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Nr. 4 /  2012 · CHF 7.80

Das Reisemagazin von Kontiki-Saga

Die Ruhe selbst Voll im Trend: «Slow-Reisen»

Blockhausferien: Aktivferien für Ruhesuchende  Royal Scotsman: Auf die königliche Tour

durch die Highlands  Dänemark: Achtmal einzigartig  Polarregionen: Tierisch schöne Bilder  Wettbewerb: Gewinnen Sie Ihre Ferien!


erdmannpeisker / Robert Bösch Location: Ewigschneefeld 3300 m

World tour. Mammut feiert seinen 150. Geburtstag mit dem grössten Gipfelprojekt aller Zeiten. Bergsteiger aus aller Welt haben 150 Gipfel auf allen Kontinenten bestiegen und dabei Teamgeist, Solidarität und verlässliche Seilschaften erlebt. Genau die Werte, die auch unsere Jubiläumskollektion, die Peaks Collection, verkörpert. www.mammut.ch/150years

Mammut – Worldwide Partner of IFMGA


EDITORIAL

Erholung ist immer aktiv! Liebe Leserinnen, liebe Leser Als unternehmungslustige Nordland-Reisende überrascht Sie diese Erkenntnis vermutlich kaum: Neuste Untersuchungen zeigen, dass Faulenzer müder aus den Ferien ­heimkehren, als sie zu Beginn waren. Denn erholen tut sich nur, wer auch aktiv ist. Allerdings mit Mass: Wer sein ­ganzes sportliches ­Jahresprogramm in zwei Wochen abspult, erschöpft seinen Körper ebenso wie der Nichtstuer. Vielleicht sind genau darum Ferien im Norden der Inbegriff von Erholung. Weil man hier rausgeht in die unberührte Natur. Blockhausferien in der ­Finnischen Seenplatte etwa sind die reinste Entspannung, weil gleich vor der Haustür das aktive Erlebnis wartet: Wandern, Kanufahren, Schwimmen, Radeln – die ganze Umgebung ­verführt zur Aktivität (mehr ab Seite 10). Kontiki-Saga Reisen hat den Trend zum aktiven Erlebnis ohne Mehr Zeit für Erlebnisse und füreinander: Wer beim Reisen den Highlights hinterherhetzt, verpasst das Wesentliche – die Entspannung. «Slow-Reisen», sagt «Nordland»-Chefredaktorin Birgit Ohlin, «verbinden auf perfekte Art Erlebnis und Erholung.» Deshalb verbringt sie ihre Ferien auch mal gerne in der Natur. Wie hier beim ­Wandern in Island.

Leistungsdruck längst erkannt und ergänzt das Angebot ­laufend mit zusätzlichen «Slow-Reisen» in alle Destinationen. Was auch bedeutet: weniger Fahren, mehr Erleben. Ein ­perfektes Beispiel dafür sind unsere Bahnreisen, bei denen der Weg das Ziel und Zeit der wahre Luxus ist (mehr dazu ab Seite 20). Falls Sie sich also gerade überlegen, wo Sie sich demnächst in

Mehr Infos auf einen Klick

!

F olgen Sie unseren QRCodes, dem einfachsten Weg zu noch mehr Infos, Bildern und Angeboten.

PS: Alle in diesem Reise­ magazin ­publizierten ­Preise für Kontiki-Saga Reisen ­entsprechen dem Stand vom September 2012. Alle Preise sind pro ­Person im Doppel­zimmer und wenn ­möglich mit ­Kontiki-SagaDirektflug ausgeschrieben.

aller Ruhe aktiv erholen möchten: Das aktuelle «Nordland» bietet viele Reiseideen – von Dänemark (Seite 28) bis Island (Seiten 18 und 34). Ich wünsche Ihnen viel Spass bei der ­Lektüre. Herzlich

Birgit Ohlin

PS: Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Meinung zu dieser ­Ausgabe schreiben: birgit.ohlin@kontiki.ch

Impressum Herausgeberin: Kontiki-Saga Reisen, Wettingerstrasse 23, 5400 Baden, www.kontiki.ch  Chefredaktion: Birgit Ohlin  Konzept und ­Realisation: ­Steven Schneider, ­Christoph Zurfluh  Gestaltung: CreaOcchio GmbH, Bad Zurzach  Mitarbeit: Thomas Küng (Rätsel) Fotos: Hurtigruten, Team Kontiki-Saga Reisen, Steven Schneider, Heiner Kubny, Daniel Thuli, Christoph Zurfluh, Marcel Nöcker, Gian-Rico Willy, Shutterstock.com, Verkehrsämter Finnland und Dänemark  Kontakt und ­Anzeigen: birgit.ohlin@kontiki.ch  «Nordland» erscheint zweimal jährlich, www.nordland-magazin.ch

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INHALT

LESESTOFF   4 WISSEN: Wanderdünen in Litauen Die Sahara der Ostsee   8 BLOCKHAUSFERIEN: Die Ruhe selbst Aktive Erholung in der Finnischen Seenplatte 18 ISLAND: Reisetagebuch «Nordland»-Leser Doris und René Christen über eine ganz spezielle Reise 20 BAHNREISEN: Auf die königliche Tour Im Royal Scotsman durch die schottischen Highlands – und weitere Traumzüge 28 DÄNEMARK: Acht Ferienträume Da lang, bitte: Die Favoriten der Reise Spezialisten von Kontiki-Saga 30 EISZEIT: Tierische Augenblicke Die (Bilder-)Welt des Zürcher Polar-Fotografen Heiner Kubny 38 WETTBEWERB: Ferien zu gewinnen 40 IM ZIEL: Andreas Küttel Der Skispringer über seine Wahlheimat – und einen Flug in die Mitternachtssonne

SERVICE   6 KONTIKI-SAGA-INFO Edinburgh – der neue Kontiki-Saga-Direktflug landet in Schottlands schönster Stadt 16 INFOTHEK BLOCKHAUSFERIEN Was Sie für rundum erholsame Ferien am Wasser wissen sollten 27 INFOTHEK BAHNREISEN Die schönsten Züge, die besten Angebote 33 INFOTHEK POLARREISEN Auf Expedition mit dem Polar-Fotografen 34 KONTIKI-SAGA-INFO Hier machen wir Ferien: Nordlichter in Luosto, Wandern in Island, Entspannen auf der Hurtigruten – und weitere Reisenews SKANDINAVIEN VERFÜHRT ZUR AKTIVITÄT IN DER NATUR Speziell «Slow-Reisen» – das Thema dieser Ausgabe – garantieren intensivere Erlebnisse, wie hier in der Finnischen Seenplatte.

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DIE SAHARA DER OSTSEE Fast 100 Kilometer lang ist der Sandstrand der Kurischen ­Nehrung, der bis zu 4 Kilometer breiten Halbinsel. Er entstand vor etwa 7000 Jahren entlang der russischen und litauischen Ostsee­küste durch Sandanspülungen. Thomas Mann, der hier viele Sommer verbrachte, notierte: «Man glaubt, in der Sahara zu sein ... Alles ist weglos, nur Sand, Sand und ­Himmel. Immer wieder überkommt mich hier der Eindruck des Elementarischen, wie ihn sonst nur das Hochgebirge oder die Wüste hervorruft. Die Farbenpracht ist unvergleichlich.» Bis heute ist der Landstreifen durch Wind und Wasser in ständiger Bewegung. Je nach Bodenbefestigung wandern die Dünen und mit ihnen die Küstenlinie bis zu sechs Meter jährlich nach Osten.

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WISSEN

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NEUER DIREK TFLUG



wir kommen!

Die Nummer 1 für den Norden hebt wieder ab: Direktflug-Pionier Kontiki-Saga Reisen lanciert im kommenden Sommer einen Charter nach Schottland!

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ir freuen uns sehr auf den Direktflug nach Edinburgh», sagt Juliane Brügemann, Produkt Managerin. Auf diese Weise ist die Trend-Feriendestination Schottland mit ihrem geradezu magischen Mix an Natur und Kultur nur noch 135 Minuten von Zürich entfernt. «Und dank der konkurrenzlos perfekten Flugzeiten können wir die effektive Ferienzeit für unsere Gäste sogar erhöhen», ergänzt die Schottlandspezialistin von Kontiki-Saga. In der Tat: Der Hinflug am frühen Samstagmorgen und der Rückflug am späten

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Sonntagnachmittag erlauben es, auch die An- und Abreisetage voll und ganz als Ferientage zu zählen. «Und wer beispielsweise nur gerade fürs weltberühmte Tattoo nach Edinburgh will, kann dies völlig stressfrei an einem einzigen Wochenende tun», so Juliane Brügemann begeistert. Mit seinem neuen Direktflugziel er­­schliesst Kontiki-Saga auf die bequemste Art und Weise das wildromantische Schottland mit seinen atemberaubenden Highlands, seiner rauen Inselwelt und den beiden trendigen Kulturstätten Edinburgh und

Glasgow. Ob im Mietwagen, per Bus, Bahn (mehr dazu ab Seite 20), Schiff, Hausboot oder zu Fuss: Dieser besonders reizvolle Teil Grossbritanniens ist auf alle Fälle ein bleibendes Erlebnis. «Viele Leute sagen, Schottland sei das schönste Reiseziel Europas», schmunzelt Juliane Brügemann. «Wie auch immer: Es ist jetzt auf jeden Fall sehr bequem erreichbar.» Alle Informationen zum Direktflug nach Edinburgh erhalten Sie hier: Z 056 203 66 99.


KONTIKI-SAGA-INFO

«BAHNTASTISCHE» KENNERREISE Das gibt es nur einmal! Die Philosophie der Kontiki-Saga-Kennerreisen hat sich letztes Jahr im Süden Islands bewährt. 2013 geht es nach Skandinavien – einmalig spektakulär und äusserst exklusiv.

