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n rdland Nr. 7  · chf 7,80 

Das Reisemagazin von Kontiki

Was finnische Herzen erwärmt

2014

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Überraschender Kontrast: Unterwegs in Russlands Metropolen Wellen, Wale und Whisky: Cruisen auf Schottisch

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erdmannpeisker / Robert Bösch

PRÜFSTEIN. Je spektakulärer der Plan, desto wichtiger die Qualität der Ausrüstung. 28 Top-Alpinisten wurden eingeladen, am Ago del Torrone das Equipment live zu prüfen. Fazit: Qualität und Funktionalität top. Selbst unter härtesten Bedingungen vereint das umfangreiche alpine Angebot von Mammut Sicherheit und maximalen Komfort. Mehr entdecken: www.mammut.ch

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Editorial

Glücksmomente Liebe Leserin Lieber Leser Kennen Sie das? Sie stehen wie angewurzelt an einem Ort und können den Blick nicht mehr lösen von dem Schauspiel, das die Natur bietet. Ein Glücksmoment! Genau so erging es unserer Redaktorin Franziska Hidber auf Reportage in Finnisch Lappland. Als sie zurückkam, hatte sie kaum Fakten im Gepäck, dafür eine neue Liebe. Und viele Antworten auf die Frage, was finnische Herzen im Winter höher schlagen lässt – nachzulesen ab Seite 10.

Unterwegs im Norden: Nordland-Chefredaktorin Birgit Ohlin.

Man sagt, in Moskau liegt das Glück auf einer Hundeschnauze: Wer die Nase eines Schäferhundes berührt, darf sich etwas wünschen. Klingt gefährlich, ist es aber nicht: Denn der Hund gehört zu den Dutzenden Skulpturen in der Station Ploschtschad Revoluzzi. Dass diese Art des Wünschens tatsächlich hilft, kann unser Reporter Christoph Zurfluh bestätigen. Ab Seite 22 nimmt er Sie mit auf eine abenteuerliche Reise nach Moskau und St. Petersburg. Auch Genuss macht glücklich: Noch heute schwärmt unser Autor Thomas Kutschera von der frischen, regionalen Küche und vom allabendlichen Käsebuffet, das er letzten Sommer genoss. Wo das war? Nun, worauf tippen Sie? Wir lösen das Rätsel: In Schottland. Auf der Glen Massan, dem ehemaligen Fischkutter, genoss er eine fast private Kreuzfahrt rund um die Insel Mull – auf Seite 32 heisst es «Anker lichten!»

«Nordland» kostenlos abonnieren Gefällt Ihnen unser Magazin? Wenn Sie «Nordland» kostenlos erhalten möchten, senden Sie eine E-Mail an info@kontiki.ch mit dem Vermerk «Nordland abonnieren» oder rufen Sie uns an unter Tel. 056 203 66 66. Vergessen Sie nicht, Ihre Postadresse anzugeben. Das nächste Heft erscheint im Oktober 2014. Auch die vergangenen «Nordland»-­Ausgaben können Sie bei uns bestellen.

Dass es sich lohnt, dem Glück hinterher zu reisen, weiss niemand besser als die Auswanderinnen Anna Bjarnadottir und Dóra Ruf: Sie haben die Länder getauscht und sind in der Schweiz respektive Island heute noch glücklich. Das persönliche Doppelinterview finden Sie auf Seite 30. Ich wünsche Ihnen viele Glücksmomente beim Lesen und erst recht auf Ihrer nächsten Reise. Herzlich,

Preisinformationen zu den reisen

Birgit Ohlin

Sämtliche in «Nordland» publizierten ­Preise für Kontiki Reisen entsprechen dem Stand vom März 2014. Alle Preise sind pro ­Person im Doppel­zimmer und wenn ­möglich mit ­Kontiki-Direktflug ausgeschrieben.

PS: Was uns glücklich macht? Ihre Meinung zu unseren Reisen in unserem Gästebuch. Wir freuen uns auf Ihren Eintrag: www.kontiki.ch/gaestebuch

Impressum: Herausgeberin: Kontiki Reisen, Bahnhofstrasse 31, 5400 Baden, www.kontiki.ch   Chefredaktion: Birgit Ohlin  Produktion: Franziska Hidber Redaktionelle Mitarbeit: Sarah Kuhni, Stefan Doppmann   Gestaltung: CreaOcchio GmbH, Bad Zurzach   Fotos (wo nicht vermerkt): iStock, Corbis Image, Shutter Stock, onlyinlapland.com, Andreas Freitag, Margot und Pascal Eggel, Elisa Fäs, Franziska Hidber, Oliver Ritz, Team Kontiki   Kontakt und ­Anzeigen: nadja.haenni@kontiki.ch   «Nordland» erscheint zweimal jährlich   Auflage: 10 000   5. Jahrgang  ­­www.nordland-magazin.ch

Nordland 7/2014

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Lesestoff

Service

  6 WISSEN: Dänemark und seine Leuchttürme Es begann um 1600 mit einem Wippfeuer...

  8 KONTIKI EINBLICK Kontiki ist mit 65 Mitarbeitenden in den Norden gezogen und neu direkt am Bahnhof Baden zu finden.

10 FINNISCH LAPPLAND: Was finnische Herzen erwärmt, oder:  Winterglück über dem Polarkreis. 20 REISETAGEBUCH: Drei Länder – eine Reise Das Ehepaar Eggel erfuhr das Baltikum: Impressionen aus Lettland, Estland und Litauen. 22 RUSSLANDS METROPOLEN: Moskau und St. Petersburg Ein spannender Kontrast und ein Hauch von Westen im Osten. 30 NEU: HIER & DORT: Von der Schweiz nach Island, von Island in die Schweiz Das persönliche Doppelinterview mit zwei Auswanderinnen über ihre Wahlheimat. 32 LEINEN LOS IN SCHOTTLAND Das kleine Kreuzfahrtschiff Glen Massan tuckert mit nur 10 Passagieren vor der spektakulären Küste der Isle of Mull. 36 NEU: AUFGESCHNAPPT Witziges, Wissenswertes und Ausgefallenes aus der Welt des Nordens – mit Agenda. 41 RÄTSEL Knobeln und mit etwas Glück eine Reise gewinnen. 42 IM ZIEL Zoodirektor Alex Rübel erlebt die Königspinguine erstmals live.

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18 TIKIPEDIA FINNISCH LAPPLAND Wissenswertes über das Leben im Blockhaus, das Schwitzen auf der Langlaufloipe und das Fahren mit dem Hundeschlitten. 29 TIKIPEDIA RUSSLAND Gut begleitet in den Osten, wo viel Neues wartet. 35 TIKIPEDIA SCHIFFSREISEN Kontiki-Spezialisten verraten, wo sie am liebsten die Anker lichten – und weshalb. 38 NEU: SCHNELLKUR GEGEN NORDWEH Das beste Rezept? Wir empfehlen einen Kurztrip nach Oslo. Plus ein bisschen Norwegen für zuhause.


Inhalt

n rdland

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schön und wichtig Er ist einer von rund 100 in Dänemark: Der Leuchtturm auf Anholt. Und das ist auch fast schon alles, was der Reisende auf der kleinen Insel findet – abgesehen von den 170 Einwohnern. Leuchttürme sind für Seeleute in Dänemark unverzichtbar. Es drohen Untiefen und starke Strömung im Norden, wo Ost- und Nordsee ineinander fliessen. Im nördlichen Skagen entstand um 1600 eines der ersten dänischen Warnzeichen: Ein Wippfeuer loderte für die Seefahrer, entfacht in einem Eisenkorb, montiert an einem Holzbalken. Wenn auch teils nicht mehr in Betrieb, sind die meisten dänischen Leuchttürme heute noch erhalten und tagsüber begehbar.

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Wissen

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umzug

«Wow, kontiki ist so gross!» Moderner, grösser, zentraler: Seit dem 11. November 2013 ist Kontiki direkt am Bahnhof Baden zu finden. Der Umzug ins neue Domizil bescherte dem Projektleiter Christian Meuwly und dem IT-Team einige kurze Nächte.

Persönlich …

Text: Franziska Hidber

Wer mit dem Zug im Bahnhof Baden unterwegs ist, sieht es auf den ersten Blick: Gross und gelb prangt das Kontiki-Logo an der Fassade. «Ja, jetzt sind wir mitten im Kuchen», freut sich Christian Meuwly, Personalverantwortlicher bei Kontiki Reisen. Der Standort sei ideal für Kunden, die sich gern persönlich beraten lassen. Und für spon­ tane Besuche, wie kürzlich geschehen: «Ein Kunde musste in Baden umsteigen. Da schaute er kurz bei uns vorbei, um der Reiseleiterin, die ihn letztes Jahr in Lappland begleitet hatte, guten Tag zu sagen.» Mit dem Umzug an die Bahnhofstrasse 31 hat für Kontiki Reisen eine neue Ära begonnen, nach 20 Jahren Geschäftssitz an der Wettingerstrasse. Zwischen der alten und der neuen Ära lag eine logistische Herausforderung: Es galt, die ganze Infrastruktur mit allem technischen Material sowie die 65 Arbeitsplätze zu verlegen – ein Grossprojekt. «Ich hatte zwar kurze, aber keine schlaflosen Nächte», sagt Projektleiter

Meuwly und schmunzelt. Noch am Freitagnachmittag, 8. November, konnten die Kunden auf den gewohnt umfassenden Service zählen, während sich in den Büros die Schachteln und Kisten türmten – insgesamt waren es über 600 – und Möbel auseinander geschraubt wurden. Bereits am Montagmorgen ging es lückenlos weiter: Das Telefon funktionierte, die Computer, das Internet, die Arbeitsplätze waren eingerichtet. Und dazwischen? «Alles klappte wie am Schnürchen, es ging keine einzige Schachtel verloren und kein Computer zu Bruch», bilanziert Meuwly zufrieden und windet allen Mitarbeitenden und Beteiligten ein Kränzchen: «Sie haben den Umzug perfekt vorbereitet und tatkräftig angepackt. Ohne ihre tolle Unterstützung hätte das nie so reibungslos geklappt.» Das IT-Team sei besonders gefordert gewesen –

Die letzten Tage an der Wettingerstrasse: tze Der Warenlift ist bereit – es gilt, 65 Arbeitsplä die an n Kiste und chteln Scha und über 600 Bahnhofstrasse zu verlegen.

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Kontiki Reisen

Natürlich kommt auch das KontikiMaskottchen mit.

Christian Meuwly, er Personalverantwortlich bei Kontiki Reisen und Projektleiter Umzug: «Keine einzige Schachtel ist verloren gegangen.»

mehrmals bis tief in die Nacht hinein. Nun hat sich der Alltag am neuen Standort eingependelt. «Wow, Kontiki ist so gross!», oder: «Was, ihr seid so viele?», sind Sätze, die Meuwly seit dem Umzug von verblüfften Kunden öfter hört. «Die offenen und grosszügigen Räumlichkeiten schaffen Transparenz, das ist ganz in unserem Sinn.» Genau wie die Kundennähe: «Wir freuen uns über jeden Besuch – ob geplant oder spontan.»

Kontiki ist ab sofort bequem beim Perron 1 am Bahnhof Baden zu erreichen, der Eingang befindet sich auf Seite der Geleise.

Stillleben am Tag nach dem Umzug: Papageientaucher und Sch achteln.


kontiki einblick

Mit Bertrand Piccard die Antarktis entdecken

«alle sind pioniere» , ss es für die Mitarbeitenden Am Sonntagnachmittag hie t ütz erst unt ten. Sarina den Arbeitsplatz einzurich ri, nach Kräften. Lep nja Ta , mi ihr Ma

Blick ins grosszügige Büro: An der Bahn hofstrasse 31 ist inzwischen der Alltag eingekehrt.

Im Dezember 2015 lanciert Kontiki eine 23-tägige Spezialreise als exklusive Schweizer Abfahrt in die Antarktis. Mit an Bord: Bertrand Piccard. Andreas Minder, Produkt Manager für Eiszeit, über Pioniere, gute Beziehungen und das Cap Piccard. Interview: Franziska Hidber

Andreas Minder, Kontiki bietet schon länger Expeditionen in die Antarktis an. Was unterscheidet die Traumreise zum Jahreswechsel 15/16 vom bisherigen Angebot? Wir haben zum ersten Mal ein ganzes Schiff exklusiv für unsere Reisegruppe gechartert, die Bordsprache ist Deutsch. Dadurch können wir das Expeditionsteam selber aussuchen und das Programm beeinflussen: So bleiben wir zum Beispiel einen Tag länger im Tierparadies Südgeorgien, wo die Königspinguine brüten. Wir bieten eine deutschsprachige Reise an und haben den Pionier Bertrand Piccard als Fachbegleiter dabei. Wie ist es Kontiki gelungen, Bertrand Piccard ins Boot zu holen? Wir pflegen eine gute Beziehung: Er hat bereits einmal eine Kontiki-Reise nach Grönland begleitet – seine einzige bisher. Als wir das Gespräch mit ihm suchten, zeigte er sich rasch interessiert: Schon sein Grossvater, ebenfalls ein bekannter Forscher, war in der Antarktis unterwegs. Das Cap Piccard wurde nach ihm benannt. Bertrand Piccard reizt es sehr, dieses Cap nun mit eigenen Augen zu sehen.

Hier beginnt der Norden: Im Nordland Center gibt es viel Raum für Vorfreude.

Was wird er den Gästen mitgeben? Er wird sehr persönlich über seine Sicht der Welt sprechen, über seine Forschungen, seine Weltumfahrung im Heissluftballon und sein neustes Pionierprojekt Solar Impulse, bei dem er die Welt mit einem Solarflugzeug umrunden will. Nun gilt Bertrand Piccard nicht gerade als Antarktis-Spezialist. Nein, aber er hat immer wieder Neues erforscht, so wie unsere Reisegruppe die Antarktis erforschen wird. Denn wir betreten im wahrsten Sinne des Wortes Neuland, wir gehen an Orte, wo noch kaum Menschen waren, wir entdecken ein fast unberührtes Stück Erde. Somit sind wir alle Pioniere auf dieser Reise – wie Piccard. Mehr Informationen sowie eine Detailbroschüre zur Traumreise «Antarktis – Reich der Pinguine» erhalten Sie unter www.kontiki.ch, Tel. 056 203 66 11

hof Baden

Bahnreisende sehen das Logo beim Bahn auf den ersten Blick.

