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DEUTSCH

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Costa Brava Pirineu de Girona


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Costa BRAVA Coborriu Viliellade la Llosa Arànser

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ser Setcases Santa von Portbou Die Costa Brava erstreckt sich an el Fre Sansor Tartera 7 Das der französischen Grenze bis hinunter nach Blanes. Eugèni Talló Baltarga BedersPratssteht ganz im Zeichen einer ausgesprochen vielgestaltigen, Dieser 206 km lange Montellà Küstenabschnitt Coborriu Olià Pi la Molina Bor Queralbs Bèixec Tregurà de Dalt Nas Riu de Urús launisch verspielten Landschaft, die ausgehend von3 der Albera und dem Cap de Creus, dort also, Pedra Tregurà de Baix Cerdanya Dòrria Villec wo die Pyrenäen ins Meer abfallen, nachTúnel und Masella nach in lange,3schöne Sandstrände übergeht. Vilallonga de Ter E-9 Estana Planès Llanars del Cadí Ventolà Dazwischen liegen, umringt von steilenC-16 Felshängen, eine ganze ReiheToses kleiner versteckter Badebuchten, Abella Nevà Pardines Camprodon wo die Pinien bis ans Meer vordringen und eben eine Costa Brava, eine wahrlich wilde Küste Planoles Ribes de Freser entstehen lassen. Dies gilt vor allem für die kleinen Buchten bei Cadaqués, Begur, Campelles Calella de Palafrugell, Tamariu, Llafranc und Tossa de Mar. Es gibt jedoch auch weite Sandstrände, so Bruguera wie el Baell etwa in der Bucht von Roses, in Pals, Palamós, Platja d'Aro, Lloret de Mar oder Blanes. Sant Pau Ogassa lona

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N-152größtem Im unmittelbaren Einzugsgebiet dieser Küste finden sich aber auch Landschaftsbereiche von Gombrèn ökologischen Wert, die deshalb einen ganz besonderen Schutz genießen. Zu nennen wären in diesemC-26 Puigcerdà Campdevànol Sinne etwa derla Jonquera Naturpark Cap de Creus, das einzige maritim-terrestrische Naturschutzgebiet Portbou Kataloniens, der Naturpark der Aiguamolls de l'Empordà als das zweitgrößte Feuchtgebiet des Landes, RIPOLL die der Naturpark Montgrí, Medes-Inseln und Baix Ter mit einer beeindruckenden Unterwasserwelt, sich Tauchern als Figueres ein wahres Paradies darbietet, sowie das Meeresreservat Ses Negres C-17 am Olot Ripoll Küstenabschnitt von Begur.

Sant Joan de les Abadesses

Túnel de Collabós

N-260

les Llosses Der Mensch hatte seit frühester Zeit eine äußerst enge Beziehung mit diesem Gebiet, so wie dies GIRONA dieVic zahlreichen Reste aus der Zeit der Megalithkultur, die iberischen Niederlassungen, die griechischla Bisbal römische Stadt Empúries (die Griechen ließen sich hier im 6. vorchristlichen Jahrhundert nieder, Santa Vic - Barcelona während dieColoma Römer dann im 2. vorchristlichen Jahrhundert an die Küste vorstießen und vona hier de Farners aus die Romanisierung der Iberischen Halbinsel einleiteten), das beeindruckende Vermächtnis aus der Romanik und die große Zahl mittelalterlicher Ortschaften beredt unter Beweis stellen. Es handelt sich hier um eine Bevölkerung, die das Land bestellte und zur See fuhr und aus der Fischerei eine Kunst machte. Orte wie Roses, Palamós, Llançà, El Port de la Selva oder Blanes sind wichtige Fischereihäfen, und selbst heute noch ist die nachmittägliche Rückkehr der Fischerboote immer BARCELONA noch ein großes Spektakel, das sich die Besucher unserer Heimat nicht entgehen lassen wollen. Die Kombination der an Land gewonnenen Produkte mit den Früchten, die uns das Meer liefert, hat zu einer einmaligen Mar-i-Muntanya-Küche geführt, die allseits größten Anklang findet und die Costa Brava zu einem vorrangigen Ziel für Gourmets aus aller Herren Ländern hat werden lassen. So darf es nicht Wunder nehmen, dass wir an diesem Küstenstrich weithin berühmte Köche wie etwa Ferran Adrià oder die Brüder Roca finden, ebenso aber auch absolute Spitzenrestaurants, die zusammen nicht weniger als 18 Michelin-Sterne auf sich vereinen, sowie die verschiedensten saisonbedingten Gastronomie-Kampagnen.

Weiter landeinwärts nimmt die Landschaft sanftere Züge an, und dies umso mehr, als wir uns dem Umland der Stadt Girona nähern, die aufgrund ihres historischen, künstlerischen und kulturellen Erbes einen obligaten Bezugspunkt darstellt. Im Verwaltungsbezirk Pla de l'Estany dann liegt der größte See Kataloniens. Als ein sportliches Zentrum ersten Ranges wurde er 1992 im Rahmen der olympischen Spiele als Wettkampfstätte für diverse Wassersportarten genutzt und 2004 beherbergte er die Weltmeisterschaft im Rudern. Von kleinen, reizvollen Dörfern bis hin zu großen Zentren des internationalen Fremdenverkehrs ist an der Costa Brava also alles vertreten: ein reges kulturelles Leben mit den verschiedensten künstlerischen Optionen; die vielfältigsten Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung, vom Golfspielen auf Plätzen, die AP-7 zum Teil zu den besten in ganz Europa zählen, bis hin zu den verschiedenen Wassersportarten und vom Fallschirmspringen bis hin zum Tauchen in kristallklarem, ruhigem Wasser; und schließlich elegante Beauty- und Wellness-Betriebe zum Entspannen und ein rauschendes Nachtleben. N-141 C-1411 C-25 C-151

l’Hostalnou de Bianya Sant Jo les Font

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Platja de Grifeu Platja del Port Platja de les Tonyines Platja del Port de la Selva Platja El Pas El Golfet

Je weiter wir uns von der Küste entfernen, desto mehr ändert Sant Pere el Port stoßen de dieC-252 Landschaft ihrede Rodes Gestalt. Wir zunächst auf einige Sant Llorenç la Selva t Vilajuïga N-II Boadella de la Muga la Selvaetwa die Albera, die uns bereits 1 Küstengebirgszüge, darunter Pau d’Empordà 16 de Mar Albanyà Pont de 13 3 Terrades Peralada Platja d’Arqueria auf die unmittelbare Nähe der Pyrenäen vorbereiten. Dann Molins Pedret Cabanes Portlligat Palau-saverdera i Marzà Llers 23 der Garrotxa jedoch überraschen uns noch einmal im Bereich Vilabertran Cadaqués 15 mit demCastelló großen Naturpark ihres Vulkangebiets20 das strahlende Oix 13 Sadernes Cistella Vila-sacra Mare de Déu Badia de Cadaqués FIGUERES d’Empúries C-260 und Wäldern Roses del Mont Grün von Wiesen und eine Reihe von ganz Vilanant Montjoi Cap de Creus Platja de 23 Vilafant Lladó Roses besonders etwa Santa Pau, Oix, Sales de Fortià Cala Jóncols la reizvollen kleinen Dörfern wie Avinyonet de Puigventós el Far M Platja de la Punta Llierca Beuda ug Santa Llogaia Tortellà d’EmpordàBeget, Besalú, Empuriabrava a Els Platja de d'en Bas oder Beuda. Hostalets Montagut d’Àlguema Canyelles Platja de l’Almadrava Cabanelles Castellfollit Maià de Riumors Borrassà d’Empuriabrava Auf diese Weise Platja erreichen wir schließlich das Hochgebirge, 4 Montcal oan de la Roca Vilamalla Navata N-260 ts Ordis den Pirineu de Girona, 22 mit prächtigen Tallandschaften (Ribes, Sant Jaume Argelaguer Siurana Vilamacolum Sant Pere de Llierca Garrigàs Golf und de RosesCerdanya) und zauberhaften Begudà Camprodon, Pescador Núria Crespià Vilacolum Pontós 18 Besalú Espinavessa Ermedàs Sant Tomàs Romanyà el Fluvià Sant Ferriol de Fluvià Torroella Ortschaften, die sich — wie Vallfogona de Ripollès, Camprodon, de Fluvià Palau de Esponellà d’Empordà Santa Eulàlia 14 Orfes Serinyà Setcases,l’Armentera Pardines, Queralbs, Planoles, Llívia oder Meranges Sant Miquel Arenys el Torn d’Empordà de Fluvià C-66 Bàscara — ihr altangestammtes Wesen und ihr natürliches Erbe 17 Sant Martí Vell Sant Mori Galliners 19 Fontcoberta Ventalló Sant Miquel Martí d’Empúrieskonnten. Aber auch Skistationen Santa Pau Sant Miquel Vilaür ungeschmälert Sant bewahren de Campmajor Vilademuls Platja del Moll Grec Orriols del Corb Vilavenut Viladamat Platja de les Muscleres 5 Porqueres gibt es hier, für alpinen Platja Skilauf de l’Escala in La Molina, Masella, Vall de 4 Saus l’Escala C-31 Platja de Riells Camallera Mieres Estany de Vilamarí Pujals dels Núria und Vallter 2000, und für Langlauf in Guils-Fontanera. Banyoles Sant Esteve Pagesos Cala Montgó Riells BANYOLES Garrigoles Albons Pujals dels de Guialbes Viladasens Pujarnol VilopriuUnd dann natürlich die großen Verwaltungs—, Handels— und Cavallers Olives Sant Aniol de Finestres Falgons la Tallada Camós Cornellà del Terri Colomers d’Empordà Sant Feliu Farriola Ripoll oder Puigcerdà. Freizeitzentren wie etwaCalaOlot, Sant Jordi Palol de de Pallerols Cervià Desvalls Sobrestany Golf de la Monedera Revardit Bellcaire de Ter Jafre Für Bergsportler ist dieser Bereich das ganze Jahr über ein Granollers d’Empordà a Salut les Planes de Rocacorba Cala Pedrosa Medinyà l’Estartit d’Hostoles Sant Joan wahres VergesParadies. Ullà Sant Esteve

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Platja de Sant Francesc

Platja de Blanes Platja de S’Abanell

Cap de Begur

Fornells AiguablavaPlatja d’Aiguablava Esclanyà Aigua Xelida Platja de Tamariu Palafrugell Tamariu GIV-6548 Mont-ras Cala Pedrosa Cala de Gens Ermedàs Llafranc Platja de Llafranc Calella de Vall-llobrega Palafrugell Platja del Canadell Platja de Port Bo

Calonge

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Platja de la Fosca la Fosca Cala Margarida Platja Palamós Gran Sant Antoni de Calonge Platja des Monestrí Llagostera Platja de Sant Antoni Platja de Torre Valentina C-65 Cala Cristus-ses Torretes Castell d’Aro Solius Platja d’AroCala sa Cova Cala Rovira Santa Cristina Platja Gran d’Aro Cala sa Conca s’Agaró Platja de Sant Pol Sant Pol Platja de Sant Feliu de Guíxols Feliu de Guíxols Canyet Platja delSant Senyor Ramon Platja de Canyeretes Sant Grau Cala Salionç Salionç

Caldes de Malavella

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de Montgrí In diesem Pirineu Girona mit seinen traumhaft schönen Gualta de FonolleresSerra de Daró Rupià Celrà Landschaften kommt aber auch die Geschichte zu Wort, und Sarrià Sant Julià Juià Parlavà Llabià Fontanilles Púbol de Ter de Ramis vor allem über die Kunst Platjader de PalsRomanik, die uns mit den 23 zwar Ullastret Madremanya Ripoll, Sant Joan de les Abadesses und Sant Corçà Klöstern von 6 Palau-sator Sant Julià de Boada 11 Peratallada Monells LA BISBAL Platja de sa Riera Zeugnisse dieser Pere deCanapost Rodes 5die beeindruckendsten D’EMPORDÀ sa Riera GIRONA sa Tuna Sant Sadurní Feliu Pals Vulpellac Hochzeit derSant katalanischen Geschichte hinterlassen hat. Cruïlles de l’Heura de Boada Begur Platja de sa Tuna

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GESCHICHTE Wo wir uns auch bewegen mögen: Weder an der Costa Brava noch im Pirineu de Girona ist es möglich, eine größere Strecke zu fahren, ohne auf das eine oder andere Zeugnis aus der langen Geschichte dieses Landstrichs zu stoßen.

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Das mediterrane Klima, die vielen Sonnenstunden, die Fruchtbarkeit des Bodens und der Reichtum von Flüssen und Meer, ebenso aber auch die geografische Lage haben dazu beigetragen, dass die Gegend um Girona seit vorgeschichtlichen Zeiten bewohnt und von allen auf der Iberischen Halbinsel verweilenden Völkern stets begehrt und umlagert war. Das uns von unseren Vorfahren aus dieser Zeit hinterlassene Erbe ist außergewöhnlich umfangreich und vielgestaltig. Man denke nur an die vorgeschichtlichen Höhlen von Serinyà bei Banyoles oder die Baudenkmäler aus der Zeit der Megalithkultur, so wie wir sie in großer Zahl in der Albera, den Rodes-Bergen und im Gavarres-Massiv finden. Auch die Kultur der Iberer, die der heute von Spanien und Portugal eingenommenen Halbinsel ihren Namen gaben, ist — insbesondere auf strategisch gelegenen Anhöhen — in zahlreichen Orten präsent, beispielsweise Puig Castellet (Lloret de Mar), Castell (Palamós) oder Ullastret, die uns Rückschlüsse auf die Art des Lebens und Tuns unserer Vorfahren erlauben. Über unser geliebtes Mittelmeer kamen die Griechen und ließen sich an einem Ort nieder, der uns selbst heute noch durch seine große Schönheit überrascht: Empúries. Hier gründeten sie die erste griechische Kolonie auf der Iberischen Halbinsel, und deshalb erreichte auch das olympische Feuer für die Spiele 1992 in Barcelona über diesen Hafen das Festland. Die Griechen hinterließen uns ihre Kultur, die von den Römern mit weisem Verständnis fortgeführt wurde. Letztere schufen dann die das gesamte Gebiet um Girona von Nord nach Süd durchquerende Verbindungsachse der Via Augusta, deren Verlauf zum Teil auch von der heutigen Autobahn AP-7 übernommen wird. Zeugnisse römischer Kultur finden wir ferner längs der Straße von Capsacosta in den Pyrenäen, in der römischen Villa Els Ametllers in Tossa de Mar und bei den in Caldes de Malavella gefundenen Thermen.

DAS MITTEL ALTER Die Bedeutung der Romanik Das heutige Katalonien war im Mittelalter in verschiedene Grafschaften unterteilt, denen zum Teil eine große politische Bedeutung beikam. Im näheren Umkreis um Girona zählten hierbei die Grafschaften Empúries, Besalú, Torroella und Peralada zu den wichtigsten. Diese Feudalherren übten beträchtliche Macht auf das Territorium aus und gingen stets auch starke Allianzen mit der Kirche ein. In diesem Sinne begünstigten sie die Niederlassung von religiösen Orden und die Anlage von Klöstern. Dies ist der Grund für die vielen Klöster, die heute noch — meist aus der Zeit der Romanik — überall in Katalonien zu finden sind. Durch diesen Umstand erlebte die romanische Kunst in allen katalanischen Grafschaften eine außerordentliche Blütezeit, besonders jedoch in den Pyrenäen. Im Bereich des gesamten Pirineu de Girona entstanden so Klöster, Kirchen und kleine Kapellen, die allesamt den damals vorherrschenden stilistischen Tendenzen und hierbei speziell der lombardischen Romanik entsprachen. Dieses einmalige romanische Vermächtnis ging einher mit einer bewegten Geschichte. In Ripoll ließ der Graf Wilfried der Haarige das Kloster Santa Maria bauen, das heute mit seinem in Stein gehauenen

Die jüdische Welt Als Wiege der Zivilisationen erlebte Girona im Mittelalter einen der Höhepunkte seiner Geschichte, wobei diese Epoche mit der Blütezeit der jüdischen Volksgemeinschaft übereinstimmte, die vom 9. bis ins 15. Jahrhundert zur Bevölkerung der Stadt gehörte. Das Auftauchen der ersten Juden an der katalanischen Küste muss sicher im Zusammenhang mit dem historischen Umstand der Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahre 70 n. Chr. gesehen werden, der der eigentliche Anlass zur Diaspora des jüdischen Volks war. Aus diesen ersten Jahren weiß man relativ wenig, die Anwesenheit jüdischer Einwohner wird in Girona jedoch bereits im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Girona zählt so zu den Städten, die diesbezüglich die längste Tradition haben, denn andernorts in Katalonien finden sich dokumentarische Nachweise zu einer jüdischen Bevölkerungsgruppe erst im 12. und 13. Jahrhundert. Die Juden lebten so in Girona über mehr als sechshundert Jahre hin, und während dieser langen Zeit kam ihnen eine große Bedeutung innerhalb der örtlichen Gesellschaft und der wirtschaftlichen Struktur der Stadt zu. Das goldene Zeitalter der Juden reicht vom 12. bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sie waren zum Teil sehr reich, hatten Geschäfte inne, nahmen Einfluss auf die Finanzverwaltung und genossen einen bürgerrechtlichen Sonderstatus, da sie direkt dem Schutz der Könige unterstanden, denen sie auch immer wieder als Berater dienten. In jener Zeit machte sich im Languedoc und in der Provence die Bewegung der Kabbalistik breit, die vor allem von den sich um Yitzchak von Narbonne scharenden Intellektuellen und Theologen vorangetrieben


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Portal als ein Meisterwerk der europäischen Romanik gilt. Wilfried, der als erster König der katalanischen Dynastie zu verstehen ist, hatte historisch gesehen einen entscheidenden Einfluss auf das Entstehen des so genannten Alten Kataloniens. Nicht weit von Ripoll entfernt entstand ebenfalls auf Wilfrieds Initiative hin das Kloster Sant Joan in Sant Joan de les Abadesses, in dem wir heute das Heilige Mysterium, eine aus sieben lebensgroßen Skulpturen gebildete Figurengruppe als ein einzigartiges Zeugnis der romanischen Bildhauerei bewundern können. Darüber hinaus ist in dieser Gegend noch ein drittes Kloster zu erwähnen, und zwar Sant Pere in Camprodon, dessen Bedeutung in geschichtlicher Hinsicht zwar weit geringer ist, das jedoch ein äußerst interessantes Kuppelgewölbe und ein außergewöhnlich breites Kirchenschiff besitzt. Verlassen wir den Verwaltungsbezirk Ripollès und wenden uns dem Alt Empordà zu, stoßen wir erneut auf äußerst wichtige Klöster, unter denen besonders das im 10. Jahrhundert entstandene Sant Pere de Rodes in seiner einmaligen Lage hoch über dem Cap de Creus mit beeindruckenden Ausblicken aufs Meer zu nennen ist.

All diese Klöster zogen den Bau anderer Kirchen und Kapellen nach sich, wobei besonders die Wallfahrten nach Santiago de Compostela in Galicien einen äußerst befruchtenden Einfluss ausübten. So gehört der Verwaltungsbezirk Ripollès beispielsweise zu den Gegenden mit der höchsten Dichte romanischer Bauwerke in Europa: ganze 98 katalogisierte Gebäude. Auch in der Stadt Girona hat die Romanik höchst wertvolle Zeugnisse hinterlassen. An erster Stelle sei in dieser Beziehung der Glockenturm des ursprünglichen Dombaus erwähnt, der später dann in das Stützwerk der an dessen Stelle errichteten gotischen Kathedrale übernommen wurde. Im Museum der Kathedrale wird der berühmte Schöpfungsteppich gezeigt, das weltweit bedeutendste textile Kunstwerk, das uns aus romanischer Zeit erhalten ist. Der gestickte Teppich bringt im Zeichen der verschiedensten Einflüsse ein komplexes ikonografisches Programm zur Darstellung und ist als ein einmaliges Juwel für sich allein schon eine Reise wert. Auf romanische Baukunst stoßen wir aber auch an der Küste, so wie dies etwa beim Kloster in Sant Feliu de Guíxols oder, etwas weiter landeinwärts, in Breda und Banyoles der Fall ist.

geleitet wurde. Die Kabbala war eine sehr alte, ursprünglich aus dem Sinai kommende mystische und esotherische Philosophie, die die Welt jenseits der rationellen Erkenntnis verstehen und analysieren wollte. Über verschiedene Schüler des Weisen aus Narbonne kam sie so auch nach Girona und nahm hier dank der jüdischen Philosophen Esra und Azriel eine außerordentliche Entwicklung. Der Kabbala hatte sich, neben anderen Wissenschaften, auch der große Meister Moshe ben Nahman zugewandt, der auch unter dem Namen Nahmanides oder — gewissen Wissenschaftlern zufolge auf Katalanisch — Bonastruc ça Porta bekannt ist. Ihm zu Ehren trägt heute das Haus, in dem sich einst die dritte jüdische Synagoge in Girona befand, seinen Namen. Anfangs lebten die Juden im oberen Teil der Stadt rund um die Kathedrale. Im Jahr 1160 ist jedoch urkundlich bereits ein eigenes Judenviertel nachgewiesen, das wie auch in anderen katalanischen Städten unter der Bezeichnung call (aus dem lateinischen Wort callis = Straße) geführt wird. Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts kam es zu den ersten Konflikten, im Zuge derer das von den Juden bewohnte Viertel zu einer Art Ghetto wurde. In einer städtischen Verordnung aus dem Jahr 1448 wurden die jüdischen Einwohner von Girona aufgefordert, ihren Wohnsitz innerhalb von sechs Tagen in den geschlossenen Bereich des Call zu verlegen. Die Juden wurden mehrmals angegriffen. Zum blutigsten Aufstand kam es in der Nacht zum Lorenztag im Jahre 1391. Unter dem Vorwand, sie beschützen zu wollen, sperrten die Vertreter der Stadtverwaltung die Juden 17 Wochen lang in den Gironella-Turm ein, konnten dabei aber nicht verhindern, dass während dieser Zeit ihre Häuser geplündert wurden. Die Konflikte gingen weiter, und der Call wurde immer kleiner, bis er mit der

Vertreibung der Juden im Jahr 1492 endgültig verschwand. Nachdem fast alle Häuser dieses labyrinthischen Gassengewirrs hier aus Stein gebaut waren, kam es über die Jahrhunderte hinweg niemals zu einer definitiven Zerstörung. Im Gegenteil: Nach der Vertreibung der Juden ging das Leben hier weiter; es ließen sich christliche Familien und zum Christentum übergetretene Juden nieder, wodurch sich ein ganz normales Stadtviertel herausbildete, das dem Niedergang weitgehend widerstand, sodass es heute in ganz Westeuropa kaum ein Judenviertel gibt, das so gut erhalten ist wie der Call in Girona. Aus diesem Grund gehört Girona dem Netz jüdischer Stätten in Spanien an, einer öffentlich-rechtlichen Vereinigung ohne Gewinnstreben, die sich dem Schutz des urbanistischen, architektonischen, historischen, künstlerischen und kulturellen Erbes der Juden in Spanien widmet. Der Organisation gehören derzeit die Städte Ávila, Barcelona, Besalú, Cáceres, Calahorra, Castelló d'Empúries, Córdoba, Estella, Girona, Hervás, Jaén, León, Lucena, Monforte de Lemos, Oviedo, Palma de Mallorca, Plasencia, Ribadavia, Segovia, Sevilla, Tarazona, Toledo, Tortosa und Tudela an. Besalú besitzt einen äußerst gut erhaltenen mittelalterlichen Ortskern, so wie man ihn in historisch-künstlerischer Hinsicht in ganz Katalonien kaum schöner finden kann. Das kleine Städtchen ist deshalb die ideale Ergänzung eines Besuchs des Call in Girona. Besonders sehenswert ist hier vor allem die aus dem 12. Jahrhundert stammende Mikwe, das jüdische Ritualbad, das in seiner Art in Europa einmalig ist. Auch Castelló d'Empúries besitzt einen Call, der im Mittelalter zu den einwohnerstärksten jüdischen Vierteln im unmittelbaren Umkreis um Girona gehörte. Zu sehen ist hier die Struktur der Neuen Synagoge.


KUNST

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Nicht nur die Romanik, auch alle später aufkommenden Kunstströmungen haben ihre Spuren in der Provinz Girona hinterlassen. Zweitwichtigster Exponent des örtlichen Kunstschaffens dürfte nach der Romanik die Gotik sein, und zwar besonders in der Stadt Girona selbst, die mit verschiedenen Beispielen der zivilen und sakralen Architektur dieser Zeit sowie mit einer Kathedrale mit dem breitesten gotischen Kirchenschiff Europas aufwarten kann. Die Anlage dieser so breiten Halle führte zu einer lang anhaltenden, kuriosen Debatte zwischen dem örtlichen Klerus und dem zuständigen Architekten. Große Bedeutung kommt der Gotik auch in Castelló d'Empúries zu, dessen Pfarrkirche Santa Maria aufgrund ihrer stattlichen Ausmaße als die "Kathedrale des Empordà" bekannt ist. Auch alle späteren künstlerischen Strömungen haben natürlich ihren Nachhall in diesem Gebiet um Girona gefunden. Erst um die Jahrhundertwende jedoch, mit dem Aufkommen des Jugendstils Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, erlebten Stadt und Provinz bei Architektur und Kunsthandwerk wieder eine neue Blütezeit. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch eine tief verwurzelte Tradition bei der bildenden Kunst, die mit der Schule der Landschaftsmalerei von Olot ihren Anfang nimmt und mit dem Surrealismus von Salvador Dalí ihre Krönung findet. Die Kunst der Gegenwart findet ihren Ausdruck im Parc Art von Cassà de la Selva, einer großen Gartenanlage, in der Bildhauerei und Natur eine unübertreffliche Synthese eingehen.

SAL VA DOR DALÍ


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Salvador Dalí (1904-1989) war ein bedeutender Vertreter des Surrealismus, einer Kunstströmung, die die Welt der Malerei, der Literatur, des Films und aller übrigen Künste in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufrüttelte und in Bewegung brachte. Mit seiner starken, für die zeitgenössische Kultur so entscheidenden Persönlichkeit stellt Dalí als universelles Genie ein einzigartiges Beispiel für einen tief in seiner Heimat, dem Empordà, der Landschaft des Cap de Creus im Norden der Costa Brava und dem katalanischen Brauchtum verwurzelten Mann dar. Dalí wurde in Figueres geboren und studierte an der Schule für schöne Künste in Madrid, wo er mit einer ganzen Reihe von aufkommenden Persönlichkeiten und Intellektuellen jener Epoche in Kontakt kam, darunter mit Luis Buñuel und dem Dichter Federico García Lorca. In seiner leidenschaftlichen Art entdeckte er bald schon den Kubismus, den Futurismus, die metaphysische Malerei, die Welt der Fotografie und des Films und experimentierte mit allen Möglichkeiten, die ihm diese Kunstrichtungen an die Hand gaben. Nach ersten Ausstellungen 1925 in Barcelona und 1926 in Madrid ging Dalí nach Paris, um Picasso kennen zu lernen, und kam dort in Kontakt mit der surrealistischen Bewegung. Den Sommer verbrachte Dalí in Cadaqués, dem Geburtsort seines Vaters, und so kamen in dieses damals abgelegene, einsame Fischerdorf auch seine Freunde aus Madrid und Paris, darunter besonders auch Paul Eluard, der hier mit seiner Frau Gala anreiste. Es war dies der Beginn einer ganz eigenartigen Symbiose zwischen Dalí und Gala, die sich ein Leben lang über all die Jahre hin halten sollte. Nach verschiedenen Zusammenstößen mit den übrigen Vertretern des Surrealismus ließ sich Dalí 1940 in den Vereinigten Staaten nieder und entwickelte dort mit beachtlichem Erfolg sein ganzes kreatives Genie. Über die Malerei hinaus war er auch im Bereich der Mode und der Werbung tätig und entwarf Kostüme und Bühnenbilder für verschiedene Ballettproduktionen. In der Zeit seines größten Erfolgs kaufte er als ein ausgesprochen

heimatverbundener Mann verschiedene Fischerhütten in der kleinen Bucht von Portlligat, unweit von Cadaqués, richtete sich dort eine Wohnung und ein Atelier ein und lebte nun abwechselnd an der Costa Brava und in den großen Kunstzentren Paris und New York. Im letzten Abschnitt seines Lebens entschloss er sich dann, sich fest an der Costa Brava niederzulassen. In Erfüllung seines früheren Versprechens, Gala zur "Königin eines Schlosses" zu machen, schenkte er ihr Schloss Púbol in der Gemeinde La Pera bei La Bisbal de l'Empordà, in das Gala sich dann zurückzog und ihren Mann — so heißt es wenigstens — nur mit schriftlicher Genehmigung zuließ. Mit der Eröffnung des Theater-Museums Dalí im Jahre 1974 erfüllte sich Dalí einen seiner ganz großen Träume. Das Museum zeigt eine umfassende Auswahl an Werken, die das gesamte künstlerische Schaffen des Malers illustrieren. Eigentlich ist das ganze Museum an sich schon ein Werk dieses unvergleichlichen Genies, denn es wurde bis ins geringste Detail von Dalí selbst entworfen und ausgestaltet. Heute gehört es zu den meistbesuchten Museen Spaniens und stellt einen unverzichtbaren Bezugspunkt für das Verständnis der Entwicklung der Kunst im 20. Jahrhundert dar. Nach dem Tod von Gala und etwas später von Salvador Dalí kam es zur Gründung der Stiftung Gala-Salvador Dalí, die heute nun unter anderem die drei großen Lebensbereiche Dalís, das TheaterMuseum in Figueres, das Schloss Púbol und das zum Museum umgestaltete Wohnhaus des Malers in Cadaqués, verwaltet. Anhand dieses dalinianischen Dreiecks kann sich der Besucher, umgeben von einer beeindruckend schönen Landschaft, mit dem wahren Wesen des Malers als Mensch und als Künstler vertraut machen. Ein Besuch dieser drei Örtlichkeiten macht klar, weshalb die Landschaften der Costa Brava für dieses so tief im Empordà und seinem Brauchtum verwurzelte universelle Genie stets Quelle der Inspiration waren.


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Die GROSSE ROUTE der ROMANIK Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Im Gebiet der katalanischen Pyrenäen und Vorpyrenäen sowie im unmittelbaren Umkreis um die damaligen Klöster kam es zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert zu einer weitflächigen Verbreitung des romanischen Kunstschaffens. Auf diese Weise bildete sich ein reiches Vermächtnis heraus, vor allem in Gestalt von Kapellen, Kirchen und Klöstern.