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IHRE 6 PLUSPUNKTE 1 Mehr Ferienzeit: Mit dem Hinflug am Morgen und dem Rückflug am Nachmittag gewinnen Sie einen Tag in Schottland. 2  Weniger Reisezeit: Nur 135 Minuten dauert die Anreise von Zürich nach Edinburgh. 3 Optimal für Tattoo-Weekends: Mal schnell auf ein Wochenende nach Edinburgh! Kontiki-Saga verfügt über ein grosses Ticketkontingent für die Vorstellungen am Samstag. 4 Ankommen und losfahren: Dank der frühen Ankunftszeit beginnt Ihre Miet­ wagenrundreise in Schottland schon am ersten Tag – und zwar richtig. 5 Stressfreie Rückreise: Dank dem Rückflug am Nachmittag können Sie am Abreisetag in aller Ruhe packen und entspannt auf den Flughafen reisen. 6 Mehr Komfort: Kein Umsteigen und damit auch weniger Risiko, dass das Gepäck woandershin reist …

ennerreisen richten sich an Leute, die besonders tief in eine Feriendestina­ tion eintauchen möchten. Dazu gehören packende Begegnungen mit Einheimischen, delikate kulinarische Spezialitäten, reizende Unterkünfte, attraktive Wanderungen, spannende Reisemittel und kleine Extras, die sonst in keinem Reisearrangement zu haben sind. Unser Spezialist für die Kontiki-SagaKennerreisen ist der Aargauer Paul Widmer. Seit vielen Jahren rekognosziert er speziell schöne Routen und begleitet kompetent und charmant die Gruppen auf diesen Kennerreisen. Damit ist er nicht nur Garant für unvergessliche Er­lebnisse, sondern zugleich Anlauf- und Auskunftsstelle für alle Fragen, die mit der Reise zusammenhängen. Nach der Rundreise in Südisland vom letzten Sommer geht es im nächsten Jahr ins Herzen Schwedens. Eine Reise, auf welcher neben dem pulsierenden Stockholm auch der schönste Teil der beliebten Bahnstrecke der «Inlandsbanan» erfahren wird – übrigens auch bei Einheimischen eine äusserst beliebte Fahrt. Geplant sind Ausflüge rechts und links der Bahnstrecke, welche zu weniger be­­ kannten, aber nicht weniger interessanten,

Perlen des schwedischen Gebirgslandes führen: So wird mal an einem kleinen Bahnhof das Mittagessen eingenommen. Auch ein persönliches Zusammentreffen mit einer Samen-Familie wird nicht fehlen. Und auf einfachen Wanderungen präsentiert sich immer wieder das beein­ druckende Panorama des schwedischen Fjäll­gebirges. «Eine Reise, die keine Wünsche offen lässt», ist Tourguide Paul Widmer überzeugt. «Für Kenner eben. Und solche, die es werden wollen.» Das detaillierte Reiseprogramm steht Ende 2012 fest. Der Flyer kann jedoch bereits heute bestellt werden: Z 056 203 66 55 (Versand ab Ende November)

Hier geht’s weiter Ein Interview mit Kennerreisen-Spezialist Paul Widmer finden Sie mit ­diesem Code oder unter www.nordland-magazin.ch/ kennerreisen

KENNERREISE

Eine Prise Nostalgie für Bahnfreunde: Zug auf der Strecke der «Inlandsbanan» zwischen Mora und Gällivare.

­Flugplan Daten 22. Juni 2013 bis 25. August 2013 Die Maschine British Airways, Embraer E170 (76 Sitze) Die Flugzeiten Samstag: Zürich ab 07.35 Uhr, ­ Edinburgh an 08.50 Uhr (Ortszeit) Sonntag: Edinburgh ab 14.20 Uhr (­ Ortszeit) Zürich an 17.35 Uhr

«NORDLAND» ABONNIEREN Sie halten die vierte Ausgabe von «Nordland», dem Reisemagazin von Kontiki-Saga, in den Händen. Das nächste Heft erscheint im Frühling 2013. Wenn Sie dieses und auch alle weiteren Hefte kostenlos erhalten möchten, rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail mit dem Vermerk «Nordland» abonnieren. Vergessen Sie nicht, Ihre Postadresse zu notieren. Falls Sie auch die letzten «Nordland»-Ausgaben interessieren: Diese können Sie, solange Vorrat, ebenfalls bei uns bestellen. Z 056 203 66 66 oder E-Mail info@kontiki.ch

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BLOCKHAUSFERIEN

DIE LEICHTIGKEIT Irgendwo im Nirgendwo: Ein Haus, ein See, und alle Zeit der Welt.

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T DES SEINS Nordland 4 / 2012

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Feriengl端ck pur: Im Kanu auf die Insel paddeln, ein Feuer machen, den Fisch auf typisch nordische Weise zubereiten.

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Ein Bild wie ein Gem채lde! Genau so sieht Tiefentspannung in der Finnische Seenplatte aus.

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Durchblicke für die Seele: Insgesamt 42 000 Seen bilden allein die Finnische Seenplatte.

Mystische Momente: Morgennebel wabert über den stillen See – bis ihn die Sommersonne wegbrennt.

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Hier wird die Nacht zum Tag: So nah am Polarkreis verschwindet die Sonne nur noch kurz hinter dem Horizont.

Ohne geht es nicht: Ein Boot oder ein Kanu gehรถren zu einem Blockhaus am See. Nicht nur, wenn es auf einer Insel liegt.

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Und im Rücken lächelt der E

Die Ruhe selbst: Blockhausferien entspannen.

Exklusive Lage: So wohnt man in Finnland.

Fetter Fang: Das Abendessen liegt bereit.

Es gibt nichts Erholsameres als Blockhausferien, behauptet Autor Christoph Zurfluh. Weil es das perfekte Natur­ erlebnis ist. Und weil sich eine Woche in der Finnischen Seenplatte wie zwei anfühlt: Es ist Tag und Nacht hell.

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ur immer mit der Ruhe!», ermahne ich mich, tauche das Paddel sanft ins Wasser, ziehe es mit einer flies­senden Bewegung zurück und wieder raus. Viel langsamer jetzt. Ganz entspannt. Ich atme tief durch und schaue über den See, in dem sich die Bäume am Ufer und der blaue Himmel spiegeln. Mittendrin brennt sich der Strahl der untergehenden Sonne in die Wasseroberfläche. Es riecht nach Wald, Wasser und ein bisschen nach dem Feuer, das wir vorher am Strand gemacht haben, um unser Abendessen zu grillieren. Die Forelle, die ich eigenhändig aus dem Wasser gezogen hatte, schmeckte köstlich. «Bin ich eigentlich die Einzige, die hier paddelt?», fragt meine Frau und dreht sich lächelnd zu mir um. Unser Kanu beginnt zu schaukeln, und sie blickt schnell wieder nach vorne. «Wollen wir umkehren?», frage ich, «die Sauna müsste jetzt eigentlich heiss genug sein.» Wir machen einen gros­sen Bogen und rudern gemütlich zu­­ rück ans Ufer. Durch die Bäume sehen wir unser Blockhaus, das einsam im lichten Wald liegt. Unser Basislager für eine entspannte Woche zu zweit. Eine Woche, in der wir nichts müssen und nur eins wollen: uns erholen. Und zur Ruhe kommen.

Durch die Bäume sehen wir unser Blockhaus im lichten Wald.

«Entspannt euch, ihr Zwerge!» Zur Ruhe kommen ist freilich gar nicht so einfach. Es ging uns wie den meisten: Die Wochen vor den Ferien waren mit Arbeit überfrachtet, die letzten Tage richtiggehend hektisch. Wir packten in aller Eile unsere Siebensachen, merkten schon am Flughafen, dass wir jede Menge vergessen hatten, und ärgerten uns über die anderen zehntausend hektischen Ferienhungrigen, die 14

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hier durcheinanderwirbelten. Der Flug allerdings war dann schon mal beruhigend, wenn auch kurz: Knapp drei Stunden von Zürich weg landeten wir in der Finnischen Seenplatte. Und auf der Fahrt im Mietwagen von Joensuu zu unserem Blockhaus brachte uns die weite, grüne, wasserreiche Landschaft vollends zur Vernunft. Die Natur um uns herum schien uns auszulachen: «Was nehmt ihr euch so wichtig, ihr Zwerge? Entspannt euch!» Nur das tun, worauf man Lust hat Und genau das haben wir getan. Kaum sind wir in unserem Blockhaus irgendwo im Nirgendwo angekommen, habe ich meine Uhr zuunterst im Koffer versteckt. Ich habe mir vorgenommen, meinen verinnerlichten Taktfahrplan zu ignorieren und ganz meinem verdrängten natürlichen Rhythmus zu folgen. Kurz: Einfach das zu tun, worauf ich Lust habe. Und zwar dann, wenn ich Lust dazu habe. Zu lesen, wenn mir danach ist. Durch die unendlichen Wälder zu wandern oder zu biken, wenn ich mich bewegen will. Ins zwanzig Kilometer entfernte Dorf zu fahren, um etwas Leckeres einzukaufen (etwa zuckersüsse finnische Erdbeeren!). Mit Musse zu kochen und jeden Bissen zu geniessen. Zu schlafen, wenn ich müde bin, und raus aus den Federn, wenn ich mich genügend erholt habe. Zu schwimmen, zu faulenzen oder im hauseigenen Kanu auf den (fast) privaten See zu paddeln. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, denn dunkel wird es hier, so nah am Polarkreis, ohnehin nicht mehr. Wir ziehen unser Kanu an Land, legen die Paddel rein und suchen – die Hand als Schutz vor der tief stehenden Sonne über den Augen – das Ufer ab. Gestern Abend, als wir noch lange am Strand sassen und schweigend übers Wasser schauten, sahen wir in einiger Distanz einen Elch am Ufer. Wir bildeten uns ein, dass er


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Elch

Einfach treiben lassen: Kreuzfahrt in der Seenplatte.

Gleich vor der Haustür beginnt sie: die Wildnis.

uns freundlich zunickte, bevor er sich umdrehte und zwischen den Bäumen verschwand. Ob er heute zurück­ kehrt? Wir warten aneinandergekuschelt eine Viertelstunde, geniessen die Sonne, lauschen der Stille, und als sich einfach kein Elch zeigen will, machen wir uns auf den Weg in die Sauna. Die sollte nun die ­richtige Temperatur erreicht haben. Es ist einfach jetzt Es ist bereits 23 Uhr, als wir nach der ersten Schwitzrunde einige Meter im See schwimmen. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen, doch wir ertappen uns dabei, wie wir flüstern, um die Stille um uns herum nicht zu stören. «Was haben wir eigentlich für einen Tag heute?», fragt meine Frau. «Keine Ahnung», antworte ich. «Mittwoch? Donnerstag?» Egal. Es ist einfach jetzt. Mir wird bewusst, dass ich schon ewig lange nicht mehr so im Moment gelebt habe wie hier. Und dass Zeit der wahre Luxus ist. Diese Zeit verbringen wir am liebsten rund um unser romantisches Haus aus Rundhölzern. Mit dem offenen Kamin im Wohnzimmer und dem kleinen Schlafzimmer, dessen Fenster auf den See hinausgeht. Grad so, als ob es uns immer wieder daran erinnern möchte, rauszugehen und übers Wasser zu paddeln. Und natürlich mit der Sauna, ohne die in Finnland schlicht gar nichts geht. Man sagt: Wenn ein Finne ein Haus baut, fängt er mit der Sauna an. Tatsache ist: Ein Blockhaus ohne Sauna gibt es nicht. «Wusstest du eigentlich, dass es in Finnland fast eine halbe Million solcher Sommerhäuser gibt?», frage ich meine Frau, die jetzt auf unserer Veranda mit geschlossenen Augen in ihrem Lieblingssessel hängt und das prickelnde Gefühl geniesst, welches das frische Seewasser auf der erhitzten Haut hinterlässt.

Er hat Vortritt: In Finnland leben über 100 000 Elche.