Andreas Minder, Produkt Manager für Eiszeit . Nordland 7/2014

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was finnische herzen erwärmt Winter in Finnisch Lappland: Für die Gäste eine Wunderwelt, doch wie sehen das die Einheimischen? Was steigert ihr Glück, wenn die Temperaturen fallen? Eine märchenhafte Suche nach Antworten zwischen Tiefschnee und Sternenhimmel.

Text: Franziska Hidber

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Finnisch Lappland

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W

ir schwitzen. Es ist minus 22 Grad und am liebsten würden wir unsere Mützen sofort vom Kopf reissen. «Tut das nicht», rät Juhani, unser Guide. Er öffnet seinen Rucksack, zieht eine Thermoskanne hervor und füllt den dampfenden Beerensaft in die Kuksas, die hölzernen Tassen. Wir befinden uns im Nationalpark von Luosto, auf der Anhöhe des Luostotunturis, 140 Kilometer nördlich des Polarkreises. Vor eineinhalb Stunden sind wir mit den Schneeschuhen losge-

In diesem Moment durchbrechen Vogelrufe die Stille. «Schaut, ein Kuukkeli, der Glücksvogel der Samen.» Juhani deutet auf den fröhlichen Sänger zuoberst auf einer Tanne. «Wenn ihr ihn füttert, wird er euch die ganze Zeit folgen – ein glücklicher Vogel für glückliche Leute.» Apropos: «Juhani, zählst du dich zu den glück­ lichen Menschen?» Die Antwort kommt pfeilschnell: «Ja, und wie. In dieser Natur kannst du nur glücklich sein.» – Und was macht die Gäste glücklich? «Na, wir

Guide Juhani Holmberg: «Du hast diese endlosen Wege für dich allein.» Zauberhafte Stimmung im Nationalpark Pyhä-Luosto. Motorschlitten-Liebhaber: Guide Tuomas aus Finnland und Gast Thomas aus der Schweiz (v.l.n.r.).

stapft, Schritt für Schritt durch diesen Schnee gewandert, der glitzert, als hätte Frau Holle persönlich Silberglimmer ausgestreut. Vorbei an den Spuren von Füchsen, Schneehasen und -hühnern, an Tannen, die bis zu 100 Kilogramm Schnee tragen und immer kleiner werden, je näher wir zur Baumgrenze kommen. Nun sehen sie aus wie geheimnisvolle Skulp­ turen, über und über mit «In dieser Natur Schnee bedeckt. Wir sind keiner Menkannst du nur schenseele begegnet, haben glücklich sein.» nichts anderes gehört als das Knirschen unserer Schritte. «So ist das hier», sagt Juhani zufrieden. «Du öffnest die Haustür und stehst im Schneeparadies. Und dann ziehst du los und hast diese grandiose Natur und diese endlosen Wege für dich allein. Kein Gedränge, kein Geschubse, kein Anstehen.» Juhani muss es wissen: Er ist aus Helsinki hergezogen und erlebt den zweiten Winter als Guide für den Aktivanbieter Snow Games im kleinen Ferienort Luosto. Gerade mal 60 Leute wohnen hier das Jahr über. Juhani packt die Kuksas ein und mahnt zum Aufbruch. Wir aber bleiben stehen wie ungehorsame Kinder. Wir können den Blick nicht lösen von diesem Spektakel, das der Himmel gerade veranstaltet: Er taucht den Horizont in rosa, orange und gelbe Streifen, lässt die Farben ineinander fliessen und zaubert ein Aquarell. Das ist es also, das magische Licht des Nordens.

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Guides. Weil wir immer so entspannt sind und blendend gelaunt», sagt er und lacht schallend. «Im Ernst, das habe ich diesen Winter schon oft gehört. Aber hey, gibt es hier irgendeinen Grund für Stress?» Motorschlitten-Safari, 9.30 Uhr «Kein Stress, bleibt ganz entspannt. Fahrt in eurem Tempo, dann kommt es gut. Und achtet auf das Handzeichen eures Vorfahrers. Alles klar?» Die Instruktionen sind beendet, Tuomas wirft einen Blick in die Runde. Wir nicken. «Okay – let’s go», ruft unser Guide und klatscht mit seinen dicken Handschuhen in die Hände. Es ist meine erste Motorschlitten-Safari. Auch für Thomas aus unserer Gruppe ist es eine Premiere: «Für mich geht heute ein Bubentraum in Erfüllung», sagt er und steigt auf. In der Nacht hat es geschneit, noch ist die Sonne erst zu erahnen hinter den dunkeln Tannen. Ich klappe das Helmscharnier hinunter. Im winddichten Anzug fühle ich mich zwar wie ein Pirelli-Männchen, doch Haupt­ sache, er hält warm. Jetzt erlebe ich das liebste Fortbewe­ gungs­mittel der Nordländer endlich live. Zuerst zuckeln wir mit knapp zwanzig Stundenkilometern auf schmalen Waldwegen, preschen später über die Piste auf dem freien Feld. Es geht einfacher als gedacht, das Gefährt ist stabil, der Schnee eine ideale Unterlage, der Wind hat nachgelassen, und in Gedanken lege ich dem Erfinder der Lenkund Fussheizung einen Lorbeerkranz um. Wieder begegnen wir niemandem. Dabei ist Lappland ein Eldorado für Motorschlittenfahrer: 20 000 Kilometer präparierte

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Finnisch Lappland

F체r manche G채ste ein Bubentraum, f체r viele Einheimische das liebste Fortbewegungsmittel: der Motorschlitten.

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Die Hunde rennen sich die Lunge aus dem Leib; sie geniessen die Anstrengung sichtlich.

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Finnisch Lappland Wege gibt es hier, erfahren wir bei der Pause in der Kota. Die einfache Grillhütte aus Holz steht mitten im Wald und ist den Samenzelten nachempfunden. Als die Samen noch nicht sesshaft waren, boten die Kotas ihnen Unterschlupf und Wärme. Heute sind Kotas mit ihren eingebauten Feuerstellen vor allem als Treffpunkt für Grillfeste oder als kleine Cafés begehrt. Mit geübten Handgriffen entfacht Tuomas ein Feuer, serviert Kaffee, Tee und Zimtbrot, und kündigt den Höhepunkt an: «Nachher fahren wir über den gefrorenen Fluss, da könnt ihr richtig Gas geben.» Und so brettern wir alsbald mit 80 Sachen auf dem breiten Fluss der Sonne entgegen – eine Szene wie aus einem Film. Schwer zu sagen, wer am Ziel mehr strahlt: Tuomas, der Guide, oder Thomas, der Gast aus der Schweiz.

tät, die Husky-Safari stünde ganz oben. «Bei unseren Gästen auf jeden Fall», präzisiert Jukka. «Bei den Ein­heimischen sieht es anders aus: Schlitten­hunde gehören nicht zu unserer Tradition, sie sind erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommen. Im Tourismus spielen sie eine wichtige Rolle, in unserem Alltag dagegen kaum.»

Artic Huskyfarm, 10 Uhr Das Geheul geht durch Mark und Bein, die Hunde flippen fast aus. Eingeschirrt stehen sie bereit, zu ihrem Missfallen sind sie angebunden. «Sie wollen endlich losrennen», sagt Guide Katri, «ihr Gebell ist reine Vorfreude». Mein Gespann wird angeführt von zwei hübschen Chefs, einer von ihnen schenkt mir einen unwiderstehlichen Blick aus blauen Augen. Dabei bleibt gar keine Zeit für Romantik: Schlitten fassen und auf die Bremse treten, am besten mit beiden Füssen und dem ganzen Gewicht, heisst die Devise Büro Snow Games, 13 Uhr für die Gespannlenker. «Sonst ist «Es ist dieses Strahlen», sagt euer Team nach dem Start samt Jukka Hirvonen, Inhaber von Schlitten weg und ihr steht allein Snow Games. Wir sitzen in seida.» Das Gebell steigert sich, als nem Büro im Obergeschoss, die Hunde los­gebunden werden, das Fenster gibt den Blick frei dann schallt der Befehl «Go!», auf die Tannen vor dem Haus. durch die klare Winterluft, es «Wenn die Gäste zurückkomgibt einen kräftigen Ruck, und men von einem Ausflug und dieschon setzt sich das Gespann ses Leuchten im Gesicht haben samt Schlitten in Fahrt, und wie! wie du jetzt, dann weiss ich, dass Die Hunde rennen sich die Lunge wir einen guten Job machen. aus dem Leib; sie geniessen die Und das wiederum macht mich Anstrengung sichtlich. Meine glücklich.» Zu seinem WinterAufgabe als «Musher» verlangt glück gehöre aber noch mehr: bei diesem flotten Tempo Kon«Mit meinen Kindern Lego spiezentration: Vor der Kurve bremlen. Mit dem Motorschlitten zur Willkommene Pause: Tuomas entfacht ein Feuer sen. Bei einer rechten Kurve Arbeit fahren. Zuhause ankomin der Kota. Snow Games-Inhaber Jukka Hirvonen nach rechts lehnen. Bei einer mag den Winter hier. Das top motivierte men und in die Sauna gehen – sie Hundegespann mit Chef Blauauge (v.o.n.u.). linken Kurve nach links lehnen. ist immer vorgeheizt und bereit. Den Schlitten mit beiden HänAh, und die Eislochsauna: Du den halten und nie, wirklich steigst aus dem Wasser und fühlst nie loslassen. dich wie neugeboren, das kann Das Lichtspiel der Sonne, die sich jetzt zwischen die ich kaum beschreiben.» Bäume schiebt und den Wald zum Märchenwald macht, Jukka ist kein «Hiesiger», auch er ist hergezogen nehme ich nur aus den Augenwinkeln wahr. Mit der Zeit und wohnt jetzt mit seiner Familie im vierzig Kilometer beruhigen sich die Tiere, verringern gar das Tempo ein entfernten Aska. «Es dauert ein bisschen, bis man hier wenig, die Strecke wird flacher, die Musherin entspannoben richtig dazugehört. Aber wenn sich die Leute einmal ter, links und rechts sausen die verschneiten Tannen vorgeöffnet haben, sind sie deine besten Freunde.» Überhaupt bei, vor mir saust der Schlitten, ganz vorne sausen die könne er sich nicht vorstellen, diese Gegend je wieder zu Hunde. O ja, jetzt verstehe ich, wieso Hundeschlitten­ verlassen: «Die Natur ist grossartig, und ich mag die Ruhe – fahrten immer so schnell ausverkauft sind. Als der vordere gerade im Winter. Es ist eine entspannte Zeit.» Müsste er Musher das Zeichen zum Abbremsen gibt, trete ich mit eine Rangliste aufstellen für die beliebteste Winteraktivi-

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aller Kraft auf die Bremse. Sofort drehen sich sechs Hundeköpfe nach mir um, zwölf Hundeaugen mustern mich empört, zwei davon sind blauer als der Himmel. Kaum habe ich einen Fuss von der Bremse genommen, rennt mein überaus motiviertes Team wieder los. Mit jedem Meter habe ich meine sechs Schnellen besser im Griff.

wenn er schildert, wieso sein Volk die Mücken mag: «Sie treiben die Rentiere in Gruppen zusammen, so können wir unsere Tiere am Ohr markieren. Leider sind die Mücken noch nicht so schlau, dass sie die Rentiere gruppenweise nach Besitzer ordnen.» Schallendes Gelächter erfüllt die Kota. «Ihr werdet auf der Schlittenfahrt bald ein paar Rentiere in freier Natur sehen», verspricht er dann und grinst: «Es sind meine. Übrigens: Jedes Rentier

Rentierzüchter Anssi: Auf dem Motorschlitten unterwegs zu seinen Tieren. Künstlerin Helena Junttila findet in ihrer Heimat Lappland Ruhe und Inspiration. Das Rentier malte sie nach einem realen Vorbild. Gemütliche Tradition: Eine Fahrt mit dem Rentierschlitten (v.l.n.r.).