Im Mittelalter kam es in den gesamten katalanischen Pyrenäen zu einer umfassenden Verbreitung des romanischen Kunstschaffens. Es handelt sich um eine strenge Kunst, die deutlich lombardische und byzantinische Einflüsse zeigt, dabei aber voll harmonisch in die umliegende Landschaft eingegliedert ist. Überall in der Provinz Girona finden sich so kleine ländliche Kirchen; die Erhabenheit der Romanik geht allerdings auch Hand in Hand mit der Geschichte, denn eben in dieser Zeit entstanden eine ganze Reihe von Klöstern, die von größter Bedeutung für die Ausbildung des katalanischen Gemeinwesens waren: Santa Maria de Ripoll, Sant Joan de les Abadesses und Sant Pere de Rodes bilden in diesem Sinne eine einzigartige Trilogie, die begleitet wird von anderen Klöstern, um die herum nicht wenige Ortschaften von großem Interesse entstanden.

ART DER ROUTE Quer durch die ganze Provinz verlaufend, mit verschiedenen Abschnitten und möglichen Alternativrouten. LÄNGE DER ROUTE Hauptroute: ca. 320 km (je nach den in die Route aufgenommenen Ortschaften). Erste Nebenroute: 135 km. Zweite Nebenroute: 85 km.

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AUSGANGSPUNKT Aufgrund der Länge der Route und der möglichen Teilabschnitte kommen als Ausgangspunkt mehrere Städte in Frage, darunter vor allem Puigcerdà, Ripoll, Girona oder Figueres.

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PUIGCERDÀ

Wir beginnen unsere Route in Puigcerdà, der Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Cerdanya. Die Stadt stellt ein wichtiges Zentrum für Handel, Freizeit und Kultur dar und verdient ohne jeden Zweifel einen etwas eingehenderen Besuch. Als Sehenswürdigkeiten seien der Glockenturm der Kirche Santa Maria, das frühere Kloster Sant Domènec, die Plaça Cabrinetty, verschiedene Wohnhäuser am Ufer des Sees sowie der umliegende Park herausgestellt. Nachdem hier auch die Route 6 beginnt, die dem durch die Cerdanya führenden Jakobsweg folgt und auf ihrem Weg bis nach La Seu d'Urgell an einer ganzen Reihe von romanischen Kirchen vorbeikommt, verlassen wir Puigcerdà in diesem Fall in entgegengesetzter Richtung und nehmen Kurs auf Ripoll. Wir verlassen Puigcerdà über die GIV-4035 und kommen so nach Guils de Cerdanya, wo uns die Kirche Sant Esteve (12. Jahrhundert) mit ihrem beeindruckendem Portal und einem großen Glockenturm mit einem dreifach geöffneten Glockengiebel erwartet. Anschließend geht es wieder zurück nach Puigcerdà und von dort aus über die N-152 bis nach Alp. Im Ortszentrum finden wir hier die außergewöhnlich große, dreischiffige Kirche Sant Pere mit ihrem quadratischen Glockenturm, der freilich erheblich in seiner Struktur verändert wurde. Wieder auf der N-152, nähern wir uns nun dem Hochgebirgspass der Collada de Toses, für den man im Winter nicht selten Schneeketten benötigt.

Beschreibung der Route Sant Quirze de Colera

Puigcerdà

Peralada

Ripoll

Toses

2 TOSES

Sant Pere de Rodes

Besalú

Girona

Sant Joan de les Abadesses Camprodon Molló und Beget Alta Garrotxa

Vilabertran Figueres

Am Ende der Passstraße erreichen wir das große Gemeindegebiet von Toses mit den Dörfern Fornells, Dòrria, Nevà und Toses sowie die Gemeinde Planoles mit dem Ortsteil Planès. All diese kleinen Ortschaften besitzen eine stark ausgeprägte Persönlichkeit und sind idealer Ausgangspunkt für die verschiedensten Ausflüge und Wanderungen in eine landschaftlich überwältigend schöne Umgebung. Überall finden sich hier auch romanische Kirchen: Sant Martí in Fornells, Sant Víctor in Dòrria (mit romanischen Fresken), Sant Cristòfol in Nevà, Sant Cristòfol in Toses (mit romanischen Fresken), Sant Marcel in Planès und Sant Vicenç in Planoles. So wie das bei häufig allein stehenden Landkirchen oft der Fall zu sein pflegt, sind auch die genannten Kirchen gemeinhin verschlossen,


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sodass man sich zur Besichtigung erst den Schlüssel besorgen muss. Am besten, man wendet sich hier an die örtlichen Fremdenverkehrsbüros bzw. das jeweilige Rathaus. Wir befinden uns im Tal von Ribes, in dem es auch noch andere Orte mit romanischen Kirchen gibt, so etwa Campelles, Queralbs, Pardines oder Fustanyà; wir aber folgen der Hauptroute, die uns im weiteren Verlauf bis nach Ripoll bringt. Wir bleiben auf der N-152 und kommen über Ribes de Freser nach Ripoll.

3 RIPOLL. KLOSTER SANTA MARIA Ripoll, das Zentrum des umliegenden Verwaltungsbezirks Ripollès, ist eine Stadt mit einer großen historischen Vergangenheit, die vor allem um das für das nationale Werden der katalanischen Nation so bedeutsame Benediktinerkloster Santa Maria als einem der schönsten Beispiele katalanischer Romanik kreist. In jüngerer Zeit wurde die Stadt aufgrund des hier stark vertretenen Eisen verarbeitenden Gewerbes zu einem Zentrum der Herstellung leichter Feuerwaffen. Und heute ist Ripoll vor allem eine Stadt des Handels und der Messen und Ausstellungen sowie beliebter Ausgangspunkt für die verschiedensten Ausflüge in die nahebei gelegenen Pyrenäentäler. Im Gemeindegebiet finden sich Reste einer früheren Befestigungsmauer und eines ehemaligen Stadttors sowie verschiedene interessante Wohnhäuser. Zu erwähnen ist ferner das örtliche Volkskundemuseum, dessen materielles und immaterielles Ausstellungsgut dem Besucher eine heute längst vergangene Gesellschaft vor Augen führt. Ganz besonders interessant sind hierbei die Sammlungen, die sich der Welt der Schäfer und Bauern, den verschiedenen Handwerkszünften, der Volksfrömmigkeit, der katalanischen Schmiedekunst und dem Schmiedeeisen oder den vor Ort gefertigten leichten Feuerwaffen widmen. Kloster Santa Maria: Im 9. Jahrhundert vom Grafen Wilfried dem Haarigen gegründet, war dieses Kloster mit seiner riesigen Bibliothek im Mittelalter eines der großen Zentren der europäischen Kultur. In dem in der Klosterkirche bis ins Jahr 1162 fortgeführten Familiengrab der gräflichen Familie liegen mehrere Gründer der katalanischen Dynastie begraben, darunter auch Wilfried der Haarige selbst. Dies ist unter anderem der Grund, weshalb Ripoll als Hauptstadt des so genannten Alten Kataloniens galt, als Wiege der katalanischen Identität. Das als eine in Stein geschlagene Bibel gestaltete Portal der Klosterkirche mit Szenen aus dem Leben Moses, der Könige David und Salomo und verschiedener Propheten gilt als ein Hauptwerk der europäischen Romanik. Auch der zweistöckige Kreuzgang mit seinen reich ornamentierten Säulenkapitellen ist von großer Schönheit. Die Anlage wurde im 16. Jahrhundert abgeschlossen, sodass sich nur der Nordflügel einheitlich im romanischen Stil darbietet. Auffallend in der in lombardischer Romanik angelegten Klosterkirche ist vor allem die Gestaltung der Wandflächen. Äußerst interessant ist der Besuch des Scriptoriums, einer ständigen interaktiven Ausstellung, die dem Leben der mittelalterlichen Kopisten gewidmet ist. Hier kann der Besucher selbst zum Schreiber werden und mit der Schrift und der Buchmalerei der damaligen Zeit experimentieren. Wir nehmen nun die C-26 und fahren dem Ufer des Ter folgend nach Sant Joan de les Abadesses (10 km).

4 SANT JOAN DE LES ABADESSES. KLOSTER SANT JOAN Auch die Geschichte von Sant Joan de les Abadesses ist, wie in Ripoll, eng mit dem örtlichen Kloster verbunden. Äußerst interessant gestaltet sich ein Rundgang durch den kleinen Ort, stellt er doch eines der wenigen Beispiele einer gezielten mittelalterlichen Stadtplanung dar. Vorhanden sind ferner etliche historische Bauwerke, darunter etwa die Alte Brücke, der Abteipalast (15. Jahrhundert) mit einem romanischen Saal (Sala Tosca), Reste der früheren Befestigungsmauern oder die von Arkadengängen umrahmte Plaça Major mit ihren hübschen Wohnhäusern aus der Zeit des Barocks als Schauplatz eines belebten Wochenmarkts. Kloster Sant Joan: Auch dieses Benediktinerkloster wurde von Wilfried dem Haarigen gegründet, der hier seine Tochter Emma als Äbtissin einsetzte. Als großer Schatz wird das Heilige Mysterium, eine aus sieben lebensgroßen Skulpturen gebildete Figurengruppe gehütet, die als ein einzigartiges Zeugnis der Bildhauerei des 13. Jahrhunderts und des Übergangs von der Romanik zur Gotik gilt. Sehenswert sind ferner der Kreuzgang und weitere gotische Elemente des Klosters, darunter beispielsweise die der weißen Muttergottes und dem heiligen Augustinus geweihten Altarbilder. Das Klostermuseum zeigt Stücke aus der Romanik sowie sakrale Kunstwerke und eine Sammlung mit den als Modell nachgebauten romanischen Bauwerken der Gegend. Wir folgen der C-26 und hierauf dann der C-38 und wechseln vom Tal von Ribes ins Tal von Camprodon über. Auch hier erwartet uns wieder eine Landschaft von großer Schönheit, die sich für die verschiedensten Spaziergänge und Wanderungen und im Winter auch zum Skifahren anbietet. Wer will, kann hier eine kleine Nebenroute zwischenschalten, die durch die Ortschaften Setcases, Tregurà, Vilallonga, Abella und La Roca als weitere Standorte romanischer Baudenkmäler führt. Die Hauptroute bringt uns im Weiteren jedoch direkt nach Camprodon.

5 CAMPRODON Camprodon ist zu einem wichtigen Fremdenverkehrszentrum geworden und besitzt Sehenswürdigkeiten von großem Interesse, darunter beispielsweise die romanische Neue Brücke als Wahrzeichen des Ortes, die gotische Kirche Santa Maria sowie Reste der einstigen Befestigungsanlage. Äußerst sehenswert sind ferner eine Reihe von Wohnhäusern aus der Zeit des Jugendstils sowie der berühmte Passeig Maristany, der sich ebenfalls ganz im Zeichen dieser Stilrichtung darbietet. Kloster Sant Pere: Historisch weniger bedeutend als die vorgenannten Klöster, besitzt die Kirche ein außergewöhnliches achteckiges Kuppelgewölbe und ein Kirchenschiff von beträchtlicher Breite. Die Hauptroute verläuft zwar längs der C-38 nach Molló, es lohnt sich jedoch, über die GIV-5264 einen kurzen Abstecher nach Llanars zu machen, zum einen wegen seiner Nähe zu Camprodon, zum andern aber auch aufgrund der schönen romanischen Pfarrkirche Sant Esteve aus dem 12. Jahrhundert, die ganz von den Häusern der Ortschaft umringt wird. Anschließend kehren wir nach Camprodon zurück, biegen in die C-38 nach Molló ein und treffen dann auf die GIV-5223, die uns schließlich nach Beget bringt.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12.


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Die GROSSE ROUTE der ROMANIK

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6 MOLLÓ UND BEGET In Molló besichtigen wir die Kirche Santa Cecília (12. Jahrhundert) mit ihrem quadratischen, vierstöckigen Glockenturm und einer schönen seitlichen Eingangspforte. Beget ist ein kleines Dorf, das sich seine mittelalterliche Struktur voll erhalten konnte und deshalb ganz unter Denkmalschutz steht. Besonders interessant ist die Kirche Sant Cristòfol (10. Jahrhundert) mit ihrem schlanken, vierstöckigen Glockenturm (22 m) als eines der schönsten Zeugnisse der Romanik in dieser Gegend. Im Kirchenraum selbst ist eine wunderschöne polychromierte Statue des mit Krone und bis zu den Füßen reichendem Mantel thronenden Christus aus dem 12. Jahrhundert zu sehen, die als eines der beeindruckendsten Beispiele romanischer Bildhauerkunst gesehen werden darf. Hinter Beget erreichen wir bereits den Verwaltungsbezirk Garrotxa, und hier bieten sich uns dann verschiedene Möglichkeiten: a) Wir bleiben noch ein Stück weiter auf der C-38, bis wir auf die nach Olot führende C-26 stoßen, und zweigen dann nach Sant Joan les Fonts (mit einem romanischen Kloster) und Castellfollit de la Roca ab. Hierauf geht es weiter auf der GIV5221 bis nach Oix. b) Wir bleiben bis Sant Pau de Segúries auf der C-38, zweigen dann in einen unbefestigten Feldweg ins Bac-Tal mit seinen kleinen romanischen Kapellen ab und kommen auf diese Weise schließlich nach Oix. c) Von Beget aus führt ein unbefestigter Feldweg direkt nach Oix.

7 DIE ALTA GARROTXA Die gesamte obere Garrotxa muss bereits zu den Vorpyrenäen gerechnet werden; das Gelände ist ziemlich abrupt, bietet sich dem Besucher aber mit einem großen natürlichen Reichtum und einer wunderschönen Landschaft dar und steht somit zu Recht ganz unter Naturschutz. Naturfreunde und Tourengeher kommen hier voll auf ihre Kosten, denn überall besteht die Möglichkeit, die Wanderung mit einem Besuch der zahlreichen romanischen Kapellen zu unterbrechen, die über das gesamte Gebiet verstreut sind. Ist man mit dem Pkw unterwegs, lässt man sich am besten von der C-38 (Sant Pau de Segúries - Molló) und der N-260 (La Vall de Bianya - Castellfollit de la Roca - Besalú - Figueres) leiten und besucht dann nacheinander über die von dieser abgehenden Nebenstraßen die Orte Beget, Oix, Montagut, Sadernes, Tortellà, Sales de Llierca und Beuda, alles kleine Bergdörfer von ganz besonderem Reiz. Oix war bis 1972 das Verwaltungszentrum der Alta Garrotxa; bedingt durch die Abwanderung seiner Bevölkerung übernahm diese Rolle dann jedoch Montagut. Aufgrund seiner Burg war Oix bereits in arabischer Zeit, dann aber auch bis ins 15. Jahrhundert hinein, von großer historischer Bedeutung. Sowohl die Reste dieser Burg als auch die Pfarrkirche Sant Llorenç (12. Jahrhundert) sind wahre Schmuckstücke der romanischen Baukunst. Außerordentlich interessant ist ferner die mittelalterliche Brücke. Auch die Ursprünge von Beuda liegen in der Zeit der Romanik, und seine Zeugnisse sakraler und mittelalterlicher Architektur gliedern sich

außergewöhnlich harmonisch in die umliegende Landschaft ein. Burgen, bäuerliche Anwesen und Klöster erwarten den Besucher auch in den Orten Segueró, Palera und Lligordà. Ganz besonders sehenswert sind die 1085 geweihte Kirche Sant Domènec in Palera sowie Sant Feliu in Beuda mit einem wunderschönen Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert, das außen mit einem reliefartigen Figurenschmuck verziert ist.

8 BESALÚ Aufgrund seines geschichtlich-architektonischen Interesses wurde Besalú als Ganzes bereits 1966 unter Denkmalschutz gestellt. Bis zur Übernahme durch die Grafen von Barcelona war die kleine Ortschaft Zentrum der einst unabhängigen Grafschaft Besalú und kann so auf eine bedeutende historische Vergangenheit zurückblicken. Die jüdische Bevölkerungsgruppe spielte hier im Mittelalter eine große Rolle (siehe Route 4), und diverse Beispiele belegen das harmonische Miteinander, das in dieser Zeit zwischen der jüdischen und der christlichen Kultur zu verzeichnen war. Wichtigste Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die mittelalterliche Brücke, die Königliche Kurie, das Hospiz Sant Julià, die Plaça de la Llibertat sowie verschiedene Kirchen, die insgesamt ein beeindruckendes mittelalterliches Ensemble darstellen (siehe Route 10). ERSTE NEBENROUTE: In Besalú bietet sich uns die Möglichkeit einer ersten Nebenroute, und zwar nehmen wir hier die C-66 nach Banyoles und Porqueres am See von Banyoles, wo uns mit der Kirche Santa Maria ein prachtvolles Zeugnis romanischer Baukunst erwartet. Darüber hinaus besitzt der gesamte Verwaltungsbezirk Pla de l'Estany viele weiteren Kapellen und Kirchen aus dieser Zeit. Weiter geht es dann nach Mieres und in das mittelalterliche Dörfchen Santa Pau (siehe Route 7). Im weiteren Verlauf dieser Nebenroute erreichen wir hierauf Girona, eine Stadt, die angesichts ihres umfangreichen künstlerisch-kulturellen Angebots, ebenso aber auch aufgrund der vorhandenen Möglichkeiten für Shopping und Freizeit einen eingehenderen Besuch lohnt. Im Zusammenhang mit der Romanik sei ganz besonders auf die Arabischen Bäder, die Kathedrale (die im Wesentlichen zwar aus der Gotik stammt, jedoch auch deutlich romanische Elemente besitzt, so zum Beispiel die lombardische Torre de Carlemany, der frühere fünfstöckige Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert, der aus statischen Gründen in den gotischen Bau integriert wurde), die Kirche Sant Nicolau und die wunderschöne Klosteranlage Sant Pere de Galligants, heute Sitz des Archäologiemuseums, hingewiesen. Im Museum der Kathedrale wird der berühmte Schöpfungsteppich gezeigt, das weltweit bedeutendste textile Kunstwerk, das uns aus romanischer Zeit erhalten ist. Der gestickte Teppich (12 m2) stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und bringt ein komplexes, im Zeichen der verschiedensten Einflüsse stehendes ikonografisches Programm zur Darstellung (siehe die Routen 2, 4 und 10). Von Girona aus gelangen wir über die GI-531 in das Tal von Llémena, eine sich trotz der unmittelbar benachbarten Großstadt nahezu unberührt darbietende Landschaft mit romanischen Kirchen in Sant Martí de Llémena und Sant Esteve de Llémena. Bei Les Planes d'Hostoles mündet die Straße schließlich in die C-63 (Olot - Anglès). Wir fahren nun nach Amer, wo sich einst das Benediktinerkloster Santa Maria (10. Jahrhundert) befand, von dem heute allerdings nur noch die romanische Kirche und der ziele des früheren Kreuzgangs zu sehen sind. Die Plaça de la Vila von Amer ist der zweitgrößte Arkadenplatz Kataloniens. Weiter geht es nach Anglès, wo wir über die GI-542 in den Verwaltungsbezirk Selva, den Bezirk des Wassers kommen. Erste Ziel sind hier Osor (ein ehemaliges Benediktinerpriorat aus dem 12. Jahrhundert im Heiligtum der Mare de Déu del Coll) und Sant Hilari Sacalm, der Ort der tausend Quellen und Ausgangspunkt für unzählige Wanderungen in und durch die GuilleriesBerge. Über die GI-550 geht es anschließend dann hinab in das belebte Städtchen Arbúcies und über die GI-552 weiter nach Breda. Breda ist eines der großen Keramikzentren der Provinz Girona (siehe Route 8), besitzt aber auch einen beeindruckenden mittelalterlichen Ortskern, bei dem vor allem auf den schlanken, 32 m hohen Glockenturm zu verweisen ist, das einzige Element, das von der romanischen Klosteranlage Sant Salvador noch geblieben ist. In Breda bietet sich uns Gelegenheit zu einem Ausflug in den Naturpark Montseny sowie zu einem Besuch von Riells mit seiner romanischen Pfarrkirche und zahlreichen Wandermöglichkeiten. Von Breda aus erreichen wir in wenigen Minuten die Autobahn AP-7, die große Verkehrsachse von Barcelona über Girona nach Figueres.


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9 HAUPTROUTE: DIE ACHSE BESALÚ - FIGUERES Über die N-260 fahren wir von Besalú aus in Richtung Figueres. Wir erreichen so Navata, wo uns eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert erwartet, die aufgrund ihrer räumlichen Nähe zu einem benachbarten Bauernhaus auch unter der Bezeichnung Can Miró bekannt ist. Auf der Höhe von Navata bringt uns die GIP-5239 nach Lladó. Hier finden wir die Kirche Sant Feliu (der Schlüssel ist bei der Gemeindeverwaltung hinterlegt) und das auch heute noch von Nonnen bewohnte Kloster Santa Maria de Lladó (12. Jahrhundert), einst ein Augustiner-Chorherrenstift, dessen Eingangspforte mit reich verzierten Archivolten ausgeschmückt ist. Von Lladó aus geht es über einen Feldweg nach Cistella, das wir allerdings auch über die von der N-260 abgehende GIP-5101 erreichen können. Die örtliche Kirche Santa Maria wird urkundlich bereits im Jahr 978 erwähnt, wobei nach dem später erfolgten Wiederaufbau heute nur noch das romanische Hauptwerk zu bewundern ist. Ab Cistella folgen wir bergan der GIP-5101, die schließlich in die GI-510 einmündet. Hier halten wir uns in Richtung Albanyà und erreichen dort das auf 1123 m gelegene Heiligtum der Mare de Déu del Mont. Der im 14. Jahrhundert errichtete Bau ist neuromanisch. Auf der gleichen Straße fahren wir zurück bis Figueres (siehe Route 3) und schlagen dann die C-252 nach Vilabertran und, einen Kilometer weiter, Peralada ein.

10 STIFT SANTA MARIA DE VILABERTRAN Dieser großartige Baukomplex ging aus einem einstigen Augustiner-Chorherrenstift hervor. Drei Elemente sind von ganz besonderem Interesse: die dreischiffige Kirche (11. Jahrhundert), der in lombardischer Romanik erbaute Glockenturm (12. Jahrhundert) und der Kreuzgang (12. und 13. Jahrhundert). Hier heiratete der katalanische König Jakob II. 1295 die französische Prinzessin Blanche d'Anjou. In einer der Kapellen wird ein Kreuz aus dem 14. Jahrhundert verwahrt, ein wahres Juwel katalanischer Goldschmiedekunst. In der Basilika des Klosters finden auch immer wieder die verschiedensten Konzerte statt, wobei ganz besonders die alljährlichen Schubertiaden einen großen Zuspruch gefunden haben.

11 PERALADA Die einstige Grafenstadt Peralada besitzt eine große historische Vergangenheit und überrascht ihre Besucher mit einem eindrucksvollen Ortskern aus der Zeit des Mittelalters, für dessen Besichtigung man sich wirklich etwas Zeit nehmen sollte (siehe Route 10). Aus der Romanik stammt hierbei der Kreuzgang des früheren Klosters Sant Domènec (12. und 13. Jahrhundert), eine sehr stimmungsvolle Anlage mit äußerst interessanten Säulen und Kapitellen. Bis nach Garriguella bleiben wir weiter auf der C-252. Dann jedoch biegen wir ab in die GIV-6032 und halten uns in Richtung Vilamaniscle. Auf halbem Weg zwischen Vilamaniscle und Rabós d'Empordà stoßen wir auf einen Feldweg, über den wir das Kloster Sant Quirze de Colera erreichen.

12 KLOSTER SANT QUIRZE DE COLERA Von diesem einstigen Benediktinerkloster sind heute nur noch Ruinen erhalten, die jedoch Rückschlüsse auf verschiedene Zeitepochen zulassen, so etwa die Kirche (10. und 11. Jahrhundert) und der Kreuzgang. 200 m weiter bietet sich die Kirche Santa Maria de Colera (12. und 13. Jahrhundert) dar. Wir befinden uns hier am Tor zum Naturschutzgebiet der Albera, eines Berglands, das vor allem aufgrund seiner zahlreichen Fundstätten aus der Zeit der Megalithkultur bekannt ist. So konnten bislang weit über 130 Elemente, vor allem Menhire und Dolmen, identifiziert werden, die sicher einen kleinen Abstecher wert sind. (In den örtlichen Fremdenverkehrsbüros und bei den Auskunftstellen des Naturschutzgebiets selbst können diesbezüglich weitere Unterlagen angefordert werden.) Wir kehren nun zurück zur GI-603 und kommen dann auf die N-260, der wir bis Llançà folgen. Von hier aus geht es, parallel zur Küste, nach Colera und Portbou, wo zu Ehren des hier bei seiner Flucht vor den Nazis verstorbenen deutschen Philosophen Walter Benjamin und aller europäischen Exilianten des zweiten Weltkriegs das Mahnmal Memorial Passagen errichtet wurde. In diesem grenznahen Bereich kommt die Erinnerung an die Geschichte und die Routen des unfreiwilligen Exils auf, so wie es unter anderem viele Antifaschisten zum Ende des spanischen Bürgerkriegs auf sich nehmen mussten. Zurück in Llançà, bringt uns die GI-612 in Richtung El Port de la Selva. Kurz vor dem Ort stoßen wir auf einen Abzweig zum Kloster Sant Pere de Rodes.

13 KLOSTER SANT PERE DE RODES Hoch über dem Meer in den Verdera-Bergen gelegen, bietet sich diese Klosteranlage als eine einmalige Aussichtsplattform dar, die einen weiten Blick auf die Küste und das nahe Cap de Creus freigibt. Der Baukomplex stammt aus dem Jahr 878 und war bis 1789 von Mönchen bewohnt. Die Ursprünge des Klosters liegen im Dunklen, die heutige Struktur jedoch bildete sich im Wesentlichen im 10., 11. und 12. Jahrhundert heraus, in der Glanzzeit der Romanik also. Die Kirche weist eine für die katalanische Romanik einmalige Gestaltung auf. Das Kloster, die Kirche Santa Helena, die Reste des nahebei gelegenen Dorfes und die Verdera-Burg bilden ein ganz außerordentliches mittelalterliches Ensemble, das man am Ende dieser Route der Romanik unbedingt besuchen sollte. Es sei ferner darauf hingewiesen, dass sich in dieser Klosteranlage auch ein Informationsbüro des Naturparks Cap de Creus (siehe Route 3) befindet. ZWEITE NEBENROUTE: Zurück in Figueres, nehmen wir die Nationalstraße N-II und die C-31 bis nach Torroella de Fluvià und erreichen von dort aus über die GIV-6216 Sant Tomàs de Fluvià (ein früheres Priorat aus dem 12. und 13. Jahrhundert mit bedeutenden Wandmalereien) und Sant Miquel de Fluvià, ein ehemaliges Benediktinerkloster aus dem Jahr 1045 (der Schlüssel ist im Laden davor zu haben). Anschließend kehren wir zur C-31 zurück und fahren in Richtung Verges - Torroella de Montgrí und Pals (Routen 9 und 10). Nicht weit abseits der GI-651, in die wir kurz vor Pals einbiegen, finden wir Sant Julià de Boada (eine vorromanische Kirche), Palau-sator und Peratallada (eine mittelalterliche Stadt, siehe Route 10) und Canapost (Kirche Sant Esteve, mit zwei nebeneinander stehenden Gebäuden, das eine vorromanisch, das andere romanisch) in unmittelbarer Nähe der C66 bei La Bisbal d'Empordà (ein wichtiges Handels- und Keramikzentrum, siehe die Routen 8 und 9). Von hier aus geht es dann nach Cruïlles (erneut ein typisch mittelalterlicher Ort, siehe Route 10, mit einem ehemaligen Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert). Zurück in La Bisbal, schlagen wir die die Gavarres-Berge durchquerende GI-660 ein und kommen so an die Costa Brava (Palamós, Calonge und Platja d'Aro), der wir bis nach Sant Feliu de Guíxols als dem Endpunkt dieser Nebenroute folgen. Sehenswert in dieser dem Fremdenverkehr und dem Meer zugewandten Stadt sind etliche Wohnhäuser aus der Zeit des Jugendstils (Route 2) sowie das frühere, ursprünglich romanische Kloster, das heute ein Kompendium der verschiedensten Baustile darstellt. Hier findet jedes Jahr im Sommer das Musikfestival der Porta Ferrada statt.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12.


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Die GROSSE

JUGENDSTIL-ROUTE Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Der Jugendstil war eine bedeutende Kunst– und Kulturbewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ins Rollen kam. In Katalonien fand der neue Stil großen Anklang und schlug sich vor allem in der Architektur nieder. ART DER ROUTE Quer verlaufende Route, die von Süd nach Nord und von Ost nach West die gesamte Provinz abdeckt. LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 380 km. AUSGANGSPUNKT Als Ausgangspunkt sei hier Blanes genannt; aufgrund ihrer Weitläufigkeit kann die Route jedoch ebenso in allen anderen größeren Städten der Provinz beginnen (Girona, Figueres, Olot, Ripoll oder Puigcerdà).

Der Jugendstil (Modernisme in Katalonien, Art Nouveau in Frankreich und Belgien, Sezession in Österreich, Modern Style in England und Stile Liberty in Italien) war eine in Katalonien außerordentlich bedeutende Kunst– und Kulturbewegung, die sich besonders im Kunsthandwerk, der Grafik und der Malerei niederschlug. Seinen glanzvollsten Ausdruck fand der Jugendstil in Katalonien jedoch in der Architektur, wo er unter anderem so bekannte Namen wie Antoni Gaudí, Lluís Domènech i Montaner, Josep Puig i Cadafalch und Rafael Masó hervorbrachte. In der Provinz Girona finden sich zahlreiche Bauwerke aus jener Zeit, und zwar nicht allein in den Städten, sondern auch in all den kleineren Orten, die beim katalanischen Großbürgertum Anfang des 20. Jahrhunderts als Sommerfrische hoch in Kurs standen.

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Beschreibung der Route

Camprodon

Ripoll

Figueres

Olot

Girona La Bisbal d'Empordà Palafrugell Caldes de Malavella S'Agaró Sant Feliu de Guíxols Tossa de Mar Lloret de Mar Blanes

BLANES

Wir beginnen unsere Route in Blanes, wo zwei wichtige Brennpunkte des katalanischen Jugendstils auf uns warten. Durch die in Amerika reich gewordenen Rückwanderer, die so genannten indianos, kam es zum Bau einer ganzen Reihe von prachtvollen Wohnhäusern, bei denen bereits deutlich Elemente des Jugendstils hervortreten. Zu erinnern ist diesbezüglich etwa an die Casa del Poble, die bis zum Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs ein wichtiges Zentrum für Kultur, Freizeit und Politik war. Sehenswert ist ferner die Casa Tordera mit einem runden Erker und schönen Verzierungen an den Fenstern. Andere interessante Gebäude sind unter anderem Can Alemany, die Casa de l'Estrella oder Can Panxo Gordo. Wir sollten die Stadt nicht ohne einen Besuch des zwischen der Cala Sant Francesc und der Cala Sa Forcanera gelegenen botanischen Gartens Marimurtra verlassen, der 1928 von Josep Goday im Auftrag des Gründers Karl Faust gestaltet wurde. Gegenwärtig zählt die Anlage mit mehr als 6.000 Pflanzenarten aus aller Welt zu den wichtigsten botanischen Gärten Europas. In Blanes befindet sich ferner der landschaftlich wunderschön gelegene und in ökologischer Hinsicht außerordentlich interessante botanische Garten Pinya de Rosa.

