Issuu on Google+

n rdland Nr. 6 / 2013 · chf 7,80

Das Reisemagazin von Kontiki

Tierische Begegnungen Auf Spitzbergen-Expedition


erdmannpeisker / Robert Bösch

Motion Control. Wer auf anspruchsvollen, alpinen Wegen läuft, braucht Schritt für Schritt maximale Kontrolle. Darum hat Mammut eine Trail Running Kollektion massgeschneidert. Dynamisch, atmungsaktiv, leicht, robust und sicher – für maximale Performance. Überzeuge dich selbst. So wie die ausgewählten Athleten beim Testevent auf der Pers Moräne. www.mammut.ch

MTR 141 Air Jacket Men

MTR 71 T-Shirt Men

MTR 201 Men

MTR 201


Editorial

Ein prägendes Erlebnis Liebe Leserinnen und Leser

Geniesst die unvergesslichen Begegnungen im Norden: Nordland-Chefredaktorin Birgit Ohlin.

Es gibt im Leben Begegnungen, die Spuren hinterlassen, Begegnungen, die uns bewegen, und an die wir gerne zurückdenken. Doch es sind nicht nur Begegnungen menschlicher Art, die uns prägen. Seinen «ersten Eisbären», wie er es nennt, wird Andreas Minder wohl nie mehr vergessen. Und die Augen des Produkt Managers für Eiszeit leuchten auch, wenn er davon erzählt, wie er eine Kolonie Walrosse oder einen Polarfuchs in freier Natur beobachten durfte. Spitzbergen ist einer jener Orte, an denen solche unvergesslichen Erlebnisse fast an der Tagesordnung sind. Von seinen schönsten Erlebnissen rund um die Insel im Nordatlantik erzählt Andreas Minder ab Seite 8. Ebenfalls spannende Begegnungen hat unser Reporter ­Stefan Doppmann gemacht. Er war über dem Polarkreis unterwegs und hat sich mit Rentierzüchtern und anderen Samen unterhalten, um mehr über deren Kultur zu erfahren. Wie das letzte indigene Volk Nordeuropas heute lebt und wie es seine Kultur in die Zukunft zu retten versucht, lesen Sie ab Seite 20.

«Nordland» kostenlos abonnieren Gefällt Ihnen unser Magazin? Wenn Sie «Nordland» kostenlos erhalten möchten, senden Sie eine E-Mail an info@kontiki.ch mit dem Vermerk «Nordland abonnieren» oder rufen Sie uns an unter Tel. 056 203 66 66. Vergessen Sie nicht, Ihre Postadresse anzugeben. Das nächste Heft erscheint im April 2014. Auch die vergangenen «Nordland»-­Ausgaben können Sie bei uns bestellen.

Egal ob Natur oder Kultur, authentische Begegnungen sind ein zentraler Teil einer Reise in den Norden. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, setzt sich Kontiki für eine ­gesunde Entwicklung der Destinationen ein. Was dies genau bedeutet und welchen Einfluss ein Reiseanbieter wie Kontiki ausüben kann, lesen Sie auf den Seiten 6/7 im ­Interview mit Geschäftsführer Bruno Bisig. Ich wünsche Ihnen viel Spass bei der Lektüre von ­«Nordland». Herzlich,

Preisinformationen zu den reisen

Birgit Ohlin

Sämtliche in «Nordland» publizierten ­Preise für Kontiki Reisen entsprechen dem Stand vom September 2013. Alle Preise sind pro ­Person im Doppel­zimmer und wenn ­möglich mit ­Kontiki-Direktflug ausgeschrieben.

PS: Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Meinung zu dieser ­Ausgabe schreiben: birgit.ohlin@kontiki.ch

Impressum: Herausgeberin: Kontiki Reisen, Wettingerstrasse 23 (ab 11. 11. 2013 Bahnhofstrasse 31), 5400 Baden, www.kontiki.ch   Chefredaktion: Birgit Ohlin   Gestaltung: CreaOcchio GmbH, Bad Zurzach   Fotos: Arctic Adventures, Hurtigruten, Stefan Doppmann, Shutterstock.com, Sabina ­Vögtli-Fischer, Franziska und Sonja Borter, Ulla Isotalo, Team Kontiki ­Reisen, Team CreaOcchio  ­Kontakt und A ­ nzeigen: birgit.ohlin@kontiki.ch   «Nordland» erscheint zweimal jährlich, www.nordland-magazin.ch

Nordland 6/2013

1


Lesestoff

Service

  4 WISSEN: Gratwanderung in Island Schwefelablagerungen und Eisen machen die Natur zur Künstlerin

  6 KONTIKI-INFO: Nachhaltigkeit Mit TourCert erhält Kontiki die wichtigste ­Auszeichnung im Tourismus

  8 SPITZBERGEN: Tierische Begegnungen  Die Insel im Nordatlantik begeistert mit Flora und Fauna

17 TIKIPEDIA: Spitzbergen Mehr zum ersten Direktflug von Zürich nach Longyearbyen im Sommer 2014

18 REISETAGEBUCH: Hundeschlitten Die Schwestern Franziska und Sonja ­unterwegs in Finnland

26 TIKIPEDIA: Sámi-Kultur Nordland-Kennerreise: Per Direktflug nach Rovaniemi

20 SAMEN: Ein Volk bricht auf Ein Besuch beim letzten indigenen Volk Europas

33 TIKIPEDIA: Badeferien Die Kontiki Geheimtipps in Skandinavien, auf Island und im Baltikum

28 48 STUNDEN: Schottland Das Team der Grafikagentur CreaOcchio auf Geschäfts­ausflug in Edinburgh

34 KONTIKI-INFO: Aus den Destinationen Gratis-ÖV in Tallinn, Schottland empfängt die Welt und Hurtigruten feiert Geburtstag

30 BADEFERIEN: Ein Überblick Wieso der Badeanzug im Norden nicht fehlen darf 39 WETTBEWERB: Kreuzworträtsel Mit etwas Glück gewinnen Sie Sommerferien im Norden 40 IM ZIEL: Evelyne Binsack Wie die Südpolarexpedition die Bergführerin verändert hat

2


Inhalt

n rdland

3


4


Wissen

Eine Gratwanderung Die Natur, eine Künstlerin: Der isländische Gebirgszug Kerlingarfjöll ist von ­vergangenen Vulkanausbrüchen gezeichnet. Schwefel-­Ablagerungen färben die Landschaft gelb, Eisen wirkt rosa und Moos strahlt in grün. Blau glitzert das Wasser, weiss die ­Schneefelder. Wer hier wandert, wandelt teils auf schmalen ­Graten. Rund 30 aktive Vulkane gibt es auf Island, sie werden gut überwacht und ­einige liegen in unbewohntem Gebiet. Durchschnittlich kommt es alle drei bis fünf Jahre zu einem Ausbruch. In manchen Regionen lassen sie die Erde über 20 Mal pro Tag leicht zittern, doch heftige Beben gibt es selten.

5


Kontiki mit Gütesiegel

«Wir wollen etwas bewegen» Kontiki Reisen hat im Mai 2013 das Gütesiegel TourCert für Nachhaltigkeit und ­Unternehmensverantwortung im Tourismus erhalten. Geschäftsführer Bruno Bisig erklärt die Hintergründe für diese Auszeichnung.

Aufgezeichnet von Stefan Doppmann Warum engagiert sich Kontiki Reisen für verantwortungsvolles Reisen? Bruno Bisig: Wir wollen unse­ ren Kunden eindrückliche Naturerlebnisse und authenti­ sche Begegnungen mit der Bevölkerung in unseren Desti­ nationen vermitteln. Das setzt eine intakte Natur voraus sowie gesunde soziale Struktu­ ren. Mit unserem Engagement wollen wir einen Beitrag zu einer gesunden Entwicklung unserer Reiseziele leisten. So können wir auch in Zukunft Reisen offerieren, welche die berechtigten hohen Erwartun­ gen unserer Kunden erfüllen.

Welche Entwicklungen betrachten Sie als ungesund? Es gibt Destinationen in Skan­ dinavien, die ihre Zukunft im Massentourismus sehen. ­Darunter leidet jedoch auf lange Sicht die Qualität des Reiseerlebnisses. Kontiki setzt dagegen auf die Kultur, Natur, Weite und Ruhe. Befragungen haben gezeigt, dass wir damit exakt das Bedürfnis unserer Kunden treffen. Es ist unser Anliegen, dass die Ressourcen, die diesen Werten zugrunde liegen, erhalten bleiben.

Aber ist es nicht überheblich, den Behörden und der Bevölkerung in den Destinationen die Entwicklung ihres Angebots zu verbieten? Wir sind keinesfalls gegen eine massvolle Entwicklung. Diese findet dann statt, wenn eine Investition langfristige Wirt­ schaftlichkeit bringt. Das ist jedoch nur möglich, wenn man auf die Natur sowie auf gewachsene soziale Struktu­ ren Rücksicht nimmt. Darauf möchten wir von Kontiki hinar­ beiten.

 

Hintergrund:

TourCert – Der Ablauf Das Zertifikat TourCert zeichnet Unternehmen der Tourismusbranche für ­Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung aus. Kontiki Reisen erhielt die ­Auszeichnung im März 2013 als einer der ersten Vertreter der Reisebranche in der Schweiz. Der Zertifizierungsprozess dauerte drei Monate. Dabei wurde eine Bestandsaufnahme in Bereichen wie Transport von Kunden und Mitarbeitenden, soziale und ökologische Bedingungen in den angebotenen Unterkünften sowie Qualität der Reiseleitung gemacht. Grosse Aufmerksamkeit genoss die Kunden­ zufriedenheit, insbesondere die Feedbackkultur. Geprüft wurden weiter die Arbeits­ bedingungen der Mitarbeitenden und der Energie- und Ressourcenverbrauch des Unternehmens. In einem Massnahmenplan wurden Optimierungs­ziele für diese Bereiche festgehalten. Eine Überprüfung erfolgt jährlich, eine Rezertifizierung nach zwei Jahren.

6

Kontiki Reisen

Welchen Einfluss kann denn ein einzelner Reiseanbieter ausüben? Einen spürbaren. Kontiki ver­ fügt als einer der grössten Rei­ seanbieter in Nordeuropa über einen guten Namen in dieser Region. Wir arbeiten mit eini­ gen Dutzend lokalen Agentu­ ren zusammen und vermitteln Zehntausende von Übernach­ tungen an mehrere Hundert Unterkünfte. Natürlich können wir keine Wunder vollbringen. Aber unsere Stimme wird von unseren Partnern gehört. Wo wollen Sie ansetzen? Eine Bestandsaufnahme im Rahmen des Zertifizierungs­ prozesses hat gezeigt, dass zahlreiche unserer Partner schon bisher vieles richtig gemacht haben. Wir wollen die Zusammenarbeit künftig systematisch an einem Kriteri­ enkatalog ausrichten, der öko­ logische und soziale Kriterien stark gewichtet. Dies stiess bei vielen Partnern auf grosses Wohlwollen. Dann wird sich also gar nicht viel ändern? Im Gegenteil! Unser Ziel ist es, in Nordeuropa eine Vorreiter­ rolle zu übernehmen und etwas zu bewegen. So konnten wir zum Beispiel unsere Ideen in den gerade angelaufenen Strategieprozess der Touris­ musakteure von Luosto in Fin­ nisch Lappland einspeisen. Wir


NEWS

Verantwortungsvoll reisen Im Klartext: Die Katalogseite klärt Kunden ßber Kontikis Massnahmen auf.

Nachhaltigkeitspolitik in guten Händen

Ne We ‍ה‏n, t e ʌ‍ה‏n Ausgezeichnet echt Wir freuen uns sehr, mit dem Gßtesiegel von TourCert die wichtigste Auszeichnung der Reisebranche fßr Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit erhalten zu haben! Denn die nachhaltige Entwicklung sowie das soziale und kulturelle Engagement in unseren Destinationen sind uns wichtig! Wir bauen gezielt Strukturen aus und integrieren Nachhaltigkeitskriterien kontinuierlich in unseren Geschäftsbetrieb.

Verantwortungsvoll reisen

Es ist eine Selbstverständlichkeit, Verpflichtungen wahrzunehmen, die ßber die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Ein Tourismus, der zu wenig Rßcksicht nimmt auf soziale und Ükologische Gegebenheiten, zerstÜrt seine eigene Grundlage.

6

Bruno Bisig, Geschäftsfßhrer von Kontiki Reisen

stiessen auf grosses Interesse. Nach einem gemeinsam durch­ gefßhrten Seminar verlangten die BehÜrden von uns eine Wunschliste bezßglich der wei­ teren Entwicklung der Destina­ tion. Das von uns eingereichte Papier soll nun als Planungs­ richtlinie gelten, bis Luosto eine neue Strategie verabschie­ det hat. Fßr uns ist das ein Leuchtturmprojekt, das hof­ fentlich auch an anderen Orten zur Kenntnis genommen wird. In welcher Hinsicht profitieren die Kunden von Kontiki von diesen Bemßhungen? Wer ein Arrangement bei Kontiki bucht, hat die Gewiss­ heit, dass wir unsere Verant­ wortung gegenßber der Natur und den Menschen am Reise­ ziel wahrnehmen. Er darf sich auf eindrßckliche Naturerleb­ nisse und authentische Begeg­ nungen mit Einheimischen freuen. Unser Ziel ist, diese

Integriert Nachhaltigkeitskriterien gezielt in die Unternehmensstrategie: Kontiki-Geschäftsfßhrer Bruno Bisig

Durch Begegnungen mit der lokalen BevĂślkerung erhalten Sie bereichernde Einblicke in den authentischen Alltag vor Ort und erleben den Norden besonders nah.

Kulr

Mit unseren natĂźrlichen Ressourcen gehen wir schonend und respektvoll um und engagieren uns persĂśnlich zur Minimierung der UmwelteinflĂźsse auf unseren Reisen.

Nat

Durch einen fairen Umgang mit unseren Partnern sichern wir deren wirtschaftliche Zukunft und fĂśrdern die lokale Entwicklung mit Weitblick.

W

Unsere Reiseinformationen sollen Sie zum Insider machen, sodass Sie gut vorbereitet und mit Hintergrundwissen im Reiseland ankommen und so in Ruhe geniessen kĂśnnen.

Ru‍ה‏

7

Erlebnisqualität auf Jahre hin­ aus sicherzustellen. Viele unse­ rer Partnerunternehmen sind beispielsweise Familienbe­ triebe. Mit ihnen arbeiten wir gezielt zusammen und tragen so dazu bei, ihnen ein existenz­ sicherndes Einkommen zu bieten. Wird reisen mit Kontiki durch diese Unternehmenspolitik nun teurer? Nicht unbedingt. Wir haben schon bisher der Qualität ein hohes Gewicht beigemessen. Kßnftig arbeiten wir systema­ tisch daran, diese langfristig zu sichern. Entscheidend ist, dass es uns gelingt, mit unserem Angebot einen klaren Mehr­ wert zu schaffen und diesen deutlich sichtbar zu machen. Bruno Bisig ist seit ßber 10 Jahren bei Kontiki tätig. In den ersten Jahren war er als Produktmanager Skandinavien verantwortlich und fßhrt seit 4 Jahren die Geschäfte von Kontiki.