Als wir bei der Huskyfarm ankommen, bin ich mindestens so enttäuscht wie meine Crew. Aus, vorbei. Schluss. Schade, schade. Zum Trost gibt es noch einmal diesen Blick von Blauauge. Und ich bedaure fast, dass sich die Schlittenhunde im finnischen Alltag noch keinen Platz erobert haben. Rentierfarm Kopara, 16 Uhr Anders die Rentiere: Sie verdienen das Prädikat «altein­ gesessen». In Lappland gibt es weit mehr Rentiere als Menschen, nämlich rund 200 000. Nach den energie­ geladenen Schlittenhunden wirken die Tiere, die wir auf der Farm Kopara füttern dürfen, geradezu gemütlich. «Der Schein trügt», weiss Anssi, Rentierzüchter und Mitbesitzer der Farm. «Zehn Minuten nach der Geburt In Lappland steht ein Rentierbaby auf, nach einer Stunde kann es gibt es weit laufen, und schon nach Tag kann es schneller mehr Rentiere einem rennen als du je in deinem als Menschen. ganzen Leben.» Anssi trägt traditionelle Samen-Kleidung, traditionelle Stiefel, eine traditionelle Fellkappe und bewegt sich souverän im modernen Tourismus. Sein Englisch ist ebenso up to date wie seine Website. Wir sitzen auf Rentierfellen ums Feuer in der Kota und hören ihm zu, wie er mit markigen Worten erzählt, dass die Bären just dann aus dem Winterschlaf erwachen, wenn die Rentierbabys geboren werden. «Sorry, aber da hat die Natur sich zu wenig überlegt», sagt er. «Könnt ihr euch vorstellen, was dann hier los ist?» Mit seiner unverblümten Art und seinem trockenen Witz hat Anssi das Publikum sofort auf seiner Seite. Etwa,

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hat einen Besitzer, selbst wenn es frank und frei durch den Wald spaziert.» 10 Minuten später fahren wir im Rentierschlitten in den Wald hinein, warm eingepackt in eine Decke, und beobachten die Tiere, die sich von den Schlitten nicht stören lassen und das Heu am Boden knabbern. Ein magischer Moment! «Klar kannst du reich werden als Rentierzüchter», erklärt mir Anssi später. «Nicht im Sinn von Geld natürlich. Reich an Erlebnissen. Wenn ich im Winter auf meinem Motorschlitten in den Wald fahre um nach meinen Tieren zu schauen, und niemand weiss, wo ich genau bin, bin ich der glücklichste Mensch der Welt.» – «Und die lange Dunkelheit?» – Anssi verwirft die Hände: «Welche Dunkelheit? Ehrlich gesagt, halte ich das für eine Legende. Es ist gar nie richtig dunkel hier – der Schnee hellt alles auf. Wir haben die Sterne, den Mond, das Nordlicht. Und prima Augen. Die passen sich sofort den Lichtverhältnissen an. Ich auf jeden Fall sehe, was ich sehen muss. Auch nachts.» Sagt’s, schwingt sich auf seinen Motorschlitten und braust der Dämmerung entgegen. Konferenzraum Jänkä, 18 Uhr Das Plakat ist ein Hingucker: Ein weisses Rentierkind mit rotem Geweih steht frontal vor der Betrachterin. Es weist auf die Ausstellung der Kunstschaffenden aus Lappland im Hotel Luostotunturi hin, gemalt hat es die einheimische Künstlerin Helena Junttila. Sie führt mich zum Original, das hier im Konferenzraum hängt und viel grösser ist als sie selbst: «Ich fuhr an einem Abend über die Landstrasse, als plötzlich vor mir ein Rentier mit einem Jungen die Strasse überquerte. In letzter Sekunde konnte ich bremsen. Da schaute mich dieses weisse Junge durch die Scheibe an. Das Bild hat mich nicht mehr losgelassen, ich musste es malen.» So ergehe es ihr oft: «Alles, was ich sehe, höre,


Tagsüber veranstaltet der Himmel ein wahres Farbenspektakel, in der Nacht funkeln die Sterne zum Greifen nah, und dann sind da die Nordlichter – kein Wunder, empfinden die Einheimischen ihren Winter keineswegs als dunkle Zeit.

erlebt oder geträumt habe, hinterlässt eine Spur. Dieser Spur gebe ich dann in meinen Bilder eine Farbe und eine Form.» Acryl und Tusche sind das Hauptwerkzeug der mehr­ fach national und international ausgezeichneten Kunstschaffenden. Ihre Bilder waren schon in Australien, Japan oder Ungarn zu sehen, aber für sie selbst gibt es nur einen Ort, wo sie sich wohlfühlt, und das ist hier in Finnisch Lappland. «Meine Gäste «Es ist meine Heimat», helfen mir, sagt sie schlicht. «Nach meiner Ausbildung an das Staunen der Free Art School in zu bewahren.» Helsinki bin ich sofort wieder hierhergezogen. Ich brauche die Natur, die Ruhe. Nur so finde ich die Inspiration für mein Tun.» Fördern die langen Winterabende ihre Schaffenskraft? «Das könnte man meinen, aber in Wahrheit ist das elektrische Licht schlecht, weil die Farben dann anders wirken.» Dennoch sei der Winter für sie eine intensive Zeit: «Es finden viele Ausstellungen statt, das gibt zu tun.» Ihr grösstes Glück jedoch sei von der Jahreszeit unabhängig: «Dass ich mich auf meine Kunst konzentrieren kann.» Sternenhimmel, 20 Uhr Ich trete den Heimweg zum Blockhaus an. Die Sterne funkeln zum Greifen nah. Die weissen Tannen ragen in den Nachthimmel. Ich denke an Anssi. Es stimmt, was er sagt: Dunkel ist das hier nicht. Und ich denke an Tarja, die aus dem Nachbarort Pyhä stammt und nun nach Jahren wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist: Sie veranstaltet für die Gäste des Hotels Luostotunturi regelmässig

Kota-Abende, brät Lachs und Gemüse über dem Feuer und serviert ausserdem Wissenswertes aus ihrer Heimat. «Meine Gäste helfen mir, das Staunen zu bewahren», sagt sie. Kürzlich habe einmal mehr eine Touristin gerufen: «Wow, so einen Sternenhimmel habe ich noch nie gesehen!» Da habe sie gedacht: «Es gibt Leute, die lange dafür sparen, damit sie einmal eine Woche lang unseren Winter erleben dürfen. Und ich habe ihn einfach so – was für ein Privileg.» Ich biege in den schmalen Weg zum Blockhaus ein. Hinter den Fenstern leuchtet einladend das Licht. Wie hat es Jukka formuliert? «Der Winter ist eine entspannte Zeit.» Und was hat Juhani gefragt? «Wo gibt es hier Stress?» Nein, Stress habe ich nicht gefunden, in den ganzen sieben Tagen nicht. Dafür ungezählte Glücksmomente. Und entspannte, offene Menschen, die mich in ihr Leben schauen liessen. Sie haben mein Herz erwärmt.

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Persönlich... Nordland-Redaktor in Franziska Hidb er war zum ersten Ma l in Finnisch Lapp land unterwegs. Eigen tlich sollte sie Fa kten recherchieren, sta ttdessen hat sie sic h verliebt: In die Le ute, das Land, das Lic7/2014 ht, das entspannte Le Nordland ben über dem Po larkreis. Und natürlich in Blauauge.

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BlockhausRomantik... Ab nach Finnisch Lappland: Von Zürich reisen wir direkt in dreieinhalb Stunden nach Kittilä oder Rovaniemi. Hier werden wir von den Kontiki Gästebetreuern abgeholt und direkt vor die Haustüre unseres Blockhauses gebracht. Was uns nun erwartet? Das erfahren Sie hier am Beispiel von Äkäslompolo.

13:30 Uhr

Zeit, die Schneeschuhe auszutesten. Aber vorher stellen wir den Timer von unserer Sauna. Denn das ist der Clou: Die gewünschte Temperatur kann man auf die gewünschte Zeit des Saunabesuchs einstellen. Genial! Aber jetzt stapfen wir los und entdecken die unendliche Weite Lapplands.

18:00 Uhr 20:00 Uhr

Zurück im Blockhaus: Die Sauna ist schon heiss. Schwitzend lassen wir die unvergess­liche Tour Revue passieren und kühlen uns danach stilecht im Schnee ab. Entspannt und eingekuschelt in die warme Wolldecke genies­sen wir auf dem Sofa eine Tasse Kaffee und eine Zimtschnecke, in der Hand einen spannenden Nordland-Krimi. Der Kamin knistert. So lässt es sich leben!

Tervetuola! Willkommen in Finnland und im «eigenen» Blockhaus. Eine wohlige Wärme empfängt uns, sogar der Fussboden ist geheizt. Der Innenausbau mit Holz sorgt für ein richtig heimeliges Ambiente, und vor dem Cheminée liegt das gespaltene Holz schon bereit. Der Blick in die Küche lässt Hausfrauen und -männer aufatmen: Es gibt hier alles, was das Herz begehrt, sogar einen Geschirrspüler. Wir richten uns ein, kochen unser erstes Abendessen (von daheim mitgebracht) und geniessen die Atmosphäre bei einem Glas Rotwein aus dem Dutyfree. Kiipis – auf unsere Ferien in Finnisch Lappland!

09:00 Uhr

Die Nacht war wunderbar ruhig und erholsam. Diese Stille! Jetzt ist es Zeit zum Frühstücken. Auch für die erste Mahlzeit des Tages bietet die Küche (fast) alles: Toaster, Wasserkocher, (Filter-)Kaffeemaschine, Mikrowelle für heissen Kakao oder einem warmen Porridge. Wir geniessen unser erstes finnisches Zmorge in Ruhe, schauen mit einer Tasse Kaffee in der Hand hinaus in die verschneite Umgebung und sind schon gespannt, was wir am ersten Tag hier oben erleben werden!

11:00 Uhr

Ab zum Einkaufen: Der Einkaufszettel ist geschrieben, wir stampfen durch den Schnee zum Dorfladen, der übrigens täglich offen hat, und einmal drin, staunen wir über die riesige Auswahl. Hier gibt’s ja alles! Auf dem Rückweg gehen wir beim Kontiki-Büro vorbei, holen Schneeschuhe, Langlauf-Skis und Tretschlitten. Wir schieben den Einkauf damit mühelos nach Hause und kommen uns schon sehr finnisch vor.

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Kontiki Reisen

20:00 Uhr

Kochen oder Essen gehen? Das ist hier die Frage! Die Auswahl der Restaurants variiert je nach Ort. Wer Lokales austesten möchte, ist praktisch überall an der richtigen Adresse. Wir entscheiden uns, heute selber zu kochen. Den Abwasch übernimmt nachher der Geschirrspüler, während dem wir die BlockhausRomantik in vollen Zügen geniessen.

Preisbeispiel olo ab Fr. 1730.– 8 Tage Blockhaus-Ferien in Äkäslomp Blockhaus mit sfer, pro Person (inkl. Direktflug, Tran m, Miete von -Alar licht Nord iki 1 Schlafzimmer, Kont chlitten) Trets und kis laufs Lang , Schneeschuhen REISEDATEN tags 8 Tage ab/bis Schweiz, 02.11.–26.04., sams


...und Action im Schnee! Raus aus dem Blockhaus, hinein ins Abenteuer: Egal, ob mit Husky-Power, Motorschlitten-PS oder aus eigener Kraft, die einzigartige Atmosphäre des Winterwunderlands Finnisch Lappland entdecken Sie am besten aktiv. Hier sind unsere Ausflugs-Bestseller. Welches ist Ihr Favorit?

Bestseller Nr.1: Husky-SafariS

Bestseller Nr.2: Motorschlittenfahrt

Schon von Weitem hört man das Bellen der Huskys im Camp. Sie können es kaum erwarten, bis die Tour startet. Wir auch nicht: Mit dem eigenen Hunde­­ gespann durch die tiefverschneite Landschaft zu gleiten – so fühlt sich Freiheit an! Nun ist es still, das einzige Geräusch ist das Hecheln der Hunde. Zwischendurch bremst der Guide ganz vorne und fragt per Handzeichen, ob alles in Ordnung ist. Die Hunde schauen ungeduldig zurück zum Musher. Dieser hält die Daumen hoch! Alles OK – weiter geht’s! Viel zu schnell ist die Tour vorbei, es könnte ewigs weiter gehen. Wir sind uns alle einig – ein einmaliges Erlebnis!

In der dicken Winterausrüstung, die man vom Veranstalter der SnowmobileSafari bekommt, fühlt man sich zwar sehr ungelenkig, aber sie ist nötig! Denn der Windchill auf dem Motorschlitten hat’s in sich. Nach einem ausführlichen Briefing, wie das Gefährt funktioniert, geht es los. Visier runter, Gas geben und ab die Post! Am Anfang ist man, je nach Übung, vielleicht noch etwas unsicher, doch man bekommt schnell das Gespür, wie man den Schlitten lenken und welche Schneegraben man um- oder durchfahren muss. Es macht enorm Spass, durch die Landschaft zu düsen Ausprobieren lohnt sich!

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Wie wäre es mit einer Schneeschuhtour? Oder einer gemütlichen RentierschlittenFahrt? Auch diese Aktivitäten haben Suchtpotenzial!

Eislochangeln (5 Stunden) Preis pro Person 

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«330 Kilometer!» 4 Fragen an Nadja Hänni, Marketing Coordinator bei Kontiki und Langläuferin.

Nadja Hänni, Sie kommen gerade vom Langlaufen in Finnisch Lappland zurück. Was zieht Sie immer wieder dorthin? Es ist einfach ein wunderschönes Erlebnis, durch die tiefverschneiten Wälder oder über gefrorene Seen und Flüsse zu gleiten. Wo liegt Ihr persönliches Langlauf-Mekka? Äkäslompolo mit seinen 330 Kilometern Loipen ist ein wahres Paradies für mich. Die Zeit reicht nie, um alle Loipen zu testen – es sind einfach zu viele. Was mir zudem gefällt: Sie sind sehr abwechslungsreich, und alle finden ihre Lieblingsloipe – ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis.

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Apropos: Wer kann Langlaufen lernen? Alle! Freude an der Bewegung und an der Natur, eine gute Grundkondition – mehr braucht es nicht. Ein Einführungskurs ist von Vorteil, denn mit der richtigen Technik geht es leichter. Welche Tipps geben Sie mit auf die Loipe? Atmungsaktive Kleider wählen – man kommt schnell ins Schwitzen, selbst bei Minustemperaturen. Und natürlich immer wieder Pausen einlegen, am besten in einem der charmanten Kota-Cafés an der Loipe, wo es heissen Beerensaft und Zimtschnecken gibt.

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Drei Länder, eine Reise

Namenszug am

stadt

aja, einer Hafen Strand von Liep in Lettland.

