Blick Reisen Oktober 2016

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Weinwege Herbstliches Wandervergnügen in der Schweiz

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Litauen

Wiederentdecktes Land an der Ostseeküste  Seite 2

Die Tageszeitung für die Schweiz

Extra | Oktober 2016

San Francisco

Mekka der USBlumenkinder  Seite 4

Gewaltiges Hawaii Brodelnde Vulkane, farbenfrohe Unterwasserwelten und unberührte Urwälder.  Seite 6

Fotos: mauritius images, thinkstock

Himmel und Hölle


2

Traumdestination

D

ie Fährfahrt hat alles zu bieten, was man sich von einer Seereise erträumt: Wellengang, zerzauste Haare an der Reling und Möwengeschrei – und das alles in nur vier Minuten. Die Strecke vom litauischen Klaipėda auf die Kurische Nehrung ist die wahrscheinlich kürzeste Fährverbindung der Welt. Und es ist der Übergang zwischen zwei Welten, von Industriehafen-Chic zu einem der grössten Naturwunder NordOst-Europas. Litauen, der südlichste der drei baltischen Staaten ist noch immer eine Reisedestination für Insider. Etwas grösser als die Schweiz, bei nur 2,8 Millionen Einwohner, ist Litauen besonders bei Geschichts- und Kulturreisenden beliebt. Die Hauptstadt Vilnius ist ein architektonisches Schmuckstück (siehe Kasten) und im Land verteilt finden sich viele mittelalter­ liche Burgen wie die romantische Burg Trakai bei Vilnius sowie Überbleibsel aus der Sowjetzeit. Auch ­Outdoorfans kommen auf ihre Kosten: In dem eher flachen Land gibt es viele Möglichkeiten für Velo­ touren, Kanufahrten und Wanderungen. Uns zieht es in der herbst­ lichen Sonne allerdings ans Meer, auf die Kurische Nehrung, die sich nicht entscheiden kann, ob sie wie Italien oder doch lieber wie Schweden sein will. Die Kurische Nehrung ist ein knapp 100 Kilometer langer und nur etwa 2 Kilometer breiter Streifen, der die Ostsee vom Süsswassersee «Kurisches Haff» trennt. Wind und Wasser haben in wenigen tausend Jahren eine Sandbank erschaffen, deren Dünen sich teilweise bis zu 60 Meter über das Meer erheben – das ist ein europäischer Spitzenwert. Allerdings fühlt man sich nur an wenigen Stellen auf dem Sandfinger wie in der Sahara: Meist sind die Dünen mit Kiefernwald bedeckt, der als natürlicher Erosionsschutz dient. Dazwischen hocken fünf farbenfrohe Fischerdörfer, die trotz Tourismus noch ihren ­ alten Charme bewahrt haben. Diesen Mix aus historischen Dörfern und der einzigartigen Naturlandschaft hat die Unesco im Jahr 2000 konsequenter­ weise zum Weltkulturerbe er­hoben. Wir machen es wie die Litauer in den Sommerferien: Wir ­haben uns in einem typischen Fischerhäuschen mit Schilfdach, einem sogenannten Reetdach, eingenistet, das keine fünf

Oktober 2016

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Oktober 2016

Erholsame Idylle an der Ostsee

Ständig unter fremder ­Herrschaft

Die Kurische Nehrung ist ein idyllischer Landstreifen, der die Ostsee vom Kurischen Haff trennt.

Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben in den letzten 25 Jah­ ren grosse Entwicklungsschritte gemacht: Unabhängigkeit, Wirt­ schaftswachstum, EU-Beitritt.

Prachtbauten so weit das Auge reicht: die heilige Kasimir-Kirche in Vilnius.

Kultur, Geschichte und vor allem die Natur locken immer mehr Touristen nach Litauen. Der Baltenstaat punktet mit Hunderten von Seen, Schlössern und romantischer Landidylle. Lohnenswert ist aber auch der Besuch der Kurischen Nehrung, eines 100 Kilometer langen Landstreifens an der Ostsee.

Rund 200 Seen findet man in nächster Umgebung von Trakai. Berühmt ist das Städtchen für sein mittelalterliches Wasserschloss.

Text: Christian Bauer

Meter vom Haff entfernt steht. Ausser zwei Restaurants, einem Imbiss, einem Veloverleih und einem Tante-Emma-Laden gibt es hier im Dörfchen Preila nichts: kein Rambazamba, keine Party, der perfekte Ort, um zu entspannen und die Sorgen fahren zu lassen. Während wir im Liegestuhl relaxen, schauen uns Kormorane zu, die auf der Kaimauer ihre Federn trocknen. Abends lullt uns sanftes Wellengeplätscher in den Schlaf. Kein Wunder, hat die Nehrung Malern und Schriftstellern einen Kreativitätsschub verpasst: Die Maler Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff ­waren hier, und auch der deutsche Schriftsteller-Titan Thomas Mann hat sich im Ort Nida

Die Farben der Häuser auf der Kurischen Nehrung erinnern an Länder wie Schweden oder Dänemark.

Paradies für Pilzsammler: Über 400 essbare Pilzarten wachsen in den Wäldern Litauens.

Aus einer anderen Zeit: Traditionelles Bauernhaus in einem Freilichtmuseum.

in den 30er-Jahren gar ein Ferienhäuschen gebaut. Die Sehenswürdigkeiten der Halbinsel, die sich Litauen zu 50 Prozent mit Russland teilt, hat man zugegebenermassen an einem Tag abgeklappert: das Thomas-Mann-Museum, ein paar Ausstellungen zur Kultur der Nehrung und die grossen Dünen. Ansonsten heisst das Programm hier: BurnoutProphylaxe. Etwas Velo­fahren, nichts tun und gut essen. Für das Picknick am Strand kaufen wir etwas Fisch, frisch aus der Räucherkammer – die Spezialität der Insel. Jeder hier scheint die Delikatesse in seinem Garten zu produzieren und sie unter der Hand zu ver­ kaufen. Ein weiterer Gaumenschmaus, der derzeit in Massen auf den Moosteppichen der Wälder spriesst, sind Pilze – die Leibspeise der Litauer. Pilzsammlerin Olga ist extra vom Festland herübergekommen. «Hier gibt es die feinsten Pilze Litauens», schwärmt sie, in der Hand einen Eimer voller Ma­ ronenröhrlinge. Ob sie diese an die lokalen Restaurants verkauft, möchten wir wissen. «Nein, ich sammele fürs Familienfest.» Uns schenkt sie allerdings zwei Hand voll. So sanft das Leben am Haff ist, so dramatisch ist es nur

knapp zehn Velominuten entfernt auf der anderen Seite der Halbinsel: Hier donnert die ­Ostsee an diesem Tag mit voller Wucht auf den Sandstrand. Wind ist aufgekommen. Am Ende der Saison haben wir den Sandstrand für uns – doch auch in der Hauptsaison sind die bewirtschafteten Strände meist nicht überlaufen. Hier ist es herb und rau, es schmeckt nach Salz und Ferne. Der Wind peitscht nicht nur das Meer auf, er pustet auch den letzten Kummer weg. Der Mini-Sturm kommt wie gerufen. Bei Wellengang spuckt das baltische Meer nämlich seine Schätze aus: Bernstein. Das versteinerte Harz ist das Gold des Baltikums. Kein Strassenhändler, der nicht Bernsteinschmuck verkauft, allerdings handelt es sich bei den billigen Stücken oft um Plastikimitate. Daher versuchen wir am Spülsaum u ­ nser Bernstein-Glück – leider ohne Erfolg. Egal, als Trost beschenkt uns der Himmel mit einem Sonnenuntergang der Superlative. Man müsse die Kurische Nehrung unbedingt ein Mal im Leben gesehen haben, sagte der Naturforscher Wilhelm von Humboldt einst, «wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll». Wie wahr!

SAAREMAA

Vilnius: Wo sich Alt und Neu die Hand geben geniessen. Nicht verpassen sollte man einen Heissluftballon-Flug über die Stadt. Nach dem Start auf einem der umliegen­ den Wiesen geht es über die Alt­ stadt und die äusseren Wohnkaser­ nen hinaus ins dörfliche Umland. ­Dichter Wald wechselt sich hier mit D ­ örfern und Feldern ab. Die ­Gesamtdauer beträgt etwa drei Stunden (99 Euro). www.vilnius-tourism.lt

Golf von Riga

¯

¯

Riga

RUSSLAND

LETTLAND

LITAUEN

Kurische Nehrung

Trakai

Vilnius

RUSSLAND POLEN

Kaunas

Litauen kurz und knapp Hinkommen: Für Individualreisen­ de empfiehlt sich der Flug mit der Billigfluglinie Germania Air. Seit neustem fliegt die Airline im­ mer montags und donnerstags von ­Zürich direkt nach Vilnius. www.germania.ch

Klaipeda ˙

ff

Herrenhäuser unterschiedlicher Epochen ist der grosse Univer­ sitätskomplex aus dem Jahr 1573 mit seinen 13 Innenhöfen ein Muss. Doch die kopfsteingepflasterte ­Innenstadt ist kein verstaubtes Mu­ seum. Die über 20 000 Studenten bringen frischen Wind in die histo­ rischen Viertel. Nach dem Sight­ seeing kann man in individuellen Boutiquen litauisches Design shop­ pen oder in kreativen Cafés die Zeit

Ha

det und hier nahm 1989 auch die Unabhängigkeit des Landes von den sowjetischen Besatzern ihren ­Anfang. Vom KathedralenPlatz (der beliebteste Treffpunkt der Stadt) strömen die Menschen ­entweder in die Einkaufsstrassen der Neustadt oder verirren sich im Gassengewirr des historischen ­Zentrums. Hier finden sich auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Neben einem Dutzend Kirchen und

ESTLAND

Ostsee

Fotos: Christian Bauer

Schneeweise Schönheit: Die Kathedrale St. Stanislaus in Vilnius.

Die Altstadt von Litauens Haupt­ stadt Vilnius gilt für viele als das schönste architektonische Ensem­ ble Nordeuropas. Hier finden sich Bauzeugen von der Gotik, über den Barock, Klassizismus bis hin zur ­Moderne. Das Herz der Stadt ist der Platz um die Kathedrale, die wie ein griechischer Tempel an­ mutet. Auf dem kleinen Hügel hinter dem klassizistischen Bau wurde 1323 die Stadt gegrün-

100 km

Tallinn

WEISSRUSSLAND Minsk

Herumkommen: Wer ausserhalb von Vilnius das Land entdecken will, sollte sich ein Fahrzeug mieten. Die Strassen sind in gutem Zustand. ­Allerdings scheint riskantes Über­

holen ein Nationalsport zu sein. Auf Landstrassen sollte man deshalb vorausschauend fahren! Einreise: Litauen ist ein EU-Land. Geld: EC- und Kreditkarten werden selbst für kleine Beträge akzeptiert. Sprache: In den touristischen ­Zentren sprechen die Menschen Englisch, zum Teil auch Deutsch. Bernstein: An jeder Ecke wird Bernstein-Schmuck angeboten. Al­ lerdings hat echter Bernstein auch

in Litauen seinen Preis. Billige Stü­ cke sind meist Fälschungen (Kunst­ harz, zusammengeschmolzene Steine). Bernstein sollte also nur in Spezialgeschäften gekauft werden, wo es auch ein Echtheitszertifikat gibt. Einen schönen Überblick über die grosse Vielfalt des Bernsteins und verschiedene Verarbeitungs­ techniken gibt das Bernsteinmuse­ um in Vilnius. www.ambergallery.lt www.lithuania.travel

Wer in den aufstrebenden ­Ländern unterwegs ist, kommt ­allerdings nicht darum herum, sich auch mit der leidvollen ­Geschichte der Region zu be­ schäftigen. Seit dem Mittel­ alter waren die kleinen Länder unter wechselnder Herrschaft. Letzter grosser Schlag war der Hitler-­Stalin-Pakt von 1939, in dem die zwei D ­ iktatoren Osteuropa unter sich aufteilten: Die baltischen Staaten kamen zu Russland. Die ständige Auf­ lehnung gegen die Besatzer hat­ te Zehntausende Verschleppun­ gen und Verhaftungen zur Folge. Sehr bedrückend sind diese Gräuel­taten im Museum für die ­Genozidopfer im ehemaligen KGB-Hauptquartier dargestellt. Eindrücklich ist auch das ­Museum des Kalten Krieges im Nationalpark Žemaitija. Hier be­ findet sich eine ehemalige ­sowjetische Atomraketenbasis. Die stationierten Waffen hätten Europa in Schutt und Asche gelegt. Ein Gang durch die unterirdischen Kammern lässt den Wahnsinn greifbar werden. Stolz sind die Menschen auf die 600 Kilometer lange Menschenkette im Jahr 1989 von Vilnius über Lettland bis Estland. 2 Millionen Menschen demonst­ rierten für ihre Unabhängigkeit.

Profi-Tipp Litauen, Lettland, Estland – die drei kleinen Länder erfreuen sich seit einigen Jahren immer grösserer Beliebtheit. Aus Prisca Huguegutem Grund: Die nin-dit-Lenoir, baltischen Staa­ Kommunika­ ten an der Ostsee tionsleiterin, Hotelplan haben enorm viel zu bieten: Quirlige Hauptstädte, alte Schlösser und mittelalterliche Provinzstädtchen ziehen nicht nur Kultur­freunde in den Bann. Sei es für eine Städtereise, eine Miet­ wagenrundreise oder einen Kultur­ ausflug: Das Baltikum bietet für jeden Besucher etwas. Sie möchten die Region auf e­ igene Faust erkunden, haben aber keine Lust darauf, täglich eine Unter­ kunft zu suchen? Dann ist ein Miet­wagen- oder MotorhomeRundtrip das Richtige für Sie. Wer noch etwas Abenteuer sucht, dem empfehlen wir eine Rundreise mit den öffent­lichen Verkehrsmitteln. Oder Sie treten in die Pedale und ent­decken das Baltikum per Velo. www.travelhouse.ch


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Traumdestination

D

ie Fährfahrt hat alles zu bieten, was man sich von einer Seereise erträumt: Wellengang, zerzauste Haare an der Reling und Möwengeschrei – und das alles in nur vier Minuten. Die Strecke vom litauischen Klaipėda auf die Kurische Nehrung ist die wahrscheinlich kürzeste Fährverbindung der Welt. Und es ist der Übergang zwischen zwei Welten, von Industriehafen-Chic zu einem der grössten Naturwunder NordOst-Europas. Litauen, der südlichste der drei baltischen Staaten ist noch immer eine Reisedestination für Insider. Etwas grösser als die Schweiz, bei nur 2,8 Millionen Einwohner, ist Litauen besonders bei Geschichts- und Kulturreisenden beliebt. Die Hauptstadt Vilnius ist ein architektonisches Schmuckstück (siehe Kasten) und im Land verteilt finden sich viele mittelalter­ liche Burgen wie die romantische Burg Trakai bei Vilnius sowie Überbleibsel aus der Sowjetzeit. Auch ­Outdoorfans kommen auf ihre Kosten: In dem eher flachen Land gibt es viele Möglichkeiten für Velo­ touren, Kanufahrten und Wanderungen. Uns zieht es in der herbst­ lichen Sonne allerdings ans Meer, auf die Kurische Nehrung, die sich nicht entscheiden kann, ob sie wie Italien oder doch lieber wie Schweden sein will. Die Kurische Nehrung ist ein knapp 100 Kilometer langer und nur etwa 2 Kilometer breiter Streifen, der die Ostsee vom Süsswassersee «Kurisches Haff» trennt. Wind und Wasser haben in wenigen tausend Jahren eine Sandbank erschaffen, deren Dünen sich teilweise bis zu 60 Meter über das Meer erheben – das ist ein europäischer Spitzenwert. Allerdings fühlt man sich nur an wenigen Stellen auf dem Sandfinger wie in der Sahara: Meist sind die Dünen mit Kiefernwald bedeckt, der als natürlicher Erosionsschutz dient. Dazwischen hocken fünf farbenfrohe Fischerdörfer, die trotz Tourismus noch ihren ­ alten Charme bewahrt haben. Diesen Mix aus historischen Dörfern und der einzigartigen Naturlandschaft hat die Unesco im Jahr 2000 konsequenter­ weise zum Weltkulturerbe er­hoben. Wir machen es wie die Litauer in den Sommerferien: Wir ­haben uns in einem typischen Fischerhäuschen mit Schilfdach, einem sogenannten Reetdach, eingenistet, das keine fünf

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Erholsame Idylle an der Ostsee

Ständig unter fremder ­Herrschaft

Die Kurische Nehrung ist ein idyllischer Landstreifen, der die Ostsee vom Kurischen Haff trennt.

Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben in den letzten 25 Jah­ ren grosse Entwicklungsschritte gemacht: Unabhängigkeit, Wirt­ schaftswachstum, EU-Beitritt.

Prachtbauten so weit das Auge reicht: die heilige Kasimir-Kirche in Vilnius.

Kultur, Geschichte und vor allem die Natur locken immer mehr Touristen nach Litauen. Der Baltenstaat punktet mit Hunderten von Seen, Schlössern und romantischer Landidylle. Lohnenswert ist aber auch der Besuch der Kurischen Nehrung, eines 100 Kilometer langen Landstreifens an der Ostsee.

Rund 200 Seen findet man in nächster Umgebung von Trakai. Berühmt ist das Städtchen für sein mittelalterliches Wasserschloss.

Text: Christian Bauer

Meter vom Haff entfernt steht. Ausser zwei Restaurants, einem Imbiss, einem Veloverleih und einem Tante-Emma-Laden gibt es hier im Dörfchen Preila nichts: kein Rambazamba, keine Party, der perfekte Ort, um zu entspannen und die Sorgen fahren zu lassen. Während wir im Liegestuhl relaxen, schauen uns Kormorane zu, die auf der Kaimauer ihre Federn trocknen. Abends lullt uns sanftes Wellengeplätscher in den Schlaf. Kein Wunder, hat die Nehrung Malern und Schriftstellern einen Kreativitätsschub verpasst: Die Maler Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff ­waren hier, und auch der deutsche Schriftsteller-Titan Thomas Mann hat sich im Ort Nida

Die Farben der Häuser auf der Kurischen Nehrung erinnern an Länder wie Schweden oder Dänemark.

Paradies für Pilzsammler: Über 400 essbare Pilzarten wachsen in den Wäldern Litauens.

Aus einer anderen Zeit: Traditionelles Bauernhaus in einem Freilichtmuseum.

in den 30er-Jahren gar ein Ferienhäuschen gebaut. Die Sehenswürdigkeiten der Halbinsel, die sich Litauen zu 50 Prozent mit Russland teilt, hat man zugegebenermassen an einem Tag abgeklappert: das Thomas-Mann-Museum, ein paar Ausstellungen zur Kultur der Nehrung und die grossen Dünen. Ansonsten heisst das Programm hier: BurnoutProphylaxe. Etwas Velo­fahren, nichts tun und gut essen. Für das Picknick am Strand kaufen wir etwas Fisch, frisch aus der Räucherkammer – die Spezialität der Insel. Jeder hier scheint die Delikatesse in seinem Garten zu produzieren und sie unter der Hand zu ver­ kaufen. Ein weiterer Gaumenschmaus, der derzeit in Massen auf den Moosteppichen der Wälder spriesst, sind Pilze – die Leibspeise der Litauer. Pilzsammlerin Olga ist extra vom Festland herübergekommen. «Hier gibt es die feinsten Pilze Litauens», schwärmt sie, in der Hand einen Eimer voller Ma­ ronenröhrlinge. Ob sie diese an die lokalen Restaurants verkauft, möchten wir wissen. «Nein, ich sammele fürs Familienfest.» Uns schenkt sie allerdings zwei Hand voll. So sanft das Leben am Haff ist, so dramatisch ist es nur

knapp zehn Velominuten entfernt auf der anderen Seite der Halbinsel: Hier donnert die ­Ostsee an diesem Tag mit voller Wucht auf den Sandstrand. Wind ist aufgekommen. Am Ende der Saison haben wir den Sandstrand für uns – doch auch in der Hauptsaison sind die bewirtschafteten Strände meist nicht überlaufen. Hier ist es herb und rau, es schmeckt nach Salz und Ferne. Der Wind peitscht nicht nur das Meer auf, er pustet auch den letzten Kummer weg. Der Mini-Sturm kommt wie gerufen. Bei Wellengang spuckt das baltische Meer nämlich seine Schätze aus: Bernstein. Das versteinerte Harz ist das Gold des Baltikums. Kein Strassenhändler, der nicht Bernsteinschmuck verkauft, allerdings handelt es sich bei den billigen Stücken oft um Plastikimitate. Daher versuchen wir am Spülsaum u ­ nser Bernstein-Glück – leider ohne Erfolg. Egal, als Trost beschenkt uns der Himmel mit einem Sonnenuntergang der Superlative. Man müsse die Kurische Nehrung unbedingt ein Mal im Leben gesehen haben, sagte der Naturforscher Wilhelm von Humboldt einst, «wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll». Wie wahr!

