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nebenwerteinsider Ihr

aktueller

Börsenbrief

Dr. Hönle: Überraschend schnell zurück zu alter Stärke

2 4

Übernahme-Ecke Triumph-Adler: Bis zu 20% Nachbesserungspotenzial

7

Chartbreaker Allgeier: Ausbruch ist geglückt

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DBAG: Weiteres Potenzial

14

Dt. Forfait: Schon 19% Gewinn 15

FUCHS: Verschnaufpause nach der 127-Prozent-Rally

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Updates Binder+Co, Bob Mobile, United 6 Labels: Micro Cap News Wichtiges in Kürze: Augusta, Marseille-Kliniken

7

MuM: Hat für 2009 enttäuscht

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Schaltbau: Drei Übernahmen offenbar kurz vor dem Abschluss 8 GESCO: Die Rezession hinterlässt ihre Spuren

telegate: Licht und Schatten CeWe Color: Gewinn dürfte sich 2010 glatt verdoppeln

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10

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SMT Scharf: Jetzt geht’s los!

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Silicon Sensor: Umsatz sinkt weniger stark wie befürchtet

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Sixt: In Q4 besser als erwartet

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Advanced Inflight: Abberufung 16 des CEO bringt Unruhe Hinweis:

Ab 20. April 2010 können Sie die neue Ausgabe im Archiv unter www.nebenwerte-insider.de mit Ihrer Kundennummer abrufen.

die

größten

Chancen

in

Nebenwerten

Kehren Sie mit alten Besen!

Inhalt

Neuvorstellungen Grammer: Der Kurs nimmt gerade ordentlich Fahrt auf

für

April 2010

Lieber Leser,

kommt Ihnen diese Überschrift bekannt vor? – Dann haben Sie entweder ein sehr gutes Gedächtnis oder vor kurzem im Archiv des NEBENWERTE INSIDER gestöbert. Denn genau unter diesem Motto stand mein Editorial vor fast genau fünf Jahren in der Juni-Ausgabe 2004. Anlass waren damals die Börsengänge von Wincor-Nixdorf, MIFA und der Postbank.

Mit meinem plakativen Vergleich stellte ich die These in Frage, dass neue Besen – will sagen: Aktien – besser als alte sind. Und siehe da: Nach fünf Jahren, in denen der DAX stattliche 50% zugelegt hat, liegen zwei der drei damaligen Neulinge sogar im Minus. Einzig Wincor-Nixdorf entwickelte sich erfreulich und notiert deutlich über dem Ausgabepreis zum Börsengang.

So wie Sie als langjährige Leser vielleicht beim Lesen der Überschrift stutzig wurden, ging es mir gerade bei der Lektüre eines Berichts auf „Welt-Online“ über die aktuellen Groß-IPOs von Kabel Deutschland und Brenntag. Denn in beiden Fällen suchen die Firmen keineswegs frisches Kapital, das in die Forcierung des Wachstums gesteckt werden soll.

Auch ich habe gerade ein Déjà-vu-Erlebnis

Nein: Beim Chemikalienhändler Brenntag fließt ein Drittel der platzierten 837 Mio. Euro an die Altaktionäre aus dem Private-Equity-Sektor, der Rest wird dazu verwendet, die Schulden von 1,8 auf 1,3 Milliarden Euro zu reduzieren. Beim Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland fließt nicht ein einziger Cent in die Firmenkasse: Hier laden die „Heuschrecken“ für sage und schreibe 880 Mio. Euro ihre Aktien bei den Zeichnern der Neuemission ab.

Diese Sorte des Kassemachens war schon in der Vergangenheit kein gutes Zeichen. Gerade wenn große Konzerne auf diese Art und Weise an die Börse gehen, sollten Sie allergrößte Vorsicht walten lassen. Denn wenn die Altaktionäre, die das Unternehmen ja bestens kennen, den Preis attraktiv zum Verkaufen finden, warum sollten ausgerechnet SIE – der Sie die Firma weitaus weniger gut einschätzen können – dann diese Aktien kaufen?! Doch nicht nur wenn Kasse gemacht wird, sind die Chancen mit Neuemissionen – so beliebt diese bei Anlegern auch sind – nachweislich deutlich schlechter als mit etablierten Unternehmen. Speziell bei größeren Firmen: Laut einer Auswertung der „Welt“ liegen nur 12 der 38 IPOs an der Frankfurter Börse, deren Volumen seit 2001 über 100 Mio. Euro betrug, heute über dem damaligen Ausgabepreis. Im Durchschnitt büßten Sie mit diesen Aktien seither 18 Prozent ein.

Neuemissionen entwickeln sich meist schlechter als der Markt

Kaufen Sie deshalb lieber die Aktien von Firmen, die bereits seit vielen Jahren an der Börse notiert sind. Denn hat sich ein Besen erst einmal ein paar Jahre lang bewährt, müssen Sie nicht das Risiko von ... na, sagen wir „Produktionsfehlern“ wie zu hohen Planzahlen oder versteckten Risiken bei einer Neuemission eingehen. Übrigens: Ein guter Besen hält einige Jahrzehnte; genauso können Sie auch bei einer guten Aktie davon ausgehen, dass sie nicht schon ein paar Monate nach Ihrem Kauf wieder ausgetauscht werden muss! Viel Erfolg an der Börse Ihr Matthias Schrade

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nebenwerte chance 1

April 2010

Grammer AG

Nimmt gerade ordentlich Fahrt auf Im laufenden Jahr wird der Sitz-Spezialist wieder einen schönen Gewinn ausweisen Egal, ob Sie lieber mit dem Auto oder der Bahn fahren, Sie kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit regelmäßig mit den Sitzen oder anderen Komponenten aus dem Hause Grammer in Berührung. So sind beispielsweise sämtliche ICEs der Deutschen Bahn mit Grammer-Sitzen ausgestattet. Das Oberpfälzer Unternehmen genießt in der Branche schon seit Jahren den Ruf des Technologieführers – und als Bahnvielfahrer kann ich Ihnen bestätigen, dass man auf den Sitzen von Grammer durchaus komfortabel Platz nehmen kann. Trotz der unverändert sehr bequemen Produkte geht 2009 zweifellos als rabenschwarzes Jahr in die Firmengeschichte der Grammer AG ein. Als Zulieferer war das in Amberg in der Oberpfalz beheimatete Unternehmen heftig von der Wirtschaftskrise getroffen. Kein Wunder: Grammer hat vor allem Komponenten und Systeme für die PKW-Innenausstattung wie Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen und integrierte Kindersitze im Angebot und erwirtschaftet mit Kunden aus der Automobilindustrie mehr als 60 Prozent seiner Umsätze.

Rabenschwarzes Jahr 2009

Die letzten Zahlen zeigen aber deutlich, dass es wieder aufwärts geht. So lag der Umsatz im Bereich Automotive im vierten Quartal 2009 wieder um 5 Prozent über dem Vorjahresniveau und sogar um 15 Prozent über dem dritGrammer AG, ISIN DE0005895403 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

7,46 € Aktienzahl:

10.495.159

7,60/2,80 € Marktkap.:

78,3 Mio. €

12,00 € Risiko:

gering/mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

ten Quartal. Dazu haben unter anderem einige Produktneuanläufe beigetragen. Auch der Bereich Seating Systems hat gegenüber dem dritten Quartal zugelegt, nicht aber gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das liegt daran, dass dieser Bereich später von der Wirtschaftskrise getroffen wurde und sich entsprechend auch verzögert erholt.

Insgesamt ist dieses Segment jedoch krisenfester als der Automotive-Bereich. Das liegt daran, dass Grammer hier eine breite Palette von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Fahrzeuge wie Traktoren, Baumaschinen und Stapler und auch Busse und Bahnen anbietet. Somit hängt das Segment weniger stark von einzelnen Branchen ab.

Bereinigt um Restrukturierungskosten …

Es geht also endlich wieder aufwärts, wie wir Ihnen ja auch schon bei der Vorstellung der Amberger Firma in unseren „5 besten Nebenwerten 2009/10“ in Aussicht gestellt hatten. Der beginnende Aufwärtstrend reichte allerdings nicht aus, um den Absturz des Geschäftsjahres 2009 noch wesentlich abzubremsen. Gegenüber dem Rekordjahr 2008 brachen die Erlöse um 28 Prozent ein auf 725 Mio. Euro, was in etwa unseren Erwartungen entspricht. Damit lag der Umsatz aber immerhin noch klar über der Schwelle von 700 Mio. Euro, bei der nach Umsetzung des Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramms nun der Break Even liegen sollte. Neben der Anpassung der Kapazitäten an die rückläufige Nachfrage umfassten die umgesetzten Maßnahmen vor allem den Abbau von Mitarbeitern, insbesondere an den Standorten in Mexiko, Brasilien und der Türkei. Nachdem in der Spitze weltweit fast 10.000 Menschen bei Grammer beschäftigt waren, sind es heute nur noch rund 7.200 Mitarbeiter.

... waren die Zahlen gar nicht mal so schlecht

Die umfassenden Maßnahmen zur Kostensenkung und Kapazitätsanpassung zeigten bereits im vierten Quartal ihre Wirkung. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag zum Geschäftsjahresende mit minus 24,5 Mio. Euro noch auf dem gleichen Niveau wie zum Ende des dritten Quartals. In den letzten drei Monaten hat der Zulieferer also operativ wieder ausgeglichen abgeschlossen. Natürlich bedeutet dies für das Gesamtjahr dennoch einen enormen Verlust.

Das Dahindümpeln neigt sich offenbar dem Ende zu

Seite 2

Sie müssen bei der Betrachtung allerdings berücksichtigen, dass allein die Restrukturierung Einmalkosten von 15 Mio. Euro verursachte. Bereinigt um diesen Effekt fiel also auf Basis des EBIT nur ein Verlust von 9,5 Mio. Euro an. Außerdem investierten die Amberger allein in der ersten Jah-

www.nebenwerte-insider.de


April 2010 Kennzahlen 2008

2009

2010e

1.007 Mio. €

725 Mio. €

800 Mio. €*

14,1 Mio. €

-33,0 Mio. €*

7,5 Mio. €*

1,38 €

-3,14 €*

0,72 €*

5,4

neg.