Kontiki Reisen hat mit Ursina Rudin die neu geschaffene Stelle einer Nachhaltigkeitsbeauftragten kompetent besetzt. In einem 50-Prozent-Pensum entwickelt sie in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung die Nachhaltigkeitspolitik des Unternehmens und verfolgt die Umsetzung des Massnahmenkataloges, der im Zuge der Zertifizierung mit dem Gßtesiegel TourCert formuliert worden ist. In einem ersten Schritt wurden alle Leistungs­ träger in einem Verhaltenskodex als Basis der Zusammen­ arbeit mit Kontiki dazu verpflichtet, Verantwortung fßr die Gesellschaft sowie die Mitarbeiter zu ßbernehmen und einen Beitrag zu nachhaltigem Tourismus zu leisten. Im Rahmen ihres Studiums an der HÜheren Fachschule fßr Tourismus in Luzern hat sich Ursina Rudin mit der Materie bestens vertraut gemacht. Ihre Diplom­arbeit mit dem Titel Authentizität erleben – wahre Begegnungen mit und durch Kontiki Reisen liefert die Grundlagen fßr den Kriterienkatalog, der kßnftig fßr das Zusammenstellen von verantwortungsvollen Reisen dient.

PersÜnlich ‌ Ursina Rudin, Projektleiterin CSR Um mich auf Reisen auszutauschen, habe ich Schwedisch gelernt.

ÂŤAn der Nachhaltigkeit interessiert mich insbesondere die soziale Dimen­ sionÂť, formuliert Ursina Rudin ihren per­sĂśn­lichen Zugang zum Thema. Seit 2007 bei Kontiki tätig, hat sie während mehrerer Saisons als Gästebetreuerin in Finnisch Lapp­ land gearbeitet. Dabei hat sie vielfältige Erfahrungen sowohl im Umgang mit Kunden als auch im Kontakt mit Partnern und der lokalen BevĂślkerung gesammelt. Ursina Rudin pflegt einen engen Bezug zur Natur. In den BĂźndner Bergen aufgewachsen, nutzt sie auch heute noch jede Gelegenheit, um sich im Freien zu bewegen. ÂŤAm l­ iebsten reise ich langsam, zu Fuss oder im Kanu mit Ăœbernach­tungen im ZeltÂť, beschreibt sie ihre Vorlieben. In Ergänzung und mit engem Bezug zu ihrem Pensum als Nachhaltigkeitsbeauftragte bearbeitet Ursina Rudin im Backoffice des Touroperatings unter anderem die ausfĂźhr­ lichen Reisebeschriebe von Kontiki Reisen. 

Nordland 6/2013

7


8


Spitzbergen

«Wir standen einfach da und staunten» Alle wollen sie sehen: Wer Spitzbergen bereist, hofft auf tierische ­Begegnungen, sei es mit einer Kolonie Walrosse, einem Blauwal oder gar einem Eisbär. «Hier sorgt die Natur für das Spektakel», sagt Andreas Minder und erinnert sich an seine erste Reise.

9


Text: Christoph Zurfluh

E

s ist mitten in der Nacht, als die «Polar Star» das Packeis erreicht und sich ihren Weg durch die weisse Wüste bahnt. Das Expeditions-Kreuzfahrtschiff hat keine Probleme vorwärts zu kommen. 1969 als Eisbrecher für die schwedische Marine in Finnland gebaut, schafft es locker Eisdicken bis zu einem Meter. Und doch drosselt der Kapitän jetzt das Tempo, während die Mitglieder des Expeditionsteams angespannt Richtung Norden schauen. Hier, um den

Eisbären haben keine Feinde «Wir standen einfach da und staunten», erinnert sich Andreas Minder, der heute bei Kontiki verantwortlich ist für Reisen in die Arktis und Antarktis. «Der Bär kam seelenruhig auf unser Schiff zu. Ohne jedes Anzeichen von Angst. Wieso auch? Eisbären haben in Spitzbergen keine Feinde. Also fürchten sie sich nicht. Nicht einmal vor einem fast hundert Meter langen und zwanzig Meter breiten Stahlkoloss wie der ‹Polar Star›.»

Das Aufstehen mitten in der Nacht und das Warten auf den König der Arktis hat sich gelohnt: Die Begegnung mit einem Eisbären ist ein unvergessliches Erlebnis, das jeden Spitzbergen-Besucher prägt.

81. Breitengrad, beginnt das Eisbärenland. Und dort, ein paar hundert Meter entfernt, hat sich doch etwas bewegt. Als der Alarm losgeht, ist Andreas Minder eben eingeschlafen. Es ist die dritte Nacht an Bord, und er ist müde, als er – bei strahlendem Sonnenschein – lange nach Mitternacht ins Bett geht. So weit über dem Polarkreis verschwindet die Sonne im Sommer längst nicht mehr unter dem Horizont. Es ist 24 «Polar Bear, Stunden taghell, und Polar Bear!», daran muss man sich erst gewöhnen. ertönt jetzt die «Polar Bear, Polar Bear!», ertönt jetzt die Stimme des Stimme des ExpeditiExpeditionsleiters onsleiters in den Lautsprechern, die in jeder der 48 Kabinen angebracht sind, und es kommt Leben ins Schiff. Nur wenige Minuten später stehen sämtliche hundert Passagiere auf Deck der «Polar Star». Einige haben sich nur schnell eine Jacke übergeworfen. Doch es dauert nicht lange, und sie gehen eilig zurück in ihre Kabinen, um sich warm anzuziehen: Endlich kommt das, worauf alle sehnlichst gewartet haben – die erste Begegnung mit einem Eisbären.

10

Kontiki Reisen

Keck hob der weiEisbären in ihrem sse Riese seine Nase in die Höhe natürlichen und beschnupperte Lebens­raum zu das Expeditionsschiff aus zwanzig sehen: Das ist das Metern Entfergrosse Ziel nung. «Der hat wohl gedacht, wir wären eine Riesenkonserve», erzählt Andreas Minder lachend. «Und wir haben gedacht: Wow, allein für diese Begegnung hat sich die Reise nach Spitzbergen gelohnt.» Nach einer halben Stunde Spektakel, bei dem sich der Eisbär in allen möglichen Posen vor den Passagieren der «Polar Star» in Szene setzt, wird es dem zotteligen Riesen langweilig. Er legt sich in etwas Distanz in eine Schneemulde, um ein wenig vor sich hin zu dösen. «Wie zum Abschied wackelte er noch ein bisschen mit den Ohren, denn diese waren das einzige, was von ihm noch zu sehen war.» Und die «Polar Star» tuckerte davon. Eisbären in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen: Das ist das grosse Ziel jeder Expeditions-Kreuzfahrt nach Spitzbergen. Doch Spitzbergen ist kein Zoo: Es gibt also keine Garantie für eine Begegnung mit dem König der Arktis, eine grosse Wahrscheinlichkeit

»


Spitzbergen

11


Doch Spitzbergen, das zehnmal so gross ist wie die Schweiz, hat weit mehr zu bieten als Eisbären. Hier tummelt sich eine erstaunliche Vielfalt an Tieren – von Polarfüchsen über Rentiere bis zu Walrössern und SchaDer Polarfuchs ist ein Räuber und Allesfresser. ren von Vögeln. Die Natur ­Brütende Vögel und deren Eier und Küken stellen ist von atemberaubender einen wichtigen Nahrungsbestandteil dar. Ursprünglichkeit: gigantische Eine Woche keine Menschenseele Gletscher, karge LandschafBesonders ungemütlich können ten, wilde Küsten – und keine Anzeichen von Zivilisanämlich jene Eisbären werden, die im wahrsten Sinn tion. Hat man den Hauptort Longyearbyen mit seinen des Wortes den Absprung verpassen: Wenn sich Mitte rund 2000 Einwohnern einmal verlassen, begegnet man Juli die Eisgrenze zurückzieht, kommt es immer öfter während der ganzen Reise keiner Menschenseele mehr. vor, dass Tiere zurück an Land bleiben, statt auf den «Ein echt abenteuerliches Gefühl», erinnert sich AndreSchollen Richtung as Minder. «Ist man erst an Bord des Schiffes, wird Nordpol zu driften. Hier tummelt Damit verlieren sie klar: Dies ist keine klassische Kreuzfahrt. Dies ist eine echte Expedition.» Das Risiko, dass dabei etwas passiert, ihre Lebensgrundlasich eine erstaunliche ge: die Robben, die ist allerdings nicht grösser als auf einem Luxusdampfer im Mittelmeer. Wer Spitzbergen heute bereist, hat Vielfalt an Tieren sie im Packeis zwar immer wieder das Gefühl, der erste Mensch überjagen. Nur von haupt auf dieser Inselgruppe zu sein. Doch die Schiffe Eiern, Vögeln und und ihre Ausstattung genügen den höchsten Sicheranderem «Kleinheitsansprüchen, und Expeditionsteam und Crew kram» werden sie nicht satt – und dadurch immer bestehen aus lauter Spezialisten. «Wer in diesen Gewäsangriffiger. Einfach gesagt: Einem Eisbären begegnet sern unterwegs ist, braucht sich keine Sorgen zu man mit Vorteil vom Schiff aus, aber besser nicht an machen», sagt Andreas Minder, der weiss, wovon er Land … allerdings schon. Und weil man hier immer mit einem Eisbären rechnen muss, ist man auf Landgängen stets in der Gruppe. Mit dabei ist ein ortskundiger Führer, der nicht nur ein Gewehr auf sich trägt, sondern auch weiss, wie man es benutzt. Sicher ist sicher.

Reise nach Spitzbergen

«Eine zutiefst ­e xistenzielle ­Erfahrung» Nur 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt wird das Reisen zum unvergesslichen Erlebnis. Egal, ob man auf Eisbären trifft oder nicht. Die Journalistin ­Susanne Rothenbacher genoss jeden Moment des Abenteuers Spitzbergen.

12

»

Ich brauche nur die Augen zu schliessen, und alles ist da: das blau getränkte Farbenspiel, das gleissende Licht; der Schiffsbug, der sich durch das endlose Eis pflügt; die dunklen Risse, die ihm vorauseilen; die Eisschollen, die krachend die Bordwand entlangschrammen; die Möwen und Eissturmvögel, die sich auf Tausende von kleinen Fischen und Krebsen stürzen, die nach oben gespült werden. Eingemummelt in mehrere Schichten Kleider, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, einen Becher Tee in der Hand, stand ich stundenlang an der Reling und sog dieses Schauspiel in mich auf. Die unendliche Weite. Die Ruhe. Die Helligkeit, die keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht macht. Ja sogar die Kälte, die irgendwann trotz Thermounterwäsche bis auf die Haut drang und mich zwang,


Spitzbergen

Buckelwale sind schnelle ­Schwimmer, doch in der Nähe des Expeditions-Schiffes liessen sie sich in Ruhe beobachten.

zwischendurch in der Bar etwas Wärme zu tanken. Ich fühlte mich mitten in einem spektakulären Schauspiel, in dem die Natur die Hauptrolle spielt – und alle auf den grossen Auftritt der Eisbären warteten. Doch man hatte mich gewarnt: «Es gibt keine Garantie, in Spitzbergen Eisbären zu sehen», sagten sie. Selbst der Veranstalter. Aber auch erfahrene Weltenbummlern, die tatsächlich behaupteten, «rein gar nichts» gesehen zu haben. «Was, nichts?», habe ich gefragt. «Keine Walrosse? Keine Rentiere? Keine Lummen, diese schrägen Vögel?» Doch, meinten sie, das schon. Aber eben: keine Eisbären. Ich rechnete so fest damit, keinem Eisbären zu begegnen, dass ich mir in

Longyearbyen viel Zeit nahm, das ausgestopfte Exemplar im Insel-Museum zu fotografieren. Und dann geschah es doch. Zum grossen Finale tummelten sich vor unserem Schiff zwei Eisbärenmütter mit ihren halbwüchsigen Jungen. Die beiden Eisbärenfamilien waren ganz hingerissen von uns. Sie kletterten sogar auf eine Eisscholle, um das Schiff und seine Passagiere besser betrachten zu können. Es war zwei Uhr nachts, die Sonne stand am tiefsten Punkt, berührte knapp den Horizont und warf einen unwirklichen, zartrosa Schimmer auf die Landschaft und die Bären. Ich war hin und weg. Hätten sich die Erinnerungen an diese Reise in die Arktis genauso tief im Gedächtnis eingenistet, wenn wir keinen

einzigen Eisbären getroffen hätten? Ich denke schon. Denn das hautnahe Erleben einer Welt, in der man, auf sich gestellt, keinen einzigen Tag überleben würde, ist eine zutiefst existenzielle Erfahrung.

Susanne Rothenbacher auf Spitzbergen-Tour

13


14


Spitzbergen

spricht. Seit seiner ersten Eisbärenbegegnung hat er Spitzbergen mehrmals bereist. Und dabei ist ihm etwas immer wichtiger geworden: der Schutz dieser sensiblen Natur. Jeder Stein, jedes Treibholz ist Kulturgut Um das labile Gleichgewicht nicht zu stören, hat sich Kontiki verpflichtet, auf seinen Reisen den Vorschriften der 2003 gegründeten Association of Arctic Expe-

den Zodiacs, den stabilen, schnellen Gummibooten, auf dem Programm. Denn im Unterschied zu einer klassischen Kreuzfahrt, aber auch zu einer Expedition in der Antarktis, haben Schiffsreisen in Spitzbergen keine reinen Transfertage auf See. Man befindet sich praktisch immer in Landnähe, wo es dauernd etwas zu sehen und tun gibt. «Wer Lust hat, bekommt hier ein reichlich bepacktes Programm geboten, bei dem das Spektakel nicht an Bord abgeht, sondern draussen in

Der arktische Sommer ist kurz, nur wenige Wochen erblüht die Tundra in saftigen Farben. In dieser Zeit ernährt sich das Spitzbergen-Ren von Moosen, Flechten und höheren Pflanzen.

dition Cruise Operators (AECO) zu folgen. Dazu gehört beispielsweise, dass nie mehr als hundert Leute gleichzeitig an Land sind und niemand etwas mitnimmt: Jeder Stein, jedes Treibholz ist ein Kulturgut und muss bleiben, wo es ist. Logisch, dass man keinen Abfall hinterlässt. Nicht mal geraucht werden darf an Land. Ist eine Gruppe zu Fuss unterwegs, hinterlässt sie ausserdem so wenige Fussabdrücke wie möglich. Und an Land ist man auf dieser Reise oft. In der Regel verlässt man das Schiff zwei Mal täglich. Allerdings nicht i Kontiki e b n re h zber­ ist seit 6 Ja it r p e S d . in it nur für e M r fürEisz Andreas nis­ t ­Manage k b e u d rl E Landgänge. Hin ro r P e d Reisen rs, «weil o sonst besonde w r d e n und wieder g e a g ir m gen s­ en ist». ­N -Leistung übertroff is n re u steht auch einP r « to s k a fa n sei d n ­Gebiete eugt. rz fach eine kleie b ü r in polare e r, ist is» besse ne SightseeVer­hältn ingtour mit

Per sönlich

der Natur.» Dabei muss es nicht immer ein Eisbär sein, der vor den staunenden Passagieren eine kleine Show abzieht. «Manchmal», sagt Andreas Minder, «ist es ein ebenso eindrückliches Erlebnis, einfach dazusitzen und der Stille zu lauschen.»

