parricelli ist vor allem der Gesamtsound des Albums schön. Manchmal vielleicht sogar zu schön. Die leinwandbreiten Klangbilder, die schlichten Melodien und Rhythmen, die etwa bei „Svensk Låt“ oder „Party On The Planet“ fast nach einem e.s.t.-Tribut klingen, wirken wie der Albumtitel: eher konstruiert als inspiriert.  GB

Lars Danielsson: „Liberetto“ (Act)

Oscar Peterson Trio

Aus einer anderen Welt

Oscar Peterson Trio: „The Stuttgart Concert“, DVD (Inakustik)

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Februar / März 2012

Foto: Jan Soederstroem

Lars ­Danielsson

Zuerst betritt Drummer Kenny Drew die Bühne. Er spielt schon eine halbe Minute, als der Bassist Dave Young sich noch verbeugt. Sobald die Rhythmusgeber ihren walkenden Groove gefunden haben, steht auch der Star des Abends im Spotlight. Wie der „Maharadscha der Klaviertasten“, als den ihn Duke Ellington titulierte, schreitet der damals 63jährige Kanadier zu tosendem Applaus seinem Bösendorfer entgegen und beginnt zu spielen. Während der nächsten achtzig Minuten zeigt Peterson – in nahezu telepathischer Verbindung mit seinen Begleitern – auf dieser DVD alle Facetten seines enormen Könnens. Das Trio spielt in dieser Aufzeichnung des „ZDF Jazz Club“ vom 25. April 1988 vor allem enorm swingend und aufs rasanteste virtuos, aber auch herzergreifend sentimental, etwa bei Petersons „Love Ballade“. Ein wunderbares Zeitzeugnis, keine fünfundzwanzig Jahre alt und doch aus einer ganz anderen Welt.  GB


Lied

Film

Ildikó Raimondi

Goethe widersprechen „Kommen diese Lieder jemals wieder dir zur Hand, sitze beim Klaviere nieder“, heißt es programmatisch eröffnend im ersten Lied. Die seit ­ 20 Jahren zum Ensemble der Wiener Staatsoper gehörende Sopranistin Ildikó Raimondi hat ­Goethe Vertonungen des heute vergessenen Böhmen ­Johann Wenzel Tomaschek wieder entdeckt. Goethe selbst, freilich nicht gerade für ein modernes Musikurteil bekannt, soll den 25 Jahre jüngeren Komponisten für seine Vertonungen gelobt haben. So erklingen nun also „Heideröslein“, „Erlkönig“ oder „Mignon“ neben anderen Liedern teils erstmals wieder. Ildikó Raimondi präsentiert sie mit leicht opernhaftem Gestus, nicht immer so schlicht in der Stimme, wie die Melodie und die zumeist aus aufgelösten Harmonieakkorden bestehende Klavier­stimme es nahelegen. Nur gelegentlich wird es tonmalerisch, dann haut Leopold Hager kräftig in die Tasten um Wasserfluten oder Rastlosigkeit zu illustrieren. Man wird Goethe widersprechen wollen, denn Mozart, Beethoven oder gar Schubert erreicht das nicht. US

Johann Wenzel Tomaschek: „Goethe Lieder“ Ildikó Raimondi, Leopold Hager (paladino music)

Hannes Rossacher

Kühne Bildcollage 90 Jahre „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen – das hätte auch ein dröger Dokumentarfilm werden können. Doch der renommierte österreichische Filmemacher und Videopionier Hannes Rossacher verblüfft mit einer ebenso unterhaltsamen wie faszinierenden Zeitreise: Aus dem in den Archiven vorhandenen Bildmaterial von Kino-Wochenschauen bis zu TV-Aufzeichnungen montierte er als fortlaufende Schnittcollage eine in Kapitel unterteilte, gekürzte Fassung des Schauspiels mit den unterschiedlichen Besetzungen von 1920 bis 2010. Eine kühne Komposition der Bilder, die wie nebenbei auch verrät, wie sich Auffassung und Interpretation des Stücks verändert haben und die dabei ganz ohne Kommentar auskommt. Den übernimmt lakonisch und pointiert der Soundtrack des Blues- und Roots-Musikers Hans Theessink mit Zitaten aus dem Great American Songbook wie „People Get Ready“ oder „Way Down In The Hole“. AR

Hannes Rossacher: „Jedermann Remixed“ (Arthaus Music)

Track 10 auf der crescendo Abo-CD: „An Linna“ von Tomaschek

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04.01.2012

19:40 Uhr

Giovanna Pessi, Susanna Wallumrød

Neue Welten

Lichte Melancholie Es ist kein Klassik-Album und kein gesuchtes Cross-Over, was Barockharfenistin Giovanna Pessi, Sängerin Susanna Wallumrød, Gambistin Jane Achtman und Marco Ambrosini auf der norwegischen Nyckelharpa (Tastengeige) unter dem Titel „If Grief Could Wait“ vorlegen. Auch wenn die meisten Stücke von Englands Barockgenius Henry Purcell stammen, rücken sie hier im ganzen Ton mit den Songs von Leonard Cohen, der tragischen Legende Nick Drake und Susanna Wallumrød zusammen und werden von einem sozusagen zwischen Bob Dylan, barockem Lamento und nordischer Dämmerung angesiedeltem Flair vereint. Heraus kommt ein zeitloses Song-Album von licht schimmernder Melancholie für versonnene Abendstunden. CS

Giovanna Pessi, ­ Susanna Wallumrød: „If grief could wait“ (ECM)

Track 7 auf der crescendo Abo-CD: „The Plaint“ von Purcell

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THE SOUTH AMERICAN PROJECT

L’ A R P E G G I ATA CHRISTINA PLUHAR eine abenteuerliche Klangreise mit Werken von Soler, Ramírez, Piazzolla u.a. sowie Volksliedern aus Paraguay, Venezuela & Argentinien limitierte Deluxe-Edition & download

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Was Sie schon immer auf dem Klavier spielen wollten 100 populäre Klavier-Hits in leichten Arrangements

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Kammermusik do.gma

Keine dritte Dimension Man kann das wohl Konzeptalbum nennen, was das junge deutsche Ensemble do.gma hier als „American Stringbook“ vorgelegt hat. Mit klarer, deutlicher, oft auch harter Artikulation spielen sie sich durch fünf Klassiker der amerikanischen Streicherliteratur. David Diamonds einst populäres „Rounds“ ist dabei das sperrigste Stück, das zwar an der Tonalität kratzt, formal aber jegliche Moderne verleugnet. Arthur Footes ebenso hübsche wie harmlose Streicherromantik erreicht nicht die Tiefe von Barbers bekanntem „Adagio“, wie auch William Schumans Fünfte ­Symphonie nur Reflexion, nicht aber Neuerung ist. Mikhail Gurewitsch leitet das Kammerorchester, alles wirkt präzise, gut koordiniert, klanglich ausgehört und doch bekommt die Musik selten eine zusätzliche Dimension, entwickelt sie wenig Eigenleben, bleibt vieles vorhersehbar. Keine Frage, die jungen Musiker sind allesamt talentiert und technisch hervorragend, doch überzeugendes Ensemblespiel ist mehr als die Summe seiner Teile. Eine CD für Amerikafreunde und Streicherliebhaber. US

do.gma chamber orchestra: „American Stringbook“ (MDG)

Daniel Hope

Musik vom Alten Fritz 70 Säle plus ausgewählte Orte im Park: Die Schauplätze der großen „Friederisiko“-Ausstellung im Potsdamer Neuen Palais sind so erlesen wie die Exponate, die den Preußen-König vom 28. April bis 28. Oktober in zwölf Themenkomplexen umkreisen. Den passenden Soundtrack ­liefern Daniel Hope & Friends. Auf ihrer CD „Friedrich der Große. Musik aus Sanssouci“ vereinen sie Kompositionen des 1712 geborenen Monarchen mit Werken von Carl Philipp Emanuel­ sowie Johann Sebastian Bach und Johann Joachim Quantz, die in seinem Umfeld entstanden. Denn „Staatsmann und Künstlernatur in einer Person“, hat Friedrich II für Daniel Hope „vorzügliche Flötensonaten“ hinterlassen, die „vor Frische sprühen“ und „einen ganz eigenen Stil erkennen“ lassen. Als Hommage an sie hat Hope das Allegro assai aus Friedrichs Flötenkonzert Nr. 1 G-Dur für Violine transkribiert, das auch in dieser Variante hochherrschaftlich-heiter klingt. SdE

Daniel Hope & Friends: „Friedrich der Große. Musik aus Sanssouci“ (Deutsche Grammophon)

Hans-Günter Heumann

Heumanns Pianotainment Was Sie schon immer auf dem Klavier spielen wollten 256 Seiten ISBN 978-3-7957-5999-5 ED 20850 · € 18,99

n für jeden Anfänger problemlos spielbar

Unaufgeregt und nicht zu süß Eine „Sérénade Mélancolique“ von Tschaikowsky? Da muss man als Geiger schon mal etwas im Vibrato schwelgen dürfen. Sascha Roschdestwenski (Violine) und Josiane Marfurt (Klavier) bleiben aber insgesamt angenehm unaufgeregt, wenn es um Schmachtfetzen wie „Souvenir d‘un lieu cher“ geht - der Satz wurde vom Komponisten selbst gewogen, als Mittelsatz des Violinkonzerts zu leicht befunden und deshalb separat veröffentlicht - oder die bekannte „Humoresque“ Opus 10 Nr. 2. Ein für Tschaikowsky nicht eben typisches Werk ist das solenne „Andante funebre“ auf den Tod des tschechischen Geigers Ferdinand Laub, Konzertmeister in Weimar und bekannter Solist seiner Zeit. Mit der Ersteinspielung einer hübschen Liedtranskription, die Roschdestwens­ ki in der Pariser Nationalbibliothek aufspürte, schließt der kleine Rundgang. Mit Loriot: Er sollte in keinem tschaikowskophilen Plattenschrank fehlen. MM

Sasha Roschdestwensky & Josiane Marfurt: „Tschaikovsky. Complete works for violin & piano” (Delos)

MA 1063-02 · 1/12

n Ohrwürmer aus Musical, Pop, Jazz und Klassik

Sasha Roschdestwensky, Josiane Marfurt

Track 2 auf der crescendo Abo-CD: „Sérénade Mélancolique“ von Tschaikowsky

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Februar / März 2012


Die populäre Musikbuchreihe – mit tollen PaketAngeboten

Tanz Jerome Robbins

Sportliche Neoklassik Jerome Robbins (1918-1998) war ein Meister in der Neoklassik, aber auch brillant im Genre Musical.­ Seine – jeweils verfilmten – Bernstein-Musicals „On the Town“ und „West Side Story“ machten ihn weltberühmt. Und eine schmissig jazzige Linie wie aus einem Broadway-Musical hat Robbins auch leichthändig in sein neoklassisches „En Sol“ (1975) zu Ravels „Concerto en Sol“ hineinchoreographiert. Dagegen ganz edel sein „In the Night“ (1970), ein in Chopin-Nocturnes elegisch-romantisch dahin schwebendes Stück für drei Liebespaare. Harter Kontrast sein „The Concert“ (1956), das zu Chopin-Klavierstücken Verhaltensweisen von Konzertbesuchern und zugleich das traditionelle klassische Ballett mit komödiantischem Humor auf die Schippe nimmt. Drei Werke als partes pro toto für die Vielseitigkeit dieses Tanzschöpfers, der auch den jungen Benjamin Millepied, heute international bekannt durch seine Choreographie für den Film „Black Swan“, beeinflusst hat. Mit Millepieds „Triade“ (2008) in postmoderner sportlicher Neoklassik rundet sich so eine Hommage an den großen Robbins auf dem exquisit hohen Niveau des Balletts und des Orchesters der Pariser Oper ab.  gra

Große Komponisten und ihre Zeit Eine spannende Reise durch die Musikgeschichte auf den Spuren der wichtigsten Komponisten

Claudio Monteverdi und seine Zeit Von Silke Leopold 327 Seiten. Geb. € 34,80 ISBN 978–3–921518–72–4

„Tribute to Jerome Robbins“ (BelAir Classiques /Opera National de Paris)

»Vermittelt allen Interessierten einen nachhaltigen Eindruck des Lebensgefühls dieser Epoche.«

John Neumeier

In Bewegung übersetztes Drama Zum 200. Geburtstag von Hans Christian Andersen (1805-75) brachte das Königlich Dänische Ballett 2005 „Die kleine Meerjungfrau“ in einer Choreographie von John Neumeier zur Uraufführung. Der Hamburger Ballett-Intendant erzählt das Märchen so, als ob es gerade aus der mitfühlenden Fantasie des Dichters entstünde. Der Dichter ist durchgehend schattenhafter Akteur, wenn das sonderbare Meerwesen – Verkörperung seiner eigenen unerlösten Gefühlswelt – den Prinzen aus den Fluten rettet und, seinetwegen unter Schmerzen, aber vergeblich zur Menschin gewandelt, schließlich zugrunde geht. Mit der Chinesin Yuan Yuan Tan, Solistin des San Francisco Ballet, das 2010 dieses Werk erwarb, erlebt man eine starke Darstellerin für Neumeiers pyschologisch vertieft in freie Bewegung übersetztes Drama einer unerwiderten Liebe. Hier verschmelzen auch Choreographie und Lera Auerbachs zeitgenössische Auftragskomposition zu einer künstlerischen Einheit. Was weniger der Fall ist bei den in veralteter Manier entworfenen Tänzen für Unterwassergeschöpfe, Matrosen, Nonnen und Hochzeitsgesellschaft. Im San Francisco-Ensemble fehlt es zudem an einer europäischen Kultur des Tanzes und des Ausdrucks, was durch Neumeiers langjährigen Ersten Solisten Lloyd Riggins (der Dichter) als Gast umso auffälliger wird. Erklärende Interviews und Probenauschnitte auf einer separaten Bonus-DVD.  gra

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Georg Friedrich Händel und seine Zeit Herausgegeben von Siegbert Rampe 352 Seiten. Geb. € 34,80 ISBN 978–3–921518–93–9

Jacques Offenbach und seine Zeit

John Neumeier: „Die kleine Meerjungfrau“ (C Major)

Herausgegeben von Elisabeth Schmierer 312 Seiten. Geb. € 34,80 ISBN 978–3–89007–248–7

Don Kent, Christian Dumais-Lvowski

Zutiefst ansprechend Mit seinem vollkommen körperlogischen Stil, in dem sich neoklassisches Ballett und der ­Modern Dance der Martha Graham harmonisch fließend vereint haben, mit seinen hochmusikalischen ­jeweils ästhetisch neu überraschenden inzwischen über 100 Stücken, schlägt der Tscheche Jiři ­Kylián seit den 70er Jahren in Bann. Ein Glücksfall, dass der eher interviewscheue Künstler in diesem Filmporträt selbst über die Stationen seiner Karriere redet: von seiner Ausbildung im Ostblock-Prag, über seinen Start als Tänzer und zugleich als Choreograph beim Stuttgarter ­B allett bis zu seiner 24jährigen Direktion des Nederlands Dans Theaters und seiner langjährigen Partnerschaft mit Ehefrau und Tänzerin Sabine Kupferberg. Ab 1999 steht er dem NDT als Choreograph und künstlerischer ­Berater weiter­hin zur Verfügung. Einmalig an Kyliáns ja nie konkret erzählenden Arbeiten ist, dass sie dennoch, ob komisch, ernst oder mystisch dunkel, menschlich zutiefst ansprechen. Was die hier eingefügten Proben- und Stückausschnitte bestens belegen.  gra

Don Kent und Christian Dumais-Lvowski: „Jirí Kylián – Forgotten Memories“ (Arthaus Musik) 27

»Neben detaillierten Betrachtungen von ausgewählten Bühnenwerken Offenbachs bieten dabei gerade die Blicke hinter die Kulissen von Paris ein Panorama, bei dem Champagner, Konspiration, Katerstimmung perfekt harmonierten.« Rondo

Bestellen Sie die Bände einzeln oder nutzen Sie eines der günstigen Paket-Angebote. Infos unter www.laaber-verlag.de

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Laaber


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Der englische Mahler Havergal Brian & „The Gothic“

Midori-Biografie

Riesenkathedrale, deren zweite Abteilung eine gigantisch überhöhte Vertonung des ‚Te Deum’ ist, erst 34 Jahre nach Vollendung uraufgeführt werden. Sie wird allgemein als das am schwierigsten aufzuführende Werke der gesamten Orchester- und Chorliteratur betrachtet, sei es aufgrund der virtuosen Ansprüche an die Instrumentalisten, der schieren Synchronisierung der Massen oder der hochkomplexen A-cappella-Abschnitte der involvierten Chöre. Dieses Magnum opus ist so etwas wie eine abendländische Gesamtschau von der Tudor-Polyphonie bis zu den dissonanten Aufgipfelungen des Expressionismus. Und es funktioniert in markerschütternder Weise: Brian kontrastiert und verschmilzt die divergentesten Stilmittel zu grandioser Verdichtung und schlägt die Hörer in den Bann seiner allumfassenden Vision. Die erste professionelle Aufführung fand 1966 unter Adrian Boult mit dem BBC Symphony Orchestra statt. Dieses historische Dokument ist bei Testament erschienen. Bei den Proms im vergangenen Jahr stemmten vereinte BBC-Kräfte unter Martyn Brabbins die erste Aufführung und Aufnahme des Riesenwerks auf der technischen Höhe unserer Zeit, und das stolze Ergebnis wird bei Hyperion auf einer Doppel-CD präsentiert. Brians weiteres Schaffen – ein Querschnitt findet sich auf der neuen Veröffentlichung seiner Orchesterwerke – ist nicht weniger bemerkenswert und gewinnt noch an Eigentümlichkeit. Christoph Schlüren Foto: Lewis Foreman

