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3. Jahrgang Heft N˚ 16 November/Dezember 2008 CHF 6,00 punktmagazin.com

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«METALLE DE LUXE»

LEADSTORY:

Omnipräsente Glanzpunkte – und mehr AUF DEN PUNKT: Gold und Geld | (K-)ein Silberstreifen am Horizont | Zinn, Kupfer | Wolfram, Molybdän, Uran | Platin, Palladium KOPFSACHE: Eric Valdieu, die Schmuckkoryphäe aus dem Hause Christie’s iPUNKT: Edler Stein und Zankapfel zugleich, die Ambivalenz des Diamanten ...


Mitveranstalter von:

23. + 24. Oktober 2008, Kongresshaus Zürich Stand: E8, www.stp-messe.ch

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INDEX

CONTENT N˚ 16 NOVEMBER/DEZEMBER 2008 05 06 12 16 18 20 20 21 24 26 26 30 34 37 38 39 41 43 46 48 50 50 52 54 54 55 55 56

ENTRÉE LEADSTORY AUF DEN PUNKT

KOPFSACHE iPUNKT KOLUMNE STIMMUNGSBILD FAZIT PRODUKTE

AKTIVISMUS RÜCKBLICK AUSBLICK LEBENS-ART

SCHLUSS-PUNKT

Omnipräsente Glanzpunkte – und mehr Renditetreibende Metalle im Mittelpunkt Gold und Geld – ein Buchstabe macht den Unterschied Noch ist (k-)ein Silberstreifen am Horizont ersichtlich Platin oder Palladium: Darf es noch ein bisschen exquisiter sein? Kupfer als Anlagemöglichkeit Zinn – blindlings drauf los Strahlen die raren Metalle bald einmal wieder? Spezialisten im Gespräch: Carmignac Gestion und Precious Capital AG Gedankengang: «Numismatisches Tohuwabohu» mit Cyril Schicker See you later, speculator Eric Valdieu, Leiter Juwelenabteilung Christie's Schweiz Edler Stein und Zankapfel zugleich, der Diamant Karl-Heinz Crassmän zu den vergangenen «fetten Jahren» Indirekte Anlagemöglichkeiten über Firmenindizes im Minenbereich Rare Metalle für rare Renditepunkte Der Labyrinth-Führer Raus aus dem Stollen und ab ins Licht ABN AMRO Market Access AMEX Gold Bugs Index Fund Seelenspiegel, Krähenfüsse, Spitzbarth Fokus: Finanzmarktstrategien Schwarze Schafe mit ihren weissen Westen Zeit oder Zone – oder beides Ein Andenken, das funkelt Trüffel sind die schwarzen Diamanten der Küche Luxuskosmetik auf dem Vormarsch Kristallines Entzücken PUNKT-Cover 16 2008 Wissen dass ... Fotografie:

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Charlie Schuck

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txt: CS] «Goldelse» ist ein Spitzname für die Berliner Siegessäule. «Gold-

barsch» bezeichnet einen bekannten Salzwasser-Speisefisch. «Goldbach» nennt sich ein Ort in der Nähe von Überlingen am Bodensee. «Goldapfel» steht für die ersten Tomaten, welche von Amerika nach Europa kamen. «Goldafter» geht mit dem Namen eines hellen Schmetterlings (Nachtfalter) einher. «Golden Globe» etikettiert den begehrten Filmpreis aus Übersee – und so weiter und so fort. Egal, in welche Welt man eintaucht, an Gold führt kein Weg oder kein Gedanke vorbei. Das verwundert allerdings kaum, findet doch das wohl beliebteste Edelmetall überall Einzug: Schmuck, Kunst, Elektronik, Zahnmedizin, Raumfahrt, Reaktor- und Flugzeugtechnik. Dem ist aber längst nicht genug, denn Gold gilt in der Finanzindustrie als Anlageglanzpunkt und lässt die Investorenaugen hell leuchten. Das «güldene Prachtstück» rückte auch andere Metalle ins Rampenlicht – allen voran Silber. Doch sollte nicht nur der erste oder zweite Platz das Augenmerk auf sich lenken, auch der dritte Rang, sprich «die Assoziation» Bronze, bedarf einer gewissen Aufmerksamkeit. Zumindest im Sport. Es muss allerdings – zumindest vom Namen her – nicht

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ENTRÉE

immer alles edel sein, denn gewisse Industrie-, Basis- oder Strategiemetalle wie zum Beispiel Iridium, Rhodium, Uran, Molybdän oder Wolfram beheimaten ebenfalls eine Fülle von wichtigen Funktionseigenschaften und durchaus ein beträchtliches Preispotenzial. So dürfte diese eine oder andere Investmentopportunität nicht nur wohlwollend die Rendite schwängern, sondern auch in einer anderen Art und Weise beglücken. Wolfram etwa macht gewisse Uhren zuverlässiger oder Turbinen stärker und wird vermehrt auch als Personennamen verwendet. Apropos Namen: Es bestehen durchaus noch weitere Investmentalternativen. Diese gibt es in Münzform und heissen unter anderem American Eagle, Wiener Philharmoniker, China Panda, Kookaburra, Koala, American Buffalo oder Britannia. Wem dies aber zu illuster scheint, der kann sich dem gestandenen Vreneli zuwenden oder börsenkotierte Industriekonzerne auf den Radarschirm holen. Xstrata oder ABB etwa sind nicht nur global tätige Big Players, sondern auch überaus erfolgreich und haben ihren Fuss fest in der «Minen-Türe» drin. Ach! Alteingesessene Schweizer sind die beiden auch noch.

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Gold ist das Edelmetall, worauf sich die weltweite Anlegerschar nur zu gerne stürzt. Dabei spielt es keine Rolle, welche Risikoausrichtung zugrunde liegt. Zu Recht, hat es sich doch immer wieder bewiesen. Aber es gibt noch mehr Glanzpunkte für den Investor – seltene Metalle, in welcher Form auch immer, wie etwa Molybdän, Wolfram oder Uran beheimaten eine fantastische Fülle an guten Eigenschaften.

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LEADSTORY

txt: Rino Borini & Cyril Schicker] Ohne Gold wäre das Leben verdammt öde. Zu

sehr sind wir alle von Gold – in jeglicher Art und Weise – umzingelt: Ackergold (Kartoffeln), Betongold (Immobilien), blaues Gold (Trinkwasser), braunes Gold (Schokolade, Kaffee, Kakao), Danziger Gold (Kräuterlikör), flüssiges Gold (Bier, Erdöl, Honig, Olivenöl), Gold des Nordens (Bernstein), Gold der Wüste (Datteln, Salz), graues Gold (Silizium). ›››

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LEADSTORY

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PUNKTmagazin N˚ 16/08

Goldenes Sammelsurium Die Liste lässt sich beliebig, nicht minder fantasievoll fortsetzen und dabei wird fast keine Farbe ausgelassen. Spricht man von grünem Gold, meint man Tropenholz oder Biotreibstoffe. Mit Nasengold gehen Kokain oder gar Popel einher und rotes Gold wird mit Rubinsteinen oder Safran gleichgesetzt. Schwarzes Gold steht für Erdöl, Kaviar, schwarze Trüffel und Torf. Weisses Gold führt zu Angorawolle, Elfenbein, Marmor, Porzellan, Silber oder Wasserkraft. Im ganz entfernten Sinn mit Gold hat das Königswasser zu tun. Königswasser beinhaltet eine bestimmte Mischung aus Salz- und Salpetersäure – und ist befähigt, Gold zu schmelzen. Apropos Gold schmelzen: Die Schweiz gilt (auch) im Schmuckbereich, sprich Verarbeitung, Design, Handel als absolut «heisses Pflaster». Dies hat mitunter damit zu tun, dass der Qualität sowie Kontinuität höchste Beachtung geschenkt wird. Zudem schätzt die

Klientel die omnipräsente, hohe Dienstleistungsbereitschaft. «Sone ka craze hai» Doch kommen wir wieder zurück zum wohl beliebtesten Edelmetall. Gold entzückt und – ein bisschen übertrieben – beherrscht unser Leben. Unseres vielleicht nicht ganz so sehr wie dasjenige der Chinesen oder Inder. Gerade Letztere lassen sich sehr gerne vom Gold blenden, erachten das Metall als Statussymbol schlechthin und visieren es insbesondere in Zeiten von Hochzeitsfeierlichkeiten an. Immer während den letzten beiden Jahresmonaten sowie wieder im Februar und März finden die indischen Eheschliessungen en masse statt. Kein Wunder also, funkelt es in dieser Zeit immer und überall. In Vitrinen werden Ringe, Halsketten, Armreifen, Ohrringe ausgestellt, an Büsten hängen schwere Goldcolliers, die sogar in Sets gekauft werden. Ein Miteigentümer eines Al-Madina-Juwelier-


geschäfts grinst und meint dazu – in einem Mix aus Hindi und Englisch: «Sone ka craze hai.» Was so viel heisst wie: «Es herrscht ein Wahn nach Gold.» Und übertreiben tut er ganz und gar nicht, wird doch im weltweit bevölkerungsreichsten (Vielvölker-)Staat mehr Gold nachgefragt als irgendwo sonst. Im Jahr werden zwischen 700 und 800 Tonnen des Edelmetalls importiert, rund ein Fünftel der Weltproduktion. In erster Linie wird der funkelnde Rohstoff in Schmuck umgearbeitet. Und eben als traditionelle Mitgift verwendet. Anlagefluchtort Gold Der Austausch von opulenten Goldgeschenken an Hochzeiten findet rege statt, wobei sich viele Familien hoffnungslos verschulden. Für unsereinen macht dies nicht zwingend Sinn, indische Eltern werden allerdings daran gemessen, wie viel sie sich das Ehebündnis ihrer Kinder kosten lassen. Zudem hängt vielmals auch das Los der Schwiegertochter davon ab, wie spendabel sich deren Eltern zuvor gezeigt haben. Und so kommt es, dass der Goldpreis während diesen Monaten analog der Nachfrage vermehrt steigt. In Anbetracht der Tatsache, dass der südasiatische Staat und das angrenzende Reich der Mitte über 2,3 Milliarden Menschen beherbergen und die dortige Mittelschicht laufend über mehr Kaufkraft verfügt, dürfte diese Korrelation kein Stirnrunzeln hervorrufen. Dieser Mittelschicht (und natürlich auch der Oberschicht) attestieren Experten schon länger ein gewaltiges Potenzial – unter anderem in Bezug auf Humankapital, Kaufkraft, Dienstleistungsbereitschaft und Innovation. Aber nicht nur Indien und China sind Treiber, sondern auch weitere Schwellenländer aus dem Nahen und Mittleren Osten gehören zu den bedeutenden Abnehmern. Indien und China stehen folgerichtig schon länger auf den Radarschirmen der Anleger und werden noch auf lange Zeit hinaus dafür verantwortlich zeichnen, den Goldpreis zu stützen. Man bedenke, dass die chinesische Notenbank in den letzten Jahren als Käufer aufgetreten ist und deren Devisenreserven erst zu 1,4 Prozent mit Gold gedeckt sind (in der EU sind es über 14 Prozent). Das ist für den Investor in vielerlei Hinsicht und vor allem in Zeiten etlicher Marktverwerfungen nicht unwichtig. Denn Gold gilt in erster Linie als Anlagefluchtort, wenn sich Kursturbulenzen im Minutentakt die Klinke in die Hand geben. Darüber hinaus geht mit dem «güldenen Investment» ein willkommener und nicht zu unterschätzender Inflationsschutz einher. Fülle von Investmentopportunitäten Die Finanzbranche hat das Goldpotenzial respektive die Evidenz des Goldes schon längst erkannt und offeriert – nebst dem physischen Goldkauf (Münzen, Barren) – die unterschiedlichsten Investmentmöglichkeiten mit langfristigem Charakter: Goldminenaktienfonds Goldminenaktien Strukturierte Produkte auf Gold Gold-ETFs

Die Anlegergemeinde kann inzwischen auswählen, ob sie mit kostengünstigen, markteffizienten oder alphagetriebenen Investmentvehikeln an der Goldpreisentwicklung partizipieren möchte. Vor allem in den letzten Jahren sind die Gold-ETFs vermehrt in den weltweiten Anlageportfolios vorzufinden. Denn der grosse Vorteil gegenüber den traditionellen Investmentlösungen liegt darin, dass jeder «wahre Gold-ETF» mit physischem Gold hinterlegt wird. Diese Wertpapiere haben einen grossen Einfluss auf den Goldmarkt ausgeübt und stellten 38 Prozent der Investitionen und 7,5 Prozent der Gesamtnachfrage im Jahr 2007 dar. Gerade im Bereich der Rohstoffe oder besser gesagt der Metalle sind jedoch vertiefte Einblicke nötig, gibt es doch in diesem – zugegeben relativ breit abgesteckten – Investmentfeld einige Glanzpunkte für jedermanns Portfolio. Studiert man die Geschichte von Gold, so stösst man immer auch auf Silber. Im Rennen um die erfolgreichste Anlage war Silber in den letzten 16 Jahren und im Vergleich zu Gold (oder gar Bronze) galoppierender Spitzenreiter. Seine annualisierte Monatsrendite betrug im Schnitt über zehn Prozent, Gold hingegen erreichte lediglich deren sieben. Das hat auch die Finanzindustrie festgestellt und dementsprechend zahlreiche Silber-Investments lanciert. Auch hier wieder spielen die ETFs auf Silber eine dominierende Rolle. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2008 fragten diese Anlagevehikel fast 200 Millionen Unzen nach, was rund 20 Prozent des jährlichen Silberangebots entspricht. Die hier genannte Wertentwicklung vernachlässigt allerdings den Risikoaspekt sträflich. Denn für Silberinvestoren sind grundsätzlich starke Nerven eine Voraussetzung. Denn innerhalb der Edelmetalle schwankt der Silberpreis überdurchschnittlich. Die Fundamentaldaten des Silbermarktes sind gänzlich anders als die des Goldmarktes, was zur Folge hat, dass der Silberpreis eine gewisse Eigendynamik aufweist. So oder so, es lohnt sich durchaus, die weitere Silberpreisentwicklung im Auge zu behalten.

SUOMEN TASAVALTA

Selten, seltener, am seltensten Dasselbe gilt auch für Zinn und Kupfer. Der Preis von Letzterem etwa hat sich innert fünf Jahren fast vervierfacht. Zwar sind die Aussichten für das laufende Jahr weniger positiv, für 2009 jedoch sind bereits wieder klar stärkere Preise prognostiziert. Einen langjährigen Aufwärtstrend hat Platin ebenfalls hinter sich, Palladium hat nach einem Kursfeuerwerk im letzten Jahr inzwischen wieder das Niveau von 2006 erreicht. Im Zuge der hohen Industrienachfrage sowie als Absicherung gegen einen Dollar-Verfall dürften beide Metallpreise wieder beziehungsweise weiterhin nach oben tendieren. Dank dem laufenden Wachstum der Weltwirtschaft wird die Nachfrage – und damit auch der jeweilige Preis – nach noch selteneren Metallen ebenso getrieben. Dazu gehören beispielsweise Rhodium, Iridium, Ruthenium, Molybdän und Uran. Die ersten drei fallen in die Kategorie Platinmetalle und spielen speziell in der Herstellung ›››

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von Katalysatoren auch eine zentrale Rolle. Deren Preisentwicklung ist eng an den Bedarf der HighTech-Industrie gekoppelt. Rhodium ist übrigens das teuerste und auch das seltenste der Platinmetalle. Die anderen beiden Strategiemetalle finden ihren Einsatz vorwiegend in der Luft-, Raumfahrtund Rüstungsindustrie. Molybdän wird überdies für Pipelines gebraucht.

ROCK IM SCHLUND DER ERDE

Ein Name, ein Metall – Wolfram Es gibt aber noch eine weitere «Fremdart» unter den Exoten – Wolfram. Für die einen ist es ein Name, für die anderen ein Industrie- oder gar Edelmetall (so wie zum Beispiel Kupfer oder Gold und Silber). Jedoch wird Wolfram in Anlagestrategien kaum berücksichtigt, obschon es für den industriellen Fertigungsprozess ein unerlässlicher Rohstoff ist. Wolfram verfügt, nach Kohlenstoff, über den zweithöchsten Schmelzpunkt aller Elemente, was dieses Metall äusserst strapazierfähig und daher auch beliebt macht. Das rare Übergangsmetall lässt sich selbst in feinen Drähten enorm hohen Temperaturen aussetzen, entsprechend finden wir Wolfram vielmals in Leuchtstoffröhren und Glühbirnen. Die tatsächliche Belastbarkeit wird aber erst dann augenscheinlich, wenn man bedenkt, dass im Flugzeugturbinenbau bis zu knapp 20 Prozent Wolfram verwendet wird. Einmal mehr spielt das Reich der Mitte eine wichtige Rolle, ist es doch mit rund 40 Prozent der grösste Nachfrager weltweit. Gleichzeitig ist China der grösste Wolframproduzent. Dies ist insofern von Bedeutung, weil die Produktion und der Export einer starken Kontrolle durch die Regierung unterliegen. Da die Gewinnung und das Recycling von Wolfram durchaus lohnenswerte Investitionsfelder sind, hat der asiatische Riese die Ausfuhr kurzerhand untersagt. Die Preise steigen – unter anderem dadurch – seit Jahren kontinuierlich nach oben. Für den Anleger ist es natürlich schwierig, sich finanziell an den Kursentwicklungen dieser seltenen Metalle zu beteiligen. Doch gibt es auch in diesem Fall das eine oder andere (strukturierte) Investmentinstrument, das diesem Umstand Rechnung trägt. Hohe Preise hin oder her.

5-JAHRES-KORRELATIONEN AUSGEWÄHLTER ANLAGEKLASSEN (JUNI 2003 BIS JUNI 2008) Gold

Gold

1,00

Silber

Oel

GSCI

CRB

DJ AIG

MSCI

DJ Ind.

S&P

Wilshire LB Global

LB High

Silber

0,74

1,00

Oel

0,31

0,23

1,00

GSCI

0,38

0,32

0,76

CRB Index

0,40

0,39

0,22

0,33

1,00

DJ-AIG-Commodity-Index

0,52

0,51

0,61

0,88

0,53

MSCI World exkl. US

0,29

0,35

0,07

0,13

0,30

0,30

1,00

DJ Industrial Average

-0,10

-0,02

-0,22

-0,17

0,08

-0,06

0,69

S&P 500

-0,06

0,00

-0,18

-0,13

0,05

-0,03

0,71

0,96

1,00

Wilshire 5000

-0,03

0,03

-0,17

-0,10

0,07

0,01

0,73

0,95

0,99

1,00

LB-Global-Treasuries-Index

0,45

0,34

0,22

0,20

0,17

0,26

0,28

-0,12

-0,10

-0,09

1,00

LB-High-Yield-Bond-Index

0,02

0,08

-0,05

-0,06

0,04

-0,03

0,00

0,00

0,02

0,02

-0,02

1,00

LB-US-Credit-Index

0,08

0,09

-0,08

-0,08

0,07

-0,08

-0,01

-0,06

-0,06

-0,06

0,15

0,38

10 PUNKTmagazin N˚ 16/08

LB US

1,00

1,00

1,00

1,00

Grafik: fm AG Quelle: World Gold Council

Land

Der König der Edelsteine Hohe Preise gehen auch mit dem majestätischen Rohstoff, dem Diamanten, einher. Dies aber ist kaum fernab der Realität, zumal der König der Edelsteine nicht nur Frauen zum Schmelzen bringt – zunehmend wohl auch Männer –, sondern in den unterschiedlichsten Industriezweigen geschätzte Dienste leistet. Während die Schmuckindustrie rund einen Viertel der globalen Fördermenge beansprucht, fliesst der Rest des Anspruches vor allem in die Medizinaltechnik und das Universum des Heilens, in das Filmgeschäft im übertragenen Sinne, die Computerbranche sowie die Industrie im Allgemeinen. In Bezug auf die Industrie sind insbesondere Bohr-, Schleif- und Schneidinstrumente gemeint. Diese lassen sich beispielsweise im Infrastrukturbereich finden, aber auch im teilweise stark florierenden Minenbusiness. Diesbezüglich dürfte der in der Schweiz ansässige Minengigant Xstrata oder der Minenzulieferer ABB das Anlegeraugenmerk auf sich lenken oder bereits gelenkt haben. Im selben Atemzug darf man ruhigen Gewissens auch weit über die Landesgrenzen schielen, denn dort wirken – ebenfalls sehr erfolgreich – die zwei Mammutkonzerne BHP Billiton und Rio Tinto. Opportunitäten zuhauf Diamanten sind analog zu Immobilien und Kunst «hard assets». Käufer (Anleger) können diesbezüglich ihr schwer verdientes Geld relativ sicher investieren und gleichzeitig zur Schau stellen. Neben der Wertbeständigkeit und weltweiten Veräusserbarkeit ist Grösse beziehungsweise Kleinheit sowie Schliff der Steine eines der wichtigsten Argumente für deren Erwerb. Rohstoffe, im konkreten Fall die «Metalle de luxe» inklusive Diamanten, beinhalten allesamt viele Möglichkeiten, von denen der Investor profitieren kann. Sei dies in Bezug auf die Anlageklassen, -instrumente oder -felder. Der Marktteilnehmer muss sich, einmal mehr und im ersten Schritt, nur intensiv damit auseinandersetzen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Edelmetalle als Risikopuffer Die anhaltenden Marktturbulenzen haben ausserdem das Gegenparteienrisiko wieder in den Fokus gerückt. Gold, Silber und Co. sind deshalb einzigartig, weil sie keinem Kreditrisiko unterliegen. Für diese edlen Metalle gibt es keinen Schuldner, sofern man physisch in diese raren Metalle investiert. Im Gegensatz zu Schuldverschreibungen wie Obligationen oder strukturierten Produkten besteht kein Risiko, dass der Anleger keine Rückzahlung erhält oder ein Unternehmen wie im Fall von Aktien in Konkurs geht. Dieser Sicherheitsfaktor ist in den jüngsten Marktverwerfungen und der Finanzmarktmisere vermehrt in das Bewusstsein der Anleger gerutscht. Aber nebst dieser Sicherheit passen Edelmetallinvestments gut in ein Portfolio. Eine Beimischung kann sich auf alle Fälle lohnen. Investoren neigen häufig dazu, ihre Anlagen in Aktien, Anleihen, Immobilien et cetera. zu diversifizieren, um


ein globales Portfolio vor den Schwankungen eines einzelnen Investments zu schützen. Bei der Auswahl der in Betracht kommenden Wertpapiere sind die «Metalle de luxe» oft vernachlässigt worden. Dabei sollten die Edelmetalle als eigene, zusätzliche Anlageklasse betrachtet werden, denn die raren Metalle sind weder eine Währung noch ein herkömmlicher Rohstoff. Renditepunkte in Krisenzeiten Gold, Silber und viele andere Edelmetalle können auf ein Portfolio einen deutlich volatilitätssenkenden Einfluss ausüben. Denn grundsätzlich weisen Edelmetalle eine negative oder nur geringe Korrelation zu den traditionellen Anlageklassen wie Aktien, Obligationen oder Geldmarktanlagen auf (siehe Tabelle «5-Jahres-Korrelationen»). Aber nicht nur das Gold ist ein hervorragender Diversifikator, dasselbe gilt auch für die kleiner kapitalisierten Edelmetalle Silber, Platin und PalGOLD, SILBER, PLATIN, PALLADIUM IM VERGLEICH (INDEXIERT) 525 450 375 Grafik: fm AG Quelle: Telekurs

300 225 150 75 0 01.2001 Gold

09.2008 Silber

Platin

Palladium

ladium, die dem Investor im Vergleich zum Gold nochmals Diversifikationsvorteile bescheren. Dazu gesellt sich noch ein schöner Nebeneffekt: In Zeiten einer (erwarteten) Geldentwertung schützen Investitionen in Sachwerte, wozu auch Edelmetalle zählen.

LEADSTORY

Erhaltung der Kaufkraft Frankenanlegern, die sich über einen Zerfall des Dollars sorgen, sei gesagt, dass Gold wie auch Silber in der Vergangenheit eine optimale Anlage für den Kaufkrafterhalt gewesen sind und das wohl auch so bleibt. Schon ein altes Sprichwort sagt, dass man für eine Unze Gold zu jeder Zeit einen feinen Herrenanzug kaufen können müsse. Dies hatte in schwierigen Jahren wie der Nachkriegszeit oder während der Ölkrise seine Richtigkeit und gilt auch heute noch beim derzeitigen Goldpreis. Die Frage lautet in ein paar Jahren nicht, wie viel eine Unze Gold oder Silber in Dollar wert ist, sondern, was man mit einer Unze erwerben kann. Im Anschluss muss aber ein Investor noch tiefer graben und sich schliesslich darüber im Klaren sein, ob etwa ein Direktengagement (Minen[aktien] fonds?) Sinn macht. Vielleicht aber passt eine Anlage in eine Zulieferfirma oder ein physisches Investment noch viel besser in die Strategie. Oder man versucht sich strukturiert zu engagieren oder geht den indirekten Weg via Exchange Traded Funds. Der «Opportunitäten-Bauchladen» ist geöffnet, zugreifen lohnt sich! Werbung


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Gold fasziniert seit jeher die Menschen und erlebt seit wenigen Jahren ein fulminantes Kursfeuerwerk. Anleger suchen nach attraktiven Möglichkeiten, ausgelöst durch das gestiegene Risikobewusstsein. Die Notwendigkeit der Diversifikation ist deutlich in den Vordergrund gerückt.