2 LLORET DE MAR Lloret de Mar ist eines der ganz großen Fremdenverkehrszentren der Provinz Girona, das jedoch auf eine über tausendjährige Vergangenheit zurückblicken kann, so wie dies durch die iberische


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Niederlassung auf dem Puig Castellet (siehe Route 11) hinreichend unter Beweis gestellt wird. Nachdem der Ort als Sommerfrische sehr beliebt war, errichteten hier verschiedene dem Jugendstil zugewandte Architekten (Enric Monserdà, Bonaventura Conill und Puig i Cadafalch) eine ganze Reihe von Gebäuden, darunter etwa das Heiligtum der Mare de Déu de Gràcia, die Kirche Sant Romà, die Kapelle des Allerheiligsten usw. In dem hoch über dem Meer gelegenen Friedhof finden sich ebenfalls äußerst interessante architektonische Zeugnisse aus der Zeit des Jugendstils, darunter ganz besonders das Grabmal der Familie Costa Macià. Zu empfehlen ist ferner ein Besuch der Jardins de Santa Clotilde, einer weitläufigen Gartenanlage, die im Jahr 1919, der Blütezeit des Jugendstils, vom Architekten Nicolau Maria Rubió i Tudurí entworfen wurde. Über die GI-682 geht es, an den schönsten Badebuchten der Costa Brava und einem sehr zu empfehlenden Aussichtspunkt vorbei, nach Tossa de Mar.

3 TOSSA DE MAR Die mittelalterliche Stadtbefestigung, die den historischen Kern von Tossa de Mar, die so genannte Vila Vella umringt, gehört zu den bedeutendsten Bauwerken, die in Katalonien aus dieser Zeit erhalten sind. Im Jahr 1931 wurde die gesamte Altstadt unter Denkmalschutz gestellt (siehe Routen 9 und 11). Tossa de Mar ist im Bereich der Kunst ein wichtiger Bezugspunkt und besitzt einige äußerst sehenswerte Museen. Interessantestes Zeugnis aus der Zeit des Jugendstils ist die Casa Sans, ein Werk des Architekten Antoni de Falguera. Wir bleiben auf der GI-682 und gelangen in der Folge nach Sant Feliu de Guíxols.

4 SANT FELIU DE GUÍXOLS Sant Feliu de Guíxols, ebenfalls ein bedeutendes Fremdenverkehrszentrum, ist einer der wichtigsten Fischereihäfen der Costa Brava. Die verschiedenen Aussichtspunkte sind ein ganz besonderer Reiz dieser Ortschaft, deren kultureller Mittelpunkt das frühere Kloster ist (siehe Route 1). Sant Feliu de Guíxols gehört in der Provinz Girona zu den Orten mit dem umfangreichsten architektonischen Vermächtnis aus der Zeit des Jugendstils. Vom damaligen Stadtarchitekten General Guitart i Lostaló stammen unter anderem das Casino dels Nois und die Casa Patxot, Rafael Masó erbaute den Sitz der Sparkassenanstalt "la Caixa" und die Can Casa und Puig i Cadafalch schuf schließlich das Grabmal der Familie Casas. Auch in Sant Feliu de Guíxols empfiehlt sich wieder ein Besuch des örtlichen Friedhofs. Weitere Jugendstilelemente sind bei der Casa Estrada und der Torre de les Punxes im Ortsteil Sant Pol zu beobachten. Fahren wir die Küste entlang, kommen wir hinter der kleinen Badebucht Sant Pol nach S'Agaró.

5 S'AGARÓ Wir befinden uns hier in einem ganz besonders anspruchsvollen Siedlungsgebiet der Küste, wo der katalanische noucentisme bei etlichen Gebäuden klare, von klassischer Strenge geprägte architektonische Zeugnisse hervorbrachte. Ganz besonders interessant sind diesbezüglich die von Rafael Masó und Francesc Folguera geschaffene Urbanisation S'Agaró sowie Senya Blanca und das Hostal de la Gavina. Wir folgen weiterhin der Küste und kommen nun über die C-253 durch Platja d'Aro, Sant Antoni de Calonge und Palamós. In der im Norden der Stadt gelegenen Bucht La Fosca finden sich ebenfalls einige Wohnhäuser aus der Zeit des Jugendstils. Nun geht es über die C-31 etwas landeinwärts bis nach Palafrugell.

6 PALAFRUGELL Palafrugell ist ein wichtiger Handelsplatz, führt ein reges kulturelles Leben und besitzt eine vor allem im Zeichen der Korkverarbeitung stehende industrielle Vergangenheit (siehe Route 8). Die Stadt ist Geburts– und langjähriger Wohnort von Josep Pla, und vieles erinnert hier noch an diesen bekannten katalanischen Schriftsteller. Der Ort besitzt eine ganze Reihe schöner Jugendstilgebäude, darunter etwa die Casa Almeda, die Casa Miquel, das Casino, die Genossenschaft La Económica Palafrugellense, das Korkmuseum – Can Mario usw. Die im Gemeindegebiet nur ein paar Kilometer vom Ortszentrum entfernt gelegenen Badebuchten (Calella, Llafranc, Tamariu, Aigua Xelida) zählen ebenso wie die sich etwas weiter nördlich auftuenden und bereits zu Begur gehörenden Calas zu den schönsten der ganzen Costa Brava. Dieser ausnehmend schöne Küstenbereich erfreute sich als Sommerfrische stets größter Beliebtheit, und so finden sich auch hier äußerst sehenswerte Wohnhäuser aus der Zeit des Jugendstils, die man sich bei einer kurzen Fußwanderung längs den historischen Streifenwegen bequem erwandern kann. In Palafrugell nehmen wir die C-66, die uns zunächst nach La Bisbal d'Empordà und kurz darauf dann nach Girona bringt.

7 LA BISBAL D'EMPORDÀ La Bisbal d'Empordà ist Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Baix Empordà und kann auf eine große, ganz auf die örtliche Burg konzentrierte Vergangenheit zurückblicken (siehe Route 9). Die Stadt steht vor allem im Zeichen des Handels und der Keramikherstellung (siehe Route 8) und besitzt zwei sehenswerte Jugendstilbauten: die Casa Carreras-Dagas – heute ein kleines Hotel unmittelbar im Zentrum der Stadt – und das ehemalige Filmtheater El Mundial. Von großer architektonischer Bedeutung sind ferner Les Voltes, ein Mitte des 19. Jahrhunderts entstandener Gebäudekomplex. Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 3, 4, 5, 8, 9, 10, 11 und 12.


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Die GROSSE JUGENDSTIL-ROUTE

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8 GIRONA Girona, Hauptstadt einer der vier katalanischen Provinzen, besitzt ein beeindruckendes kulturhistorisches Vermächtnis und zahlreiche Museen. Es finden sich architektonische Zeugnisse aus den verschiedensten Epochen, von der Romanik bis hin zum rationalistischen Baustil der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts (siehe Routen 1, 4 und 10). Auch der Jugendstil schlug sich in der Stadt in Gestalt etlicher prachtvoller Gebäude nieder, so etwa die Casa Teixidor oder Casa de la Punxa, in der heute die Kammer der Bauingenieure ihren Sitz hat, die frühere Mehlfabrik Teixidor gleich gegenüber, die heute das Domizil der Tageszeitung El Punt ist, oder die Casa Batlle mit ihren acht Keramikkäuzen am Dachgesims. Ferner besitzt die Stadt auch verschiedene von Rafael Masó errichtete Gebäude, darunter etwa die Casa Ensesa, die Casa Gispert Saüch und die Casa Masó. Wir folgen nun dem in industrieller Hinsicht so wichtigen Ter (siehe Route 8) und kommen über die N-141 nach Bescanó. Hier erwarten uns das von Joan Roca i Pinet im Zeichen des Jugendstils erbaute Wasserkraftwerk, und weiter dann in Anglès zwei Jugendstilhäuser im historischen Ortskern: die Casa Vinyes und die Casa Cendra, beide von Rafael Masó. In Anglès biegen wir in die GI-542 ein, die uns durch die bezaubernde Landschaft der Guilleries-Berge in den Verwaltungsbezirk Selva bringt. So erreichen wir Sant Hilari Sacalm, einen beliebten Kur- und Ferienort, der ebenfalls einige interessante Zeugnisse aus der Zeit des Jugendstils besitzt, so etwa die Kuranstalt Font Picant oder das einstige Genossenschaftsgebäude. Sieben Kilometer vom Ort entfernt stoßen wir auf das von Enric Sagnier i Villavecchia errichtete Villavecchia-Palais. Im weiteren Verlauf unserer Route kommen wir auf die Schnellstraße C-25, die wir dann aber bald schon wieder in Richtung Santa Coloma de Farners verlassen. Hier, in diesem kleinen Ort mit großer Kurtradition (siehe Route 9), nehmen wir die C-63 bis nach Vidreres und anschließend dann die C-35 bis nach Llagostera. Über die GI-674 erreichen wir schließlich Caldes de Malavella.

9 CALDES DE MALAVELLA Von allen großen und kleinen Städten des ganz im Zeichen des Wassers stehenden Verwaltungsbezirks Selva besitzt Caldes de Malavella zweifellos das eindrucksvollste und künstlerisch wertvollste Vermächtnis aus der Zeit des Jugendstils. Hier entwickelte sich um die Jahrhundertwende auf Grundlage der vor Ort aus dem Boden sprudelnden Thermalwässer eine bedeutende balneotherapeutische Kultur heraus, im Zuge derer sich das katalanische Großbürgertum stattliche Ferienhäuser errichten ließ, darunter einige auch ganz deutlich im damals

vorherrschenden Jugendstil. Auch bei verschiedenen Häusern im Ort selbst sind ganz deutlich bestimmte Stilelemente des damaligen noucentisme zu beobachten (Bögen, Kachelverkleidungen, schmiedeeiserne Gitter an Fenstern und Balkonen, Glasfenster, Möbel usw.). Auf diese Weise ergab sich ein beachtliches architektonisches Erbe mit rund zwanzig imposanten Jugendstilbauten. Ganz besonders zu erwähnen sind in diesem Sinne das von Gaietà Buïgas gestaltete Kurhotel Vichy Catalan, das Kurhotel Prats von Eusebi Bona, die Casa de les Punxes, die Casa Rosa oder Casa Estapé und die Casa Mas i Ros, die vom Sardana-Komponisten Francesc Mas i Ros bewohnt war. Von Caldes de Malavella aus geht es nun über die Nationalstraße N-II oder die Autobahn AP-7 nach Figueres, das wir nach etwa 50 km erreichen.

10 FIGUERES Figueres, die wichtigste Stadt im Norden der Provinz Girona, ist in kultureller und museistischer Hinsicht außerordentlich interessant und verdient nicht nur wegen seines weltberühmten Dalí-Museums einen etwas eingehenderen Besuch (siehe Routen 3 und 9). Der für die Stadt bezeichnende Wohlstand brachte es im ausgehenden 19. Jahrhundert mit sich, dass sich einige wohlhabende Familien imposante Wohnhäuser im Zeichen des Jugendstils bauen ließen. Auf diese Weise ergab sich ein beeindruckendes architektonisches Vermächtnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte: die Casa Puig Soler als Geburtshaus von Salvador Dalí, die Casa Mas-Roger, der zweite Wohnsitz des Malers, die Casa Salleras, die Casa Roda usw. Äußerst interessant auch die Sala Edison, das erste Lichtspieltheater der Provinz Girona, das Filmtheater El Jardí, das Casino Menestral und die Anlage des früheren städtischen Schlachthofs. Zu den in Figueres vertretenen Architekten zählen unter anderem Josep Azemar, Josep Martí, Sebastià Pi, Josep Bori und Llorenç Ros. Schlagen wir in Figueres die C-260 ein, gelangen wir über Castelló d'Empúries und Roses nach Cadaqués (siehe Route 3). Dieser eng mit Salvador Dalí und der Welt der Kunst im Allgemeinen verbundene Ort lädt aufgrund seiner Schönheit und seiner hübschen kleinen Badebuchten zu zauberhaften Spaziergängen ein. Unterwegs stößt man auf das eine oder andere Jugendstilgebäude, und im Friedhof von Cadaqués sind etliche interessante Grabmäler und Statuen von Josep Llimona aus der gleichen Zeit zu bewundern. Zurück in Figueres, nehmen wir nun die N-260, die uns nach Besalú, eine der reizvollsten Ortschaften der Provinz Girona (siehe die Routen 1, 4 und 10), und nach Olot führt.


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11 OLOT Olot ist Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Garrotxa, der durch eine stattliche Anzahl von heute nicht mehr aktiven Vulkanen ein ganz besonderes Gepräge erhält. Der Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa mit seinen verschiedenen Wanderrouten ist ein unter Naturschutz stehendes Landschaftsgebiet von großer Schönheit und ökologischem Wert, zu dem insgesamt elf Gemeinden und 26 Naturreservate mit über 40 Vulkanen gehören. Viele Künstler ließen sich immer wieder von dieser Gegend inspirieren, darunter etwa der Dichter Joan Maragall, der dem bekannten Buchenwald der Fageda d'en Jordà ein eigenes Gedicht widmete, oder die Maler der so genannten Schule von Olot, der im 19. und 20. Jahrhundert so bekannte Landschaftsmaler wie Josep Berga i Boix oder Marià und Joaquim Vayreda zuzurechnen sind. Die Stadt Olot liegt im Herzen des Naturparks der Garrotxa und hat ihren Besuchern vieles zu bieten, so etwa ein reges kulturelles Leben mit einer langen Tradition bei Malerei, Bildhauerei und religiöser Bildschnitzerei, ein beeindruckendes natürliches Vermächtnis mit dem Vulkan Montsacopa, dem Sumpfgebiet der Moixina und einem botanischen Garten und nicht an letzter Stelle ein verführerisches gastronomisches und kommerzielles Angebot. Die Stadt besitzt eine ganze Reihe von Gebäuden, die dem Jugendstil und dem katalanischen noucentisme zuzurechnen sind. Man denke beispielsweise nur an die von Domènech i Montaner umgebaute Casa Solà-Morales, die Casa Gaietà-Vila oder die Casa Gassiot. Aus früherer Zeit stammen die nicht minder interessanten Kirchen Sant Esteve und Mare de Déu del Tura sowie die Renaissance-Kreuzgänge im Karmeliterkloster. Hinzu kommen verschiedene Museen, darunter das im klassizistischen Hospizgebäude untergebrachte Regionalmuseum der Garrotxa mit Werken der Schule von Olot, das Vulkanmuseum und das kleine Volkskundemuseum der Casa Trincheria, das einen Einblick in das Leben einer begüterten Bauernfamilie aus dem 18. Jahrhundert gibt.

12 CAMPRODON Die industrielle Entwicklung von Ripoll und die Tatsache, dass Camprodon und das umliegende Tal von der damaligen Ärzteschaft als ein ganz besonders heilsamer Aufenthaltsort empfohlen wurden, führten dazu, dass der Jugendstil in beiden Ortschaften spürbar Fuß fassen konnte. In Camprodon (siehe die Routen 1 und 12) ließen sich wohl-habende Familien aus Barcelona vor allem am Passeig de Maristany ihre Urlaubshäuser bauen. Ganz besonders interessant sind diesbezüglich Can Oliveda, Can Torrent, El Casal, Can Winkle, Can Conde, Can Cabot, Can Mas de Xeixàs, Can Guasch oder Can Maristany. Der Ort besitzt ein dem Komponisten Isaac Albéniz gewidmetes Museum und ist idealer Standort für die verschiedenen Wanderrouten in das gleichnamige Tal.

13 RIPOLL Ripolls Geschichte kreist zwar vor allem um das romanische Kloster und den mittelalterlichen Stadtkern (siehe die Routen 1 und 5), man findet jedoch auch eine ganze Reihe von schönen Jugendstilgebäuden, so etwa Can Bonada, Sant Miquel de la Roqueta, Can Codina, Casa Dou oder Casa Alòs. Die Jugendstilroute kann über die N-152 bis nach Ribes de Freser und dann, über die Toses-Passhöhe, bis in die Cerdanya und deren Hauptstadt Puigcerdà weitergeführt werden. Inwieweit diese Anstrengung lohnt, muss der Besucher selbst entscheiden; Puigcerdà hat in kultureller Hinsicht zwar vieles zu bieten (siehe Routen 1 und 6), und auch die Tallandschaft der Cerdanya an sich ist von großer landschaftlicher Schönheit, in Bezug auf den Jugendstil beschränkt sich das in der Stadt vorhandene Vermächtnis allerdings auf ein paar Wohnhäuser rund um den See, die als solche in der Tat durchaus sehenswert sind.

Von Olot aus geht es weiter auf der N-260 bis zum Abzweig der C-38, die von Ripoll nach Camprodon führt. Wir machen zunächst einen Abstecher nach Camprodon und fahren dann weiter nach Ripoll und Puigcerdà.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 3, 4, 5, 8, 9, 10, 11 und 12.


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Das DALINIANISCHE DREIECK Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Wir folgen den Spuren von Salvador Dalí und besuchen drei für den Meister des Surrealismus bezeichnende Örtlichkeiten, die dank der Arbeit der Stiftung Gala-Salvador Dalí (www.salvador-dali.org) die Welt und das Schaffen dieses einmaligen Genies originalgetreu zur Darstellung bringen.

Salvador Dalí ist einer der ganz großen Meister des Surrealismus und gehört ohne jeden Zweifel zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er wurde in Figueres geboren, wo ihm heute ein eigenes Museum gewidmet ist, in dem ein großer Teil seines Schaffens gezeigt wird. Lange Jahre seines Lebens verbrachte der Maler auch in Portlligat bei Cadaqués. Dort, am Cap de Creus, hatte er sein Wohnhaus und sein Atelier. Als Quelle der Inspiration griff Dalí mit Vorliebe auf die ihn umgebende Natur zurück, und so stellen Felsen, Meer und die wildschöne Landschaft am Cap de Creus ein in seinen Werken immer wiederkehrendes Motiv dar. Die Route führt uns darüber hinaus auch ins Schloss von Púbol, das Dalí seiner Gattin Gala zum Geschenk machte.

ART DE ROUTE Linearer Verlauf. LÄNGE DER HAUPTROUTE 130 km. 16

AUSGANGSPUNKT Figueres.

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Beschreibung der Route

Portlligat Figueres

Cap de Creus

Cadaqués

Girona

Púbol

Heiligtum Els Àngels

FIGUERES

Figueres, die wichtigste Ortschaft im Norden von Girona, ist Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Alt Empordà, eines der ältesten in der Geschichte Kataloniens (so wie dies durch das überreiche Vermächtnis aus der Megalithkultur in den Albera-Bergen und die zahlreichen Zeugnisse aus römischer Zeit hinreichend unter Beweis gestellt wird). Außer dem weithin bekannten Dalí-Museum hat die Stadt noch viele weitere Anziehungspunkte, darunter unter anderem das katalanische Spielzeugmuseum, das Regionalmuseum des Empordà mit seinen Sammlungen aus Archäologie, bildender Kunst und lokaler Geschichte sowie das Technische Museum des Empordà. Außerordentlich interessant gestaltet sich auch ein Besuch der zwischen 1753 und 1772 entstandenen Festungsanlage Sant Ferran (siehe Route 9). Figueres besitzt ferner verschiedene Gebäude aus der Zeit des Jugendstils, unterhält ein reges kulturelles Leben und tritt als ein wichtiges Handelszentrum mit verschiedenen Märkten (Obst und Gemüse, Kleidung, Antiquitäten) in Erscheinung.

2 THEATER-MUSEUM DALÍ Das im Zentrum von Figueres unmittelbar bei der Rambla gelegene Dalí-Museum mit seiner weithin sichtbaren Kuppel, die fast schon zu einer Art Wahrzeichen für die Stadt geworden ist, darf zu Recht als eines der meistbesuchten Museen Spaniens gelten. Wir stehen hier vor einem der ganz großen Werke von Salvador Dalí, hat er doch mehr als zehn Jahre seines Lebens diesem Projekt gewidmet und jedes auch noch so unbedeutende Detail selbst erdacht und entworfen. Von ihm stammte auch die Idee, das Gebäude mit der netzförmig gestalteten Kuppel


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zu überdachen, so wie sie sich uns heute darbietet. Darüber hinaus schuf er auch spezifisch für das Museum eine ganze Reihe von Gemälden, Skulpturen und monumentalen Installationen, darunter etwa den Mae-West-Saal, den Windpalast oder den Verregneten Cadillac. Das Museum unterteilt sich in drei Einzelbereiche: das eigentliche Theater-Museum, das dem abgebrannten Stadttheater entspricht und von Dalí zu einem Ausstellungskomplex umgestaltet wurde, die durch die späteren Erweiterungen entstandenen Säle, in denen zahlreiche Werke aus dem Vermächtnis des Künstlers zu sehen sind, und der Ausstellungsbereich Dalí·Schmuck, in dem dem Besucher 37 von Dalí aus Gold und Edelsteinen entworfene Schmuckstücke gezeigt werden. Das Museum enthält eine umfassende Auswahl an Werken, die den gesamten Werdegang Dalís, von seinen ersten künstlerischen Erfahrungen (Impressionismus, Futurismus, Kubismus usw.) über die Werke aus der Zeit des Surrealismus bis hin zum Schaffen der letzten Lebensjahre, illustrieren. Seit nunmehr bereits 21 Jahren ist das Museum im August auch nachts geöffnet. Ein Besuch dieses Theater-Museums ist so stets eine willkommene Gelegenheit, sich mit der einzigartigen, verzaubernden Welt des Salvador Dalí vertraut zu machen. Wir verlassen Figueres über die C-260 in Richtung Castelló d'Empúries und Roses. Kurz vor Roses bringt uns die GI-614 nach Cadaqués.

3 CADAQUÉS Diese in eine ganz außergewöhnliche Landschaft eingebettete Ortschaft mit ihren kleinen Badebuchten, wie man sie schöner und ruhiger an der gesamten Costa Brava kaum finden kann, ist dank der Anwesenheit zahlreicher, im Schlepptau von Salvador Dalí angereister Avantgarde-Künstler zu einem großen Kunstzentrum geworden. Sich in den engen Gassen des Ortes zu verlieren, einen Blick in die kleine Pfarrkirche Santa Maria zu werfen, ist ein einmaliges Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Cadaqués besitzt ein Kunstmuseum, einige Wohnhäuser aus der Zeit des Jugendstils sowie mehrere Grabdenkmäler des bekannten katalanischen Künstlers Josep Llimona (ein Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitender Bildhauer mit Werken, die der Spätromantik bzw. dem Jugendstil zugerechnet werden können). Außergewöhnlich interessant und abwechslungsreich ist auch das Nachtleben des Ortes.

4 PORTLLIGAT Einen Kilometer nördlich von Cadaqués liegt Portlligat, eine reizende kleine Bucht, an der Salvador Dalí einst eine Reihe von Fischerhütten aufkaufte, die er dann nach und nach zu seinem Wohnhaus und Atelier um– und ausbaute. Der gesamte Gebäudekomplex mit seiner ausgesprochen labyrinthartigen Anlage als solcher ist bereits wie ein großes Werk des Malers zu verstehen. Erhalten geblieben sind Einrichtungsgegenstände und persönliche Dinge von Dalí sowie die Bibliothek und das Atelier. Für Besuche ist eine telefonische Anmeldung unter Rufnummer 972251015 erforderlich.

Wenn wir von Portlligat aus die Landstraße in Richtung Cap de Creus einschlagen, erleben wir die Landschaft, von der sich Dalí inspirieren ließ. In Cadaqués besteht darüber hinaus ein historischer Streifenweg, der prachtvolle Ausblicke auf die wunderschönen kleinen Badebuchten eröffnet und in etwas mehr als einer Stunde bis zum Leuchtturm vom Cap de Creus führt. Ein wirklich zu empfehlender Spazierweg!

5 CAP DE CREUS Der Naturpark Cap de Creus ist das erste maritim-terrestrische Schutzgebiet in Katalonien. Es handelt sich um eine weitläufige Felslandschaft mit einem Alter von mehr als 450 Millionen Jahren, die die Tramontana, der für diese Gegend so typische Nordwind, über die Jahrhunderte hinweg einer ständigen Erosion aussetzte, im Zuge derer das wildschöne Szenarium entstand, das wir heute hier vor Augen haben. Dies ist die Landschaft, von der sich Salvador Dalí immer wieder inspirieren ließ. Die Verwaltung des Naturparks befindet sich im Kloster Sant Pere de Rodes, einem beeindruckenden Gebäudekomplex aus der Zeit der Romanik hoch über dem Städtchen El Port de la Selva. Der heute als Ausstellungsbereich genutzte Leuchtturm vom Cap de Creus bietet dem Besucher eine interessante Einführung in die örtliche Tier -und Pflanzenwelt und die dem Park eigenen Besonderheiten. Wir kehren nun nach Figueres zurück und nehmen dort die Nationalstraße N-II, dann die C-252 und schließlich die C-31 in Richtung La Bisbal d'Empordà. Diese Landstraße durchquert das gesamte Alt Empordà von Nord nach Süd und bringt uns durch die Ortschaften Torroella de Fluvià, Viladamat, Verges und Parlavà. Hier biegen wir dann in die GI-643 in Richtung Rupià - Girona ein und erreichen die Gemeinde La Pera, in der sich das Schloss Púbol befindet.

6 PÚBOL Schloss Púbol war ein Geschenk, das Dalí seiner Gattin Gala machte. Diese — so heißt es — verbot es Dalí, sie hier ohne schriftliche Erlaubnis zu besuchen. Zu besichtigen ist heute eine Kunstsammlung, Galas private Wohnräume, ihre HauteCouture-Kleider, der berühmte Cadillac, der dem Ehepaar Dalí gehörte, und die Krypta, in der Dalís Muse nun begraben liegt. Im Garten erwarten den Besucher eine Reihe von stilisierten Elefanten und ein kurioser Wagner-Brunnen. Von Púbol aus folgen wir der C-66 in Richtung La Bisbal. In Corçà biegen wir dann in die GIV-6702 ein und fahren hinauf zum Heiligtum der Mare de Déu dels Àngels.

7 HEILIGTUM MARE DE DÉU DELS ÀNGELS In dieser kleinen Kapelle ließen sich Salvador Dalí und Gala kirchlich trauen. Architektonisch oder kulturell hat das Heiligtum zwar kein allzu großes Interesse, es bietet jedoch einen wunderschönen Rundblick über praktisch die gesamte Provinz Girona.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2, 8, 9, 10, 11 und 12.


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Wiederbegegnung mit der JÜDISCHEN WELT Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Wir besuchen die Städte Girona und Besalú, beide mit einem reichen historischen und kulturellen Vermächtnis, das zum großen Teil auch auf die jüdische Bevölkerung zurückgeht, die hier einst ansässig war. Girona gehört dem Netz jüdischer Stätten in Spanien (Caminos de Sefarad) an und Besalú ist assoziiertes Mitglied der Vereinigung.

Vom 9. bis ins 15. Jahrhundert spielte die jüdische Bevölkerungsgruppe eine große Rolle bei der urbanen Entwicklung der Stadt Girona. Ihr im Herzen des historischen Ortskerns gelegenes Judenviertel, der so genannte Call (das Wort leitet sich vom Lateinischen callis = Straße ab), stellt ein labyrinthartiges Gewirr von Gassen und Gässchen dar, in denen die Zeugnisse einer mehr als 500 Jahre andauernden jüdischen Vergangenheit noch deutlich hervortreten. Wir besuchen das Museum für jüdische Geschichte sowie die wichtigsten historischen Gebäude der Stadt, da sich diese praktisch alle auf die Straßen im und um den Call konzentrieren. Besalú besitzt einen äußerst gut erhaltenen mittelalterlichen Ortskern, so wie man ihn in historisch-künstlerischer Hinsicht in ganz Katalonien kaum schöner finden kann. Auch hier verdient der jüdische Call wieder größte Aufmerksamkeit, vor allem die Mikwe, das jüdische Ritualbad, die in ihrer Art in Europa einmalig ist.

ART DER ROUTE Urbane Route für beschauliche Spaziergänge und ein auf mehrere Tage verteiltes Entdecken der Stadt. 18

LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 80 km. AUSGANGSPUNKT Girona.

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GIRONA

Nachdem diese Route eindeutig urbanen Charakter hat, empfehlen wir, an den angebotenen Führungen teilzunehmen. Diesbezüglich wende man sich an das Fremdenverkehrsbüro an der Rambla oder an das Begrüßungszentrum (Tel. 972211678) gegenüber der Devesa, bei der sich auch der städtische Parkplatz und das Gerichtsgebäude befinden. Wichtig ist ferner, dass sich der Besucher in den engen Gassen verliert, dass er sich vom Zauber dieses historischen Stadtkerns gefangen nehmen lässt, um den Atem der Vergangenheit in sich aufnehmen zu können. Aus diesem Grund schlagen wir auch keinen festen Rundgang vor, sondern verweisen lediglich auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten als solche.

Der Call

Beschreibung der Route

Castelló d'Empúries Besalú

Girona

In ganz Westeuropa gibt es kaum ein altes Judenviertel, das so gut erhalten ist wie der Call in Girona. Nachdem alle Häuser dieses labyrinthischen Gassengewirrs hier aus Stein gebaut waren, blieb der über die Jahrhunderte hin einwirkende Zerfall relativ beschränkt. Die bereits vor etlichen Jahren in Angriff genommene Restaurierung des Viertels machte so eine weitgehend originalgetreue Wiederherstellung des baulichen Ensembles möglich und führt uns heute die Glanzzeit der jüdischen Bevölkerungsgruppe in Girona vor Augen. Neuralgisches Zentrum des Viertels ist die Carrer de la Força (die frühere Via Augusta aus römischer Zeit), die von der Plaça del Correu Vell (wo im 14. Jahrhundert ein den Call abschließendes Stadttor stand) bis zur Kathedrale ansteigt. Verlieren kann man sich hier nicht, denn alle größeren Verkehrsachsen des historischen Stadtkerns münden immer wieder auf diese zentrale Achse: Quatre Cantons, der letzte Abschnitt der Rambla und gleichzeitig deren Fortsetzung, die Carrer Argenteria, Cort Reial und die Carrer Ciutadans (mit dem Rathaus an der Plaça del Vi am Anfang der Straße) und in deren Verlängerung die Carrer Carreras Peralta. Es wird vermutet, dass es in diesem Viertel drei Synagogen gegeben haben muss. Die erste befand sich zwischen der Kathedrale und dem bischöflichen Palast. Die zweite aus dem 13. Jahrhundert entsprach dem Haus mit der Nummer 23 in der Carrer de la Força, gleich gegenüber der Pera-Treppe. Die Carrer de Sant Llorenç war im 15. Jahrhundert das Zentrum des Call. Bis 1975 war die Gasse vermauert, wurde dann aber wieder der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Ungefähr in der Mitte dieses Häuserzugs lag die dritte Synagoge, in die man über verschiedene Höfe und Arkaden kam. Genau hier befindet sich nun


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heute das Kulturzentrum Bonastruc ça Porta, das über die Hausnummer 8 von der Carrer de la Força zu erreichen ist. Es ist Sitz des Museums für jüdische Geschichte, das uns das Leben der jüdischen Bevölkerung im mittelalterlichen Katalonien vor Augen führt und eine umfangreiche Sammlung jüdischer Grabsteine aus dem aufgelösten Friedhof auf dem Montjuïc enthält. Zum Zentrum gehört auch das Dokumentations—, Forschungs— und Bildungsinstitut für Nahmanidische Studien. Durch die Carrer Claveria wurde der Call nach Osten hin abgeschlossen. Der obere Bereich des Judenviertels entsprach der heutigen Carrer de Cúndaro, an deren Ende sich im Mittelalter der jüdische Markt befand.