Als Anfang der fünfziger Jahre Robert Simpson, leitender BBC-Redakteur und selbst einer der substanziellsten britischen Symphoniker, Werke vernachlässigter Kollegen sichtete, stieß er auf Havergal Brians 1949 vollendete Achte Symphonie. Er war überwältigt von der Originalität und abenteuerlichen Stringenz dieses Werks, das einer anderen Welt zu entstammen schien, kontaktierte den greisen Komponisten und setzte durch, dass jede weitere Symphonie, die dieser schreiben würde, von einem der BBC-Orchester produziert würde. So kam es nicht nur dazu, dass Havergal Brian mit 78 Jahren erstmals eine seiner Symphonien zu hören bekam. Er schrieb tatsächlich 24 weitere Symphonien, die letzten drei mit 91 Jahren! Havergal Brian (1876-1972) ist zwar bis heute ein Geheimtipp geblieben, doch war er weit mehr als der Marathonmann der Symphonik. Es ist nicht übertrieben, in ihm bezüglich visionärer Kraft und orchestraler Fantasie so etwas wie einen englischen Gustav Mahler zu erblicken. Vielleicht die Haupteigenschaft seines Stils ist die völlige Unvorhersehbarkeit der Entwicklung. Alle 32 Symphonien sind Abenteuerreisen voll ständiger Überraschungen, und die wohl größte Überraschung ist dabei seine Fähigkeit, all die Gegensätze und den überquellenden Reichtum, die zentrifugalen Kräfte, stets aufs Neue zu schlüssiger Form zu bündeln. Havergal Brian als Komponistenpersönlichkeit ist ein singulärer Fall in der Geschichte. Überrascht es uns da noch, dass seine 1919-27 entstandene Erste Symphonie, ‚The Gothic’, Eingang ins Guinness-Buch der Rekorde fand, sowohl bezüglich der Länge als auch der Besetzung von etwa 200 Instrumentalisten und etwa 600 Sängern? Natürlich sollte diese gewaltig tönende

Havergal Brian: „Symphonie No. 1 ‚Gothic‘“ (1966, Testament), Havergal Brian: „Symphony No. 1 ‚Gothic‘“ (2011, Hyperion) & ­„Orchstral Music. Vol 2“ (Toccata Classics)

Bücher

Schumann-Noten

Schriftliches übers Wunderkind

Der Schlüssel zur Musik

Als die damals elfjährige Midori am Silvesterabend des Jahres 1982 bei den New Yorker Philharmonikern unter Zubin Mehta debütierte, war sie noch ein kleines Mädchen – doch sie spielte wie eine von den Großen und entzückte die Welt mit ihrem Können. Doch welchen Preis hatte sie dafür bezahlt! Die japanische Geigerin, mittlerweile 41 Jahre alt, bringt nun ihre Autobiographie in einer Neuauflage auf den Markt. Mit blumiger Sprache und ausgesprochen ehrlich erzählt sie die Geschichte ihrer jungen Karriere. Offen spricht sie vom überbordenden Karrieredruck durch die Mutter, von ihrer Magersucht, ihrer Enttäuschung, ihrer Angst und dem Streben nach dem übergeordneten Ziel: perfekt zu werden. Aber auch ihre Liebe zur Musik, ihre Begegnungen mit den großen Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit und ihr Engagement für den Musikernachwuchs finden Raum in diesem spannenden Zeugnis eines wahrlich dem Erfolg unterworfenen Künstlerlebens.  AN

Unter den vier großen Klaviermeistern der zentralen Romantik (also neben Chopin, Mendelssohn und Liszt) ist Robert Schumann der Komplexeste, Rätselhafteste und Grenzgängerischste. Chopin von Tiegerman, Mendelssohn von Perahia gespielt, Liszt ohnehin – das ‚offenbart sich idealerweise von selbst’. Nicht so bei Schumann, da bleiben immer Geheimnisse, Unterund Hintergründe. Und endlich kann hier jeder Interessierte zu einem sehr erschwinglichen Preis in handlichem Format lesend die ganze Vielschichtigkeit mitvollziehen, sozusagen in hieb- und stichfestem Urtext. Sämtliche Klavierwerke Schumanns in einer kompakten Ausgabe, das hat es nie gegeben, und jedem, der Noten lesen kann und sich ein eigenes Urteil bilden will, bietet sich damit eine rundum stimmige Gelegenheit. Woher sollte man nur hörend ahnen, inwieweit die Pianisten überhaupt das machen, was in so verschlungenen Kompositionen wie der „Humoreske“ oder dem ‚Concert sans orchestre’ gefordert wird? Zugreifen, solange dieses attraktive Anbegot besteht!  CS

„Einfach Midori“! Autobiografie (Verlag Henschel) 28

Robert Schumann: Sämtliche Klavierwerke, Urtext-Studienausgabe (6 Bände im Schuber, G. Henle Verlag) www.crescendo.de

Februar / März 2012


Alte Musik

Erik Bosgraaf

Savall & Figueras

Neidhart

Behutsamer Bach

Mediterrane Magie

Gute Musik hängt für Eric Bosgraaf nicht vom Stil ab. Deshalb ist es für den 31-jährigen Holländer kein Widerspruch, gleichzeitig avantgardistische Multimedia-Projekte und Alte Musik zu machen. Auch auf seiner neuesten CD „Johann Sebastian Bach. Concertos for Recorder“ beschreitet er ungewöhnliche Wege. Alle fünf vorgestellten Stücke stammen zwar von Bach. Doch da für diesen Komponisten Bosgraafs Spezialität – die Blockflöte – zwar ein Instrument war, das er quer durch sein Schaffen in verschiedensten Varianten verwandte, dem er aber dennoch kein einziges Konzert widmete, wurden vorhandene Stücke speziell für diesen Holzbläser umgeschrieben. Herausgekommen ist dabei eine behutsame Adaptation, die zum einen von Bosgraafs warmem Klang, zum anderen von seinem harmonischen Zusammenspiel mit dem Ensemble Cordevento profitiert, das sich im 17. und 18. Jahrhundert sichtlich zu Hause fühlt. SdE

Jordi Savall, der Klangmagier der Frühen ­Musik, nimmt uns mit seinem brillanten, stets für akus­tische Novitäten stehenden Ensemble ­Hespèrion XXI mit auf eine Reise durch den Mittelmeerraum der Vergangenheit, seine ­Mythen und Klänge, seine Geheimnisse und ­poetischen Landschaften. Meditative, sinnliche, begehrende Gesänge und Instrumentalimprovisationen ­erzählen von prägenden Zeugnissen unserer Kultur und Ästhetik. Gemeinsam mit dem herblich-süßen, reinen Sopran der im vergangenen November verstorbenen katalanischen Sopranistin Mont­serrat Figuerras, die hier in ihrer letzten Aufnahme zu hören ist, bereisen wir über zwei Stunden lang eine verlorene Welt, die – fernab aller Weltmusikklischees – wieder lebendig wird. In all ihrer Fremdheit, Widersprüchlichkeit, ihren schillernden Farb- und Klanglandschaften. Ein reich illustriertes, 450 Seiten starkes Buch gehört zu den zwei CDs von „Mare Nostrum“, das jedem an den Ursprüngen unseres heutigen Musik­ verständnisses Interessiertem wärmstens empfohlen sei. US

Der Punk des Mittelalters

Erik Bosgraaf, Ensemble Cordevento: „Johann Sebastian Bach – Concertos for Recorder“ (Brilliant Classics)

Über 700 Jahre schlummerte das „Frankfurter Fragment“ des Minnesängers Neidhart in den Archiven und nur selten wurde es zu wissenschaftlichen oder musikalischen Zwecken ans Tageslicht geholt. Nun aber wurde das Fragment, auf dem sechs Lieder mit fünf Melodien enthalten sind, nicht nur hervorgeholt, sondern erstmals als Ganzes eingespielt. Dazu hat Marc Lewon, Experte auf dem Gebiet der mittelalterlichen Musik und Leiter des Ensemble Leones die Fragmente bearbeitet und ­eine spielbare Version geschaffen. Dabei sind die Versionen nicht nur spiel- sondern sogar hörbar. Ob sie sich genauso angehört haben, weiß man nicht. Reizvoll ist es allemal, zu hören, wie der Rebell des Minnesangs, der Punk des Mittelalters, das adlige ­Establishment kritisierte. Denn Neidharts Lieder bestehen aus einer Verballhornung des klassischen Minnesangs. Er übertrug die höfische Szenerie in ein vordergründig dörfliches Milieu. Spannend.  Hä

„Mare nostrum“ Montserrat ­Figueras, Lior Elmaleh, HESPÈRION XXI, Jordi Savall ­(AliaVox)

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Neidhart: „A Minnesinger and His ‚Vale of Tears‘“, Ensemble Leones (Naxos)

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k o l u m n e

Hier schreibt pascal morché

Wagner Von Bayreuth bis beirut Auch unser Kolumnist ist vorbereitet. Sein Motto für die kommenden Jahre: „Ring frei!“ „Den Ring muss ich haben!“ Diesen Stoßseufzer aus Wotans heldenbaritonalen Lungenflügeln tun zur Zeit auch alle Opernhaus-Intendanten. Weltweit! Schließlich lastet ein schwerer Schatten auf der musikalischen Welt: 2013 ist Wagnerjahr. Denn 200 Jahre zuvor „im wunderschönen Monat Mai kroch Richard Wagner aus dem Ei, es wünschten viele die ihn lieben, er wäre lieber drin geblieben“, so dichtete das Geburtstagskind 1855 einmal auf sich selbst. Da der kleine Sachse aus Leipzig aber nicht im Ei blieb, kann es nie zu früh sein sich für’s Wagnerjahr zu rüsten. Und womit? Natürlich mit dem schwersten-hehrsten der Opernliteratur, dem „Ring des Nibelungen“! Man nennt es auch­ „Hype“: Überall steht das gut 16-stündige MusikMonsterwerk aus vier Opern nun auf dem Spielplan: In Detmold ebenso wie an der Met in New York, in Freiburg und in Riga, in Essen und in Seattle; in Hannover und in Paris, Budapest, Valencia, Dessau, Berlin, Hamburg, Mannheim, Wien, München, an der Scala zu Milano und überhaupt allüberall – und in

Bayreuth natürlich auch, dort nächstes Jahr, je einem Künstler zu verabreichen gelunnachdem man dort mit Frank Castorf ei- gen ist. Schon der „Vorabend“ im „Huren­ aquarium“ (zeitgenössische Kritik zum nen halbwegs namedroppenden Regisseur „Rheingold“) verhandelt so banale Themen gefunden hat. wie Geilheit und Hypothekenschulden:­ Es gilt also: Wo Opernhaus draufsteht, da Alberich will Liebe, bekommt sie nicht, ist auch ein „Ring“ drin und der möglichst sieht Gold, und wenn er daraus einen Ring als Neuproduktion. Wer zum Beispiel in Frankfurt wohnt, kann hier das Werk neu- schmiedet, dann: Weltherrschaft. Da sagt er sich in seinem machtgierigen Nachtalbeninszeniert erleben – er kann aber auch die Zwergenhirn: Ich pfeif auf Liebe, WeltherrS-Bahn nach Wiesbaden oder Darmstadt nehmen, um sich dort die vier Teile­ schaft ist besser und Sex gibts dann sowieso on top, denn „listig erzwäng ich mir Lust.“ der Tetralogie reinzupfeifen, zu Gegenspieler Wotan geht’s nicht viel deren Finale die Götter dämmern und die Welt von ei- besser. Auch er kompensiert seine Impotenz: „als junger Liebe Lust mir verblich, ner emanzipierten Frau namens Brünnhilde ab- nach Macht verlangte mein Mut“ und baut gefackelt wird. So um- ein Eigenheim, Walhall, das er aber nicht ringt, müsste man in- bezahlen kann. Macht und Libido – dieses zwischen bei google- Spannungsverhältnis schuf Männern schon vor Dominique Strauss-Kahn Probleme. maps die Entfernung Am Ende vom „Rheingold“ ist die Situzur nächsten Wagner„Ring“-Sing-Stätte einge- ation bereits so verfahren, dass Nacht- und ben können – nebst günstigs- Lichtalben, also Alberich und Wotan sich dringend in neuer Generation verjüngen ter Verbindung. müssen, weil sie selbst aus dem Schlamassel Was aber macht die Faszina­tion dieses Nibelungengrings aus? Ist es sei- nicht mehr herausfinden. Das führt zu viel ne Handlung? Bei der geht es – sehr grob „leuchtender Liebe“ und noch mehr „lachendem Tod“; es führt zu Hagen auf der einen gesagt – einzig um Liebe und Macht. Und und zu Siegmund und Siegfried auf der andafür ist Richard Wagners „Der Ring des deren Seite – und zu weiteren drei Opern: Nibelungen“ die schallendste Ohrfeige ins Gesicht der bürgerlichen Gesellschaft, die „Walküre“, „Siegfried“, „Götterdämmerung“.

„Wo Opernhaus draufsteht, ist auch ein Ring drin.“

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Februar / März 2012


Schenk) oder als artistisches Spektakel „Rheingold“ (1869) und „Walküre“ (1870) am Der „Ring“ ist aber auch eine Para- ­ Münchner Nationaltheater. König Ludwig II.,­ bel auf das kapitalistische Zeitalter: Wer (Fura­dels Baus): Everything goes! Man kann an ihm die komplizierteste Bühnen- der erste, sein ungelebtes Leben mittels der das Gold „besitzt, den sehre die Sorge, und Droge Wagner-Musik kompensierende Fan technik „the machine“ vorführen (Robert wer es nicht hat, den nage der Neid!“ Bei diesem „Sehren und Nagen“ dient die ger- Lepage, Met New York) oder vier verschie- des Komponisten (viele sollten folgen!), bedene Regisseure bemühen (Stuttgart); pein- stand auf diese Vorstellungen. Er wollte­den manische Mythologie nur als Folie zeitlos lich wird’s nur, wenn einem zum „Ring des „Ring“ auch wenn der damals noch nicht bürgerlicher Handlungen, Sehnsüchte und Laster. Die hat Wagner mit tiefenpsycho- Nibelungen“ absolut nichts einfällt (Sven- komplett war. Wer zahlt, schafft eben auch an. Wagner sprach von einer „Fehl­geburt“, Eric Bechtolf in Wien). logischer Präzision bereits erkannt – lange Einer Tatsache muss nämlich jeder In- sollten Teile des Werks einzeln über die bevor sich bei Sigmund Freud in Wien dieBühne gehen: Der „Ring“, eine Ausnahme­ tendant ins Auge sehen: Wagners Werk ist selbe kaputte bürgerliche Gesellschaft auf erscheinung im Repertoirebetrieb, ein bis in die letzte 32stel-Note, bis ins letzte die Couch legte. Fest(spiel), das es nur komplett gibt – auch Und das Schöne am Fortsetzungs- Wort und kleinste Detail ausinterpretiert! thriller „Ring“: Man kann an jeder Stelle­ Außerdem kann man den „Ring“ kürzen, für Könige! Ludwig II. wütete „Frechheit“ und „Theatergesindel“, das zur „Unterin die Story einsteigen, denn Wagner­ werfung“ gebracht werden müsse. baut immer wieder „was-bisherAnzeige „Wollen Sie mein Werk wie ich geschah“-Passagen in die Werke ein es will, – oder: Wollen Sie es nicht so?“ – diese dramaturgischen Rückblicke fragte Wagner, und reiste erbost ab – können, aber – Regie sei gefordert –­ um übrigens mit einem möglichen neumüssen nicht ermüden. Außerdem ist en Sponsor Kontakt aufzunehmen: Er „Der Ring des Nibelungen“ letztlich das wirft sich Kaiser Pedro II. von Brasilien perfekte Werk für Menschen, die mit an den Hals und beauftragt Gottfried klassischer Musik vielleicht wenig zu Semper mit Plänen für ein Festspielhaus tun haben (wollen); ja, die eventuell soin Rio de Janeiro. Der Stararchitekt begar unmusikalisch sind. Klingt ketzekundet, es sei sicher reizvoll „ein Opernrisch, aber: Wagner bedient sich hier des haus für schwarze Menschen zu bauen.“ Setzbaukastens seiner Leitmotiv­technik München ist jedoch „vor“ Bayreuth „die“ streckenweise so banal aufdringlich, eigentliche Wagnerstadt und ein neuer­ dass hörbar wird, wie sehr er der Be„Ring des Nibelungen“ an der Bayerischäftigung an diesem Riesenwerk in sein debüt auf schen Staatsoper ist in der Musikwelt 29 Jahren auch einige Male­überdrüsdeutsche ein singuläres Ereignis zumal bei der sig war. Die, immer wieder variierten grammophon derzeitigen „Ring“-Inflation. Am 4. FeLeitmotive, diese immer wieder neu bruar geht es an der Isar mit „Rheingold“ zusammengeschraubten Melodie-Molos. Dieser „Ring“ verspricht spannend dule nagen sich selbst unmusikalischen (und intelligent!) zu werden, denn im Zuhörern irgendwann derart penetrant Gegensatz zu den „Ring“-Regisseuren, als ein „Fleckerlteppich von winzigen die sich Met, Scala und Wiener StaatsEvergreens“ (Eckhard Henscheid) ins oper gönnten, arbeitet in München ein Ohr, sodass man sich zwangsläufig eiintelligenter Mann: Andreas Kriegenner gewissen „Ratequizigkeit“ ertappt. burg. Es ist für ein Opernhaus auch Permanente „Aha, Schwertmotiv!“-, Prestige, den „Ring“ zu stemmen, denn „Aha, Fluchmotiv!“-Erlebnisse sorgen der „Ring“ wird immer „gestemmt“: fiso für Eingängigkeit und Kurzweil. chatschaturjan & barber violinkonzerte nanziell, technisch, logistisch, interpreEine weitere Faszination: Regisseulondon symphony tatorisch sind die Anstrengungen gire können mit dem „Ring des Nibelunorchestra gantisch. Deshalb wird dieses Werk von gen“ alles, wirklich alles machen. Und kristjan järvi Intendanten leider nicht nur aus Notwww.mikhailsimonyan.de da dieses Werk weniger Oper als Thewendigkeit, sondern, gerade an kleiater mit Musik ist, bleibt es ein gefunnen Häusern, auch aus Eitelkeit gespielt. denes Fressen für SchauspielregisseuNur: Der Intendant, der den „Ring“ auf re. Alle Sichtweisen auf den „Ring“ sind Simonyan_58x126_Cresc_02.indd 1 16.01.12 17:48 den Spielplan setzt, den „sehre die Sorge“, wie es Katharina Wagner 2013 in Buenos möglich: Kapitalistisch-faschistisch-marxistisch-futuristisch-historisch-mythologisch- Aires vorhat; man spielte ihn schon als Ma- dass er das Werk besetzen kann. Und wer ihn nicht spielt: „den nage der Neid“. rathon 16 Stunden lang pausenlos (Gustav artistisch-feministisch  ... schließlich: „die Um dem weltweiten Wagnerwahn zu Emanzipation des Weibes geht nur unter ek- Kuhn in Erl) oder liess sämtlichen Gesang weg („Ring ohne Worte“, Lorin Maazel). entgehen, ein Tipp: Zum 1913 gedrehten statischen Zuckungen vor sich“, so Wagner Das Werk ist geduldig und erträgt alle Miss- Stummfilm über das Leben Richard Wagam Abend seines Todes in Venedig. ners bekam der Stummfilm-Komponist Und man sah auch schon alles: „Wal- verständnisse. und Busoni-Schüler Giuseppe Becce die Die gab es schon zur Uraufführung hall ist Wallstreet“ (Wieland Wagner), der der „kompletten“ Tetralogie 1876: Teile der Anweisung „wagnerähnliche Musik“ zu „Ring“ als Starwars-Abklatsch, als Märchen (Peter Hall), als Zeitkritik des 19. Jahrhun- „Ring“-Dekoration wurden damals nach Bei- komponieren, da sonst Tantiemen für Bayreuth fällig wären. Das Ergebnis ist köstrut verschifft, weil man das mit Bayreuth derts (Patrice Chéreau); Hagen als SS-Mann lich, kratzt immer haarscharf am Plagiat und Siegfried als blonde Bestie mit Teddy- verwechselt hatte und wenig später liess sich bär; Wotan auf der Eckbank am Küchen- Kaiser Wilhelm das Donner-Motiv als Auto­ vorbei und hat den schönen Titel „Wagner-­ hupe montieren. Ein (größeres) Missver- Vermeidungsmusik“.  tisch; Brünnhilde als Tankgirl; der „Ring“ als n ständnis waren aber die Uraufführungen von Pappmaschee-Weihnachtsmärchen (Otto

