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Die Buchsammlung des MoneyMuseums: Werke des 17. Jahrhunderts

© MoneyMuseum Was in der Reformationszeit, ja schon in der Renaissance begonnen hat – die Emanzipation des Denkens von althergebrachten Vorstellungen, Dogmen oder Ideologien und die Akzeptanz von neuen Erkenntnissen –, beginnt im Lauf des 17. Jahrhunderts und danach zur Hochform aufzulaufen: Nie zuvor nämlich ist der Forscher- und Wissensdrang in der Gesellschaft grösser und nie zuvor erscheinen so viele neue Erkenntnisse in Büchern wie während der so genannten Aufklärung. Darunter befinden sich so herrliche Ansichtswerke wie die heute noch kostbaren Merian-Chroniken, aber auch Bücher über ferne Länder, Epochenwerke zu historischen Ereignissen oder Standardwerke der Wissenschaft. Einige besonders schöne Exemplare davon sind hier zu sehen.

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Colloqvivm De Norma Doctrinae, Et controuersiarum Religionis Judice

Avtoritate Et In Praesentia, Serenissimorvm Atque Illvstrissimorvm Principvm Acdominorvm, Domini Maximiliani, Et Domini Philippi Lvdovici, Principvm Palatinorvm Excvsvm Lavingae In Officina Typographica Palatina, per M. Iacobvm VVinter. Anno M. DCII. [Lauingen 1602]

Als Martin Luther im Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg hämmert, ahnt er kaum, was er damit auslöst. Denn eigentlich will der fromme Mönch nichts anderes, als einige Missstände in seiner Kirche ausmerzen – z. B. die Praxis, sich gegen Geld von Sünden freikaufen zu können (Ablasshandel). Strukturelle Veränderungen hingegen hat Luther anfänglich nicht im Sinn. Doch die Folgen von Luthers religiöser Neubesinnung sind Spannungen, Kirchenspaltungen und die Ausbildung getrennter Konfessionen. Zunächst versucht die katholische Kirche, der Reformation Einhalt zu gebieten, indem sie die Gläubigen durch Argumente zu überzeugen sucht. So liefern sich Reformatoren und Gegenreformatoren in religiös-akademischen Streitgesprächen wahre Wortschlachten. Luthers Thesen verbreiten sich nicht zuletzt Dank des neuen Mediums Buchdruck rasch im ganzen deutschen Reich und darüber hinaus. Um auch die Argumente der Gegenpartei publik zu machen, werden die Disputationen ebenfalls gedruckt. Das hier vorliegende Buch ist die erste Ausgabe jener Disputation, die Herzog Maximilian I. von Bayern (*1573, †1651) im November 1601 veranlasst, um den Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neuburg (*1547, †1614) für die Gegenreformation zu gewinnen. Die Katholiken sind durch Albert Hunger und Jakob Gretser vertreten, die Protestanten durch Aegidius Hunnius, Philipp und Jakob Heilbrunner und David Rungius.

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Die Argumente der Kontrahenten sind wörtlich aufgezeichnet. Um die einzelnen Diskutanten deutlich zu unterscheiden, wird nicht nur der Name des jeweiligen Redners vor jeden Abschnitt gesetzt, sondern die Abschnitte auch durch eine andere Schrift voneinander abgehoben. Was das Buch aber ganz besonders interessant macht, sind die Unterstreichungen und handschriftlichen Kommentare, die ein zeitgenössischer Leser im Buch notiert hat.

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Navtica Mediterranea

Di Bartolomeo Crescentio Romano. In Roma Appresso Bartolomeo Bonfadino 1607

Bartolomeo Crescentio Romano gilt als einer der bedeutendsten Experten der Seefahrt des 16. und 17. Jahrhunderts. Der Römer ist Admiral der päpstlichen Flotte – zu dieser Zeit wüten in Europa die Türkenkriege, an denen sich auch die Päpste aktiv beteiligen. 1602 veröffentlich Crescentio erstmals seine «Nautica Mediterranea»; fünf Jahre später erscheint die zweite Auflage des Werks. Das Buch behandelt auf über 550 Seiten neben dem Schiffsbau und der Navigation auch die Bewaffnung von Kriegsschiffen, die korrekte Handhabung der Waffen sowie die Kriegsführung auf See – ein Kapitel widmet sich «der Kunst, sich von den Freibeutern zu befreien und die Türken zu besiegen». Des Weiteren gibt Crescentio Tipps zum richtigen Lesen von Seekarten; er selber korrigiert die magnetischen Abweichungen auf vielen Mittelmeerkarten und behebt damit Missstände, die Generationen von Seefahrern in die Irre geführt haben.