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txt: Rino Borini] Wer sich seine Gedanken zu Geld macht, der muss auch über Gold nachdenken. Nicht, weil sich diese beiden Wörter nur in einem Buchstaben unterscheiden. Nein, (Geld war früher durch Gold garantiert) es besteht ein automatischer Zusammenhang. Denn unbestritten ist die Sicherungsfunktion des Goldes bei der Erfindung des Papier-

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AUF DEN PUNKT

geldes. Im späten Mittelalter prüften Goldschmiede die Echtheit und Reinheit von Gold. Oftmals bewahrten sie dabei privates Gold auf. Der Goldschmied händigte dem Eigentümer eine Quittung aus. Nur gegen Vorlage der Quittung erhielt dieser dann das Edelmetall zurück. Im Laufe der Zeit befand man es für sicherer und bequemer, offene ›››

punktmagazin.com 13


Rechnungen anstatt in bar – direkt mit Gold – eben mit jenen Quittungen zu begleichen.

Ein Gedankenspiel Betrachtet man den bekannten Börsenindex Dow Jones Industrial Average, dann lag dieser Ende September 2008 rund 25 Prozent unter seinem Höchststand. Dies bedeutet, dass die US-Aktienkurse wieder da sind, wo sie im Jahr 2000 standen. Wenn man aber die Inflation mit einrechnet, ist der wirkliche Verlust spektakulär. Zur Erinnerung, ein Fass Öl kostete vor nicht allzu langer Zeit 20 Dollar, inzwischen aber pendelt der Preis zwischen 90 und 110 Dollar hin und her. Auch alles andere wurde teurer und gemäss dem offiziellen Konsumentenpreisindex der USA hat der Dollar seit dem Jahr 2000 satte 20 Prozent an Kaufkraft eingebüsst. Münzt man dieses Spiel nun auf Gold um, dann konnte man 1926 mit dem Gegen-

14 PUNKTmagazin N˚ 16/08

Goldener Inflations-Airbag Aber die Goldpreisnotierung wird noch mehr tangiert. So etwa durch die steigenden Ölpreise und die damit steigenden Inflationsraten. Beides gilt generell als Nährboden für steigende Kurse. Aufgrund der stark positiven Korrelation zum Konsumentenpreisindex kann Gold wie ein «Inflations-HedgeInstrument» eingesetzt werden. Goldinvestoren sollten die Entwicklungen beim Ölpreis genau beobachten, denn er gilt als guter Preisindikator: Steigt der Ölpreis, dann klettert auch die Inflation nach oben. GOLDFÖRDERUNG WELTWEIT (IN TONNEN) Land

Der wichtigste Grund für ein Investment in Gold dürfte die langfristige Werterhaltung oder anders ausgedrückt die konstant bleibende Kaufkraft sein. Der Goldpreis schwankt zwar gegenüber einer Papierwährung, doch die Kaufkraft hält seit über 4000 Jahren an. Das rare Metall ist wie bei Grundstücken die beste Referenz in Bezug auf Kaufkraft und besitzt quasi die Funktion eines InflationsAirbags. Gold bietet zudem, im Vergleich zu vielen anderen Finanzinstrumenten, bessere Diversifizierungsmöglichkeiten. Diverse Studien haben gezeigt, dass alternative Investments und traditionelle Diversifikationsprodukte bei Marktkrisen oder -turbulenzen oft versagen. Nur schon geringe Goldpositionen tragen hingegen wesentlich zur Stetigkeit bei. Das ist aber noch nicht alles, spricht doch ein weiteres Argument für einen Goldkauf – das Angebotsdefizit. Wenig Angebot – grosse Nachfrage Zwei Komponenten bestimmen das Goldangebot. An erster Stelle ist es die Minenproduktion, also die Förderung direkt aus Mutter Erde, zum Beispiel in Südafrika, China, Australien und den USA. Die Minen förderten im 5-Jahres-Durchschnitt 2209 Tonnen per annum. 2007 fiel die Produktion auf das PRIMÄRANGEBOT DECKT DIE NACHFRAGE NICHT (IN TONNEN) Goldnachfrage

2005

2006

2007

1HJ 2008

Schmuckindustrie

2708

2284

2400

948

Industrie & Medizin

432

459

461

223

593

662

657

254

3733

3405

3518

1425

2003

2007

Veränderung

Südafrika

420

270

-55,6%

Investments

Vereinigte Staaten

277

240

-15,4%

Total

Australien

262

280

+6,4%

Goldangebot

2005

2006

2007

1HJ 2008

Russ. Föderation

180

160

-12,5%

Minenproduktion

2456

2075

2028

868

Peru

173

170

-1,8%

Zentralbanken Verkäufe

663

370

501

169

China

170

250

+32,0%

Recycling

898

1129

967

574

Kanada

141

100

-41,0%

4017

3574

3496

1611

82

120

+31,7%

284

169

-22

186

Indonesien

Total Überschuss

Grafik: fm AG Quelle: World Gold Council

Jo-Jo in Gold Der Goldpreis erlebt heute, in der schwersten Bankenkrisenphase seit 1929, ein einzigartiges Auf und Ab. Dazu tragen auch die immensen politischen US-Eingriffe in das Geschehen der Wirtschaft bei. Denn innerhalb von wenigen Jahren hat sich die finanzielle Lage in den USA in aussergewöhnlicher Art und Weise verändert. Das massive Defizit hat ein Niveau erreicht, das in praktisch jeder anderen geschichtlichen Gelegenheit zu einem Währungskollaps geführt hätte. Der Dollar ist technisch schwach auf der Brust und dazu verurteilt, langfristig an Wert zu verlieren. Allerdings zögern die meisten anderen Länder, ihre Währungen dadurch aufwerten zu lassen und werden dem unvermeidlichen Fall des Dollars momentan noch Widerstand entgegen bringen. Deshalb könnten wir am Anfang einer weltweiten Geldentwertung stehen, was zu einem massiven Preisanstieg der Sachwerte und insbesondere des Goldes führen würde.

wert einer Unze Gold den gesamten Dow Jones kaufen, dann wieder in den 30-er Jahren, dann noch einmal 1980. Die Folgelogik: Wenn der Goldpreis so bleibt wie er heute ist, müsste der Dow Jones unter die Marke von 1000 Dollar fallen, um das ursprüngliche Verhältnis von Gold zum Dow Jones auszugleichen. 1999 war eine Goldunze ungefähr 260 Dollar wert, der bisher tiefste Stand für Gold. Seither hat sich der Preis beinahe verfünffacht, aber in der gleichen Zeitspanne ist die Geldmenge im Umlauf in den USA rund elf Mal so gross geworden. Daher kann die Annahme getroffen werden, dass der Goldpreis viel Luft nach oben hat. Wenn man ihn heute an die Geldmenge anpassen würde, resultierte ein ungefährer Preis von 2500 Dollar pro Unze.

Grafik: fm AG Quelle: USGS

Dienstälteste Geldanlage Das Papiergeld war erfunden und die Goldschmiede übten zusätzlich die Funktion einer Bank aus. Während Geld durch einen einfachen Kreditakt geschaffen wird, unterliegt Gold einem aufwendigen Produktionsprozess. Gold kann aufgrund seiner physischen Knappheit nicht in dem Ausmass vervielfältigt werden wie etwa die Zahl der Kreditversprechen. Gold, die älteste Geldanlage der Welt, hatte schon vor über 4000 Jahren den Status einer monetären Funktion und die Position des «Money of last Resort». Gerade in der aktuellen Lage rund um die Finanzkrise und den Kollaps von Dutzenden von Banken spielt Gold wieder eine zentrale Rolle. Und immer in Krisenzeiten wendet sich die weltweite Anlegergemeinde vermehrt an das «edle Metall».


AUF DEN PUNKT

niedrigste Niveau seit elf Jahren, weil eine Stagnation in acht der zwölf wichtigsten Fördernationen festzustellen war. Mittlerweile gibt es immer mehr Experten, die auch von sogenannten «Peaks» im Gold sprechen, das heisst, dass die Spitze der Förderung bereits erreicht sei. Auf der Nachfrageseite stehen im 5-Jahres-Durchschnitt 3674 Tonnen im Jahr. Es wird jedes Jahr mehr Gold nachgefragt, als tatsächlich exploriert respektive gefördert wird. Aufgrund dieser Tatsache besteht seit einiger Zeit ein grosses Angebotsdefizit, das sich momentan auf mehr als 1400 Tonnen Gold beläuft. Dies hat mitunter zu einer Zunahme des Goldpreises geführt. Der Hauptgrund für die gegenwärtig niedrige Produktionsrate gegenüber der hohen Nachfrage ist der niedrige Produktionsoutput während der 80er- und 90er-Jahre.

und schnell in eine Steigerung der Förderung umzusetzen. Somit kann das bestehende Defizit nur noch durch die zweite Komponente, das Sekundärangebot, abgefedert werden. Dazu zählten die Verkäufe der Goldreserven seitens der Notenbanken und das Wiederverwerten von Goldschrott. Doch sind diese beiden Quellen arg rückläufig.

Die Zeit – ein Dilemma Nach dem Sinken des Goldpreises in der Vergangenheit wurden die Budgets für Goldexplorationen gekürzt, da die Produktion nicht mehr rentabel war. Das Dilemma ist nun der Faktor Zeit, zumal die Goldförderung eine vergleichsweise lange Vorlaufszeit benötigt. Bis eine neue Mine Gold fördern kann, braucht es häufig bis zu zehn Jahre. Zudem ist die Goldförderung relativ unelastisch und reagiert nur langsam auf Preisänderungen. So war die Verteuerung des «edlen Metalls» in den letzten Jahren nicht so leicht

Das (Gold-)Zünglein an der Waage Auf der Angebotsseite spiel(t)en die Zentralbanken eine dominante Rolle. In den vergangenen Jahren haben sie sukzessive ihre Goldbestände verkauft, und das zu Discountpreisen. Diese Goldreserven der Zentralbanken stammten grösstenteils aus der Zeit, als die Landeswährung noch mit Gold gedeckt sein musste. Nur durch diese Verkäufe (die Schweizer Nationalbank, SNB, steht an der Verkaufsspitze über die letzten Jahre hinweg betrachtet!) konnte die grosse Nachfrage bislang gestillt werden. Mittlerweile geht diese Entwicklung bei den Industrienationen zurück. Die Zentralbanken der aufstrebenden Länder, insbesondere der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China), sind dagegen in der Vergangenheit als grosse Käufer aufgetreten. Länder wie China oder Russland haben angekündigt, den Goldbestand weiter zu erhöhen. Denn beide Nationen weisen grosse Dollarreserven auf und möchten einen Teil ihrer Reserven vor einem weiteren Währungszerfall schützen.

GOLDKÄUFE/VERKÄUFE DER ZENTRALBANKEN (IN %)

GOLDRESERVEN DER ZENTRALBANKEN (IN TONNEN)

2003

2004

2005

2006

2007 1Q 2008

Rang Land

2006

2007

Frankreich

0,00

0,00

-0,33

-4,03

-4,46

-4,11

-3,10

01

Vereinigte Staaten

8133,8

8133,5

8133,5

-13,97 -16,31

-11,44

0,00

-5,27

-8,92

02

Deutschland

3424,1

3419,5

3417,4

03

Frankreich

2763,9

2650,4

2568,3

04

Italien

2451,8

2451,8

2451,8

05

Schweiz

1290,1

1222,2

1113,2

06

Japan

765,2

765,2

765,2

Schweiz

-11,63

Niederlande

-2,89

-5,39

-5,74

-7,96

-8,90

-2,43

-2,30

China

24,63

14,23

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

Russland

-1,57

-2,20

0,18

-0,10

0,59

7,83

8,42

Portugal

-0,61

-12,38

-8,02

-10,26

-8,28

-4,36

-0,01

1Q 2008

Grafik: fm AG Quelle: World Gold Council

2002

Grafik: fm AG Quelle: World Gold Council

Land

Neues Nachfragemuster Die Ursachen für die Goldnachfrage sind sowohl in geografischer wie in branchenspezifischer Hinsicht sehr vielfältig. Die Nachfrage stieg 2003 bis 2007 um 79 Prozent und zwischen 2001 und 2007 sogar um 158 Prozent. Die meisten Ausgaben für Gold entfallen auf den zyklischen Konsumsektor. In den fünf Jahren bis Dezember 2007 stammten 68 Prozent der gesamten Nachfrage aus der Schmuckbranche, 19 Prozent aus dem Investmentsektor und 13 Prozent aus der Industrie. Geografisch machten 2007 Ostasien, der indische Subkontinent und der Nahe Osten rund 72 Prozent der weltweiten Nachfrage aus. Die rasanten demografischen und sonstigen sozioökonomischen Veränderungen werden zu «neuen, goldenen Nachfragemustern» führen. Investmentopportunitäten in Gold Unter dem Strich stehen die Chancen gut, dass der Preis mittel- und langfristig angesichts der chaotischen Zustände an den internationalen Finanzmärkten zulegen wird. Die Auguren können aber unterschiedlicher nicht sein. Der Tenor allerdings ist einhellig, die Kurstendenz nach oben scheint perfekt zu sein. Schliesslich gilt Gold noch immer als sicherer Hafen. Das gilt erst recht, wenn die Inflation anzieht. Zudem bricht die physische Nachfrage nach Gold Rekorde, während das Angebot der Minen weiter fällt. Kellertiefe Bewertung Unter der Annahme eines steigenden Goldpreises kann man sich darüber streiten, ob es besser ist, in physisches Gold, in Goldfonds (Aktien/ETF) oder Goldminenaktien zu investieren. Denn wenn die allgemeinen Börsenkurse fallen, können davon auch die Notierungen der Goldminenaktien – selbst bei steigenden Goldpreisen – belastet werden. Eines ist unter Experten jedoch trotz dieses Handicaps weitgehend unstrittig, nämlich, dass die Bewertung von Goldaktien selten so günstig war wie derzeit und der Markt relativ gesehen auf tiefem Niveau verharrt. Weiterführende Informationen zum Thema Gold (verschiedenste güldene Videointerviews) lässt sich über das multimediale Anlegerportal investchannel.ch abrufen. Wer direkt am allgemeinen Aufwärtstrend partizipieren will, ist mit Zertifikaten und Exchange Traded Funds (ETF) sicher besser bedient. Aufgrund der hohen Volatilität, die Gold teilweise wegen des Einflusses der Weltpolitik aufweist, sollte die Investitionsdauer langfristig ausgerichtet sein. Etliche ETFs bieten einen wichtigen Investorleckerbissen an: Die Anteile sind mit physischem Gold bei einer Bank unterlegt.

punktmagazin.com 15


16 PUNKTmagazin N˚ 16/08


NOCH IST (K-)EIN SILBERSTREIFEN AM HORIZONT ZU SEHEN

Skeptiker haben Silber längst zum Industriemetall degradiert. Zu Unrecht. Die Anwendungsmöglichkeiten sind immens, trotzdem aber ist der Silberunzenpreis seit dem Rekordhoch im März 2008 stark eingebrochen. Steigend ist dafür das ETF-Interesse nach Silber.

txt: Andreas Hohn] Silber gilt als das Edelmetall mit

ber-Wicklungen» verfügten. In der Medizin wird die antibakterielle Wirkung des Silbers für Wundauflagen geschätzt. Die laufenden Forschungsprogramme für kolloides Silber (also in kleinsten Partikeln in Flüssigkeiten gelöstes Metall) zur Behandlung von Infektionen und zur Wundheilung bestätigen die wachsende Bedeutung im Gesundheitssektor.

Abfallprodukt Silber Ist Silber nun wirklich ein reichlich vorhandenes Edelmetall mit rückläufigem Bedarf und wachsendem Angebot? Schauen wir mal genauer hin. Auf der Produktionsseite ist zunächst die Primärproduktion aus den reinen Silberminen, vor allem in Peru, Mexiko und Australien, zu nennen. Mit ungefähr 70 Prozent stammt der Löwenanteil des jährlichen Silberangebots aus der Minenförderung. Bezeichnend ist, dass nur ein Viertel des im Bergbau gewonnenen Silbers auf reine Silbergruben zurückgeht. Der überwiegende Teil kommt nämlich als Nebenprodukt in Blei-, Zink-, Kupfer- und Goldminen ans Tageslicht. Da der Silberverkauf für viele Minengesellschaften nur ein Zusatzverdienst ist, besteht kaum Anreiz zu einer Förderungsausweitung, selbst bei steigenden Preisen. Insgesamt ging die Primärproduktion laut GFMS in den letzten Jahren deutlich nach oben, was an der hohen Basismetall-Nachfrage liegt. Lag der Silberausstoss im Jahr 1997 noch bei 16 200 Tonnen, so betrug er 2006 schon rund 20 100 Tonnen und wird durch die erwartete Ausweitung der Produktion von Industriemetallen automatisch weiter zunehmen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Durch Recyclingaktivitäten wird 2008 voraussichtlich ein Silberangebot von knapp 6000 Tonnen entstehen. Das schreibt die Landesbank LBBW in ihrem Jahresausblick. Damit trägt die Wiederverwendung alten Silbers mit ungefähr 20 Prozent zum Gesamtangebot bei. Hoher Industrieverbrauch Eine dritte Silberquelle sind die Verkäufe von Nationalbanken, wie sie in der Vergangenheit von Indien, China und Russland durchgeführt wurden. Da sich die drei Staaten über

ihre Bestände sehr bedeckt geben, ist eine Abschätzung zukünftiger Verkäufe schwierig. Auf der Nachfrageseite glänzte das einstige «Gold des kleinen Mannes» zuletzt vor allem als hochwertiger Rohstoff für die Industrie. Insgesamt sticht der industrielle Bedarf im Jahr 2007 mit rund 55 Prozent (+7 Prozent auf 455,3 Millionen Unzen) heraus, gefolgt von Schmuck und Gebrauchsgegenständen mit einem Anteil von gut 25 Prozent. Nur noch 15 Prozent (-10 Prozent) entfielen auf den fotografischen Bereich wegen der fortschreitenden Nutzung digitaler Anwendungen. Knapp 5 Prozent entfielen auf das Prägen offizieller Silbermünzen. Nutzungsvielfalt Dank neuer Einsatzmöglichkeiten in Plasmabildschirmen und bei der Solartechnologie erwartet die Silberbranche in Zukunft eine steigende Nachfrage. Ein Beispiel: Die neue Imprägniertechnik von Holz mit Silber. Balken und Bretter werden dadurch robuster. Dies könnte insbesondere in den USA und in Asien ein enorm grosser Absatzmarkt werden. Auch der Markt für sogenannte Radiofrequenz-Identifizierungsvorrichtungen (kurz RFID) boomt. Das System ähnelt dem der Barcodes und benötigt pro Einheit 10,9 Milligramm Silber. 2007 sind zirka 1,9 Milliarden Teile hergestellt worden, was etwa dem Bedarf nach 21 Tonnen Silber entspricht. In zehn Jahren soll der RFID-Markt auf 290 Tonnen anschwellen. Ferner wird Silber immer stärker bei Hochleistungs-Elektromotoren eingesetzt. Die höhere Leistung gegenüber Elektromotoren mit Kupferwicklung ist beachtlich. Die ersten Schiffe der US-Marine wurden schon mit Elektrohilfsmotoren ausgestattet, die ausschliesslich über «Super-Conductor-Sil-

Barren, Münzen, ETFs Die physische Nachfrage nimmt also ständig zu, doch weniger als ein Zehntel des jährlichen Silberangebots ist bisher für Anleger reserviert. Dazu zählen auch die Bestände der seit 2006 am Kapitalmarkt gehandelten Exchange Traded Funds (ETF) für Silber. Es gibt mit dem ZKB-Silber-ETF, dem PhysicalSilver-ETC und dem iShares-Barclays-Silver-Trust gleich drei Anlagevehikel, wo Silber physisch hinterlegt, sprich real gelagert ist. Die ETF-Kurse sind an den Silberpreis gekoppelt. Der grösste Anbieter, Barclays, hat allein in den ersten drei Januarwochen 2008 seine Silbervorräte um rund acht Prozent auf mehr als 160 Millionen Unzen (5000 Tonnen) aufgestockt. Der Silber-ETF der Zürcher Kantonalbank, erst seit 2007 lanciert, konnte im Juli 2008 erneut Zugewinne verbuchen. Die ETFEinlagen betragen aktuell 720 654 Tonnen (oder 23 169 561,19 Unzen) in Silber. Dies entspricht einem Zugewinn von fast 9 Tonnen. Bis Ende 2008 werden nach Meinung der Commerzbank schätzungsweise 1300 Tonnen neu auf den ETF-Markt kommen. Angesichts dieses Silberstreifens am Anlagehorizont könnte Silber für Investoren in nervösen Börsenzeiten ein sicherer Hafen sein. Denn je mehr verunsicherte Anleger Silber nachfragen, desto mehr ETFs kommen auf den Markt, was wiederum den Silberpreis irgendwann zurück auf 20 Dollar treiben könnte oder höher. Achtung aber auch da, ist doch das immer bestehende silberne Risiko nicht zu unterschätzen. SILBERNACHFRAGE – VERÄNDERUNG 1998 BIS 2007 (IN %) 60 40 20 0 -20 -40 -60

Industrie

Münzen/ Medaillen

Schmuck

Fotografie

Silberware/ Tafelsilber

Grafik: fm AG Quelle: GFMS, Silberjunge.de

SILBERNE INVESTMENTMÖGLICHKEITEN

dem schwächsten fundamentalen Hintergrund. Nach dem diesjährigen 27-JahreHoch (über 20 Dollar) dümpelt der Preis momentan um den 10-Dollar-Bereich pro Unze. Die fundamentale Seite des Silbermarktes hat jüngst das Londoner Analyseunternehmen GFMS in seinem jährlich umfassenden Lagebericht betrachtet. Die Kernaussage lautet: Gold wird wohl weiterhin seinen beherrschenden Einfluss auf den Silberpreis ausüben.

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PLATIN ODER PALLADIUM: DARF’S NOCH EIN BISSCHEN EDLER SEIN?

Der in diesem Jahr eingetretene Platin-Preiszerfall kam unerwartet, herrscht doch – auch auf etliche Jahre hinaus gesehen – eine Angebotsknappheit. Viele Experten rechnen, das gilt ebenso für Platins kleine Schwester Palladium, aber wieder mit steigenden Kursen an allen Fronten.

txt: Andreas Hohn] Platin fehlt die Bedeutung, die Gold an den Finanzmärkten als Ersatzwährung von manchen Anlegern gegen Inflation zugesprochen wird. Wie dem auch sei, nachdem der Kurs im März 2008 den Rekord von gut 2200 Dollar je Feinunze erreicht hatte, brach er ein – innerhalb weniger Wochen auf weniger als 1200.

Platins «kleine Schwester» Nicht zuletzt börsengehandelte Platinfonds (ETF) haben im Zuge der Baisse beträchtliche physische Mengen des Edelmetalls verkauft. Dem binnen kurzer Zeit aufgekommenen starken Angebot stand zunächst offenkundig eine zu geringe Nachfrage seitens der Schmuck- und Automobilindustrie gegenüber, um den Preiszerfall früher aufhalten zu können. Zudem gelangt immer mehr Platin durch Recycling aus verschrotteten Katalysatoren auf den Markt. Eigentlich eine ziemlich ungewöhnliche Situation: Seit nunmehr zehn Jahren gibt es ununterbrochen Produktionsdefizite, welche die vorhandenen Vorräte auf ein kaum noch zu unterbietendes Minimum getrieben haben. Und das trotz aller Produktionsengpässe in Südafrika, dem führenden Produzentenland. Daher ist demnächst auch wieder mit steigenden Preisen zu rechnen. Ein bisschen im Schatten von Platin rückt nun ein anderes Edelmetall immer stärker in den Fokus der Investoren. Für Palladium gibt es kaum Investmentnachfrage, das Kurspotenzial ist aber da. Palladium bietet für Experten wie Johnson Matthey, Platin-Spezialist und Hersteller von Katalysatoren, das Investitionsprodukt der Zukunft schlechthin, denn es hat ähnliche physische Eigenschaften wie Platin, ist aber deutlich leichter – und billiger. Chemisch betrachtet gehört Palladium ebenfalls zur Platingruppe. Es ist ein seltenes Element, das aber noch häufiger vorkommt als Gold und Platin. Bei Knappheit von Platin und damit verbundenen erhöhten Preisen wird Palladium als Substitut verstärkt nachgefragt. Norilsk Nickel im Fokus Zu den grössten Palladium-Produzenten zählt neben der südafrikanischen Anglo American Platinum vor allem die russische Norilsk Nickel. Pikant ist dabei, dass fast die Hälfte des Weltangebots an Palladium aus den Norilsk Nickel-Minen im Nordosten Russ-

18 PUNKTmagazin N˚ 16/08

lands stammt. Schon einmal haben Spekulationen über einen möglichen russischen Lieferengpass für eine Hausse des «weissen Edelmetalls» gesorgt. Damals, im April 1998, überstieg der Preis für Palladium erstmals seit 1971 den Goldpreis und machte es über Nacht zum Spekulationsobjekt. Danach fiel die Palladium-Notierung aufgrund eines stetigen Überangebots wieder. Die Nachfrage nach Palladiumschmuck beispielsweise fiel von 30,9 Tonnen im Jahr 2006 auf 23,0 im 2007. Japans sinkende Zahl der Eheschliessungen sei Dank. Da es bis heute keine verlässlichen Daten über die tatsächliche Höhe der russischen Lagerbestände gibt, sind seriöse Preisprognosen nahezu unmöglich. Die Lager der Branche sind bis heute wieder recht üppig gefüllt, denn die Wiederverwendung von grossen Mengen alter, unverkaufter Einzelhandelsbestände trieben die Palladiumnachfrage im letzen Jahr nach unten. In Europa und Nordamerika stieg die Nachfrage nach Palladiumschmuck laut Johnson Matthey auf insgesamt 3,0 Tonnen an. Die Nachfrage der Autoindustrie nimmt ungeachtet des Ölpreises weltweit beständig zu, denn überall werden neue Abgasrichtwerte vorgeschrieben. Das führt dazu, dass die Nachfrage nach edelmetallbeschichteten Katalysatoren kontinuierlich zunimmt. Eine gänzlich neue Anwendung der Edelmetalle gibt es jedoch in der Fertigung von LCD-Bildschirmen, wo beschichtete Komponenten aus Palladium ebenfalls ihren Einsatz finden.