Kathedrale (11. bis 18. Jahrhundert)

Aufsehenerregend ist der Innenraum dieser Kathedrale, die weltweit als das breiteste Kirchenschiff der gotischen Architektur angesehen wird und die deshalb zwischen dem Erzbistum und den Architekten einst zu einer großen Auseinandersetzung geführt hatte. Erhalten geblieben sind auch der ursprüngliche romanische Turm, der als Verstärkung in den Bau einbezogen wurde, sowie der Kreuzgang. Der Innenraum birgt Kunstwerke von großem Wert, und im Kapitularmuseum sind unter anderem der berühmte Schöpfungsteppich, ein romanisches Meisterwerk aus dem 11. Jahrhundert, und der Beatus (10. Jahrhundert) zu sehen.

Arabische Bäder (12. Jahrhundert) Romanisches Bauwerk, das den alten arabischen Badehäusern nachempfunden ist.

Kirche Sant Fèlix (13. bis 16. Jahrhundert)

Der Bau entstand unmittelbar an der alten Stadtmauer und war an seiner Stirnseite auch befestigt. Über einer Basis aus der Romanik erhebt sich ein gotisches Kirchenschiff, das zahlreiche Kunstwerke von großem Wert enthält, darunter etwa der Liegende Christus des Meisters Aloi, ein Meisterwerk katalanischer Gotik. Von den zwei geplanten gotischen Türmen wurde schließlich nur einer errichtet, und im 17. Jahrhundert erhielt das Westwerk eine barocke Fassade.

Kloster Sant Pere de Galligants (11. und 12. Jahrhundert)

In diesem ehemaligen Benediktinerkloster ist heute das Museum für Archäologie untergebracht. Die monumentale Kirche und der Kreuzgang gehören zu den schönsten Zeugnissen romanischer Baukunst in Katalonien.

Museen

Girona besitzt ein außergewöhnlich umfangreiches kulturgeschichtliches Erbe. Ein Besuch der Museen der Stadt wird so zur idealen Ergänzung für viele der in diesem Katalog vorgeschlagenen Routen. Zu den bereits genannten musealen Einrichtungen kommen das Stadtmuseum, das Kunstmuseum, das Katalanische Museum für Archäologie und das auf Grundlage der Privatsammlung von Tomàs Mallol entstandene Filmmuseum, das eine sehr didaktisch gestaltete Einführung in die Vor– und Frühgeschichte der siebten Kunst bietet. Das Ticket M5 berechtigt zum ermäßigten Eintritt bei allen fünf Museen der Stadt Girona.

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Sehenswert sind in Girona auch die Häuser am Flussufer und die Brücken über den Onyar. Die Häuser entstanden im ausgehenden Mittelalter an der Rückseite der Stadtmauer, und von den Brücken aus bietet sich diesbezüglich ein wunderbarer Ausblick. Besonders interessant sind die Steinbrücke und die Eisenbrücke, wobei letztere von Mitarbeitern von Gustave Eiffel entworfen wurde. Die Rambla de la

Llibertat mit ihren Arkaden, Terrassen und Geschäften ist eine der großen Flanierstraßen der Stadt und findet jenseits des Flusses in der Stadterweiterung ihre Fortsetzung in der Carrer de Santa Clara. Der über die Stadtmauern hin dem früheren Streifenweg folgende Passeig de la Muralla eignet sich ideal als Spazierweg, und der Devesa-Park ist die große Grünfläche der Stadt. Über die C-66 fahren wir nach Banyoles und Besalú.

2 BESALÚ Besalú, einst Grafensitz, besitzt ein bewundernswertes historisch-künstlerisches Vermächtnis aus der Zeit des Mittelalters und wurde hier bereits im Zusammenhang mit anderen Routen eingehend beschrieben (Routen 1, 2, 8, 10 und 12). Aufgrund seiner geografischen Lage zwischen den Flüssen Fluvià und Capellades wurde der Ort am Zusammentreffen dreier Verwaltungsbezirke bald schon zu einem wichtigen Element in der Geschichte des Landes. Ursprung der Stadt war die Burg Besalú aus dem 10. Jahrhundert.

Die jüdische Mikwe (12. Jahrhundert)

Die Mikwe von Besalú ist das einzige jüdische Ritualbad, das bislang auf der Iberischen Halbinsel gefunden wurde und stellt auch europaweit ein einmaliges Beispiel jüdischer Kultur dar. Es handelt sich um einen typisch romanischen Steinbau mit Trommelgewölbe aus dem 12. Jahrhundert. Die unterirdische Mikwe, zu der man über eine steinerne Treppe kommt, war der Ort, an dem man sich zur Wiedererlangung der kultischen Reinheit einem rituellen Bad unterzog.

Historisch-künstlerisches Ensemble

In Besalú muss man durch die engen Gassen schlendern und den Hauch der Geschichte atmen. Zu den interessantesten Bauwerken zählen die frühere Klosterkirche Sant Pere (12. Jahrhundert), die Kirche Sant Vicenç (12. Jahrhundert) mit einer gotischen Seitenkapelle, die Fassade der früheren Hospizkirche Sant Julià (12. Jahrhundert), die romanische Casa Cornellà aus dem 12. Jahrhundert und der gotische Saal der Königlichen Kurie. Äußerst sehenswert ist auch die romanische Brücke über den Fluvià. Als Abrundung unserer Route nehmen wir in Besalú die N-260 nach Figueres, halten uns dann in Richtung Llançà und zweigen schließlich nach Vilajuïga ab. Die Geschichte dieser Ortschaft beginnt im 10. Jahrhundert als Besitztum des Klosters Sant Pere de Rodes (siehe Route 1). Eng mit der Grafschaft Empúries und der Burg Quermançó verbunden, deutet der Ortsname bereits klar auf eine "jüdische Stadt" bzw. eine "Stadt der Juden" hin. Ein Spaziergang durch den historischen Ortskern mit der romanischen Kirche Sant Feliu ist durchaus der Mühe wert. Außerdem eröffnen sich von hier aus die verschiedensten Wanderrouten, so etwa die Route der Dolmen, die Wein-Route oder die Route des Wassers.

3 CASTELLÓ D'EMPÚRIES Auch ein Abstecher nach Castelló d'Empúries (10 km) sollte zum Abschluss unserer Route nicht fehlen. Diese mittelalterliche Grafenstadt (siehe Route 10) mit ihrer beeindruckenden Kirche besaß einst das am stärksten bevölkerte Judenviertel Kataloniens. Zu sehen sind etliche jüdische Grabsteine sowie die Grundstruktur der ehemaligen Neuen Synagoge in der Carrer de les Peixateries Velles.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2, 8, 10, 11 und 12.


Der GEIST des FEUDALEN KATALONIENS

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Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Wir besuchen zwei romanische Klöster, die großen Einfluss auf die katalanische Geschichte hatten, und folgen den Taten und der Legende des Grafen Arnau, einer zentralen Figur unserer einheimischen Geschichtsschreibung. Die Route ist von großem landschaftlichem Interesse.

Über die Klöster Santa Maria in Ripoll und Sant Joan in Sant Joan de les Abadesses übte der heutige Verwaltungsbezirk Ripollès im Pirineu de Girona einst einen entscheidenden Einfluss auf die Bildung Kataloniens als Nation aus. Andererseits ist diese ausgesprochene Gebirgsgegend auch Wiege zahlreicher Legenden. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang besonders die in ganz Katalonien verbreitete Geschichte vom Grafen Arnau, der seine Vasallen peinigte, seine Soldaten betrog und unschuldige Mädchen verführte, weshalb er keine Ruhe finden kann und zu einem ewigen Umherirren in dieser Gegend verdammt ist. Die Route führt uns bis nach Gombrèn, ein über tausend Jahre altes Dorf mit seiner Burg Mataplana, in der ein dem Grafen Arnau gewidmetes Museum untergebracht ist.

ART DER ROUTE Rundreise, wahlweise auch mit Gelegenheit zu verschiedenen Fußwanderungen. LÄNGE DER HAUPTROUTE 82 km. AUSGANGSPUNKT Ripoll.

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Beschreibung der Route

Montgrony

Sant Joan de les Abadesses Ripoll

Girona

Gombrèn Campdevànol Vallfogona de Ripollès

RIPOLL

Ihrem Ursprung nach ist die Stadt Ripoll eng mit dem Grafen Wilfried dem Haarigen (840-897) und dem Benediktinerkloster Santa Maria verbunden und spielte in der Geschichte Kataloniens eine bedeutende politische, religiöse, wirtschaftliche und kulturelle Rolle. Im Jahr 888 weihte man der Gottesmutter im Beisein von Wilfried und dessen Ehefrau Guinedell ein neues Zönobium. Wertvollstes Element der Anlage ist heute das im 12. Jahrhundert entstandene Portal, eines der weltweit bedeutendsten Zeugnisse des romanischen Kunstschaffens. Zu den Höhepunkten eines Besuchs der Klosteranlage gehört das Grab des Grafen Wilfried. Einer Legende nach gehen auf ihn die vier roten Balken im katalanischen Wappen zurück. Bei einer Besichtigung des Scriptoriums wird dem Besucher die Bedeutung bewusst, die dem Kloster Santa Maria einst zukam. Es handelt sich um eine ständige Ausstellung zur Welt der Kopisten im Mittelalter. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass aus dem klösterlichen Skriptorium, in dem Kopisten, Illuminatoren und Miniaturisten gemeinsam bei der Arbeit saßen, weltberühmte Bibeln kamen, darunter etwa die Farfa– und die Rodes-Bibel. Über die C-26 geht es am Ufer des Ter entlang bis nach Sant Joan de les Abadesses (10 km).


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2 SANT JOAN DE LES ABADESSES Auch die Geschichte von Sant Joan de les Abadesses ist, wie in Ripoll, eng mit dem Werdegang des ebenfalls von Wilfried dem Haarigen gegründeten örtlichen Benediktinerklosters verbunden, für das der Graf seine Tochter Emma als Äbtissin einsetzte. Großer Stolz der Klosteranlage ist eine aus sieben lebensgroßen Skulpturen gebildete Figurengruppe, die als ein einmaliges Zeugnis der Bildhauerei des 13. Jahrhunderts und des Übergangs von der Romanik zur Gotik gilt. Äußerst interessant ist ein Rundgang durch den kleinen Ort, stellt er doch eines der wenigen Beispiele einer gezielten mittelalterlichen Stadtplanung dar. Vorhanden sind ferner etliche historische Baulichkeiten, darunter etwa die Alte Brücke, Reste der früheren Befestigungsmauern oder die von Arkadengängen umrahmte Plaça Major als Schauplatz eines belebten Wochenmarkts mit ihren hübschen Wohnhäusern aus der Zeit des Barocks. Weiter geht es längs der GI-521 über die Passhöhe von Sentigosa bis zur N-260, die uns dann bis Vallfogona de Ripollès bringt.

3 VALLFOGONA DE RIPOLLÈS Diese in einer äußerst bergigen Umgebung mit dichten Wäldern gelegene Ortschaft besitzt ein bedeutendes kulturhistorisches Erbe, so etwa die rechteckig angelegte Burg La Sala mit einem siebenstöckigen Wachturm, die Kirche Mare de Déu del Pòpul, die noch deutlich Elemente aus der Romanik zeigt, einen gut erhaltenen mittelalterlichen Ortskern mit einer reizenden Plaça de la Vila und den anschließenden Sträßchen mit hübsch restaurierten Häusern aus dem 17. und dem 18. Jahrhundert, die mittelalterliche Brücke aus dem 14. Jahrhundert und die Kirche Sant Julià de Vallfogona, die teils noch aus dem 12. Jahrhundert stammt. Über die N-260 kehren wir nach Ripoll zurück und schlagen dort die N-152 in Richtung Ribes de Freser ein, halten dann aber gleich in Campdevànol, dem ersten Dorf, auf das wir nach Ripoll stoßen.

4 CAMPDEVÀNOL Hinter dem Dorf findet sich eine romanische Brücke, die im Volksmund unter der Bezeichnung Cabreta-Brücke bekannt ist, wobei sich das Wort cabreta eindeutig auf die Figur des Teufels bezieht. Der Legende nach soll der Graf Arnau hier über diese Brücke den Freser überquert haben, nachdem sie damals zum Weg von Campdevànol nach Ribes de Freser gehörte. In Campdevànol selbst verdient die romanische Pfarrkirche Sant Pere d'Auira einen Besuch. Über die GI-401 zweigen wir nach Gombrèn ab. Ungefähr 2,5 km hinter dem Dorf kommen wir zu einer Kreuzung, bei der es rechts zur Burg Mataplana geht.

5 GOMBRÈN. BURG MATAPLANA Bei dieser Burg handelte es sich um eine romanische Schlossanlage, die (angesichts ihrer relativ unstrategischen Lage) weniger zu Verteidigungszwecken als vielmehr als gräfliche Residenz und Wohnstätte errichtet wurde. Im 12. und 13. Jahrhundert war sie ein Zentrum der Troubadour-Kultur. Dem Geschlecht der Mataplana kam eine große historische Bedeutung bei, zählte es doch zu Recht zu den Vorkämpfern der nationalen Identität Kataloniens und Andorras. Gleich neben der Burg stehen eine kleine Kapelle und verschiedene Wohnhäuser, die im 14. Jahrhundert von fünf Familien bewohnt wurden. Hier residierte der Graf Artau de Pallars, der oft — irrtümlicherweise — mit dem Grafen Arnau verwechselt wird. Man geht davon aus, dass der Graf Arnau eigentlich gar keine historische Persönlichkeit war, seine Legende ist jedoch so tief im Volk verwurzelt, dass die Burg tatsächlich als seine Residenz angesehen wird. Der Überlieferung nach soll Arnau seinen Soldaten den Sold schuldig geblieben sein, mit den Nonnen von Sant Joan de les Abadesses Unzucht getrieben und sich auf Pakte mit dem Teufel eingelassen haben, wofür er dann auf Ewigkeit mit einem ruhelosen Umherirren in dieser Gegend bestraft wurde. Weiter bergabwärts stoßen wir bald schon auf die Wegweiser zum Heiligtum von Montgrony.

6 HEILIGTUM VON MONTGRONY Das romanische Heiligtum von Montgrony stammt aus dem ausgehenden 9. Jahrhundert und ist heute mit einer Herberge verbunden. Äußerst interessant die Treppe, die der Graf Arnau von seinen um ihren gerechten Lohn gebrachten Untergebenen in den Fels hauen ließ. Einen Besuch verdient ferner die kleine romanische Kirche Sant Pere, die im Jahr 1138 geweiht wurde. Von hier oben aus bietet sich ein prachtvoller Ausblick auf das umliegende Land. Wir kehren nach Gombrèn zurück.

7 GOMBRÈN In Gombrèn erwartet uns das Museum des Grafen Arnau. Tatsächlich handelt es sich um ein Museum zur örtlichen Volkskultur, in dem verschiedene archäologische und historische Aspekte der Ortschaft dargestellt werden, die mehr oder weniger alle im Bezug zur Burg Mataplana stehen. Zu sehen sind so Fundstücke, die bei Ausgrabungen im Burgbereich ans Tageslicht gefördert wurden, sowie Modelle und Zeichnungen zur architektonischen Entwicklung und dem kulturellen Leben, so wie es sich in der Burg damals abspielte. Darüber hinaus zeigt das Museum auch die Legende des Grafen Arnau und die sich um seine Gestalt rankende Literatur auf.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2 und 12.


Der JAKOBSWEG in der CERDANYA

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Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Diese Route folgt dem durch die Wallfahrten zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela (Galicien) entstandenen Jakobsweg als dem ersten europäischen Kulturweg auf seinem Abschnitt durch den Verwaltungsbezirk Cerdanya. Sie ist nicht besonders lang, kann jedoch durch zahlreiche Fußwanderungen beliebig ausgedehnt werden.

Als man in Galicien im 9. Jahrhundert die Gebeine des Apostels Jakobus (auf Spanisch "Santiago") entdeckte, wurde Santiago de Compostela schnell zum Ziel europaweiter Prozessionen. Die verschiedenen Wege liefen hierbei an der Bergkette der Pyrenäen zusammen, die sie dann im Wesentlichen über Navarra oder Aragonien überquerten. Neben diesen beiden Hauptrouten gab es jedoch auch etliche weniger frequentierte Wege, und einer von diesen war der, der über die Passhöhe La Perxa und den Puymorens bei Sant Jaume de Rigolisa nach Katalonien übertrat. Er durchquerte dann die Cerdanya und verlief parallel zu den Pyrenäen bis nach Jaca, wo er wieder in einen der Hauptwege einmündete. Die Route vereint prachtvolle Aussichten mit verschiedenen historisch und kulturell interessanten Örtlichkeiten, darunter insbesondere Kirchen, Kapellen und Pilgerhospize.

ART DER ROUTE Linearer Verlauf. LÄNGE DER HAUPTROUTE 60 km. AUSGANGSPUNKT Puigcerdà.

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1

Beschreibung der Route Llívia Puigcerdà Bolvir

PUIGCERDÀ

Puigcerdà ist die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Cerdanya und eine der bedeutendsten Städte der Pyrenäen. Im Jahr 1170 gegründet, ist Puigcerdà heute ein großes historisches, kommerzielles und kulturelles Zentrum mit einem umfassenden Freizeitangebot, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Sehenswürdigkeiten sind der Kirchturm von Santa Maria, das frühere Kloster Sant Domènec, die von Arkaden umgebene Plaça de Cabrinetty, verschiedene Wohnhäuser am See und der ebenfalls am See angelegte Schierbeck-Park. Über die N-154 erreichen wir Llívia, eine katalanische Enklave auf französischem Hoheitsgebiet.

2 LLÍVIA Isòvol Bellver de Cerdanya Martinet

Girona

Der historische Ortskern von Llívia mit seinen typischen Gebirgshäusern steht heute unter Denkmalschutz. Besonders interessant sind hierbei das Pfarrhaus, die Kirche Mare de Déu dels Àngels, die Torre de Bernat de So und das Toret-Kreuz. Größte Sehenswürdigkeit des Ortes aber ist die alte Apotheke Esteva aus dem 15. Jahrhundert, eine der ältesten in ganz Europa. Aufbewahrt werden hier unter anderem eine interessante Bibliothek, verschiedene Laborinstrumente, Rezepturen und Glasbehälter aus dem 19. Jahrhundert.


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Die Apotheke ist heute Teil des städtischen Museums, das eine beeindruckende Sammlung schöner Truhen im Stil der Renaissance, einen prachtvollen Barockschrank, einen so genannten cordialer, in dem früher medizinische Präparate und Substanzen aufbewahrt wurden, sowie viele andere interessante Stücke zeigt. Darüber hinaus besitzt das Museum auch eine Abteilung für Archäologie und lokale Geschichte. Als zentrale Achse hat unsere Route die Landstraße N-260; dabei zweigt sie jedoch immer wieder auch in breite, gut zu befahrende Feldwege ab, die für alle Fahrzeuge geeignet sind. Von Llívia aus mag man sich so beispielsweise die nach Ur führende Piste suchen. Wir können jedoch auch wieder über die Landstraße nach Puigcerdà zurückfahren und von dort nach Ur abzweigen.

3 UR - BOLVIR DE CERDANYA In Ur finden wir die Kirche Sant Martí. Folgen wir dann der unbefestigten Piste nach Bolvir de Cerdanya, treffen wir auf den ursprünglichen Jakobsweg, der hier ein Stück parallel zur Straße verläuft. Wir passieren die Kirche Sant Jaume in Rigolisa, Puigcerdà und die Brücke von Sant Martí d'Aravó. Äußerst interessant in Bolvir ist die Einsiedlerkapelle El Remei, wo Auskunftstafeln detailliert über die Route informieren, und im Ortszentrum dann die Kirche Santa Cecília. Der Ort ist ziemlich alt, war vermutlich bereits in der Bronzezeit besiedelt und diente im 2. Jahrhundert auch den Iberern als Niederlassung. Im Mittelalter war Bolvir eng mit dem Kloster Sant Miquel de Cuixà verbunden. Wir überqueren die Landstraße und finden gleich gegenüber einen Wegweiser mit der Angabe "Molí", dem wir nun folgen. Der mit Wandermarkierungen gekennzeichnete Weg verläuft am Ufer des Segre entlang und passiert den Fluss auch etliche Male. Es ist dies der schwierigste Abschnitt für das Fahrzeug. Sollte der Fluss nicht überquert werden können, besteht die Möglichkeit, bis zur Landstraße umzukehren und ab Isòvol dann den Weg in umgekehrter Richtung zu nehmen, da er hier wesentlich breiter und bequemer zu befahren ist.

4 BOLVIR DE CERDANYA - HEILIGTUM DER MARE

Hinter dem Heiligtum verliert sich der Weg und kehrt unweit von Isòvol zur Landstraße zurück. Besser ist es, bis nach Baltarga zu fahren, wo er wieder in Erscheinung tritt, oder aber bis Alp und von dort aus weiter über die GIV-4033 von Alp nach Bellver. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, direkt nach Bellver de Cerdanya zu fahren. Es handelt sich um ein rühriges Städtchen, in dessen Gemeindegebiet ein ganzes Dutzend romanischer Kirchen zu finden sind.

5 BELLVER DE CERDANYA Bereits vor Bellver de Cerdanya finden wir, verteilt auf die einzelnen Dörfer an der GIV-4033 zwischen Alp und Bellver, eine ganze Reihe von Kapellen und Kirchen, so etwa Santa Maria (Mosoll-Das), Sant Salvador de Predanies (Prats i Sansor) oder Sant Andreu (Baltarga, Bellver). Bellver ist nämlich eine der größten Kommunen der Cerdanya, der verwaltungstechnisch 21 Dörfer angeschlossen sind. Das Städtchen hat einen bezaubernden historischen Ortskern, der zu beschaulichen Spaziergängen einlädt. Teilweise sind sogar noch die heute wieder restaurierten Befestigungsmauern zu sehen. Wer gerne wandert, kommt hier voll auf seine Kosten. Abgesehen davon, dass Bellver eine der Pforten zum Naturpark Cadí-Moixeró ist, bieten sich von hier aus schöne Touren an, so zum Beispiel ins Ingla-Tal oder die Route der Guten Menschen, über die einst die Katharer flüchteten. Am interessantesten auf diesem Abschnitt der Route ist jedoch Santa Maria de Talló, ein großes, stattliches Gebäude, wo seit dem 10. Jahrhundert ein Kanonikerstift bestand. Es handelt sich ohne jeden Zweifel um das monumentalste Bauwerk der örtlichen Romanik. Interessant ist auch ein Abstecher zur romanischen Kirche Santa Eugènia in Nerellà, ein beeindruckendes Gotteshaus, das heute unter Denkmalschutz steht und den einzigen voll erhaltenen Turm im lombardischen Baustil des Bezirks besitzt. Der Turm weicht ganze 1,25 m von der Senkrechten ab und wird deshalb mitunter auch als der "schiefe Turm der Cerdanya" bezeichnet.

DE DÉU DE QUADRES - ISÒVOL Hinter Bolvir kommen wir durch Saga (Kirche Santa Eugènia), Ger mit seiner alten, heute in Privatbesitz befindlichen alten Mühle und All (Kirche Santa Maria). Hier zweigen wir nach Olopte ab (Kirche Sant Pere), und kurz vor Isòvol stoßen wir dann auf das Heiligtum der Mare de Déu de Quadres. Im 13. und 14. Jahrhundert war dieses Heiligtum ein domus hospitalis, ein Hospiz also, in dem kranke Pilger versorgt wurden. Die ursprüngliche Anlage stammte aus der Romanik (12. Jahrhundert), im 17. Jahrhundert errichtete man jedoch ein neues Gebäude. Bei archäologischen Ausgrabungen konnten einige Reste des romanischen Baus sichergestellt werden.

6 MARTINET Den Abschluss unserer Route bildet Martinet de Cerdanya. Die Bezeichnung des Ortes leitet sich von einer ehemaligen Schmiede (auf Katalanisch martinet) ab, die hier über ein Wasserrad vom Segre angetrieben wurde. Durch seine günstige Lage direkt an der Landstraße ist Martinet heute zu einem wichtigen Handels– und Verwaltungszentrum geworden. In den zur Gemeinde gehörenden Dörfern und Weilern finden sich ebenfalls zahlreiche interessante Kirchen.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1 und 12.


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Kleine Dörfer zwischen dem PLA DE L'ESTANY und

LA VALL D'EN BAS

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Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Wir besuchen kleine Dörfer im Verwaltungsbezirk Pla de l'Estany, durchqueren den Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa und erreichen als Abschluss die Gemeinde La Vall d'en Bas. Bei dieser Route lernen wir Ortschaften kennen, die sich ihr ländliches Wesen bis auf unsere Tage voll erhalten haben und mit vielen natürlichen, historischen und kulturellen Reizen aufwarten können.

Die hier beschriebene Route macht uns mit Gebieten bekannt, die sicher zu den reizvollsten und dabei doch kaum bekannten Bereichen der Verwaltungsbezirke Pla de l'Estany und Garrotxa zählen. Durch eine landschaftlich einmalig schöne Natur führt sie uns in verschiedene kleine Dörfer, deren kulturelles Vermächtnis im Wesentlichen durch die Romanik bestimmt ist. Wir stoßen aber auch auf andere interessante Elemente und finden so unter anderem alte Burgen, ein Uhrenmuseum und einen kuriosen Skulpturenpark. Im Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa sind es logischerweise die zahlreichen Vulkankegel, die unsere Aufmerksamkeit an erster Stelle in Beschlag nehmen. Angemerkt sei, dass die Gegend darüber hinaus auch mit einer fabelhaften Küche aufwartet, und etliche Hofläden, auf die wir unterwegs stoßen, sind sicher ebenfalls einen Besuch wert.

ART DER ROUTE Rundreise. Zu empfehlen sind die verschiedenen Fußwanderungen, die von unterwegs aus unternommen werden können, so etwa die Route "Soldados de Salamina" im Verwaltungsbezirk Pla de l'Estany, die verschiedenen Wege im Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa oder die sich im Gemeindegebiet von La Vall d'en Bas anbietenden Ausflüge. LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 160 km. AUSGANGSPUNKT Banyoles.

1

Beschreibung der Route

Sant Miquel Falgons de Campmajor Santa Pau Banyoles Hostalets d'en Bas La Vall Vall de d'en Bas Llémena

Cornellà del Terri Palol de Revardit

Girona

Camós

BANYOLES

Banyoles, die Stadt am gleichnamigen See, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie bildete sich im Schatten des Klosters Sant Esteve mit seinem spätgotischen Hauptportal heraus. Die heutige Klosterkirche und der Kreuzgang stammen aus dem 18. Jahrhundert und verwahren beachtliche Kunstschätze wie etwa die Silbertruhe des heiligen Martyrianus sowie ein schönes Altarbild, beide aus dem 15. Jahrhundert. Bei der zivilen und sakralen Architektur sei insbesondere auf die von Arkaden umsäumte Plaça Major aus dem 13. Jahrhundert hingewiesen, auf der jeden Mittwoch ein belebter Wochenmarkt stattfindet, ebenso aber auch auf die Befestigungsmauern, die Plaça del Teatre, die Carrer de la Paraireria, die Pia Almoina aus dem 14. Jahrhundert, die Färberbörse und die gotische Pfarrkirche Santa Maria dels Turers. Die Stadt besitzt darüber hinaus zwei Museen: das Darder-Museum und das Museum für Archäologie. Unmittelbar am Seeufer stößt man auf den jungsteinzeitlichen Höhlenpark La Draga. Der See bildet sozusagen das Rückgrat der Stadt und bietet sich als ein großer Erholungsbereich für Bewohner und Besucher dar. Banyoles und der Verwaltungsbezirk Pla de l'Estany besitzen das Zertifikat als Touristische Sportdestination in den Sportarten Rudern und Kanusport im Stillwasserbereich, Rad- und Mountainbike-Sport, Schwimmen und Triathlon. Der See besitzt Unterstände für ornithologische Beobachtungen und wartet mit wunderschönen Wanderrouten zur Entdeckung der örtlichen Tier– und Pflanzenwelt auf. Wir nehmen die GIP-5121 in Richtung Esponellà.

2 ESPONELLÀ Über die GIP-5121 erreichen wir Esponellà, ein kleines, ländliches Dorf, das mit einem beachtlichen architektonischen Erbe aufwarten kann. So finden wir hier


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die romanische Kirche Sant Cebrià mit einer beeindruckenden Fassade und schönen schmiedeeisernen Arbeiten, die mittelalterliche Brücke und Reste einer ebenfalls aus dem Mittelalter stammenden Burg. Auch im nahen Centenys stoßen wir mit der Kirche Sant Iscle wieder auf ein schönes Beispiel ländlicher Romanik. Über die GI-554 geht es nun weiter nach Bàscara und Vilert mit seiner aus dem 9. Jahrhundert stammenden Kirche Santa Maria, der Kapelle Sant Esteve und dem Caselles-Turm. In Orfes sei auf die im 12. Jahrhundert errichtete, dann im 18. Jahrhundert jedoch umgebaute Kirche Santa Maria sowie auf verschiedene Häuser von beachtlichem historisch-architektonischem Interesse hingewiesen. Über die GI-554 geht es dann weiter bis zur GIV-5131, und diese wiederum bringt uns nach Galliners, das ebenfalls etliche schöne Häuser und einen sehenswerten zentralen Marktplatz besitzt. Auf der GIV-5132 halten wir uns zunächst in Richtung Vilavenut, zweigen dann aber gleich nach Espasens ab. Die Kirche Santa Caterina aus dem ausgehenden 11. Jahrhundert ist ein schönes Beispiel einer von der örtlichen Bevölkerung vorgenommenen romanischen Restauration. Im weiteren Verlauf der Route zweigen wir nach Ollers mit seiner aus dem 11. Jahrhundert stammenden Kirche ab, und schließlich kommen wir dann nach Vilavenut, das ebenfalls eine ursprünglich romanische Kirche besitzt, wobei hier aber in späterer Zeit zahlreiche Umbauten vorgenommen wurden.