3

Garantiert nachhaltig Als bedeutendster Nordland-Reiseveranstalter der Schweiz nimmt Kontiki seine Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt nachweislich wahr: Für seine Entwicklungsstrategie (nicht nur in Spitzbergen!) wurde Kontiki dieses Jahr mit dem CSR-Label von TourCert, der Gesellschaft für Zertifizierung im Tourismus, ausgezeichnet. Es ist die wichtigste Auszeichnung der Reisebranche für Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility) und basiert auf nachprüfbaren Standards, die Verbesserungen einleiten und auch für kleine und mittlere Unternehmen anwendbar sind. Mehr Infos: Seite 6

Nordland 6/2013

15


EIN TAG AN BORD

21:00 Uhr

Eigentlich beginnt der Tag am Abend. Nach dem Nachtessen lässt der Expeditionsleiter die Erlebnisse Revue passieren, erklärt, wo sich das Schiff genau befindet und verrät das Programm vom nächsten Tag. Wobei es oft so ist, dass bereits am Morgen Plan B in Kraft tritt und im Verlaufe des Tages auch noch Plan C. Das gehört dazu, weil Expeditions-Seereisen von vielen veränderlichen Bedingungen abhängig sind: vom Wetter, von den Eisverhältnissen usw.

08:15 Uhr

Es ist einfach, morgens aus dem Bett zu kommen. Schliesslich ist es die ganze Nacht hell – man braucht also viel weniger Schlaf – und man ist gespannt, was der neue Tag bringt. Wer Überraschungen liebt, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Das Frühstücksbüffet ist reich bestückt und die Stimmung an Bord erwartungsfroh.

14:45 Uhr

Der zweite Ausflug könnte auch einfach eine Zodiac-Fahrt zu einem Vogelfelsen, einem besonders spektakulären Gletscherabbruch oder sonst einem Naturschauspiel sein. Geht man aber tatsächlich an Land, wählt man immer aus drei Gruppen: Wer nicht so gut zu Fuss ist, geht mit der ersten. Die Zweite macht bereits eine kleine Wanderung, nimmt es aber gemütlich und lässt sich auch mal Zeit, einfach nur der Stille zu horchen. Die dritte braucht eine gewisse Leistung: Man «rennt» auf einen Berg, um die Aussicht zu geniessen.

19:00 Uhr

Meist wird das Abendessen serviert. Und es ist erstaunlich, wie abwechslungsreich selbst auf einem Expeditionsschiff, das ja nicht als Vergnügungsschiff konzipiert wurde, das Angebot ist: Frische Lebensmittel wie Salat, Gemüse und Früchte sind auch am letzten Reisetag noch reichlich vorhanden und die Auswahl an allem so gross, dass wirklich jeder auf seine Kosten kommt. Man lässt sich Zeit, bespricht den Tag oder philosophiert ein bisschen über Gott und die Welt – wozu es keinen besseren Ort gibt, so nah «am Ende der Welt».

09:30 Uhr

Die erste «nasse Anlandung» steht bevor. Die hundert Passagiere werden mit den Zodiacs in wenigen Minuten an Land gebracht. Da man beim Aussteigen immer ein paar Schritte im Wasser machen muss, tragen alle Gummistiefel. Die sind übrigens auch ganz praktisch, wenn man auf Wanderungen und Spaziergängen im sumpfigen Tundraboden stecken bleibt.

12:30 Uhr

Zum Mittagessen sind wieder alle Passagiere an Bord und es geht zu und her wie in einer Schulklasse: Alle haben etwas zu erzählen und freuen sich schon auf den Landgang vom Nachmittag.

16

Kontiki Reisen

22:15 Uhr

Es kann gut sein, dass nach dem Abendessen noch ein Vortrag eines Mitglieds des Expeditionsteams auf dem Programm steht. Das sind ja meist Wissenschaftler und erfahrene Arktis-Reisende. Sicher aber ist, dass der Expeditionsleiter sich noch einmal an seine «Schäfchen» wendet. Danach könnte man natürlich schlafen gehen. Aber es ist ja noch hell, der Drink kühl und die Aussicht von der Bar auf dem Oberdeck atemberaubend. Also lässt man die Landschaft an sich vorbeiziehen und staunt leise vor sich hin.


Direktflug ins Eisbärenland Im Sommer 2014 fliegt Kontiki ab Zürich nach Spitzbergen; eine Premiere in der Schweiz! In weniger als 5 Stunden erreichen Sie nonstop den Hauptort Longyearbyen.

Weitere ­ Informationen Flugplan Zürich–Longyearbyen Longyearbyen–Zürich

Für detaillierte Informationen zum Direktflug sowie zu den Spitzbergen-Reisen bestellen Sie die ausführliche Broschüre unter www.kontiki.ch oder Tel. 056 203 66 11.

Hinflug 19:45–00:40 Uhr Rückflug 01:30–06:15 Uhr

Auf unserem Charterflug mit Air Berlin begleitet Sie eine Schweizer Crew.

Viking Class

Reise-Vorschlag:

• Welcome Drink und kleine Snacks • Vorspeise und Hauptspeise beim Hinflug/Frühstück beim Rückflug • Dessert, Kaffee und alle Getränke (inkl. Champagner) • 2 Gepäckstücke à 23kg • Freier Mittelsitz für mehr Kom­fort inkl. Sitzplatzreservation • Separater Check-in Schalter und bevorzugter Durchgang beim Sicherheitscheck • Zeitungen und Zeitschriften während dem Flug Zuschlag Viking Class Fr. 500.–

op

nl

Hi

Expedition Spitzbergen

se

s ra

st

en

Entdecken Sie die schönsten Seiten Spitzbergens auf einer 11-tägigen ­Expedition mit der MV Ortelius. Die Highlights • Direktflug Zürich–Longyearbyen • Ganzes Schiff exklusiv reserviert für Kontiki • Deutsch geführt • Unvergessliche Begegnungen mit Eisbären • Fachvorträge an Bord

Reisedaten Reise 1: 08.07.–19.07.2014 Fluganreise Kontiki Reisen Direktflug Zürich– Long­year­byen mit Air Berlin, operated by Belair, Schweizer Crew Inbegriffen • Fluganreise in Economy Klasse • Flughafen-, Sicherheitstaxen • Expeditions-Seereise in der ­gebuchten Kabinenkategorie inkl. Vollpension • Landgänge, wissenschaftliche Vor­ träge

• 1 Übernachtung in Longyearbyen • Deutsch sprechende Reisebegleitung ab/bis Zürich • Ausführliche Reise­dokumentation • Sowie weitere Leistungen Nicht inbegriffen • Getränke, Trinkgeld • Allfälliger Treibstoffzuschlag Preis pro Person in Fr. 4-Bett-Kabine Bullauge Doppelkabine, Bullauge Doppelkabine, Fenster Doppelkabine Superior Doppelkabine Suite 

Fr.   6990.– Fr.   8750.– Fr.   8990.– Fr. 10200.– Fr. 10950.–

Jetzt Entdecken

Weitere Informationen zu den Reisen in die Arktis und Antarktis finden Sie im Katalog «Eiszeit» oder unter www.kontiki.ch/eiszeit oder Tel. 056 203 66 11

Nordland 6/2013

17


Auf leisen Pfoten

applands

ie Weite L

durch d Unterwegs

Endlich ging der Herzenswunsch in Erfüllung: Sonja Borter erlebte mit ihrer Schwester Franziska eine Husky-Wildnis-Tour. Trotz tiefer Temperaturen kamen die Schwestern jeden Abend ins Schwitzen. Und das nicht nur in der Sauna!

Aufgezeichnet von Sarah Kuhni

A

lles ging ziemlich schnell. Kaum standen wir im Hundezwinger, rannten etwa 30 Huskys auf uns zu. Sie wedelten vor Freude mit dem Schwanz und sprangen an uns hoch. Angst darf man da keine haben. Aber wir sind Hunde von klein auf gewohnt, hatten immer Dackel. Es überraschte uns Schwestern, wie zutraulich diese Schlittenhunde sind. Und schon hatte das fünftägige Husky-Abenteuer in Finnisch Lappland begonnen. Am ersten Tag instruierte uns der Guide. Er zeigte, wie man die Huskys anschirrt und sie ins Gespann einfügt, wie man bremst und lenkt. Der Start war für uns Einsteiger am Schwierigsten, denn die Hunde waren heiss darauf, endlich loszurennen. Hätten wir den Schlitten nicht festgehalten, wären die Tiere laut bellend ohne uns losgerannt! Mit viel Adrenalin starteten wir jeweils in den Tag: Klappt der Start? Kippt der Schlitten oder verheddert sich das Gespann? Alles lief glücklicherweise wie am Schnürchen. Unterwegs war es nicht mehr so schwierig. Wir mussten lenken, prüfen, ob es unserem Gespann gut geht, und konnten die wundervolle Landschaft des Nationalparks Ylläs-Aakenus geniessen: Schnee weit und breit. Bäume, Ruhe. Und nie werden wir das Bild vergessen, als die Sonne gegen Mittag die verschneiten Baumstämme beleuchtete, sodass der Schnee funkelte! Wir hatten Glück mit dem Wetter. Für die Huskys sind das ideale Bedingungen. Bei jedem Wetter schlafen sie draussen, entweder in ihrem Zwinger oder angeleint, zusammengekugelt im Schnee. «Sie schmelzen sich ein», sagte unser Guide. Erst ab –30 Grad brauchen einige ein Mäntelchen zum Schutz. Auch wir kamen mit der Kälte gut zurecht, machten uns im Vorfeld der Ferien aber einige

18

Gedanken. Wir kauften Thermo-Wäsche, kälteresistente Batterien und Stirnlampen. Das meiste davon hatten wir doppelt eingepackt, zum Glück. Denn Sonjas Koffer ging unterwegs verloren und kam erst nach der Husky-Tour in unserer Lodge Äkäskero an – dank des Einsatzes der Lodge-Mitarbeiter. Wegen der Kleider war es zum Glück kein Problem. Denn die Ausrüstung stellt ohnehin der Tour-Anbieter zur Verfügung. Und die sollte man nutzen: Von Kopf bis Fuss schützt alles sehr gut gegen die Minustemperaturen. Auf keinen Fall verzichten darf man auf die roten, leicht unhandlichen Jacken. Man kann sich darin kaum mehr bewegen, so dick sind sie, aber sie geben warm. Am schnellsten kalt werden die Füsse, trotz gutem Schutz. Die täglichen Etappen von rund vier Stunden waren jedoch gut auszuhalten. Abends kehrte die ganze Gruppe – bestehend aus sechs Personen und dem Guide – jeweils in einfachen Hütten ein. Wir mussten zuerst Holz hacken, um zu heizen, das gab ganz schön warm. Danach kochten wir zusammen und manchmal gönnten wir uns einen Saunagang. Denn egal, wo man in Finnisch Lappland ist, und egal, wie weit weg von der Zivilisation: Eine Sauna hat es immer. Es war Sonja, die unbedingt eine solche Tour machen wollte: «Husky-Ferien waren mein Herzenswunsch, denn schon als Kind erlebte ich an der Lenk im Simmental die Husky-Rennen und war fasziniert.» So war schnell entschieden, dass wir Schwestern im Januar in den Norden reisen würden – zum ersten Mal im Winter. Das Polarlicht haben wir während unserer Ferien leider nicht gesehen. Aber wer weiss, vielleicht klappt es auf unserer nächsten HundeschlittenTour.


Reisetagebuch Preisbeispiel 8-tägige Hundeschlittentour «Wildnistour in Äkäskero» ab Fr. 2360.– pro Person im DZ

Sonnenunterga

REISEDATEN 8 Tage ab/bis Schweiz 23.11.13–19.04.14 Samstag–Samstag Details im aktuellen Katalog ­«Nordische Winterträume» oder unter Tel. 056 203 66 66

ng im Winterw

underland

Wer kann diesem Blick

widerstehen?

Persönlich... Aufgewachsen im Simmental, wohnt die 32-jährige Franziska Borter (rechts) ­mittlerweile im Bündnerland, in Ilanz, wo sie eine Drogerie leitet. Die 29-jährige Sonja Borter lebt im bernischen Thun und arbeitet als kaufmännische Angestellte. Die beiden Schwestern verbringen oft gemeinsame Ferien, als nächste Destination steht Schottland auf dem Plan.

r: Die Äkäskero Wilderness

Anfang und Ende der Tou

Lodge

19


Ein lange verkanntes Volk bricht auf Das letzte indigene Volk Europas ist auf der Suche nach dem bestmรถglichen Weg in eine sichere Zukunft: Ein Besuch bei den Samen in Lappland.

