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april / mai

Aktuelle Veranstaltungen in Ihrer N盲he

B47837

> Jahrgang 7 > 2005 > www.crescendo-magazin.de

plus regional: Vorschau

ausgabe 02/ 2005

2005

< ehrlich rolando villaz贸n

anu tali < carel kraayenhof < dorothee oberlinger < d

crescendo auf der MIDEM HiFi Schwerpunkt: Kompakt-Lautsprecher

Beihefter CLASS aktuell


- die preisgekrönte Dirigentin aus Estland kommt! Sie gewann bereits 2003 den Echo als beste Nachwuchskünstlerin. Jetzt präsentiert sie unter dem Titel „ACTION - PASSION - ILLUSION“ neue Aufnahmen von SIBELIUS, RACHMANINOV und ERKKI-SVEN TÜÜR mit dem selbstgegründeten Nordic Symphony Orchestra.

lugansky nikolai

„Nikolai Lugansky weiß gekonnt Intellekt mit Gefühl und technischer Brillianz zu verbinden“

die Klavierkonzerte von RACHMANINOV auf CD und in Konzerten

07.04. Düsseldorf/ Tonhalle 10.04. Baden Baden/Festspielhaus 14. u.15.04. Leipzig/ Gewandhaus www.warnerclassics.de

. www.warnerclassics.com Warner Music Group Germany Holding GmbH

Financial Times 03


Liebe Leserin, lieber Leser!

Inhalt April / Mai 2005

TURNING MOVIES INTO EXPERIENCES...

FOTO: CHRISTINE SCHNEIDER

Persönlich

Chefredakteur Klemens Hippel Haben Sie noch einen Klassik-Händler in Ihrer Nähe, der Sie kompetent über Neuerscheinungen und das klassische Repertoire informieren kann? Bei dem Sie CDs anhören können, ehe Sie sie kaufen? Wenn ja, dann gehören Sie zu den glücklichen Klassikfans im Lande! Denn immer wieder erreichen uns Zuschriften, dass die Empfehlung, CDs erst anzuhören, ehe man sie erwirbt, zwar schön und gut sei – nur nicht hilfreich, weil sich weit und breit kein Schallplattenhändler befinde. Gegen das Händlersterben können wir leider nichts tun. Aber für eine bessere Kommunikation wollen wir sorgen! Deswegen beginnen wir mit dieser Ausgabe, in unserem CD-Rezensionsteil (ab S. 16) Händleradressen von kompetenten Klassik-Händlern zu veröffentlichen. Damit Sie, ob zu Hause oder unterwegs, wissen, wo Sie gute Musik finden können, wenn Sie Zeit haben, wieder einmal nach schönen Aufnahmen zu suchen. Ein breites und tiefes Klassiksortiment sowie eine persönliche Kundenberatung sind uns bei der Auswahl unserer crescendo premium-Partner wichtig. Schauen Sie doch einmal dort vorbei!

Ich wollt‘ ich wär‘ ein Clown Der Tenor Rolando Villazón Nordlichter Die Dirigentin Anu Tali Maxima und ich Der Tangovirtuose Carel Kraayenhof Sehr direkt Die Flötistin Dorothee Oberlinger

4 6 10 12

extra crescendo auf der MIDEM

8

crescendo premium

11

gehört Neue CDs CD-SACD-Rezensionen Lieblings-CDs – Die Kolumne Historische Aufnahmen Kultur Spiegel Klassik Bestseller

14 16 16 17 18

Hifi Gewinnspiel Kompaktboxen Kleines Radio, große Hilfe

31 34 36

unterwegs Reisetipps crescendo-Rätsel

38 39

Premierenspiegel Jetzt wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit der neuen Ausgabe von crescendo!

Ihr Klemens Hippel

WWW.CRESCENDO-MAGAZIN.DE

Auf einen Blick Hormonelle Turbulenzen Monteverdi und Purcell Opernrundschau im Nordwesten Orchestrale Wucht Licht und Schatten Musicalstadt Berlin

40 42 42 42 43 43 43

plus regional plus tourneen

44 50

Impressum

50

Klassik Highlights Programmvorschau

51

Unter www.crescendo-magazin.de finden Sie die aktuelle Ausgabe und die crescendo-Jahrgänge 2000 bis 2005 zum kostenlosen Download. Sie können zahlreiche Veranstalter per Link erreichen, und natürlich haben wir auch eine komfortable Volltextsuchfunktion integriert. Viel Spaß beim Stöbern!

Beilagenhinweis: Ein Teil dieser Ausgabe enthält Beilagen der Bodensee-Festival GmbH und von Giordano (Ars Vivendi Giordanoweine). Titelfoto: Rolando Villazón / Mark Kessel

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.marantz.de

EDITORIAL

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crescendo 02 2005

3

Marantz GmbH +49 5 41 40 46 60


persönlich

Ich wollt‘ ich wär‘ ein Clown

S

Der Tenor Rolando Vil azón Von Klemens Hippel

o begeistert habe ich noch keinen Künstler von seinen Konkurrenten sprechen hören! Verdient habe sein Kollege Olin Anastassov den ersten Preis beim Placido-Domingo-

Wettbewerb, bei dem Villazón Zweiter wurde. Nicht nur, weil dieser am besten gesungen hätte, sondern auch, weil man es als Bass viel schwerer habe als ein Tenor! Aber Rolando Villazón kann es sich leisE M I

ten, großzügig zu sein. Schließlich ist er auch ohne

/

diesen Wettbewerbsgewinn einer der erfolgreichsten

B L O O M

Tenöre unserer Zeit geworden.

A N A

crescendo: Stimmt es, dass Sie gerne Komiker geworden wären?

F O T O S :

Villazón: Ich liebe es Menschen zum Lachen zu bringen seit ich ein kleines Kind war. Und wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich bestimmt ein Clown. Es ist sehr schwer, ein richtiger Clown zu sein. Man

möglich haben. Wie im Alltag – wir sind nicht nur gut

muss sehr smart sein, körperlich sehr gut vorbereitet

oder schlecht, glücklich oder traurig, sondern alles

crescendo: Sie sind erst spät zum Gesang gekommen. Villazón: Ich habe mit 22 meine erste Oper gesehen.

und sehr sensibel. Ich hatte einmal einen Auftritt als

zusammen. Ich finde es oft ein Problem, dass die

Aber ich bin glücklich, dass es so spät passiert ist!

Clown auf einer Kinder-Party. Das hat Spaß gemacht.

Opernfiguren so klischeehaft sind. Alfredo ist jung,

Ich hatte eine sehr intensive Jugend und ich hatte

Aber zum Glück für mich hat mich dann die Oper ent-

naiv und explosiv – Punkt. Ich möchte echte Men-

viel Spaß. Für einen Schauspieler ist es wichtig zu

deckt.

schen darstellen. Es geht nicht darum seine Technik zu

leben. Und Sänger müssen Gott sei Dank mehr und

crescendo: Sehen Sie eine Verwandschaft zwischen Opernsängern und Komikern?

demonstrieren: „Schau mal, was ich für ein schönes

mehr auch Schauspieler sein. Ich hatte sehr viele an-

Piano singen kann“.

dere Interessen. Ich war ein böses Kind und es war wunderbar! Ich kann mir nicht vorstellen, alle diese

Villazón: Ich glaube, Tenöre müssen auch lustige Typen

crescendo: Wie kommt es, dass im Moment so viele

sein. Viele Kollegen sind sehr witzig auf den Proben.

lateinamerikanische Sänger Karriere machen – wo

len verbracht haben, immer nur Musik Musik Musik

Für mich ist es wichtig, eine komödiantische Ader zu

doch die Oper dort kaum eine Rolle spielt?

gemacht zu haben.

Stunden, die ich auf der Straße und beim Fußballspie-

haben, beim Theater ist nur ein schmaler Grat zwi-

Villazón: Vielleicht, weil Musik sehr wichtig in unserer

schen Tragödie und Komödie: Wer richtig komisch sein

Kultur ist. Wir singen unter der Dusche, zur Gitarre, alle

crescendo: Als Mexikaner kann man selten in der Hei-

kann, kann auch richtig dramatisch sein. Es heißt ja,

singen. Und unsere Musik ist nicht einfach zu singen.

mat auftreten...

dass es schwieriger sei, jemanden zum Lachen zu

Die Lieder liegen sehr hoch, da braucht man eine gute

Villazón: Ich würde gerne mehr zu Hause singen. Ein-

bringen als zum Weinen. Ich glaube das nicht. Beides

Stimme. Vielleicht ist es auch Zufall, dass es gerade

mal im Jahr mache ich ein Konzert in Mexiko, das ist

muss ehrlich sein und aus dem Herzen kommen. Mir

ein paar bekannte lateinamerikanische Sänger gibt.

schön. Aber es war auch gut: Es gab keinen anderen

hilft es sehr, aber man muss kein Komiker sein, um in

Aber jetzt weiß ein junger Tenor, dass es einen Platz

Weg für mich, als ein internationaler Sänger zu wer-

der Oper erfolgreich zu sein.

gibt für ihn. Für mich war das zum Beispiel wichtig

den. Als Italiener kann man zu Hause bleiben, in so

zu wissen: Ich kann eine Karriere machen. Auch die

vielen schönen Häusern singen und niemals heraus

crescendo: Sie

gelten als ein Sänger mit großem

Schauspieltalent.

Villazón: Ich versuche immer, meinen Figuren Tiefe zu geben. Jeder Charakter soll so viele Farben wie

4

www.crescendo-magazin.de

Theater wissen das jetzt: Es gibt gute Sänger in Me-

kommen. Für mich war das nicht möglich. Meine

xiko oder Argentinien – den hören wir an! Wie ja auch

Freunde sind überall in der Welt. Ich habe in Berlin

jeder weiß, dass es diese wunderschönen dunklen

genauso viele Freunde wie in Mexiko. Und ich fühle

russischen Stimmen gibt.

mich als Ausländer, überall wo ich hingehe: in Frank-

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PERSÖNLICH

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persönlich reich, in Deutschland, aber auch in Mexiko. Ich habe

crescendo: Könnten Sie nicht von sich aus anbieten: Ich

zu lange im Ausland gelebt, trage andere Kleidung als

möchte gerne Mozart singen?

die Menschen dort, habe andere Angewohnheiten,

Villazón: Jetzt könnte ich das vielleicht machen. Aber

sehe das Leben ganz anders. Ich bin ein internatio-

vor drei Jahren? Da hätten die gefragt: Villa-Wer?

naler Ausländer. Und ich mag das Gefühl, ein Fremder zu sein. Als Fremder ist man ein Exot, auf den sich die Aufmerksamkeit richtet. Alle wollen mit dir in Kon-

crescendo: Und wie wärs mit Barockoper? Händel ... Villazón: Nein, aber Monteverdi kommt. Ich mache Il

takt kommen. Das ist wichtig. Man muss ein Narziss

combattimento mit Emmanuelle Haim in diesem Jahr.

sein, um ein Künstler zu sein. Sonst wäre ich glücklich

Sie ist zu mir gekommen und hat gesagt: „Ich möchte

damit, unter der Dusche zu singen. Ich brauche den

mit Dir arbeiten.“ Ich habe geantwortet: „Oh, da bin ich

Applaus.

der falsche Tenor, ich singe dieses Repertoire nicht.“

crescendo: Was ich vermisse in Ihrem Repertoire ist Mozart...

Villazón: Ich auch! Am Anfang habe ich Il re pastore und

Konzert-Termine: 20.03. Berlin, Staatsoper Unter den Linden 23.03. Berlin, Staatsoper Unter den Linden 10.04. München, Bayerische Staatsoper 14.04. München, Bayerische Staatsoper 17.04. München, Bayerische Staatsoper 23.04. München, Bayerische Staatsoper 29.04. München, Bayerische Staatsoper

AKTUELLE CD

Sie hat gesagt: „Il combattimento ist für Dich!“ Sie ist

Rolando Villazón

unglaublich. Sie hat mich nach fünf Minuten überzeugt.

Französische Opernarien.

Sie ist die smarteste Person, die man sich vorstellen

EMI 0724354571923

kann. Sie hat so eine ansteckende Begeisterung und

Cosi gesungen, als ich studierte. Ich würde gerne ein-

eine einmalige Vorstellungskraft. Sie verbrennt alles

mal Cosi fan tutte machen. Aber es ist schwierig, die

um sich herum! Sie ist wundervoll!

Carel Kraayenhof_220x130+5 01.03.2005 Werther!Uhr Seite 1 Theater sagen oft, nein, nicht Mozart, sing15:43

Diese CD ist unser Begrüßungsgeschenk für neue crescendo premium-Teilnehmer.

PIAZZOLLA meets BERNSTEIN

street tango carel kraayenhof

Erleben Sie Carel Kraayenhof, den niederländischen Bandoneon-Virtuosen, der auf der Hochzeit von Prinzessin Maxima Millionen für den Tango begeisterte. Auf seiner CD „Street Tango“: ein meisterhafter Mix aus Bernsteins „West Side Story“ und dem davon inspirierten Tango-Musical „Tango Apasionado“ von Astor Piazzolla. CD inkl. Bonus-DVD 038367-2

„Der Auftritt von Carel Kraayenhof war mehr als ein Glücksfall ein Segen für die Zuhörer“ Hamburger Abendblatt Erstmals auf Tour in Deutschland mit dem Sexteto Canyengue: 17.04. Bonn - Harmonie 19.04. Hamburg - Fabrik 21.04. Kaiserslautern - Kulturzentrum Kammgarn 22.04. Heidelberg - Kulturzentrum Karlstorbahnhof 23.04. Mainz - Frankfurter Hof tickets unter www.klassikakzente.de/carel Bestellen Sie eine Probe CD von Carel Kraayenhof mit MARIA aus „Westside Story“ von Bernstein und STREET TANGO von Astor Piazzolla unter info@klassikakzente.de

www.klassikakzente.de


W A R N E R F O T O :

C H R I S

D U N L O P

/

persönlich

Nordlichter

Die Dirigentin Anu Tali und ihre Zwil ingsschwester – Von Erika Habenicht

D

ie beiden greifen neugierig nach der Bou-

crescendo: Wer gibt bei Ihrer Zusammenarbeit den Ton

A. Tali: Das Problem ist, wie bekommt man sie zum

levard-Zeitung am Künstlereingang des

an?

ersten Mal dahin? Mir sind alle Marketingideen recht,

Opernhauses in Tallinn. Endlich entdecken

Anu Tali: Wir helfen einander. Unsere Arbeitsweise ist

sie, was sie gesucht haben: Die eine der

sehr hart und schnell. …

tenempfang zu sehen, mit einem kurzen Kommentar

Kadri Tali: … Keine Diplomatie. A. Tali: Jeder sagt, was wir tun sollen, dann haben wir

zu ihrem Designerkleid. „Wenn sie einen nicht mag,

einen großen Streit…

beiden ist auf einem der bunten Fotos vom Präsiden-

zerreißt die Presse einen hier in der Luft“. Nicht,

K. Tali: … und der hört dann damit auf, dass wir den

dass sich die beiden 32jährigen Zwillingsschwes-

Standpunkt der anderen einnehmen.

auszeichnet. Mit 25 gründeten sie das Estnisch-Fin-

A. Tali: Letztendlich treffen wir uns dann in der Mitte. K. Tali: Diese Methode ist hart, aber fruchtbar, wir

nische Sinfonieorchester, das Anu Tali dirigiert und

verschwenden keine Zeit, indem wir offensichtliche

Kadri Tali managed. Es besteht aus Musikern großer

Fehler der anderen zuliebe erst einmal ausprobieren.

tern davon die gute Laune verderben ließen, die sie

Orchester, die sich zu projektbezogenen Arbeitspha-

die Leute in ihr erstes Konzert zu locken. Spiele Straußwalzer, warum nicht? Spiele Musicals, was ist daran falsch? Wenn die Leute einen schönen Start haben, dann kommen sie wieder. Und dann kann man herumexperimentieren. Sie kommen, weil sie wissen, dass wir etwas Interessantes machen. Es war ein langer Weg und wir wurden kritisiert, dass wir alles für das Marketing machen. Aber Marketing ist besser als jammern.

crescendo: Dann jammern Sie auch nicht, weil weibliche Dirigenten es manchmal schwer haben akzeptiert

sen treffen und vor allem estnisches, finnisches und

crescendo: Mit 25 Jahren haben Sie ihr eigenes Or-

russisches Repertoire spielen. Als Dirigentin ist Anu

chester gegründet, in diesem Alter sind viele Musiker

A. Tali: Es ist vielleicht sogar einfacher als Frau, weil

Tali aber auch beim Philharmonischen Orchester To-

noch mit ihrer Ausbildung beschäftigt.

man anders ist, und anders sein ist immer gut. Aber

zu werden?

kyo, dem Sinfonieorchester Moskau oder dem Radio

A. Tali: Ja, aber das ist genau die Zeit, in der man ver-

Sinfonie Orchester Frankfurt zu Gast. Immer an ihrer

rückte Dinge tut und einem alle Dinge möglich er-

mich engagieren wollte, und als ich sagte, im März

Seite: ihre Zwillingsschwester.

scheinen. Wenn man irgendwann einmal keine Träume

würde es mir passen, lehnte er ab, mit den Worten

mehr hat, die man sich erfüllen kann, dann resigniert

„na ja, wir haben im Frühjahr schon eine weibliche

man. Bei uns war es aber kein Traum, sondern eher

Dirigentin bei uns.“ Ich hätte gerne geantwortet, „und

Zufall. Wir wurden 1997 beauftragt, ein estnisches und

wie sieht es da mit der Pferdeabteilung und der Hun-

finnisches Konzert auf die Beine zu stellen und wir

deabteilung und anderen dirigierenden Minderheiten

luden also estnische und finnische Musiker ein und

aus?“

6

www.crescendo-magazin.de

F O T O :

W A R N E R

spielten Musik beider Länder. Und danach fragten die

Anu und Kadri Tali

einmal telefonierten wir mit einem Veranstalter, der

Musiker uns, warum wir nicht versuchen wollten, eine

crescendo: Wann entstand bei Ihnen der Wunsch, Diri-

ganze Saison zusammen zu machen. Es ist aber nicht

gentin zu werden?

leicht, in einem so kleinen Land, so ein Orchester zu

K. Tali: Als Kinder hatten wir ausgefallene Berufswün-

formieren ohne staatliche Unterstützung.

sche wie Astronaut oder Bergsteiger.

crescendo: Dennoch schaffen Sie es, sich zu ver-

Klavier. Mein späterer Lehrer, Maestro Panula, gab ein-

A. Tali: Das Dirigieren war eher Zufall, wir studierten

markten, Sie haben Sponsoren, Ihre Konzerte sind

mal einen Meisterkurs, aber irgendwie wollte keiner

ausverkauft. Wie kann man das Publikum mit neuer

der Studenten der Orchesterleitungsklasse dirigieren.

estnischer Musik in Konzerte locken?

Also sagte ich, ihr seid alle verrückt, da sitzt das Or-

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persönlich

W A R N E R / D U N L O P C H R I S F O T O S :

chester und keiner traut sich. Ich will dirigieren. Ich

crescendo: Auch für den Komponisten, dessen Stück

spezifisch estnische Musik, aber er selbst fühlt sich

dirigierte Egmont. Ich war nicht gut, glaube ich, aber er

man spielt, wie zum Beispiel den in Deutschland noch

sehr als Este. Er glaubt, dass alles in uns das Ergebnis

sah, dass ich sehr natürlich musizierte. Ich hatte keine

unbekannten Esten Erkki-Sven Tüür?

dieses kalten Wetters und der langen, dunklen Winter

Allüren als Dirigent, ich liebte es einfach zu dirigieren.

A. Tali: Das war toll, dass ich mich bei dieser CD-

Panula lud mich dann nach Finnland ein.

Aufnahme mit dem Komponisten zusammensetzen

aufhören sollte zu arbeiten, um beim Feuerschein

konnte. Ich sehe in seinem Werk ein Bild menschlicher

einfach zu singen. Nordische Leute werden sehr stark

Verrücktheit, sehr philosophisch. Er spielt mit der Ma-

von dem dunklen Wetter bestimmt, aber wir sind da

Jukka-Pekka Saraste haben auch bei Jorma Panula

terie, mit der heutigen geschäftigen Zeit. Er liebt es,

kein gutes Beispiel.

gelernt. Gibt es eine Panulaschule?

den Raum des Stückes auszuweiten, indem er ver-

crescendo: Esa-Pekka Salonen, Sakari Oramo oder A. Tali: Panula unterrichtet seine Schüler nur unter-

schiedene Instrumente die gleiche Note spielen lässt,

stützend. Er führt nicht deinen Arm, um deine Schlag-

die eine beginnt weiter unten und die andere ein wenig

technik zu vervollkommnen, da ist man sich selbst

höher. Man fühlt den Raum drumherum. Für mich war

überlassen, aber er hilft dir zu verstehen, um was es

das umwerfend, die Noten zu formen.

geht. Man braucht als Dirigent so viel mehr als Musikalität, man braucht Verständnis für die 90 Leute im

crescendo: Ist es leichter, einen Zugang zu seiner Mu-

Orchester.

sik zu finden, wenn man die gleiche Nationalität hat?

BOB > Cresc_4./5 2005stef

02.03.2005

B ORCHESTER B EETHOVEN

Tali: Erkki-Sven 15:04 A.Uhr Seite 1Tüürs Musik ist eigentlich keine

ist. Wenn man eigentlich um 17.00 oder 18.00 Uhr

AKTUELLE CD

Anu Tali dirigiert: Erkki-Sven Tüür: Action–Passion-Illusion / Zeitraum; Rachmaninow; Sibelius Warner classics 2564 61992-2 (VÖ: 04.04.2005) crescendo premium hält diese CD für Sie bereit.

Die Robert-Schumann-Werkstatt für Musikkritik richtet sich an angehende junge Musikjournalisten und bietet ihnen intensive Einblicke und Programmauszug: Weiterbildungsmöglichkeiten in zahlreichen - Besuch der Opernpremiere „Fidelio“ des Beethovenfestes Bonn Bereichen des Musikjournalismus. - Besuch der Uraufführung von „Die Irre - Nächtlicher Fischfang“ von Jan Müller Wieland - Besuch des 1. Freitagkonzertes des Beethoven Orchesters - Produktion einer Zeitung - Produktion einer 30-minütigen Kultursendung in einem Tonstudio der Deutschen Welle - Besuch des Beethoven-Hauses und des Beethoven-Archives

ONN

25. September bis 2. Oktober 2005, Bonn

Robert-Schumann -Werkstatt für Musikkritik 2005 Hören und Schreiben lernen Bewerbungsschluss 15. Juni 2005 (Eingangsstempel) Kursgebühr 550,00 Euro (inkl. Unterkunft und Verpflegung)

Kooperationspartner

Bewerbung Die Bewerbungsunterlagen können Sie unter www.beethoven-orchester.de herunterladen oder anfordern beim: Beethoven Orchester Bonn Julia von Schubert Wachsbleiche 1 53111 Bonn Telefon: (0228) 45 49 3 -15 Fax: (0228) 45 49 3 -25 julia.vonschubert@bonn.de

KONZERTE DER BUNDESSTADT BONN

Gesamtleitung Laurentius Bonitz Künstlerische Leitung Dr. Bernhard Hartmann (General-Anzeiger) Dr. Gero Schließ (Deutsche Welle) Gregor Willmes (FONO FORUM) Weitere Dozenten Alexander Dick (Badische Zeitung) Thomas Voigt (freier Journalist, WDR, Deutschlandfunk)


extra

MIDEM

Auf der Musikmesse in Cannes Die Vertreter internationaler Toporchester (u.a. des S C H N E I D E R

London Symphony Orchestra) trafen sich, um über bessere Vermarktungsmöglichkeiten ihrer Klangkörper zu diskutieren. Auf besonderes Interesse stießen

C H R I S T I N E

die Erfahrungen von Chaz Jenkins, Chef von LSO live, des erfolgreichen Labels des London Symphony Or-

tionale Musikmesse MIDEM in Cannes

Auch die Film- und Fernsehschaffenden horchten

hat jedes Jahr im Januar etwas Neues zu

auf, bei einem besonderen Projekt: 75 Jahre alt wäre

bieten. Dieses Mal: frostige Temperaturen

Fritz Wunderlich in diesem Jahr geworden. Zu diesem

F O T O S :

S

chestra (Bild 1). chnee am Golf von Genua – die interna-

und ein volles Programm bei der Klassik-Lounge, die

Stargast in der crescendo-Lounge war in diesem

crescendo regelmäßig veranstaltet.

Jahr die amerikanische Geigerin Hilary Hahn, die uns nach der erfolgreichen Präsentation eines neuen Do-

Blickfang in diesem Jahr war ein Porsche Cayenne,

kumentarfilms über ihre Arbeit zum Entspannen an der

den die 2+2+2 Marketing AG auf die Messe gebracht

Bar besuchte. Und da sie schon einmal da war, hat sie

hatte, um die Fortschritte im Mehrkanalton zu de-

auch gleich ihre Erfahrungen bei der Arbeit am Film zu

monstrieren; endlich kann man auch im Auto Musik 1 in höchster Klangqualität genießen! Dass man dabei

1

Papier gebracht. (Foto)

2

die Gelegenheit hatte, in einem nagelneuen Porsche

„Als wir begonnen haben, an dieser Dokumentation

zu sitzen, war eine willkommene Zugabe.

zu arbeiten, war ich zuerst nicht sicher, was ich zu erwarten hatte. Ich hatte zwar vorher schon im Bereich

Ganz international ausgerichtet war das Programm der

Film gearbeitet, aber nicht so intensiv. Jedenfalls mag

crescendo-Lounge: Eine äußerst interessante Studie

ich das Ergebnis. Sie haben einen tollen Konzertmit-

über die französischen Klassik-Fans präsentierten die Europäische Wirtschaftshochschule Paris, die Zeitschrift Classica-Repertoire und der Internetanbieter

schnitt gemacht, und die Elemente, die Benedict für

3

die Interviewsegmente ausgewählt hat, sind vielfältig

Anlass entsteht ein Film über „Leben und Legende“,

und interessant. Ich muss zugeben, dass es sehr bizarr

den seine Kinder Barbara und Wolfgang vor den an-

war, mich auf einem riesigen Bildschirm zu sehen!

wesenden Fernsehsendern präsentierten (Barbara

Zuerst wollte ich mich verstecken. Aber schließlich

Wunderlich und der scheidende GEMA-Chef Prof. Dr.

haben alle so ein großes Engagement in diesen Doku-

Reinhold Kreile, Bild 3). Zu sehen sein wird der Film

mentarfilm gesteckt, dass es ein großer Spaß war, ihn

voraussichtlich im kommenden Jahr.

zu sehen.“ Hilary Hahn

Abeille Musique. Tenor: Vor allem als Informationsmedium gewinnt das Internet immer mehr an Bedeutung im Bereich Klassische Musik. Und: Alte Musik und Barockmusik sind beliebter, als oft angenommen wird. „Label of the Year“ beim erstmals vergebenen MIDEM Classical Award wurde die französische Firma Alpha, die ihren Preis mit einer Pressekonferenz bei crescendo feierte (Alpha-Chef Jean-Paul Combet, Bild 2). Übrigens: Auch diesmal hat sich Alpha wieder einen crescendo-Tipp verdient! (s. S. 19)

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persönlich

Der Tangovirtuose Carel Kraayenhof Von Katharina Honke

er niederländische Bandoneonvirtuose und Komponist Carel Kraayenhof, in der Tangoszene schon lange ein fester Be-

U N I V E R S A L

D

Maxima und ich

griff, wurde mit seinem Auftritt bei der

Trauung des niederländischen Kronprinzenpaares

F O T O S :

im Februar 2002 über Nacht berühmt. Seitdem füllt er die größten Konzertsäle in aller Welt. Jetzt geht er mit seinem Sexteto Cayengue in Deutschland auf Tournee.

crescendo: Wie sind Sie zum Tango gekommen? Kraayenhof: Mit acht Jahren habe ich begonnen Klavier

Kraayenhof: Wie alle Holländer bin ich natürlich nicht

Fernsehen kennen. Das Schöne ist, dass viele Musiker

aufgewachsen mit der Musik von Buenos Aires, aber

aus jedem Bereich, sei es Jazz, Pop oder Klassik, mich

meine Eltern haben immer die West Side Story gehört.

einladen und mit mir zusammen spielen wollen. Mit

zu spielen. Später habe ich mir eine diatonische Hand-

So ist die Musik von Bernstein eine, die sehr nah an

einem bekannten Popmusiker habe ich sechs Mal in

harmonika gekauft. Mit dieser spielte ich in einem

meinem Herzen ist.

einem Stadion vor 50.000 Menschen gespielt. Das ist

Park in Amsterdam, als ein Argentinier zu mir kam und fragte, ob ich auch Bandoneon spielen würde. Ich

crescendo: Sie haben auch Astor Piazzolla persönlich

sagte ihm, dass so ein Instrument hier nicht zu finden

kennen gelernt, wie war Ihre Begegnung mit ihm?

nicht üblich für einen Bandoneonspieler.

crescendo: Sie gehen gerade mit Ihrem „Sexteto Ca-

wäre. Daraufhin hat mir dieser Mann ein Bandoneon

Kraayenhof: Alle Begegnungen mit Piazzolla waren wie

aus Buenos Aires mitgebracht und ich habe als Auto-

eine Spritze mit Tango-Kultur. Einmal sagte er: „Mein

Kraayenhof: Eigentlich ist Cayengue für Tango, was

didakt begonnen, es zu spielen.

Junge, spiel doch etwas für mich.“ Ich war gerade

Swing für Jazz ist. Es ist eine alte Tangotanzform und

von meiner ersten Reise nach Buenos Aires zurück-

ein Rhythmus, den man im Tango oft benutzt.

crescendo: Warum hat der Tango heutzutage – auch in

gekehrt und spielte ihm vor. Er ergriff meine Hände

yengue“ auf Tournee – was bedeutet Cayengue?

gewesen, sonst würdest Du die Arrangements nicht

crescendo: Bleibt Ihnen noch Zeit zum Tango tanzen? Kraayenhof: Sehr wenig. (lacht) Die freie Zeit nutze ich

leiden, fühlen sich geheilt vom Klang des Bandoneons.

so machen.“ Ein halbes Jahr später hat er aus New

zum Komponieren. Denn dieses Jahr ist ein Jubiläum,

Es ist ähnlich wie mit dem Flamenco oder dem Blues.

York angerufen und hatte drei Monate Arbeit für mich

ich spiele seit 20 Jahren Bandoneon und möchte gern

Das alles ist Musik, die nicht von der Elite einer Gesell-

in seinem Musical. Das war natürlich unglaublich, da

etwa zehn Kompositionen schreiben für die Meister,

schaft kommt, sondern von den armen Leuten. Diese

ich erst seit zwei Jahren Bandoneon spielte.

von denen ich alles gelernt habe.

crescendo: Seitdem Sie bei der Hochzeit des holländischen Kronprinzen spielten, sind Sie weit über die

crescendo: Können Sie das Tangogefühl definieren? Kraayenhof: Ich finde, dass Horacio Ferrer es sehr

Landesgrenzen bekannt geworden.

treffend beschrieben hat. „Tango ist das erste Lächeln

Europa – solch einen Zuspruch?

Kraayenhof: Tango ist starke Musik fürs Herz. Leute die

Musik ist eine Medizin für die Seele.

crescendo: Auf Ihrer CD „Street Tango“ schaffen Sie die Verbindung zwischen Leonard Bernstein und Astor Piazzolla. Warum gerade die Verbindung zu Bernstein?

und sagte: „Du bist bestimmt jetzt in Buenos Aires

Kraayenhof: Es war eine enorme Chance, für mich, für das Bandoneon und für den Tango. Maxima hat mich

auf deinem Gesicht, nachdem du einen Fluss von Tränen überquert hast.“

gefragt, ob ich bei der Hochzeit Bandoneon spielen könne. Ich war mir nicht bewusst, während ich in der Kirche vor 1000 Menschen in einer an sich intimen Zeremonie Adios Nonino von Piazzolla spielte, dass auch Millionen Menschen aus aller Welt am Fernseher zugeschaut haben. Dies erfuhr ich von fünf Kamerateams,

Tourdaten: 17.04. Bonn, Harmonie 19.04. Hamburg, Fabrik Barnerstr. 36 21.04. Kaiserslautern, Kulturzentrum Kammgarn 22.04. Heidelberg, Karlstorbahnhof 23.4. Mainz , Frankfurter Hof

die am nächsten Tag an meiner Haustür klingelten. Die Bandoneoneros in Buenos Aires waren übrigens alle sehr begeistert, dass ich mit dieser Fernsehübertragung ein größeres Publikum erreicht habe als Piazzolla

AKTUELLE CD

in seinem ganzen Leben.