«Und wo genau sind die denn alle?», fragt sie gähnend zurück. «Meistens an einem der 42 000 Seen der Seen­ platte», antworte ich lässig. Schliesslich muss ich das Wissen, das ich mir in den ruhigen Lesestunden am See angeeignet habe, auch loswerden. «Blockhausferien sind in Finnland nicht einfach etwas für Touristen aus dem Ausland», doziere ich weiter, «sie sind ein wichtiger Be­ standteil der finnischen Lebensart…» Im blauen Licht der Dämmerung Keine Antwort. Keine Reaktion. Ich drehe mich um – und da schläft sie friedlich. Ein entspanntes Lächeln im Gesicht. Ich wickle mein Frotteetuch um mich herum und schlendere noch einmal an den See, der jetzt, um Mitternacht, im blauen Licht der Dämmerung glitzert. Ich überlege mir, ob wir morgen nun doch einmal ins Auto sitzen und einen Ausflug machen sollten. Auf den Panoramaberg Koli beispielsweise, um die beste Aussicht über die Seen­ platte zu haben. Oder nach Savonlinna, der hübschen kleinen Stadt mit ihren berühmten Opernfestspielen. «Mal sehen», denke ich mir. Und als ich mich auf den Weg zurück ins Blockhaus mache, werde ich das Gefühl nicht los, dass in meinem Rücken ein Elch am Ufer steht. Und lächelt.

Man sagt: Wenn ein Finne ein Haus baut, fängt er mit der Sauna an.

Der Reisejournalist Christoph Zurfluh, 50, erlebte ­Skandinavien schon zu jeder Jahreszeit. Blockhausferien in der Finnischen Seenplatte mag er besonders. Nordland 4 / 2012

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BLOCKHAUSFERIEN 4 MAL ENTSPANNTER! 1 Einfach auswählen Kontiki-Saga Reisen hat in der Finnischen Seenplatte rund fünfzig handverlesene Blockhäuser von der rustikalen Hütte bis zum luxuriösen Anwesen im Programm. Jedes Haus wurde vor Ort getestet und nach einheitlichen Kontiki-Saga-Kriterien klassifiziert. Die Häuser befinden sich maximal zwei Autostunden vom Flughafen Joensuu entfernt, wo der Kontiki-Saga-Direktflug aus der Schweiz landet (Flugzeit: 3,5 h ab Zürich).

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Einfach rumkommen

Einfach finden

Jetzt kommen Sie noch schneller ans Ziel: Bei allen Arrangements von Kontiki-Saga ist die Anfahrt zum Blockhaus im Navigationssystem des Fahrzeugs programmiert. Das macht die Reise vom Flughafen zum Feriendomizil noch entspannter.

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Alle ausgewählten Blockhäuser finden Sie mit ­diesem Code oder unter www.kontiki.ch/ blockhausferien Sommer 2012

Blockhau sferien

Finnische Seenplatte

Ein Mietauto ist im Preis ebenfalls inbegriffen, damit Sie nicht nur Ihr abgelegenes Blockhaus am See bequem erreichen, sondern zwischendurch auch Proviant einkaufen können. Ausserdem warten viele Sehenswürdigkeiten darauf, entdeckt zu werden! Autofahren in Finnland ist übrigens eine entspannte Angelegenheit. Nur beim Alkohol herrscht null Toleranz: Wer fährt, trinkt nicht.

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Hier geht’s weiter

Einfach vorbuchen

Verplanen Sie ihre Ferien nicht, aber es lohnt sich, schon die eine oder andere Aktivität im Voraus zu buchen. Beispielsweise einen Besuch der weltberühmten Opernfestspiele in Savonlinna. Oder eine Wildwassertour in Lieksa. So haben Sie die Garantie, die gewünschte Aktivität auch wirklich machen zu können.

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Kontiki-Saga Reisen

Exklusiver Direk

tflug

Bestellen Sie kostenlos den aktuellen Blockhauskatalog unter www.kontiki.ch oder Z 056 203 66 00

PREISBEISPIEL Blockhausferien Finnische Seenplatte ab Fr. 1390.– pro Person Reisedaten 8 Tage ab/bis Schweiz 29.06.–17.08.2013 Samstag–Samstag Details im aktuellen Blockhaus­ katalog von Kontiki-Saga oder unter Z 056 203 66 00


SERVICE

EIN TAG IM BLOCKHAUS

aus h k c Blo hek t Info

07.30 Uhr: Von wegen Morgengrauen! Wer nicht gerade kurz nach Mitternacht aufsteht, erwacht bereits bei schönstem Sonnenschein – und startet den Tag mit einem erfrischenden Sprung in den See. Denn hier, so ­nahe am Polarkreis, wird es kaum dunkel. So werden aus einer Ferienwoche plötzlich zwei! 08.10 Uhr: Frühstück zuhause: Kein kaltes Buffet schon am Morgen, keine anderen Gäste am Nebentisch – Privatsphäre pur zum Start in den Tag. Wer frühstücken möchte wie die Einheimischen, serviert zu Butter, Brot und Konfitüre auch Gurken, Tomaten und Heringe.

Die Tiefenentspannung im Haus am See ist nur dreieinhalb Flugstunden von Zürich entfernt.

AKTIV ENTSPANNEN Wir empfehlen folgende Ausflüge für Ihre Blockhausferien:

Wanderung Nationalpark Koli Wanderung zum Koliberg-Aussichtspunkt. Dabei erfahren Sie vom Guide mehr über die Geschichte der Region. Inkl. Getränke. Dauer: 2 h, Preis pro Person Fr. 72.–

Rentierfarm Nurmes Lernen Sie Nopsa, Kaveri oder Lumo kennen! Die Besitzer dieser Rentiere erzählen vom nomadischen Leben als Züchter. Inkl. Kaffee. Dauer: 2 h, Preis pro Person Fr. 32.–

Opernfestspiele Savonlinna Die Opernfestspiele finden in den Mauern der Burg statt – und bieten vom 5.7. bis 3.8.2013 Musikgenuss auf höchstem Niveau. Dauer: 3 – 4 h, Preis pro Person Fr. 150.–

Angel-Ausflug Joensuu «Petri Heil» – versuchen Sie sich beim Angeln! Mit etwas Glück grillieren Sie ­ abends Ihren Fisch! Inkl. Guide, Ausrüstung und Lizenz. Dauer: 2 – 5 h, Preis pro Person Fr. 198.– Mehr Infos zu Ausflügen und Aktivitäten im Blockhauskatalog auf Seite 30.

09.20 Uhr: Raus ins Freie und rein ins Abenteuer! Blockhausferien in der Finnischen Seenplatte heisst Natur erleben. Zum Beispiel zu Fuss. Wanderwege sind gut markiert und führen durch zauberhafte Wälder immer wieder ans Ufer eines Sees. Lust auf ein kleines Bad? 13.00 Uhr: Jetzt geht es um die Wurst! Die Finnen lieben es zu grillieren. Kein Wunder, findet sich alle ­­nase­lang eine Feuerstelle mit Rost. Aufs Feuer kommen mit Vorliebe grosse Würste, die mit etwas «sinappi», mild-süssem finnischem Senf, gegessen werden. 15.40 Uhr: Alle Zeit der Welt! Jedenfalls hat man in der finnischen Ferienwelt keinen Grund zur Eile. Also warum nicht den Nachmittag mit einem guten Buch am eigenen See verbringen? Lesetipp: Arto Paasilinna – der schräge finnische Autor bietet Literaturvergnügen pur. 17.10 Uhr: Einkaufstour im nahen Städtchen. Ein echtes finnisches Ferienhaus liegt selten in Gehdistanz zum Einkaufen. Doch die Einkaufstour mit dem Mietwagen in finnischen Städtchen macht Spass und ist garantiert stressfrei. Tipp: Oft ist morgens Markt!

18.50 Uhr: Jetzt wird gehörig eingeheizt: Wenn ein Finne ein Weekendhaus baut, beginnt er mit der Sauna am See. Denn ein Tag ohne Sauna ist hier nur ein halber Tag. Wer also stilechte Ferien machen möchte, heizt sich einmal täglich richtig ein und kühlt sich im nahen See ab. 22.30 Uhr: Nächtliche Chillout-Tour: Auch wenn die Sonne spätabends tatsächlich noch untergeht, bleibt es doch lange genug hell, um nach dem Abendessen einen Ruderboot- oder Kanutrip über den spiegel­ glatten See zu machen. Oder geniessen Sie einfach die wundervolle Stimmung. Romantischer kann ein Tag nicht ausklingen! Nordland 4 / 2012

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«Wir haben definitiv den Island-Virus» René Christen und seine Frau Doris waren schon dreimal auf der Vulkaninsel – und würden gleich morgen wieder die Koffer packen. Sie hätten aber keine Chance, in trauter Zweisamkeit zu reisen.

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Isafjördur ls meine Frau und ich Djúpavík 1992 mit einem Kreuz­fahrtschiff in Látrabjarg Reykjavík und Akureyri Laugarbakki anlegten, beschlossen wir: Auf diese Insel kehren wir zurück. Askja Doch zuerst kamen die Kinder: 1993 Nadine, 1996 Jeanine. Und Reykjavík weil wir fanden, dass die Kinder Landmannalaugar schon etwas grösser sein müssten, buchten wir Island erst wieder 2006, mit einem Abstecher in die Westfjorde. Wir waren begeistert. 2011 sollte eine besondere Reise stattdurchqueren musste. Natürlich hatten wir finden, da in diesem Jahr spezielle Geburtsein Allradfahrzeug, einen Kia Sorrento – tage und ein Dienstjubiläum anstanden ein Muss für die Hochlandpisten. Geschlaund Nadine ihre Lehre abschloss. Cornelia fen haben wir in unseren Schlafsäcken in Meier von Kontiki-Saga Reisen beriet uns, Berghütten, davon zweimal in der Region und so kam für die erste Woche eine indiviLandmannalaugar. Sonne und Regen duelle Reise durchs Hochland zusammen, wechselten sich ab, was aber bei entsprean die wir die zweiwöchige Mietwagenchender Bekleidung kein Problem war. rundreise «Ursprüngliche Westfjorde» Nach der Inseldurchquerung erkundeten anhängten. wir die Region Mývatn, fuhren auf der Das Hochland war genial. Man kreuzte Piste F862 entlang des Flusses Jökulsá á kaum Autos, die Szenerie wechselte von Fjöllum und entdeckten grüne Inseln im radikaler Kargheit über glitzernde GletFluss und eindrückliche Basaltfelsen. scher zu saftigem Grün. Und immer wieder Abends ging es auf Walsafari. Nach einer Wasser: warmes, um darin zu baden, kurzen Nacht fuhren wir zurück ins Hochschäumendes, das man mit dem Auto land zur Askja. Wie freuten wir uns auf das Bad im Vitikrater. Stattdessen landeten wir im Schnee und Nebel, der sich auch am zweiten Tag nicht auflöste. Trotzdem hat uns das Hochland ausgezeichnet gefallen. In Akureyri wechselten wir das Auto René Christen arbeitet seit über 25 Jahre und steuerten die Westfjorde an: Was für als Polizist bei der Kantonspolizei Bern, herrliche Bilder sich uns mit den TafelberDoris Christen ist Sachbearbeiterin bei gen, den Fjorden, den Wasserfällen und einer KMU. Beide Töchter besuchen dem weiten Himmel boten! Bei der alten höhere Schulen. Sie leben im Berner Heringsfangstation Djúpavík übernachteten Oberland. wir im einfachen Hotel. Dort konnten wir eines unserer Zimmer nicht abschliessen,