SAAREMAA

Vilnius: Wo sich Alt und Neu die Hand geben geniessen. Nicht verpassen sollte man einen Heissluftballon-Flug über die Stadt. Nach dem Start auf einem der umliegen­ den Wiesen geht es über die Alt­ stadt und die äusseren Wohnkaser­ nen hinaus ins dörfliche Umland. ­Dichter Wald wechselt sich hier mit D ­ örfern und Feldern ab. Die ­Gesamtdauer beträgt etwa drei Stunden (99 Euro). www.vilnius-tourism.lt

Golf von Riga

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LETTLAND

LITAUEN

Kurische Nehrung

Trakai

Vilnius

RUSSLAND POLEN

Kaunas

Litauen kurz und knapp Hinkommen: Für Individualreisen­ de empfiehlt sich der Flug mit der Billigfluglinie Germania Air. Seit neustem fliegt die Airline im­ mer montags und donnerstags von ­Zürich direkt nach Vilnius. www.germania.ch

Klaipeda ˙

ff

Herrenhäuser unterschiedlicher Epochen ist der grosse Univer­ sitätskomplex aus dem Jahr 1573 mit seinen 13 Innenhöfen ein Muss. Doch die kopfsteingepflasterte ­Innenstadt ist kein verstaubtes Mu­ seum. Die über 20 000 Studenten bringen frischen Wind in die histo­ rischen Viertel. Nach dem Sight­ seeing kann man in individuellen Boutiquen litauisches Design shop­ pen oder in kreativen Cafés die Zeit

Ha

det und hier nahm 1989 auch die Unabhängigkeit des Landes von den sowjetischen Besatzern ihren ­Anfang. Vom KathedralenPlatz (der beliebteste Treffpunkt der Stadt) strömen die Menschen ­entweder in die Einkaufsstrassen der Neustadt oder verirren sich im Gassengewirr des historischen ­Zentrums. Hier finden sich auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Neben einem Dutzend Kirchen und

ESTLAND

Ostsee

Fotos: Christian Bauer

Schneeweise Schönheit: Die Kathedrale St. Stanislaus in Vilnius.

Die Altstadt von Litauens Haupt­ stadt Vilnius gilt für viele als das schönste architektonische Ensem­ ble Nordeuropas. Hier finden sich Bauzeugen von der Gotik, über den Barock, Klassizismus bis hin zur ­Moderne. Das Herz der Stadt ist der Platz um die Kathedrale, die wie ein griechischer Tempel an­ mutet. Auf dem kleinen Hügel hinter dem klassizistischen Bau wurde 1323 die Stadt gegrün-

100 km

Tallinn

WEISSRUSSLAND Minsk

Herumkommen: Wer ausserhalb von Vilnius das Land entdecken will, sollte sich ein Fahrzeug mieten. Die Strassen sind in gutem Zustand. ­Allerdings scheint riskantes Über­

holen ein Nationalsport zu sein. Auf Landstrassen sollte man deshalb vorausschauend fahren! Einreise: Litauen ist ein EU-Land. Geld: EC- und Kreditkarten werden selbst für kleine Beträge akzeptiert. Sprache: In den touristischen ­Zentren sprechen die Menschen Englisch, zum Teil auch Deutsch. Bernstein: An jeder Ecke wird Bernstein-Schmuck angeboten. Al­ lerdings hat echter Bernstein auch

in Litauen seinen Preis. Billige Stü­ cke sind meist Fälschungen (Kunst­ harz, zusammengeschmolzene Steine). Bernstein sollte also nur in Spezialgeschäften gekauft werden, wo es auch ein Echtheitszertifikat gibt. Einen schönen Überblick über die grosse Vielfalt des Bernsteins und verschiedene Verarbeitungs­ techniken gibt das Bernsteinmuse­ um in Vilnius. www.ambergallery.lt www.lithuania.travel

Wer in den aufstrebenden ­Ländern unterwegs ist, kommt ­allerdings nicht darum herum, sich auch mit der leidvollen ­Geschichte der Region zu be­ schäftigen. Seit dem Mittel­ alter waren die kleinen Länder unter wechselnder Herrschaft. Letzter grosser Schlag war der Hitler-­Stalin-Pakt von 1939, in dem die zwei D ­ iktatoren Osteuropa unter sich aufteilten: Die baltischen Staaten kamen zu Russland. Die ständige Auf­ lehnung gegen die Besatzer hat­ te Zehntausende Verschleppun­ gen und Verhaftungen zur Folge. Sehr bedrückend sind diese Gräuel­taten im Museum für die ­Genozidopfer im ehemaligen KGB-Hauptquartier dargestellt. Eindrücklich ist auch das ­Museum des Kalten Krieges im Nationalpark Žemaitija. Hier be­ findet sich eine ehemalige ­sowjetische Atomraketenbasis. Die stationierten Waffen hätten Europa in Schutt und Asche gelegt. Ein Gang durch die unterirdischen Kammern lässt den Wahnsinn greifbar werden. Stolz sind die Menschen auf die 600 Kilometer lange Menschenkette im Jahr 1989 von Vilnius über Lettland bis Estland. 2 Millionen Menschen demonst­ rierten für ihre Unabhängigkeit.

Profi-Tipp Litauen, Lettland, Estland – die drei kleinen Länder erfreuen sich seit einigen Jahren immer grösserer Beliebtheit. Aus Prisca Huguegutem Grund: Die nin-dit-Lenoir, baltischen Staa­ Kommunika­ ten an der Ostsee tionsleiterin, Hotelplan haben enorm viel zu bieten: Quirlige Hauptstädte, alte Schlösser und mittelalterliche Provinzstädtchen ziehen nicht nur Kultur­freunde in den Bann. Sei es für eine Städtereise, eine Miet­ wagenrundreise oder einen Kultur­ ausflug: Das Baltikum bietet für jeden Besucher etwas. Sie möchten die Region auf e­ igene Faust erkunden, haben aber keine Lust darauf, täglich eine Unter­ kunft zu suchen? Dann ist ein Miet­wagen- oder MotorhomeRundtrip das Richtige für Sie. Wer noch etwas Abenteuer sucht, dem empfehlen wir eine Rundreise mit den öffent­lichen Verkehrsmitteln. Oder Sie treten in die Pedale und ent­decken das Baltikum per Velo. www.travelhouse.ch


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Citytrip

Oktober 2016

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Oktober 2016

e tur. s a i N e & r n e uren t l p u K p , Gru ie Menschen nS

Erlebe

E

00uc.h– C HF 1 un g iB p. P. be 1.10.16 bis 3

Baltikum – Buntes Kaleidoskop Drei unterschiedliche Länder, drei Sprachen und drei Geschichten. Möchten Sie möglichst alles sehen was Litauen, Lettland und Estland zu bieten hat? Lernen Sie die bunten Facetten der baltischen Staaten auf eine intensive Art kennen. Lebhafte Städte, malerische Dörfer und verträumte Küstenorte warten im Baltikum auf Sie!

Reiseprogramm nach Tagen

1: Zürich – Vilnius Direktflug nach Vilnius. (A) 2: Vilnius Entdecken Sie vormittags die litauische Hauptstadt. Nachmittag zur freien Verfügung. (FM) 3: Vilnius – Klaipeda Besuch der idyllischen Inselstadt Trakai, welche für ihre imposante, gotische Wasserburg berühmt ist. Geniessen Sie die herrliche Schifffahrt auf dem See. Weiterreise entlang der Küste nach Klaipeda, wo Sie die älteste Getränkefabrik Stumbras inklusive Degustation besuchen. (FM) 4: Klaipeda (Kurische Nehrung) Die frische Meeresluft und idyllische Landschaft gibt der Landzunge «Kurische Nehrung» ihr besonderes Flair. Während eines geführten Spaziergangs durch das Fischerdorf Nidden entdecken Sie romantische Fischerhäuser und grosse Wanderdünen – die sogenannte litauische Sahara. (FM) 5: Klaipeda – Riga Lernen Sie das interessante Handwerk der Bernsteinfischer von Klaipeda kennen. Unterwegs nach Riga Halt im litauischen Wallfahrtsort Siauliai, dem «Berg der Kreuze». (FM) 6: Riga In Begleitung eines Chefkochs kaufen Sie auf dem grössten und wichtigsten Bauernmarkt Lettlands ein. Im Anschluss geniessen Sie ein traditionelles Mittagessen in der Altstadt. Rundgang in der ehemaligen Hansestadt Riga. (FM) 7: Riga – Tallinn Abwechslungsreiche Fahrt von Riga über Pärnu nach Tallinn. Besichtigung der mittelalterlichen Stadt. (FM) 8: Tallinn Der Lahemaa Nationalpark ist eine wahre landwirtschaftliche Perle. Mit den vielen Seen, Mooren und Wäldern dient das Gebiet als Lebensraum einer Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere. Nach dem Mittagessen auf einem Öko-Bauernhof, fakultative Moorschuhwanderung. (FMA) 9: Tallinn – Zürich Rückflug via Riga nach Zürich. (F)

Highlights

von Trakai , Wasserburg Nehrung , Kurische , Bernsteinfischer-Ausflug , Nationalpark Lahemaa

Reisedaten 2017

9 Tage/8 Nächte Hotelplan-Reiseleitung ab/bis Zürich Reise 1: 12.06.–20.06.17 Reise 2: 21.08.–29.08.17

Preise

Reise 1 und 2: ab CHF 2070.– Einzelzimmerzuschlag ab CHF 390.–. Minigruppenzuschlag unter 12 Personen CHF 300.– pro Person. Moorschuhwanderung im Lahemaa Nationalpark CHF 50.– pro Person.

Inbegriffen

mit Germania, Rückflug mit Air Baltic o. ä. , inHinflug Economy Klasse und Treibstoffzuschlag CHF 130.– , Flughafentaxen im klimatisierten Reisebus , Rundreise Übernachtungen in Mittelklassehotels , 8Mahlzeiten gemäss Reiseverlauf, F = Frühstück, , M = Mittagessen, A = Abendessen und Besichtigungen gemäss , Eintritte Reiseprogramm

Weitere Informationen

Das detaillierte Reiseprogramm erhalten Sie in Ihrem Reisebüro. Weitere Informationen und Rundreisen finden Sie unter www.hotelplan.ch/rundreisen-suchen

Lahemaa N.P.

Tallinn

ES TL AND

Pärnu RUSSL AND

Riga

LETTLAND

Klaipeda

POLEN

Siauliai

LITAUEN

Trakai

Vilnius WEISSRUSSL AND

Preise in CHF pro Person im Doppelzimmer. Die Preisangaben sind inklusive First-Minute-Reduktion: CHF 100.– für Buchungen bis 31.10.16. Preis- und Programmänderungen bleiben vorbehalten. Es gelten die Allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen der MTCH AG. Preisstand 13.9.16.

Buchen Sie jetzt! Tel. 043 211 88 85 Weitere Informationen, Buchungen und Prospektbestellung in jeder Hotelplan- und Travelhouse-Filiale, Globus Reisen Lounge und in jedem Reisebüro.

Holiday Box App – NEU Ihr persönliches Reisebüro für unterwegs.

Folgen Sie uns:

Berühmtestes Gefängnis der Welt: In Alcatraz sassen Gangster wie Al Capone ihre Haftstrafe ab.

Highlights in San Francisco Sehenswürdigkeiten Shoppen > Alcatraz Die einstige Gefängnisinsel liegt gut sichtbar in der San Francisco Bay. Schon von Weitem strahlt sie eine gewisse Mystik aus. Schliesslich sassen hier einstmals die schlimmsten Verbrecher der Welt. Wegen des grossen Andrangs sollte man sich ein Ticket für die Überfahrt allerdings schon mindestens einen Monat zuvor besorgen. Sonst sieht man die dicken Gefängnismauern nur von aussen. www.alcatrazislandtickets.com

> Little Italy Man erkennt es bereits an den Laternenmasten. Little Italy beginnt, sobald diese in die Farben der italienischen Flagge gehüllt sind. Und selbstredend spürt man es auch schnell am Flair des Quartiers. Pasta, Pizza und Dolce Vita sind omnipräsent. > Twin Peaks Die beste Aussicht auf die Stadt und die San Francisco Bay hat man von den 300 Meter hohen Twin Peaks, den zweithöchsten Hügeln der Metropole.

Die letzten ihrer Art: Noch drei Cable-Car-Linien sind in San Francisco in Betrieb.

Mission District: Im Hip-Viertel gibt es neben bunter Street-Art die besten Restaurants der Stadt.

> Lombard Street Acht Kurven auf 145 Metern bei einem Gefälle von 31,5 Prozent. Die Lombard Street zählt zu den steilsten und kurvenreichsten Strassen der Welt. Am besten frühmorgens vorbeikommen – am Mittag sieht man vor lauter Selfie-Sticks und Touristen kaum etwas von der blumengeschmückten, einzigartigen Strasse. > Japanese Tea Garden Der wunderschön gepflegte japanische Garten ist der mit Abstand älteste in den USA. Angelegt wurde er 1894 für die California Midwinter International Exposition. Ein Erlebnis und wahrer Fundus für alle Botaniker und Liebhaber von Symmetrie. www.japaneseteagardensf.com

Amerikas Blumenkind Die Stadt der Hippies und Aussteiger an Amerikas Westküste ist nicht un­bedingt das, was man erwartet. Doch genau dies macht ihren Reiz aus. Text: Alice Massen

Haight-Ashbury: Im verrücktesten Quartier der Stadt haben Hippies das Regiment übernommen.

> Chinatown Mehr als 80 000 Menschen leben in Chinatown – und das in nur 24 Wohnblocks. Eintritt in die etwas andere Welt erlangt man durch das jadegrüne Dragon Gate auf der Grant Avenue. Dieses auffällige Eingangstor war ein Geschenk Taiwans an San Francisco aus dem Jahr 1969 und markiert die südöstliche Grenze der chinesischen Enklave. Unbedingt eine Nudelsuppe essen!

> Union Square Rund um den Mittelpunkt von Downtown San Francisco ballt sich die Shoppingmeile der Stadt. Alle grossen Marken sind hier vertreten. Meist mit überwältigend grossen und prächtigen Stores. Auch die bekannten Einkaufszentren wie Blooming­ dales und Macys sind hier zu finden. > Mission District Das neue Viertel der Künstler- und Hipsterszene besticht mit kleinen Kunstgalerien und ausgefallenen Shops für Lieb­ haber von Highend-Mode und ­modernem Interieur. Hier lässt sich auch viel Strassenkunst und eine bunte Musikszene entdecken.

Essen > Black Cat Club Wiederauflage eines grossen Namens: Der Black Cat Club in Tenderloin ist voller historischer Anspielungen. Schon 1906 wurde der erste Black CatClub eröffnet. Heute kann man in einem speziellen Ambiente grossartige Live-Musik hören, in der Lounge abhängen oder auch essen. > Dim Sum San Francisco ist berühmt für seine asiatische Küche, vor allem die chinesische. Wer up to date sein möchte, studiert am besten den Blogg Madame Huang’s Kitchen von Carolyn Phillips (www.madamehuang.com). Fantastische Dim-Sum gibt es etwa bei Geary Boulevard’s Hong Kong Lounge, Daly City’s Koi Palace, Din Tai Fung oder Ton Kiang. > Locanda Italienische Küche auf den Punkt gebracht. Im stilvoll eingerichteten Lokal wird auf hochwertige und ökologische Zutaten genauso geachtet wie auf perfekten Service. Die Karte ist klein, aber dafür umso ausgewählter und authentischer. Am besten Tisch vorreservieren und danach noch in eine der Bars in der belebten Valencia Street gehen. www.locandasf.com

Übernachten > Mark Twain Hotel Schlichtes, stylisches Design, mitten im Zentrum der Stadt gelegen und obendrein noch relativ kostengünstig für eine der teuersten Städte der USA. www.hotelmarktwain.com

Mission Dolores Park: Traumblick auf die Skyline und Bay San Franciscos.

Fotos: Getty Images, mauritius images, Thinkstock Images

herc u b h Frü tt von raba

s ist kälter als gedacht, es ist windig, es ist neblig, und es bringt einen innerhalb der ersten Minuten in Schieflage: San Francisco. Seit dem Goldrausch 1848 wächst die auf 42 Hügeln erbaute Schönheit kontinuierlich in Höhe und Breite. Heute leben bereits über 800 000 Menschen auf der geschichtsträchtigen Halbinsel, die unmittelbar auf der wackligen San-Andreas-Verwerfung thront. Jederzeit könnte es aufgrund der geografischen Lage zu einem alles vernichtenden Erdbeben kommen. Macht diese Vergänglichkeit vielleicht genau den Reiz aus? «Wenn sie zusammenbricht, gehen wir mit ihr unter, solange muss man Frisco einfach geniessen», lautet darauf die etwas schnippische, aber stolze Ansage ihrer Bewohner. Recht haben sie. Zum Beispiel an der «Golden Gate Bridge» – 120 000 km Stahldraht verbaut auf 2,7 Kilometern Länge – dieses architektonische Meisterwerk beeindruckt selbst Laien der Baukunst. Oder die völlig von Touristen überfüllte Fishermans Wharf, an der es von ­verrückten Kleinkünstlern und fettig triefenden Hot-DogStänden nur so wimmelt. Natürlich darf man auch keinesfalls das vom HippieVibe geschwängerte HaightAshbury-Quartier verpassen, in dem in die Jahre gekommene Blumenkinder munter Friedensbotschaften trällern und Vintage-Liebhaber in unzähligen Secondhand-Shops ihren Himmel auf Erden finden. Ebenso unverzichtbar: ein ziemlich schiefer Spaziergang rund um den Alamo Square. Während die Waden beim Aufstieg von bis zu 30 Grad steilen Strassen brennen, entzücken die bunt bemalten, viktorianische Holzhäuser (die liebevoll genannten «Painted Ladies») das Auge des Besuchers. Die beste Aussicht über die europäisch geprägte US-Stadt gibt es schliesslich vom Mission Dolores-Park aus – einem weiteren Must-See. Während die Einheimischen auf dem top gepflegten Grün des Parks vor den Besuchern grillieren, joggen, kiffen und Frisbee spielen, türmt sich im Hintergrund die hügelige und immer in eine mystische Dunstwolke gehüllte Hippiemetropole auf – und erneut schiesst es einem in den Kopf ...If you are going to San Francisco ... be sure to wear some flowers in your hair ... Tatsächlich scheint es nicht mehr als Blumen im Haar zu brauchen – San Francisco ist nicht LA oder New York. Hier spielt der perfekte Beach-Body nicht ansatzweise eine Rolle wie in der benachbarten «Stadt der Engel», und auch das New Yorker «Sehen und gesehen werden» hat weniger Relevanz. Hier zählt der Genuss, und vor allem die Normalität. Ein Grund, warum San Francisco einen im ersten Moment vielleicht gar nicht so beeindruckt und umhaut, wie man es erwartet – es ist zu normal. Doch genau das macht das amerikanische Blumenkind eben aus – man muss tiefer in die Stadt eintauchen, um sie lieben zu lernen.


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Citytrip

Oktober 2016

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Oktober 2016

e tur. s a i N e & r n e uren t l p u K p , Gru ie Menschen nS

Erlebe

E

00uc.h– C HF 1 un g iB p. P. be 1.10.16 bis 3

Baltikum – Buntes Kaleidoskop Drei unterschiedliche Länder, drei Sprachen und drei Geschichten. Möchten Sie möglichst alles sehen was Litauen, Lettland und Estland zu bieten hat? Lernen Sie die bunten Facetten der baltischen Staaten auf eine intensive Art kennen. Lebhafte Städte, malerische Dörfer und verträumte Küstenorte warten im Baltikum auf Sie!

Reiseprogramm nach Tagen

1: Zürich – Vilnius Direktflug nach Vilnius. (A) 2: Vilnius Entdecken Sie vormittags die litauische Hauptstadt. Nachmittag zur freien Verfügung. (FM) 3: Vilnius – Klaipeda Besuch der idyllischen Inselstadt Trakai, welche für ihre imposante, gotische Wasserburg berühmt ist. Geniessen Sie die herrliche Schifffahrt auf dem See. Weiterreise entlang der Küste nach Klaipeda, wo Sie die älteste Getränkefabrik Stumbras inklusive Degustation besuchen. (FM) 4: Klaipeda (Kurische Nehrung) Die frische Meeresluft und idyllische Landschaft gibt der Landzunge «Kurische Nehrung» ihr besonderes Flair. Während eines geführten Spaziergangs durch das Fischerdorf Nidden entdecken Sie romantische Fischerhäuser und grosse Wanderdünen – die sogenannte litauische Sahara. (FM) 5: Klaipeda – Riga Lernen Sie das interessante Handwerk der Bernsteinfischer von Klaipeda kennen. Unterwegs nach Riga Halt im litauischen Wallfahrtsort Siauliai, dem «Berg der Kreuze». (FM) 6: Riga In Begleitung eines Chefkochs kaufen Sie auf dem grössten und wichtigsten Bauernmarkt Lettlands ein. Im Anschluss geniessen Sie ein traditionelles Mittagessen in der Altstadt. Rundgang in der ehemaligen Hansestadt Riga. (FM) 7: Riga – Tallinn Abwechslungsreiche Fahrt von Riga über Pärnu nach Tallinn. Besichtigung der mittelalterlichen Stadt. (FM) 8: Tallinn Der Lahemaa Nationalpark ist eine wahre landwirtschaftliche Perle. Mit den vielen Seen, Mooren und Wäldern dient das Gebiet als Lebensraum einer Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere. Nach dem Mittagessen auf einem Öko-Bauernhof, fakultative Moorschuhwanderung. (FMA) 9: Tallinn – Zürich Rückflug via Riga nach Zürich. (F)

Highlights

von Trakai , Wasserburg Nehrung , Kurische , Bernsteinfischer-Ausflug , Nationalpark Lahemaa

Reisedaten 2017

9 Tage/8 Nächte Hotelplan-Reiseleitung ab/bis Zürich Reise 1: 12.06.–20.06.17 Reise 2: 21.08.–29.08.17

Preise

Reise 1 und 2: ab CHF 2070.– Einzelzimmerzuschlag ab CHF 390.–. Minigruppenzuschlag unter 12 Personen CHF 300.– pro Person. Moorschuhwanderung im Lahemaa Nationalpark CHF 50.– pro Person.