Carel Kraayenhof: Street Tango

crescendo: Hat sich auch für Sie persönlich nach dieser

Decca 00440 0383672 / Universal (VÖ 21.03.2005)

Hochzeit etwas geändert?

Kraayenhof: Ja, es gibt viele Leute, die mich aus dem

10

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premium crescendo premium ist das exklusive Forum für Leser, die mehr wollen! > crescendo premium bietet Klassik:

> premium-Guide

> crescendo hilft Aktion Kinderfreude

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Aktion Kinderfreude ist eine Stiftung, die es sich zur

bequem direkt nach Hause geliefert.

Heft! Es ist Ihr Leitfaden für die vielfältigen Angebote,

Aufgabe macht, kranken Kindern in Deutschland zu

die Sie als premium-Teilnehmer nutzen können. Mit

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Diesmal: Antonio Vivaldi. Concerti per flauto.

Infobrief mit einer vollständigen Übersicht zu den ak-

Konkret geht es um

Dorothee Oberlinger (Flauto

tuellen premium-Angeboten und einem Bestellschein

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Dolce). Ornamente 99. Anton

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Bundesverbands der

Steck (Violino I), Christoph

deutschen Kinderhos-

Mayer (Violino II), Jane Oldham

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(Viola), Lorenzo Alpert (Fagotto), Olaf Reimers (Violoncello), Jörg

> Zu von der crescendo-Redaktion ausgewählten Ver-

Für jeden neuen pre-

Meder (Violone), Alexander Puliaev (Cembalo, Organo),

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Thomas Boysen (Chitarra, Liuto, Tiorba).

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an Künstlerpräsentationen und VIP-Veranstaltungen

lass genommen

B O N N

teilnehmen und haben die Chance auf Autogramm-

2 0 0 4

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Ich kann jederzeit zum Ende des Kalenderjahres kündigen. Vorname/ Name

künstlerischen Dia-

V G

gen ein.

ich möchte für 29,- EUR pro Jahr die Vorteile von crescendo premium nutzen und erhalte die Begrüßungs-CD: Rolando Villazón: Französische Opernarien.

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B I L D - K U N S T

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seum und geht weiter mit einer Konzerteinführung

Sie die oben genannten Leis-

und dem Konzert des ensemble phorminx in der Pro-

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tungen und Angebote.

videnzkirche. Hier werden die Auftragskompositionen

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aufgeführt. Es soll ein intermedialer Dialog entstehen Wenn Sie sich bis 15. Mai

zwischen den Bildern, dem biblischen Text und den

2005 für die Teilnahme bei

neuen Kompositionen.

Sollten Sie Bezahlung per Rechnung wünschen, fallen zusätzlich 5,– EUR Bearbeitungsgebühr an.

crescendo premium entscheiden, erhalten Sie zusätzlich die CD zur Titelgeschichte als Begrüßung.

Als premium-Teilnehmer können Sie an diesem Ereignis am 05.04.2005 teilnehmen. Details entnehmen Sie

Diesmal: Rolando Villazón: Französische Opernarien.

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dem Infobrief, der Ihrer crescendo-Ausgabe beiliegt.

PREMIUM

REISE

crescendo 02 2005

11

Ort, Datum, Unterschrift

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R I T T E R

persönlich Instrument müsste sie eigentlich sehr

F O T O : J O H A N N E S

A

ls eine der weltweit Besten auf „ihrem“ bekannt sein. Wie Anna Netrebko oder Hélène Grimaud. Doch da Dorothee Ober-

lingers Instrument die Blockflöte ist, ist das anders – nur einige Spezialisten für Neue und Alte Musik

Sehr direkt

Die Flötistin Dorothee Oberlinger – Von Klemens Hippel

werden ihren Namen kennen. Schade, denn die CDs der Künstlerin, die seit 2004 Professorin in Salzburg

zieller Ansatz, keine Klappen. Dadurch ist die Block-

braucht für Mittelalter, Renaissance, Frühbarock,

ist, gehören regelmäßig zu den besten Neuerschei-

flöte auch ein sehr schnelles, virtuoses Instrument.

Hochbarock und Neue Musik Flöten in verschiedenen

nungen auf dem Schallplattenmarkt.

Und dann reizt mich die Beschränkung. Man muss die

Größen, Stimmtönen und Grundstimmungen. Und das

Grenzen des Instruments ständig ausloten und Tricks

schlimme ist: Ich kann mich dann von den Instrumen-

anwenden, um ausdrucksvoll spielen zu können. Einen

ten nicht mehr trennen. Für meine Händel-CD habe ich

lebendigen, schönen Klang zu erzeugen ist gar nicht

mir Instrumente in 406 Hertz anfertigen lassen, das

so einfach – man hört bei einem Blockflötisten schon

ist die originale Stimmtonhöhe dieser Zeit. Die Flöten

nach einem Ton, wie der Hase läuft.

liegen jetzt bei mir im Regal... Das ist auch schon so

crescendo: Wie kam es dazu, dass sie bei der Blockflöte „hängen geblieben“ sind?

Oberlinger: Für mich hat sich die Frage nie gestellt, „umzusteigen“. Ich war als Kind wohl das, was man heute hyperaktiv nennt, da war die Flöte genau das richtige Instrument – man konnte damit spielend

crescendo: Nehmen Musikerkollegen die Blockflöte als

durchs Treppenhaus laufen! Ich habe auch Cello ange-

Instrument inzwischen ernst?

eine Sammlerleidenschaft.

crescendo: Wohin geht der Trend in der Barockmusik?

fangen mit sechs, später Gambe und Klavier gespielt

Oberlinger: Ich denke, mittlerweise schon. Das Vorurteil

und gesungen, aber die Blockflöte ist immer mein In-

existiert natürlich weiter, da schlummern immer noch

Oberlinger: Das stimmt. Die Musiker wachsen heute

strument geblieben.

einige unbewältigte Kindheitstraumata in manchen

mit Barockmusik auf – wie in einer Art evolutionärem

Musikerseelen. Aber das Niveau ist sehr viel höher

Prozess konnte sich das, was wirklich überzeugt,

Im Moment hört man viele tänzerische Elemente...

crescendo: Was fasziniert Sie an der Blockflöte? Oberlinger: Der Klang berührt mich. Die Direktheit.

geworden. Was heute bei der Aufnahmeprüfung ge-

entwickeln. An solchen Interpretationen kommt man

spielt wird, haben die Leute früher zur Abschlussprü-

heute nicht mehr vorbei. Seit z. B. Reinhard Goebel ein

Nichts ist zwischen dem Instrument und dem Spieler,

fung gespielt.

neues schnelleres Tempo in den Brandenburgischen

fast wie beim Gesang. Da ist kein Rohrblatt oder spe-

crescendo: Was hat sich denn verändert, verglichen mit

Konzerten vorgelegt hat, gab es keine langsameren Aufnahmen mehr. Und frischen Wind haben vor allem

einem Frans Brüggen in den 70ern?

die italienischen Ensembles mitgebracht, die in den

tastischer Musiker, sein Klang hat etwas sehr „Altes“

len wirklich vorbildlich. So dass man sagt: So muss

und Historisches an sich. Das liegt auch an den Origi-

Vivaldi sein, mit dieser Dynamik und den Tempi.

Oberlinger: Vor allem der Klang! Brüggen ist ein phan-

90er Jahren auf den Markt gekommen sind. Die spie-

nalinstrumenten, die er spielte – heute hat leider kaum jemand die Chance, solche Instrumente zu verwenden. Die liegen in den Museen oder in irgendwelchen Tresoren. Heute spielen die meisten Blockflötisten auf lauter klingen, was natürlich Vorteile hat – aber dann

Antonio Vivaldi: Concerti per flauto Dorothee Oberlinger, Ornamente 99

fehlt eben die Aura der Originale.

Marc Aurel MA 20015

F O T O :

K N U T

K O O P

Nachbauten, die glatter, ausgeglichener und oft auch

12

www.crescendo-magazin.de

crescendo premium CD

crescendo: Wie viele Flöten besitzen Sie? Oberlinger: Ich habe so um die 60 Instrumente. Man

EDITORIAL

crescendo premium-Teilnehmer (siehe Seite 11) erhalten diese CD mit der aktuellen Ausgabe von crescendo.

PERSÖNLICH

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persönlich

2005 erscheinen noch zwei neue CDs von Dorothee Oberlinger: eine zweite Folge von VivaldiKonzerten (arcana) und eine Bach-CD (marc aurel). Georg Friedrich Händel: Sonaten. Dorothee Oberlinger, Ensemble 1700. Marc Aurel MA 20024

Dorothee Oberlinger über Vivaldi-Interpretation: In meinem Plattenschrank türmen sich die Vivaldieinspielungen von den verschiedensten Blockflötisten. Doch im direkten Vergleich hört man die normalerweise nicht. Wenn man den einmal anstellt, ist man schon erstaunt! Zum Beispiel bei La Tempesta di mare: Eine sanfte Meeresbrise scheint von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem alles vernichtenden Orkan geworden zu sein. Welche Unterschiede in

1) Frans Brüggen – Vivaldi-Marcello-Platti. Seon (1979) Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Begegnung mit dem „echten Blockflötenklang“ – die Platten von Frans Brüggen. Bis heute verbinde ich seinen Klang mit einem „Originalklang“. Die CD ist heute noch ohne Patina. La Tempesta

Foto: Alvaro Yañez

Tempi, Spielweise, Aufnahmetechnik!

in der frühen Version mit Oboe und Fagott: Die dramatischen Ansätze sind da, im Vergleich zu neueren Einspielungen aber kultivierter, verhaltener. Klanglich ungeheuer schöne Momente, z.B. die Soli mit Fagott. 2) Il Giardino Armonico. Concerti da Camera Vol.1. Concerti op.10. Teldec (1990) Seit der Brüggen-Einspielung ist viel passiert. Es waren in den 90er Jahren vor allem italienische Ensembles und Solisten, die unser Verständnis von barocker italienischer Musik neu geprägt haben und auch für uns Blockflötisten neue Dimensionen eröffneten – Virtuosität, Farbe, Extreme. Die Blockflöte wird nun fast „violinistisch“ gespielt – weg vom klassischen „flauto-dolce“-Ideal. Auch spuckende oder perkussive Tongebung ist erlaubt, umso schöner wirken dann die zarten Passagen. Il Giardino Armonico zeigt hier eine große dynamische Bandbreite, Improvisation, große Flexibilität in der Wahl der Continuo-Instrumente. Giovanni Antonini spielt wunderbar gesanglich und expressiv! Extreme Tempi, Dynamik und Affektwechsel, wie es auch die Zuhörer aus dem 18. Jh. berichteten, die Vivaldi persönlich hören konnten. Der langsame Teil nach der furiosen Eröffnung wirkt fast wie eine Zeitlupe. Die Musik kommt wirklich zum Stehen. 3) Marion Verbruggen & N. Mc Geggan. Vivaldi. harmonia mundi 907040 (1991) Die „klassischste“ und gepflegteste Aufnahme mit sehr langsamen Tempi, den langsamsten im Vergleich zu den anderen. Ein sehr schöner runder Klang – ein eher gezähmter Sturm. 4) Sébastien Marq & J.-C. Spinosi (Ensemble Matheus). Vivaldi. Opus 111 (2000) Kommt aus der „neuen Generation“. Verrückte Ideen, man hat hier den Eindruck, die Musiker haben bei einer Flasche Wein beschlossen, alles anders zu machen, nachdem man schon so oft Vivaldi gehört hat. Extreme Rubati und überraschende Artikulationen. Es klingt nicht geputzt oder poliert, sondern sehr ehrlich. Wo man Verzierungen erwartet, kommen keine – ganz in der Idee, immer genau das Gegenteil von dem zu machen, was erwartet wird. Perkussive Bässe, sehr direkte Aufnahmetechnik, aufgewühlte Grundstimmung, man wird auf seinem Sessel richtig nervös.

crescendo 02 2005

13

ANDREAS STAIER S P I E LT

MOZART Sonaten

K.330, 331 “alla turca”, 332 Weil die Musik Mozarts kein starres Gebilde ist. Es ist Andreas Staier als Verdienst anzurechnen, daß er in diesen Sonaten die Auszierungtechnik zum Gegenstand seiner Überlegungen gemacht hat. Er präsentiert das Ergebnis auf dem Hammerklavier mit feinem poetischen Gespür und einer Prise Schalkhaftigkeit. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist seine Interpretation des Türkischen Marschs.


gehört

kurz vorgestellt

1

2

3

4

5

6

Neue CDs im Überblick

> 1 & 2 NIKOLAI LUGANSKY – RACHMANINOW als Komponist als auch als Dirigent schätzt man seine Qua-

>6 CHRISTIAN THIELEMANN

Wogen der Musik Rachmaninows, bis an die Grenzen der

litäten. Als Geburtstagsgeschenk hat die Deutsche Gram-

Seine Willkommensfeier in München gestaltete Dirigent

Klangästhetik geht er, aber er überschreitet sie nie. Auch

mophon die Veröffentlichung einer CD-Reihe beschlossen,

Christian Thielemann mit einem ambitionierten Konzert:

in der Pierre Boulez am Pult wichtige Pfeiler der Moderne

Anton Bruckners 5. Symphonie stand auf dem Programm.

zur Aufführung bringt. Auf der jetzt erschienenen CD huldigt

Jetzt erscheint für alle, die im Oktober nicht in der Philharmonie am Gasteig dabei sein konnten, der Live-Mitschnitt des Konzerts.

J A M E S

Höhepunkte in Bartóks Werk überhaupt. Man kann das 20.

Deutsche Grammophon 477 5377

erwähnen“. Erwähnenswert ist auch, dass für den Klavier-

Jahrhundert nicht beschreiben, ohne diese drei Stücke zu

KH

> 7 CLASSIC MEETS CUBA

part große Prominenz gewonnen werden konnte: Krystian Zimerman, Leif Ove Andsnes und Hélène Grimaud, die einen darstellen.

S O N Y

interessanten Querschnitt der heutigen Interpretationsstile EH

R O G E N H A G E N

/

Deutsche Grammophon 477 5330

> 4 & 5 LIVING STEREO

auf seiner neuen Rachmaninow-CD mit der Rhapsodie

Kaum hat man die erste Folge der dreikanalig aufbereiteten

über ein Thema von Paganini und den Variationen über ein

„living stereo“-Aufnahmen von RCA gehört, da kommt schon

Thema von Chopin (bzw. Corelli) zeigt der russische Pianist

die nächste Folge heraus. Wieder mit großartigen Einspie-

M A R K U S

F O T O :

W A R N E R

C L A S S I C S

Boulez dem Ungarn Béla Bartók mit der Einspielung von dessen Klavierkonzerten: „Die Klavierkonzerte sind für mich die

/

M C M I L L A N

Mit virtuosem Ungestüm stürzt er sich in die schäumenden

F O T O :

Nikolai Lugansky erneut die schauerlichen Wirbelstürme und wehmütigen Seufzer in Rachmaninows Musik. Seine brillante Technik setzt er ein, und er findet den schmalen Weg zwischen passioniertem Spiel und durchdachter Kon-

2003 erhielten die Klazz Brothers & Cuba Percussion für

trolle. Begleitet wird Lugansky auch auf dieser CD vom City

„Jazz meets Cuba“ einen ECHO Klassik. 2005 heißt es

of Birmingham Symphony Orchestra unter Sakari Oramo.

nun: Classic meets Cuba, Symphonic Salsa. Hier arbeiten

Gleichzeitig erscheint eine zweite CD, auf der Lugansky sei-

die Klazz Brothers & Cuba Percussion mit dem Münchner

ne Einspielungen der Rachmaninow-Klavierkonzerte mit den

Rundfunkorchester zusammen. Schon das schlichte Cover

noch fehlenden Nr. 2 & 4 komplettiert.

ist innovativ. Es zeigt, in stilisierter Form, einen Herrn im

F O T O : A R C H I V

EH

Warner classics 2564 60613-2 (VÖ 29.03.) Warner classics 2564 61946-2 (VÖ 29.03.)

> 3 BOULEZ 2005

Frack im Gespräch mit einem Cubaner, leicht zu erkennen an der lässigen Haltung und der Zigarre in der rechten Hand. Was die beiden sich wohl erzählen? Wie es klingt, wenn sie miteinander musizieren, daran lässt uns die CD teilhaben.

lungen. Jascha Heifetz ist mit den Sibelius-, Prokofjew- und

der als tragende Persönlichkeit der Musikwelt gilt. Sowohl

Glazunow-Konzerten dabei, Artur Rubinstein mit Brahms‘

berühmtesten Klassikmelodien – angefangen beim Hoch-

erstem Klavierkonzert. Daneben widmet sich die Reihe

zeitsmarsch bis hin zu Der Mond ist aufgegangen. In Ar-

jetzt auch der „leichteren Muse“: dabei ist das Boston Pops

rangements von den Mitgliedern der Klazz Brothers, Sverre

Orchestra unter Arthur Fiedler mit Gershwins Rhapsody in

Indris Joner und Tobias Forster wird aus Mozart Mambozart,

Blue oder Offenbachs Gaite Parisienne. Auch dieses Mal

Die schöne blaue Donau von Strauß scheint ihr Flussbett

F O T O :

C O V E R A U S S C H N I T T

Er ist 80 geworden, der französische Musiker Pierre Boulez,

14

www.crescendo-magazin.de

Die ausgelassene Lebenslust Kubas in Verbindung mit den

sind die Wiederveröffentlichungen klanglich von sehr unter-

in die Karibik verlegt zu haben und Bizets Carmen macht

schiedlicher Qualität – so ist etwa die Begegnung Gregor

Bekanntschaft mit einer Marching Band. Diese Musik bringt

Piatigorskys mit Charles Munch (Dvorˇ áks und Waltons

uns warme Sonnenstrahlen direkt aus Havanna in Deutsch-

Cellokonzerte) nur ein musikalisches und kein klangliches

lands kalten Winter.

Highlight – aber was für eins!

Classic meets Cuba, Symphonic Salsa.

KH

KHo

RCA 82876663782 (Brahms)

Klazz Brothers & Cuba Percussion, Münchner Rund-

RCA 82876663722 (Heifetz)

funkorchester: Roger Epple. Sony 519136 2

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GEHÖRT

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gehört

M U S I K P R O D U K T I O N

J Ü R G E N

H Ö F L I C H

7

F O T O :

8

>JUAN JOSÉ CHUQUISENGO

Es gibt ein paar Stücke, die muss jeder Cellist einmal einge-

Es ist ein erstaunliches Programm, dass der peruanische

durch die verschiedenen Werke. Ausgehend von diesem

spielt haben. Zwei davon, Schumanns Cello-Konzert und Max

Pianist Juan José Chuquisengo auf seiner neuen CD „Tran-

Gedanken nimmt uns der Pianist mit auf seine Reise vom

Bruchs Kol Nidrei, verbindet jetzt der norwegische Cellist

scendent journey“ anbietet: Toccaten von Bach, Schumann

„feinen Gewebe der Choräle Bachs“ bis zu den virtuosen,

und Prokofjew? Bachchoralbearbeitungen gefolgt von Ar-

handwerklichen, gewissermaßen irdischen Tönen der Toc-

beiten des englischen Komponisten John Foulds? Sogar

caten Schumanns und Prokofjews. Vor allem für Schumanns

das CD-Booklet kommentiert, das sei „auf den ersten Blick

selten gespielte Toccata op. 7 will Chuquisengo dabei eine

merkwürdig und zufällig“. Ein Grund, einmal nachzufragen

Lanze brechen: „Das Virtuose ist nur der Vordergrund, für

beim Künstler! Der ist selbst erstaunlich genug – als Auto-

mich ist das eine phänomenale Komposition“. Im Zentrum

didakt fing er am Klavier an, und studierte dann bei keinem

der Aufnahme stehen der langsame Satz aus Beethovens 7.

geringeren als Sergiu Celibidache. Doch eigentlich würde er

Symphonie in der Lisztschen Klavierfassung, kontrastiert mit

K R O G V O L D

/

E M I

> 8 TRULS MORK

die Antwort auf die Frage nach der Idee der Zusammenstel-

Coriglinaos Fantasia on an ostinato, die sich mit Beethovens

lung lieber der Musik überlassen: „Das Wort transzendent

Werk auseinandersetzt. Chuquisengo hat die Stücke als ers-

ist nicht von mir – ich spiele Klavier und schreibe keine

ter zusammen aufgenommen.

F O T O :

M O R T E N

Texte. Ich bin vorsichtig mit solchen Wörtern, die jeder anders versteht – es zählt nur das eigene Erlebnis. Ich bin aber

Ungewöhnlich ist die Auswahl

sicher, dass es einen Aspekt in der Musik gibt, der über die

des Instruments: ein Flügel

Emotionen und das Denken hinausreicht, einen Bereich, wo

von Fazioli. „Ich hatte fünf Flü-

Intensität und Ruhe zusammenkommen. Die Erforschung

gel zur Verfügung (ein Luxus!),

dieses Bereichs ist ein Hauptanliegen in meiner ganzen Ar-

und dieser war für diese Mu-

Truls Mork auf seiner neuesten CD mit Ernest Blochs Sche-

beit, also auch auf dieser CD. Mein Wunsch wäre, dass der

sik der Passendste. Für ein so

lomo. Gespielt wird wie immer auf seinem wundervollen

Hörer die CD einmal ganz anhört, unvoreingenommen, und

breit gefächertes Programm wollte ich ein Instrument, das

Domenico Montagnana-Cello aus dem Jahre 1723. Wieder

sich sein eigenes Urteil über diese ‚Reise‘ bildet.“

ein möglichst breites Spektrum bietet, von den unglaublich leisen Klängen der Gandharva-Music bis zu den Martellato-

einmal ein Ausflug des überzeugten Kammermusikers, der im norwegischen Stavanger sein eigenes Kammermusik

Als roter Faden, so Chuquisengo, zieht sich der Gedanke

Tönen von Prokofjew.“

Festival ausrichtet, in die Welt der Orchestermusik.

des Ostinaten, eines stets gleichbleibenden Elementes

Transcendent Journey. Sony 093829 SK (VÖ 21.03.05)

KH

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Crescendo · Ausgabe 02/2005 · Universal Holding GmbH · Eloquence SACD

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CARL ORFF Carmina Burana SACD 476 7367

WOLFGANG AMADEUS MOZART Klarinettenkonzert & Klavierkonzert Nr. 21 SACD 476 7369

RICHARD WAGNER Orchesterwerke SACD 476 7349

GIUSEPPE VERDI Requiem 2 SACD 476 7351


Lieblings-CDs Von Udo Janik, Musica, Erlangen „Unsere Lieblings-CDs sind natürlich die LieblingsCDs unserer Kunden. Nachfolgend finden Sie CDs, die Kunden bei uns entdecken, erstmals hören, die spontan begeistern und auch zu unserer Freude in großer Zahl gekauft werden.“ Udo Janik Beginnen möchte ich mit drei barocken Longsellern – Carmignolas frühe Einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten (DIVOX CDX 79404), in unübertrefflicher Virtuosität und Spielfreude. Auch Monteverdis Orfeo unter Garrido (K617 0662) lockt mit den Ouvertürenfanfaren Passanten in den Laden. Den gleichen Effekt erzielt Purcells King Arthur unter Niquet (Glossa 921608), nicht nur, weil „Your hay is mow’d“ die Gründungshymne der Dubliners sein könnte. Frühjahr bis Herbst 2004 bestimmten gleich drei alphaProduktionen – zuerst gingen die Kunden dem Gesang Marco Beasleys ins Netz („La Bella Noeva“ mit Accordone (Alpha 508), anschließend Christina Pluhars Stimme und Trovesis Klarinette („All‘ Improviso“, Alpha 512), als drittes bezauberten „Lieder & Romanzen aus dem alten Frankreich“, gespielt von Le Poème Harmonique, (Alpha 513), unvergleichlich spritzig und mitreißend [s. crescendo-tipp S. 18, KH]. Die gleiche Gute-Laune-Stimmung erzeugen drei ganz anders gelagerte Veröffentlichungen – „Fiesta Criolla“ unter Garrido hellt selbst trübe Tage auf (K617 139), Haydns „Auenbrugger Sonaten“, die dank Brautigam die humorvollste Hammerklavier-CD ist (BIS 992), „Sax At The Opera“ mit SAX Allemande in wunderbar tänzerischen Arrengements (Farao B 108016). Auch Irrtümer sind sehr beliebt – für gefühlvolles Saxofonspiel von Garbarek, mit Gitarrenbegleitung, wird oft die CD „Norrland“ gehalten, gespielt von Knutsson und Norberg (ACT 9014-22), für den stimmgewaltigen frühen Paole Conte die CD „La valse d’un jour“ mit Gianmaria Testa (CHM 2741095). Italienische Lebensart dokumentiert „La Chanson Napolitaine de 1650 a 1987“ mit Romano Zanotti (IRIS 3001863). Drei Winter & Winter-Dauerbrenner seien noch genannt – Uri Caines McKinsey-Version sechs Musiker auf dem Walkürenritt mit „Wagner e Venezia“ (winter & winter 910013-2), wirklich tanzbarer „Tango Alla Baila“ mit Tangata Rea (winter & winter 910025-2) sowie hintergründige „Schumann’s Bar Music“ mit Fumio Yasuda. (winter & winter 910081-2). Unsere drei aktuellen Renner: Auf „Concertos italiens“ spielt Tharaud Bachs Klavierversionen von Marcello und Vivaldi (harmonia mundi HMC 901871), die HändelArien-CD „haendel opera seria“ mit Sandrine Piau erübrigt eine vielleicht angedachte Bartoli-Produktion (naive E8894), „Deutsche Barocklieder“ singt Anette Dasch mit einer sofort sympathischen, unangestrengten Stimme, eine nicht nur für das Repertoire wichtige Entdeckung (harmonia mundi HMN 911835).

16

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Herzlich willkommen bei den crescendo premium-Partnern, den besten Klassik-Fachhändlern in Deutschland, die wir Ihnen von dieser Ausgabe an vorstellen. Hier finden Sie kompetente Beratung, eine breite und tiefe Auswahl Klassischer Musik und die Gelegenheit, in viele der bei crescendo besprochenen CDs auch einmal „hineinzuhören“, Ihre Ohren entscheiden zu lassen! Den Auftakt machen wir mit 11 empfehlenswerten Fachgeschäften für Klassische Musik. In der Rubrik „Lieblings-CD“s (s. linke Spalte) stellen Ihnen die crescendo premium-Partner ihre Lieblings-CDs vor – dieses Mal: Udo Janik von Musica in Erlangen.

> EINKLANG Klassik, Jazz & more Christophstraße 7, 70178 Stuttgart Tel: +49-711-234 87 71, www.einklang.de > HANSE CD im Hanse Viertel – CD + DVD Klassik, Jazz, Pop, Spielfilme. Große Bleichen 36, 20354 Hamburg Tel: +49-40-34 05 61, www.hanse-cd.de > La Musica – Der Klassikladen Ellenbogengasse 3-7, 65183 Wiesbaden Tel: +49-611-360 56 67, www.lamusica24.de > Ludwig Beck am Rathauseck Marienplatz 11, 80331 München Tel: +49-89-236 91-442, www.ludwigbeck.de > musica records & books Neustädter Kirchenplatz 2, 91054 Erlangen Tel: +49-9131-81 61 30, www.musica.de

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CD-Rezensionen Rezensionen aktueller CDs finden Sie auf den folgenden Seiten – geordnet nach den Rubriken Opern, Oratorien, Passionen / Lied / Solo / Orchester / Kammermusik / Alte Musik / Neue Musik. Jeweils in der Kopfleiste präsentieren wir Ihnen einen Tipp der Redaktion zu dem entsprechenden Bereich. Viel Spaß beim Stöbern!

Opern, Oratorien, Passionen Johann Sebastian Bach: Markuspassion Etwas ungewöhnlich ist dieser Konzertmitschnitt vom April 2003 aus der Thomaskirche zu Leipzig, der (in der Reihe „Raumklang“) soeben erschienen ist. Mit Zwölftontechnik und Schlagwerkklängen wagte sich hier der zeitgenössische Komponist Volker Bräutigam an die Ergänzung von Bachs als Fragment erhaltener Markuspassion. Herausgekommen ist dabei ein Werk, das zwar Fans historischer Aufführungspraxis nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinreißen wird, aber durchaus als hörenswert eingestuft werden kann. Unter der Leitung des Komponisten musizieren regional bekannte Gesangssolisten gemeinsam mit dem Leipziger

Vocalensemble und dem Leipziger Barockorchester. Unter den Sängern sticht besonders die Altistin Klaudia Zeiner hervor, die mit dem warmen Klang ihrer geschmeidigen Stimme den CG Hörer in ihren Bann zu ziehen vermag. Staude, Zeiner, Petzold, Oswald, Friedrich, Leipziger Vocalensemble, Cantores lipsienses, Leipziger Barockorchester: Bräutigam. Raumklang RK 2307 Emmerich Kálmán: Die Csárdásfürstin Liegt es an Richard Bonynge und seinem Faible für die hohe Kunst der leichten Unterhaltung? Spätestens wenn sich Sylva Varescu und Prinz Edwin im nostalgisch schwerblütigen Duett „Weißt du es noch“ an ihre Liebe erinnern, wird man Kálmán ob seines sicheren Instinkts für Sentimentalität und Tragik, gierige Lebensfreude und Schwermütigkeit bewundern. Bonynge lässt diese Schwebelage nie außer acht und animiert das Slowakische Rundfunksymphonieorchester zu einem vollmundigen, leidenschaftlich überschwappenden Spiel, während es ihm gelingt, den Hörer zu verführen. Zunächst mag man noch den Charme und die Pointiertheit mancher Referenzaufnahme vermissen, und bei Yvonne Kenny auch die präzise Diktion, doch die australische Sopranistin gibt der Tingeltangel-Chanteuse einen enflammenden Gestus, singt mit einer bannenden Schönheit und verfügt über eine in allen Lagen – sowohl in samtener Tiefe als auch flirrender Höhe – kultivierte ausgeglichene Stimme. Michael Roider bleibt daneben ein bisschen zögerlich und blass. Die anderen Rollen

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Historische Aufnahmen. Empfohlen von Thomas Voigt Nichts wird unter Baritonen so sehr gefürchtet wie die Höhenlage in Verdi-Partien. Bei einem Rigoletto und Jago kann man vielleicht noch mit Charakter-Darstellung wettmachen, was die Stimme nicht hergibt. Doch spätestens beim Macbeth, Luna (Il Trovatore) und Carlo (La Forza del Destino) muss man Farbe bekennen. Da treibt Verdi seine Baritone gern in die Tenorlage, und nur ganz wenige Sänger hatten das Zeug, in dieser Region wirklich Furore zu machen. Einer der Wenigen war Josef Metternich, der vor kurzem im Alter von 89 Jahren verstarb. Wenn er eine Verdi-Arie sang, wurde er bejubelt wie ein Startenor. Weil er in der oberen Region mit einer Energie und Verve sang, die sonst nur Tenören eigen ist. Dass er als einziger „italienischer“ Bariton Deutschlands gilt, hat noch einen anderen Grund: Zu Metternichs Glanzzeit, in den Nachkriegsjahren, wurde in Berlin und Wien, Hamburg und München das italienische Repertoire noch auf Deutsch gesungen; und Metternich beherrschte die Kunst, äußerst textverständlich und dabei immer mit italienischem Legato zu singen. Selbst Phrasen mit schlimmsten Konsonantenhäufungen klangen bei ihm so flüssig, als würde er Italienisch singen. Kein Wunder, dass er seinerzeit der einzige deutsche Bariton war, der das Privileg genoss, an der Metropolitan Opera in New York das Verdi-Fach zu singen (diesmal selbstverständlich auf Italienisch). Metternich war der erste Bariton, den ich überhaupt je hörte – auf zwei Schellackplatten der Electrola: Rigolettos Arie Feile Sklaven und die Spiegel-Arie aus Hoffmanns Erzählungen. Total gefangen von dieser Stimme, war ich in meinen Kinderjahren für alle anderen Baritone verdorben – mochten sie auch noch