10,4*

Dividende:

0,00 €

0,00 €*

0,30 €*

Div.rendite:

0,0%

0,0%*

4,0%*

Umsatz: Nettoergebnis: Erg./Aktie: KGV:

*Quelle: Schätzung GSC Research

Nächste Hauptversammlung: 19.05.2010

reshälfte 14,5 Mio. Euro, um Aufträge mit festen Terminanforderungen erfüllen zu können. Lässt man auch diese Belastung außen vor, war das Ergebnis also sogar positiv – in einem Umfeld, in dem andere Firmen der Branche ums Überleben kämpfen, eine beachtliche Leistung! 2010 wird der Umsatz nach dem Einbruch des vergangenen Jahres auf jeden Fall wieder kräftig zulegen. Nachdem einige Produktionsneuanläufe in den Bereichen Automotive und Truck anstehen, halten wir einen Sprung auf mindestens 800 Mio. Euro für sehr wahrscheinlich. Damit ist die Rückkehr in die Gewinnzone gesichert – Sie erinnern sich, der Break Even liegt inzwischen bei rund 700 Mio. Euro.

Fast 50 Prozent Abschlag zum Buchwert

Wie hoch das Ergebnis ausfallen wird, lässt sich heute allerdings noch schwer abschätzen. Aber auch wenn es sich für Sie im ersten Moment merkwürdig anhören mag: Für unsere Kaufempfehlung spielt es in diesem Fall gar nicht die entscheidende Rolle. Denn allein schon die Tatsache, dass in Amberg selbst ohne eine Umsatzerholung wieder schwarze Zahlen geschrieben werden, müsste dem Kurs schon ordentlich Auftrieb verleihen. Wir haben Sie ja schon öfter darauf hingewiesen, dass die Aktie nur bei etwa der Hälfte des bilanziellen Eigenkapitals notiert. Auch nach dem hohen Verlust des vergangenen Jahres beläuft sich der Buchwert Ende 2009 noch auf rund 146 Mio. Euro oder 13,90 Euro je Aktie. Diese enorme Diskrepanz zum Aktienkurs kann keinen Bestand haben, wenn nun dauerhaft Gewinne erzielt werden. Hinzu kommt die sehr solide Finanzierung. Grammer weist im Konzern eine Verschuldung von lediglich rund 110 Mio. Euro und eine Eigenkapitalquote von etwa 30 Prozent auf und ist damit im Moment einer der am solidesten aufgestellten Zulieferer überhaupt. Kein Wunder also, dass der Vorstand die Verhandlungen betreffend die Verlängerung des Kreditrahmens vor kurzem erwartungsgemäß erfolgreich abschließen konnte.

Planungssicherheit bei der Finanzierung

Sechs Geschäftsbanken und die staatliche Förderbank KfW stellen nun eine neue Kreditlinie über 110 Mio. Euro nebenwerte insider

mit einer Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung. Außerdem gibt es ja noch ein Schuldscheindarlehen über 70 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis 2013. Die Finanzierung ist damit gesichert und Grammer hat für einige Jahre wieder Planungssicherheit, was wir natürlich sehr positiv werten. Dass dieser Erfolg den jüngsten Kurssprung der Aktie ausgelöst hat, halten wir allerdings für unwahrscheinlich – überraschend kam die Verlängerung der Kreditlinie schließlich keineswegs. Es scheint vielmehr so, als ob viele Anleger nun endlich realisiert haben, dass die Grammer-Aktie in den letzten Monaten kaum vom Fleck gekommen ist und einen erheblichen Nachholbedarf gegenüber dem Gesamtmarkt aufgebaut hat.

Die Aktie kommt endlich ins Laufen ...

Denkbar wäre auch, dass endlich ein Bremsklotz in Form eines größeren Verkaufsauftrags weggefallen ist. So gab es Gerüchte, dass die österreichische Polytec-Gruppe, die zuletzt eine Beteiligung von 10 Prozent an Grammer gemeldet hat, zwischenzeitlich auf der Verkäuferseite stand. Es könnte aber auch sein, dass sich ein Investor nun doch ein größeres Stück an dem Technologieführer einverleiben will oder gar die Übernahme anstrebt – auch in diese Richtung gab es immer wieder einmal Gerüchte. Letztlich ist aber egal, warum – der Knoten ist auf jeden Fall geplatzt! Nun stellt sich vor allem die Frage, wie weit die Reise noch gehen kann. Fest steht aus heutiger Sicht, dass das Jahr 2010 durchgehend schwarze Zahlen mit steigender Tendenz bringen wird. Der langjährige CFO Alois Ponnath stellte jüngst in einem Interview für das laufende Jahr eine operative Marge von 1 bis 2 Prozent in Aussicht. Nachdem die Restrukturierungsmaßnahmen nun voll ihre Wirkung entfalten, halten wir einen Wert am oberen Ende dieser Spanne für sehr wahrscheinlich.

… ist aber immer noch sehr günstig bewertet

Dies würde für 2010 nach unserer Schätzung ein EBIT von 16 Mio. Euro bedeuten, woraus sich nach Steuern ein Gewinn je Aktie von 0,72 Euro und damit ein KGV von etwa 10 ergeben würde. Das erscheint uns sehr interessant, nachdem in den kommenden Jahren insbesondere mit Blick auf das Wachstumspotenzial in Asien mit weiter steigenden Umsätzen zu rechnen ist. Die Aktie sollte sich in den nächsten Monaten sukzessive dem Buchwert von knapp 14 Euro annähern. Steigen Sie daher ein, bevor der Grammer-Aktienkurs noch mehr Fahrt aufnimmt. Empfehlung

Steigen Sie bei Kursen unter 8 Euro in den führenden Sitz-Spezialisten ein. Nach der deutlichen Absenkung der Break-Even-Schwelle auf nur noch 700 Mio. Euro Umsatz ist ein Abschlag von fast 50 Prozent auf den Buchwert bei der Aktie nicht mehr zu begründen. Auf Jahressicht sollte Grammer daher die 12-Euro-Marke sehen. Das bedeutet: über 50 Prozent Potenzial für Sie!

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nebenwerte chance 2

April 2010

Dr. Hönle AG

Überraschend schnell zurück zu alter Stärke Nach dem Verlust im vergangenen Jahr ist der UV-Spezialist jetzt wieder hochrentabel Die Dr. Hönle AG als Umweltunternehmen zu bezeichnen wäre vielleicht etwas übertrieben. Auf jeden Fall stimmt aber die Aussage, dass die Produkte des Münchner Konzerns dabei helfen, Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen.

So produziert die nach ihrem Gründer benannte Gesellschaft UV-Systeme, die unter anderem bei der Trocknung von Farben und Lacken eingesetzt werden. Bisher sind in diesem Bereich noch thermische Verfahren sehr verbreitet, bei denen Farben, Lacke und Klebstoffe mit hohem Energieeinsatz erhitzt werden, um so das Wasser und die Lösungsmittel zu verdampfen. UV-Systeme arbeiten hingegen mit elektromagnetischen Wellen und nahezu lösungsmittelfrei, was eine schnellere, umweltfreundlichere und auch noch kostengünstigere Alternative darstellt, die sich mehr und mehr durchsetzt.

Vor allem Unternehmen der Druckindustrie schätzen das Verfahren auf Basis der UV-Technologie. Kein Wunder, erlaubt es doch sogar das gleichzeitige Drucken und Trocknen, was die Prozesse erheblich beschleunigt.

Auch die Aushärtung von Klebstoffen lässt sich mit Hilfe der UV-Technologie viel schneller bewerkstelligen als mit der herkömmlichen Warmluft- oder Infrarottrocknung. Dies

Systemlieferant mit umfassendem Produktportfolio

Dr. Hönle AG, ISIN DE0005157101 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

5,85 € Aktienzahl:

5.512.930

6,28/3,76 € Marktkap.:

32,3 Mio. €

8,00 € Risiko:

gering

Chart: vwd market manager (vwd group)

ermöglicht der Industrie höhere Produktionsgeschwindigkeiten und kürzere Taktzeiten. Außerdem haften UV-Klebstoffe auf nahezu allen Substraten und können je nach Wunsch transparent, farblos oder farbig eingestellt werden.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Entkeimung von Verpackungen, um die enthaltenen Lebensmittel länger haltbar zu machen. Oder auch die Sonnenlichtsimulation, um die Farbechtheit zu prüfen oder die Alterungsprozesse von Materialien quasi im Zeitraffer beobachten zu können. Wie Sie sehen, sind die Hönle-Produkte höchst vielseitig und werden in verschiedensten interessanten Gebieten genutzt. Hönle tritt am Markt als Systemlieferant auf: UV-Geräte und -Anlagen, Klebstoffe, Dosiergeräte und die zugehörige Messtechnik – alles erhalten die Kunden optimal aufeinander abgestimmt aus einer Hand. Dies gewährleistet höchste Effizienz und qualitativ hochwertige Produkte.

Unglückliches Timing bei den Akquisitionen

In diesem interessanten Geschäftsfeld entwickelte sich die Dr. Hönle AG über die Jahre sehr erfolgreich und überaus rentabel. Dann kam jedoch die Wirtschaftskrise, die das Münchner Unternehmen auch noch in einer denkbar ungünstigen Zeit erwischte. Nachdem der Vorstand die Millionen aus dem Börsengang über viele Jahre für mögliche Übernahmen gehortet hatte, kaufte er Anfang 2008 mit der Panacol-Gruppe, der PrintConcept GmbH und der Eltosch GmbH gleich drei Unternehmen, um das Produktspektrum zu ergänzen und abzurunden.

Damals erschien dies absolut richtig und wurde auch von den Anlegern ebenso wie von uns sehr wohlwollend aufgenommen. Dann kam aber der massive Einbruch in der Druckindustrie, dem größten Kundensektor bei der neuen Hönle-Gruppe ... Sprich: Zusätzlich zum Integrationsaufwand für die neuen Tochtergesellschaften belastete Hönle auch noch die Zurückhaltung der Kunden hinsichtlich Investitionen, was sich deutlich in den Zahlen des Geschäftsjahres 2008/09 (bis 30.9.) niederschlug.