20


Sámi-Kultur

Text: Stefan Doppmann

«S

gezwungen, die oll ich für halbnomadische Euch Lebensweise aufzueinen Joik geben (mehr dazu singen?» Diese auf Seite 25). Frage kommt unerDie Samen wartet. Eben hat hatten sich schon der junge Same immer durch eine Aslak Paltto noch grosse Anpassungsvon den Grundzüfähigkeit ausgegen moderner zeichnet. Statt mit Rentierzucht ihren Rentierherden erzählt, als er seine über Dutzende von Ausführungen Kilometern von den plötzlich unterSommer- an die bricht und uns Winterweideplätze erwartungsfroh zu ziehen, siedelten anschaut. Natürlich sie sich schliesslich soll er. Wir sitzen in Dörfern an und am Ufer des LemAslak beim Zubereiten der Suppe (oben links) und mit einem seiner Rentiere (unten rechts). wurden ­sesshaft. menjoki. Der Fluss Die Mütze trägt er nur für Touristen. Unten links, Mittagsrast am Lemmenjoki. Die Rentier­ zieht gemächlich zucht bildet heute seinen malerischen noch für rund Lauf durch den 15 Prozent der Samen die ausschliessliche wohl vor seinem geistigen Auge durch die nach ihm benannten Nationalpark im Grundlage für den Lebensunterhalt. Nach Wälder nördlich des Polarkreises auf der Norden Finnisch Lapplands. Wir haben wie vor ist aber jeder zweite in irgendeiner Suche nach seinen Rentieren, denen dieser gerade unser einfaches, aber ausgesprochen Form mit der Rentierwirtschaft verbunJoik gewidmet ist. Wahrscheinlich kommt schmackhaftes Mittagsmahl beendet. Aslak den. Sei es, dass er im Nebenerwerb welche man einem Samen nie näher, als wenn er hatte auf dem offenen Feuer eine Suppe hält oder sich der Verarbeitung oder dem joikt. gewärmt, die sein Vater zu Hause zubereitet Vertrieb der vom Rentier ausgehenden So plötzlich wie Aslak sein Lied hatte. Sie bestand aus Rentierfleisch, KarProdukte widmet. Aslak ist vielleicht ein ­begonnen hat, so abrupt bricht es ab. So toffeln und Gemüse. Dazu tischte er das typisches Beispiel für seine Generation. ist der Joik. Auf unsere Bitte setzt er zu traditionelle Roggenbrot mit Butter und «Da man noch vor 30 Jahren nicht wusste, einem zweiten an. Besingt er darin wieder Käse auf. Zum Kaffee, den unser Führer ob die Rentierzucht Zukunft hat, legten seine Tiere und die Natur, in der und mit in einem gusseisernen Topf ebenfalls in unsere Eltern grossen Wert auf eine solide der er lebt? «Nein, diesen Joik hat mein der Glut gebrüht hatte, reichte er uns einen Ausbildung», erklärt er. Dank der dabei Bruder gedichtet. Er ist seinem Schnee­ Kuchen aus der Küche seiner Mutter. erworbenen Englischkenntnisse könnten mobil gewidmet.» Unromantisch? Der Den Blick in die Ferne gerichtet, sie heute den Tourismus als zusätzliche scheinbare Stilbruch wiederspiegelt ganz beginnt Aslak zu singen. Der Joik ist der Erwerbsquelle nutzen, fügt er hinzu. einfach die aktuelle Lebenssituation vieler traditionelle Gesang der Samen. Er klingt Nach seinem Studium der KommuniSamen. wie eine Mischung aus Jodel und indianikationswissenschaften kehrte er an den schem Singsang. Der Sänger beschreibt in Lemmenjoki zurück. Wie seine Vorväter In die Moderne katapultiert einer Mischung aus Worten und zusamist auch Aslak ein passionierter Rentier­ Die Zivilisation ist spätestens nach dem menhanglosen Silben seinen Alltag und züchter. Daneben führt er Touristen auf zweiten Weltkrieg auch in den Norden drückt seine aktuelle Stimmung sowie sein Bootstouren durch das atemberaubend Lapplands vorgedrungen. Das machte den Lebensgefühl aus. «Der Joik kommt immer schöne Flusstal und arbeitet als freier JourSamen moderne Errungenschaften wie aus dem Herz. Und du joikst nicht über nalist für das Sámi Radio. Motorfahrzeuge, Elektrizität und Kommuetwas, sondern du joikst es», erklärt Aslak. nikationsmittel zugänglich. Zugleich Aslaks Joik berührt die Seele. Wäh­wurden aber auch ihre letzten Vertreter rend er singt, scheint er entrückt und streift

»

Nordland 6/2013

21


Rentierzucht ist Knochenarbeit Als wir auf dem Lemmenjoki zurückfahren, drosselt Aslak plötzlich den Motor seines Boots. Er zeigt auf ein Rentier, das in dreissig Metern Entfernung am Ufer seinen Durst stillt. «Es gehört einem Cousin meines Vaters. Es trägt seine Ohrmarkierung», behauptet er kühn. Verfügt er über ein Adlerauge oder flunkert er bloss, um uns aufzuziehen? Das Ohr jedes Rentiers trägt ein bestimmtes Kerbenmuster, das seinen Besitzer verrät, und deutlich macht, zu welchem Familienverband dieser zählt. Um die Kälber zu markieren, werden die Herden im Sommer zusammengetrieben. Diese Sommerausscheidung findet statt, solange die Kälber noch eng ihren Müttern folgen. Um die Rentiere einfangen zu können, schwärmt die ganze Sippe in die Wälder aus, wo die Herden die meiste Zeit frei weiden, und treibt sie vor sich her. Kilometerlange Zäune führen die Tiere wie ein Trichter in riesige Gehege. Hier werden die Rene anhand ihrer Ohrmarkierungen identifiziert und in angrenzende Pferche aussortiert. Mit Lassos fangen dann die Besitzer geschickt ­die Kälber ein, um ihnen ihr indi­vi­ duelles ­Kerbenmuster ins Ohr zu schneiden. Ein zweites Mal treiben die Züchter ihre Herden jedes Jahr im Spätherbst zusammen. Dann geht es um die Ausscheidung der Schlachttiere und die Identifizierung jener Individuen, die für die Zucht vorgesehen sind. Fand das Treiben früher mühselig zu Fuss und im Winter auf Skiern statt, nutzen die Samen heute auch Motorräder und Helikopter sowie im Winter Motorschlitten. Dennoch ist es nach wie vor ein knochenharter Job. Inbesondere dann, wenn im Oktober die Tage wieder sehr kurz geworden sind und bereits der erste Schnee liegt, ist jede Hand gefragt, um alle Tiere der Grossfamilie zusammenzukriegen. Das erklärt, warum die Rentier­ zucht bis heute im Kollektiv ausgeübt wird. Vielleicht erklärt es auch, warum Aslak erkannte, dass das Tier am Ufer, das sich im Gebiet seiner Familie labte, einem Cousin seines Vaters gehören musste... Die kulturelle Wiedergeburt Unter den Samen ist heute eine Aufbruchstimmung spürbar. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wichen Unterdrückung und Diskriminierung in den nordischen Ländern allmählich der Anerkennung. Grund dafür war auch das aufkommende politische Bewusstsein der Samen. So formierte sich 1956 der Nordische Samenrat als länderübergreifendes

22

Kontiki Reisen

Das Rentier ist eng mit der Sámi-Kultur verknüpft. Unten das Kulturzentrum Sajos.

gemeinsames Organ der Samen in Finnland, Norwegen, Schweden und später auch Russland. Das erste samische Parlament, das die Interessen der Samen gegenüber der nationalen Regierung vertritt, trat 1972 in Finnland zusammen. Andere folgten nach. Dies führte dazu, dass Schweden fünf Jahre später die Samen als indigene Bevölkerung anerkannte und Norwegen 1990 als bisher einziger Staat eine Konvention der UNO zum Schutz der Grund­ rechte indigener Völker ratifizierte. Als Folge dieser Entwicklung ist bei vielen jungen Leuten das Interesse an ihrer Kultur wieder erwacht. Davon zeugt ­beispielsweise das seit 1996 alljährlich ­ zu Ostern stattfindende Filmfestival im ­norwegischen Kautokeino. Auf einer ­Leinwand aus Schnee führen samische ­Filmemacher ihr Schaffen vor. Es wird als einziges Schneemobil-Drive-in-Kino der Welt bezeichnet. Aber auch die Musik geniesst einen hohen Stellenwert. In Inari kommen seit zehn Jahren immer im Spätsommer Musiker und Besucher zum Musikfestival Ijahis idja zusammen. Konzerte, Seminare und Workshops ermöglichen den Genuss traditioneller und experimenteller samischer Musik und den Austausch darüber.

Sajos – politisch-kulturelles Gravitationszentrum Schauplatz dieses Events ist das 2012 in Inari eröffnete Kulturzentrum Sajos. Das grösste Event- und Kongress­zentrum in Nordlappland verkörpert anschaulich das neue Selbstbewusstsein der Sámi. Unter seinem Dach tagt der Sameting, das Parlament der finnischen Samen. Dann dient Sajos aber auch als Bibliothek, Archiv und Verwaltungssitz. Allein die spannende Architektur von Janne Laukka, Tuomas Niemelä und Milla Parkkali lohnt einen Besuch – der Grundriss ist einem Rentierkopf nachempfunden. Aber auch das Restaurant, das lappländische Köstlichkeiten offeriert, sowie ein Laden, der traditionelle Produkte samischer Handarbeit anbietet, sind attraktive Ziele für Besucher. Unter dem Dach von Sajos werden wichtige Weichen für die Zukunft der Samen in Finnland und darüber hinaus gestellt. Der Sameting ist für die Regierung Ansprechpartner in allen Belangen, welche die Interessen der samischen Bevölkerung tangieren. Da selbst in Lappland die Samen nur noch vier Prozent der Bevölkerung stellen, ist beispielsweise die Sicherstellung der extensiven Landnutzung für die Rentierzucht ein Dauerthema. Das Parlament sucht aber auch die internationale Zusammenarbeit für Angelegenheiten, die über die Landesgrenzen hinausgehen. So sehen die Rentierzüchter ihre Herden bedroht durch die in ihren Augen stark wachsenden Populationen von Bär, Luchs und insbesondere Vielfrass. «Kommen diese Raubtiere in grosser Zahl vor, schmälert dies den Profit der Rentierzüchter. Damit wird es schwieriger den Lebensunterhalt aus dieser Tätigkeit zu bestreiten. Das bedroht den Fortbestand der SámiKultur», lässt sich Heikki Paltto zitieren. Der Vater von Aslak ist als Vizepräsident des Parlaments ein einflussreicher Vertreter seines Volks. Er versucht seine Forderung, die Zahl der Grossraubtiere zu reduzieren, über den Sameting auf die internationale Traktandenliste zu setzen. Der Sprache auf die Sprünge helfen Wichtig ist der Einsatz der politischen Vertreter auch für den Erhalt und die Entwicklung der samischen Sprachen. Diese wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten in allen drei skandinavischen Ländern zu Landessprachen erhoben und werden heute wieder in den Schulen gelehrt. Viele Eltern, denen der Gebrauch ihrer Muttersprache von den Behörden untersagt wor-


Sami-Artikel

Tuula Airamo hat die Geweihe eines ihrer Rentiere über Jahre hinweg gesammelt. Die Tiere werfen Ihr Geweih jedes Jahr ab.

den war, lernen sie nun mit ihren Kindern neu. «Gerade noch rechtzeitig, um diese Sprachen vor dem Aussterben zu retten», hoffen die einen, «zu spät», befürchten die anderen. Wenn die Kultur der Samen eine Überlebenschance haben soll, ist das Fortbestehen ihrer Sprachen grundlegend. Die Herausforderung dies zu erreichen ist umso grösser, wenn man weiss, dass die Samen sehr verstreut leben. Deshalb haben die Sámi-Parlamente von Finnland, Norwegen und Schweden in diesem Jahr ein gemeinsames wissenschaftliches Sprachprojekt initiiert. Geleitet wird es vom Sajos aus. Die Sprachwissenschaftler arbeiten aber verteilt über die Sprachregionen – dort, wo die Sprachen gesprochen werden. «Noch laufen die Aufbauarbeiten, insbesondere die Frage der Finanzierung ist noch nicht restlos geklärt», erklärt Johanna Alatorvinen, die in leitender Funktion im Generalsekretariat des Parlaments arbeitet. Als Fernziel schwebt den Initianten ein linguistisches Kompetenzzentrum vor. Dieses soll beispielsweise neue Begriffe, die im Alltag auftreten wie «Internet» oder «Schneemobil» in die Sámi-Sprachen übersetzen und so die Weiterentwicklung dieser Sprachen fördern. Johanna ist übrigens selber ein leuchtendes Beispiel dafür, dass man eine samische Sprache auch als Erwachsene lernen

kann. Nach ihren Studien in Personalführung und Management in Finnland und England belegte sie noch ein einjähriges Zusatzstudium in der inarisamischen Kultur und Sprache. «Wir hatten zwar in der Schule samisch gelernt, aber richtig haften geblieben ist es bei mir damals nicht. Um mich mit meiner Grossmutter unterhalten zu können und um glaubwürdig bei diesem Sprachprojekt mitarbeiten zu können, lernte ich die Sprache nun halt als Erwachsene», sagt sie fast entschuldigend. «Fühle ich mich als Sámi?» Wie Johanna geht es vielen Samen. Oft ist ein Elternteil Norweger, Schwede oder Finne. Die Familiensprache ist deshalb oft nicht die samische. Das gefährdet die langfristige Überlebensfähigkeit der Sprache. Es wirft aber auch die Frage auf, wer überhaupt ein Sámi ist oder sich zumindest als einer fühlt. Dabei geht es nicht nur um die Befindlichkeit der Volksseele. Vielmehr sind damit auch handfeste politische Herausforderungen verbunden. Denn für die Eintragung in die Wahllisten des Sametings muss man seine Sámi-Herkunft nachweisen können. Basierend auf einer Volkszählung in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts beanspruchen einige Bewohner Lapplands das Recht, sich als Wähler der Abgeordneten des Sámi-Parlaments

registrieren zu lassen. Einige sprechen aber weder eine Sámi-Sprache noch leben sie die Bräuche der samischen Kultur. Sie stossen mit ihrem Anspruch innerhalb der samischen Gemeinschaft auf heftigen Widerstand. Es geht die Befürchtung um, dass die Samen eines Tages selbst in ihrem eigenen Parlament in die Minderheit versetzt werden könnten. Es gibt aber auch Beispiele, die genau anders herum für Ratlosigkeit sorgen. Wir treffen in der Nähe von Inari Tuula Airamo auf ihrem Hof. Mit ihrem Mann hält sie im weitläufigen Wald rund um ihr Haus Rentiere. Die Häute der geschlachteten Tiere gerbt sie eigenhändig auf traditionelle Weise. Tuula näht auch die typischen mit Heu gepolsterten Fellschuhe, die ihr Mann auch heute noch anzieht, um im Winter durch die Wälder zu streifen. Den Touristen führt sie die althergebrachten Techniken vor. Ist sie eine Sámi? «Mütterlicherseits» antwortet sie. Fühlt sie sich als Sámi? Tuula rückt ihre Brille zurecht. «Ich weiss es nicht. Diese Frage habe ich mir nie gestellt». Das traditionelle Handwerk pflegen Für den Erhalt der Kultur sind Alternativen gefragt. Erkannt hat man inzwischen das nicht geringe wirtschaftliche Potenzial, das den Samen heute ihre Kultur bietet. So

Nordland 6/2013

23

»


24

Kontiki Reisen


Sámi-Kultur unterrichtet das Sámi Education Institute in Inari Erwachsene in traditionellen Handwerkstechniken. Als wir die Schule besuchen, sitzt gerade eine Klasse im Hof. Die Studenten schälen in mühseliger Handarbeit Rinde von feinen Zweigen. Versetzt mit Wasser ergibt diese später eine Brühe, die dazu dient, die Rentierhäute haltbar zu machen. Am Sámi Education Institute wird nach altem Herkommen Rentierleder gegerbt und zu den Schuhen mit der typisch nach oben gerollten Spitze vernäht. «Wir wollen die traditionellen Kulturtechniken weitergeben und den jungen Leuten zeigen, wie sich daraus ein Verdienst erzielen lässt. Wir hoffen, so die Abwanderung in die Städte aufhalten und einen Beitrag zum Überleben der samischen Kultur leisten zu können», legt Schuladministrator Mika Aromäki die Ziele des Sámi Education Institutes dar. Die Abnehmer für diese auf traditionelle Weise hergestellten Güter sollen in erster Linie Touristen sein, die in Lappland die samische Kultur erleben möchten. Noch steckt der Fremdenverkehr in den Kinderschuhen. Die touristische Infrastruktur ist noch nicht sehr gut ausgebaut. Es ist jedoch gerade dieser Umstand, der Reisenden, die den Sprung dennoch

könnte, auf dem das lange unterdrückte indigene Volk am Nordrand von Europa mutig aufgebrochen ist. Unterwegs ­zwischen Internet und Schneemobil auf der einen sowie mit Heu gefüllten Lederschuhen und Rentieren auf der anderen Seite: Nur wenn diese Gratwanderung gelingt, werden auch Aslaks Enkel am Ufer des Lemmenjoki dereinst einen Joik anstimmen.