Physisch oder als Derivat ... Derzeit scheint ein Direktengagement bei Palladium am aussichtsreichsten zu sein. Zwei börsennotierte Palladium-Fonds wurden in Europa 2007 eingeführt, wodurch die Investitionsnachfrage auf 8,1 Tonnen stieg. So etwa der ETF von etf Securities Ltd. Physisches Palladium bietet zudem die ZKB den Anlegern seit vergangenem Jahr in einem ETF an. Im Gegensatz zu bestehenden, denen meist ein Aktienindex oder ein Korb von Aktien zugrunde liegt, investiert der ZKBPalladium-ETF nur in physisches Palladium und bildet den Wert von zirka 100 Gramm pro Anteil ab. Der Vorteil: Der Investor hat jederzeit die Möglichkeit, seine Anteile zu veräussern oder die Sachauszahlung in physischem Palladium zu verlangen. Ferner gibt es Aktien der Platin und Palladium fördernden Konzerne. Sie profitieren von der anhaltend hohen Nachfrage und steigenden Preisen. Anleger können mit den Open-End-Zertifikaten auf den «ABN AMRO Platin and Palladium Mining TR Index» ihr Risiko streuen und von guten Branchenaussichten profitieren. Dieser Index spiegelt die Entwicklung von gegenwärtig zwölf Platinund Palladium-Minengesellschaften. Alternativ dazu bieten sich sowohl Trackerzertifikate, die den Wert eins zu eins abbilden, als auch währungsgesicherte Bonus-Cap-Zertifikate an. Eine andere Wahl hat der tradingorientierte Anleger mit dem Vontobel-MiniFuture (Troy Ounce) auf Palladium.


&5$TBVG&EFMNFUBMMF Aufgrund der letzten Ereignisse an den Kapitalmärkten rßcken die Zentralbanken und deren Geldpolitik wieder vermehrt in den Fokus der Anleger. Wenn Sie mit steigender Inflation und einem weiteren Aufschwung der Edelmetalle rechnen, bieten UBS Exchange Traded Commodities (ETCs) die MÜglichkeit, effizient in die Edelmetallmärkte zu investieren. Neben klassischen Anlagen in USD kÜnnen Sie erstmals auch währungsgesichert in CHF und EUR an der Entwicklung partizipieren. Interessiert? Fßr weitere Auskßnfte wenden Sie sich an 044-239 77 40*, derivatives@ubs.com oder www.ubs.com/etc

Performance

ETCs auf den UBS Bloomberg CMCI

Basiswert

Währung

SWX Symbol

Valor

Laufzeit

All-in GebĂźhr p.a.

CMCI Edelmetalle Index

USD

TPMCI

4 299 010

Open End

0.49%

EUR Hedged

EPMCI

4 299 011

Open End

0.61%

CHF Hedged

CPMCI

4 299 019

Open End

0.92%

USD

TGCCI

3 699 142

Open End

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EUR Hedged

EGCCI

3 624 899

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CGCCI

3 624 905

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USD

TSICI

3 699 143

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EUR Hedged

ESICI

3 624 900

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CHF Hedged

CSICI

3 624 904

Open End

0.80%

USD

TPLCI

3 919 421

Open End

0.49%

EUR Hedged

EPLCI

3 920 562

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CHF Hedged

CPLCI

3 920 560

Open End

0.92%

CMCI Gold Index

CMCI Silber Index

CMCI Platin Index

Diese strukturierten Produkte stellen keine Beteiligung an einer kollektiven Kapitalanlage im Sinne von Art. 7 ff. des schweizerischen Bundesgesetzes ßber die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) dar und unterstehen somit nicht der Bewilligung der EidgenÜssischen Bankenkommission. Deshalb besteht fßr den Investor in diese Produkte kein Anlegerschutz nach dem KAG. Dieses Inserat stellt keinen vereinfachten Prospekt im Sinne von Art. 5 KAG sowie kein Kotierungsinserat im Sinne des Kotierungsreglementes dar. Die massgebende Produktdokumentation kann direkt bei UBS Investment Bank im 24-h-Service unter Tel. 044-239 47 03, Fax 044-239 69 14 oder ßber E-Mail swiss-prospectus@ubs.com bezogen werden. Verkaufsbeschränkungen fßr Europa, Hong Kong, Singapur, USA, US-Personen und Vereinigtes KÜnigreich (die Emission unterliegt schweizerischem Recht). * Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass Gespräche auf den mit * bezeichneten Anschlßssen aufgezeichnet werden kÜnnen. Bei Ihrem Anruf auf diesen Linien gehen wir davon aus, dass Sie mit dieser Geschäftspraxis einverstanden sind.

Weitere Informationen zu Chancen und Risiken: www.ubs.com/etc

Investment Bank

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UBS Investment Bank ist eine Unternehmensgruppe von UBS AG. Š UBS 2008. Das Schlßsselsymbol und UBS gehÜren zu den geschßtzten Marken von UBS. UBS, UBS Bloomberg CMCI und CMCI sind geschßtzte Marken von UBS und/oder Bloomberg. Patent angemeldet. Alle Rechte vorbehalten. UBS ßbernimmt alleinige Verantwortung fßr den Inhalt dieses Dokuments, der von Bloomberg nicht rezensiert worden ist.


KUPFER ALS ANLAGEMÖGLICHKEIT

Kupfer ist wie viele andere Rohstoffe kürzlich und stark unter Druck geraten. Die Erfolgsstory des Metalls dürfte langfristig aber weitergehen. Das chemische Symbol CU («see you») deutet bereits ein glorreiches Comeback an. Dafür sorgt insbesondere die Angebotsseite.

txt: Mark Baer] Der lateinische Name «cuprum» ist abgeleitet von «aes cyprium» und heisst «Erz von der Insel Zypern». Dort wurde Kupfer im Altertum – wie auch heute noch – gewonnen. Heute wird das Edelmetall hauptsächlich in Chile, Indonesien, den USA, Australien und der Demokratischen Republik Kongo gefördert.

tungen, aber auch für Münzen. In grossen Mengen wird Kupfer heute im Bau-/Transportsektor sowie in der Maschinen-, Elektround Elektronikindustrie eingesetzt. Auch wenn der Kupferpreis im Zuge der weltweiten Rohstoffkorrektur relativ stark unter Druck gekommen ist, sind die meisten Experten vom Metall weiterhin angetan. «Der mittel- und langfristige Ausblick für Kupfer ist gut», sagt beispielsweise Thomas Maier, Aktienanalyst bei der Privatbank Clariden Leu. Kurzfristig wird der Kupferpreis aber noch unter Druck bleiben, da doch fast alle am Markt davon ausgehen, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession fallen wird, was wiederum eine kleinere Nachfrage mit sich bringen dürfte. Maier sieht den Kupferpreis in einem Jahr bei 3,79 Dollar pro Pfund und im Jahr 2010 dann sogar über 13 Prozent tiefer - bei 3,28 Dollar. Deutliche Worte!

Mit dabei ein Schweizer Die grössten Kupferförderer sind Freeport MacMoRan, Southern Copper, der Schweizer Xstrata, Antofagasta, Kazakhmys und Rio Tinto. Antofagasta und Kazakhmys weisen mit 80 Prozent einen besonders hohen Kupferanteil am Portfolio auf. Kupfer ist ein hervorragender Stromleiter. Das Metall ist deutlich leitfähiger als Gold. Verwendet wird es für Stromkabel, Schmuck, Besteck, Armaturen, Kessel, Präzisionsteile, Kunstgegenstände oder Rohrlei-

ZINN – BLINDLINGS DRAUF LOS

Global tätige Unternehmen, die Zinn abbauen, wurden an den Wertpapiermärkten zuletzt arg in Mitleidenschaft gezogen. Weil China in Zukunft aber einen enormen Zinn-Bedarf haben wird, ist der Zeitpunkt für einen Portfolio-Aufmarsch der Zinnsoldaten nun optimal.

txt: Mark Baer] Zinn, das man für Lote, Weissblech,

Börse unterschätzt gewisse Fakten Auch der Fondsmanager des Precious-Capital-Funds, Hans Peter Schmidlin, sieht bei Zinn noch grosses Potenzial. «Sollte China, aber auch Indien, den Weg realisieren, den Japan und Korea von 1965 bis 1990 gegangen sind, dann müsste das Angebot an Metallen und Energie gar um das Dreifache steigen, um den Hunger zu befriedigen», ist der Rohstofffachmann überzeugt. Dies, weil das Vorkommen je Tonne Erzkörper inzwischen sehr tief liegt. Zudem stiegen die Förderkosten von Zinn zuletzt weiter an, weil zu wenig Geologen zur Verfügung stehen (mehr dazu im Beitrag «Kupfer als Anlage kommt bald wieder»). Die Finanzmarktkrise und die Zurückhaltung für die Finanzierung von neuen Projekten verschärft die Situation noch zusätzlich. «Mit fast 30 Jahren Erfahrung an der Börse kann ich heute davon sprechen,

Chemikalien sowie Pigmente verwendet, wird vorwiegend in China, Indonesien, Peru und Bolivien gefördert. Mit dem Einbruch an den Rohstoffmärkten sank auch der Zinnpreis; kurzfristig dürfte der Rohstoff weiter unter Druck bleiben. Die Ängste vor einer Wirtschaftsabschwächung oder gar Rezession haben zu einer starken Volatilität im Commodity-Sektor geführt. Laut Thomas Maier, Aktienanalyst von Clariden Leu, wird dieser Effekt kurzfristig weiter anhalten. «Mittel- und langfristig ist der Ausblick dagegen gut, da die Nachfrage aus den Schwellenländern China sowie Indien hoch bleiben wird und das Angebot übersteigt. Die aktuell tieferen Metallpreise und insbesondere die fallenden Aktienkurse könnten in den kommenden Wochen genutzt werden, um Positionen aufzubauen», so Maier bestimmt.

20 PUNKTmagazin N˚ 16/08

Geologen-Knappheit Für den CEO von Precious Capital, Hans Peter Schmidlin, gibt es neben dem gigantischen zukünftigen Metallbedarf Chinas und Indiens (siehe auch Beitrag «Spezialisten im Gespräch» auf Seite 24ff) einen anderen wichtigen Grund, weshalb die Chancen für Kupfer langfristig extrem gut stehen. Wie er gegenüber dem PUNKT Magazin sagt, wird auf der Angebotsseite über die nächsten Jahre nämlich ein gewaltiges Problem entstehen: «Es gibt schlicht keine Geologen mehr.» So wollten während den letzten 20 Jahren offenbar nur noch ganz wenige diesen Beruf erlernen. Teck Cominco, ein Milliardenkonzern aus Kanada, verliert über die nächsten 5 Jahre rund 40 Prozent seiner Geologen. Dies vor allem, weil sie in Pension gehen und keine Nachfolger bereitstehen. Laut Schmidlin sei sich die Börse dieses Problems überhaupt (noch) nicht bewusst: «Diese interessiert sich weiterhin nur für die Nachfrage, welche den Preis höher bringen könnte.» Wir alle wissen aber, dass es nicht nur eine höhere Nachfrage für einen höheren Preis braucht. Dieselbe Nachfrage, aber ein tieferes Angebot, lässt den Preis ebenfalls steigen. «Diesen Fakt scheint die Börse momentan vergessen zu haben und genau da liegt auch unsere Chance», so der Rohstoffspezialist.

dass der Markt noch nie derart extrem Fakten unterschätzt hat», so Schmidlins Plädoyer für Investments in Metalle wie Zinn oder Kupfer. Konkrete Investmentempfehlungen Risikofähigen Anlegern empfiehlt Thomas Maier grosskapitalisierte Titel wie Rio Tinto, Xstrata oder Anglo American. Allerdings handelt es sich hier um Gesellschaften, die verschiedene Metalle und nicht ausschliesslich Zinn abbauen. Global ausgerichteten Investoren, die ein weniger grosses Risiko eingehen möchten, empfiehlt der Finanzstratege ein Engagement in einen der zahlreichen Commodity-ETFs oder -Fonds, die aber typischerweise auf verschiedene Rohstoffe abgestützt sind. «Die grossen Titel wurden zuletzt auf ein Niveau gedrückt, auf welchem man fast blind ein Engagement riskieren kann – falls man auch die Nerven hat, einen finalen Ausverkauf zu überstehen», so Schmidlin. Den Tiefstkurs werde man zwar ohnehin nicht erwischen; Tatsache aber sei, dass die grossen Minengesellschaften heute auf einem Kurslevel gehandelt würden, das schlicht und einfach lächerlich sei, so der ausgewiesene Minenexperte (der seit etlichen Jahren engste Kontakte zur Minenindustrie pflegt) weiter.


Rar sind sie, teuer waren sie einmal – die seltenen Metalle Molybdän, Wolfram und Uran. Dem Sog der Weltwirtschaftskrise konnten auch sie sich, Wolfram trotzte immerhin ein wenig, nicht entziehen. Die Zukunft aber sieht rosig aus. Dennoch sind Anlagemöglichkeiten bislang spärlich.

txt: Cyril Schicker] Molybdän hat in reiner Form ei-

ne dem Zinn vergleichbare Farbe und oxidiert an der Luft. Molybdän ist sogar im menschlichen Körper enthalten – ungefähr 10 Milligramm –, insbesondere im Skelett, in den inneren Organen, in der Haut sowie auch in den Zähnen. Das relativ harte, aber doch spröde Schwer-/Übergangsmetall (Schmelz-

punkt liegt bei 2610 °C) hat aber nicht nur eine Funktion im menschlichen Organismus, sondern wird vielmehr auch als wertvolles Legierungsmittel verwendet. Molybdän trägt vor allem zu mehr Härte und einer erhöhten Bruchfestigkeit von Stahl bei. Eingesetzt wird es vor allem in Legierungen, Elektroden sowie Katalysatoren. ›››

STRAHLEN DIE RAREN METALLE BALD EINMAL WIEDER?

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AUF DEN PUNKT

Möglichkeiten-Sammelsurium Letztere Anwendungsmöglichkeit wird speziell in der Erdöl-Raffinerie als wertvoll angesehen. Fernab des schwarzen Goldes bestehen darüber hinaus etliche Alltagsgegenstände unter anderem aus Molybdän. Als Beispiele seien hier hochwertige Velorahmen oder exklusivste Uhren genannt. Dies ist noch längst nicht alles, «Mólybdos» hält zudem Einzug in der Herstellung von Pipelines, Flugzeug- und Raketenteilen. So kam das Metall etwa im Ersten Weltkrieg zu einem vermehrten Einsatz aufgrund einer Wolframverknappung. Auch wenn dieses letzte Exempel ein wenig antiquiert daherkommt, so darf Molybdän und natürlich auch Wolfram im Wert für die moderne Welt keinesfalls unterschätzt werden. Wolfram verfügt über den höchsten Schmelzpunkt aller reinen Metalle, seine bekannteste Verwendung ist – kaum verwunderlich – die als Glühfaden in Glühbirnen. Ausserdem lässt es sich als Elektrode in Gasentladungslampen sowie Elektronenröhren finden. Der wohl zweitwichtigste Verwendungszweck hat Wolfram als Legierungsmetall in der Eisenmetallurgie. Turbinen, Sport, Musik Speziell wenn ein hochbelastbarer Einsatz anvisiert wird, greift man gerne auf das rare Übergangsmetall zurück. Flugzeugturbinen etwa beinhalten bis zu 18 Prozent Wolfram. Ferner wird Wolfram in einigen Armeen als panzerbrechende Munitionsbestandteile gebraucht und ebenso in der Welt des Sports, allen voran beim Dart, Hammerwerfen oder bei der Formel 1, fährtet man erfolgreich danach. Weiter kann der musisch Orientierte im Bereich der Saiteninstrumente von den mit Wolfram umsponnenen Saiten profitieren. Durch die dadurch entstandene Schwere der Stränge verringert sich die Tonhöhe. Stichwort Höhe: Die anhaltend hohe Nachfrage auf globaler Ebene sowie das von China (der grösste Nachfrager und Produzent!) ausgesprochene Exportverbot haben bereits zu deutlichen Preissteigerungen geführt. Lächelnde Prohibition In den letzten vier Jahren kletterte der Kurs kontinuierlich nach oben, erreichte im März dieses Jahres 244 Dollar je Tonne. Anfangs September 2008 lag der Wolframpreis bereits bei mehr als 300 Dollar. Die Ausfuhrprohibition brachte dem «Land des Lächelns» übrigens eine Schlüsselstellung in der Wertschöpfungskette. Gewinnung und Recycling von Wolfram mauserten sich inzwischen zu überaus lohnenden Investitionsfeldern. Ronald Wildmann, Fondsmanager bei Basinvest, pflichtet dem bei und erwartet weiterhin steigende Notierungen.

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Uran – exquisites Naturprodukt Gemäss dem Rohstoffexperten Wildmann geht dieselbe Zukunftsaussicht mit einem anderen Metall einher. Fruchtbar oder ertragreich erachten weitere «Rohstoff-Füchse» das silberweisse, weiche und von Klaproth 1789 als Element entdeckte Schwermetall. Kein anderes Naturprodukt wurde und wird noch immer so ambivalent ge- sowie missbraucht: Uran. Speziell seine enorme Wichte, Radioaktivität und der hohe Schmelzpunkt (1130 °C) machen abgereichertes Uran für tankerdurchdringende Granaten sowie lasergesteuerte Präzisionsbomben militärisch heiss begehrt. In der Friedenswirtschaft beispielsweise sind gewisse Uran-Isotope (Atomkerne) als Brennstoff in Kernreaktoren bedeutend, dies zur ausgleichenden Nutzung der Kernenergie. Überdies wird «das chemische Element mit dem Symbol U» ab und an auch in der Welt der Flugzeuge angewandt – so beispielsweise beim Jumbojet «Boeing 747» als Gegengewicht in dessen Heck. Von der Luft aber wieder zurück auf den Boden: Die internationale Atom-EnergieAgentur (IAEA) geht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die Stromproduktion aus Kernkraftwerken um rund das Doppelte ansteigen wird. Wird diese Prognose wahr, würde die Urannachfrage drastisch ansteigen, Jahr um Jahr gar überproportional. Der weltweit steigende Stromverbrauch macht Uran nicht nur begehrt, sondern auch höllisch knapp. Stelldichein der World Nuclear Association Dies wurde anlässlich des erst kürzlich abgehaltenen Treffens der World Nuclear Association klar. Die 439 weltweit in Betrieb stehenden Kernkraftwerke benötigen jährlich rund 170 Millionen Pfund Uran, wobei die Fördermenge gerade einmal deren 110 beträgt. Bedarfslücken werden zwar durch wieder aufbereitetes Material (unter anderem verschrottete Kernwaffen) gedeckt, bis 2013 dürfte aber der Bestand erschöpft sein. Mehr als nur erschöpft ist momentan der Uranpreis. Nach einem ellenlangen Aufwärtstrend gerieten die Notierungen in den Abwärtssog der Wirtschaftskrise. Ein englisches Pfund (454 Gramm) Uran kostete im Juli 2007 noch bis zu 140 Dollar. Knapp ein Jahr danach waren es noch gut 60 Dollar und Mitte September 2008 bewegte sich der Preis noch immer in der 60-Dollar-Region. Investmentopportunitäten Doch dem Uranpreis wird eine zukunftsträchtige Aussicht attestiert. Uran ist allerdings nicht börsennotiert, Derivate auf das «strahlende Metall» gibt es entsprechend keine. Um aber von der etwaigen Renaissance zu profitieren, kann sich der Investor mittels Aktien von Uranproduzenten oder -explorern engagieren. In diesem Zusammenhang gibt es zum

Beispiel die in Kanada beheimatete Cameco Corp. (ISIN: CA13321L1085). Hier seien aber enttäuschende Bohrergebnisse oder Minenunglücke als mögliche Risiken erwähnt. Es gibt auch Firmen, die verfolgen den alleinigen Zweck, Uran zu (ver-) kaufen. Ihre Dividendenpapiere entwickeln sich demnach quasi linear mit dem Uranpreis. Uranium Participation Corp. (ISIN: CA9170171057) ist die eine. Der Aktienkurs befand sich zu Septemberbeginn ein wenig über dem Niveau von 2006, kurstechnisches Potenzial ist also einiges vorhanden. Investmentherberge rarer Metalle Die Nufcor Uranium Ltd. mit Sitz in England (ISIN: GB00B16L0B41) ist eine weitere Möglichkeit. Die Notierung von anfangs Oktober 2008 liegt in diesem Fall sogar deutlich unter dem Level von Ende 2006, da ist das Aufholpotenzial noch grösser. Wer eher breiter diversifizierte Gesellschaften anvisiert, der wendet sich am besten den entsprechenden Minen-Giganten BHP Billiton und Rio Tinto (siehe auch iPUNKT «Edler Stein und Zankapfel zugleich – der Diamant») zu. Dank dem Open-End-Zertifikat der UBS auf den Metals & Mining Index (MINEN, Valor: 2490608) kann der Investor risikogestreut am möglichen Aufwärtstrend diverser Minengesellschaften – und damit auch an der Preisentwicklung von Molybdän und Wolfram – partizipieren. Strukturierte Produkte jedoch beheimaten ein Emittentenrisiko, was gerade in elegischen Finanzmarktzeiten nie vergessen werden sollte. Der zweite und dritte im Bunde Das gilt selbstverständlich auch für das Open-End-Zertifikat (in Franken und Dollar erhältlich) aus dem Hause ABN Amro. Dem Anleger steht damit ein Produkt zur Verfügung, das fünf seltene Metalle – Molybdän, Uran, Rhodium, Ruthenium, Iridium – vereint und zudem Anfang Oktober 2008 rund 40 Prozent unter dem Ausgabepreis notiert. Rund 30 Prozent seit Produktlancierung Mitte Oktober 2006 (und ebenfalls bis anfangs Oktober 2008) hat der «Uran-Korb» respektive das Open-End-Zertifikat von Merrill Lynch (MLURC, Valor: 2701810) an Wert eingebüsst. Mit Rio Tinto, BHP Billiton, Cameco und Konsorten wurden globale Big Players, denen analystenseitig rosige Zukunftsaussichten prognostiziert wurden, an Bord geholt. Dies darf aber nicht über die omnipräsente Anbietergefahr hinwegtäuschen. KERNREAKTOR/-KRAFTWERK


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SPEZIALISTEN IM GESPRÄCH Dem wohl bekanntesten und beliebtesten Edelmetall, Gold, widerfuhr jüngst eine abrupte Kursrichtungsänderung. Wo liegen die Gründe?

txt: Cyril Schicker]

David Field (DF): Gold stellt einerseits einen Zufluchtsort in Krisenzeiten dar, anderseits weist das Edelmetall eine umgekehrte Korrelation zum Dollar auf. Die momentane Finanzmarktdrangsal hat entsprechend einige Investoren in Richtung Gold getrieben, die massive Dollar-Aufwertung jedoch hat dies eindeutig überschattet respektive den Goldpreis in die Niederungen geführt. Darüber hinaus konnte sich die «goldene Notierung» nicht dem allgemeinen Preisrückgang der Rohstoffe – erachten wir übrigens als stark übertrieben – entziehen.

2 Der «sichere Hafen» findet immer wieder seine Höchstform. Was attestieren Sie dem Gold mittel- bis längerfristig für ein Preisziel und weshalb? 2 DF: Wir sind generell äusserst vorsichtig mit konkreten Prognosen. Doch was wir an dieser Stelle sagen können ist, dass das sich in einer extrem Krisensituation befindliche Bankensystem und der DollarAufschwung zu einer weltweiten Liquiditätsverknappung geführt hat. Diese beiden Faktoren wiederum belasten die Vermögenswerte und wirken sich dämpfend auf die wirtschaftlichen Aussichten einiger Schwellenländer aus. Früher oder später wird sich der Marktpegel aber wieder einpendeln. Die jüngsten Ereignisse, von beiden Seiten her betrachtet, befinden wir als zu überzogen.