Moderater Umsatzrückgang in 2008/09

Hönle ist überraschend schnell wieder zurück auf Erfolgskurs

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Die Krise der gebeutelten Druckindustrie machte auch dem UV-Spezialisten als „Zulieferer“ der Branche schwer zu schaffen. Obwohl die neuen Tochtergesellschaften Eltosch und PrintConcept, die beide im Bereich Trocknungstechnik für Druckmaschinen aktiv sind, erstmals voll in die Konsolidierung einbezogen waren, schrumpfte der Umsatz im Segment Farben und Lacke um 10,4 Prozent auf 26,4 Mio. Euro. Ähnlich sah es im Bereich Kleb- und Kunststoffe aus. Auch hier verhinderte nur die erstmalige komplette Konsowww.nebenwerte-insider.de


April 2010 Kennzahlen 2007/08

2008/09

2009/10e

Prov. Erträge:

48,7 Mio. €

45,0 Mio. €

48,5 Mio. €*

Nettoergebnis:

4,6 Mio. €

-4,1 Mio. €

2,7 Mio. €*

0,84 €

-0,80 €

0,52 €*

7,0

neg.

11,3*

Dividende:

0,25 €

0,00 €

0,25 €*

Div.rendite:

4,3%

0,0%

4,3%*

Erg./Aktie: KGV:

*Quelle: Schätzung GSC Research

Nächste Hauptversammlung: 23.03.2010

lidierung des Klebstoffspezialisten Panacol einen stärkeren Umsatzrückgang als die 6,6 Prozent auf 15,7 Mio. Euro.

Einzig das sonstige Geschäft, allen voran die Sonnenlichtsimulation, entwickelten sich positiv. Hier zog der Umsatz um 17,1 Prozent auf 2,9 Mio. Euro an. Allerdings konnte dieser kleinste der drei Bereiche natürlich nur einen kleinen Teil der Rückgänge in den Hauptgeschäftsfeldern auffangen. Per saldo schrumpfte der Konzernumsatz damit um 7,7 Prozent auf 45 Mio. Euro. Das war ja gar nicht so schlimm, mögen Sie nun sagen. Bereinigt um die drei Neuerwerbungen fiel der Einbruch mit 33,4 Prozent allerdings weitaus stärker aus. Es waren deshalb umfangreiche Maßnahmen erforderlich, um die Unternehmensprozesse an die rückläufige Nachfrage anzupassen. Bereits im November 2008 führte Hönle deshalb Kurzarbeit ein. Auch Restrukturierung- und Kostensenkungsmaßnahmen waren unausweichlich.

Break-Even-Schwelle auf 42 Mio. Euro abgesenkt

Allein diese Maßnahmen belasteten das Ergebnis einmalig mit 2,4 Mio. Euro. Dafür gelang es auf diese Weise, die Break-Even-Schwelle auf 42 Mio. Euro ganz erheblich nach unten zu verschieben. Selbst im vergangenen Jahr hätte Hönle mit dieser veränderten Kostenstruktur noch schwarze Zahlen ausweisen können!

So stand jedoch ein Verlust von 4,1 Mio. Euro zu Buche – ein schwerer Schlag für das zuvor stets hochprofitable Unternehmen.

Erstes Quartal mit überraschend positiver Entwicklung

Doch auch hier täuscht der erste Eindruck – diesmal in die andere Richtung. Denn bereinigt um die Sondereffekte und rein operativ betrachtet arbeitete die Dr. Hönle AG in der zweiten Jahreshälfte bereits wieder profitabel.

Noch deutlicher zeigen sich die Verbesserungen im ersten Quartal des laufenden Jahres: Der Umsatz schrumpfte in dieser Periode gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar nochmals leicht um 3 Prozent auf 12,4 Mio. Euro. Seit dem Tiefststand im ersten Quartal 2009 von nur noch knapp 10 Mio. Euro steigen die Erlöse jedoch kontinuierlich an. nebenwerte insider

Beeindruckend ist aber vor allem die Ergebnisentwicklung: Dank der Kostensenkungsmaßnahmen drehte der Gewinn mit 0,8 (-0,6) Mio. Euro wieder deutlich ins Plus, was wohl kaum ein Anleger so schnell und deutlich erwartet hat. Nach drei Monaten steht damit bereits ein Gewinn von 0,15 Euro je Aktie zu Buche. Zudem erhöhten sich die liquiden Mittel gegenüber dem Geschäftsjahresende von 3,2 auf 4,1 Mio. Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 68 Prozent ist das schuldenfreie Unternehmen auch sonst sehr solide finanziert.

Die schnelle Rückkehr in die Gewinnzone beweist, dass der Vorstand seine Hausaufgaben schnell und gut erledigt hat. Zudem hat sich die Marktstellung der Gruppe stark verbessert: Nach der Integration der drei übernommenen Unternehmen ist Hönle nun weltweit in über 20 Ländern vertreten und der zweitgrößte Systemanbieter für industrielle UV-Technologie.

Weltweit die Nummer zwei in der Branche

Die drei neuen Unternehmen ergänzen das Produktspektrum perfekt. Panacol vertreibt ein breites Spektrum an Klebstoffen, verfügt über einen gut eingeführten Markennamen und erhöht den Anteil der Verbrauchsgüter an den Erlösen. Und PrintConcept und Eltosch sind beide im Bereich Trocknungstechnik für Druckmaschinen aktiv.

Die Hönle-Gruppe hat ihre Wettbewerbsposition damit stark ausgebaut, was sich bereits jetzt im Ergebnis niederschlägt – und künftig noch weitaus stärker niederschlagen sollte! Mit fortschreitender Integration der neuen Gesellschaften und dank der Restrukturierungsmaßnahmen sollte es schon bald gelingen, wieder an die früheren Erfolge anzuknüpfen, als Hönle regelmäßig mit einer Nettorendite von über 10 Prozent glänzte. Schon bei einem Umsatz von 50 Mio. Euro würde dies einen Gewinn von 5 Mio. Euro oder fast 1 Euro je Aktie bedeuten, womit die Aktie mit einem KGV von 6 sehr günstig bewertet wäre.

Schnelle Rückkehr zu hoher Rentabilität

Und dieses Umsatzniveau bedeutet in dem hoch interessanten Geschäft ja noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. In einem normalen Marktumfeld sollten auch Erlöse von 60 oder 70 Mio. Euro recht schnell erreichbar sein. Gerade mit Blick auf die mittel- und längerfristigen Perspektiven ist die Aktie also sehr günstig bewertet – und damit ein klarer Kauf. Empfehlung

Steigen Sie wieder neu in die Aktie des UV-Spezialisten ein. Nach der überraschend schnellen Rückkehr zur gewohnt hohen Profitabilität ist Dr. Hönle gut aufgestellt, wieder auf sein altes Kursniveau zurückzukehren. Dank der soliden Bilanz und dem komfortablen Cashbestand sind die Risiken zudem sehr begrenzt. Auf Sicht von 12 Monaten sollten Kurse von 8 Euro für Sie drin sein.

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nebenwerte micro caps

April 2010

+++ Micro Cap News +++ Micro Cap News +++ In dieser Rubrik berichten wir über Neuigkeiten zu Aktien aus unserer „Themenausgabe Micro Caps“. Bitte beachten Sie, dass sämtliche in diesem Abschnitt genannten Werte sehr markteng sind und ihr Börsenwert in der Regel unter 20 Mio. Euro liegt. Aus diesem Grund sollten Orders in den erwähnten Aktien stets streng limitiert werden. Insbesondere sollten Sie eventuellen Kursanstiegen, die durch einen Artikel in dieser Rubrik ausgelöst werden, keinesfalls hinterherlaufen. Binder+Co AG, ISIN AT000BINDER3, Kurs 11,00 Euro

In dem speziell für Maschinenbauer sehr schwierigen Umfeld kam die österreichische Binder+Co AG mit einem Umsatzrückgang von 14,1 Prozent auf 63,1 (Vj. 73,5) Mio. Euro noch vergleichsweise gut weg. Gekennzeichnet war das Geschäftsjahr 2009 von einem deutlichen Rückgang des großvolumigen System- und Anlagengeschäfts, das 2008 noch geboomt hatte. Diesen Ausfall konnte Binder+Co auch mit einem durchaus soliden Einzelmaschinen- und Ersatzteilgeschäft nicht auffangen. Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern erfreulicherweise unterproportional um nur 7,5 Prozent auf 6,7 (7,2) Mio. Euro. Das Konzernergebnis ging minimal auf 5,2 (5,4) Mio. Euro zurück, entsprechend einem Ergebnis je Aktie von 1,37 (1,42) Euro. Daher zahlt Binder+Co eine unveränderte Basisdividende von 0,32 Euro und kürzt lediglich den Bonus leicht von 0,32 auf 0,28 Euro. Insgesamt werden damit 0,60 (0,64) Euro je Anteilschein ausgeschüttet. Erreichte Binder+Co in 2009 noch beinahe das Ertragsniveau des Rekordjahres 2008, so mutet der gegebene Ausblick weniger erfreulich an. Der vergleichsweise niedrige Auftragsbestand von 18,0 (Vj. 31,3) Mio. Euro, der in 2009 auf das Niveau des Jahres 2006 zurückgefallene Auftragseingang in Höhe von 49,8 (85,3) Mio. Euro sowie ein sich verstärkender Preiskampf am Markt sind Indizien dafür, dass es für Binder+Co als Spätzykliker im laufenden Geschäftsjahr hart wird. Vor diesem Hintergrund halten wir den vom Unternehmen gegebenen Ausblick für etwas zu optimistisch. Die Prognose, dass Umsatz und EBIT dem Durchschnittsniveau der letzten

Positives Jahresergebnis in 2009

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte Der Chefredakteur Matthias Schrade ist größter Aktionär und Vorstand der GSC Info und Beteiligungen AG („GSC“). Ferner ist er Aktionär der von GSC beratenen börsennotierten Beteiligungsfirma GSC Portfolio AG. In diesem Zusammenhang bestehen bei den Aktien der folgenden in dieser Ausgabe besprochenen Gesellschaften mögliche Interessenkonflikte: Advanced Inflight (2) Allgeier (2) Bob Mobile (1,3,4) CeWe Color (1) Dt. Forfait (2) FUCHS (1,2,3,4) GESCO (1,2,3,4) Marseille-Kliniken (1) MuM (1) Schaltbau (2) Silicon Sensor (1,2) Sixt (2) SMT Scharf (2) telegate (2) 1. GSC und/oder ihre verbundenen Unternehmen haben in den letzten zwei Jahren Research-Berichte im Auftrag der Gesellschaft erstellt. 2.Von GSC und/oder ihren verbundenen Unternehmen als (Sub-)Berater betreute Anleger halten Aktien der Gesellschaft. 3. Der Verfasser oder andere Mitarbeiter von GSC und/oder ihren verbundenen Unternehmen halten unmittelbar Aktien der Gesellschaft oder darauf bezogene Derivate (Gegenwert >500 Euro). 4. Investoren, die 2,5% oder mehr an GSC besitzen (siehe www.gsc-ag.de), halten Aktien der Gesellschaft oder darauf bezogene Derivate. Durch die Besprechung dieser Gesellschaften im NEBENWERTE INSIDER kann ein (indirekter) wirtschaftlicher Vorteil für GSC, ihre verbundenen Unternehmen oder den Chefredakteur Matthias Schrade entstehen.