two souls

DG CD 477 9827 · © Mathias Bothor / DG

mikhail simonyan

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r e s o n a n z

Rätsel des klassischen alltags Was verbirgt sich hinter diesem Text? Da, wo ich bin, ist die Liebe. Und die Gier. Und der Neid. Und der Betrug. Und die Missgunst. Da, wo ich bin, ist das Gold. Und der Schatz. Und der Ring. Ja, der Ring! Der Eine, der Wunderbare. Der, der endlose Macht verleiht. Aber nur demjenigen, der der Liebe entsagt: „Nur wer der Minne Macht entsagt, nur wer der Liebe Lust verjagt, nur der erzielt sich den Zauber, zum Reif zu zwingen das Gold.“ Und wo ich bin, geht es natürlich – wie so oft – auch um Mord und Totschlag. All dem, gebe ich den richtigen, den einmaligen Klang. Denn nur dafür wurde ich von dem Mann, dem Komponisten erdacht und erschaffen. Eigens für diese Geschichte. Ich bin der Gott. Der Zwerg. Der Riese. Dabei ist mein Name weitaus imposanter als meine Gestalt. Zudem ist er etwas irreführend. Denn er hält nicht ganz, was er verspricht. Mein Name besteht aus zwei Teilen – und bei beiden denkt der Hörer unwillkürlich an etwas Großes, Imposantes und Gewaltiges. Dabei bin ich vom Aussehen doch recht gewöhnlich, man könnte sagen: Verglichen mit meinem Namen bin ich fast ein bisschen unscheinbar. Man könnte mich sogar leicht verwechseln, mit zwei nahen Verwandten. Vom einen habe ich das Aussehen, vom

anderen das Mundstück. Ich bin nicht dies, ich bin nicht das, ich bin irgendetwas dazwischen. Aber, aufgepasst: Ich gelte als eigenständig! Und dennoch fühle ich mich allein selten so recht wohl, ich mag die Gesellschaft. Mich gibt es also immer nur im Satz. Und wenn`s ihnen hilft, hier noch ein Stichwort: linksgriffig! Mein Schöpfer war damals, wir schreiben das Jahr 1851/52, auf der Suche nach einem besonderen Klang: heroisch sollte er sein, feierlich und würdevoll. Er komponierte gerade ein neues Stück. Vier Teile, zig Stunden. Doch für den Klang, der ihm vorschwebte, gab es kein Ins­trument. Ein gewisser Vaclav Frantisek Czerveny und Adolphe Sax machten es am Ende möglich. Denn der eine hatte ein Instrument erfunden mit Namen „Cornon“; und der andere war nichts weniger als der Erfinder der Saxophone – und der Saxhörner. Mein Erfinder wiederum nahm einfach von beiden etwas: vom einen das Mundstück, vom anderen die Mensur. Et voilà, ich war geboren! Mit der Zeit sind auch andere Komponisten auf meinen Geschmack gekommen. So zum Beispiel der liebe Richard Strauss oder Igor Strawinsky für sein „Le Sacre du Printemps“. Oder Bruckner, Puccini, Holst, Mussorgsky …

rätsel lösen – und „Antonin Dvořák: Masterworks“ gewinnen Wenn ­Sie die Antwort kennen, dann schreiben Sie Ihre Lösung unter dem Stichwort „Alltags-Rätsel“ an die crescendo-­Redaktion, Senefelderstraße 14, 80336 München oder per E-Mail an redaktion@crescendo.de. Unter allen richtigen ­Einsendungen verlosen wir dreimal je eine DVD-Box ­„ Antonin Dvořák: Masterworks“ – u.a. mit Mischa Maisky, Jiři Bělohlávek und dem Prager Symphonieorchester (Arthaus). Einsendeschluss: 20. Februar 2012. Viel Glück! Die Gewinner unseres letzten Alltagsrätsels sind Theresia Jahn, Astrid Happ, Torsten Thumstädter, Gerhard Dresselhaus, Martin-Christoph Dieterich, Werner Wild, Michael Krause, Vera Staats, Beate Uhl und Ernst von Engelbrechten. Herzlichen Glückwunsch!

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Der Maestro

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(1803-1869) à sa maitresse“ Berlioz des Abruzzes du Louvre, Marc Minkowski Hector .......... 06:17 d’un montagnard 16“ Les Musiciens „Sérénade en Italie, op. aus: „Harold 01:59 ................................................................................................................................................................ (1809-1847) (Naive 9622472) BartHoldy (Avi 8553222) ............................................... Huber Ziesak, Gerold Felix MendelssoHn in Ruh“ Ruth „So schlaf 42“ (1824-1910) a-Moll, op. 05:01 carl reineckeund Violoncello Klavier – Intermezzo. (MDG 603 1661-2) .......................................................... „Sonate für non troppo Connie Shih II. Lento ma Manuel Fischer-Dieskau, (1786-1826) op. 74“ WeBer Nr. 2 Es-Dur, Symphoniker – Maria von 06:44 10 carl für Klarinette und Orchester Steffens, Bamberger ............................................. (Tudor 7159) „Konzert Andante. Karl-Heinz Radoslaw Szulc II. Romanza. Staatsphilharmonie, (1756-1791) Bayerische Mozart 02:11 aMadeus New Siberian Singers, The .................................................................................. 11 WolFgang (Alpha 178) K626“ II. Kyrie. „Requiem Teodor Currentzis MusicaAeterna, 02:26 von Paul Hillier. der Bearbeitung .......................................................................... 12 anonyMus Volksweise in Mundi HMU807565) „Andachtsjodler“, (Harmonia des Ars Nova Copenhagen 04:34 (1818-1893) 900114) ........... gounod Dei. Chor und Symphonieorchester (BR Klassik 13 cHarles VII. Agnus Dijkstra, Mariss Jansons Peter „Cäcilienmesse“ Rundfunks, Bayerischen

crescendo premium – das KlassiKmagazin Jahrgang 14 ausgabe 7_2011 dezember 2011 / Januar 2012

Betreff: Advent, Advent ... Sehr aufmerksam und erfreut habe ich wieder das „crescendo“-Dezember-Heft durchgelesen und fand Ihre beigelegte CD diesmal besonders schön. Dafür herzlichen Dank. Doch schier einen Schock bekam ich, als ich auf Seite 31 im Artikel Advent, Advent ... ­lesen musste, dass die Bamberger Symphoniker nach Unterfranken verlegt wurden. Ich als gebürtige Oberfränkin muss da natürlich heftig protestieren. Bamberg liegt in OBERfranken und wir sind natürlich alle sehr stolz auf unsere „Errungenschaften“, neben den Bayreutheroder auch den Luisenburg-Festspielen noch ein so weltbekanntes Orchester präsentieren zu können. Es ist nicht so dramatisch, aber vielleicht sollte man es doch weitersagen? Jutta Luksch, per Mail, wahrscheinlich aus OBERfranken.

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Die Anmerkungen und Anregungen zur vergangenen Ausgabe

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harald SErafin Ein Gläschen Sekt mit dem Operetten-Maestro

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fabio luisi

Der Italiener könnte als Nachfolger von James Levine die Metropolitan Opera erobern. Wir haben ihn in New York begleitet. ThEMA: KIRChEnMUSIK • 750.000 Laienmusiker – die Kirchen sind eine Großmacht der klassischen Musik

Betreff: Kolumne von PM Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe gerade die wunderbare Kolumne von Pascal Morché zu Weihnachten und Klassik im aktuellen crescendo-Heft gelesen. Die Kolumne spricht mir aus dem Herzen. Gibt es diese Kolumne auch online? Ich würde gerne Bekannte darauf hinweisen. Michael Wanner, per Mail • Johann Sebastian Bach, der Komponist des Herrn b47837 Jahrgang 14 / 07_2011

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7 Hector Berlioz (1803-1869) „Sérénade d’un aus: „Harold montagnard des Abruzzes en Italie, op. 16“ Les Musiciensà sa maitresse“ (Naive 9622472) .......................................................................................................................................................................... du Louvre, Marc Minkowski 8 Felix MendelssoHn „So schlaf in 06:17 BartHoldy Ruh“ Ruth Ziesak, (1809-1847) Gerold Huber (Avi 8553222) 9 carl reinecke harald SErafin ............................................... „Sonate für Klavier (1824-1910) 01:59 und Violoncello Ein Gläschen Sekt mit II. Lento ma a-Moll, op. 42“ non troppo – dem Operetten-Maestro Intermezzo. Manuel Fischer-Dieskau, Connie Shih (MDG 603 1661-2) 10 carl Maria .......................................................... von WeBer „Konzert für 05:01 (1786-1826) Klarinette und Pahud II. Romanza. OrchesterEmmanuEl Nr. 2 Es-Dur, Andante. Karl-Heinz op. 74“ Bayerische Staatsphilharmonie, Steffens, DerBamberger Flötist verneigt sich Symphoniker Radoslaw Szulc – 11 WolFgang (Tudor 7159) vor musikalisch ............................................. „Requiem K626“ aMadeus Mozart Friedrich dem Großen06:44 (1756-1791) MusicaAeterna, II. Kyrie. The New Siberian Teodor Currentzis Singers, (Alpha 178) .................................................................................. 12 anonyMus „Andachtsjodler“, 02:11 Volksweise in Ars Nova Copenhagen der Bearbeitung von Paul Hillier. (Harmonia Mundi HMU807565) 13 cHarles .......................................................................... gounod (1818-1893) „Cäcilienmesse“ 02:26 VII. Agnus Dei. Bayerischen Chor und Symphonieorchester Rundfunks, Peter Dijkstra, des Mariss Jansons

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g e s e ll s ch a ft

Die teuren Instrumente gehen in speziell angefertigten Kisten auf Reise.

Gute Fahrt Heute Mailand, morgen New York. Wir haben uns in die Katakomben des Leipziger Gewandhauses geschmuggelt und beantworten eine simple Frage: Wie reisen eigentlich die vielen wertvollen Instrumente? von Michael Sellger

Zehn-Millimeter-Sperrholz, finnische Birke, verleimt, beschichtet, metallbeschlagen: „Die kriegt man nicht kaputt“, sagt Lothar Petrausch und klopft auf die mannshohe Instrumentenkiste neben sich. Der 62-Jährige – blaue Arbeitshose, Gürteltasche, schwarzes T-Shirt –­ ist einer der wichtigsten Mitarbeiter des Leipziger Gewandhausorchesters, er ist der Herr der Kisten und Hüter der Instrumente. Denn wenn das Ensemble in Tokio, New York oder London gastiert, stünde es ohne Instrumente auf der Bühne, gäbe es Orchesterwart Petrausch und seine Kisten nicht, die hier im Kellerraum des Gewandhauses dicht zusammengedrängt auf ihren nächsten Einsatz warten. Wie viele Kilometer diese Kisten Jahr für Jahr zurücklegen, kann sein Vorgesetzter nur schätzen: „Das bewegt sich im fünfstelligen Bereich“, sagt Gewandhausdirektor Andreas Schulz. Er ist für das Orchester, was Petrausch für die Instrumente ist: Eine Art Reise­begleiter, der die Musiker vom Flughafen bis zum Hotel betreut. Als Intendant plant er die Tourneen mit einem Vorlauf von vier bis sechs Jahren. Er muss prestigeträchtige Konzerthäuser wie die ­Carnegie Hall mit Auftritten in kleineren Häusern verbinden, die meist rentabler sind und so zur Finanzierung der Reise beitragen. „Erst wenn das alles geklärt ist, kümmern wir uns um inhaltliche Fragen wie das Programm und die Solisten“, sagt Schulz. Die Logistik organisiert er etwa ein Jahr vor Tourneebeginn, „wir planen Reisezeiten und den Weg zwischen den Konzertorten.“ Der Weg zwischen den Bühnen birgt zuweilen Gefahren. Das hat der Gewandhausdirektor vor sechs Jahren erlebt. Damals spielte das Orchester im Coliseu dos Recreios in Lissabon, für den über34

nächsten Tag war ein Auftritt in der Frankfurter Alten Oper vorgesehen. „Wir hatten 36 Stunden, um die Instrumente auf dem Landweg von Lissabon nach Frankfurt zu schaffen“, erinnert sich Schulz, „doch dazwischen lagen die verschneiten Pyrenäen.“ Fast zweieinhalbtausend Kilometer quer durch Portugal, Spanien, Frankreich und Deutschland mit dem LKW – das damalige Transportunternehmen kapitulierte. Schulz wandte sich dann an das Logistik­ unternehmen DHL. Dort versprach man, bei Verzögerungen in den Pyrenäen­ein Flugzeug nach Südfrankreich zu schicken. Schulz willigte ein, das Konzert in Frankfurt fand statt. „Das konnte natürlich keine lokale Spedition so anbieten“, sagt er. Gewandhaus und DHL arbeiten seither zusammen. Inzwischen ist das Unternehmen globaler Logistikpartner des Orchesters und nutzt diese Zusammenarbeit auch als Marketingplattform. Doch noch immer ist es Sache des Orchesterwartes, dass etwa 120 Instrumente, von der Oboe bis zur Celesta, ihre Reise sicher überstehen. In den Tagen vor Tourneebeginn verstauen die Musiker ihre Instrumente in großen Kisten, die Petrausch zuvor vom Keller in die Flure des Personaltraktes geräumt hat. Fortan stehen die Instrumente unter seiner Obhut. Instrumente, mit denen ihre Besitzer ungezählte Stunden verbracht haben, die existenzielles Werkzeug und Teil ihrer musikalischen Persönlichkeit sind. Doch die Musiker vertrauen Petrausch. Er ist in Leipzig geboren und aufgewachsen, ein ruhiger Mann, der ein sehr sanftes und verbindliches Sächsisch spricht. Seit 37 Jahren macht er diesen Job, „nur zwei oder drei Orchestermitglieder sind noch länger da als ich.“ Es hat in der DDR www.crescendo.de