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Topographia Sveviae

das ist Beschreib: vnd Aigentliche Abcontrafeitung der fürnembsten Stätt vnd Plätz in Ober vnd Nider Schwaben, Hertzogthum Würtenberg, Marggraffschafft Baden vnd andern zu dem Hochlöbl: Schwabischen Craisse gehörigen Landtschafften vnd Orten An Tag gegeben vndt Verlegt durch Matthaeum Merian. Franckfurt am Mayn M.DC.XLIII. [1643]

«Topografie» heisst so viel wie «Ortskunde» oder «Lagebeschreibung». Diese «Topographia» des Schwabenlandes, illustriert vom berühmten Basler Radierer und Kupferstecher Matthäus Merian (*1593, †1650), liest sich wie ein Reiseführer. Sie erzählt die Geschichte der Orte Schwabens und erklärt Geografie wie wirtschaftliche Verhältnisse, z. B. die Salzvorkommen in Schwäbisch Hall. Auch weist das Werk auf Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Lichtenstein hin und beschreibt in alphabetischer Reihenfolge Lindau, Tübingen, Stuttgart usw., von Merians Platten eindrücklich veranschaulicht. Merians Stiche der deutschen Städte sind übrigens so berühmt, dass die heute geschätzten Merian-Hefte und -Reiseführer nach diesem grossen Vorbild benannt worden sind.

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Topographia Helvetiae, Rhaetiae, Et Valesiae

Das ist Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Staette und Plaetze in der Hochloeblichen Eydgenossschafft Graubuendten / Wallis / vnd etlicher zugewandten Orthen Franckfurt am Mayn / Zum Truck verlegt von denen Merianischen Erben. Im Jahr M DC LIV. [1649]

Matthäus Merian (*1593, †1650) ist Kupferstecher, Radierer, Verleger und der berühmteste Illustrator seiner Zeit. In Basel geboren, bildet er sich in Zürich, Lothringen und Paris aus. Den Höhepunkt seines Schaffens erreicht er von 1620 bis 1624 in Basel. Dann übernimmt er den Verlag seines verstorbenen Schwiegervaters Jan T. de Bry in Frankfurt a. M. Merian ist berühmt für seine topografischen Ansichten. Sein Hauptwerk ist die «Topographia Germaniae», zu der Martin Zeiler die Texte geschrieben hat. Das Werk erscheint von 1642 bis 1654 zunächst in 16 Bänden, denen posthum bis 1688 noch weitere über andere europäische Gebiete folgen. Das gesamt Werk enthält insgesamt 92 Karten – Stadtpläne, Landkarten sowie eine Weltkarte – und 1486 Kupferstiche und 2142 Einzelansichten von Städten, Ortschaften, Schlössern, Burgen und Klöstern. Der erste Band der Topographia Germaniae ist der Schweiz gewidmet: «Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae». Übrigens entspringt dem talentierten Vater eine nicht minder talentierte Tochter: Anna Maria Sibylla Merian, Naturforscherin und wissenschaftliche Illustratorin. Sie studiert die Pflanzen- und Insektenwelt, insbesondere von Surinam, und fertigt detaillierte Zeichnungen davon. Ihre umfassenden Beobachtungen und Illustrationen zur Metamorphose von Schmetterlingen machen sie zu einer bedeutenden, wenn auch weitgehend unbekannten, Kontributorin der Insektenkunde.