3

Die Studierenden erlernen am Sámi Education Institute das Traditionshandwerk.

Beachten Sie die Kenner-Reise zum Thema Sámi auf Seite 26/27.

wagen, sehr herzliche und authentische Begegnungen ermöglicht. Um das Potenzial, das im Tourismus schlummert, zu wecken, bietet das Sámi Education Institute auch Kurse in Tourismus, Marketing und Informationstechnologie an. Dabei kommen modernste Metho­ den zum Einsatz. Als wir einen Blick in eines der Klassenzimmer wagen, sitzt die Dozentin allein vor ihrem Computer. Ihre Vorlesung wird via Skype zu den Studenten übertragen, die ihr über ganz Lappland und zum Teil in der ganzen Welt verstreut, folgen. Es gibt kein Bild, das den schwierigen Weg in die Zukunft schöner ausdrücken

Jahrhundertelang unterdrückt Die Samen sind ein indigenes Volk, dessen Herkunft bis heute ungeklärt ist. Als gesichert gilt jedoch eine kulturelle Verbindung zu sibirischen Völkern wie den Samojeden. Die im Mittelalter sich bildenden Staaten haben die Samen besteuert, ihnen ihre Lebensweise aber weitgehend belassen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde jedoch der staatliche Zugriff durch die Errichtung von Grenzen, die Gründung von Markt- und Gerichtsorten und die Zwangschristianisierung intensiviert. Es folgten vielfältige Formen der Diskrimi­ nierung. So wurde das Lehren der samischen Sprachen den Schulen verboten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg besserte sich der Status der Samen.

Sprachregionen und Lebensraum

Jetzt Entdecken

Im Sommer 2014 fliegt Kontiki direkt nach Rovaniemi am Polarkreis. Weitere Informationen zum Direktflug finden Sie im neuen Katalog «Skandinavien» oder unter www.kontiki.ch/ direktflug oder Tel. 056 203 66 00

der verständigen. Ursprünglich wurden die samischen Sprachen nur gesprochen. Vor rund 40 Jahren begann man Schriftsprachen zu entwickeln und die Grammatik festzuschreiben. Verbreitungsgebiet der wichtigsten sechs Sprachen A Südsamisch

Norwegen

2 Lulesamisch 3 Nordsamisch

3

4 Inarisamisch

4

5 6

5 Skoltsamisch 6 Skildinsamisch

2

A

Die Eigenbezeichnung Sámi hat seit den 1970er Jahren den Begriff Lappen abgelöst. Dieser wird von den Samen als ­diskriminierend wahrgenommen, weil er «Bewohner eines Randgebiets» bedeutet. Die samischen Sprachen gehören zur finnisch-ugrischen Sprachgruppe. Heute sprechen noch rund 24000 Menschen eine der elf samischen Sprachen. Nicht alle Samen verstehen sich untereinander. In der Regel können sich jedoch benachbarte Sprachgruppen miteinan-

Nordland 6/2013

25


Eine Reise zu den letzten Ureinwohnern Europas Wir haben für Sie die Rosinen herausgepickt: Auf dieser begleiteten Gruppenreise stehen die beeindruckende Natur Lapplands und die Traditionen und Kultur der indigenen Einwohner, der Samen, im Vordergrund.

Die unendliche Weite Lapplands hautnah erleben. Die beeindru­ ckende Natur geniessen. In die Kul­ tur und die Traditionen der Samen, der Ureinwohner Skandinaviens, eintauchen. All das und noch viel mehr bieten wir Ihnen auf unserer Kennerreise in das Herz des Nor­ dens – Lappland. Diese Reise ist ­gespickt mit erlebnisreichen Akti­ vitäten, spannenden Treffen mit Referenten und exklusiv ausge­ wählten Unterkünften und Res­ taurants. Ausserdem erwartet Sie noch die schönste Seereise der Welt. Lassen Sie sich vom Nord­ land-Virus infizieren.

Reiseprogramm 1. Tag: Willkommen in Lappland! Bequemer Direktflug nach Rovaniemi. Auf der Fahrt nach Inari bekommen Sie bei einem Foto­ stopp einen ersten Eindruck der

26

Kontiki Reisen

unendlichen Weite Lapplands. ­Gemeinsames WillkommensAbendessen und Übernachtung in einem idyllisch-gelegenen Hotel.

Aufpreis von CHF 100.– ist eine ­Königskrabbensafari buchbar. Übernachtung in Superior-Zim­ mern mit Meerblick.

einer ausgezeichneten Akustik zu beeindrucken weiss. Anschliessend Transfer zum Hotel und Übernach­ tung in Tromsø.

2. Tag: Das Leben und die Kultur der Sámi Am heutigen Tag tauchen Sie in die Kultur der Sámi ein. Besuch im Siida-Museum und Führung zum Thema «Leben der Sámi in Inari». Am Nachmittag besuchen Sie eine lokale Handwerkerin sowie eine originale Husky- und Rentierfarm. Das Abendessen nehmen Sie stil­ echt in einer finnischen Kota ein.

4. Tag: Seereise mit dem Hurtigruten-Schiff Besuch des Andersgrotta-Muse­ ums. Am Morgen Einschiffung auf dem Hurtigruten-Schiff. An Bord geniessen Sie atemberaubende Szenerien und Landschaften zur Zeit der Mittsommernacht.

6. Tag: Zurück im Herzen Lapplands Von Tromsø geht die Reise wieder ins Herz von Lappland. Fahrt nach Muonio mit Fotostopps unterwegs. In der Stadt an der schwedischen Grenze angekommen, erleben Sie eine Husky-Schlittenfahrt der be­ sonderen Art: Im Sommer und ganz ohne kalten Schnee. Gemeinsames Abendessen und Übernachtung in traditionellen Blockhäusern.

3. Tag: Von Inari bis Kirkenes Zunächst erkunden Sie Inari und besuchen das Sajos, das politische und kulturelle Zentrum der Samen. Anschliessend Rundfahrt auf dem heiligen Inarijärvi-See. Am Nach­ mittag Weiterfahrt nach Kirkenes. Besuch und Abendessen im GabbaRentierpark. Als Alternative gegen

5. Tag: An der Spitze Europas Geführter Ausflug zum Nordkap. Das steil aus dem Eismeer empor­ ragende Plateau bietet eindrück­ liche Aussichten. In Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt, gehen Sie wieder an Bord des ­Schiffes. Sie erreichen Tromsø am späten Abend und besuchen ein Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale, die mit einem ­faszinierenden Glasmosaik und

7. Tag: Liebe geht durch den Magen Fahrt nach Levi, der beliebte Win­ tersportort in Finnland. Hier tref­ fen Sie einen echten Sámi-Koch mit dem Sie zusammen Ihr Abendessen zubereiten – natürlich nach streng traditionellen Sámi-Rezepten. Beim geselligen Abschieds-Abend­ essen lassen Sie den Tag gemütlich


8-tägige begleitete Rundreise in Lappland Nordkap

• Direktflug Zürich–Rovaniemi • Hurtigruten-Schiffsreise inklusive Ausflug zum Nordkap und Mitter­ nachtskonzert in Tromsø

Muonio

Inari

Levi/Sirkka

▲ Rovaniemi

• Übernachtung in echten finnischen Blockhäusern • Treffen mit Fachreferenten und lokalen Persönlichkeiten

Norwegen

Rentiere trifft man in Lappland fast überall an, oft auch in freier Wildnis.

Ihr persönliches LapplandLexikon

ausklingen. Die Nacht verbringen Sie wieder in traditionellen finni­ schen Blockhütten. 8. Tag: Auf Wiedersehen, Lappland! «Auf Wiedersehen, Lappland»! Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen Rovaniemi. Ihre Entde­ ckungstour in Lappland endet, wo sie vor einer Woche begann. Direk­ ter Rückflug nach Zürich.

Die Schiffsreise mit dem Hurtigruten-Schiff erfolgt in unterschiedlichen Kabinenkategorien: Reise 1 (04.07.–11.07.) auf der MS Lofoten in Innenkabinen Reise 2 (18.07.–25.07.) auf der MS Nordkapp in Aussenkabinen Reise 3 (01.08.–08.08) auf der MS Vesterålen in Aussenkabinen Andere Kabinenkategorien nur auf Anfrage.

Reisedaten 8 Tage ab/bis Schweiz Freitag–Freitag 04.07.–11.07. 18.07.–25.07. 01.08.–08.08. Fluganreise • Kontiki Direktflug Zürich-Rovaniemi Teilnehmerzahl Min. 15/max. 25 Personen

Inbegriffen • Fluganreise • Flughafen- und Sicherheitstaxen • 6 Übernachtungen in Hotels der guten Mittelklasse oder in traditionellen Blockhäusern • Hurtigrutenpassage Kirkenes–Tromsø in der gewählten Kabinenkategorie • Vollpension in Inari; alle anderen Tage Halbpension • Deutsch sprechende Kontiki Reiseleitung • Exklusive Rundreise im komfortablen Reisebus • Eintritte, Ausflüge und Führungen gemäss Programm • Ausführliche Reisedokumentation

Wirklich glücklich ist Lisa ­Fabritius nur in der Natur. Denn sie ist Guide. Wildnis-­ Guide genau genommen. Und bis ihr der lädierte Rücken einen Strich durch die Rechnung machte, war sie, wenn immer möglich, im Freien unterwegs. Sie zeigte den Gästen aus aller Welt das, was sie so sehr liebt: ihr Lappland. Enorm ist denn auch ihr Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt, über Traditionen, Kultur und Politik. Kurz gesagt: Lisa ist ein wandelndes Lexikon.

Nicht inbegriffen • SOS Schutzpaket • Kontiki Direktflug Sitzplatzreservation, pro Weg 

Fr.   25.–

Preis pro Person in Fr. Doppelzimmer Einzelzimmer Aufpreis Aussenkabine

3890.– 4680.– 100.–

Buchungscode: skstro14

Heute begleitet sie die Gäste zwar nicht mehr regelmässig auf Wildnis-Touren durch Lappland. Die Chance die spannende Kennerreise zu begleiten wollte sich Lisa aber nicht nehmen lassen. Freuen Sie sich auf eine erlebnisreiche Reise mit Lisa und wundern Sie sich nicht, wenn Sie sich wünschten, sie würde nicht aufhören Ihnen Geschichten über ihr Lappland zu erzählen.

Auch die jüngste Generation identifiziert sich wieder verstärkt mit Kultur und Traditionen der Samen. Nordland 6/2013

27


48 Stunden in Edinburgh

Tanzen und trinken mit den Schotten Die Gestalter von CreaOcchio verbrachten 48 Stunden in Edinburgh. Hier erzählen sie augenzwinkernd, wo sie plötzlich schrumpften, wie die Schotten tanzen, und warum das Wasserglas beim ­Whisky nicht fehlen darf.

A

3

Essen bei Jamie Ankunf t Herr «Wie in

Fleisch ohne Bei

lage

der Ring

war, windet z rrlich. Es e t warm. h is t s is e r e t oft und in Das Wett e h c s m Hotel Sonne hafen zu aber die g lu F light: m gs vo ein High Unterwe t Ralph s b Blick e rl it e m » ne Altstadt, g «Motel O n ertu h so Herr-d rt in Ric . Das ist «Die Fah rn e u a ohen M an die h ah!» ässig. Bo -m Ringe

Bei Jamie Oliver fü hlen wir uns wohl . Das Essen ist frisch un d einfach, die Atm o­ sphäre im Lokal se hr gemütlich. Im oberen Stock hängen an der Bar Schinken und Mortadella. Aller dings verstehen wir den italienischen Kelln er kaum – er spric ht so schnell. Darum be stellen wir falsch und Ralph bekommt einen Teller voll Fle isch. Ohne Beilage. Gu t ist es trotzdem. www.jamieoliver .com/italian/edi nburgh

4

2

Ausgang Stadtrundfahrt Gemeinsam du

rch die St

28

Kontiki Reisen

adt Nach dem Einche cken ins Hotel se tz en wir uns in den «Hop on Hop off»-Bus . Fabienne will auf die Schn elle eine Sportg ruppe gründen und de n Hügel «Arthur ´s Seat» bewandern, Fran ca lieber in ein Er dge­ schichte-Museu m. Wir fahren di e ganze Runde, weil wir uns nicht entsch eiden können, wo wir aussteigen solle n. Wir staunen über da s eindrückliche Schloss sowie die schöne Stadt.

Begeisterte Tanzmuffel

eine echte Franca trifft eine Kollegin, hnt. Und jetzt wo rgh nbu Edi Schottin, die in Sie führt uns kommt unser aller Highlight: Kirche war. in einen Club, der mal eine hohe Räume, e, Wunderschönes Gebäud wir bis um 2 Uhr zen tan r toller Ballsaal. Hie kstänze. Diese Vol e sch otti sch h in der Frü «Einheizer» Tanzform heisst Ceilidh. Ein kann sogar und t geh erklärt jeweils, wie es ern. eist beg ür daf ffel unsere Tanzmu : tipp eim Unser Geh dh www.ghillie-dhu.co.uk/ceili


n ST

5

8

Quee

e ST

3

g Geor

6 es ST

Princ

4

Strassenca fés/Pubs

Shoppen

Bier statt

-Tasse und Superman ien Schleckere ichen Frühstück

era Cam

6

A

l One

Mote

U ie-DH Ghill Edinburgh Castle ura

Obsc

7 5

rket

sma Gras

rk

od Pa

ro Holy

Shop

pen Die schott ischen Pu b s und Stra haben es ssencafés uns beson ders ange wieder zie tan. Imme hen sie un r s magisch führen un an und ve s zum Verw r­ eilen. So is verwunde t es nicht rlich, dass F rank und statt der S Markus si hopperei ch lieber ein genehmig Bierchen en und sc hon bald von den a Gesellsch nderen be aft kommen.

gemütl Nach einem ochmals eigen wir n st r h U 10 m u ff»-Bus. Das p on Hop o in den «Ho Stunden hliesslich 24 Ticket ist sc en wir p s Mal stop gültig. Diese ste er as wir market. D beim Grass Reise teilen r se ie d f au al M e h ge ic l ­ zi persön und ein ht auf eine ge ie er d d Je m f. le al uns au fallen vor s our. Uns ge er gt d in n p o p es o Sh adt, b s in der Altst usive vielen Shop Street – inkl a ri to ic V er d uf­ an ra i d el die Läd r AC/DC ler, der soga ie sp ck an sa m el Dud ne Super kauft sich ei hirts. hat. Ralph ische Karo-S tt o h sc e n n ie b ereien für Tasse, Fa ele Schleck vi f u ka i ab Und G . gebliebenen die Daheim

7

ra Camera Obscu Geköpfte Denise

8

Whisky «Nosen» beim Whi

sky-Dinne

r Fürs Whisky-Dinner empfängt man uns in einem alten Haus mit wunderschönen Stuckaturen und ein er eindrücklichen Wendeltreppe. Da s Dreigang-Menü wi rd in einem Zimmer servi ert, das einer Wohn ­stube ähnelt. Nach dem Essen bekomm en wir je zwei Gläser mi t Whisky. Erst einma l sollen wir dran «nos en», also riechen. Franca erkennt als einzige eine Aprikos enNote. Als wir vom Wh isky probieren, mü ssen wir alle spontan hu sten, er ist mit 60% vo l. sehr stark und bren nt im Hals. Aber wi r dürfen ihn mit Wa sser tröpfchenweis e so lange verdünnen, bis er uns mundet. Wi r lachen viel und fah ren am nächsten Mo rge n nur ungern zurück zum Flughafen.

zu eder um 15 Uhr. Bis Wir vereinen uns wi ch no r wi n be ha inner unserem Whisky-D unser Fürs Castle reicht it. Ze n he sc bis ein su­ be r fü der nicht, da kurzes Weekend lei ra me Ca r Nähe die chen wir ganz in de entzückt uns mit um se Mu s Da a. Obscur uschungen. Tä en unzähligen optisch Kopf etwa auf en ihr rt Denise präsentie iie­ er und Beda wird rii einem Früchtetell . en pf um hr sc n dere sig, während die an k o.u a.c ur www.cameraobsc

Persönlich Das Team der CreaOcchio gestaltet für Kontiki die Reisekataloge. Hier auf dem Aussichtsturm bei der Camera Obscura (v. l.): Ralph Dietrich, Franca Moser, Gabi Hess, Denise Dietrich, Fabienne Oeschger, Beda Steinacher, Frank Lüscher und Markus Frei.