Inbegriffen

mit Germania, Rückflug mit Air Baltic o. ä. , inHinflug Economy Klasse und Treibstoffzuschlag CHF 130.– , Flughafentaxen im klimatisierten Reisebus , Rundreise Übernachtungen in Mittelklassehotels , 8Mahlzeiten gemäss Reiseverlauf, F = Frühstück, , M = Mittagessen, A = Abendessen und Besichtigungen gemäss , Eintritte Reiseprogramm

Weitere Informationen

Das detaillierte Reiseprogramm erhalten Sie in Ihrem Reisebüro. Weitere Informationen und Rundreisen finden Sie unter www.hotelplan.ch/rundreisen-suchen

Lahemaa N.P.

Tallinn

ES TL AND

Pärnu RUSSL AND

Riga

LETTLAND

Klaipeda

POLEN

Siauliai

LITAUEN

Trakai

Vilnius WEISSRUSSL AND

Preise in CHF pro Person im Doppelzimmer. Die Preisangaben sind inklusive First-Minute-Reduktion: CHF 100.– für Buchungen bis 31.10.16. Preis- und Programmänderungen bleiben vorbehalten. Es gelten die Allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen der MTCH AG. Preisstand 13.9.16.

Buchen Sie jetzt! Tel. 043 211 88 85 Weitere Informationen, Buchungen und Prospektbestellung in jeder Hotelplan- und Travelhouse-Filiale, Globus Reisen Lounge und in jedem Reisebüro.

Holiday Box App – NEU Ihr persönliches Reisebüro für unterwegs.

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Berühmtestes Gefängnis der Welt: In Alcatraz sassen Gangster wie Al Capone ihre Haftstrafe ab.

Highlights in San Francisco Sehenswürdigkeiten Shoppen > Alcatraz Die einstige Gefängnisinsel liegt gut sichtbar in der San Francisco Bay. Schon von Weitem strahlt sie eine gewisse Mystik aus. Schliesslich sassen hier einstmals die schlimmsten Verbrecher der Welt. Wegen des grossen Andrangs sollte man sich ein Ticket für die Überfahrt allerdings schon mindestens einen Monat zuvor besorgen. Sonst sieht man die dicken Gefängnismauern nur von aussen. www.alcatrazislandtickets.com

> Little Italy Man erkennt es bereits an den Laternenmasten. Little Italy beginnt, sobald diese in die Farben der italienischen Flagge gehüllt sind. Und selbstredend spürt man es auch schnell am Flair des Quartiers. Pasta, Pizza und Dolce Vita sind omnipräsent. > Twin Peaks Die beste Aussicht auf die Stadt und die San Francisco Bay hat man von den 300 Meter hohen Twin Peaks, den zweithöchsten Hügeln der Metropole.

Die letzten ihrer Art: Noch drei Cable-Car-Linien sind in San Francisco in Betrieb.

Mission District: Im Hip-Viertel gibt es neben bunter Street-Art die besten Restaurants der Stadt.

> Lombard Street Acht Kurven auf 145 Metern bei einem Gefälle von 31,5 Prozent. Die Lombard Street zählt zu den steilsten und kurvenreichsten Strassen der Welt. Am besten frühmorgens vorbeikommen – am Mittag sieht man vor lauter Selfie-Sticks und Touristen kaum etwas von der blumengeschmückten, einzigartigen Strasse. > Japanese Tea Garden Der wunderschön gepflegte japanische Garten ist der mit Abstand älteste in den USA. Angelegt wurde er 1894 für die California Midwinter International Exposition. Ein Erlebnis und wahrer Fundus für alle Botaniker und Liebhaber von Symmetrie. www.japaneseteagardensf.com

Amerikas Blumenkind Die Stadt der Hippies und Aussteiger an Amerikas Westküste ist nicht un­bedingt das, was man erwartet. Doch genau dies macht ihren Reiz aus. Text: Alice Massen

Haight-Ashbury: Im verrücktesten Quartier der Stadt haben Hippies das Regiment übernommen.

> Chinatown Mehr als 80 000 Menschen leben in Chinatown – und das in nur 24 Wohnblocks. Eintritt in die etwas andere Welt erlangt man durch das jadegrüne Dragon Gate auf der Grant Avenue. Dieses auffällige Eingangstor war ein Geschenk Taiwans an San Francisco aus dem Jahr 1969 und markiert die südöstliche Grenze der chinesischen Enklave. Unbedingt eine Nudelsuppe essen!

> Union Square Rund um den Mittelpunkt von Downtown San Francisco ballt sich die Shoppingmeile der Stadt. Alle grossen Marken sind hier vertreten. Meist mit überwältigend grossen und prächtigen Stores. Auch die bekannten Einkaufszentren wie Blooming­ dales und Macys sind hier zu finden. > Mission District Das neue Viertel der Künstler- und Hipsterszene besticht mit kleinen Kunstgalerien und ausgefallenen Shops für Lieb­ haber von Highend-Mode und ­modernem Interieur. Hier lässt sich auch viel Strassenkunst und eine bunte Musikszene entdecken.

Essen > Black Cat Club Wiederauflage eines grossen Namens: Der Black Cat Club in Tenderloin ist voller historischer Anspielungen. Schon 1906 wurde der erste Black CatClub eröffnet. Heute kann man in einem speziellen Ambiente grossartige Live-Musik hören, in der Lounge abhängen oder auch essen. > Dim Sum San Francisco ist berühmt für seine asiatische Küche, vor allem die chinesische. Wer up to date sein möchte, studiert am besten den Blogg Madame Huang’s Kitchen von Carolyn Phillips (www.madamehuang.com). Fantastische Dim-Sum gibt es etwa bei Geary Boulevard’s Hong Kong Lounge, Daly City’s Koi Palace, Din Tai Fung oder Ton Kiang. > Locanda Italienische Küche auf den Punkt gebracht. Im stilvoll eingerichteten Lokal wird auf hochwertige und ökologische Zutaten genauso geachtet wie auf perfekten Service. Die Karte ist klein, aber dafür umso ausgewählter und authentischer. Am besten Tisch vorreservieren und danach noch in eine der Bars in der belebten Valencia Street gehen. www.locandasf.com

Übernachten > Mark Twain Hotel Schlichtes, stylisches Design, mitten im Zentrum der Stadt gelegen und obendrein noch relativ kostengünstig für eine der teuersten Städte der USA. www.hotelmarktwain.com

Mission Dolores Park: Traumblick auf die Skyline und Bay San Franciscos.

Fotos: Getty Images, mauritius images, Thinkstock Images

herc u b h Frü tt von raba

s ist kälter als gedacht, es ist windig, es ist neblig, und es bringt einen innerhalb der ersten Minuten in Schieflage: San Francisco. Seit dem Goldrausch 1848 wächst die auf 42 Hügeln erbaute Schönheit kontinuierlich in Höhe und Breite. Heute leben bereits über 800 000 Menschen auf der geschichtsträchtigen Halbinsel, die unmittelbar auf der wackligen San-Andreas-Verwerfung thront. Jederzeit könnte es aufgrund der geografischen Lage zu einem alles vernichtenden Erdbeben kommen. Macht diese Vergänglichkeit vielleicht genau den Reiz aus? «Wenn sie zusammenbricht, gehen wir mit ihr unter, solange muss man Frisco einfach geniessen», lautet darauf die etwas schnippische, aber stolze Ansage ihrer Bewohner. Recht haben sie. Zum Beispiel an der «Golden Gate Bridge» – 120 000 km Stahldraht verbaut auf 2,7 Kilometern Länge – dieses architektonische Meisterwerk beeindruckt selbst Laien der Baukunst. Oder die völlig von Touristen überfüllte Fishermans Wharf, an der es von ­verrückten Kleinkünstlern und fettig triefenden Hot-DogStänden nur so wimmelt. Natürlich darf man auch keinesfalls das vom HippieVibe geschwängerte HaightAshbury-Quartier verpassen, in dem in die Jahre gekommene Blumenkinder munter Friedensbotschaften trällern und Vintage-Liebhaber in unzähligen Secondhand-Shops ihren Himmel auf Erden finden. Ebenso unverzichtbar: ein ziemlich schiefer Spaziergang rund um den Alamo Square. Während die Waden beim Aufstieg von bis zu 30 Grad steilen Strassen brennen, entzücken die bunt bemalten, viktorianische Holzhäuser (die liebevoll genannten «Painted Ladies») das Auge des Besuchers. Die beste Aussicht über die europäisch geprägte US-Stadt gibt es schliesslich vom Mission Dolores-Park aus – einem weiteren Must-See. Während die Einheimischen auf dem top gepflegten Grün des Parks vor den Besuchern grillieren, joggen, kiffen und Frisbee spielen, türmt sich im Hintergrund die hügelige und immer in eine mystische Dunstwolke gehüllte Hippiemetropole auf – und erneut schiesst es einem in den Kopf ...If you are going to San Francisco ... be sure to wear some flowers in your hair ... Tatsächlich scheint es nicht mehr als Blumen im Haar zu brauchen – San Francisco ist nicht LA oder New York. Hier spielt der perfekte Beach-Body nicht ansatzweise eine Rolle wie in der benachbarten «Stadt der Engel», und auch das New Yorker «Sehen und gesehen werden» hat weniger Relevanz. Hier zählt der Genuss, und vor allem die Normalität. Ein Grund, warum San Francisco einen im ersten Moment vielleicht gar nicht so beeindruckt und umhaut, wie man es erwartet – es ist zu normal. Doch genau das macht das amerikanische Blumenkind eben aus – man muss tiefer in die Stadt eintauchen, um sie lieben zu lernen.


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Entdecken

Honolulu-Lunch

Fast eine Million Menschen ­leben in Honolulu, der Hauptstadt Hawaiis auf der Insel Oahu. Doch anders als viele Grossstädte wirkt Honolulu («geschützte Bucht» in der Sprache der Ureinwohner) total entspannt. Weil man sich aber auch in Honolulus relaxtem Gewimmel schnell verlieren kann, empfiehlt sich eine geführte Stadt-Tour mit den coolen Typen von «Hawaii Food Tours». Die Tour umfasst verschiedene Rundgänge durch die Quartiere Honolulus – immer auf der Suche nach den besten Snacks und tollsten Drinks der Stadt.

Oktober 2016

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Oktober 2016

20 Gründe, Hawaii zu besuchen

ne Betriebe kümmern sich hier am Fusse riesiger Vulkane um das kostbare schwarze Gut, das von Hawaii aus an Feinschmecker in der ganzen Welt verkauft wird. Zu verdanken hat der ­Kona-Kaffee seinen guten Ruf dem britischen Händler Henry Nicholas Greenwell, der im 19. Jahrhundert mit dem Export begann. Seine Kaffeefarm kann man noch heute besuchen.

Taro ist die wichtigste traditionelle Nutzpflanze Hawaiis.

www.greenwellfarms.com/ coffee-tour

Waipio Valley

www.hawaiifoodtours.com/ hole-in-the-wall-tour/

Totaler Überblick

An der Nordküste der Haupt­ insel Oahu liegt das Dillingham Airfield. Vom alten Militärflugplatz aus starten täglich kleine Transportflieger, die wagemu­ tige Skydiver in luftige Höhen bringen. Wer sich traut, kann in einem Tandemsprung zusammen mit erfahrenen Instruktoren aus dem Flugzeug springen und gut eine Minute freien Fall geniessen. Das Vergnügen ist nicht ganz günstig (ab 149 Dollar), unvergesslich ist der Sky­ dive aber allemal – nicht zuletzt wegen der fantastischen Aussicht über die ganze Insel. www.pacificskydivinghonolulu.com

Schnorchlerglück

Rund um das sichelförmige Atoll Molokai vor der Küste ­Oahus tummeln sich Tausende Fische und Schildkröten. Täglich bringen kleine Boote Touristen zum Schnorcheln hierhin. Eintauchen in die farbenfrohe Stille der hawaiianischen Unterwasserwelt: Es gibt kaum etwas Magischeres. Und wenn man Glück hat, dann wird die Stille hier draussen unterbrochen von wunderschönen Walgesängen.

Nach Einbruch der Dunkelheit ist der aktive Vulkan Kilauea auf Big Island besonders eindrücklich.

www.hawaii.com/oahu/things-

Urwald, Vulkane und ein faszinierendes Kulturerbe: Hawaii ist nicht nur e­ twas für Surfergirls und Beachboys. 20 Tipps für unvergessliche Ferien auf dem US-amerikanischen Archipel im Pazifik.

to-do/hiking/manoa-falls-trail/

Blick vom Queen Kapiolani Park in Honolulu auf den Leahi, einen der bekanntesten Berge Hawaiis.

Text: Samuel Schumacher

Mehr als ein Tanz: Die Tanzschule Halau Na Kipu’upu’u erzählt Hula-Geschichten und Legenden.

Welt und wuchs zeitweise in der Hauptstadt auf. Hier ging er zur Schule, hier hatte er seinen ­ersten Ferienjob (in einem FastFood-Restaurant) und hier soll er regelmässig zu den Manoa Falls oberhalb des Stadtteils Waikiki spaziert sein. Der kurze Wanderweg führt durch dichten Urwald zu einem wunderschönen Wasserfall, der sich über eine Felswand herab in einen kleinen See ergiesst. Wer hier badet, der kanns weit bringen – Obama hats bewiesen.

Mit seinen 16 Stämmen erstreckt er sich über fast einen halben Quadratkilometer – ein Wald aus einem einzigen Baum. Eindrücklich ist auch ein Besuch in der Galerie des austra­ lischen Star-Naturfotografen

Peter Lik, der sich zeitweilig auf Maui niedergelassen hat. http://lahainatown.com/

Manoa Falls

US-Präsident Barack Obama kam 1961 in Honolulu auf die

Exklusiver Kaffee

An den sonnigen Steilhängen der Westküste der «Big Island» wächst eine der exklusivsten Kaffeesorten der Welt: der Kona-­Kaffee. Verschiedene klei-

Stellen Sie sich ein Tal vor, von Menschenhand fast unberührt, so abgelegen, dass man nur zu Fuss oder mit einem starken 4x4-Auto hinkommt: Das Waipio-Valley auf Big Island ist eines dieser einsamen, wunderschön wilden Gebiete. Wer durch seine Urwälder und entlang seiner Bergbäche wandert, der kommt sich vor wie im ­Jurassic Park. Nur Dinos gibts hier keine mehr. Dafür haufenweise Schmetterlinge, farbige Pflanzen und jede Menge Ruhe.

Kilauea Krater

Mit diesem Vulkan ist nicht zu spassen: Der Lavasee im riesigen Kilauea-Krater auf Big Island brodelt derzeit wieder mächtig. Vor allem nach Sonnenuntergang kann man die glühenden Lavasprudel und die schwefligen Rauchsäulen, die aus dem Schlund des Vulkans aufsteigen, vom Besucherzentrum aus gut sehen. Tolle Erinnerungsfotos garantiert! www.nps.gov/havo/planyourvisit/ kvc.htm

Mauna Kea

www.int.gohawaii.com/de/

Ein Ausflug auf den 4205 Meter hohen Mauna Kea (den höchsten Berg Hawaiis) ist ebenso eindrücklich. Die Anreise ist lang und holprig. Dafür wird man mit einem der eindrücklichsten Sternenhimmel der Welt belohnt. Die amerikanischen Astronomen haben hier oben nicht umsonst ein millionenteures Observatorium hingestellt. Unbedingt vor der Anreise nachfragen, ob geführte Touren angeboten werden.

big-island/regions-neighborhoods/

www.hawaii-forest.com/tours/

hamakua-coast/

kona-maunakea/

waipio-valley-lookout/

Na Pali Coast

Nuss-Freuden

Es gibt Leute, die sind süchtig nach Macadamia-Nüssen, die bei uns mit Honigkruste, mit Schokoüberzug oder einfach nur gesalzen erhältlich sind. Die Heimat der Macada­mia-Nüsse liegt in der hügligen Region rund um Honokaa auf Big Island. Natürlich gibts hier unzählige Läden, die die Spezia­ lität verkaufen und den Kunden allerlei «Probiererlis» anbieten.

Der Na Pali Coast Park im Norden der Insel Kauai kann nur zu Fuss erkundet werden. Besonders schön ist der knapp 20 Kilometer lange Kalalu Trail, der durch fünf schroffe Täler hindurch hinunter zum einsamen Kalalu-Strand führt. Für bestimmte Abschnitte sind Wanderbewilligungen nötig. Wer entlang des Weges zelten will, muss ebenfalls eine Erlaubnis haben. Der Aufwand lohnt sich.

www.historichonokaaproject.com

www.kalalautrail.com

Anzeige

Auf einer geführten Manta-Tauchtour vor Oahu erlebt man die friedlichen Riesen hautnah.

www.snorkelmolokai.com

Auf Manta-Safari

Wer den geisterhaften Mantaoder Teufelsrochen in ihrem ­natürlichen ­Habitat begegnen will, bucht am besten eine geführte Rochen-Tauch- oder ­ -Schnorchel-Tour vor Oahu. Die Begegnung mit den friedlichen Riesen ist unheimlich und unvergesslich zugleich. Und: Sie findet meist nachts statt. Denn dann sind Mantarochen am ­aktivsten. www.mantaraydiveshawaii.com

Wer liebt sie nicht, die goldgelbe Ananas! Im Hochland Oahus liegt eine der grössten Ananasplantagen der Welt. Sie hat einen eigenen kleinen ErlebnisZug, ein riesiges Plantagen-­ Labyrinth und natürlich ein ­Restaurant, das ausschliesslich Ananas-Spezialitäten serviert. Ein Abstecher ins wenig besuchte Inselzentrum und ein tolles Familienerlebnis. www.doleplantation.com

Die Haiku-Treppe

Die «Haiku Stairs» (Haiku Treppe) auf der Insel Oahu hat fast 4000 Stufen. Wer sie besteigen will, braucht eine gute Kondi­ tion. Und er braucht etwas Mut: Denn eigentlich ist das Betreten der Treppe offiziell verboten, obwohl sie erst kürzlich für eine knappe Million Dollar restauriert wurde. Viele abenteuer­ lustige Wanderer kommen trotzdem. Die Aussicht vom Treppenende hinab ist einfach zu gut, als dass man sie sich von den paar Verbotstafeln ver­ derben lassen sollte. Also: nicht erwischen lassen! www.to-hawaii.com/oahu/ attractions/stairwaytoheaven.php

Sunset Beach

Welches der schönste Strand Hawaiis ist, darüber liesse sich wohl ein Leben lang streiten. Es gibt so viele davon, und alle sind sie auf ihre Art einzigartig. Einer der eindrücklichsten Strände aber ist die Sunset Beach im Norden Oahus. Im Sommer lässt sich hier prima schnorcheln und schwimmen. Im Winter aber klatschen bis zu 10 Meter hohe Wellen unablässig gegen die felsig-sandige Bucht. Dann ­ ­finden hier internationale SurfWettbewerbe statt und der ruhige Strand wird zur Sportarena. Berühmt ist der Strand – wies der Name schon sagt – aber vor allem für seine schönen Sonnen­ untergänge.