Seite 6

Seite 9

drei Geschäftsjahre entsprechen sollen, würde ein Umsatzniveau von rund 63 Mio. Euro sowie ein EBIT von 6,3 Mio. Euro bedeuten. Realistischer erscheinen uns 58 Mio. Euro Umsatz sowie ein EBIT im Bereich von 5 Mio. Euro. Ab 2011 sollte es aber wieder spürbar aufwärts gehen, weshalb Sie die Binder-Aktie weiter halten können. Neueinsteiger sollten schwache Tage zum Positionsaufbau nutzen. Bob Mobile AG, ISIN DE000A0HHJR3, Kurs 12,85 Euro

Kurz vor Redaktionsschluss meldete Bob Mobile sensationelle 33 Mio. Euro Umsatz (+162%) und ein Nettoergebnis von 1,7 Mio. Euro (+240%). Aus Platzgründen besprechen wir die Aktie erst in der kommenden Ausgabe ausführlich. Bleiben Sie aber auf jeden Fall weiter engagiert!

Legt Hammer-Zahlen für 2009 vor

United Labels AG, ISIN DE0005489561, Kurs 2,51 Euro

Die Konsumflaute hat im abgelaufenen Geschäftsjahr auch den Münsteraner Comicware-Spezialisten stark in Mitleidenschaft gezogen. Davon war sowohl der Fachhandel als auch das Großkundengeschäft von United Labels getroffen, da die jeweiligen Kunden auf die geringere Nachfrage mit entsprechend reduzierten Orders reagierten. Lediglich bei der belgischen Tochter konnte durch den erfolgreichen Ausbau des Großkundengeschäfts ein Umsatzplus erzielt werden. Der Konzernumsatz sank daher um 9 Prozent auf 40,3 (Vj. 44,2) Mio. Euro. Unter dem Strich weist United Labels mit minus 4,4 (-0,4) Mio. Euro für 2009 einen deutlichen Fehlbetrag auf. Dieser resultiert allerdings vor allem aus zwei Sondereffekten, die sich zusammen auf 3,5 Mio. Euro summieren. Dabei handelt es sich zum einen um die vollständige Abschreibung des Firmenwertes in einer Größenordnung von 1,9 Mio. Euro. Zum anderen entstanden 1,6 Mio. Euro als Belastungen im Zusammenhang mit dem beschlossenen Rückzug aus dem Fachhandelsgeschäft und der Fokussierung auf die Großhandelsaktivitäten. Der operative Fehlbetrag hielt sich mit 0,9 Mio. Euro hingegen in erträglichem Rahmen. Daher zeigt sich das Management für 2009 zuversichtlich, mit der Fokussierung auf das profitable Großkundengeschäft wieder an die Profitabilität der Vorjahre anschließen zu können. Trotzdem war angesichts dieser Zahlen in den letzten Monaten mit der Aktie natürlich kein Geld zu verdienen. Unsere Verkaufsempfehlung vom Mai 2009 hat sich daher als richtig erwiesen hat. Falls Sie noch engagiert sind, können Sie die Aktie jetzt auch weiter halten. Neukäufe stellen Sie vorerst zurück.

Konsumflaute macht auch vor Comicware nicht halt

www.nebenwerte-insider.de


nebenwerte übernahme

April 2010

+++ Übernahme-Ecke +++ Übernahme-Ecke +++

In der folgenden Tabelle führen wir Firmen, bei denen wir eine Übernahme oder eine Abfindung der Kleinaktionäre binnen der nächsten 6 bis 12 Monate für wahrscheinlich halten – 20, 30, 50 oder auch einmal 100 Prozent Plus sind bei erfolgreichen Übernahmespekulationen nicht selten. Dabei stellen wir Ihnen nur Werte vor, deren Risiko auch im Falle des Ausbleibens des von uns erwarteten Übernahme- oder Abfindungsangebots überschaubar bleibt. Empfehlungen aus der Übernahme-Ecke Firma

ISIN

Empf.kurs

Kurs aktuell

Kursziel

Risiko

Performance *)

ComputerLinks

DE0005448807

10,30 €

20,50 €

22,00 €**)

mittel

+106%

EUWAX

DE0005660104

26,70 €

52,40 €

60,00 €

gering

+129%

Lindner Holding

DE0006487200

37,85 €

35,27 €

40,00 €

gering

-16%

Möbel Walther Vz

DE0006620933

6,70 €

20,02 €

20,00 €**)

SCA Hygiene Products

DE0006889801

260,00 €

335,00 €

TA Triumph-Adler

DE0007495004

1,95 €

1,97 €

380,00 € 2,30 €**)

gering/mittel

+159%

gering

+77%

gering

+1%

*) inklusive Dividenden **) bezogen auf Nachbesserung im Spruchstellenverfahren

Lindner Holding KGaA

Der Squeeze-Out ist ... Überraschung! ... immer noch nicht eingetragen

Ja, was soll man da noch schreiben? Im alten Jahr sollte es passieren, aber nun geht es stramm auf Ostern zu und Lindner ist immer noch an der Börse notiert. Warten Sie einfach weiter ab. Wahrscheinlich wird der Squeeze-Out erst dann eingetragen, wenn schon gar keiner mehr damit rechnet ... TA Triumph-Adler AG

Jetzt ist es endlich raus: Die Squeeze-Out-Hauptversammlung der TA Triumph-Adler AG wurde für den 20.4. einberufen und findet in Nürnberg statt. Wie von uns seit langem erwartet, ist die Abfindung mit 1,90 Euro je Aktie auf genau dieselbe Höhe festgelegt worden, zu der auch das Übernahme-Angebot erfolgte. Der Ertragswert wurde mit 1,78 Euro aber nur ganz knapp darunter berechnet. Daher lohnt sich hier für Sie ein näheres Hinschauen. Zunächst fällt auf: Die 1,78 Euro setzen sich gemäß Bewertungsgutachten des Wirtschaftsprüfers aus einem originären Ertragswert von 3,32 Euro je Aktie und

Nachbesserungs-Chance von bis zu 20% erkennbar

Pensionsverpflichtungen in Höhe von minus 1,55 Euro zusammen. Die Differenz resultiert aus nicht betriebsnotwendigem Vermögen. Steigt man tiefer ins Gutachten ein, so fällt auf, dass die Unternehmensplanung eher konservativ ist. Insbesondere werden die noch im Halbjahresbericht 2009 genannten Planzahlen von 400 bis 440 Mio. Umsatz und bei einer Vorsteuermarge von 5 Prozent jetzt gerade eben so in 2015/16 mit 403 Mio. erreicht. Mit anderen Worten: Man hat rechtzeitig für den SqueezeOut die Planungen deutlich reduziert. Allerdings muss man auch zugestehen, dass 2009 extrem schwach war und der Umsatz um rund ein Viertel unter dem des Jahres 2007 lag. Das hat das Management wohl erst im zweiten Halbjahr 2009 gemerkt ... Insgesamt sehen wir hier eine gute Nachbesserungschance, die durchaus in Richtung 20 Prozent gehen könnte. Zudem finden die Verhandlungen mit dem Landgericht Nürnberg und dem OLG München an Gerichten statt, bei denen Minderheitsrechte erfahrungsgemäß noch etwas gelten. Bleiben Sie daher engagiert und lassen Sie sich zwangsenteignen, um über das Spruchstellenverfahren irgendwann einen kräftigen „Nachschlag“ zu erhalten.

++Wichtiges in Kürze+++Wichtiges in Kürze+++Wichtiges in Kürze+++Wichtiges in Kürze Augusta Technologie AG, ISIN DE000A0D6612, Kurs 11,59 Euro: Kurz vor Redaktionsschluss gaben die Münchner ihre Zahlen für 2009 bekannt. Der Umsatz sank auf 106,5 (Vj. 127,1) Mio. Euro, das Nettoergebnis drittelte sich auf 4,4 (12,8) Mio. Euro bzw. 0,58 (1,63) Euro je Aktie. Für 2010 erwartet der Vorstand ohne die Berücksichtigung des Verkaufs von DLoG einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Auch ohne DLoG steigt der Gewinn an. Weiter halten.

Marseille-Kliniken AG, ISIN DE0007783003, Kurs 5,35 Euro: Am 5.3. meldete der führende Pflegeheimbetreiber, dass der langjährige Vorstandsvorsitzende Axel Hölzer sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegen musste. Hintergrund ist eine schwere Erkrankung, die ihn zu diesem Schritt zwang. Wir wünschen Herrn Hölzer, den wir seit vielen Jahren kennen und auch persönlich sehr schätzen, an dieser Stelle alles Gute und hoffen, ihn bald gesund wiedertreffen zu können. nebenwerte insider

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nebenwerte update

April 2010

Schaltbau Holding AG

Schaltbau Holding AG, ISIN DE0007170300

Nach Jahren der Konsolidierung jetzt wieder auf Wachstumskurs

Akt.Kurs:

Wie nicht anders erwartet, hat Schaltbau die Prognosen für das Geschäftsjahr 2009 gut erfüllt. Zwar sank der Umsatz leicht um 3,7 Prozent auf 270 Mio. Euro. Das Ergebnis stieg aber dennoch auf 12,3 (11,8) Mio. Euro oder 6,62 (6,35) Euro je Aktie. Es lag damit sogar über unseren Erwartungen, wobei im Ergebnis ein positiver Sondereffekt von 0,40 Euro aus dem Verkauf der Bode Beijing enthalten war. Dennoch kann sich diese Entwicklung in der Krise absolut sehen lassen. Bei unserer Dividendenschätzung landeten wir sogar eine Punktlandung: Inklusive einer Sonderzahlung von 0,20 Euro wegen des erfolgreichen Verkaufs von Bode Beijing soll es eine Ausschüttung von 0,70 Euro geben.