DF 24 PUNKTmagazin N˚ 16/08

Hans Peter Schmidlin (HPS): Der Markt spricht davon, dass drei Banken im Verlauf des Frühlings eine unglaubliche Short-Position in Gold-Futures aufgebaut haben. Diesen Gerüchten kann geglaubt werden oder nicht. Fakt aber ist, dass das Ratio zwischen TLT- und TIP-Bonds, die «inflation protected» beziehungsweise «not protected» sind, seit Juli 2008 massiv zurückgefallen ist. Dieses Ratio spiegelt die Inflationsangst der Investoren. Scheinbar glaubte also die grosse Mehrzahl der Anleger, dass das Finanzsystem nach dem «BearStearns-Fall» nicht mehr weiter erschüttert werden könne und die Inflationsgefahr gebannt sei. Wir hingegen glaubten nie an diese scheinbare Beruhigung im weltweiten Finanzmarkt-System. Zudem bringt das Eingreifen der FED bei verschiedenen Finanzhäusern eine hohe inflationäre Tendenz mit sich, wenn man die Folgen dieses Einschreitens mit einbezieht. Mit den Rezessionsängsten glaubte der Markt ausserdem, dass die Nachfrage nach Edelmetall und den damit hergestellten Luxusgütern vor allem auch bei Basismetallen zurückgehen dürfte. 2 HPS: Die wirkliche Antwort haben wir bereits am 17. September 2008 bekommen. Gold stieg nach der «AIG-Pleite» plötzlich aus dem Nichts um über 10 Prozent innerhalb einer Sitzung. Gold ist eigentlich eine Währung, die nicht künstlich ausgeweitet werden kann. So oder so, wir fragen uns zudem, ob die Obligationenmärkte einen ebenso sicheren Hafen für Anleger darstellen. Als Preisziel setzen wir 1500 Dollar innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate. Doch nicht wegen der Angst um das Finanzsystem, sondern schlicht weil sich das Angebot während den nächsten Jahren stark verringern wird. Dies ist kaum einem Investor bewusst, diese konzentrieren sich nur auf die Nachfrage. Die aktuelle Finanzkrise akzentuiert dieses Problem eigentlich nur: erstens, weil Gold mit der Krise wieder verstärkt nachgefragt wird, und zweitens – viel wichtiger und beständiger –, weil dadurch die Minenunternehmen keine Finanzierung mehr erhalten und somit ihre Produktionsstarts von neuen Minen nicht durchziehen können. Damit droht sich die bereits zu erwartende Verringerung des Angebotes noch weiter zu verstärken.

PH S


3 Es gibt doch einige Möglichkeiten für den Anleger, an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren. Welche Investmentform (und warum) macht Ihres Erachtens am ehesten Sinn? 3 DF: In der aktuellen Phase ist es besonders interessant, den Goldpreis ins Verhältnis zu den Titeln im Goldsektor zu setzen. Ist diese «Kennzahl» hoch, so sind die Dividendenpapiere der Gold produzierenden Firmen jeweils günstig zu haben. Derzeit liegt die Ratio bei 6,9, also auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. Wie dem auch sei, wir sind allgemein der Auffassung, dass eine Investition in kotierte Rohstofffirmen (Direktanlage) vorzuziehen ist. Mit einem solchen Engagement profitiert der Anleger zum einen von Preissteigerungen und zum anderen vom anziehenden Produktionsvolumen (Futures hingegen nicht). Kurzfristig wird dieser Preiseffekt an den Märkten, die mit Liquiditätsproblemen kämpfen, zunichte gemacht. Mittel- bis langfristig jedoch ist jene Vorgehensweise optimal, um an aufwärtsgetriebenen Preisen partizipieren zu können.

4 Wie hoch soll das «güldene Exposure» denn eigentlich bei einem konservativen, einem ausgewogenen und einem risikofreudigen Investor ausfallen? 4 DF: Wir stehen Gold respektive den Rohstoffen im Allgemeinen positiv gegenüber. Allerdings ist es für uns nicht möglich, eine solche Pauschalaussage zu machen, wie Sie es erwarten. Mit einer Strategie sind doch jeweils enorm viele (individuelle) Überlegungen verbunden, entsprechend variiert das Exposure von Kunde zu Kunde.

5 Welche Edelmetalle werden zukünftig noch von sich reden machen (Silber, Zinn, Platin, Uran, ...)? 5 DF: Wir legen unseren Fokus weniger auf die raren Metalle. Verfolgen dagegen – und das ist für Ihre Lesergemeinde sicherlich auch ganz spannend – mit grossem Interesse unter anderem den Ölbereich. In diesem Zusammenhang haben wir doch einige heisse Eisen im Feuer. So etwa das Öldienstleistungsunternehmen Transocean. Der Titel (NYSE: RIG) wird mit einem aktuellen Kursgewinnverhältnis von 8,4 beziehungsweise 7,4 für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 gehandelt. Transocean, eine der führenden Firmen in dieser Branche mit unzähligen Ablegern überall auf der Welt, weist einerseits exzellente Ergebnisse aus, ist weniger direkt vom Ölpreis abhängig und hat nichts mit zusätzlichen Gewinnbesteuerungen seitens der betroffenen Staaten (zum Beispiel Russland oder Brasilien) zu tun. Apropos Brasilien, die dort beheimatete und rund 100 Milliarden Dollar im Jahr umsetzende Petrobras gilt in unseren Augen als absolute Galionsfigur im Ölsektor. Das halbstaatliche Unternehmen (NYSE: PBR) hat von der Bewertung her gesehen einen äusserst pessimistischen durchschnittlichen Ölpreis mit einberechnet. Dies völlig zu Unrecht, sind doch beispielsweise die jüngsten Ölfunde (Tupi-Feld, das bis zu 8 Milliarden Barrel beheimatet) nicht im aktuellen Kurs enthalten. > carmignac-gestion.com

AUF DEN PUNKT

3 HPS: In erster Linie kann der Investor mit physischem Gold oder per ETF partizipieren. Ein Minen- oder Goldaktienfonds könnte aber künftig ein besseres Investment darstellen, da die meisten Produzenten während den letzten Jahren mit den stark steigenden Produktionskosten zu kämpfen hatten und damit die Marge auch mit dem stark gestiegenen Goldpreis nicht viel grösser wurde. Es zeichnet sich nun aber ab, dass die meisten Firmen diese Kosten in den Griff bekommen. Bei einem weiter steigenden Goldpreis dürfte die aktuell noch unterdurchschnittliche Marge bald stark steigen und stellt somit einen «Leverage» dar. Zudem zahlen viele Minengesellschaften teilweise hohe Dividenden und sehr viele Unternehmen stellen eine tolle Wachstumsstory dar. Ein Investment sollte aber in einen Fonds getätigt werden, da Engagements in einzelne Firmen auch ein hohes Risiko mit sich bringen. Kaum ein Investor ist sich bewusst, wie viele Risiken neben den hohen Chancen ein Minenunternehmen mit sich bringt. 4 HPS: Die einfache Meinung ist 5 bis 10 Prozent. Mit dieser Antwort schrecken wir niemanden auf. Wir können Ihnen aber auch antworten, dass der Anteil ruhig 20 Prozent erreichen darf. Nicht weil wir ein Untergangsszenario mit uns tragen, sondern weil schlicht das Potenzial mit der kommenden und bereits erwähnten Verknappung sehr hoch ist. Es ist ein eigentlicher Fakt, den der Gesamtmarkt nicht wahrnehmen will oder kann. Wohl bis zum Zeitpunkt, wo die Aktien bereits um 50 Prozent gestiegen sind. Dann dürfte der Markt wieder mit Kaufempfehlungen überflutet werden. Wenn wir die Gesamtwirtschaft verfolgen, sehen wir langfristig nur wenige Sektoren, die über ein ebenso hohes und offensichtliches Potenzial verfügen. Minenaktien gelten mit Recht als risikobehaftet, doch wie ist es mit den Finanztiteln? Zurück zu Ihrer Frage – die Antwort ist: Ein konservatives Exposure sollte über 5 bis 10 Prozent in Gold oder gemischt mit einem Minenfonds verfügen. Ein ausgewogenes Portfolio darf auch etwas mehr haben. Der risikofreudige Investor sollte mit mehr als einem Zehntel in dem Sektor investiert sein. 5 HPS: Unsere Meinung haben wir mit dem nahen Kontakt zur Minenindustrie und nicht nach der allgemeinen Marktmeinung gebildet: Ungehört verstummen die dauernden Schreie der Minenbranche, dass sie grosse Schwierigkeiten habe, die weltweite Industrie mit Edel- und Basismetallen künftig versorgen zu können. Und mit der aktuellen Finanzkrise werden ihnen noch weniger Investitionsmöglichkeiten gewährt, um wenigstens die bereits gefundenen Vorkommen abbauen zu können. Dies schlägt sich in höheren Preisen nieder. Trotzdem verhält sich ein jedes Metall im Markt anders. Insofern sind wir davon überzeugt, dass Gold nach der aktuellen Achterbahnfahrt massiv zulegen wird. Silber wird überproportional mitziehen können. Kupfer und Zink laufen in einen echten Lieferengpass und beim Nickel dürfte sich die aktuelle Entspannung noch etwas hinziehen, da der Lagerbestand vorderhand noch etwas ansteigen könnte. Uran dürfte nur schon wieder in den Fokus rücken, weil dessen Abbau ungemein schwierig ist und speziell das Problem der Klimaerwärmung noch keineswegs gelöst ist. > preciouscap.com

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26 PUNKTmagazin N˚ 16/08

Hedge Funds gelten nicht ohne Grund als Königsdisziplin in der Anlagewelt. Hedge Funds sind innovativ. Hedge Funds sind erfolgreich. Die Rolle von spekulativen Anlegern wird quantitativ und qualitativ überschätzt. Dennoch sorgen sie für eine Verstärkung von Trends.

txt: Matthias Niklowitz] Mitte September 2008 hätte die Stunde des Goldes schlagen können: Mit Lehman Brothers flüchtet die kleinste der vier übrig gebliebenen Investmentbanken in das Chapter-11-Insolvenzverfahren und mit AIG gerät der weltweit grösste Versicherungskonzern ins Wanken. «Das hat es so noch nie gegeben», kommentiert Elie Darwish, Analystin bei Exane BNP Paribas. Und der Goldpreis?

Dollar abstürzen zu lassen. «Das spekulative Element ist jetzt draussen», kommentiert Jill Leyland, Ökonomin am World Gold Council in London. Hedge Funds alleine erklären die Goldpreisschwankungen nicht. Die Analysten von Merrill Lynch verweisen auf das Fehlen der Käufer von physischem Gold aus Indien im ersten Halbjahr und ihre Rückkehr an den Markt Anfang September bei Unzenpreisen unter 800 Dollar.

Ein Graben macht sich auf Das sichere Krisen-Edelmetall bewegte sich auf dem vorläufigen Höhepunkt der Kreditkrise zunächst lediglich ein Prozentpünktchen nach oben. «Die Flucht in Liquidität verschont auch nicht die traditionellen sicheren Anlagen wie Gold», kommentiert John Bridges, Analyst bei JPMorgan. Dann gewannen kurzfristig die Ängste um Pleiten im russischen Bankensektor die Oberhand und optionsbezogene Käufer trieben den Preis innert Stunden um 80 Dollar nach oben. Fundamental hat sich nichts verändert. Laut Bridges tut sich ein Graben auf zwischen den an den Finanzmärkten gehandelten Gold-Futures und dem physischen Markt, zu dem auf die mit Golddeckung arbeitenden ETFs zählen. «Die Finanzmärkte realisieren momentan noch nicht die relative Stärke des physischen Goldmarktes», kommentiert Bridges weiter, «und wir wissen nicht, wann der Markt diesen Irrtum erkennen wird; wir erwarten aber noch tiefere Preisniveaus.» Unbestritten ist der immer wichtigere Stellenwert von Finanzinvestoren an den Edelmetall- und Rohstoffmärkten. Insbesonders Hedge Funds und ETFs gelten als Goldkäufer. Laut Alain Bokobza, Hedge-Fund-Analyst bei der Société Générale, hielten Hedge Funds im Frühjahr 30 Prozent der offenen Positionen.

Absicherungsrückzug der Goldminen «Kommt damit der Put wieder zurück?», fragt Analyst Matthew Turner von der ebenfalls gestrauchelten Bank Fortis – denn bemerkenswerterweise haben die Goldminen in den letzten sechs Jahren die Absicherung, das «Hedging» ihrer Verkäufe zurückgefahren, während sich Finanzinvestoren zunehmend für das Gold zu interessieren begannen. Die anderen Finanzinvestoren sind die grossen ETFs, ihre kombinierten Bestände würden sie global zur Nummer sieben der Goldbesitzer machen. Nur die grossen Notenbanken halten mehr. Der Gold-ETF aus dem Hause unserer hierzulande einzigen AAA-Staatsbank ist hier die Nummer drei gemessen am Volumen. Diese ETFs sahen im April einen massiven Rückgang der Mittel und mussten Gold verkaufen; in den folgenden drei Monaten waren sie wieder auf der Käuferseite, wie Analysten der Credit Suisse feststellten.

Stabile Hedge-Fund-Kontrakte Das Niveau der offenen Kontrakte von Hedge Funds lag zwischen Oktober und März ziemlich stabil bei 220 000. In diesem Zeitraum stieg der Preis von Gold von 750 auf 1030 Dollar. Im September 2007 hatten die Hedge Funds ihren Gold-Kontraktanteil hingegen praktisch verdoppelt, der Goldpreis stieg in diesem Zeitraum «nur» von 670 auf 750 Dollar. Und das Gold hatte sechs Monate gebraucht, um sich von 700 auf 1000 Dollar zu verteuern, es vergingen aber lediglich zwei Monate, um die Preise von 984 Dollar auf 740

US-Senatskommission macht Druck Aufgrund der hohen Schwankungen bei den Rohölpreisen sah sich eine US-Senatskommission veranlasst, die Rolle spekulativer Käufer grundsätzlich zu untersuchen. Im Zentrum der Debatte stehen die Käufer von Futures auf Rohstoffe. Zu den von den einschlägigen Börsen ausgewiesenen «nicht-industriellen Käufern» solcher Kontrakte zählen neben Hedge Funds auch gewöhnliche REKORDVERDÄCHTIGE SCHWANKUNGEN (IN USD) 1050 1000 950 900

Grafik: fm AG Quelle: Telekurs

«Numismatisches Tohuwabohu» txt: Cyril Schicker] Oh weh! Es steht eine Geburt, Taufe, Konfirmation, Kommunion, Verlobung, Hochzeit, Chanukka oder Weihnachten vor der Tür, und wie es vielmals so ist, fehlt das passende Geschenk. Die Zeit rennt und rennt und rennt und man spürt, wie der (überaus wichtige) Termin einem schon zementschwer im Nacken sitzt. Dieser wird denn auch immer schwerer und schwerer, denn Teddybären, Halsketten, Schokolade, Socken, Parfüms, Lokomotiven, Krawatten, Playmobil oder Legobausteine passen nicht immer oder überall, geschweige denn zu jeder Person. Was also tun, wenn’s brennt? Fluchtartig das Haus oder sogar das Land verlassen? Sich eine neue Identität anheim fallen lassen? Allesamt gute Ideen, trotzdem sind solche einschneidenden Rettungsaktionen keinesfalls nötig, denn eine mögliche Abhilfe schafft das mannigfaltige Reich der Numismatik. Numismatik steht für Münzkunde; oftmals aber wird auch das Sammeln von Münzen als Steckenpferd so genannt. Selbstverständlich muss man nicht als Hobbysammler oder professioneller Numismatiker gelten, um sich mit (seltenen) Münzen eindecken zu können. Das landläufig wohl bekannteste «Vreneli» – in Münzform – beispielsweise kann bei jeder Grossbank gekauft werden. Das 10-Franken-Stück hat inzwischen einen Wert von ungefähr 80 Franken, wird aber um rund 20 Franken teurer verkauft. Doch die vom Neuenburger Bildhauer Fritz Landry gestaltete Goldmünze steht nicht gerade zwingend für Einfallsreichtum oder Exotik. Das muss auch nicht unbedingt sein. Denn wer sich lieber mit extravaganten Münzen herumschlägt respektive einfach nur gerne Pandas, Kängurus, Adler, Büffel, Springböcke, Ahornblätter oder Philharmoniker hat, dem seien folgende «Goldstücke» ans Herz gelegt: China Panda, Australian Nugget, American Eagle, American Buffalo, Krugerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker. Allerdings ist der «Spread» (so wird im Jargon die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs genannt) extrem gross, was die guten Stücke sehr teuer macht. Wer dies den Banken oder Münzhändlern nicht gönnt, dem steht die Möglichkeit eines Zoobesuchs offen. Dort gibt es ja auch unzählige exotische Tierarten – ebenso auf mikroskopisch kleinstem Raum ...

SEE YOU LATER, SPECULATOR

850 800 750 700 07.2008 Goldpreis

09.2008


Die Rolle der Index-Investoren Hedge Funds, die wegen der Kreditkrise Gold gekauft hatten, verkaufen jetzt – wiederum wegen der Kreditkrise und bauten laut den Analysten der Société Générale ihre Bestände in der zweiten Augusthälfte deutlich ab. Da waren die Preise bereits ins Rutschen gekommen. Praktisch gleichzeitig mit der CFTC-Studie veröffentlichten einige US-Abgeordnete eine Gegenstudie. «Index-Investoren sind jetzt der stärkste einzelne Faktor im Commodity-Markt», liess deren Sprecher Michael Masters, ein langjähriger Hedge-Fund-Manager, verlauten. Das Timing war indes unglücklich – «See you later, speculator», kommentierte das Wall Street Journal. DIE GRÖSSTEN GOLD ETFs (IN MRD. USD) Name

Tonnen

Wert

Anbieter

SPDR Gold Trust

724,63

21,08

State Street

Gold Bullion Securities

115,82

3,34

Lyxor

iShares COMEX Gold Trust

62,85

1,79

iShares

ZKB Gold ETF

58,98

1,74

Zürcher KB

Grafik: fm AG Quelle: Anbieter, Stand 09.2008

Liquiditätsengpässe drücken Goldpreis «Das spekulative Kaufen und Verkaufen überträgt relevante Informationen über zukünftige fundamentale Angebots- und Nachfrageverhältnisse», meint David Greely, Analyst von Goldman Sachs, «und über die dadurch bewirkte Senkung der Kapitalkosten sinken langfristig auch die Preise von Rohstoffen.» «Beim hier eingesetzten Geld handelt es sich um lediglich überschüssige Liquidität», ergänzt Hajime Kitano, Analyst bei JPMorgan, «und die kann auch wieder rasch abgebaut und verschoben werden.» Genau das findet jetzt statt. Weil unter Druck stehende Goldbesitzer in Zeiten von Liquiditätsengpässen Positionen veräussern müssen, fällt auch der Goldpreis. Dass wich-

Tappen Sie nicht länger im Dunkeln.

tige technische Unterstützungen nicht gehalten hatten, ist ein Hinweis auf die Stärke des Abwärtsdrucks. «Grosse Spekulanten verkauften weiter Gold», erklärt Mary Ann Barteils, Analystin bei Merrill Lynch, den Einbruch.

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institutionelle «Index-Trader» wie Pensionskassen oder eben ETFs. Eine von der Commodity Future Trading Commission (CFTC) in diesem Jahr eingesetzte Kommission untersuchte alle RohölFuture-Abschlüsse der ersten Jahreshälfte – und kam zu einem negativen Befund. Der Anteil der Finanzinvestoren lag bei 13 Prozent und weil es bei den Futures-Börsen nicht um physisch gelieferte Fässer, sondern um Geld geht und die Gewinne eines Käufers die Verluste eines anderen sind, hätte es auch keine Rolle gespielt, wenn der Anteil bei 70 Prozent gelegen hätte.


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30 PUNKTmagazin N˚ 16/08


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Die Lizitationsfirma Christie’s gehört längst zu den absoluten Markführern auf dem internationalen Parkett. Die schmucke Schweiz spielt im von Erfolg gekrönten Auktionsgeschäft eine gewichtige Rolle. Eric Val-

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dieu, Leiter Juwelenabteilung Christie's Schweiz, gewährt spannende Einblicke, bringt interessante Anekdoten und zeigt überdies auf, wie vielfältig die zu spielende Branchenklaviatur tatsächlich ist.

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KOPFSACHE

txt: Cyril Schicker] Christie’s beherbergt ein enorm breit gefächertes Sam-

melsurium an «Angeboten». Darunter fallen beispielsweise Bücher, Memorabilien, Musikinstrumente, Jagd- und Sportgeräte, Skulpturen, Zeichnungen, Kostüme, Weine – aber auch Uhren, Gemälde sowie Schmuck. Die 80 verschiedenen Kategorien sind ein über die Welt verstreutes Kunterbunt. Bezaubernd! Dass Christie’s eine solche Mannigfaltigkeit im Repertoire hat, ist kein Wunder, immerhin operiert das Auktionshaus in aller Herren Länder. ›››

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Und da ist auch Mutter Helvetia mit von der Partie. Der Schweizer Ableger von Christie’s trägt seit nunmehr rund 40 Jahren zum Unternehmenserfolg bei. Im Gesamtkontext des «Lizitationshauses» ist die Bedeutung von Christie’s Schweiz aber nicht nur so gross wie der Schlusspunkt dieses Satzes. Die Schweiz mit ihren rund 7 Millionen Einwohnern trägt mit 8 Prozent einen doch beträchtlichen Teil zum Unternehmenserfolg bei. Schmuckes Wachstumsfeuerwerk Eric Valdieu, Head of Sales und Leiter der Genfer Juwelierabteilung bei Christie’s, umschreibt mit «Schweiz» insbesondere die Städte Zürich, Lugano sowie Genf. Zu der «urbanen Wohlfühloase mit französischem Akzent» meint der Juwelierexperte: «Genf war schon seit jeher ein schmucktechnischer Dreh- und Angelpunkt. Entsprechend war es nur folgerichtig, dass Christie’s erstes europäisches Auktionshaus dort angesiedelt wurde.»

Genf war schon seit jeher ein schmucktechnischer Dreh- und Angelpunkt.

Valdieu hat bereits vor 25 Jahren das Land Christie’s betreten. Zu seinem Aufgabenbereich gehören unter anderem das Einschätzen von Schmuck, das Besprechen oder Aushandeln von individuellen Geschäftsbedingungen sowie das Organisieren zweier bedeutender Schmuckauktionen in Genf. Das Spannende und Angenehme am Beruf sei insbesondere die Vielfalt an Personen und Objekten. Unter seinen Fittichen mauserte sich «sein Rayon» zu einer eifrig sprudelnden Einkommensquelle. Valdieu zu diesem Erfolg: «Unser Jahresumsatz wuchs von 45 Millionen Dollar auf knapp 90 Millionen Dollar – dies in der Zeitspanne von 1991 bis 2007.» Doch woher rührt dieses galoppierende Wachstum? Welche Fähigkeiten braucht es denn überhaupt, um in der Glitzerwelt mit einem Diadem beziehungsweise von Erfolg gekrönt zu sein? Achillesferse des Erfolges Der Schmuckfachmann aus dem Hause Christie’s erachtet insbesondere Leidenschaft, Expertise und Geduld als Achillesferse für den florierenden Geschäftsgang. Valdieu fügt an: «Heutzutage muss man auch innovativ sein und einen Handel so strukturieren, dass auch speziellste Situationen berücksichtigt werden können.» Als ganz evident sieht er in diesem Zusammenhang die Beachtung der persönlichen Lage des Kunden.