Haleakala-Krater

Puolo: Kunstvoll verpackte Gaben für die Götter.

www.best-of-oahu.com/

ver Individualisten, die in kleinen Shops und Restaurants ­alles anbieten, was das Herz begehrt. Wer auf der Suche nach einem tollen Souvenir ist, der wird hier sicher fündig.

sunset-beach-oahu.html

www.haleiwatown.com

Hippiestädtchen Pearl Harbour Hale’iwa heisst übersetzt «Heimat der Fregattvögel». Neben den Fregattvögeln gibt es im kleinen Städtchen im Norden von Oahu aber auch allerlei ­andere kurlige Vögel zu beobachten: Hale’iwa ist ein altes Hippie-Städtchen voller kreati-

Hawaii ist nicht nur ein Strandparadies, sondern auch Schauplatz eines tragischen Kriegsverbrechens: Am 7. Dezember 1941 griffen japanische Kamikaze-Flieger den Flottenstützpunkt Pearl Harbor im Westen Oahus an. Mehr als 1000 ameri-

kanische Soldaten kamen bei dem Angriff ums Leben. Der Angriff veranlasste Präsident ­ Roosevelt, den Japanern (und damit dem mit den Japanern verbündeten Nazi-Deutschland) den Krieg zu erklären. Pearl Harbor ist heute ein sehr gut gemachtes (und noch besser besuchtes) Open-Air-Museum. Wer vor den Massen die Denkmäler über dem gesunkenen Kriegsschiff USS Arizona oder die Ausstellungen in den Museumshallen besuchen will, sollte frühmorgens da sein. www.pearlharboroahu.com

So muss es auf dem Mond aussehen, denkt man sich, wenn man auf dem Gipfel des Vulkans Haleakala auf der Insel Maui steht und in den riesigen Krater hinunterschaut. Verschiedene Wanderwege führen quer durch den Krater hindurch mitten in eine wundersame Welt aus Steinen, Staub und seltenen Pflanzen. Unvergesslich sind auch die Sonnenaufgänge, die man vom windgeschützten Besucherzentrum am Kraterrand aus beobachten kann. www.nps.gov/hale/index.htm

Road to Hana

Eigentlich sind es «nur» 88 Kilometer: Doch der Weg vom Städtchen Kahului entlang der Nordostküste Mauis bis ins hippe Surferdorf Hana scheint ewig lang zu sein. Kaum eine Strasse hat so viele enge Kurven wie die berühmte «Road to Hana» – 620 sollen es sein. Wem es dabei nicht schlecht wird, kann entlang des kurvigen Strässchens unzählige Aussichtspunkte, kleine Restaurants, Ananasverkäufer, Smoothie-Stände, Mini-

Museen und paradiesische Badebuchten geniessen. http://roadtohana.com/

Wale hautnah

Vor Hawaii tummeln sich jede Menge Wale. Zwischen Dezember und April schwimmen Hunderte von Buckelwalen von den arktischen Meeren in die warmen Gewässer rund um Hawaii. Besonders beliebt ist der «Kanal» zwischen Maui und der kleinen Insel Lanai. Auf einer Whale-Watch-Tour kommen Sie den freundlichen Riesen ganz nahe. https://www.prideofmaui.com/ trips/whale/

Alte Königsstadt

Die alte Königsstadt Lahaina auf Maui (zwischen 1820 und 1845 war Lahaina die Hauptstadt des damaligen Königreichs Hawaii) hat dem Modernisierungsdruck Stand gehalten. Wer durch die Gassen Lahainas streift, wähnt sich in ganz anderen Zeiten. Eines der Highlights des Städtchens ist der riesige Banyanbaum, der den Platz des alten Gerichtshauses überschattet.

Fotos: Big Island Visitors Bureau (BIVB) / Tyler Schmitt / Kawika Singson / Kirk Lee Aeder, Hawaii Tourism Authority (HTA) / Tor Johnson

Ananasplantage

Erleben Sie südkalifornisches Ferienglück. San Diego ab Juni 2017 immer montags und freitags nonstop ab Zürich Edelweiss fliegt ab April 2017 neu auch direkt nach Cancún und Costa Rica sowie an über 40 weitere Feriendestinationen. Mit ausgezeichnetem Service an Bord und einem Stück Heimat im Gepäck beginnt für Sie die schönste Zeit des Jahres bereits mit dem Flug.

flyedelweiss.com


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Entdecken

Honolulu-Lunch

Fast eine Million Menschen ­leben in Honolulu, der Hauptstadt Hawaiis auf der Insel Oahu. Doch anders als viele Grossstädte wirkt Honolulu («geschützte Bucht» in der Sprache der Ureinwohner) total entspannt. Weil man sich aber auch in Honolulus relaxtem Gewimmel schnell verlieren kann, empfiehlt sich eine geführte Stadt-Tour mit den coolen Typen von «Hawaii Food Tours». Die Tour umfasst verschiedene Rundgänge durch die Quartiere Honolulus – immer auf der Suche nach den besten Snacks und tollsten Drinks der Stadt.

Oktober 2016

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20 Gründe, Hawaii zu besuchen

ne Betriebe kümmern sich hier am Fusse riesiger Vulkane um das kostbare schwarze Gut, das von Hawaii aus an Feinschmecker in der ganzen Welt verkauft wird. Zu verdanken hat der ­Kona-Kaffee seinen guten Ruf dem britischen Händler Henry Nicholas Greenwell, der im 19. Jahrhundert mit dem Export begann. Seine Kaffeefarm kann man noch heute besuchen.

Taro ist die wichtigste traditionelle Nutzpflanze Hawaiis.

www.greenwellfarms.com/ coffee-tour

Waipio Valley

www.hawaiifoodtours.com/ hole-in-the-wall-tour/

Totaler Überblick

An der Nordküste der Haupt­ insel Oahu liegt das Dillingham Airfield. Vom alten Militärflugplatz aus starten täglich kleine Transportflieger, die wagemu­ tige Skydiver in luftige Höhen bringen. Wer sich traut, kann in einem Tandemsprung zusammen mit erfahrenen Instruktoren aus dem Flugzeug springen und gut eine Minute freien Fall geniessen. Das Vergnügen ist nicht ganz günstig (ab 149 Dollar), unvergesslich ist der Sky­ dive aber allemal – nicht zuletzt wegen der fantastischen Aussicht über die ganze Insel. www.pacificskydivinghonolulu.com

Schnorchlerglück

Rund um das sichelförmige Atoll Molokai vor der Küste ­Oahus tummeln sich Tausende Fische und Schildkröten. Täglich bringen kleine Boote Touristen zum Schnorcheln hierhin. Eintauchen in die farbenfrohe Stille der hawaiianischen Unterwasserwelt: Es gibt kaum etwas Magischeres. Und wenn man Glück hat, dann wird die Stille hier draussen unterbrochen von wunderschönen Walgesängen.

Nach Einbruch der Dunkelheit ist der aktive Vulkan Kilauea auf Big Island besonders eindrücklich.

www.hawaii.com/oahu/things-

Urwald, Vulkane und ein faszinierendes Kulturerbe: Hawaii ist nicht nur e­ twas für Surfergirls und Beachboys. 20 Tipps für unvergessliche Ferien auf dem US-amerikanischen Archipel im Pazifik.

to-do/hiking/manoa-falls-trail/

Blick vom Queen Kapiolani Park in Honolulu auf den Leahi, einen der bekanntesten Berge Hawaiis.

Text: Samuel Schumacher

Mehr als ein Tanz: Die Tanzschule Halau Na Kipu’upu’u erzählt Hula-Geschichten und Legenden.

Welt und wuchs zeitweise in der Hauptstadt auf. Hier ging er zur Schule, hier hatte er seinen ­ersten Ferienjob (in einem FastFood-Restaurant) und hier soll er regelmässig zu den Manoa Falls oberhalb des Stadtteils Waikiki spaziert sein. Der kurze Wanderweg führt durch dichten Urwald zu einem wunderschönen Wasserfall, der sich über eine Felswand herab in einen kleinen See ergiesst. Wer hier badet, der kanns weit bringen – Obama hats bewiesen.

Mit seinen 16 Stämmen erstreckt er sich über fast einen halben Quadratkilometer – ein Wald aus einem einzigen Baum. Eindrücklich ist auch ein Besuch in der Galerie des austra­ lischen Star-Naturfotografen

Peter Lik, der sich zeitweilig auf Maui niedergelassen hat. http://lahainatown.com/

Manoa Falls

US-Präsident Barack Obama kam 1961 in Honolulu auf die

Exklusiver Kaffee

An den sonnigen Steilhängen der Westküste der «Big Island» wächst eine der exklusivsten Kaffeesorten der Welt: der Kona-­Kaffee. Verschiedene klei-

Stellen Sie sich ein Tal vor, von Menschenhand fast unberührt, so abgelegen, dass man nur zu Fuss oder mit einem starken 4x4-Auto hinkommt: Das Waipio-Valley auf Big Island ist eines dieser einsamen, wunderschön wilden Gebiete. Wer durch seine Urwälder und entlang seiner Bergbäche wandert, der kommt sich vor wie im ­Jurassic Park. Nur Dinos gibts hier keine mehr. Dafür haufenweise Schmetterlinge, farbige Pflanzen und jede Menge Ruhe.

Kilauea Krater

Mit diesem Vulkan ist nicht zu spassen: Der Lavasee im riesigen Kilauea-Krater auf Big Island brodelt derzeit wieder mächtig. Vor allem nach Sonnenuntergang kann man die glühenden Lavasprudel und die schwefligen Rauchsäulen, die aus dem Schlund des Vulkans aufsteigen, vom Besucherzentrum aus gut sehen. Tolle Erinnerungsfotos garantiert! www.nps.gov/havo/planyourvisit/ kvc.htm

Mauna Kea

www.int.gohawaii.com/de/

Ein Ausflug auf den 4205 Meter hohen Mauna Kea (den höchsten Berg Hawaiis) ist ebenso eindrücklich. Die Anreise ist lang und holprig. Dafür wird man mit einem der eindrücklichsten Sternenhimmel der Welt belohnt. Die amerikanischen Astronomen haben hier oben nicht umsonst ein millionenteures Observatorium hingestellt. Unbedingt vor der Anreise nachfragen, ob geführte Touren angeboten werden.

big-island/regions-neighborhoods/

www.hawaii-forest.com/tours/

hamakua-coast/

kona-maunakea/

waipio-valley-lookout/

Na Pali Coast

Nuss-Freuden

Es gibt Leute, die sind süchtig nach Macadamia-Nüssen, die bei uns mit Honigkruste, mit Schokoüberzug oder einfach nur gesalzen erhältlich sind. Die Heimat der Macada­mia-Nüsse liegt in der hügligen Region rund um Honokaa auf Big Island. Natürlich gibts hier unzählige Läden, die die Spezia­ lität verkaufen und den Kunden allerlei «Probiererlis» anbieten.

Der Na Pali Coast Park im Norden der Insel Kauai kann nur zu Fuss erkundet werden. Besonders schön ist der knapp 20 Kilometer lange Kalalu Trail, der durch fünf schroffe Täler hindurch hinunter zum einsamen Kalalu-Strand führt. Für bestimmte Abschnitte sind Wanderbewilligungen nötig. Wer entlang des Weges zelten will, muss ebenfalls eine Erlaubnis haben. Der Aufwand lohnt sich.

www.historichonokaaproject.com

www.kalalautrail.com

Anzeige

Auf einer geführten Manta-Tauchtour vor Oahu erlebt man die friedlichen Riesen hautnah.

www.snorkelmolokai.com

Auf Manta-Safari

Wer den geisterhaften Mantaoder Teufelsrochen in ihrem ­natürlichen ­Habitat begegnen will, bucht am besten eine geführte Rochen-Tauch- oder ­ -Schnorchel-Tour vor Oahu. Die Begegnung mit den friedlichen Riesen ist unheimlich und unvergesslich zugleich. Und: Sie findet meist nachts statt. Denn dann sind Mantarochen am ­aktivsten. www.mantaraydiveshawaii.com

Wer liebt sie nicht, die goldgelbe Ananas! Im Hochland Oahus liegt eine der grössten Ananasplantagen der Welt. Sie hat einen eigenen kleinen ErlebnisZug, ein riesiges Plantagen-­ Labyrinth und natürlich ein ­Restaurant, das ausschliesslich Ananas-Spezialitäten serviert. Ein Abstecher ins wenig besuchte Inselzentrum und ein tolles Familienerlebnis. www.doleplantation.com

Die Haiku-Treppe

Die «Haiku Stairs» (Haiku Treppe) auf der Insel Oahu hat fast 4000 Stufen. Wer sie besteigen will, braucht eine gute Kondi­ tion. Und er braucht etwas Mut: Denn eigentlich ist das Betreten der Treppe offiziell verboten, obwohl sie erst kürzlich für eine knappe Million Dollar restauriert wurde. Viele abenteuer­ lustige Wanderer kommen trotzdem. Die Aussicht vom Treppenende hinab ist einfach zu gut, als dass man sie sich von den paar Verbotstafeln ver­ derben lassen sollte. Also: nicht erwischen lassen! www.to-hawaii.com/oahu/ attractions/stairwaytoheaven.php

Sunset Beach

Welches der schönste Strand Hawaiis ist, darüber liesse sich wohl ein Leben lang streiten. Es gibt so viele davon, und alle sind sie auf ihre Art einzigartig. Einer der eindrücklichsten Strände aber ist die Sunset Beach im Norden Oahus. Im Sommer lässt sich hier prima schnorcheln und schwimmen. Im Winter aber klatschen bis zu 10 Meter hohe Wellen unablässig gegen die felsig-sandige Bucht. Dann ­ ­finden hier internationale SurfWettbewerbe statt und der ruhige Strand wird zur Sportarena. Berühmt ist der Strand – wies der Name schon sagt – aber vor allem für seine schönen Sonnen­ untergänge.

Haleakala-Krater

Puolo: Kunstvoll verpackte Gaben für die Götter.

www.best-of-oahu.com/

ver Individualisten, die in kleinen Shops und Restaurants ­alles anbieten, was das Herz begehrt. Wer auf der Suche nach einem tollen Souvenir ist, der wird hier sicher fündig.

sunset-beach-oahu.html

www.haleiwatown.com

Hippiestädtchen Pearl Harbour Hale’iwa heisst übersetzt «Heimat der Fregattvögel». Neben den Fregattvögeln gibt es im kleinen Städtchen im Norden von Oahu aber auch allerlei ­andere kurlige Vögel zu beobachten: Hale’iwa ist ein altes Hippie-Städtchen voller kreati-

Hawaii ist nicht nur ein Strandparadies, sondern auch Schauplatz eines tragischen Kriegsverbrechens: Am 7. Dezember 1941 griffen japanische Kamikaze-Flieger den Flottenstützpunkt Pearl Harbor im Westen Oahus an. Mehr als 1000 ameri-

kanische Soldaten kamen bei dem Angriff ums Leben. Der Angriff veranlasste Präsident ­ Roosevelt, den Japanern (und damit dem mit den Japanern verbündeten Nazi-Deutschland) den Krieg zu erklären. Pearl Harbor ist heute ein sehr gut gemachtes (und noch besser besuchtes) Open-Air-Museum. Wer vor den Massen die Denkmäler über dem gesunkenen Kriegsschiff USS Arizona oder die Ausstellungen in den Museumshallen besuchen will, sollte frühmorgens da sein. www.pearlharboroahu.com

So muss es auf dem Mond aussehen, denkt man sich, wenn man auf dem Gipfel des Vulkans Haleakala auf der Insel Maui steht und in den riesigen Krater hinunterschaut. Verschiedene Wanderwege führen quer durch den Krater hindurch mitten in eine wundersame Welt aus Steinen, Staub und seltenen Pflanzen. Unvergesslich sind auch die Sonnenaufgänge, die man vom windgeschützten Besucherzentrum am Kraterrand aus beobachten kann. www.nps.gov/hale/index.htm

Road to Hana

Eigentlich sind es «nur» 88 Kilometer: Doch der Weg vom Städtchen Kahului entlang der Nordostküste Mauis bis ins hippe Surferdorf Hana scheint ewig lang zu sein. Kaum eine Strasse hat so viele enge Kurven wie die berühmte «Road to Hana» – 620 sollen es sein. Wem es dabei nicht schlecht wird, kann entlang des kurvigen Strässchens unzählige Aussichtspunkte, kleine Restaurants, Ananasverkäufer, Smoothie-Stände, Mini-

Museen und paradiesische Badebuchten geniessen. http://roadtohana.com/

Wale hautnah

Vor Hawaii tummeln sich jede Menge Wale. Zwischen Dezember und April schwimmen Hunderte von Buckelwalen von den arktischen Meeren in die warmen Gewässer rund um Hawaii. Besonders beliebt ist der «Kanal» zwischen Maui und der kleinen Insel Lanai. Auf einer Whale-Watch-Tour kommen Sie den freundlichen Riesen ganz nahe. https://www.prideofmaui.com/ trips/whale/

Alte Königsstadt

Die alte Königsstadt Lahaina auf Maui (zwischen 1820 und 1845 war Lahaina die Hauptstadt des damaligen Königreichs Hawaii) hat dem Modernisierungsdruck Stand gehalten. Wer durch die Gassen Lahainas streift, wähnt sich in ganz anderen Zeiten. Eines der Highlights des Städtchens ist der riesige Banyanbaum, der den Platz des alten Gerichtshauses überschattet.

Fotos: Big Island Visitors Bureau (BIVB) / Tyler Schmitt / Kawika Singson / Kirk Lee Aeder, Hawaii Tourism Authority (HTA) / Tor Johnson

Ananasplantage

Erleben Sie südkalifornisches Ferienglück. San Diego ab Juni 2017 immer montags und freitags nonstop ab Zürich Edelweiss fliegt ab April 2017 neu auch direkt nach Cancún und Costa Rica sowie an über 40 weitere Feriendestinationen. Mit ausgezeichnetem Service an Bord und einem Stück Heimat im Gepäck beginnt für Sie die schönste Zeit des Jahres bereits mit dem Flug.

flyedelweiss.com


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Schweiz

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GELEBTES

BRAUCHTUM

Auf dem Weinwanderweg Weinfelden kommt auch das Auge voll auf seine Kosten: das Schlossgut Bachtobel.

Wenn im Herbst die Weinbauern ihre Trauben einholen, ist die beste Zeit für eine Wanderung durch die Weinberge. Neu seit diesem Jahr ist der «Weinweg Weinfelden» im Thurgau auf der Sonnenseite des Thurtals. Der besondere Clou: ein Weinsafe. Text: Christian Bauer

Platanen wie auf ­einem WeinChâteau in Südfrankreich fühlen. Aussergewöhnlich: Seit dem 16. Jahrhundert hat das Weingut nur zwei Weinpressen erlebt – eine davon ist noch immer in Betrieb. «Die Torggel presst Wein schonender als moderne Geräte», so Meier, der das Familienunternehmen in der achten ­Generation führt. Wir sitzen in gemütlicher Runde vor dem ­ Herrenhaus. Meier öffnet einen Pinot noir «No. 3» – seinen ­der­zeitigen Spitzentropfen. Wir schwenken, schmöckern und schlürfen. Was da die Kehle hinunterläuft ist fruchtig­ frisch. Die Weinkenner am Tisch sprechen von Kirsch­ aromen, von einem Hauch Pfefferminze. «Der Wein ist gut», sagt Meier bescheiden. «Noch zwei, drei Jahre in der Flasche, und das ist ein Spitzenwein.» «Ja, das war ein exzellenter Jahrgang», bestätigt die Önologin des Weinguts mit dem passenden Namen Ines Rebentrost. Spitzenjahrgänge wird es aufgrund der Klimaerwärmung in Zukunft öfter geben als früher, als ein guter Blauburgunder hier oft Glückssache war. «Während es in anderen Regionen für den Pinot noir teilweise zu warm geworden ist, haben wir hier am Ottenberg derzeit Idealbedingungen», so Meier. Am Ottenberg haben Wein­ reben sonnentechnisch einen Logenplatz. Alleine drei Winzer aus dem Mini-Weinbaugebiet (56 Hektaren) haben es gemäss Gault Millau unter die besten 100 Winzer der Schweiz geschafft. Eine respektable Leistung. In vom Rotwein beflügelter Glückseligkeit geht es über das malerische Örtchen Ottenberg langsam zurück nach Weinfelden – inklusive Nickerchen unter einem typischen Thurgauer Apfelbaum. Von der fröhlichen Geburtstagstruppe ist weit und breit nichts mehr zu sehen. Ob wir nochmals beim Weinsafe vorbeischauen sollten?

Informationen Länge: 9 Kilometer Dauer: ca. 3 Stunden Anforderungen: Der Weg hat ­einige Steigungen, ist aber für ­jedermann machbar. Weinsafe: Inbegriffen ist ein Probierglas Wein. Wer mehr ­degustieren möchte, wird um einen Obolus gebeten. Das Weinweg-Säckli gibt es am SBBSchalter in Weinfelden. Informationen: www.weinweg-weinfelden.ch www.bachtobel.ch

Weinwege im Herbst

In der Emmentaler AOP Schaukäserei in Affoltern können Gäste beim Käsen selber Hand anlegen. Im Küherstock von 1741 entsteht der Käse so, wie man ihn schon seit Tausenden von Jahren herstellt. Nachdem die eingedickte Milch mit einer sogenannten Käseharfe zerkleinert und die Molke entfernt worden ist, heben die Käser den Käsebruch mit einem Tuch heraus (oben), pressen ihn in eine Form und tränken ihn im Anschluss in einer Salzlauge (Mitte). Danach folgt der Reifeprozess.

Heute: Käsen wie zu Gotthelfs Zeiten Uhren, Schoggi und Käse – dafür ist die Schweiz in der ganzen Welt ­bekannt. Insbesondere die Milchwirt­ schaft und das Sennentum sind tief mit der Geschichte der Eidgenossen­ schaft verbunden. Doch wie stellt man eigentlich einen Käse her?

Ines Rebentrost, Önologin des Weinguts, schenkt zum Probieren ein.

Führt das Weingut Bachtobel in achter Generation: Johannes Meier (40).

Seit dem 16. Jahrhundert hat das Weingut Bachtobel erst zwei Weinpressen verwendet.

Von römisch bis philosophisch: Die schönsten Weinwanderwege der Schweiz 1. Der Römische Das Weinbaugebiet im Klustal um das Örtchen Aesch BL schaut auf eine lange Weinbau­tradition zu­ rück: Schon im 3. Jahrhundert nach Christus wurden hier Trauben ­angebaut, um die Garnisonsstadt Augusta Raurica mit Wein zu ver­ sorgen. Heute befindet sich hier mit 22 Hektaren das grösste zu­ sammenhängende Anbaugebiet des Kantons Baselland. 24 Tafeln entlang des Weinwanderweges ­erklären sowohl die geografischen Besonderheiten des Anbaugebie­ tes wie auch die Produktionsschrit­ te der Weinherstellung.