29

2


Badeferien am Polarkreis Natürlich geht das: Baden im Hohen Norden ist keineswegs nur für Exoten. Zwischen Island und dem Baltikum finden sich traumhafte Möglichkeiten für Wasserratten. Und vor allem: viel Platz. Massentourismus gibt es nicht. Dafür doppelt so lange Tage – der Mitternachtssonne sei Dank.

30


Badeferien

Text: Christoph Zurfluh

A

Island ist eine ls die ersten Badedestination Regentroppar excellence. Nur fen fallen weiss das – abgeseund mir eine steife hen von den IslänBrise von Norden dern – kaum um die Nase pfeift, jemand. Und tauche ich ab. Eine selbst Touristen ist wunderbar wohlioft nicht bewusst, ge Wärme umarmt dass die ganze Insel mich. Ich mache voller (Wasser-) ein paar LuftblaÜberraschungen sen und überlege, steckt: Jedes Dorf wie lange ich es hat sein Schwimmunter Wasser ausOb in der «Blauen Lagune» (oben links), im Hotel Glymur (oben rechts), in einer natürlichen heissen Quelle bad, an vielen halte. Der Hot Pot (unten links Grettislaug), oder im Myvatn Nature Bath (unten links), Island ist das Badeparadies schlechthin. Orten finden sich weckt das Kind in kleine Pools, so mir. Als ich wieder genannte Hot auftauche, grinst Pots, und über das ganze Land verstreut Lagune» ist das «Alpamare» der Isländer. mich ein älterer Herr freundlich an. sprudeln unzählige heisse Quellen aus der Allerdings nur von der Beliebtheit her. Björn, so stellt sich mein Pool-GenosErde. Dass man die schönsten BadeplätzDenn es gibt hier keine halsbrecherischen se vor, weil man sich in Island grundsätzchen künftig auch als Nicht-Isländer Rutschbahnen und verrückten lich du sagt, ist Stammgast im Vesturbæjarfindet, dafür sorgt das Projekt Vatnavinir laug. Das kleine, familiäre Thermalbad ist (www.vatnavinir.is), das den sanften Toueines von vielen in Reykjavík, ein bisschen rismus fördert und unter anderem eine in die Jahre gekommen, aber gerade darum Übers ganze Land Landkarte mit klassischen Bädern, Pools Kult. «Bäder», sagt Björn, «sind der grosse und Quellen erstellt. Luxus Reykjavíks. Du erreichst von jedem verstreut sprudeln Punkt der Stadt aus in höchstens zehn unzählige heisse Karibikfeeling am Polarkreis Gehminuten eines.» Baden nahe am Polarkreis ist aber keine Bäder sind aber nicht bloss der grosse Quellen isländische Exklusivität. Die Vielfalt an Luxus Reykjavíks. Bäder sind in Island das, traumhaften Seen, idyllischen Flüssen, was in Italien Bars sind: Man trifft sich spektakulären Küsten und karibikartigen hier, um den neusten Klatsch und Tratsch Stränden ist im hohen Norden derart Wasserattraktionen. Für das wahre Spektaauszutauschen und über Gott und die Welt gross, dass man nicht bloss die Qual der kel sorgt die Natur: Sie versorgt das Bad zu reden. Wahl hat: Hier macht man Badeferien wie gratis mit heissem Wasser und bietet eine im Süden – nur natürlicher. Zugegeben, es Umgebung, die nicht von dieser Welt Heisse Quellen – coole Bäder gibt keine Sonnengarantie und die Tempescheint. Mitten in einer brandschwarzen, Das berühmteste Thermalbad Islands liegt raturen klettern nie auf unerträgliche 40 mondartigen Lavalandschaft macht sich jedoch nicht in Reykjavík, sondern im NieGrad; 25 Grad sind aber auch in Skandinadas Aussenschwimmbad mit seinem wohlmandsland auf dem Weg zum internatiovien keine Ausnahme. Und man darf tuenden, milchig blauen Wasser breit. nalen Flughafen Keflavik: Die «Blaue

Nordland 6/2013

31

»


endem Gelb. Fast getrost davon auseine halbe Million gehen, dass am Sommerhäuser Strand mehr indigibt es in Finnland. vidueller Platz Und die besten bleibt als ein QuaGäste sind auch dratmeter für das hier die EinheimiBadetuch. Wasserschen selber – sie ratten teilen im wissen, was echte Norden mit andeBadeferien sind. ren vor allem die Ebenfalls herrBegeisterung für liche Strände für die Destination alle, die von ihren und nicht den Badeferien mehr Platz am Wasser; erwarten als ein alldavon gibt es inclusive-Hotel reichlich. und SonnengaranWie Island tie, finden sich im mit seinen Pools Baltikum. Am und Bädern überschier endlos lanraschen beispielsgen Sandstrand weise die norwegivon Jurmala nördschen Lofoten mit lich von Riga zeigt weissen Sand­ sich die Ostsee von stränden wie in der ihrer freundlichen Karibik. 200 KiloSeite. Auf der meter nördlich des Kurischen NehPolarkreises prärung an Litauens sentieren sich die Westküste sorgen WassertemperatuDie Traumstrände im Baltikum (oben links) sind ebenso beliebt bei Wasserratten wie die Gewässer in der gigantische Dünen ren rund um den Finnischen Seenplatte. Die Lofoten hingegen gelten als Geheimtipp (unten rechts). für ein Postkartenwildromantischen panorama der Archipel allerdings Superlative. Wer Glück hat, findet am Ferien in der Finnischen Seenplatte sind eher von der frostigen Seite. Deutlich wärStrand sogar ein Stück Bernstein, der hier die reinste Erholung für Erwachsene und mer wird es aber an Norwegens Fjordküste. besonders häufig vorkommt und bis heute ein einziges Abenteuer für Kinder. Zudem Hier sorgt der Golfstrom vielerorts für eine wichtige Einnahmequelle der Region dauern sie doppelt so lange: Da die Sonne angenehme zwanzig Grad. ist. im Sommer nur ganz kurz untergeht, werden aus einem Ferientag plötzlich zwei. Schöne, heile Badewelt Nicht nur für Hartgesottene Man hat alle Zeit der Welt – für sich und Noch wärmer kann es im Süden SchweDer Himmel über Reykjavík reisst grade die Natur: Wälder, soweit das Auge reicht, dens werden, der schon längst nicht mehr auf, als ich mich von Björn verabschiede als eine Badedestination für Exoten gilt: und aus dem Hot Pot steige. Eine warme Kilometerlange Sandstrände bieten die beiSommersonne brennt mir freundlich auf den Inseln Öland und Gotland, während Die Südküste Schwedens den Pelz und ich spiele mit dem Gedander Schärengarten von Blekinge mit Taubietet eine perfekte ken, noch einen Spaziergang am Meer zu senden von kleinen Inseln und unzähligen machen. Möglicherweise mit einem kleiromantischen Buchten verzaubert. Die Infrastruktur für nen Zwischenstopp an der Nautholsvik ganze Südküste bietet eine perfekte Infraungetrübten Badespass Geothermal Beach. Hier badet man in struktur für ungetrübten Spass am Meer, einem geschützten Meerbecken, das von während im Landesinnern Astrid einer Thermalquelle auf WohlfühltempeLindgrens Bilderbuchschweden mit seinen ratur aufgeheizt wird. Ein goldgelber Sandund dazwischen ein Labyrinth aus 42'000 endlosen Wäldern, sanften Hügeln, falunstrand sorgt dabei für Badeferienfeeling Seen (180'000 sind es in ganz Finnland). roten Häusern, tiefblauen Seen und Flüsund mehrere Hot Pots rundherum für An ihren Ufern liegen, wie von Künstsen das Kind in jedem weckt, der noch glückliche Gesichter bei «Warmduschern». lerhand inszeniert, romantische Blockhäueinen Funken Verspieltheit in sich hat. Denn auch sie finden im Hohen Norden ser, mal im klassischen Rundholzstil, mal Die berühmteste Badewelt des Norimmer wieder eine Bademöglichkeit. im schwedischen Falunrot oder in leuchtdens findet sich aber im Süden Finnlands.

32

Kontiki Reisen

3


eintauchen, bitte! Weisse Sandstrände, heisse Quellen, wilde Küsten, malerische Seen: Im Norden muss man einfach baden gehen. Und die Spezialisten von Kontiki wissen auch wo. Sechs unwiderstehliche Tipps zwischen Island und Lettland.

finnland: seenplatte

Norwegen: lofoten

schweden: värmland

Stefanie Kessler, Backoffice Tour Operating

Samira Deuring, Reiseberaterin für Skandinavien

Benjamin Schweizer, Lernender 3. Lehrjahr

Auf 30 Einwohner kommt einer: 180 000 Seen gibt es in ganz Finnland. Die meisten ballen sich in der sogenannten Seenplatte im Herzen des Landes – ein Paradies für Ruhesuchende, Naturliebhaber und Wasserratten. Hier im gemütlichen Blockhaus verbringen auch die Finnen mit Vorliebe ihren Urlaub.

In der Heimat der Wikinger schläft man in den Sommernächten nicht, sondern geht zum Träumen an den Strand. Auf den Lofoten wird das Wasser in flachen Buchten bis zu 20 Grad warm. Erstaunlich, denn es ist gleich weit zu den Eisbären auf Spitzbergen wie bis zur Landeshauptstadt Oslo.

Im Bilderbuchschweden nördlich des riesigen Vänernsees beginnt das Outdoor-Paradies. Unberührte Landschaften, Seen, Flüsse und charmante Orte sorgen für den richtigen Aktiv-Ferienmix. Bademöglichkeiten gibt es alle nase lang. Massentourismus ist ein Fremdwort.

Tipp: Wählen Sie Ihr Traumblockhaus aus: www.kontiki.ch/blockhaus

Tipp: Der Strand von Henningsvær ist ein Paradies für Wasserratten.

Tipp: Arvika ist das Mekka für Kanu­freunde und Outdoor-Enthusiasten.

Angebot: z. B. 8-tägige Blockhaus­ ferien in der Seenplatte ab Fr. 1670.– pro Person bei 2 Personen, inkl. Flug, Unterkunft mit Endreinigung und Mietwagen

Angebot: z. B. 8-tägige Mietwagen­rund­ reise «Inselhüpfen auf den Lofoten», ab Fr. 2350.– pro Person bei 2 Perso­nen inkl. Flug, Mietwagen, 7 Übernach­ tungen

Angebot: z. B. 8-tägige Kanutour in Südschweden ab Fr. 845.– pro Person bei 2 Personen inkl. Flug, Transfers, Kanumiete mit Zubehör, Instruktion und Kartenmaterial

dänemark: fünen

Island: heisse Quellen

lettland: jurmala

Isabel Armitage, Reiseberaterin für Skandinavien

Lucia Vontobel, Reiseberaterin für Island und Polarreisen

Die zweitgrösste Insel des Königreichs liegt mitten in Dänemark und gilt nicht nur deshalb als märchenhaft, weil hier der berühmte Hans Christian Andersen geboren ist. Strohgedeckte Fachwerkhäuser sorgen für malerische Akzente in der sanften Hügellandschaft und überall warten Traumstrände.

Es gibt nicht nur die «Blaue Lagune» oder das «Mývatn Nature Bath»: In Island sprudelt das heisse Wasser buchstäblich überall aus der Erde. Aber oft sind die natürlichen «Hot Pots», die nicht selten eine kleine Infrastruktur wie Umkleidekabinen haben, gut versteckt. Also: Augen auf oder einfach fragen.

Elena Friesen, Reiseberaterin für Russland und das Baltikum

Tipp: Das südfünische Inselmeer bietet zauberhafte Strände und Buchten.

Tipp: Im heissen Fluss bei Hveragerði badet man mit schöner Aussicht.

Tipp: Jurmala lässt sich bestens mit Riga kombinieren! 


Angebot: z. B. 9-tägige Mietwagenrundreise «Dänisches Inselhüpfen» ab Fr. 1950.– pro Person bei 2 Personen inkl. Flug, Mietwagen, 8 Übernachtungen, Fährpassagen

Angebot: z.B. 8-tägige stilvolle Miet­wagenrundreise «Traumhafte Entspannung» ab Fr. 2580.– pro Person inkl. Flug, Mietwagen, 7 Übernachtungen, 4 Abendessen

Angebot: z.B. 15-tägige Mietwagenrundreise «Immer schön der Küste entlang» ab Fr. 1650.– pro Person bei 2 Personen inkl. Flug, Mietwagen, 14 Übernachtungen in gehobener Mittelklasse

Einen Katzensprung von der geschäftigen Jugendstil-Metropole Riga entfernt, zeigt sich Lettland von der entspannten Seite: Das Badestädtchen Jurmala bietet privilegierte Wohnlagen für Einheimische und seinen Gästen eine perfekte touristische Infrastruktur inklusive 30 Kilometer Sandstrand.

33


Aurora Borealis

Währungswechsel

Kein Nordlicht verpassen!

Lettland ­ bekommt den Euro Per 1. Januar 2014 tritt Lettland der Euro-Zone bei. Somit wird der Lats abgelöst, der erstmals 1922 eingeführt wurde. Der EU-Mitgliedstaat Lettland liebäugelt schon lange mit dem Euro. Allerdings musste sich erst seine Schuldensituation bessern. Nun hat es Lettland geschafft: Im Januar 2014 kommt der Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung wird somit bereits im 18. Land eingeführt. Die Ein- und Zwei-Euro-Münzen zeigen ein lettisches Trachtenmädchen; auf den Cent-Münzen indes ist das Staatswappen eingeprägt, in gross und klein. Für einen Lats bekommt man derzeit rund 1.42 Euro (Stand Sept. 2013). 1922 löste der Lats den lettischen Rubel ab. Während der Beset­ zung durch die Sowjetunion bezahlte man allerdings mit dem Sowjeti­ schen Rubel und erst 1993 erlebte der Lats sein Comeback.