Für das laufende Jahr geht die Planung nun von einer verhaltenen Entwicklung aus. Der Umsatz soll mit 270 Mio. Euro lediglich auf Vorjahresniveau verharren – was angesichts der Auftragseingänge, die sich in 2009 um 10,5 Prozent auf 252 Mio. Euro nach unten bewegten, nicht so schlecht wäre. Auf den ersten Blick überrascht es deshalb, dass sich das Ergebnis je Aktie dennoch auf 5,40 Euro deutlich rückläufig entwickeln, die Rendite also verschlechtern soll. Die Begründung dafür lieferte uns der Vorstandssprecher Jürgen Cammann in einem Gespräch, das sehr interessante Einblicke in die Pläne des erfolgreichen Bus- und Bahnzulieferers eröffnete.

Mehrere Übernahmen kurz vor dem Abschluss So will Cammann nach den Jahren der Konsolidierung wieder auf einen Wachstumskurs einschwenken und die Wirtschaftskrise als Chance nutzen, um die Aufstellung

H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

38,00 € Aktienzahl:

1.871.668

45,00/25,01 € Marktkap.:

71,1 Mio. €

55,00 € Risiko:

gering/mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

Mehrere Zukäufe stehen offenbar kurz vor dem Abschluss

der Gruppe im Wettbewerb zu verbessern. Offenbar laufen bereits sehr konkrete Gespräche betreffend die Übernahme von drei westeuropäischen Unternehmen mit einem Gesamtumsatzvolumen von 50 Mio. Euro.

Mit diesen Zukäufen will Schaltbau die Bereiche Türsysteme, elektromechanische Komponenten und das Infrastrukturgeschäft ausbauen. In den nächsten Jahren sollen dann weitere Zukäufe vor allem im wichtigen asiatischen Markt und eventuell in Nordamerika folgen. Dadurch will Cammann den Schaltbau-Konzern auf ein Umsatzniveau von 425 bis 450 Mio. Euro führen. Das wäre gegenüber 2009 ein Anstieg um mehr als 50 Prozent.

Impressum und Risiko-Hinweis Chefredakteur: Matthias Schrade, Düsseldorf,V.i.S.d.P. · Gutachter: Michael Kahler · Geschäftführer: Jörg Ludermann, Helmut Graf, Sandra Witscher · Verlagsleitung: Sandra Witscher · Herausgeberin: Sandra Witscher · Produktmanagement: Catrin Pfister · Druck: DruckVerlag Kettler, Bönen · ISSN: 1612-1910 Internet: www.nebenwerte-insider.de · Tägliche Börsennews unter: www.investor-verlag.de Der Nebenwerte Insider ist ein Informationsdienst für risikobewusste Anleger, die überdurchschnittliche Renditechancen in ausgewählten Nebenwerten wahrnehmen wollen. „Nebenwerte“ sind Aktien von Firmen, die von Massenmedien, Analysten und Anlegern wenig bis gar nicht wahrgenommen werden, obwohl es sich dabei oft um weltweit tätige Konzerne handelt. Ziel der Redaktion des Nebenwerte Insider ist es, aus der Vielzahl börsennotierter Nebenwerte diejenigen auszuwählen, die bei überschaubaren Risiken zweistellige Rendite-Chancen bieten - bei einer Entdeckung durch die breite Masse noch deutlich mehr. Copyright 2010. Alle Rechte der deutschsprachigen Ausgabe bei Investor Verlag, ein Unternehmensbereich der FID Verlag GmbH. Nachdrucke und Veröffentlichungen, auch auszugsweise, sind nicht gestattet. Sie erhalten im Rahmen Ihres Abonnements (12 Ausgaben im Jahr) zusätzlich 4 Themenschwerpunkt-Hefte, die gesondert in Rechnung gestellt werden. Die vorliegenden Informationen stammen aus Quellen, die als glaubwürdig gelten; eine Haftung für die Verbindlichkeit der Angaben kann jedoch nicht übernommen werden. Die Grafiken wurden mit Market-Maker erstellt. Die Kurse und Analysen haben den Stand 15.03.2010. NEU: Seit kurzem bietet Ihnen der Investor Verlag über seine Tochtergesellschaft CFX Broker auch den Handel mit Internationalen Aktien, CFDs, Devisen und Futures an. Mehr Informationen finden Sie unter: www.cfx-broker.de Risiko-Hinweis: Die im Nebenwerte Insider vorgestellten Aktien sind in der Regel spekulativ. Als Anleger sollten Sie sich der daraus resultierenden Risiken immer bewusst sein.Trotz sorgfältiger Recherchen kann es vorkommen, dass prognostizierte und tatsächliche Entwicklung nicht übereinstimmen. Je höher die Risikokategorie, desto höher ist auch das Verlustrisiko (im Einzelfall bis zu 100%). Es wird ausdrücklich davon abgeraten, die Anlagemittel auf nur wenige Aktien zu verteilen. Der Anteil einzelner Aktien sollte 3 bis 5% des Gesamtdepots nicht überschreiten. Aufgrund der spekulativen Risiken, die mit Aktienanlagen verbunden sind, sollten Aktienkäufe grundsätzlich niemals auf Kredit finanziert werden. Disclaimer: Wir machen Sie vorsorglich darauf aufmerksam, dass die im „Nebenwerte Insider“ enthaltenen Finanzanalysen und Empfehlungen zu einzelnen Finanzinstrumenten eine individuelle Anlageberatung durch Ihren Anlageberater oder Vermögensberater nicht ersetzen können. Unsere Analysen und Empfehlungen richten sich an alle Abonnenten und Leser unseres Börsenbriefes, die in ihrem Anlageverhalten und ihren Anlagezielen sehr unterschiedlich sind. Daher berücksichtigen die Analysen und Empfehlungen dieses Börsenbriefes in keiner Weise Ihre persönliche Anlagesituation.


nebenwerte update Mit der Ausweitung des Geschäftsvolumens wird nach Einschätzung des Vorstandssprechers auch ein erheblicher Ergebnisanstieg verbunden sein. In den nächsten fünf Jahren will er den Gewinn je Aktie auf über 12 Euro glatt verdoppeln! Zugegeben, das klingt sehr ambitioniert. Die Erfahrung lehrt aber, dass sich Cammann nicht zu einer solchen Aussage hinreißen lassen würde, wenn er keine realistische Chance sähe, dies zu erreichen.

Dass das Ergebnis sich in 2010 vorübergehend rückläufig entwickeln wird, liegt lediglich am zusätzlichen Aufwand vor allem personeller Natur, der mit der Vorbereitung und Durchführung der Akquisitionen verbunden ist. Zusätzlich dürfte die Wirtschaftskrise die Entwicklung vorübergehend etwas bremsen.

April 2010 Wir halten es indes noch keineswegs für ausgemacht, dass der Gewinn in diesem Jahr so stark zurückgeht. Und selbst wenn, wäre die Aktie mit einem KGV von 7 sehr günstig bewertet. Dass die Aktie trotzdem nicht stärker zulegt, liegt vielleicht an der Ankündigung, dass die Akquisitionen eventuell über eine Kapitalerhöhung finanziert werden sollen – auf dem derzeitigen Kursniveau wäre dies sicherlich nicht die optimale Lösung.

Aktie überaus günstig bewertet

Die erneute Ausweitung der Bankverbindlichkeiten, die über Jahre mühsam heruntergefahren wurden, wäre aber ebenfalls unschön. Mit 38 Euro ist die Schaltbau-Aktie jedoch so stark unterbewertet, dass sie trotz der Unsicherheit einen kräftigen Kurssprung verdient hätte. Kaufen!

Mensch und Maschine Software SE

Zahlen für 2009 blieben deutlich hinter unseren Erwartungen zurück

Obwohl die Mensch und Maschine Software SE (MuM) den Abwärtstrends bei den Erlösen im vierten Quartal begrenzen konnte, musste der führende Spezialist für CADSoftware im Gesamtjahr 2009 einen Umsatzeinbruch von 27 Prozent auf 163,3 Mio. Euro hinnehmen. Lediglich das operative Ergebnis (EBITDA) konnte mit 1,4 Mio. Euro noch im positiven Bereich gehalten werden, lag aber 89 Prozent unter dem Vorjahreswert. Neben den regulären Abschreibungen sowie der akquisitionsbedingt höheren Amortisation hat Mensch und Maschine in 2009 auch noch zusätzliche außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Das Ergebnis drehte dadurch zwar noch tiefer in den roten Bereich, dafür werden allerdings die kommenden Geschäftsjahre von Abschreibungen entlastet. Insgesamt beliefen sich die Abschreibungen auf 3,9 Mio. Euro. Während sich diese Kennzahl verschlechterte, verbesserten sich die Finanzkosten von 2,0 auf 1,5 Mio. Euro.

Insgesamt wies MuM für das abgelaufene Jahr einen Verlust von 4,8 Mio. Euro aus, im Vorjahr war noch ein Überschuss von 5,8 Mio. Euro angefallen. Dementsprechend brach auch das Ergebnis je Aktie von 0,42 Euro auf minus 0,34 Euro ein. Aus diesem Grund müssen die Aktionäre auf der kommenden Hauptversammlung auf eine Ausschüttung verzichten. Außerdem werden die Aktien ab dem 31. März nicht mehr im regulierten Markt der Börse München, sondern „nur noch“ im Segment M:access innerhalb des Freiverkehrs gehandelt. Für Sie als Aktionär ändert sich dadurch aber nichts wirklich Wichtiges.

Mit dem Start ins neue Jahr gab sich der Verwaltungsratsvorsitzende Adi Drotleff verhalten optimistisch. Für das laufende Jahr erwartete er ein Umsatzplus von 10 bis 13 Prozent auf etwa 180 bis 185 Mio. Euro. Auf der Ergebnisseite soll das EBITDA ein Niveau zwischen 4,5 und 6,5 nebenwerte insider

Mio. Euro erreichen. Nach Steuern soll ein Jahresüberschuss von 0,5 bis 2,0 Mio. Euro verbleiben. Bei einem Eintreffen dieser Prognose kann sich der MuM-Chef auch wieder die Aufnahme der Dividendenzahlung in einer Größenordnung von 0,10 Euro vorstellen. In den darauf folgenden Jahren sollen sowohl Umsatz als auch Ergebnis weiter zulegen. Gleichwohl: Auch wenn die mittelfristigen Aussichten wieder Wachstum verheißen, so scheint eine deutliche Ergebnisverbesserung frühestens 2011 gegeben. Vor diesem Hintergrund ist die MuM-Aktie auf dem jetzigen Niveau zwar haltenswert. Neuengagements sollten Sie jedoch zurückstellen. Mensch und Maschine Software SE, ISIN DE0006580806 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

3,47 € Aktienzahl:

14.587.875

4,15/3,12 € Marktkap.:

50,6 Mio. €

4,00 € Risiko:

mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

Nachdem 2009 enttäuscht hat, geht es jetzt wieder aufwärts

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April 2010

GESCO AG

GESCO AG, ISIN DE0005875900

Die Rezession hinterlässt Spuren

Akt.Kurs:

Wenngleich Umsatz und Ergebnis der im SDAX notierten mittelständischen Beteiligungsholding aufgrund der Auswirkungen der Rezession zuletzt deutlich sanken, schreibt GESCO weiter schwarze Zahlen und bewegt sich auch im Rahmen seiner kommunizierten Bandbreiten. Positiv zu werten ist außerdem, dass die Tochtergesellschaften seit Herbst 2009 wieder von einer gewissen Stabilisierung der Nachfrage berichten, auch wenn sich dieser Umstand noch nicht in den Neun-Monats-Zahlen niederschlägt.