3 FONTCOBERTA In Fontcoberta, das besonders aufgrund seiner lebenden Weihnachtskrippe bekannt ist, überrascht die relativ große Kirche Sant Feliu mit ihrem gewaltigen Schiff und einem quadratisch angelegten Glockenturm in lombardischer Romanik. Auf dem Platz vor der Kirche steht auch das Rathaus der Gemeinde. Im Ortsteil La Farrés bietet sich uns mit der Torre Borrella das Beispiel eines befestigten Bauernhofs dar. Im Anwesen Can Jan ist ein kleines Volkskundemuseum eingerichtet, das unter anderem auch eine vom Uhrmachermeister Bofill angelegte Uhrensammlung zeigt. Besonders interessant sind hierbei alte französische Uhren sowie verschiedene von Bofill selbst gebaute Stücke. (Beschränkte Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 17 bis 20 Uhr; Sonn– und Feiertage von 11 bis 13 Uhr.) Von Fontcoberta aus geht es zurück nach Banyoles. Wir umfahren den See, kommen durch Porqueres (siehe Route 1) und nehmen die GI-524 in Richtung Mieres. Bei km 25,5 führt uns ein Abzweig in den Wald von Can Ginebreda, einen kuriosen Freiluftpark mit ausgesprochen erotischen Plastiken. Anschließend erreichen wir Sant Martí de Campmajor und, später dann, Sant Miquel de Campmajor.

4 SANT MIQUEL DE CAMPMAJOR Außerordentlich interessant ist in diesem Dorf die ursprünglich aus der Romanik stammende Kirche, die freilich durch spätere Eingriffe spürbare Veränderungen erlitten hat. Es handelt sich um einen dreischiffigen Sakralraum mit einer mit lombardischen Elementen ausgeschmückten Apsis. Auch im weiteren Verlauf unserer Route auf der GIV-5244 stoßen wir auf bemerkenswerte Bauwerke, so etwa die Alte Brücke (12. oder 13. Jahrhundert), die Burg und die mittelalterliche Getreidemühle Roca sowie am Ende des Waldwegs das verlassene Dorf Briolf mit einer romanischen Kirche und einem Wehrturm. Wieder zurück auf der Landstraße, kommen wir bald schon zum Heiligtum El Collell als Schauplatz von Javier Cercas' Roman Soldados de Salamina (deutsch: Soldaten von Salamis), der ja auch verfilmt wurde und auf Ereignissen beruht, die sich hier, in diesem Waldgebiet, im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) tatsächlich zutrugen. Wanderfreunden stehen drei

verschiedene Routen der Soldaten von Salamina zur Verfügung, wobei zwei davon in unmittelbarer Nähe von Sant Miquel de Campmajor verlaufen. Wir kehren zurück nach Sant Martí de Campmajor mit seiner Kirche aus dem 9. Jahrhundert und erreichen dann über die GIV-5246 den Ort Falgons, der mit einer im 18. Jahrhundert umgebauten und erweiterten Kirche aus der Romanik und einer quadratisch angelegten Burg aus dem Jahr 1126 aufwarten kann. Sobald wir wieder auf unserer Hauptroute sind, geht es weiter nach Mieres und Santa Pau.

5 SANTA PAU UND DIE VULKANE DER GARROTXA Das architektonische Ensemble von Santa Pau gehört zum Wertvollsten, was die Provinz Girona diesbezüglich zu bescheren hat. Der Ort bietet sich im Umkreis um eine alte Burg (13. und 14. Jahrhundert) und die von Arkaden gesäumte Plaça Major dar. Die Kirche ist gotisch und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist einschiffig und hat einen quadratisch angelegten Turm. Wenn man dann durch enge Gassen, vorbei an beeindruckenden Wohnhäusern, bis zum Stadttor des Portal del Mar kommt, eröffnet sich ein prachtvoller Ausblick auf das gesamte Tal von Santa Pau. Und von den Heiligtümern Els Arcs und La Cot aus schweift der Blick über die Vulkankegel im Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa. Wir folgen nun der GI-524 in Richtung Olot und kommen zum Rastplatz Can Serra, der als Ausgangspunkt für Wanderungen durch den vom Dichter Joan Maragall besungenen und den Landschaftsmalern der Schule von Olot als Quelle der Inspiration dienenden Buchenwald der Fageda d'en Jordà in Frage kommen mag. Ein Auskunftspunkt informiert über den Naturpark und die verschiedenen zur Verfügung stehenden Routen, die hier, wie im gesamten Gebiet, durchweg bestens gekennzeichnet sind. Im nahen Olot können wir im Vulkanmuseum unsere Kenntnisse zum Vulkanismus vertiefen, und über die C-152 geht es dann am Ufer des Fluvià entlang bis zur Gemeinde La Vall d'en Bas.

6 LA VALL D'EN BAS Unter der Bezeichnung La Vall d'en Bas sind acht kleine Gemeinden zusammengefasst, die sich an der C-152 und der C-153 aneinander reihen. An erster Stelle kommen wir (über die GIP-5226) nach Sant Privat d'en Bas, eine alte Ansiedlung mit Marktplatz, Kirche und Friedhof. Weiter in den Bergen stößt man auf den kleinen Wasserfall des Sallent und auf die Kapelle Les Olletes. In Puigpardines finden wir die Kirche Santa Maria (ein früheres Kloster) und ein Geschäft mit landwirtschaftlichen Produkten. Über die GIP-5273 kommen wir nach Joanetes, das ebenfalls eine romanische Kirche und einen 35 m in die Tiefe stürzenden Wasserfall besitzt. Der Ort wird gern auch als Ausgangspunkt für die verschiedensten Wanderungen, so zum Beispiel für den Aufstieg zum Puigsacalm (1515 m) genutzt. Sant Esteve d'en Bas hat eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, in der eine interessante Steinplastik des thronenden Christus aufbewahrt wird. Sehenswert sind ferner die romanische Cau-Brücke und das Heimatmuseum La Rectoria. Die Gemeinde Els Hostalets d'en Bas ist bekannt aufgrund der unter Denkmalschutz stehenden Carrer Teixeda mit ihren in ganz Katalonien einmaligen Balkonen. Zu sehen sind ferner eine romanische Brücke, das Ehrenmal für die bäuerliche Familie und ein ebenfalls unter Denkmalschutz stehender Monolith. Wir kehren nun nach Sant Esteve d'en Bas zurück, biegen hier in die C-63 ein und kommen nach Les Planes d'Hostoles (Wanderrouten, beispielsweise zur Burg von Hostoles). Von hier aus geht es weiter über die GI-531. Über einen Abzweig erreichen wir Sant Aniol de Finestres, das sich ebenfalls ideal als Ausgangspunkt für die verschiedensten Wanderungen eignet und das seinen Besuchern verschiedene romanische Kirchen und Kapellen bietet. Setzen wir unsere Fahrt über die GI-531 fort, kommen wir durch das LlémenaTal (siehe Route 1) nach Girona und dann zurück zu unserem Ausgangspunkt Banyoles.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 8, 10, 11 und 12.


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INDUSTRIELLES Erbe und HANDWERKLICHE Berufe Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Bei einem großen Streifzug durch Vergangenheit und Gegenwart, der uns von der Costa Brava bis zu den Pyrenäen quer durch das ganze Land führt, entdecken wir das reiche handwerkliche Vermächtnis und einige der traditionsreichsten Gewerbebetriebe der verschiedenen Verwaltungsbezirke der Provinz Girona.

Die Route führt uns ans Meer und gibt uns Einblick in die mit der See verbundenen Berufe (Fischfang, Leuchttürme). Wir kommen aber auch über Land und lernen das Leben dort, die Landwirtschaft und die Herstellung von Wein und Öl kennen. Wir besuchen drei der wichtigsten Keramikzentren, die es in Katalonien gibt, erkennen die Bedeutung, die das Wasser bei verschiedenen Industriezweigen spielt, erleben die Wälder der Gavarres-Berge und die dort betriebene Korkproduktion und finden Kontakt mit Bildschnitzern und Krippenbauern ... Wir durchqueren beeindruckend schöne Landschaften, besuchen kleine Museen, Keramikwerkstätten und Zeugnisse der industriellen Vergangenheit, die uns die Beziehung zwischen den Menschen und der sie umgebenden Landschaft vor Augen halten.

ART DER ROUTE Rundreise, mit verschiedenen Abschnitten und einer Alternativroute. 26

LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 270 km Alternativroute: ca. 170 km AUSGANGSPUNKT Girona. Nachdem sich die Route in verschiedene Abschnitte unterteilt, kann man sie jedoch ebenso auch in Figueres, Olot, La Bisbal d'Empordà oder Tossa de Mar beginnen lassen.

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GIRONA

Neben zahlreichen kulturgeschichtlichen Ressourcen (siehe die Routen 1, 2, 4 und 10) besitzt Girona auch ein reiches industrielles Vermächtnis, darunter etwa die ehemalige Mehlfabrik Teixidor, ein Gebäude aus der Zeit des Jugendstils, heute Sitz der Tageszeitung El Punt, oder die Carrer de la Sèquia, über die früher das Wasser als treibende Kraft für verschiedene Gewerbebetriebe geleitet wurde. Zu empfehlen ist ferner ein Besuch des Filmmuseums, das uns in die Vorgeschichte der siebten Kunst einführt. Wir verlassen die Stadt über die Landstraße N-141 in Richtung Salt.

2 SALT UND DIE ARCHITEKTUR DES WASSERS Im Ortszentrum von Salt besuchen wir das Wassermuseum, das seinen Sitz in einem befestigten Bauernhaus aus dem 12. Jahrhundert hat. Hier zeigt man uns die Bedeutung, die einst dem künstlich angelegten Kanal und dem mittleren Lauf des Ter im Hinblick auf die hier ansässigen Gewerbebetriebe zukam (Textilindustrie, Papier, Eisen, Eis, Weizen usw.). Von hier aus kann man sich die von Salt nach Bescanó führende Route der Architektur des Wassers erwandern, bei der man das alte öffentliche Waschhaus der Frauen von Salt, den Monar-Kanal, das Pilastra-Wehr, die Fähre von Bescanó sowie zwei Wasserkraftwerke und den Eisbrunnen von Vilanna kennen lernt.

Beschreibung der Route

Wir bleiben auf der N-141 und erreichen Anglès. Von hier aus geht es über die C-63 nach Olot. Kurz vor der Stadt können wir bei Les Preses den Parc de Pedra Tosca besichtigen, ein Landschaftsgebiet, das vor 11.000 Jahren durch mehrere Vulkanausbrüche geschaffen wurde. Hier sind wir von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben und erleben die aus mörtellos zusammengefügten Steinen erbauten Hütten und Wege, die die harten Lebensbedingungen einer Vulkangegend den Bewohnern aufzwangen. Schließlich erreichen wir Olot.

3 OLOT Peralada Figueres

Castelló d'Empúries

Olot

Girona Salt

Arbúcies

Sils

La Bisbal d'Empordà

Palafrugell

Olot (siehe Route 2), die Hauptstadt des Vulkanbereichs der Garrotxa, kann auf eine lange künstlerische Tradition zurückblicken (man denke nur an die berühmte Schule der Landschaftsmalerei von Olot) und ist bekannt für seine Bildschnitzer und Krippenbauer. In einer dieser auch heute noch arbeitenden Werkstätten hat man das so genannte Museum der Heiligen untergebracht, das Originalwerke bekannter Künstler zeigt. Zu empfehlen ist ferner ein Besuch des Museums der Garrotxa, des Vulkanmuseums und des in einem ehemaligen Bauernhaus untergebrachten Volkskundemuseums Can Trincheria.

Palamós

Breda Hostalric Tossa de Mar Lloret de Mar

Weiter geht es über die A-26 nach Castellfollit de la Roca mit seinen beeindruckenden Felswänden und einem kleinen Wurstmuseum, dann nach Besalú (Routen 1, 4 und 10) und schließlich nach Figueres (Routen 2 und 3), wo uns ein Besuch des Technischen Museums des Empordà und des katalanischen Spielzeugmuseums erwartet. Im Anschluss hieran folgt man der N-260 bis zum Abzweig nach Peralada.


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4 PERALADA UND DIE HERKUNFTSBEZEICHNUNG EMPORDÀ-COSTA BRAVA Peralada (Route 10) besitzt ein wichtiges Weinmuseum, das im Schloss von Peralada eingerichtet wurde. Gezeigt werden die verschiedensten mit Weinbau und Weinherstellung verbundenen Gegenstände aus dem 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In Peralada befindet sich auch das einzige Wine-Spa Spaniens. Von Peralada aus bietet sich uns Gelegenheit für einen Streifzug durch das Anbaugebiet der Herkunftsbezeichnung Empordà-Costa Brava (Tel. 972507513). Hierbei können verschiedene Kellereibetriebe besichtigt werden, so etwa die Firma Oliveda in Capmany. In den meisten Fällen muss man sich für solche Besuche jedoch vorher anmelden. Bei einigen Firmen ist die Betriebsbesichtigung auch mit einem Abstecher in die eigenen Weinfelder verbunden. Unsere Route verläuft im Viereck über die N-260, die GI-602 und die E-15 und zeigt uns über die örtlichen Verbindungsstraßen die Gemeinden Vilajuïga, Garriguella, Espolla, Capmany und Cabanes. Es handelt sich um einen ganz im Zeichen der Landwirtschaft stehenden Ausflug, bei dem uns die für den Mittelmeerraum so typische Dreieinigkeit von Wein, Weizen und Ölbaum vor Augen geführt wird. Wenn in der Zeit zwischen Dezember und Februar die Ölmühlen arbeiten, können vor Ort auch verschiedene einschlägige Betriebe besichtigt werden. Über die C-260 kommen wir bis nach Castelló d'Empúries (Route 10). Hier befindet sich das Ökomuseum Farinera, die einzige Mühle, die von den drei im 14. Jahrhundert im Ort vorhandenen Getreidemühlen noch übrig geblieben ist. Gezeigt wird der gesamte Prozess der Verarbeitung von Getreide zu Mehl, und zwar anhand von im Original erhaltenen Maschinen und Einrichtungen. Einen Besuch lohnt ferner das alte Gefängnis der Cúria-Presó, in dem heute die Welt der mittelalterlichen Troubadoure zur Darstellung gebracht wird. Über die GIV-6216 erreichen wir Torroella de Fluvià, und von hier aus geht es dann über die C-31 nach Torroella de Montgrí und Pals. Kurz vor dem Ort geht es über die GI-651 als Abstecher nach Palau-sator, wo wir in einem kleinen Landmuseum die verschiedensten Werkzeuge und Maschinen aus der Welt der Landwirtschaft besichtigen können. Hierauf erreichen wir schließlich Pals (Route 10), wo in einem kleinen Feuchtgebiet auch heute noch Reis angebaut wird. Ferner steht eine Mühle zur Besichtigung frei, in der auch Reis verkauft wird. Im weiteren Verlauf unserer Route kommen wir dann nach Palafrugell.

5 PALAFRUGELL - PALAMÓS - LA BISBAL D'EMPORDÀ In Palafrugell erwartet uns das Korkmuseum, das uns neben den verschiedensten Gerätschaften und Maschinen die Bedeutung vor Augen führt, die die Korkherstellung einst für das gesamte Umland hatte. Interessant ist auch ein Besuch der Stiftung Josep Pla, die im Geburtshaus dieses bekannten katalanischen Schriftstellers ihren Sitz hat. Über die C66 kommen wir nun nach Palamós, einen der wichtigsten Fischereihäfen der katalanischen Küste. Schön ist es, wenn man die Stadt am Spätnachmittag erreicht und erleben kann, wie die Fischer vom Meer heimkehren und am Hafen der Fischmarkt in Gang kommt. Der im Hafen von Palamós gelegene Espai del Peix hat sich die Aufgabe gestellt, das Wissen um die Nachhaltigkeit und die gastronomische Verwendung der aus dem Meer gewonnenen Produkte zu erweitern und setzt hierbei gezielt auf die Aufwertung und die Verbreitung einer Reihe von Arten, die heute zwar wenig geschätzt sind, dafür aber einen hohen kulinarischen Wert besitzen. Im Hafen von Palamós befindet sich ferner ein Fischereimuseum, das einzige seiner Art im ganzen Mittelmeerraum, das seinen Besuchern in einer unterhaltenden Art und Weise die Beziehung zwischen Mensch und Meer vor Augen führt.

Wir verlassen Palamós und erreichen über die C-256 Calonge, von wo aus es dann über die GI-660 nach La Bisbal geht. Hierbei durchqueren wir die Gavarres-Berge mit ihren beeindruckenden Landschaften und erinnern uns daran, dass hier einst das Zentrum der einheimischen Korkherstellung war. La Bisbal ist eines der wichtigsten Keramikzentren des Landes. Hier findet man zahlreiche Werkstätten und Geschäfte, die bei einem Stadtbummel in aller Ruhe besichtigt werden sollten. In einem architektonisch außerordentlich interessanten früheren Keramikbetrieb ist heute das Terracotta-Museum untergebracht, in dem der Besucher den gesamten keramischen Herstellungsprozess beobachten kann. Wir durchqueren nun erneut die Gavarres-Berge und erreichen über die GI-664 Cassà de la Selva mit seinen vielen Korkfabriken. Eine Sehenswürdigkeit des Ortes ist der Parc Art, eine Parkanlage, in der der Besucher bei einem beschaulichen Streifzug auf über 100 Plastiken zeitgenössischer Künstler stößt. Weiter geht es über die C-65 nach Quart, einem weiteren Zentrum der katalanischen Töpferei mit zahlreichen Geschäften, Werkstätten und einschlägigen Gewerbebetrieben. Die Nationalstraße N-II führt uns nun, an Girona vorbei, nach Sant Julià de Ramis. Zu unserer Rechten stoßen wir auf Celrà. Die Gemeindeverwaltung des Ortes hat ihren Sitz in der früheren Pagans-Fabrik, die darüber hinaus als örtliches Kulturzentrum dient und deshalb auch besucht werden kann. Links biegen wir in das ganz im Zeichen der Industrie stehende Sarrià de Ter mit seiner bekannten Papierfabrik ab und kommen zu unserem Ausgangspunkt Girona zurück.

ALTERNATIVROUTE Von Girona aus fahren wir über die Autobahn AP-7/E-15 bzw. die Nationalstraße N-II bis nach Hostalric und Breda. Auch Breda (siehe Route 1) ist ein bedeutendes Zentrum der katalanischen Keramik und besitzt zahlreiche Werkstätten, Industriebetriebe und Geschäfte. Das Kulturzentrum Els Forns hat seinen Sitz in einem alten Keramikofen. Wir befinden uns hier im Herzen des Montseny, einem Naturpark, den die UNESCO zur Reserve der Biosphäre erklärt hat. Auf der Landstraße geht es nun bis nach Arbúcies weiter, wo wir das MontsenyVolkskundemuseum La Gabella besuchen können. Über eine Multivisionswand mit zwölf Projektoren werden wir anhand von Legenden und Überlieferungen in die Beziehung dieses Landschaftsbereichs mit den Menschen eingeführt und erleben in den vierzehn folgenden Sälen die historische Entwicklung der örtlichen Gesellschaft, von den Ureinwohnern des Gebiets bis hin ins Zeitalter der Industrialisierung. Die Einrichtung gilt als ein Paradebeispiel ethnologischer Museografie in Katalonien. Wir kehren nach Hostalric zurück und erreichen dann über die GIV-5121 die Ortschaft Sils. Gleich an der Landstraße stoßen wir dort auf die Automobilsammlung Salvador Claret mit insgesamt 300 in chronologischer Reihenfolge gezeigten Fahrzeugen (Fahrräder, Motorräder, Autos, Fluggerät usw.). Über die C-63 geht es im Anschluss in das große Touristikzentrum Lloret de Mar. An der Strandpromenade des Ortes finden wir das in einem prächtigen Palais im Stil der Kolonialzeit untergebrachte Meeresmuseum Can Garriga, das unter anderem eine wunderschöne Sammlung mit Schiffsmodellen zeigt. Der Küste entlang kommen wir im Weiteren über die GI-682 nach Tossa de Mar (siehe Route 9). Am höchsten Punkt der Vila Vella, dem historischen Kern der Ortschaft, erhebt sich der alte Leuchtturm, der heute als Interpretationszentrum zur Welt der Leuchttürme am Mittelmeer zum Besuch einlädt. Es handelt sich um eine Einrichtung aus jüngster Zeit, die uns unter anderem in die Geschichte und die Architektur der Leuchttürme und das Leben der Leuchtturmwärter einführt und uns den Widerhall vor Augen führt, die diese ganz besondere Welt bei Film und Literatur gefunden hat. Von Tossa de Mar aus geht es zurück nach Girona.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2, 3, 4, 7, 9, 10, 11 und 12.


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Zwischen BURGEN und MAUERN Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Bedingt durch das geschichtliche Werden des Landes entstanden im Gebiet der heutigen Provinz Girona die verschiedensten Verteidigungsanlagen, die uns in unseren Tagen in Gestalt von Burgen und Befestigungsmauern als ein reiches kulturhistorisches Vermächtnis entgegentreten. ART DER ROUTE Linearer Verlauf von Süd nach Nord. LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 300 km. AUSGANGSPUNKT Hostalric, eine Stadt an der Autobahn AP-7 und der Landstraße C-35.

Diese Route führt uns in Ortschaften mit einer großen geschichtlichen Vergangenheit. Wir besuchen alte Burgen und historisch und landschaftlich außerordentlich interessante Ruinen, die oft aus der Zeit stammen, in der das Gebiet der heutigen Provinz noch Grenzland zwischen Arabern und Christen war. Auf unserem Programm stehen aber auch große Festungsanlagen und bestens erhaltene Stadtmauern. Nachdem es sich in den meisten Fällen um Orte mittelalterlichen Ursprungs handelt, wird diese Route optimal durch die der Besichtigung mittelalterlicher Dörfer und Städte gewidmete Route 10 ergänzt. Der Besucher sollte allerdings bedenken, dass es auch in anderen Orten noch zahlreiche Burgen und Mauerreste gibt, die hier der Route und ihrer Bedeutung halber keine Erwähnung finden. Wer das Thema also vertiefen will, sollte sich auf jeden Fall mit den örtlichen Fremdenverkehrsbüros in Verbindung setzen.

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HOSTALRIC

Die unter Denkmalschutz stehende Stadt Hostalric beherbergt nahezu unversehrt eines der bemerkenswertesten Vermächtnisse des katalanischen Mittelalters, ebenso aber auch eine wichtige militärische Festung aus der Neuzeit. Die im 13. Jahrhundert erbaute Torre dels Frares darf als eines der repräsentativsten Bauwerke des Ortes gelten. Sie ist der älteste und mit ihren 33 Metern auch der höchste Turm der Stadt und bietet einen einmaligen Rundblick über das umliegende Stadtgebiet. Das Portal de Barcelona ist eines der Tore der früheren Stadtbefestigung, von der heute noch 600 Meter Mauer und zehn Türme erhalten sind. Sehr zu empfehlen ist ein Bummel längs des historischen Streifenwegs bis hin zur Torre d'Ararà, dem wohl elegantesten Turm der Stadt. Einen Besuch verdienen ferner das Rathaus (ein ehemaliges Männerkloster), die Torre del Convent, in der sich heute ein Ausstellungszentrum befindet, die Höhle El Relliguer und die örtliche Burg. Die Burg von Hostalric kann auf eine lange militärische Geschichte zurückblicken und war unter anderem auch Zeuge des spanischen Unabhängigkeitskriegs. Die Anlage, so wie sie heute zu sehen ist, entspricht zum größten Teil dem im 18. Jahrhundert vorgenommenen Wiederaufbau, obwohl eine am gleichen Ort gelegene Befestigungsanlage bereits im Jahr 1145 urkundlich erwähnt wird. Angeboten werden Führungen, elektronische Besuchsrouten und Besichtigungen im Rahmen des örtlichen StadtschlüsselProgramms. Anlaufstelle ist in allen Fällen das Städtische Fremdenverkehrsbüro. Über die C-35 geht es nun weiter in Richtung Sant Celoni. Nach 8 km stoßen wir auf die Kreuzung mit der GI-552, die uns nach Breda bringt. Wenige Kilometer hinter dem Ort zweigt ein Feldweg ab, der uns zur Burg Montsoriu bringt.

2 MONTSORIU UND ANDERE BURGEN IM VERWALTUNGSBEZIRK SELVA

Beschreibung der Route

la Jonquera

Figueres

Roses

Torroella de Montgrí la Bisbal d'Empordà

Girona

Begur

Burg Montsoriu Calonge Hostalric Tossa de Mar

Castell d'Aro

Montsoriu ist eine der beeindruckendsten mittelalterlichen Burgen Kataloniens. Sie war einst Sitz der zum Hochadel der Krone von Aragonien gehörenden Grafen von Girona-Cabrera. Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Burg Montsoriu vom Chronisten Bernat Desclot als "eine der schönsten und edelsten der Welt" bezeichnet. In architektonischer Hinsicht besteht die Anlage aus drei ummauerten Bereichen, die zwischen dem 10. und dem 15. Jahrhundert entstanden und im Umkreis eine Länge von einem halben Kilometer haben. Derzeit wird die Burg restauriert. Wir folgen der GI-552 bis nach Arbúcies im Herzen des Montseny (siehe Route 8), eines Naturparks, der von der UNESCO zur Reserve der Biosphäre erklärt wurde. Im regionalen Volkskundemuseum La Gabella ist der Burg Montsoriu ein ganzer Ausstellungssaal gewidmet. In der Stadt selbst steht dem Besucher ferner die so genannte Rusiñol-Route zur Verfügung, die – mit entsprechenden Hinweistafeln illustriert – durch die Landschaften führt, von denen sich der katalanische Maler Santiago Rusiñol zwischen 1927 und 1930 inspirieren ließ. Wir bleiben auf der GI-552, bis wir zur C-25 kommen, die uns nach Sant Hilari Sacalm mit der (nur noch als Ruine vorhandenen) Burg Solterra und im Weiteren dann nach Santa Coloma de Farners bringt. Hier stoßen wir auf die Burg Farners aus dem 11. Jahrhundert, die einst im Besitz der Grafen von Barcelona stand. Die Anlage hat einen trapezförmigen Grundriss und besitzt einen großen Rundturm mit einem Durchmesser von mehr als acht und einer Höhe von zwölf Metern. Man erreicht die Burg über eine 4 km lange Piste hinter dem Park Sant Salvador, die durch eine wunderschöne Landschaft führt, weshalb sie vorzugsweise zu Fuß zurückgelegt werden sollte. Fahren wir hierauf weiter in Richtung Anglès, kommen wir bald schon zum Abzweig nach Brunyola, einem kleinen Dorf mit einer Burg gleichen Namens, die bereits im Jahr 1106 schriftlich erwähnt wird. Von den ursprünglich vier Türmen sind heute nur noch drei vorhanden, wobei einer als Glockenturm der Kirche fungiert und außerdem auch noch Platz für das Rathaus bietet. Wir kehren zurück zur C-25 und erreichen nach kurzer Zeit schon Cassà de la Selva. Dort wiederum schlagen wir die C-65 nach Llagostera ein, wo uns ein gut ausgeschilderter Rundgang längs den alten Befestigungsmauern erwartet. Über die GI-681 geht es nun in Richtung Küste, an der wir dem kleinen Städtchen Tossa de Mar einen Besuch abstatten.


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3 TOSSA DE MAR In einem der landschaftlich schönsten Abschnitte der Costa Brava gelegen, von dem ganze 85% des Territoriums naturrechtlich geschützt sind, besitzt Tossa de Mar das einzige Beispiel eines befestigten Altstadtbereichs an der katalanischen Küste, der deshalb bereits 1931 voll unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die mittelalterlichen Mauern des Orts wurden zum internationalen Wahrzeichen der Costa Brava. Die erste schriftliche Erwähnung des castrum von Torsa stammt aus dem Jahr 966, wobei der Ort bis 1784 verwaltungsmäßig vom Kloster Ripoll abhing. Die heute nicht mehr vorhandene Burg (sie stammte aus dem Jahr 1187 und war damals ein Verteidigungselement erster Ordnung) erhob sich auf dem höchsten Punkt der Vila Vella, dort wo sich heute der Leuchtturm befindet. Die Mauern wurden ursprünglich im 12. Jahrhundert angelegt, gehen in ihrer heutigen Ausbildung jedoch weitgehend auf spätere Ausbesserungen speziell aus dem 14. Jahrhundert zurück. Besonders beeindruckend sind die verschiedenen Wachtürme der Befestigungsanlage, so etwa die Torre Joanàs hoch über der Bucht, die Torre de Codolar oder Torre de l'Homenatge, die einen der schönsten Strände Tossas als einstige Zuflucht bedrohter Fischer bewacht, und die Torre de les Hores, die den Zugang zum einstigen Waffenplatz markierte. Im ganz im Zeichen der Kunst stehenden historischen Ortskern der Vila Vella findet der Besucher das städtische Museum, das auf dem Gebiet der modernen Kunst zu den bedeutendsten musealen Einrichtungen der Provinz Girona zählt. Gezeigt werden Werke jener großen Meister der europäischen Avantgarde, die sich in der ersten Hälfte der dreißiger Jahre in Tossa niedergelassen hatten, darunter insbesondere Marc Chagall und André Masson. Einen Besuch verdient ferner das Interpretationszentrum der Welt der Leuchttürme des Mittelmeers (Route 8).

4 CASTELL D'ARO - CALONGE - BEGUR Über unzählige Kurven hin geht es längs der landschaftlich wunderschön gelegenen GI682 bis nach Sant Feliu de Guíxols und Platja d'Aro, und von hier aus dann nach Santa Cristina d'Aro und Castell d'Aro. Die Ursprünge des kleinen Ortes Castell d'Aro gehen auf die mittelalterliche Burg Benedormiens zurück, die zum Schutz des Klosters von Sant Feliu de Guíxols errichtet worden war. Diese zum Kulturgut von nationalem Interesse erklärte Festung erhebt sich auf einem 42 m hohen Hügel, wurde in der Vergangenheit teilweise restauriert und dient heute als Ausstellungszentrum. Wir bleiben auf der C-31 und kommen bald schon in den Nachbarort Calonge, wo uns eine bereits im Jahr 1019 erwähnte Burg mit einem großen Waffenplatz und wuchtigen Türmen und Mauern erwartet. Wir bleiben zunächst auf der C-31, kommen so nach Palamós und Palafrugell und zweigen hier dann über die GI-653 nach Begur ab. Die Ortschaft liegt zu Füßen einer alten Rundburg, die über einen angenehmen Spazierweg zu erreichen ist und prachtvolle Ausblicke auf die verschiedenen Badebuchten des örtlichen Küstenabschnitts bietet. Im weiteren Verlauf unserer Route kommen wir hier nun dicht gedrängt durch eine ganze Reihe kleiner mittelalterlicher Dörfer, die alle einen eingehenderen Besuch verdienen (siehe Routen 8 und 10): Pals, Palau-sator (Stundenturm), Peratallada, Cruïlles, Monells, Corçà, Ullastret ... Weiter geht es dann bis nach La Bisbal d'Empordà.