Jede Abwicklung eines Geschäftes scheint auf die Klientel massgeschneidert zu sein. Valdieu dazu: «Irgendwie muss man dabei fast auch immer ein bisschen Psychologe sein.» Das verdeutlicht, dass – nebst einem weiteren Eckpfeiler des Erfolges, der Diskretion – modernes Gedankengut unabdingbar ist. Modernität, Innovation aber auch Progression haben längst in der Branche Einzug gehalten, das antiquierte Wesen hat sich bei Christie’s also längst verflüchtigt. Generell scheint die Branche nicht mehr derart verstaubt zu sein, wie es wohl vielerorts noch immer vermutet wird. Der jüngst eingetretene epochale Umbruch auf der Kunstbühne (Stichworte Jeff Koons/ Schloss Versailles) macht Eric Valdieu denn auch nicht zu schaffen. Modern, moderner, Christie’s Im Gegenteil: «Warum sollte es? (Zeitgenössische) Werke, die nicht in traditionellen Umgebungen ausgestellt werden, haben einen wunderbaren, energetischen Einfluss.» In Valdieus Ausführungen schwingt auch kein pharisäischer Unterton mit. Das Auktionsbusiness ist ein Geschäft des 21. Jahrhunderts, das zeigen nur schon die Onlinemöglichkeiten bei Christie’s. «Unsere Kataloge sind seit vielen Jahren online erhältlich. Sie können an jeder Christie’s-Auktion per Internet mitbieten.» Nicht ohne Stolz bringt Valdieu ein weiteres Beispiel: «Wir sind ein rasch operierendes Unternehmen, das es geschafft hat, in Dubai innert 24 Monaten einen Umsatz von 30 Millionen Dollar zu generieren.» Dubai ist einer der wichtigen Austragungsorte für Schmuckauktionen. Die weiteren schmucken Plätze – nebst den helvetischen Orten – heissen New York, London und Hongkong. Aber auch Amsterdam, Mailand und Paris seien gemäss Valdieu Städte, die man berücksichtige. In Bezug auf Christie’s Kundenstruktur aus Ländersicht liegen die Vereinigten Staaten an vorderster Front, gefolgt von der Schweiz und Grossbritannien. Kundenstruktur und -präferenzen Sowohl Russland als auch der Mittlere Osten reifen je länger je mehr ebenfalls zu einer «Erwerbsmacht» heran. Kann man weitergehen und alles über einen Kamm scheren? Mit anderen Worten, wie sieht es eigentlich mit länderspezifischen Kaufgepflogenheiten aus? Welche Nation kauft was, wo liegen die jeweiligen Präferenzschwerpunkte? Der Direktor Juwelenabteilung Christie’s führt aus: «Historische Stücke werden gewöhnlich von Europäern erworben. Zeitgenössischer Schmuck und spezielle Diamanten wandern in die Sammlungen von Russen, Jade-Kostbarkeiten sind bei den Asiaten sehr beliebt und Naturperlen erobern den Mittleren Osten. Die US-Klientel ist vor allem an Diamantringen, bestehend aus nur einem Stein, interes-

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siert.» Die internationale Ausrichtung ist sicherlich ein Grund für das anhaltende geschäftliche Aufblühen. Wohl gerade auch dann, wenn sich das Wachstum einzelner Volkswirtschaften als Pferdefuss entpuppt. Was meint der Experte zum Thema Schmuck als Anlagefluchtort in Krisenzeiten? Ist dem tatsächlich so? «Nein, nicht wirklich. Unsere Schmuckabteilung ist über die letzten 15 Jahre kontinuierlich gewachsen. Es gab in dieser Phase Zeiten der finanziellen Engpässe wie auch des wirtschaftlichen Wohlstands.» Mit Sotheby’s im Nacken Ein Kausalzusammenhang zwischen Weltwirtschaftskrisen und überproportionalen Gewinnergebnissen besteht demnach nicht. Gemäss Valdieu hieven gerade die globale Ausrichtung Christie’s sowie deren innovative Geschäftsstrategie und rasche Implementierungskünste einschneidender Änderungen das Auktionshaus auf den ersten Podestplatz. An Christie’s Fersen hat sich schon seit längerem Sotheby’s geheftet. Sotheby’s kann zwar für sich proklamieren, das teuerste Kunstwerk versteigert zu haben, vom Umsatz her betrachtet ist Christie’s jedoch führend: «Über die letzten zehn Jahre hinweg hat es Christie’s neun Mal geschafft, Leader zu sein. Der Schmuckbereich hat sogar seit 15 Jahren die Führungsposition inne.» Der Schmuck-

63 Juwelen, die allesamt die Dollar-Million-Grenze überschritten, sei Dank.

Professional gewährt noch tiefere Einblicke in die Bücher: «Im vergangenen Jahr hat dieser Bereich alleine stolze 395 Millionen Umsatz generiert, die höchste je erzielte Summe eines Auktionshauses. Der Marktanteil betrug – dank 63 Juwelen, die allesamt die Dollar-MillionGrenze überschritten – 57 Prozent.» Jade und die Sprachprobleme Dass die Preise derart sphärische Höhen erreicht haben, dafür zeichnet sicher auch die damit verbundene Emotionalität verantwortlich. Schmuck gilt nun einmal als Seelenspiegel, Sprachrohr der Seele oder Seelenthermometer. Absurditäten oder Amüsantes gibt es entsprechend immer und überall. «Das stimmt absolut. Wir müssen stets offen sein für alles Mögliche. An einem Tag öffnet sich vielleicht Alibabas Räuberhöhle vor Ihren Augen, am nächsten Tag könnte sich diese aber gerade vor Ihren Augen schliessen.» Der «Schmuckdinosaurier» erwähnt diesbezüglich ein Jade-Schmuckstück, das Ende der 80er-Jahre nicht nur mit einem Bohrer – der Schlüssel fehlte – aus

KOPFSACHE

dem Schliessfach hat herausgeholt werden müssen, sondern bis heute auch den höchsten Verkaufspreis, 9,3 Millionen Dollar, erzielte. Valdieu habe es beim ersten Anblick fast die Sprache verschlagen. Diesem bleibenden ersten Eindruck zum Trotz: Jade-Trouvaillen würden in absehbarer Zukunft nicht besonders von sich reden machen. Ein enormes Preissteigerungspotenzial attestiert Valdieu hingegen besonders den farbigen Steinen höchster Qualität. «Meines Erachtens erleben in den nächsten Jahren hauptsächlich Rubine aus Burma, Saphire aus dem Kaschmir und Smaragde aus Kolumbien eine Preissteigerung.» Damit geht wohl ebenfalls eine turmhohe Emotionalität einher, alleine schon wegen solchen Auguren. Misanthropische Tentakel Ganz passend kommt Valdieu nochmals auf das Thema Emotionalität zu sprechen: «Wenn man sich zum Verkauf eines Gegenstandes entschliesst, mit dem man Jahrzehnte verbracht hat, trennt man sich automatisch auch von dessen Erinnerung.» Dekade – ja zuweilen gar Dezennien – ist ein gutes Stichwort, können doch Jahre ins Land streichen, ohne dass ein Schmuckstück den Besitzer oder die Familie wechselt. Diesbezüglich gilt es, eine von Christie’s Hauptprioritäten, die Sorgfaltspflicht, herauszustreichen. Die misanthropischen Tentakel sind längst schon in alle Bereiche vorgedrungen, auch in diejenigen des Schmucks. Valdieu dazu: «Alle historischen Schmuckstücke, die wir anbieten, müssen genauestens auf ihre Herkunft geprüft werden.» Mit ernster und zufriedener Miene erzählt er weiter: «Man muss wissen, was man anbietet. Christie’s reicht alle Kataloge bei der «Abteilung für abhandengekommene Kunstobjekte» ein, um sicherzustellen, dass keine gestohlenen Gegenstände in unserer Angebotspalette enthalten sind.» Die Welt bei Christie’s scheint vollends in Ordnung zu sein. Eric Valdieu, der sich als Glückspilz sieht und überaus glücklich ist, seine Passion zum Beruf gemacht haben zu können, kann sie auch nur so geniessen. DAS AUKTIONSHAUS CHRISTIE’S

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Diamanten bringen nicht nur Frauenherzen zum Schmelzen. Diamanten oder besser gesagt ihre unzähligen Eigenschaften sind in etlichen Wirtschaftszweigen sehr gefragt. Egal, ob Schmuck, Medizin, In-

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dustrie, Film oder das Anlageuniversum als solches – der König der Edelsteine alias Stein des Anstosses versprüht überall seine Funken. Selbst in volkswirtschaftlichen Lehrbüchern stolpert man darüber.

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txt: Cyril Schicker] Der Inhalt besteht ausschliesslich aus kubisch-kristalli-

siertem Kohlenstoff. Der Name stammt aus dem Spätlateinischen, hat zudem einen griechischen Anstrich und steht für «Unbezwingbarkeit». Viele, zumeist schwarze Hände haben danach geschürft, viele Menschen sind daran gestorben oder einfach ausgenutzt respektive Opfer einer beispiellosen und schrecklichen Gier sowie Gewalt geworden. Die Rede ist vom Diamant, dem neben Graphit und den Fullerenen wohl härtesten bekannten Mineral. Sein kubisches Kristall- ›››

EDLER STEIN UND ZANKAPFEL ZUGLEICH, DER DIAMANT punktmagazin.com 35


system, meistens rund 111 Flächen beinhaltend, bringt das Auge zum Tanzen und nicht wenige Herzen zum Flattern. In erster Linie denkt man da gerade an das Frauenherz. Das ist weder verwerflich noch falsch, gilt doch der Diamant als der Schmuckstein schlechthin. Heilendes Wunderkind – der Diamant Zur Herstellung von Schmucksteinen eignen sich allerdings nur ganz klare und einkristalline Diamanten. Das sind schliesslich nur noch rund 25 Prozent der weltweiten Fördermenge, die gemäss Rolf Zibung, seines Zeichens Chefeinkäufer beim traditionsreichen Juwelier Bucherer, per Ende 2006 ungefähr 177 Millionen Karat betrug. In Tonnen ausgedrückt sind das gut 35 000 – und davon finden knapp 9000 ihren Platz in der funkelnden Schmuckwelt. Wofür aber wird «der König der Edelsteine» denn sonst noch verwendet? Diamanten beheimaten eine Fülle von Verwendungszwecken. So etwa finden sie Anwendung in der Medizin/Heilkunde, wo man dank der «funkelnden Vollendung» Verstopfungen der Herzkranzgefässe und Krankheiten an Nieren oder Blase vorbeugen kann. Zudem wirkt der Diamant besonders auf das Gehirn und trägt des Weiteren zu einer guten Narbenheilung bei. Dem ist aber nicht genug; der sogenannte «Hüter des Geistes» sorgt nebenbei auch noch für Ausgeglichenheit sowie Selbstachtung und unterstützt die Willenskraft während einer Fasten-/Entziehungskur oder Rauchentwöhnung. Wie ein Wiegenlied ... Gerade vom börsentechnischen Standpunkt her gesehen ist Ausgeglichenheit eine Stärke, denn zu sehr lässt sich der Anleger von emotionalen Schwankungen leiten oder treiben (mehr dazu im Punkt Magazin #15: «Die krude Welt der Verhaltensökonomik»). Das führt zumeist in eine Sackgasse respektive hemmt die positive Performanceentwicklung. Sollte die Seelenruhe dennoch nicht eintreffen, kann man den Diamanten in Gold oder Platin fassen, dies nämlich beschert dem Besitzer eine noch entspannendere Wirkung – auf sein Nervensystem. Jedoch sollte man sich nicht zu sehr der heilenden Wirkung hingeben, denn nicht einmal die Weleda AG, das «Unternehmen für die Gesundheit mit rund 1800 Mitarbeitern auf allen Kontinenten» hat Erfahrung damit: «Obschon wir ja einige Metalle und Mineralien zu Heilmitteln verarbeiten, fällt der Diamant nicht darunter», so Michael Leuenberger, Leiter Firmenkommunikation. Dasselbe hört man auch von der diplomierten Heilpraktikerin und Zen-Shiatsu-Therapeutin Vidya M. Ambord von der Praxisgemeinschaft Forchstrasse in Zürich. Man kann

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auch den anthroposophischen Sektor beleuchten wie man möchte, zumindest hierzulande rücken kaum Erfahrungsberichte ins Licht. Ein Stein betört die Weltindustrie Wie bereits angetönt, ist es nicht nur die Schmuckwelt oder die Gesundheitsbranche, die Gefallen finden am betörenden Stein. Die Industrie im Allgemeinen schwört schon fast auf den Diamanten, der zum Beispiel in der Computerchip-Produktion, in der Maschinenherstellung, in der Baubranche, im Transportbereich und im Medizinalbereich Einzug findet. Bricht man die Industriezweige weiter herunter, so wirkt der majestätische Edelstein etwa als Bestandteil von Bohr-, Schneid- und Schleifinstrumenten. Dies bestätigt der Diamantenspezialist Rolf Zibung und fabuliert von einem «wunderschönen Gebiet mit vielen Facetten». Zu Recht, Diamantwerkzeuge sind in etlichen Bereichen ausserordentlich wirtschaftlich, da beispielsweise Ausfallkosten sowie Umrüstzeiten minimiert und gewisse Arbeitsschritte effektiver gestaltet werden können. In den Genuss von Diamanten kommen überdies auch Skalpelle sowie die Abwasserbehandlung und -reinigung. Funkelndes Hollywood Dr. med. Nathalie Krügel Schneider, Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie, von der Praxis Binz Allee in Zürich, relativiert allerdings die Wichtigkeit im medizinischen Anwendungsbereich: «Diamantsplitter werden vor allem bei Feilen und Raspatorien eingesetzt. Diese ärztlichen Instrumentarien werden zu 99,9 Prozent von Hartem dominiert.» Dieser Relativierung zum Trotz: Je mehr man sich mit dem Stein, der angeblich im vierten Jahrtausend vor Christus in Indien das erste Mal gefunden worden sein soll, auseinandersetzt, desto mehr gleicht dieser einem Bauchladen voller löblicher Charakteristiken. Und so erstaunt es auch nicht, dass auch die Halbleiterindustrie (Teilgebiet der Elektrotechnik) gerne auf den Diamanten zurückgreift – um eine bessere Kühlung elektronischer Schaltungen bewerkstelligen zu können. Ebenso wenig «vom Donner gerührt» ist man beim Gedanken, dass das Funkeln ebenso in der omnipräsenten Traumschmiede Hollywood zu sehen ist – und die Kassen klingeln lässt. WELTPRODUKTION VON INDUSTRIEDIAMANTEN (2006) Rang

Nation

01

Australien

Karat

02

Kongo

03

Russland

04

Südafrika

9130

05

Botswana

8000

21 915 (geschätzt) 22 400 15 000

Grafik: fm AG Quelle: US Geo. Survey Minerals Yearbook

iPUNKT

Er blutet, der Blutdiamant Da wäre beispielsweise Guy Ritchies Gangsterfilm «Snatch» (Remake mit Brad Pitt, Jason Statham, Benicio del Toro in den Hauptrollen), der weltweit über 100 Millionen Dollar einspielte. Oder «Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten» mit Michael Douglas, Danny DeVito und Cathleen Turner, der rund 150 Millionen einbrachte. Ein eher neuerer Streich Hollywoods geht mit «Blood Diamonds» einher. Hierbei stecken unter anderem Leonardo DiCaprio und Jennifer Connelly im Sumpf der – der Titel impliziert es bereits – Blutdiamanten. Der Leinwandleckerbissen übertrug der Diamantenindustrie einen argen Schnupfen und war schliesslich der Grundstein, welcher dem Reglement «Kimberly-Prozess» Leben einhauchte. KIMBERLY-PROZESS

> kimberlyprocess.com

Ach ja, der Konfliktdiamanten-Film zog zudem mehr als 150 Millionen Dollar an Land. Addiert man die Einspielergebnisse weiterer Hollywood-Ergüsse wie «Diamantenfieber» (mit Sean Connery als James Bond) oder «Der Diamanten-Cop» (mit David Chappelle als eine der tragenden Figuren) hinzu, überspringt der kühne Rechner locker die 500Millionen-Dollar-Hürde. Australischer Minengigant Dies ist enorm viel Geld; jedoch steht es in keinem Verhältnis zu den aktuellen 15,4 Milliarden Dollar Gewinn des australischen Minengiganten BHP Billiton. Die ergiebigste Diamantenmine liegt übrigens auch im Nordwesten Australiens. Die weltweit grösste Bergbaugesellschaft hat im Ende Juni 2008 abgelaufenen Geschäftsjahr bereits zum siebten Mal in Folge den Rekordgewinn des jeweiligen Vorjahres pulverisiert. An der Bilanzmedienkonferenz war der Konzernchef Marius Kloppers entsprechend zuversichtlich: «Das Umfeld ist intakt.» Dank China sei auch die zukünftige Nachfrage robust, trotzdem aber notiert der Aktienkurs (anfangs Oktober 2008) mit rund 40 Dollar deutlich unter dem Mitte-Mai-2008-Höchststand von gut 85 Dollar. Die Investorengemeinde erachtet insbesondere den stark akzentuierten Kostendruck als gefährlich für die zukünftige Geschäftsentwicklung.


Kostenmässiges Damoklesschwert BHP Billiton hat für Personal, Treibstoff, Explorations- und Produktionsmittel 1,2 Milliarden Dollar mehr ausgegeben als im Vorjahr. Die weiter steigenden Ausgaben dürfen folglich nicht unterschätzt werden und könnten sich durchaus als Damoklesschwert entpuppen. Der Mammutkonzern lässt sich davon nicht beirren und kündigt Investitionen in der Höhe von 90 Milliarden Dollar an, um das Fördertempo weiter zu steigern. Nicht wenige Analysten stehen BHP Billiton positiv gegenüber und erwarten erneute Ertragsverbesserungen. Der zweite Bergbauriese mit Hauptsitzen in Melbourne sowie London, Rio Tinto, hat eine noch erfreulichere Gewinn- und Umsatzentwicklung hinter sich. Ende August 2008 verkündete der Konzernleiter Tom Albanese die jeweilige Verdoppelung (6,9 Milliarden Dollar Gewinn, 27,2 Milliarden Dollar Umsatz) im Vergleich zum Vorhalbjahr. Das Wachstum allerdings war hauptsächlich von der Übernahme des kanadischen Aluminiumherstellers Alcan getrieben. Dessen ungeachtet dürfen als grosse Leistung die Produktionsrekorde von sieben Rohstoffen herausgestrichen werden. Minenkonzern im Börsenstrudel Analog BHP Billiton wurde das rosige Ergebnis von der Börse kaum honoriert. Der Aktienkurs ist inzwischen eine Million Lichtjahre vom Höchst entfernt. Gründe für das muntere Preispurzeln sind in den rückwärtsgetriebenen Rohstoffpreisen, den steigenden Kosten und der etwaigen Wirtschaftswachstumsverlangsamung Chinas zu sehen. Der Konzern selber sieht das ganz anders, ist guter Dinge und visiert wie BHP Billiton steigendes Fördertempo an. Die Chancen, dass es dem Konzern in absehbarer Zukunft abermals gelingt, den Ertrag zu steigern, sind denn auch intakt. Pflastert man seinen Weg anstelle von Steinen mit Diamanten, so scheint es, als komme man fast automatisch mit Schmuck, Heilung, Medizin, Schauspielerei, Bergbau oder Industrie im Allgemeinen in Berührung. Die Fülle von Charaktereigenschaften des Königssteines macht es möglich – und führt mitunter auch dazu, dass der Investor den Glanz in den Augen auch in turbulenten Zeiten nicht verliert. Wer aber von all dem nichts hält und sich viel lieber volkswirtschaftlich weiterbildet, der kann mit dem Schulbuch-Ökonom Adam Smith und seinem Diamanten-Wasser-Paradoxon «anbandeln». Ein Mehrwert – hier einfach in Form von Wissen – ist auch da in Reichweite. Und sollte nicht unterschätzt werden. Wissen und Zeit (siehe auch «Lebensart-Art» auf Seite 55) gehören nicht ohne Grund zu den kostbarsten Gütern auf der Welt.

DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI! txt: KHC] Was für eine steife Brise bläst uns da frontal ins Gesicht? Freude herrscht weniger, meine Damen und Herren. Die Börsenereignisse überschlagen sich förmlich. Dabei lupfte es fast noch unseren Finanzminister, den Hans-Rudolf Merz, aus den Angeln des Lebens. Weiterhin gute Besserung! Ein Ende ist wohl kaum in Sicht. Im Gegenteil, die Infizierung auf unsere allgemeine Marktwirtschaft steckt noch gänzlich im Kinderschuh. Den prächtig wärmenden Wintermantel streifen wir uns also nicht nur der Jahreszeit wegen über, sondern werden diesen sicherlich bis weit in den nächsten Sommer hinein tragen. Schluss mit Lustig, liebe Freunde der ewig steigenden Kursverläufe! Der mondäne ZickZack hat Saison. Und dies sogar bei wahren Werten wie Gold, Silber oder Kupfer. «Dies legt sich wieder», sagen Sie? Bei wahren Werten sogar meist schneller und stabiler. Doch wieso warten? Krisen ergeben Chancen. Und Chancen soll man ergreifen, wenn sie sich bieten. Mit dem nötigen Kleingeld, einem wachen Verstand, bisschen emotionslosem Handeln und ein bisschen noch mehr Geduld liegen Sie auf der Sonnenseite. In Tat und Wahrheit lassen sich jedoch zu viele Grossanleger und Spekulanten von den Kapitalmarktturbulenzen einschüchtern, basteln weiter an ihrer Risikominimierung und helfen so tatkräftig mit, die Negativspirale der drohenden oder bereits bestehenden Rezession in Schwung zu halten. Nun denn ... «rare Edelmetalle» ist hier aber eigentlich der Aufhänger. Ich recherierte mich bis nach Kasachstan und könnte von der Ausbeutung kasachischer Minenarbeitern und trauernden Witwen klagen. Ihnen aufzeigen wie viel Unzen Gold das Unternehmen KazakhGold jährlich fördert. Wie viele Millionen die Europäische Union für den Ausbau von Minen in Kasachstan ausgeben und bei welchen UranMinen sich Toshiba einkaufte ... Es deprimierte mich ein bisserl. Zur Ablenkung kochte ich mir schnell einen uranimatisierten Silberfisch auf Rahmspinat. Anstelle von Silberfisch geht nach Rezept auch Goldfisch. Schmeckt mir in Wahrheit fast noch lieber. Anschliessend hockte ich mich vor meine Flimmerbüxxe. Langeweile ... Eisenhartes Zappen, sodass ich mir dabei gleich einen Nagel schürfte; zapp ... cashTV auf SF2 mit Anton (Redaktor cash.ch und cash-Börsenexperte) im Interview. Seine Stimme hell und lieblich zart mit einer seltsam nuancierten Bestimmtheit. Vokablen prasseln auf mich ein, ohne mich den Zusammenhängen annehmen zu können. An wen erinnert mich Anton? Minuten des Leidens. Seine Tonalität gequälter Süsslichkeit,

KOLUMNE

fast verblüffend ähnlich derer des Mike Shiva (Hotline-Wahrsager mit schaurig traurignervigen TV-Werbefenstern). Anton und Mike, vielleicht Brüder? Der Eine spiritueller Abzock-Wahrsager und -Kartenleger, der Andere zum neuen, vom cash.ch gepushten, Börsenpropheten? Vor lauter Süsse wurde mir ein wenig übel und wünschte mir lieber den auf seinem Goldesel daher gerittenen Pierre Brice mit Blutsbruder (good) Old Shatterhand auf meine Mattscheibe, auf der Suche nach dem Schatz vom Silbersee. Oder gar zwei sich liebende Cowboys, die sich in Brokeback Mountain wegen gezinkter Postkarten auf die Münze geben, dass es kesselt; zapp ... Steven-Seagal-Movie (Produzent, Co-Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in einem); zapp ... Ein paar kleine Chinesen machen auf Karat(e)-Tiger und drehen ein paar beim Messingklau ertappten Zigeuner durch den Fleischwolf. Alles nur kopiert und abgekupfert; zapp ... Getarnt, verdrahtete Men-in-Black-Spione observieren fleissig, um dann dem brillianten Winnetou seinen Schatz abzujagen. Und spiel mir das Lied vom Tod und lass ja den Golfinger dort in der Ecke stehen. Denn als Gladiator wirst Du geboren, als Titan wirst Du sterben. Aber jetzt noch nicht. Zuerst gilt es, die getarnten Men in Black aufzumischen, damit der Schatz beziehungsweise Ring sicher in die Obhut der haarigen Hobbits gelangt. Und so tun wirs am besten dem Frodo gleich und werfen all unsere Schätze in den Tigel des ewigen Feuers bei Mordor, um der bösen dunklen Macht ein jähes Ende zu bereiten. Das goldene Kalb geopfert, keine glänzend Regeln in Stein gemeisselt. Dafür den Maximus Decimus Meridius in Bronce gegossen. Ich schenk mir den goldenen Oscar und warte auf meine wohlverdiente platinene Schallplatte; zapp-zapp ... Wieder wach! Das böse Palladium meines LCD-Schirmes verstrahlte mich.

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INDIREKTE ANLAGEN ÜBER MINENFIRMEN-INDIZES txt: Olivier Bühler] Edelmetalle sind aus dem täglichen Investorenleben gar nicht mehr wegzudenken. Die ganze Schmuck- oder Automobilindustrie, die Medizin, die Technik im Allgemeinen – überall werden heutzutage Edelmetalle eingesetzt. Und das nicht zu knapp. Daher ist es auch eher erstaunlich, dass es kaum Indizes gibt, die sich aus Unternehmen, welche sich der Edelmetall-Schürfung widmen, zusammensetzen.

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Viele Edelmetalle sind wichtige Rohstoffe, die aus dem Investoren-Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Dementsprechend sollte man auch davon ausgehen können, dass es eine ganze Palette an Referenzindizes gibt. Die Realität jedoch belehrt uns, einmal mehr, eines Besseren.

signifikantes Engagement, das direkt vom aktuellen Goldpreis abhängig ist, eingehen zu können, ohne dabei selber direkt in Gold zu investieren. Die Indexzusammensetzung wird jedes Quartal neu angepasst, damit jede Aktie die zugeordnete Gewichtung fair spiegelt. Der PHLX-Gold-and-Silver-Sector-Index (oftmals auch als XAU-Index bezeichnet) wurde 1979 mit einem Basiswert von 100 lanciert. Die Zusammensetzung des Index besteht aus den wichtigsten Gold- und Silberproduzenten der Welt. Im Gegensatz zum AMEX-Gold-BUGS-Index wird hier nicht unterschieden, ob das jeweilige Unternehmen seine Produktion auf der Terminbörse handelt oder nicht.

Firmen müssen daher gemäss der «Industry Classification Benchmark» (ICB) den Subsektoren Gold wie auch Platin und Edelmetalle zugeordnet sein. Somit wären alle BergbauUnternehmen, die sich auf die Förderung und Produktion von Edelmetallen spezialisiert haben, einzubeziehen.

PHLX-GOLD/SILVER-SECTOR-INDEX (IN PT.)

AMEX-GOLD-BUGS-INDEX (IN PT.)

DJ-PRECIOUS-METALS-INDEX (IN PT.)

Ein «Bug» und Gold Die gängigsten sind der AMEX-Gold-BUGSIndex und der PHLX-Gold-and-Silver-Sector-Index. Wie der Name schon sagt, werden hier jeweils Firmen berücksichtigt, die sich der Schürfung von Gold und Silber verschrieben haben. Platin, Palladium oder auch Rhodium sind hier nicht vertreten. Hier bietet etwa der Dow-Jones-Precious-Metals-Index eine Alternative. Es gibt aber noch einen dritten im Bunde, der nachfolgend unter die Lupe gehalten wird. Der AMEX-Gold-BUGS-Index (HUI) wurde im Jahr 1996 von der American Exchange (Amex) lanciert und ist wohl der bekannteste Index auf goldfördernde Bergbauunternehmen. Dabei handelt es sich um einen in Dollar modifizierten, gleichgewichteten Preisindex. Das Spezielle an der Konstruktion des Index ist die Tatsache, dass nur diejenigen Firmen einfliessen, die ihre Goldproduktion nicht an der Terminbörse absichern, daher die Abkürzung «BUGS», die für «Basket of Unhedged Gold Stock» steht.