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nicht viele gegeben, die so regelmäßig ins Ausland reisen durften, Kollegen sie behutsam auf den LKW der Spedition, „fast wie rohe wie er es tat. „Ich dachte nie daran, nicht mehr zurückzukehren“, Eier“, sagt er. „Das Gewandhaus vertraut uns Werte von mehreren Millisagt Petrausch, „ich konnte ja in der Weltgeschichte rumreisen.“ Er hat die Gewandhauskapellmeister Kurt Masur und Herbert Blom­ onen Euro an, da überlassen wir nichts dem Zufall“, sagt Andreas Lenz, Geschäftsführer von DHL Trade, Fairs & Events. Darum stedt miterlebt, derzeit dirigiert Riccardo Chailly. Wenn das Orchester zu einer Auslandstournee aufbricht, geht steuern auch speziell ausgebildete DHL-Fahrer den LKW. Dieser ist noch mehr mit auf die Reise als nur Instrumente. Petrausch öffnet nicht mit protziger Reklame des Gewandhauses beklebt, stattdessen eine der schwarzen Kisten im Keller. „Die gehört dem Maestro“, sagt wirbt er für ein fränkisches Bier, nichts lässt auf die sechs Tonnen er. In dieser Kiste werden die Noten transportiert, doch im Fach Hochkultur an Bord schließen. Der Laderaum ist klimatisiert, unganz oben liegt ein Dutzend verpackter Kämme. Kämme fürs Haar? abhängig von der Außentemperatur herrschen im Innern immer 18 „Ja, die sind für den Chef, falls die Haare nach dem Konzert arg bis 20° C. Der Transport werde dauernd überwacht und die Reisedurcheinander sind.“ Für Chailly ist indes noch eine weitere Kiste stationen dem Gewandhaus mitgeteilt, sagt Lenz. Wenn der LKW reserviert, in ihr könnte auch eine Pauke Platz finden, so groß ist sie: sein Ziel erreicht, ist der Orchesterwart bereits vor Ort, um auszu„Wir nehmen auch Pult und Podest des Dirigenten mit ins Ausland, packen und die Bühne aufzubauen. In knapp vier Jahrzehnten ­habe damit der Chef immer auf der richtigen Höhe ist“, sagt Petrausch es keine größeren Zwischenfälle gegeben, kein Konzert musste wezweideutig. Auch Fräcke, Hemden und Schuhe reisen mit den Ins­ gen fehlender oder beschädigter Instrumente abgesagt werden. Drei Jahre noch, dann geht Petrausch in den Ruhestand, „die trumenten, verpackt in kleiderschrankgroßen Kisten. Wenn alle Instrumente abgegeben wurden, sind 80 bis 110 Kisten gepackt. Der Musik, die Reisen, das Orchester, das alles wird mir fehlen“, sagt er Preis dieser Kisten liegt bei mehreren Tausend Euro, Spezialanfer- und verschließt die Tür zum Keller. „Das einzig Gute ist, dass ich tigungen von Wiener und Leipziger Handwerkern, innen gefüttert dann mit kleineren Koffern verreisen kann.“  n crescendo 02_2012 Naxos Schubert-edition 16.01.2012 18:55 Uhr Seite 1 und weitgehend stoßfest. Trotzdem verladen Petrausch und seine

8.503802

Fotos: Deutsche Post DHL; Gewandhaus zu Leipzig

Erst wenn alle ihre Instrumente heil wieder haben, ist Lothar Petrausch (rechts unten) glücklich.

Jetzt komplett auf 38 CDs

Deutsche Schubert-Lied-Edition • • • • • • •

Einzige deutsche Gesamtedition Ca. 700 Lieder plus alternative Versionen, Raritäten und Fragmente Ausschließlich muttersprachliche Interpreten Sämtliche Liedtexte unter www.naxos.com/schubert_lied_edition.htm In Zusammenarbeit mit den Autoren der neuen Schubert-Gesamtausgabe Nach neuesten Erkenntnissen der Internationalen Schubert-Gesellschaft Eine Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk, DRS Zürich, SWR, SFB www.naxos.de www.classicsonline.com Bestellen Sie unseren wöchentlichen Newsletter unter: info@naxos.de


g e s e ll s ch a ft

Die Nobelpreise der Musik Wettbewerbe gelten in der klassischen Musik als Qualitätsmerkmal. In unserer Serie stellen wir Ihnen einige wichtige vor. Diesmal: die höchstdotierten! von Friederike Schön

Tatsächlich gibt es ihn noch nicht, den Nobelpreis für Musik. Aber wie lange noch? Eine Reihe weltberühmter Stiftungen behauptet für sich, einen „Nobelpreis“ für Musik zu vergeben. Diese Stiftungen setzen sich in zweierlei Hinsicht von anderen Preisen ab: Ihre Dotierung übersteigt bei weitem das Maß aller anderen Preise – allen voran der Birgit Nilsson Preis mit einer Million Dollar Preisgeld zur freien Verfügung! Nicht weniger Wind

Serie

Wettbewerbe

machen Stiftungen wie diese um die Wahl der Jury, der Kandidaten und erst recht die Zeremonie, bei der die Ehrung dem oder der Auserwählten zuteil wird. Auch auf diesem Parkett war es Opernlegende Birgit Nilsson, die es verstand, dem „Nobelpreis der (klassischen) Musik“ den nötigen Touch Glamour einzuhauchen: Sie selbst bestimmte kurz vor ihrem Tod den ersten Gewinner. Erst nach über drei Jahren aber wurde das Geheimnis gelüftet.

wichtige Musikpreise

Ernst von Siemens Musikpreis

Birgit Nilsson Preis

Polar Music Price

Marie-Josée Kravis Prize for New Music

Gründung

1972 von Ernst von Siemens gegründet, verleiht die gleichnamige Stiftung jedes Jahr einen Geldpreis an einen Komponisten, Interpreten oder Musikwissenschaftler – den „Nobelpreis der Musik“, wie er gern tituliert wird. Vergeben wird der Ernst-von-SiemensMusikpreis nach dem Willen des Stifters von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Die 2005 verstorbene Sopranistin Birgit Nilsson hatte kurz vor ihrem Tod diesen Preis ins Leben gerufen. Er soll im Rahmen ihrer Stiftung alle zwei oder drei Jahre einen überragenden klassischen Sänger/in, einen Opern- oder KonzertDirigenten/in oder eine ganze Institution (Opern Ensemble, Chor oder Orchester) ehren. Die offizielle Gründung des Preises fand 2008 in Stockholm statt.

Der schwedische Musikpreis des Komponisten und Lyrikers Stig Anderson (seine Produktionsfirma Polar Music vertrat ABBA) reklamiert den Titel des inoffiziellen Nobelpreises der Musik für sich! Anderson spendete bereits 1989 42 Millionen schwed. Kronen für den Musikpreis; gegründet im Jahr 1992, wird dieser jährlich aus der Hand des schwedischen Königs verliehen.

Lange Jahre hat das (Milliardärs-) Unternehmerpaar Henry und Marie-Josée Kravis die Neue Musik und das New Yorker Philharmonic unterstützt; mit einer Spende von 10 Mio. US-Dollar gründete Henry R. Kravis dann 2009 den Kravis Preis für Neue Musik – zu Ehren seiner Frau; er wird alle zwei Jahre verliehen und zeichnet herausragende kompositorische Leistungen auf dem Feld der Neuen Musik aus.

Dotierung

200.000 Euro. Daneben vergibt die Stiftung Förderpreise im Wert von bis zu 2,72 Mio. Euro für Projekte weltweit: Kompositionsaufträge, Konzerte, pädagogische und wissenschaftliche Projekte sowie Festivals.

Eine Million US-Dollar. Vergeben wird der Preis von einem Stiftungskomitee und einem externen, alle drei Jahre wechselnden Expertenkreis; der Preis kann auch geteilt und an zwei Personen verliehen werden, aber niemals zweimal an dieselbe Person.

Der mit einer Million schwedische Kronen dotierte Musikpreis (ca. 110.000 Euro) wird in der Regel gleich zweimal (2001 gab es mit Burt Bacharach, Robert Moog und Karl-Heinz Stockhausen sogar drei Gewinner) verliehen – je an einen Popkünstler und einen klassischen Musiker.

Der Preis ist mit 200.000 US-Dollar und einem Kompositions­auftrag für die New Yorker Philharmoniker dotiert.

Bedingungen

Der Gewinner sollte Herausragendes für die Musikwelt geleistet haben, für Experten gilt der Preis als so etwas wie ein Mahnmal für die Beschäftigung mit Neuer Musik, Musik jenseits des Mainstreams; den Sieger wählt das Stiftungskuratorium, zu dem namhafte Größen der Musik gehören.

Der 2011-Gewinner wurde neben dem festen Stiftungsgremium von einer internationalen Expertenjury ausgewählt: darunter etwa Eva Wagner-Pasquier, der Präsident der Wiener Philharmonie Clemens Hellsberg oder der englische Opernkritiker Rupert Christiansen.

Das Preiskomitee wird von der Königlich Schwedischen Musikakademie bestimmt, besteht aus 12 Experten der internationalen Musikszene; das Komitee spricht selbst Nominierungen aus, die Mitglieder gehören den großen internationalen und schwedischen Musikerverbänden und Musikverwertungsgesellschaften an.

Der Preisträger wird von einem Komitee aus hochrangigen Vertreter aus Wirtschaft und Kultur sowie führenden Künstlern bestimmt, die dem New York Philharmonic nahestehen, derzeit gehören ihm u.a. GMD Alan Gilbert, Pianist Emanuel Ax, Geigerin Midori und „Composer in Residence“ Magnus Lindberg, an.

Einige Gewinner

Unter den bislang 38 Preisträgern waren Benjamin Britten, Mstislaw Rostropowitsch, Hans Werner Henze, Helmut Lachenmann (jetzt selbst Jurymitglied), Daniel Barenboim und 2007 der britische Komponist Brian Ferneyhough.

Im Frühjahr 2009 erfuhr Plácido Domingo, dass er der erste Gewinner ist. Der Sänger erhielt den Preis in einer feierlichen Zeremonie am 13. Oktober 2009; der italienische Stardirigent „Maestro“ Riccardo Muti wurde zum gefeierten Preisträger 2011.

2000 ergab sich z.B. das interessante Duo Bob Dylan und Isaac Stern; Keith Jarrett erhielt den Preis 2003 allein, da er nicht nur als Jazz-Pianist, sondern auch als Klassik-Interpret Musikgeschichte schrieb; erster Preisträger war Paul McCartney.

Der französische Komponist Henri Dutilleux ist am 7. Dezember 2011 im Hotel Plaza Athénée in Paris als erster Künstler mit dem Kravis Prize ausgezeichnet worden.

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FÜR ALLE, DIE WISSEN, DASS „GROSSE STIMMEN“ AUCH AUF KLEINEN SCHEIBEN GROSSARTIG KLINGEN.

MALIA "Black Orchid" Nina Simone - Klassiker in eindrucksvoller Interpretation! CD EUR 14,99

KLAUS FLORIAN VOGT "Helden" Der Heldentenor unserer Zeit bestaunt wie eine Naturerscheinung! CD + DVD EUR 15,99

KLASSIK JAZZ LOUNGE. Musik für den gehobenen Anspruch. In Ihrem SATURN Theresienhöhe. Saturn Electro-Handelsgesellschaft mbH München / Theresienhöhe / Schwanthalerstraße 115 / 80339 München

NINA SIMONE "Complete RCA Albums Collection" Die Sängerin der Bürgerrechtsbewegung mit dig.rem. Alben (1966-73) 9 CD-Box EUR 27,99


l e b e n s a r t

Kopenhagen ... aus der Sicht eines Musikers Die moderne dänische Hauptstadt ist ebenso königlich wie entspannt – und strotzt vor Kultur! Der Opernsänger Johan Reuter führte unsere Autorin durch seine Heimatstadt und zeigte ihr seine (nicht nur musikalischen) Lieblingsplätze.

Fotos: Bob Coat, Sarah Mikus

VON ANNA NOVÁk

Eine der entspanntesten europäischen Hauptstädte: Kopenhagen mit Altstadt (links oben), dem 2008 eröffneten neuen Schauspielhaus (oben rechts), dem Neuen Königlichen Opernhaus und dem beliebten Touristenviertel Nyhavn.

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Auf der Bühne ein Star, aber auch ein exzellenter Stadtführer: Johan Reuter mit Autorin Anna Novák in KØbenhavn

J

uhuuu“, schallt es am Ufer der Kopenhagener Insel Holmen. Opernhaus auch das Schauspielhaus („skuespilhuset“) schräg geJohan Reuter kommt winkend auf seinem Fahrrad ange- genüber auf der anderen Seite des Kanals. In ferner Zukunft sollen braust. Der Bariton – nordischer Typ: blond, bärtig, strah- die beiden Stätten durch eine Brücke verbunden werden, sodass die lend eisblaue Augen – springt gut gelaunt vom Sattel und Kunstinteressierten zu Fuß von der Musik zum Theater schlendern schließt seinen Drahtesel am Geländer an. „Hier braucht können. Bisher bringt der „Havnebussen“, ein kleines Boot mit beman kein Auto, ich mache alles mit dem Fahrrad – ich hab nicht quemen blauen Polstersitzen, die Besucher übers Wasser. „Die Brücke wäre schon gut“, findet der Sänger, „dem Stadtmal einen Führerschein“, sagt er und lacht. Gemeinsam mit Sarah, der Fotografin, spazieren wir zu dritt zum Bühnen­eingang des neu- teil Holmen fehlt noch die ordentliche Anbindung an den Rest von en Opernhauses, dem Stolz der Stadt. Was für ein Gebäude! Als wir Kopenhagen“. Tatsächlich ist es erstaunlich ruhig auf der „Kulturnähertreten, öffnet sich langsam, ganz langsam, die elektrische Ein- Insel“. Wo am Abend vorher noch die Opernbesucher, dick eingepackt in schicken Mänteln, dem rauen skandinavischen Wind trotzgangstür. Reuter sagt, es sei die langsamste Tür Kopenhagens. Dann sind wir drin. Und das mit einem echten Insider. Denn ten, sind wir an diesem Morgen die einzigen, die herumschlendern unser Stadtführer gehört zum Ensemble der Königlichen Oper. 2005 und sich die Gegend anschauen. Fast fühlt es sich an, als wäre das ist er mit seinen Kollegen vom alten ins neue Opernhaus umgezo- Opernhaus noch ein kleiner Geheimtipp. „Klar hat der Besuchergen. Das Gebäude, an dem vier Jahre gebaut wurde, beherbergt eine strom seit der Eröffnung etwas nachgelassen“, erklärt Johan, „am der modernsten Opernbühnen der Welt. Der zuständige Architekt Anfang wollten alle das neue Gebäude sehen. Aber auch jetzt komHenning Larsen kombinierte verschiedene geometrische Formen: men die Leute noch. Wir haben in Kopenhagen so viele Konzerthäuser, auch so viele neue – aber es funktioniert. Die Menschen Das spektakuläre, weit über den Eingang herausragende Dach kommen, um gute Oper zu hören.“ bedeckt den rechteckigen Teil des Opernhauses, in dem Und nicht nur die „Menschen“! Auch das däsich die gesamte Bühnentechnik befindet: Die däninische Staatsoberhaupt beehrt die Kopenhagener sche Nationaloper wartet mit immerhin fünf beKulturinstitutionen regelmäßig mit ihrem Bespielbaren Seitenbühnen auf! Daran angeschlossuch: „Die Königin liebt die Oper“, verrät Johan. sen ist der halbrunde Vorbau mit Foyers auf vier Sie habe ein Faible für spätromantische Oper. Ebenen. Über Brücken gelangen die ZuschauSo ist es kaum verwunderlich, dass im Reperer in den eigentlichen Saal, der ähnlich einer toire der „operaen“, wie die königliche Oper russischen Matroschka-Puppe wie ein Gebäuauf dänisch genannt wird, auch eben dieser de im Gebäude angelegt ist. Von außen in geSchwerpunkt zu beobachten ist. „Wenn du das deckten Pastelltönen gehalten, blüht das OpernOrchester fragst, was sie am liebsten spielen, dann haus innen farblich auf: Das warme Rotbraun der sagen sie dir: ‚Wagner und Strauss‘. Auch weil die „Bühnen-Nuss-Schale“ trifft eine kräftige blaue Königin es mag.“ Die Opernliebe von Margrethe II., ­Deckengestaltung. Die großen Kugel-Leuchten aus die gerade ihr 40. Thronjubiläum gefeiert hat, geht sogar buntem Glas sind wirkliche Hingucker. ein erstaunliches Stück weiter: „Sie hat den ‚Ring des NibelunReuter liebt diese Stätte, aber vor allem liebt er seine Stadt. Er ist in Kopenhagen geboren, aufgewachsen und nun lebt er hier gen‘ schon mehrfach gesehen. Komplett!“ Und: Ihre Königliche Homit seiner Familie – zwischendurch jettet der Opernsänger regel- heit hat für eine Ballettinszenierung die Kostüme entworfen. Johan: mäßig durch die Welt, singt an der Wiener Staatsoper, gastierte „Wir nennen uns nicht nur Königliches Theater – wir sind es auch!“ Auf der anderen Seite des Wassers angekommen, spazieren wir bei den Bayreuther Festspielen, liebt die Covent Garden Opera in London.­Im April debütiert er an der Met in New York. „Nach Ko- zu Fuß weiter durch Kopenhagen. Vorbei am Schauspielhaus, ebenpenhagen komme ich aber immer wieder zurück. Ich möchte nir- falls neu (2008 eröffnet) und ebenfalls direkt am Wasser. Im Somgendwo anders leben.“ Die dänische Hauptstadt sei kein Riese, sagt mer kann man am dazugehörigen „Ofelia Beach“, einer mit Sand aufgeschütteten Strandbar, in der Sonne sitzen und den Blick auf er, „aber es gibt hier alles“. Doch nicht nur die Architektur der Königlichen Oper ist et- die Oper genießen. Auch das Schauspielhaus fällt durch seine bewas besonderes. Auch die Tatsache, dass das Opernhaus privat fi- sondere Architektur auf: Die gläsernen Fronten im zweiten Stock nanziert und dem dänischen Staat gestiftet wurde. Der dänische strahlen Abends hell beleuchtet übers Wasser, während der Rest des Reeder Arnold Peter Møller übernahm mit seiner Stiftung die Kos- Gebäudes in dunklen Tönen gehalten ist. Johan Reuter schwärmt ten und bescherte Kopenhagen damit eine bedeutende Kulturstätte.­ von einem für Künstler nicht unwichtigen Detail: „Das Haus hat Schöne Insider-Information: Møllers Büro liegt direkt gegenüber spektakuläre Garderoben!“ Dann geht es Richtung Innenstadt, vorbei am Königlichen der Oper, sodass der mittlerweile 97-Jährige jeden Tag auf „sein“ Werk herüberblicken kann. „Das mag ich so sehr an Kopenhagen“, Palast Amalienborg – die Fahne weht auf dem Dach, die Königin sagt Johan, „manchmal nehmen einzelne Personen einfach was in ist also zu Hause – durch die Bredgade, eine Straße mit Auktionshäusern, teuren dänischen Möbelgeschäften und Kunstgalerien – die Hand. Das tut der Stadt gut.“ Über der dänischen Hauptstadt regnete es in den letzten Jahren und „Mash“, einem berühmten Steak-Haus zum Sehen und Gesewahrlich eine ganze Reihe neuer Konzerthäuser. Gleich drei neue henwerden. „Das ist mir aber bisschen zu maskulin“, grinst Johan. Gebäude hat man der Kunst gebaut. Und gleich zwei davon auf der Das Stadtviertel Nyhavn lassen wir links liegen – Johan findet es Halbinsel Holmen, idyllisch am Wasser gelegen: Neben dem neuen­ zu touristisch, die Kopenhagener selbst kämen nie dorthin, erklärt