H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

40,15 € Aktienzahl:

3.023.000

43,35/31,70 € Marktkap.:

121,4 Mio. €

45,00 € Risiko:

gering/mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

Im Jahresvergleich halbierte sich der Auftragseingang für die ersten drei Quartale (1.4.–31.12.) des Geschäftsjahres 2009/2010 (bis 31.3.) zwar auf 169,0 (Vj. 305,9) Mio. Euro. Dank der aus dem Boom noch gut gefüllten Auftragsbücher im ersten Quartal fiel der Umsatzrückgang mit knapp 30 Prozent auf 206,7 (293,2) Mio. Euro aber weniger stark aus.

Die Ertragskennziffern verschlechterten sich durch das abnehmende Geschäftsvolumen und die im vorherigen Boom positiv wirkenden Skaleneffekte dabei überproportional. Bei einem auf 19,6 (40,3) Mio. Euro halbierten EBITDA verminderte sich das operative Ergebnis (EBIT) auf 11,5 (32,6) Mio. Euro. Unter dem Strich sank das Periodenergebnis um zwei Drittel auf 6,1 (18,4) Mio. Euro bzw. 2,01 (6,07) Euro je Aktie. Wenngleich dies gegenüber dem Vorjahr eine massive Verschlechterung darstellt, halten wir diese Kennzahlen im aktuellen schwierigen Branchenumfeld für eine sehr beachtliche Leistung.

Im Branchenvergleich hielt sich GESCO hervorragend

Für das Gesamtjahr 2009/2010 halten wir an unserer Schätzung eines Konzernumsatzes knapp über 300 Mio. Euro bei einem EBIT von etwa 16,5 Mio. Euro sowie einem Nettogewinn von 8,5 Mio. Euro bzw. 2,85 Euro je Aktie fest. Das aktuelle KGV beträgt damit etwa 14 und wird im kommenden Jahr voraussichtlich in Richtung 10 sinken. Damit stellt die GESCO-Aktie weiterhin eine gute Halteposition dar. (Zu-)Käufe bieten sich unverändert an schwachen Tagen im Bereich von 35 Euro und darunter an.

telegate AG

telegate AG, ISIN DE0005118806

Liefert satte 7,5% Dividendenrendite

Akt.Kurs:

Der telegate-Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatzrückgang von 6,2 Prozent auf 153,9 (Vj. 164,1) Mio. Euro. Dieser ist im Wesentlichen auf die europaweit sinkende Nachfrage für Telefonauskünfte zurückzuführen. So reduzierten sich im Geschäftsbereich Auskunftslösungen die Erlöse um 11 Prozent auf 129,4 (145,4) Mio. Euro. Dagegen entwickelte sich der Geschäftsbereich Media mit einem Umsatzanstieg von rund 31 Prozent auf 24,5 (18,7) Mio. Euro weiterhin positiv. Das Betriebsergebnis reduzierte sich 2009 um 27,5 Prozent auf 23,9 (32,9) Mio. Euro. Das Konzernergebnis wird mit 16,1 (24,3) Mio. Euro um ein Drittel niedriger ausgewiesen, entsprechend einem Ergebnis je Aktie von 0,76 (1,15) Euro. Dieser Gewinn soll fast zur Gänze an die Aktionäre ausgeschüttet werden: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro je Aktie vor. Seite 10

H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

9,37 € Aktienzahl:

21.234.545

11,63/6,78 € Marktkap.:

199,0 Mio. €

13,00 € Risiko:

gering

Chart: vwd market manager (vwd group)

Wie gewonnen, so zerronnen: Die Aktie ist jetzt wieder günstig

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nebenwerte update Für 2010 erwartet der Vorstand eine ähnliche Entwicklung wie schon 2009: ein weiter deutlich zweistelliges Wachstum im Geschäftsbereich Media, während das Anrufvolumens im hochprofitablen klassischen Auskunftsgeschäft weiter sinkt. Und wie in 2009 dürfte es telegate eigener Einschätzung nach auch in 2010 nicht gelingen, den im klassischen Auskunftsgeschäft zu erwartenden Ertragsrückgang durch erneut steigende Erträge im Geschäftsbereich Media zu kompensieren, da die Margen dort (noch) vergleichsweise gering sind.

telegate prognostiziert deshalb für 2010 ein rückläufiges Ergebnis. Das EBITDA auf Konzernebene vor möglichen Einmaleffekten wird dabei in einer Bandbreite von 23 bis 27 Mio. Euro erwartet. Für das Konzernergebnis dürfte dies ebenfalls einen Rückgang im Bereich von 30 Prozent für das Gesamtjahr bedeuten.

April 2010 An der Börse brach die telegate-Aktie am Tag der Bekanntgabe der Jahreszahlen 2009 um rund 15 Prozent ein. Neben Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt erfolgten deutlichen Kursanstieg waren dafür vor allem enttäuschte Hoffnungen auf eine kurzfristige fette Sonderdividende verantwortlich. Stattdessen kündigte telegate erst einmal ein Aktienrückkaufprogramm an.

Auf aktuellem Kursniveau errechnet sich ein 2010er KGV von rund 17, womit die Aktie auf den ersten Blick nicht gerade preiswert scheint. Allerdingss sichert die Dividendenrendite von 7,5 Prozent den Kurs gut nach unten ab. Überdies sorgen die mögliche Ausschüttung einer Sonderdividende im kommenden Jahr, das angekündigte Aktienrückkaufprogramm sowie die 100-Millionen-Zahlung bei einem Erfolg im Rechtsstreit mit der Deutschen Telekom für reichlich Fantasie. Bleiben Sie engagiert!

CeWe Color Holding AG

Wir halten eine Verdoppelung des Gewinns in 2010 für durchaus realistisch Sehr erfreulich läuft das Geschäft bei Europas Fotofinisher Nummer 1, der oldenburgischen CeWe Color. Im Weihnachtsgeschäft 2009 spielte das Unternehmen die Potenziale aus der inzwischen abgeschlossenen Ausrichtung auf die digitale Fotografie voll aus. Der Erfolg des CeWe-Fotobuches sowie der weiteren Produktgruppen unterstreicht dabei die Richtigkeit der seit Jahren vom Unternehmen verfolgten Strategie. Dadurch ist es CeWe Color zudem sehr gut gelungen, sich vom Fotofinishing allein zu lösen und nicht nur den Umsatzschwerpunkt in das vierte Quartal auszudehnen, sondern auch einen besseren Margenmix zu erreichen.

Gemäß den kommunizierten vorläufigen Zahlen konnten die Oldenburger im abgelaufenen Jahr Umsatzerlöse in Höhe von 409,8 (Vj. 420,0) Mio. Euro realisieren. Ein Teil des Rückgangs ist allerdings darauf zurückzuführen, dass CeWe Color unter der schwachen Entwicklung der osteuropäischen Währungen zu leiden hatte. Dort betreiben die Oldenburger eigene Fotogeschäfte.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir allein schon durch den Wegfall der Restrukturierungsaufwendungen eine deutliche Ergebnisverbesserung. Diese lässt unter dem Strich eine Verdoppelung des Ergebnisses je Aktie durchaus realistisch erscheinen. Das von uns geschätzte 2010er-KGV stellt sich beim aktuellen Kurs daher auf etwa 14. Die Dividendenrendite beträgt bei der von uns erwarteten unveränderten Ausschüttung von 1,00 Euro immerhin 3,5 Prozent. Damit hat die CeWe-Aktie noch weitere Luft nach oben. Halten. CeWe Color Holding AG, ISIN DE0005403901 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

28,49 € Aktienzahl:

7.380.000

28,49/13,51 € Marktkap.:

210,3 Mio. €

33,00 € Risiko:

gering/mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

Wesentlich wichtiger und auch aus Investorensicht viel bedeutender ist jedoch die Ergebnisentwicklung des Unternehmens. So kletterte das operative Ergebnis um gut 50 Prozent auf 18,7 (12,4) Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern legte in ähnlicher Dimension auf 16,8 (10,7) Mio. Euro zu. Hierbei ist zu beachten, dass in 2009 letztmalig Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 9,5 Mio. Euro enthalten waren, die ab 2010 nicht mehr anfallen.

Das Nachsteuerergebnis lag mit 6,7 (7,0) Mio. Euro dagegen etwas unter Vorjahr. Grund hierfür ist die nur sehr eingeschränkte Verrechenbarkeit der Restrukturierungsverluste in Frankreich mit den übrigen Konzernerträgen. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 1,00 (1,01) Euro. nebenwerte insider

Im laufenden Jahr ist ein Gewinnsprung vorprogrammiert

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April 2010

SMT Scharf AG

Unser „Top 5“-Favorit kommt nun allmählich richtig schön in Fahrt Gut Ding will Weile haben. Das gilt zumindest für das Eintreffen unserer Prognosen zur SMT Scharf-Aktie. Bewegte sich der Kurs unseres „Top 5“-Wertes in den letzten Monaten sehr lange um 9 Euro herum seitwärts, sorgten die Geschäftszahlen endlich für positive Impulse. Dabei hat der in Hamm ansässige Hersteller von entgleisungssicheren Grubenbahnen nahezu eine Punktlandung hinsichtlich unserer Ergebnisschätzung hingelegt und mit 53,3 (Vj. 49,7) Mio. Euro unsere Erwartungen beim Umsatz sogar übertroffen.