THIELEMANN-Az 220/130> Cres

01.03.2005

so gut sein und Tito Gobbi, Ettore Bastianini, Giuseppe Taddei, Leonard Warren oder George London heißen. Erst Titta Ruffo, der „singende Löwe“ (übrigens ein großes Vorbild von Metternich), machte auf mich einen ähnlich starken Eindruck. Dass Metternich seine Stimme in der hohen Lage nicht „deckte“, sondern, nach eigener Aussage, „offen ließ wie ein Scheunentor“, war einigen Kollegen und Gesangspädagogen suspekt. Doch was bei vielen anderen nur zum Forcieren und damit zum schnellen Verschleiß geführt hätte, hat bei ihm funktioniert: Immerhin konnte er zwanzig Jahre aus dem Vollen schöpfen, noch dazu nach einer Lungenkrankheit, die für die meisten Sänger das Aus bedeutet hätte. Heute, nach vierzig Jahren Hörerfahrung steht Metternich in bestimmten Stücken, Rollen und Phrasen nach wie vor an erster Stelle. Als Macbeth, Luna und Carlo, aber auch im deutschen Fach. Unerreicht sind sein Jochanaan (in der Salome-Einspielung mit Walburga Wegner) und sein Mandryka (im Arabella-Querschnitt mit Elisabeth Schwarzkopf). Sensationell sein Telramund in der Lohengrin-Produktion mit Rudolf Schock: Allein bei dem dramatischen Ausbruch „Durch Zaubers List verlor mein’ Ehre ich“ begreift man, warum Metternich den typischen Wagner-Baritonen vorgezogen wurde: Weil er erfüllte, was Wagner wollte, nämlich die Verbindung von „deutscher“ Expressivität mit „italienischer“ Stimmführung. Wie Rudolf Schock, sein ständiger Tenorpartner bei Electrola, gehörte Metternich während der Wirtschaftswunderjahre zu den meistbeschäftigten Sängern im Rundfunk. Vieles aus

16:34 Uhr

dieser Zeit ist inzwischen auf den Dumpingprice-Labels „Walhall“ und „Line“ erhältlich, seinen hinreißenden Scarpia in Puccinis Tosca gibt es gleich zweimal: in einer NDR-Aufnahme mit Carla Martinis (vorbildlich ediert bei „Relief“/Sonimex) und in einer BR-Produktion mit Leonie Rysanek (veröffentlicht bei diversen „Piraten“). Jäger und Sammler werden sich auf Live-Aufnahmen wie Die Frau ohne Schatten unter Rudolf Kempe oder Fidelio und Macbeth mit Martha Mödl stürzen. In neuer (leider recht scheußlicher) Verpackung erhältlich sind fast alle ElectrolaQuerschnitte von Metternich. Wer einen ersten Eindruck von dieser Prachtstimme gewinnen möchte, halte sich an die unten genannten Recitals von Preiser, vor allem an die vor kurzem veröffentlichten „Dokumente einer Sänger-Karriere“: Gute Einstiegsdrogen, um Metternich-Fan zu werden. Josef Metternich: Dokumente einer Sänger-Karriere. Arien und Szenen aus Opern von Mozart, Rossini, Verdi, Gounod, Bizet, Offenbach und Wagner. Preiser CD (neu) Josef Metternich. Arien aus Opern von Rossini, Mozart, Marschner, Meyerbeer, Bizet, Tschaikowsky, Borodin, Verdi, Ponchielli, Giordano und Puccini; Schlemm, Fischer-Dieskau, div. Orchester, Fricsay u. a. (DG-Aufnahmen 1952-59) Preiser CD PR93442 Gustav Mahler, Lieder eines fahrenden Gesellen, Metternich, RIAS-Sinfonie-Orchester, Ludwig (+ Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“) Preiser CD PR90536

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DIE KLASSISCHE ENTSCHEIDUNG

Foto: Kasskara

Christian Thielemann und die Münchner Philharmoniker Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft… „Es war ein fabelhaft gelungenes Konzert… Thielemann, der große Unberechenbare, ist wie ein Versprechen… man ist froh, dabei gewesen zu sein.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung „Am Tag nach dem Konzert hat man nur Glückstaumel in Erinnerung.“ Die Welt „Hier wurde unüberhörbar klar, weshalb Christian Thielemann von vielen als Klangmagier verehrt wird.“ Süddeutsche Zeitung

ner Anton Bruck B-dur 5 r. N ie on Symph me ah fn Die Live-Au erts nz ko ts des Antrit er hn nc ü M n bei de n! er Philharmonik

ANTON BRUCKNER Symphonie Nr. 5 B-dur Münchner Philharmoniker Dirigent: Christian Thielemann CD 477 5377

Ab 28. Februar erhältlich! Abonnieren Sie unser kostenloses Magazin KlassikAkzente! Schreiben oder faxen Sie bitte an: Universal Classics, „Klassikakzente“, Stralauer Allee 1, 10245 Berlin, Fax: 0 30- 520 07-22 44 · www.klassikakzente.de


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Anna Netrebko: Sempre libera

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Sir Simon Rattle

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Klassik Bestseller

Lied Plaisir d’amour Vorsicht, Suchtgefahr besteht immer, wenn Sie CDs von Alpha in den Player legen! Diesmal sind es französische Chansons, aufgeschrieben im 18. und 19. Jahrhundert, die einen nicht mehr loslassen. Traditionelle Musik, Alte Musik und Romantik vereinigen sich hier zu einer Form der Musik, bei der jeder Versuch, sie in eine Schublade einzusortieren, scheitert. Sicher ist nur: So schöne Stimmen sind sehr selten zu hören – und so ausgezeichnete Begleiter auch! KH Le poème harmonique: Dumestre. Alpha 513 / Note1

Claudio Abbado Deutsche Grammophon Silvesterkonzert 2004 Orff: Carmina Burana Deutsche Grammophon

Lorin Maazel

Neujahrskonzert 2005 Deutsche Grammophon

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Anna Netrebko

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Lang Lang

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Lamento

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Martin Stadtfeld

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Quasthoff

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Kennedy

Wiener Philharmoniker Opera Arias Deutsche Grammophon Live at Carnegie Hall Deutsche Grammophon Madalena Kozena Archiv Bach Pur Sony Classics

Bach: Kantaten Deutsche Grammophon Vivaldi Album II EMI Classics

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Johann Sebastian Bach: Goldbergvariationen

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Albrecht Mayer

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Anne-Sophie Mutter

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The essential Placido Domingo

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Hillary Hahn

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Bach: Das Wohltemperierte Klavier

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Bruckner: 5. Symphonie

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Marcelo Álvarez

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René Fleming

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Kirchschlager / Bonney

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Juan Diego Florez

Martin Stadtfeld Sony Classical

Auf Mozarts Spuren Deutsche Grammophon Tschaikowsky / Korngold: Violinkonzerte Deutsche Grammophon Placido Domingo Sony

Violinkonzert / The Lark Ascending Deutsche Grammophon Daniel Barenboim Warner Classics

Nikolaus Harnoncourt RCA Red Seal The Tenor‘s Passion Sony Classical Händel Arien Decca

First Encounter Sony

Great Tenor Arias Sony Classical

Die Klassik-Charts wurden ermittelt durch Mediacontrol im Auftrag des Bundesverbandes der phonographischen Wirtschaft e.V. Graue Rangnummer = Platzierung vorige Ausgabe

sind gut besetzt, und als alte Fürstin gibt die Kálmán-Tochter Yvonne nicht nur der Mésalliance, sondern der Aufnahme, der man nur viele Fortsetzungen wünschen kann, ihren Segen. RF Kenny, Roider, Erdmann, Kathol, Holecek, Kálmán, Slovak Radio Symph. Orchestra: Bonynge. Naxos 6.110075-76 Gioacchino Rossini: Zelmira Zelmira, die letzte von Rossinis neapolitanischen Opern, wurde nach ihrer Uraufführung 1822 alsbald in nahezu allen Musikmetropolen gespielt, ehe sie dann fast in Vergessenheit geriet. Der Mitschnitt einer konzertanten Aufführung beim Edinburgh Festival 2003 wirbt nun für die facettenreiche Rarität. Die Opera seria mit einem an Unwahrscheinlichkeiten reichen Libretto ist eine im antiken Lesbos spielende politische Intrige mit Happy End. Überzeugender als die Handlung ist freilich einmal mehr Rossinis kompositorischer Einfallsreichtum, der von Maurizio Benini und dem Scottish Chamber Orchestra geschmackssicher zum Erklingen gebracht wird. Die Rollen sind anspruchsvoll, zwei Tenorpartien sind zu besetzen. Die eine wird mit heldischem Aplomb von Bruce Ford angegangen, die andere von Antonino Siragusa mit hellerem Timbre koloraturenreich gesungen. Elizabeth Futral überzeugt in der Titelpartie und in einer weiteren anspruchsvollen Frauenrolle Manuela HGV Custer. Futral, Ford, Siragusa, Custer u.a., Scottish Chamber Orch. and Chorus: Benini 2004. Opera rara ORC 27 / Note 1 Franz Schubert: Alfonso und Estrella Keine seiner Kompositionen für die Opernbühne wollte Franz Schubert Glück bereiten; so oft er es auch versuchen mochte. Die romantische Oper Alfonso und Estrella teilte das Schicksal all ihrer Schwesterwerke und wurde erst posthum aufgeführt. Obgleich sie voll von schönen Momenten, melodienseligen Duetten und klangvollen Chören ist, fehlt ihr doch eines: die Bühnentauglichkeit. Nach der einzig greifbaren Gesamtaufnahme des abendfüllenden Werks unter Otmar Suitner von 1977/78 liegt nun der live-Mitschnitt einer Bühnenproduktion vom Teatro Lirico di Cagliari vor, aufgenommen im Januar 2004. Wer die aufwändig ausgestattete Nicht-Inszenierung von Luca Ronconi gesehen hat, mag eine gute Aufnahme erwarten – waren die Sänger doch mehr oder weniger ausschließlich an die Rampe gestellt worden. Und wirklich: Die Stimmen sind auch auf der CD im Vordergrund; das Orchester spielt nur die zweite Geige. Eva Mei (Estrella), Rainer Trost (Alfonso), Jochen Schmeckenbecher (Mauregato) und Markus Werba (Froila) geben ihr Bestes – Alfred Muff (Adolfo) macht mit routinierter Stimmarroganz wett, was nicht mit Gefühl funktionieren will. Doch leider klingen alle – der Aufnahmetechnik wegen? – dumpf und kehlig; dem Chor ver-

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mag man kein einziges deutsches Wort abzunehmen. Mit einer besseren Aufnahmetechnik oder zwei-drei Studiositzungen hätte man durchaus eine überzeugende Aufnahme zustande bringen können, denn Cagliaris Musikdirektor Gérard Korsten gelingt es, der Partitur einen ordentlichen rhythmischen Drive GJJ zu verleihen. Mei, Trost, Muff, Schmeckenbecher, Werba u. a., Chor und Orchester des Teatro Lirico di Cagliari: Korsten. Dynamic CDS 451/1-2 (2 CDs) / Klassik Center Kassel Giuseppe Verdi: Falstaff Seine vor rund 12 Jahren veröffentlichte Einspielung der VerdiOper kann Sir Colin Davis mit diesem Mitschnitt dreier Londoner Konzerte, der jetzt in der Reihe der Einspielungen des London Symphony Orchestra veröffentlicht wurde, mühelos übertreffen. Davis agiert nicht als Drahtzieher einer saftig rumorenden Komödie, aber mit Mozartscher Delikatesse und einer gewissen altersweisen Distanz und Entspanntheit gelingt ihm ein quirliges Intrigenspiel, das durch seinen Live-Eindruck besticht. In der homogenen Leistung des Ensembles fallen einige Neulinge auf, allen voran der türkische Tenor Bülent Bezdüz, der einen mühelosen, elegant schwärmenden Fenton gibt, dazu die beiden Spanierinnen Ana Ibarra als etwas strenge Alice und Maria José Moreno als keusch lyrische Nannetta. Als Quickly wirkt Jane Henschel nicht annähernd so profund und rund wie es die Rolle verlangt. Auch Carlos Alvarez, der dritte Spanier im Hause Ford, gibt seinem eifersüchtigen Ford kein wirkliches Gesicht. Dafür ist Michele Pertusi als Sir John ein fideler Spielbass, dem man einzig in den Monologen einen geschärfteren Ausdruck wünscht, der aber die vielen kleinen Noten sicher und präzise mit Inhalten und Humor versieht. RF Pertusi, C. Alvarez, Ibarra, Moreno, Henschel u.a., London Symphony Orchestra: Davis. LSO0055 / Note 1 Kurt Weill: The Eternal Road (Highlights) Welch merkwürdige Kostbarkeiten (oder kostbare Merkwürdigkeiten) Kurt Weill für die Bühne komponiert hat, konnte man im Verlauf der vergangenen Jahre anhand der Ersteinspielungen von Werken wie Zaubernacht, The Firebrand of Florence oder Royal Palace erstmals zur Kenntnis nehmen. Zu seinen kuriosesten Werken gehört zweifellos The Eternal Road, ein oratorienhaftes Bibelspiel nach Franz Werfels „Der Weg der Verheißung“, von dem nun ausgewählte Szenen in der englischen Textfassung von 1937 vorgelegt wurden. Das Hauptwerk aus Weills früher Exilzeit, das in einer Mischung aus Schauspiel, Liturgie und Oper die (alttestamentarische) Geschichte des jüdischen Volkes darstellt, ist weder seiner Form noch seiner musikalischen Sprache nach einheitlich. Ganz im Gegenteil: Man fühlt sich gelegentlich an eine Bach-Passion


DIE KLASSISCHE ENTSCHEIDUNG

Lang Lang spielt Rachmaninoff »Wenn er den Flügel singen lassen will, dann scheint sein Steinway ein Stimmband anzustimmen.« Klaus Umbach, Der Spiegel »Dieses Pianisten Sicherheit raubte manchen Zuhörern förmlich den Atem (…) Lang Lang wahrlich ein Super-Virtuose.« Foto: Kasskara

Joachim Kaiser, Süddeutsche Zeitung

Nur für kurze Zeit erhältlich: streng limitierte Erstauflage mit Bonus-DVD!

RACHMANINOFF Klavierkonzert Nr. 2 · Rhapsodie op. 43 a-moll über ein Thema von Paganini Lang Lang, Klavier Orchester des Mariinsky Theaters Leitung: Valery Gergiev DG CD 477 523-1 · SACD 477 549-9

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gehört

Solo Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviersonaten Das Mozartjahr wirft gerade erst seine Schatten voraus, da kommt schon wieder eine herausragende Interpretation seiner Musik auf den Markt. Was Andreas Staier

erinnert (der Rabbi singt und klingt wie ein Bach’scher Evangelist), dann wieder an hebräischen Synagogalgesang; typisch Weill’sche Passagen – am deutlichsten wohl der „Song of Ruth“ aus dem dritten Akt – wechseln ab mit Rückgriffen auf die Musik der Romantik oder mit Vorausahnungen auf das (neutestamentarische) biblische Musical Jesus Christ Superstar. Uneinheitlich, aber gerade deswegen alles andere als uninteressant! Und die Ersteinspielung mit namhaften Solisten, einem engagierten Ernst Senff-Chor und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der musikalischen Leitung des Amerikaners Gerard Schwarz trägt das ihre dazu bei, dass man dem ungewöhnlichen Stück für ganze eineinviertel Stunden seine ungeteilte Aufmerksamkeit zuteil GJJ werden lässt. Christopher, DeNolfo, Dent, Haumann, Maddalena, Rearick, Rideout, Wollschläger, Ernst Senff-Chor, Rundfunk-Kinderchor und RSO Berlin: Schwarz. Naxos 8.559402

Lied Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen, 5 Rückert-Lieder, Kindertotenlieder Mit den drei großen Liedzyklen von Gustav Mahler sowie sieben Liedern aus Lieder und Gesänge legen Genz und Vignoles ein leidenschaftliches Mahler-Plädoyer vor; der Bariton unterstreicht neuerlich seine herausragende Position unter den jungen deutschen Liedinterpreten. Bei Stephan Genz fallen stimmliche Mittel, eine eminent musikalische Gestaltung und ein textbezogenes Agieren auf unaufdringliche Weise zusammen. Mit seiner weichen, sehr auf eine einschmeichelnde Linie und betörende Piani bedachten Stimme verströmt Genz nicht nur puren Wohllaut, sondern trifft vor allem bei den Rückert-Liedern und Liedern eines fahrenden Gesellen auf fesselnde Weise den Gehalt dieser Lieder. Ein dramatischer Gestalter ist Genz jedoch nicht, dazu fehlt es ihm auch an kerniger baritonaler Stringenz, was man vielleicht an gestalterischer Cres_220x130 01.03.2005 12:28 Uhrvermissen Seite 1 Die schöne prachtvolle LiLiedern eines fahrenden Gesellen könnte. Wucht in den

hier an Improvisations- und Verzierungskunst ausbreitet, verschlägt einem schier den Atem. Wenn Sie seine Fassung des Türkischen Marsches gehört haben, werden Sie wissen, dass Sie ihn bisher nicht kannten – versprochen! Eine CD, die jeder Freund von Mozarts Klaviermusik einfach KH haben muss. Andreas Staier. harmonia mundi HMC 901856

nienführung wird man uneingeschränkt in „Nicht Wiedersehen“, „Scheiden und Meiden“ , im atmosphärisch dicht entwickelten „Hans und Grete“ sowie in den eindringlichen Rückert-Liedern RF bewundern. Roger Vignoles erweist sich als leidenschaftlicher Begleiter und Gestalter. Stephan Genz, Roger Vignoles. Hyperion CDA67392 / Codaex Robert Schumann: Dichterliebe und Lieder op. 90 Auf der Rückseite seiner neuen Liedaufnahme sieht der Münchner Bariton Christian Gerhaher ein bisschen aus wie Franz Schubert, dessen große Liedzyklen er bereits für Arte Nova aufgenommen hat. Im gleichen Vertrieb, doch als Debüt unter der noblen RCA Red Seal-Marke, lässt er nun in konsequenter Weiterführung Robert Schumanns Dichterliebe folgen. Zu hoffen bleibt, dass dem 35jährigen Bariton, nachdem er den Zirkel der großen Lied-Zyklen ausgeschritten hat, Zeit zur Entfaltung gelassen wird und er nicht wie zahllose Fischer-Dieskau-Adepten das Feld für einen Nachfolger räumen muss. Gerhaher besitzt einen in allen Lagen opulent ausgestatteten lyrischen Bariton mit reichen Möglichkeiten und sicherer Höhe und Tiefe, der gelegentlich zu Übertreibungen neigte und seine Stimme martialisch auftrumpfen ließ. In der Dichterliebe ist er ganz der romantische Poet, der in den Heine-Gedichten innerhalb weniger Takte mühelos zwischen Heiterkeit und Schmerz, wie in „Ein Jüngling liebt’ ein Mädchen“, wechselt und sich dabei weitgehend eine unverstellte Natürlichkeit bewahrt. Auffallend ist das weiche und substanzreiche Piano, aus dem heraus er die Lieder sehr flexibel entwickelt und auch fahle, beklemmende Töne nicht scheut („Ich hab’ im Traum geweinet“). Wie gut Gerhaher und Huber als Liedduo verschmolzen sind, merkt man dem kurzen, dreiteiligen Zyklus Der arme Peter nach Heine mit seiner einerseits RF heiteren, aber auch todesnahen Stimmung an. Christian Gerhaher, Gerold Huber. RCA Red Seal 82876 58995 2 / Sony BMG

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„Eines der weltweit besten Klavierduos“ DIE WELT

J.S.Bach Keyboard Concertos BWV 1060, 1061, 1062, 1063 Zürcher Kammerorchester Howard Griffiths

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SYMPHONY GOES SALSA Melodien von Mozart, Bach und Beethoven im kubanischen Gewand – das ist das Erfolgsrezept von KLAZZ BROTHERS & CUBA PERCUSSION. Auf ihrem neuen Album, das zuerst als limited Edition mit zwei Bonustracks erscheint, sorgen sie zusammen mit den Kollegen des Münchner Rundfunkorchesters unter Roger Epple für ein sinfonisches Feuerwerk mit Salsa-Rhythmen aus der Karibik. 519136 2

Richard Strauss / Sergej Rachmaninow: Lieder Die aus Berkshire stammende Sopranistin Teresa Cahill war zum Zeitpunkt der im Sommer 1982 entstandenen Aufnahmen 38 Jahre alt. Ihr leichter Sopran besitzt in der Höhe einen jubelnd frischen und breiten Schimmer und glanzvolle Weite, der Vortrag indes wirkt etwas zu gesetzt und distanziert, fast ein bisschen betulich und altbacken. Die CD, die zwei für unterschiedliche Veröffentlichungen entstandene Aufnahmen geschickt kompiliert, stellt 24 Lieder von Richard Strauss dem sechsteiligen Zyklus op. 38 von Sergej Rachmaninow gegenüber. Cahill, zu deren Erfolgen auf der Bühne Partien von Mozart sowie die Sophie aus dem Rosenkavalier gehörten, bereiten die Lieder von Strauss keine Schwierigkeiten, doch sie bleibt ihnen jegliches sprachliche Raffinement schuldig und stellt sie als gesungene Jugendstilarabesken dar. Cahills Gesang ist mehr Ornament als eigene Aussage, beispielsweise in den viel gehörten „Allerseelen“ und „Cäcilie“, die nur aus Tongirlanden und aufsteigenden Soprankaskaden bestehen. Mögen sich Cahill und ihr vielseitiger Pianist Roger Vignoles dieser Lieder mit viel Geschmack annehmen, so können sie doch nicht restlos befriedigen. Vom Stimmungsgehalt und der klanglichen Umsetzung den Strauss-Liedern sehr ähnlich sind die Rachmaninow-Lieder, bei denen Cahills gediegener Gesang RF gelegentlich harsch klingt und die Stimme wie unter Druck eingesetzt scheint. Cahill, Vignoles. Diversions 24114 / Pool music

Solo

15.03. Nürnberg · 16.03. München · 17.03. Augsburg Weitere Termine unter: www.classicmeetscuba.de Weiterhin erhältlich: CLASSIC MEETS CUBA

JAZZ MEETS CUBA

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Frédéric Chopin: Préludes op. 28 & Nocturnes Hinter der jungen Pianistin Yu Kosuge steckt mehr als ein zu technischer Perfektion herangezogenes japanisches Wunderkind. Ihr Stern steigt auch als Interpretin in den Himmel des Klassikmarktes und ihre Einspielung der Chopin-Préludes op. 28 wird ihn noch heller erstrahlen lassen. Denn Virtuosität verbindet die Japanerin mit herrlicher Kantabilität und wundervollem Klavierklang, was gerade bei diesen Stücken besonders schön zur Geltung kommt. Die kurzen, zum Teil fast anekdotischen Werke lässt sie rasch aufeinander folgen, meidet Extreme, ganz offenbar um ein harmonisches Ganzes bemüht. Ziemlich rasch erklingen in diesem Zusammenhang die langsamen Sätze. Ansonsten hält sich der junge Star recht genau an den Notentext – das ist einerseits viel sympathischer als Aufmerksamkeit heischender Schnickschnack, lässt andererseits noch Raum für Entwicklung. Dem Zyklus angehängt ist das Prélude op. 45, das Prélude KK IVb Nr. 7, dessen „Presto con leggierezza“ der Pianistin mit eben jener beeindruckenden Leichtigkeit von der Hand geht, sowie das posthum veröffentlichte Nocturne cis-moll, das einer verträumten BS Zugabe gleich den Hörer verführt. Yu Kosuge. Sony CD 93681

KLAZZ BROTHERS & CUBA PERCUSSION live zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Roger Epple:

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Johannes Brahms: Sonate f-moll, Phantasien op. 116, Klavierstücke op. 119 „... und halten sich selig umfangen.“ So die letzte Zeile des Gedichts, das Johannes Brahms dem Andante seiner f-moll-Sonate vorangestellt hat. Selig lauschen kann man nun der Einspielung von Jon Nakamatsu. Ein langes Brahms-Programm hat der Gewinner des Van-Cliburn-Wettbewerbs aus dem Jahr 1997 für seine neue CD gewählt, zusätzlich zur Sonate noch die sieben Phantasien op. 116 und die vier Klavierstücke op. 119. Und Nakamatsu gelingt eine Gratwanderung ganz im Brahms’schen Sinne. Temperament und Kontrolle halten sich in seinem Spiel die Waage, das so raumgreifend und kraftvoll wie betörend zart den Hörer fasziniert. Mit lockerer Hand und federndem Anschlag spaziert der Kalifornier geradezu unverschämt mühelos durch die für Brahms typische Zerrissenheit zwischen formaler Disziplin und Gefühlsausbruch. Vielleicht ein bisschen zu glatt. Dabei wirkt auch dank glasklarer Aufnahmetechnik alles immerzu BS durchscheinend transparent. Jon Nakamatsu. Harmonia mundi 907339

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DAS MEISTERWERK

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„Undogmatisch und rundum überzeugend verbindet Helmut Müller-Brühl Aspekte der historisch orientierten Aufführungspraxis mit dem Klangbild moderner Instrumente“ FonoForum

Orchester

KÖLNER KAMMERORCHESTER HELMUT MÜLLER-BRÜHL

Joseph Haydn: Symphonien Nr. 92 & 94, La fedeltà primata Nicht so viel zu hören gibt es gerade im Bereich Mehrkanalton – aber er lebt noch! Und wie! Obwohl sie ja schon alle Haydn-Symphonien eingespielt hat, bringt

Orchester

NEU! 8.551229 Mit der 3. Sinfonie „Eroica“ und den heroischen Ouvertüren „Prometheus“, „Coriolan“ und „Egmont“ setzt das Kölner Kammerorchester seinen 2003 mit den Sinfonien 1 & 2 (8.551229) begonnen Beethovenzyklus historisch orientiert und in originaler Besetzungsstärke fort. „Dies ist die erstaunlichste Beethoveninterpretation, die wir seit Jahren gehört haben“, begann eine von zahlreichen begeisterten Pressestimmen beim Start des neuen Zyklus.

NEU! 8.557616 D Vielversprechender Start der Gesamtaufnahme aller 16 geistlichen Solokantaten von Bach auf 4 CDs. Beginn mit den Kantaten für Bassbariton mit dem jungen Shootingstar der deutschen Gesangsszene Hanno Müller-Brachmann.

8.551219-20 „Zweifellos ein hervorstechendes Produktionsergebnis und ein Dokument von hohem Stellenwert.“ „Eine Werkwiedergabe ohne Wenn und Aber.“ klassik-heute.de NEU: Jetzt auch als DVD-A (5.110102-03) und SACD (6.110102-03)

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Anton Bruckner: Symphonie Nr. 3 Die Urfassungen von Bruckners Symphonien erfahren zunehmend größeres Interesse, werden häufiger aufgeführt und eingespielt. An Bruckners Diktum, die komplexen, unbearbeiteten Fassungen seien für einen „späteren Kreis von Kennern und Liebhabern“ gedacht, scheint also doch etwas dran zu sein. Ist es die Zerrissenheit unserer Epoche, die uns die mitunter fast spröden, scharf akzentuierten Urfassungen der Symphonien den geglätteten, fließenderen Überarbeitungen vorziehen lässt? Oder die Kenntnis späterer Symphonien, vor allem Mahlers, die uns die kühnen Frühfassungen Bruckners leichter verständlich macht? Wie dem auch sei, auf dem CD-Markt tummeln sich inzwischen einige herausragende Einspielungen der Urfassungen der dritten, vierten und achten Symphonie, bei denen ein Vergleich mit späteren Editionen besonders lohnt. Jonathan Nott, einer der herausragenden Dirigenten der jüngeren Generation, hat mit seinen Bamberger Symphonikern die dritte Symphonie eingespielt. Die Aufnahme lässt durchweg aufhorchen. Nott betont die Zäsuren weniger als Kent Nagano in seiner kürzlich erschienenen Einspielung mit dem DSO, was zwar das Verständnis der Strukturen der Symphonie nicht erleichtert, aber zu größerer Geschlossenheit und durchgängigen Spannungsbögen führt. Das Orchester klingt auf allen Positionen durchgängig exzellent; die trockene Aufnahmetechnik unterstreicht die Absichten der Interpreten. Bruckner-Einsteigern würde ich die CD eher nicht, BrucknerTR Kennern dafür aber umso nachdrücklicher empfehlen. Bamberger Symphoniker: Nott 2004. Tudor 7133 / Naxos Anton Bruckner: Symphonie Nr. 5 Es ist eine ausgesprochen nette Idee, einer CD als Gratiszugabe Probenmitschnitte beizufügen, und bei Nikolaus Harnoncourt ist so etwas besonders lohnend. Seine musikwissenschaftlichen Erläuterungen – z.B. zur Nähe von Bruckners 5. Symphonie zu Mozarts Requiem – sind ebenso faszinierend wie seine Veränderungen des orchestralen Klangbildes. Gleichwohl habe ich fast bedauert, dass ich mir zuerst die CD mit den Probenmitschnitten angehört habe, und erst danach das Ergebnis der Proben. Denn ich war mit einigen Klangvorschlägen Harnoncourts zunächst gar nicht einverstanden: „Federnd“, also ein sofortiges Decrescendo und viel Luft zwischen den Noten, fordert er etwa mehrfach vom Orchester, während ich mir eher ein schön bis zum letzten Schlag durchgehaltenes, orgelähnliches Fortissimo gewünscht hätte, das mir bei Bruckner mehr zu passen schien. Doch siehe, das Gesamtergebnis ist dann sehr überzeugend: Die Interpretation wirkt sehr organisch, mächtig wo nötig, stets transparent (da hilft das „Federn“) und klingt sehr gut nach Bruckner. Ein bisschen flott ist Harnoncourt, vor allem zu Beginn des Adagios. Aber ansonsten: Hut ab vor dem großen

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Meister! Spezialisten seien noch darauf hingewiesen, dass der Einspielung eine neue kritische Edition zu Grunde liegt, die im TR sehr guten Booklet erläutert wird. Wiener Philharmoniker: Harnoncourt 2004. RCA 82876 60749 2 / Sony BMG Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2 Michael Tilson Thomas ist ein fulminanter Mahler-Dirigent und großer Orchester-Erzieher, der sein San Franciscoer Orchester für mich inzwischen hinter Chicago an die Spitze der amerikanischen Orchester geführt hat. Nachdem sich RCA leider verweigerte, gibt das SFS seinen wachsenden Mahler-Zyklus nun auf hauseigenem Label heraus – auf leider sehr teuren, aber gigantisch klingenden SACDs. Die jüngst erschienene zweite Symphonie vermag wiederum zu überzeugen. Vor allem das Blech klingt mächtig und prächtig, die Streicher zeichnen sich durch herbe Fülle und Präzision aus. Die beiden amerikanischen Sängerinnen singen erfreulich akzentfreies Deutsch, und die dynamischen Spannbreiten der Aufnahmetechnik lassen keinen Wunsch offen (außer vielleicht den der Nachbarn nach Schalldämmung). Dennoch möchte ich bei der Interpretationsleistung MTTs diesmal ganz leichte Abstriche machen: Vor allem im ersten Satz dirigiert er mir zu überhastet und auf Showeffekte hin, erreicht damit aber das Gegenteil und wirkt mitunter fast oberflächlich. Bernsteins tiefe Dramatik seiner späten New Yorker Einspielung bleibt hier TR unerreicht. San Francisco Symphony Orchestra: Tilson Thomas 2004. SFS 821936-0006-2 / Musikwelt Wolfgang Amadeus Mozart: Flötenkonzert Mozart hatte ein ambivalentes Verhältnis zur Querflöte, was man den beiden Flötenkonzerten jedoch nicht anhört. Diese gibt es in verschiedensten Einspielungen. Für die Aufnahme, die Martin Pearlman mit Boston Baroque und dem Flötisten Jacques Zoon vorlegt, spricht die lebendige Wiedergabe in historischer Aufführungspraxis. Zoon spielt die Traversflöte ausnehmend rund und schön im Ton, mit müheloser Geläufigkeit in den virtuosen Ecksätzen und Solokadenzen, gesanglich ausschwingend in den Mittelsätzen, und das Orchester zeigt sich als inspirierter Partner des Solisten. Ebenso inspiriert entfaltet Boston Baroque die Jupitersymphonie, deren Kopfsatz so temperamentvoll musiziert wird als wäre es die Ouvertüre zu einer der da Ponte-Opern Mozarts. Pearlman setzt auf kontrastreiche Tempi, und so schwingt das Andante cantabile in weiten Bögen aus, in denen die Bläser bestens zur Geltung kommen. Nach dem spritzigen Menuett kommt das groß angelegte, mitreißend musizierte Fugen-Finale. NL Zoon, Boston Baroque: Pearlman 2004. Telarc CD-80624 / In-akustik

EDITORIAL PERSÖNLICH

GEHÖRT


gehört die Haydn-Philharmonie jetzt die Symphonien Nr. 92 & 94 erneut heraus: als SACD. Und warum? Weil das schon allein wegen des Paukenschlages gelohnt hat, der Sie leicht aus Ihrem Wohnzimmersessel schleudern kann, wenn Sie sich nicht festhalten. Und wegen des fantastischen Raumklanges, den diese Aufnahme bietet! Und da sie musikalisch ebenfalls sehr gelungen ist: zugreifen! KH Österreichisch-Ungarische Haydn-Philharmonie: Fischer 2004. MDG 9011325-6 / Codaex