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Grafik: fm AG Quelle: Telekurs

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Grafik: fm AG Quelle: Telekurs

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09.2008

Grafik: fm AG Quelle: Telekurs

Direkte Goldkursabhängigkeit Damit soll gewährleistet werden, dass der Wert der einzelnen Aktien direkt vom aktuellen Goldkurs abhängig ist. Der Index bietet dem Anleger somit ein Instrumentarium, ein

Nicht (Super-)GAU, sondern XAU Dies hat zur Folge, dass der Indexwert viel weniger vom aktuellen Preis der beiden Edelmetalle abzuleiten ist, da der «Firmenvalue» von abgesicherten Produzenten einer geringeren Volatilität ausgesetzt ist. Der «XAU-Index» ist als kapitalgewichteter Preisindex konzipiert und notiert in Dollar. Momentan werden darin 16 Gesellschaften der Branche berücksichtigt. Die Komponentenzusammensetzung wird, wie auch beim «HUI», jedes Quartal neu angepasst. Der jüngste von den drei Indizes ist der von Dow Jones lancierte Dow-Jones-Precious-Metals-Index. Die erste Börsennotierung fand im April 2002 statt, basierend auf einem Kurs von 100 per Ende 2000. Der «Edelmetall-Benjamin» aus dem Hause Dow Jones bietet gegenüber den beiden anderen Indizes eine echte Alternative, denn hier werden nicht nur ausschliesslich diejenigen Unternehmen berücksichtigt, die Gold und Silber produzieren, sondern auch jene, die den Bergbau der Platinmetalle betreiben. Die

Alternative mit Haken Das Ganze hat einen Haken, denn es werden nur diejenigen Firmen einkalkuliert, die an einer amerikanischen Börse als Aktie oder ADR gelistet sind. Somit kann es vorkommen, dass ein Unternehmen nicht in den Index einfliesst, obwohl es zu den grössten Produzenten eines Edelmetalls gehören würde. Ferner wird nicht explizit erklärt, ob nur Unternehmen berücksichtigt werden, die ihre Produktion nicht an der Terminbörse handeln oder ob auch solche einfliessen, die ihre Fabrikationen an der Terminbörse «hedgen». Insgesamt werden 13 Unternehmen berücksichtigt, wovon zehn davon dem Gold- und Silberbergbau zuzuordnen sind, die restlichen drei dem Bergbau der sogenannten Platinmetalle. Die einzelnen Gesellschaften werden nach deren Marktkapitalisierung, bereinigt um den Streubesitz, in den Index aufgenommen. Eine Neuberechnung und Neuzusammenstellung wird bei diesem Index nicht systematisch durchgeführt, sondern wenn es die Notwendigkeit erfordert. Der Index wird als Preis- und Performance-Index geführt. Trotz der Tatsache, dass der Index nur Titel, die an einer US-Börse kotiert sind, berücksichtigt, bietet er Investoren eine gute Basis, um indirekt von der Entwicklung der Edelmetallpreise zu profitieren. Allen gemeinsam ist das Risiko respektive minimiert es sich durch das Index-Engagement.

220 170 120 70 01.2001 DJ-Precious-Metals-Index

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txt: Rino Borini] Edelmetalle haben in jüngster Vergangenheit ein «Revival»

gefeiert und stehen vermehrt im Fokus der internationalen Anlegerschar. Die Edelmetalle zählen zu einer eigenen Investmentklasse und dürfen in einem diversifizierten Portfolio heute nicht mehr fehlen. Nebst der Funktion als Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel, Letzteres gewinnt wieder an Bedeutung, bieten die seltenen Metalle einen sicheren Zufluchtshafen in Zeiten globaler Krisen. Ein extremes Fluchtverhalten ist aktuell am Beispiel des «American Eagle» oder des «südafrikanischen Krügerrand» festzustellen. Investoren stürmen regelrecht die Händler/Verkäufer von Münzen. Zeitweise musste der Verkauf, wegen fehlenden Lagerbeständen, gar eingestellt werden. Knappe Ressourcen Im Unterschied zum Papiergeld können Edelmetalle nicht unendlich hergestellt werden, sie sind beschränkt. Und was rar ist, steigt normalerweise im Preis. Zudem hat sich in den USA der grösste Schuldenberg der Geschichte angehäuft. Um dies auszugleichen, druckt die Regierung Unmengen neuer Greenbacks. Das kann sie, weil die Währungsdeckung durch Gold abgeschafft wurde. Wenn aber pausenlos neues Geld gedruckt wird, sinkt sein Wert zwangsweise. Die notwendige Konsequenz heisst Inflation. Inzwischen packt sogar Alan Greenspan das Entsetzen. Er sagt einen dramatischen Anstieg der Inflation voraus, die schon jetzt bei 4,5 Prozent liegt. Unter dieser Entwicklung gilt folgender Satz wohl erst recht: «Gold is money and nothing else.» Auch die renommierte Financial Times titelte schon im Januar 2008: «Gold is the new global currency». Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage hat sich in den letzten Jahren weiter ausgeweitet. Dies nicht nur beim Gold, sondern auch bei vielen anderen seltenen Metallen. Dass dem so ist, hat auch Barrick Gold untermauert. So überraschte das Haus mit der Aussage, wonach der Goldpreis innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre deutlich höher sein wird, nachdem die Minenproduktionen wesentlich stärker als angenommen sinken werden. Ferner gilt es die steigende Nachfrage aus Schmuckbranche und Industrie zu beachten. Obwohl die Schwellenländer, allen voran China, in den letzten Monaten eine Wachstumsdelle verzeichnen mussten, steht dort die zweite Phase der Industrialisierung kurz bevor. Profiteure sind Rohstoffe, die in der Industrie und Infrastruktur benötigt werden. Dazu gesellen sich die gesellschaftlichen Veränderungen, sprich die zunehmend steigende Kaufkraft des Mittelstandes.

PLUS ...

Nicht nur eine Kursrichtung Diese Faktoren beflügeln die Edelmetalle. Doch die Kurse werden nicht einfach ins Uferlose laufen. Es ist mit Gegenverkehr zu rechnen. Wie bei jedem Investment nicht nur in eine Richtung. Die jüngsten Turbulenzen sowie Fundamentalfaktoren sprechen klar für weitere Steigerungen. Doch nicht jedes Metall profitiert gleich. So gilt es die Eigenheiten eines jeden einzelnen genau zu verstehen. Der Platinpreis etwa hat sich in Bezug auf seinen «Peak» im Frühling 2008 nahezu halbiert. Nebst Gewinnmitnahmen hat eine nachlassende Platinmetall-Nachfrage zu dieser Korrektur beigetragen. Weiter muss beachtet werden, dass es gut möglich ist – sollte die Anlegergemeinschaft das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte zurückfinden –, dass ein Edelmetallinvestment als «Relikt für Angsthasen» diffamiert werden kann und es zu einem Abgabedruck kommt. Doch kluge Investoren kaufen Gold, Silber und weitere rare Metalle aus einem langfristigen Anlagegedanken heraus, sozusagen als strategischer Portfoliobaustein. Jede Investmenttaktik soll über diverse Klassen strukturiert werden, dazu zählen eben auch die Edelmetalle. Und rund 10 bis sogar 20 Prozent eines Vermögens darf durchaus in die edlen Metalle investiert sein («mehr Informationen zum optimalen Portfolioanteil lassen sich unter investchannel.ch abrufen»). Achtung lieber Investor! Die Anlageprodukte sind vielfältig. So kann dies von einer klassischen Minenaktie, einem Minenaktienfonds über ein physisches Edelmetallinvestment bis hin zu einer strukturierten Lösung, die eine individuelle Rendite- und Risikostruktur aufweist, führen. Jedes Instrument hat seine spezifischen Eigenheiten und vor jedem soll sich der Anleger genauestens darüber informieren und das Produkt auswählen, das am besten zu ihm passt. Gold, Silber et cetera bieten überdies ausgezeichnete Diversifikationsvorteile. Sie schützen ein Investorenportfolio vor Inflation und können in schwachen Börsenzeiten positive Renditepunkte generieren. Fakt ist jedoch, dass die Edelmetallpreise als solche volatil sind und keinerlei Dividenden abwerfen.

MINUS ...

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PRODUKTE

DER LABYRINTH-FÜHRER steht nicht das Produkt per se im Vordergrund, sondern in erster Linie die Risikobereitschaft, der Anlagehorizont sowie die Investmentstory. Wer statt einer nachhaltigen Wertsteigerung weniger reine Tradingabsichten verfolgt, dem sei insbesondere Langfristigkeit und (Anlage-) Konsequenz ans Herz gelegt. Der Erfolg tritt am ehesten dann ein, wenn an der ausgeklügelten Anlagestrategie im Grossen und Ganzen festgehalten wird. Glänzende Metalle können das Portfolio hell erscheinen lassen, beheimaten aber auch einiges an Gefahren. Der gewiefte Investor orientiert sich zuerst an den Risiken.

1:1 MIT DEN EDELMETALLEN Edelmetallkurse beflügeln die Portfoliorendite. Aus Sicht des Anlegers, der gerne kein zusätzliches firmenspezifisches Risiko tragen will, drängt sich hier die Welt der strukturierten Produkte und Exchange Traded Funds (ETF) auf. Dort gibt es nämlich eine Vielzahl von Anlageformen, die nichts anderes abbilden als die Kursentwicklung des jeweiligen Edelmetalls. An der Schweizer Börse werden derzeit vier verschiedene ETFs auf Edelmetalle angeboten, allesamt aus dem Hause ZKB (Julius Bär dürfte folgen). Ob nun Gold, Silber, Platin oder Palladium, alle vier ETFs bilden präzise die Kursentwicklung des entsprechenden edlen Metalls ab. Zudem weisen diese Produkte zwei Vorteile auf: Einerseits sind ETFs dem Kapitalanlagegesetz unterstellt und somit geniessen diese Vehikel den Schutz des

Sondervermögens. Andererseits wird jeder Anteilschein eines ETF mit dem entsprechenden Edelmetall physisch hinterlegt. Diese Edelmetalle liegen im Tresor der AAA-Staatsbank und ein Anteilsinhaber kann sie jederzeit in echtes Edelmetall umwandeln. Alle vier ETFs notieren in Franken und können wie eine Aktie an der Börse ge- und verkauft werden. Doch der ETF-Investor muss sich bewusst sein, dass er bei einer Dollarabschwächung Renditepunkte verpassen kann. Nebst den heimischen ETFs sind weltweit auch weitere ETFs, die in Dollar notieren, erhältlich. Der grösste und liquideste GoldETF ist der SPDR Gold Trust (Symbol GLD). In diesem sind mittlerweile über 21 Milliarden Dollar investiert. Sollte nämlich der Preis des Edelmetalls steigen, jedoch der Dollarkurs fallen, dann könnte

der Investor mit einem währungsgeschützten Tracker-Zertifikat (Quanto) besser abschneiden. Sehr eindrücklich ist dies am Beispiel des Goldpreises festzustellen. Währenddem der GoldETF in den letzten zweieinhalb Jahren ein Plus von 21 Prozent erzielte, konnte das Tackerzertifikat mit dem Börsensymbol GOLDQ rund 34 Prozent zulegen. Dieses Zertifikat bildet den Goldpreis eins zu eins ab und ist auch in Franken notiert. Die Basis ist jedoch der offizielle Goldpreis, und um ein Währungsrisiko zu vermeiden, sichert der Anbieter ABN Amro das Produkt gegen den Wechselkurs USD/CHF ab. Anleger, die einen Goldtracker mit Dollar-Handelswährung suchen, konnten im gleichen Zeitraum mit dem Tracker der Goldman Sachs GLDOE eine Rendite von knapp 60 Prozent erreichen. Grosse Umsätze ver-

MIT BONUS VON EDELMETALLNOTIERUNGEN PROFITIEREN Eine weitere Form, um von Bewegungen (sowohl nach oben wie auch nach unten) der Edelmetalle zu profitieren, sind die sogenannten Bonuszertifikate. Exkurs: Weiterführende Informationen zu den wichtigsten strukturierten Produkten inklusive steuerliche Gegebenheiten liefert PUNKTu-

ell, die «neuzeitliche Finanzbibel». Doch wieder zurück zu den Bonuszertifikaten ... Hier glaubt ein Investor an steigende Notierungen, schliesst aber nicht aus, dass auch ein Kursrückgang respektive eine Kursstagnation stattfinden kann. So weist der breite Goldminen-

Index AMEX Gold Bugs, der übrigens nur Goldminen berücksichtigt, die «unhedged» sind, durchaus weiteres Kurspotenzial auf. Aber auch die Gefahr eines Kursrückgangs respektive einer Kurslethargie besteht. Goldman Sachs hat dazu ein Bonuszertifikat mit einer Lauf-

zeichnete auch der Open-EndTracker der UBS mit dem Symbol PMTAA. Dieses Anlageprodukt notiert in Dollar und partizipiert ebenfalls eins zu eins an der Goldpreisentwicklung (Basis 1 Unze Gold). Auf welches Produkt ein Investor nun setzt, hängt von seinen Präferenzen ab. Er muss Sicherheit (Bonität), Handelbarkeit, Währung abwägen, ebenso, ob er eine physische Hinterlage als sinnvoll erachtet. Vor allem das Gegenparteienrisiko bei strukturierten Produkten muss im Bewusstsein stehen und hier sollte auf alle Fälle immer von verschiedenen Produktanbietern gekauft werden. PARTIZIPATIONSPRODUKTE Fonds / ETFs

Ticker

Gold ETF

CH0024391002

Anbieter

Silber ETF

CH0029792717

Strukturierte Produkte

Ticker

Unze Gold

CH0017820116

ABN

Unze Gold

GB00B0WCCC91

GS

ZKB ZKB Anbieter

Grafik: fm AG Quelle: fm AG, Telekurs

txt: Rino Borini & Cyril Schicker] Metalle beherbergen allesamt eine Fülle an wichtigen, spannenden und teils einzigartigen Anwendungsmöglichkeiten. Entsprechend begehrt sind die meisten von ihnen. Davon profitieren schliesslich alle, sprich auf der einen Seite die Industrie im Allgemeinen und auf der anderen Seite die Anleger. Letztere können sich dank einer Vielfalt an Investmentprodukten – Einzeltitel, klassische Fonds, ETFs, strukturierte Produkte, «physische Engagements» – gesundstossen. Doch gilt es auch hierbei, sich in Bezug auf die eigene, individuelle Anlagestrategie im Klaren zu sein. Diesbezüglich

zeit bis zum 4. September 2012 begeben. Das Bonusniveau beträgt 566 Dollar und der integrierte bedingte Kapitalschutz (auch genannt Barriere) liegt bei 219 Dollar. Notiert nun der AMEX-GoldBugs-Index bei Verfall über dem Bonusniveau, jedoch unter dem Cap von 1004 Dollar, dann wird dem Anleger der Bonusbetrag zurückbezahlt. Dieser profitiert also von einer 100-Prozent-Partizipation. Das Verlustrisiko ist jedoch geringer als bei einem Direk- ›››

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Strukturierte Produkte

Ticker

Anbieter

AMEX Gold Bugs

GB00B1DT0225

GS

S&P GSCI Gold

GB00B15CN427

GS

S&P GSCI Precious Met.

GB00B0XQ3H26

GS

Grafik: fm AG Quelle: fm AG, Telekurs

BONUSINSTRUMENTE

MIT SCHUTZ INVESTIEREN Vor allem in der jüngsten Vergangenheit erlebten die Edelmetalle eine äusserst volatile Phase. Investoren, die sich vor möglichen Kursverlusten absichern möchten, können dazu ein kapitalgeschütztes Zertifikat auf die entsprechenden Edelmetalle einsetzen. Eine Möglichkeit bietet die Bank Vontobel an. Sie hat ein Exchangeable-Zertifikat auf den Basiswert Xetra-Gold begeben. Doch was ist genau der Basiswert Xetra-Gold? Dahinter steckt eine Schuldverschreibung der Emittentin Deutsche Börse Commodities GmbH auf physisches Gold. Dieses Produkt zeichnet sich durch einen 100-Prozent-Kapitalschutz per Verfall aus und der Investor profitiert von einer unbegrenzten Partizipation des Goldpreises. Am Ende der Laufzeit (7. März 2013) sind zwei verschiedene Rückzahlungsmuster zu unterscheiden. Schliesst der Basiswert (Xetra-Gold) unter dem Wandelpreis von 25,64 Euro, wird der Nennwert zurückbezahlt. Sollte hingegen der Basiswert höher

liegen als der Wandelpreis, wird eine definierte Anzahl des Basiswerts, sprich physisches Gold geliefert. Das Produkt mit dem Börsenkürzel ENXEG handelt in Euro und somit geht der Investor ein zusätzliches Währungsrisiko ein, denn der Goldpreis wird in Dollar gehandelt. Als kleines Zückerchen wird dem Inhaber dieses Zertifikats jährlich ein Coupon von 0,125 Prozent ausbezahlt. Es besteht eine weitere Möglichkeit, direkt von der Gold- und Silberpreisentwicklung zu profitieren. Der S&P-GSCI-PreciousMetal-Index bildet den Kursverlauf von Gold- und Silberfutures ab. Der Index ist mit rund 87 Prozent in Gold und mit knapp 13 Prozent in Silber investiert. Mit dem von EFG FP lancierten Produkt (Börsensymbol: EFANT) ist der Investor bei Verfall zu 100 Prozent geschützt und er partizipiert an der Kursentwicklung mit einer Rate von 80 Prozent. Jedoch handelt dieses Zertifikat in Euro. Befürchtet ein Investor eine weitere Dollarschwäche, profitiert er

durch einen integrierten Währungsschutz gegenüber dem EUR/ USD-Kurs. Investoren, die ein direktes Dollarexposure suchen, können mit einem 100-ProzentSchutz auf diesen Index partizipieren – mit dem Zertifikat GSMCP. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass sich der Investor bei Produkten, die sich auf Edelmetallfutures beziehen, mit der «Contango- respektive BackwardationProblematik» auseinandersetzt. «Contango» beschreibt eine Preissituation bei Warentermingeschäften, in der die Terminkurse umso höher sind, je länger die Laufzeit ist. Das Gegenteil von Contango heisst «Backwardation». Im Contango-Fall und bildlich gesprochen sind die Äpfel am Baum teurer als diejenigen auf dem Wochenmarkt. SCHUTZMÖGLICHKEITEN Strukturierte Produkte

Ticker

Exchangeable Xetra-Gold

CH0037904783

Anbieter

VT

S&P GSCI Precious Met.

GB00BOWCKD66

GS

S&P GSCI Precious Met.

CH0036468491

EFG FP

Grafik: fm AG Quelle: fm AG, Telekurs

tinvestment, wenn das Absicherungsniveau (sprich, die Barriere von 219 Dollar) nicht durchbrochen wird. Wird diese Barriere jedoch während der Laufzeit nur schon berührt, dann verfällt der Bonusanspruch und das Investment verhält sich analog eines «Einszu-eins-Trackerzertifikats». Eine attraktive Rendite kann der Anleger zudem in einer Seitwärtsbewegung generieren, sofern das Zertifikat nie die Barriere berührt. Der Anbieter zahlt in diesem Fall einen Betrag von 155 Dollar aus (das entspricht aktuell einer jährlichen Rendite von über 17 Prozent). Im jetzigen Umfeld ist das ein besonderer Leckerbissen. Das Finanzinstitut Goldman Sachs bietet diese Strukturen auch auf das amerikanische Börsenbarometer, den S&P-GSCIGold-Index an.

GÜNSTIGE MINENAKTIEN

Optimaler Einstiegszeitpunkt «Goldsuchende im Anlegerkleid» aber aufgepasst! Grosse Minenkonzerne, allen voran Anglo American, BHP Billiton, Rio Tinto, sind jetzt mit einem durchschnittlichen KGV von unter 10 enorm günstig bewertet. Das Gros der Rohstoffexperten sieht den Einstiegszeitpunkt denn auch als optimal. Den jüngsten Kursein-

42 PUNKTmagazin N˚ 16/08

bruch erachten sie als vorübergehende Korrektur und sprechen in dem Zusammenhang von ungerechtfertigter Übertreibung. Insbesondere dem Gold, da sind sich die Investmentstrategen auch einig, ist in Zukunft eine rosige Preisentwicklung zu attestieren. Dies vor allem deshalb, weil die globale Produktionsmenge der Minen weiter zurückgeht, währenddem die Nachfrage speziell aus den Schwellenländern laufend ansteigt. Dies gilt ebenso für den Fall, dass sich deren Wirtschaftswachstum verringert. Kostenintensives Umfeld Es gilt aber zu berücksichtigen, dass mit den Minenfirmen auch ein relativ hohes Risikomass einhergeht. Einerseits reagieren viele der Unternehmen negativ auf einen starken Dollar, anderseits weiss man nie, ob sich etwa ein Minenunglück ereignen könnte

oder die gewünschte Menge an Edelmetallen tatsächlich gefunden und gefördert wird. Nicht zu unterschätzen sind auch die erschwerten Kreditbedingungen. Gerade jüngere Gesellschaften sind auf viel (Fremd-)Kapital angewiesen. Da die unzähligen Maschinen teuer sind und bis zur jeweiligen Förderung enorm viel Zeit verstreicht (Vorlaufzeit), fallen Ausgaben und Einnahmen nie zur gleichen Zeit an. Die anhaltende Krise an den Finanzmärkten dringt mit ihrem Schatten auch unter die Erde vor, quasi direkt in die «Minengruben». Vor dem Hintergrund all jener Risiken und trotz den allgemein positiven Auguren – sowohl in Bezug auf die Minenfirmen als auch auf einzelne Rohstoffe (Metalle) – ist es für den weniger risikoorientierten Marktteilnehmer empfehlenswert, sich mittels klassischer Fonds, ETFs oder struktu-

rierter Anlageinstrumente zu engagieren. In diesem Umfeld glühen die Gefahrenherde halt eben doch immer wieder, entsprechend kann dem Diversifikations-, sprich Risikoaspekt ruhigen Gewissens ein grosser Stellenwert beigemessen werden. MINENVEHIKEL Aktien

Ticker

BHP Billiton

GB0000566504

Anbieter

N.A.

Rio Tinto

GB0007188757

N.A.

Xstrata

GB0031411001

N.A.

Vale do Rio Doce

BRVALEACNPA3

N.A.

Anglo American

US03485P2011

N.A.

ArcelorMittal

US03938L1044

N.A.

Fonds / ETFs

Ticker

World Mining Fund

LU0075056555 BlackRock

MRB Goldminen

CH0024491901

Gold-Bugs-Index-F.

LU0259322260

Strukturierte Produkte

Ticker

Gold-Bugs-Tracker

CH0017281079

Gold-Bugs-Tracker

GB00B11DPS72

GS

Gold-Bugs-Tracker

CH0014629379

ABN

Anbieter

PMG ABN Anbieter

UBS

Grafik: fm AG Quelle: fm AG, Telekurs, Bloomberg

Minenaktien haben seit anfangs Jahr im Schnitt rund 30 Prozent an Wert eingebüsst, risikoreichere (Junior-)Explorationstitel bis zu 60 Prozent und mehr. Das rohstoffschwangere Börsenbarometer Bloomberg-World-MiningIndex sackte dieses Jahr respektive bis Ende September mit zirka 60 Prozent sogar noch deutlicher ab. Der Grund dafür wird auf breiter Front in dem allgemeinen Kursrückgang der Rohstoffpreise seit Mitte Juli 2008 gesehen.