Pascal Eggel und seine Frau Margot reisten 15 Tage mit dem Mietwage Estland und Lettland. n durch Litauen, Sie fotografierten unzäh lige Wälder. Sie staunten Bierproduktion. Und sie über die baltische tuckerten ganz vorsich tig über Nebenstrasse n. Aufgezeichnet von: Sar

N

ah Kuhni

ach einer Fernsehreportage waren wir verzaubert. Gezeigt wurde das Baltikum von oben und schnell war klar, dass unsere nächste Reise dorthin führen soll. Die Wälder, das Wasser, die Weite: Das wollte Boden aus sehen. Letzten Som n wir vom mer war es dann soweit – drei Länder, eine Rei se. Angefangen hat alles mit einer Übernachtun g in Riga und einem Ausblick vom 14. Stock des Hotels, abends, über die Hauptstadt Lettlands. So schön. Danach folgten täglich bis zu vier Stu nden Autofahrt, unendlich lange Strecken dur ch Wälder und vorbei an Feldern. Das hat uns sehr beeindruckt. So sehr, dass wir anfangs imm er wieder die Fotokamera zückten, um all die Bäume zu fotografieren. Und plötzlich kam das Meer. Diese Abwechslung von Natur- und Landleben hat uns fasziniert, das Baltikum hat eben von allem etwas zu bieten. Restaurants sind ausserhalb der Städte dünn gesät. Wenn man lange gen ug sucht, findet man zwar irgendwo eine Wirtschaf t, aber es ist durchaus möglich, dass andere sch neller waren – zum Beispiel eine ganze Hochzeits gesellschaft. Wir sahen auffallend viele Brautp aare auf unserer 15-tägigen Reise. Sogar mo rgens am Frühstücks­ buffet, samt Schleier. Kirche n gibt es in Hülle und Fülle, man muss sich nur einmal umdrehen, da steht man schon vor der nächsten, egal, ob orthodox, jüdisch oder röm isch-katholisch. Apropos Essen und Trinke n: Besonders geschmeckt haben uns die typ ischen Cepelinai (geriebene Kartoffeln mit div ersen Füllungen) und das einheimische Bier. Die Menge an verschiedenen Biersorten erstau nte uns. Das war, wie durch den Wald zu fah ren: Es hörte einfach nicht auf. Zu entdecken hät te es bei Weitem

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Kontiki Reisen

noch mehr gegeben, auch kul turell – Museen, Konzerte – aber das war nic ht das Ziel unserer Reise. Jedoch besuchten wir mehrere Skulpturenausstellungen in der frei en Natur, wie zum Beispiel den Europos Parkas bei Vilnius. Über 2000 Kilometer legten wir in Lettland, Litauen und Estland zurück . Das klingt nach viel, aber wir waren nie im Stress. Wir frühstückten gemütlich, machten uns auf den Weg und checkten im Lauf des Nachm ittags ins bereits gebuchte Hotel ein. Die Str assen sind mehrheitlich in gutem Zustand, einzig Nebenstrassen können zur Herausforderun g werden. In Lettland zum Beispiel tucker ten wir einmal mit 30 Stundenkilometern durch die Gegend. Die Strasse war so holprig, dass wir wirklich Angst hatten, die Achse kön nte brechen. Alles ging gut. In Litauen gefiel es uns am besten. Vor allem die Hauptstadt Vilnius hat es uns angetan, denn im Vergleich zu Riga und Ta llinn war sie weniger laut und nicht so touristisch . In Vilnius konnten wir in Ruhe durch die Strass en schlendern, die renovierten Gebäude anscha uen, die verschiedenen Stilrichtungen bewund ern. Nichtsdestotrotz ist Tallinn eine schöne Stadt, die sich vor allem in den letzten Jahren stark her ausgeputzt hat. In allen Städten beeindruckte n uns die grünen Parkanlagen, die zum Verwe ilen einladen. Beendet haben wir unsere ein drückliche Reise übrigens nicht mit ein em schicken Nachtessen, sondern mit Brot, Kä se, Wurst und Bier im Hotelzimmer. Unsere Rei se durch drei Länder verlangte damals dre i Währungen. Wir hatten schlicht kein Ge ld mehr, beziehungsweise nur «falsches». Das wa r ein amüsanter Abschlussabend.


Reisetagebuch

Preisbeispiel 15-tägige Mietwagenrundreise «Drei Länder – eine Reise» ab Fr. 1490.– pro Person im DZ

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Kirche in

Liepaja –

REISEDATEN 15 Tage ab/bis Schweiz 01.01.–31.12. Täglich Details im aktuellen Katalog «Russland Baltikum» oder unter Tel. 056 203 66 77

eine von v

ielen.

Tallinn

Lahemaa NP

Estland

Peipsi-See Pärnu

Tartu

Hier startete die 2000-Kilometer-Reise: In Riga.

Jurmala

Riga

Lettland

Liepaja Palanga Klaipeda

Daugavpils Litauen Das Balt

Kaunas Trakai

Vilnius

ikum bie tet vi wie hier el Platz für haufe in der Ku n rischen N weise Skulpturen , ehrung.

Persönlich...

Der Keila-Joa-Wasserfall rauscht westlich von Tallinn.

Margot und Pascal Eg gel haben drei Kinder im Alter von 17 bis 21 Jahren. Ins Baltikum reiste das Ehepaar allein – das erste Ma l nach 21 Jahren. Die 48-jährige Margo t Eggel arbeitet als Primarlehrerin, ihr 47-jähriger Mann Pascal ist Perso nalfachmann. Die Familie wohnt in Glis im Oberwallis.

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kontrast-reich Auf der Suche nach der russischen Seele haben sich Christoph Zurfluh (Text) und Daniel Thuli (Fotos) durch Moskau und St. Petersburg fßhren lassen. Und dabei ganz unterschiedliche Welten kennengelernt.

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Kontiki Reisen


Russland

S

eine Tunnelbohrina Dimitriewa maschine in Engerklärt: «Wir land beschaffte, um haben zwei die erste sowjetische Probleme in MosU-Bahn-Linie zwikau: Dummköpfe schen Sokolnik und und Autos.» Park Kultury 1935 Wir sind eben planmässig eröffnen erst auf dem Flughazu können. Heute fen Domodedowo fahren jährlich gelandet und kön2,4 Milliarden Pasnen bislang nur das sagiere – 6,5 MillioZweite bestätigen: nen täglich! – auf den Im Schritttempo über 300 U-Bahnkämpft sich unser Kilometern mit ihren Taxi durch den Feuer und Flamme für Moskau: Stadtführerin Sina mit Reporter Christoph Zurfluh. Der «Kolumbus-Peter»: fast 200 Stationen. Stossverkehr, der Seefahrerdenkmal für Peter den Grossen an der Moskwa. Putin war auch schon da: Café Puskin. «Paläste fürs Volk»: U-Bahn-Station Komsomolskaja (im Uhrzeigersinn). «Anfassen!», sich auf einer nicht sagt Sina und zwingenau erkennbaren kert mir verschwöreAnzahl Spuren risch zu. Sie zeigt auf die Nase eines DeutGenau hier, in der Moskauer U-Bahn, Richtung Zentrum vorarbeitet. Vier Millischen Schäferhunds, einer von Dutzenden treffen wir Sina am nächsten Morgen wieonen Autos sind allein in Moskau registvon Skulpturen in der Station Ploschtschad der. Wir haben unser Versprechen gehalriert. Ebenso viele rollen täglich aus den Revoluzii. «Wer im Vorbeigehen nach der ten, den Roten Platz besucht, dem LeninVororten an. Die Metropole platzt aus Nase des Hundes greift, darf sich etwas Mauso­leum die Ehre erwiesen und die allen Nähten. Doch es sind nicht schrottwünschen.» Ich wünsche mir einen kleinen Zucker­bäckerkathedrale des Heiligen Basireife Moskwitschs, Wolgas und Ladas, die Happen und einen guten Kaffee an einem lius bestaunt. Und weil wir Sina in ihrer das Strassenbild prägen. Moskau ist die gemütlichen Ort, und siehe da: Der Wunsch Euphorie für ihre Stadt nicht bremsen wolHauptstadt der Luxuskarossen. Nirgends geht in Erfüllung. Wir verlassen die U-Bahn, len, sagen wir: «Den Kreml schauen wir sonst ist die Dichte an extravagant Geländenachdem wir uns die herrlichsten Paläste uns auch noch an, Ehrenwort.» Zuerst aber und Sportwagen grösser. des Untergrunds – Majakowskaja, Kijewslösen wir in der Station Aleksandrovsky kaja, Nowoslobodskaja, Komsomolskaja – Sad für ein paar Rubel Tickets und verPaläste für das Volk angesehen haben, und landen am schicken schwinden im Untergrund. Es ist zehn Uhr «Womit wir bei den Dummköpfen wären», Tverskoy Boulevard im Café Pushkin, und die morgendliche Rushhour vorbei. sagt Sina ernst. «Alle wollen das schnelle einem der schönsten der Stadt. «Paläste für das Volk wollte das ZentGeld. Und alle geben es ebenso schnell ralkomitee einst bauen», erklärt Sina, wähwieder aus, als ob es kein Gestern und kein Beeindruckende Mogelpackung rend wir auf einer atemberaubend steilen Morgen gäbe. Vernünftig mit Geld umzu«Naja», weicht unser Kellner Sergeij auf Rolltreppe in die Tiefe schweben. Und gehen, hat hier niemand gelernt.» Dann meine Frage aus, ob es denn stimme, dass genau so sehen die ersten U-Bahnstationen erteilt uns die studierte Sprachwissenim Café Pushkin mitunter auch Präsident auch aus: pompöse Bauten, so tief unter schaftlerin und Fremdenführerin die erste Wladimir Putin verkehre. «Natürlich stimmt dem Boden wie bei kaum einer anderen Lektion: «Autos haben in Moskau immer das», hilft Sina nach. Doch der diskrete U-Bahn der Welt. Zehntausende von Vortritt. Wem das Leben lieb ist und wer Sergeij, wie das ganze Personal von Kopf Arbeitern pickelten und schaufelten die ohne Verspätung ankommen will, nimmt bis Fuss auf Understatement gestylt, flüchtet Tunnels frei, bevor man schliesslich doch besser die U-Bahn.» Nordland 7/2014

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Moskaus Herzstück ist seit 1990 unter Unesco-Schutz: Der Rote Platz mit dem Historischen Museum und dem Nikolaus Turm des Kremls.

sich ins Erklären der Karte: ein hochkarätiger Mix zwischen gehobener französischer und russischer Küche. Im «Pushkin», so scheint es, ist die Zeit vor zweihundert Jahren stehen geblieben. Doch das altehrwürdige Café ist noch nicht einmal volljährig. 1999 wurde das ehemalige Wohnhaus mit Apotheke im barocken Stil umgebaut: Stuckdecken, wuchtige Holzmöblierung, Bücherwände, ein alter Globus hier, ein Sextant dort. Man würde sich nicht wundern, sässe der russische Nationaldichter Puschkin höchstpersönlich am Nebentisch. Wir stecken ein kleines Vermögen in die Schatulle, in der uns die Rechnung gereicht wird, und kehren zurück auf Russlands teuerste Strasse. Hier, in unmittel­ barer Nachbarschaft zum «Pushkin», liegt das nächste Bijoux: das legendäre Delikatessgeschäft Jellisejew. Das schnelle Geschäft zuerst Der auf Nostalgie getrimmte Feinschmeckertempel hat kein geringeres Ziel, als das nobelste Lebensmittelgeschäft der Welt zu werden. Das soll, wie alles hier

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Kontiki Reisen

in ­Moskau, möglichst schnell gehen. Und das hat seinen Preis. Wer denn hier ein­ kaufe, wollen wir wissen. «Ich nicht», sagt Sina und lacht so herzlich, dass wir nicht das kleinste bisschen Neid heraus hören. Es scheint, als ob man den Luxus selbst dann geniesst, wenn man ihn sich nicht leisten kann. Jahrzehnte des Verzichts wollen kompensiert werden. Eine überteuerte Flasche Wodka in der Tasche, schlendern wir den Tverskoy Boulevard entlang und landen nach einer Viertelstunde da, wo in Moskau alles beginnt: auf dem Roten Platz. Das wahre Leben pulsiert aber dahinter: auf dem Manegeplatz, der ganz den Fussgängern gehört. Hier flaniert tout Moskau, fein herausgeputzt, und zelebriert den Feierabend. Wir feiern ein bisschen mit, denn dies ist unser letzter Tag hier. «Besteht eigentlich ein grosser Unterschied zwischen Moskau und St. Peters­ burg», fragen wir Sina, während wir uns an eine Portion Pelmeni (gefüllte Teigwaren) machen. «Fragt besser, ob wir etwas gemeinsam haben», antwortet sie lachend.

Was heisst schon viel? «Nastrovje!», sagt Sina, als wir uns am nächsten Tag am Bahnhof verabschieden, und hebt ihren Plastikbecher. «Nastrovje!», sagen wir und lassen den Eigenbrand die Kehle runter brennen. «Und das ist für die Fahrt», sagt sie und drückt uns ein PET-Fläschchen Hoch­ prozentigen in die Hand. «Das ist aber ganz schön viel», wehren wir ab. «Was heisst schon viel?!», sagt Sina. «Kennt ihr das Sprichwort nicht? 100 Jahre sind kein Alter, 100 Kilometer keine Distanz, 100 Rubel kein Geld und 100 Zentiliter Wodka kein Alkohol.» Als der Hochgeschwindigkeitszug «Sapsan» pünktlich auf die Minute aus dem «Leningrader Bahnhof» rollt, wischt sich Sina eine Träne aus den Augen. Auch so sind sie, die Moskauer: unnahbar, bis man sie ein bisschen kennt, und dann die Herzlichkeit in Person. Nach vier Stunden und 650 Kilometern Niemandsland empfängt uns St. Petersburg mit Pauken und Trompeten. «Das ist die Hymne von St. Pe­tersburg», schreit uns Katya Ermakowa zur Begrüssung in die Ohren. «Jedes Mal, wenn dieser Zug hier

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Russische Gusskunst im Kreml: Die Zarenkanone wurde nie abgefeuert und ist waffentechnisch nicht einmal eine Kanone, sondern eine «Steinbüchse». Im Hintergrund: zwei Marien-Kathedralen.

Russland

Nächtliches Spektakel: Zwischen zwei und fünf Uhr nachts werden die Newa-Brücken in St. Petersburg hochgeklappt, damit die grossen Schiffe passieren können.