Forever Young

Johann Christian Friedrich Schneider: Symphonie Nr. 17; Felix Mendelssohn Bartholdy: Violinkonzert d-moll; Symphonie Nr. 1 Der gemeinsame Nenner dieser drei Kompositionen ist, dass sie alle innerhalb eines kurzen Zeitraums (Herbst 1822/Frühjahr 1824) entstanden sind. Mendelssohn wuchs gerade aus seinen Wunderkindkleidern heraus, während der siebzehn Jahre ältere Johann Christian Friedrich Schneider als das „angesehene Haupt der norddeutschen Schule“ galt. Mit seiner sorgfältig ausgearbeiteten, an Beethoven erinnernden 17. Symphonie machte Schneider sicherlich einen guten Eindruck bei seinem neuen Arbeitgeber, dem Herzog von Anhalt-Dessau. Mozart lieferte das Modell für Mendelssohns 1. Symphonie, und das Violinkonzert zeigt Spuren des Sturm und Drang. Das Orchester mit Originalinstrumenten spielt farbig und enthusiastisch, lediglich beim Solisten vermisse ich – bei aller Liebe zur authentischen Aufführungspraxis, der diese CD verCMS pflichtet ist – einiges an romantischem Feuer. Hiro Kurosaki, Cappella Coloniensis: Sigiswald Kuijken. cpo 9999322 / jpc

Violinkonzerte von Dutilleux, Bartók, Strawinsky Anne-Sophie Mutter zeigt sich auch auf ihrer neuen CD wieder als eine Geigerin, die nicht nur das traditionelle Violinrepertoire beherrscht, sondern sich auch als Widmungsträgerin und Uraufführungsinterpretin für bedeutende zeitgenössische Werke einsetzt. Nach langer Wartezeit konnte sie im April 2002 mit Kurt Masur das Nocturne Sur le meme accord des für sie „größten lebenden Komponisten“ Henri Dutilleux aus der Taufe heben. Auch in diesem Livemitschnitt aus dem Jahr 2003 aus Paris, als „World Premiere Recording“ kenntlich gemacht, wird sie von Masur und dem Orchestre National de France einfühlsam begleitet. Mutter selber besticht nach wie vor mit ihrem schönen flexiblen Klang und ihrer sicheren Intonation. Das kurze, neunminütige Werk überzeugt durch klangliche Valeurs und eine sich nie gegen die Natur des Instruments richtende Kompositionsweise. Ob ihm ein ebenso großer Erfolg wie etwa Dutilleuxs Cellokonzert beschieden sein wird, bleibt abzuwarten. Die restliche Spielzeit der CD hat die Deutsche Grammophon mit zwei älteren Wiederveröffentlichungen gefüllt, die der klassischen Moderne zuzuordnen sind. Ein den Sammler sicher ärgerndes Unterfangen, obwohl die Aufnahmen aus den Jahren 1988 und 1991 voll überzeugen können. Das Strawinsky-Konzert unter dem „Neue Musik“-Fachmann Paul Sacher erklingt mit starken rhythmischen Impulsen, aber auch den Lyrismen der beiden mittleren Sätze bleiben die Interpreten nichts schuldig. Das zweite Konzert Bartóks beeindruckt durch die fantastische Leistung des Boston Symphony Orchestra unter seinem langjährigen Chef CD Seiji Ozawa. Anne-Sophie Mutter, Boston Symphony Orchestra: Ozawa / Orchestre National de France: Masur. Deutsche Grammophon 00289 477 5376

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Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1; Benjamin Britten: Young Person´s Guide to the Orchestra, Anton Webern: Im Sommerwind Mit Mariss Jansons scheint dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bei der Wahl des Chefdirigenten erneut ein Glücksgriff gelungen zu sein. Sibelius erste Symphonie erfährt unter den Händen Jansons‘ eine spannungsgeladene, dramatische und klangmächtige Interpretation. Ich kann mir zwar den Hinweis auf Bernsteins späte Einspielung mit den Wiener Philharmonikern als absolute Referenzaufnahme nicht verkneifen, aber beim Rennen um Platz 2 dürfte Jansons neben Barbirolli die besten Karten haben. Erfreulich auch die Zugaben: Brittens hierzulande nicht ausreichend bekannte Purcell-Variationen, in der alle Instrumente des Orchesters der Reihe nach vorgestellt und dann in einer Fuge zusammen geführt werden, sind ebenso hörenswert wie Anton Weberns frühe, noch tonale Dichtung Im Sommerwind. Jansons betont die romantischen Elemente aller Werke und erleichtert damit auch Nicht-Spezialisten den Zugang zusätzlich. Weiter TR so, kann man da nur wünschen! SO des Bayerischen Rundfunks: Jansons: 2003/2004. Sony 93538


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PERFEKTION

Kammemrusik Beethoven: Streichquartette. Auryn Quartett. Tacet 124-126, 130

DENIS MATSUEV TRIBUTE TO HOROWITZ Der russische Starpianist und Tschaikowsky-WettbewerbSieger veröffentlicht jetzt in Deutschland sein Debüt-Album. Sein selbstbewusstes Spiel, seine technische Perfektion und seine musikalischen Grenzüberschreitungen werden seine Karriere in nur eine Richtung lenken: steil bergauf!

Liszt: Sonata Après une lecture de Dante · Mephistowalzer Nr. 1 Ungarische Rhapsodie Nr. 2 Bizet/Horowitz: Variationen über ein Thema aus Carmen Rossini/Ginzburg: Fantasie über ein Thema aus Il barbiere di Siviglia CD 82876 61273 2

SPIRITUALITÄT TAVERNER THE VEIL OF THE TEMPLE Dieses Werk tiefer Spiritualität beginnt mit der Abendsonne und endet mit der Morgendämmerung. 150 Sänger und außergewöhnliche Instrumente klingen in die Ewigkeit. Im Film The Da Vinci Code ist Taveners preisgekrönte Musik als Soundtrack zu erleben.

Taverner: The Veil of the Temple 2 CD 82876 66154 2

VOLLENDUNG DAS HENSCHEL QUARTET SPIELT MENDELSSOHN „Das Henschel Quartett zählt fraglos zur ersten Riege gegenwärtiger Quartett-Formationen.“

Jetzt komplett! Mit Vol. 3 ist der Zyklus mit Streichquartetten von Felix Mendelssohn-Bartholdy abgeschlossen.

Das Auryn Quartett, das wohl zu den besten deutschen Streichquartetten gehört, hat seine Gesamteinspielung der Beethovenschen Streichquartette beendet!

Kammermusik Johannes Brahms: Streichsextett B-Dur op. 18; Adolf Busch: Streichsextett G-Dur op. 40 Das Kölner Streichsextett hat mit dieser Aufnahme den vor allem als Geiger bekannten Adolf Busch als Komponisten wiederentdeckt. Das Stück wurde 1928 komponiert und im Sommer 1933, unmittelbar nach Buschs freiwilliger Emigration aus Nazi-Deutschland, einer gründlichen Revision unterzogen. Es ist unmissverständlich das Werk eines deutschen Komponisten und Kenners der Musikgeschichte seines Landes. Trotz unüberhörbarer Anklänge (Brahms, Mendelssohn, früher Schönberg) stellt das Sextett eine interessante Ergänzung des Repertoires für diese Besetzung dar. Brahms’ op. 18 ist wegen seiner Fülle an Melodien ein Favorit aller streichenden Musiker: Man merkt den Kölnern die Freude am Musizieren deutlich an! Der Surround CMS Sound bringt die Musiker ins eigene Wohnzimmer. Sehr zu empfehlen! Kölner Streichsextett. marc aurel edition cmn 006 (Hybrid-SACD) Encores – Musik von Kreisler, Paganini, Wieniawski, Sarasate u. a. Wenn diese Zeilen erscheinen, wird Maxim Vengerov sein Sabbathjahr bereits angetreten haben. Bis er wieder kommt, können sich seine zahlreichen Fans mit dieser Auswahl an violinistischem Virtuosenfutter trösten, und sie werden nicht enttäuscht sein. Die vertracktesten Schwierigkeiten von Wieniawski (beide Polonaisen, Scherzo-Tarantelle und Originalthema mit Variationen), Sarasate (Introduktion und Tarantella) oder Ysaÿe werden vom jungen Sibirier problemlos gemeistert, und nur ein professioneller Beckmesser könnte ankreiden, dass sich ihm der urwienerische Schmelz eines Kreisler nicht ganz erschließt oder dass die Agogik nicht immer natürlich klingt. Im Großen und Ganzen ist die Aufnahme ein Beweis dafür, dass die „Alte Schule“ immer noch lebt, aber ich werde meine knisternden Aufnahmen von Ysaÿe, Kreisler, Heifetz und CMS Ricci noch behalten. Maxim Vengerov. EMI Classics 5579162 Joseph Haydn: Divertimento B-Dur; Ludwig van Beethoven: Streichtrio c-moll; Fritz Kreisler (arr. Jung): Liebesleid, Liebesfreud u. a. Laut Titelblatt ist dies die neunte CD des Gaede Trios. Wenn die anderen halb so gut sind wie diese, habe ich da einiges nachzuholen, dachte ich beim Hören. Daniel Gaede, ehemaliger Konzertmeister der Wiener Philharmoniker und seine Berliner Kollegen kosten die ganze interpretatorische Bandbreite aus, von einem spritzigen Haydn über Beethoven in seiner dramatischsten c-moll-Ader bis hin zum quasiKaffeehaus-Kitsch eines Fritz Kreisler. Viel mehr als eine einfache Übertragung des Klavierparts, stellen die Kreisler-Arrangements von Fredo Jung dar: eine komplett neu durchdachte Komposition für Streichtrio, mit willkommener Klangfülle und unerwarteten CMS Nebenstimmen. Gaede Trio. Tacet 122 Joseph Kreutzer: Trios op. 9, Nr. 1 bis 4 Die Besetzung Flöte, Geige und Gitarre war im Biedermeier sehr beliebt, und viele Komponisten haben sie mit einem quantitativ großen Repertoire bedacht. Einer davon war der Gitarrist Filippo Gragnani, nach dem sich dieses Wiesbadener Ensemble nennt. Joseph Kreutzer, dessen op. 9 vorliegende CD gewidmet ist, spielte sowohl Gitarre als auch Violine, so dass seine Kompositionen dieser Formation auf den kollektiven Leib geschrieben sind. Die Musik ist nicht besonders tiefgründig, aber stets melodiös und charmant. Idealerweise würde man sie selber spielen wollen; alternativ kann man sich von diesen drei exzellenten CMS Musikern verwöhnen lassen. Gragnani Trio. Thorofon CTH 2488 / Klassik Center Kassel

Mendelssohn: Streichquartette op. 44 Nr. 1 & 2, Op. 81 CD 82876 60848 2

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gehört Das Ensemble, das seit über zwanzig Jahren in der gleichen Besetzung zusammenspielt, verfügt über eine äußerst raffinierte Klangkultur mit perfekter Balance zwischen den verschiedenen Instrumenten. Die reiche Klangfarbenpalette der Auryns kommt dank der audiophilen Aufnahmetechnik hervorragend zur Geltung, sodass man diese Reihe uneingeschränkt empfehlen kann. Nur wer für Mehrkanalton eingerichtet ist, sollte noch warten: Eine Mehrkanalfassung des Zyklus ist angekündigt! KH/CMS

HAYDN The Paris Symphonies

Vinzenz Lachner: Streichquartette d-moll op. 36 und Es-Dur op. 27 Vinzenz Lachner war der jüngere Bruder der bekannteren Franz und Ignaz Lachner und schlug wie diese eine musikalische Laufbahn ein. Als Komponist praktisch Autodidakt, war er fast vier Jahrzehnte großherzoglich-badischer Hofkapellmeister in Mannheim und wurde als „die Seele des musikalischen Lebens“ jener Stadt gerühmt. Diese CD ist Teil eines ambitionierten Projekts des Rodin-Quartetts, sämtliche Quartette der Lachner-Familie aufzunehmen und enthält die beiden Werke Vinzenz’ in dieser Gattung. Es handelt sich um tadellos konstruierte, großangelegte Werke, die von einem konservativen klassizistischen Geschmack etwa à la Mendelssohn zeugen: Lachner ließ sich angesichts des aufkommenden Wagner-Kults in Mannheim frühpensionieren! Dem Rodin-Quartett gelingt es, über beide halbstündigen Kompositionen einen langen Bogen zu spannen. Seine Lachner-Edition, die bis jetzt 8 CD’s umfasst, ist auszeichnungsverdächtig. CMS Rodin Quartett. Amati ami 2203/1 / Note 1 Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviertrios KV 542 & 254; Robert Schumann: Klaviertrio op. 80 Nachdem Mozart beinahe zum Exklusiveigentum der Alten-Instrumente-Brigade geworden ist, kommt es einem schon fast merkwürdig vor, ihn auf einem herkömmlichen Konzertflügel zu hören. Das ist an sich kein Problem, aber diese Pianistin hat einen etwas schwerfälligen Anschlag, der wenig Zwischenstufen aufbietet. Trotz dieses Mankos sind die Interpretationen gut durchdacht und interessant. Beide Streicher phrasieren „wie ein Mann“, und das Cello ist gut abgebildet – was bei Klaviertrioaufnahmen bei weitem nicht immer der Fall ist. In der Tat ist die Aufnahme so lebensecht, dass das starke Einatmen des Geigers vor jedem Einsatz deutlich vernehmbar ist. Beim SchumannTrio können sich alle Beteiligten ordentlich austoben und dabei die CMS überzeugendste Interpretation dieser CD liefern. Wiener Mozart-Trio. Berlin Classics 0017662BC / edel Sergej Rachmaninow / Dmitri Schostakowitsch: Klaviertrios Drei nicht mehr ganz junge Russen, die jeder für sich schon einen Namen als Solisten haben, haben sich zu einem Trio zusammengefunden und legen nun ihre erste gemeinsame CD vor. Ihr Zusammenspiel ist hervorragend, insbesondere die beiden Streicher Dmitri Makhtin und Alexander Kniazev haben eine ähnliche, man möchte sagen: typisch russische, warme Art der Tongebung. Auch das Klavier von Boris Berezovsky klingt satt und präsent und selbst im fortissimo nicht schrill. Der Schönklang ist allerdings nicht ganz realistisch, ohne Unterstützung durch die Mikrofone würden die Streicher im Klaviergedonner von Rachmaninows Trio op. 9 öfters untergehen. Dieses opulente Jugendwerk ist nicht jedermanns Sache – mir ist es zu langatmig – aber bei dieser Interpretation kann man schön schwelgen. Beim Trio von Schostakowitsch konnte ich mit zwei älteren Aufnahmen vergleichen. Gegenüber der etwas zahmen und im Scherzo zu langsamen Version von Leonskaja mit Mitgliedern des Borodin-Quartetts von 1996 sind Berezovsky & Co. im Vorteil, an die alte Melodia-Aufnahme mit Serebrjakow, Waiman und Rostropowitsch von 1966 reichen sie aber nicht heran, auch wenn Kniazev im Scherzo nicht so viele unsaubere Töne produziert wie Rostropowitsch. An zwei Punkten will ich es exemplarisch festmachen: Beide Cellisten spielen die extrem schwere Flageolett-Eröffnung des ersten Satzes sicher und klar, aber Rostropowitsch phrasiert außerdem sehr organisch. Nicht organisch, aber von Schostakowitsch so gewollt sind die „nachgedrückten“ Seufzer im Scherzo, über die Makhtin und Kniazev zu locker hinwegspielen. Hat man den Vergleich nicht, wirkt die neue Einspielung PSa insgesamt aber auch überzeugend. Makhtin, Berezovsky, Kniazev. Warner classics 2564 61937-2.

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Ein Österreicher unter’m Eiffelturm...

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Persönlich war Joseph Haydn zwar nie in Paris (und der Eiffelturm hätte natürlich noch gar nicht gestanden), für seine überaus rege Fantasie, die ihn zu jeder seiner Sinfonien eine Art kleinen „Roman“ zur Inspiration ersinnen lies, dürfte der Auftrag, sechs Sinfonien für Paris – und damit für eines des berühmtesten Virtuosenorchester seiner Zeit – zu schreiben, ungemein beflügelnd gewesen sein. Und so überrascht es nicht, dass Haydn für seine sechs „Pariser“ Sinfonien alle Register seines Könnens zog. „Jede Sinfonie bringt neue Elemente, vieles Unerhörte, jede Erwartung wird durch die Mannigfaltigkeit der Ideen, aber auch der Formen Lügen gestraft.“ (Nikolaus Harnoncourt) Nikolaus Harnoncourt und der Concentus Musicus Wien setzen erneut Maßstäbe in der HaydnInterpretation – mit Hingabe, Witz – und pariserischem Charme.

3 CDs 82876 60602 2 ab 14.3. im Handel ebenfalls erhältlich:

MOZART: Requiem Schäfer · Fink · Finley · Streit Arnold Schoenberg Chor Concentus Musicus Wien SACD 82876 58705 2

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MOZART: Early Symphonies Concentus Musicus Wien Music & Letters: 3 CD 82876 58706 2 Music only: 2 CD 82876 63970 2

HAYDN: Die Schöpfung Röschmann · Schade · Gerhaher Arnold Schoenberg Chor Concentus Musicus Wien 2 CD 82876 58340 2


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Alte Musik

1. bis 29. April 2005

Dietrich Buxtehude: Membra Jesu Nostri Eine echte Entdeckung rechtzeitig zu Ostern: Buxtehudes sieben Kantaten über den gekreuzigten Jesus! Mit bemerkenswertem Einfühlungsvermögen in die

Edita Gruberova Jörg Widmann Joshua Bell Viktoria Mullova Ivo Pogorelich Arcadi Volodos Olli Mustonen Windsbacher Knabenchor Thomas Zehetmair Bamberger Symphoniker Academy of St Martin in the Fields Ton Koopman Markus Schirmer Till Fellner Jens Peter Maintz Ensemble Resonanz Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Paavo Järvi Musica Antiqua Köln Ensemble Intercontemporain Anika Vavic Ivan Paley Carolin Widmann Dénes Várjon Minguet Quartett Diana Damrau Estnischer Kammerchor www.heidelberger-fruehling.de www.heidelberger-fruehling.de Karten + Informationen 0 62 21/14 22 21 Karten + Informationen 0 62 21/14 22 21 Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen

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Alfred Schnittke: Klavierquintett / Klaviertrio Der 1934 geborene Alfred Schnittke ist vielleicht der einzige Komponist seiner Generation, der nicht nur international bekannt, sondern auch mit einer großen Zahl von Einspielungen auf dem CD-Markt präsent ist. Über ein Dutzend Aufnahmen gibt es von seinem Klavierquintett, obwohl dieses düstere Stück keine leicht zugängliche Kost ist, vielleicht abgesehen vom zweiten Satz, einem Walzer über B-A-C-H, und dem kurzen fünften. Eingängiger als dieses 1976 vollendete Werk ist das Klaviertrio, in das Schnittke 1992 sein schon früher komponiertes Streichtrio umarbeitete. Das Barbican Trio, in das sich Jan Peter Schmolck und James Boyd als Gäste gut integrieren, spielt durchweg gediegen und sauber, die musikalischen Bögen sind gut ausgestaltet. Trotzdem fehlt etwas, nämlich die Bereitschaft, bis an die Grenzen zu gehen, die Verzweiflung, PSa die an manchen Stellen aus der Musik spricht, wirklich zum Ausdruck zu bringen. Barbican Piano Trio. black box BBM 1093 / Sanctuary Classics Robert Schumann: Streichquartette op. 41 Bis dahin hatte er zwar nur Klaviermusik und -lieder komponiert, aber mit seinem op. 41 bewies Schumann auch für die Kammermusik eine glückliche Hand. Die drei Werke wurden als ein Zyklus konzipiert und uraufgeführt. Wenn man sie auch in der Form hört, wird Schumanns Genie um so erstaunlicher: Obwohl hörbar aus der gleichen Form gegossen, hat jedes Quartett eine ihm eigene Persönlichkeit. Das Quatuor Ysaÿe ist ein bis in die letzte Nuance eingespieltes Ensemble. Es scheint sich mehr in den wilden Scherzi und den betriebsamen Fugato-Teilen zu Hause zu fühlen als in den ruhigen Sätzen, die etwas ungeduldig wirken. Trotzdem ist die Interpretation – vor allem des letzten und gewichtigeren Quartetts – sehr gelungen. Die sehr gute AufnahmeCMS technik hat leider auch die Atemgeräusche des Primarius getreu eingefangen. Quatuor Ysaÿe. æon AECD 0418 / harmonia mundi Musical Soirée at Ainola – Werke von Jean Sibelius für Violine und Klavier Näher heran an die Musik kann man kaum kommen: Die Tontechnik dieser Aufnahme setzt uns praktisch zu Füßen des Geigers nieder. Jedes Nebengeräusch klingt mit – und wie sich da Kuusistos Tongebung herb-spröde, manchmal sogar leicht kratzig entfaltet; wie Sibelius’ Originalflügel dezent abgedunkelt aus dem Hintergrund tönt, hat man wirklich den Eindruck, dass da zwei ganz für sich spielen. Keine brillante Aufnahme, aber eine sehr lebendige, Hausmusik auf höchstem Niveau, wie sie in Ainola, dem Refugium des finnischen Nationalkomponisten, auch zu dessen Lebzeiten erklungen sein mag. Schon die früheren Stücke (op.78 und 81) sind, so salonmäßig ihre Oberflächen erscheinen, eher als eine Art naiv-gefühlvoller Selbstgespräche zu sehen; und in op. 115 und 116, die zu Sibelius’ allerletzten Veröffentlichungen gehören, drängen dann GF sogar dämonische und melancholisch-depressive Töne hervor. Pekka Kuusisto, Heini Kärkkäinen 2004. Ondine ODE 1046-2 / Note 1

Alte Musik Geistliche Arien Es muss nicht immer Oper sein. Die braven Protestanten in Norddeutschland misstrauten dem frivolen Vergnügen der Reichen und Schönen. Deshalb mussten sie nicht auf gute Musik verzichten, im Gegenteil. Was heute unbekannte Komponisten des 17. Jahrhunderts wie Christian Geist, Samuel Ebart oder Franz Tunder an geistlichen Arien schrieben, hätte jeder Oper gut angestanden. Ruth Ziesak entfaltet die ausgewählten Stücke mit klarem, leuchtendem Sopran, ihre schlanke Linienführung ist schnörkellos, dafür erfüllt mit verinnerlichtem Ausdruck. Die Berliner Barock-Compagney begnügt sich nicht mit der Begleitung, in Sonaten, Suiten und Liedern für

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gehört betrachtende Musik, die der norddeutsche Meister auf einen geistlichen Text des 13. Jahrhunderts schrieb, ist Musica Lingua hier eine musikalisch hervorragende Interpretation geglückt. Deshalb – und als Repertoire-Empfehlung zu Ostern – steht diese CD bei den Tipps, obwohl nicht verschwiegen werden soll, dass die Aufnahme, was die technische Beherrschung von Stimmen bzw. Instrumenten angeht, nicht KH ganz das Niveau der besten Alte-Musik-Ensembles erreicht. Musica Lingua, L’arpa festante: Schreckenberger. Genuin 04048 / Klassik Center Kassel

Violine solo spielen die Musiker mitreißend temperamentvoll und rhythmisch prägnant. Was sich wissenschaftlich trocken „Geistliche Arien des norddeutschen Barock“ nennt, ist pralles NL Musikvergnügen. Ruth Ziesak, Berliner Barock-Compagney. Capriccio 67 125 / delta Magdalena Kozena: Lamento Für die Primadonnen von heute gibt es offenbar nichts Aufregenderes als einen Gang ins Archiv. Auch Magdalena Kozena machte sich auf und kehrte mit unbekannten, aber durchweg spannenden Szenen und Kantaten barocker Komponisten ins Studio zurück. Um J. S. Bachs Kantate Vergnügte Ruh als zentralen Programmpunkt gruppierte die als fulminante Mozart-Sängerin bekannte Mezzosopranistin ihre Entdeckungen. Ebenso einfühlsam wie virtuos begleitet von Reinhard Goebel und Musica Antiqua Köln entfaltet Magdalena Kozena in fast schon manieriert expressivem Ausdruck das frühbarocke Lamento von Johann Christoph Bach. Eloquent erklingen die Ach-Seufzer dieses Stückes, voll innerer Spannung steht die statische und doch vielsagende Klangrede. Wie eine Befreiung wirkt danach die von virtuoser Brillanz erfüllte Kantate von F. B. Conti. Den01.03.2005 innigen Dialog mit der12:56 eigenen Seele Uhr GP_AnzCrescendo2_05

und den tänzerischen Überschwang des gerade gefundenen inneren Gleichgewichts zelebrieren Sängerin und Musiker in Vergnügte Ruh. Dann kommt die jüngere Bach-Generation an die Reihe, von C. Ph. E. Bach eine heitere, flötenumspielte Liebesarie, von J. C. F. Bach eine dramatische Mini-Oper. Dank der vokal wie instrumental glänzenden Interpretation ist der Zuhörer von einem Lamento weit entfernt, diese Einspielung NL sorgt für vergnügte Ruh. Magdalena Kozena, Musica Antiqua Köln: Goebel. Archiv 00289 474 1942 / Universal Madame d’amours Einen faszinierenden Einblick in die Musik am Hofe Heinrichs VIII. von England bietet Musica antiqua of London durch diese Sammlung von Liedern und Tänzen. Mit ihren sehr gelungenen Instrumentationen zeigen sie den ganzen Farbenreichtum dieser Musik auf. Dazu singt Mezzosopran Jenny Cassidy, faszinierend schlicht, mit mal warmem, mal metallischem Klang: Allein für ihre Interpretation von Madame d’amours oder Cornyshs Whilles Lyfe or Breth würde die CD schon lohnen. KH Musica Antiqua of London: Thorby. Signum SIGCD 044 / Audiophile Sound Distribution Seite 1

Wir stellen aus: High End 2005 vom 5.-8. Mai im M.O.C. in München Atrium 3, Raum C 120

Die Serie XQ Der Klang: EXzellent, unübertroffene Klangqualität auch außerhalb der Hörachse: präzise, linear, atemberaubend. Auch für moderne Formate wie SACD und DVD. Das Design: EXklusiv, fließende Formen, aus der Funktion abgeleitet. Designobjekte für den individuellen Wohnraum. Die Oberfläche: EXotisch, Hochglanzlackierungen, außergewöhnliche Farben, massives Aluminium. Eine Symbiose von Technik und Design. Ausführungen: Graphit-Metallic, Silber, Maranello-Rot “Die XQ-Serie ist für mich die Boxensensation des Jahres.” Dipl.-Ing.Wolfram Eifert,Test und Technik.

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Music for a while Es müssen nicht immer Bach, Händel oder Vivaldi sein. Deren Vorgänger im 17. Jahrhundert haben ebenfalls lohnende Kompositionen hinterlassen, die nur noch mit Lust und musikalischem Sachverstand präsentiert werden wollen. So wie es AnneSofie von Otter zusammen mit dem Cembalisten Jory Vinikour, dem Lautenisten Jakob Lindberg und dem Theorbespieler Anders Ericson in „Music for a while“ macht. Abwechslungsreich stellen sie die persönlich wirkende Auswahl der Stücke italienischer und englischer Barockkomponisten vor. Virtuose Stimmbandakrobatik zelebriert die schwedische Mezzosopranistin gleich im ersten Stück, einer Arie von Benedetto Ferrari. Besonderen Charme verleiht die Sängerin ihrer Interpretation durch augenzwinkernde Übertreibung im übermütigen Gelächter der Koloraturen wie in den theatralischen Seufzern. Warm und innig singt sie dagegen das eigentlich für Tenor geschriebene Wiegenlied aus Monteverdis L’incoronazione di Poppea. Dramatischen Nachdruck gibt sie „Udite, amanti“ von Barbara Strozzi, klar und hell intoniert von Otter die Reihe von Purcell-Arien, deren berühmteste „Music for a while“ auch als Titel der Einspielung dient. Das Continuo-Trio besticht durch rhythmische Verve und musikalisches Feingefühl, das besonNL ders in den Instrumental-Soli zum Ausdruck kommt. Anne-Sofie von Otter, Archiv 477 5114 / Universal


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Neue Musik Fred Frith: Eleventh Hour Seit mehr als 20 Jahren zählt der britische E-Gitarrist Fred Frith nun schon zur Speerspitze der improvisierenden Avantgarde. In den letzten Jahren hat er allerdings seinen Schwerpunkt hin zur komponierten Musik verlegt. Zeit also,

Georg Philipp Telemann: Perpetuum mobile. Kantaten und Kammermusik Telemann stand lange im anrüchigen Ruf, ein geschäftstüchtiger Vielschreiber gewesen zu sein, der J. S. Bach die besten Stellen vor der Nase weggeschnappt habe. Geschäftstüchtig war Telemann, fleißig war er auch, aber er verstand sein Handwerk. Das Balthasar-Neumann-Ensemble lädt ein, Telemanns Kantaten und Kammermusik kennen zu lernen. Weniger kompliziert, auch weniger tief als Bach, aber ein virtuoskonzertantes Vergnügen stellen die ausgewählten Kantaten dar, von Dorothee Mields und Benoit Haller mit spielerischer Leichtigkeit gesungen. Flötist Han Tol und die Musiker wählten anspruchsvolle Kammermusikwerke, die im Fall der beiden Quartette durch Klangsinnlichkeit und ausdrucksvolle Interpretation bestechen. Den heiteren Abschluss bildet die Streichersuite „Perpetuum mobile“, benannt nach dem munter um ein NL zentrales Motiv kreisenden zweiten Satz. Balthasar-Neumann-Ensemble, Dorothee Mields, Benoit Haller, Han Tol. Carus 83.165

Neue Musik Philip Glass: The Concerto Project Vol. I Philip Glass ist einer der bekanntesten Vertreter der amerikanischen Moderne, hervorgetreten vor allem als, neben Steve Reich, Hauptexponent des Minimalismus. Bei den beiden vorliegenden Werken, dem Cellokonzert und der Konzert-Phantasie für 2 Pauker und Orchester, bilden die typischen Repetitions-Figuren aber keines der mehr oder weniger statischen oder meditativen Klanggewebe mit eben nur minimalen Veränderungen. Vielmehr sind diese mittlerweile die Grundlage für sehr bewegte Strukturen, wobei das Cellokonzert insgesamt etwas weicher ausfällt als das für die von Natur aus sehr viel energetischeren Pauken. Allerdings kommt auch die meist tonal gebundene, neoklassizistische Tonsprache von Glass sehr viel deutlicher heraus, oft wird man geradezu an die Soundtracks von Hollywood-Filmen erinnert. Zugute halten muss man Glass, dass so auch ein vom klassischen Repertoire geprägtes Ohr bei zeitgenössischer Musik nicht weghört. Dazu tun auch Anklänge z.B. an das Thema von „Mission Impossible“ oder die Rhythmik und Harmonik im Stile von Leonard Bernstein beim Paukenkonzert ihr Übriges. Ganz hervorragend ist die Qualität der Aufnahme sowie die Solisten Julian Lloyd Webber, Evelyn Glennie, Jonathan Hass und das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Gerard Schwarz. DK Vom „Konzert-Projekt“ sollen noch drei weitere Folgen erscheinen. Webber, Glennie, Haas, The Royal Liverpool Philharmonic Orchestra: Schwarz 2004. Orange Mountain Music 0014

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Krzysztof Penderecki: Ein polnisches Requiem Zwei CDs sind nötigt für das groß angelegte Polnische Requiem von Krzysztof Penderecki. Von 1980 bis 84 komponiert, ist es hier in der endgültigen Fassung zu hören, die erst 1993 zum Stockholmer Penderecki-Festival entstand. Eine zentrale Rolle in vielen Teilen der Komposition spielt der polnische Hymnus „Swiety Boze“ – das Requiem beschreibt die Leiden des polnischen Volkes. Klar, dass die polnischen Musiker des Warschauer National-Philharmonischen Orchesters und Chores unter Antoni Wit und die vier Solisten ein solches Werk mit großer Innigkeit musizieren! Sie finden genau die richtige Balance zwischen Eleganz und Ausdruck, zwischen Klarheit und opulentem Klanggeschehen für Pendereckis Tonsprache, die der späten Romantik näher steht als angestrengten Geräusch- und Klangorgien. Dabei überzeugt vor allem die „Ensemble-Leistung“: DK Chor, Solisten und Orchester verschmelzen zu einem einzigen, klangvollen Ganzen. Klosinska, Rappé, Minkiewicz, Nowacki, Warsaw National Philharmonic Choir and Orchestra: Wit 2003. Naxos 8.557386-87