5 LA BISBAL D'EMPORDÀ Dieses ganz im Zeichen der Keramik stehende kleine Städtchen (siehe Routen 2 und 8) besitzt eine imposante Burg aus dem Jahr 1180, die einst den Bischöfen von Girona als Residenz diente und seit 1972 als Nationales Baudenkmal unter Denkmalschutz steht. Es handelt sich um ein großartiges Beispiel der zivilen Architektur des Mittelalters, obwohl die Anlage im 15., 16. und 17. Jahrhundert wiederholt umgebaut wurde. Die Burg erhebt sich im Herzen des örtlichen Einkaufszentrums, in dem auch noch Teile der früheren Befestigungsmauern zu sehen sind. Im nicht weit entfernten Ortsteil Castell d'Empordà steht eine weitere Burg, die im Jahr 1301 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Wir verlassen den Ort über die C-66 und fahren dann über die C-252 weiter, bis wir auf die C-31 in Richtung Torroella de Montgrí stoßen.

6 TORROELLA DE MONTGRÍ Torroella de Montgrí, das im Jahre 1273 als königliche Stadt geführt wurde, ist von großer historischer Bedeutung. Der Ort besitzt ein wunderschönes mittelalterliches Zentrum mit beeindruckenden Palästen und einer stattlichen Pfarrkirche aus der Zeit der Gotik. König Jakob II. plante den Bau einer Festungsanlage auf dem 309 m hohen Berg Montgrí. Die Burg blieb allerdings unvollendet, sodass heute nur die umlaufenden Mauern und vier Rundtürme besichtigt werden können. Man erreicht die Anlage über einen in etwa eine Stunde in Anspruch nehmenden Fußweg; nach dieser Anstrengung erwartet den Wanderer dann jedoch ein prachtvoller Ausblick auf das umliegende Land und die nahen Medes-Inseln. Wir kehren zurück zur C-31 und erreichen dann Figueres mit seiner Festungsanlage Sant Ferran.

7 FIGUERES. FESTUNGSANLAGE SANT FERRAN Wir stehen hier vor einer der größten Festungsanlagen Europas. Sternförmig als Fünfeck konzipiert, ist die Anlage von zwei parallel zueinander verlaufenden Befestigungswällen umgeben, von denen der äußere einen Umfang von 3100 und der innere von 2100 m hat. Zwischen den beiden Mauern liegt ein breiter Graben und acht Zisternen. Der Waffenplatz hat eine Fläche von 12.000 Quadratmetern. In der Festung waren einst 6000 Mann stationiert, ausgelegt war sie jedoch ursprünglich für die doppelte Mannschaftsstärke. Die Anlage wurde dem allgemeinen Publikum erst 1997 zugänglich gemacht, bietet sich dem Besucher so also in einem sehr guten Erhaltungszustand dar und steht als Kulturgut von nationalem Interesse unter Denkmalschutz. Über die C-260 erreichen wir Castelló d'Empúries, ebenfalls eine mittelalterliche Stadt von großem Interesse (Route 10), und anschließend Roses, wo uns ein Besuch der örtlichen Zitadelle erwartet. Es handelt sich um einen monumentalen Baukomplex, der die verschiedenen Besetzungen der Stadt von ihrer Gründung durch die Griechen bis hin zur Aufgabe der Anlage im 19. Jahrhundert illustriert (siehe Route 11). Die Zitadelle an sich ist eine Festungsanlage aus der Zeit der Renaissance, die während der napoleonischen Besatzung teilweise zerstört wurde. Wir kehren nun nach Figueres zurück, nehmen dort die Autobahn AP-7 oder die Nationalstraße N-II bis nach La Jonquera an der französischen Grenze. Von hier aus sind dann die Burgen Rocabertí und Requesens im Herzen des Naturparks der Albera zu erreichen. Die Burg Requesens wird urkundlich bereits im Jahr 1050 erwähnt. Im 19. Jahrhundert wurde sie durch einen stattlichen, im Stil des Mittelalters gehaltenen Anbau erweitert. Sie ist heute unbewohnt, bietet sich dem Besucher jedoch mit drei Mauern, verschiedenen runden und rechteckigen Türmen und etlichen Höfen und Treppenaufgängen dar.

Bei der Burg Requesens endet die Route.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2, 3, 8, 10, 11 und 12.


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MITTELALTERLICHE ORTE Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Die mehr als tausend Jahre zurückreichende Geschichte und Kultur dessen, was heute die Provinz Girona darstellt, kommt in unvergleichlicher Weise in einer Reihe von Orten mittelalterlichen Ursprungs zum Ausdruck, die durchweg über ein reiches kulturgeschichtliches Erbe verfügen.

Bei einer Geschichte, die wie die hiesige auf dem Miteinander einer ganzen Reihe von kleinen unabhängigen Grafschaften (Empúries, Peralada, Besalú, Girona ...) und Klöstern beruht, tritt uns die Bedeutung des Mittelalters im Umkreis von Girona überall nur allzu deutlich entgegen. Ummauerte Städte, Burgen, romanische und gotische Kirchen, Paläste und sonstige architektonische und kulturelle Elemente stellen dies hinreichend unter Beweis. Die hier beschriebene Route führt den Besucher durch die wichtigsten an diesem historischen Vermächtnis teilhabenden Ortschaften, die sich ihren mittelalterlichen Reiz oft überraschend gut und lebendig erhalten konnten. Andere wiederum haben es bestens verstanden, ihre Vergangenheit harmonisch mit Gegenwart und Zukunft zu verbinden, wodurch es ihnen gelang, einen ganz besonderen, von einem reichen handwerklichen Leben geprägten Charme zu entwickeln. Und andere schließlich veranstalten immer wieder große mittelalterliche Märkte und Ausstellungen. Es sei darauf hingewiesen, dass die hier beschriebene Route ideal mit anderen Routen kombiniert werden kann, und zwar insbesondere mit der Nummer 9 (Burgen und Mauern) und der Nummer 1 (Romanik).

ART DER ROUTE Rundreise, von Süd nach Nord. LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 210 km. 30

AUSGANGSPUNKT Girona.

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GIRONA

Die Stadt Girona kann mit zahlreichen Elementen aus der Zeit des Mittelalters aufwarten, die im Zusammenhang mit der Route 4 eingehend beschrieben werden. Wir verlassen Girona über die C-66 nach Norden hin in Richtung La Bisbal d'Empordà. Bei Bordils biegen wir in die GIV-6701 ein, die uns durch Sant Martí Vell, ein reizendes kleines Dorf mit einer Kirche aus dem Jahr 1433 und einem kuriosen, spitz zulaufenden spätgotischen Glockenturm, das wunderschön gelegene Madremanya und schließlich durch Monells und Cruïlles führt. An der C-66 liegen ferner auch die Ortschaften La Bisbal und Corçà.

2 MONELLS - CRUÏLLES - LA BISBAL - CORÇÀ La Bisbal, Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Baix Empordà und Zentrum der katalanischen Keramik, besitzt eine mitten im Ort gelegene Burg (siehe Route 9), verschiedene Häuser mit Arkaden, eine reizende Plaça Major und die Carrer del Call. Zusammen mit den drei übrigen Ortschaften ergibt sich so ein äußerst reizvoller Streckenabschnitt, der im Zeichen von Steinhäusern, Archivolten und Tür– und Fensterverzierungen steht. Nach Monells und Cruïlles sind es nur 2 km, ebenso wie von Monells nach Corçà. Monells hat einen schönen, von Arkaden gesäumten Hauptplatz. Das wichtigste architektonische Element der drei Ortschaften ist jedoch ohne jeden Zweifel der romanische Turm in Cruïlles. Es handelt sich um den Wartturm der früheren Burg von Cruïlles (11. und 12. Jahrhundert), der eine Höhe von 22,5 m, einen Umfang von 24 m und eine Mauerstärke von 2,39 m hat. Zum mittelalterlichen Vermächtnis von Cruïlles zählen ferner die Kirchen Sant Joan de Salelles und Esperança sowie die Benediktinerabtei Sant Miquel aus dem 9. Jahrhundert im Ortsteil Salelles, von der allerdings nur die romanische Basilika und ein kleiner Teil des Kreuzgangs erhalten geblieben sind.

Beschreibung der Route

Peralada Beuda Hostalets d'en Bas

3 PERATALLADA

Besalú Banyoles Amer Anglès

Castellfollit de la Roca

Figueres

Wir verlassen La Bisbal über die C-66 in Richtung Palafrugell, stoßen jedoch bald schon auf die GI-644, die uns nach Peratallada bringt.

Castelló d'Empúries

Peratallada Corçà

Girona

Monells Cruïlles

Pals

Sant Julià de Boada und Sant Feliu de Boada

Wir befinden uns hier in einem typisch mittelalterlichen befestigten Dorf mit unregelmäßigen Gassen, die von der Mauer her zum zentralen Hauptplatz zusammenlaufen. Der Ort entstand im Schatten einer wehrhaften Burg mit einer eleganten gotischen Fassade und einem prachtvollen Wartturm, der zu den bedeutendsten in ganz Katalonien gehört. Jenseits der Mauern erhebt sich die romanische Pfarrkirche Sant Esteve. Fahren wir auf der Landstraße weiter, erreichen wir bald schon das Dorf Ullastret, das vor allem wegen der nahebei gelegenen iberischen Niederlassung bekannt ist (siehe Route 11).

Ullastret


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4 ULLASTRET - PALAU-SATOR - SANT JULIÀ DE BOADA - SANT FELIU DE BOADA Erneut stoßen wir nun auf vier interessante kleine Ortschaften, die zum Teil nur einen Steinwurf auseinander liegen. Ullastret weist eine typisch mittelalterliche Struktur auf: hohe Befestigungsmauern, zehn Wehrtürme (13. und 14. Jahrhundert), eine gotische Markthalle und die romanische Kirche Sant Pere. Nicht weit entfernt liegt Palau-sator, dessen mittelalterliche Gassen beim früheren Palau de la Torre mit ihrem beeindruckenden Turm aus vorromanischer Zeit zusammenlaufen. Zu sehen sind ferner Reste früherer Befestigungsmauern und Wehrtürme. Zurück auf der GI-651 stoßen wir in Sant Julià de Boada auf eine kleine vorromanische Kirche (10. Jahrhundert), und ein wenig weiter dann, in Sant Feliu de Boada, bietet sich uns eine Wehrkirche aus der Zeit der Gotik dar. Von hier aus ist es nun nicht mehr weit bis nach Pals.

5 PALS Das Örtchen Pals, zu dessen Gemeindegebiet ein zwei Kilometer entfernter Strandabschnitt zählt, ist eine der schönsten mittelalterlichen Ortschaften Kataloniens. Der unter der Bezeichnung Pedró bekannte historische Ortskern liegt auf einer von weitem her sichtbaren kleinen Anhöhe, die einen wunderschönen Ausblick auf das umliegende, einst von Seen überzogene (und tatsächlich auch heute noch für den Reisanbau genutzte) Flachland bietet. Der gesamte historische Bereich steht unter Denkmalschutz und überrascht mit außerordentlich interessanten architektonischen Elementen, darunter Fenster, Bögen, Brunnen usw., die von der Romanik bis ins 18. Jahrhundert reichen. Ganz besonders sehenswert sind Ca la Pruna, ein befestigtes Anwesen (15. und 16. Jahrhundert) gleich am Ortseingang, in dem diverse Ausstellungssäle untergebracht sind, die gotische Pfarrkirche Sant Pere, der Stundenturm als letzter Rest einer früheren Burg und deutlich sichtbarer Orientierungspunkt für den gesamten umliegenden Bezirk, die fast vollständig erhalten gebliebene Befestigungsmauer und sechs Wehrtürme. Am schönsten ist es, wenn man sich das architektonische Erbe des Ortes und die zahlreichen kleinen Handwerksgeschäfte bei einem gemächlichen Bummel durch die verwinkelten alten Gassen erschließt. Über die C-31 erreichen wir Torroella de Montgrí, einen Ort mit regem Handelsverkehr, in dem die Reste alter Türme und mittelalterlicher Stadtmauern zu bewundern sind (Stadttor Santa Caterina, Hexenturm, Arkadenhäuser am großen Hauptplatz, der frühere Königspalast, die gotische Pfarrkirche Sant Genís usw.). Im Sommer findet hier ein weithin bekanntes internationales Musikfestival statt. Verlassen wir Torroella über die C-31 in Richtung Verges, kommen wir bald schon nach Ullà, ein kleines mittelalterliches Dorf mit einer stattlichen Kirche (18. Jahrhundert). Im weiteren Verlauf der Route biegen wir dann über die GI-632 nach Bellcaire d'Empordà ab und stoßen hier auf die Burg aus dem 13. Jahrhundert und die romanische Kirche Sant Joan. Nächste Station ist Albons mit der romanischen Pfarrkirche Sant Cugat, und schließlich bringt uns dann die C-31 wieder in die Nähe von Figueres, wo wir über die C-260 Castelló d'Empúries erreichen.

6 CASTELLÓ D'EMPÚRIES Das mittelalterliche Castelló d'Empúries war Hauptstadt der Grafschaft Empúries und besitzt äußerst interessante Gebäude, darunter etwa das Rathaus, die frühere Llotja de Mar, die Casa Gran, alte Klöster, Reste der einstigen Stadtbefestigung, die Alte Brücke usw. Großes Schmuckstück des Ortes aber ist die gotische Kirche Santa Maria (13. Jahrhundert), die aufgrund ihrer Ausmaße als "Kathedrale des Empordà"

bekannt ist. Der Glockenturm stammt noch aus romanischer Zeit. Wir kehren nach Figueres zurück, umfahren die Stadt im Norden und schlagen dann die C-252 ein, die uns nach Peralada bringt.

7 PERALADA Einst Hauptstadt der Grafschaft Peralada, ging der Ort später in die Hände der Grafen Rocabertí über, die das örtliche Schloss errichteten, das sich uns nach verschiedenen im 19. Jahrhundert vorgenommenen Umbauten auch heute noch darbietet. Derzeit beherbergt das Gebäude ein Spielkasino und ist im Sommer Veranstaltungsort des größten internationalen Musikfestivals Kataloniens. Peralada besitzt einen eindrucksvollen historischen Ortskern, der sicher einen etwas eingehenderen Besuch verdient. Ganz besonders sehenswert der wunderschöne Kreuzgang des früheren Klosters Sant Domènec aus der Romanik (12. und 13. Jahrhundert) mit Säulenkapitellen, die Szenen aus der Bibel darstellen, ferner auch das Karmeliterkloster (14. Jahrhundert) mit Kreuzgang und Kirche aus der Zeit der Gotik, in dem heute das historische Archiv untergebracht ist, sowie die große Bibliothek (über 70.000 Bände) und das Museum des Schlosses. Nun geht es wieder zurück nach Figueres und von dort aus über die N-260 nach Besalú, einen beeindruckenden mittelalterlichen Ort (siehe die Routen 1 und besonders auch 4), dem der Besucher größte Aufmerksamkeit schenken sollte und der dann als Ausgangspunkt für all die verschiedenen mittelalterlichen Ortschaften im Verwaltungsbezirk Garrotxa dienen mag.

8 MITTELALTERLICHE ORTSCHAFTEN IM VERWALTUNGSBEZIRK GARROTXA Unweit von Besalú erreichen wir über die GIV-5234 das kleine romanische Dörfchen Beuda, das sich mit seinen Burgen, alten Bauernhäusern und Klöstern harmonisch in die umliegende Landschaft eingliedert. Ganz besonders interessant die romanische Kirchen Sant Domènec in Palera (11. Jahrhundert) und Sant Feliu de Beuda (12. Jahrhundert), letztere mit einem wertvollen Taufbecken. Nun geht es weiter nach Banyoles (siehe die Routen 1 und 7) und von dort aus über die GI-524 weiter nach Santa Pau im Herzen des Naturparks des Vulkangebiets der Garrotxa. Dieses von einer wunderschönen Landschaft umgebene Dorf mittelalterlichen Ursprungs strukturiert sich um die alte Burg und seinen von Arkaden gesäumten Hauptplatz (13. und 14. Jahrhundert) (siehe Route 7). Im weiteren Verlauf unserer Route kommen wir nach Olot, und von hier aus geht es dann über die C-152 und etwas später über die GIP-5272 nach Els Hostalets d'en Bas der Gemeinde La Vall d'en Bas. Äußerst sehenswert ist hier die unter Denkmalschutz stehende Carrer Teixeda mit ihren schönen Holzbalkonen. Ferner besitzt der Ort auch eine romanische Brücke (siehe Route 7). Nun fahren wir ein Stück zurück und schlagen die Straße nach Sant Feliu de Pallerols, Les Planes d'Hostoles und Amer ein. Die Plaça de la Vila von Amer gilt als der zweitgrößte Arkadenplatz Kataloniens. Alle Arkaden sind hierbei unterschiedlich, ebenso wie die den Platz säumenden Gebäude, die diversen Zeitepochen und Baustilen angehören. Am spektakulärsten jedoch ist der Belag, für den Pflastersteine aus den verschiedensten katalanischen Dörfern und Städten verwendet wurden. Einen Besuch verdient ferner das Benediktinerkloster Santa Maria, das bereits im Jahr 949 urkundlich erwähnt wird und bis 1835 aktiv genutzt wurde. Zu sehen sind die Kirche, Reste des Kreuzgangs und das frühere Haus des Abtes (heute Poliklinik). Im früheren Bahnhof befindet sich als Zwischenstation des Grünen Radlerwegs zwischen Olot, Girona und Sant Feliu de Guíxols eine Informationsstelle. Unsere Route führt uns dann weiter nach Anglès mit einem der schönsten gotischen Viertel Kataloniens. Wirklich einmalig sind in diesem Sinne die Carrer Major und die Carrer d'Avall. Im Umkreis um den Ort findet der Besucher darüber hinaus schöne Bauerngehöfte, darunter etwa Can Biel oder Can Planes (beide aus dem 16. Jahrhundert und entsprechend befestigt), Mas Cuc mit der dazugehörenden Mühle (15. Jahrhundert) sowie Bellveí, Mas Perarnau (12. Jahrhundert) und verschiedene Einsiedlerkapellen. Von Anglès geht es zurück nach Girona, dem Ende unserer Route.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2, 3, 4, 7, 8, 9, 11 und 12.


11 Die WURZELN der VORFAHREN Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Die Route bringt uns mit den wichtigsten archäologischen Fundstätten in der Provinz Girona in Kontakt, die insgesamt genommen ein einmaliges Vermächtnis unserer frühesten Vorfahren darstellen.

Das Gebiet der heutigen Provinz Girona mit ihrem so fruchtbaren Boden war seit undenklichen Zeiten besiedelt, und die vielgestaltigen Zeugnisse der verschiedenen Kulturen und Zivilisationen, die sich hier im Lauf der Geschichte niedergelassen haben, stellen dies klar unter Beweis. In diesem Sinne stoßen wir auf Funde aus der Megalithkultur, vorgeschichtliche Höhlen, iberische Niederlassungen, griechisch-römische Siedlungen usw. Anhand einer Reihe von archäologischen Fundstätten macht uns die Route mit diesen Zivilisationen bekannt und führt uns die Landschaft und die Bräuche vor Augen, die wir von diesen ererbt haben. Höhepunkt der Route sind die griechisch-römischen Ausgrabungen in Empúries, eine der wichtigsten antiken Grabungsstätten in ganz Spanien, hier, wo Griechen und Römer einst zum ersten Mal Fuß fassten auf der Iberischen Halbinsel.

ART DER ROUTE Rundreise, von Süd nach Nord. LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 320 km. AUSGANGSPUNKT Figueres.

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FIGUERES. MEGALITHKULTUR IN DER ALBERA

Wir verlassen Figueres über die Autobahn AP-7 oder die Nationalstraße N-II in Richtung La Jonquera. Über die GI-602 erreichen wir Espolla, wo sich das Informationszentrum für das Naturschutzgebiet der Albera befindet. Hier erkundigen wir uns nach den vor Ort bestehenden Routen der Megalithkultur, denn insgesamt konnten hier bislang 130 einschlägige Elemente identifiziert werden, vor allem Dolmen und Menhire. In stattlicher Zahl vertreten sind in dieser Gegend aber auch Bauwerke aus der Zeit der Romanik (siehe Route 1) sowie Burgen wie etwa die von Requesens (siehe Route 9). Dort, wo die GI-602 ihren Anfang nimmt, beginnt gleich gegenüber auch die GI-502, die uns nach Darnius am Boadella-Stausee bringt. Etwas weiter oben zweigen wir über die GI-500 ab nach Agullana.

2 MEGALITHROUTE SALINES-BASSEGODA

Wir kehren nach Figueres zurück und schlagen dort die C-260 nach Castelló d'Empúries und Roses ein.

Beschreibung der Route

Agullana Albera-Berge Figueres

Roses Sant Martí d'Empúries

Olot Banyoles

Ullastret

Girona Castellfollit de la Roca Tossa de Mar Lloret de Mar

Neben dem Fremdenverkehr ist L'Escala vor allem dem Meer zugewandt und besitzt diesbezüglich unter anderem eine weithin bekannte Tradition bei der Verarbeitung von Sardellen. Vom Ort aus bietet sich Gelegenheit zu einem schönen Spaziergang am Meer entlang bis nach Sant Martí d'Empúries (1,8 km), einem reizenden mittelalterlichen Dorf mit einer Handvoll Häuser und einer Kirche aus dem 10. Jahrhundert. Der Ort ist ausgesprochen idyllisch, hat viel Grün, und durch ein kleines Wäldchen ist man im Nu am Strand. Von hier aus führt uns ein aus Anlass der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona neu angelegter Weg (das olympische Feuer kam damals über das Meer nach Katalonien und ging genau dort an Land, wo dies die Griechen bereits 2500 Jahre vorher getan hatten) über den auch heute noch erkennbaren griechischen Hafen zur archäologischen Fundstätte. Empúries wurde im Jahr 550 v. Chr. gegründet, als hier eine griechische Kolonie, die erste auf der Iberischen Halbinsel, entstand. Um das Jahr 100 v. Chr. begann sich oberhalb der griechischen Stadt die römische Siedlung herauszubilden. Das Museum ist von seinen Ausmaßen her eher bescheiden, dafür werden aber Fundstücke von großem Wert gezeigt und die Bedeutung dieser Niederlassung und deren Beziehungen zu der nahen Niederlassung Ullastret in sehr verständlicher Art und Weise dargelegt. Von L'Escala aus kehren wir zurück auf die GI-623 und folgen ihr bis zur C-31. Auf dieser bleiben wir bis Verges und Parlavà, wo wir dann nach Torroella de Montgrí abbiegen. Auf halber Höhe etwa bringt uns die GI-644 zur iberischen Niederlassung Ullastret.

Salines-Bassegoda Darnius

Wir fahren zurück nach Castelló d'Empúries und nehmen dort die GIV-6216, die uns durch den Naturpark der Aiguamolls de l'Empordà nach Sant Pere Pescador, L'Armentera und über eine Landstraße zweiter Ordnung schließlich nach Viladamat bringt. Von hier aus geht es dann über die GI-623 nach L'Escala.

4 AUSGRABUNGSSTÄTTE EMPÚRIES

Darnius und Agullana sind Ausgangspunkte für den Bereich Salines-Bassegoda. In Agullana finden wir ebenfalls Menhire, Dolmen und eine nicht weit vom Ort entfernte Nekropolis. Beim Kapitel Romanik und Burgen bieten sich Ausflüge zum Heiligtum der Mare de Déu de les Salines sowie zu den Burgen von Cabrera, Albanyà und dem befestigten Dorf Sant Llorenç de la Muga an.

Sant Pau de Segúries

3 ROSES. DIE ZITADELLE In Roses, einem wichtigen Zentrum für Fremdenverkehr und Handel, besichtigen wir die Zitadelle (siehe Route 9), einen monumentalen Baukomplex, der uns die verschiedenen Besatzungen vor Augen führt, die die Stadt in ihrer Vergangenheit hat ertragen müssen. Im Prinzip handelt es sich um eine griechisch-römische Fundstätte. Zu sehen sind das hellenistische Viertel (4. und 3. vorchristliches Jahrhundert), eine große römische Villa, ein mittelalterlicher Friedhof und die Festungsanlage aus der Zeit der Renaissance.

5 ULLASTRET. IBERISCHE NIEDERLASSUNG Diese aus dem 7. vorchristlichen Jahrhundert stammende Niederlassung gibt uns einen Einblick in die Kultur der Iberer. Wir sehen einen ummauerten Bereich mit einer deutlich urbanen Anlage, machen uns mit Bestattungsriten und den von den einstigen Bewohnern ausgeübten Tätigkeiten bekannt und können vor Ort ein kleines archäologisches Museum besuchen. Wir folgen der GI-644 bis fast nach La Bisbal und nehmen dann die C-66, die uns nach Palafrugell bringt. Dort machen wir einen Abstecher zur Badebucht von Llafranc und besuchen den Leuchtturm Sant Sebastià, der auf einer Höhe von 178 m einen fantastischen Ausblick auf das Meer eröffnet. Nicht weit vom Leuchtturm entfernt stoßen wir auf die Reste der kleinen iberischen Niederlassung von Sant Sebastià de la Guarda. Auf dem Rückweg nach Palamós begegnen wir einem Abzweiger zum Strand El Castell, einen noch vollkommen unberührten Küstenabschnitt. Über den alten Streifenweg erreichen wir die Reste einer anderen iberischen Siedlung. Nun geht es der Küste entlang bis nach Platja d'Aro und dann, weiter ins Landesinnere, nach Castell d'Aro (siehe Route 9). Hier stoßen wir auf die Ruinen der früheren römischen Villa El Pla de Palol (1. vorchristliches Jahrhundert). Über eine landschaftlich außergewöhnlich reizvolle Landstraße zweiter Ordnung geht es nun in die Gavarres-Berge. Bei Romanyà de la Selva befindet sich der Dolmen der Cova d'en Daina. Im weiteren Verlauf unserer Route kehren wir dann zur Küste bis nach Tossa de Mar zurück.


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6 TOSSA DE MAR. RÖMISCHE VILLA ELS AMETLLERS

9 BANYOLES. VORGESCHICHTLICHER HÖHLENPARK

Dieser großflächige römische Gebäudekomplex (1. vorchristliches bis 6. nachchristliches Jahrhundert) liegt innerhalb des Gemeindegebiets, gleich gegenüber dem ehemaligen Hospiz Sant Miquel, dem heutigen Kulturhaus. Es handelt sich um ein landwirtschaftliches Anwesen, das sich, anders als alle sonstigen im Küstenbereich liegenden Niederlassungen, vor allem dem Weinbau widmete. Es unterteilt sich in zwei klar voneinander getrennte Bereiche: zum einen der urbane Teil mit der Wohnung der Besitzer und den Repräsentationsräumen, und zum anderen der ausschließlich der landwirtschaftlichen Betätigung vorbehaltene Komplex. Das Vorhandensein einer Therme und das System zur Wiederverwendung des Wassers (was bei landwirtschaftlich genutzten Villen keineswegs die Norm war) sind ein schönes Beispiel dafür, wie gelungen Feldwirtschaft und urbaner Luxus und Bequemlichkeit miteinander kombiniert werden konnten. Im Städtischen Museum sind Fundstücke aus der Villa Els Ametllers ausgestellt, darunter etliche Plastiken aus Carrara-Marmor und das außerordentlich beeindruckende Vitalis-Mosaik.

In unmittelbarer Nähe des Sees von Banyoles stoßen wir auf die Ausgrabungsstätte La Draga aus der Jung– und Altsteinzeit. Nachdem das Gelände früher teilweise überflutet war, konnten sich verschiedene speziell im Zusammenhang mit der Landwirtschaft genutzte Werkzeuge außerordentlich gut erhalten. In Serinyà, etwas außerhalb von Banyoles, kommen wir zum Vorgeschichtlichen Höhlenpark. Diese Höhlen waren von der Altsteinzeit bis in die Metallzeit hinein bewohnt. Zum Besuch der Anlage gehört die Besichtigung verschiedener Höhlen, eine Tonbildschau und ein Rundgang durch einen vor Ort eingerichteten Ausstellungsbereich. Das bei den Ausgrabungen gefundene Material wird den Besuchern im archäologischen Museum gezeigt.

Über die GI-682 geht es nun weiter nach Lloret de Mar. Am Ortseingang stoßen wir auf einen Abzweig, der uns zu einer Urbanisation bringt. Nach ca. 500 m kommen wir zum römischen Grabturm der Torre dels Avellaners mit der benachbarten Nekropolis. Es handelt sich um einen etwa 4 m hohen massiven Turm, der sich nach oben hin prismenartig verjüngt und eine zylindrisch ausgeformte Öffnung besitzt, die für die Asche der Verstorbenen vorgesehen war. Etwa 2 km hinter der Urbanisation erreichen wir auf einer kleinen Anhöhe abermals eine iberische Niederlassung.

7 LLORET DE MAR. IBERISCHE NIEDERLASSUNGEN PUIG CASTELLET UND MONTBARBAT In Lloret de Mar gibt es mehrere Fundstätten, die die Präsenz der iberischen Kultur belegen: Puig Castellet, Montbarbat, Turó Rodó ... Puig Castellet hat eine einmalige Lage, beherrscht es doch das gesamte der Küste vorgelagerte Flachland,ohne dabei vom Meer her sichtbar zu sein. Die Niederlassung war zwischen 250 und 120 v. Chr. bewohnt; der Bereich ist ummauert und besitzt elf rechtwinklig angelegte Wohneinheiten mit einem, zwei oder drei Zimmern. Jedes Haus besaß ferner einen Arbeitsbereich, und im Zentrum der Anlage sind die Reste der gemeinschaftlich genutzten Gebäude zu erkennen. Die Niederlassung Montbarbat (ca. 5700 m2) war vom 4. bis zum 2. vorchristlichen Jahrhundert bewohnt. Man erreicht sie über das Heiligtum Nostra Senyora del Vilar. Von Lloret aus geht es über die C-63 und die Nationalstraße N-II bis zur GI-673, die uns nach Caldes de Malavella bringt.