Auf der Ergebnisseite belastete in 2009 die Restrukturierung der saarländischen Tochtergesellschaft. Bei einem EBIT von 7,6 (7,5) Mio. Euro beläuft sich der Konzernüberschuss daher trotzdem „nur“ auf 5,1 (5,3) Mio. Euro bzw. 1,23 (1,27) Euro je Aktie. Einziger Wermutstropfen bei den ansonsten planmäßig guten Zahlen ist, dass SMT Scharf im Gegensatz zu den beiden Vorjahren für 2009 lediglich die Basisdividende von 0,70 Euro je Anteilschein an die Aktionäre ausschüttet. Zuvor gab es jeweils noch einen Bonus von 0,15 Euro obendrauf.

Die operative Entwicklung im Geschäftsjahr 2010 und darüber hinaus schätzen wir unverändert positiv ein. Darin bestärkte uns ein Gespräch mit einem Firmenvertreter anlässlich eines Besuchs auf der Zeche Auguste Victoria in Marl (Kreis Recklinghausen), wo wir uns auch von der Leistungsfähigkeit der SMT-Bahnsysteme persönlich überzeugen konnten. Die Erschließung immer neuer Rohstoff-vorkommen führt zu einer weiterhin robusten Nachfrage nach Bahnlösungen aus dem Hause SMT Scharf. Dabei profitiert SMT von seiner mit über 70 Prozent Um-

satzanteil sehr hohen Auslandsquote am Gesamtgeschäft. Zudem ist die Schwankungsanfälligkeit angesichts bereits heute gut 50 Prozent Umsatzanteil im sehr stabilen und auch margenattraktiven Service- und Wartungsgeschäft gering. Für 2010 rechnen wir mit einer Ergebnisverbesserung auf 6 Mio. Euro bzw. 1,45 Euro je Aktie. Auf dem aktuellen Kursniveau errechnet sich somit ein 2010erKGV von nur 7,4. Zudem beträgt die Dividendenrendite auch nach dem Kurssprung satte 6,5 Prozent. Kaufen! SMT Scharf AG, ISIN DE0005751986 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

10,71 € Aktienzahl:

4.200.000

11,31/7,69 € Marktkap.:

45,0 Mio. €

15,00 € Risiko:

gering

Chart: vwd market manager (vwd group)

Auch nach dem Ausbruch ist SMT Scharf noch viel zu billig

Sixt AG Vz

Hat sich im vierten Quartal erheblich besser geschlagen als erwartet Im vierten Quartal hat der Autovermieter nochmals einen Gang höher geschaltet und die vom Unternehmen selbst kommunizierten Zahlen für das Gesamtjahr 2009 übertroffen. Mit einem Rückgang um lediglich 3,9 Prozent auf 758 (Vj. 788,7) Mio. Euro lagen die Vermietungserlöse weiterhin auf einem sehr soliden Niveau. Auch die Erlöse aus Leasingfahrzeugen zeigten sich mit einem Rückgang um 3,2 Prozent auf 406,5 (419,8) Mio. Euro trotz Krise vergleichsweise stabil. In beiden Geschäftsfeldern hat man bewusst auf unrentables oder sehr margenschwaches Geschäft verzichtet.

Neben dem deutlich verbesserten Geschäftsverlauf in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres profitierte der Sixt-Konzern im Jahresverlauf auch von einer deutSeite 12

lich verbesserten Kostenstruktur, bedingt durch eine verkleinerte Vermietflotte, ein straffes Kostenmanagement sowie das Wirksamwerden der eingeleiteten Effizienzverbesserungsmaßnahmen.

Auf Basis der vorläufigen Jahreszahlen liegt das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 15,1 (Vj. 86,7) Mio. Euro klar im positiven Bereich. Auch unter dem Strich konnten die Pullacher mit einem Konzernergebnis von 10,4 (61,4) Mio. Euro deutlich schwarze Zahlen realisieren. Die Aktionäre sollen in Form einer Dividende von 0,22 (0,82) Euro je Vorzugsaktie am Unternehmenserfolg beteiligt werden; dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 50 (Vj. 33) Prozent und untermauert die insgesamt immer sehr aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der Gesellschaft. www.nebenwerte-insider.de


nebenwerte update Für das Geschäftsjahr 2010 zeigt sich der Vorstand verhalten optimistisch, auch bei einem insgesamt weiterhin eher noch leicht sinkenden Umsatz sollen auf der Kostenseite die in den Jahren 2008 und 2009 auf den Weg gebrachten Maßnahmen ab 2010 voll zum Tragen kommen und zu weiteren nennenswerten Verbesserungen gegenüber 2009 führen.

April 2010 Sixt AG Vz, ISIN DE0007231334 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

16,44 € Aktienzahl:

25.225.350

19,50/7,23 € Marktkap.:

534,1 Mio. €

22,00 € Risiko:

gering/mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

Vor diesem Hintergrund halten wir die Einschätzung des Vorstandes, das Ergebnis trotz eher rückläufiger Umsätze deutlich steigern zu können, für plausibel und realistisch. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr ist derzeit noch nicht möglich. Wir stufen Sixt aber in Anbetracht der erkennbar durchschrittenen Talsohle und der führenden Position im Markt weiterhin zumindest als gute Halteposition ein.

Sie sollten dabei auch weiterhin bewusst auf die Vorzugsaktie setzen. Gegenüber den Stämmen weist diese zum einen eine höhere Dividendenrendite auf. Zum anderen haben Sie hier zusätzlich die Chance, dass sich der aktuell recht große Abschlag von 30 Prozent oder ca. 7 Euro zur Stammaktie in der Zukunft wieder etwas vermindert.

Zuletzt kam die Aktie wieder ein wenig zurück

Silicon Sensor AG

Vorläufige 2009er-Zahlen fallen deutlich besser aus, als von uns befürchtet Weniger drastisch als von uns – zumindest im Worst Case – befürchtet, ist der Umsatz- und Ergebnisrückgang beim Berliner Sensor-Spezialisten im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgefallen. So betrug der Rückgang des Geschäftsvolumens „nur“ gut ein Fünftel auf 30,2 (38,5) Mio. Euro und lag damit über unserer pessimistischeren Schätzung von 28 Mio. Euro am unteren Ende der Erwartungsbandbreite. Hauptgrund hierfür war das insbesondere im vierten Quartal wieder anziehende Geschäft. Etwas besser als von uns erwartet, stellt sich daher auch das operative Ergebnis dar. Mit 1,1 Mio. Euro fiel das Minus deutlich kleiner als die von uns geschätzten 1,7 Mio. Euro aus. Unter dem Strich beläuft sich der Jahresfehlbetrag auf 1,7 Mio. Euro; wir hatten mit minus 2,4 Mio. Euro gerechnet. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von minus 0,37 (-2,90) Euro.

Euro. Dies dürfte ein positives operatives Ergebnis (EBIT) von 2,3 Mio. Euro ermöglichen, was einen Konzernjahresüberschuss von knapp 1 Mio. Euro bzw. 0,14 Euro je Aktie ergeben sollte. Mit einem aktuellen KGV von 40 ist Silicon Sensor daher kein Schnäppchen mehr. Ab 2011 wird das KGV aber schrittweise deutlich sinken. Halten. Silicon Sensor AG, ISIN DE0007201907 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

5,73 € Aktienzahl:

6.625.899

6,99/4,21 € Marktkap.:

38,0 Mio. €

7,00 € Risiko:

mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

Durch die beiden in 2009 durchgeführten Kapitalerhöhungen flossen Silicon Sensor insgesamt rund 24 Mio. Euro an frischem Kapital zu. Zudem konnte dadurch mit der koreanischen Quantum Semiconductor International Co., Ltd. (QSI) ein starker Partner ins Boot geholt werden. Über die Kooperation erreicht Silicon Sensor ohne einen nennenswerten eigenen Kapitaleinsatz eine eigene Präsenz auf dem wachstumsträchtigen asiatischen Markt.

Für 2010 rechnen wir dank der Erholung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes mit einem Umsatzplus auf 34 Mio. nebenwerte insider

Silicon Sensor hat jetzt einen starken Partner

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nebenwerte chartbreaker/update

April 2010 Deutsche Beteiligungs-AG

Allgeier Holding AG, ISIN DE0005086300 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

8,50 € Aktienzahl:

9.071.500

9,90/4,68 € Marktkap.:

77,1 Mio. €

12,00 € Risiko:

gering

Hat weiterhin Potenzial Seit unserem letzten Update in der Oktober-Ausgabe 2009 konnte die DBAG-Aktie, wie von uns erwartet, weiter zulegen. Über 22 Prozent Kursgewinn in rund fünf Monaten sind ein hervorragendes Ergebnis. Und noch gibt es keinen Grund für Sie, kalte Füße zu bekommen, vielmehr sehen wir weiteres Potenzial für Kursgewinne. Denn nach einem monatelangen Kampf um die Widerstandsmarke von 18 Euro konnte sich die Notierung zuletzt deutlich nach oben absetzen. Damit ist aus charttechnischer Sicht nunmehr der Weg bis zum nächsthöheren Widerstandsbereich in der Gegend um 22 Euro frei.

Nach der Konsolidierung dürfte es in Richtung 12 Euro gehen

Allgeier Holding AG

Nach Dornröschenschlaf endlich so richtig durchgestartet

Nach der Kür im Oktober pendelte unser „Top 5“-Favorit zunächst seitwärts, bevor dann Ende Februar der entscheidende Durchbruch nach oben gelang. Wie Sie im Chart deutlich sehen, hat die Aktie einen geradezu mustergültigen Ausbruch nach oben hingelegt. Daher loten wir nun das weitere Potenzial aus charttechnischer Sicht aus.

Nach dem Ausbruch aus dem Abwärtstrend bzw. Dreieck knackte die Notierung gleich auch noch den Widerstand bei 8,50 Euro. Diese hohe Dynamik ist ein gutes Zeichen, die jüngste Verschnaufpause daher kein Grund zur Besorgnis. Die Marken von 8,50 und knapp 8 Euro wirken nun als Unterstützung und sichern den Kurs nach unten ab. Gestützt wird die gute Kursentwicklung von einer trotz der Krise positiven Geschäftsentwicklung in 2009. Dank weiterer Akquisitionen stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent. Zudem vermied Allgeier es, in der Krise Personal abzubauen, um wichtiges Knowhow im Unternehmen zu bewahren und auf weiteres Wachstum vorbereitet zu sein.