PERSÖNLICH

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weil der Schlüssel abgebrochen und noch nicht ersetzt worden war. Das beunruhigte mich nicht weiter, denn in Island und insbesondere in den Westfjorden fühlten wir uns immer sicher. Im Krossness Bad, nördlich von Djúpavík, haben wir im 35 Grad warmen Wasser mit Aussicht auf das Nordmeer gebadet. Doch der schönste Badeplatz war ein Naturpool an der Piste am Strand zwischen Isafjördur und Patreksfjördur, mit Blick auf den Fjord und Seevögel. Diese zogen uns beim Vogelfelsen Látrabjarg vollends in ihren Bann: Eineinhalb Tage haben wir den Vögeln zugeschaut, vor allem den putzigen Papageitauchern. Ebenso begeistert haben uns die pastellfarbigen Abend- und Nachtstimmungen an den weiten Sandstränden am westlichsten Punkt Europas. Auf dem Breidafjördur fotografierten wir ein halbes Dutzend Delfine, die kurz unsere Fähre begleiteten. Dies war der Auftakt für den Besuch der mystischen Halbinsel Snæfellsnes. Doch auf den legendären Gletscher, den Snæfellsjökull, konnten wir wegen des wechselhaften Wetters auch dieses Mal nicht. Macht nichts. Man braucht ja noch Ziele für die nächste Islandreise, nicht wahr? Denn wir haben definitiv einen Island-Virus. Familie Christen in Krossness: Warmes Bad mit Blick auf den Nordatlantik.


REISETAGEBUCH

Die Christen-Töchter auf Motivjagd am Westkap Europas.

Putzi ge Voge r Papagei tauch lfelse er au n Lát f dem rabja rg.

PREISBEISPIEL 15-tägige Mietwagenreise «Ursprüngliche Westfjorde» ab Fr. 3590.– pro Person Reisedaten 15 Tage ab/bis Schweiz 27.4.–26.10.2013 immer samstags

Flussdurc hquerung en gehöre Hochland n im zum Pflic htprogra mm.

Details im aktuellen Island-Katalog von Kontiki-Saga oder unter Z 056 203 66 88

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Stilvoll bis ins kleinste Detail: Britische Clubatmosphäre im «Observation Car» des Royal Scotsman.

In einem Zug 

verwöhnt!

Wer die schottischen Highlands mit dem Luxuszug Royal Scotsman bereist, erlebt in exklusiver Atmosphäre das ganze Programm: Naturwunder, Historie und exklusives Lebensgefühl.

Text: Steven Schneider

B

itte schalten Sie Ihre Mobiltelefone und den Laptop aus», beginnt Train Manager Michael Andrews seine kleine Ansprache an die Zuggäste. «Wir sagen es Ihnen schon, wenn auf der Welt etwas Wichtiges passieren sollte und wie sich die Börsen verhalten.» Allgemeines Geschmunzel. Jemand räuspert sich. Gut gehende Aktien sind keine Voraussetzung, um zu den maximal 36 Passagieren im Luxuszug Royal Scotsman zu gehören, aber ein wenig Erspartes braucht es schon, damit man sich die dreitägige Fahrt durch die Highlands leisten kann. «We take care of you», schliesst Michael. Die Gäste in den gepolsterten Stühlen des mit Mahagoni getäfelten Salonwagens nippen am Cham20

Kontiki-Saga Reisen

pagner, während der Zug, der kurz zuvor den Bahnhof von Edinburgh verlassen hat, über die zweieinhalb Kilometer lange Brücke über den Forth rollt. Auf dem Wasser ­gleiten grosse Schiffe Richtung Nordsee – der Royal Scotsman nimmt gemütlich Kurs auf die Highlands. Zeit zu entspannen. Rollendes Zuhause Bahnreise-Urlaub entspricht perfekt dem neuen Reisetrend der «Slow-Reisen»: Der Royal Scotsman etwa vereint komfortables Transportmittel und exquisites Hotel. Also kein mühseliges Koffertragen, kein dauernder Zimmerwechsel, sondern nur Musse und Genuss. Exklusive Züge wie der Royal Scotsman und der Zarengold oder der Gol-

den Eagle (beides Transsibirische Bahnen) werden immer beliebter, und das ist kein Wunder: Luxuriöse Einrichtung, diskrete Betreuung, kulinarische Höhenflüge und tolle Ausflüge gehen Hand in Hand mit spannenden Bekanntschaften, der Möglichkeit zur Gesellschaft in den Gemeinschaftwaggons oder zum Rückzug in die eigene Kabine. Gekrönt wird das entspannte Ver­ gnügen von einer abwechslungsreichen Aussicht. Vor dem Zugfenster des Royal Scotsman zieht Schottland in seinen schönsten Farben vorbei: violett blühende Rhododendren, weiss getünchte Bauern­ höfe, pittoreske Städte mit schmucken Steinhäusern inmitten prächtiger Gärten.


BAHNREISEN

L채sst die glanzvolle Vergangenheit aufleben: Der Royal Scotsman im Bahnhof Edinburgh.

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Lautstarker Empfang: So werden die Passagiere am Bahnhof in Edinburgh zum Royal Scotsman begleitet.

Im hohen Bogen: Die weltberühmte Firth of Forth wird kurz nach Edinburgh überquert.

Und über alles spannt sich der blaue Himmel samt malerischen Wolkentupfern. Die Passagiere haben ihre Kabinen bezogen, bestaunen die beiden nostalgischeleganten Restaurant-Waggons, erkunden die fünf Schlafwagen. Bereits nach wenigen Kilometern fühlt man sich zuhause im Luxus, und nach zwei Stunden Fahrt steht der erste Ausflug auf dem Programm: die Whisky-Destillerie von Dalwhinnie. Die Führung durch die Räume mit den süsslich duftenden Maischebottichen und den kupfernen Brennblasen ist eher kühl, umso herzlicher geht es nach der Rückkehr an der Bar des Royal Scotsman zu, wo man das neu erlangte Whisky-Wissen unter Michaels Anleitung vertieft: «Anfänger? ­ Dann wäre ein süsslicher Whisky, gereift in ­Sherry-Fässern wie der 14-jährige Ancestral, der richtige. Sie sind Experte? Oh, ich empfehle den 16-jährigen Lagavulin.» 22

Kontiki-Saga Reisen

Der Zug fährt wieder an, die Berge werden höher, die Landschaft karger. Auf den Gleisen einer Privatbahn erreicht das ­ rollende Luxushotel schliesslich Boat of Garten. Hier, auf einem ruhigen Nebengleis, wird der Royal Scotsman über Nacht stehen bleiben. Zum informellen Dinner sind Jackett und Krawatte erwünscht. Stil gehört auf der Reise ge­­nauso zum gu­­ten Ton wie gehobene Küche: Gemüseterrine, PeperoniCoulis, Chutney von schwarzen Oliven und

Tomaten, abgerundet durch einen Vermentino aus der Toscana bilden den Auftakt. Zum Hauptgang gibt es HeilbuttFilet mit glasierten Spargeln, Kirsch­ tomaten-Tarte, begleitet von einem Beaujolais. Nach den Süssspeisen steigen zwei virtuose Musiker an Bord, die mit Fidel, E-Piano und viel schottischem Humor im Observation Car eine kleine, feine Party steigen lassen.

Starker Auftritt: Der Historiker Ray Owens gibt mit Verve und Leidenschaft einen echten Highlander aus dem 18. Jahrhundert.


BAHNREISEN

Eine filmreife Kulisse: Der Luxuszug fährt in gemächlichem Tempo durch die wildromantische Szenerie.

Die Gesellschaft aus Geniessern und Kennern wächst subtil zusammen. Es wird geplaudert, gefachsimpelt und applaudiert. Vor acht Stunden erst ist man einander erstmals begegnet, jetzt teilt man schon eine ganze Menge an schönen Augenblicken. Schafsmagen und Blutwurst Sophie Burtt, eine der Stewardessen, legt am nächsten Morgen mit elegantem Schwung die Servietten auf die Oberschenkel der Gäste und fragt, was sie zum Frühstück zu speisen gedenken. Die zwei Belgier entscheiden sich für Haggis, was ihnen die bewundernden Blicke einiger weiblicher Mitreisender einbringt. Vielleicht sind sie auch spöttisch. Denn Haggis ist keine Speise, sondern eine Mutprobe: Wie sonst soll man einen mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Hafermehl und Zwiebeln gefüllten Schafsmagen nennen?

Später erzählt Sophie, dass die Amerikaner die mutigsten Gäste seien: «Die probieren tapfer nicht nur Haggis, sondern auch Black Pudding, unsere Blutwurst. Vor allem jene Amerikaner, deren Vorfahren aus Schottland stammen.» Die Schweizer seien als Gäste eher diskret, wobei ihr die Nationalität vollkommen egal ist: «Ich liebe mein Land. Und zu sehen, wie die Gäste in unsere Kultur eintauchen, macht mich glücklich.» Dafür nimmt die Soziologiestudentin, die seit vier JahCharmante Begleitung: Sophie Burtt arbeitet seit vier Jahren als Stewardess auf dem Royal Scotsman.

ren in den Semesterferien auf dem Royal Scotsman arbeitet, auch lange Arbeitszeiten auf sich: Zehn Tage arbeitet sie durch, dann hat sie drei Tage frei. Von Fremden zu Freunden Heute wird die Reisegruppe vom privaten Bus, der den Royal Scotsman während der ganzen Reise begleitet, zum Grossgrundbesitz der Familie Grant gebracht. Das Rothiemurchus Estate ist ein landschaftliches Juwel in den Highlands: Seen, Wälder, Berge, Hügel und Himmel,

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Wo Klasse, Eleganz, Stil und guter Geschmack zusammentreffen: Mit Mahagoni getäfelte Kabine im Schlafwagen des Royal Scotsman.

arrangiert zu einem romantischen Gemälde in Perfektion. Die Belgier melden sich fürs Tontaubenschiessen, die Amerikaner zum Angeln, und die Briten spazieren durch den Wald. Kurz vor Mittag gibt Philippa Grant, die Dame des Hauses, im historischen Haupthaus für alle einen kleinen Empfang. Bei Shortbread, Tee und brennenden Kaminfeuern erzählt sie mit Herz und Humor von der Last und Freude, ein Estate zu managen. Zurück am Bahnsteig werden alle wie immer von den Stewards mit ­Namen begrüsst. Solche Gesten machen die Klas­ se des Royal Scotsman aus. Und sie demonstrieren: Hier ist jeder etwas

Besonderes. Stewardess Stephanie serviert Cocktails, danach gibt es einen leichten Lunch, der ganz casual ohne Krawatte genossen werden darf. Und immer lockerer wird auch der Umgangston unter den Gästen aus aller Welt. «Das ist für mich das Schönste», erklärt Train Manager Michael. «Am Anfang steigen lauter Fremde in unseren Zug ein. Wenn wir wieder in Edinburgh ankommen, verabschieden sie sich mit Küsschen, tauschen Adressen und sind Freunde.» Börsen? Aktien? Letzter Ausflug: Es bläst ein kalter Wind auf dem Schlachtfeld von Culloden bei Inverness. Das stört den Historiker Ray Owens nicht. Stilecht mit dem Plaid, einem grossen, karierten Tuch, bekleidet, das sich die Highlander um die Hüfte banden, dazu mit Lederstiefeln, Dolch, Schwert und Schild, erzählt er von den brutalen Kämpfen zwischen Schotten und Engländern.