8 CALDES DE MALAVELLA. RÖMISCHE THERMEN AUF DEM PUIG DE SANT GRAU Diese unter Denkmalschutz stehenden römischen Thermen stammen aus dem 1. nachchristlichen Jahrhundert. Das alte Aquis Voconis und spätere Aquae Calidae lag direkt an der römischen Via Augusta. Von der historisch außerordentlich interessanten Anlage konnten ein großes Wasserbecken, Reste von angrenzenden Baulichkeiten, beachtlich hohe Wände und der fast vollständig erhalten gebliebene Funktionsmechanismus der Thermen gesichert werden. Über die Autobahn AP-7 oder die Nationalstraße N-II fahren wir über Girona und Sarrià de Ter hinaus nach Sant Julià de Ramis und finden dort die iberische Niederlassung Sant Julià (5. bis 1. vorchristliches Jahrhundert), an der derzeit noch gegraben wird und die sicher die bedeutendste Anlage dieser Art im gesamten Gebiet sein wird. Ein Fußweg ist entsprechend ausgezeichnet. Nun geht es über die C-66 nach Banyoles (siehe Route 7).

In Banyoles nehmen wir die GI-524 in Richtung Santa Pau und Olot und kommen durch den Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa (siehe Routen 2, 7 und 8). Vulkanologisch interessierte Besucher kommen hier voll auf ihre Rechnung, speziell auch im Vulkanmuseum von Olot. Über die C-26 erreichen wir Sant Pau de Segúries.

10 RÖMISCHE STRASSE VON CAPSACOSTA Diese von den Römern angelegte Straße verband das Empordà mit dem heutigen Verwaltungsbezirk Ripollès. Auf dem Abschnitt zwischen Sant Pau de Segúries und La Vall de Bianya tritt die von den damaligen Straßenbauern angewandte Technik klar zutage: zwei parallel geführte Reihen aus rechteckigen oder quadratischen Steinblöcken, deren zentraler Zwischenraum mit vor Ort gebrochenen Steinen ausgefüllt wurde. Über die N-260 kehren wir nach Olot zurück und schlagen dann die A-26 in Richtung Sant Jaume de Llierca ein. Hier zweigen wir nach Tortellà und die Brücke von Llierca ab. In diesem Tal gibt es mehrere archäologische Fundstätten; ganz besonders interessant dürfte in dieser Beziehung La Bauma del Serrat del Pont sein, eine restaurierte Anlage, für deren Besuch bei der Brücke von Llierca ein naher Parkplatz eingerichtet wurde. Hierauf geht es über die A-26 nach Besalú (siehe Routen 1, 4, 8 und 10) und schließlich wieder nach Figueres zurück.

11 DER CAMÍ RAL VON VIC NACH OLOT Der historische Camí Ral von Vic nach Olot zieht sich über 44 Kilometer hin und durchquert die Ebene um Olot, den Bezirk des Cabrerès und das Flachland von Vic. Die Route ist praktisch über ihren gesamten Verlauf hin gut beschildert und ausgezeichnet und weist neben stattlichen Bauwerken zum Teil sogar noch die ursprünglich zum Einsatz gebrachte Pflasterung auf. Ganz besonders interessant ist der mittlere Abschnitt bei Les Marrades, der sich als Ergebnis einer beeindruckenden Ingenieursleistung in eine äußerst abrupte Landschaft eingliedert. Geübte Wanderer meistern die Strecke an einem Tag; wer die Sache aber gemächlicher angehen will, der sollte sich für den gesamten Camí Ral besser zwei Tage reservieren. Möglich ist auch, die Wanderung auf den Bereich um Les Marrades zu beschränken; in diesem Fall nimmt man bis Els Hostalets d'en Bas die C-153 und hält sich dann in Richtung Molí de l'Aubert. Dort stellt man den Wagen ab und beginnt die Route hinauf zum Hostal del Grau, wobei gleich zu allem Anfang ein gehöriger Höhenunterschied von 400 Metern zu bewältigen ist. Als Rückweg bietet sich entweder die eingangs eingeschlagene Route oder aber der Weg nach Falgars d'en Bas und der Beschilderung folgend weiter nach Els Hostalets an.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2, 3, 4, 7, 8, 9, 10 und 12.


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Die traditionelle ARCHITEKTUR der

PYRENÄEN

Datenblatt

Kurze Einführung

KULTURELLES INTERESSE Die hier beschriebene Route führt uns in kleine Ortschaften in den Pyrenäen, die sich das Wesen und die Traditionen der typischen Bergdörfer von einst erhalten haben. Daneben besuchen wir auch Orte, die vor allem als Skistationen und Zentren für den Bergsport bekannt sind.

Der Pirineu de Girona ist ein weitläufiges Gebiet, das den gesamten Grenzstreifen im Norden der Provinz einnimmt. Zwischen den höchsten Gipfeln in der Cerdanya und dem Naturpark Cap de Creus erwarten den Besucher überwältigend schöne Landschaftsbereiche und Täler von ganz außerordentlichem Reiz, so etwa die von Camprodon, Ribes und Núria oder der gesamte Verwaltungsbezirk der Cerdanya ... Man stößt hier auf kleine Ortschaften, die sich die ursprüngliche Bergarchitektur der Pyrenäen und viele der einstmals hier so typischen wirtschaftlichen Tätigkeitsbereiche erhalten haben. Daneben gibt es aber auch andere Orte, die durch Skistationen und Bergtourismus eine neue Form des Überlebens gefunden haben. Die Route kann ganz ausgezeichnet mit kleinen Wanderungen kombiniert werden, weshalb man hierfür entsprechend ausgerüstet sein sollte. Die hier beschriebene Variante steht in enger Verbindung mit der Route 1 (Route der Romanik).

ART DER ROUTE Linearer Verlauf. LÄNGE DER HAUPTROUTE ca. 368 km. AUSGANGSPUNKT Figueres. Wir könnten die Route aber gleichermaßen auch in Ripoll oder Puigcerdà beginnen.

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Beschreibung der Route Puigcerdà

Salines-Bassegoda

Camprodon Figueres Sant Llorenç de la Muga Albanyà Ribes de Freser Ripoll Sant Joan de les Abadesses

Girona

FIGUERES - SALINES-BASSEGODA

Wir verlassen Figueres über die Nationalstraße N-II nach Norden hin und biegen dann in die GIP-5107 nach Sant Llorenç de la Muga ab. Es handelt sich um eine kleine befestigte Ortschaft mit einer romanischen Kirche und einer alten Brücke. Von hier aus können wir entweder nach Albanyà weiterfahren, in dessen Gemeindegebiet verschiedene Einsiedlerkapellen, Heiligtümer und Klöster zu finden sind, oder wir erklimmen den 1374 m hohen Puig de Bassegoda. Anschließend geht es dann wieder zurück zur N-II, die wir in Richtung La Jonquera bis zum Abzweig der GI-502 nach Darnius als Ausgangspunkt einer wunderschönen Fußwanderung zum Boadella-Stausee beibehalten. Im weiteren Verlauf der Route kommen wir nach Maçanet de Cabrenys, einen kleinen befestigen Ort, der sich um eine spätromanische Pfarrkirche schart und zu den verschiedensten Wanderungen einlädt, wobei ein Ausflug zum Heiligtum der Mare de Déu de les Salines (über eine Waldpiste 12 km) ganz besonders zu empfehlen wäre. Wir kehren nach Figueres zurück und schlagen hier die N-260 nach Besalú (Routen 1, 4, 8 und 10), Castellfollit de la Roca und Olot ein. Von dieser Landstraße aus bieten sich immer wieder interessante Abstecher in nahe Ortschaften an, so etwa nach Beuda, Oix, Sant Joan les Fonts, Santa Pau usw. (siehe Routen 1, 7 und 10). Von Olot aus kommen wir über die C-26 und im Anschluss dann über die C38 nach Sant Pau de Segúries und Camprodon.


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2 TAL VON CAMPRODON (siehe Route 1) Von Camprodon aus können wir Molló und Beget besuchen, zwei reizvolle Dörfer mit einem prachtvollen baulichen Vermächtnis aus der Romanik, oder wir folgen dem Ter und nehmen die GIV-5264 hinauf bis nach Llanars, Vilallonga de Ter und Setcases. Setcases, das wir bei der Route 1 nicht besucht haben, besitzt eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert mit einem schönen Barockaltar. Daneben darf der Ort auch als gastronomische Hauptstadt der Pyrenäen gelten. Folgen wir der durch eine wunderschöne Landschaft führenden Landstraße, kommen wir schließlich nach Vallter mit der bekannten Skistation Vallter 2000. Wer will, kann hier über den großen Wanderweg GR-11, quer durch Bergwiesen und grüne Almen, einen Ausflug zur TerQuelle bei Ulldeter machen. Wir kehren nach Camprodon zurück und fahren weiter in Richtung Sant Joan de les Abadesses. Die landschaftlich wunderschön gelegene GI-521 bringt uns über den Sentigosa-Pass (1.064 m) nach Vallfogona de Ripollès, einen kleinen umwaldeten Ort, für den man sich ein wenig Zeit nehmen sollte, wartet er doch mit einem ansehnlichen architektonischen Vermächtnis auf: die Burg La Sala mit ihrem siebenstöckigen Wachturm, ein gut erhaltener mittelalterlicher Ortskern, eine ebenfalls aus dem Mittelalter stammende Brücke und eine romanische Kirche. Nach dem Besuch des Ortes geht es weiter über die N-260 bis nach Ripoll.

3 TAL VON RIBES (siehe Routen 1 und 5) In Ripoll biegen wir in die N-152 ein und erreichen Campdevànol, von wo sich ein Abstecher nach Gombrèn (siehe Route 5) anbietet. Setzen wir unseren Weg fort, kommen wir nach Ribes de Freser, das einst eine Burg besaß und mit der wieder aufgebauten Pfarrkirche Santa Maria aufwarten kann, bei der noch drei Apsiden im Stil der lombardischen Romanik erhalten sind. In Ribes de Freser beginnt auch die Strecke der Zahnradbahn hinauf ins Tal von Núria. Von Ribes aus bieten sich drei empfehlenswerte Ausflugsrouten an: a)Wir nehmen die GIV-5263 bis nach Bruguera und folgen dann einem Waldweg, der uns über den Jou-Pass bis nach Ogassa bringt. Von hier aus erreichen wir dann über die GIV-5211 wieder Sant Joan de les Abadesses. Die Route ist von größter landschaftlicher Schönheit. b)Wir nehmen die GIV-5262 bis nach Pardines, einem typischen Pyrenäendorf, das, umringt von hohen Gipfeln, prachtvolle Aussichten bietet. Die mittelalterliche Struktur des Ortes ist noch ganz deutlich zu erkennen. Nicht weit entfernt vom Dorf befindet sich die kleine romanische Kirche Santa Magdalena de Puigsac, von der aus sich ebenfalls ein wundervoller Ausblick auf das Tal von Ribes eröffnet.

c) Wir schlagen die GIV-4011 ein, bei der wir auf 6 km hin einen Höhenunterschied von 230 m bewältigen und in das auf einer Höhe von 1145 m gelegene Campelles kommen. Hier erwarten uns eine Kirche romanischen Ursprungs und eine Thermalanlage. Einen Besuch verdient hier ferner das dem Ort angegliederte Baell, das prachtvolle Ausblicke, eine erquickende Ruhe und viele Möglichkeiten für Ausflüge und Wanderungen bietet. Über die GIV-5217 geht es nun weiter nach Queralbs, ein malerisches Bergdorf mit einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Das Südportal ist eines der schönsten Beispiele für eine in katalanischer Romanik gestaltete Vorhalle. In Queralbs hält auch die Zahnradbahn. Mit dem Auto geht es jetzt nicht mehr weiter. Wer hinauf zum Heiligtum von Núria will, der muss sich entweder auf die Zahnradbahn verlassen oder er nimmt den (im Winter recht beschwerlichen) Fußweg.

4 TAL VON NÚRIA Bei der Fahrt mit der Zahnradbahn eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf die majestätische Landschaft des sich auf einer Höhe von 2000 m im Schatten von bis zu 3000 m aufragenden Gipfeln ausbreitenden Tals von Núria, das angesichts dieser Lage ein idealer Ausgangspunkt für die verschiedensten Bergwanderungen ist. Vall de Núria ist eine kleine, familiäre Skistation. Zu den großen Anziehungspunkten zählt das Heiligtum, in dem die romanische Muttergottesfigur der Mare de Déu de Núria verehrt wird. Zurück in Ribes de Freser nehmen wir die N-152, über die wir nach dem Toses-Pass nach Puigcerdà, der Hauptstadt der Cerdanya kommen. Wir befinden uns hier auf einer Hochgebirgsstraße, bei der im Winter oft Radketten angelegt werden müssen. Zunächst kommen wir durch kleine reizvolle Dörfer, darunter etwa Planoles, Dòrria oder Toses (siehe Route 1), und am Ende der Route stoßen wir dann, kurz vor Puigcerdà, auf die Abzweiger, die zu den Skistationen La Molina und Masella, den großen Winter– und Bergsportzentren dieser Gegend, führen.

5 DIE CERDANYA (siehe Routen 1 und 6) Einige der wichtigsten Ortschaften der Cerdanya (Llívia, Alp, Bellver de Cerdanya) wurden schon im Zusammenhang mit den Routen 1 und 6 beschrieben. Wir schlagen hier vor, die N-260 weiter in Richtung Bellver de Cerdanya und La Seu d'Urgell zu fahren. Nach wenigen Kilometern kommen wir, nach Ger, zur Kreuzung mit der GIV-4031, die uns bis nach Meranges bringt. Meranges ist ein typisches Gebirgsdorf, das sich als idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge zu den Seen von Malniu und zur Langlaufskistation von Guils-Fontanera anbietet. Der Ort besitzt auch ein interessantes Holzschuhmuseum.

Diese Route wird ergänzt durch die Routen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11.


MUSEEN G Costa Brava

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Arbúcies Montseny-Volkskundemuseum La Gabella C/ Major, 6 · Tel. +34 972 860 908 · Fax +34 972 860 983 memga@arbucies.org · www.museuetnologicmontseny.org Banyoles Archäologiemuseum Pl. de la Font, 11 · Tel. +34 972 572 361 · Fax +34 972 575 961 macb@ajbanyoles.org · www.museusdebanyoles.cat Darder-Museum Pl. dels Estudis, 2 · Tel. +34 972 574 467 · Fax +34 972 571 660 museudarder@ajbanyoles.org · www.museusdebanyoles.cat Besalú Museum für Miniaturen und Mikrominiaturen von Besalú Pl. del Prat de Sant Pere, 15 · Tel. +34 972 591 842 info@museuminiaturesbesalu.com · www.museuminiaturesbesalu.com 36 Breda Josep-Aragay-Museum C/ Nou, 2 · Tel. +34 972 870 220 · info@museuaragay.org · www.museuaragay.org Cadaqués Wohnhaus und Museum Salvador Dalí Portlligat · Tel. +34 972 251 015 · Fax +34 972 251 083 pllgrups@fundaciodali.org · www.salvador-dali.org/museus/portlligat/es Kunstmuseum Cadaqués C/ de Narcís Monturiol, 15 · Tel. +34 972 258 877 museucadaques@gmail.com · www.cadaques.org Capmany Zapfhahnmuseum C/ de la Roca, 3 · Tel. +34 972 549 012 · Fax +34 972 549 106 comercial@grupoliveda.com · www.grupoliveda.com Castelló d'Empúries Troubadour-Museum Cúria-Presó Pl. de Jaume I, s/n · Tel. +34 972 156 233 · Fax +34 972 158 063 turisme@castello.cat · www.castello.cat Ökomuseum Farinera C/ de Sant Francesc, 5-7 · Tel. +34 972 250 512 · Fax +34 972 158 149 ecomuseu-farinera@castello.cat · www.castello.cat Pfarrmuseum Castelló d'Empúries Pl. de Mossèn Cinto Verdaguer, s/n · Tel. +34 972 158 019 info@catedraldecastello.com · www.catedraldecastello.com Castell-Platja d'Aro Puppenmuseum C/ de Lluís Companys, 1 · Tel. +34 972 817 179 · Fax +34 972 825 657 turisme@platjadaro.com · www.platjadaro.com Cervià de Ter Museum für moderne Kunst in Raset C/ de Raset de Baix, 29 · Tel. +34 972 496 261 museoraset@gmail.com · www.museo-raset.org Figueres Regionalmuseum des Empordà Rambla, 2 · Tel. +34 972 502 305 · Fax +34 972 510 765 infome@museuemporda.org · www.museuemporda.org Technisches Museum des Empordà C/ dels Fossos, 12 · Tel. +34 972 508 820 · Fax +34 972 510 765 · mte@mte.cat · www.mte.cat Katalanisches Spielzeugmuseum C/ de Sant Pere, 1 (Hotel París) · Tel. +34 972 504 585 · Fax +34 972 676 428 correu@mjc.cat · www.mjc.cat Theater-Museum Dalí Pl. de Gala-Salvador Dalí, 5 · Tel. +34 972 677 500 · Fax +34 972 501 666 tmgrups@fundaciodali.org · www.salvador-dali.org Girona Arabische Bäder C/ de Ferran el Catòlic, s/n · Tel. +34 972 190 797 · banysarabs@girones.cat · www.banysarabs.cat Casa Masó C/de les Ballesteries, 29 · Tel. +34 972 413 989 info@rafaelmaso.org · www.rafaelmaso.org Katalanisches Archäologiemuseum — Girona Pl. de Santa Llúcia · Tel. +34 972 202 632 · Fax +34 972 210 454 macgirona.cultura@gencat.net · www.mac.es Kunstmuseum Girona (MD'A) Pda. de la Catedral, 12 · Tel. +34 972 203 834 · Fax +34 972 227 595 museuart_girona.cultura@gencat.net · www.museuart.com Museum für jüdische Geschichte — Kulturzentrum Bonastruc ça Porta C/ de la Força, 8 · Tel. +34 972 216 761 · Fax +34 972 214 618 callgirona@ajgirona.org · www.girona.cat/call Stadtmuseum Girona C/ de la Força, 27 · Tel. +34 972 222 229 · Fax +34 972 206 989

museuciutat@ajgirona.cat · www.girona.cat/museuciutat Stadtmuseum Girona C/ de la Séquia, 1 · Tel. +34 972 412 777 · Fax +34 972 413 047 info@museudelcinema.cat · www.museudelcinema.org Domschatzmuseum Girona Pl. de la Catedral, s/n · Tel. +34 972 427 189 · Fax +34 972 215 814 visites@catedraldegirona.org · www.catedraldegirona.org L'Escala Motorradmuseum – Sammlung Vicenç Folgado Closa d'en Llop, 9-11 · Tel. +34 972 774 302 · info@motosfolgado.com Katalanisches Archäologiemuseum — Empúries Apt. de correus 21 · C/ de Puig i Cadafalch, s/n · Tel. +34 972 770 208 Fax +34 972 775 975 · macempuries.cultura@gencat.net · www.mac.cat Sardellen und Salzmuseum Av. de Francesc Macià, 1 · Tel. +34 972 776 815 · Fax +34 972 773 268 info@anxova-sal.cat · www.anxova-sal.cat La Bisbal d'Empordà Terracotta-Museum C/ del Sis d'Octubre de 1869, 99 · Tel. +34 972 642 067 · Fax +34 972 646 925 terracottamuseu@labisbal.cat La Jonquera Gedenkstätte und Museum des Exils (MUME) C/ Major, 43-47 · Tel. +34 972 556 533 · Fax +34 972 556 534 info@museuexili.cat · www.museuexili.cat La Pera (Púbol) Wohnhaus und Museum Schloss Gala Dalí Pl. de Gala Dalí · pbgrups@fundaciodali.org · www.salvador-dali.org/museus/pubol Llagostera Wohnhaus und Museum Emili Vilà C/ de Sant Pere, 25-27 · Tel. +34 972 830 253 · www.museuvila.com Llançà Aquarellmuseum — J. Martínez Lozano - Kulturhaus Pl. Major · Tel. +34 972 121 470 · Fax +34 607 462 600 · mda@mda.cat · www.mda.cat Lloret de Mar Meeresmuseum - Can Garriga Pg. de Camprodon i Arrieta, 1-2 · Tel +34 972 364 735 lloret-turisme@lloret.org · www.lloretdemar.org Palafrugell Korkmuseum von Palafrugell C/ de Pi i Margall, 26-28 · Tel. +34 972 307 825 · Fax +34 972 302 310 info@museudelsuro.cat · www.museudelsuro.cat Stiftung Josep Pla C/ Nou, 51 · Tel. +34 972 305 577 info@fundaciojoseppla.cat · www.fundaciojoseppla.cat Palamós Fischereimuseum Moll Pesquer, s/n · Tel. +34 972 600 424 · Fax +34 972 316 686 museudelapesca@palamos.cat · www.museudelapesca.org Palau-sator Landmuseum C/ d’Extramurs, 1 · Tel. +34 972 634 125 · Fax +34 972 635 013 museu@maspou.com · www.maspou.com Pals Museum für Unterwasserarchäologie - Ca la Pruna C/ de la Creu, 7 (Casa de Cultura) · Tel. +34 972 636 833 · Fax +34 972 636 951 cultura@pals.es · www.pals.es Peralada Schlossmuseum Peralada Pl. del Carme, s/n · Tel. +34 972 538 125 infomuseo@castilloperalada.com · www.museucastellperalada.com Roses Museum der Zitadelle Av. de Rhode, s/n · Tel. +34 972 151 466 · Fax +34 972 458 290 info@patrimonideroses.cat · www.patrimonideroses.cat Salt Wassermuseum C/ de Sant Antoni, 1 - Edifici Factoria Cultural Coma Cros Tel. +34 972 402 148 · Fax +34 972 402 148 · museu@salt.cat · www.viladesalt.cat Sant Feliu de Guíxols Stadtgeschichtliches Museum Pl. del Monestir, s/n · Tel. +34 972 821 575 · Fax +34 972 821 574 museuhistoria@guixols.net · www.guixols.cat/museu Museum zur Geschichte des Spielzeugs Rbla. Vidal, 48-50 · Tel. +34 972 822 249 · Fax +34 972 322 106 botiga@museudelajoguina.cat · www.museudelajoguina.cat Museum für Seerettung Pda. de Guíxols, s/n (turó del Fortim) · Tel. +34 972 820 167 · Fax +34 972 821 574 museuhistoria@guixols.cat · www.guixols.cat


Sant Hilari Sacalm Guilleries-Museum Pl. del Doctor Robert, s/n (edifici La Cooperativa) · Tel. +34 972 869 447 museuguilleries@santhilari.cat · www.santhilari.cat

Llívia Städtisches Museum Llívia C/ dels Forns, 10 · Tel. +34 972 896 313 patronat@llivia.org · www.llivia.com

Santa Coloma de Farners Trias-Keks-Museum Ctra. de Sils, 36 · Tel. +34 972 841 213 · Fax +34 972 842 414 trias@triasbiscuits.com · www.triasbiscuits.com

Meranges Holzschuhmuseum Pl. Major, 3 · Tel. +34 972 880 054 · Fax +34 972 880 054 meranges@meranges.cat

Santa Cristina d'Aro Großes Zaubermuseum Casa Màgica – Sammlung Xevi Av. de l'Església, 1 · Tel. +34 972 837 209 · Fax +34 972 837 209 casamagica@xevi-ilusionista.com · www.xevi-ilusionista.com

Olot Volkskundemuseum Can Trincheria C/ de Sant Esteve, 29 · Tel. +34 972 271 166 museucomarcal@olot.cat · www.olot.cat/cultura Regionalmuseum der Garrotxa C/ de l'Hospici, 8 · Tel. +34 972 271 166 · Fax +34 972 273 070 museucomarcal@olot.cat · www.olot.cat/cultura Heiligenmuseum C/ de Joaquim Vayreda, 9 · Tel. +34 972 266 791 museusants@olot.cat · www.museusants.cat Vulkanmuseum Ctra. de Santa Coloma, 43 · Tel. +34 972 266 762 · Fax +34 972 270 455 museuvolcans@olot.cat · www.olot.cat/cultura Pfarrmuseum Olot Casa Rectoral · Tel. +34 972 260 474

Sils Automobilsammlung Salvador Claret Ctra. N-II, km 698 · Tel. +34 972 853 036 · Fax +34 972 853 786 casc@museuautomobilsclaret.com · www.museuautomobilsclaret.com Torroella de Montgrí Mittelmeermuseum Can Quintana C/ d'Ullà, 27-31 · Tel. +34 972 755 180 · Fax +34 972 755 182 info@museudelamediterrania.cat · www.museudelamediterrania.cat Gemäldemuseum Palau Solterra C/ de l'Església, 10 · Tel. +34 972 761 976 · Fax +34 972 760 607 ncosta@fundacionvilacasas.cat · www.fundacionvilacasas.cat Tossa de Mar Interpretationszentrum zur Welt der Leuchttürme am Mittelmeer Pl. del Far, s/n · Tel. +34 972 343 359 www.tossademar.cat/esfardetossa Volkskundemuseum Can Ganga C/ del Codolar, 4 · Tel. +34 972 343 359 www.tossademar.cat/canganga Städtisches Museum Tossa de Mar (Bilder von Chagall) Pl. de Roig i Soler, 1 (Vila Vella) · Tel. +34 972 340 709 · Fax +34 972 341 834 museu@tossademar.org · www.tossademar.cat/museu Ullastret Katalanisches Archäologiemuseum — Ullastret Puig de Sant Andreu, s/n · Tel. +34 972 179 058 macullastret.cultura@gencat.cat · www.mac.es

Ripoll Schmiedemuseum La Farga Palau Pg. de la Farga Catalana, 14-16 · Tel. +34 972 714 142 · Fax +34 972 702 351 turismeripoll@ajripoll.com · www.ajripoll.com Volkskundemuseum Ripoll Pl. de l'Abat Oliba, s/n · Tel. +34 972 703 144 museuderipoll@museuderipoll.com · www.museuderipoll.org Sant Joan de les Abadesses Klostermuseum Sant Joan de les Abadesses Pl. de l'Abadia · Tel. +34 972 722 353 turisme@santjoandelesabadesses.com · www.santjoandelesabadesses.com Toses Schäfereimuseum Cal Pastor - C/ del Camí del Pelós, 2 · Tel. +34 972 736 163 ajuntament@toses.cat · www.toses.cat

Skulpturenparks

G Pirineu de Girona

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Calella de Palafrugell Parkanlage Jardins de Cap Roig Paratge de Cap Roig, s/n · Tel. +34 972 614 582 info@caproig.cat · www.obrasocial.lacaixa.es

Das Volkskundemuseum Das Pg. de Rossend Arús, 3 - Ajuntament · Tel. +34 972 890 220 · Fax +34 972 890 836 das@das.cat · www.ddgi.es/das

Cassà de la Selva Parc Art (Sammlung zeitgenössischer Kunst) Veïnat de Matamala · Tel. +34 972 463 081 parcart@parcart.net · www.parcart.net

Gombrèn Museum des Grafen Arnau C/ del Carbasser, 3 · Tel. +34 972 730 300 · Fax +34 972 712 224 ajuntament@gombren.cat · www.gombren.cat

Porqueres Wald von Can Ginebreda Ctra. de Mieres, km 25 · Tel. +34 972 582 538 info@canginebreda.com · www.canginebreda.com

FESTE VON NATIONALEM INTERESSE DATUM

VERANSTALTUNG

ORT

Gründonnerstag Karfreitag Ostermontag Pfingstsamstag, -sonntag und -montag Sonntag vor Fronleichnam 8. September Dezember

Totentanz Lebendiger Leidensweg Christi Plantada de l'Arbre del Maig und Ball del Cornut Ball dels Cavallets Les Enramades Tura-Fest Krippenspiele und lebendige Weihnachtskrippen

Verges Sant Hilari Sacalm Cornellà del Terri Sant Feliu de Pallerols Arbúcies Olot Überall

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ALLGEMEINE Empfehlungen Die zwölf in dieser Broschüre vorgestellten kulturellen Routen wollen nicht als ein erschöpfender Urlaubsführer, sondern vielmehr als der Ausgangspunkt für die Entdeckung eines überreichen kulturellen Erbes verstanden werden, so wie es sich den Besuchern der Provinz Girona darbietet. In diesem Sinne sei kurz auf die folgenden Aspekte verwiesen:

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• Die Routen sind für Ausflüge mit dem Auto gedacht. Verläuft der Weg ab und zu einmal über eine Waldpiste, so ist diese stets voll für Pkws geeignet. Davon abgesehen ist immer auch an Alternativrouten für reine Asphaltfahrten gedacht. Um einen umfassenden Genuss der bei den einzelnen Routen durchquerten Gebiete zu gewährleisten, wird außerdem oft auf parallel verlaufende oder zusätzlich vorzusehende Rad und Wanderwege verwiesen. • Im Allgemeinen darf der Zustand der hiesigen Landstraßen durchaus als gut bezeichnet werden; selbst auf kleineren Nebenstraßen oder lokalen Verbindungswegen ist deshalb kaum mit Schwierigkeiten zu rechnen. Allerdings kann es in den Pyrenäen den Winter über bisweilen zu Glatteis oder Schnee auf den Straßen kommen; hierauf sollte man vorbereitet sein. • Unsere Broschüre gibt Ihnen genügend Anhaltspunkte, damit Sie sich bei den Routen ohne Weiteres zurechtfinden können. Sie halten hier aber kein Roadbook in den Händen, weshalb stets auch eine gute Karte der Gegend mitgeführt werden sollte. • Die Routen wurden im Sinne einer thematischen Verknüpfung zusammengestellt. Viele Ortschaften sind jedoch in mehr als nur einer Hinsicht von Interesse, weshalb am Ende der einzelnen Beschreibungen auch Hinweise auf andere Routen gegeben werden, die diesbezüglich ebenso in Frage kommen könnten. • Manche Routen haben einen ziemlich langen Streckenverlauf und sollen deshalb einfach nur als eine Art Leitlinie für eine auf mehrere Tage zu verteilende Entdeckung der bestehenden Möglichkeiten und zur Erschließung der beschriebenen Landstriche verstanden werden. • Dank der strukturellen Gliederung der einzelnen Routen, bei der Schwerpunkte und wichtige Ortschaften besonders herausgestellt werden, können die Fahrten ganz individuell der jeweiligen Interessenlage angepasst werden: Man kann sie von Anfang bis Ende abfahren, sich auf bestimmte Teilstrecken beschränken, einen anderen, dem jeweiligen Aufenthaltsort näher gelegenen Ausgangspunkt wählen, je nach persönlichen Vorlieben eigene Initiativen hinzufügen, die Routen mit anderen Aktivitäten kombinieren usw.