„Wir nennen uns nicht nur Königliches Theater – wir sind es auch! “

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l e b e n s a r t

ist Uffe Savery – in Deutschland er uns – und stoßen direkt auf das hauptsächlich als Mitglied der SchlagKönigliche Theater. Bis vor wenigen zeugerformation „Safri Duo“ bekannt, Jahren teilten sich Oper und Baldie sich Anfang der 2000er an die lett das Gebäude, nun gehört es fast Spitze der Pop-Charts trommelte. gänzlich den Tänzern. Die Gänge Wir machen uns auf den Weg des Theaters sind eng, an den Wänzum Tivoli, der wahrscheinlich beden hängen Bilder von Künstlern kanntesten Touristenattraktion Kound früheren Inszenierungen. Hier penhagens. Ob hier auch die Einheiweht noch der Wind des Ballettmischen hingehen? „Oh ja“, sagt Johan,­ meisters August Bourmonville, der Links: Das neue Konzerthaus des Dänischen Rundfunks. „Tivoli ist wunderschön“. Tivoli­ist ein mit seinen lebendig-harmonischen Rechts: Die Königliche Loge in der (alten) Königlichen Oper. märchenhafter Vergnügungspark, je Choreo­ grafien das Kopenhagener nach Jahreszeit liebevoll unter einem bestimmten Thema gestaltet, Ballett im 19. Jahrhundert weltberühmt machte. Johan lotst uns auf die Bühne. Da steht eine überdimensionierte Süßigkeitentüte –­ mit Fahrgeschäften und Fressbuden, einem Sternerestaurant und Hotels. Und: mit einem Konzertsaal mit 1800 Sitzen und einem eigeKulisse für den „Nussknacker“. Von hier hat man natürlich einen nen Festival! Im Sommer bietet das Tivoli Festival bis zu 60 klassische sensationellen Blick in den opulenten Zuschauerraum des Theaters: Konzerte mit hochkarätigen Stars und Newcomern. Aus den KonzerRote Polstersitze, viel Gold, die königliche Loge direkt neben der Bühne, ganz nah dran. Da wird Reuter glatt ein bisschen sentimen- ten stolpert man dann direkt in die verwunschene Fantasiewelt des Vergnügungsparks. Perfekt für die Märchen-affinen Dänen. tal „Ach, es war schon auch schön hier. Aber akustisch ist die neue Auch das letzte wichtige Musik-Gebäude lassen wir nicht aus: Oper besser. Hier fängt sich der Klang noch in zu vielen Nischen.“ Das neue Konzerthaus des Dänischen Rundfunks. Ein Kubus mit Wir durchqueren das alternativere Universitätsviertel, Johan nennt es das „Hippie-Viertel“. Auch ansonsten durchweht Kopen- spektakulärem Konzertsaal, von außen allerdings mehr als schlicht hagen eine besondere Entspanntheit. Eine angenehme Unaufge- gestaltet: Das Foyer ist bunt beleuchtet, die Sitzbänke sehen aus wie große Instrumentenkisten, man fühlt sich ein bisschen wie in der regtheit, die von den Menschen bis zu den Gebäuden reicht. Und Umkleide des Orchesters. Das Orchester des Dänischen Rundfunks wenn Johan nicht gesagt hätte: „Hier ist das Umweltministerium hat hier auch seinen Hauptsitz, das Konzerthaus soll aber universell und hier das Kultusministerium“, dann hätte man die unauffälligen gelben Gebäude einfach übersehen. Oder die beste Cocktailbar Ko- eingesetzt werden. „Um das zu beweisen, wurde hier sogar schon penhagens: Das „Rubys“ liegt – ohne Schild an der Tür – im glei- ein Boxkampf veranstaltet“, erzählt Johan fast beiläufig. Das fand er chen Haus wie die Botschaft von Georgien. „So sind wir Dänen“, aber auch seltsam. Zurück fahren wir mit der U-Bahn, die in Kopenhagen übrisagt Johan lachend. gens ohne Fahrer, rein computergesteuert durch die beleuchteten Das Königliche Dänische Konservatorium will uns Reuter – als perfekt vorbereiteter Stadtführer mit einer großen Portion Heimat­ Tunnel rast. Irritiert hier natürlich keinen, außer die Touristen, die liebe – unbedingt noch zeigen. Es hat natürlich ebenfalls einen Kon- in der ersten Reihe sitzen und Fotos machen. Ja, sie sind wirklich entspannt, die Dänen in dieser Stadt. Was wirklich aufregend ist? – zertsaal, beheimatet das Copenhagen Philharmonic Orchestra und veranstaltet viele Konzerte. Nettes Detail: Intendant des Orchesters­ Na, wenn die Königin ins Konzert kommt! n

Kopenhagen für Klassik-Liebhaber Die wichtigsten Tipps für einen Besuch in der dänischen Hauptstadt

Wohin vor oder nach dem Konzert? Kopenhagen ist eine Stadt mit großer Restaurantkultur. Unsere Favoriten: Feine französische Küche und eine beeindruckend sortierte Weinbar mit (auch erschwinglichen) Weinen aus aller Welt gibt’s im Le Sommelier (Foto 1, Bredgade 63, www.lesommelier.dk). Das Sterne-Restaurant Kong Hans kaelder (Foto 2, Vingardstraede 6, www.konghans. dk) liegt im Souterrain des ältesten Gebäudes in Kopenhagen. Die Idee: Luxuriöses Essen in entspanntem Ambiente, ohne protzig zu sein. Johan Reuter: „Da habe ich die drei besten Essen meines Lebens gegessen.“ Für Zwischendurch: Kaffee im kleinen Café Kafferiet (Esplanaden 44, www.kafferiet.net).

Übernachten:

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Was tun, wenn die Königin ins Konzert kommt?

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Hier gibt die Homepage der Oper Auskunft: Wenn die königliche Familie den Konzertsaal betritt, erhebt sich das Publikum und bleibt stehen, bis die Königin in ihrer Loge Platz genommen hat. Falls man vorher schon vom Besuch der Königsfamilie weiß, sollte man ein schickeres Abendoutfit wählen.

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Zentral und gemütlich übernachten kann man hervorragend im Ibsens Hotel (Foto 4, Venders­ gade 23). Trotz der 118 Zimmer fühlt man sich in diesem charmanten Hotel der Brochner-Hotelgruppe fast ein bisschen wie in einem Familienbetrieb. Vielleicht liegt das an den netten Mitarbeitern, den Einheimischen, die bei der wöchentlichen Jazz-Lounge auf dem alten Plattenspieler auflegen oder den kuscheligen Sesseln in der Lobby. Für Freunde der Kunst außerdem spannend: Als erstes Hotel der Welt akzeptiert das Ibsens Hotel sogenannte „artmoney“: Kleine Gemälde in einem bestimmten Format, eine Künstlerwährung sozusagen. Buchung über www.ibsenshotel.dk

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für globetrotter Die internationalen Höhepunkte im Februar/März London

20.2. Wenn sich die Größen

der Klassik zu einem Ensemble zusammenschließen, ist das ein Highlight: So viel Talent auf einem Haufen! Das hochkarätige Trio bestehend aus André Previn, Anne-­Sophie Mutter und Daniel Müller-Schott konzertiert – mit der britischen Premiere einer Previn-Eigenkomposition – in London. Tickets: www.barbican.org.uk

Termine

Peking

9.3. Eigentlich ist Geiger Christian

Tetzlaff in dieser Spielzeit in seiner Heimatstadt Hamburg Artist in Residence der Elbphilharmoniekonzerte. Nebenbei gibt Tetzlaff aber weiter Konzerte in aller Welt: So spielt er beispielsweise Brahms einziges Violinkonzert im März auf der Ostasien-Tour des BR-Symphonieorchester München unter Daniel Harding. www.christiantetzlaff.com

New York

4.3. Die New Yorker müssen nicht auf

das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im kommenden Jahr warten, um in Walzer-Genuss zu kommen: Die Wiener reisen mit Lorin Maazel in die pulsierende Metropole und präsentieren Strauß in allen Variationen: Zu den Walzerklassikern von Johann Strauß (und Sohn) gesellt sich nämlich Musik aus Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“. Tickets: www.carnegiehall.org

Paris

15.3. Katia und Marielle Labèque

sind Schwestern und doch sind sie auf der Bühne als Pianistinnen so unterschiedlich, wie man nur sein kann. Gemeinsam mit dem Orchestre de Paris unter Chefdirigent Paavo Järvi ­ spielt das spannende Duo in der Salle Pleyel unter anderem Suiten aus Bernsteins „West Side Story“ und Prokofievs „Roméo et Juliette“. www.sallepleyel.fr

Nachhaltig in Verona!

Foto: Tabocchini

Wer im Sommer in die Arena möchte, bekommt jetzt auch ökologische Wohnmöglichkeiten.

Die Arena di Verona

Rund um die Kulturstadt Verona sind ja schon in den vergangenen Jahren ­ ein paar echte Hotel-Geheimtipps entstanden. Man denke an das Lefai Resort & Spa nahe Salo oder das luxuriöse L`Albereta Resort in Franciacorta am Lago d`Iseo. Von April 2012 an kommt ein weiteres Schmuckkästchen dazu. Dann dürfen Urlauber in Bardolino am Gardasee im neuen Aqualux Hotel „nachhaltig“ einchecken. Das besondere an diesem neuen Haus: Es wurde komplett aus Massivholz aus der Region gebaut und verfügt über eine Photovoltaikanlage und Sonnenkollektoren auf dem Dach. Dazu ein riesiger Wellness-Bereich und 33 Suiten. PS: Von Bardolino sind es in die Arena die Verona nur 25 Minuten. Die Saison 2012 beginnt in diesem Jahr am 22. Juni mit der Premiere von ­ W.A. Mozarts „Don Giovanni“.  n 41


e r l e b e n

Das von John Neumeier gegründete Bundesjugendballett gestaltet in Heidelberg eine Uraufführung.

Die Tradition des Wandels Stetige Entwicklung ist das Markenzeichen des Heidelberger Frühlings und das nicht nur unter dem diesjährigen Motto „Metamorphosen“. V o n A n t o i n e t t e S c h m e l t e r d e Es c o b a r

Kommen Kinder in dieses Alter, sind Eltern auf das Schlimmste gefasst. Denn 15 gilt als Synonym für Pubertät, einen Lebensabschnitt der Rebellion und des Austestens in zum Teil extreme Richtungen. 1997 gegründet, befindet sich der Heidelberger Frühling in Jahren gemessen exakt in dieser Phase, zumal er bei seiner nächsten Ausgabe 2012 unter dem Motto „Metamorphosen“ als Oberbegriff für „Verwandlungsprozesse“ steht. Dennoch ist für Intendant Thorsten Schmidt die experimentelle „Gründungsphase“ abgeschlossen, das Festival hat sich zu seiner Zufriedenheit erfolgreich etabliert. „Unsere Ausgangssituation war gut, weil Heidelberg seit der Romantik eine kulturelle Tradition sowie einen weltweiten Bekanntheitsgrad besitzt und in der Nähe verschiedener Ballungsräume verkehrsgünstig in der Metropolregion Rhein-Neckar liegt“, blickt er auf die Anfänge zurück. „Auf dieser Basis haben sich die Dinge für uns in ebenso harter wie schöner Arbeit kontinuierlich entwickelt.“ Und 42

das in drei Phasen: Habe zunächst die Arbeit mit bekannten Kollegen wie dem philharmonischen Orchester der Stadt im Vordergrund gestanden, sei danach der Wunsch, „große Namen nach Heidelberg“ zu holen, immer wichtiger geworden, gefolgt von „einer Fortsetzung der laborartigen Formate, die gut zu unserem Standort passen“. Summa summarum ergibt das für ihn seit spätestens 2011 ein „komplettiertes Gesamtbild“, von dem fast 32.000 Besucher fünf Wochen lang in rund 100 Veranstaltungen profitiert haben, die zu fast 80 Prozent mit eigenen Einnahmen, Fundraising und Sponsoring finanziert werden. Weil es Thorsten Schmidt und seinem Team von Beginn an am Herzen lag, „die Distanz zwischen Bühne und Publikum zu senken“, bedient sich das Programm der Heidelberger nicht nur konventio­ neller Konzerte, die inhaltlich von einer gemeinsamen Klammer umgeben werden. Genauso wichtig waren und sind weiterhin ­ www.crescendo.de

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Fotos: Christiane Gundlach; JB Mondino licensed to Virgin Classics; Felix Broede; Julien Mignot licensed to Virgin Classics

Oben: David Fray & Igor Levit; unten: Quatuor Ebène

Thomas Hampson

Möglichkeiten zum „ungezwungenen Austausch“ in Vorträgen, Quatuor Ebène – und „New Generation“ ab, die viel versprechenKünstlergesprächen, Workshops und anderen Formaten. Geben den Talenten ein Forum bieten wollen. „Idea­lerweise arbeiten wir ­Bariton Thomas Hampson und andere Dozenten zum Beispiel in wiederholt mit jungen Künstlern zusammen, damit sie sich im der Lied Akademie (12.-22. April) ihr Wissen an die nächste Sänger-­ Laufe der Jahre­entwickeln können“, erklärt der Intendant. IllustGeneration weiter, haben alle Stipendiaten in den durch die Bank öf- re Beispiele sind für ihn der Multipercussionist Martin Grubinger, fentlichen Meisterkursen Anwesenheitspflicht. In der anschließen- der hier am Anfang seiner Karriere in einer Mehrzweckhalle geden Kammermusik Akademie (22.-28. April) erarbeiten L ­ ehrer und spielt hat und nun die renommiertesten Konzertsäle füllt, SopraSchüler in den ebenfalls der Allgemeinheit zugänglichen Proben­ge- nistin Annette Dasch, die beim Heidelberger Frühling mit ihrem meinsam Programme. Und sogar das große Fest zum ­60. Geburts- ersten Liederabend vertreten war und mittlerweile als feste Größe tag des Komponisten Wolfgang Rihm ist nicht nur seinen Familien- in der Opernszene gilt, oder der in Nizhni Nowgorod geborene mitgliedern, Freunden, geladenen Gästen – von Pierre­Boulez über Pianist Igor Levit, der seit seinem Diplom Stammgast ist und sich Riccardo Chailly bis Botho Strauß – oder Kollegen vorbehalten, die momentan als einer der großen Virtuosen dieses Jahrhunderts herauskristallisiert. ihm zu Ehren am 28. April konzertieren. Noch mehr Neuland betritt der Heidelberger Frühling 2012 Dass ausgerechnet Rihm in diesem Rahmen gefeiert wird und als langjähriger „Frühlingsfreund“ gilt, hat mit einer weite- mit seinen ersten Schritten in Richtung Co- und Eigenproduktionen: ren Spezia­lität des Festivals zu tun. Denn neben Klassikern wie Zum einen tanzt das jüngst von John Neumeier gegründete Bundes­ Bach, Beethoven, Chopin, Debussy und Mozart, die auch in die- jugendballett. Zum anderen begegnen sich bei der Konzertinstalla­tion „Singing Garden“ Naturschilderungen aus sem Jahr wieder von Koryphäen à la David Fernost und West, Moderne und Tradition­ Fray, Rudolf­Buchbinder, Sol Gabetta oder HEIDELBERGER FRÜHLING Internationales Musikfestival in Form von Instrumentalwerken, die der JaChristina Pluhar interpretiert werden, hat Heidelberger Frühling paner Toshio Hosokawa neu komponiert hat, sich Thorsten Schmidt im Bereich Neue Muvom 23. März bis 29. April 2012 sowie Vivaldi-Concerti. Bei aller Reife ist also­ sik „langsam ein Publikum herangezogen“. Tickets: Tel.: +49-(0)6221-584 00 44 auch im 16. Heidelberger Frühling immer Auf Horizont-Erweiterung zielen ebenfalls Programmbuch anfordern unter: noch Aufbruchsstimmung spürbar, bedeutet die über das gesamte Programm verteilten Tel.: +49-(0)6221-584 00 12 sein Name zugleich Programm. Reihen „Artists in Residence“ – heuer das n www.heidelberger-fruehling.de 43


e r l e b e n

Kurt Weills Paris: Das Café de la Paix im Jahr 1933

Die Lichter von Paris Die Seinestadt schenkte Kurt Weill Zuflucht und Inspiration. Zum 20. Jubiläum widmet das Kurt Weill Fest Dessau seinem Exil eine Hommage. Von Anders Winter