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EMMANUEL PAHUD

ihn mit einem CD-Porträt als Komponisten vorzustellen. Herzstück der Doppel-CD ist das große 1. Streichquartett „Lelokovice“, das zusammen mit „Tense Serenity“ für Streichtrio und Posaune die erste Hälfte bildet. Stilistisch ist es ein inspirierter Stilmischmasch aus tonalen und dissonant-geräuschhaften Klängen mit viel Ruhe und einem Hauch Melancholie. Die Haltung hinter dieser „klassischen“ Musik ist geprägt von improvisatorischer Spontanität. Ein Lob geht auch an die Musiker – das Absichtslose darzustellen gehört schließlich zum Schwierigsten überhaupt! DK Arditti String Quartet, Dierksen, Winant, Frith. Winter & Winter 910 103-2

French Connection

Kaija Saariaho: Cinq reflets, Nymphea Reflection, Oltra Mar Nachdem erst kürzlich ein kammermusikalisches Porträt von Kaija Saariaho bei Kairos erschienen ist, stellt nun Ondine eine CD mit symphonischen Werken der finnischen Komponistin vor. Die „Cinq reflets“ für Sopran, Bariton und Orchester beziehen sich auf die 2003 mit dem Grawemeyer-Award ausgezeichte Oper L’Amour de loin, bilden aber eine unabhängige Komposition, die einzelnen Situationen und Zuständen der Oper nachspürt. „Oltra Mar“ für Orchester und Chor kann gewissermaßen als eine Art „Vorstudie“ zum großen Opernprojekt angesehen werden. So ergänzen sich beide Werke auch sehr gut: beide sind ausgesprochen weiträumig und flächig, mit dramaturgisch geschickt angelegten langen Bögen und gleichzeitig klanglich sehr sensibel gestaltet. Dagegen geht Nymphea Reflection für Streichorchester auf eine Komposition für Streichquartett mit Elektronik zurück. Saariaho hat den Kontext erweitert und die ElektronikParts durch Instrumentalklänge ersetzt, wodurch ein faszinierender, ganz eigener Klangcharakter entsteht. Hervorzuheben ist die hohe Qualität der musikalischen Umsetzung durch das Finnische Radio-Symphonie-Orchester unter Jukka-Pekka Saraste sowie die Sopranistin Pia Freund. DK Freund, Suovanen, Tapiola Chamber Choir, Finnish Radio Symphony Orchestra: Saraste 2004. Ondine ODE 1049-2 / Note 1

Flöte, Klarinette und Klavier: Eine außergewöhnliche Besetzung, doch im Frankreich des frühen 20. Jahrhunderts gab es eine Experimentierküche für originelle Zusammenstellungen von Holzbläsern. Emmanuel Pahud und seine langjährigen Kammermusikpartner Paul Meyer und Eric LeSage, haben (in einem Werk unterstützt von Meyers Bruder François) einen musikalischen Schatz gehoben:

The Viennese School: Teachers & Followers Vol 1: Anton Webern Steffen Schleiermacher fährt fort mit seinem Großprojekt einer buchstäblich enzyklopädischen Einspielung der Klavierkompositionen der Neuen Musik, inklusive Seitenästen der geschichtlichen Entwicklung. Seine neueste Veröffentlichung verfolgt die ganz direkte Wirkung der Zweiten Wiener Schule, indem ihr Umfeld beleuchtet wird: die Schülerschaft Anton Weberns steht im Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist denn auch Weberns einziges zu Lebzeiten herausgegebenes Werk für Klavier, die sehr typischen Variationen op. 27. Es ist nun hochinteressant zu verfolgen, wie die direkten Schüler Weberns (hier Wolpe, Herscovici, Spinner, Focke, Elston, Leich, Searle) seinen doch sehr klar formulierten und prägnanten Personalstil in ihre eigenen Kompositionen einbauen – oder eben auch nicht. Ganz anders, als später in der 50ern, wo Webern von den strengen Serialisten als großes Vorbild auf den Thron gesetzt und zum kultisch verehrten Vorbild wurde. Je mehr CDs von Steffen Schleiermacher erscheinen, umso erstaunlicher wird nicht nur das stets hervorragende Niveau, sondern gerade auch die Fähigkeit, alle diese Kompositionen mitsamt kleinster Nuancen DK darstellen zu können, ohne jemals ins Oberflächliche abzugleiten. Hut ab! Steffen Schleiermacher 2002. MDG 613 1282-2 / Codaex

DIE CRESCENDO-REDAKTION HÖRT MUSIK MIT: Lautsprechern von B&W: 2 CDM 9NT, 4 CDM 1NT, 1 CDM CNT, 1 ASW 2500 Denon Receiver AVR3803 /DVD-Player DVD3300,Sony SACD-Player XA-333 S

HIGH FIDELITY GESEHEN VORSCHAU PREMIUM REISE

crescendo 02 2005

29

Fotos: Simon Fowler

The Witten In Nomine Broken Consort Book 1528 schrieb John Taverner seine Messe Gloria tibi Trinitas, darin ein besonders eindringlicher Abschnitt über die Worte „In Nomine“. Das machte schon damals die Runde, In Nomine-Kompositionen verselbständigten sich und entwickelten eine eigene Tradition. Die wird heutzutage z. B. vom Freiburger Ensemble Recherche fortgeführt. Die Musiker nutzten ihre intensiven Kontakte zu Komponisten der Gegenwart, um sich in diesem Themenkontext kurze Stücke zwischen ein und zehn Minuten Länge schreiben zu lassen. Herausgekommen ist eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze für kammermusikalische und solistische Besetzungen. Komponisten von Klaus Huber oder Wolfgang Rihm bis zu Marc André und Claus-Steffen Mahnkopf sind hier vertreten und zeigen die ganze Palette zeitgenössischen Komponierens auf. Das ist ebenso kurzweilig wie DK vergnüglich, vorbildlich musiziert vom Ensemble Recheche. Ensemble Recherche, 2000-2003. Kairos 0012442KAI / harmonia mundi

Kernpunkt bilden Sonaten von Maurice Emmanuel, André Jolivet, Darius Milhaud und Florent Schmitt; abgerundet werden sie durch eine Schostakowitsch-Transkription sowie einen Choros des Brasilianers Heitor Villa-Lobos.

SCHOSTAKOWITSCH Walzer Nr.3 & 4 VILLA-LOBOS Choros Nr.2 SCHMITT Sonatine en trio MILHAUD Sonate op.47 JOLIVET Sonatine EMMANUEL Sonate EMMANUEL PAHUD Flöte PAUL MEYER Klarinette FRANÇOIS MEYER Oboe ERIC LESAGE Klavier CD 5 57948 2

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high fidelity Musik macht glücklich! crescendo goes HiFi – an dieser Stelle präsentiert Ihnen die

HIFI

Redaktion in enger Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin stereoplay die wichtigsten Neuheiten rund um die Themen HiFi, Surround und Mehrkanal-Aufnahmen. Jede Ausgabe

>Dicke Dinger

590 Euro) zwar ein DVD-Laufwerk, das alle DVDs ab-

Die endgültige Endstufe von McIntosh

aus. Beim ersten Reinhören überzeugte der L 53 mit or-

Seite 34/35 vor. Hinzu kommt alles Wissenwerte rund um die smarten Lautsprecher. Viel Spaß beim Schmökern und In-

McIntosh, der US-amerikanische Hersteller mit über 50jäh-

formieren wünscht Ihnen das crescendo-Team.

riger High End-Tradition, will es offensichtlich wieder einmal

von crescendo hat einen HiFi-Schwerpunkt. Der dieser Ausgabe liegt auf guten Kompaktboxen. Sechs von ihnen – die besten in der Preisklasse bis 2000 Euro – stellen wir auf

spielt, der Receiver aber gibt den Ton nur zweikanalig dentlichem Bild und dem NAD-typischen, schön satten

wissen. Die neuesten Spitzen-Endstufen namens MC 2K sind

>Gewinnspiel

als Mono-Verstärker ausgeführt – für stereo braucht man

Wie immer an dieser Stelle unser Gewinnspiel. Diesmal wol-

Elektronik dafür in insgesamt sechs (!) große Kisten verpackt.

len wir von Ihnen wissen: Wieviele CDs oder LPs haben Sie?

Mächtiger und konsequenter geht´s nimmer. Und kräftiger

also zwei davon. Allerdings hat McIntosh die notwendige

A.) bis 200

wohl auch nicht: 2000 Watt sollen die Boliden (sinus pro Ka-

B.) bis 500

nal) ausgeben. Und wo wir schon bei Superlativen sind: Um

C.) über 500

Ton. Und der Raumeffekt? Klar, da fehlt es natürlich. Aber

Schreiben Sie bis zum

der L 53 ist halt die optimale Heimkino-Ausstattung für

25.04.05 eine Postkarte an:

Leute, die sich sowieso keine Effekt-Lautsprecher hin-

Port Media, Senefelderstr. 14,

ten vorstellen können.

80336 München, oder mai-

Infos: Tel. +49-4108-41 800, www.dynaudio.de

len Sie uns: crescendo@portmedia.de. Unter allen Ein-

>Saubermann

sendern verlost crescendo zwei Paar der klanggewaltigen Testsiegerboxen Nubert nuBox 380 (ein Paar in Buche, eines in schwarz) im Wert von je 360 Euro. Die Redaktion wünscht

Stromreiniger von Burmester

allen Teilnehmern viel Glück! Das Preisrätsel aus der letzten Ausgabe hat gewonnen: W. Zielke aus Berlin. die 40 000 Euro soll ein Paar 2K kosten. Auf der High End in München (05.05 – 08.05.2005) sind vielleicht schon die ersten zu bewundern und zu hören.

Die Zeitschrift stereoplay ist eine der führenden Fachzeitschriften im HiFi-Bereich. Hier wird in ausführlichen Tests jedes Gerät auf Herz und Nieren überprüft und bewertet – auf einer Punkteskala von 00-100 und hinsichtlich des PreisLeistungs-Verhältnisses. Das Test-Labor von stereoplay gilt als das renommierteste der Branche. In crescendo können wir nur das Ergebnis selbst mitteilen – Grafiken und ausführliche Testberichte lesen Sie bitte in stereoplay nach.

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT

HIGH FIDELITY

Infos: Tel. +49-40-27 85 860, www.audio-components.de

>2-Kanal-Kino

Vor allem Musik- und HiFi-Freunde in Ballungsgebie-

Neuer DVD-Receiver von NAD

völlig unterschiedlich und manchmal richtig schlecht.

Da beißt die Maus keinen Faden ab: NAD, die multina-

Spannung und/oder viele Störer (vor allem PCs) schuld.

tionale Firma mit Sitz in Toronto ist trotz vieler, erfolgrei-

Der Power Conditioner 038 von Burmester (für ab

cher Ausflüge in den Surround-Bereich dem Stereo-Klang

3200 Euro) sorgt für absolut sauberen Strom und für

verhaftet und hat auch hier ihre meisten Fans. Konse-

deutlich hörbaren, klaren Klang.

quenterweise hat der neue DVD-Receiver L 53 (Preis:

Infos: Tel. +49-30-78 79 680, www.burmester.de

GESEHEN VORSCHAU PREMIUM REISE

ten kennen das Problem: Es klingt je nach Tageszeit Daran ist nicht selten die schwankende Stromnetz-

crescendo 02 2005

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Ludwig van Beethoven

Fidelio Opernhaus Zürich, 2004 Camilla Nylund Jonas Kaufmann Lázló Polgár Alfred Muff

high fidelity

PRÄSENTIERT

Magazin Neue Geräte,Trends und Tipps: Hier stellen wir in jeder Ausgabe interessante neue HiFi- und Surroundkomponenten vor, greifen Trend-Themen auf, informieren über spannende Musik- oder HiFi-Events und sagen, mit welchen Anlagen Musiker zu Hause gerne hören.

Chor und Orchester des Opernhauses Zürich

Nikolaus Harnoncourt Inszenierung: Jürgen Flimm DV-OPFID

>Wellenreiter

>Perfekter Stand

Neues Wave-Radio von Bose

Boxenständer von Dynaudio Darauf haben wir gewartet: Dynaudio, Spezialist auch für exzellente Kompaktboxen hat nun eine kleine, aber feine

Giuseppe Verdi

Auswahl von Lautsprecherständern im Angebot. Perfekt ver-

Un ballo in maschera

arbeitet und stabil (und

Salzburger Festspiele, 1991

klanglich weitgehend

Placido Domingo

neutral), bringen die

Josephine Barstow · Florence Quivar Sumi Jo · Leo Nucci

Dynaudio Stands die Bo-

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor Wiener Philharmoniker

xen richtig auf Höhe. Die

Sir Georg Stolti

Preise reichen von 99

Inszenierung: John Schleginger

Mit dem Wave-Radio hat Bose eine kleine Nische fest im

Euro pro Paar für den

DV-OPBDT

Griff. Angesiedelt zwischen Küchenradio und HiFi-Anlage

schlichten Stand 1 bis

überzeugt das kleine CD-Radio immer wieder mit sei-

275 Euro für den Stand 4

nem erstaunlich stattlichen Klangbild. Dennoch war Zeit

mit Doppelrohr. Auch für

für eine Überarbeitung. Das neue Wave Music System

die Kompaktboxen von

hat verbesserte Lautsprecher bekommen, kann nun auch

Seite 34/35 sind diese

MP3-CDs abspielen und im Rahmen des Bose Multi-

Ständer eine erstklassi-

Link-Systems sogar Bestandteil einer Multi-Room-

ge Wahl.

Beschallung im Haus werden. Der Preis: 700 Euro.

Infos:

Infos: Tel. +49-6172-71 040, www.bose.de

Tel. +49-4108-41 800,

Erhältlich ab April

Claudio Abbado Hearing the Silence Dokumentation (2003) Bruno Ganz · Daniel Harding · Marcel Prawy Albrecht Meyer Reinhold Friedrich · Berliner & Wiener Philharmoniker Lucerne Festival Orchestra u.a. "BEST PORTRAIT" AWARD 22. International Festival of Films on Art (FIFA), Montreal PREMIER GRAND PRIX 28. UNESCO International Art Film Festival, Paris

www.dynaudio.de

DV-DOCABB

Great Dancers of Our Time Staatsoper Berlin & Theater am Halleschen Ufer, Berlin, 2003

>Im Mittelpunkt Elac präsentiert neuen Boxentyp

Vladimir Malakhov Lucia Laccara · Kiyoko Kimura Diana Vishneva u.a

Voyage · La Spectre de la rose Auszüge aus Manon und Schwanensee etc. Mit Künstlerinterviews

>Traditionell superb Nachfolger des Marantz PM 17 kommt Wenn je ein Vollverstärker der Oberklasse im Deutschland

Lautsprecher gibts wie

der 90er Jahre Geschichte geschrieben hat, dann der

Sand am Meer, aber die

Marantz PM 17. In etlichen Versionen wurde er zu Hun-

neue FS 607 X-Jet ist

derten verkauft. Nun kommt mit dem PM 15 S1 (Preis:

wirklich etwas Besonde-

1500 Euro) sein designierter Nachfolger: im modernen

res. Der Mittelhochton-

Marantz-Design (geschwungene Frontpartie) und klang-

Opernhaus Zürich, 2001

bereich wird bei ihr von

lich absolut auf neuesten Marantz-Stand gebracht. Auf

Edita Gruberowa

einer aufwendigen Koax-

diesen Verstärker dürfen wir uns freuen.

Konstruktion, bei der ein

Infos: Tel. +49-541-404 660, www.marantz.de

DV-DOCABB

Vincenzo Bellini

Beatrice di Tenda Stefania Kaluza, Michael Volle Chor und Orchester des Opernhauses Zürich

Jet-Hochtöner in den

Marcello Viotti Inszenierung: Daniel Schmid

Mitteltöner integriert ist,

Bonus: Interview mit Marcello Viotti

übernommen.

DV-OPBDT

technische Wunderwerk

Dieses

Edita Gruberova auf Tour:

klingt extrem präzise, hat

13.,17.,22.03. Semperoper, Dresden, I puritani 01.04. Stadthalle, Heidelberg, Arienkonzert 16.,20.,23.,27.04., 01.05. Staatsoper, Hamburg, Beatrice di Tenda

aber seinen Preis: 7000 Euro pro Paar. Infos: Tel. +49-431647 740, www.elac.de

Vertrieb in Deutschland: www.tdk-music.com

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www.crescendo-magazin.de


high fidelity

Händler/Termine Berlin, 08./09.04.: High-End-Heimkino mit Denon, KEF, Naim und Sim2 läuft bei HiFi im Hinterhof, Großbeerenstraße 65, +49-30-25 37 530, www.hifi-im-hinterhof.de Stuttgart-Botnang, 09.04.: Reimyo (Röhren-Vor/Endstufen, CD-Laufwerk/Wandler, Netzstabilisator) und Harmonix (Tuningfüße, Kabel, Plattenmatten) zelebrieren feinstes High End im HiFiStudio Wittmann. Brucknerstraße 17, +49-711-696 774, www.wittman-hifi.de. Gemeinsame Website von Reimyo und Harmonix: www.combak.net

>Äpfel & Kisten Focal-Elektronik trifft Apples iPod. Ein kleines Modul namens iCub, ausgestattet mit analogen wie

Hamburg, 08./09.04.: Gourmet-HiFi im Restaurant Lambert von Phonosophie und ARS. Mit beim 4-Gänge-Menü: Ex-Audio Physic-

Mann Joachim Gerhard mit seinen neuen Lautsprechern sowie Ingo Hansen mit jede Menge Phonosophie-Elektronik. Karten nur im Vorverkauf unter: +49-40-88 166 988 oder +49-40-837 077 Baiersdorf: Heiko Neuendorf vom HiFi-Forum rief und viele kamen zur Premiere der neuen N-Diamant-Serie von B&W in die wunderschönen Räumlichkeiten des Schlosses. Und die Besucher waren sich einig: Das war ein richtig schöner Event.

digitalen Eingängen sowie Endstufen für Subwoofer und Satelliten, holt klanglich alles aus Apples Verkaufsschlager raus. Der Preis: 560 Euro. Infos: Tel. +49-7634-56 100, www.in-akustik.de pssst

>Einer für fast alles

bumm ähem

Universalplayer von T+A

Mit dem SADV 1245 R bringt nun auch T+A einen Player auf den Markt, der fast jedes Format abspielt: CDs, DVDs und SACDs. Einzig den DVD-Audios verweigert er sich. Aber ob die sich noch durchsetzen werden, ist eh fraglich. Und das, was er aus CD, DVD & Co. holt, klingt so gut, da erscheinen selbst die 3600 Euro Anschaffungspreis durchaus tolerabel. Infos: Tel. +49-5221-76 760, www.taelektroakustik.de

Mehrkanal-Hit aus Deutschland Die ehrgeizige Manufaktur Audionet gilt als eine der wenigen deutschen High End-Schmieden, die – klanglich sowieso – auch im Mehrkanal-Prozessing mit den Modellen von Sony, Yamaha & Co. (die ja über gewaltige Entwicklungsabteilungen verfügen) mithalten können. Der MAP 1 für 3500 Euro kann bis zu acht Kanäle ausgeben, ist superb verarbeitet und klingt überragend. Richtig klasse, dieser MAP 1. Info: Tel. +49-234-507 270, www.audionet.de

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* gemessen am definierten Standard von 58 m/Ohm x mm2

>Flache Flunder DAS LS-1602: KLANG WIE IM KONZERTSAAL Geht es reiner als rein, weißer als weiß? Normalerweise nicht. Aber wer gibt sich schon mit Normalem zufrieden, wenn er reinsten Klanggenuss sucht? Wir von in-akustik jedenfalls nicht. Deshalb ist unser neues High-End Kabel aus selektierten mgc-Leitern (medical grade copper). Die außergewöhnliche Reinheit ist nur durch aufwändige Spezialtests zu ermitteln. Das führt zu einem Paradoxon: Die Leitfähigkeit beträgt 102 Prozent*. Bumm.

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crescendo 02 2005

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high fidelity

Kompaktboxen... ...werden häufig nur als die „kleine“ Lösung angesehen und fallen in der Verkaufsstatistik weniger ins Gewicht. Dabei sind sie oft gleichwertige Alternativen zu raumgreifenden Standboxen. crescendo stellt die besten und meistverkauften Modelle bis 2000 Euro vor.

Klangstark, weil klein? Die Vorzüge kleiner Gehäuse Durch die – zwangsweise – recht kleine Front der Kompaktboxen sind hier die sogenannten Schallwandreflexionen (die das Klangbild flächig machen) deutlich geringer als bei den großen Schallwänden großvolumiger Standboxen. Deshalb schwärmen Kleinboxen-Fans häufig von der überlegenen Räumlichkeit der Kompakten. Außerdem sind kleine Gehäuse stabiler und somit weniger resonanzanfällig als große.

Platzsparen mit Kompaktboxen? Von wegen. Wer den optimalen Klang möchte, wird sich unterstehen die adretten Kleinlautsprecher im vollgestellten Bücherregal zu plazieren – es dröhnt im Bass und die Bücher

Die Raumgröße

etwa die deutlich teurere Magnat Quantum 903, die nur über

drumherum verhindern jede Art von räumlicher Tiefe. Eine

Schalldruck ist eine Frage der Membrangröße. Je kleiner der

einen 15er Tieftöner verfügt. Das heißt: Wer permanent Pe-

Bodenaufstellung ist auch keine Alternative: Genau wie auch

Tieftöner, desto geringer ist auch der maximale Schalldruck

gelorgien in großen Räumen veranstalten will, ist mit Kom-

bei Standboxen muss der Hochtöner des Kompaktlautspre-

der Box. Die Faustformel für die Mindestboxengröße für den

paktboxen falsch beraten. Wer allerdings – wie die meisten

chers ziemlich genau auf Ohrhöhe des Hörers sein. Die op-

jeweiligen Hörraum ist ziemlich einfach: Pro Quadratmeter

Einwohner der BRD – ein deutsches Durchschnittswohn-

timale Lösung ist daher die freie Aufstellung auf einem Stän-

Wohnfläche wenigstens ein Zentimeter Tiefton-Durchmesser.

zimmer (18 Quadratmeter) sein Eigen nennt, sollte mit den

der von möglichst hoher Stabilität: ein wackeliges Modell

Die nuBox 380 (siehe unten) ist mit ihrem 22 Zentimeter

Schalldruckreserven der hier vorgestellten Lautsprecher

verschlechtert die Präzision der Wiedergabe massgeblich.

Tieftöner für große Räume prinzipiell besser geeignet als

locker auskommen.

Nubert nuBox 380, um 360 Euro

Elac BS 204.2, um 940 Euro

Magnat Quantum 903, um 1000 Euro

Ein hochstabiles, schweres Gehäuse, ein ausgewachsener Tieftöner sowie eine extrem aufwendige Frequenzweiche: Die nuBox 380 vom Direktvermarkter Nubert bietet einfach mehr Material, als alle Mitbewerber derzeit für so schmale Münze bieten können. Aber auch mehr Klang. Die Neutralität in den Mitten der nuBox 380 und ihre Substanz im Bass ist für diese Preisklasse einmalig, ihre Belastbarkeit selbst für Boxen der 1000 Euro-Klasse eine echte Messlatte. Tel. +49-7171-926 900, www.nubert.de

Rein von den Klangpunkten her gibt es vielleicht noch besser bewertete Boxen als die kleine Bookshelf- (BS-) 204.2 von Elac.Allerdings gibt es kaum Lautsprecher dieser Größe, die im Bass derart kraftvoll auftreten und insgesamt so quirlig daherkommen. Einen wesentlichen Anteil daran hat der fantastische JET-Hochtöner. Das Elac-Eigengewächs besitzt eine vergleichsweise große Membran (gefaltet wie eine Ziehharmonika), die enorme Dynamiksprünge zulässt. Ein echtes Kraftpaket eben. Tel. +49-431-647 740, www.elac.de

Wenn eine multinationale Lautsprecher-Schmiede wie Audiovox alle seine Entwicklungs- und Einkaufsmöglichkeiten ausspielt und zusätzlich einen der besten Boxen-Entwickler Europas engagiert, kann nur Bestes dabei herauskommen: die Magnat Quantum 903 ist derzeit das klanglich Beste, was man für unter 1000 Euro bekommen kann. Noch nie war in dieser Preisklasse ein derartig freier und offener, gleichzeitig unaufgeregter Mittenbereich zu hören gewesen. Tel. +49-2234-8070, www.magnat.de

Nubert nuBox 380

Elac BS 204.2

Magnat Quantum 903

Klang (max. 70 Punkte)

34 Punkte

Klang (max. 70 Punkte)

40 Punkte

Klang (max. 70 Punkte)

44 Punkte

Preis/Leistung

überragend

Preis/Leistung

gut

Preis/Leistung

überragend

Test

stereoplay 10/02

Test

stereoplay 11/04

Test

stereoplay 11/04

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high fidelity

FAQs An dieser Stelle klärt crescendo die wichtigsten Fragen zum Schwerpunkt-Thema – ohne viel Tam-Tam und möglichst verständlich, ganz im crescendo-Stil eben.

Gibt es eine Preis-Untergrenze für gute Boxen? Eindeutig ja. Klangneutrale und wirklich spritzige Kompaktboxen sind zu Listenpreisen ab rund 300 Euro zu haben, bei Standboxen liegt die Schwelle bei 500 Euro pro Paar. Darunter lässt die Qualität spürbar nach. Belastbarkeit und Serienkonstanz haben eben ihren Preis.

Das technische Lexikon Frequenzweiche: Elektrischer Filter aus Kondensatoren,

Koaxial-Treiber: Bei diesen besonderen Konstruktionen sitzt

Wie finde ich den passenden Verstärker?

Spulen und Widerständen zur Aufteilung des Übertragungs-

der Hoch- inmitten des Mitteltöners. Der Produktionsauf-

bereiches auf mehrere spezialisierte Einzelchassis. Die Fre-

wand ist zwar sehr hoch, bringt aber viele Vorteile: Ein guter

quenzweiche ist das Herzstück des Lautsprechers und eines

Koax arbeit wie eine Punktschallquelle; Mittel- und Hoch-

seiner am meisten den Klang bestimmenden Bauteile. Die

tonsignale kommen gleichzeitig am Ohr an. Das sorgt für

Frequenzweiche beeinflusst auch die Belastbarkeit und den

eine äußerst präzise Wiedergabe.

Impedanzverlauf (Ohm).

Schallwandreflexionen: Jeder Hoch-, Mittel- oder Tieftöner

Impedanz: Wechselstromwiderstand (in Ohm) einer Box in

strahlt einen Teil seiner Schallenergie kugelförmig ab – und

Abhängigkeit von der Frequenz. Je niedriger die Impedanz,

trifft damit auf die Schallwand. Die Reflexionen dieser Schall-

desto größer ist die Belastung für den Verstärker. Die meisten

wellen beeinflussen das eigentliche Signal – es wirkt un-

Technisch: Die Impedanz marktgängiger Einsteigerboxen sinkt selten unter die 4-Ohm-Grenze. Vollverstärker haben damit kein Problem, Komplettanlagen kommen da schon eher ins Schwitzen. Die Mindest-Ohmzahl steht in der Betriebsanleitung. Faustregel: Die Sinusleistung sollte die Nennbelastbarkeit der Box eher über- als unterschreiten. Akustisch: Der Klangcharakter von Lautsprecher und Verstärker müssen passen. Hell klingende Elektronik plus ähnlich klingende Boxen sind eine schlechte Wahl. Am besten die Kombination beim Händler oder zu Hause ausprobieren.

modernen Boxen sind 4-Ohm-Modelle – kein Problem für

präzise. Je kleiner nun die Schallwand, desto geringer die

Wie bekomme ich den optimalen Klang?

moderne Transistor-Verstärker. Kritisch wird es bei 2-Ohm-

Störreflexionen und desto besser die Räumlichkeit der Box.

Lautsprechern.

Wirkungsgrad: Gibt an, wie viel Prozent der zugeführten

Maximaler Schalldruck: Höchste Lautstärke, die eine Box

elektrischen Leistung ein Lautsprecher in Schallleistung um-

kurzzeitig im Bass- und Grundtonbereich ohne grobe Neben-

setzen kann. Die Werte erreichen selbst bei wirkungsgrad-

geräusche erreicht. Selbst Kompaktboxen erzielen bis

starken HiFi-Boxen kaum mehr als 1 Prozent. Ein Schall-

über 100 Dezibel. Im Stereobetrieb steigen die Werte um

druck von 92 Dezibel in 1 Meter Entfernung bei 1 Watt

6 Dezibel.

Leistung entspricht einem Wirkungsgrad von 1 Prozent.

Beide Boxen auf gleiche Höhe stellen, Nischen meiden. Die Distanz zum Hörer sollte etwas größer als die zwischen den Boxen sein. In halligen Räumen (glatte Böden, große Glasflächen) Hörabstände verkürzen. Raumecken meiden, sowohl die Boxen betreffend als auch den Hörplatz. Kabel auf keinen Fall verpolen und nur so lang wie nötig wählen. Bi-Wiring und teure Kabel sind auch bei Einsteigerboxen hörbar – ob die Mehrausgabe lohnt, muss jeder selbst entscheiden.

Dynaudio Audience 52 stp, um 1250 Euro

B&W 705, um 1500 Euro

KEF Q one, um 1600 Euro

Die Kleinbox überhaupt. Seit Jahren schon ist die Audience 52 der MassStab in Sachen authentischer Stimmwiedergabe, ansprechender Hochtondynamik und äußerst plausibler Räumlichkeit. In der zum stereoplayJubiläum entwickelten stp-Version wurde sie noch agiler, im Bass prägnanter und präziser. Es gibt viele Lautsprecher, die in der Summe ihrer Eigenschaften vielleicht besser sind als diese Dynaudio.Aber eine bessere Stimm- oder Streicherwiedergabe bieten nur ganz wenige. Tel. +49-4108-41 800, www.dynaudio.de

An der 705 müssen sich alle Kleinboxen der Oberklasse messen lassen. Die Kompakte mit dem gelben Kevlar-Tieftöner hat die größte Verbreitung bei den Fachhändlern und ist von allen relevanten Testmagazinen exzellent getestet worden. Und außerdem klingt sie herausragend. Der Bass ist kräftig, aber gut durchzeichnet und der Mittelhochtonbereich ausgesprochen fein. Sie ist der Lautsprecher, der für die meisten Leute und für die meiste Musik absolut der Richtige ist. Tel. +49-5201-87 170, www.bwspeakers.de

Das Erkennungs-Merkmal von KEF-Lautsprechern der Q-Serie ist – neben der fantastischen Verarbeitung und exzellenten Lackierung – ein koaxialer Mittelhochtöner, der sogenannte Uni-Q. Dieses akustische Meisterwerk sorgt für eine ausgesprochen stabile Räumlichkeit und für eine geradezu geniale Detailarbeit. Wer auf möglichst hohe Präzision in der Wiedergabe steht und einen kompakten Monitor möchte, kommt an der Q one kaum vorbei. Tel. +49-231-98 60 320, www.gp-gmbh.com

Dynaudio Audience 52 stp

B&W 705

KEF Q one

Klang SACD/CD

42 Punkte

Klang (max. 70 Punkte)

45 Punkte

Klang SACD/CD

47 Punkte

Preis/Leistung

sehr gut

Preis/Leistung

überragend

Preis/Leistung

überragend

Test

stereoplay 2/04

Test

stereoplay 2/04

Test

stereoplay 10/03

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT

HIGH FIDELITY

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crescendo 02 2005

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Jahre – 10 Millionen verkaufte CDs weltweit Mit 10 sensationellen Wiederveröffentlichungen feiert die Deutsche Grammophon das 10-jährige Jubiläum der erfolgreichen und preiswerten Serie THE ORIGINALS. Entdecken Sie Klassiker wie:

F O T O S :

X X

high fidelity

10

Kleines Radio, große Hilfe Tivoli Audio & Aktion Kinderfreude

T

ue Gutes und rede darüber. Die erste

das Signet der Aktion Kinderfreude – das zuvor gegen einen

gute Tat von Joachim Spelling: Er hat das

Obulus von zwei Euro gekauft wurde. Die Summe wird direkt

Tivoli Radio nach Deutschland gebracht.

gespendet, auch andere Hersteller von Unterhaltungselek-

Diesen schmucken Quader aus Edelholz,

tronik (und darüber hinaus) machen mit. Die Botschaft: Die

ein Kompaktradio wie aus Väterzeiten, vollgepackt

Zeiten des Geizes sind vorüber, jedes erworbene Produkt

mit neuer Technik. Kein modernes

hat einen Wert über den reinen Nutzen

Einmembranen-Radio klingt besser,

hinaus.

keines verkauft sich besser. RICHARD WAGNER Tristan und Isolde (GA) Price, Kollo, Fassbaender, Fischer-Dieskau, Carlos Kleiber, Staatskapelle Dresden CD 477 535-5

GEORGE BIZET Carmen (GA) Berganza, Domingo, Milnes, Cotrubas, Claudio Abbado, London Symphony Orchestra 2CD 477 534-2

CLAUDE DEBUSSY Préludes Vol.1 Images I / II Arturo Benedetti Michelangeli CD 477 534-5

crescendo: Ihre Branchenkollegen lassen Doch dieses Radio ist nicht nur Kult, es

uns wissen, dass Geiz „geil“ ist. Sind Sie

hat auch eine neue Radiokultur begründet.

ein weltfremder Gutmensch?