AUS DEM STOLLEN UND AB INS LICHT ·

Kurserwartung:

·

AKTIEN

·

Profil Investor: Performance

Risikostufe:

PRODUKTE

• • • • •

Die ausgewählten Aktien sind im Bereich der Exploration und Förderung von Edelmetallen anzusiedeln. Grosse Minenkonzerne sind mit einem durchschnittlichen KGV von unter 10 enorm günstig bewertet. Es gilt da zu berücksichtigen, dass mit den Minengesellschaften auch ein relativ hohes Risikomass einhergeht. Viele der Unternehmen reagieren überdies negativ auf einen starken Dollar. Man unterscheidet zwischen bewährten, etablierten Minenunternehmen und sogenannten Junior-Explorationsfirmen. Unternehmen

Währung

ISIN

52-W-Low

52-W-High

Kurs

Performance YTD

Div-Rendite

P/E

EPS

Barrick Gold Goldcorp Inc Newmont Mining Kinross Gold Comp de Minas Buenaventura Gold Fields Ltd Agnico Eagle Mining Anglo Gold Ashanti Coeur d’alene Mines Iamgoldcorp Yamana Gold Harmony Gold Mining BHP Billiton

CAD CAD USD CAD PEN ZAR CAD ZAR USD CAD CAD ZAR GBP

CA0679011084 CA3809564097 US6516391066 CA4969024047 PEP612001003 ZAE000018123 CA0084741085 ZAE000043485 US1921081089 CA4509131088 CA98462Y1007 ZAE000015228 GB0000566504

28.01 26.60 35.80 12.31 50.05 0.67 45.85 172.01 1.36 4.79 7.81 52.10 11.60

54.11 52.48 57.40 27.16 118.70 137.40 82.80 326.73 5.18 10.25 19.78 118.50 22.05

39.77 34.32 38.61 18.01 72.55 81.20 59.40 191.00 1.47 5.77 8.92 78.01 12.09

-4.81 1.54 -20.65 -1.58 71.71 -16.62 9.15 -32.30 -70.12 -28.67 -28.62 12.26 -20.60

0.87 0.53 1.04 0.46 0.99 2.28 0.30 0.54 n.a. 1.04 0.91 n.a. 3.46

17.99 49.42 18.47 80.33 22.34 17.72 71.39 n.a. 29.60 15.45 26.12 62.28 7.81

1.28 0.53 2.09 0.60 1.08 6.83 1.05 -14.22 0.05 -0.14 0.38 -1.99 2.75

·

Kurserwartung:

·

ANLAGEFONDS

·

Profil Investor: Performance

Risikostufe:

• • • • •

Klassische Anlagefonds investieren direkt in Unternehmen ihrer definierten Anlagepolitik. Durch ein aktives Management versucht der jeweilige Fondsmanager eine bessere Rendite zu erzielen als der zugrunde liegende Vergleichsindex. Der Investor profitiert im Konkursfall des Anbieters von einem umfassenden Schutz dank dem Kapitalanlagegesetz und erreicht überdies Diversifikationsvorteile. Fonds

Währung

ISIN

Anbieter

IAM – Gold & Metals Fund AIG Equity Fund Gold BGF World Gold Fund A Investec Global Strategy Fund – Global Gold SGAM Fund – Equities Gold Mines LODH Invest – The World Gold Expertise Fund Strategic Precious Metal Fund JB Gold Equity Fund Swisscanto Equity Fund Gold UBS Equity Fund Gold

CHF USD USD USD USD USD CHF CHF USD USD

CH0014725250 CH0002783535 LU0055631609 LU0345780521 LU0006229875 LU0172583626 CH0019182366 LU0223331439 CH0001223822 CH0002788690

Independent Asset Management AIG BlackRock Investec SG Asset Management LODH CACEIS Fastnet Bank Julius Baer Swisscanto UBS

·

Kurserwartung:

·

EXCHANGE TRADED FUNDS

·

Rendite YTD

NAV

Mgmt. Fee p.a.

weitere Infos

-24.19% -30.00% -30.24% -27.08% -27.87% -29.09% -34.25% -36.87% -28.00% -22.94%

2962.32 285.58 36.24 52.46 21.78 15.85 136.00 146.00 778.95 430.64

1.50% 1.25% 1.75% 1.50% 2.00% 2.00% 1.50% 1.99% 2.00% 1.80%

iam.ch aigpb.com blackrock.com/ch investec.com sgam-suisse.ch lodh.com/funds caceis.ch juliusbaer.com/funds swisscanto.ch ubs.com

Profil Investor: Performance

Risikostufe:

• • • • •

Exchange Traded Funds (ETF) sind Anlagefonds, die an der Börse kotiert sind und permanent gehandelt werden. Sie stellen ein ebenso flexibles und liquides Anlagemedium wie Aktien dar. Da auf ein aktives Management verzichtet wird, können ETFs mit einer deutlich geringeren Management-Fee angeboten werden, als dies bei Anlagefonds üblich ist. Mittlerweile sind an der Schweizer Börse ETFs für alle wichtigen Aktienmärkte und Anlageklassen verfügbar. Basiswert

Währung

ISIN

AMEX Gold Bugs TR EUR LU0259322260 Gold 100g CHF CH0024391002 Palladium 100g CHF CH0029792683 Platinum 50g CHF CH0029792709 Silver 3Kg CHF CH0029792717 Troy Ounce of Gold * USD GB00B00FHZ82 Troy Ounce of Gold * USD US4642851053 Troy Ounce of Silver * USD US46428Q1094 Troy Ounce of Gold * USD US78463V1070 * nicht in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen

Symbol

Anbieter

Dividende

NAV

Performance YTD

Mgmt. Fee p.a.

weitere Infos

MAGB ZGLD ZPAL ZPLA ZSIL n.a. IAU SLV GLD

ABN AMRO thesaurierend ZKB keine ZKB keine ZKB keine ZKB keine Gold Bullion Secs keine iShares keine iShares keine streetTRACKS Gold Trust keine

93.38 3098.87 807.02 1958.46 1397.17 87.56 86.79 13.02 86.66

-26.30% 2.80% -38.70% -29.60% -13.40% 5.22% 2.72% -12.09% 5.41%

0.70% 0.40% 0.50% 0.50% 0.60% 0.40% 0.40% 0.50% 0.40%

abnamromarket.ch zkb.ch zkb.ch zkb.ch zkb.ch lyxorgbs.com ishares.com ishares.com spdrgoldshares.com

punktmagazin.com 43


Was, wenn die Börsen weiterhin schwanken? Hat dann Bastien Girod vergebens 123 670 Unterschriften gesammelt?

Was, wenn die Börsen weiterhin schwanken? Konzentrieren sich dann Investoren auf sichere Werte wie Silber und Gold? Setzt der Goldkurs deshalb zu einem spektakulären Höhenflug an? Dessen Ende nicht abzusehen ist? Interessieren sich Anleger auf einmal auch für Gold als Schmuck? Weil es als Wertanlage und als Geschenk gleichermassen für Freudentränen sorgt? Bekommen die Frauen auf einmal goldene Ohrringe, goldene Colliers, goldene Armbänder, goldene Piercings, goldene Stilettos und goldene Uhren statt SUVs geschenkt? Verschwinden diese je länger, je mehr aus dem Strassenverkehr? Hat dann Bastien Girod für seine Offroader-Initiative vergebens 123 670 Unterschriften gesammelt? Dranbleiben.


PRODUKTE

·

Kurserwartung:

·

KAPITALGESCHÜZTE PRODUKTE

·

Profil Investor: Defensiv

Risikostufe:

• • • • •

Kapitalgeschützte Produkte erlauben in risikobehaftete Anlagen zu investieren, da sie ein Sicherheitsnetz bieten. Entwickelt sich der Basiswert negativ, erfolgt eine Rückzahlung in Höhe des eingesetzten (nominellen) Kapitals mal dem Kapitalschutzfaktor. Steigen hingegen die Kurse an, partizipiert der Anleger zu einem bestimmten Grad am positiven Kursverlauf. Diese Anlageform eignet sich für eher konservativere Investoren. Nachfolgend eine kleine Auswahl an Produkten auf die behandelten Themen dieser Ausgabe. Währung

ISIN

Symbol

Emittent

Gold fix PM Gold fix PM Gold fix PM Gold fix PM Gold fix PM Gold fix PM Gold fix PM Gold fix PM Platin S&P GSCI Gold ER Index S&P GSCI Gold ER Index S&P GSCI Precious Metals Index S&P GSCI Precious Metals Index Silber

CHF EUR CHF EUR USD USD EUR USD USD EUR USD EUR USD USD

CH0043091880 CH0036150461 CH0036150479 CH0044396254 CH0044028543 CH0042995800 CH0036150453 CH0024018035 CH0024018084 GB00B197T017 GB00B1RPWV95 GB00B0WCJX99 GB00B1RPWW03 CH0024018050

ZKB8B3 AUEUZ AUCHF JRGPG CGOLD XAUCP AUEUI VUGOU VUPLU CPCGE GDCPU GSCPD PMCPU VUSIU

ZKB ABN Amro ABN Amro Julius Baer ClaridenLeu ABN Amro ABN Amro Bank Vontobel Bank Vontobel Goldman Sachs Goldman Sachs Goldman Sachs Goldman Sachs Bank Vontobel

Kurserwartung:

·

INDEX-/BASKETZERTIFIKATE

Laufzeit

18.06.2013 11.02.2013 11.02.2013 25.07.2011 25.07.2011 27.06.2011 11.02.2011 21.01.2011 21.01.2011 12.08.2013 06.05.2011 27.01.2012 06.05.2011 21.01.2011

·

Basiswert

·

Schutz / Partizipation

95% / 100% 100% / 95% 95% / 95% 95% / 100% 100% / 100% 95% / 100% 95% / 100% 100% / 73.23% 100% / 71.74% 100% / 100% 100% / 100% 100% / 100% 100% / 100% 100% / 72.14%

Kurs

Performance YTD

weitere Infos

102.20 94.53 93.73 99.35 100.00 96.35 95.01 780.00 1064.00 95.80 117.80 107.60 114.80 1102.00

n.a. -5.17% -5.90% n.a. n.a. n.a. -6.72% -2.74% -21.42% -2.32% 1.69% -1.72% -0.17% -10.64%

zkb.ch/aktienprodukte abnamromarkets.ch abnamromarkets.ch juliusbaer.ch claridenleu.ch abnamromarkets.ch abnamromarkets.ch derinet.ch derinet.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch derinet.ch

Profil Investor: Performance

Risikostufe:

• • • • •

Index- und Basketzertifikate geben die Wertentwicklung des Basiswertes 1:1 an den Anleger weiter. Bei Verfall richtet sich die Kapitalrückzahlung nach dem Kurs des Basiswertes. Zudem bieten diverse Anbieter so genannte Open-End-Zertifikate an. Der Vorteil: Diese Zertifikate laufend endlos, haben also keinen fixen Verfalltermin. Bei der Auswahl sollte auf eine gute Bonität des Anbieters geachtet werden. Viele Produkte werden übrigens in mehreren Währungen angeboten, teilweise mit Währungsschutz. Es lohnt sich bei den jeweiligen Banken sich zu erkundigen. Währung

ISIN

Symbol

USD CHF EUR USD

CH0039194219 CH0039205601 CH0039205627 CH0042990108

TPLCI CPLCI EPLCI TPMCI

USD CHF USD USD CHF CHF USD EUR

CH0028008370 CH0043785010 CH0029237424 CH0025649945 CH0031046946 CH0032517960 CH0038615370 CH0038731193

MLPLA VZPME ADNOP XPTWG ZEDEL GOLWG GOSIP PRMCO

Laufzeit

Kurs

Performance YTD

weitere Infos

UBS UBS UBS UBS

Open-End Open-End Open-End Open-End

1883.00 869.00 892.00 1272.00

n.a. n.a. n.a. n.a.

ubs.com/keyinvest ubs.com/keyinvest ubs.com/keyinvest ubs.com/keyinvest

Merrill Lynch Bank Vontobel UBS Merrill Lynch ZKB Merrill Lynch Merrill Lynch Merrill Lynch

Open-End 04.12.2009 12.02.2010 19.05.2010 20.05.2010 20.07.2010 07.03.2011 28.03.2011

81.60 70.05 109.00 109.60 4288.00 66.00 51.60 58.10

-45.16% n.a. -3.37% -45.42% -17.96% -29.33% n.a. n.a.

mlinvest.ch derinet.ch ubs.com/keyinvest mlinvest.ch zkb.ch/aktienprodukte mlinvest.ch mlinvest.ch mlinvest.ch

Kurserwartung:

·

BONUSZERTIFIKATE

Emittent

·

Basiswert

Indexzertifikate (Trackers) UBS Bloomberg CMCI Platinum Index UBS Bloomberg CMCI Platinum Hedged Index UBS Bloomberg CMCI Platinum Hedged Index UBS Bloomberg CMCI Precious Metals Index Basketzertifikate ML BAC Global Platin Basket VT Precious Metals Basket UBS Gold & Silver Basket ML Platinum & Palladium Basket ZKB Edelmetall Basket ML Goldmine Companies Basket ML Gold and Silver Basket ML Precious Metal Basket

·

Profil Investor: Performance

Risikostufe:

• • • • •

Bonuszertifikate vereinen Partizipation, Performance und einen bedingten Schutz. Der Basiswert kann bis zu der Barriere fallen, ohne dass ein Kapitalverlust eintritt. Hat der Basiswert während der Laufzeit die Barriere nie berührt oder durchbrochen, erhält der Anleger per Verfall eine Auszahlung mindestens in Höhe des Bonus-Niveaus. Basiswert

Währung

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Silber Platin Gold fix PM S&P GSCI Gold ER Index S&P GSCI Gold ER Index S&P GSCI Precious Metals Index S&P GSCI Precious Metals Index S&P GSCI Silver ER Index S&P GSCI Silver ER Index S&P GSCI Silver ER Index

USD USD USD USD EUR USD EUR USD EUR EUR

CH0024018423 CH0024018464 CH0025722338 GB00B1074C76 GB00B0X46L10 GB00B1074B69 GB00B0XNDB71 GB00B1074F08 GB00B0XNTT73 GB00B15CN757

VZDSV VZDPL VZBXA GSBNF GSBOQ GSBNE GSPOI GSBNG GSPOQ GSCIO

Emittent

Laufzeit

Bank Vontobel Bank Vontobel Bank Vontobel Goldman Sachs Goldman Sachs Goldman Sachs Goldman Sachs Goldman Sachs Goldman Sachs Goldman Sachs

16.01.2009 16.01.2009 28.05.2009 24.03.2011 13.01.2012 24.03.2011 17.02.2012 24.03.2011 17.02.2012 10.05.2012

Bonus / Barriere

12.34 / 7.10 1110.19 / 821.60 449.14 / 1122.85 73.17 / 39.40 70.58 / 42.35 127.01 / 68.39 95.52 / 71.64 73.23 / 31.39 46.29 / 32.40 82.74 / 48.27

Performance YTD

weitere Infos

-7.55% -24.44% 2.00% 2.96% 5.25% 1.01% 5.36% -15.51% -12.56% -12.04%

derinet.ch derinet.ch derinet.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch goldman-sachs.ch

punktmagazin.com 45


ABN AMRO MARKET ACCESS AMEX GOLD BUGS INDEX FUND FACTS Produktart: Handelswährung: Valor / ISIN: Börsensymbol: Anbieter: Lancierung: Laufzeit:

Exchange Traded Fund (ETF) USD 2 617 084 / LU0259322260 MAGB ABN AMRO 18.06.2007 Open-End

KENNZAHLEN NAV per 09.10.08: Performance seit Lancierung: TER:

USD 123,31 -12,22% 0,70% p. a.

CHANCEN Unbegrenzte 1:1-Partizipation am zugrunde liegenden Index Breite Diversifikation des Index Täglich an der SIX Swiss Exchange handelbar Sondervermögen, unterliegt dem KAG (Kapitalanlagegesetz)

RISIKEN

Das Produkt und der Markt txt: PMW] Angesichts der steigenden Goldnachfrage wegen der Sorgen um Inflation und Wirtschaftswachstum sowie unsicheren Aussichten für die internationalen Finanzmärkte ist das gelbe Metall weiterhin en vogue. Die hoch hinaufgekletterte Goldnachfrage in den letzten Jahren rückte wiederum die Goldminenunternehmen wieder in den Fokus. Derzeit scheinen diese Unternehmen unterbewertet zu sein, deren Aktienkurse haben zudem die Goldpreissteigerung der letzten Monate nicht im selben Ausmass mitgemacht. Bei Goldminen ist zu unterscheiden zwischen «abgesicherten» und «nicht abgesicherten» Minen (hedged/unhedged). Die in der Vergangenheit oft betriebene Verkaufspraxis auf Termin der Goldproduktion wird im Falle steigender Goldpreisnotierungen zu einem Bumerang. Der AMEX-Gold-Bugs-Index bildet die Wertentwicklung der grössten Unternehmen aus dem Bereich der Goldförderung ab. Der Begriff «Bugs» weist darauf hin, dass die Firmen ihre zutage gebrachten Metalle nicht bereits im Vorfeld auf Termin verkauft haben oder höchstens solche mit einer Laufzeit von weniger als zwei Jahren. Dies bedeutet, dass diese Firmen von einer Hausse im Gold schneller profitieren, entsprechend konträr bei einer Baissephase. Dies kann quasi auch als Hebelfunktion gegenüber dem Goldpreis interpretiert werden. Der ETF unterliegt dem Sondervermögen. Das heisst für den Marktteilnehmer ein minimiertes Gegenparteirisiko von maximal 10 Prozent – dies kann auf die Art und Weise zurückgeführt werden, wie der ETF aufgebaut ist. Ansonsten unterliegt der ETF den gleichen Risiken wie ein direktes Engagement in die zugrunde liegenden Basiswerte. Zudem bildet der ETF möglichst präzise den entsprechenden Index ab.

Aktienkursrisiko Währungsrisiko gegenüber den im Index vertretenen Währungen Keine laufenden Erträge. Dividenden werden reinvestiert

INVESTOR-PROFIL Aktienfähiger Anleger Langfristiger Anlagehorizont

STEUERN CH-PRIVATINVESTOREN

Anlagestrategie und Anlegerprofil Der Investor erwartet mittel- bis längerfristig steigende Aktienkurse der Goldminenaktien. Er sucht eine Beteiligung an Unternehmen, die im Bereich der Gewinnung von Gold tätig sind und profitiert von der gestiegenen Nachfrage nach dem gelben Metall. Der Anleger sucht eine Möglichkeit, mit einer Transaktion breit diversifiziert zu investieren.

Keine Verrechnungssteuer Keine Einkommenssteuer

Wertentwicklung Die Finanzmarktturbulenzen verschonten auch die Goldminenaktien nicht. Der AMEXGold-Bugs-Index notiert seit Anfang Jahr, analog zu allen anderen wichtigen Börsenbarometern, entsprechend im Minus. Während jedoch ein positives Szenario für Gold oftmals auch ein schlechtes Umfeld für Dividendenpapiere bedeutet, so können die Goldminenaktien überproportional von weiteren Goldpreissteigerungen profitieren.

ZUSAMMENSETZUNG – TOP TEN (IN %, STAND 06.10.2008) Unternehmen

Gewicht

Barrick Gold

16,50

Goldcorp Inc.

15,00

Newmont Mining

10,23

Gold Fields

5,50

Iamgoldcorp

5,24

Randgold Resources

5,23

400

Harmony Gold Mining

5,17

350

Compañía de Minas Buenaventura

5,16

300

Kinross Gold

5,16

250

Golden Star Resources

5,05

Grafik: fm AG Quelle: Telekurs

PERFORMANCE (IN %, STAND 06.10.2008)

150 100 50 0 08.2005 AMEX Gold Bugs

46 PUNKTmagazin N˚ 16/08

Zusammensetzung bis Verfall Der AMEX-Gold-Bugs-Index, auch HUI genannt, ist ein in Dollar gehandelter Börsenindex. Das Börsenbarometer bildet die Wertentwicklung von internationalen Goldproduzenten und hauptsächlich Gold fördernden Bergbauunternehmen ab. Das Barometer umfasst die Aktien von 15 internationalen Goldproduzenten, die ihre Goldproduktion nicht an den Terminbörsen handeln oder verkaufen. Der Index wird von der American Stock Exchange vierteljährlich angepasst und Dividendenzahlungen der Unternehmen werden nicht in den Index reinvestiert.

08.2008 MSCI World

Grafik: fm AG Quelle: AMEX

Kein Kapitalschutz


PRODUKTE

INTERVIEW MIT URS KNOBEL

Hotline: Mail: Internet:

KONTAKT-INFORMATIONEN +41 (0) 44 631 62 62 abnamro.pip@ch.abnamro.com > abnamromarkets.ch

Die Finanzkrise führte zu einer Flucht ins Gold und infolgedessen zu stärkeren Goldpreisnotierungen. Minenaktien hingegen haben diese Aufwärtsbewegung in den letzten Monaten nicht im gleichen Ausmass miterlebt. Was sind die Gründe? Aktien von Goldminen respektive Goldproduzenten werden zwar stark vom Goldpreis beeinflusst, jedoch meist mit Verzögerungen. Seit dem Allzeithoch von über USD 1000 je Unze Gold Mitte März dieses Jahres hat aber auch der Goldpreis – mit einigen Zwischenspurten – relativ stark nachgegeben. Hier spiegelt die Entwicklung der Goldaktien eigentlich nur den Trend des gelben Edelmetalls. Dass die Minenaktien seit Mitte Juli 2008 im Allgemeinen markant stärker eingebüsst haben als der Goldpreis selbst, dürfte daran liegen, dass viele Anleger in den aktuell unsicheren Märkten die Hände von Aktien lassen. Die Unternehmen im AMEX-Gold-Bugs-Index sind sogenannte «ungesicherte» Goldminenaktien. Was genau bedeutet die Unterscheidung zwischen «hedged» sowie «unhedged» Aktien und worin liegen die Vorteile beziehungsweise Nachteile? Die Grosszahl der Goldproduzenten sichert den Preis für ihre Goldproduktion ab, indem sie diese am Terminmarkt verkaufen. Sie legen also bereits heute fest, zu welchem Preis sie das geförderte Gold in der Zukunft verkaufen. Dadurch schalten sie das Preisrisiko aus. Die Unternehmen im AMEX-Gold-Bugs-Index gelten als «ungesichert»/«unhedged», weil sie ihre Produktion nur bis maximal 18 Monate in die Zukunft absichern. Diese Unternehmen «hedgen» ihre Goldproduktion nicht oder nur kurzfristig, weil sie von einem zukünftig steigenden Goldpreis ausgehen und von diesem Anstieg profitieren möchten. Zu den Vor- und Nachteilen ist folgendes zu sagen: Die Vorteile der «unhedged» Minenaktien sind gleichzeitig die Nachteile von «hedgded» – und umgekehrt. Steigt die Notierung für Gold, so profitieren die «unhedged» Firmen vom Anstieg, während die «hedged» Unternehmen davon nicht oder nur gering profitieren. Genau umgekehrt verhält es sich bei einem fallenden Goldpreis; durch die Absicherung werden «hedged» Gesellschaften durch einen sinkenden Goldpreis nicht oder weniger belastet als «unhedged» Unternehmen, da erstere ihre zukünftige Produktion bereits am Terminmarkt verkauft haben. «Unhedged» Dividendenpapiere reagieren somit im Allgemeinen stärker auf Veränderungen des Goldpreises.

Urs Knobel, Public Distribution Schweiz, ABN AMRO Bank

Wie ist der Aufbau des Index? Welche Bedingungen müssen erfüllt werden, um als Firma in den Index aufgenommen zu werden? Der Index umfasst aktuell 15 internationale Unternehmen, die sich mit der Goldförderung/-produktion beschäftigen. Der AMEX-Gold-Bugs-Index wurde aufgelegt, um eine Absicherung gegenüber kurzfristigen Goldpreisbewegungen zu schaffen. Wichtigste Bedingung für die Aufnahme in den Index ist deshalb, dass es sich um «unhedged» Aktien handelt, dementsprechend also nur Firmen Eingang in den Index finden, die den Preis für ihre Goldproduktion nicht mehr als 18 Monate in die Zukunft absichern. Sondervermögen und Gegenparteirisiko sind in aller Munde, was sagen Sie Ihren Anlegern in Bezug auf Ihr Produkt? Welche Risiken bestehen? Bei diesem Produkt handelt es sich um einen Exchange Traded Fund (ETF) nach luxemburgischem Recht, also um ein Sondervermögen, bei dem im Falle der Zahlungsunfähigkeit die Vermögenswerte des ETF nicht in die Konkursmasse einfliessen. Da die Abbildung des Index auf Swap-Basis beruht, besteht allerdings ein Gegenparteirisiko – von maximal 10 Prozent. Welche weiteren Möglichkeiten bestehen für den Investor, in das Thema Edelmetalle zu investieren? Neben indirekten Investments mittels Aktien von Minen-/Produzentengesellschaften besteht auch die Möglichkeit, direkt am Kursverlauf von Edelmetallen zu partizipieren. Hier bieten sich beispielsweise Zertifikate auf Gold, Silber, Platin oder Palladium an. Vereinzelte Banken haben auch Edelmetall-ETFs in ihrem Angebot. Eine weitere Möglichkeit – die allerdings mit relativ hohen Kosten verbunden ist – besteht mit dem Kauf von physischem Gold (Silber, Platin oder Palladium) und der Lagerung auf einem sogenannten Edelmetall-Konto.