Tipp: Im kleinen «Heimatmuseum Aesch» kann man sein Wissen über die Geschichte des Tals vertiefen. www.weinbau-aesch.ch www.heimatmuseum-aesch.ch

2. Der Aargauer Das Zurzibiet ist nicht nur für seine Thermalquelle bekannt, sondern auch als Weinbauregion geschätzt. Auf dem 11 Kilometer langen Wein­ wanderweg, der in Endingen star­ tet und in Klingnau endet, durch­ wandert man sowohl das Surb- als auch das Aartal. Von vielen Aus­ sichtspunkten geniesst man einen weiten Blick auf Landschaft und

Dörfer. I­ nfotafeln geben Einblicke in den Weinbau der Region. Tipp: Im Weinbaumuseum in Tegerfelden kommen auch historische Gerät­ schaften zum Einsatz. Nicht ­verpassen sollte man das grosse Winzerfest in Döttingen vom 30. September bis 2. Oktober. www.badzurzach.info www.winzerfest.ch

3. Der Philosophische Der Naturphilosoph Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) fand einst ­Inspiration am Bielersee. Der Ver­ dacht liege nahe, dass seine Ideen nicht nur der Betrachtung der schö­

nen Natur entsprangen, sondern auch dem Genuss des lokalen Wei­ nes. Die Ausblicke auf der 15 Kilo­ meter langen Wanderung durch die Rebberge von Biel nach La Neuve­ ville begeistern. Entlang des Weges liegen die beiden malerischen Weindörfer Twann und Ligerz, ­zwischen denen zudem ein be­ schilderter Weinlehrpfad verläuft. Nicht verpassen sollte man das Rebbaumuseum in Ligerz. Tipp: Weintraditionen um den ­Bielersee: Erlacher Läset-Sunntige: 1./2. 10.; Twanner Räbebeizli: 2., 9. und 16. 10.; Trüelete in Twann: 21.– 23. 10. www.bielerseewein.ch

Fotos : Christian Bauer, ZVG

D

as Erstaunen ist gross, als sich mitten im Weinberg der Weinsafe öffnet. «Das ist ja der Hammer», jauchzt eine Gruppe junger Frauen, als 20 Weinflaschen aus dem Boden auftauchen – genau das Richtige für ihren Geburtstagsausflug. Der Weinsafe ist der pfiffige Clou entlang des neuen «Weinwanderwegs Weinfelden» im Thurgau, der in diesem Sommer eröffnet wurde. In dem kühlen Fach haben die umliegenden Weingüter ihre besten Weine für die Besucher zusammengetragen. Öffnen kann man den Weinsafe mit einem entsprechenden Code, der zusammen mit einem Weinweg-Rucksäckli am Bahnhof Weinfelden erstanden werden kann. Darin findet sich ein Degustationsglas, ein Mineralwasser sowie das typische Rebkernbrot der Region – schliesslich muss man beim Süffeln auch etwas im Magen haben. Die sanft gewellte Landschaft des Thurgauer Hinterlands bietet mit einer Mischung aus Wäldern, Apfelplantagen und mittelalterlichen Dörfchen ideale Wander- und Velobedingungen – gerade auch für Menschen, die sich keine Gebirgstour zutrauen. Mit dem neuen Weinweg will man nicht nur Touristen in die Region locken, sondern auch den Thurgauer Wein einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Auf der neun Kilo­ meter langen Rundwanderung lernt man anhand zahlreicher Info­tafeln alles über den Weinanbau, die lokalen Winzer und die typischen Rebsorten – allen ­voran über den Lokal­matador der Region, den Blauburgunder. Der Weg führt von Wein­ felden entlang der Sonnen­ terrasse des Thurtals, die mit Weinreben übersät ist. Jetzt, im Herbst, herrscht hier Hoch­ betrieb: Die Lese der Weiss­weine hat begonnen. Wer den Winzern bei der Arbeit zuschauen möchte, sollte sich bald auf den Weg machen. Ein Spaziergang auf dem Weinfelder Weinwanderweg ist natürlich nicht komplett ohne einen Stopp bei einem Rebbauern. Wir treffen Johannes Meier (40) vom Schlossgut Bachtobel, der zwischen den Vorberei­ tungen für die Lese Zeit für ein Schwätzchen findet. Das historische Ensemble des Bachtobels mit Herrenhaus und verschiedenen Wirtschaftsgebäuden inmitten der Weinberge sucht im Kanton seinesgleichen. Würde nicht ein Schweizer Zug in der Ferne durch das Tal zuckeln, man würde sich unter den 200-jährigen

4. Der Weltberühmte Das Lavaux am Genfersee ist die schönste Weinbauregion der Schweiz. Die Weinterrassen wur­ den 2007 zum Unesco-Weltkultur­ erbe erklärt. Auf 800 Hektaren wird hier seit über 1000 Jahren hauptsächlich der Chasselas (auch Gutedel genannt) gekeltert. Auf der 12 Kilometer langen Wande­ rung von Lutry nach St-Saphorin (ausgeschildert als «Terrasses de Lavaux») kann man die Weinberge und die Weindörfer geniessen. Tipp: Ein schöner Abschluss der Tour ist ein Besuch im Restaurant «Auberge de l’Onde» in St-Sapho­ rin, Wirkungsstätte eines der Som­

Malerischer Stadtkern: Weinfelden lädt zum Verweilen ein.

meliers der Schweiz: Jérôme Aké Béda. www.montreuxriviera.com

www.aubergedelonde.ch

5. Der Klassiker Das Rhonetal im Wallis ist das grösste Weinbaugebiet der Schweiz und der perfekte Nähr­boden für ­exzellenten Wein. Auf dem sechs Kilometer langen Rebweg von ­Siders nach Salgesch erklären 80 Infotafeln den Weinbau der Region. Tipp: Das Museum «Espace Ter­ roirs» in Miège ist dem Walliser Boden gewidmet, der dem Wein seine besonderen Noten gibt. www.sierretourisme.ch www.espaceterroirs.ch

Wer den Wein direkt beim Winzer kauft, weiss, was er im Keller hat.

­ iele Schaukäsereien und Almen V bieten für Besucher die Möglich­ keit, seinen eigenen Käse her­ zustellen – so auch die Emmentaler AOP Schaukäserei in Affoltern im Emmental. Wollten Sie schon immer mal wissen, woher eigentlich all die Löcher im Emmentaler kommen oder wie es der Käse aus dem Berner Oberland zu Weltruhm gebracht hat? Antworten auf diese Fragen ­geben verschiedene Angebote der Schaukäserei – von individuellen ­Besuchen, geführten Touren und dem Detektivweg, auf dem kleine Käsefans die Geheimnisse des ­Emmentalers mit Booklet und De­ tektivbox lüften können. Das 17 000 Quadratmeter grosse Areal der Schaukäserei gliedert sich in vier Hauptgebäude: der Küherstock von 1741, wo bis heute nach alter Schule Käse hergestellt wird; die Chäshütte von 1900, die

Dorfkäserei aus den 50ern und die moderne Schaukäserei, die 1989 er­ öffnet wurde. Während in der Schau­ käserei vieles vollautomatisch funkti­ oniert (die Produktion wird von Com­ putern gesteuert und überwacht), kann man im Küherstock noch selbst Hand anlegen und seinen eigenen Stöcklikäse herstellen. Aus 200 Litern Milch werden zwei Laibe von je rund acht Kilo­ gramm. Bis es so weit ist, müssen Mensch und Bakterien allerdings kräftig schuften. Letztere lassen die erwärmte Milch gerinnen. Danach ­zerkleinert der ­Käser die einge­dickte Milch mit der « ­ Käseharfe» und trennt sie von der Molke. Der Käse­ bruch wird mit einem Tuch heraus­ gehoben, in eine Form gepresst und in Salzlauge getränkt – ein Verfahren, das es so schon seit T ­ ausenden von Jahren gibt. Danach folgt eine Reife­ zeit – in diesem Fall vier Monate –, in der die Laibe regelmässig gewendet und gewaschen werden. Seinen ferti­ gen Käse erhält der Freizeitkäser per Post. Auch wer lieber seinen eigenen Frischkäse oder ein Mutschli herstel­ len möchte, ist in Affoltern richtig. www.emmentaler schaukaeserei.ch


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GELEBTES

BRAUCHTUM

Auf dem Weinwanderweg Weinfelden kommt auch das Auge voll auf seine Kosten: das Schlossgut Bachtobel.

Wenn im Herbst die Weinbauern ihre Trauben einholen, ist die beste Zeit für eine Wanderung durch die Weinberge. Neu seit diesem Jahr ist der «Weinweg Weinfelden» im Thurgau auf der Sonnenseite des Thurtals. Der besondere Clou: ein Weinsafe. Text: Christian Bauer

Platanen wie auf ­einem WeinChâteau in Südfrankreich fühlen. Aussergewöhnlich: Seit dem 16. Jahrhundert hat das Weingut nur zwei Weinpressen erlebt – eine davon ist noch immer in Betrieb. «Die Torggel presst Wein schonender als moderne Geräte», so Meier, der das Familienunternehmen in der achten ­Generation führt. Wir sitzen in gemütlicher Runde vor dem ­ Herrenhaus. Meier öffnet einen Pinot noir «No. 3» – seinen ­der­zeitigen Spitzentropfen. Wir schwenken, schmöckern und schlürfen. Was da die Kehle hinunterläuft ist fruchtig­ frisch. Die Weinkenner am Tisch sprechen von Kirsch­ aromen, von einem Hauch Pfefferminze. «Der Wein ist gut», sagt Meier bescheiden. «Noch zwei, drei Jahre in der Flasche, und das ist ein Spitzenwein.» «Ja, das war ein exzellenter Jahrgang», bestätigt die Önologin des Weinguts mit dem passenden Namen Ines Rebentrost. Spitzenjahrgänge wird es aufgrund der Klimaerwärmung in Zukunft öfter geben als früher, als ein guter Blauburgunder hier oft Glückssache war. «Während es in anderen Regionen für den Pinot noir teilweise zu warm geworden ist, haben wir hier am Ottenberg derzeit Idealbedingungen», so Meier. Am Ottenberg haben Wein­ reben sonnentechnisch einen Logenplatz. Alleine drei Winzer aus dem Mini-Weinbaugebiet (56 Hektaren) haben es gemäss Gault Millau unter die besten 100 Winzer der Schweiz geschafft. Eine respektable Leistung. In vom Rotwein beflügelter Glückseligkeit geht es über das malerische Örtchen Ottenberg langsam zurück nach Weinfelden – inklusive Nickerchen unter einem typischen Thurgauer Apfelbaum. Von der fröhlichen Geburtstagstruppe ist weit und breit nichts mehr zu sehen. Ob wir nochmals beim Weinsafe vorbeischauen sollten?

Informationen Länge: 9 Kilometer Dauer: ca. 3 Stunden Anforderungen: Der Weg hat ­einige Steigungen, ist aber für ­jedermann machbar. Weinsafe: Inbegriffen ist ein Probierglas Wein. Wer mehr ­degustieren möchte, wird um einen Obolus gebeten. Das Weinweg-Säckli gibt es am SBBSchalter in Weinfelden. Informationen: www.weinweg-weinfelden.ch www.bachtobel.ch

Weinwege im Herbst

In der Emmentaler AOP Schaukäserei in Affoltern können Gäste beim Käsen selber Hand anlegen. Im Küherstock von 1741 entsteht der Käse so, wie man ihn schon seit Tausenden von Jahren herstellt. Nachdem die eingedickte Milch mit einer sogenannten Käseharfe zerkleinert und die Molke entfernt worden ist, heben die Käser den Käsebruch mit einem Tuch heraus (oben), pressen ihn in eine Form und tränken ihn im Anschluss in einer Salzlauge (Mitte). Danach folgt der Reifeprozess.

Heute: Käsen wie zu Gotthelfs Zeiten Uhren, Schoggi und Käse – dafür ist die Schweiz in der ganzen Welt ­bekannt. Insbesondere die Milchwirt­ schaft und das Sennentum sind tief mit der Geschichte der Eidgenossen­ schaft verbunden. Doch wie stellt man eigentlich einen Käse her?

Ines Rebentrost, Önologin des Weinguts, schenkt zum Probieren ein.

Führt das Weingut Bachtobel in achter Generation: Johannes Meier (40).

Seit dem 16. Jahrhundert hat das Weingut Bachtobel erst zwei Weinpressen verwendet.

Von römisch bis philosophisch: Die schönsten Weinwanderwege der Schweiz 1. Der Römische Das Weinbaugebiet im Klustal um das Örtchen Aesch BL schaut auf eine lange Weinbau­tradition zu­ rück: Schon im 3. Jahrhundert nach Christus wurden hier Trauben ­angebaut, um die Garnisonsstadt Augusta Raurica mit Wein zu ver­ sorgen. Heute befindet sich hier mit 22 Hektaren das grösste zu­ sammenhängende Anbaugebiet des Kantons Baselland. 24 Tafeln entlang des Weinwanderweges ­erklären sowohl die geografischen Besonderheiten des Anbaugebie­ tes wie auch die Produktionsschrit­ te der Weinherstellung.

Tipp: Im kleinen «Heimatmuseum Aesch» kann man sein Wissen über die Geschichte des Tals vertiefen. www.weinbau-aesch.ch www.heimatmuseum-aesch.ch

2. Der Aargauer Das Zurzibiet ist nicht nur für seine Thermalquelle bekannt, sondern auch als Weinbauregion geschätzt. Auf dem 11 Kilometer langen Wein­ wanderweg, der in Endingen star­ tet und in Klingnau endet, durch­ wandert man sowohl das Surb- als auch das Aartal. Von vielen Aus­ sichtspunkten geniesst man einen weiten Blick auf Landschaft und

Dörfer. I­ nfotafeln geben Einblicke in den Weinbau der Region. Tipp: Im Weinbaumuseum in Tegerfelden kommen auch historische Gerät­ schaften zum Einsatz. Nicht ­verpassen sollte man das grosse Winzerfest in Döttingen vom 30. September bis 2. Oktober. www.badzurzach.info www.winzerfest.ch

3. Der Philosophische Der Naturphilosoph Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) fand einst ­Inspiration am Bielersee. Der Ver­ dacht liege nahe, dass seine Ideen nicht nur der Betrachtung der schö­

nen Natur entsprangen, sondern auch dem Genuss des lokalen Wei­ nes. Die Ausblicke auf der 15 Kilo­ meter langen Wanderung durch die Rebberge von Biel nach La Neuve­ ville begeistern. Entlang des Weges liegen die beiden malerischen Weindörfer Twann und Ligerz, ­zwischen denen zudem ein be­ schilderter Weinlehrpfad verläuft. Nicht verpassen sollte man das Rebbaumuseum in Ligerz. Tipp: Weintraditionen um den ­Bielersee: Erlacher Läset-Sunntige: 1./2. 10.; Twanner Räbebeizli: 2., 9. und 16. 10.; Trüelete in Twann: 21.– 23. 10. www.bielerseewein.ch

Fotos : Christian Bauer, ZVG

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as Erstaunen ist gross, als sich mitten im Weinberg der Weinsafe öffnet. «Das ist ja der Hammer», jauchzt eine Gruppe junger Frauen, als 20 Weinflaschen aus dem Boden auftauchen – genau das Richtige für ihren Geburtstagsausflug. Der Weinsafe ist der pfiffige Clou entlang des neuen «Weinwanderwegs Weinfelden» im Thurgau, der in diesem Sommer eröffnet wurde. In dem kühlen Fach haben die umliegenden Weingüter ihre besten Weine für die Besucher zusammengetragen. Öffnen kann man den Weinsafe mit einem entsprechenden Code, der zusammen mit einem Weinweg-Rucksäckli am Bahnhof Weinfelden erstanden werden kann. Darin findet sich ein Degustationsglas, ein Mineralwasser sowie das typische Rebkernbrot der Region – schliesslich muss man beim Süffeln auch etwas im Magen haben. Die sanft gewellte Landschaft des Thurgauer Hinterlands bietet mit einer Mischung aus Wäldern, Apfelplantagen und mittelalterlichen Dörfchen ideale Wander- und Velobedingungen – gerade auch für Menschen, die sich keine Gebirgstour zutrauen. Mit dem neuen Weinweg will man nicht nur Touristen in die Region locken, sondern auch den Thurgauer Wein einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Auf der neun Kilo­ meter langen Rundwanderung lernt man anhand zahlreicher Info­tafeln alles über den Weinanbau, die lokalen Winzer und die typischen Rebsorten – allen ­voran über den Lokal­matador der Region, den Blauburgunder. Der Weg führt von Wein­ felden entlang der Sonnen­ terrasse des Thurtals, die mit Weinreben übersät ist. Jetzt, im Herbst, herrscht hier Hoch­ betrieb: Die Lese der Weiss­weine hat begonnen. Wer den Winzern bei der Arbeit zuschauen möchte, sollte sich bald auf den Weg machen. Ein Spaziergang auf dem Weinfelder Weinwanderweg ist natürlich nicht komplett ohne einen Stopp bei einem Rebbauern. Wir treffen Johannes Meier (40) vom Schlossgut Bachtobel, der zwischen den Vorberei­ tungen für die Lese Zeit für ein Schwätzchen findet. Das historische Ensemble des Bachtobels mit Herrenhaus und verschiedenen Wirtschaftsgebäuden inmitten der Weinberge sucht im Kanton seinesgleichen. Würde nicht ein Schweizer Zug in der Ferne durch das Tal zuckeln, man würde sich unter den 200-jährigen

4. Der Weltberühmte Das Lavaux am Genfersee ist die schönste Weinbauregion der Schweiz. Die Weinterrassen wur­ den 2007 zum Unesco-Weltkultur­ erbe erklärt. Auf 800 Hektaren wird hier seit über 1000 Jahren hauptsächlich der Chasselas (auch Gutedel genannt) gekeltert. Auf der 12 Kilometer langen Wande­ rung von Lutry nach St-Saphorin (ausgeschildert als «Terrasses de Lavaux») kann man die Weinberge und die Weindörfer geniessen. Tipp: Ein schöner Abschluss der Tour ist ein Besuch im Restaurant «Auberge de l’Onde» in St-Sapho­ rin, Wirkungsstätte eines der Som­

Malerischer Stadtkern: Weinfelden lädt zum Verweilen ein.

meliers der Schweiz: Jérôme Aké Béda. www.montreuxriviera.com

www.aubergedelonde.ch

5. Der Klassiker Das Rhonetal im Wallis ist das grösste Weinbaugebiet der Schweiz und der perfekte Nähr­boden für ­exzellenten Wein. Auf dem sechs Kilometer langen Rebweg von ­Siders nach Salgesch erklären 80 Infotafeln den Weinbau der Region. Tipp: Das Museum «Espace Ter­ roirs» in Miège ist dem Walliser Boden gewidmet, der dem Wein seine besonderen Noten gibt. www.sierretourisme.ch www.espaceterroirs.ch

Wer den Wein direkt beim Winzer kauft, weiss, was er im Keller hat.

­ iele Schaukäsereien und Almen V bieten für Besucher die Möglich­ keit, seinen eigenen Käse her­ zustellen – so auch die Emmentaler AOP Schaukäserei in Affoltern im Emmental. Wollten Sie schon immer mal wissen, woher eigentlich all die Löcher im Emmentaler kommen oder wie es der Käse aus dem Berner Oberland zu Weltruhm gebracht hat? Antworten auf diese Fragen ­geben verschiedene Angebote der Schaukäserei – von individuellen ­Besuchen, geführten Touren und dem Detektivweg, auf dem kleine Käsefans die Geheimnisse des ­Emmentalers mit Booklet und De­ tektivbox lüften können. Das 17 000 Quadratmeter grosse Areal der Schaukäserei gliedert sich in vier Hauptgebäude: der Küherstock von 1741, wo bis heute nach alter Schule Käse hergestellt wird; die Chäshütte von 1900, die

Dorfkäserei aus den 50ern und die moderne Schaukäserei, die 1989 er­ öffnet wurde. Während in der Schau­ käserei vieles vollautomatisch funkti­ oniert (die Produktion wird von Com­ putern gesteuert und überwacht), kann man im Küherstock noch selbst Hand anlegen und seinen eigenen Stöcklikäse herstellen. Aus 200 Litern Milch werden zwei Laibe von je rund acht Kilo­ gramm. Bis es so weit ist, müssen Mensch und Bakterien allerdings kräftig schuften. Letztere lassen die erwärmte Milch gerinnen. Danach ­zerkleinert der ­Käser die einge­dickte Milch mit der « ­ Käseharfe» und trennt sie von der Molke. Der Käse­ bruch wird mit einem Tuch heraus­ gehoben, in eine Form gepresst und in Salzlauge getränkt – ein Verfahren, das es so schon seit T ­ ausenden von Jahren gibt. Danach folgt eine Reife­ zeit – in diesem Fall vier Monate –, in der die Laibe regelmässig gewendet und gewaschen werden. Seinen ferti­ gen Käse erhält der Freizeitkäser per Post. Auch wer lieber seinen eigenen Frischkäse oder ein Mutschli herstel­ len möchte, ist in Affoltern richtig. www.emmentaler schaukaeserei.ch


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Service

Oktober 2016

Achtung, Trickser und Betrüger! 1

Kostspielige Stadtrundfahrt

Bangkok, Thailand. Taxi- und TukTuk-Fahrer sind die wahrscheinlich grössten Gauner des Planeten. Keine Stadt, in der sie nicht mit aberwitzigen Umwegen den Fahrpreis in die Höhe treiben. Und Bangkok, so scheint es, ist die Hauptstadt des Taxi-Wahnsinns. Ein Fahrer war besonders dreist. Auf dem Rückweg vom «Usgang» nahm ich ein Taxi zurück zum Hotel. Die Fahrt hatte die letzten Male etwa 15 Minuten gedauert. Aber der Halunke am Steuer kurvte und kurvte durch die Stadt. Nach 45 Minuten war der Fahrpreis höher als ein Bus­ ticket nach Phuket im Süden

Viele Menschen ­leben ­davon, Touristen mit ­raffinierten Tricks und ­dreisten Betrügereien das Geld aus der Tasche zu ­ziehen. BlickReisen-Autor Christian Bauer erzählt von seinen Erlebnissen und zeigt Ihnen, wovor Sie sich in Acht nehmen müssen.

des Landes. Ich befahl ihm, anzuhalten und stieg aus. «Glaubst du eigentlich, ich lasse mich für dumm verkaufen?», fragte ich. «Oh sorry, sorry, sorry», rief er. Ich ging, ohne zu bezahlen. Mein Tipp: Erkundigen Sie sich beim Hotel über die gängigen Tarife. Sagen Sie dem Taxifahrer vor der Fahrt, dass Sie den Preis und die Strecke kennen. Vielleicht haben Sie Glück. Oft behaupten Taxifahrer auch, das Taxameter sei kaputt. In diesem Fall verhandeln Sie den Preis immer vor der Fahrt.