Menschen, die bislang nur von Platten und

Spelling:

CDs lebten, nehmen plötzlich wieder eine

allmählich die Puste aus. Die Rabatt-

verdrängte Form des Musikerlebnisses

fixierung hat den Blick von den schönen

wahr. Zwar konnte der Erfinder des Tivoli

Dingen genommen und ihnen geschadet.

Gottlob geht diesem Slogan

Radios den Erfolg nicht mehr erleben

Wie sollen kleine Betriebe, oft familien-

– Henry Kloss verstarb 2002. Aber seine

geführte Unternehmen, mithalten? Hier

Nachfolger haben genau das Richtige

leidet vor allem der Fachhandel und muss

getan, in seinem Sinne weiterentwickelt

sich neu positionieren. Gute Produkte und

und seine Klangvorstellungen in einen kleinen, feinen Pro-

das Beispiel unseres Kinderfreude-Gütesiegels sollen dem

duktkatalog übertragen. Denn das Tivoli ist nicht allein. Es

Kunden eine faire Vermarktungsabsicht erklären und einen

hat ein Geschwisterpaar in Stereo, einen CD-Player, einen

echten Mehrwert bieten.

schmucken Subwoofer, eine Verwandlung zum Radiowecker, PAL – und neuerdings sogar eine Version mit Satelliten-

crescendo: Warum sollten wir Ihnen vertrauen? Spelling: Wir engagieren uns – und hierin liegt ein Großteil der

Empfänger.

Antwort. Ich bin ja nicht allein. Viele Menschen haben mir

einen mitnehmbaren, farbenfrohen Batteriewürfel namens

bei der Gründung der Stiftung geholfen – unentgeltlich und 2001 begegnete Joachim Spelling dem Tivoli-Tischradio

im Vertrauen auf meine Person. Außerdem isoliert sich die

zum ersten Mal, bei einer Messe in Mailand. Bis dato hatte

Aktion Kinderfreude nicht. Sie ist nicht „die Stiftung“ eines

der smart-jugendliche HiFi-Importeur nur mit schweren,

Unternehmens, sondern gedacht als Engagement einer gan-

teuren Klanggiganten gehandelt. In überschaubaren Stück-

zen Branche. Wir gehen zwar mit den Tivoli Audio Produkten

zahlen. In der Branche gilt er seit seinem Vertragsabschluss

als gutes Beispiel voran, aber es sind alle Hersteller, Impor-

in Mailand als gemachter Mann. So mancher Neider rechnet

teure und Händler eingeladen mitzumachen.

AG

aus Gewinnspanne und hunderttausend verkauften Tivoli-

HENRY PURCELL Dido and Aeneas (GA) Ode to St. Cecilia’s Day Troyanos, Armstrong, Johnson, McDaniel, Charles Mackerras, NDR-Kammerorchester 2CD 477 535-0 Weitere Neuheiten online unter: www.klassikakzente.de/originals Fordern Sie unseren Katalog an: info@klassikakzente.de

Radios einen reichen, glücklichen Mann hervor. Was nur die

Aktion Kinderfreude,

halbe Wahrheit ist.

Gutendorf 14, 93471 Arnbruck Tel. +49-9945-905 450,

Denn die zweite gute Tat von Joachim Spelling trägt den

www.aktion-kinderfreude.de

Namen „Aktion Kinderfreude“. Eine Stiftung, die es sich zur Aufgabe macht, kranken Kindern in Deutschland zu helfen.

crescendo unterstützt Aktion Kin-

Konkret geht es um die Unterstützung des Bundesverbands

derfreude: Im Rahmen der High

der deutschen Kinderhospize e.V. – der großes Geld durch

End-Messe in München, 05. bis 08. Mai, wird crescendo

kleine Aufkleber erhalten soll. Spelling ist Gründervater und

signierte Tivoli-Radios versteigern. Mit den Schriftzügen von

Vordenker der Aktion: Auf allen seinen Tivoli-Radios prangt

Jan Garbarek, Hélène Grimaud und anderen Künstlern.

36

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reise

Reisetipps Zwischen Rhein und Ruhr

lange nicht mehr die Rede sein. Hightech,

Geschichte darüber nicht vergisst: Überall findet man ehemalige Industriegebäude, die nicht nur als denkmalgeschützte Zeugnisse herumstehen, sondern neu genutzt werden: für Kultur!

>Klassik Festival 2005

M A T T H I A S

neuen Themen, denen sich die Region im 21.

Jahrhundert widmen will. Schön, dass man die eigene

B A U S

Kultur, Wissenschaft und Medien sind die

F O T O :

V

om „Kohlenpott“ kann im Ruhrgebiet schon

Die Jahrhunderthalle in Bochum

Die ehemalige Grubenausbauwerkstatt der Schachtanlage

Karten und Info: Tel. +49-201-81 22 200

>Dormagen

Auguste Victoria / Blumenthal zum Beispiel. Sie dient schon

www.philharmonie-essen.de

Nicht nur von der Produktion zeugen viele Denkmäler der

Städten stattfindet, wird sie am 14. Juni in „Yehudi Menuhin

>Ruhrtriennale

Region. Schließlich muss ja auch verkauft werden, was man

Forum“ umbenannt. Gast des Festaktes wird der Menuhin-

Die meisten kulturinteressierten Besucher im Ruhrgebiet

Zollfeste von Neuss nach Zons verlegte. Hier wurden die vor-

Sohn Jeremy sein.

wird sicher auch in diesem Jahr die Ruhrtriennale anlocken,

beifahrenden Schiffe durch Seile oder Ketten gestoppt, dann

Info: Tel. +49-201-81 35 495

die am 20. August mit einem Fest in der Bochumer Jahr-

wurden die Waren kontrolliert und die entsprechenden Zölle

www.klassikfestival-ruhr.de

hunderthalle beginnen wird. Auch hier sind es vornehmlich

erhoben. Heute ist die am besten erhaltene mittelalterliche

>Essen

die herausragenden Industriedenkmäler des Ruhrgebiets,

Stadt im Rheinland ein Teil von Dormagen. Und ein Stück-

die die Schauplätze der insgesamt achtwöchigen Spielzeit

chen weiter gibt es auch Musik zu hören: in der 1138 – 1181

bilden. Musikalische Schwerpunkte sind u.a. eine Produk-

erbauten Klosterbasilika Knechtsteden. Hier finden alljährlich

Gerade erst eröffnet wurde die Philharmonie Essen. Doch

tion des Regisseurs Hans Neuenfels über Robert Schumann

die Festlichen Tage Alter Musik (17. – 25. September 2005)

auch hier ist die regionale Geschichte präsent, denn gespielt

und Franz Schubert in der Bochumer Jahrhunderthalle und

statt, die in diesem Jahr mit Händels Samson eröffnet wer-

wird im nach Alfried Krupp benannten, über 1900 Personen

ein Stück über Lorenzo da Ponte mit Thomas Hampson in

den. Der Kartenvorverkauf beginnt Ende Juni.

fassenden Konzertsaal des Hauses, der allseits für seine

der Duisburger Gebläsehalle. Das gesamte Programm wird

www.knechtsteden-altemusik.de

Akustik gelobt wird. Hier begeht am 04. April das Jugend-

Mitte April veröffentlicht – man kann gespannt sein, wie

JazzOrchester NRW mit illustren Gästen wie Paquito d‘Rivera

sich das Festival unter seinem neuen Leiter Jürgen Flimm

und Katja Riemann seinen 30. Geburtstag. Und hier findet

entwickelt!

>Xanten

auch der interessante Beethoven-Zyklus seinen Platz, den

Info: Tel. +49-700-2002 3456

Etwas weiter nördlich, den Rhein entlang, sind die Kultur-

Christoph Spering mit seinem Neuen Orchester auf Alten In-

www.ruhrtriennale.de

denkmäler noch ein bisschen älter. Wie in Xanten, wo im rö-

seit Jahren als Konzertpodium. Im Rahmen des Klassik Festivals, das vom 10. Juni – 03. Oktober 2005 in 18 Revier-

strumenten veranstaltet (nächstes Konzert: 29. Mai 2005).

prouziert hat. An diesem Geschäft wollte auch der Kölner Erzbischof gerne beteiligt sein, der im 14. Jahrhundert seine

mischen Amphitheater vom 30. Juni – 24. Juli 2005 bereits zum 23. Mal die jährlichen Sommerfestspiele stattfinden.

Carmen bei den Sommerfestspielen

38

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Juli) sowie Orffs Carmina Burana (08. und 09. Juli) auf dem Programm. Eine nicht ganz so alte, aber ebenso beeindruckende Kulisse bildet der Xantener Dom, vor dem vom 15. – 17. Juli Verdis Requiem gespielt wird. Vielleicht verbinden Sie das Konzert mit einem Besuch im äußerst sehenswerten Archäologischen Park, zu dem das Amphitheater gehört? Karten und Info: Tel. +49-2801-777 777 www.sommerfestspiele.de

F O T O :

S O M M E R F E S T S P I E L E

X A N T E N

In diesem Jahr stehen u. a. Bizets Carmen (30. Juni – 03.

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REISE


reise

crescendo Preisrätsel

2005

R U H R

20. april bis 26. nov.

F O T O :

K L A V I E R - F E S T I V A L

christian thielemann münchner philharmoniker krzysztof penderecki håkan hardenberger ndr bigband bo skovhus diana damrau

Stadthalle Mühlheim

>Klavier-Festival Ruhr

u.a.

Die besten Pianisten der Welt treffen sich alljährlich im Som-

mer Guss-Stahlwerk diente, musizieren am 04. Juni junge

mer im Ruhrgebiet, wenn das Klavier-Festival seine Pforten

Talente, moderiert vom künstlerischen Leiter des Festivals,

öffnet. In diesem Jahr werden vom 17. Juni bis 19. August

Franz Xaver Ohnesorg. Und in der Gebläsehalle des Land-

so bekannte Künstler wie Daniel Barenboim (24.06., Köln),

schaftsparks Duisburg-Nord erwartet die Besucher am 22.

Andràs Schiff (28.06., Dortmund), Grigory Sokolov (09.07.,

Juni ein brillantes Mozart-Spiel. Einen Vorgeschmack auf

Essen), Martha Argerich (12.07., Dortmund) oder Ivo Po-

das Mozartjahr 2006 geben dort die Pianistin Elena Bash-

gorelich (17.07., Essen) erwartet. Und gespielt wird nicht

kirova, die Brüder Renaud und Gautier Capuçon sowie der

„nur“ in Konzertsälen: Auch das Klavier-Festival steht zur

Bratschist Felix Schwarz.

Geschichte seiner Region. In der Bochumer Jahrhundert-

Karten und Info: Tel. +49-1805-00 18 12 (12 Ct/Min)

halle, die lange als Gebläsehalle für die Hochöfen im Bochu-

www.klavierfestival.de

Gewinnen Sie... >Die seltenen Konzerte Martha Argerichs gehören zu den

zwei Klaviere transkribiert hat. Der Dichter ist u. a. durch

Sternstunden der Musikwelt. Seien Sie am Dienstag, den

eine Inschrift bekannt, die vor dem Betreten warnt: „Lasciate

12. Juli 2005 dabei im Dortmunder Konzerthaus, wenn die

ogni speranza, voi ch‘entrate“. Wenn Sie wissen, wie der

berühmteste Pianistin unserer Zeit zusammen mit den bei-

Dichter, die Symphonie und deren Komponist heißen, dann

den jungen, von ihr geförderten Künstlern Lilya Zilberstein

schicken Sie bis zum 25.04.2005 eine Postkarte, email oder

(Klavier) und Geza Hosszu-Legocky (Violine) beim Klavier-

ein Fax mit der Lösung an:

Festival Ruhr musiziert! Übernachten Sie anschließend im

Port Media GmbH, Team crescendo

****-Hotel „Park Inn Dortmund“, direkt in der Innenstadt.

Senefelderstraße 14, 80336 München

Als 2. – 11. Preis gibt es je eine CD vom Klavier-Festival

Fax: +49-89-74 15 09-11; email: crescendo@portmedia.de

Ruhr 2004. Alles was Sie brauchen, ist etwas Glück – und

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

die Antwort auf unsere Rätselfrage!

Wissen Sie es...?

Auflösung aus crescendo 1/2005

Transkriptionen und Paraphrasen sind ein Themenschwer-

ihrem Roman „Ein Winter auf Mallorca“. Ein Wochenende für

punkt auf dem Klavier-Festival Ruhr 2005: Musik über Musik.

zwei Personen mit Eintrittskarten zum festlichen Eröffnungs-

Oft verwendeten die Komponisten Werken von Kollegen als

konzert des Klassik-Festivals MusicaMallorca und zwei

Vorlage, viele haben aber auch eigene Werke transkribiert.

Übernachtungen im 5-Sterne-Hotel Gran Meliá Victoria hat

Heute suchen wir nach einem berühmten Dichter, nach dem

gewonnen: W.-D. Gewande aus Berlin.

eine Symphonie benannt ist, deren Komponist sie später für

Herzlichen Glückwunsch!

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Im letzten crescendo fragten wir nach George Sand und

REISE

crescendo 02 2005

39

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0531-222111


gesehen

> Krefeld > Chemnitz > Hannover > Schwerin

Auf einen Blick Ein knapper Rückblick auf Opernpremieren und Festivals der letzten zwei Monate

Das Gesicht im Spiegel in Krefeld

Weimarer Fidelio Vor 200 Jahren wurde in Wien Beethovens Fidelio uraufgeführt. Diese Erstfassung kam nun in Weimar auf die Bühne. Am meisten Aufsehen erregte die Inszenierung von Thilo Reinhardt im Schlussbild durch die Freigabe des Bühnenrandes für Demonstranten von der Straße, wodurch Beethovens Werk mit der

S T U T TE

Kühle Ekstasen in Hannover

F OTO : MAT T H I AS

Gewicht beigemessen wird, so stimmen die Proportionen des Abends auch sonst nicht immer. Baesler und Thor füllen die Bühne zwar mit technischem Gerät und lassen glatzköpfige Choristen wie Wesen von anderen Sternen umherschwirren, erzählen aber insgesamt bilderbuchartig, ohne einen kühlenden Anflug von Abstraktion. Widmanns phantasievolle Klangpartitur erobert sich die Bühne allerdings mit Grandeur, und Kenneth Duryea ist ihr ein überlegener Anwalt. Ein hochbeeindruckender Abend auch dank des Ensembles. JM

nicht Souveränität aus. Überwiegend junge Mitwirkende auf der nächtlich-königlichen Gegenposition (R. Duncan) wie im übrigen Ensemble. BK

und dem Sinfonieorchester unter E. Stier zu einer umjubelten Uraufführung brachte. In bester künstlerisch effektiver Einheit der beiden so unterschiedlichen Ensembles, sicherem Dirigat und hervorragenden Jazzbreaks ging das Werk mit Bearbeitungen von neun Beatles-Titeln in mitreißender Interpretation über die Bühne. Musikantische Begeisterung „oben“ und frenetischer Jubel „unten“. Ein höchst gelungener Abend. FS

Jörg Widmann hat für seine vor anderthalb Jahren in München uraufgeführte Oper Das Gesicht im Spiegel ein brisantes Thema gewählt: Das Klonen von Menschen! In seinem Biokonzern hat Ingenieur Milton den Klon Justine erschaffen. Dieser weckt Begehrlichkeiten in Bruno. Für eine per Video belauschte Liebesnacht rächt sich Patrizia an ihrer Nebenbuhlerin, indem sie diese in den Spiegel zu blicken zwingt. Die Erkenntnis, nur eine Kopie zu sein, lässt Justine zusammenbrechen. Trostlos bleibt sie in dem Müll zurück, den Ausstatter Harald B. Thor beim Flugzeugabsturz (mit Tod von Bruno) vom Bühnenhimmel regnen lässt. So wie dieser eigentlich marginalen Finalepisode von Stück und Inszenierung (A. Baesler) optisch allzu viel

F OTO : N AT I O N A LT H E AT E R W E I M A R

In Hannover gab es den ersten Tristan seit etwa vierzig Jahren. Enttäuscht wurden nur diejenigen, die keltisch mystische Nebel erwarteten, denn J. Schlömer (Regie und Bühne) verweigert dem Werk den nordischen Mythos, lässt es im Hier und Jetzt ankommen. Unterstützt wird sein Konzept von imaginationsfähigen Darstellern, selbst eine kleinere Rolle wie der Melot (O. Zwarg) wird zum wichtigen Teil des Ganzen. V. Walders mysteriöse Brangäne fasziniert, ebenso wie S. Ishinos intensiver Kurwenal B. Schneider-Hofstetters bronzen-timbrierte Isolde. Ein wuchtiger, seriöser Bass mit enormem Potential ist X. Li als König Marke. Die Krone des Abends verdient aber der Tenor L. Gentile, Intensität und Durchdringung trifft hier auf stimmliche Bewältigung der mörderischen Partie – der dritte Akt macht richtig Gänsehaut! Shao-Chia Lü gibt mit dem Staatsorchester einen soliden, diesseitigen Tristan. MF

Frage nach der Freiheit unter den Bedingungen der kapitalistisch-demokratischen Zweidrittelgesellschaft konfrontiert werden sollte. Dieses Experiment ist gescheitert, es gab keine Konfrontation, sondern nur ein peinliches Nebeneinander. Bis zu diesem Moment aber war es ein beeindruckender Opernabend. Harter Realismus – ein in Ölfarbe gestrichener Folter- und Verhörraum für das erste Bild, ein in der Kerkerhaft sich selbst verstümmelnder Florestan – traf auf anspielungsreiche Verfremdungseffekte. Die Staatskapelle unter der Leitung des neuen Ersten Kapellmeisters und stellvertretenden GMD Martin Hoff steigerte sich von einer etwas blassen Ouvertüre zu stimmiger und stimmungsvoller Gestaltung im zweiten Akt. Aus dem wie immer in Weimar durchweg guten Solistenensemble ragte Catherine Foster als Leonore hervor, einen starken Eindruck machte auch Volker Schunke durch seine rauhe Tongebung als Pizarro. PSa

Die Zauberflöte in Schwerin An der Schweriner Zauberflöte ist nichts überzeichnet oder übertrieben. Peter Dehler, als Opernregisseur debütierend, hebt allerdings die Märchenelemente hervor. Mit sparsamen Mitteln der Zauberei unterstützt M. Fischer den spielerisch-freundlichen Grundton. Als Dritter im gerundeten Bunde erzeugt Matthias Foremny durch lebendige Detailwirkungen einen schwerelosen, weichen Mozartklang. In diesem ist die warm tönende Pamina (S. Salminen) bestens aufgehoben. Witz und Lebensklugheit vereint der handfeste Papageno (M. Winkler). Der junge Sarastro (R. Mészar) strahlt mit beachtlicher Stimmschwärze schon Würde, aber noch

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Fidelio in Mannheim FOTO : P E T ER

F ES T ER SE N

The Beatles-World in Chemnitz Mit der Michael-Fuchs-Band verband sich das Chemnitzer Sinfonieorchester für einen Ausflug in den Jazz. Neben der Ouvertüre zu Bernsteins Musical Wonderful Town und H. Brubecks Dialogen für Jazzband und Orchester faszinierte vor allem die mitreißende Uraufführung von The Beatles World, die M. Fuchs, der Arrangeur des Werkes, mit seinen fünf Jazz-Solisten

> Weimar > Mannheim > Gelsenkirchen > Zürich

In Mannheim erregte ein fast konzertanter, gekürzter Fidelio die Gemüter. In einem von D. Hacker nachgebauten NBC-Studio hat der in der Oper debütierende Schauspielregisseur F.-P. Steckel die von C. Melching in Anlehnung an die 1940er Jahre gewandeten Solisten und Orchestermitglieder platziert. Die Atmosphäre der Radioübertragung von 1944 wurde durch Origi-

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gesehen

Gewandhauskapellmeister Herbert Blomstedt

17./18. März 2005 Gewandhausorchester · Herbert Blomstedt Peter Mattei, Bass · Paul Hindemith, Nobilissima visione · Johann Sebastian Bach, Kantate „Ich habe genug” BWV 82 · Ingvar Lidholm „Stund, när ditt inre...” · Paul Hindemith, Symphonische Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber 31. März/1. April 2005 Gewandhausorchester · Daniel Harding · Steven Isserlis, Violoncello Edward Elgar, Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85 Richard Strauss, Eine Alpensinfonie op. 64 7./8. April 2005 Gewandhausorchester · Daniel Harding · Sebastian Breuninger, Violine Peter Tschaikowski, Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 Sergej Rachmaninow, 2. Sinfonie e-Moll op. 27 14./15. April 2005 Gewandhausorchester · Riccardo Chailly · Nikolaj Lugansky Klavier · Alfred Schnittke, Pianissimo · Sergej Rachmaninow, 2. Konzert für Klavier und Orchester c-Moll op. 18 · Peter Tschaikowski, 4. Sinfonie f-Moll op. 36 21./22. April 2005 Gewandhausorchester · Riccardo Chailly · Janine Jansen, Violine · Christian Poltéra, Violoncello · György Ligeti, Lontano · Johannes Brahms, Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102 · Béla Bartók, Konzert für Orchester Sz 116 28./29. April 2005 Gewandhausorchester · Thomas Dausgaard Frank-Michael Erben, Violine · Niels Wilhelm Gade, Nachklänge von Ossian – Konzertouvertüre op. 1 · Felix Mendelssohn Bartholdy, Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64 · Ludwig van Beethoven, Zwölf Contretänze WoO 14 · Robert Schumann, 4. Sinfonie d-Moll op. 120 12./13. Mai 2005 Gewandhausorchester · Herbert Blomstedt · Jean Sibelius, 6. Sinfonie d-Moll op. 104 · Peter Tschaikowski, 6. Sinfonie h-Moll op.74 („Pathétique”) 19./20. Mai 2005 Gewandhausorchester Herbert Blomstedt · Gewandhaus-Quartett · Frank-Michael Erben, Violine Conrad Suske, Violine · Volker Metz, Viola · Jürnjakob Timm, Violoncello Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie C-Dur KV 338 · Louis Spohr Konzert für Streichquartett und Orchester a-Moll op. 131 · Max Reger Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132 26./27. Mai 2005 Gewandhausorchester · Asher Fisch · Volker Hemken, Bassklarinette · Luciano Berio, Quattro versioni originali della Ritirata Notturna di Madrid, „Chemins IIc“ für Bassklarinette und Orchester, Rendering Luigi Boccherini, Sinfonie d-Moll op. 12/4 („La casa del diavolo“) Franz Schubert, Ouvertüre im italienischen Stil D-Dur D 590 2./3. Juni 2005 Gewandhausorchester · Solisten des GewandhausKinderchores Michel Plasson · Michael Schönheit, Orgel · Francis Poulenc, Konzert für Orgel, Pauken und Streicher g-Moll · Henri Dutilleux, The shadows of time · César Franck, Sinfonie d-Moll 9./10. Juni 2005 Gewandhausorchester · Herbert Blomstedt · Wilhelm Stenhammar, Serenade für großes Orchester F-Dur op. 31 · Johannes Brahms, 1. Sinfonie c-Moll

naleinblendungen hergestellt. Die Abfolge der Musiknummern wurde von Texten unterbrochen, die ein mürrischer, zorniger Toscanini (J. Tovote) vortrug. Toscaninis Schreiben an Hitler, seine Absagen an die Bayreuther und Salzburger Festspiele und weltanschauliche Zitate beleuchteten auf eindringliche Weise die problematischen Beziehungen zwischen Ästhetik und Politik und warfen ein kritisches Licht auf die Vereinnahmung der Freiheitsoper durch die Nazis. Kulinarische Rezeptionshaltungen wurden so in Mannheim konterkariert, worüber sich dann auch prompt Teile des Premierenpublikums erregten. Dabei wurde durchwegs auf gutem Niveau musiziert. E. Dovico ließ das Orchester sachlich, doch nicht unbeherzt zu Werke gehen. Besonders souverän meisterten S. Vinke (Florestan) und T. Jesatko (Pizarro) ihre heiklen Partien, und C. Whisnant steigerte sich zu einer stimmgewaltigen wie bewegenden Leonore.

HGV

Gelsenkirchener Belcanto

FOTO : M A JER - FI N K ES

Was macht man mit einem eher konzertant zu spielendem Attila? A. Baesler erzählt ihn im Musiktheater im Revier ganz naiv vom Blatt, und lässt das Set (Bühnenbild: H. Feuchtner, Kostüme: U. Kremer) als japanisches Comicmärchen umsetzen. Der Abend selbst gehört N. Karnolsky mit üppigem Bass als Attila, er und der kernige Bariton von Jee-Hyun Kim (Ezio) lassen ihr Duett zu einem echten Höhepunkt werden. Odabella (R. Hermann) überzeugt mit ihrem eher lyrischen Sopran sowohl

musikalisch als auch optisch als martialische sexy „Manga-Maus“. Das Problem ist der Gasttenor D. Brenna als Foresto, hier singt eindeutig ein Talent über seine Fachgrenzen. S. Bächli hat mit der Neuen Philharmonie Westfalen einen schmissigen Verdi einstudiert, und zeigt erneut das hohe Potential des Ensembles. MF

03 41/12 70-280

Ariane et Barbe-Bleue in Zürich Die Produktion von Ariane et Barbe-Bleue ist ein glänzendes Plädoyer für Dukas‘ unverdient selten gespielte einzige Oper. In Maeterlincks feministischer Lesart des Blaubart-Stoffes siegt die Lichtbringerin Ariane über den Ehefrauen-Wegsperrer; doch die Befreiten wollen ihr nicht in die Freiheit folgen. C. Guth inszeniert in sachlichsurrealer Atmosphäre aus Andeutung und Aussparung, wirft psychologisch sezierende Blicke hinter eine unscheinbare Schweizerhaus-Fassade mit Anstaltstüren und Kellerverschlägen (C. Schmidt) und auf die Abhängigkeiten von mit Macken geschlagenen Jungmädchen-Seelen. Zwei Namen geben der hochstehenden Umsetzung Ausnahmerang: Y. Naefs Ariane kommt, singt und siegt mit stimmschönster strahlend sensibler Mezzo-Pracht. J. E. Gardiner bringt die symphonisch durchwirkte Partitur in faszinierender Klarheit und Tiefenschärfe zum Leuchten. MB

crescendo 02 2005

41

Ja, bitte senden Sie mir das Jahresprogramm für die Saison 2005/2006 mit über 180 Konzerten im Gewandhaus zu Leipzig.

Name, Vorname

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Geburtsdatum

Coupon bitte zurücksenden an: Gewandhaus zu Leipzig · Marketing und Kommunikation · Augustusplatz 8 · 04109 Leipzig

w w w . g e w a n d h a u s . d e


Monteverdi und Purcell

Händels Almira in Karlsruhe

Cadenza Barocktage an der Berliner Staatsoper

Opernrundschau im Nordwesten > Hamburg > Bremen > Bremerhaven > Oldenburg

Almira – Kirsten Blase

F O T O :

F O T O :

S E B A S T I A N

J A C Q U E L I N E

B O L E S C H

K R A U S E - B U R B E R G

Hormonelle Turbulenzen

Dido und Aeneas in Berlin

An Kastiliens Hof geht es zu wie in den Klatschspalten der

Alljährlich beglückt uns René Jacobs mit Perlen alter Mu-

Überwiegend heiter zeigte sich das Opernleben im Nor-

Regenbogenpresse: Wird die frisch gekrönte Königin Almi-

sikkultur. Monteverdis frühbarocke Heimkehr des Odysseus

den. Wie schon bei Monteverdi erprobt übertrug K. Gruber

ra den letzten Willen ihres Vaters erfüllen oder doch den

(Il ritorno d´ulisse in patria) bringt er ungekürzt. Wie kaum

in Hamburg Händels Giulio Cesare in Egitto ins Hier und

Sekretär Fernando heiraten, den sie liebt? Opfert Osman

ein anderer vermag er das spezielle Instrumentarium des

Heute und sparte nicht mit komischen Effekten à la Pop

seine Verlobte Edilia dem Kalkül, durch Heirat mit Almira

Concerto vocale und der Akademie für Alte Musik mit klar

und Comic, was teilweise etwas seicht wirkte. Gesungen

König zu werden? Und wer bleibt in diesem Liebesreigen

durchpulsten Tempi frisch zu beleben. Vier Stunden sind

wurde dafür überdurchschnittlich gut. K. Aldrich gab einen

übrig für Raymondo und Bellante? Ein herrlicher, fast schon

zwar lang aber nicht langweilig.

schlankstimmigen, koloratursicheren Cäsar, A. Kurzak eine

satirischer Spaß, möchte man meinen. Doch Peer Boysen,

Eine Schar exquisiter Sänger beweisen sich in unterschied-

brillante Cleopatra und M. Beaumont einen vor innerem

der Giustino vor zwei Jahren so viel Witz verliehen hatte,

lichen Gefühlslagen und Stilebenen. Telemaco ist in dieser

Feuer lodernden Sesto. A. de Marchi musizierte mit Pfiff auf

wusste mit Almira nichts Rechtes anzufangen. Heraus kam

Fassung allerdings ein Countertenor (Ph. Jaroussky). Die

einem schmalen Grat zwischen historischer und moderner

gepflegte Langeweile plus optische Reizüberflutung. Auf der

göttliche Ordnung gilt es im Sinne des barocken lieto fine

Aufführungspraxis.

zentralen Spielfläche traten sich die Sänger und die fast

wiederherzustellen. So wird Ulisse (K. Spicer) nach zwanzig-

immer anwesenden, zusätzlich eingefügten Tänzer schier auf

jährigem Umherirren wieder heimgeführt. Zur treuen, aller

Auch beim Bremer Freischütz gab’s viel zu lachen, aber

die Füße. Eine beständig in Zeitlupe kreisende Extra-Prima-

Verlockungen werbender Freier widerstehenden Penelope

auf einem höheren Denkniveau. E. Gedeon inszeniert ein

ballerina, Kunstblumen, Feuerwerk und Feuerschlucker

(P. Bardon). Kaum zu glauben, sieht sie doch aus – in haut-

geistvolles Spiel im Opernmuseum und F. Ludwig lädt die

konnten die Inszenierung auch nicht retten.

enge Abendkleider gezwängt – wie ein heutiges Modell auf

Partitur mit dramatischen Kontrasten auf. Beste Sänger:

Umsomehr wurde musikalisch geboten. Vor allem K. Blase

Männerfang.

K. F. Vogt als stimmfrischer Max und N. Lehner als Ännchen

als grundlos eifersüchtige Almira und H. Kordes als mit

Weder das kastenförmige Einheitsbühnenbild (J. Jörg) noch das

mit jubilierendem Sopran.

Recht empörte Edilia sangen berauschend schöne Klagen

Abziehbild einer heute gängigen Inszenierung (I. Karaman)

und fulminante Rachearien. Und ginge es nach Klangschön-

werden der Größe Monteverdis gerecht. Der nämlich, nicht

In Bremerhaven verlegte W. Dosch Rossinis Italienerin in

heit, müsste Almira doch den ungeliebten, von B. Berchtold

von ungefähr divino Claudio genannt, stellte Seelenzustände

Algier in eine moderne Ferienclub-Anlage und schaffte damit

geschmeidig gesungenen Osman erhören. Oder den von

dar, keinesfalls hatte er koitierende Paare im Sinn.

viel Raum für Plattitüden. O. Saragossa gab eine etwas hektische Isabella, M. Roschkowski mit seinem kostbaren Tenore

C. Fischesser mit samtweich schnurrendem Bass ausgestatteten Raymondo. Als echter Komödiant erwies sich

Mit seiner angeblich ersten englischen Oper Dido und Aeneas

di grazia einen verführerischen Lindoro und A. Lenzen einen

O. Katzameier, der dem intriganten Politiker Consalvo erhei-

tauchte auch Henry Purcell in die Welt der Antike. In der

ansehnlichen Mustafà mit kernigem Bass. Das Orchester

ternde Züge verlieh. M. Hofstetter hatte alles souverän im

szenischen Auslegung von S. Waltz tauchen zunächst ein-

unter H. Brüsch agierte zuverlässig – nicht mehr.

