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Bericht des Anlageausschusses 2010 Lage der Finanzmärkte 2010 Mit dem Ausbruch der griechischen Krise im Oktober gab das Jahresende 2009 nicht zu großen Hoffnungen für 2010 Anlass. Leider bestätigte sich dieser Pessimismus, und 2010 wird als das Jahr tiefgreifender Staatskrisen in der Eurozone in die Geschichte eingehen, geprägt von Rettungsaktionen für Irland und Griechenland und einer verstärkten Rolle der Zentralbanken. In den USA setzte die „Fed“ auf Kontinuität, während in Europa die Zentralbank jedermann mit massiven Käufen von Staatsanleihen überraschte. Makroökonomisch gesehen, war das Jahr 2010 außerdem von einer erstaunlich starken Erholung der Weltwirtschaft geprägt (welche sich bereits Ende 2009 abzuzeichnen begonnen hatte), mit unterschiedlichen Wachstumsrhythmen in den Schwellenländern und den Industriestaaten einerseits und den Staatsverschuldungen in Europa andererseits. Mit dieser Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Überhitzung und Deflationsgefahr ist die unterschiedliche Währungspolitik der verschiedenen Staaten im 2010 zu erklären. Auch die Ergebnisse der Copré wurden stark von dieser widersprüchlichen Situation beeinflusst, unterlagen doch der Euro und der US Dollar Kursverlusten von 9.66% bzw. 15.70% im 2010. Die herkömmliche Meinung, Staatsanleihen gut notierter Länder seien risikofreie Wertpapiere, wurde relativiert. Wie Irland und Spanien müssen heute viele weitere Industriestaaten ihr übermäßiges Verhalten vor dem Ausbruch der Krise (Kredite, Immobilien) büßen. Während der „AAA-Verein“ zusehends Mitglieder verliert, sind bestimmte Schwellenländer sehr gut geführt (Korea, Brasilien, Polen usw.) und stehen wirtschaftlich gesehen in einem relativen Gleichgewicht. Die Marktteilnehmer werden sich im 2011 mit folgenden Fragen auseinandersetzen müssen: • Das stetig anwachsende Defizit der USA erreicht 2011 9.4% des BSP. Ist diese Staatsschuld vor Problemen wie denjenigen in Europa im 2010 gefeit? • In wiefern sind sich die Märkte der Qualitätseinbusse der O.E.C.D.-Länder gegenüber bestimmten Schwellenländern bewusst? Auch die Inflation wird wieder zu reden geben. Sie dürfte im 2011 weltweit 4.5% erreichen (verglichen mit 3.7% im 2010 und 2.5% im 2009, dem niedrigsten Prozentsatz aller Zeiten). Sie ergibt sich aus der Preisentwicklung der Rohstoffe und wird alle Länder gleichermaßen betreffen. Copré wird diese Entwicklung im Jahr 2011 besonders aufmerksam überwachen, da ihre Verschuldung im Immobilienbereich eng mit der Zinsentwicklung in Verbindung steht.

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Aktivitäten des Anlageausschusses 2010 Im Rahmen des Projekts CRISP (Kostensenkung, Risikobeschränkung, Verbesserung des Images, des Verwaltungssystems und der Leistungen), welches bei der letzten GV und in einem Newsletter präsentiert worden war, hat der Ausschuss festgestellt, dass die Erträge aus einer dynamischen, aktiven Vermögensverwaltung langfristig nicht unbedingt den eingegangenen Risiken entsprechen. Dies wurde mit der vorstehend erklärten Marktentwicklung umso deutlicher. So hat der Ausschuss beschlossen, einen Teil des Vermögens „passiv“ zu verwalten, d.h. ohne Opportunitätskosten und aktive Anlageentscheidungen der Verwalter. Die Vermögensverwaltung soll so genau als möglich die Entwicklung eines bestimmten Benchmarks widerspiegeln. In unserem Fall ist dies der Index „BVG 2000-40“ (Aktienanteil = 40%). Diese Methode erlaubt es außerdem, die Kosten der Vermögensverwaltung stark zu senken. Die unzureichenden Resultate eines Vermögensverwalters beschleunigten die Umsetzung dieser Entscheidung im letzten Quartal 2010. Auf Antrag des Ausschusses beschloss der Stiftungsrat, das Mandat der EIM per Ende Dezember 2010 zu kündigen. Gleichzeitig nahm der Ausschuss eine vergleichende Ausschreibung unter verschiedenen Leistungsanbietern in der Index-bezogenen Vermögensverwaltung vor. Die Wahl fiel auf die Credit Suisse, welche ihr Mandat per 1. Februar 2011 mit CHF 37 Mio. aufgenommen hat. Im weiteren analysierte der Ausschuss die Honorare der einzelnen Verwalter und insbesondere die Gebühren für deren internen Fonds. Die Honorare der IAM wurden neu verhandelt, was zu einer Kostensenkung für 2011 führte. Eine verbesserte Überwachung der Immobilienverwaltung wurde ebenfalls in die Wege geleitet. Der Buchhaltung entsprechende Tabellen dürften die Übersicht erleichtern. Das Leistungsziel ist eine weitgehende Annäherung an den KGAST Immo Index (KGAST = Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen). Dieser erreichte eine Performance von 4.9% im Jahr 2010. Im Hinblick auf weitere Kostensenkungen hat Copré sich einer Gruppe von Vorsorgeeinrichtungen angeschlossen, welche eine teilweise Zusammenlegung ihrer Vermögen prüfen, ohne jedoch ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Dieses Projekt wird 2011 fortgesetzt. Im Weiteren hat Copré 2010 an einem nationalen, von Towers Watson durchgeführ ten Pensionskassenvergleich teilgenommen. Dieser Analyse zufolge entspricht die Performance unserer Stiftung dem schweizerischen Durchschnitt. Die Performance unseres Vermögens wurde per 31. Dezember 2010 auf 3.24% geschätzt, d.h. 1.93% besser als der Benchmark. Dieses Ergebnis ist ein Ansporn zur Weiterführung unserer Politik, welche auf Risiko- und Kostenbewältigung gründet and auf langfristige Leistungen abzielt.

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Der Anlageausschuss

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