Hotel Montparnasse, Jeux de cartes, Paris mécanique oder einfach Musik Menschen und die Gesellschaft positiv beeinflussen kann.“ Mit der in Österreich geborenen und in Boston lebenden Galante’s Paris. So mondän sind die einzelnen Abende des 20. Kurt Weill Festes betitelt, das dieses Jahr vom 24. Februar bis zum 11. Sopranistin Ute Gfrerer steht eine der weltweit führenden Weill-InMärz unter dem Motto „Hommage à Paris“ stattfindet. Mit hoch- terpretinnen gleich in sieben Veranstaltungen auf der Bühne. Als karätigen Festival-Debütanten wie Sabine Meyer, aber auch einigen Artist in Residence wird sie zur Eröffnung zu erleben sein, wenn alten Bekannten wie dem Ensemble Modern will die beschauliche im Rahmen der Ballett-Produktion „Hotel Montparnasse“ auch die Klassikerstadt im Jubiläumsjahr der Veranstaltung erneut ins über- „Concert Suite“ aus „Marie Galante“ zur Aufführung kommt. Und sie beschließt auch das Fest: Gemeinsam mit dem MDR Sinfonieorregionale Rampenlicht der Kultur rücken. Nach „Fluchtpunkt Amerika" (2005) und „Berlin im Licht“ chester präsentiert sie „Die sieben Todsünden“. Dazwischen liegen (2011) haben die Organisatoren der Festspiele dieses Jahr erneut ei- mit „Leben im Rampenlicht – Je ne regrette ­rien“ ein Ensemblenen geografischen Bezugspunkt gewählt: Eine „Hommage à Paris“ Konzert, das wegen der großen Nachfrage wiederholt wird, und ein führt die Zuhörer in die pulsierende Metropole an der Seine. Zwei Liederabend mit Songs von Kurt Weill, Francis Poulenc, Norbert Jahre hat Weill ab 1933 hier gelebt – und doch ist diese Zeit viel Glanzberg, Duke Ellington und Cole Porter. Nach seinem bejubelmehr als eine Durchgangsstation. Mit „Die sieben Todsünden“ und ten „DADA“-Abend beim zurückliegenden Fest kehrt auch Steffen „Marie Galante“ entstanden in Paris Werke, die unterschiedlicher Schleiermacher auf die Bauhausbühne zurück: Mit einem Abend nicht sein konnten und die zeigen, wie sehr ihm daran gelegen war, zu und über den faszinierenden Erik Satie präsentiert er eine der sich der Kultur zu öffnen, die ihn umgab. Was könnte dies besser schillerndsten Künstlerfiguren, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts belegen als sein „J’attends un navire“, das zum Lied der Résistance der Musik nicht nur in Frankreich eine neue Richtung gaben. Eigegen die Besetzung durch Nazi-Deutschland wurde. Der Festspiel- ner weiteren faszinierenden Persönlichkeit ist eine Ausstellung im Intendant Prof. Michael Kaufmann betont dabei die lebensbeja- Haus Muche gewidmet: Hier werden Zeichnungen des SchönbergSchülers Benedikt Fred Dolbin (1883-1971) hende Haltung des Dessauer Komponisten: gezeigt. „Trotz der Folgen, die auch Kurt Weill durch Kurt weill fest 2012 vom 24. Februar bis 11. März 2012 Die Kooperation mit dem Anhaltiden schrecklichen und unmenschlichen NaInformationen und Karten: schen Theater Dessau ist seit Bestehen des zi-Terror erleiden musste, können wir durch Tel.: +49-(0)341-14 990 900 oder Kurt Weill Festes eine seiner tragenden ihn zeigen, um wie viel sinnvoller es ist, auch Tel.: 01805-564 564 Säulen und bereichert das Festival regelschwierigste Lebensumstände durch positive (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz Mobil deutlich teurer) karten@kurt-weill-fest.de mäßig mit einer Neuproduktion, die mit Energie zu meistern zu versuchen.“ Mit Weill www.kurt-weill-fest.de dem Werk Kurt Weills in Verbindung steht. könne man den Beweis antreten, „dass die 44

www.crescendo.de

Februar / März 2012


Fotos: Archiv der Kurt-Weill-Gesellschaft eV; Ruttke; Ute David Costa

3 Fragen an: Intendant Michael Kaufmann Im 20. Festivaljahr steht ein Fest für die Sinne auf dem Programm, wenn das Dessauer Ballettensemble die Festspielbesucher ins Paris der Dreißiger Jahre entführt. Die Musik für das Geschehen liefern sowohl Kurt Weill als auch George Gershwin: Neben der 2. Sinfonie von Kurt Weill ist die „Concert-Suite“ aus dessen „Marie Galante“ zu hören, von Gershwin erklingen „Ein Amerikaner in Paris“ und „Klavierlieder“. Dem beliebten „Podium Junger Künstler“ wird erneut ein hoher Stellenwert zugemessen: Junge Musiker am Übergang zwischen Ausbildung und künstlerischem Beruf zu begleiten und zu fördern, ist ein zentrales Anliegen des Dessauer Festivals. In der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat und dem Deutschen Musikwettbewerb präsentieren diesmal zwei exzellente Ensembles ihr Talent: Wie nuancenreich die französische Kammermusik sein kann, beleuchtet das Duo Farbenspiel am ersten Festspielsonntag mit Werken von Fauré, Franck, Roussel und Jolivet bei einer Matinée in der Auferstehungskirche. Am selben Ort bietet auch das Trio Christian - von Gutzeit - Achkar einen Einblick in die französische Tradition klein besetzter Instrumentalmusik: Mit Ravel, Honegger, Poulenc und Debussy werden ausschließlich Zeitgenossen von Kurt Weill gespielt. Auch der zwanzigsten Ausgabe steht ein Filmfest zur Seite, und natürlich geht es dieses Jahr um Paris, um Heimat und den Verlust derselben. „ZouZou“ und „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ stehen unter anderem auf dem Programm, und, als Einstimmung auf die mit Spannung erwartete Uraufführung der Kinderoper „Oskar und die Groschenbande“ erneut auch der 1931 erstmals gezeigte Klassiker „Emil und die Detektive“.  n

Foto: Frank Vinken

Renaud Garcia-Fons, Weill-Interpretin Ute Gfrerer und das Ensemble Modern (v.l.)

Was können jüngere und jüngste Zuhörer von heute mit Kurt Weill anfangen? Und was ist dementsprechend geplant? Kurt Weill hat echte Ohrwürmer komponiert und fasziniert durch seine Neugier und seinen Erfindungsgeist. Er war hervorragend ausgebildet und nutzte dies, um seine ganz besondere Kreativität auf einer soliden Basis zu entwickeln. Bei uns folgt z.B. die Jugendbigband Anhalt den Spuren Weills. Dazu haben wir neue Arrangements in Auftrag gegeben: Die Jazz-Pianistin Julia Hülsmann und Studenten ihrer Klasse arbeiten seit Monaten für das Kurt Weill Fest. Wenn dann junge Musiker das Publikum mit ihrem Spiel von den Sitzen reißen, sind auch die gesetzteren Musikfreunde beeindruckt, wie jugendlich und frisch Kurt Weill klingt. „Marie Galante“ wurde 1934 in Paris uraufgeführt. Dass die Oper lange als unspielbar galt, lag nicht an Weill, sondern an Jacques Deval, der offenbar recht lustlos das krude Libretto schrieb. Joachim Kühn wagt jetzt einen neuen Versuch ... Wir haben großes Glück, weil 1987 eine „Concert Suite“ für Sopran und Orchester erstellt wurde, die die besten „Schlager“ der „Marie Galante“ unter einen Bogen stellt. Diese Suite kommt bei der Ballett-Produktion „Hotel Montparnasse“ im Original zur Aufführung – und sie inspirierte auch Joachim Kühn. Die recht sperrige Oper bleibt also in der Versenkung, während die tolle Musik von Kurt Weill zu erleben sein wird. Wenn Sie für die nächsten Ausgaben des Festivals einen Wunsch frei hätten – welcher wär‘s? Dass immer mehr Menschen Kurt Weill für sich entdecken und feststellen, wie genial seine Musik ist und wie nah er den Menschen war. Es wäre schön, wenn das Publikum feststellen würde, dass diese Musik in keine Schublade passt, sich den landläufigen Kategorien von „Ernst“ und „Unterhaltung“ entzieht und auf die wunderbarste Weise Unterhaltung und Kunst verbindet. Mit hohem Anspruch – ohne elitär zu sein.

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e r l e b e n

Februar / März Diese Termine sollten Sie nicht versäumen 9. bis 18. März, Magdeburg, verschiedene Orte

Telemann-Festtage 3.2.

Premieren

(

Duisburg/Großes Haus

Eugen Onegin/P. I. Tschaikowsky

Die Nachtigall/I. Strawinsky

München/Staatsth. am Gärtnerplatz Augenblick, verweile/

P. I. Tschaikowsky (Ballett/UA)

Nordhausen/Theater Foto: Ronny Hartmann

Braunschweig/Großes Haus Il barbiere di Siviglia/ 4.2.

G. Rossini

Chemnitz/Opernhaus

4.2.

Dresden/Semperoper

4.2.

Halle/Oper

4.2.

Koblenz/Großes Haus

Tosca/G. Puccini

Palais am Fürstenwall

Lulu/A. Berg

Die Fledermaus/J. Strauß (Operette) Fra Diavolo/D.-F.-E. Auber

Leipzig/Musikalische Komödie Der Graf von Monte

4.2.

Christo/F. Wildhorn (Deutsche EA) 4.2.

Leipzig/Opernhaus

Der Graf von Monte Christo/­ F. Wildhorn (Musical, Deutsche EA) 4.2.

Linz/Landestheater (A)

Cosi fan tutte/W. A. Mozart 4.2. Lüneburg/Theater Kabale und Liebe/F. Schiller (Schauspiel) 4.2.

München/Nationaltheater

Das Rheingold/R. Wagner

4.2. Neubrandenburg/Schauspielhaus Cinderella passt was

nicht/ P. Lund & T. Zaufke (Musical) 5.2.

Aachen/Theater

5.2.

Hamburg/Opera Stabile

Un ballo in maschera/G. Verdi Kinderoper: Der Räuber Hotzenplotz/A. N. Tarkmann

Regensburg/Theater am Bismarckplatz Elektra/R. Strauss 5.2. Salzburg/Landestheater (A) 5.2.

Imeneo/G. F. Händel 9.2.

Berlin/Deutsche Oper

Romeo und Julia (Ballett) 9.2.

Schwerin/Großes Haus

Hair/G. Ragni (Musical) 10.2.

Stuttgart/Opernhaus

Das Fräulein von S./C. Spuck (Ballett) 10.2.

Zürich/Oper (CH)

Otello ossia il Moro di Venezia/ G. Rossini 11.2.

Bielefeld/Stadttheater

11.2.

Gießen/Großes Haus

Peter Grimes/B. Britten

Macbeth/D. Williams, T. Assam (Ballett) 11.2.

Meiningen/Grosses Haus

20.000 Meilen unter dem Meer/ J. Dvořák (UA) 46

25.2.

Flensburg/Großes Haus

25.2.

Hildesheim/Großes Haus

Erwin und Elmire/O. Schoeck & Der zerbrochene Krug/V. Ullmann

Ravel/J. Ebnother (Ballett/UA)

4.2.

Essen/Aalto Theater

Der Zarewitsch/F. Lehár (Operette)

3.2.

3.2.

25.2.

Kaiserslautern/Pfalztheater Parsifal/R. Wagner 25.2. Köln/Palladium 25.2.

Il Ritorno d‘Ulisse in Patria/ C. Monteverdi 25.2. Leipzig/Opernhaus Das schlaue Füchslein/P. L. Bystrousky

Mönchengladbach/Theater Die Fledermaus/J. Strauß

25.2.

Schnell steckt man Georg Philipp Telemann geografisch in die norddeutsche Ecke. Nicht verwunderlich, immerhin verbrachte er seine wohl schöpferischsten Jahre in Hamburg. Doch der Komponist, der die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts entscheidend prägte, stammt ursprünglich aus Magdeburg, und hier huldigt man ihm seit 1962 mit Festkonzerten und Festtagen. Die 21. Magdeburger Telemann-Festtage stehen deshalb in diesem Jahr unter dem Motto „betont. 50 Jahre Telemann aus Magdeburg“. Das Festival wartet mit 50 abwechslungsreichen Veranstaltungen in geschichtsträchtigen Spielstätten wie der Johanniskirche, dem Kloster Unser ­Lieben Frauen und dem Schinkelschen Gesellschaftshaus auf. Ihren besonderen Charme erhalten die Magdeburger Telemann-Festtage auch durch das liebevoll zusammengestellte Programm, das nicht nur Konzerte mit den Größen der Alten 11.2.

Würzburg/Großes Haus

12.2.

Berlin/Komische Oper

Der Wildschütz/A. Lortzing

Die sieben Todsünden/K. Weill (Ballett) 12.2.

Wien/Staatsoper (A)

Hommage an Roland Petit/ C. Debussy (Ballett) 12.2.

Wien/Staatsoper (A)

Meisterwerke des 20. Jahrhunderts/ N. Christe, R. Petit & S. Lifar (Ballett) 14.2.

26.2.

Freiburg/Großes Haus

29.2.

Hamburg/Allee Theater

Das Kind und die Zauberdinge/ M. Ravel 28.2. Eisenach/Theater Die Kunst der Fuge/J. S. Bach (Ballett) König Theodor in Venedig/ G. Paisiello

Ludwigshafen/Theater im Pfalzbau Hello Dolly/J. Herman

29.2.

(Musical)

Berlin/Kraftwerk Mitte Al gran sole carico d‘amore/L. Nono 1.3. Ulm/Großes Haus Romeo und Julia/S. Prokofjew (Ballett) 1.3.

2.3.

Graz/Opernhaus (A)

2.3.

Wien/Volksoper (A)

3.3.

Darmstadt/Großes Haus

3.3.

Fürth/Großes Haus

Gigi/A. J. Lerner & F. Loewe (Musical) 2.3. Lübeck/Theater Das geheime Königreich/E. Křenek & Der Ring des Polykrates/E. W. Korngold Carmina Burana, Nachmittag eines Fauns & Bolero (Ballett)

18.2.

Heidelberg/Opernzelt

Der Mond/C. Orff

18.2.

Kassel/Opernhaus

Der starke Wanja/P. Fulda (UA)

Sammlung Prinzhorn/C. Klimke (UA)

Hannover/Staatsoper

Griselda/A. Scarlatti

3.3.

Gera/Großes Haus

3.3.

Lüneburg/Theater

17.2.

Weimar/Deutsches Natio­­ naltheater Alcina/G. F. Händel 19.2. Basel/Theater (CH)

3.3.

Nürnberg/Großes Haus

G. F. Händel

19.2.

Ariodante/G. F. Händel 17.2.

¡Tango!/H. van Manen, K. Chan & J. Mannes (Ballett) Karlsruhe/Badisches Staatstheater Alessandro/

18.2.

Baden/Stadttheater (A)

Hamburg/Engelsaal Im

Baden-Baden/Festspielhaus Ariadne auf Naxos/R. Strauss 18.2. Eisenach/Theater

Kaiserslautern/Pfalztheater Die Schöne und das Biest/­

(Operette)

Ulm/Großes Haus

16.2.

Bregenz/Großes Haus (A)

weißen Rössl/R. Benatzky (Operette) 16.2.

G. Auric (Ballett. UA)

Viktoria und ihr Husar/P. Abraham (Operette)

Der Liebestrank/G. Donizetti 15.2.