Die gute Seele des Royal Scotsman: Train Manager Michael Andrews ist – not very scottish – mit überdurchschnitt­ lich viel Charme ausgestattet.

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Kontiki-Saga Reisen

«Hier, genau hier», brüllt er, «standen die Truppen von Bonnie Prince Charlie. 5000 Mann, hungrig, durchnässt, frierend, aber wild entschlossene Kampfmaschinen auf zwei nackten Beinen, bereit, sich auf den Gegner zu stürzen, ihn zu überrennen und zu massakrieren, begleitet vom durchdringenden Klang der Dudelsäcke.» Er macht eine bedeutungsschwangere Pause. «Dort drüben», Owens zielt mit der Schwertspitze über das weite grüne Feld, «standen die Engländer. Gut bewaffnet, satt, und in doppelter Stärke.» Owens kneift die Augen zu und fixiert den imaginären Feind, der vor über 200 Jahren dort in Stellung lag, wo jetzt einige Touristen spazieren. Die Schlacht sei für die Schotten jedoch zur Katastrophe geworden, erzählt Owens weiter. Die Highlander wurden aufgerieben, die schottische Kultur nach und nach zerschlagen. Tief berührt von der leidenschaftlichen «Living history»-Präsentation kehren die Passagiere zurück zum Royal Scotsman und landen im angenehmen Jetzt: Auf dem Perron gibt es den obligaten Drink, das herzliche Lächeln von Michael und den diskreten Hinweis, das heutige Dinner sei


BAHNREISEN

DIE 4 TOP-BAHNERLEBNISSE IM NORDEN Im Kontiki-Saga-Universum finden sich Bahnreisen der Sonderklasse: Die Bergen-Bahn und die Transsibirische haben Weltruf. Gemächlicher geht es mit der Inlandsbanan durch Schweden und luxuriös mit dem Royal Scotsman durch die Highlands. Vier Kontiki-Saga-Mitarbeitende stellen ihre persönlichen Favoriten vor.

1

Zarengold, Russland–Mongolei–China Nicole Bratke, Reiseberaterin Russland/Baltikum und Schottland «Es ist die Reise des Lebens: Über 9000 Kilometer lang ist die «Transsib» und damit die längste Eisenbahnstrecke der Welt. Sieben Zeitzonen werden durchquert, zwei Kontinente, unzählige Kulturen. Mir wurden Dimension und Vielfalt unserer Welt durch diese unvergessliche Reise so richtig bewusst.»

2

Bergen-Bahn, Norwegen Chantal Thommen, Reiseberaterin Skandinavien «300 Brücken, 180 Tunnels, 100 km über der Baumgrenze: Die Superlative der Bahn zwischen Bergen und Oslo sind zahlreich. Und unterwegs wartet mit der Flåmsbahn eine Attraktion, bei der es in einer einstündiger Fahrt 800 Meter hinunter in einen Fjord geht. Mir gefiel das alles so gut, dass ich die gesamte Strecke schon zweimal bereist habe!»

formell. Also Smoking oder schwarzer Anzug für die Herren, Abendrobe für die Damen. Die Mischung aus gemeinsamen Erlebnissen, alten und neuen Whisky-Kennern, aus Luxus, Natur, Kultur und der Wehmut, dass diese aussergewöhnliche Reise bald zu Ende geht, gipfelt in einer ausgelassenen, gleichwohl immer elegant bleibenden Party. Englische, flämische, französische und deutsche Wortfetzen fliegen im allgemeinen Gelächter hin und her, und niemand zückt auch nur ein einziges Mal sein Handy. Dass Börsen und Aktienkurse überhaupt existieren, haben sowieso schon alle längst vergessen.

3

Royal Scotsman, Schottland Juliane Brügemann, Produkt Manager Schottland «Erlesenes, lokaltypisches Essen, Konzerte an Bord, internationales, kultiviertes Publikum, eine stilvolle Betreuung – und dann noch die wildroman­tische Kulisse der Highlands: einfach wonderful! Ich werde diese Reise, die sprichwörtlich Klasse hat, bestimmt mein Leben lang nicht vergessen.»

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Inlandsbanan, Schweden

Hier geht’s weiter Weitere Informationen zu den Zugreisen im Norden finden Sie unter www.kontiki.ch/bahnreisen oder kontaktieren Sie unsere ­Spezialisten unter Z 056 203 66 66

Patrick Niederberger, Produkt Manager Skandinavien «1300 sehr gemütliche Kilometer lang ist die Inlandsbanan von Kristinehamn auf der Höhe Stockholms bis nach Gällivare über dem Polarkreis. Die Zugbegleiter sind freundlich, an den Bahnhöfen gibt es Kaffee und Zimtgebäck zu kaufen. Die Strecke bietet viele Sehenswürdigkeiten; deshalb fährt man meistens Teilstrecken und übernachtet unterwegs.»

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EXKLUSIV: DER «ZARENGOLD» MIT KONTIKI-SAGA Die begleitete Spezialreise auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn führt nicht nur durch exotische Landschaften, sondern auch durch faszinierende Kulturen – und mitten hinein ins Leben.

A

In zwei Wochen von Peking nach Moskau: So eindrücklich wie mit dem Zug erfährt man die unendliche Weite Russlands nirgends. Die exklusive Spezialreise wird vom erfahrenen Reiseleiter Hans Blaser begleitet, der seit dreissig Jahren für Kontiki-Saga in Island und seit einigen Jahren auch in Lappland arbeitet. Auf die Reise im Zarengold freut er sich ganz besonders, da sie nicht nur durch spektakuläre Landschaften, sondern auch durch ganz unterschied­ liche Kulturen führt und immer wieder Gelegenheit bietet, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. «Das sind einfach unbezahlbare Erlebnisse», ist der Berner überzeugt.

Auf den 9000 Kilometern auf Schienen ist für viel Abwechslung gesorgt: Immer wieder stehen Ausflüge auf dem Programm, und das Bordpersonal wartet mit kulinarischen Überraschungen, Präsenta­ tionen und Vorträgen auf – etwa einem Russisch-CrashKurs für Anfänger. Die Zarengold-Reise findet vom 14. bis 30. September 2013 statt. KontikiSaga-Gästebetreuer Hans Blaser begleitet die Reisegruppe während der ganzen Zeit. Vor Ort kümmern sich zudem lokale, deutsch sprechende Guides um das Wohl der Gäste.

LÖSEN SIE IHR TICKET Unbezahlbare Erlebnisse sind nicht immer eine Frage des Preises – wie unsere Beispiele zeigen. Übrigens: Mit uns fahren Sie nicht nur im Zug besser, wir kennen auch die attraktivsten Vor- und Anschluss­programme.

B  Bergen-Bahn Der Eintages-Klassiker für NorwegenUrlauber: Fr. 185.– (Komfort-Klasse)/ Fr. 160.– (2. Klasse) C  Royal Scotsman – Classic Tour Stilvolle, 5-tägige Classic-Reise ab/bis Edinburgh: ab Fr. 6930.– D  Bahntastisches Skandinavien «Bahntastisches Skandinavien» mit Dovre- und Erzbahn: 14 Tage ab Fr. 3650.– (DZ)

Bestellen Sie jetzt gratis die neue Broschüre «Transsibirische Eisenbahn» unter www.kontiki.ch oder Z 056 203 66 77

ZUG UM ZUG ZUM FERIENGENUSS Der Kluge fährt im Zuge – und zwar im richtigen. Wir haben für Sie unsere attraktivsten Bahnreisen übersichtlich zusammengestellt, damit Sie auf einen Blick sehen, welcher Zug zu Ihnen passt.

Bahnreisen

Reiseabteil

Reiseart

Kabine

Geführt

Sitz

Komfort Individ.

Luxuriös

Einfach

Reisedauer

Abfahrten

1–8 Tage

Täglich

>9 Tage

Fix

A Zarengold B Bergen-Bahn C Royal Scotsman D Inlandsbanan

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grosses Ferienland

Ein kleines

Egal, wo Sie sich in Dänemark befinden, Sie sind nie weiter als 50 km vom Meer entfernt. Ein Land, das ideal mit dem Fahrrad erkundet werden kann, sich für entspannte Familienferien anbietet und immer eine Städtereise wert ist.

1 Nadja Hänni, Marketing «Ich liebe die Spaziergänge in der Region Stege/Mon mit ihren kleinen, grasbewachsenen Häuschen und den hohen, steilen Kalkfelsen.»

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Kontiki-Saga Reisen


DÄNEMARK

Acht Expertentipps für Dänemark von Menschen, die es wissen müssen: die Kontiki-Saga-Mitarbeitenden. 2 Bruno Bisig, Geschäftsführer «Eine Nacht in einem der Schlösser ist ein Highlight, zum Beispiel im Schloss Hvedholm in Fåborg, inkl. Fledermäusen und Schlosspark.»

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4

Sebastian Lang, Projekt Manager Spezialgruppen

Bettina Gentsch, Spezialistin Skandinavien «Mich fasziniert die kraftvolle Dynamik und der ständige Wandel des Wattenmeers von Fanø.»

«Auf Samsø im Kattegatt finde ich das perfekte Insel-Gefühl mit Tiefenentspannung.»

5

6

Christian Meuwly, HR und Office Manager

Blakhus

Lena Spiegel, Auszubildende im dritten Lehrjahr

5

«So viel Sand, so viel Himmel: Die Sandstrände bei Blakhus sind unerreicht schön!»

«Mein Geheimtipp: In Kopenhagen unbedingt ein Fahrrad mieten und diese kreative, anregende Stadt pedalend erfahren.» 7

Ringkøbing Samsø

3

Kopenhagen 4

Fåborg

6

6

8

Fanø 2

Mon

1

7

Bettina Tschudi, Buchhaltung

Kerstin Preuss, Flugwesen

«Kopenhagen ist meine Design-Metropole. Inspiration und reine Lebensfreude finde ich im Designer-Zoo und im Design-Museum.»

«Ringkøbing hat einen Charme, der einen so schnell nicht mehr loslässt.»