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Topographia Bohemiae, Moraviae Et Silesiae

das ist, Beschreibung vnd eigentliche Abbildung der vornehmsten vnd bekandtisten Stätte und Plätze in dem Königreich Boheim vnd einverleibten Landern Mähren vnd Schlesien An tag gegeben vnndt Verlegt durch: Matthaeum Merian zu Franckfurt [a. M.]. 1650

Dieser Band von Matthäus Merian (*1593, †1650) ist einer besonders geschichtsträchtigen Region im Herzen Europas gewidmet. Böhmen, Mähren, Schlesien sind immer wieder Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen wie z. B. dem Dreissigjährigen Krieg von 1618 bis 1648. Prag, die Goldene Stadt, wird unter Kaiser Karl IV. (1355-1378) Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches. Karl gründet dort die erste deutsche Universität und macht die Stadt zum geistigen und künstlerischen Zentrum Mitteleuropas. Zu einem internationalen Handelsplatz wird die Stadt durch die nahen Silberminen von Kutna Hora, aus denen seit dem 14. Jahrhundert die Währung für die ganze Region gemünzt wird. Einen Höhepunkt dieser «Topographia» bilden denn auch Merians wunderschöne Ansichten von Prag. Dominiert von der mächtigen Hradschin-Burg schmiegt sich das «Herz Europas» mit seinen 100 Kirchtürmen an die Ufer der Moldau.

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Instrumentum Pacis, Caesareo-Gallicae

Moguntiae, Typis Nicolai Heyll. Impensis Philippi Jacobi Fischeri, Bibliopolae Francofurtensis. Anno M. DC. XLVIII. [Mainz 1648]

Dies schlichte Buch enthält Bedeutendes: die Texte der Friedensschlüsse von Münster und Osnabrück (1648) mit den vier Zusatzabkommen. Dieser sogenannte Westfälische Friede beendet den verheerenden Dreissigjährigen Krieg (1618-1648). Er prägt die Verhältnisse in Europa für die nächsten gut 100 Jahre. Schweden steigt zur Grossmacht im Ostseeraum auf. Frankreich wird zur zentralen Macht auf dem europäischen Kontinent. Die Grundlagen für den Absolutismus sind gegeben. Er wird für 150 Jahre das wirtschaftliche, politische und soziale Gefüge der meisten Staaten Europas reglementieren. Der Frankfurter Verleger Philipp Jakob Fischer ist damals im Besitz des kaiserlich und kurfürstlichen Privilegs zum Druck der Texte und Akten der Friedensschlüsse von Münster und Osnabrück.

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Tvtte Le Opere di Nicolo Machiavelli Cittadino Et Secretario Fiorentino

Divise In V. Parti M. D. L. [Genf 1650]

Der Florentiner Niccolò Machiavelli (*1469, †1527) ist Staatsmann und Schriftsteller. Er gilt als Begründer der Geschichtsphilosophie und der modernen Politikwissenschaft. Grundlage seiner Thesen ist, ganz im Geist der Renaissance, das Studium der menschlichen Natur. Sein Hauptwerk «Il Principe» (Der Fürst) lehrt den Fürsten, das Interesse des Staates vor die moralischen Normen zu stellen. Die europäischen Fürsten werden bis ins 18. Jahrhundert nach diesem Traktat erzogen. Nicht ganz im Sinne seines Erfinders steht «Machiavellismus» heute allerdings für skrupellose Machtpolitik.

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Discorso All Serenissimo Don Cosimo II. Gran Dvca Di Toscana, Intorno alle cose, che stanno sù l’Acqua, ò che in quella si muouono

Di Galileo Galilei, Filosofo, e Matematico della medesima Altezza Serenissima. In Bologna MDCLV. [1655]