Daher blicken auch wir optimistisch auf die kommende Kursentwicklung. Sobald die aktuelle Korrektur beendet ist, sollte die Notierung wieder nach oben durchstarten. Abgesehen von einer recht schwachen Widerstandszone im Bereich von 10,30/10,60 Euro ist dann der Weg bis zu den Hochs aus 2007 und 2008 bei 11,70 bis 11,90 Euro frei. Seite 14

Das vergangene Geschäftsjahr verlief zudem absolut zufriedenstellend. Im Jahr 2008/2009 erzielte der Konzern einen Überschuss von 19,6 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 51,1 Mio. Euro im Vorjahr. Damit konnten inklusive einer Sonderdividende in Höhe von 60 Cent insgesamt 1 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Auch der „innere Wert“ (NAV), also das Eigenkapital je Aktie stieg von 17,90 Euro auf 18,94 Euro.

Daher sehen wir bei der Deutschen Beteiligungs AG weiter kletternde Kurse. Der seit knapp einem Jahr bestehende Aufwärtstrend stellt mit der nun als Support wirkenden Marke von 18 Euro eine Kreuzunterstützung dar, womit die Aktie nach unten abgesichert ist. Knapp unterhalb dieser Marke bietet sich ein „mentaler Stopp“ an. Wir gehen aber von einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung aus. Die nächsten Kursziele liegen dann bei rund 22 und 26 Euro. Deutsche Beteiligungs-AG, ISIN DE0005508105 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

19,68 € Aktienzahl:

13.676.359

19,90/8,89 € Marktkap.:

269,2 Mio. €

26,00 € Risiko:

139,39/60,02 € Marktkap.: 90,00 € Risiko:

mittel

561,9 Mio. € mittel

Setzen Sie vorsichtshalber einen „mentalen Stopp“ bei 18 Euro

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nebenwerte chartbreaker/update

April 2010 Fuchs Petrolub AG Vz

Deutsche Forfait AG, ISIN DE0005488795 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

6,32 € Aktienzahl:

6.800.000

6,35/3,80 € Marktkap.:

43,0 Mio. €

7,50 € Risiko:

gering

Verschnaufpause nach 127% Plus

Unser „Top 5“-Wert aus dem Jahr 2009 entwickelte sich auch in den letzten Monaten sehr erfreulich. Unsere Halteempfehlung vom Oktober 2009 hat sich damit für Sie voll ausgezahlt. Seit unserer 2009er-„Top 5“-Empfehlung legte der Kurs nun schon sagenhafte 127 Prozent zu. Und auch angesichts der kleinen Konsolidierung der letzten Wochen muss Ihnen keineswegs bange werden.

Denn charttechnisch betrachtet ist die Notierung im Bereich der Widerstandszone um 69 Euro angedockt. Eine Korrektur ist somit vollkommen normal und sollte das zurückgewonnene Terrain festigen. Bereits im Februar kam es zu einem Test des Supports bei 60 Euro, nachdem zuvor der mittelfristige Abwärtstrend nach oben durchbrochen wurde. Erst wenn diese Unterstützung klar nach unten durchbrochen wird, trübt sich die Lage ein. Nächster Zwischenenstopp: 6,60 Euro

Deutsche Forfait AG

Nach 19% Gewinn weitere Chancen Bereits in den ersten Monaten entwickelte sich unsere Neuvorstellung aus der Dezember-Ausgabe 2009 prächtig und legte über 19 Prozent zu. Da die Aktie weiterhin günstig bewertet ist und sich das Geschäft erfreulich entwickelt, betrachten wir die Situation nun einmal charttechnisch. Neben dem intakten Aufwärtstrend, der an den Tiefpunkten seit Ende 2008 anliegt, fällt noch ein weiteres positives Indiz ins Auge: Die Widerstandszone zwischen 5,75 und 5,95 Euro konnte vor kurzem nach oben durchbrochen werden. Dank dieses Chartsignals wurde weiteres Potenzial freigesetzt. Der nächsthöhere Widerstand, der sich von den Hochpunkten im Spätsommer 2008 herleitet, liegt bei gut 6,60 Euro und stellt das nächste Kursziel dar.

Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung droht ein solcher Kursrutsch vorerst jedoch nicht. Im Geschäftsjahr 2009 kletterte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 5 Prozent auf rund 180 Mio. Euro. Dies war zudem der siebte Anstieg in Folge. Die EBIT-Marge kletterte auf 15,3 Prozent, nach „nur“ 12,3 Prozent im Vorjahr. Dank der erfreulichen fundamentalen Entwicklung und der soliden charttechnischen Lage sehen wir Fuchs auch weiterhin als Halteposition. Kurzfristig sind noch Rücksetzer denkbar, bei einem Durchbruch der 69 Euro winkt dann aber ein Anstieg bis auf 75 Euro, dem Hoch von 2007. Bleiben Sie unserem Dauerfavoriten daher treu! Fuchs Petrolub AG Vz, ISIN DE0005790430 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

66,77 € Aktienzahl:

23.660.000

68,90/25,50 € Marktkap.:

1.523,3 Mio. €

75,00 € Risiko:

gering/mittel

Trotz der Wirtschaftskrise erzielte die Deutsche Forfait in 2009 einen Jahresüberschuss von 3,5 Mio. Euro. Dies entspricht einer Eigenkapitalrendite von 12 Prozent. Die für den operativen Erfolg im Forfaitierungsgeschäft wesentliche Kennzahl, das Rohergebnis einschließlich Finanzergebnis, betrug 14,0 (Vj. 16,1) Mio. Euro. Und für das laufende Jahr geht der Vorstand von einer deutlichen Steigerung des Konzerngewinns aus.

Damit bleiben die Börsenampeln für die Deutsche Forfait weiterhin auf Grün. Kurzfristig ist ein Rücksetzer denkbar, in dem die nun als Unterstützungsbereich wirkende Zone bei 5,75 bis 5,95 Euro von oben getestet wird. Solange dieser Support hält, ist dies eine gute Nachkaufgelegenheit, bevor der Widerstand bei 6,60 Euro ins Visier gerät. nebenwerte insider

Jetzt ist der Weg zum Allzeithoch bei 75 Euro frei!

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nebenwerte update

April 2010

Advanced Inflight Alliance AG

Hat sich im schwierigen Umfeld exzellent behauptet Zuletzt sorgten die überraschenden Abgänge von Finanzvorstand und Vorstandschef aber für große Unruhe Das Jahr 2009 scheint für den weltweiten Marktführer im Bereich der Bordunterhaltung zufrieden stellend verlaufen zu sein. Obwohl mit Northwest Airlines und deren Übernahme durch Delta Airlines ein wichtiger Kunde verloren ging, lag der Umsatz nach neun Monaten mit 85 Mio. Euro um 11 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch das operative Ergebnis (EBITDA) übertraf mit einem Zuwachs auf 8,4 (7,7) Mio. Euro die Erwartungen.

Das ist durchaus beachtlich; schließlich sind die Fluggesellschaften erheblich von der Wirtschaftskrise betroffen und flogen im vergangenen Jahr in Summe immense Verluste ein. Und auch wenn die Bordunterhaltung kein großer Kostenfaktor ist, scheint es durchaus wahrscheinlich, dass die Kostensenkungsbemühungen der Airlines auch für die AIA nicht ganz ohne Auswirkung bleiben. Der Vorstand äußert sich deshalb im Bericht zum dritten Quartal eher vorsichtig, was die Zukunft angeht. Man gehe davon aus, dass die Investitionszurückhaltung zeitverzögert noch zu spüren sein wird und sich Umsatz und Ergebnis im vierten Quartal eher rückläufig entwickeln.

Für das Gesamtjahr 2009 gehen wir deshalb nur von einem unveränderten Umsatz von rund 107 Mio. Euro aus. Beim Gewinn erwarten wie wegen des erhöhten Kostendrucks in der Luftfahrtbranche mit 4,7 Mio. Euro einen Wert unter dem Vorjahresniveau. Pro Aktie bedeutet dies Advanced Inflight Alliance AG, ISIN DE0001262186 Akt.Kurs: H/T 12 Mon.: Chance 12 Mon.:

3,18 € Aktienzahl:

14.500.000

3,78/1,36 € Marktkap.:

46,1 Mio. €

3,80 € Risiko:

gering/mittel

Chart: vwd market manager (vwd group)

aber immer noch ein Ergebnis von 0,33 Euro. Und für 2010 ist mit der beginnenden Aufhellung in der Luftfahrtbranche wieder ein leichter Anstieg zu erwarten.

Bei der Bewertung der Aktie gilt es aber, noch einen anderen Aspekt zu berücksichtigen. Überraschend meldete AIA nämlich Anfang Februar, dass Finanzvorstand Peter Biewald sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hat. An sich kein Grund zur Beunruhigung. Allerdings ist auffällig, dass AIA kurz vorher mitgeteilt hatte, dass einige Zahlen für 2008 nachträglich korrigiert werden mussten. Verstärkt hat sich der ungute Eindruck mit der Meldung von Anfang März, wonach der Aufsichtsrat den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Otto Dauer „aus wichtigem bzw. verhaltensbedingten Grund“ abberufen hat. Er hat schließlich maßgeblich am Aufbau des Unternehmens mitgewirkt und ist mit einer Beteiligung von 3,4 Prozent auch einer der größeren Aktionäre. Immerhin war sein Nachfolger Rüdiger Berndt mehrere Jahre Aufsichtsratsvorsitzender von AIA und ist sicher keine schlechte Wahl.

Auf den Rauswurf des Vorstandschefs reagierte die Aktie zunächst mit kräftigen Abschlägen – um dann genauso schnell wieder nach oben zu drehen. Inzwischen notiert sie mit 3,10 Euro sogar deutlich über dem vorherigen Niveau. Woraus dieses plötzliche Interesse rührt, ist indes völlig unklar. Mangels Informationen über die Hintergründe des überraschenden Vorstandswechsels fällt uns eine Einschätzung der Situation nun schwer. Sollte die AIA-Aktie nochmals einen Sprung machen, nutzen Sie dies besser für einen (Teil-)Verkauf. Andernfalls bleiben Sie weiter engagiert, aber mit besonderer Wachsamkeit. Leserservice

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Hinweis: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nur Fragen zu Aktien beantworten können, die im Nebenwerte Insider vorgestellt wurden. Eine individuelle Anlageberatung dürfen wir aus rechtlichen Gründen nicht leisten.

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Zuletzt fuhr die AIA-Aktie ganz schön Achterbahn ...

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