WEITERE INFORMATIONEN ZU DIESEM PRODUKT

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AKTIVISMUS

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SEELENSPIEGEL, KRÄHENFÜSSE, SPITZBARTH txt: Cyril Schicker] Kundenschmuck zu fertigen ist wohl so intim, wie «Lin-

gerie für das Gemüt» zu schneidern. Während aber Unterwäsche «nur» auf der nackten Haut liegt, berührt Schmuck weit tiefere Schichten. Schmuck hat mit geheimen Wünschen und Sehnsüchten zu tun. Schmuck ist sozusagen auch das Thermometer der Seele. Verkauf von Emotionen Entsprechend ist es für einen Schmuckhersteller unabdingbar, nebst Geschick, Fantasie und Wissen auch Einfühlungsvermögen mitzubringen. Roland Spitzbarth, Silberschmied und Inhaber einer Goldund Silberschmiede in Zürich, zum Thema: «Wir verkaufen vor allem Emotionen.» Und Emotionen werden insbesondere in der Zwinglistadt sehr häufig verkauft, herrscht doch eine enorme Dichte an Juwelieren und Schmuckverkäufern. Spitzbarths Lebenspartnerin, Goldschmiedin und Mitinhaberin, Monika von Wnorowski, sieht folgende Gründe für dieses Tür-an-Tür: «Im Generellen wirken alle auf sehr hohem Niveau, dies zeigt sich schliesslich auch in der vorzüglichen Qualität und dem guten Service.» Weitere Fürsprecher seien noch die grosse Auswahl sowie die hoch gehaltene Tradition. Letzteres geht auch mit Spitzbarth einher; die familiäre und sympathische Firma mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von rund einer Million Franken wird inzwischen von der dritten Generation geführt. Doch wie sieht es sonst aus respektive wie kann sich der «Gold- und Silbervirtuose» überhaupt behaupten? Gold und Platin sind en vogue Wie grenzt er sich von der starken Konkurrenz ab? Der prestigeträchtige Weinplatz – zwischen Altstadt und mondäner Bahnhofstrasse gelegen – kann es alleine ja wohl nicht sein. Oder? «Gewiss, die Lage ist ein Vorteil, der aber bringt den Erfolg nur zu einem gewissen Teil», so der redselige Spitzbarth. Und er fügt an: «Es ist zudem die Perfektion, die Modernität unserer Produkte sowie das Angebot von Silber und Gold.» In früheren Zeiten war Silber tatsächlich äusserst begehrt, musste aber punkto Popularität längst dem (Weiss-)Gold weichen. So oder so, Schmuck ist generationenübergreifend, weshalb heutzutage ein Mangel an Silberschmieden herrscht – nebst Spitzbarth gibt es in Zürich noch den Juwelier Meister –, aus diesem Grund wird Silber nie von der Bildfläche verschwinden. Beim Thema Silber kommt Roland Spitzbarth denn auch ins Schwärmen: «Am liebsten fertige ich kunstvolle Silberplatten an. So viele Nuancen gilt es dabei zu beachten, muss doch die Platte am Ende zu hundert Prozent eben und rein sein.» Au Backe, ein Krähenfuss! Wird beispielsweise der Hammer zu unbedacht angewendet oder der Druck falsch verteilt, entstehen schnell einmal kleine Löcher, sogenannte Krähenfüsse. Diese gilt es dann wieder zu glätten. Jede kleine Unachtsamkeit wirkt sich zugleich auf die Kunst direkt aus. Während also diese Krähenfüsse «in Silber» eher des Teu-

48 PUNKTmagazin N˚ 16/08

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Das Leben eines Gold- und Silberschmieds ist mit viel Arbeit verbunden, gibt aber ebenso viel zurück. Gerade Zürich ist eine Hochburg – sowohl die Konkurrenz als auch die Qualität ist extrem gross respektive hoch. Schönes, Kurioses, Spannendes ...

fels sind, ist zurzeit und vor allem bei Eheringen Weissgold sowie Platin en vogue. Die beiden strahlenden Metalle machen auch gleich rund zwei Drittel des Spitzbarth’schen Angebots aus. Gemäss Spitzbarth ist übrigens Platin das Ultimativste, der hohe Preis absolut gerechtfertigt, das mythenumrankte Palladium hingegen weniger. Eine «Räuberpistole» sei übrigens auch die Meinung, dass Schmuck eine beständige und grossartige Wertanlage darstelle. Roland Spitzbarth: «Insbesondere beim Versilbern wird lediglich der Materialwert berechnet, der meist immense Arbeitsaufwand nie.» So gesehen sollte man sich hüten, sich in Krisenzeiten, wie wir sie jetzt erleben, aus Sicherheitszwecken mit Schmuck einzudecken. Apropos Krisenzeit: Seit dem unheilvollen 9/11 und bis heute sei der Umsatz nie mehr kontinuierlich ausgefallen. Spitzbarth, so paradox es auch auf den ersten Blick erscheinen mag, kann vielmals den Umsatz dann erhöhen, nachdem irgendeine Kalamität eingetreten ist. Umsatzanstieg vor der Krise «Nicht wenige Leute wollen sich oder dem Partner Gutes tun, bevor man von einer öden Durststrecke eingeholt wird», erklärt Spitzbarth. Es zeigt sich einmal mehr, wie emotional das Schmuckgeschäft doch ist. Es wird viel verlangt, es kommt allerdings auch viel zurück. So zum Beispiel, wenn ein Stammkunde voller Freude sowie mit glänzenden Augen den Laden betritt und alle mit Namen begrüsst. Das Schöne hat Überhand, das Krude hält aber mit dem Kuriosen die Waagschale: «Wenn bei einem Kunden die zweite Hochzeit ansteht und seine Zweitfrau die ehemalige noch kennt, dann kann die Situation zuweilen sehr pikant werden», so Spitzbarth. Der Berufsalltag ist gespickt von Unvorhergesehenem, kein Alltag gleicht wohl dem anderen. Dafür sorgen auch die etlichen Zulieferer – vom Edelsteinfasser über den Giesser hin zum Werkzeug- und Rohmateriallieferanten. Seelenbalsam dank Ethik Die Vielfalt, nicht hinsichtlich der Zulieferer, sondern vielmehr in Bezug auf das Angebot, macht es für die Klientel schwierig, sich einen Gesamtmarktüberblick zu verschaffen. Denn rund 80 Prozent der Branche gibt kein Geld für Marketing aus. Das ist auch beim Goldund Silberkünstler Spitzbarth so: «Das Schaufenster sowie Werkstattführungen sind das einzige, was wir in Form von Marketingmassnahmen zu bieten haben.» Und das scheint zu reichen, denn Zufriedenheit strahlt das Paar sichtlich aus. Wohlbehagen im ethischen Sinne darf ruhig auch dem Kunden anheim fallen, wird doch der Moralität im Hause Spitzbarth ein grosses Augenmerk beigemessen (Stichwort Kimberley-Prozess). Selbstverständlich besteht da nie eine 100-Prozent-Sicherheit, da betreibt das kreative «SpitzbarthDuo» keine Augenwischerei. In Zeiten, wo Heuchlerei und Gier wie auch Selbstüberschätzung oder sträfliches Ausblenden von wichtigen Fakten praktisch zum Alltag gehören, ist Ehrlichkeit und Fairness wie Balsam für die geschundene Seele.


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FINANZSTRATEGIEN txt: RB] Die von Tag zu Tag schlimmer

werdende Finanzkrise raubt nicht nur Bankern und Börsianern den Schlaf, sondern in zunehmendem Mass auch den privaten Investoren. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten zeigen in aller Deutlichkeit, dass es bei Geldanlagen keine Garantien gibt. Das ist zwar ein alter Hut, doch der Umgang mit solchen Krisen ist neu. Viele Privatanleger werfen ihre Anlageziele binnen weniger Tage über den Haufen. Standen vor Monaten noch langfristige Konzepte über die Aufteilung des Vermögens in verschiedene Anlageklassen im Vordergrund, so sind die Pläne in Krisenzeiten oftmals nur noch Schutt und Asche. Selten ging die Umschichtung von Vermögenswerten so rasant über die Bühne wie in diesen Wochen. Die meisten Investoren verlieren bei diesem Wechsel aber viel Geld. Anleger fürchten Verluste Vor diesem Hintergrund bringt eine durchdachte und langfristig ausgerichtete Aufteilung des Privatvermögens auf viele Töpfe die beste Versicherung gegen Verluste. Wer sich an eine solche Strategie hält, dem dürften Verluste, die an den Märkten immer wieder vorkommen, auch weniger psychologische Kosten verursachen. Doch das ist in diesem Dilemma leichter gesagt als getan, weil die Psyche den meisten Anlegern auf dem langen Weg zum Vermögen böse Streiche spielt. Investoren fürchten Verluste weit mehr, als sie Gewinne schätzen. Dabei stecken im Kurszerfall auch Chancen. Einerseits sind attraktive Einstiegspreise vorzufinden, andererseits können Investoren bei fallenden Notierungen Geld verdienen. Hätte ein weiser Anleger vor einem Jahr beispielsweise einen Short-ETF auf den DAX gekauft und dies im Sinne einer taktischen (Wett-)Massnahme, um das PortfolioExposure zu verändern, könnte er nun einen Gewinn verbuchen. Der Weg ist das Ziel Einen anderen Weg beschreiten Investoren, indem sie sich Regeln geben, die sie vor schlechten Entscheidungen schützen. Dazu gehört etwa, im Vornherein festzulegen, bei welchem Kursgewinn respektive -verlust man ein Wertpapier (ver-)kaufen will – und sich dann an diese Regel auch zu halten. Trotzdem, der Erfolg der Geldanlage läuft nach dem Prinzip: Langfristig werden die Ziele in der strategischen Aufteilung bestimmt und kurzfristig können taktische «Wetten» zur Portfoliooptimierung eingegangen werden. Doch beim Letzteren ist nicht nur das richtige Marktgespür elementar, sondern auch das Verständnis der modernen Anlageformen (vertieftes Wissen bietet etwa «PUNKTuell – die neuzeitlichen Finanzvehikel»). Doch es gilt festzuhalten, dass jede Krise vorübergeht; ebenso diese – so hart sie auch alle getroffen haben mag. Nur kann leider niemand sagen, wie lange sie dauert und welche Ausmasse sie noch annimmt. DIE LETZTE PUNKTAUSGABE VERPASST?

50 PUNKTmagazin N˚ 16/08

AUSBLICK

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Der philanthropische Gedanken hat in der teilweise halt doch unbarmherzigen Wirtschaftswelt angenehmerweise seinen festen Platz gefunden. Nachhaltigkeit ist demnach nicht nur ein fieser und verdorbener Werbegag, sondern bei vielen Unternehmen oberstes Gebot. Haben aber wirklich auch alle Firmen eine reine Weste? Schwarze Schafe gibt es überall – dies mitunter auch branchen-, länderund sogar personenübergreifend.

txt: Cyril Schicker] Wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Das eine kann nicht

sein ohne das andere – so auch bei den zwei Begriffen aus der chinesischen Philosophie, Yin und Yang. Bei Yang handelt es sich um das Prinzip Sonne, bei Yin um das Prinzip Schatten, der Übergang ist fliessend. Nach chinesischer Auffassung sind Yin und Yang nicht antagonistisch, sondern komplementär. Der Gegensatz ist niemals absolut, wie beispielsweise im Sinne westlicher Vorstellungen von Gut und Böse. Die «Sonnen-SchattenPrinzipien» sind keine Substanzen, Gattungen, Arten oder Kräfte, aber zwei Klassen von Eigenschaften. Yin und Yang ergänzen und bedingen einander, sie lösen einander in rhythmischem Wechsel ab. Das eine kann nicht ohne das andere existieren. Yin und Yang auf der Weltbühne Im Wechselspiel und Miteinander zeigt sich die Weltordnung. Das bedeutet gleichzeitig, dass weder Yin dem Yang (moralisch) überlegen respektive wichtiger ist, noch umgekehrt. Zwar gibt es verschiedene philosophische Zweige, die etwa dem Yin eine deutliche Bevorzugung geben. Aber es gibt – wie überall – ebenso eine Seite, die viel mehr mit dem Yang etwas anfangen kann. Und ähnlich geht es auf der internationalen Wirtschaftsbühne zu. Des einen Leid ist dort quasi des anderen Freud. Anders ausgedrückt: Es gibt in der Firmenlandschaft Menschen, die andern aus verschiedensten Gründen ein Dorn im Auge


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AUSBLICK

KÖNNEN SCHWARZE SCHAFE NICHT AUCH EINE WEISSE WESTE TRAGEN?

sind. Und es wirken Unternehmen, die durch eine – zumindest von aussen betrachtet – «weisse Weste» bestechen. Schwarzes Schaf im reinen Hemd Auf den ersten Blick lassen sich da die Gesellschaften einfach unterteilen. Etwa Rüstungskonzerne, Tabakfirmen oder Casinobetreiber dürften rasch einmal in die Kategorie «schwarze Schafe» fallen. Den eher nachhaltig orientierten Firmen oder solchen, mit denen der Anleger zumindest die Assoziation Nachhaltigkeit pflegt, zum Beispiel der «Wasserriese» Nestlé, wird nonchalant das reine Hemd übergezogen. Was allerdings anfänglich als simple Kategorisierung erscheint, entpuppt sich beim näheren Betrachten als gar nicht so einfach. Auch da sind wie bei Yin und Yang die Grenzen nämlich fliessend. Denn es kann gut sein, dass eine «makellose» Firma ihre Finger flink über die ökologisch-ökonomisch-soziale Klaviatur tanzen lässt, hintergründig aber bösen Machenschaften nachgeht. Zu eng geschnürtes Korsett Dies muss selbstverständlich nicht gleich derart böswillig geschehen, doch alleine schon eine stark bonusgetriebene Geschäftspolitik kann zuweilen stossend sein. Anlegerfallen gibt es auf dem globalen Finanzparkett zuhauf, vielmals spürt es der Investor aber erst dann, wenn er – finanziell – nicht mehr rauskommt. Ein finanziell zu eng geschnürtes Korsett gibt es auch auf Sektoren- oder Länderebene. Welcher Wirtschaftszweig glänzt förmlich, welcher liegt auf der Schattenseite brach, auf welchem Kontinent oder in welchem Land herrscht edeleitel Sonnenschein? Oder an welchem Unplatz auf dieser Welt waltet ein völliges Ungemach? Wo kriegt das Gros der Bürger nicht mehr als nur einen lapidaren Krümel des Reichtums zugesprochen?

NÄCHSTE PUNKTAUSGABE

> Tel. 044 277 75 30

> info@punktmagazin.com

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ZEIT ODER ZONE – ODER BEIDES txt: Cyril Schicker] «Die Zeit ist die Larve der Ewigkeit», fabulierte Andreas Gryphius, einer der berühmtesten Lyriker und Dramatiker des deutschen Barock. Dies liegt allerdings schon eine Weile zurück, trotzdem geht damit doch ein visionärer Odem einher. Und an Aktualität hat es nichts verloren. Mit anderen Worten: Das Gryphius’sche Zitat kann zu Recht aus der literarischen Schatztruhe gehievt werden, bestimmen doch Progression, Professionalität, Komplexität sowie eine schiere Uferlosigkeit an Möglichkeiten, seine (freie) Zeit zu vertreiben, das moderne Leben. Die logische Konsequenz geht in den Fakt über, dass unsere Zeit zu einem zunehmend immer knapperen Gut wird.

Uhren-Charakteristika Und dieses Gut fällt einem weder automatisch in den Schoss, noch ist es irgendwo käuflich. Das macht es äusserst kostbar respektive es gilt, stets Sorge zur Zeit zu tragen. Doch was überhaupt ist «Zeit» beziehungsweise warum existiert die «Zeit»? Es gibt unzählige Erklärungen und Definitionen oder gar Fantastereien. Doch nichts gleicht dem anderen, Tatsache aber ist und bleibt: Wertvoll ist sie und missen möchten wir sie auch nicht. Dasselbe gilt für das Instrument, das den aktuellen Zeitpunkt anzeigt oder eine Zeitspanne misst – die Uhr. Heutzutage allerdings ist die Uhr nicht mehr nur ein Zeitmesser, sondern vielmals auch eine persönliche Abgrenzungsmöglichkeit respektive ein Schmuckstück oder Statussymbol. Überdies versprüht die Uhr(-enwelt) Funken der Freude, Leidenschaft und Liebe. Fokus «Zît» Weit mehr als das, nämlich Überzeugung, profundes Wissen, technisches Verständnis, Transparenz und Authentizität, kommen ins Spiel, wenn man vertieft in die Geschäftsgepflogenheiten von zeit.zone blickt. zeit.zone Zürich, Uhrmacher und Juwelier in einem, hat sich mit Haut und Haaren der «Zît» im Allgemeinen verschrieben. Das noch relativ junge Unternehmen, das sich fernab der schillernden Zürcher Bahnhofstrasse befindet, grenzt sich in vielerlei Hinsicht von anderen Uhrengeschäften ab. zeit.zone Zürich gehört zu den wenigen Firmen, die ihre Haupttätigkeit auf die Reparatur von Uhren ausrichten. Damit möchten die beiden Gründer/Inhaber Clau Maissen und Sandro Bösch insbesondere auch der vorherrschenden Wegwerfmentalität Einhalt gebieten. Gerade Uhren bleiben oft generationenübergreifend in der Familie. Geschenke sind aber am schönsten, wenn diese auch voll funktionsfähig sind. Antiquiertes Image ade Das Traditionsbewusstsein ist in der Welt der Uhren tatsächlich enorm, entspre-

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LEBENS-ART

Nicht nur das äusserst knappe Gut Zeit ist exklusiv, sondern auch die mannigfaltige Welt der Uhren. Letztere ist darüber hinaus geprägt von Komplexität, Tradition und insbesondere Innovation. Mutter Helvetia gilt zwar als «Zeitmesser-Hochburg», trotzdem aber schaffen nicht alle Uhrengesellschaften den überlebenswichtigen Sprung in die Moderne. zeit.zone Zürich, ein spezielles Zürcher Uhrenatelier, dagegen schon.

chend haftet diesem Universum immer etwas Altertümliches an. zeit.zone Zürich, so das «Uhren-Duo» Maissen-Bösch, möchte entsprechend dazu beitragen, das verstaubte Image aus der Welt zu schaffen, immerhin steht die Uhrenbranche mitunter für Innovation. Dass Letzteres nicht zu einer Worthülse verkommt, dafür sorgt nicht nur deren Einstellung, sondern ebenso das vife Team. Darunter fallen auch Lehrlinge – zwei von drei Uhrmacher-Lehrstellen im Kanton Zürich besetzt übrigens zeit.zone. Das Interieur respektive das Ambiente stärkt den modernen, sprich innovativen Charakter zusätzlich. Charakter(-stärke) ist gerade in einem dienstleistungsgetriebenen Umfeld unabdingbar. Doch alleine damit hat sich der Sukzess längst noch nicht eingestellt. Die zwei Uhrenfreunde Maissen und Bösch sehen darüber hinaus Motivation, Sachverstand, Loyalität und Offenheit unabdingbar für den Geschäftserfolg. Ein anderer Grundstein für florierende Jahresabschlüsse stellt selbstverständlich das Angebot dar. Ein Gedicht, das Gericht Das Reparaturwesen alleine kann zwar durchaus rentabel sein, ist aber als Geschäftspfeiler zu wenig. Aus diesem Grunde bietet das Uhrenatelier verschiedene Markenuhren an – etwa Manufakturspezialitäten von Parmigiani oder wunderbare Gerichte aus der Kreativitätsküche von Bell & Ross. Relativ neu im Sortiment sind die Bieler Zeitmesser «Time Forever». PUNKT Magazin verlost übrigens jeweils eine Herren- und eine Damenuhr von Time Forever (siehe untenstehende Wettbewerbbox). Es ist noch nicht sehr lange her, da tauchten die mit Polycarbonat ausgestatteten Uhren an der Schmuckmesse in Basel auf. Polycarbonat ist aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie bekannt. So oder so, inzwischen stehen Time-Forever-Uhren in den Schaufenstern von rund 25 renommierten Bijouterien («Les Ambassadeurs» zum Beispiel) – schweizweit. Apropos Schweiz oder genauer gesagt Zwinglistadt: zeit.zone Zürich zeichnet mitverantwortlich für das Uhrenmuseum Rösli, das sich im malerischen Kreis 6 befindet. Der interessierte Uhrenfreund findet dort hauptsächlich Wand- und Grossuhren beziehungsweise Zeitmesser, die bis ins Jahr 1800 zurückgehen. Maissen und Bösch versuchen auch mit diesem Engagement den Spagat zwischen Modernität und Tradition. GEWINNEN SIE EINE DAMEN- ODER HERRENUHR TIME FOREVER T4E!

Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Gewinner/-innen werden schriftlich benachrichtigt. Gewinnberechtigt sind ausschliesslich Leser-/innen der PUNKT-Printausgabe. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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EIN ANDENKEN, DAS FUNKELT txt: CS]

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TRÜFFEL – DIE SCHWARZEN DIAMANTEN txt: NM]

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LEBENS-ART

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SCHLUSS-PUNKT

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WISSEN DASS ...

IMPRESSUM

txt: NM] +++ «Altgold für Augenlicht» heisst ein 1980 vom Weinfelder Zahnarzt Dr. Max Schatzmann ins Leben gerufenes Hilfsprojekt. In den ärmsten Ländern der Welt leiden rund 124 Millionen Menschen an Sehbehinderungen. Sie haben meist nicht einmal Zugang zu ärztlicher Versorgung. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft setzt sich in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) für die Verhütung und Heilung von Armutsblindheit ein. Patienten sind aufgerufen, Zahngold sowie ausgedienten Gold- und Silberschmuck zu spenden. Das SRK hat spezielle Sammelkuverts für diese Aktion entwickelt, die bei SSOZahnärzten verlangt werden können. Im Jahr 2006 kamen so doch 1,3 Millionen Franken an Spenden zusammen – der überwiegende Teil, zirka 1,2 Millionen Franken, stammt aus dem Erlös von eingeschmolzenem Zahngold, Schmuck und anderen Edelmetallen. Mit diesem Geld konnte bei 21 000 Menschen der «graue Star» (Katarakt) erfolgreich operiert werden. +++

Jahrgang 03 | Ausgabe N˚ 16 November/Dezember 2008

+++ Die im Jahre 1989 gegründete Schweizerische Goldwäschervereinigung (SGV) unterstützt das naturverbundene Hobby Goldwaschen. Sie fördert den Zusammenschluss der Goldwäscher der Schweiz und setzt sich für deren Interessenwahrung ein. Die Vereinigung zählt rund 400 aktive Goldwäscher, auch weibliche. Zu den Tätigkeiten der SGV gehören unter anderem die Publikation der «Goldwäscherzytig», die Sammlung von Literatur über Goldvorkommen in einer allen Mitgliedern zugänglichen Goldbibliothek sowie das Veranstalten der Schweizermeisterschaften im Goldwaschen. +++

CHEFREDAKTION

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Erscheint 6 x jährlich | ISSN Nr. 1661-8068 Auflage: 9 000 Print-Exemplare | 17 500 Email-Abonnenten HERAUSGEBERIN financialmedia AG, Zürich VERLAG & REDAKTION PUNKT Magazin, c/o financialmedia AG Pfingstweidstrasse 6, CH-8005 Zürich info@punktmagazin.com, punktmagazin.com

Rino Borini: borini@financialmedia.ch REDAKTIONSLEITUNG Cyril Schicker: schicker@financialmedia.ch REDAKTION Mark Baer (MB), Rino Borini (RB), Olivier Bühler (OB)

+++ Der grösste Golddiebstahl unserer Zeit ereignete sich 1983 in London. Im Warenhaus von Brinks Mat am Heathrow-Airport entwendeten sechs Ganoven insgesamt zehn Tonnen Gold im Gesamtwert von über 26 Millionen Pfund. Der eigentliche Plan der Diebe sah ursprünglich vor, drei Millionen Pfund in Cash aus dem Warenlager zu klauen. Doch nachdem sie sich mit Hilfe eines Komplizen aus dem Sicherheitsdienst Zugang zum Warenhaus verschafft hatten, bemerkten sie ihr unglaubliches Glück. Der Abtransport gestaltete sich zwar etwa schwieriger, doch für zehn Tonnen pures Gold war auch das kein Hindernis mehr. Jedoch wurden die Goldräuber einer nach dem anderen gefasst und zu Haftstrafen zwischen drei und 25 Jahren verurteilt. Drei der zehn Tonnen Gold sind allerdings nicht mehr aufgetaucht. Die Ermittler vermuten, dass viele Goldschmuckträger, die ihre Schmuckstücke nach 1983 in England kauften, einen Teil des Brinks-Mat-Goldes tragen. +++

Karl-Heinz Crassmän (KHC), Andreas Hohn (AH) Karin Ligorio (KL), Niklaus Merker (NM), Matthias Niklowitz (MN) Cyril Schicker (CS), Patrick M. Widmer (PMW) ART DIRECTION Boris Gassmann: gassmann@financialmedia.ch LAYOUT, GRAFIK Boris Gassmann, Serge Meierhofer KORREKTORAT Das Korrektorat, Dieter Lüdin, CH-4118 Rodersdorf

+++ Laut «Barrick Gold», liegen unter den Eismassen dreier Andengletscher rund 5000 Tonnen Gold. Für den Zugang muss das ewige Eis mittels Bohrungen abgebaut und an einen anderen Ort versetzt werden; Kostenpunkt: 1,5 Milliarden Dollar. Die goldgierigen Initianten verursachen aber einen irreparablen Ökoschaden – sie transportieren die einzige dortige Wasserreserve ab. +++

dl@daskorrektorat.ch, daskorrektorat.ch MARKETING & VERKAUF Rino Borini: borini@financialmedia.ch Urs Bai: bai@financialmedia.ch Telefon: +41 (0)44 277 75 30, Fax: +41 (0)44 277 75 35

+++ Im brasilianischen Amazonasgebiet ist der illegale Goldabbau weit verbreitet. Gemäss Schätzungen bestreiten fast eine halbe Million Menschen ihren Lebensunterhalt mit der informellen Goldsuche. Man nennt sie umgangssprachlich Garimpeiro, was so viel heisst wie Schlammschweine. Diese Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn die Arbeitsbedingungen in den Goldgruben sind prekär. Rund 50 000 Arbeiter tragen in fussballstadiongrossen Gruben goldhaltige Erde ab. Maschinen können aufgrund der Beschaffenheit des Geländes nicht eingesetzt werden. So muss das abgetragene Material von Hand über hunderte Holzleitern die Grubenhänge hinaufgeschleppt werden, wo es dann zur Verarbeitung abtransportiert werden kann. Diese illegale Goldextraktion hat verheerende soziale und ökologische Auswirkungen auf die betroffenen Gebiete. Viele Garimpeiros kämpfen mit Krankheiten, die unter den gegebenen Umständen nicht behandelt werden können. Zudem leidet die Wasserqualität des Amazonas und seiner Zuflüsse unter dem Einsatz von Quecksilber, das zur Bindung des Goldes genutzt wird. +++

ANZEIGENLEITUNG Mediabox Print GmbH, Nico Keramaris, CH-8045 Zürich Telefon: +41 (0)44 205 50 27, Fax: +41 (0)44 205 50 21 DRUCK & VERSAND NZZ Fretz AG, Zürcherstrasse 39, CH-8952 Schlieren nzz-fretz.ch ABONNEMENTENPREISE PRO JAHR Inland: CHF 29.50 (inkl. 2,4% MwSt) Ausland: CHF 64.50 (inkl. 2,4% MwSt) Einzelpreis: CHF 6.00 (inkl. 2,4% MwSt) punktmagazin.com/abo

+++ Apropos Quecksilber: Zum Gedenken an die unzähligen Todesopfer der Quecksilberminen im spanischen Almadén erbaute der amerikanische Künstler Alexander Calder 1937 einen Quecksilberspringbrunnen. Er steht im Skulpturengarten des Museums Fundació Joan Miró in Barcelona. Aufgrund der hohen Dichte von flüssigem Quecksilber, es ist 13,5-mal so dicht wie Wasser, bietet der Springbrunnen ein ganz besonderes Spiel. Schon um das Jahr 1000 zierten Quecksilberbecken die Paläste der Kalifen von Kairo, Bagdad und Medina. Die arabischen Regenten waren vom Spiel mit den Lichtwirkungen auf Quecksilber höchst angetan. +++

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PUNKT Magazin "Metalle de Luxe"