Griff, die stilgerecht musizierende Badische Staatskapelle,

mal sechs junge Paare in einem riesigen Aquarium. Körper

die einfühlsame Continuo-Gruppe und das klangfarbenrei-

verschränken sich zum Knäuel, rollen am Boden, kriechen.

In Oldenburg nahm G. Rech sich mit sensibler Personenfüh-

che Ensemble Les Flamboyants, das die Barockoper um

Oft ganz einfältig im Ausdruck unbeirrter Lebensfreude. Wer

rung Tschaikowskys Pique Dame an und fand für das Werk

einige Renaissance-Tänze bereicherte. Dank Hofstetters

aber ist da Dido, wer Aeneas? Am spezifischen Klang zu

neue Momente. M. Schäfer und M. Petsch waren ein leiden-

Leitung verbanden sich die disparaten Elemente zu einer

erkennen sind Cembalo, Gambe oder barocke Gitarre, nun-

schaftlich zerrissenes Liebespaar, J. Batukov sang einen edlen

abwechslungsreichen musikalischen Einheit, die den großen

mehr von Attilio Cremonesi impulsiv geleitet. Und darauf

Grafen Tomsky und A. Rumpf erwies sich wieder einmal als

Gefühlen genügend Raum ließ.

Nike Luber

kommt es ja an.

Bernd Kima

ein Mann des kraftvollen orchestralen Pinselstrichs.

Gerhart Asche

42

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Licht und Schatten

Musicalstadt Berlin

Verdis Macht des Schicksals in Lüttich

Ernest Blochs Macbeth in Frankfurt

Drei neue Produktionen verlassen die eingefahrenen Gleise der Muscial-Industrie und sind uneingeschränkt sehenswert!

F O T O :

Die Macht des Schicksals in Lüttich

G E R N J O A C H I M

Anna Loos-Liefers und die Kit-Kat-Girls

Selten war sich die Tagespresse so einig wie bei Cabaret in der Bar jeder Vernunft. Genau hierhin, ins alte Spiegelzelt mit

Das im frühen 19. Jahrhundert erbaute, trotz seiner 1000

Der am 30. 11. 1910 an der Pariser Opéra Comique urauf-

seinem authentischen Varieté-Flair gehört das Musical von

Plätze intim wirkende Opernhaus im historischen Zentrum

geführte Macbeth des 1880 in Genf geborenen, 1924 in den

Masteroff und Kander. Das Projekt ist ambitioniert und liebe-

von Liège fungiert nicht nur als Königliche Oper von Wallonien,

USA eingebürgerten, 1959 gestorbenen Ernest Bloch gehört

voll ausgestattet, hochkarätig besetzt und engagiert gespielt

sondern sozusagen als zweite Spielstätte von Aachen und

zu jenem reichen Schatz vergessener Opern des frühen 20.

und gesungen. Nur das Verruchte fehlt, das Abgründige, die

Umgebung, denn das deutsche Publikum nutzt Liège gerne

Jahrhunderts, den zu bergen sich lohnt. Beeinflusst von

Magie. US-Star-Choreograf V. Paterson ist der Abend etwas

für einen Opernausflug, wo es die gediegen traditionelle

Mussorgsky und Wagner, mit Anklängen an Chausson und

brav und überkorrekt geraten. Auch TV-Star A. Loos-Liefers

Machart der Aufführungen und den unkonventionellen Spiel-

Debussy, hat Bloch für das düstere Shakespeare-Drama eine

in der Liza-Minelli-Rolle der Sally Bowles singt zwar be-

plan schätzt. Ein gutes Beispiel für den Stil der Opéra Royal

originäre, dunkel grundierte, an Valeurs reiche, rhythmisch

achtlich, entwickelt aber wenig Bühnenpräsenz. Grandios

de Wallonie ist die als Koproduktion mit Marseille, Avignon

und motivisch eindringliche Musiksprache gefunden.

dagegen A. Winkler als Fräulein Schneider.

und Vichy entstandene Forza del destino. Regisseur Bernard

Nach Jahren des Leerstands sollen jetzt Musicals das in-

Broca gestattet sich keine Experimente, sondern ist bemüht,

An der Oper Frankfurt (Koproduktion mit dem KlangBogen

time, altehrwürdige Schlossparktheater füllen. Urinetown

die nahezu ungekürzte Aufführung und ihre vielen Szenen-

Festival Wien) haben sich die Dirigentin Sian Edwards und

von G. Kotis und M. Hollmann lief drei Jahre ausverkauft am

wechsel mit raschen Überblendungen über die Bühne zu

der Regisseur Keith Warner für Blochs englische Fassung

Broadway. Pinkelstadt – Das Musical ist witzig und absurd,

bringen, wozu ihm Bernard Arnould mit minimalem Aufwand

seines „drame lyrique“ entschieden, bei der zwar die Ele-

macht sich fortwährend über sein Genre lustig und nutzt

angerissene Szenen schuf, die vor allem mit raffiniert be-

ganz des französischen Sprechgesangs auf der Strecke

doch geschickt all seine Tricks. Einziger Schwachpunkt:

leuchteten Prospekten arbeiten.

bleibt, dafür aber der Shakespeare-Ton besser, härter ge-

Die Musik liefert keinen Ohrwurm. Typengenau besetzt das

troffen wird.

hochkarätige Ensemble, aus dem I. Richter als aasiger Boss

Das musikalische Niveau ist mehr als nur gediegen, denn

des WC-Imperiums heraussticht.

Alain Guingal und das Orchester der Königlichen Oper lassen

Entsprechend scharf gezeichnet ist auch Warners Insze-

Komponist S. Sondheim nennt Sweeny Todd eine „schwarze

Verdis Vierakter mit so viel orchestraler Wucht und instru-

nierung, die mit dem Symbol der Kamera spielend und mit

Operette“. Doch es bedarf dieses Untertitels gar nicht, um

mentaler Finesse erklingen, dass man stärker gefesselt ist

Hilfe der spiegelreflexartigen Drehbühne (Bühnenbild und

sein Werk auf dem Spielplan der Komischen Oper zu rechtfer-

als an mancher prominenteren Bühne. Sorgfältig die Auswahl

Kostüme: Es Devlin) einen raschen Wechsel der Hell-Dunkel-

tigen – die Partitur ist zwar musicalgemäß eingängig, bedient

der Sänger: Therese Waldner verfügt über eine authentische

Szenerien ermöglicht. In zum Teil verzerrten Perspektiven

sich aber doch virtuos der „klassischen“ Musikgeschichte.

Verdistimme und singt die Leonora mit einer profunden, in

und Spiegelungen einer beklemmenden, modernitätsna-

C. Bond, der Autor der Musicalvorlage, inszenierte das ra-

bester italienischer Tradition geschulten Stimme und vibrie-

hen Atmosphäre präsentiert Warner Schnappschüsse auf

benschwarze Werk um einen mordenden Barbier, dessen

render Intensität; von großer Eindringlichkeit die Szene mit

zeitlose Seelenabgründe. Diese werden von Sian Edwards

Opfer seine Gespielin zu schmackhafter Pastete verarbeitet,

dem sonoren Guardiano von W. Smilek. A. Maria di Micco

und dem Frankfurter Museumsorchester musikalisch viel-

konservativ, aber mit viel Witz. Dirigent K. Schoots sorgt für

machte das Beste aus der undankbaren Rolle der Preziosilla.

schichtig ausgelotet und von Daniel Sumegi als Macbeth und

den musikalischen Schwung. Gefeiert wurden zur Premie-

Für M. Comencinis leichten Tenor kommt der Alvaro etwas

Louise Winter als Lady Macbeth mit im Fortgang von Mord

re die Protagonisten R. Smeets und D. Manzel, doch auch

früh, doch er zog sich mit Geschick aus der Affaire. Verläss-

und Raserei wachsender sängerdarstellerischer Intensität

M. Winkler und G. Schwabe als Alternativ-Besetzung geben

lich M. Vanauds routinierter Don Carlo.

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT HIGH FIDELITY

Rolf Fath

GESEHEN

verkörpert.

VORSCHAU PREMIUM REISE

Heinz-Günter Vester

dem Affen ordentlich Zucker.

crescendo 02 2005

Arnt Cobbers

43

F O T O :

K Ö N I G L I C H E

W A L L O N I S C H E

O P E R

Orchestrale Wucht


vorschau

plus regional

Kulturachse Nord

>Berlin >Mecklenburg-Vorpommern >Brandenburg >Sachsen-Anhalt

Großes Tanztheater

Mozart – Salieri – Britten 1786 erteilte der österreichische Kaiser an Salieri und Mozart Kompositionsaufträge für ein Fest. Es entstanden Der Schauspieldirektor des Salzburger Kindl sowie

In einer mittelalterlichen Stadt wütet die dahingerafft. Mit seinem Hofstaat entflieht geschiedenen Schloss lässt er alsbald wilde

Salieri gewann, die Feindschaft zwischen beiden schwelte. Als Doppelpack werden

F O T O : D O R I T

Pest und hat bereits tausende Menschen Fürst Prospero der Seuche. Auf einem ab-

Salieris Prima la musica, poi le parole.

G Ä T J E N

Rostock – Dessau – Berlin Ballettensemble des Volkstheaters Rostock

die Werke in Brandenburg und Frankfurt/ Oder gezeigt (24.03.). Das Opernhaus Halle zeigt wiederum Brittens Ein Sommernachtstraum, eine Koproduktion mit

Maskenorgien feiern, während sein Volk allmählich zu Grunde geht. Doch dann er-

lettklassiker wird in einer Neuinterpretation

lage für seine Mono-Oper Briefe des van

der Bayerischen Theaterakademie August

scheint dem Fürsten ein grauenvoller Spuk.

des Choreographen Jan Linkens geboten,

Gogh. Die Aufführung der Berliner Kammer-

Everding München (05.05.).

Edgar Allen Poes‘ Kurzgeschichte Die Maske

die den Grimmschen Kampf zwischen Gut

oper mit Hans Gröning inszeniert Holger

des Roten Todes inspirierte Wilhelm Dieter

und Böse noch unterstreicht. Es folgt ein

Müller-Brandes, das Orchester der Berliner

Siebert zu einem neuen Ballett, das nun

Gastspiel der Gregor Seyffert Compagnie

Kammeroper dirigiert Brynmor Jones.

am Volkstheater Rostock uraufgeführt wird

Berlin (27.03.). Auf der Ballettgala tanzt

(02.04.). Bei Wolfgang Fortner studierte der

Berliner Nachwuchs unter anderem Robert

gebürtige Berliner Komposition. Siebert

Norths Troy Game (28.03.). Abgerundet

11. (Premiere), 13., 14., 20., 21. Mai (jeweils 20.00 Uhr) Berlin, Saalbau Neukölln Karten und Info: Tel. +49-30-69 31 054 www.berliner-kammeroper.de

05. Mai (Premiere, Uhrz./T. nicht bekannt) Halle, Opernhaus Halle Karten und Info: Tel. +49-345-202 97 71 www.oper-halle.de

selbst bezeichnet seine Musiksprache als

wird das Programm mit Konzerten und

verständlich-modern und betont konkre-

einem Symposion.

tes Erzählen von Geschichten. Eines seiner

Das Staatsballett Berlin zeigt wiederum

bekanntesten Werke ist die Oper Untergang

Kenneth MacMillans Manon von 1974

der Titanic.

(22.04.): Ein sechzehnjähriges Mädchen

Berliner Theater

Mit diesem Projekt stellt das Volksthea-

liebt das Leben und kann dem Vergnügen

Mit dem Berliner „carrousel“-Theater für

Poulencs Gespräche der Karmeliterinnen

ter Rostock künstlerische Neugierde und

nicht widerstehen. Die Musik fußt auf Mas-

Kinder wird an der Komischen Oper Ber-

hat am 08. April Premiere am Mecklenbur-

...und außerdem

schöpferischen Tatendrang unter Beweis.

senet, lässt jedoch die Manon-Vertonung

lin Frank Schwemmers Kinderoper Der

gischen Theater Schwerin (19.30 Uhr). Es

Die mit Spannung erwartete Uraufführung

des Franzosen außer Acht.

Reiter mit dem Wind im Haar uraufgeführt

inszeniert Matthias Oldag.

Martin Rupprecht, es dirigiert Christian Hammer. Nicht minder spannend wird es am Anhaltischen Theater Dessau, das vom 26. bis 28. März seine Tore für das Tanzfest Dessau öffnet. Auftakt bildet die Premiere von Dornröschen (26.03.). Tschaikowskys Bal-

Tanzfest Dessau (26.-28.03.) 26. März (Premiere), 03. (17.00 Uhr), 22. April, 12. Mai (jeweils 19.30 Uhr) 27., 28. März (jeweils 17.00 Uhr) Dessau, Anhaltisches Theater Karten und Info: Tel. +49-340-25 11 333 www.anhaltisches-theater.de 02. (Uraufführung, 19.30 Uhr), 07., 17. April (jeweils 15.00 Uhr), 20. Mai (19.30 Uhr) Rostock, Volkstheater Rostock Karten und Info: Tel. +49-381-38 14 700 www.volkstheater-rostock.de 22. (Premiere, 19.30 Uhr), 24., 30. April, 06., 12., 15. Mai (jeweils 19.00 Uhr) Berlin, Staatsoper Unter den Linden Karten und Info: Tel. +49-30-20 35 45 55 www.staatsoper-berlin.de

J O N E S

>Oper Briefe des van Gogh In den Briefen an seinen geliebten Bruder Theo schüttete van Gogh sein Herz aus.

Brynmor Jones

44

Diese Briefe dienten Grigori Frid als Grund-

www.crescendo-magazin.de

Karten und Info: Tel. +49-385-53 00 123 www.theater-schwerin.de

schuf Manuel Schöbel, Intendant des „carrousel“-Theaters. An der Staatsoper Unter den Linden dirigiert wiederum Generalmusikdirektor Daniel Barenboim im Rahmen der Festtage 2005 Wagners Parsifal (19.03.). Die Deutsche Oper Berlin zeigt Mascagnis Cavalleria rusticana und Leoncavallos Der Bajazzo (23.04.). Es folgt die Wiederaufnahme von Aribert Reimanns Kafka-Oper Das Schloss (15.05.). 19. (Premiere), 28. März (jeweils 16.00 Uhr) Berlin, Staatsoper Unter den Linden Karten und Info: Tel. +49-30-20 35 45 55 www.staatsoper-berlin.de 16. (Uraufführung), 24. (11.00 Uhr), 30. April (jeweils 18.00 Uhr) Berlin, Komische Oper Berlin Karten und Info: Tel. +49-30-47 99 74 00 www.komische-oper-berlin.de 23. (Premiere, 19.00 Uhr), 27. April (19.30 Uhr), 01., 05., 08. Mai (jeweils 18.00 Uhr) 15. Mai (Wiederaufnahme, 18.00 Uhr) Berlin, Deutsche Oper Berlin www.deutscheoperberlin.de

P O T S D A M

Fedianin. Die Ausstattung stammt von

(16.04.). Das Libretto des Auftragswerks

F O T O : N I K O L A I S A A L

inszeniert und choreographiert Wladimir

F O T O : M A R G O T

24. März (Premiere, 19.30 Uhr, Brandenburg), 09. (19.30 Uhr), 10. April (15.00 Uhr, jeweils Frankfurt/Oder) Brandenburg, Brandenburger Theater Karten und Info: Tel. +49-3381-511 111 www.brandenburgertheater.de

Fassade des Nikolaisaals Potsdam

>Konzerte Im Nikolaisaal Zum Gedenken an die Zerstörung Potsdams vor sechzig Jahren gibt die Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Michael Sanderling ein Konzert (14.04.). Unter anderem steht Schostakowitschs Kammer-

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT HIGH FIDELITY GESEHEN

VORSCHAU

PREMIUM REISE


vorschau sinfonie op. 110a – eine Bearbeitung des

Magdeburgische Philharmonie Unter dem Thema „Sommer“ führt die

len ist in Hartmanns Concerto funebre zu

Magdeburgische Philharmonie Weberns Im

B A Y A T

8. Sreichquartetts – auf dem Programm. Die wunderbare Geigerin Isabelle van Keuhören. Das Brandenburgische Staatsor-

S U S E S C H

chester Frankfurt führt wiederum Werke

14. (19.00), 16. (19.30 Uhr) April Potsdam, Nikolaisaal Karten und Info: Tel. +49-331-28 88 828 www.nikolaisaal.de

F O T O :

von Ligeti und Holst auf (16.04.).

Tabea Zimmermann

Sommerwind, die Sommernächte von Berlioz und Debussys La Mer auf (14./15.04.). Bei Mozarts Oboenkonzert C-Dur mag das Motto „Sehnsucht“ des 9. Symphoniekonzerts der Saison (12./13.05.) noch zu passen. Mahlers 5. Symphonie ist dage-

Klavierabend mit Kronenberg

gen wohl eher ein tönendes Bild der Angst

In der Philharmonie

Ihre Interpretationen sind tief und weise,

Wenn Yorck Kronenberg im Rahmen der

Satzes. Es dirigiert Generalmusikdirektor

ihr Ton von warmer Menschlichkeit. Mit

Bechstein-Konzerte neben Beethoven und

Gerd Schaller, Solist ist Albrecht Mayer.

Mit dem Deutschen Symphonieorchester

Wolfram Rieger, der am Klavier sitzt, gibt

Schubert auch Bach interpretiert, darf man

Berlin treten Vladimir Ashkenazy und Cel-

Tabea Zimmermann im Konzerthaus Ber-

sich auf einen besonderen Abend freuen:

list Lynn Harrell auf. Auf dem Programm

lin Werke von Schubert und Hindemith

Für seine Einspielungen mit Werken von

(26.04.). Höhepunkt ist Schostakowitschs

Bach und der gemäßigten Moderne hat

Violasonate von 1975: Ihre Einspielung

der 1973 in Reutlingen geborene Pianist

mit Hartmut Höll gilt bis heute als eine der

bereits viel Lob geerntet. Übrigens schreibt

besten. Zuvor konzertieren das Ensemble

Kronenberg auch: Sein Roman Welt unter

...und außerdem

Modern (13.04.) und das Vogler-Quartett

wurde 2002 bei Edition Nautilus verlegt.

In der Marktkirche Unser Lieben Frauen zu

F O T O :

K A S S K Á R A

Im Konzerthaus

Deutsches Symphonieorchester Berlin steht u.a. das 1. Cellokonzert von Schostakowitsch (22.05.). Unter der Leitung von Harnoncourt spielen die Berliner Philharmoniker wiederum Werke von Schubert (14./15./16.04.). Es folgen Sir Simon Rattle

(23.04.), das in diesem Jahr sein zwanzigstes Bühnenjubiläum begeht. Highlight Ende März ist Mahlers gigantische Achte, die „Symphonie der Tausend“. Es dirigiert Eliahu Inbal (25.03.). Das Ensemble Alterance feiert den achtzigsten Geburtstag von Pierre Boulez (31.03.). 26. April (20.00 Uhr) 25., 31. März, 13., 23. ( jeweils 20.00 Uhr) Berlin, Konzerthaus Karten und Info: Tel. +49-30-20 30 92 101 www.konzerthaus.de

und Christian Tetzlaff (26./27./28.04.). Im Mai dirigiert Haitink das Orchester (12./13./14.05.). Murray Perahia gastiert mit einem Beethoven-Klavierabend

King’s Singers

(18.05.). Barenboim begleitet im Rahmen

Ihre Programme sind vielseitig, die Grenzen

der Festtage 2005 Cecilia Bartoli (22.03.)

zwischen Ernst und Unterhaltung fließend.

und dirigiert das Chicago Symphony Or-

Auf eine Musikrichtung will sich das bri-

chestra und Lang Lang (24.03.). Es folgen

tische Vokalensemble nicht festlegen. Im

ein Händel-Programm mit René Jacobs

Rahmen des 3. Meisterkonzerts des Meck-

(26.03.) und ein Auftritt von Geburtstags-

lenburgischen Staatstheaters kommen die

kind Pierre Boulez (27.03.).

King’s Singers nun nach Schwerin und

22. Mai (20.00 Uhr) Karten und Info: Tel. +49-30-20 29 87 11 www.dso-berlin 22., 24., 26., 27. (11.00 Uhr) März, 14./15./16., 26./27./28. April, 12./13./14., 18. Mai (jeweils 20.00 Uhr) Berlin, Berliner Philharmonie Karten und Info: Tel. +49-30-25 488 132 www.berliner-philharmoniker.de

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT HIGH FIDELITY GESEHEN

22. April (20.00 Uhr) Berlin, Bechstein-Centrum (Stilwerk, 5. OG) Karten und Info: Tel. +49-30-31 51 52 00 www.bechstein.de

gestalten Lieder von Brahms, spanische Musik der Konquestadores und deutsches Volksgut. 23. April (19.30 Uhr) Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater Karten und Info: Tel. +49-385-53 00 123 www.theater-schwerin.de

VORSCHAU

PREMIUM REISE

– mit Ausnahme des sehnsuchtsvollen 4.

14./15. April, 12./13. Mai (jeweils 19.30 Uhr) Magdeburg, Theater Magdeburg Karten und Info: Tel. +49-391-54 06 444 www.theater-magdeburg.de

Halle gestaltet am 25. März das Philharmonische Staatsorchester Halle Bachs Johannespassion. Es dirigiert Gothart Stier. Neben Solisten ist die Robert-Franz-Singakademie zu hören. Der Abend beginnt um 18.00 Uhr.

crescendo premium lädt 3 x 2 Teilnehmer zum Kronenberg-Konzert am 22. April ein

Karten und Info: Tel. +49-345-20 50 222 www.staatsorchester-halle.de

Weitere Termine

09.04.: Neubrandenb. Philh. (Beethoven) Neubrandenburg, Konzertkirche Tel. (0395)55 95 127

18.03. (Pre.): Die lustige Witwe (Lehár) Halle, Opernhaus Halle Tel. (0345)20 29 771

16.04. (Pre.): Hoffmanns Erzählungen Neustrelitz, Landestheater Neustrelitz Tel. (03981)206 400

19.03. (Pre.): Königskinder (Humperdinck) Cottbus, Staatstheater Cottbus Tel. (01803)440 344 (9 Ct/Min)

22.04.: 6. Philharmonisches Konzert Cottbus, Staatstheater Cottbus Tel. (01803)44 03 44 (9 Ct/Min)

20.03.: Finale Deutscher Musikwettbewerb Berlin, Konzerthaus Berlin Tel. (030)20 300

23.04. (Pre.): Ariadne auf Naxos (Strauss) Berlin, Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Tel. (030)90 26 98 42

27.03.: Osterkonzert L. Wittenberg, Wasserschloss Reinharz Tel. (034925)71 786

23.04. (Pre.): Der Liebestrank (Donizetti) Rostock, Volkstheater Rostock Tel. (0381)38 14 700

27.03.: Lieder und Balladen Brandenburg, Brandenburgisches Theater Tel. (03381)511 111

30.04.: Abschlusskonzert 13. Int. Orgeltage Neubrandenburg, Johanniskirche Tel. (0395)55 95 127

31.03.: Badi Assad bei Dussmann Berlin, Dussmann Tel. (030)20 25 25 38

01.05.: Wittenberger Kantorei L. Wittenberg, Stadtkirche Tel. (03491)40 44 15

02.04. (Pre.): Candide (Bernstein) Greifswald, Theater Tel. (03834)57 22 224

14.05. (Pre.): Die Krönung der Poppea Stralsund, Theater Stralsund Tel. (03831)26 46 124

08.04.: Russische Zigeunerlieder Wismar, Theater der Hansestadt Wismar Tel. (03841)70 72 06

15.05.: Pfingstkonzert L. Wittenberg, Wasserschloss Reinharz Tel. (034925)71 786

crescendo 02 2005

45


vorschau

plus regional

Kulturachse Nord >Hamburg >Bremen >Niedersachsen >Schleswig-Holstein

>Tanz

...und außerdem

Movimentos

„Nord/LB artist and friends“ im Rahmen des

Zum dritten Mal findet das Tanzfestival Mo-

April bis 08. Mai gestaltet der schwedische

vimentos der Autostadt Wolfsburg statt. Im

Trompeter Klassik- und Jazzkonzerte.

Håkan Hardenberger ist der Star der Reihe „Braunschweig Classix Festival“. Vom 20.

ehemaligen Heizkraftwerk Süd des Volks-

Karten und Info: Tel.+49-531-12 57 12 www.classixfestival.de

Dialogues des Carmélites an der Hamburgischen Staatsoper

F O T O :

B R I N K H O F F - M Ö G E N B U R G

wagenwerkes werden großartige Ensembles erwartet. Den Beginn macht die Compagnie Montalvo-Hervieu, die für Stilvielfalt steht

Bei den Internationalen Händel-Festspielen

(29.04.-01.05.). Die Companhia de Danca

Göttingen dreht sich von 15. bis 21. Mai

Deborah Colker führt erstmals weltweit Nó

alles um das Thema „Händel und der fran-

(05.-08.05.), das Aterballetto ein Mozart-

zösische Geschmack“. Anschließend steht

projekt auf (11.-15.05.). Es folgen die Tero

das Spätwerk des deutschen Wahlbriten im

Saarinen Company (17./18.05.), Shen Wei

Zentrum (28. Mai bis 03. Juni).

Dance Arts (20./21.05.), Dave St-Pierre &

Karten und Info: Tel. +49-551-56 700 www.haendel.org

Compagnie (23./24.05.) und das Zürcher Ballett (27.-29.05.).

Metzmacher und Langevoort

Adriana Lecouvreur

Zum Abschied von Generalmusikdirektor

Was für ein Krimiplot: Mordwaffe ist ein

Ingo Metzmacher und Intendant Louwrens

vergifteter Veilchenstrauß, Opfer ist eine

Langevoort zeigt die Hamburgische Staats-

berühmte Schauspielerin, Tatmotiv ist

oper ab April nochmals die besten Produk-

Eifersucht. Doch in Francesco Cileas wenig

tionen der letzten acht Jahre.

bekannter Verismus-Oper Adriana Lecou-

Mit dem Tschaikowsky-Symphonieorches-

Auftakt bildet Bergs Lulu von Peter Kon-

vreur von 1902 geht es zugleich um po-

ter Moskau gastiert Vladimir Fedosseyev in

witschny (17./21.04/03.05.). Zu den Hö-

litisches Machtkalkül: Die Titelheldin liebt

Hamburg (05.04.). Zuvor reist Ashkenazy

hepunkten im Mai zählt die Konwitschny-

einen bestimmten Mann, was der Gräfin

mit dem European Union Youth Orchestra

Inszenierung des Lohengrin, die mit dem

von Boullion gar nicht gefällt. Den unglei-

und Brittens War Requiem an (29.03.).

Bayerischen Theaterpreis ausgezeichnet

chen Kampf verliert am Ende Adriana. Die

Yundi Li gibt einen Klavierabend (17.05.).

wurde (16./22.05.), sowie Poulencs Di-

Lübecker Aufführung des Werks inszeniert

Hochkarätige Kammermusik gibt es mit

alogues des Carmélites (30.05.). Zuvor

Marc Adam.

dem Minguet Quartett und Jens-Peter

jedoch Karoline Grubers Kultinszenierung der Poppea (27.05.) und La Clemenza di Tito: das letzte Hamburg-Projekt von Metzmacher und Konwitschny (08.05.).

15. (Premiere), 22., 30. April, 03., 18., 20. Mai (jeweils 19.30 Uhr) Lübeck, Theater Lübeck Karten und Info: Tel. +49-451-74 556 www.theaterluebeck.de

Maintz (02.04.). Mit Olli Mustonen konzertiert Daniel Müller-Schott in Bremen (04.04.). Es folgen Nigel Kennedy (18.04.) und Alfred Brendel (26.04.). Die Deutsche

Daneben steht die Uraufführung von Jörn

Kammerphilharmonie tritt mit Trevor Pin-

Arneckes Butterfly Blues an (08.04.). Das

nock, Grigory Sokolov und Daniel Sepec

Werk ist im Auftrag des Hauses entstan-

(16./17.05.), das NDR-Sinfonieorchester

den. Für Hamburg hat er bereits Das Fest

crescendo premium lädt 3 x 2 Teilnehmer zur Vorstellung am 30. April ein

im Meer komponiert. 08. (Uraufführung), 12., 15., 18., 24. April (jeweils 20.00 Uhr) Hamburg, Opera Stabile (H. Staatsoper) 17./21. April/03. (jeweils 19.30 Uhr), 16./22. (jeweils 17.00 Uhr), 27., 30. Mai (jeweils 19.00 Uhr) 08. (Premiere, 18.00 Uhr), 11., 14., 17. Mai (jeweils 19.30 Uhr) Hamburg, Hamburgische Staatsoper Karten und Info: Tel. +49-40-35 68 68 www.hamburgische-staatsoper.de

46

...und außerdem In Janácˇeks Katja Kabanowa leidet die Titelheldin an der kalten und lieblosen Umgebung. Die Premiere am Stadttheater Bremerhaven ist am 23. April (19.00 Uhr). Karten und Info: Tel. +49-471-49 001 www.stadttheaterbremerhaven.de

www.crescendo-magazin.de

mit Radu Lupu auf (22.05.). 29. März, 02. April, 17. Mai (jeweils 20.00 Uhr) Karten: Tel. +49-40-34 69 20 05. April (19.30 Uhr) Karten: Tel. +49-40-35 44 14 Hamburg, Laeiszhalle (Musikhalle) Info: www.musikhalle-hamburg.de 04., 18., 26. April, 16./17., 22. Mai (jeweils 20.00 Uhr) Bremen, Die Glocke Karten und Info: Tel. +49-421-33 66 99 www.glocke.de

M E D I A S I N

Highlights in Hamburg und Bremen

P R

>Konzerte F O T O :

Der Abschied >Oper

Movimentos (29.04.-29.05.) Wolfsburg, Heizkraftwerk Süd (Autostadt) Karten und Info: Tel. +49-800-288 678 238 (kostenlos) www.autostadt.de

European Union Youth Orchestra

Weitere Termine 18.03. (Pre.): Obsession (ver. Choreogr.) Hildesheim, Stadttheater Hildesheim Tel. (05121)33 1 64 25.-28.03.: Oster-Tanz-Tage Hannover Hannover, Niedersächsisches Staatstheater Tel. (0511)99 99 11 11 30.03.: Jam Session/Anja Mohr Trio Hannover, Marlene Tel. (0511)368 16 87 20.04.: Bernd Glemser/S.O.Braunschweig Hameln, Theater Hameln Tel. (05151)916 220 20.-24.04.: folkBaltica Flensburg, verschiedene Orte Tel. (0461)493 55 68 23.04.-01.05.: Brahms-Festival Lübeck www.mh-luebeck.de Tel. (0451)70 23 218 05.-07.05.: Kammermusikfest Lübeck www.scharwenka.de Tel. (0451)64 2 64

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Kulturachse Mitte

vorschau

plus regional

>Hessen >Thüringen >Sachsen

Highlights in Leipzig

In Johann Adolf Hasses Barockoper Cleofide

Thomaskirche, leitet Georg Christoph Biller

dreht sich alles um die Lebensgefährtin gründete Dresdens Opernruhm. Francisco Negrin inszeniert, Christoph Rousset dirigiert.

H Ö H L E R

von Alexander dem Großen. Das Werk be-

designierte Gewandhauskapellmeister

F R A N K

mit der zweiten Fassung der Johannespassion das Gewandhausorchester. Der

sche Musik (14./15.04.) sowie Werke von

F O T O :

Rafael Frühbeck de Burgos und die Dresdner Philharmonie

Cleofide an der Semperoper

In Bachs Wirkungsstätte, der Leipziger

Bereits zum sechsten Mal wird zwischen

Riccardo Chailly dirigiert wiederum russi-

26. (Premiere), 30. März, 03. (20.00 Uhr), 04., 07. (17.00 Uhr), 09. April (jeweils 19.00 Uhr) Dresden, Semperoper Karten und Info: Tel. +49-351-49 11 705 www.semperoper.de

Ligeti, Brahms und Bartók (21./22.04.). dem 15. und 24. April das „a cappella“-

Ein faszinierendes Ensemble

Festival Leipzig veranstaltet. Neben dem Leitung inne hat, kann man weitere viel-

Mussorgskys Chowanschtschina hat an der

Die Dresdner Philharmonie ist ein Garant für große Musikerlebnisse

beachtete Vokalensembles erleben. Beim

Oper Frankfurt Premiere (27.03., 18.00 Uhr).