PREISBEISPIEL Mietwagen-Rundreise «Dänisches Inselhüpfen» ab Fr. 1790.– pro Person Reisedaten 9 Tage ab/bis Schweiz 01.05.–30.09.2013 täglich Details im Katalog «Skandinavien» oder unter Z 056 203 66 00

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Geduld bringt Erfolg: Vier Stunden harrte Heiner Kubny für dieses Bild einer Kaiserpinguinfamilie aus – danach ging es um die Welt.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Der brüllende Eisbär auf dünnem Eis. Die Farben und Flächen sind optimal komponiert, die feine Spiegelung das Pünktchen auf dem i.

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Kontiki-Saga Reisen


FOTOGR AFIE IM EIS

LICHT, DIESE TIERWELT!»

«DIESES

Der Zürcher Heiner Kubny gehört zu den renommiertesten Fotografen und Filmern der Polarregionen. Seit 15 Jahren bereist er mit seiner Frau die «Kühlschränke der Welt» – um uns die Faszination Arktis und Antarktis näherzubringen.

Heiner Kubny, 1997 reisten Sie zum ersten Mal Richtung Südpol. Ahnten Sie damals schon, dass sich dadurch Ihr Leben grundlegend verändern würde? Überhaupt nicht. Zuerst war es einfach eine Chance, mit dem russischen Forschungsschiff mitzureisen zu können – doch dann zog uns die Schönheit der Antarktis komplett in ihren Bann. Dieses Licht! Diese Tierwelt! Wir haben unsere neue «Heimat» seither 23-mal besucht. Und die Arktis? Die bereisen wir nun auch seit Längerem. Die ist völlig anders: Wilde Landschaften wechseln sich ab mit blühender Tundra. Ständig begegnen wir Eisbären, Walrossen, Vögeln und Walen und kommen regelmäs­ sig in Kontakt mit den Einwohnern dieser kargen Regionen. Sie waren Unternehmer, heute sind Sie Polarfotograf, Reiseleiter und Heraus­­ geber der Zeitschrift «Polar News». Welcher Virus hat Sie da befallen? Der Virus zu fotografieren. Die Lust, den Menschen zu zeigen, wie wir die Welt sehen. Zuerst waren es die USA. Aber nach unserer ersten Reise ins Eis war uns klar: Das ist die Welt, die wir zeigen wollen. Wir produzierten zwei Diaschauen und zeigten sie innerhalb von vier Jahren 60 000 Besuchern. Heute machen Sie es umgekehrt: Sie bringen die Menschen in die polaren Gebiete… Nach unseren Diaschauen kamen immer wieder Leute und fragten, ob sie nicht auch mal mit uns in die Antarktis reisen könnten. So begannen wir, Reisen zu organisieren, denn wir hatten bereits viel Expedi­ tionserfahrung, wobei das Tour Operating seit vielen Jahren durch unseren Partner,

an den Hosenbeinen. Vermutlich glauben sie, wir seien irgendeine grosse Pinguinart, die sie kennenlernen müssten. Mittlerweile beobachten meine Frau und ich aber schon fast lieber unsere Reisegäste: wie sie völlig fasziniert von den Pinguinen sind. Beeindruckend sind übrigens auch die Albatrosse mit ihren dreieinhalb Metern Spannweite. Seit 15 Jahren in den Polarregionen zuhause: das Fotografenpaar Rosamaria und Heiner Kubny.

den Nordland-Spezialisten Kontiki-Saga Reisen, erfolgt. Die polaren Gebiete sind lebensfeindlich – wie gefährlich ist es, dorthin zu reisen? Gar nicht. Kein Veranstalter geht auch nur das geringste Risiko ein, denn Zwischen­ fälle würden wegen der grossen Distanzen hohe Kosten verursachen. Zudem reisen wir – von der Funktionalität her gesehen – mit hervorragend geeigneten Schiffen, die speziell für diese Gewässer konzipiert wurden. Mit klassischen Kreuz­­­­fahrtschiffen haben diese aber wenig zu tun: Man kommt wegen der Landschaft hierher, dem Licht, den Tieren. Welches Tier fasziniert Sie denn am meisten? Zu Beginn waren es natürlich die Pinguine. Die haben eine unglaubliche Anziehungskraft. Warum? Ich vermute, dass wir Menschen uns mit ihnen auf eine gewisse Weise identifizieren. Ihr aufrechter Watschelgang erinnert uns an uns selber. Und sie sind einfach putzig, in jeder Beziehung. Wenn man sich in der Nähe einer Kolonie ganz ruhig verhält, kommen sie auf dich zu und zupfen dich

Und in der Arktis? Dort ist natürlich der Eisbär der Klassiker. Wir sehen ihn so gut wie auf jeder Reise nach Spitzbergen. Genauso wie die Pin­ guine kennen auch sie keine Scheu und kommen bei Fahrten durch das Packeis gelegentlich sehr nah ans Schiff. Man hält ihnen aber lieber kein Hosenbein hin, oder? Besser nicht. Ganz originell finde ich zu­­ dem die Walrosse. Gemütliche Kerle. Fressen den ganzen Tag Muscheln, lassen deshalb dauernd Wind ab und rülpsen genüsslich. Ihr Mundgeruch ist fürchterlich. Auch sie sind nicht scheu. … was bedeutet, dass Nahaufnahmen möglich sind? Man muss einfach geduldig sein. Ich wartete mal sehr lange in der Nähe einer Kolonie, bis ein Walross bis auf einen Meter an mich herankam. Ich brachte mich in Stellung – und da musste das Walross niesen. Aus seinen Nasenlöchern spritzte ein riesiger Rotzklumpen direkt auf meine Linse. Das wars dann mit dem Bild… Welches Ihrer Tierfotos ist denn das berührendste? Ich war zwar nicht der erste Pinguinfotograf, aber mir gelang ein wunderschönes Bild einer Kaiserpinguinfamilie. Normalerweise kann man ein solches Foto nicht schiessen, denn die Jungen befinden sich Nordland 4 / 2012

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Doppelter Effekt, auch bei wenig Licht: Spiegelungen immer ins Bild integrieren.

Raffiniert: Pfoten und Sand geben diesem Bartrobbenporträt den idealen Rahmen.

Kurze Verschlusszeiten lassen die Wassertropfen einfrieren: Beluga-Ballett.

Vogelfotografie für Fortgeschrittene: Ein Tier allein wäre einfach nur langweilig.

Wichtig: Ein Weitwinkelobjektiv platziert die Walrosse in ihrem Lebensraum.

Immer spannend: Flächen betonen – und die Pinguine wirken noch plastischer.

immer geschützt inmitten der Kolonie. Vier Stunden habe ich gewartet, bis ich tatsächlich ein Elternpaar mit dem Jungen vor mir hatte. Das Kleine kroch aus der Bauchfalte und ich konnte genau zweimal abdrücken. Dieses Bild ging um die Welt. Heute reicht es nicht mehr, einfach Tiere zu zeigen; diese Aufnahmen sind alle schon gemacht. Worauf konzentrieren Sie sich vor allem? Zu Beginn, in den Pionierzeiten, war jedes Tierfoto etwas Besonderes. Und das ist es für unsere Reisegäste noch immer: Das 32

Kontiki-Saga Reisen

Erlebnis, selber ein Pinguinfoto zu schies­ sen, ist enorm. Meine Frau und ich fotografieren heute freilich anders. Wir versuchen, die Schönheiten und die Stimmungen der polaren Gebiete einzufangen. Wir fotografieren viel einfühlsamer, komponieren Spiegelungen, Strukturen, Wasser, Nebel, Flächen, Formen und Linien zu Bildern, die ganze Geschichten erzählen. Oder wir fotografieren von einer kleinen arktischen Pflanze die Blüte von zwei Millimeter Durchmesser – etwas, was wir früher vor lauter Eisbären mit Sicherheit übersehen hätten.

Sie haben bestimmt schon wieder ein paar Projekte im Köcher. Worauf dürfen wir uns in den nächsten Jahren freuen? Wir möchten gern an den Erfolg unserer Diaschauen anknüpfen und planen deshalb einen Film über die Arktis. Dank unseres Bekanntheitsgrades dürfen wir, zum Beispiel auf Einladung der russischen Regierung, in Gebiete reisen, in denen kein anderer Fremder vorher war. So haben wir bereits Franz-Josef-Land, Wrangel Island und Chukotka bereist. Es wird aber noch einige Jahre dauern, bis dieser Film fertig ist.


SERVICE

UNTERWEGS MIT HEINER UND ROSAMARIA KUBNY Wer gerne einmal mit dem Polarfotografen Heiner Kubny unterwegs sein möchte, sollte diese Chance nicht verpassen! Seven Islands

Magdalenefjord Hinlopenstrasse

Nordaustlandet

SPITZBERGEN Prins Karls Forland

Barentsøya Longyearbyen Barentsburg Edgeøya

MV ORTELIUS

Die Ortelius bietet Platz für maximal 106 Gäste. Alle 47 Aussenkabinen sind einfach und zweckmässig ein­ge­ richtet und sorgen für einen bequemen Aufenthalt an Bord. Zur Ausstattung gehören ein Restaurant, eine Lounge mit Bar sowie ein Vortragssaal. Reisedatum 9 Tage ab/bis Schweiz, 16.06.–24.06.2013 Preis pro Person: ab Fr. 6570.–* * inklusive Linienflug Zürich–Longyear­byen mit SAS, 7 Übernachtungen an Bord der MV Ortelius in 2-BettAussenkabine Bullauge, 1 Übernachtung in Long­year­­­byen, Reisebegleitung durch Heiner und Rosamaria Kubny sowie alle Aktivitäten gemäss Programm. Weitere Informationen unter Z 056 203 66 11

SO GELINGEN IHRE FOTOS IM EIS Damit das Foto-Abenteuer nicht zum Albtraum wird: Heiner Kubny erklärt, an welche drei einfache Regeln man sich unbedingt halten sollte.

Ny Ålesund

Reise-Vorschlag

it Eisze hek t Info

Die arktische Inselgruppe Spitzbergen ist nur noch 1000 km vom Nordpol entfernt und eines der letzten unbekannten Paradiese unserer Erde. Perfekt also, um die Tipps des Polarfotografen Heiner Kubny zu testen. Auf dieser 9-tägigen Expedition erwarten Sie fantastische, unvergessliche Tiererlebnisse ­ und ein traumhaftes Naturparadies. Die Reise führt Sie in die Westfjorde und an die Eisgrenze im Norden des Archipels. Rosamaria und Heiner Kubny sowie ein Expeditionsteam mit Fachlektoren aus den Bereichen Biologie, Vogelkunde und Geologie begleiten Sie.