2

Mein Hotel? Abgebrannt?

Jakarta, Indonesien, in einem Taxi vom Flughafen zum Hotel: «Oh nein, Sie wissen es noch nicht? Ihr Hotel ist heute Nacht abgebrannt. Aber Sie haben Glück. Ich kenne da eine tolle Alternative!» Versucht der allen Ernstes, mir diese Geschichte aufzubinden? «Ich habe gestern noch mit dem Hotel gemailt.» – «Ja, nicht wahr, ist das nicht schlimm?», säuselt er. Als wir schliesslich vor meinem intakten Hotel stehen – ich musste ihn regelrecht dazu zwingen – grinst er wie ein Kind, das man beim Guetsliklauen erwischt hat. Aber leid tat es ihm nicht. Taxifahrer bekommen oft eine Provision, wenn sie ihre Fahrgäste in bestimmte Hotels locken. Die Story mit dem abgebrannten Hotel war die dreisteste, die ich erlebt habe. Meist be-

haupten Taxifahrer, das Hotel sei ausgebucht oder geschlossen. Mein Tipp: Organisieren Sie wenn möglich über Ihr Hotel ­einen Abholservice. Sagen Sie einem Taxifahrer nie, dass Sie noch kein Hotel gebucht haben. Behaupten Sie immer, Sie hätten reserviert. Übrigens: Ein ähnlicher Trick ist die «geschlossene Sehenswürdigkeit». Ein hilfsbereiter Mensch möchte Sie dann zu einer Alternative führen ...

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Finger weg von Angeboten, die augenscheinlich zu billig sind. Qualität hat überall ihren Preis. Wer trotzdem reinfällt, ist Opfer seiner eigenen Gier.

Tand, nicht Schnäppchen

In vielen asiatischen Grossstädten werben Geschäfte für massgeschneiderte Anzüge. Die Angebote sind verlockend: zwei Anzüge, drei Hemden, als Bonus noch ein Sakko und das alles für sagenhafte 200 Franken. Natürlich sind Verarbeitung und Qualität mangelhaft. Die Läden rechnen mit Ihrer fehlenden Sachkenntnis. Mein Tipp: Finger weg von An­ geboten, die augenscheinlich zu billig sind – auch bei Schmuck. Gute Qualität hat auch in Asien ihren Preis.

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Oktober 2016

einen Beutel aus der Tasche, in dem ein paar Edelsteine funkeln. «Die habe ich einem Händler für 150 Dollar abgekauft. Er sagt, ich kann sie zu Hause für mindestens 500 wieder verkaufen!», strahlt er. Unglaublich, dass Touristen noch immer auf den alten Trick reinfallen: Ein Händler behauptet, er bräuchte einen ­ausländischen Mittelsmann, der Waren ohne Zollschwierigkeiten in sein Heimatland ­bringen kann. Als Belohnung winke ein grosser Gewinn. Natürlich sind die «Edelsteine» wertloses Glas. Mein Tipp: Kommt jemand ungefragt auf Sie zu und wirbt für irgendeinen lukrativen Deal, will man Ihnen nur Geld aus der Tasche ziehen.

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«lass uns in dein Büro gehen und dann kannst du mir eine Quittung ausstellen.» Der Mann dreht sich um und verschwindet. Oft stellen sich Leute als Amtspersonen vor und versuchen eine Busse einzutreiben, die man als verunsicherter Tourist gerne bezahlt, um Ärger zu vermeiden. Mein Tipp: Bestehen Sie darauf, mit der Person zu einer offiziellen Stelle zu gehen. Meist ist das Thema damit erledigt. Wichtig: Immer höflich bleiben – es könnte sich auch um echte Amtspersonen handeln.

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Istanbul, Türkei. Ich schlendere die Partystrasse İstiklâl Caddesi entlang auf der Suche nach einem Restaurant. Ein Mann ­ spricht mich an, leger gekleidet, gutes Englisch. Ein Hipster-Typ.

Die falsche ­Amtsperson

Auf einem Bahnsteig in Indien. Kühe laufen herum, überall liegen Kuhfladen. Auf den Gleisen türmt sich der Müll und die ­Abwässer aus den Zügen stinken erbärmlich in der Hitze. Meine Begleitung schnippt eine Zigarette auf die Gleise (sicherlich kein vorbildliches Verhalten). Da taucht ein Mann auf und behauptet, er sei der Bahnhofsvorsteher. «Das Verunrei­ nigen der Gleise ist verboten. Das kostet eine Strafe von 5000 Rupien!», droht er mir. Meine weibliche Begleitung schaut er nicht an. Ich deutete auf den Müll und lache. «Gut», sage ich,

«Lukrative» Deals

Irgendwo in Thailand in einem Überlandbus: Vor mir sitzen zwei junge Backpacker. Einer protzt mit seinen Abenteuer­ geschichten. Plötzlich zieht er

Sie wollen nur eines: ihr Geld

Er sei auch alleine übers Wochenende von Ankara hergekommen. Klar, um ein bisschen Spass zu haben. Er zwinkert mir zu. Wir könnten doch gemeinsam etwas trinken gehen, er hätte da eine coole Kneipe gefunden. Dumm nur, dass mir am Abend zuvor ein anderer Kerl die gleiche Story erzählt hatte – wortwörtlich! Was wäre passiert? In einer Kneipe hätten sich attraktive, aber trinkfreudige Frauen zu uns gesellt. Es wäre ein feuchtfröhlicher Abend geworden – und zwar auf meine Kosten. Hätte ich mich geweigert, die überhöhte Rechnung zu be­ zahlen, hätte der Türsteher die Forderung mit Nachdruck durchgesetzt. Mein Tipp: Bei überfreund­ lichen Einheimischen, die Sie in eine Bar, Disco oder in ein Geschäft mitnehmen wollen, immer vorsichtig sein. Man ­ möchte nicht Ihre Gesellschaft, sondern Ihr Geld.

Gesunde Vorsicht, nicht Misstrauen Treten Sie freundlich, aber bestimmt auf. Sagen Sie ein klares «Nein» zu Menschen, die allzu aufdringlich auf Sie zukommen. Gehen Sie dennoch mit gesunder Vorsicht offen auf die Menschen zu. Dann werden Sie mit positiven Erlebnissen aus der Ferne zurückkehren. Die beschriebenen Tricks begegnen Ihnen in aller Regel nur an den touristischen Hot-Spots. Was mache ich, wenn ich auf einen Trick reingefallen bin? Cool ­bleiben! Überhöhte Touristenpreise für minderwertige Produkte oder Taxifahrten kann man kaum vermeiden. Bestenfalls lassen sich die finanziellen Verluste reduzieren. Wichtig: Lassen Sie sich ­dadurch nicht ihre wohlverdienten Ferien vermiesen!

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Reise-Impressionen weltweit Malta – Sonnige Vielfalt im Mittelmeer In nur zwei Flugstunden geht es «ab auf die Insel» nach Malta, nur 95 km südlich von Sizilien gelegen. Zusammen mit den kleinen Schwestern Gozo und Comino bildet Malta ein liebenswertes Inseltrio. Das kleinste EU-Land überrascht mit einem bunten Mix

aus britischen und mediterranen Einflüssen, entspanntem Lifestyle und einer unglaublichen Vielfalt an Ferienideen. Und das an über 300 Sonnentagen im Jahr. Entdecken Sie jahrtausendealte, ge­ heimnisvolle Megalithtempel oder bummeln Sie durch das prächtigbarocke Valletta – Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2018. Besuchen Sie Musik- und Kulturfestivals und feiern Sie bei den farbenfrohen Patronatsfesten mit. Als Tauch-, Schnorchel- und Wassersport­paradies hat sich die Inselgruppe schon lange einen Namen gemacht, aber auch Wander- und Mountainbike-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. In einer nur halbstündigen Fährüberfahrt erreicht man Maltas Schwesterinsel Gozo. Mit ihrer üppigen Vegetation und beschaulichen kleinen Dörfern trägt sie zu Recht den Beinamen «grünes Gozo». Die Insel ist immer noch ein ex­klu­siver Geheimtipp und bietet idyllische Ruhe. Ob Städtetrip, Badeferien oder Sprachreise: Bei Air Malta beginnen die Ferien bereits an Bord der modernen Airbus-Flotte. Die herzlichmediterrane Gastfreundschaft der erfahrenen maltesischen Crew bildet den perfekten Auftakt für einen unvergesslichen Aufenthalt auf der geschichtsträchtigen Sonneninsel. www.visitmalta.com, www.visitvalletta.de www.airmalta.com

Herbst Familienausflug ins Tessin Dank des neuen Gotthard Basistunnels wird eine Spritztour ins Tessin schon bald noch schneller. Bereits diesen Herbst profitieren Familien mit Kindern von spannenden Angeboten in der Schweizer Sonnenstube. Kleine Kinder, temperamentvolle Teenager und entspannungssuchende Eltern kommen auf ihre Kosten. Im September und Oktober übernachten Kinder bis 12 Jahre gratis im Zimmer der Eltern und Teenager von 13-15 Jahre zahlen nur 50 %. Unter www.kindergratis.ticino.ch finden Sie 13 Gratis-Eintritte bei Attraktionen im Tessin für Kinder bis 12 Jahre und 18 attraktive Übernachtungsangebote für die Familie. www.ticino.ch

Walliser Wochen im Glacier Express Die Walliser Wochen 2016 im Glacier Express werden zu einer genussvollen kulinarischen Reise: Die Spitzenköche des Grand Hotels Zermatterhof (Restaurant Prato Borni: 14 Gault & Millau Punkte) haben das Menu der Walliser Wochen zusammengestellt. Beste Walliser Produkte stehen im Mittelpunkt der Tafelfreuden, die bis 23. Oktober 2016 auf der Erlebnisfahrt zwischen St. Moritz und Zermatt oder umgekehrt aufgetischt werden. Mit an Bord: Weine aus fünf Kellereien aus dem Ober- und Unterwallis, die das raffinierte Menu begleiten. www.glacierexpress.ch

Für Sie inklusive

14 Tage

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WÜSTENMEER STATT SCHNEEGESTÖBER. Buchen Sie jetzt: Reisebüro • AIDA Kundencenter +41 (0) 848/10 10 16*** • www.aida.ch * AIDA VARIO Preis bei 2er-Belegung (Innenkabine) im Reisezeitraum November 2016 bis März 2017, limitiertes Kontingent. Die Rechnung wird in Euro (€) gestellt. Der angegebene Preis in Schweizer Franken (CHF) ist ein Referenzpreis, der auf dem Tageswechselkurs von CHF 1.10 beruht. Der tatsächlich zu bezahlende Preis in Schweizer Franken hängt vom Tageswechselkurs ab, den die Kreditkartenherausgeber / Banken praktizieren, und von den möglichen Bankgebühren der Kreditkartenherausgeber / Banken, die in Verbindung mit dem Umtausch CHF/ € entstehen können. Der aktuell abgebildete Tageskurs dient nur zur Veranschaulichung. ** Vollpension inklusive Tischgetränken in den Buffet-Restaurants *** CHF 0.08 pro Minute aus dem Schweizer Festnetz, abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer Es gilt die aktuelle AIDA Broschüre inklusive der Reisebestimmungen. AIDA Cruises • German Branch of Costa Crociere S. p. A. • Am Strande 3 d • 18055 Rostock • Deutschland


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Service

Oktober 2016

Achtung, Trickser und Betrüger! 1

Kostspielige Stadtrundfahrt

Bangkok, Thailand. Taxi- und TukTuk-Fahrer sind die wahrscheinlich grössten Gauner des Planeten. Keine Stadt, in der sie nicht mit aberwitzigen Umwegen den Fahrpreis in die Höhe treiben. Und Bangkok, so scheint es, ist die Hauptstadt des Taxi-Wahnsinns. Ein Fahrer war besonders dreist. Auf dem Rückweg vom «Usgang» nahm ich ein Taxi zurück zum Hotel. Die Fahrt hatte die letzten Male etwa 15 Minuten gedauert. Aber der Halunke am Steuer kurvte und kurvte durch die Stadt. Nach 45 Minuten war der Fahrpreis höher als ein Bus­ ticket nach Phuket im Süden

Viele Menschen ­leben ­davon, Touristen mit ­raffinierten Tricks und ­dreisten Betrügereien das Geld aus der Tasche zu ­ziehen. BlickReisen-Autor Christian Bauer erzählt von seinen Erlebnissen und zeigt Ihnen, wovor Sie sich in Acht nehmen müssen.

des Landes. Ich befahl ihm, anzuhalten und stieg aus. «Glaubst du eigentlich, ich lasse mich für dumm verkaufen?», fragte ich. «Oh sorry, sorry, sorry», rief er. Ich ging, ohne zu bezahlen. Mein Tipp: Erkundigen Sie sich beim Hotel über die gängigen Tarife. Sagen Sie dem Taxifahrer vor der Fahrt, dass Sie den Preis und die Strecke kennen. Vielleicht haben Sie Glück. Oft behaupten Taxifahrer auch, das Taxameter sei kaputt. In diesem Fall verhandeln Sie den Preis immer vor der Fahrt.

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Mein Hotel? Abgebrannt?

Jakarta, Indonesien, in einem Taxi vom Flughafen zum Hotel: «Oh nein, Sie wissen es noch nicht? Ihr Hotel ist heute Nacht abgebrannt. Aber Sie haben Glück. Ich kenne da eine tolle Alternative!» Versucht der allen Ernstes, mir diese Geschichte aufzubinden? «Ich habe gestern noch mit dem Hotel gemailt.» – «Ja, nicht wahr, ist das nicht schlimm?», säuselt er. Als wir schliesslich vor meinem intakten Hotel stehen – ich musste ihn regelrecht dazu zwingen – grinst er wie ein Kind, das man beim Guetsliklauen erwischt hat. Aber leid tat es ihm nicht. Taxifahrer bekommen oft eine Provision, wenn sie ihre Fahrgäste in bestimmte Hotels locken. Die Story mit dem abgebrannten Hotel war die dreisteste, die ich erlebt habe. Meist be-

haupten Taxifahrer, das Hotel sei ausgebucht oder geschlossen. Mein Tipp: Organisieren Sie wenn möglich über Ihr Hotel ­einen Abholservice. Sagen Sie einem Taxifahrer nie, dass Sie noch kein Hotel gebucht haben. Behaupten Sie immer, Sie hätten reserviert. Übrigens: Ein ähnlicher Trick ist die «geschlossene Sehenswürdigkeit». Ein hilfsbereiter Mensch möchte Sie dann zu einer Alternative führen ...

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Finger weg von Angeboten, die augenscheinlich zu billig sind. Qualität hat überall ihren Preis. Wer trotzdem reinfällt, ist Opfer seiner eigenen Gier.

Tand, nicht Schnäppchen

In vielen asiatischen Grossstädten werben Geschäfte für massgeschneiderte Anzüge. Die Angebote sind verlockend: zwei Anzüge, drei Hemden, als Bonus noch ein Sakko und das alles für sagenhafte 200 Franken. Natürlich sind Verarbeitung und Qualität mangelhaft. Die Läden rechnen mit Ihrer fehlenden Sachkenntnis. Mein Tipp: Finger weg von An­ geboten, die augenscheinlich zu billig sind – auch bei Schmuck. Gute Qualität hat auch in Asien ihren Preis.

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Oktober 2016

einen Beutel aus der Tasche, in dem ein paar Edelsteine funkeln. «Die habe ich einem Händler für 150 Dollar abgekauft. Er sagt, ich kann sie zu Hause für mindestens 500 wieder verkaufen!», strahlt er. Unglaublich, dass Touristen noch immer auf den alten Trick reinfallen: Ein Händler behauptet, er bräuchte einen ­ausländischen Mittelsmann, der Waren ohne Zollschwierigkeiten in sein Heimatland ­bringen kann. Als Belohnung winke ein grosser Gewinn. Natürlich sind die «Edelsteine» wertloses Glas. Mein Tipp: Kommt jemand ungefragt auf Sie zu und wirbt für irgendeinen lukrativen Deal, will man Ihnen nur Geld aus der Tasche ziehen.

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«lass uns in dein Büro gehen und dann kannst du mir eine Quittung ausstellen.» Der Mann dreht sich um und verschwindet. Oft stellen sich Leute als Amtspersonen vor und versuchen eine Busse einzutreiben, die man als verunsicherter Tourist gerne bezahlt, um Ärger zu vermeiden. Mein Tipp: Bestehen Sie darauf, mit der Person zu einer offiziellen Stelle zu gehen. Meist ist das Thema damit erledigt. Wichtig: Immer höflich bleiben – es könnte sich auch um echte Amtspersonen handeln.

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Istanbul, Türkei. Ich schlendere die Partystrasse İstiklâl Caddesi entlang auf der Suche nach einem Restaurant. Ein Mann ­ spricht mich an, leger gekleidet, gutes Englisch. Ein Hipster-Typ.

Die falsche ­Amtsperson

Auf einem Bahnsteig in Indien. Kühe laufen herum, überall liegen Kuhfladen. Auf den Gleisen türmt sich der Müll und die ­Abwässer aus den Zügen stinken erbärmlich in der Hitze. Meine Begleitung schnippt eine Zigarette auf die Gleise (sicherlich kein vorbildliches Verhalten). Da taucht ein Mann auf und behauptet, er sei der Bahnhofsvorsteher. «Das Verunrei­ nigen der Gleise ist verboten. Das kostet eine Strafe von 5000 Rupien!», droht er mir. Meine weibliche Begleitung schaut er nicht an. Ich deutete auf den Müll und lache. «Gut», sage ich,

«Lukrative» Deals

Irgendwo in Thailand in einem Überlandbus: Vor mir sitzen zwei junge Backpacker. Einer protzt mit seinen Abenteuer­ geschichten. Plötzlich zieht er

Sie wollen nur eines: ihr Geld

Er sei auch alleine übers Wochenende von Ankara hergekommen. Klar, um ein bisschen Spass zu haben. Er zwinkert mir zu. Wir könnten doch gemeinsam etwas trinken gehen, er hätte da eine coole Kneipe gefunden. Dumm nur, dass mir am Abend zuvor ein anderer Kerl die gleiche Story erzählt hatte – wortwörtlich! Was wäre passiert? In einer Kneipe hätten sich attraktive, aber trinkfreudige Frauen zu uns gesellt. Es wäre ein feuchtfröhlicher Abend geworden – und zwar auf meine Kosten. Hätte ich mich geweigert, die überhöhte Rechnung zu be­ zahlen, hätte der Türsteher die Forderung mit Nachdruck durchgesetzt. Mein Tipp: Bei überfreund­ lichen Einheimischen, die Sie in eine Bar, Disco oder in ein Geschäft mitnehmen wollen, immer vorsichtig sein. Man ­ möchte nicht Ihre Gesellschaft, sondern Ihr Geld.

Gesunde Vorsicht, nicht Misstrauen Treten Sie freundlich, aber bestimmt auf. Sagen Sie ein klares «Nein» zu Menschen, die allzu aufdringlich auf Sie zukommen. Gehen Sie dennoch mit gesunder Vorsicht offen auf die Menschen zu. Dann werden Sie mit positiven Erlebnissen aus der Ferne zurückkehren. Die beschriebenen Tricks begegnen Ihnen in aller Regel nur an den touristischen Hot-Spots. Was mache ich, wenn ich auf einen Trick reingefallen bin? Cool ­bleiben! Überhöhte Touristenpreise für minderwertige Produkte oder Taxifahrten kann man kaum vermeiden. Bestenfalls lassen sich die finanziellen Verluste reduzieren. Wichtig: Lassen Sie sich ­dadurch nicht ihre wohlverdienten Ferien vermiesen!