...und außerdem

Ensemble Amarcord, das die künstlerische

großen Finale im Gewandhaus stehen sie

Karten und Info: Tel. +49-69-13 40 400 www.oper-frankfurt.de

Spanier neben Werken von Beethoven

Krieges wider. So die Horrorvision im drit-

und Strawinsky Bruchs 1. Violinkonzert

ten Satz: Die Bratschen rasen mit einem

(16.04.). Solistin ist Alina Pogostkin, die

Toccata-Motiv los, vereinzelte Instrumen-

auf der Tournee mitreisen wird.

24./25. März (jeweils 19.00 Uhr) Leipzig, Thomaskirche 14./15., 21./22. April (jeweils 20.00 Uhr) Leipzig, Gewandhaus Karten und Info: Tel. +49-341-12 70 280 www.gewandhaus.de

02./03., 16. April (jeweils 19.30 Uhr) Dresden, Kulturpalast (Festsaal) Karten und Info: Tel. +49-351-48 66 306 www.dresdnerphilharmonie.de

„a cappella“-Festival Leipzig (15.-24.04.) 24. April (19.00 Uhr) Leipzig, Gewandhaus Karten und Info: Tel. +49-341-12 70 309 www.a-cappella-festival.de

crescendo premium lädt 8 Teilnehmer zu Konzerten der Dresdner Philharmonie ein

>Oper

tenschreie, die Bässe stampfen gewaltvoll. Eine Zirkuspolka albert im Mittelteil, am Ende ohrenbetäubendes Schlagwerk. Vor dem Hintergrund der Zerstörung Dresdens vor sechzig Jahren ist die Aufführung mit der Dresdner Philharmonie unter Nikolai Alexeev nur konsequent (02.04./03.04.). Von dieser Katastrophe blieb auch das Or-

>Konzerte

chester nicht verschont: Der eigene Konzertsaal des Ensembles wurde seinerzeit zerstört. Seit 1969 ist der Kulturpalast neu-

Großes Theater in Thüringen Um ein französisches Dorf, das wegen

Seit September 2004 leitet Rafael Frühbeck

Highlights an der Alten Oper

eines Bergwerksbesitzers verarmt, geht

de Burgos das Ensemble, der im Mai mit

Eliahu Inbal dirigiert mit der Urfassung von

haltlich ist der Einfluss des französischen

dem Orchester durch Deutschland tourt

Bruckners Achter das Radio-Sinfonieorches-

Naturalismus, musikalisch von Bruneaus

ter Frankfurt (07./08.04.). Olli Mustonen

Lehrer Massenet kaum zu leugnen. Lorenz

gibt einen Klavierabend (09.04.). Mit Wer-

Aichner leitet die konzertante Aufführung in

ken von Schönberg, Tihanyi, Jeney und

Erfurt (30.04.). Beim Osterkonzert kommt

Vidovszky ist das renommierte Ensemble

am Deutschen Nationaltheater Weimar die

Modern zu hören (16.04.). Das Royal Phil-

Urfassung von Beethovens Fidelio zu Gehör

harmonic Orchestra gastiert mit Charles

(28.03.). Es inszeniert Thilo Reinhard. Pre-

Dutoit (30.04.), mit Schubert ist das Alban

miere war bereits am 02. Februar.

er Sitz. Chefdirigent war u.a. Kurt Masur.

Berg Quartett zu erleben (03.05.). Es folgen

Alban Berg Quartett

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT HIGH FIDELITY GESEHEN

F O T O :

S I M M E N A U E R

Nigel Kennedy (05.05.) sowie Bo Skovhus und Christian Tetzlaff (21.05.). 07./08., 09., 16., 30. April, 03., 05. und 21. Mai (jeweils 20.00 Uhr) Frankfurt a. M., Alte Oper Frankfurt Karten und Info: Tel. +49-69-13 40 400 www.alteoper.de

VORSCHAU

PREMIUM REISE

es in Alfred Bruneaus Oper Messidor. In-

28. März (19.00 Uhr), 05., 10., 20. April (jeweils 19.30 Uhr), 08. Mai (19.00 Uhr) Weimar, Deutsches Nationaltheater Weimar Karten und Info: Tel. +49-3643-755 334 www.nationaltheater-weimar.de 30. April (Premiere, 19.30 Uhr), 08. Mai (18.00 Uhr) Erfurt, Theater Erfurt Karten und Info: Tel. +49-361-22 33 155 www.theater-erfurt.de

M A T T H I A S

(siehe S. 50). In Dresden dirigiert der

witschs 8. Symphonie die Abgründe des

F O T O :

1943 entstanden, spiegelt Schostako-

C R E U T Z I G E R

gemeinsam auf der Bühne (24.04.).

Semperoper

Weitere Termine 19.03. (Pre.): Madame Butterfly (Puccini) Görlitz, Theater Görlitz Tel. (3581)47 470 23.03. (UA): Expeditions 2 U (B. Roznos) Zwickau, Gewandhaus Tel. (0375)834 647 26.03.: Musical Night (mit Musicalstars) Nordhausen, Theater Nordhausen Tel. (03631)98 34 52 09.04. (Pre.): Elektra (R. Strauss) Kassel, Kuppeltheater (Staatstheater Kassel) Tel. (0561)10 94 222 24.04.: D. Ishizaka/M. Okada Eltville-Erbach, Schloss Reinhartshausen (K.) Tel. (01805)74 34 64 (12 Ct/Min) 29.04.: Iturriga-Quartett (Beethoven) Dresden, Schloss Albrechtsberg Tel. (0351)48 6 60 30.04. (Pre.): Temistocle (J. Chr. Bach) Leipzig, Oper Leipzig Tel. (0341)12 61 261 20.-26.05.: 20. Arolser Barock-Festspiele www.arolser-barockfestspiele.de Tel. (05691)89 44 17

crescendo 02 2005

47


vorschau

plus regional

Kulturachse Mitte >NRW Rhein/Ruhr >Rheinland-Pfalz >Saarland

>Tanz

...und außerdem

Eros als Themenschwerpunkt

of Usher hat am 19. März am Pfalzthea-

Zum Leitthema Eros erarbeitet die Ballett-

Dietmar Zerwes inszeniert, am Pult steht

compagnie des Saarländischen Theaters

Ekhart Wycik.

Philip Glass’ Oper The Fall of the House ter Kaiserslautern Premiere (19.30 Uhr).

ein neues Projekt. Neben der Arbeit von

Karten und Info: Tel. +49-631-36 75 209 www.pfalztheater.de

Ballettdirektorin Marguerite Donlon soll Italiens Top-Choreograph Mauro Bigonzetti

>Konzerte

(Aterballetto) verpflichtet werden. 30. April (Premiere), 05., 06. Mai (jeweils 19.30 Uhr) Saarbrücken, Alte Feuerwache Karten und Info: Tel. +49-681-32 204 www.theater-saarbruecken.de

Große Namen in Essen Pierre Boulez mit dem Chicago Sympho-

...und außerdem

ny Orchestra in der Philharmonie Essen

Am Theater Duisburg hat am 14. Mai ein

(28.03.). Zur Aufführung gelangen Werke

Ballettabend mit Choreographien von Hans

von Haydn und Bartók. Zuvor ist Dietrich

van Manen u.a. Premiere (19.30 Uhr).

Fischer-Dieskau als Sprecher in Haydns

Karten und Info: Tel. +49-203-940 77 77 www.deutsche-oper-am-rhein.de

zu erleben (24.03.). Unter Peter Neumann

Die sieben Worte des Erlösers am Kreuze singt Bariton Olaf Bär in der Matthäuspas-

Erda an der Deutschen Oper am Rhein

Fesselndes Tanztheater In Düsseldorf und Hagen werden ungewöhnliche Produktionen gezeigt

>Oper

sion (23.03.). Frank Peter Zimmermann und

Geschichte vom Soldaten

Katia Labèque begleitet Stargeigerin Viktoria

In Strawinskys Miniaturoper Die Geschichte

Michael Gielen Schönbergs Monodram Er-

vom Soldaten schließt ein unglücklicher

wartung nach Marie Pappenheim (14.04.).

Marek Janowski interpretieren Violinkonzerte von Prokofjew und Britten (03.04.), Mullova (22.04.). Mit Inga Nielsen gestaltet

Frontgänger unwissentlich einen Pakt

23., 24., 28. März, 03. (18.00 Uhr), 14., 22. April (jeweils 20.00 Uhr) Essen, Philharmonie Karten und Info: Tel. +49-201-81 22 200 www.philharmonie-essen.de

mit dem Teufel. Alles dreht sich um eine Da hört man nicht zu staunen auf: Aber-

Bereits am 22. Januar wurde in Duisburg

scheinbar harmlose Geige. Die Produktion

mals bietet das Theater Hagen einen regel-

das Ballett Erda von Youri Vàmos, uraufge-

des Theaters Krefeld leitet Guiliano Betta.

rechten Knüller. Dieses Haus ist ein Garant

führt. Nun hat das Werk des Ballettchefs der

für ungewöhnliche und innovative Projekte.

Rheinoper Premiere in Düsseldorf (02.04.).

Diesmal wird gleich eine Uraufführung ge-

Nach der Musik von Péteris Vasks entfaltet

boten. Frauen heißt die neue Ballettchoreo-

sich eine Geschichte um Schicksal, Liebe

graphie von Riccardo Fernando. Getanzt

und Leidenschaft sowie um Ewigkeit und

wird unter anderem nach der Musik von

Vergänglichkeit. Im zweiten Teil des Abends

Rodion Schtschedrin (02.04.).

dann Vàmos‘ Düsseldorfer Erstlingswerk Der holzgeschnitzte Prinz. Die Aufführun-

Das Spiel von Seele und Körper

Leidenschaften: Das ist der Handlungskern.

gen dirigiert Roland Techet.

Der Mensch steht im Mittelpunkt von Emilio

Als literarische Grundlage dienten Lorcas Schauspiel Yerma und Mérimées berühmte Novelle Carmen. Auch hier geht es um den gewaltsamen Tod aus Leidenschaft. Die eine tötet, die andere wird getötet. Günther Albers übernimmt die musikalische Leitung, die Ausstattung stammt von Petra Mollérus.

48

02. (Premiere), 09., 13. (18.00 Uhr), 20., 21. April, 21. Mai (jeweils 19.30 Uhr) Hagen, Theater Hagen Karten und Info: Tel. +49-2331-20 73 218 www.theater-hagen.de 02. (Premiere), 07., 09., 17., 23., 28., 29. April (jeweils 19.30 Uhr) Düsseldorf, Opernhaus Karten und Info: Tel. +49-211-89 25 211 www.deutsche-oper-am-rhein.de

www.crescendo-magazin.de

de‘ Cavalieris Renaissance-Oper Rappresentazione di Anima e di Corpo. Körper und Seele treten einander gegenüber. Uwe Hergenröder inszeniert das Werk in Köln. 12. Mai (Premiere, 19.30 Uhr) Köln, Oper Köln Karten und Info: Tel. +49-221-221 28 400 www.buehnenkoeln.de

P H I L H A R M O N I E

Zwei Frauen, zwei Dramen, zwei tödliche

E S S E N

26. (Premiere), 30. März, 08. April (jeweils 20.00 Uhr) Krefeld, Fabrik Heeder Karten und Info: Tel. +49-2151-805 125 www.theater-krefeld-moenchengladbach.de

F O T O :

F O T O :

E D U A R D

S T R A U B

Zu seinem achtzigsten Geburtstag gastiert

Pierre Boulez

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT HIGH FIDELITY GESEHEN

VORSCHAU

PREMIUM REISE


vorschau

W U P P E RTA L F OTO : A N T J E Z E I S - L O I / M E D I E N Z E N T R U M

ersten Brühler Schlosskonzerte (07. und

er ab Sommer 2005 Chefdirigent der Ne-

08. Mai). Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr.

derlandse Opera in Amsterdam. 10., 22. (21.00 Uhr), 24. April, 03., 06., 11., 12. Mai (jeweils 20.00 Uhr) Köln, Kölner Philharmonie Karten und Info: Tel. +49-221-280 280 www.koelner-philharmonie.de

Sinfonieorchester Wuppertal

Bernd Glemser

sprach Zarathustra und dem 1. Hornkon-

Seine Karriere ist beindruckend: Mit Ende

zert (08./09.05.). Solist ist Ab Koster. Ein

Weitere Highlights

zwanzig war er bereits Professor. Seine

besonderes Ereignis wird die Vorführung

Im Konzerthaus Dortmund gastiert Kla-

CD-Einspielungen werden mit Auszeich-

des Chaplin-Stummfilms The Gold Rush

viervirtuose Ivo Pogorelich mit Chopin,

nungen überschüttet. 2003 verlieh ihm der

mit Livemusik unter der Leitung von Mark-

Skrjabin und Rachmaninow (14.04.). Sein

damalige Bundespräsident Johannes Rau

Andreas Schlingensiepen (16.04.).

ist ohne Zweifel ein Ausnahmekünstler. Im Rahmen der Bechstein-Konzerte gibt der 1962 geborene Pianist nun ein Sonder-

10. (11.00 Uhr)/11., 16. April, 08. (11.00 Uhr)/09. Mai (jeweils 20.00 Uhr) Wuppertal, Historische Stadthalle Karten und Info: Tel. +49-202-569 44 44 www.sinfonieorchester-wuppertal.de

Schumann, Rachmaninow und Liszt.

Künstlerkollege und Echo-Preisträger Pierre-Laurent Aimard reist mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott an (28.04.). In der Tonhalle Düsseldorf konzertieren im April Mikhail Pletnev und das Russische Nationalorchester (07.05.) sowie

konzert mit Klavierwerken von Beethoven,

Beethovenorchester Bonn

Keith Lockhart und das Utah Symphony Or-

Gemeinsam mit dem Pianisten Timur

Quartett (28.04.).

Shcharbakou gestaltet das Beethovenorchester Bonn unter der Leitung von Generalmusikdirektor Roman Kofman einen Konzertabend mit Tschaikowsky und Saint-Saëns (08.04.). Es folgt ein Beethoven-Abend mit den Solisten Werner Hink (Violine), Friedrich Dolezal (Cello) und Izumi

chestra (17.04.). Es folgt das Rosamunde

14., 28. April (jeweils 20.00 Uhr) Dortmund, Konzerthaus Karten und Info: Tel. +49-231-22 696 200 www.konzerthaus-dortmund.de 07., 28. April (jeweils 20.00 Uhr) Karten: Tel. +49-211-89 96 123 17.04. (20.00 Uhr) Karten: Tel. +49-211-32 91 91 Info: www.tonhalle-duesseldorf.de

Goto (Klavier) (24.04.). 08. (20.00 Uhr), 24. April (18.00 Uhr) Bonn, Beethovenhalle Karten und Info: Tel. +49-228-77 80 08 www.beethoven-orchester.de

Bernd Glemser 15. April (20.00 Uhr) Düsseldorf, Bechstein-Zentrum (Stilwerk) Karten und Info: Tel. +49-211-86 228 200 www.bechstein.de

Karten und Info: Tel. +49-2232-79 26 80 www.schlosskonzerte.de

Bob Degen, herausragender Frankfurter Jazzer und Mitglied des HR-Jazzensembles, gastiert am 18. März mit seinem Trio im

Strauss-Abend mit Till Eulenspiegel, Also

das Bundesverdienstkreuz. Bernd Glemser

FOTO: KARL SCHEURING

Nach seinem Weggang aus Hamburg wird

...und außerdem Mit Vivaldi und Händel gestalten Reinhard Goebel und die renommierte Musica An-

Jazzinstitut Darmstadt (20.30 Uhr). Es folgt eine Bessunger Jam Session (25. März). Karten und Info: Tel +49-6151-96 37 00 www.jazzinstitut.de

Weitere Termine 10.04. (Pre.): Fidelio (Beethoven) Bielefeld, Theater Bielefeld Tel. (0521)51 54 54 10.04.: Integralkonzert „Visions“ (20. Jhd.) Recklinghausen, Bürgerhaus Süd Tel. (02361)50 19 58 17.04. (Pre.): Don Giovanni (Mozart) Bonn, Theater Bonn Tel. (0228)77 80 08 17.04.: Festkonzert Lippstadt, Stadttheater Lippstadt Tel. (02941)585 11 30.04. (Pre.): Cindarella (Prokofjew) Koblenz, Theater Koblenz Tel. (0261)129 28 43 10.05.: Anner Bylsma/Malcom Bilson Bonn, Beethovenhaus Tel. (0228)910 41 61 14.05. (Pre.): Erorberung v. Mexiko (Rihm) Münster, Städtische Bühnen Tel. (0251)492 27 13 17.05.-21.06.: Intern. Orgeltage 2005 Trier, Dom zu Trier Tel. (0651)97 80 80

tiqua Köln auf Schloss Augustusburg die

Stars in Köln Im April besuchen Starflötist Emmanuel Pahud und Dietrich Henschel (10.04.) sowie Nigel Kennedy (22.04.) und Radu Lupu

crescendo premium lädt 3 x 2 Teilnehmer zum Glemser-Konzert am 15. April ein

(24.04.) die Domstadt am Rhein. Mit Riccardo Muti gastieren die Wiener Philhar-

Sinfonieorchester Wuppertal

moniker (03.05.). Frank Peter Zimmermann

In seiner ersten Wuppertaler Saison stellt

unter Marek Janowski begleitet (06.05.):

Toshiyuki Kamioka einen Landsmann vor:

Hindemiths Violinkonzert kommt zu Ge-

den japanischen Komponisten Toshio Ho-

hör. Schuberts Streichquintett interpretie-

wird von dem Rundfunk-Sinfonieorchester

sokawa. Von ihm interpretiert das Sinfonie-

ren das Alban Berg Quartett und Heinrich

orchester Wuppertal Lanscape III. Daneben

Schiff (11.05.): Von dieser Besetzung gibt

ertönen die 4. Symphonie von Brahms und

es eine legendäre Einspielung. Mit dem

die Bach-Kantate Nach Dir, Herr, verlangt

Königlichen Concertgebouworchester Am-

mich (10./11.04.). Es folgt ein reiner

sterdam kommt Ingo Metzmacher (12.05.).

EDITORIAL PERSÖNLICH GEHÖRT HIGH FIDELITY GESEHEN

VORSCHAU

PREMIUM REISE

crescendo 02 2005

49


vorschau

plus Tourneen

Impressum

www.crescendo-magazin.de

Verlag:

Ein Jazzgigant E D W A L

Herbie Hancock on Tour Eigentlich hat er bereits alles erreicht. Doch

F O T O : M A T T H I A S

Däumchen drehen kommt für ihn nicht in Frage: Er sei von nun an mehr an Ereignissen denn an einfachen Alben interessiert. Und tatsächlich vermag es kaum ein ande-

Esbjörn Svensson Trio (E.S.T.)

rer Jazzer, sich mit solcher Meisterschaft zwischen unterschiedlichsten Genres und Stilen zu bewegen wie Herbie Hancock. Von ihm stammt die Fusion Music: die

Quadro Nuevo

Esbjörn Svensson Trio

Verbindung von Rockrhythmen und Jazz-

Bislang wurden alle Einspielungen des

„Wir machen einfach die Musik, die für uns

Improvisationen. Und von ihm stammt der

Quartetts mit dem renommierten German

ganz natürlich ist.“ Etwas abgedroschen

Hit Watermelon Man.

Jazz Award ausgezeichnet. Auf vielen nam-

klingen die Worte von Esbjörn Svensson

Musiziert hat Hancock mit Miles Davis und

haften Festivals begeistern Mulo Francel,

schon. Womöglich ist aber gerade dies

Chick Corea. Mit jugendlicher Neugier und

Robert Wolf, Andreas Hinterseher und D.D.

das Geheimnis ihres Erfolges. Rund zehn

Frische sucht der 1940 in Chicago gebo-

Lowka mit ihrem nostalgisch-akustischen

Jahre gibt es das Esbjörn Svensson Trio

rene Jazzgigant unaufhörlich neue Wege

Sound. Neben Australien, Italien und Fern-

(E.S.T.) bereits, und stets begeistern die

– und kommt stets zum Ziel. Zumindest

ost touren sie durch Deutschland und Ös-

Musiker mit einer ganz eigenen Tonspra-

spricht der große Erfolg seiner Projekte für

terreich.

che. Ausgezeichnet wurde das Ensemble

sich. Mit seinem Quartett kommt Hancock

Terminauswahl: 18.03.: Offenburg, Reithalle/Salmen 31.03.: Bad Homburg, Englische Kirche 01.04.: Germering, Stadthalle Germering 02.04.: St. Ulrich/Greit, Kulturhaus 15.04.: Erfurt, Jazzclub 16.04.: Bonn, Harmonie 23.04.: Plauen, Malzhaus 29.04.: Gauting, Theaterforum 04.05.: Leverkusen, Spiegelzeit 08.05.: Ingolstadt, Bürgertreff-Diagonal 16.05.: Lauterbach/Fulda, Speißhalle 15.06.: Heidenheim, Lokschuppenfestival Karten und Info: Tel. +49-89-54 88 47 95 www.quadronuevo.de

nun nach Deutschland. Als „Special Guest“ reist Jacky Terrasson, vielbeachteter Jazzpianist aus Berlin, mit. 08.05.: Stuttgart, Liederhalle 10.05.: Frankfurt, Alte Oper 11.05.: München, Nationaltheater 13.05.: Köln, Philharmonie 14.05.: Berlin, RBB Saal 15.05.: Hamburg, Laeiszhalle (Musikhalle) Karten und Info: Tel. +49-1805-62 62 80 (12 Ct/Min) www.karsten-jahnke.de

Dresdner Philharmonie Mit Rafael Frühbeck de Burgos und Geigerin Alina Pogostkin geht die Dresdner Philharmonie auf Deutschlandtournee. Neben

bereits mit mehreren Preisen, darunter der German Jazz Award, der Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2002, der BBC Jazz Award und aktuell im Dezember mit dem European Jazz Prize. Auf ihrer Europatournee stellen sie das neue Album Viaticum vor. 15.04.: Stuttgart, Theaterhaus 16.04.: Mannheim, Alte Feuerwache 17.04.: Kaiserslautern, Kammgarn 18.04.: Halle, Opernhaus 19.04.: Berlin, Columbiahalle 20.04.: München, Muffathalle 22.04.: Nürnberg, Oper 23.04.: Düsseldorf, Tonhalle 25.04.: Münster, Jovel 26.04.: Hamburg, Laeiszhalle (Musikhalle) 27.04.: Bremen, Modernes 30.04.: Frankfurt a. M., Mousonturm Karten und Info: Tel. +49-1805-62 62 80 (12 Ct/Min) www.karsten-jahnke.de

Herbie Hancock

50

FOTO: KARSTEN JAHNKE KONZERTDIREKTION

Bruchs 1. Violinkonzert stehen Strawinskys Feuervogel und Beethovens Pastorale auf dem Programm. In Köln werden neben

...und außerdem

Bruch die Dritte von Brahms sowie Vorspie-

Der argentinische Startenor und Echo-

le aus Wagners Meistersinger gestaltet.

Preisträger Marcelo Álvarez lädt zu einem

18.04.: Nürnberg, Meistersingerhalle 19.04.: Wiesbaden, Kurhaus 20.04.: Essen, Philharmonie 21.04.: Köln, Philharmonie 22.04.: Aachen, Eurogress 25.04.: München, Philharmonie (Gasteig) Karten und Info: Tel. +49-351-48 66 306 www.dresdnerphilharmonie.de

www.crescendo-magazin.de

Belcanto-Abend. 11.05.: München, Philharmonie 18.05.: Hamburg, Laeiszhalle (Musikhalle) 30.05.: Berlin, Philharmonie 03.06.: Frankfurt a. M., Alte Oper Karten und Info: Tel. +49-1805-33 24 33 (12 Ct/Min) www.deag.de

Port Media GmbH, Senefelderstraße 14, 80336 München Telefon: +49-89-74 15 09-0, Fax: -11 email: info@portmedia.de www.portmedia.de Herausgeber: Winfried Hanuschik, email: hanuschik@portmedia.de Chefredakteur: Dr. Klemens Hippel (KH) (verantwortlich) email: hippel@portmedia.de Redaktion: Erika Habenicht (EH) email:crescendo@portmedia.de plus regional und plus Tourneen: Projektleitung: Liselotte Richter-Lux email: richter-lux@portmedia.de Redaktion: Marco Frei (MFF) (verantwortlich) email: crescendo-regional@portmedia.de Schlussredaktion: Michaela Wurstbauer Weitere Mitarbeiter dieser Ausgabe: Gerhart Asche, Dr. Arnt Cobbers (AC), Michael Beughold (MB), Christian Dahm (CD), Dr. Rolf Fath (RF), Gerald Felber (GF), Martin Freitag (MF), Claudia Großkopf (CG), Andreas Günther (AG), Hilary Hahn, Katharina Honke (KHo), Guido Johannes Joerg (GJJ), Bernd Kima (BK), Detlef Krenge (DK), Nike Luber (NL), Jens Mail (JM), Dorothee Oberlinger, Dr. Tom Reinhold (TR), Peter Sarkar (PSa), Bettina Schröm (BS), Carlos Maria Solare (CMS), Dr. Friedbert Streller (FS), Prof. Dr. Dr. Heinz-Günter Vester (HGV), Thomas Voigt Auftragsmanagement: Natalie Lenz (verantwortlich) Telefon: +49-89-74 15 09-20 email: lenz@portmedia.de Verlagsrepräsentanten: Tonträger & Hifi: Barbara Wunderlich email: wunderlich@portmedia.de Kulturbetriebe & Markenartikel: L. Richter-Lux email: richter-lux@portmedia.de Österreich & Schweiz: Petra Lettenmeier email: lettenmeier@portmedia.de Gültige Anzeigenpreisliste: Nr. 6 vom 01.01.2004 Layout & Artwork: Stefan Steitz (verantwortlich) email: crescendo-layout@portmedia.de Druck: Westermann Druck GmbH Georg-Westermann-Allee 66, 38104 Braunschweig Erscheinungsweise: crescendo erscheint mit sechs Ausgaben pro Jahr und zusätzlichen crescendo-themenspecials. crescendo ist bei Opern- und Konzerthäusern, im Kartenvorkauf und im Hifi- und Tonträgerhandel erhältlich. Copyright für alle Beiträge bei Port Media GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt die der Redaktion wieder. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen. Angabe der Beteiligungsverhältnisse: Gesellschafter der Port Media GmbH: 100 % Winfried Hanuschik (Werbekaufmann), München Abonnement-Preis: crescendo premium inkl. sechs Premium-CDs: Inland: EUR 29,– pro Jahr inkl. 7% Mwst. Bei Bezahlung per Rechnung fallen zusätzlich EUR 5,– Bearbeitungsgebühr an. Europ. Ausland: zzgl. EUR 10,– Bank-/Portospesen Kündigung: jederzeit zum Ende des Kalenderjahres Verbreitete Auflage: 103.877 (laut IVW-Meldung IV/04) ISSN: 1436-5529 geprüfte Auflage


vorschau

Klassik Highlights Konzertempfehlungen der Redaktion

temporain verpflichtet. Es wird seine

net, als junger Wilder, Tänzer. Mit 17

Gäste mitnehmen auf beeindruckende

wurde er entdeckt, mit 23 war er be-

Wege in musikalische Klangwelten von

reits Musikdirektor. Daniel Harding hat

Berio, Boulez, Lachenmann und anderen.

sich in den letzten Jahren als einer der

Für die notwendigen Reisevorbereitun-

erfolgreichsten Dirigenten seiner Gene-

gen sollte man pünktlich um 14.00 Uhr

Christophe Rousset

Osternachtkonzert

ration herauskristallisiert. Zusammen

zum vereinbarten Treffpunkt im Foyer

Das Bachfest Leipzig wird Ende April

Beeindruckende 107m Länge und 34m

mit dem Cellisten Steven Isserlis und

der Philharmonie erscheinen.

wieder seine Pforten öffnen. Unter der

Breite, diese Klangdimension des Ste-

künstlerischen Leitung des Franzosen

phansdoms wird zu nächtlicher Stunde

Christophe Rousset wird am 30. April

mit schönster Musik gefüllt werden.

auch die Oper Temistocle des Bachsoh-

Beim Nachtkonzert des Osterklang Wien

17. April, Köln, Philharmonie Karten und Info: Tel. +49-0221-280 280 www.koelner-philharmonie.de

Cantus Cölln

Knabenchor Werke von Mozart, Giorgi,

Heinrich Schütz‘ italienische Madrigale

klingen lassen.

stehen auf dem Programm, das Cantus

27. März, Wien, Stephansdom Karten und Info: Tel. +43-1-58 885 www.klangbogen.at

semble widmet sich in erster Linie den

zert des Engländers Edward Elgar zur

deutschen und italienischen Vokalkom-

Aufführung bringen.

positionen aus Renaissance und Barock und hat erfolgreich ein weitgehend vergessenes Repertoire wiederbelebt. Un-

M U N D I

Redoute präsentieren wird. Das En-

Britten und Mendelssohn Bartholdy er-

H A R M O N I A

Cölln im spätklassizistischen Saal La

gefühlsgeladene, melodische Cellokon-

Vorschau Christophe Rousset

ter der Leitung von Konrad Junghänel

nes J. Chr. Bach aufgeführt werden. Das

haben es sich die Mitglieder von Anfang

im alten Athen angesiedelte Drama um

Ensemble Intercontemporain

an zum Ziel gesetzt, zu größter Homo-

Eifersucht und Vaterlandsliebe bedeute-

genität zu finden, zu einem „blinden“

te für den erfolgsverwöhnten Bachsohn

Zu einer Weltreise am Sonntagnach-

musikalischen Verstehen.

einen Höhepunkt in seiner Karriere.

mittag lädt Köln Musik e.V. Kinder und Jugendliche von 8 bis 16 Jahren ein. AZ_Karajan 220x100+3mm Als Reisebegleiter wurde08.02.2005 das von Pierre

10. April, Bonn, La Redoute Karten und Info: Tel. +49-221-20 408 189 9:59 Uhr Seite 1 www.beethoven-orchester.de

29. April-08. Mai, Leipzig, Festspielhaus Karten und Info: Tel. +49-341-91 37 333 www.bach-leipzig.de

> Der crescendo festspiel-guide erscheint am 15. April.

Anzeigenschluss: 14. März > crescendo 03/2005 erscheint am 15. Mai. Wir sprechen u. a. mit der Geigerin Leila Josefowicz und gratulieren Dietrich Fischer-Dieskau zum 80. Geburtstag.

Anzeigenschluss: 13. April

HERBERT VON KARAJAN PFINGSTFESTSPIELE 14. – 22. Mai 2005 Sa/Mo/Mi 14./16./18. Mai So So Mo Di Fr Sa So

15. Mai 15. Mai 16. Mai 17. Mai 20. Mai 21. Mai 22. Mai

F O T O :

wird der international bekannte Tölzer

dem Gewandhausorchester wird er das

01. April, Leipzig, Gewandhaus Karten und Info: Tel. +49-341-12 70 309 www.gewandhaus.de

Der Tölzer Knabenchor

F O T O :

S I M O N F O T O :

Daniel Harding

A R C H I V

Boulez gegründete Ensemble Intercon-

Als Genie wird er von Kritikern bezeich-

F O W L E R

Daniel Harding

Mozart: „Die Zauberflöte“ – Premiere im Festspielhaus Dirigent: Claudio Abbado, Inszenierung: Daniele Abbado, Mahler Chamber Orchestra Pfingstmatinée: Matthias Goerne Bariton Anne-Sophie Mutter, Lambert Orkis Klavier, Mozart-Violinsonaten Pfingstmatinée: Dezsö Ranki Klavier Anne-Sophie Mutter, André Previn Klavier, Mozart-Trios Haydn: „Die Jahreszeiten“, Dirigent: René Jacobs, Freiburger Barockorchester Alfred Brendel Klavier, Hans Zender Dirigent Krystian Zimerman, Klavierabend

Festspielhaus Baden-Baden, Ticket-Service

0 72 21/ 3013-101, www.festspielhaus.de


WarnerClassics gratuliert

zum

French Operetta Arias Susan Graham City of Birmingham Symphony Orchestra Leitg.: Yves Abel

Susan Graham at Carnegie Hall Leitg.: Malcolm Martineau

Susan Graham: Artist Portrait

Grammy 2005

Susan Graham

. www.warnerclassics.com Warner Music Group Germany Holding GmbH

Charles Ives: Concord Sonata, Songs / Susan Graham - Mezzo Sopran Pierre-Laurent Aimard - Piano

Grammy 2005 - â&#x20AC;&#x17E;Best Classical Vocal Performanceâ&#x20AC;&#x153;

www.warnerclassics.de


http://www.crescendo.de/html/de/02archiv/2005/crescendo-2005-02/crescendo-2005-02