Musik – unter anderem Dorothee Oberlinger, Hille Perl und Ludwig Güttler – ­beinhaltet, sondern seine Besucher mit auf musikalische Spaziergänge oder eine Reise nach Leipzig nimmt und ­einen Internationalen Wissenschaftlichen Kongress ­ausrichtet. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Magdeburger als echte TelemannEntdecker bewiesen und viele Erstaufführungen vergessener Werke des Komponisten angeregt. Diese haben sich mittlerweile fest im laufenden Konzertbetrieb etabliert. In diesem Jahr wurde ein weiteres Juwel des Telemannschen Opus geborgen: Die Oper „Miriways“. Am 10. März findet unter der Regie von Jakob Peters-Messer die szenische Welterstaufführung des Werks statt. Es spielt das L‘Orfeo Barockorchester aus Österreich. Magdeburg, verschiedene Orte, 9.–18 .3. www.telemann.org

18.2.

Die Hochzeit des Figaro/ W. A. Mozart

18.2.

Le nozze di Figaro/W. A. Mozart

Wien/Theater a. d. Wien

(A) Telemaco/C. W. Gluck 24.2. Dessau/Großes Haus

Hotel Montparnasse/T. Kajdanski (Ballett) 24.2.

Mannheim/Nationalthea-

ter Stiffelio/G. Verdi 24.2. Meiningen/Grosses Haus

Schwanensee/P. I. Tschaikowsky

Anatevka/J. Bock (Musical)

Don Giovanni/W. A. Mozart Wilhelm Tell/G. Rossini

3.3. Osnabrück/Theater am Domhof Aida/G. Verdi 3.3. Pforzheim/Theater

Carmen/G. Bizet 3.3.

Stendal/kleines Haus

4.3.

Augsburg/Großes Haus

Fantasticks/H. Schmidt (Musical) La Traviata/G. Verdi

www.crescendo.de

Februar / März 2012


Jenufa/L. Janáček 4.3.

Frankfurt/Oper

5.3.

Erfurt/Theater

9.3.

Bremen/Theater

9.3.

Hof/Großes Haus

Adriana Lecouvreur/F. Cilea Triumph der Liebe/J. S. Bach Full Body (Ballett)

Boris Godunow/M. Mussorgsky 10.3.

Detmold/Landestheater

10.3.

Kiel/Großes Haus

10.3.

Magdeburg/Oper

10.3.

St. Gallen/Theater (CH)

10.3.

Wiesbaden/Großes Haus

11.3.

Berlin/Komische Oper

11.3.

Bern/Stadttheater (CH)

11.3.

Bremen/Theater

11.3.

München/Nationaltheater

Parsifal/R. Wagner

Radamisto/G. F. Händel

Miriways/G. Ph. Telemann

The Fairy Queen/H. Purcell Don Pasquale/G. Donizetti

Das bronzene Pferd/F. E. Auber Cosi fan tutte/W. A. Mozart

Madama Butterfly/G. Puccini Die Walküre/R. Wagner

Salzburg/Landestheater (A) La Traviata/G. Verdi 11.3. Stuttgart/Opernhaus 11.3.

Die glückliche Hand/A. Schönberg & Schicksal/L. Janáček 14.3.

Brandenburg/Gr. Haus

15.3.

Berlin/Neuköllner Oper

Die Räuber/F. Schiller (Schauspiel) Berliner Leben/B. Rucha (UA)

Konzerte 1.2.

Hamburg/Thalia Theater

2.2.

Innsbruck/Treibhaus (A)

3.2.

Berlin/Konzerthaus

El Cimarron/H. W. Henze

Dieter Ilg, Rainer Böhm & Patrice Heral: Otello live (Jazz) Academy of St Martin in the Fields, Ltg. und Violine Julia Fischer mit Werken von W. A. Mozart, G. Puccini & G. Verdi 3.2.

Bonn/Beethovenhalle

3.2.

Dortmund/Konzerthaus

3.2.

Germering/Stadthalle

4.2.

Leipzig/Gewandhaus

Beethovenorchester Bonn, Ltg. ­Stefan Blunier; Rudolf Buchbinder: ­ J. Brahms & A. Dvořák Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Ltg. Sakari Oramo; Lisa Batiashvili: J. Brahms & I. Strawinsky ensemble amarcord mit Werken von C. Saint-Saëns, F. Schubert, J. Janáček & E. Elgar Orgelzyklus „Musikstadt Leipzig“: „Felix Mendelssohn Bartholdy zum Geburtstag“ mit Michael Schönheit 5.2.

Berlin/Philharmonie

5.2.

Bremen/Glocke

Rundfunk-Sinfonieorchester, Ltg: ­Vassily Sinaisky; Johannes Moser: ­ D. Schostakowitsch Bremer Philharmoniker, Ltg. Markus Poschner; Mischa Maisky; Sasha Maisky; Lily Maisky: L. van Beethoven & J. Brahms 5.2. Hameln/Theater Osnabrücker Symphonieorchester: Operngala

Mozartwoche mit Haydn „Aufbruch und Vollendung“. Unter diesem Motto steht die diesjährige Mozartwoche der Bad Reichenhaller Philharmonie. Programmlich trifft Wolfgang Amadeus Mozart auf Joseph Haydn – eine spannende Kombination, immerhin waren die beiden Zeitgenossen und stehen doch für zwei unterschiedliche Stationen der Musikgeschichte. Inwieweit sich die beiden Meister der Wiener Klassik gegenseitig beeinflussten oder aber klanglich abgrenzten, können die Besucher der Mozartwoche in den oft vergleichend angelegten Konzerten erfahren: Beim Eröffnungskonzert am 11. März werden in einem halbszenischen Querschnitt beispielsweise Werke des 35-jährigen Haydn den Kompositionen des 35-jährigen Mozarts gegenübergestellt. Bad Reichenhall, Königliches Kurhaus, 11.-18.3. www.philharmonie-reichenhall.de

Sounds of ­Israel Völlig unverhofft landete der Keyboarder und Songwriter Idan Raichel 2002 mit dem Debüt seines „Idan Raichel Project“ das bestverkaufte israelische Album aller Zeiten. In seiner Musik verbindet er hebräische Texte, orientalische, afrikanische und indische Ethno-Elemente mit modernen elektronischen Grooves zu einem Sound, der den Begriff „Weltmusik“ neu definiert. Die New York Times schrieb, Idan Raichel verkörpere die Vision einer multikulturellen Nation und bescheinigte ihm „ernsthafte Lieder, die glücklich machen“. Das „Idan Raichel Project“ konzertiert am 14.2. im Rahmen des neuntägigen Festivals „Sounds of Israel“ der Elbphilharmonie-Konzerte. Hierbei stehen die aktuellen Tendenzen der israelischen Musik im Mittelpunkt. Hamburg, Laeiszhalle, 11.-19.2., www.elbphilharmonie.de

Bachfestival ­Arnstadt Rund um Johann Sebastian Bachs Geburtstag am 21. März feiern die Arnstädter den Komponisten mit dem 2005 gegründeten Bachfestival. Das Festivalmotto „Modern. Vielseitig. Weltklasse“ ist Programm: Musikalische Spaziergänge und kulinarische Events wie „Barock speisen, Barock hören“ treffen auf Konzerte mit hochrangigen Stars wie dem Geschwisterduo Baiba und Lauma Skride. Auch für die Kleinsten haben sich die Veranstalter ein anregendes Programm ausgedacht. Unter der übergeordneten Frage „Der Bach-Code: Wie komponiert man vollkommene Musik?“ spürt das Ensemble Deliciae Theatrales mit den Kindern dem Großmeister Bach nach. Arnstadt, verschiedene Orte, 16.–25.3. www.bachfestival.arnstadt.de

Bitterböses ­Singspiel Musik von Franz Schubert und eine Handlung aus den 1950er Jahren? Im Musiktheater „Der Tausendjährige Pos­ ten oder Der Germanist“ von Irene Dische und Elfriede Jelinek, das am Theater Heidelberg Premiere feiert, passt das gut zusammen. Sie nehmen sich Schuberts „Der vierjährige Posten“ und „Die Zwillingsbrüder“ musikalisch zu Hilfe und erzählen damit einen wahren Fall: den des Germanisten Hans Ernst Schneider alias Hans Schwerte, der sich zur Verschleierung seiner SS-Vergangenheit von seiner Frau für tot erklären ließ, um sie ein Jahr später als „entfernter Verwandter“ des Verstorbenen erneut zu ehelichen. Dische und Jelinek schaffen ein spannendes Werk und verleihen den heiteren Singspielhandlungen einen bitterbösen Dreh. Heidelberg, Opernzelt, 10.3., www.theaterheidelberg.de

MaerzMusik

„Das schlaue Füchslein“ führt Jung und Alt zusammen: Begleitend zur Neuinszenierung der Oper „Das schlaue Füchslein“ von Leoš Janáček fand in dieser Spielzeit nämlich erstmals ein generationsübergreifendes Projekt statt, bei dem Kinder, Jugendliche und Senioren miteinander gearbeitet und sich szenisch-musisch mit dem vielschichtigen Thema „Lebenszeit“ auseinandergesetzt haben. Die Idee dieses Mehrgenerationenprojekts: Von unterschiedlichen Lebenssituatio­nen und -ansichten lernen und so spielerisch die Hemmschwelle zwischen Jung und Alt abbauen. Bevor also „Das schlaue Füchslein“ auf der großen Bühne zu sehen ist, präsentieren die Teilnehmer des Projekts im Foyer der Oper ihre Arbeit. Leipzig, Oper, 25.2., www.oper-leipzig.de

Grenzen zwischen Tradition und Innovation ausloten, das ist das Ziel der „MaerzMusik“. Das Festival für aktuelle Musik findet in diesem Jahr zum elften Mal unter dem Dach der Berliner Festspiele statt. Etablierte Künstler und der junge Nachwuchs aus der ganzen Welt kommen für neun Tage zusammen, um der Frage „Was ist Musik?“ nachzuspüren. Programmatische Offenheit spielt dabei eine wichtige Rolle, so finden jährlich zahlreiche Neuproduktio­nen und Uraufführungen – oftmals Auftragswerke der „MaerzMusik“ – statt. Dass dabei manchmal Grenzen des Klangs überschritten werden, gehört zum Konzept: Die Berliner Festspiele haben sich mit dieser innovativen Konzertreihe ein entdeckungsfreudiges Publikum erobert. Die diesjährige „MaerzMusik“ steht unter der Überschrift „Pole: John Cage 100 - Wolfgang Rihm 60“. Im Jahr des 100. Geburtstags von Cage und des 60. von Rihm stehen sich zwei künstlerische Haltungen gegenüber, die in ihrer jeweiligen Radikalität kaum gegensätzlicher gedacht werden können. Berlin, verschiedene Orte, 17.–25.3. www.berlinerfestspiele.de

Der Geschichtenerzähler

Cappella Confluentes

Generationenübergreifend

Er erzählt Geschichten auf seinem Bandoneon und hat den argentinischen Tango Nuevo entscheidend inspiriert und weiterentwickelt: Dino­Saluzzi. Im Prinzregententheater konzertiert der Altmeister nun mit dem Saxofonisten Felix Saluzzi sowie der Cellistin Anja Lechner. Stilmittel des Jazz vermischen sich mit Klassik, argentinischen Folkloreund Tango-Elementen. Das „Dino Saluzzi Trio“ spielt Musik von der aktuellen CD „Navidad de los Andes“. München, Prinzregententheater, 15.2. www.bellarte-muenchen.de

Kann es für Alte Musik einen schöneren Auftrittsort als ein historisches Schloss geben? Das hat sich die Stadt Koblenz auch gedacht und ruft die Konzertreihe „Barock im Schloss“ ins Leben. Gemeinsam mit der Sopranistin Maria Skiba gestaltet die „Cappella Confluentes“ den Eröffnungsabend mit Werken der Barockkomponistin Barbara Strozzi – „über die Liebe und andere Katastrophen“ lautet der charmante Untertitel. Koblenz, Kaisersaal des Schlosses, 12.2. www.cappellaconfluentes.com

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Fotos: Bartzi Goldblat; Marco Borggreve; Kai Bienert

Berlin/Deutsche Oper

4.3.


e r l e b e n

12.2.

2. März 2012, Dresden, Festspielhaus Hellerau

phase7 inszeniert Oper in 3D

Neuss/Zeughaus

Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein, Ltg. Antony Marwood: Distant Light 12.2.

München/Gasteig

12.2.

München/Künstlerhaus

Kinderkonzert: Ritterklang und Prinzessinnengesang Faschingskonzert: Kammerensemble Münchner Philharmoniker & Champus Violett 13.2.

Dresden/Semperoper

Sächsische Staatskapelle Dresden & Sächsischer Staatsopernchor Dresden, Ltg.Vladimir Jurowski; Christophe Dumaux; Mark Stone: L. Auerbach: „Dresden Requiem“ (UA) München/Prinzregententheater Orquestra Filarmonica

Foto: phase7

14.2.

Sopranistin Eir Inderhaug

„Ich mag die Oper nicht“, erklärte der irische Dichter Samuel Beckett dem Komponisten Morton Feldman, als sie das erste Mal über eine mögliche Zusammenarbeit sprachen. Trotzdem hielt Feldman kaum einen Monat später einen 56-zeiligen Vers, handgeschrieben von Beckett, in den Händen: Den Text zur Oper „Neither“. Das Berliner Künstlernetzwerk „phase7“ inszeniert nun diese kuriose Oper, die lediglich für Kammerorchester und eine Sopranistin angelegt ist. Dabei stützt sich „phase7“ auf modernste Technik und gestaltet die experimentelle Musik Feldmans als unmittelbares Erlebnis für den Zuschau-

5.2.

Ludwigsburg/Forum

Jubiläumsprogramm: John Cranko Schule (Ballett) Reutlingen/Studio der WPR Sunrise Quartet: T. Riley, O.

5.2.

Respighi & J. Haydn

Stuttgart/Konzertsaal der Musikhochschule

5.2.

Genies der Romantik 6.2.

Frankfurt/Alte Oper

Pique Dame/P. I. Tschaikowsky (konzertant) 7.2.

Düsseldorf/Tonhalle

Orquesta Filarmónica de Gran Canaria, Ltg. Pedro Halffter; Fazil Say: M. de Falla, M. Ravel, G. Gershwin & C. Halffter 7.2.

Köln/Alte Feuerwache

Grouper & Jefre Cantu-Ledesma: Circular Veil 7.2.

München/Cuvilliestheater

Juliane Banse & Wolfram Rieger: Liederabend 7.2.

Münster/Großes Haus

Sinfonieorchester Münster, Ltg: Hendrik Vestmann; Mihai Ionescu; Maia Shamugia: L. van Beethoven, B. Martinů & J. J. Raff Duisburg/Philharmonie Mercatorhalle Duisburger Phil8.2.

harmoniker & philharmonischer chor duisburg, Ltg. John Fiore; Anna Virovlansky; Hans Christoph Begemann: S. Barber, G. Fauré & S. Rachmaninow

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er: Die norwegische Sopranistin Eir Inderhaug agiert mit einem virtuellen 3D Audio ­Orchester. 64 kreisförmig arrangierte Lautsprecher und die Technik der Wellen­feldsynthese ermöglichen den Künstlern eine dreidimensionale Klangverortung im Raum. Je nach akustischer Zuordnung umspielen die einzelnen Stimmen der Instrumente das Publikum aus unterschiedlichen Raumquellen. Das körperlose Orchester wird so zum manipulativen, unberechenbaren Phantom – es schwebt im Dazwischen, im „Neither“. Dresden, Festspielhaus Hellerau, 2.3. www.phase7.de

München/Prinzregententheater Münchener Bach-Chor 8.2.

& Münchener Bach-Orchester; Alina Pogostkina; Adrian Brendel; Diana Ketler: Hymne an Beethoven

8.2. Unterschleißheim/Bürgerhaus Viktoria Tolstoy (Jazz) 9.2. Essen/Philharmonie

Essener Philharmoniker, Ltg. Jesús López-Cobos: J. Turina, M. Ravel & D. Schostakowitsch 9.2.

Gotha/Kulturhaus

11.2.

Hamburg/Laeiszhalle

Leipzig/Gewandhaus

Luxembourg/Philharmonie (L) Mitsuko Uchida: F. Schubert 11.2. München/Schloß Nymphenburg Verdi-Nacht: Von „La

München/Philharmonie

Münchner Philharmoniker, Ltg. Kent Nagano: G. Mahler Neubrandenburg/Konzertkirche Neubrandenburger

9.2.

Philharmonie, Ltg. N.N.; Mikyung Soung: J. Ibert, J. M. Sperger & ­ S. Prokofjew 9.2.

Berlin/Konzerthaus

Konzerthausorchester Berlin, Ltg. Jonathan Darlington; Tabea Zimmermann: B. Britten, W. Walton, R. Vaughan Williams & E. Elgar Dresden/Frauenkirche

Gewandhausorchester, Ltg. Dmitrij Kitajenko; Frank-Michael Erben: P. Tschaikowski & A. Skrjabin 9.2.

11.2.

11.2.

Thüringen Philharmonie Gotha, Ltg. Stefanos Tsialis; Gabriel Schwabe: N. Rimsky-Korsakoff, D. Schostakowitsch & P. I. Tschaikowsky 9.2.

brücken, Ltg. Pablo Gonzalez; Florian­Uhlig: F. Delius, C. Debussy & C. Nielsen

Trier/Grosses Haus

Philharmonisches Orchester der Stadt Trier, Ltg. Victor Puhl mit Werken von L.van Beethoven, B. Bartók & J. Brahms 10.2.

Kaiserslautern/Fruchthalle

Deutsche Radio Philharmonie Saar-

Konzert im Gedenken an die Zerstörung Dresdens 1945 Sasha Grynyuk: Teatime Classics 11.2.