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Ratgeber, auf die Sie sich verlassen können

Gut geplant ist halb gereist nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn

Lassen Sie sich zum Träumen verleiten und erfahren Sie, wie Sie Ihr Fernweh vertreiben können. Ein Sabbatical erleben, im Ausland studieren oder einfach die passende Low-Budget-Unterkunft finden: Die BeobachterRedaktorinnen Nicole Krättli und Susanne Loacker haben das nötige Wissen zum Thema Reisen in einem Buch vereint. Mit handfesten Insidertipps und spannenden Reiseberichten von Menschen, die vom oder fürs Reisen leben. 240 Seiten, ISBN 978-3-85569-656-7 Fr. 38.–, für Beobachter-Mitglieder Fr. 31.–

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Draussen war Norwegen, drinnen Heimat «Es gibt Orte, die man keinesfalls ein zweites Mal bereisen darf. Tranoy ist einer davon. Mittlerweile ist es neun Jahre her, seit ich für die Fernsehsendung ‹Fernweh› per Autostopp ans Nordkap gereist bin. Ich erinnere mich, wie mein Reisepartner und ich die Stadt Tranoy erreichten, ein kleines Fischerdörfchen an der Küste Norwegens. Die Häuser dort sind farbig, klein und gepflegt, sehen richtig freundlich aus. Von einem Handwerker, der uns Mona Vetsch (37) ist in die Stadt mitgenommen hatte, erfuhren wir von ‹Edvardas Radio- und TV-Modera- Hus›, dem einzigen Gasthaus der Gemeinde. Ein Haus mit torin beim Schweizer rötlicher Fassade, weissen Fensterrahmen, zur Seite gebundeRadio und Fernsehen nen Gardinen, einer alten Bibliothek, einer Feuerstelle und und hat die Reiseneun Zimmern. Ein Ort, den man nur schwer findet, dann sendung «Fernweh» moderiert. aber nie mehr vergisst. Mit einem grossen Schlüsselbund in der Hand gingen wir die Holztreppe zu unseren Zimmern hoch. Als ich die Tür öffnete, stiess der Wind die Fenster auf, und die gelben Vorhänge plusterten sich auf wie viktorianische Röcke. Ein schlichtes Zimmer in klaren Farben. Draussen war Norwegen, drinnen Heimat. Bevor wir schlafen gingen, kletterten wir über einen schmalen Steg zum nahegelegenen Leuchtturm hinauf. Zwischen den Steinen brüteten Wasservögel. Von ganz oben sah man die Lofoten und die Wale, die vor der Küste jagten. Es war Abend und das Licht schwer wie Öl. Aufrecht am Fjord stand ‹Edvardas Hus› und sah aus wie einer, der schon zu lange wartet, um sich noch erinnern zu können, worauf. Das Nordkap ist eine Diva, die sich gerne bedeckt hält. Als wir nach zehn Tagen am nördlichsten Punkt Europas ankamen, war es neblig, wie so oft dort oben. Ich kann mir gut vorstellen, weshalb die Menschen früher dachten, dieser Ort sei das Ende der Welt. Mittlerweile ist er allerdings ziemlich überlaufen. Auf dem grossen Parkplatz vor dem Parkeingang werden Busladungen voller Menschen abgeladen. Das Nordkap ist ein

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Die 111 besten Reiseapps

guter Grund, diese Reise anzutreten, jedoch definitiv nicht deren Höhepunkt, ist es doch gerade die Einsamkeit, die Norwegens hohen Norden so unglaublich schön macht. Wer Rambazamba und ein durchgeplantes Programm möchte, ist hier am falschen Ort. Wenn sich allerdings ein Tourist in ein Dörfchen verirrt, sind die Einheimischen sehr offen und freuen sich über den seltenen Besuch. Solche Erfahrungen können wohl nur dann entstehen, wenn man ohne Plan oder ohne eine Menge Erwartungen durch ein Land reist. Man ist viel offener und lässt sich auf Begegnungen ein, anstatt eine Liste abzuarbeiten. Es gibt Orte, die man kein zweites Mal bereisen darf. Tranoy ist einer davon. Denn ich möchte die Erinnerungen daran nicht zerstören. Die Erinnerungen an die Reise entlang der Fjorde, an den Leuchtturm in der Mitternachtssonne und an das Gefühl, nichts mehr zu müssen, nur noch zu sein.»

Von enorm hilfreich bis sehr amüsant – Apps für Smartphone, Tablet und Co. sind nützliche Begleiter vor und während einer Reise. Hervorgehoben: die 11 Favoriten des «Beobachters».

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Russland

Mitten durch führt einfährt, wird sie pfeilgerade der gespielt.» Da an eine Newskij-Prospekt. Unterhaltung nicht Frisch herausgeputzt zu denken ist, diripräsentiert sich die giert uns unsere ReiStadt hier, schick seleiterin durch die und sauber. «Das Menschenmenge hat sie ihrem 300raus aus dem BahnJahr-Jubiläum 2003 hof und rein in die zu verdanken», zweite Hauptstadt erklärt Katya. 300 Russlands. Der Geschenke erhielt Feierabend­verkehr, St. Petersburg zum der zurzeit das ganze Geburtstag. Viele Zentrum lahmlegt, davon auf sanften darf sich durchaus Druck ihres berühmmessen mit jenem testen Sohnes: WlaMoskaus: Nichts dimir Putin. Sein geht mehr. Einfluss hier ist so «Wenn unser gross, dass die EinWagen kommt», heimischen ihre sagt Katya, «müsst Stadt scherzhaft ihr schnell einsteiPutinsgrad oder gen, denn hier darf Putinsburg nennen. man nicht anhalUnzählige historische ten.» Wir fühlen uns Gebäude wurden ein bisschen wie restauriert, ein James Bond, als die 2500 Mitarbeitende, 2,5 Millionen Besucher pro Jahr: Die Eremitage in St. Petersburg (oben). Hafen für KreuzNur eine von vielen: Die Auferstehungs-Kathedrale in St. Petersburg. schwarze Limousine Scherzfontänen in der Zarenresidenz Peterhof. fahrtschiffe aufgean den Strassenrand schüttet und eine fährt. Die Türen weitere Ringautogehen auf, unser bahn ums Zentrum gebaut. Logisch, vor 300 Jahren entschied, in diesem öden Gepäck verschwindet im Kofferraum, wir erhielt auch die mit zweieinhalb Millionen Sumpfgebiet an der Newa-Mündung eine lassen uns in die Ledersitze sinken. Besuchern wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt zu bauen, liess er ausschliesslich «Willkommen in St. Petersburg», sagt Stadt ein Facelifting: die Eremitage. westeuropäische Architekten ans Werk. Vlad, der Chauffeur. Und weg sind wir. Diese ist nicht bloss eines der grössten Heute stehen die 2300 Paläste, Schlösser und St. Petersburg ist anders. Kaum kommt und bedeutendsten Kunstmuseen der Prunkbauten der historischen Innenstadt man hier an, fühlt man sich ein bisschen Welt; sie ist der Grund, weshalb alle Welt unter dem Schutz der UNESCO und man zuhause. St. Petersburg kennt. Katharina die Grosse fühlt sich ein bisschen wie in Paris oder «Natürlich», erklärt Katya. «St. Peters­ begann mit dem Bau des gigantischen Venedig. burg ist Europa.» Als Peter der Grosse sich

Dem Petersdom nachempfunden: Die Kasaner Kathedrale beherbergte bis 1990 das Museum des Atheismus. Das «schönste Lebensmittelgeschäft der Welt»: Jelissejew. Jugendstil am Newskij-Prospekt: das Singer-Haus (v.l.n.r).

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hof (die SommerKomplexes, um ein residenz Peters des Plätzchen für ihre Grossen) und wachsende Kunst­ Puschkin, der angesammlung zu schafsagte Vorort mit fen. Die folgenden dem prächtigen Zaren bauten weiter. Katharinenpalast In 350 Sälen lagern und seinem weltbeheute 3 Millionen rühmten Bernstein­ Objekte. zimmer. Möchte «Alles Originaman sich alle le!», erklärt Katya. Sehenswürdigkeiten «Die Eremitage ist der Stadt ansehen, das einzige Museum unterbreche ich, der Welt, in dem es müsste man wohl keine Kopien gibt.» weitere sechseinhalb Möchte man sich Jahre einkalkulieren. jedes der Exponate Katya lacht: «Etwas auch nur eine Minuschneller geht das te ansehen, man mit einer Bootstour wäre sechseinhalb durch die Kanäle.» Jahre damit beschäfMorgen ist tigt. auch noch ein Tag, «St. Petersburg ist denke ich und lehne Kultur. Moskau mich im bequemen ist Business», holt Lederpolster zurück, Katya aus. Das sei während Vlad uns schon immer so Der Katharinenpalast in Puschkin beherbergt das weltberühmte Bernsteinzimmer; zurück zum Hotel mindestens so eindrücklich ist der Ballsaal (oben). Echt goldig: Wasserspiele im Peterhof. gewesen. Um die Soll Glück bringen: hochzeitliches Gläserwerfen (im Uhrzeigersinn). chauffiert, vorbei am Menschen in die berühmten Jugend«Kunst­kammer», das stil-Café Singer und erste Museum der an der Kasaner Kathedrale, die dem Petersund-Paul-Festung. Herzstück der FestungsStadt, zu locken, spendierte Peter der dom nachempfunden ist und von den anlage, die militärisch nie eine Bedeutung Grosse jedem Besucher eine Gurke und Sowjets einst als «Museum für Atheismus» hatte, ist die Kathedrale, die 1733 vom ein Gläschen Wodka. Wodka war ohnehin missbraucht wurde. Ansonsten erinnert in Tessiner Architekten Domenico Trezzini ein probates Mittel, die Leute gefügig zu St. Petersburg kaum etwas an jene Zeit, fertigstellt wurde. machen. «Ein besoffenes Volk», soll Kathaals das einzige Fenster in den Westen die rina die Grosse einst gesagt haben, «lässt Ausstellung der Werke westeuropäischer Vom Peterhof bis Puschkin sich besser regieren.» Und wer sich am Künstler in der Alten Eremitage waren. Vom Birzevaja-Platz hat man die beste Tisch von Alexander dem Grossen einen «Ihr müsst schnell aussteigen», sagt Aussicht, auch auf die Eremitage am andeFauxpas leistete, musste schon mal den Katya, als Vlad den Mercedes an den Straren Ufer. Ein Hochzeitspaar stösst gerade «Zarenpokal» leeren: einen Liter Wodka ssenrand steuert. «Hier darf man nicht auf seine Zukunft an und wirft die Gläser in einem Zug. anhalten.» Wir springen aus dem Wagen, hinter sich in den Fluss, was Glück bringen «Er war ein Scherzkeks», sagt Katya, und zwei Sekunden später hat uns der während Vlad seinen Mercedes routiniert Menschenstrom auf dem Newskij-Prosdurchs Petersburger Verkehrschaos steuert, pekt verschluckt. Würden Bäume die vorbei an der berühmten Isaaks­kathedrale, «Die Eremitage ist Prachtstrasse schmücken, wir fühlten uns deren Tore so gross sein sollen wie eine das einzige Museum fast wie auf den Champs-Elysées. Und das durchschnittliche Zweizimmerwohnung. ist es wohl, was Moskau von St. Petersburg Das bedeutet allerdings nicht nur, dass sie der Welt, indem es unterscheidet. Während man sich in der riesig sind, sondern auch, dass man hier keine Kopien gibt.» Hauptstadt immer in Russland fühlt, findet eher auf kleinem Raum wohnt. man hier auf Schritt und Tritt ein Stück Wir überqueren die Newa auf der Westeuropa. Was für ein spannender Schlossbrücke, die wie alle Newa-Brücken Kontrast! soll. Ihre weisse Stretch-Limousine vervon St. Petersburg nachts für ein paar sperrt uns den Weg, also warten wir gedulStunden hochgezogen wird, damit die dig, und Katya erklärt uns ihre Pläne für grossen Schiffe passieren können, und werdie nächsten zwei Tage. Ein Muss: natürfen einen Blick auf die Wiege der Stadt­ lich die Eremitage, dann aber auch Petergeschichte: die Haseninsel mit der Peter-

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Kontiki Reisen


Gegensätze ziehen sich an Der Kontrast zwischen Moskau und St. Petersburg könnte nicht grösser sein – das macht eine Reise nach Russland so reizvoll. Mit den Ausflugstipps unseres Expertenteams sowie einem Schnellkurs in Russisch sind Sie bestens auf das gastfreundliche Land vorbereitet.

Moskau: Sergijew Possad Jonas Gobeli, Leiter Verkauf Der Ausflug nach Sergijew Possad, ca. 70 km nördlich von Moskau hat mich sehr beeindruckt. Mein Highlight: Das Drei­faltigkeitskloster mit seinen Zwiebeltürmen, das seit 1993 zum Welterbe zählt und in diesem Jahr nach Renovierung in neuem Glanz erstrahlt.

St. Petersburg: Katharinenpalast/ Puschkin

Mini-Wörterbuch Russisch

Katrin Fehlmann, Reiseberaterin für Russland/Baltikum

Hallo Привет Privet

Wer St. Petersburg besucht, der darf auf keinen Fall den Katharinenpalast in Puschkin verpassen. Hier befindet sich auch die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers, dessen Original seit 1945 verschollen ist.

Guten Tag

Добрый день Dobriy den

Auf Wiedersehen

До свидания Do svidaniya

Ja да да da Nein нет net Danke Спасибо Spasibа! Bitte Пожалуйста Paschalusta!

Täglich, Dauer ca. 8 Stunden Reise-Vorschlag: Inkl. Mittagessen Preis pro Person: Bei 2 Personen Fr. 220.– Bei 3–4 Personen Fr. 180.–

Täglich ausser Dienstag und letzter Montag des Monats, Dauer ca. 5 Stunden Preis pro Person: Bei 2 Personen Fr. 125.–

на здоровье na sdarovye!

Prost

Übrigens: Wie diese Wörter richtig ausgesprochen werden, finden Sie auf www.nordland-magazin.ch!

Eine reise – zwei metropolen

InsiderWissen

Erleben Sie die ungleichen Schwestern Moskau und St. Petersburg auf dieser 8-tägigen begleiteten Städtekombi. Unsere hervorragenden lokalen Reiseleiter sorgen dafür, dass Sie die Schauplätze von Politik, Kultur und Geschichte fundiert, abwechslungsreich und lebensnah kennen lernen.