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aus britischen und mediterranen Einflüssen, entspanntem Lifestyle und einer unglaublichen Vielfalt an Ferienideen. Und das an über 300 Sonnentagen im Jahr. Entdecken Sie jahrtausendealte, ge­ heimnisvolle Megalithtempel oder bummeln Sie durch das prächtigbarocke Valletta – Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2018. Besuchen Sie Musik- und Kulturfestivals und feiern Sie bei den farbenfrohen Patronatsfesten mit. Als Tauch-, Schnorchel- und Wassersport­paradies hat sich die Inselgruppe schon lange einen Namen gemacht, aber auch Wander- und Mountainbike-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. In einer nur halbstündigen Fährüberfahrt erreicht man Maltas Schwesterinsel Gozo. Mit ihrer üppigen Vegetation und beschaulichen kleinen Dörfern trägt sie zu Recht den Beinamen «grünes Gozo». Die Insel ist immer noch ein ex­klu­siver Geheimtipp und bietet idyllische Ruhe. Ob Städtetrip, Badeferien oder Sprachreise: Bei Air Malta beginnen die Ferien bereits an Bord der modernen Airbus-Flotte. Die herzlichmediterrane Gastfreundschaft der erfahrenen maltesischen Crew bildet den perfekten Auftakt für einen unvergesslichen Aufenthalt auf der geschichtsträchtigen Sonneninsel. www.visitmalta.com, www.visitvalletta.de www.airmalta.com

Herbst Familienausflug ins Tessin Dank des neuen Gotthard Basistunnels wird eine Spritztour ins Tessin schon bald noch schneller. Bereits diesen Herbst profitieren Familien mit Kindern von spannenden Angeboten in der Schweizer Sonnenstube. Kleine Kinder, temperamentvolle Teenager und entspannungssuchende Eltern kommen auf ihre Kosten. Im September und Oktober übernachten Kinder bis 12 Jahre gratis im Zimmer der Eltern und Teenager von 13-15 Jahre zahlen nur 50 %. Unter www.kindergratis.ticino.ch finden Sie 13 Gratis-Eintritte bei Attraktionen im Tessin für Kinder bis 12 Jahre und 18 attraktive Übernachtungsangebote für die Familie. www.ticino.ch

Walliser Wochen im Glacier Express Die Walliser Wochen 2016 im Glacier Express werden zu einer genussvollen kulinarischen Reise: Die Spitzenköche des Grand Hotels Zermatterhof (Restaurant Prato Borni: 14 Gault & Millau Punkte) haben das Menu der Walliser Wochen zusammengestellt. Beste Walliser Produkte stehen im Mittelpunkt der Tafelfreuden, die bis 23. Oktober 2016 auf der Erlebnisfahrt zwischen St. Moritz und Zermatt oder umgekehrt aufgetischt werden. Mit an Bord: Weine aus fünf Kellereien aus dem Ober- und Unterwallis, die das raffinierte Menu begleiten. www.glacierexpress.ch

Für Sie inklusive

14 Tage

Orient & Indien ab CHF

879

• Kulinarische Genüsse** • Weltklasse-Entertainment • Fitness und Sauna • Kinderbetreuung

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p. P.

• Bordsprache Deutsch • Trinkgelder

WÜSTENMEER STATT SCHNEEGESTÖBER. Buchen Sie jetzt: Reisebüro • AIDA Kundencenter +41 (0) 848/10 10 16*** • www.aida.ch * AIDA VARIO Preis bei 2er-Belegung (Innenkabine) im Reisezeitraum November 2016 bis März 2017, limitiertes Kontingent. Die Rechnung wird in Euro (€) gestellt. Der angegebene Preis in Schweizer Franken (CHF) ist ein Referenzpreis, der auf dem Tageswechselkurs von CHF 1.10 beruht. Der tatsächlich zu bezahlende Preis in Schweizer Franken hängt vom Tageswechselkurs ab, den die Kreditkartenherausgeber / Banken praktizieren, und von den möglichen Bankgebühren der Kreditkartenherausgeber / Banken, die in Verbindung mit dem Umtausch CHF/ € entstehen können. Der aktuell abgebildete Tageskurs dient nur zur Veranschaulichung. ** Vollpension inklusive Tischgetränken in den Buffet-Restaurants *** CHF 0.08 pro Minute aus dem Schweizer Festnetz, abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer Es gilt die aktuelle AIDA Broschüre inklusive der Reisebestimmungen. AIDA Cruises • German Branch of Costa Crociere S. p. A. • Am Strande 3 d • 18055 Rostock • Deutschland


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Entdecken

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Gadgets

Oktober 2016

Kunterbunt

Besuch bei den alten Damen

Hermine Kaiser

begleitet als Journalistin die Hörerreisen des Bayerischen Rundfunks

Ronaldos Hombase

Als das Reisen noch Luxus war: Grand Hotels sind prächtigen Zeitzeugen aus der Steinzeit des Tourismus. Ein Besuch lohnt sich immer.

Gelb, grün, blau, rot: Wir haben für Sie Travel-Gadgets herausgesucht, so bunt wie der Herbst. Natürlich können Sie sich auch noch im Frühling an ihnen erfreuen. Oder im Sommer.

Text: Christian Bauer und Birgitta Willmann

Text: Simone Wasserfallen

1

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Badrutt’s Palace, St.Moritz Der Schweizer Mythos

Die Schweiz ist übersät mit historischen Luxushotels. Eines jener Grand Hotels der ­ersten Stunde ist das Badrutt’s Palace in St. Moritz von 1896. Caspar Badrutt, Sohn des Engadiner Hotelpioniers Johannes Badrutt, erweiterte das Hotel Beau Rivage und gab ihm den Look eines englischen Landschlösschens. Legendär ist nicht nur die Gästeliste des internationalen Jetsets, der hier bis heute gerne absteigt, sondern auch die Innovationen in der Hotelgeschichte: So baute das Badrutt’s 1913 die erste IndoorTennishalle Europas – auf dem Dachboden! In diesem Jahr feiert das modernisierte «St. Moritzer Schloss», das immer noch im Familienbesitz ist, sein 120-jähriges Bestehen. Zum Geburtstag hat man sich Besonderes ausgedacht: den «1,2 Karat Cocktail» mit einem 1,2-Karat-Diamanten im Wert von 70 000 Franken. www.badruttspalace.com

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Hotel Ritz, Paris – die Legende

«Le Ritz» in Paris ist die grösste Hotellegende der Welt, erschaffen 1897 vom Schweizer Hotelier César Ritz. Schnell wurde die «Mutter aller Luxushotels» zur ersten Adresse der Reichen und Berühmten. Darunter Modediva Coco Chanel, die im Ritz 35 Jahre lang residierte. Übrigens: Wer in ihrer Suite nächtigen will, muss die stattliche Summe von 18 000 Euro pro Tag hinblättern. Doch das Hotel hat auch traurige Geschichten zu erzählen: Von hier startete Prinzessin Diana, als sie bei einem Unfall 1997 tödlich verunglückte. Das Hotel wurde kürzlich totalsaniert, seinen Flair, ein Mix aus Schloss Versailles und der guten alten Zeiten, hat das Luxushaus behalten. Literat und Lebemann Ernest Hemingway sagte einst, er träume von einem Leben nach dem Tod im Hotel Ritz – vielleicht geistert er noch durch die Gänge. www.ritzparis.com

Hotel Adlon Kempinski, Berlin – das Wiedergeborene

Das Hotel Adlon beim Brandenburger Tor in Berlin ist Deutschlands legendärstes Hotel. 1907 von Lorenz Adlon eröffnet – protegiert durch Kaiser Wilhelm II –, avancierte das Adlon vor dem Ersten Weltkrieg zur angesagtesten Adresse für Könige und Kaiser; in den wilden 20er-Jahren war das ­Luxushaus der Treffpunkt des Showbiz. Charly Chaplin, Greta Garbo und Marlene Dietrich waren hier. Als Treffpunkt internationaler Politiker zwischen den Weltkriegen wurde das Adlon als «kleine Schweiz» berühmt. Das Aus für das Traditionshaus kam nach dem Zweiten Weltkrieg, als ein Feuer das Hotel fast völlig zerstörte. Das heutige Adlon ist ein Neubau aus dem Jahr 1997 (mittlerweile gehört es zur Kempinski-Kette) – dem Mythos Adlon tat dies allerdings keinen Abbruch, auch heutzutage logieren hier die Staatshäupter der Welt. www.kempinski.com

Claridge’s London – das Traditionsreiche

«Ich würde gern den ­König sprechen», bat ein Anrufer. «Ja gerne. Welchen denn?» Die kurze Anekdote ist Kult, ebenso wie das Hotel, in dem sie sich zugetragen hat: das Claridge’s Hotel im Stadtteil Mayfair. Die Nobel-Herberge von 1854 (das heutige Haus ist wurde 1898 vom Architekten des Kaufhauses Harrods neu gebaut) ist seit jeher Lieblingstreffpunkt der gekrönten Häupter – daher der Spitzname «Anbau des Buckingham Palace». Im Zweiten Weltkrieg wurde das Claridge’s zudem zum ­Zuhause mehrerer Staatsoberhäupter im Exil. Doch auch heute geht die Hautevolee hier ein und aus. Wer sich kein Zimmer leisten kann, sollte zum Promi-Watching zum Afternoon Tea vorbeikommen – schliesslich hat das Claridge’s den «Best Traditional Afternoon Tea»-Award gewonnen. www.claridges.co.uk

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chen noch jener, inzwischen mit Patina überzogene Ursprungs­ luxus erahnen. Ganz so, als sei die Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert stehen geblieben. Eben dann, als die Prachtbauten von der Côte d’Azur, über Paris, London oder St. Petersburg bis hin in die Schweizer Alpen aus dem Boden wuchsen. Zeitzeugen einer Epoche, in der es nur Vermögenden vergönnt war zu reisen. Mögen sie inzwischen verfallen – oder einem Facelift unterzogen worden sein –, ein Besuch der alten Damen am jeweiligen Standort ist ein Must für Reisende. Und es sei es nur, um bei Kaffee oder Tee ganz tief das Ambiente zu inhalieren.

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InterContinental Carlton, Cannes – der Movie-Star

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Das Hotel Carlton in Cannes an der Côte d’Azur ist ein steingewordener Männertraum: Die Türme des Hotels sollen nach den Brüsten einer lokalen Schönheit modelliert worden sein. Wie auch ­immer: Die Prunk-Villa aus dem Jahr 1911 ist der Prominenten-Hotspot während der berühmten Filmfestspiele. Doch nicht nur Stars und Sternchen residieren hier, das Haus war auch Gastgeber grosser politischer Events: Die ersten Völkerbund-Konferenz (1922) und ein G20-Gipfel (2011) fanden hier statt . Das Carlton ist zudem selbst zum Moviestar geworden. Alfred Hitchcock ­drehte hier 1954 die Gauner-Schnulze «Über den Dächern von Nizza» mit Cary Grant und Grace Kelly. Passenderweise ereignete sich im Carlton 2013 der grösste Juwelenraub der Welt. www.carlton-cannes.com

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Madeira Definitiv nein! Ich mach ja vieles mit als Reiseleitung, aber in einem Korbschlitten enge Gassen bergab sausen – das liegt nicht drin. Auch wenn es sich um die Attraktion auf der Blumeninsel Madeira handelt. Dort werden Touristen in der Hauptstadt Funchal in die einstigen Transportmittel – geflochtene, kutschenähnliche Gefährte – gesetzt, die dann von «Carreiros» mit den Füssen die Strassen hinuntergelenkt werden. Meine Gruppe lässt sich jedoch fröhlich hinabgleiten. Ein Heiden­ spass, versichern mir hinterher alle! Zuvor sind wir mit der Seilbahn über die Stadt zum Wallfahrtsort Monte geschwebt. Von dort aus ist der Blick auf Funchal atemberaubend. Was vermutlich dazu beigetragen hat, dass der letzte österreichische Kaiser Karl I. seine letzte Ruhestätte dort oben gefunden hat. Später besuchen wir das jährlich gefeierte Blumenfest auf der «Perle im Atlantischen Ozean» und bewundern die prachtvollen, blumengeschmückten Festwagen, goldigen Blumenkinder und Tanzgruppen, die die Strassen Funchals in ein tanzendes und singendes Blumenmeer verwandeln. Überhaupt: Madeira ist unglaublich vielseitig. Wir bestaunen das imposante Steilkap Cabo Girao an der Nordküste und wandern durch schattige Lorbeerwälder entlang einer sogenannten «Levada», das sind im 18. Jahrhundert gebaute Wasserkanäle, vorbei an kleinen Wasserfällen. Und natürlich besichtigen wir eine Korbflechterei, typisch für Madeira, in der vom Terrassenmöbel bis eben zum Schlitten allerlei Landestypisches geflochten wird. Grossartig ist dann der dreistündige Segeltrip auf der Galone «Santa Maria», dem Nachbau des Schiffes, mit dem Kolumbus Amerika entdeckt haben soll. 22 m lang, 7 m breit. Kolumbus war nicht nur auf seinen vielen Seefahrten auf Madeira, er hat auch auf der Nachbarinsel Porto Santo gelebt und geheiratet. Prominenz hat es eben zu allen Zeiten nach Madeira gezogen. Von Sir Winston Churchill, der hier zu Pinsel und Farbe gegriffen haben soll, um das einzigartige Panorama der bezaubernden Insel einzufangen, bis hin zu den Habsburgern, die so wie wir auf der Terrasse des mondänen Reid’s Palace Hotels Ihre Tea Time genossen haben. Der aktuell berühmteste Einwohner ist aber zweifelsohne Cristiano Ronaldo. Der weltberühmte Fussballer ist nicht nur Portugiese, nein nein: Ronaldo ist Madeirenser, geboren in Funchal. Dort lebt seine Familie, dort hat er sein eigenes Museum, und eben erst hat der Torjäger Ronaldo dort sein eigenes Hotel eröffnet. Die Reiseleitung hält es trotz Weltfussballer, Segeltörn, Korbschlittenfahrt jedoch gerne mit dem Madeira-Verehrer Churchill: No sports ...

Impressum «BLICK Reisen» ist eine Publikation des ­Blick-Verlags. Auflage: 157 671 (WEMF/SW-beglaubigt 2015) Leser: 598 000 (MACH Basic 2016-1, Deutschschweiz) Adresse: Blick, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich Telefon 044 259 62 62, Fax 044 259 66 65 E-Mail: redaktion@blick.ch

Foto: mauritius images

as Betreten eines Grandhotels ist immer ein Event. Denn augenblicklich wird man Teil seiner Geschichte. Betritt den Boden, auf dem zuvor etwa Coco Chanel wie im Ritz, Kaiserin Sissi wie im Genfer Beau Rivage oder etwa Madonna im Londoner Claridge’s gewandelt sind. Und behandelt wird man auch ohne Meriten wie ein Star! Aufmerksam das Personal, kostbar das Geschirr. Eine Ahnung von Klaviermusik, die durchs Foyer perlt, Zeit für Muse beim zelebrieren der Tea-Time, für Gespräche an der Bar. Verschwenderisch die Innenarchitektur mit vergoldeten Sälen, glanzvollen Kuppelbauten und ausufernden Treppenaufgängen. Schon allein die Dimensionen sind Luxus pur. Mit Glück lässt sich in man-

KOLUMNE

1 Getigert Was sollen die Kleinen auf der Wanderung trinken? Einen Almdudler oder doch lieber kalten Tee? Egal, mit der Janosch-Trinkflasche schmeckt garantiert alles. 11.90 Franken; www.tausendkind.ch 2 Rollbar Dieser Hauptstadtkoffer hat einen Namen: Alex. Alex ist ein typischer City-Hipster: elegant und doch total cool. Ein Koffer für jeden Reisetyp. 119 Franken; www.koffer.ch 3 Kultig Wenn es mit dem eigenen Kult-VW-Bus nicht klappt, gibt es hier die Alternative fürs nächste Festival: Den VW-Bus-Schlafsack, der auch als Decke verwendet werden kann. 109.95 Franken; www.enjoymedia.ch 4 Harter Kerl Die Lumix-FT5-Though-Digitalkamera ist staubdicht, wasserdicht bis 13 Meter, stossfest und frostsicher bis zu minus 10 Grad. Das Abenteuer kann beginnen. 399 Franken; www.digitec.ch 5 Floating Pizza Wer träumt nicht davon, einmal auf einer riesigen Pizza zu schwimmen? Kein Problem mit dieser Luftmatratze – nicht nur in Italien. 89 Franken; www.galaxus.ch 6 Denkanstoss Wem Reisen noch nicht Denkanstoss genug ist, kann seine grauen Zellen mit dem bunten Rubik’s Cube trainieren. Passt in jede Tasche. 29.90 Franken; www.geschenkidee.ch 7 Höhenrausch Der Rucksack Apex 22 wurde für Höhentouren konzipiert. Die praktische Handhabung und das Contact-Fit-Tragesystem macht ihn auch zu einem bequemen täglichen Begleiter. 109 Franken; www.salewa.ch 8 Beste Freundin Mal schnell mit dem Velo und den besten Freundinnen zum Sekt-Picknick an den See? Das geht prima mit der Donkey Lady Fahrradtasche, die einfach an den Lenker geschnallt wird. 79.95 Franken; www.enjoymedia.ch 9 Tierisch Die Badekappe für tierliebende Kinder: Als Flipper durchs Schwimmbad cruisen. 12.90 Franken; www.siroop.ch 10 Urban Chic Mit der Urban Uhrkollektion der Trendmarke Superdry verpasst man seinem Stil noch einen frechen Farbtupfer. 44.80 Franken; www.melectronics.ch

Redaktionsleitung: Birgitta Willmann, Publishing S ­ ervice Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beilage: Christian Bauer, Hermine Kaiser, Alice Massen, Samuel Schumacher, Simone Wasserfallen Layout: Zuni Halpern, Basilius Steinmann Produktion: Philippe Jordan Korrektorat: Peter Hofer, Regula Osman, Kurt Schuiki Bildbearbeitung: Ringier Redaktions-Services Geschäftsführer: Alexander Theobald Chief Sales Officer: Arne Bergmann Herausgeber: Ringier AG, 4800 Zofingen Druck: Ringier Print, 6043 Adligenswil


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Gadgets

Oktober 2016

Kunterbunt

Besuch bei den alten Damen

Hermine Kaiser

begleitet als Journalistin die Hörerreisen des Bayerischen Rundfunks

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Als das Reisen noch Luxus war: Grand Hotels sind prächtigen Zeitzeugen aus der Steinzeit des Tourismus. Ein Besuch lohnt sich immer.

Gelb, grün, blau, rot: Wir haben für Sie Travel-Gadgets herausgesucht, so bunt wie der Herbst. Natürlich können Sie sich auch noch im Frühling an ihnen erfreuen. Oder im Sommer.