Hier geht’s weiter Weitere Informationen: www.polar-news.ch www.nordland-magazin.ch/ eiszeit

Bestellen Sie jetzt ­ ratis den neuen g ­Eiszeit-Katalog unter www.kontiki.ch oder Z 056 203 66 11

Regel 1: Bewahren Sie Ruhe! Häufig gerät man beim Fotografieren in einen Rausch. Auch wenn der Eisbär noch 200 bis 300 Meter entfernt ist, drückt man schon pausenlos auf den Auslöser – und wenn der Bär dann in der Nähe ist, ist die Speicherkarte voll. Geduld bringt die besten Resultate. Vermeiden Sie Hektik und bewegen Sie sich langsam – die Tiere werden sich dann von selbst nähern. Regel 2: Stellen Sie Speicherplatz sicher! Man kann es nicht genug sagen: Man unterschätzt einfach, wie viel man fotografiert. Schliesslich befinden Sie sich an einem Ort, den nur wenige Menschen sehen – und dies vielleicht nur einmal in Ihrem Leben. Packen Sie unbedingt Ersatz-Speicherkarten ein – und ZusatzAkkus inklusive Ladegerät! Regel 3: Schützen Sie Ihre Kamera! Ich habe mehr als einmal gesehen, wie ein Gerät ganz einfach über die Schiffsreling ins Polarmeer gefallen ist. Dabei ist es sehr einfach: Immer, wirklich immer, die Spiegelreflex-Kamera um den Hals tragen oder die kleine Kompakt-Kamera mit dem Bändel, der dran ist, am Handgelenk festmachen. Und schützen Sie Ihre Kamera vor Feuchtigkeit: Benutzen Sie eine wasserdichte Hülle oder einen guten Rucksack für Überfahrten im Zodiac, dem Schlauchboot für die Landgänge. Übrigens: Ein etwas unterbelichtetes Bild lässt sich am Computer einfach korrigieren. Und nehmen Sie auf Ihren Bildern immer auch etwas von der Umgebung mit – die Tiere sollen auf dem Foto in ihrem Lebensraum zu sehen sein. Daher: Lieber auch ein gutes Weitwinkel-, statt nur ein teures Teleobjektiv einpacken!

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SCHON GEWUSST? Wir nehmen es persönlich Unsere lokalen Reiseführerinnen und Reiseführer in Skandinavien kennen wir seit Jahren persönlich. Das ist uns besonders wichtig, denn sie sind Ihre Garantie für er­­­­leb­­­­nisreiche ­Ferien im Norden. Dank unseren Guides sind Sie überall näher am echten Leben und erfahren alles aus erster Hand.

Man hat nie ausgelernt Zurzeit befindet sich jeder siebte Mitarbei­ tende von Kontiki-Saga in einer Ausbildung an einer Fachhochschule oder Universität. Wir un­ terstützen diese Weiterbildungen – und bedanken uns bei allen Kunden, die dies ebenfalls tun: Indem sie sich immer wieder an Umfragen der Studierenden beteiligen.

Ein eingespieltes Team Gerade mal 38 Jahre im Schnitt: Die KontikiSaga-Geschäftsleitung ist zwar ein junges Team, bringt aber zusammen fast 70 Jahre Erfahrung in der Reisebranche mit. Und viel Leidenschaft für die zauberhaften Destinationen im Norden. Von links nach rechts: Markus Schmid (Spezialgruppen), Anja Habbe (Touroperating), Bruno Bisig (Geschäfts­ führung), Birgit Ohlin (Marketing), Christian Meuwly (Personalwesen).

«EINE LIEBLINGSWANDERUNG Seit 2008 reist er jeden Sommer nach Island, um zu wandern. Nun hat er die ­schönsten Routen in einem Führer zusammengestellt – auf wasserfestem Papier. Regnet es denn dauernd in Island, Uwe Grunewald?

Kontiki-Saga-Preise: keine Mogelpackung

Grunewald: Natürlich nicht! Und ich bin auch schon mehrere Tage am Stück bei sonnigem Wetter gewandert. Aber das einzige Beständige in Island ist die Unbeständigkeit des Wetters. Man muss hier mit allem rechnen – auch innerhalb eines Tages. Aber mich ärgert es immer, wenn ich irgendwo unterwegs bin und den Wanderführer in Plastiktüten stecken muss, um ihn vor Regen zu schützen. Wenn ich ihn dann benutze, reichen ein paar Tropfen, und die Seiten kleben zusammen. Blättert man dann, zerreisst das Papier. Das kann bei meinem Wanderführer nicht passieren.

Was kostet der Spass denn nun wirklich? Wir von Kontiki-Saga meinen, der Gesamtpreis einer Reise sollte nicht mühsam zusammengezählt werden müssen. Deshalb finden Sie bei uns den Totalpreis immer auf einen Blick – als Teil unserer Philosophie, die auf grösstmöglicher Transparenz beruht. Sollten Sie ein anderes Gefühl haben: Erinnern Sie uns ruhig daran!

Was macht das Wandern in Island für Sie so faszinierend? Zum einen die Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften auf kleinem Raum, wobei weite Teile praktisch unberührt sind. Dann aber auch das rauhe Klima und natürlich der Vulkanismus, der mich als Geologen be­­sonders interessiert. Eine echte Exklusivi-

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Kontiki-Saga Reisen

tät ist zudem die hohe Dichte an warmen Quellen; es gibt Wanderungen, wo man sich schon während der Tour in einen «hot pot» legen und entspannen kann. Sie haben eben einen neuen Wanderführer über das Südliche Island herausgebracht: Warum gerade der Süden? Das Südliche Hochland ist zu Recht eines der meistbesuchten Gebiete Islands. Die landschaftliche Vielfalt ist hier besonders gross, und keine der beschriebenen Routen ist mit den andern vergleichbar. In Ihrem Führer fehlt eine Klassifizierung der Touren. Weshalb? Weil sie sich kaum unterscheiden und für alle Wanderer mit etwas Erfahrung machbar sind. Zudem besitzt jeder Wanderer unterschiedliche Voraussetzungen, Erfahrung und Kondition, benötigt unterschiedlich viel Zeit für die Etappen und bewertet die Touren letztlich auch anders.


KONTIKI-SAGA-INFO

Sie schlagen in Ihrem Wanderführer auch Tageswanderungen vor: Ist das echte Erlebnis nicht die Mehrtagestour? Ja und nein. Ich persönlich unternehme beides sehr gerne, und die im Buch beschriebenen Tagestouren sind nicht weniger aufregend als die Mehrtageswanderungen. Einige Passagen auf diesen Tageswanderungen finde ich sogar viel spektakulärer als Teile des berühmten Laugavegur oder anderer Trekkingrouten. Aber es ist natürlich schön, wenn man über mehrere Tage zu Fuss unterwegs ist und auf diese Weise erlebt, wie sich die Landschaft um einen herum verändert. Welche Situation möchten Sie nicht noch einmal erleben? Als mein altes Zelt 2009 zusammenbrach und ich bei Sturm und Regen sechs Stunden im Schutz eines verschlossenen Schulhauses ausharren musste, bis mich ein LKW-Fahrer mit nach Reykjavík mitnahm.

HABE ICH NICHT» Wie sind die Wege denn signalisiert? Von gut bis überhaupt nicht. In den touristischen Zentren und Nationalparks wurden richtige Pfade angelegt, oder die Wege wurden mit Holzpflöcken markiert. Manchmal gibt es auch kleine Wegweiser. Andere Strecken sind aber überhaupt nicht markiert, und man muss sich seinen Weg selber suchen. Und wie das? Unbedingt ins Gepäck gehört eine Wanderkarte. Wer mit Karte und Kompass umgehen

PERSÖNLICH Der Deutsche Uwe ­Grunewald (Jahrgang 1967) hat Geologie ­studiert. 1992 war er zum ersten Mal in Island – und seit 2008 durchwandert er jeden Sommer die schönsten Landschaften Islands. Sein Wanderführer «Island – Das Südliche Hochland» ist im Juni dieses Jahres erschienen (€ 14.90, im Buchhandel).

Kontiki-Saga-Mitarbeiterinnen Fanny Dufek und Ursina Rudin auf dem Laugavegur.

kann, kommt auch sicher ans Ziel. Wenn aber schlechtes Wetter aufzieht und die Sicht auf unter zehn Meter abnimmt, sollte man sich unbedingt einen guten Platz suchen und warten, bis die Sicht wieder besser wird. Man hört immer wieder Horrorgeschichten von Leuten, die sich im Nebel verirren, und von Wetterumstürzen, die ein Weiterkommen unmöglich machen. Wie gefährlich ist Wandern in Island? Auch wenn viele dieser Geschichten zutreffen: Wandern in Island ist nicht gefährlich, solange man sich nicht überschätzt, leichtsinnig vorgeht und schlecht ausgerüstet ist. Was gehört dringend ins Gepäck, bevor man auf eine Tour geht? Abgesehen von Karte und Kompass oder GPS braucht man eine gute und wetterfeste Ausrüstung. Wer nicht in den Hütten übernachtet, sollte ein Zelt dabei haben, das auch starkem Wind und Regen widersteht. Dann natürlich ein Paar feste Wanderschuhe so­­wie Schlafsack, Isomatte und Kocher. Ich habe auch immer einen Wassersack und eine kleine Trinkflasche dabei, denn es gibt Touren, wo man unterwegs kein Wasser findet.

Verraten Sie uns Ihre Lieblingswanderung? Nein, aber nur aus dem Grund, weil ich keine habe. Ich finde, dass jede Landschaft und damit auch jede Wanderung ihren besonderen Charme hat. Wem empfehlen Sie überhaupt, in Island zu wandern? Eigentlich jedem, der Lust darauf hat. Vor allem aber empfehle ich, es bald zu tun: Island verändert sich und verliert immer mehr von seiner Unberührtheit.

TEST BESTANDEN Hält er, was er verspricht? Kontiki-SagaMitarbeiterinnen Fanny Dufek und Ursina Rudin machten die Probe aufs Exempel und tes­ teten den neuen Island-Wanderführer vor Ort. Fazit: Das sorgfältig recherchierte Buch be­währt sich nicht nur bei der Reisevorbereitung, sondern auch auf der Tour. «Nordland»-Leserinnen können es direkt bei KontikiSaga für Fr. 17.90 (inkl. Porto und Verpackung) bestellen: info@kontiki.ch oder Z 056 203 66 88

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«DAS KULTURELLE ERBE RUSSLANDS IST SCHLICHT ÜBERWÄLTIGEND» Der Osten wird immer beliebter. Als Spezialist für Russland und das Baltikum baut Kontiki-Saga sein Angebot deshalb kontinuierlich aus.

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chweizerinnen und Schweizer haben grosse Lust auf Russland. Vor allem auf die Städte St. Petersburg und Moskau, auf die Wolga-Flussreisen und den Sonderzug Zarengold, der auf ­ den Gleisen der Transsibirischen Eisenbahn bis an den Pazifik rollt. Für Kontiki-Saga-Spezialistin Kathrin Römer kommt diese Faszination nicht von ungefähr: «Das kulturelle Erbe Russlands ist überwältigend: Jedes Gebäude, jedes Bild, jede Ikone und jede Statue erzählt eine Geschichte, die historisch bedeutend ist.» Wie es sich für einen Spezialisten gehört, bietet Kontiki-Saga neben einer unkomplizierten Rundum-Betreuung auch Reisen mit Geheimtipp-Charakter an. So zum Beispiel eine 15-tägige Rundreise durch Russisch-Karelien in der Kleingruppe. Start ist in St. Petersburg. Ziel ist das Weisse Meer. Dazwischen werden unbekannte Inseln besucht, urtümliche Dörfer besichtigt und – ganz wichtig – der Kontakt zu Einheimischen gepflegt.