• Alle Routen führen durch Ortschaften mit einem angemessenen Unterkunftsangebot. In diesem Sinne bieten sich dem Besucher keine Schwierigkeiten. In der Hauptsaison sollte man sich jedoch eine gewisse Planung des Routenverlaufs zurechtlegen und Übernachtungen zumindest in den touristischen Hochburgen des Landes im Voraus reservieren. • Zu den einzelnen Routen machen wir zwar Kilometerangaben, legen aber keine Zeitvorgaben fest: Jeder soll die Fahrt seinen eigenen Interessen und Vorlieben anpassen und ganz nach Gutdünken bummeln, das eine oder andere Museum besuchen, sich Zeit lassen für all die kleinen Dinge, die am Weg liegen. Es geht hier nicht um eine kulturelle Rallye; vielmehr soll der Besucher einen Einblick in das Gebiet als solches, die Gastronomie, die Landschaft, das geschäftliche Leben, die verschiedenen Aktivitäten gewinnen ... sich mit der mediterranen Art und Weise, Zeit und Leben zu genießen, vertraut machen. • Zu berücksichtigen gilt es ferner all die besonderen Optionen, die die volkstümliche Kultur für besondere Tage (Weihnachten, Ostern, Patronatsfeste, mittelalterliche Festtage usw.) bereithält. Gleiches gilt beispielsweise auch für die Gastronomie, bei der man das ganze Jahr über immer wieder auf Tage trifft, die im Zeichen lokaler Leckerbissen stehen. All diese zusätzlichen Reize machen den Besuch eines Gebiets, einer Ortschaft noch weit attraktiver. • In vielen Ortschaften finden den Sommer über die verschiedensten Musikfestivals statt. Den Tag mit dem Besuch eines Konzerts an einem historisch oder architektonisch interessanten Ort zum Abschluss zu bringen, ist ein Erlebnis ganz besonderer Art. • Aus all diesen Gründen raten wir unseren Besuchern, immer wieder Kontakt zu den lokalen und regionalen Fremdenverkehrsbüros bzw. den Außenstellen von Turisme de Catalunya aufzunehmen. Hier findet man die beste und umfassendste Auskunft zu den einzelnen Ortschaften und den dort jeweils auf dem Programm stehenden kulturellen und freizeitspezifischen Veranstaltungen, denn bei unseren Beschreibungen mussten wir uns ja aus Platzgründen immer nur auf das Wesentliche und Allerwichtigste beschränken. • Auch wer mehr über den kulturellen Hintergrund der jeweils besuchten Gegend wissen will, erhält in den erwähnten Fremdenverkehrsbüros die gesuchte Auskunft.

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FREMDENVERKEHRSBÜROS

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G

Costa Brava

Arbúcies: C/ Major, 6 Tel. +34 972 162 477 · Fax +34 972 860 983 www.arbucies.cat/turisme E-mail: ofturisme@ajarbucies.cat Banyoles: Pg. Darder – Pesquera, 10 Tel. +34 972 583 470 · Fax. +34 972 574 917 www.banyoles.cat/turisme E-mail: turisme@ajbanyoles.org Begur: Av. Onze de Setembre, 5 Tel. +34 972 624 520 · Fax +34 972 624 578 www.visitbegur.com E-mail: turisme@begur.cat 4040 Blanes: Pg. de Catalunya, 2 Tel. +34 972 330 348 · Fax +34 972 334 686 www.visitblanes.net E-mail: turisme@blanes.cat Pl. Catalunya, s/n Tel. +34 972 330 348 www.visitblanes.net E-mail: turisme@blanes.cat Breda: C/ Santa Victòria, 1 Tel. +34 972 871 530 www.breda.cat E-mail: elsforns@breda.cat Cadaqués: C/ des Cotxe, 2A Tel. +34 972 258 315 www.visitcadaques.org E-mail: turisme@cadaques.cat Caldes de Malavella: C/ Vall-llobera, s/n Tel. +34 972 480 103 www.caldesdemalavella.cat/turisme E-mail: turisme@caldesdemalavella.cat Calella de Palafrugell: C/ de les Voltes, 4 Tel. +34 972 614 475 www.visitpalafrugell.cat E-mail: turisme@palafrugell.cat Calonge: Pl. Major, s/n Tel. +34 972 609 445 ww.calonge-santantoni.com E-mail: turisme@calonge.cat Castelló d’Empúries: Pl. Jaume I, s/n Tel. +34 972 156 233 www.castello.cat E-mail: turisme@castello.cat Colera: C/ Labrun, 34 Tel. +34 972 389 050 · Fax +34 972 389 283 www.colera.cat E-mail: ajuntament@colera.cat

El Port de la Selva: C/ Illa, 13 Tel. +34 972 387 122 · Fax +34 972 387 413 www.elportdelaselva.cat E-mail: turisme@elportdelaselva.cat Empuriabrava Pompeu Fabra, s/n (Centre Cívic) Tel. +34 972 450 802 · Fax +34 972 450 600 www.empuriabrava.cat E-mail: turisme@empuriabrava.cat Figueres: Pl. del Sol, s/n Tel. +34 972 503 155 · Fax +34 972 673 166 www.figueres.cat E-mail: turisme@figueres.org Girona: Av.Joan Maragall, 1 Tel. +34 872 975 975 www.gencat.cat/generalitatgirona E-mail: ot.girona@gencat.cat Punt de Benvinguda C/ Berenguer Carnicer, 3-5 Tel. +34 972 21 1 678 · Fax +34 972 221 135 www.puntdebenvinguda.com E-mail: pbturisme@ajgirona.org Rambla de la Llibertat, 1 Tel. +34 972 226 575 www.girona.cat/turisme E-mail: turisme@ajgirona.cat Hostalric: C/ Raval, 45 Tel. +34 972 864 565 · Fax +34 902 196 446 www.hostalric.cat · E-mail: turisme@hostalric.cat L’Escala: Pl. de les Escoles, 1 Tel. +34 972 770 603 · Fax +34 972 773 385 www.visitlescala.com ·E-mail: turisme@lescala.cat L’Estartit: Pg. Marítim, s/n Tel. +34 972 751 910 www.visitestartit.com · E-mail: info@visitestartit.com La Bisbal d’Empordà: Edifici Torre Maria - C. de l’Aigüeta, 17 Tel. +34 972 645 500 www.visitlabisbal.cat E-mail: turisme@labisbal.cat Castell Palau - Pl. del Castell, s/n Tel. +34 972 645 166 www.visitlabisbal.cat E-mail: turisme@labisbal.cat Llafranc: Pg. de Cípsela, s/n Tel. +34 972 305 008 · Fax +34 972 611 261 www.visitpalafrugell.cat E-mail: turisme@palafrugell.net Llagostera: Pg. Romeu s/n · Estació del carrilet Tel. +34 972 832 322 · Fax +34 972 805 468 www.llagostera.cat · E-mail: turisme@llagostera.cat

Llançà: C/ Camprodon, 16-18 Tel. +34 972 380 855 · Fax +34 972 121 931 www.llanca.cat · E-mail: turisme@llanca.cat Lloret de Mar: Av. de les Alegries, 3 Tel. +34 972 365 788 · Fax +34 972 367 750 www.lloretdemar.org E-mail: central-turisme@lloret.org Pg. Camprodon i Arrieta, 1-2 (Museu del Mar) Tel. +34 972 364 735 · Fax +34 972 360 540 www.lloretdemar.org · E-mail: lloret-turisme@lloret.org Maçanet de Cabrenys: Aparcament del Pont, s/n Tel. +34 972 544 297 · Fax +34 972 544 108 www.massanet.org · E-mail: turisme@massanet.org Mont-ras: Pl. de l’Ajuntament, 1 Tel. +34 972 301 974 · Fax +34 972 301 956 www.mont-ras.cat · E-mail: ajuntament@mont-ras.cat Palafrugell: C/ Carrilet, 2 Tel. +34 972 300 228 · Fax +34 972 611 261 www.visitpalafrugell.cat E-mail: turisme@palafrugell.net Palamós: Pg. del Mar, s/n Tel. +34 972 600 550 www.visitpalamos.cat E-mail: oficinadeturisme@palamos.cat Pals: Pl. Major, 7 Tel. +34 972 637 380 · Fax +34 972 637 326 www.pals.cat · E-mail: info@pals.cat C/ Aniceta Figueres, 6 Tel. +34 972 667 857 · Fax +34 972 637 818 www.pals.cat · E-mail: info@pals.cat Peralada: Pl. Peixateria, 6 Tel. +34 972 538 840 · Fax +34 972 538 327 www.peralada.org · E-mail: promocio@peralada.org Peratallada (Forallac): C/ Unió, 3 Tel. +34 972 645 522 · Fax +34 972 645 524 www.forallac.cat · E-mail: turisme@forallac.cat Platja d’Aro: C/del Mn. Cinto Verdaguer, 4 Tel. +34 972 817 179 · Fax +34 972 825 657 www.platjadaro.com E-mail: turisme@platjadaro.com Portbou: Pg. Lluís Companys Tel. +34 972 125 161 · Fax +34 972 125 123 www.portbou.cat E-mail: turisme@portbou.cat Roses: Av. de Rhode, 77-79 Tel. +34 972 257 331 · Fax +34 972 151 150 www.roses.cat · E-mail: turisme@roses.cat

Sant Antoni de Calonge: Av. Catalunya, 26 Tel. +34 972 661 714 · Fax +34 972 661 080 ww.calonge-santantoni.com E-mail: turisme@calonge.cat Sant Feliu de Guíxols: Pl. Del Mar, 8 - 12 Tel. +34 972 820 051 · Fax +34 972 820 119 www.guixols.cat E-mail: turisme@guixols.cat Sant Hilari Sacalm: Pl. del Doctor Robert, s/n Tel. +34 972 869 686 · Fax +34 972 869 677 www.santhilari.cat E-mail: oficinaturisme@santhilari.cat Sant Llorenç de la Muga: C/ Esglesia, 2 Tel. und fax +34 972 569 140 www.santllorençdelamuga.cat E-mail: ajuntament@santllorencdelamuga.cat Sant Pere Pescador: Ctra. De la Platja , s/n Tel. +34 972 520 535 · Fax +34 972 550 323 www.santpere.cat E-mail: oficinaturisme@santpere.cat Santa Cristina d’Aro: C/ Pl. Catalunya, 1 Tel. +34 972 837 010 www.santacristina.net E-mail: turisme@santacristina.net Tamariu: C/ de la Riera, s/n Tel. +34 972 620 193 · Fax +34 972 611 261 www.visitpalafrugell.cat E-mail: turisme@palafrugell.net Torroella de Montgrí: Museu de la Mediterrània Can Quintana. C/ d’Ullà, 31 Tel. +34 972 755 180 · Fax +34 972 755 182 www.museudelamediterrania.cat E-mail: info@museudelamediterrania.cat Tossa de Mar: Av. Pelegrí, 25, Ed. La Nau Tel. +34 972 340 108 · Fax +34 972 340 712 www.infotossa.com E-mail: info@infotossa.com Verges: C/ de la Placeta, 1 Tel. +34 972 780 974 http://webspobles.ddgi.cat/sites/verges E-mail: turisme@verges.cat Vilobí d’Onyar: Flughafen Girona-Costa Brava Tel. +34 972 942 955 E-mail: ot.aeroportgirona@gencat.cat


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G

Costa Brava

Alp: Av. Tossa d’Alp, 6 Tel. und Fax +34 972 890 385 www.alpturisme.cat E-mail: turisme@alp2500.cat Besalú: Pl. Llibertat, 1 Tel. +34 972 591 240 · Fax +34 972 591 150 www.besalu.cat · E-mail: turisme@besalu.cat Camprodon: Pl. d’Espanya, 1 Tel. +34 972 740 010 · Fax +34 972 130 324 www.camprodon.cat E-mail: turisme@camprodon.cat La Vall d’en Bas (els Hostalets d’en Bas): C/ Teixeda, 12 Tel. +34 972 692 177 · Fax +34 972 690 326 www.vallbas.cat E-mail: turisme@vallbas.cat La Vall de Camprodon (Camprodon): Ctra. C-38, km 9,6 Tel. +34 972 740 936 · Fax +34 972 130 359 www.valldecamprodon.org E-mail: turisme@valldecamprodon.org

La Vall de Núria Bergstation Vall de Núria Tel. +34 972 732 020 www.valldenuria.cat E-mail: valldenuria@valldenuria.cat La Vall de Ribes (Ribes de Freser) Pl. de l’Ajuntament, 3, baixos Tel. +34 972 727 728 www.vallderibes.cat · E-mail: turisme@vallderibes.cat Les Planes d'Hostoles: Pg. de l'Estació, 2 Tel. +34 972 448 026 · Fax +34 972 448 593 www.lesplanes.cat · E-mail: turisme@lesplanes.cat Les Preses: Antiga Estació, s/n Tel. +34 972 692 023 · Fax +34 972 692 020 www.lespreses.cat · E-mail: otlespreses@gmail.com Llívia: C/ dels Forns, 10 · Tel. und fax +34 972 896 313 www.llivia.org · E-mail: patronat@llivia.org Olot: C/ de l’Hospici, 8 Tel. +34 972 260 141 · Fax +34 972 271 900 www.turismeolot.cat · E-mail: turisme@olot.cat

Centre d’informació Casal dels Volcans Av. Santa Coloma, s/n Tel. +34 972 268 112 · Fax +34 972 270 455 www.gencat.cat/parcs/garrotxa E-mail: pnzvg@gencat.cat Puigcerdà: C/ Querol, 1 Tel. +34 972 880 542 · Fax +34 972 141 522 www.puigcerda.cat · E-mail: info@puigcerda.cat Ripoll: Pl. Abat Oliba, s/n Tel. und fax +34 972 702 351 www.ripoll.cat/turisme E-mail: turismeripoll@ajripoll.com Sant Feliu de Pallerols: Ctra. d’Olot, 43 (Antiga Estació) Tel. +34 972 444 474 · Fax +34 972 444 422 www.santfeliudepallerols.cat E-mail: turisme@santfeliudepallerols.cat Sant Joan de les Abadesses: Pl. de l’Abadia, 9 Tel. +34 972 720 599 · Fax +34 972 720 650 www.santjoandelesabadesses.cat E-mail: turisme@santjoandelesabadesses.com

Sant Joan les Fonts: C/ Juvinyà, s/n Tel. +34 972 290 507· Fax +34 972 291 289 www.santjoanlesfonts.cat E-mail: turismesantjoan@hotmail.com Santa Pau: Can Vayreda, Pl. Major, 1 Tel. und fax +34 972 680 349 www.santapau.com E-mail: turisme@santapau.cat Setcases: C/ del Rec, 5 Tel. +34 972 136 089 · Fax +34 972 136 037 www.setcases.cat E-mail: info@setcases.cat Vallter 2000 Pla de Morens, s/n Tel. +34 972 139 057 www.vallter2000.com E-mail: comercial@vallter2000.com Vallfogona de Ripollès: C/ Puig Estela, 9 Tel. +34 972 701 909 · Fax +34 972 700 512 www.ddgi.es/vallfogona · E-mail: vallfogona@ddgi.es

Regionales Fremdenverkehrspatronat der Cerdanya: Kreuzung der N-152 mit der N-260 17520 Puigcerdà Tel. +34 972 140 665 · Fax +34 972 140 592 www.cerdanya.org E-mail: info@cerdanya.org

Turisme Garrotxa: Av. Onze de Setembre, 22, 2a planta 17800 Olot Tel. +34 972 271 600 · Fax +34 972 271 666 www.turismegarrotxa.com E-mail: info@turismegarrotxa.com

Regionale Auskunftsbüros Costa Brava Centre de visitants del Gironès: Av. de França, 221 · 17840 Sarrià de Ter Tel. +34 972 011 669 www.turismegirones.cat E-mail: centredevisitants@girones.cat Bezirksrat Alt Empordà: C/ Nou, 48 · 17600 Figueres Tel. +34 972 514 431 · Fax. +34 972 505 681 www.empordaturisme.com E-mail: turisme@altemporda.org Bezirksrat Selva: Pg. de Sant Salvador, 25-27 17430 Santa Coloma de Farners Tel. +34 972 841 702 · Fax +34 972 840 804 www.selvaturisme.cat E-mail: info@selvaturisme.cat

Pirineu de Girona Consorsi Ripollès Desenvolupament: Polígono Industrial dels Pintors C/ Joan Miró, 2-4 · 17500 Ripoll Tel. +34 972 704 499 · Fax +34 972 704 530 www.elripolles.com E-mail: consorci@ripollesdesenvolupament.com

CERDANYA RIPOLLÈS

ALT EMPORDÀ

GARROTXA PLA DE L’ESTANY

Bezirksrat Baix Empordà: C/ dels Tarongers, 12 ·17100 La Bisbal d’Empordà Tel. +34 972 642 310 www.visitemporda.com E-mail: turisme@baixemporda.cat Bezirksrat Pla de l’Estany: C/ Catalunya, 48 · 17820 Banyoles Tel. +34 972 573 550 - Fax +34 972 575 012 www.plaestany.cat/turisme E-mail: turisme@plaestany.cat

GIRONÈS BAIX EMPORDÀ

SELVA

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Coborriu de Viliella la Llosa Arànser

Talltendre Ordèn Cortàs

Lles

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Prullans Bellver de Isòvol Cerdanya N-260

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PUIGCERDÀ Bolvir

el Segre

Fontanals de Cerdanya

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N AT U R PA R K CADÍ-MOIXERÓ

Estana

Cerdanya Túnel E-9 del Cadí

Masella

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3

C-16

Setcases

Queralbs

3

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Planès

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Planoles

Sant Joan de les Abadesses

N-260

Campdevànol

Olot

Túnel de Collabós

Vallfogona de Ripollès

Castel l’Hostalnou de la R de Bianya Sant Joan les Fonts Riudaura OLOT

La Pinya

C-26

Sant Privat d’en Bas

les Llosses

GIRONA Vic

la Vall de Bianya

Ripoll - St.Joan de les Abadesses Ogassa - Olot

C-17

Banyoles

N-153a

N-260

r el Te Ruta del Ferro i del Carbó N-260a

Figueres

Oix

Sant Pau de Segúries

Ogassa

RIPOLL

Ripoll

13

Bruguera

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Campdevànol - Sant Llorenç de Campdevànol

Portbou

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Campelles

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la Jonquera

Rocabruna

Llanars C-38

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C-26

Puigcerdà

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N-154

Guils de Cerdanya

Meranges

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Santa Coloma de Farners

nach Vic - Barcelona

Collada de Bracons

Bas

la Vall d’en Bas

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C-37

Sant Fe de Pal la Salut

BARCELONA

Herausgeber Fremdenverkehrspatronat Costa Brava Girona Grafischer Entwurf Centre d’Imatge i Comunicació Aktualisierung des Inhalts und Änderungen Minimilks Texte Alfons Berruezo Übersetzung Link Druck Agpograf Hinterlegung GI. 1559-2012 Fotografen Àriadna Àlvarez Albert Duch Alfons Berruezo Antonio Garrido Arthur Selbach Francesc Tur J. Trull Joan Ureña Vidal Josep Maria Oliveras Josep Padilla Kim Castells Laura Moreno Maria Geli Melitó Casals “Meli” Pau Giralt-Miracle Pep Iglesias Pep Callís Pilar Planagumà Rafael Bosch Margarida Vila Iñaki Relanzón Fotos Fotoarchiv des Fremdenverkehrspatronats Costa Brava Girona A.C.T., Catalan Tourism Agency Besalú Town Council Blanes Town Council Castelló d'Empúries Town Council Lloret de Mar Town Council Girona City Council Roses Town Council Torroella de Montgrí Town Council Tossa de Mar Town Council El Pla de l'Estany County Council La Selva County Council Ripollès Desenvolupament Consortium Peralada Castle Gala-Salvador Dalí Foundation Girona Cinema Museum Girona Art Museum Toy History Museum, Sant Feliu de Guíxols M.U.M.E., Exile Memorial Museum, La Jonquera Parc Art, Contemporary Art Park, Cassà de la Selva Núria Valley

Gebührenpflichtige Autobahn Nationalstraße Schnellstraße Hauptstraße Landstraße Verbindungsstraße Im Bau Sonstige Straßen Fluss Zahnradbahn

AP-7

Autobahn-Nummer Autobahnausfahrt

N-141

Straßennummer (Nationalstraße)

C-1411

Straßennummer (Landstraße)

C-25

Straßennummer (Hauptstraße)

C-151

Alte Straßennummerierung Bezirksgrenze Eisenbahn Radweg Tunnel

Wichtigste Sehenswürdigkeiten 1- Musikfestivals von Torroella de Montgrí und Peralada 2- Buchten von Begur, Palafrugell und Leuchtturm Sant Sebastià 3- La Molina-Masella 4- See von Banyoles 5- Mittelalterliche Orte Pals und Peratallada 6- Iberische Niederlassung von Ullastret 7- Tal von Camprodon 8- Tal und Heiligtum von Núria 9- Historischer Ortskern von Tossa de Mar 10- Botanische Gärten im Küstenbereich des Verwaltungsbezirks Selva (Santa Clotilde, Pinya de Rosa und Marimurtra) 11- Altstadt von Girona 12- Keramik aus La Bisbal 13- Alta Garrotxa (Oix und Beget) 14- Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa 15- Naturpark Cap de Creus 16- Sant Pere de Rodes 17- Santa Pau 18- Besalú 19- Ruinen von Empúries 20- Cadaqués 21- Naturpark Montgrí, Medes Inseln und Baix Ter 22- Naturpark Aiguamolls de l'Empordà 23- Dalinianisches Dreieck (Museum in Figueres, Portlligat und Púbol) 24- Romanik (global) 25- Gastronomie: Mar-i-Muntanya-Küche (global)

Pantà d Susqued

nach Vic - Manresa - Lleida

San Sac

Espinelves

Viladrau

Arbúcies NATURPARK MONTSENY

Riells

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ALBERA-BERGE

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la Jonquera

Portbou

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Sant Quirze de Colera

2

Maçanet de Cabrenys

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E-15 AP-7

Agullana

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Platja de Garbet

Rabós

Sant Climent Sescebes

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Mollet de Peralada

Masarac

Pantà de Boadella

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Espolla Capmany

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N-260

Llançà

Garriguella

Biure Boadella d’Empordà

Albanyà

13

Sadernes

Montagut

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17

Orfes

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les Planes d’Hostoles

Ruta del Carrilet Olot - Girona

Sant Martí Sacalm

Camós

Sant Martí de Llémena

E-15 AP-7

Bonmatí

Anglès

SANTA COLOMA DE FARNERS

Sant Feliu de Buixalleu Massanes

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Sant Joan de Mollet

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43

Cala Montgó

Riells

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l’Estartit

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C-252

Cala Farriola Golf de la Monedera

Sobrestany

Bellcaire d’Empordà

1 Torroella

Ultramort

Gualta de Montgrí Fonolleres Rupià Serra de Daró Parlavà Llabià Fontanilles

23

Badia de Cadaqués Montjoi

19

la Tallada d’Empordà

Foixà Sant Martí Vell la Pera

23 20

Platja del Moll Grec Platja de les Muscleres Platja de l’Escala l’Escala Platja de Riells

C-31

Garrigoles

el Ter

Cadaqués

Sant Martí d’Empúries

Viladamat

Flaçà

Platja de S’Alqueria

22Golf de Roses

Ventalló

Jafre

Cap de Creus Portlligat

Platja de Roses Cala Jóncols Platja de la Punta Empuriabrava Platja de Canyelles Platja de l’Almadrava Platja d’Empuriabrava

Vilamacolum Sant Pere Pescador

Vilopriu Colomers

Roses

C-260

Vilacolum

Saus

Viladasens

Cala Pedrosa

Platja Gran

21

Naturpark Montgrí, Medes-Inseln und Baix Ter Platja de Pals

Ullastret Palau-sator Platja del Racó Corçà Sant Julià de Boada Cala d’Illa Roja Monells LA BISBAL Peratallada Platja de Sa Riera Canapost D’EMPORDÀ Sa Riera Platja d’Aiguafreda Sa Tuna Sant Sadurní Sant Feliu Pals Vulpellac Cruïlles Platja de Sa Tuna de l’Heura de Boada Begur Cap de Begur

Madremanya Salt

Vilamalla

Garrigàs

Sant Jordi Cervià Desvalls de Ter

Sarrià Sant Julià de Ter de Ramis

N AT U R PA R K CAP DE CREUS

11

GIRONA 7

6

5

Fonteta C-66

2

Platja Fonda Fornells Cales de Fornells Platja d’Aiguablava Aiguablava Esclanyà Cala de Aigua Xelida Fornells Llambilles Palafrugell de la Selva Platja de Tamariu GIV-6542 A-2 Sant Dalmai Salitja Tamariu l’Onyar Brunyola L E S G AVA R R E S Mont-ras Cala Pedrosa Flughafen GIV-6548 Cala de Gens Girona - Costa Brava C-31 Ermedàs 8 Llafranc Vall-llòbrega Platja de Llafranc Riudellots Campllong Calella de Vilobí d’Onyar Cassà Platja del Canadell Palafrugell de la Selva de la Selva Ruta del Tren Petit Platja de Port Bo Sant Andreu C-25 Palamós - Vall-llòbrega - Mont-ras - Palafrugell Franciac Salou C-31 Romanyà de la Selva Calonge Platja de la Fosca Ruta del Carrilet la Fosca C-253 Girona - St. Feliu de Guíxols Cala Margarida C-63 Platja Palamós Sant Antoni de Calonge Gran Platja des Monestri Llagostera A-2 Platja de Sant Antoni Caldes de Platja de Torre Valentina C-65 Malavella Cala Cristus-ses Torretes Castell d’Aro Solius Riudarenes Platja d’Aro Cala Sa Cova C-35 Cala Rovira Sils Santa Cristina Platja Gran Cala Sa Conca d’Aro Vidreres s’Agaró Maçanet 9 Platja de Sant Pol de la Selva Sant Pol Platja de Sant Feliu de Guíxols Sant Feliu de Guíxols Canyet Platja de Canyeretes Platja del Senyor Ramon E-15 Sant Grau Strände mit maximaler Qualität 2012 Cala Salionç Auszeichnung, die die Europäische Union in Anerkennung der Qualität des Wassers und des dem Benutzer AP-7 Salionç zur Verfügung stehenden Serviceangebots verleiht.

12

Quart

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2

Castanyet

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Cornellà del Terri

Aiguaviva

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Salvà

Sant Esteve de Guialbes Pujals dels Cavallers Olives

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N-141

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C-63

Sant Miquel de Cladells

Sant Gregori

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23

Sant Mori

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Canet d’Adri

Castelló d’Empúries

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5

16

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Palol de Revardit

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4

Pujals dels Pagesos

Pujarnol

Granollers de Rocacorba

Sant Esteve de Llémena

Vilavenut

Pedret i Marzà

de Fluvià Torroella de Fluvià Palau de Santa Eulàlia Sant Miquel Arenys l’Armentera de Fluvià d’Empordà

Bàscara

Galliners

Fontcoberta

Porqueres Estany de Banyoles BANYOLES

Sant Aniol de Finestres

Romanyà d’Empordà

C-66

Sant Miquel de Campmajor

Pontós

Espinavessa

el Fluvià

Esponellà

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Sant Martí Vell

Mieres

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Crespià

Serinyà

Santa Pau

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18

Besalú

Sant Ferriol NATURPARK DES VULKANGEBIETS DER GARROTXA

El Golfet

el Port de la Selva la Selva de Mar

Vilabertran

FIGUERES Vilanant Vilafant Avinyonet de Puigventós Santa Llogaia d’Àlguema Cabanelles Borrassà 4 Navata N-260 Ordis

Maià de Montcal

Sant Jaume Argelaguer de Llierca

14

Peralada

Cabanes

Cistella

Beuda

Vilajuïga Pau

1

3

Lladó

Sales de Llierca A-26

Begudà

Pont de Molins Llers

Terrades

Mare de Déu del Mont

Tortellà

A-2

Cala Canyelles Platja de Grifeu Platja del Port Platja de les Tonyines Platja del Port de la Selva Platja del Pas

Sant Pere de Rodes

C-252

Sant Llorenç de la Muga

Cala de les Rates Platja Gran

Hostalric 10

Tordera

A-19

9

Cala Giverola Cala Bona Platja de la Mar Menuda Platja Gran Lloret de Mar Cala Llorell Platja de Canyelles Platja de Lloret de Mar Platja de Fenals Santa Cristina Platja de Sa Boadella Platja de Santa Cristina Blanes Platja de Sant Francesc Platja de Blanes Palafolls Platja de S’Abanell

Tossa de Mar

10

10

nach Barcelona

"Q"-Siegel für touristische Qualität (ICTE) 2012 Begur: Platja d’Aiguablava, Platja del Racó und Platja de sa Riera Calonge: : Platja de Sant Antoni Castelló d’Empúries: Platja d’Empuriabrava Castell-Platja d’Aro: Platja Gran in Platja d’Aro und Platja de sa Conca Torroella de Montgrí: Platja Gran in L’Estartit Cerdanya: Ski- und Bergsportstation La Molina Garrotxa: Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa Ripollès: Skistation Vall de Núria

Hafen mit blauer Flagge

Kreuzfahrthafen EMAS 2011 Eco-Management & Audit Scheme Calonge: Cala Cristus - Ses Torretes, Platja des Monestri, Platja de Sant Antoni und Platja de Torre Valentina El Port de la Selva: Club Nàutic Port de la Selva L’Escala: Platja del Moll Grec, Platja de les Muscleres, Platja de Riells, La Platja, Cala del Port d’en Perris, Platja del Portitxol und Club Nàutic l’Escala Llançà: Club Nàutic Llançà Palafrugell: Platja del Canadell, Platja de Llafranc und Platja del Port Bo Palamós: Port Esportiu Marina Palamós Roses: Platja de l’Almadrava, Cala del Bonifaci, Cala Calís, Cala Calitjàs, Cala Canadell, Platja de Canyelles Petites, Cala Jóncols, Cala Montjoi, Cala Murtra, Platja Nova, Platja dels Palangrers / Segon Moll, Cala Pelosa, Platja de la Punta, Platja del Rastrell, Cala Rostella, Platja del Salatar, Platja de Santa Margarida und Hafen von Roses Sant Feliu de Guíxols: Cala Ametller, Platja de Can Dell, Platja dels Canyerets, Cala Jonca, Cala de Maset, Cala del Peix, Platja de Sant Pol, Sa Caleta, Platja de Port Salvi, Platja de Sant Feliu, Cala Urgell, Cala del Vigatà und Club Nàutic Sant Feliu de Guíxols Torroella de Montgrí: Platja Gran in L’Estartit und Club Nàutic Estartit


www.costabrava.org www.pirineugirona.org

Tel. +34 972 208 401 路 Fax +34 972 221 570 costabrava@costabrava.org

Kulturelle Routen  

Broschure auf Deutsch

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