Traviata“ bis „Aida“ 12.2.

Bremen/Glocke

musica viva Orchester: Galakonzert der Stimmen

de Gran Canaria, Ltg: Pedro Halffter; Fazil Say: M. de Falla, G. Gershwin & M. Ravel

15.2.

Gera/Konzertsaal

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Ltg. Hilary Griffiths: O. Respighi,G. Witschurke, S. Rachmaninow & M. Mussorgski 15.2.

Köln/Philharmonie

Kinderkonzert: Concerto Köln: Heute haun wir auf die Pauke! 15.2.

Luzern/Theater (CH)

15.2.

Wien/Musikverein (A)

16.2.

Berlin/Neues Museum

16.2.

München/Muffathalle

The Beggar‘s Opera/B. Britten

Wiener Philharmoniker, Ltg. Lorin Maazel: W. A. Mozart & R. Wagner Lautten Compagney Berlin & Eva Matthes: T. Merula & P. Glass Ensemble Mosaik, Ltg. Enno Poppe mit Werken von E. Moguillansky (UA), E. Mendoza, H. Schüttler, E. Poppe, L. Hurt & S. Prins 17.2.

Frankfurt/Alte Oper

hr-Sinfonieorchester, Ltg. Paavo Järvi; Alisa Weilerstein: I. Strawinsky, S. Prokofjew & W. A. Mozart 17.2.

Hamburg/Laeiszhalle

18.2.

Berlin/Philharmonie

Jazz Piano: Yaron Herman Trio Berliner Philharmoniker & Rundfunkchor Berlin, Ltg. Sir Simon Rattle; Camilla Tilling; Bernarda Fink: H. Wolf & G. Mahler 18.2.

Hamburg/Laeiszhalle

Hamburger Symphoniker, Ltg. Jeffrey Tate; Deborah Voigt: I. Strawinsky & R. Wagner 19.2.

Lübeck/Theater

Stradivari. Uraufführung. Russische Seele: Werke von A. Borodin & P. I. Tschaikowsky München/Bayerisches Nationalmuseum Joel Frederiksen &

19.2.

EPM: Author of Poetry and Song

München/Allerheiligen Hofkirche taschenphilharmonie,

19.2. Nürnberg/Meistersingerhalle Münchner Philharmoniker, Ltg.

12.2.

Eltville/Schloss Reinhartshausen Bruno Böhmer Camacho

20.2.

Trio (Jazz)

Münchner Symphonikern

Koblenz/Kurfürstliches Schloss Amore è bandito: Maria

22.2.

12.2.

Ltg. & Erzähler: Peter Stangel: ­ C. Saint-Saëns: Karneval der Tiere

12.2.

Skiba & Cappella Confluentes

München/Allerheiligen Hofkirche Souvenir de Florence:

12.2.

E. Schulhoff & P. I. Tschaikowsky

Teodor Currentzis; Radu Lupu spielen J. Adams & S. Prokofjew

München/Deutsches Theater Bal Classique mit den Jungen Elmau/Schloß Elmau

Sabine Meyer, Wolfgang Meyer, Reiner Wehle & Christian Ruvolo: F. Mendelssohn-Bartholdy & R. Schumann 22.2.

Hamburg/Laeiszhalle

Vinterfest mit Fröst: Martin Fröst,

Shai Wosner & Apollon Musagete Quartett 22.2.

Heidelberg/Stadthalle

Philharmonisches Orchester der Stadt Heidelberg, Ltg: Cornelius Meister; Nabil Shehata: L. Janáček, S. Koussevitzky & B. Martinů 22.2. Wien/Arnold Schönberg Center ensemble reconsil wien:

A. Schönberg, R. Pawollek, L. Borzik, J. Kretz & T. Heinisch

23.2. Leverkusen/Bayer Kulturhaus Signum Quartett spielt ­

C. Debussy, A. Webern & F. Schubert Ludwigshafen/BASF-Feierabendhaus State Academic

23.2.

Symphony Orchestra of Russia, Ltg. Mark Gorenstein: P. I. Tschaikowsky & M. Mussorgski 23.2.

Rostock/Theater

Norddeutsche Philharmonie, Ltg: Florian Krumpöck: Beethoven pur 24.2. Berlin/Orangerie Charlottenburg Ensemble des Berliner

Residenzorchesters: Zu Friedrichs Ehren: Werke von Friedrich II. und seinen Hofkomponisten

24.2.

Hamburg/Kampnagel

24.2.

Hamburg/Laeiszhalle

24.2.

Krefeld/Burg Linn

24.2.

Mannheim/Christuskirche

24.2.

Neuss/Zeughaus

24.2.

Nordhausen/Theater

25.2.

Karlsruhe/Konzerthaus

25.2.

München/Herkulessaal

Ensemble der HipHop Academy Hamburg & Ensemble Resonanz: Sampled Identity Adam Laloum spielt W. A. Mozart & R. Schumann Signum Quartett spielt C. Debussy, A. Webern & F. Schubert Orgelführung

Shirley Brill, Claudio Bohorquez & Jonathan Aner: J. Brahms Nordhäuser Bühnenball: „Ein Kessel Gestreiftes“, Ltg: Markus L. Frank Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Ltg. Karl-Heinz Steffens; Viviane Hagner: F. Schubert, W. A. Mozart & A. Dvořák Joseph Moog: L. van Beethoven, ­ R. Schumann, J. Brahms & V. Bellini/ F. Liszt Rheinsberg/Schlosstheater Christopher Jung & Piotr Ocz-

25.2.

kowski: Die Winterreise/F. Schubert 26.2. Erlangen/Heinrich-LadesHalle Bamberger Symphoniker, Bay-

erische Staatsphilharmonie & Chor der Bamberger Symphoniker, Ltg. Dennis Russell Davies; Maki Namekawa: J­. Haydn, I. Strawinski & G. Holst 26.2.

Köln/Philharmonie

26.2.

Mainz/Rheingoldhalle

Gürzenich Orchester Köln, Ltg. Markus Stenz; Renaud Capuçon; Gautier Capuçon & Frank Braley: J.-F. Rebel, L. van Beethoven, J. Haydn & I. Strawinsky Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Ltg. Karl-Heinz Steffens; Viviane Hagner: F. Schubert, W. A. Mozart & A. Dvořák 26.2. Wuppertal/Historische Stadthalle Sinfonieorchester

­ uppertal, Ltg. Toshiyuki Kamioka; W Edoardo Zosi: M. Ravel, I. Strawinsky & N. Rimski-Korsakow

www.crescendo.de

Februar / März 2012


Anzeigen

Reutlingen/Friedrich-Liszt-Halle

27.2.

Württembergische Philharmonie Reutlingen, Ltg. Norichika Iimori; Vestard Shimkus: B. Blacher & S. Rachmaninow 28.2.

Frankfurt/Oper

Christoph Prégardien, Julian Prégardien & Michael Gees: Vater und Sohn 29.2.

Heilbronn/Harmonie

Württembergisches Kammerorchester, Ltg. Ruben Gazarian; Martin Grubinger: G. Holst, A. Koppel, B. Bartók & J. Corigliano

Bonn/Beethovenhalle

11.3.

Frankfurt/Alte Oper

11.3.

München/Gasteig

11.3.

Saarbrücken/Ludwigskirche

13.3.

Tübingen/Festsaal der Universität

1152CD/550DVD 1152CD/550DVD -- pro 250 ** pro Regal: Regal: 250

14.3.

Dresden/Frauenkirche

600LP 600LP

Hameln/Theater

Kinderkonzert: „Happy Birthday Bach!” L’amico Fritz/P. Mascagni (konzertant)

Baiba & Lauma Skride Dresdner Orgelzyklus 15.3.

29.2.

Luzern/KKL (CH)

München/Jüdisches Zentrum Jakobsplatz Orchester Jakobsplatz

29.2.

München/Herkulessaal

Münchner Symphoniker, Ltg. Ken David Masur; Serge Zimmermann: F. Mendelssohn Bartholdy, W. A. Mozart & F. Schubert 1.3.

Hamm/Kurhaus

Barbara Dennerlein (Jazz) 1.3.

Neubrandenburg/Konzertkirche

2.3.

Krefeld/Seidenweberhaus

Neubrandenburger Philharmonie, Ltg: Stefan Malzew: Soundtracks aus berühmten Filmen wie „Titanic“, „Star Wars“ u.a.

Niederrheinische Sinfoniker; ­ Ltg. Graham Jackson; Ewa Kupiec: C. Seither, W. A. Mozart & S. Rachmaninow 4.3.

Stuttgart/Musikhochschule

4.3.

Wuppertal/Historische Stadthalle

SWR Vokalensemble Stuttgart, Ltg. Klaas Stok: Der Trick mit dem Kanon London Philharmonic Orchestra, Ltg. Vladimir Jurowski; Julia Fischer: D. Schostakowitsch & P. I. Tschaikowsky 6.3.

München/Studio 1

8.3.

München/Prinzregententheater

9.3.

Baden-Baden/Festspielhaus

Münchner Rundfunkorchester, Ltg. Ulf Schirmer; Den Danske Strygekvartet: L. van Beethoven Münchener Kammer­orchester, Ltg. & Viola: Tabea Zimmermann: S. Veress, A. Schnittke, ­M. Kopytman & B. Bartók Anne-Sophie Mutter mit Werken von W. A. Mozart, F. Schubert, W. Lutoslawski & C. Saint-Saëns 10.3.

Frankfurt/Alte Oper

Orchestra dell´Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Ltg: Antonio Pappano;

zum zum Beispiel Beispiel

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Der Messias/G. F. Händel

Köln/artclub

Luzerner Sinfonieorchester LSO, Ltg. James Gaffigan; Lise de la Salle: W. Rihm, J. Brahms, F. Liszt & R. Wagner

CD/DVD und Plattenregale aus Metall

Kinderkonzert: Ein Streich im bunten Musikantenreich

29.2.

Kommunikation 9 (Jazz, Folk, Impro)

Platzmangel ? Hier die Lösung !

11.3.

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Götz Alsmann 15.3.

München, Ltg. Daniel Grossmann; Tatjana Pavlovskaja; Sergej Leiferkus: D. Schostakowitsch & M. Weinberg 24.3.

München/Musikhochschule

26.3.

Basel/Stadtcasino (CH)

Gitarrenduo Gruber & Maklar mit Werken von H. Villa-Lobos, ­G. Rossini, J. K. Mertz, W. A. Mozart & J. Rodrigo Kammerorchester Basel, Ltg. Winfried Toll; Rachel Harnisch; Benedict Nelson: J. Brahms

Festivals Winter in Schwetzingen Augsburg Brecht Festival 4.- 12.2. Hildesheimer Kindertheaterwoche 5.- 7.2. Bremen phil intensiv 11.- 19.2. Hamburg Elbphilharmonie Festival: Sounds of Israel - 11.2.

2. - 12.2.

15.- 19.2.

Berlin/Komische Oper

Kinderfestival

Karlsruhe Händel Festspiele 24.2.- 11.3. Dessau Kurt Weill Fest 9. - 18.3. Magdeburg Telemann-Festtage 11.- 18.3. Mannheim/Christuskirche 17. - 26.2.

Bachfestival 11. - 18.3.

Bad Reichenhall

Mozartwoche 13. - 18.3. Int. Jazzwoche Burghausen 16. - 25.3. Arnstadt Bachfestival 16. - 25.3. Festspielfrühling Rügen 17. - 25.3. Berlin MärzMusik 23.3. - 1.4. Arosa Musik Festival (CH) 23.3. - 29.4. Heidelberger Frühling 24.3. - 8.4. Interlaken Classics (CH)

FESTLICHE EVENTS IN MARKGRÄFLICHEN BAUWERKEN

18. BAYREUTHER OSTERFESTIVAL 6.-15. April 2012

Festival Brass mit Bob Ross Symphoniekonzert Geistliches Konzert Festkonzert, Jazz

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KULTUR IN UNTERSCHLEISSHEIM

SPIELZEIT 2011/2012

Philharmoniker Hamburg, Ltg. ­Simone Young; Alisa Weilerstein: ­K. Penderecki & P. Tschaikowsky

Janine Jansen: J. Brahms & S. Prokofjew

Samstag, 11. Februar 2012, 19 Uhr

B & M DANCE COMPANY: FASZINATION TANZ Bolero, Carmina Burana Sonntag, 18. März 2012, 19 Uhr | Podium junger Künstler

HEUER QUARTETT FORUM UNTERSCHLEISSHEIM

Hamburg/Laeiszhalle

27.2.

Samstag, 24. März 2012, 20 Uhr LA BOHÈME Oper von Giacomo Puccini Stagione d’Opera Italiana Bürgerhaus Unterschleißheim Rathausplatz 1 [direkt an der S 1 Haltestelle Unterschleißheim] Karten: 089/54 81 81 81 oder 089/310 09 200 www.forum-unterschleissheim.de

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d i e

l e t z t e

s e i t e

Geiger & crescendo Kolumnist DANIEL HOPE

Geigen im Panamakanal Gäbe es für ihn Kilometergeld, wäre unser Kolumnist schon Milliardär. Das neue Jahr begrüßte Hope samt Geige natürlich in der Ferne – in Mittelamerika.

Hallo Herr Hope, die Fotos, die Sie gerade gemailt ha­ ben, sehen diesmal fast nach Urlaub aus ... Ja, ich habe mir auch ein wenig Auszeit gegönnt nach diesem anstrengenden Jahr 2011. Ich weilte schon wieder auf einem Kreuzfahrtschiff, diesmal in Mittelamerika. Ich habe viel gelesen, unter anderem das neue Buch von meinem Vater, es heißt „Shooting Angels“, ein Roman über die Apartheid in Südafrika. Ihr Vater ist Schriftsteller? Ja, er hat bereits über zwanzig Bücher veröffentlicht und gewann viele Preise. 1974 sind wir ja aus Südafrika geflüchtet. Er war AntiApartheid-Kämpfer, seine Bücher wurden verboten und er wurde von der Regierung schikaniert. Kommen Sie auch vor in diesem Buch? Diesmal nicht. Ich habe mich aber in ein paar anderen Werken von ihm schon wieder entdeckt. Sie haben ebenfalls schon mehrere Bücher veröffentlicht! Haben Sie das Talent zum Schreiben also von ihrem Vater geerbt? Ich möchte hoffen, ja. Wobei er wirklich ein Meister des Schreibens ist, ich bin Geiger, der gelegentlich gerne schreibt. Mein Vater 50

Hobbyfotograf Hope sandte diesmal Bilder aus Cartagena, Caracas, dem Panamakanal und der Isla Coiba.

hat uns aber immer ermutigt, unsere eigene Meinung zu sagen. Wie oft sehen Sie Ihren Vater? Leider viel zu selten. Aber demnächst bei meinem Festival in Savannah in den USA, Ende März. Dort kommt er immer sehr gerne hin, auch weil er die verschiedenen Musik­genres liebt, die wir dort haben. Zurück zu Ihrer Reise: Ist das der Panama­ kanal auf dem Foto? Ja. Ein sehr beeindruckender Ort. Es ist unglaublich, wie langsam man durch die 86 Kilometer lange, dünne Wasserstraße fährt. Wir sind morgens um sechs Uhr rein und erst abends um zehn waren wir durch. Man wird ab und zu sogar von einem Kran gezogen, weil es bei großen Schiffen um Milli­ meter geht. Und dann passiert man das Gefängnis, in dem der Ex-Diktator Manuel Noriega sitzt.

Und haben Sie dann am Ende der Durchquerung ein Konzert an Deck gegeben? Nein, nicht direkt am Ende, aber wir haben drei klassische Konzerte während der Reise gegeben, diesmal eher das romantische Programm, Schumann, Brahms und Joachim. Welche anderen Künstler waren noch an Bord? Ich habe zusammen mit dem Pianisten Sebastian Knauer konzertiert und der wunderbare Bariton Nikolay Borchev gab Lieder­ abende mit Wolfram Rieger. Der auffälligste Künstler aber war ein gewisser Peter Kraus, er scheint in Deutschland so etwas wie der zweite Elvis zu sein. Naja, nicht ganz. Außerdem ist er Öster­ reicher ... Er hat auf jeden Fall jeden Morgen ziemlich viele Autogramme geben müssen. Bestimmt. Wohin geht es als nächstes? Ich spiele das Britten Konzert in London und Bergen, in Norwegen, danach geht es in die Loire-Region in Frankreich, dann New York und von dort nach Peking, Shanghai und Tokio. www.crescendo.de

Februar / März 2012


rafaŁ BleChaCZ

rolando VillaZón

„die geBurt eineS titanen“

„eS war VillaZónS aBend“

(San Francisco Chronicle)

(The Observer)

Debussy – Szymanowski Rafał Blechacz, Klavier

Jules Massenet: Werther Rolando Villazón, Tenor Antonio Pappano, Dirigent Live-Aufnahme aus dem Royal Opera House, London.

hilary hahn

Mikhail SiMonyan

die Sonaten für Violine und klaVier Von CharleS iVeS: „...iMMer anderS und iMMer wieder faSZinierend“

“SiMonyanS Bogen iSt ein ZauBerStaB!“

Charles Ives – Four Sonatas Hilary Hahn, Violine Valentina Lisitsa, Klavier

Two Souls Barber + Chatschaturjan Violinkonzerte Mikhail Simonyan, Violine London Symphony Orchestra

(Plain Dealer)

www.klaSSikakZente.de


crescendo 1/2012, Ausgabe Februar / März 2012