«Ein zweiter Geheimtipp und eine Lieblingsreise von mir», verrät Kathrin Römer, «ist die Reise zum Grab der letzten Zarenfamilie.» Die Romanows waren die pro­ minentesten Opfer der ­Russischen Revolution. Auf der 12-tägigen Reise, die ebenfalls in St. Petersburg beginnt, referieren Kenner der Geschichte sowie der Entdecker des Zarengrabes in Ekaterinburg. Beide Arrangements gibt es nur bei Kontiki-Saga. Genauso wie die einwöchige Tour durchs Baltikum, die sich «Die singende Revolution» nennt: eine Reise tief in die Seele und Geschichte der Balten. Wie auch immer: Der Russland / BaltikumKatalog bietet auf über neunzig Seiten eine Fülle von Ideen, viel Inspiration und jede Menge Informationen. Am besten gleich jetzt bestellen unter www.kontiki.ch oder Z 056 203 66 77 Was für ein Werk! Die Geschichte der Basilius-Kathedrale in Moskau geht auf das Jahr 1552 zurück.

NORDLICHT-AL Die NASA meldet für den kommenden Winter die stärkste Nordlicht-Aktivität seit 1960 – Grund genug für KontikiSaga, eine originelle Neuerung einzuführen.

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ber Luosto, der neuen Top-Winterdestination von Kontiki-Saga, leuchten die Sterne besonders hell – nicht nur, weil es so viele sind! Das ist deshalb so, weil Luosto weit von jeder lichtverschmutzenden Quelle entfernt liegt, mitten in der weiten, ruhigen, unberührten Natur Finnisch-Lapplands. In diesem Winter wird der an und für sich schon spektakuläre Sternenhimmel über Luosto noch einmal ein gutes Stück spektakulärer: Es ist mit einer Nordlicht-Aktivität zu rechnen, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Kontiki-Saga-Winterspezialist Patrick Lohri freut sich jetzt

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KONTIKI-SAGA-INFO

FRÜHBUCHER PROFITIEREN! Schnell entscheiden zahlt sich aus: Je ­früher Sie Ihre Kabine auf einem der elf Hurtigrutenschiffe buchen, umso preiswerter wird sie. Die Ersparnis kann bis zu 25 Prozent betragen! Es lohnt sich also, die Kabine bereits mal zu reservieren und dann in aller Ruhe das Programm vor und nach der «schönsten See­ reise der Welt» zusammenzustellen. Alle weiteren Infos finden Sie im neuen Hurtigrutenkatalog. Gratis bestellen unter www.kontiki.ch oder Z 056 203 66 00

VIEL NEUES AUF DER LOIPE Eine traumhafte Skiwanderung und viele weitere neue Angebote locken diesen Langlaufwinter.

ARM IN LUOSTO! schon auf sein nächstes Nordlicht und erinnert sich gut an sein allererstes: «Plötzlich ging der Himmel in Flammen auf. Ich stand einfach da, den Kopf im Nacken, rieb mir ungläubig die Augen und schaute gebannt zu, wie farbige Vorhänge wehten und wogten und auf einmal wieder verschwanden.» Damit auch niemand ein Nordlicht in Luosto verpasst, aber trotzdem nicht in der Kälte zu warten braucht, bietet Kontiki-Saga den sogenannten Nordlicht-Alarm an. Blockhausgäste erhalten von den Reiseleitern vor Ort eine SMS aufs Mobiltelefon, sobald sich eine Aurora Borealis – so der lateinische Fachausdruck fürs Nordlicht – am Firmament zeigt. Dies ist aber längst nicht die einzige Neue-

Mystik und Romantik: Blockhausferien bei Nordlicht.

rung für die Kontiki-Saga-Wintergäste in Luosto: Das Frühstück für den ersten Morgen wartet bereits im Kühlschrank, vor dem Blockhaus stehen während der ganzen Zeit Schneeschuhe und ein Tretschlitten zur freien Benützung, und als neustes Erlebnis kann exklusiv ein authentischer Lappland-Abend in einer Kota mit einem traditionellen finnischen 3-GangMenü ge­­bucht werden. Alle weiteren Details zu Luosto und all den anderen attraktiven Ange­ boten für Winterferien im Norden finden sich im kostenlosen neuen Winter­ katalog.

Der Katalog kann kostenlos bestellt ­werden unter www.kontiki.ch oder Z 056 203 66 66

Warum immer auf die Solo-Tour? Auch Partnerinnen und Partnern der Langläufer, die an Volksläufen teilnehmen, bietet Kontiki-Saga ein rundum attraktives Winterprogramm. Bis auf den Lauf selber nehmen sie am ganzen Reiseprogramm teil, damit das Paar gemeinsam trainieren – und natürlich die Ferien geniessen kann. Neu im Programm sind übrigens der Sapporo Marathon sowie der kanadische Gatineau Loppet und der American Birkebeiner im Programm. Zauberhaft für zwei ist übrigens auch die neue, einwöchige Skiwanderung von Hütte zu Hütte in Finnisch-Lappland. Und wer es lieber komfortabler mag oder gerne stationär ist, logiert im Loipenparadies Äkäslompolo im Langläufer-Hotel Ylläs Humina oder im rustikalen Blockhaus. Den Langlaufkatalog können Sie kostenlos bestellen unter www.kontiki.ch oder Z 056 203 66 33

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GEWINNEN SIE IHRE TRAUMFERIEN! Machen Sie mit bei unserem Preisrätsel und gewinnen Sie ­eine Woche Blockhausferien für 2 Personen in der Finnischen Seenplatte*! Einsendeschluss ist der 1. März 2013.

Senden Sie die Lösung des Kreuzworträtsels per E-Mail (info@kontiki.ch) oder per Post an:

Kontiki-Saga Reisen · Wettingerstrasse 23 · 5400 Baden Z 056 203 66 66 · info@kontiki.ch · www.kontiki.ch

* Die Reise muss mit dem Kontiki-Saga-Direktflug angetreten werden. Der Preis beinhaltet Direktflug, Mietauto, Unterkunft im Blockhaus. Saisonbedingte Zuschläge werden in Rechnung gestellt. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt. Mitarbeitende der Kuoni-Gruppe sind vom Wettbewerb ausgeschlossen. Über den Wettbewerb wird keine ­Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Die Lösung lautet:

Die Gewinnerin aus «Nordland» Nr. 3/2012 heisst Maria Reutimann aus Ottenbach. Herzliche Gratulation! Nordland 4 / 2012

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Im Ziel W

MIT ANDREAS KÜTTEL

ie fühlt sich Fliegen an?». Das war die häufigste Frage, die mir gestellt wurde, als ich noch von der Schanze abhob. Was soll ich sagen: toll, natürlich. Für Laien ist es nur schwer nachzuvollziehen, was wir leisten. Aber unter uns gesagt: Macht man es über Jahrzehnte wie ich, so wird auch das Fliegen alltäglicher. Natürlich gibt es unvergessliche Momente, die meine Karriere geprägt haben. Weltcupsiege, Weltmeistertitel. Und viele Begegnungen und Erlebnisse, gerade auch in Skandinavien. Wir sprangen zum Beispiel häufig in Norwegen, das ich auch im Sommer bereist habe. Ein wundervolles Land. Nach Schweden hingegen gingen wir seltener. Dort hat das Skispringen keinen grossen Stellenwert. Immerhin: Als 14-jähriger fuhr ich mit meinen Eltern nach Stockholm. Am besten kann ich mich an die hübschen schwedischen Mädchen erinnern, das hat mir damals echt imponiert! Sehr oft waren wir in Finnland, da in Kuusamo, am Polarkreis, im November regelmäs­ sig unser Saisonauftakt stattfand. Die Rukatunturi-Schanze verfügt zudem über eine Keramikspur auf dem Turm und Matten im Landebereich, so dass wir dort viele Sommer trainiert haben. Doch die Mentalität der Finnen war für einen kontaktund kommunikationsfreudigen Menschen wie mich eher schwierig. Die können ganz schön schweigsam sein. Ausser an Mittsommer. Da geht die Post ab – und wir hatten anderntags immer trainingsfrei. Heute lebe ich, meiner Frau sei Dank, in Dänemark. Die höchste Erhebung ist hier kaum grösser als eine Schanze, aber es ist einfach nur fantastisch: sehr familienfreundlich und das Meer stets ganz nah und dann noch die Nächte, die im Sommer viel länger sind als bei uns …

Was mich nun doch an ein ganz aussergewöhnliches Flugerlebnis erinnert. Unser Trainer schickte uns beim Sommertraining um Mitternacht auf den Bakken in Kuusamo. Seine Idee war, dass wir ein positives psychologisches Erlebnis mit nach Hause nehmen würden. Da stand ich also oben, blickte über das weite Land und stürzte mich hinunter. Nach wenigen Sekunden erreichte ich gegen 100 Stundenkilometer und hob am Schanzentisch ab. Dann flog und flog und flog ich, wie in tiefster Trance, müde vom ewigen Licht und dennoch hellwach, die Magie des Moments spürend, direkt in die rote Mitternachtssonne hinein. Der Saisonauftakt in Kuusamo im darauf folgenden November gelang mir so gut wie nie zuvor.

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NIEMAND FLIEGT ZU MEHR ZIELEN IN SKANDINAVIEN KOPENHAGEN STOCKHOLM OSLO HELSINKI GÖTEBORG ALTA BERGEN STAVANGER TURKU AARHUS MOLDE ANDENES VARDØ VADSØ VAASA HELSINGBORG BERLEVÅG LULEÅ BODØ STOKMARKNES HAMMERFEST AALESUND KRISTIANSTAD KARLSTAD NARVIK KALMAR KIRKENES ROST KIRUNA KRISTIANSAND OULU LEKNES BÅTSFJORD MALMÖ KRISTIANSUND TRONDHEIM KUOPIO SKELLEFTEÅ HALMSTAD LYCKSELE AALBORG LAKSELV ÖSTERSUND RONNEBY TROMSØ VISBY SANDEFJORD FØRDE LONGYEARBYEN HONNINGSVÅG MO I RANA TAMPERE HAUGESUND KRAMFORS SVOLVÆR SUNDSVALL JÖNKÖPING LINKÖPING ÖREBRO NORRKÖPING HASVIK KITTILÄ IVALO EVENES GÄLLIVARE UMEÅ ÄNGELHOLM ÖRNSKOLDSVIK

Mit SAS nach Skandinavien

Ab Zürich und Genf Die meisten Verbindungen innerhalb Skandinaviens Europas pünktlichste Fluggesellschaft* *Quelle: Flightstats.com 2009, 2010, 2011


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