Galileo Galilei (*1564, †1642), italienischer Astronom, Mathematiker und Physiker, gilt durch seine Forschungen und die Einführung des systematischen Experiments als Begründer der modernen Naturwissenschaften. Er erarbeitet wichtige Grundlagen der Physik, insbesondere der klassischen Mechanik, begründet die Kinematik und Dynamik und formuliert wesentliche Teile des Trägheitsgesetzes. Die Astronomie verdankt ihm zahlreiche Entdeckungen, die er mit einem 1609 selbst gebauten Fernrohr macht. Auffallend ist, dass Galilei zu einer Zeit italienisch schreibt, als die lateinische Sprache das wissenschaftliche Schrifttum noch bei weitem dominiert. Galileis physikalische Erkenntnisse sind vor allem in den Schriften «Discorso» und «Discorsi e dimostrazioni matematiche» enthalten. Der hier gezeigte «Discorso intorno alle cose, che stanno sù l'acqua» ist die «Abhandlung über die Dinge, die sich auf dem Wasser halten können». Wissenschaftler wie Galileo Galilei machen ihre bahnbrechenden Entdeckungen oft dank der Förderung reicher Mäzene. Don Cosimo II. de' Medici (1608-1621) ist einer davon – ihm ist der «Discorso intorno alle cose, che stanno sù l'acqua» gewidmet. Nachdem er Grossherzog der Toskana geworden ist, beruft er Galileo Galilei an seinen Hof. Hier kann Galilei frei von materiellen Sorgen seinen Forschungen nachgehen; im Gegenzug verewigt er die Medici am Himmel: Die von ihm entdeckten Jupitermonde nennt er die «Mediceischen Sterne».

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Vollkommene Unterweisung / wie Raketen / Feuer-WasserSturm-Kugeln / Granaten / Pech-Sturm-Kraentze / und allerhand Lust und Ernsthaffte Feuerwercke zubereiten

Sampt gruendlicher Anleitung zur Artillerie (...) Osnabrueck / Truckts auff Kosten Johann Georg Schwaenders Tilman Bucholtz (...) / im Jahr 1660.

Die Geschichte vom «lust- und ernsthaften Feuerwerk» beginnt mit der Entwicklung des Schwarzpulvers. In China ist diese besondere Mischung von Schwefel, Holzkohle und Salpeter bereits um das Jahr 1000 bekannt – in der Sung-Zeit (960-1279) fliegen in China bereits die ersten Raketen. Binnen kurzem folgen erste Einsätze des Schwarzpulvers zu kriegerischen Zwecken – zunächst allerdings nur, um die Feinde in Angst und Schrecken zu versetzen. Wenig später entwickelt man die ersten Geschütze, und schon bald gibt es kaum noch kriegerische Auseinandersetzungen ohne den Einsatz von Feuerwaffen. In Europa beginnt man im 13. Jahrhundert mit Schwarzpulver, dem sogenannten Donnerkraut, zu experimentieren. Damit beginnt die Zeit der Büchsenmacher – und ihrer Fachliteratur. Das älteste bekannte Lehrbuch für die Handhabung von Feuerwerk ist das «Feuerwerksbuch» aus dem Jahr 1420. Dieses Werk bleibt für rund zwei Jahrhunderte das Lehrbuch der Feuerwerker, Büchsenmacher und Pulverhersteller schlechthin. Die «Vollkommene Unterweisung» aus dem Jahr 1660 gibt Anleitung zur Herstellung von allerlei Sprengkörpern. Die verschiedenen Anweisungen sind auf 50 Kupfertafeln illustriert. Leider sind sowohl der Autor als auch der Kupferstecher unbekannt.

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L'Ambassade De la Compagnie Orientale Des Provinces Unies Vers l'Empereur De La Chine, Ou Grand Cam De Tartarie

Faite Par Les Sts. Pierre De Goyer, & Jacob De Keyser A Leyde. (...) 1665

Wie wir uns heute für Feng-Shui, Zen-Gärten und die Riten der Aborigines interessieren, sind die Menschen des 17. Jahrhunderts von der Exotik des fernen China fasziniert. Da Reisen damals nur den wenigsten möglich ist, stellen illustrierte Berichte wie dieser die einzige Möglichkeit dar, sich ein Bild über Land, Architektur und Sitten anderer Länder zu machen. In Auftrag gegeben wird der Reisebericht vom Jean Maatzuiker, dem Generalgouverneur der Niederlädischen Ostindischen Kompanie. 1655 sendet er Jacob de Keyser und Pierre de Goyer von Batavia aus auf eine zweijährige Reise. Den hohen Wert dieses Buches unterstreicht die Widmung. Sie geht an Jean Baptiste Colbert, den tüchtigen Berater und Finanzminister des Sonnenkönigs Ludwig XIV.