Er gilt als Russland-Kenner schlechthin: Peter Gysling, SRF-Korrespondent in Moskau. Im Interview mit Kontiki (www.nordland-magazin.ch) überrascht er mit Informationen und viel Insider-Wissen über das faszinierende Land im Osten. Ideal für alle, die mehr wissen oder sich vertieft auf ihre Entdeckungstour vorbereiten wollen.

Die Highlights • Besuch Kreml und Roter Platz in Moskau • Besuch Eremitage und Bernsteinzimmer in St. Petersburg • Erfahrene, Deutsch sprechende Reiseleitung • Garantiert ab zwei Personen Reisedaten 8 Tage ab/bis Schweiz Freitag–Freitag 18.04.–25.04. 18.07.–25.07. 02.05.–09.05. 15.08.–22.08. 23.05.–30.05. 29.08.–05.09. 06.06.–13.06. 12.09.–19.09. 20.06.–27.06. Fluganreise SWISS Direktflug Zürich–Moskau/ St. Petersburg–Zürich (E-Klasse) Inbegriffen • Fluganreise, Sicherheitstaxen • Transfer gemäss Programm

St. Petersburg Estland Russland Lettland Moskau

Litauen

• Unbegleitete Zugfahrt Moskau– St. Peterburg • 3 Übernachtungen im Hotel Holiday Inn Lesnaja in Moskau inkl. Frühstück • 4 Übernachtungen im Hotel Dostojewski in St. Petersburg inkl. Frühstück • Deutschsprechende Reiseleitung • Besichtigungen und Eintritte gemäss Programm in internationaler Gruppe • Visa-Einladungsschreiben Preis pro Person in Fr. Im Mittelklassehotel 18.04./02.05./18.07./ 15.08./29.08./12.09. 20.06./23.05./06.06.

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Weitere Informationen zu den Reisen nach St. Petersburg und Moskau finden Sie im Katalog «Russland/Baltikum» unter www.kontiki.ch oder Tel. 056 203 66 77

2380.– 2730.– 2570.– 3090.–

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wie lebt es sich ...

... als isländerin in der schweiz? Vor 32 Jahren übersiedelte die Isländerin Anna Bjarnadóttir in die Schweiz – aus Liebe. Gleichzeitig zog die Schweizerin Dóra Ruf nach Island – auch aus Liebe. Die beiden Auswanderinnen über ihre Wahlheimat, Lieblingsplätze, Unterschiede und Gewöhnungsbedürftiges.

Anna Bjarnadóttir, Isländerin in der Schweiz:

« Überraschend bäuerlich » Interviews: Franziska Hidber

Anna Bjarnadóttir, warum haben Sie sich für ein Leben in der Schweiz entschieden? Vor 34 Jahren hat ein Schweizer mein Herz erobert. Ich bin mit ihm in seine Heimat gegangen. Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an Ihre Ankunft denken? An die schöne Heiliggeist-Kirche beim Berner Bahnhof. Vielleicht deshalb, weil mein künftiger Mann und sein Vater – beide sind Berner – so taten, als sei die Kirche von keiner Bedeutung. Bevor ich wusste, dass ich eines Tages Schweizerin werden würde, habe ich eine kleine Schweizerreise unternommen. Dabei vermisste ich die «Heidi-Häuser», und auf dem Simplon sah ich die Alpen nur im Blitzgewitter. Zürich am letzten Augustsonntag war heiss und total leer. Heute weiss ich, warum: Alle waren entweder in den Ferien oder am See. Was hat Sie am meisten überrascht? Dass die Schweiz so bäuerlich ist. Ich hatte mir ein kosmopolitisches Land vorgestellt – wegen der internationalen Institutionen und der Weltkongresse. Woran mussten Sie sich gewöhnen? Nach über 30 Jahren habe ich immer noch Mühe mit der «Es wird schwierig»Mentalität. Ich vergesse immer wieder, dass die Schweizer sich selten glücklicher fühlen, als wenn sie unzufrieden sind. Hier ist es fast eine Sünde, eine Arbeit oder Aufgabe gerne zu machen oder sogar Freude daran zu haben.

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Kontiki Reisen

Was vermissen Sie? Die Spontaneität und die selbstverständ­ liche Hilfsbereitschaft. Und was geniessen Sie? In einem wunderschönen, fast perfekten Land zu leben.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus? Früh aufstehen (im Sommer rudere ich um 6 Uhr auf dem Zürichsee), Frühstück mit meinem Mann, für meine Firma arbeiten (vgl. Box), Mittag- und Abendessen und früh ins Bett (für isländische Verhältnisse). Worin liegt der grösste Unterschied zum Leben in Island? Alles ist weit voraus geplant. Wie erleben Sie die Menschen in der Schweiz? Nett und humorvoll – sofern man selber nett und humorvoll ist. Welcher Schweizer Spezialität können Sie nicht widerstehen? Vacherin.

Persönlich... Anna Bjarnadóttir, 1955 in Island geboren, studierte Geografie in den USA. 1982 Übersiedlung in die Schweiz «wegen der Liebe, die immer noch blüht.» Berufliche Tätigkeiten als freie Mitarbeiterin für eine isländische Zeitung (in den USA, in Island und in der Schweiz), Assistentin in Technical Accounting bei Swiss Re, Lehrerin für die isländische Sprache (in der Schweiz), von 1996 bis 2003 Präsidentin des Belvoir Ruderclubs Zürich. Mit ihrer isländischen Jugendfreundin gründete sie die Firma Hundahólmi: Diese produziert verschiedene Souvenirartikel zum Thema «Island durch fremde Augen gesehen». www.hundaholmi.is

Ihr Lieblingsort? Die Aare. Würden Sie wieder in die Schweiz auswandern? Ja. Es gibt kein Land, in dem man es besser haben kann. Und wenn alles zu perfekt wird, ist es nicht weit ins Ausland. Ist die Rückkehr nach Island ein Thema? Nein. Aber man soll nie nie sagen. Die Wurzeln werden kürzer und ziehen mit dem Alter stärker zurück.


Hier & dort

und als schweizerin in island? Dóra Ruf, Schweizerin in Island:

« Wie ein Schweizer Bergler » Dóra Ruf, warum haben Sie sich für ein Leben in Island entschieden? Es war die Liebe. Diese ferne Insel zog mich schon in meiner Jugend an: Die Island­ pferde, die aktiven Vulkane, die Natur – das wollte ich unbedingt selber erleben. Also reiste ich für drei Monate hin, um Land und Leute kennen zu lernen – dabei habe ich auch meinen Mann kennen gelernt. Damit war für mich klar: Ich will meinen Lebensweg in Island fortführen. Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an Ihre Ankunft in Island denken? Ich hatte das Gefühl, nach Hause zu kommen. Die Fahrt von Keflavík nach Reykjavík führt durch ein riesiges Lavafeld. Ich fand es spannend, so ganz anders. Habe mich aber gefragt, wie man in einer solchen Landschaft leben kann. Was hat Sie am meisten überrascht? Die hellen Nächte. Woran mussten Sie sich gewöhnen? Ich kann mich gut an neue Umstände gewöhnen und bin ziemlich anpassungs­ fähig. Gewöhnungsbedürftig war aber, dass die Isländer auf mehrspurigen Strassen links und rechts überholen, vor allem, wenn sie es eilig haben – und das scheint oft der Fall zu sein. Was vermissen Sie? Manchmal die wärmeren Temperaturen im Sommer. Und was geniessen Sie? Die Natur, den Blick aufs Meer und den Frieden.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus? Ich erwache zwischen sechs und halb sieben Uhr, mache Yogaübungen, esse mein Müesli, mache Kaffee und betreue die Katzen. Um halb acht fange ich im Stall an. Wärme Milch für Kälber auf, spüle die Melkanlage vor und schiebe das Heu zu den Kühen. Nach dem Melken werden die Kälber gefüttert, die Kühe werden auf die Weide gelassen und der Stall wird sauber gemacht. Dann folgt eine kleine Pause, bis es Zeit ist zum Mittagessen kochen. Nach der Mittags­ruhe steht Gartenarbeit an, dann gibt es eine kleine Pause, und dann geht es wieder in den Stall. Worin liegt der grösste Unterschied zum Leben in der Schweiz? In der Schweiz verbinden öffentliche Verkehrsmittel die Ortschaften, hier ist man auf sein eigenes Fahrzeug angewiesen. Eine Busverbindung besteht nur zwischen grösseren Orten oder touristisch erschlossenen Gebieten. Herbst und Winter können recht stürmisch sein, dann verzieht man sich in die gut geheizten Wohnhäuser. Und: Auf Island ist immer Badesaison. Da das Wasser nicht aufgeheizt werden muss, kann man das ganze Jahr im offenen Schwimmbecken baden. Wie erleben Sie die Menschen in Island? Der Isländer ist eher scheu und etwas verschlossen, halt wie ein Schweizer Bergler. Doch er taut auf, sobald er einen besser kennen gelernt hat. Isländer sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Ich habe mich nie als Aussenseiterin empfunden.

Persönlich... Dóra Ruf, 1955 im Oberaargau geboren, Ausbildung zur Primarlehrerin und einige Jahre Unterricht auf der Unte rstufe. 1982 Auswanderung nach Islan d zu ihrem Mann, einem «waschechten Isländer». Seither Mithilfe auf dem gemeinsamen Milchwirtschaftsbetrieb mit biologischem Zertifikat , inklusive Melken, aber ohne Traktorfahren. Im Zentrum der Arbeit steht die Eintracht mit der Natur, seit 2003 Verkauf des eigenen biologischen Joghurts, inzw ischen gehören auch Skyr, Rahm, Eis und Käse zum Sortiment. Produziert wird in der Molkerei in Reykjavík. www.biobu.is

Welcher Isländer Spezialität können Sie nicht widerstehen? Wildem Lachs. Ihr Lieblingsort? Der Nationalpark Thingvellir. Würden Sie wieder nach Island auswandern? Ja, weil mein Mann hier lebt. Ausserdem liebe ich die Natur, den Frieden und die Ruhe. Ist die Rückkehr in die Schweiz ein Thema? Nein, mir gefällt es in Island und ich fühle mich hier verwurzelt.

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Sieben tage im sound of mull Geizige Schotten? Von wegen! Die Kreuzfahrt auf der kleinen Glen Massan entlang der Isle of Mull vor der Nordwestküste Schottlands trumpft auf mit verschwenderisch vielen Highlights und einer grandiosen Küche. Text: Thomas Kutschera, Fotos: Marcel Nöcker

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Die Glen Massan ankert vor dem bekannten Duart Castle: Das komfortable Kreuzfahrtschiff hat nur 9 Passagiere an Bord und war einst ein Fischkutter.


Schottland

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gebürtiger Berliner o worund ein begnadeter ries, Zauberer am Ladies Herd. and Gentlemen!», Sechs komforsagt Captain table Kabinen mit Martin McWhirr Bullauge mit Blick und schmunzelt: aufs Meer machen «Nessie wird uns uns allen das Einnicht begegnen.» leben leicht. Herz Das sagenum­ des Schiffs aber ist wobene Ungeheuer das Hauptdeck: lebe 150 Kilometer Am grossen Tisch weiter nordwestdes Salons werden lich, im Loch Ness, Auf dem Heck lädt die Crew zum feinen Dinner. Die Küche von Koch Michael ist exzellent, die Käseauswahl die frisch zubereieinem Süsswasserein Hochgenuss. Auch Captain Martin hat alles bestens im Griff (im Uhrzeigersinn). teten Mahlzeiten see in den berühmserviert, im selben ten schottischen Raum befinden Highlands. Ruth, sich Bar, TV und gemütliche Sessel. Vom die unberührte Natur entlang der spektadie etwas ängstliche Passagierin aus AustraSalon geht’s nach hinten raus aufs offene kulären Küste der Isle of Mull erkunden. lien, atmet hörbar auf. Ihr Mann Andrew Achterdeck. Es gibt nichts Schöneres, als Das grüne Eiland vor der Nordwestwirft ihr einen gespielt bösen Blick zu: dort oder am Oberdeck zu stehen und die küste Schottlands gehört zur Inselgruppe «Schade! Das wäre noch ein Abenteuer!» Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen. der Inneren Hebriden, ist flächenmässig Die Runde lacht. Captain McWhirr schaut etwas kleiner als der Kanton Thurgau und aufs Meer hinaus. Dann hebt er seine KafEinheimischer Käse und Akzent zählt 3000 Einwohner. Das Wort Mull feetasse mit der Aufschrift «Coffeine makes Eine sehr abwechslungsreiche Landstammt aus dem Gälischen und bedeutet all things possible», und prostet seinen schaft: die Grüntöne wechseln sich ab. Saf«runder Hügel». Gästen zu: «Wir werden eine tolle Woche tige Wiesen mit Schafen, Schafen, Schafen, haben, auch ohne Nessie. Hearty welcome sanfte Hügel, verwunschene Burgruinen, Einst ein Fischkutter in Scotland!» stolze Schlösser begleiten uns auf der ganUnser Schiff: die Glen Massan der zen Reise. Übernachtet wird auf dem Reederei «Majestic Line». 26 Meter lang, Anker lichten Schiff. Am ersten Abend ankern wir in der 500 PS stark, vollständig aus Holz gebaut. Eine halbe Stunde später tuckert die Glen geschützten Bucht vor dem Duart Castle, Der ehemalige traditionelle Fischkutter Massan aus dem Hafen von Oban. Es geht einem der bekanntesten Schlösser an der wurde sorgfältig restauriert und zu einem eine leichte Brise, die Luft ist frisch, 18 Grad. Westküste. Majestätisch thront es auf einer kleinen Kreuzfahrtschiff mit modernster Hier, im lebendigen Hafenstädtchen im Felsklippe. Technik umgebaut. Die eingespielte Crew schottischen Westen, beginnt unsere KreuzDie Seeluft hat hungrig gemacht. Mit besteht aus vier Mann: Martin, der Skipfahrt. Wir sind neun Passagiere: fünf der Schiffsglocke werden wir – ganz entper, ist ein waschechter Schotte. Ebenso Schweizer, zwei Australier, ein Brite und spannt im Tenue Casual – zu Tisch gebeAlistair und Steven: Die beiden sind SerReiseleiterin Yvonne: Sie stammt aus ten. Schiffskoch Michael verwöhnt uns vicepersonal, Bordtechniker und Jungs Deutschland, lebt aber seit Jahren in Schottdreimal täglich mit seiner exzellenten regifür alles in einem. Schiffskoch Michael ist land. Während sieben Tagen werden wir

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onalen Küche. Das Abendmenü heute: Amuse-bouche mit Rindstatar, Steinbuttfilet im Gemüsebett, Zitronenmousse. Krönender Abschluss: Alistairs Käsebuffet. Allabendlich präsentiert uns der gebürtige Glasgower mit unverwechselbarem Akzent und trockenem schottischem Humor eine Auswahl einheimischer Käse. Ein Hochgenuss!

tum in Schottland verbreitet wurde. Jahrhunderte lang galt Iona als heiliger Ort, schottische und norwegische Könige fanden auf dem Friedhof Reilig Odhràin ihre ewige Ruhe.