Seit der Wintersaison 2012/2013 steht sie auf dem Dach eines Hauses in Luosto, Finnisch Lappland: Kontikis erste Nordlicht-Kamera! Aufgebaut wurde sie, damit die Kunden keines der wunderschönen Nordlichter verpas­ sen – denn diese sind vor allem in der Nacht zwischen 21 Uhr und 3 Uhr zu sehen. Dieser Service wird nun für die Wintersaison 2013/2014 ausgebaut. So können in Zukunft alle Blockhauskunden in Äkäslompolo, Luosto und Syöte auf den Nordlicht-Alarm vertrauen. Und so funktioniert er: Die Kamera schaut senkrecht nach oben und misst die Lichtstärke, die von dort kommt. Da das Polarlicht meistens grün und manchmal rötlich ist, wer­ den diese beiden Lichtanteile analysiert. Wird genügend grünes oder rotes Licht erkannt, wird ein Alarm ausgelöst auf die Handys, die die Kunden bei ihrer Ankunft erhal­ ten. Die Bilder, die die Kamera ganzjährig sendet, werden sofort auf die Webseite von Kontiki übertragen: www.kontiki.ch/nordlicht.

Aufbruch

Kontiki zieht in den Norden! Am 11.11.2013 ist es soweit: Kontiki Reisen zieht in den ­Norden! Genauer gesagt in den Norden von Baden, an die Bahnhofstrasse 31, nur wenige Kilometer vom bisherigen Stand­ ort entfernt. «Die meisten Kun­ den buchen bei uns telefonisch, deshalb bringt der Umzug hauptsächlich für die Mitar­ beiter Vorteile», erklärt Christian Meuwly, Personalver­ antwortlicher bei Kontiki. Aber natürlich ist die zentrale Lage auf dem Gleis 1 am Badener Bahnhof auch für Kun­ den praktisch. Wer mit dem Auto anreist, hat auch künf­ tig Parkplätze zur Verfügung. Aber die Anreise ist nur ein Grund für den Umzug. «Die neuen Büros sind grösser, ­heller und moderner», erklärt Meuwly weiter, «denn unsere Leidenschaft braucht Platz!». Am Standort in Baden sind zurzeit 55 Mitarbeiter beschäftigt, in ­Lausanne sind es 8. Besuchen Sie Kontiki ab dem 11. November 2013 an der Bahnhofstrasse 31 in Baden!

34

Kontiki Reisen

Themenjahr

Schottland ­empfängt die Welt «Homecoming Scotland 2014» bietet nächstes Jahr eine Viel­zahl an Events, um Heimweh-Schotten und Touristen anzulocken. Die Schlacht von Bannockburn liegt 700 Jahre zurück und steht dennoch bevor. Denn zur Jubiläumsfeier im Jahr 2014 soll Schottlands berühmte Schlacht nachgestellt werden. Somit zählt das dreitägige Fest zu den Highlights des Themenjahrs «Homecoming Scotland»: Ein Themendorf bietet typisch Schottisches – vom Essen über Trinken bis zum Sport. Organisator des «Homecoming Scotland 2014» ist das Schottische Frem­ denverkehrsamt, in Zusammenarbeit mit der Regierung. Die Idee: Weg­ gezogene Schotten sollen wieder heimkehren, wenn auch nur kurz. Und Touristen, die Schottland noch nicht entdeckt haben, will man ebenfalls anlocken. Bei über 100 geplanten Events sollten genug Gründe zusammenkommen, die nächsten Ferien in Schottland zu verbringen. Vor allem wenn die Anreise bequem per Kontiki-Direktflug erfolgt. Mehr Infos zum Flug unter www.kontiki.ch/ edinburgh (Tel. 056 203 66 88) oder zum Festival unter www.visitscotland.com

«Test bestanden» Erst seit kurzem ist er auf dem Markt: der CozyBag, Jacke und Schlafsack in einem. Die Kontiki-Mitarbeiterin ­Juliane Brügemann hat das Produkt getestet und ist begeistert! «Die einfache Öffnung am Fussende ist sehr praktisch, so musste ich mitten in der Nacht nicht aus dem Schlafsack herauskriechen, um das Zelt zu ver­ lassen», erklärt sie. Am meisten gefallen haben ihr jedoch die Arme. «Die Flexibilität ist fantastisch!» Ob als treuer Begleiter auf Reisen im Hohen Norden oder daheim beim Campieren, Angeln, an der Sportveranstaltung oder im Openair-Kino, der CozyBag hat gute Chancen, als treuer Begleiter dem ursprünglichen Schlafsack den Rang abzulaufen. Erhältlich für Fr. 249.– unter www.bergstop.com


NEWS Gratis ÖV

Weltpremiere in Tallinn Seit Anfang 2013 ist die Benutzung des öffentlichen Verkehrs für Tallinns Bürger gratis. Das fördert die Wirtschaft und soll gegen Arbeitslosigkeit helfen. Text: Daniel Sägesser, Tallinn Es ist eine Pioniertat: Seit Jahr esanfang können die Einwohner von Tallinn die Trams, Trolleybusse und Busse kostenlos benutzen. Dies ist ein einzigartiges Unter­ fangen, ist die estnische Kapitale doch die erste Hauptstadt weltweit, die den ÖV gratis anbietet. «Wir haben einfach zu viel motorisierten Individualverkehr, der das enge Zentrum durchquert und die Strassen mit Staus ver­ stopft», erklärt Andres Harjo (49), Leiter des Tallinner Transportamts, diesen Schritt. «Wir wollen weniger Lärm, Dreck und Unfälle und deshalb die Leute aus ihren Autos holen.» Das ist aber noch nicht alles. Wer mehr Geld hat, gibt mehr aus Der baltische Staat Estland ist zwar seit 2004 EU-Mitglied, aber noch immer ein rela­ tiv armes Land. Da fallen die umgerechnet rund 18 Franken ins Gewicht, die beispiels­ weise Marta Kirs (32), alleinerziehende Mutter und Kosmetikerin, nun monatlich für die Reisen zum Arbeitsplatz spart.

Und auch die Wirtschaft soll auf ihre Rech­ nung kommen: Wer mehr Geld in der Tasche hat, kann mehr ausgeben. Höhere Einnahmen der Unternehmen wiederum bringen dem Gemeinwesen mehr Steuern. Und die Behörden rechnen mit einem posi­ tiven Effekt auf die Arbeitslosigkeit: Sparen die Einwohner das Geld für die Fahrten, erleichtert das ihre Mobilität – so ist es ein­ facher, auch einem Job nachzugehen, der etwas weiter ab vom Wohnort liegt. Zwar fehlen nun umgerechnet rund 15 Mil­ lionen Franken Einnahmen aus Ticketver­ käufen. Allerdings stieg die Zahl der Tallin­ ner nur schon in der ersten Jahreshälfte um 11 000 Personen an. «Da wir davon ausge­ hen, dass 1000 Neuregistrierte jeweils ein zusätzliches Steueraufkommen von einer Million Euro bringen, ist der Einnahmen­ ausfall durch den Gratis-ÖV praktisch schon kompensiert», sagt der Chefbeamte Harjo.

15 Prozent weniger Autos Wie aber wird kontrolliert, wer gratis rei­ sen darf? Der Benutzer erwirbt für zwei Euro eine grüne Karte und meldet sich damit beim Einsteigen an einem Lesegerät an. Mit dabei muss man auch die Identitäts­ karte haben, die belegt, dass man in Tallinn registriert ist. Auch Auswärtige und Touristen können Karten an Kiosken kaufen, diese mit Geld aufladen und den Preis für die Fahrt an den Lesegeräten abbuchen. Künftig soll diesel­ be Karte auch in vielen Städten rund um die Ostsee, etwa in Helsinki, Stockholm, Riga, Vilnius und St. Petersburg, verwendet werden können. Nach über einem halben Jahr Gratis-ÖV kann Andres Harjo eine erste Bilanz ziehen. Diese ist positiv: «Die Passagierzahlen sind um zehn Prozent gestiegen. Wir wissen allerdings nicht, ob es Fussgänger, Velooder Autofahrer sind, die umgestiegen sind. Die Zahl der Autos ist aber um bis zu 15 Prozent gesunken.»

Nordland 6/2013

35


Stockholm, Schweden

Hurtigruten

Mit Abba auf der Bühne

Happy ­Birthday!

Wer drin war, bekommt die Musik nicht mehr aus dem Kopf: Im neu eröffneten Abba-Museum in Schwedens Hauptstadt Stock­holm rieseln Hits wie «Waterloo» oder «Mamma Mia» in die Ausstellungsräume.

Am 2. Juli 1893 befuhr erstmals ein Dampfschiff die Route der Hurtigruten. Somit war endlich eine schnelle Strecke für den öffentlichen Verkehr und den Postweg geschaffen. Einfach war das nicht.

Wer will, kann sich dank Computeranimation mit der Band auf die Bühne stellen und so tun, als wäre man selbst die «Dancing Queen». Unzählige Auszeichnungen zeugen vom Erfolg der Band, originale Bühnenkostüme versetzen einen in die

1970er Jahre und wer rausgeht, sagt nur noch: «Thank You For The Music». Mehr unter www.abbathemuseum.se

Rovaniemi, Finnland

Lernen und Staunen in Lappland Alle vier Jahreszeiten in zehn Minuten erleben: Das Arktikum in Rovaniemi zeigt in einer Multivisionsshow den Wandel der Natur in Lappland. Ausserdem präsentiert das finnische Museum diverse Ausstellungen. Noch bis 10. November sind etwa «Gedan­ kenlandschaften 1960–2010» des Fotokünstlers Antero Takala zu bewundern und mehr über Nordlich­ ter erfährt man bis 4. Mai 2014 in «Aurora Borealis».

Infos unter www.arktikum.fi Per Direktflug geht es im Sommer 2014 direkt ab Zürich nach Rovaniemi. Mehr Informationen unter www.kontiki.ch/direktflug oder Tel. 056 203 66 00.

Eurovision Song Contest

Gesangstalente in ­Dänemark Das Finale des nächsten Eurovision Song Contests steigt am 10. Mai 2014 in Kopenhagen, Dänemark. Bereits zum dritten Mal hat Däne­ mark den Eurovision Song Contest gewonnen: Die 20-jährige Emmelie de Forest siegte am 18. Mai 2013 im schwedischen Malmö mit dem Song «Only Teardrops». Somit findet der nächste Eurovision Song Contest (ESC) in Kopenhagen statt. Schon die letzten beiden Male – 1964 und 2001 – stieg das dänische Finale in der Hauptstadt Kopenhagen. Auch das

36

Kontiki Reisen

Datum steht bereits: Am 10. Mai 2014 werden die Nationen an der 59. Aus­ gabe im Finale gegeneinander antre­ ten. Ab dem 30. September können sich Schweizer Musiker bewerben und ihre Songs auf einer Plattform hochladen. Bis zum 28. Oktober 2013 bestimmen Öffentlichkeit und Fach­ jury, wer die Schweiz nächstes Jahr in Dänemark vertreten soll.


NEWS Heute verbindet die etwa doppelt so lange Strecke Bergen mit Kirkenes, 34 Häfen wer­ den angefahren, wer hin und zurückfährt, muss elf Nächte einplanen. Elf Schiffe, die zwischen 1964 und 2003 gebaut wurden, transportieren Einheimische, Touristen und Fracht. «Das älteste noch fahrende Schiff hat 150 Betten an Bord, das neuste 650», sagt Anja Habbe, Kontiki-Produkt Manage­ rin für Hurtigruten. «Etwa alle zehn Jahre kam in den letzten Jahrzehnten auf den Hurtigruten eine neue Schiff-Generation zum Einsatz.» Zur Feier des Jubiläums am 2. Juli befuhren die Schiffe eine besondere Route, passierten

einen alten Handelsposten und haben einen neuen Fjord angelaufen. Wer das ver­ passte, kann auf der Route nach wie vor einiges erleben. Zum Beispiel im Frühjahr die mächtigen Wasserfälle, angetrieben vom Schmelzwasser. Im Sommer die Mit­ ternachtssonne und 24 Stunden Tageslicht, im Herbst den Indian Summer auf norwegisch sowie im Winter – mit etwas Glück – das Polarlicht.

Foto: Trym Ivar Bergsmo

Der Wunsch vor 120 Jahren war ganz leicht formuliert: Norwegen wollte eine schnelle Route, die erstmals Tag und Nacht den ­Norden mit dem Süden verbindet – via See­ weg. Was dann folgte, war schwere Arbeit: Sämtliche grossen Reedereien winkten ab, bis auf eine. Richard With erachtete das Vorhaben der Regierung als realistisch, sofern gute Karten erstellt und einige Leuchttürme gebaut würden. Die Regie­ rung investierte das Geld – und so fuhr am 2. Juli 1893 das erste Dampfschiff ab Trondheim im Süden bis Tromsø im Norden und wieder zurück. Im Sommer ging es bis Hammerfest.

Fotorealistische Darstellung des neuen Munch Museums in Oslo

Oslo, Norwegen

Das Museum mit dem knick Im Jahr 2018 soll das neue Munch-Museum eröffnen – ein Glasfassaden-Bau für über 270 Millionen Franken. Nach einem jahrelangen Standortstreit gaben die Behörden nun grünes Licht: Das neue Munch-Museum in Oslo wird gebaut, im ehemaligen Hafenviertel Bjørvika, neben der neuen Oper. Geplant wurde der Glas­ fassaden-Bau vom Architekturbüro Herreros Arquitectos. Umgerechnet soll das Projekt über 270 Millionen Franken kosten und 2018 eröffnen. Blickfang: Das Haus ist geknickt. Die Werke des norwegischen Künstlers Edvard Munch sind bis dahin noch im 1963

erbauten Munch Museum im Stadtteil Tøyen zu bestaunen. Es geriet 2004 in die internationalen Schlagzeilen, als unter anderem «Der Schrei» – eines der berühm­ testen Gemälde der Welt – aus dem Museum gestohlen wurde.

Nordland 6/2013

37


Ratgeber, auf die Sie sich verlassen können

Gut geplant ist halb gereist nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn

Lassen Sie sich zum Träumen verleiten und erfahren Sie, wie Sie Ihr Fernweh vertreiben können. Ein Sabbatical erleben, im Ausland studieren oder einfach die passende Low-Budget-Unterkunft finden: Die BeobachterRedaktorinnen Nicole Krättli und Susanne Loacker haben das nötige Wissen zum Thema Reisen in einem Buch vereint. Mit handfesten Insidertipps und spannenden Reiseberichten von Menschen, die vom oder fürs Reisen leben. 240 Seiten, ISBN 978-3-85569-656-7 Fr. 38.–, für Beobachter-Mitglieder Fr. 31.–

e

Als E-Book 20% günstiger

In Zusammenarbeit mit:

Im Buch: Fr. 20.– Gutschein

Entdecken Sie im Buch: inspirierende Reisebrichte wie von Mona Vetsch oder die 111 besten Reiseapps.