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Thomae Hobbes Malmesburiensis Opera Philosophica, Quae Latinè scripsit, Omnia

Amstelodami, Apud Ioannem Blaev, M DC LXVIII. [1668]

Der englische Politikphilosoph Thomas Hobbes (*1588, †1679) lebt in schwierigen Zeiten, und so erstaunt es nicht, dass seine Theorien von einer zutiefst negativen Weltsicht geprägt sind. Im 17. Jahrhundert wird England von Verschwörungen, Revolutionen und einem Bürgerkrieg (1642-1649) erschüttert. Gleichzeitig tobt auf dem europäischen Kontinent der Dreissigjährige Krieg (1618-1648) – die blutigste Auseinandersetzung, die Europa bis dahin erlebt hat. Hobbes erlebt die beiden Kriege hautnah mit. Als Befürworter der Monarchie ist der Philosoph 1640 gezwungen, seine Heimat zu verlassen. Er flieht nach Paris, wo er seine Staatsphilosophie in dem Werk «Leviathan; or, The Matter, Form and Power of a Commonwealth Ecclesiasticall and Civil» darlegt. Hobbes geht davon aus, dass der Mensch im Naturzustand egoistisch und streitsüchtig sei. Darum sei ein Gesellschaftsvertrag nötig, der dem Herrscher die absolute Gewalt über alle Bürger übertrage. Mit dem «Leviathan» wird Hobbes für den Absolutismus, was Marx später für den Kommunismus ist: Er drückt darin die Bedürfnisse der Menschen nach den Wirren der Glaubenskriege aus – man sehnt sich nach einer starken Hand. Dieses Werk hier heisst «Opera Philosophica» und erscheint 1668 in Amsterdam. Der erste Teil sammelt die Schriften «De Corpore», «De Homine» und «De Cive» – Hobbes Lehren von der Natur, vom Menschen und vom Staat. Im zweiten Teil sind mathematische und physikalische Schriften gesammelt, und der dritte Teil ist die lateinische Übersetzung des Werks «Leviathan».

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Asia, The First Part

Being An Accurate Description Of Persia, And the Several Provinces thereof. The Vast Empire of the Great Mogol, And other Parts of India: And their Several Kingdoms and Regions By John Ogilby Esq; His Majesty's Cosmographer, Geographick Printer, and Master of His Majesty's Revels in the Kingdom of Ireland. London, Printed by the Author at his House in White-Friers. M. DC. LXXIII. [1673]

Dieses wundervolle Buch war bei seinem Erscheinen im Jahr 1673 das, was für uns heute Fernsehen, Kino und Internet sind: Ein Einblick in fremde Kulturen und andere Welten, ein Bericht über geheimnisvolle Völker, exotische Städte und seltsame Tiere. Auf vielen Bildern wird das Leben in diesen Ländern gemalt – da kriechen riesenhafte Spinnen durch die Gegend, rauchen Männer in Turbanen seltsame Wasserpfeifen und reissen vielarmige Götter ihren Opfern die Gedärme aus dem Leib. Karten zeigen, über welchen Teil der Welt gerade berichtet wird. Ausführlich werden die Gepflogenheiten und Bräuche in den bereisten Ländern beschrieben. So erfährt man, dass persische Frauen ihren Männern Opium geben, um sie friedlich zu stimmen, und dass der Genuss von Tabak, Kaffee und Tee in diesen Gegenden weitverbreitet ist – das Trinken von Wein hingegen sei verboten, wie der Autor leicht verwundert feststellt. Aus Indien wird von der grausamen Sitte berichtet, wie Witwen zusammen mit ihrem verstorbenen Ehemann verbrannt werden; eine Tafel illustriert, wie sich die Leserschaft eine solche Feuerbestattung vorzustellen hat. Aber auch ganz konkrete Daten werden überliefert – etwa über die Temperaturen im Sommer und Winter oder über den Gebrauch von Münzen. «Asia» ist nur eines von vielen Reisebüchern, die John Ogilby (*1600, †1676) um die Mitte des 17. Jahrhunderts publiziert. Weitere Reiseberichte schildern das Leben in China, Japan, Afrika und Amerika. Alle diese Bücher entstehen in Zusammenarbeit mit dem holländischen Verleger Jacob van

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Meurs – so auch das vorliegende Werk aus dem Jahr 1673, das in den Niederlanden ein Jahr vorher erschienen ist.

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