Zum Abschied ein Whisky Der letzte Tag beschert uns ein unvergessliches Erlebnis an Bord: 100 Meter vor uns tummelt sich eine Zwergwalfamilie. Eine halbe Stunde Wie Connery später flitzen zwei Als wir an dieDelfine vorbei. sem Morgen mit Gehören zu jeder Schottland-Reise: ein paar Tropfen Scotch. Mit dem Beiboot geht es an Land, wo man überall auf alte Burgen und Schafe trifft (im Uhrzeigersinn). Die Baselbieterin dem roten Beiboot Ruth ist entzückt: zur Anlegestelle des «Solche Tiere habe Duart Castle gefahich noch nie in natura gesehen!» Belhaven Ale. Cheers! Apropos Alkohol: ren werden, kommt die Sonne. Schloss­ Eine letzte Nacht bleibt uns. Jetzt hat Eine Schottland-Reise ohne Besuch einer besitzer Sir Lachlan MacLean persönlich auch Skipper Martin Feierabend: Er spinnt Whisky-Brennerei? Impossible! In der 1798 führt uns durch sein Reich, erzählt von der Seemannsgarn. Seit 40 Jahren schon fährt gegründeten Tobermory-Distillery erfahGeschichte seines Clans. Im Museum liegt der 64-Jährige zur See, seit drei Jahren auf ren wir alles über die Whisky-Herstellung ein Geschenk des früheren französischen der Glen Massan. Morgen schippert er uns und dürfen einen leicht rauchigen Ledaig Staatspräsidenten Valéry Gis­card d’Estaing. nach Oban zurück, dort wird unsere Schiffs10 years old Single Malt degustieren. Auch Sean Connery weilte schon auf dem reise enden. Aber diesen Abend haben wir Jeden Tag schippert uns der ortsSchloss: 1999 bei den Dreharbeiten des noch. Steven holt seine Gitarre hervor, kundige Captain zu seinen Geheimtipps. Films «Verlockende Falle». stimmt «Mull of Kintyre» an, den legenSchwer zu sagen, was uns mehr in den Weiter geht’s im Sound of Mull der dären Song von Paul McCartney. Captain Bann zieht: Die weissen Sandstrände der Ostküste entlang Richtung Norden, vorbei Martin singt laut mit. Dann offeriert er eine Calgary Bay, die Treshnish Islands drauan kleinen Lachsfarmen. «Look, a Golden Runde seines Lieblingswhiskys. Martin ssen im Atlantik, wo wir Kegelrobben und Eagle», ruft Steven auf dem Sonnendeck, prostet allen zu: «Hope to see again!» – Seevögel-Kolonien bestaunen, oder die und zeigt auf den Steinadler, der über «Und», will er von Ruth und Andrew wisInsel Staffa mit ihren sechseckigen Basaltunseren Köpfen kreist. sen, «hat euch Nessie nun gefehlt?» Die säulen und der grossen Kolonie von Australierin schüttelt den Kopf. «Nein, Papageientauchern, Puffins genannt. Whisky, Pub und Wald sonst hätte ich die Reise nicht so geniessen Auf dem nächsten Landausflug geniekönnen. Nessie soll ruhig bleiben, wo es Zwergwale und Delfine ssen wir einen Waldspaziergang bei Nieselist. In seinem Loch!» Auch der Besuch der Insel Iona mit regen, sehen auf Schritt und Tritt Farne seinem Kloster gehört zweifelsfrei zu den und blühende Rhododendren. Und Highlights: Auf dem winzigen Eiland obwohl wieder die Sonne scheint, steuern gründeten im 6. Jahrhundert irische Mönwir das nächste urige Pub an. Der Bar­ che ein Kloster, von dem aus das Christenkeeper zapft uns ein feines einheimisches

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Kontiki Reisen


Die schönsten Wasserwege Ob gemütlich mit der familiären Glen Massan vor der schottischen Insel Mull tuckern, ob mit den Hurtigruten dem Golfstrom entlang fahren oder mit der MS Fram die Antarktis entdecken: Das Reisen auf dem Wasserweg ist ebenso entspannend wie abwechslungsreich. Die Favoriten unserer Reisespezialisten:

Schottland: An Bord der Majestic Line Luana Borner, Reiseberaterin für Schottland Wie persönlich eine Reise auf dem liebevoll umgebauten Fischkutter «Glen Massan» ist, zeigt unsere Reportage auf den vorangehenden Seiten. Denn das kleine komfortable Kreuzfahrtschiff schippert mit maximal zehn Personen von Oban zur Insel Mull. Die Szenerie ist typisch schottisch: Saftige Wiesen mit unzähligen Schafen, sanfte Hügel, Burgruinen und Schlösser wechseln sich gemächlich ab. Landbesichtigungen gehören ebenso dazu, wie die exzellente, frische und regionale Küche, die die Gäste dreimal am Tag geniessen dürfen. Bei einem der unzähligen Whiskys aus der Region lässt man den Tag an der Bar stilecht ausklingen. Preisbeispiel: 9-tägige begleitete Rundreise «Mit Stil und Klasse auf Entdeckungstour» ab Fr. 4440.– pro Person bei 2 Personen, inkl. Flug, Doppelkabine und VP an Bord, 5 Übernachtungen in Hotels inkl. HP. Informationen unter Tel. 056 203 66 99.

norwegen: postschiff hurtigruten Silvia Greve, Projektleiterin Gruppen Die «schönste Seereise der Welt» führt entlang der norwegischen Küste von Bergen nach Kirkenes und/oder umgekehrt. Imposante Fjorde, unzählige kleine Inseln und kleine Ortschaften ziehen vorbei. Eine atemberaubende Aussicht folgt auf die nächste – ein unvergessliches Erlebnis!

Preisbeispiel: z.B. 16-tägige Rundreise mit Auto und Zug «Der Weg ist das Ziel» ab Fr. 4590.– pro Person bei 2 Personen, inkl. Flug, Aussenkabine und VP an Bord, 9 Übernachtungen in Hotels, Mietauto. Informationen unter Tel. 056 203 66 00.

Schweden: Götakanal

Russland: St. Peter Line

Antarktis: Expedition

Annina Ith, Reiseberaterin für Skandinavien

Nicole Bratke, Reiseberaterin für Russland und Baltikum

Andrea Baldinger, Reiseberaterin für Island und Polarreisen

600 Kilometer und 66 Schleusen verbinden Göteborg und Stockholm miteinander. Auf dem berühmten Götakanal durch die typische schwedische Bilderbuchlandschaft taucht man in eine andere Zeit ein, nicht zuletzt dank den im nostalgischen Stil erbauten Schiffen. Klein und einfach, aber umso heimeliger.

Visumfrei nach St. Petersburg? Ganz einfach! Über Nacht erreicht man die Zarenstadt mit der Fähre von Helsinki aus. Drei volle Tage bleiben, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu entdecken: Eremitage Museum, Sommerresidenz Peterhof, der Katharinenpalast oder einfach zu Fuss durch St. Petersburg schlendern, bevor es wieder mit der Fähre zurückgeht.

Expedition Antarktis – eine Traumreise in ein einzigartiges Naturpa­ radies: Hunderttausende von Königspinguinen brüten in Südgeorgien, Buckelwale und putzige Robben bieten ein einmaliges Schauspiel. Auf den Falklandinseln wartet die einzigartige Chance, Albatrosse und Pinguine in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Preisbeispiel: z.B. 6-tägige GötakanalSchiffsreise ab Fr. 3580.– pro Person bei 2 Personen, inkl. Flug, 2 Über­ nachtungen, Schifffahrt StockholmGöteborg oder umgekehrt, VP an Bord, alle Landausflüge. Informationen unter Tel. 056 203 66 00.

Preisbeispiel: z.B. 5-tägige visumfreie Schiffsreise nach St. Petersburg ab Fr. 1260.– pro Person bei 2 Personen inkl. Flug, Schiffsreise in Aussenkabine inkl. Frühstück, 2 ÜN in St. Petersburg, Transferbus. Informationen unter Tel. 056 203 66 77.

Preisbeispiel: 23 Tage exklusive Antarktis-Reise 2015/16 ab Fr. 14 990.– pro Person bei 2 Personen inkl. Flug, Expeditionsreise inkl. VP, Landgänge und Ausflüge gemäss Programm, 2 ÜN in Buenos Aires, Fachbegleitung durch Bertrand Piccard. Informationen unter Tel. 056 203 66 11. Nordland 7/2014

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pit: Get ro ffen im Cock Renzo Zürcher, 31, Captain Edelweiss Air r «Die Landung im Winte her sic so ist nd pla in Lap wie überall sonst.»

«Ein besonderes Erlebnis»

Aufgefall en

71°11'08"

Kennen Sie di esen nördlic hen Breiteng Hier ist da s «r rad? ichtige» Nordk ap zu Hause. Der Knivskje llodden liegt 4,18 km westl des Nordkap ich s und ist nich t befahrbar. Nor wegens Kö nigin Sonja ha t ihn zu Fuss erklommen un d sich damit in die Her zen der Nor weger gewandert .

Interview: Stefan Doppmann

Renzo Zürcher, fliegen Sie gerne im Winter nach Lappland? Ja, diese Flüge sind bei uns Piloten wegen der speziellen Bedingungen sehr beliebt und immer ein besonderes Erleb­nis. Meist ist es bei der Landung dunkel, die Lufttemperatur kann auf dem Flugplatz bis auf -35 Grad Celsius sinken und auf der Piste liegt oft Schnee. Die dazu notwendige spezielle Vorbereitung bringt etwas Abwechslung in unseren Alltag. Wie sieht diese Vorbereitung aus? Die extrem tiefe Lufttemperatur beeinflusst den Luftdruck und die Dichte der Luft. Entsprechend müssen wir die Höheninstrumente anders einstellen. Die Berechnung des Bremswegs hängt zudem davon ab, ob auf der Landebahn Schnee liegt. Dem Bodenpersonal winden wir gerne ein Kränzchen. Die machen einen Superjob, um die Griffigkeit der Piste bestmöglich hinzukriegen. Die Landung in Lappland ist damit so sicher möglich wie überall sonst.

Benötigen Sie für Flüge in den Norden eine besondere Ausbildung? Nein. Die Berechnungsmethoden gehören zum normalen Repertoire eines Piloten und kommen überall zum Einsatz, wenn Winter herrscht. Erwähnenswert sind vielleicht Direktflüge nach Spitzbergen. Wegen der Nähe zum Nordpol und der damit unterschiedlichen magnetischen Bedingungen verlangen die Navigationsinstrumente für diesen Flug eine spezielle Kalibrierung. Welche persönliche Beziehung pflegen Sie zu Lappland? Mit meiner Freundin bin ich im Sommer von Rovaniemi aus über Kilpisjärvi und Hammerfest zum Nordkap hinaufgefahren. Die Landschaft, die Städte und die Fjorde haben uns total begeistert. Jetzt gerade bereite ich mich auf eine Skitourenwoche in der Gegend von Tromsø vor. Mal sehen, wie es im Winter ist.

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Kontiki Reisen

Finnische Sportarten I: Frauen tragen Finnen sind weit sportlicher als gedacht, und zu ihrem Repertoire gehört nicht nur das Langlaufen. Seit 1992 findet in Sonkajär vi die Weltmeisterschaft im Frauentragen statt. Dabei trägt ein Mann eine Frau (es muss nicht die eigene sein) durch einen 253,5 Meter langen Parcours. Die Regeln sind einfach: Die Frau muss mindestens 49 Kilogramm wiegen und das Paar darf sich nur fortbewegen, solange die Frau vom Mann getragen wird. Der Weltrekord lag im Jahr 2011 bei 55,5 Sekunden. Die eigenwillige Disziplin geht auf den Räuber Herkko Rosvo-Rinkainen zurück: Ende des 19. Jahrhunderts soll er Frauen auf diese Weise entführt haben. Die nächste Weltmeisterschaft findet am 4. und 5. Juli 2014 statt.

Finnische Sportarte n II: Hand Wer hat’s y werfen erfunden? Natürlich natürlich die Finnen beherrsch ! Un d en sie auch meistersc hier die W haften – d eltiese gehen in der St a se it dem Jah dt Savonli r 2000 n n a üb e r d Heimat de ie Bühne, s Herstell in der ers Nokia WM -Mobil . Wer da s o telefon am ffizielle weitesten Der ak tue wir ft , gew lle Weltm innt. eister ist – Ere Karjala Ü b erra schun inen, ein F g! – inne. In de r Kategori Freest yle e werden au ch Ä sthetik u nd Choreo graphie des Wurfs bewertet. Geworfen wird wied er im August 201 4 .