Text: Christian Bauer und Birgitta Willmann

Text: Simone Wasserfallen

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Badrutt’s Palace, St.Moritz Der Schweizer Mythos

Die Schweiz ist übersät mit historischen Luxushotels. Eines jener Grand Hotels der ­ersten Stunde ist das Badrutt’s Palace in St. Moritz von 1896. Caspar Badrutt, Sohn des Engadiner Hotelpioniers Johannes Badrutt, erweiterte das Hotel Beau Rivage und gab ihm den Look eines englischen Landschlösschens. Legendär ist nicht nur die Gästeliste des internationalen Jetsets, der hier bis heute gerne absteigt, sondern auch die Innovationen in der Hotelgeschichte: So baute das Badrutt’s 1913 die erste IndoorTennishalle Europas – auf dem Dachboden! In diesem Jahr feiert das modernisierte «St. Moritzer Schloss», das immer noch im Familienbesitz ist, sein 120-jähriges Bestehen. Zum Geburtstag hat man sich Besonderes ausgedacht: den «1,2 Karat Cocktail» mit einem 1,2-Karat-Diamanten im Wert von 70 000 Franken. www.badruttspalace.com

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Hotel Ritz, Paris – die Legende

«Le Ritz» in Paris ist die grösste Hotellegende der Welt, erschaffen 1897 vom Schweizer Hotelier César Ritz. Schnell wurde die «Mutter aller Luxushotels» zur ersten Adresse der Reichen und Berühmten. Darunter Modediva Coco Chanel, die im Ritz 35 Jahre lang residierte. Übrigens: Wer in ihrer Suite nächtigen will, muss die stattliche Summe von 18 000 Euro pro Tag hinblättern. Doch das Hotel hat auch traurige Geschichten zu erzählen: Von hier startete Prinzessin Diana, als sie bei einem Unfall 1997 tödlich verunglückte. Das Hotel wurde kürzlich totalsaniert, seinen Flair, ein Mix aus Schloss Versailles und der guten alten Zeiten, hat das Luxushaus behalten. Literat und Lebemann Ernest Hemingway sagte einst, er träume von einem Leben nach dem Tod im Hotel Ritz – vielleicht geistert er noch durch die Gänge. www.ritzparis.com

Hotel Adlon Kempinski, Berlin – das Wiedergeborene

Das Hotel Adlon beim Brandenburger Tor in Berlin ist Deutschlands legendärstes Hotel. 1907 von Lorenz Adlon eröffnet – protegiert durch Kaiser Wilhelm II –, avancierte das Adlon vor dem Ersten Weltkrieg zur angesagtesten Adresse für Könige und Kaiser; in den wilden 20er-Jahren war das ­Luxushaus der Treffpunkt des Showbiz. Charly Chaplin, Greta Garbo und Marlene Dietrich waren hier. Als Treffpunkt internationaler Politiker zwischen den Weltkriegen wurde das Adlon als «kleine Schweiz» berühmt. Das Aus für das Traditionshaus kam nach dem Zweiten Weltkrieg, als ein Feuer das Hotel fast völlig zerstörte. Das heutige Adlon ist ein Neubau aus dem Jahr 1997 (mittlerweile gehört es zur Kempinski-Kette) – dem Mythos Adlon tat dies allerdings keinen Abbruch, auch heutzutage logieren hier die Staatshäupter der Welt. www.kempinski.com

Claridge’s London – das Traditionsreiche

«Ich würde gern den ­König sprechen», bat ein Anrufer. «Ja gerne. Welchen denn?» Die kurze Anekdote ist Kult, ebenso wie das Hotel, in dem sie sich zugetragen hat: das Claridge’s Hotel im Stadtteil Mayfair. Die Nobel-Herberge von 1854 (das heutige Haus ist wurde 1898 vom Architekten des Kaufhauses Harrods neu gebaut) ist seit jeher Lieblingstreffpunkt der gekrönten Häupter – daher der Spitzname «Anbau des Buckingham Palace». Im Zweiten Weltkrieg wurde das Claridge’s zudem zum ­Zuhause mehrerer Staatsoberhäupter im Exil. Doch auch heute geht die Hautevolee hier ein und aus. Wer sich kein Zimmer leisten kann, sollte zum Promi-Watching zum Afternoon Tea vorbeikommen – schliesslich hat das Claridge’s den «Best Traditional Afternoon Tea»-Award gewonnen. www.claridges.co.uk

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chen noch jener, inzwischen mit Patina überzogene Ursprungs­ luxus erahnen. Ganz so, als sei die Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert stehen geblieben. Eben dann, als die Prachtbauten von der Côte d’Azur, über Paris, London oder St. Petersburg bis hin in die Schweizer Alpen aus dem Boden wuchsen. Zeitzeugen einer Epoche, in der es nur Vermögenden vergönnt war zu reisen. Mögen sie inzwischen verfallen – oder einem Facelift unterzogen worden sein –, ein Besuch der alten Damen am jeweiligen Standort ist ein Must für Reisende. Und es sei es nur, um bei Kaffee oder Tee ganz tief das Ambiente zu inhalieren.

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InterContinental Carlton, Cannes – der Movie-Star

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Das Hotel Carlton in Cannes an der Côte d’Azur ist ein steingewordener Männertraum: Die Türme des Hotels sollen nach den Brüsten einer lokalen Schönheit modelliert worden sein. Wie auch ­immer: Die Prunk-Villa aus dem Jahr 1911 ist der Prominenten-Hotspot während der berühmten Filmfestspiele. Doch nicht nur Stars und Sternchen residieren hier, das Haus war auch Gastgeber grosser politischer Events: Die ersten Völkerbund-Konferenz (1922) und ein G20-Gipfel (2011) fanden hier statt . Das Carlton ist zudem selbst zum Moviestar geworden. Alfred Hitchcock ­drehte hier 1954 die Gauner-Schnulze «Über den Dächern von Nizza» mit Cary Grant und Grace Kelly. Passenderweise ereignete sich im Carlton 2013 der grösste Juwelenraub der Welt. www.carlton-cannes.com

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Madeira Definitiv nein! Ich mach ja vieles mit als Reiseleitung, aber in einem Korbschlitten enge Gassen bergab sausen – das liegt nicht drin. Auch wenn es sich um die Attraktion auf der Blumeninsel Madeira handelt. Dort werden Touristen in der Hauptstadt Funchal in die einstigen Transportmittel – geflochtene, kutschenähnliche Gefährte – gesetzt, die dann von «Carreiros» mit den Füssen die Strassen hinuntergelenkt werden. Meine Gruppe lässt sich jedoch fröhlich hinabgleiten. Ein Heiden­ spass, versichern mir hinterher alle! Zuvor sind wir mit der Seilbahn über die Stadt zum Wallfahrtsort Monte geschwebt. Von dort aus ist der Blick auf Funchal atemberaubend. Was vermutlich dazu beigetragen hat, dass der letzte österreichische Kaiser Karl I. seine letzte Ruhestätte dort oben gefunden hat. Später besuchen wir das jährlich gefeierte Blumenfest auf der «Perle im Atlantischen Ozean» und bewundern die prachtvollen, blumengeschmückten Festwagen, goldigen Blumenkinder und Tanzgruppen, die die Strassen Funchals in ein tanzendes und singendes Blumenmeer verwandeln. Überhaupt: Madeira ist unglaublich vielseitig. Wir bestaunen das imposante Steilkap Cabo Girao an der Nordküste und wandern durch schattige Lorbeerwälder entlang einer sogenannten «Levada», das sind im 18. Jahrhundert gebaute Wasserkanäle, vorbei an kleinen Wasserfällen. Und natürlich besichtigen wir eine Korbflechterei, typisch für Madeira, in der vom Terrassenmöbel bis eben zum Schlitten allerlei Landestypisches geflochten wird. Grossartig ist dann der dreistündige Segeltrip auf der Galone «Santa Maria», dem Nachbau des Schiffes, mit dem Kolumbus Amerika entdeckt haben soll. 22 m lang, 7 m breit. Kolumbus war nicht nur auf seinen vielen Seefahrten auf Madeira, er hat auch auf der Nachbarinsel Porto Santo gelebt und geheiratet. Prominenz hat es eben zu allen Zeiten nach Madeira gezogen. Von Sir Winston Churchill, der hier zu Pinsel und Farbe gegriffen haben soll, um das einzigartige Panorama der bezaubernden Insel einzufangen, bis hin zu den Habsburgern, die so wie wir auf der Terrasse des mondänen Reid’s Palace Hotels Ihre Tea Time genossen haben. Der aktuell berühmteste Einwohner ist aber zweifelsohne Cristiano Ronaldo. Der weltberühmte Fussballer ist nicht nur Portugiese, nein nein: Ronaldo ist Madeirenser, geboren in Funchal. Dort lebt seine Familie, dort hat er sein eigenes Museum, und eben erst hat der Torjäger Ronaldo dort sein eigenes Hotel eröffnet. Die Reiseleitung hält es trotz Weltfussballer, Segeltörn, Korbschlittenfahrt jedoch gerne mit dem Madeira-Verehrer Churchill: No sports ...

Impressum «BLICK Reisen» ist eine Publikation des ­Blick-Verlags. Auflage: 157 671 (WEMF/SW-beglaubigt 2015) Leser: 598 000 (MACH Basic 2016-1, Deutschschweiz) Adresse: Blick, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich Telefon 044 259 62 62, Fax 044 259 66 65 E-Mail: redaktion@blick.ch

Foto: mauritius images

as Betreten eines Grandhotels ist immer ein Event. Denn augenblicklich wird man Teil seiner Geschichte. Betritt den Boden, auf dem zuvor etwa Coco Chanel wie im Ritz, Kaiserin Sissi wie im Genfer Beau Rivage oder etwa Madonna im Londoner Claridge’s gewandelt sind. Und behandelt wird man auch ohne Meriten wie ein Star! Aufmerksam das Personal, kostbar das Geschirr. Eine Ahnung von Klaviermusik, die durchs Foyer perlt, Zeit für Muse beim zelebrieren der Tea-Time, für Gespräche an der Bar. Verschwenderisch die Innenarchitektur mit vergoldeten Sälen, glanzvollen Kuppelbauten und ausufernden Treppenaufgängen. Schon allein die Dimensionen sind Luxus pur. Mit Glück lässt sich in man-

KOLUMNE

1 Getigert Was sollen die Kleinen auf der Wanderung trinken? Einen Almdudler oder doch lieber kalten Tee? Egal, mit der Janosch-Trinkflasche schmeckt garantiert alles. 11.90 Franken; www.tausendkind.ch 2 Rollbar Dieser Hauptstadtkoffer hat einen Namen: Alex. Alex ist ein typischer City-Hipster: elegant und doch total cool. Ein Koffer für jeden Reisetyp. 119 Franken; www.koffer.ch 3 Kultig Wenn es mit dem eigenen Kult-VW-Bus nicht klappt, gibt es hier die Alternative fürs nächste Festival: Den VW-Bus-Schlafsack, der auch als Decke verwendet werden kann. 109.95 Franken; www.enjoymedia.ch 4 Harter Kerl Die Lumix-FT5-Though-Digitalkamera ist staubdicht, wasserdicht bis 13 Meter, stossfest und frostsicher bis zu minus 10 Grad. Das Abenteuer kann beginnen. 399 Franken; www.digitec.ch 5 Floating Pizza Wer träumt nicht davon, einmal auf einer riesigen Pizza zu schwimmen? Kein Problem mit dieser Luftmatratze – nicht nur in Italien. 89 Franken; www.galaxus.ch 6 Denkanstoss Wem Reisen noch nicht Denkanstoss genug ist, kann seine grauen Zellen mit dem bunten Rubik’s Cube trainieren. Passt in jede Tasche. 29.90 Franken; www.geschenkidee.ch 7 Höhenrausch Der Rucksack Apex 22 wurde für Höhentouren konzipiert. Die praktische Handhabung und das Contact-Fit-Tragesystem macht ihn auch zu einem bequemen täglichen Begleiter. 109 Franken; www.salewa.ch 8 Beste Freundin Mal schnell mit dem Velo und den besten Freundinnen zum Sekt-Picknick an den See? Das geht prima mit der Donkey Lady Fahrradtasche, die einfach an den Lenker geschnallt wird. 79.95 Franken; www.enjoymedia.ch 9 Tierisch Die Badekappe für tierliebende Kinder: Als Flipper durchs Schwimmbad cruisen. 12.90 Franken; www.siroop.ch 10 Urban Chic Mit der Urban Uhrkollektion der Trendmarke Superdry verpasst man seinem Stil noch einen frechen Farbtupfer. 44.80 Franken; www.melectronics.ch

Redaktionsleitung: Birgitta Willmann, Publishing S ­ ervice Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beilage: Christian Bauer, Hermine Kaiser, Alice Massen, Samuel Schumacher, Simone Wasserfallen Layout: Zuni Halpern, Basilius Steinmann Produktion: Philippe Jordan Korrektorat: Peter Hofer, Regula Osman, Kurt Schuiki Bildbearbeitung: Ringier Redaktions-Services Geschäftsführer: Alexander Theobald Chief Sales Officer: Arne Bergmann Herausgeber: Ringier AG, 4800 Zofingen Druck: Ringier Print, 6043 Adligenswil


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Ausflug

Oktober 2016

15

Sonnige Aussichten

Diese Seite entstand in Kooperation mit Schweiz Tourismus.

Sie wollen dem immer näher rückenden Schmuddelwetter entfliehen? Nichts leichter als das: Lufthansa hat sein Streckennetz um weitere Sonnendestinationen erweitert. Sanfte Hügel, ­gross­artige Aussicht: Wandern im ­Appen­zellerland ist ein einzigartiges Erlebnis.

In Tante Emmas Ladebeizli (oben) und in der Bäckerei ­Ziträdli des Erlebnisrestaurants ­Waldegg ­kommen nostalgische Gefühle auf.

S

amtweicher Sandstrand, Palmen, die sich sanft im Meereswind wiegen, kristallklares Wasser – wer träumt nicht vom Paradies? Nun kann man dem winterlichen Schmuddelwetter noch einfacher ein Schnippchen schlagen: Lufthansa hat sein Langstrecken-

netz um viele Sehnsuchtsorte erweitert. Mit nur einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt geht es von der Schweiz ab in Richtung Sonne. Die Flugzeiten versüsst die deutsche Airline durch ein reichhaltiges Entertainmentprogramm und drahtlosem Breitband-Internet. Und für all jene, die sich Beinfreiheit wünschen, steht die Premium Economy Class und die Business Class auf den Langstrecken zur Verfügung. Welche Traumdestination darf es sein? Mexiko, Florida oder doch lieber die Malediven? Jene Inselgruppe, die wie ein

Versprechen auf paradiesische Ferientage im Indischen Ozean schwimmt. Mehr als tausend Inseln träumen unter der tropischen Sonne dahin. Manche von ihnen sind so winzig, dass sie nur einem Resort Platz bieten, Robinson-Crusoe-Feeling inklusive – in der Luxusvariante, versteht sich. Auf den Malediven gibt es einige der weltbesten Hotels. So erholsam der Inselgroove, so spektakulär ist das Leben unter der Wasserober­ fläche. Nebst Myriaden regenbogen-bunter Fische, die sich an den Riffen tummeln, ziehen vor den Atollen Delfine, Walhaie

und Mantarochen ihre Bahn: Ein Highlight für Taucher und Schnorchler. Oder wollen Sie lieber einen Geheimtipp erkunden? Vielleicht auf der anderen Seite der Weltkugel? Panama, das an der Schnittstelle von Mittel- und Südamerika liegt, ist als Feriendestination noch weitgehend unbekannt. Zu Unrecht! Denn auf kleinem Raum bietet das tropische Land eine Fülle unterschiedlicher Ferienerlebnisse und Abenteuer. Ob City-Life in der Hauptstadt Panama, SurfVibe am Pazifik oder gechilltes Leben an der Karibikküste, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Individualisten hiken durch die intakten, saftig grünen Regenwälder, Naturfreunde berauschen sich an Flora und Fauna und Technikfreaks schippern über den weltberühmten Panamakanal vom Atlantik zum Pazifik – die Möglichkeiten sind (fast) grenzenlos.

Zeitreise im Appenzellerland

Buchen und geniessen!

Appenzell Ausserrhoden ist ein Paradies für Wanderer. Eine spannende Route ist der ­Eggen-Höhenweg. Hier warten unterwegs Attraktionen wie der Kräutergarten von Naturheilkunde-Pionier Alfred Vogel und das Erlebnisrestaurant Waldegg.

Lufthansa fliegt ganzjährig 5-mal pro Woche nach Panama. Die Malediven stehen von Dezember bis April 2-mal wöchentlich auf dem Programm. Weitere Sonnendestinationen sind: San José, USA (5x/Woche), Tampa, USA (4x/Woche), Nairobi, Kenia (3x/Woche), Cancún, Mexiko (Dez.–April 2x/Woche) und Mauritius (Dez–April 2x/Woche). www.lufthansa.com

V

on gemütlichen Spaziergängen bis hin zur Kraxeltour auf den Säntis (2502 Meter) – im Alpenvorland von Appenzell-Ausser­ rhoden ist für jeden Wandertyp etwas dabei. Insgesamt stehen gegen 1200 Kilometer markierte Wanderwege zur Auswahl. Ein Geheimtipp ist der EggenHöhenweg von Teufen nach Speicher, der das ganze Jahr ­begehbar ist. Der Höhenzug «Eggen» bietet tolle Aussichten auf Alpstein und Bodensee. Die Tour startet im malerischen Dörfchen Teufen (der Weg kann selbstverständlich auch in umgekehrter Richtung begangen werden) und führt schon bald zum ersten Highlight der Wan-

Perfekter Service, ein reichhaltiges Entertainment-Programm, Breitband-Internet und auf Wunsch noch mehr Beinfreiheit: So werden Langstreckenflüge zum Vergnügen.

derung: dem Kräutergarten des berühmten Heilpraktikers Alfred Vogel (1902–1996). Der Schweizer Naturheilkundepionier, dessen Naturmedizin noch heute unter der Marke «A. Vogel» erhältlich ist, zog in den 30er-Jahren nach Teufen, wo er zunächst als Naturarzt wirkte. Besucher können Vogels Kräutergarten besuchen, in dem 120 Heil- und Küchenkräuter spriessen, und in einem kleinen Museum die Lebensgeschichte des visionären Heilers erkunden. ­ Wer möchte, kann in einer geführten Besichtigung mehr über die Heilkraft der Pflanzen erfahren. Nächster Stopp auf der insgesamt 6,5 Kilometer langen und

einfachen Wanderung ist das Erlebnisrestaurant Waldegg, wo man sich «in gute alte Zeiten» zurückversetzt fühlt. Im Schnugge­ bock scheint noch Grossmutter in der Küche zu werkeln, in der Bäckerei Z ­ iträdli duftet es nach Holzofenbrot und in Tante Emmas Ladebeizli erinnern die bunten «Zocker­ bölle» an Kindertage. Eine besondere Attraktion ist das Schulzimmer «Tintelompe», in den man als Gruppe die Schulzeit aufleben lassen kann – mit einem Menü aus der «Schul­ küche», versteht sich. Nach einer Stärkung und in nostalgischer Stimmung endet die Höhenwanderung im Dörfchen Speicher. Sönd willkomm!

Weitere Highlights Besucherzentrum Kinderdorf Pestalozzi Das Kinderdorf ­Pestalozzi in Trogen (leicht von Speicher, dem Endpunkt der ­Wanderung, zu erreichen) wird 70. Das B ­ esucherzentrum vor Ort informiert über die Geschichte und weltweite Projekte. Museum Herisau Das Jahr 1816 ist als das «Jahr ohne Sommer» in die Geschichte eingegangen. Ein Vulkan-Ausbruch in Indonesien führte zu einem kalten Sommer. Die Folge war eine verheerende Hungersnot, die das Appenzellerland besonders stark traf. Eine Sonderausstellung zeigt die Folgen für die Region. Silvesterchlausen Ein kleiner Ausblick auf das Jahresende: Jedes Jahr am 31. Dezember und am 13. Januar ziehen «schöne Chläus», «wüeschti Chläus» und «Naturchläus» jodelnd von Hof zu Hof und wünschen ein gutes neues Jahr. Ein einzigartiges Erlebnis! www.appenzellerland.ch

Fotos: ZVG

Unbeschreibliche Naturschauspiele: Ob in der bunten Unterwasserwelt auf den Malediven oder mitten im Dschungel von Panama.

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Meine Tipps für Wander-Erlebnisse im Appenzellerland!

mm o k l l i w d Sön

Köbi, Botschafter von Appenzellerland Tourismus AR

Weitere Informationen unter:

www.appenzellerland.ch/wandererlebnisse

GesundHeItszeNtrum a.vOgel in tEufen

Säntis – der bERg

Schaugarten mit über 120 verschiedenen Heilpflanzen und Küchenkräutern.

Der Säntis – 2‘502 Meter pure Faszination.

AppenZeller bAhneN

Hotel kROne urNÄsch

Auf spannenden Erlebnisfahrten quer durchs Appenzellerland.

Der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen im Appenzellerland.

Witzige erlebNisrUnDfahrT

PostautO ostSchweiZ

Zu Fuss, mit zwei Bergbahnen, dem PostAuto und Schiff auf der Spur des Appenzeller Witzes.

Die perfekte Alternative für müde Beine.

GasthauS zur FErnsiCht hEiDen

Alles ruNd umS wanDern

Ein Garant für schmackhafte WanderPausen – inklusiv grandioser Aussicht über den Bodensee.

www.appenzellerland.ch/wandern www.appenzellerland.ch/webcams www.appenzellerland.ch/unterkuenfte www.appenzeller-wanderwege.ch


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Sonnige Aussichten

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Sie wollen dem immer näher rückenden Schmuddelwetter entfliehen? Nichts leichter als das: Lufthansa hat sein Streckennetz um weitere Sonnendestinationen erweitert. Sanfte Hügel, ­gross­artige Aussicht: Wandern im ­Appen­zellerland ist ein einzigartiges Erlebnis.

In Tante Emmas Ladebeizli (oben) und in der Bäckerei ­Ziträdli des Erlebnisrestaurants ­Waldegg ­kommen nostalgische Gefühle auf.

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amtweicher Sandstrand, Palmen, die sich sanft im Meereswind wiegen, kristallklares Wasser – wer träumt nicht vom Paradies? Nun kann man dem winterlichen Schmuddelwetter noch einfacher ein Schnippchen schlagen: Lufthansa hat sein Langstrecken-

netz um viele Sehnsuchtsorte erweitert. Mit nur einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt geht es von der Schweiz ab in Richtung Sonne. Die Flugzeiten versüsst die deutsche Airline durch ein reichhaltiges Entertainmentprogramm und drahtlosem Breitband-Internet. Und für all jene, die sich Beinfreiheit wünschen, steht die Premium Economy Class und die Business Class auf den Langstrecken zur Verfügung. Welche Traumdestination darf es sein? Mexiko, Florida oder doch lieber die Malediven? Jene Inselgruppe, die wie ein

Versprechen auf paradiesische Ferientage im Indischen Ozean schwimmt. Mehr als tausend Inseln träumen unter der tropischen Sonne dahin. Manche von ihnen sind so winzig, dass sie nur einem Resort Platz bieten, Robinson-Crusoe-Feeling inklusive – in der Luxusvariante, versteht sich. Auf den Malediven gibt es einige der weltbesten Hotels. So erholsam der Inselgroove, so spektakulär ist das Leben unter der Wasserober­ fläche. Nebst Myriaden regenbogen-bunter Fische, die sich an den Riffen tummeln, ziehen vor den Atollen Delfine, Walhaie

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