Jetzt bestellen! Telefon: 043 444 53 07 E-Mail: buchshop@beobachter.ch www.beobachter.ch/buchshop ■ ■ ■ ANHANG

Draussen war Norwegen, drinnen Heimat «Es gibt Orte, die man keinesfalls ein zweites Mal bereisen darf. Tranoy ist einer davon. Mittlerweile ist es neun Jahre her, seit ich für die Fernsehsendung ‹Fernweh› per Autostopp ans Nordkap gereist bin. Ich erinnere mich, wie mein Reisepartner und ich die Stadt Tranoy erreichten, ein kleines Fischerdörfchen an der Küste Norwegens. Die Häuser dort sind farbig, klein und gepflegt, sehen richtig freundlich aus. Von einem Handwerker, der uns Mona Vetsch (37) ist in die Stadt mitgenommen hatte, erfuhren wir von ‹Edvardas Radio- und TV-Modera- Hus›, dem einzigen Gasthaus der Gemeinde. Ein Haus mit torin beim Schweizer rötlicher Fassade, weissen Fensterrahmen, zur Seite gebundeRadio und Fernsehen nen Gardinen, einer alten Bibliothek, einer Feuerstelle und und hat die Reiseneun Zimmern. Ein Ort, den man nur schwer findet, dann sendung «Fernweh» moderiert. aber nie mehr vergisst. Mit einem grossen Schlüsselbund in der Hand gingen wir die Holztreppe zu unseren Zimmern hoch. Als ich die Tür öffnete, stiess der Wind die Fenster auf, und die gelben Vorhänge plusterten sich auf wie viktorianische Röcke. Ein schlichtes Zimmer in klaren Farben. Draussen war Norwegen, drinnen Heimat. Bevor wir schlafen gingen, kletterten wir über einen schmalen Steg zum nahegelegenen Leuchtturm hinauf. Zwischen den Steinen brüteten Wasservögel. Von ganz oben sah man die Lofoten und die Wale, die vor der Küste jagten. Es war Abend und das Licht schwer wie Öl. Aufrecht am Fjord stand ‹Edvardas Hus› und sah aus wie einer, der schon zu lange wartet, um sich noch erinnern zu können, worauf. Das Nordkap ist eine Diva, die sich gerne bedeckt hält. Als wir nach zehn Tagen am nördlichsten Punkt Europas ankamen, war es neblig, wie so oft dort oben. Ich kann mir gut vorstellen, weshalb die Menschen früher dachten, dieser Ort sei das Ende der Welt. Mittlerweile ist er allerdings ziemlich überlaufen. Auf dem grossen Parkplatz vor dem Parkeingang werden Busladungen voller Menschen abgeladen. Das Nordkap ist ein

12

Die 111 besten Reiseapps

guter Grund, diese Reise anzutreten, jedoch definitiv nicht deren Höhepunkt, ist es doch gerade die Einsamkeit, die Norwegens hohen Norden so unglaublich schön macht. Wer Rambazamba und ein durchgeplantes Programm möchte, ist hier am falschen Ort. Wenn sich allerdings ein Tourist in ein Dörfchen verirrt, sind die Einheimischen sehr offen und freuen sich über den seltenen Besuch. Solche Erfahrungen können wohl nur dann entstehen, wenn man ohne Plan oder ohne eine Menge Erwartungen durch ein Land reist. Man ist viel offener und lässt sich auf Begegnungen ein, anstatt eine Liste abzuarbeiten. Es gibt Orte, die man kein zweites Mal bereisen darf. Tranoy ist einer davon. Denn ich möchte die Erinnerungen daran nicht zerstören. Die Erinnerungen an die Reise entlang der Fjorde, an den Leuchtturm in der Mitternachtssonne und an das Gefühl, nichts mehr zu müssen, nur noch zu sein.»

Von enorm hilfreich bis sehr amüsant – Apps für Smartphone, Tablet und Co. sind nützliche Begleiter vor und während einer Reise. Hervorgehoben: die 11 Favoriten des «Beobachters».

13

Reiseführer

Metasuchmaschinen

Ebookers Explorer: Die App kombiniert Reisefotos, Videos, Blogs und Tweets in einem personalisierten Reisemagazin. (iPad, gratis) Lonely Planet: Über 70 Reiseführer, mit GPS-Tracking, OfflineMaps und Audiowörterbüchern in über 25 Sprachen. (iPhone, Android, Nokia; gratis) MTrip: Reiseführer, personalisierte Reiserouten, Offline-Karten, Augmented Reality: Erweiterung der Realität durch diverse Informationen, Teilfunktion für Freunde. (iPhone, Android, 6 Franken) TripAdivsor City Guides: Reiseführer zu zahlreichen Städten in Amerika, Europa, Asien und Australien. (iPhone, Android, gratis) Triposo: Offline-Reiseführer für die ganze Welt. Nur in Englisch verfügbar. (iPhone, Android, gratis) Tripwolf: Reiseführer mit Stadtkarten, Tipps, Trip-Planer, Augmented Reality. Alles auch im OfflineModus. (iPhone, gratis) World Travel Guide: Infos zu über 20 000 Reisedestinationen weltweit, mit hilfreichen Links. Alles offline verfügbar. (iPhone, 5 Franken)

Hipmunk: Flugsuche auf ganz neuem Niveau. Sehr übersichtlich visualisierte Flugpreise. (iPhone, Android, gratis) Kayak: Die führende Metasuchmaschine erleichtert die Flug-, Hotel- und Mietwagensuche. (iPhone, Android, Nokia, Windows Phone, gratis) Skyscanner: Die beliebte App vergleicht das Angebot von über 1000 Airlines und eruiert den günstigsten Flugpreis. (iPhone, Android, Windows Phone, gratis) Flugsuche – für Urlaub und Geschäftsreisen: Übersichtliche Metasuchmaschine zu Flügen (inklusive Multistopp-Option) und Hotels. (iPhone, gratis)

212

Reisebüros Kuoni: Aktuelle Angebote und tägliche Updates zu KuoniAngeboten, inklusive Infos zu diversen Destinationen. (iPhone, gratis) L’Tur: Sehr gute Übersicht über Last-Minute-Angebote und Super-Last-Minute-Schnäppchen. (iPhone, Android, gratis)

Orbitz: Buchungsapplikation für Flüge, Hotels und Mietwagen. Exklusive Mobile Deals mit bis zu 50 Prozent Rabatt. (iPhone, Android, BlackBerry, Windows Phone, gratis)

Strasse

TUI: Neben regulären Angeboten bietet die App zahlreiche Ausflugs-, Shopping-, und Restauranttipps. (iPhone, Android, gratis)

CarRentals: Die App vergleicht über 15 000 Stationen von internationalen und lokalen Mietauto-Anbietern. (iPhone, gratis)

Flüge

Schiene

Airport Guide: Zahlreiche Informationen zu über 700 Flughäfen, inklusive Terminal-Maps, Infos über Airlines, Restaurants, Bars und Wi-FiAbdeckung. (iPhone, Android, gratis)

Amtrak: Hilfreiche App für Zugreisen durch die USA; inklusive Fahrplan, Reservationstool, Statusmeldungen und Bahnhofsinfos. (iPhone, Android, BlackBerry, Windows Phone, gratis)

FlightTrack: Mit der App kann man den Flugstatus in Echtzeit verfolgen; Push-Meldungen zu Flugänderungen, Gatenummern, Verspätungen etc. (iPhone, Android, BlackBerry, Windows Phone, 5 Franken) Gate Guru: Top-Travel-App mit allen wichtigen Infos zu Gates, Restaurants und Shops an über 120 Flughäfen in den USA, Kanada, Europa und Asien. (iPhone, Android, gratis) JetLag Genie: Die App erstellt anhand Ihrer persönlichen Fluginfos einen speziellen Plan, der den Jetlag reduzieren hilft, und gibt dazu Tipps für vor, während und nach dem Flug. (iPhone, 3 Franken) SeatGuru: Die App bietet einen Überblick über mehr als 700 Sitzpläne in über 100 Airlines und hilft dabei, den besten Platz im Flieger zu finden. (iPhone, gratis)

Check24 Mietwagenvergleich: Vergleich diverser Anbieter in über 5000 Städten weltweit. (iPhone, gratis)

RailEurope: Fahrpläne, Tickets, Zugpässe, Planungstools für 35 verschiedene Zuggesellschaften in Europa. (iPhone, gratis)

Wasser AFerry: Durchforstet über 1000 Strecken von 75 Reedereien. Ausgezeichnet mit dem World Travel Award. (iPhone, gratis) CruiseFinder: Die passende Kreuzfahrt suchen, den günstigsten Preis finden, das Ticket buchen. (iPhone, gratis) ICruise: 20 verschiedene Schifffahrtsgesellschaften, 220 Schiffe, 25 Destinationen, 12 000 Routen. (iPhone, gratis)

213


Rätsel

gewinnen sie ihre Traumferien Machen Sie mit bei unserem Preisrätsel, und gewinnen Sie eine Mietwagen-Rundreise für 2 Personen in Skandinavien im Wert von Fr. 4000.–! *

Rorbuer auf den Lofoten

Einsendeschluss ist der 1. März 2014

Aussichtspunkt Pr

eikestolen

* Die Reise muss mit einem Kontiki-Direktflug angetreten werden. Der Preis beinhaltet: Direktflug in der W-Klasse sowie Mietauto und Unterkünfte für eine Woche gemäss Reiseausschreibung. ­Saisonbedingte Zuschläge werden in Rechnung gestellt, die Buchung muss mindestens 4 Wochen vor Abreise erfolgen. Mitarbeitende der Kuoni-Gruppe sind vom Wettbewerb ausgeschlossen. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Lösung lautet:

Senden Sie die Lösung des Kreuzworträtsels per E-Mail an info@kontiki.ch oder per Post an Kontiki Reisen · Wettingerstrasse 23 (ab 11.11.2013 Bahnhofstrasse 31) · 5400 Baden · Tel. 056 203 66 66 · info@kontiki.ch · www.kontiki.ch Der Gewinner aus «Nordland» Nr. 5/2013 ist Elisabeth Lauener aus Oberrieden. Herzliche Gratulation! Nordland 6/2013

39


Im Ziel

mit Evelyne Binsack

Aufgezeichnet von Stefan Doppmann «Als ich mir im November 2007 in der Antarktis die Skier anschnallte, um zu Fuss den Südpol zu erreichen, war das ein spezieller Moment. Nur gut 50 Menschen hatten dies vor mir geschafft. Ich war jedoch die erste, die den Anfahrtsweg auf dem Velo bewältigt hatte. Von der Schweiz bis an die Südspitze von Südamerika hatte ich 400 Tage benötigt. Nach 25  000 Kilometern im Sattel fühlt man sich fit. Dennoch investierte ich im chileni­ schen Punta Arenas mehrere Wochen in die Vorberei­ tung der letzten Etappe. Ich musste 15 bis 20 Kilo­ gramm an Körpergewicht zulegen. Der Kalorienver­ brauch beim Durchqueren des antarktischen Kontinents ist so hoch, dass man ihn über das Essen nicht zu kompensieren vermag.

Am Ende waren meine Batterien derart leer, dass ich bis zehn Kilometer vor dem Ziel nicht sicher war, ob ich es schaffen würde. Als ich es vollbracht hatte, war die Freude über den Triumph still und währte kurz. Noch wussten wir nicht, wie lange wir auf das Flugzeug ­warten mussten, das uns abholen sollte. Diese Expedi­ tion hat mich definitiv verändert. Auf dem Weg zum Südpol habe ich fast alle meine Willenskraft aufge­ braucht, und zum ersten Mal merkte ich, dass diese Kraft, die mich bis ans Ende der Welt begleitet hat, nicht einfach so abrufbar ist. In den letzten Jahren nach meiner Rückkehr vom Südpol habe ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt, und daraus ist die neue Multivision-Show «ÜberLebensWille» entstanden.»

Zu Fuss den Südpol zu erreichen, gehört zu den ­extremsten Dingen, die ein Mensch leisten kann. Die 1500 Kilometer von der Küste ins Landesinnere legt man unter absolut lebensfeindlichen Bedingungen zurück. Die Temperatur sinkt auf bis zu -40 Grad und ein scharfer Wind verstärkt die Wirkung der bitteren Kälte. Jeder Handgriff verlangt höchste Konzentration. Jeden Tag waren wir zehn Stunden unterwegs. Schritt um Schritt legten wir 30 Kilometer zurück – wenn die Bedingungen es zuliessen. Die übrige Zeit dient der Retablierung. Schnee schöpfen, Kochen, Essen vertei­ len und einige Stunden schlafen. Jedes Gruppenmit­ glied führt seinen Job aus. Kommunikation verschlingt Energie. Aus Respekt vor den anderen Expeditionsteil­ nehmern vermied ich jedes unnötige Wort.

Informationen zur Vortragstournee «ÜberLebensWille» mit total 47 Daten (Oktober 2013 bis März 2014) finden Sie unter www.global-av.ch.

Die Schwe izer Bergfü hrerin Eve gehört zu lyne Binsa den beste ck n Alpinisti Sie hat die nn e n d e r S schwierig ch weiz. st en Wände bezwunge in den Alp n und ist a e n u f d ie höchste A nden, de n Gipfel d s Karakoru er m s un d d e gestiegen s Himalaja . Nach Absc s hluss eine den Ausbil r entsprech dung will en si e künftig au ­Dokumen ch als tarfilmeri n in E rscheinun www.binsa g treten. ck .ch

40

Kontiki Reisen


• Direktflug nach Lappland • Einheimische, Deutsch sprechende Reiseleitung • komfortabler Reisebus • Hurtigruten-Passage Bergen–Kirkenes • Lapplands Natur und Sami-Kultur

Nordkap

Traumreise Hurtigruten Im Reich der Mitternachtssonne 10-tägige begleitete Rundreise

Norwegen

Polarkreis

Schweden

Ab Fr. 4680.– pro Person, bei 2 Pers. inkl. Fluganreise, 6 Nächte Hurtigruten in N2-Kabine inkl. VP gemäss Verfügbarkeit, 3 Nächte in guten Mittelklassehotels inkl. HP sowie diverse Eintritte und Führungen, Abreisen 11.06., 18.06. und 16.07.

Finnland

Helsinki Stockholm

Bestellen Sie jetzt kostenlos den neuen Hurtigruten-Katalog!

Beratung unter Tel 056 203 66 00

Hurtigrute

n

www.kontiki.ch


Entdecken Sie den Norden! Nordische Wintertr채ume

Eiszeit

Hurtigruten

Transsibirische Eisenbahn

Jetzt Kataloge bestellen unter

www.kontiki.ch oder & 056 203 66 66 Kontiki Reisen Wettingerstrasse 23 (ab 11.11.2013 Bahnhofstrasse 31) 5400 Baden


Nordland Nr. 6