Aufgeschnappt Kiruna: Eine ganze Stadt zieht um Was schon für Kontiki Reisen ein Grossprojekt war (vgl. Seite 8), droht jetzt der schwedischen Bergbaustadt Kiruna, weit nördlich des Polarkreises: Sie muss umziehen. Denn je tiefer die Bergbaufirmen nach Eisenerz graben, desto mehr reisst die Erde auf. Nun wird die ganze Stadt drei Kilometer in den Osten verlegt, für 18 000 Menschen heisst es bald packen. Als erstes öffentliches Gebäude siedelt das Rathaus um.

agenda sommer 2014 1. bis 31. Mai Whiskymonat in Schottland 100 Events in einem Monat: Das beliebte Spirit of Speyside Festival in Edinburgh bildet den Auftakt, dazwischen gibt es zahlreiche internationale Festivitäten zum World Whisky Day am 17. Mai, am Schluss steigt das Islay Festival. Cheers! www.visitscotland.com, www.worldwhiskyday.com

28. Mai Sonisphere Festival Finnland Metallica ist heuer einer der Top-Acts am legendären Festival in Helsinki: fi.sonisphere.eu

11. bis 15. Juni

en Kirche zu verschenk en ch ns Me 27 ch Nur no Ingøy, leben auf der Insel søy die zur Gemeinde Må t de fin be rt Do rt. hö ge sich auch eine der en nördlichsten Kirch gt in Norwegen: Sie lie r bezahlt nderschön, nur: We wu ist d un ar wunderb e fehlen ind me novation? Der Ge da s Geld für die Re Nach n. lte ha ter un zu shaus die Mittel, da s Gotte Enten ein on fällte sie jet zt drei Jahren Diskussi noch ist n, we An e. ch nk t die Kir scheid: Sie versche offen.

Bergenfest in Norwegen Schon die Ankündigung der Stars wie ZZTop, Blondie, Tele­vision klingt wie Musik in den Ohren der Fans. Wer sonst noch aufspielt in Bergen, ist hier zu erfahren: www.bergenfest.no

Juni bis Au gust Grieg Festival in Bergen Bergen hat auch ein Herz für Klassik-Liebhaber: Auf sie warten 40 Konzerte in 10 Wochen: www.grieginbergen.com

21. bis 24. Juni Sonnenwendfeier Europas in Riga, Lettland Als eine der beiden Kulturhauptstädte Europas 2014 bietet Riga über 200 Veranstaltungen an, nebst der Sonnenwend­ feier ein Festival für zeitgenössische Kunst oder eine Ausstellung über 500 Jahre Buchdruck: www.riga2014.info

29. Juni bis 6. Juli Roskilde-Festival, Dänemark Gehört zu den bekanntesten Festivals Europas: www.roskilde-festival.dk

4. bis 6. Juli

Die Geschichte zum Bild: «Es ist Sommer. Ich bin als Gästebetreuer in Island und schlendere durch die Haupt stadt Reykyjavík, als plötzli ch dieses Fahrrad vor mir steht, warm eingepackt. Ob es bereits fürsorglich für den Winter eingekleidet wurde ? Wir werden es nie erfahren.» Entdeckt von Adrian Deubelbeiss, Projek tleiter. Schicken Sie uns Ihr Bild und Ihre Geschichte, wir stellen diese online unter www.nordland-magazin.ch. Unsere Lieblingsbildgeschichte schaff t es in die nächste Nordla ndPrintausgabe. Bild und Geschichte einsenden an: nadja.haenni@kontiki.ch

Sänger- und Tanzfest in Tallinn, Estland Ein Grossanlass, der nur alle fünf Jahre stattfindet: 2009 sangen 26 000 Chormitglieder in der «Sängermuschel» vor 80 000 Leuten. Das Sängerfest ist von der UNESCO als «Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit» anerkannt worden. Es wird seit 1869 durchgeführt: 2014.laulupidu.ee/en

8. bis 9. Au gust Umeå Summer Blues, Schweden Auch die zweite Kulturhauptstadt Europas 2014 hat diesen Sommer reichlich Kultur im Angebot, dazu gehört zum Beispiel auch die Opernaufführung Electra vom 14.–23. August: www.norrlandsoperan.se/eng

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Gegen Nordweh: Kurztrip nach Oslo Liegt Ihre nächste Reise in den Norden noch in weiter Ferne und die Sehnsucht wächst? Dann empfehlen wir als Erste-Hilfe-Massnahme einen Städtetrip nach Oslo: In nur zweieinhalb Stunden Flug sind Sie schon mitten im nordischen Flair. Text: Nadja Hänni

Sightseeing I: Gebäude

Anreise SWISS und Scandinavian Airlines fliegen mehrmals täglich ab Zürich direkt nach Oslo. Der spätere Abendflug eignet sich ideal, um das Städte-Wochenende schon am Donnerstag zu starten. Frühaufsteher finden mit dem 7 Uhr-Flug eine geeignete Lösung. Der Flytoget (Zug) bringt Sie in schnellen 19 Minuten in die City, mit dem Flybuss (Bus) dauert die Fahrt 40 Minuten. Kosten pro Weg: Zug NOK 170.–/ca. CHF 30.–, Bus NOK 160.–/ca. CHF 28.–

Planen Sie genug Zeit für das Sigh tseeing ein, denn Oslo hat viel zu bieten: Die 2008 fertiggestellte Oper stellt einen Eisb erg dar und ist das neue Wahrzeichen der Stadt. Weiter geht es zur Festung Aker shus mit der mitteralterlichen Burg. Von dort aus sieht man auf das rote Backstein Rathaus mit seinen zwei Türmen und das neu erstellte Aker Brygge Quartier . Vom Bahnhof zum königlichen Schl oss führt die Karl Johan Gate: noble Hote ls, schicke Shops, Restaurants und Cafés sowie die Uni und das Parlament säumen die Prachtsstrasse.

Unterkunf t Vom einfachen Hostel über das gemütliche Mittelklassehotel – bis zum stilvollen Erstklasshotel rt ntie in Oslo findet man gara eine Übernachtungsmöglichkeit : das elegant eingerichtete nach seinem Geschmack. Unser Tipp beim Bahnhof und neben kt dire Thon Opera mitten im Zentrum angspunkt für alle Vorhaben. der imposanten Oper. Der ideale Ausg

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Sightseeing II: ks Museen und Par Lust auf Museum? Dann nehmen Sie am besten von der «Radshusbrygge» gleich beim Rathaus eins der Fährboote zur Museums-Halbinsel Bygdøy. Hier finden Sie (fast) alle wichtigen Museen Oslos: Kon-Tiki, Fram Polarschiffmuseum, Holocaustzentrum, Norwegisches Freilichtmuseum, Wikingerschiff, Norwegisches Seefahrtsmuseum. Kein Oslo Besuch ohne Spaziergang durch den Vigeland Skulpturenpark! Das Werk des Bildhauers Gustav Vigeland zeigt den Zyklus des Lebens mit mehr als 200 Skulpturen in Bronze, Granit und Schmiedeisen.


Schnellkur gegen Nordweh Ein Stück Norwegen für zuhause

ht life Essen / Trinken / Nig Bei Sonnenschein der perfekte Lunch- und ApéroPlatz: Die zahlreichen Cafés, Restaurants und Bars im ehemaligen Werftviertel Aker Brygge. Aber Achtung – die Lokalitäten sind beliebt und die freien Stühle auch! Wussten Sie, dass Oslo eine der attraktivsten Kaffee-Szene der Welt hat? Am besten lassen Sie sich gleich bei einer Sightseeing-Pause davon überzeugen. Für ein gediegenes Abendessen empfiehlt sich das Engebret Café, das älteste Restaurant der Stadt. Den Tag mit einem guten Drink ausklingen lassen? Dann ab ins Café Kaos, Bar und Klub in einem, im hippen Quartier Grünerløkka.

Psssst. .. Geheimt ipp Trotz der berühmten Skisprungsch anze hoch oben über der Stadt wird der Besuch auf dem OsloerHausberg Holmenkollen oft vergesse n. Dabei ist man mit der «T-banen», der Metro, in nur 30 Minuten in einem wundervollen Naturpar adies, von wo Sie einen atemberaubenden Ausb lick auf die Stadt und den Oslofjord haben.

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Norwegen muss noch warten? Dann holen Sie sich das nordische Lebensgefühl einfach in den Alltag. Dafür brauchen Sie nicht einmal ins Flugzeug zu steigen. So süss schmeckt Norwegen: Zimtschnecken – Kanelboller Zutaten für den Teig: 300 ml Milch, warm 2 TL Trockenhefe 50 g Zucker 500 g Mehl 75 g Butter, geschmolzen 1 TL gemahlener Kardamom 1/2 TL Salz

Zutaten für die Zimtschnecken: 2 EL Zucker 1 TL Zimt 1 EL Butter, geschmolzen 3 EL Apfelmus

Hefeteig zubereiten und an einem warmen Ort zuge­deckt mindestens eine Stunde gehen lassen. Die Arbeitsfläche mit Frischhaltefolie auslegen, den Teig etwa 2 cm dick ausrollen. Zuerst den Teig mit geschmolzener Butter bestreichen, dann Apfelmus darüber streichen und mit Zimtzucker bestreuen. Von der länglichen Seite beginnend mit Hilfe der Frischhaltefolie zusammenrollen, 2 cm dicke Scheiben schneiden und mit der Schnittfläche nach oben auf das Backblech legen. Nochmals gehen lassen. Den Backofen auf 225 Gradvorheizen, die Schnecken während 10 bis 15 Minuten goldbraun backen. Erkalten lassen, nach Belieben mit Zuckerglasur bestreichen. Buchtipp: Krimiserie von Jo Nesbø: Mit Harry Hole nach Oslo Harry Hole ist ein Raubein, ein gefallener Engel, unzimperlich bis zum Gehtnichtmehr und hat doch das Herz am rechten Fleck. Er manövriert sich selbst stets in die gefährlichsten Situationen, schlingert haarscharf am Abgrund vorbei – und löst doch Fall um Fall. Oft mit unlauteren Methoden, aber durchaus erfolgreich. Mit Hole hat der norwegische Krimiautor Jo Nesbø den wohl schrägsten Ermittler der Krimiliteratur geschaffen. Zwei Warnungen vorneweg: Erstens, die Serie (inzwischen sind es 10 Bände) eignet sich nicht für Zartbesaitete. Zweitens, der Suchtfaktor ist beachtlich, kurze Nächte sind vorprogrammiert. Die Schauplätze – die meisten davon in Oslo – sind alle real und detailgetreu. Ideal als Vorbereitung auf den nächsten Oslo-Trip. Schon gewusst? Norwegen liegt in St. Gallen. Im Norden? Im Osten! Denn in St. Gallen gibt es ein wunderbares Stück Skandinavien, das Øya, Kafé & Klub. Øya heisst auf Deutsch «Insel» und zelebriert nach eigener Beschreibung die «skandinavische Melancholie ebenso wie die skandinavische Gelassenheit» kulturell und kulinarsich. Nordische Bierspezialitäten, Polarbrod, Knäckebrot, aber auch Äppelglögg, Flaggpunsch oder heisse Schokolade mit Minttu lassen das Nordweh Schluck für Schluck schwinden. Skål! øya, Bar Kafé, Schwertgasse 27, 9000 St. Gallen, www.oya-bar.ch

Nordland 7/2014

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Im Ziel

mit Dr. Alex Rübel

Aufgezeichnet von: Stefan Doppmann

I

ch werde das Bild nie vergessen: Hunderttausende von Königspinguinen standen in South Georgia in Reih und Glied. Und dann glitten sie ins Wasser, genau gleich wie im Zoo. Das hat mich fasziniert. Es war März, die Zeit der Brutpflege. Einige Jungtiere kamen ohne Scheu auf uns zu und pickten in unsere Schuhe. Mit Königspinguinen bin ich von meiner Arbeit im Zürcher Zoo bestens vertraut, aber in Freiheit hatte ich sie noch nie erlebt.

Vor drei Jahren erhielt ich die einzigartige Chance, mich an einer Expedition in die Antarktis zu beteiligen. Die Reise wurde zu einem atemberaubenden Erlebnis, nicht nur wegen der Königspinguine. Wir beobachteten einen Seeleoparden beim Jagen und Zerlegen seiner Beute. Wir sahen die eleganten Schwimmbewegungen der Pottwale. Wir verfolgten das anscheinend schwerelose Schweben der Alba­ trosse durch die windgepeitschten Lüfte. Schon der Start bedeutet für diese Riesenvögel eine grosse Herausforderung. Ihnen dabei zusehen zu können, war grossartig. Denn wo sonst ist das möglich? Natürlich bin ich in erster Linie wegen der Tiere an den Südpol gereist. Doch auch seine unbeschreiblich schöne Landschaft zog mich in den Bann. Vor unserem Schiff türmten sich gewaltige Eismassen auf. Brach das Licht in den Eisbergen, zeigte sich ein einmaliges Farbspiel. Was mich überrascht hat: Die Temperaturen am Südpol können durchaus angenehm sein. Am Ende des antarktischen Sommers bewegten sie sich stets um den Gefrierpunkt herum, trotz der schroffen Wetterwechsel. Als Höhepunkt empfand ich die Informationen, die wir an Bord erhielten. Fachleute verschiedener Ausrichtungen teilten ihr Wissen mit der Reisegruppe, auch ich steuerte zwei Referate bei. So konnten wir unsere Erfahrungen gleich ein zweites Mal intensiv durchleben.

Der Veteri när Alex R übel führt als Direk to seit 1991 r d e n Zo o Zürich. Un Leitung e ter seiner ntwickelt e sich der zum Natu Zoo Zürich rschutzze ntrum un der mo de d zu einem rnsten Zo ologische weltweit . n Gärten Der Vater von drei K in Zürich ve indern ist rwurzelt . So steht A als Zunftm lex Rübel eister der tr a ditionsr Zunft zur eichen Saffran vo r. www.zo o.ch

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Das nächste Nordland-Magazin erscheint im Oktober 2014.

Nordland Magazin Nr. 7  

Was finnische Herzen erwärmt. Das Reisemagazin von Kontiki.

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