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Martin Kluger

Die Fugger in Augsburg. Kaufherrn, Stifter und M채zene

Mit Fotografien von Wolfgang B. Kleiner, Thomas Baumgartner u. a.


Inhalt Die Fugger von 1367 bis heute in

Bildern . . . . . . . . . . . . . . .6

Sagenhaft reich – bis heute spricht man vom Zeitalter der Fugger

. . . . . . . . . .8

Hans Fugger wandert in Augsburg ein: der Aufstieg der Familie beginnt . . . . .10 Jakob Fugger ist der überragende Firmenlenker der Frühen Neuzeit . . . . . . . . .12 Handel in ganz Europa – und mit Indien, Südamerika und Afrika . . . . . . . . . . .14 Die Bank der Fugger leiht Päpsten, Kaisern, Königen und den Medici . . . . . . . .16 Bergbau und Handel mit Metallen bringen den Fuggern reichen Gewinn . . . . .18 Die Kaiserkrone Maximilians wird für die Fugger der Schlüssel zum Adel . . . . .20 Fuggerkapelle und Damenhof: die ersten deutschen Renaissancebauten . . . . .22 Über hundert Jahre lang kaufen die Fugger Herrschaften und Grund . . . . . . . .24 Für Augsburgs Kirchen und Klöster stiften die Fugger Kapellen und Kunst . . . .26 Die Fuggerei stiftet Jakob Fugger für das Seelenheil seiner Familie . . . . . . . . . .28 Erst Jakobs Neffe und Nachfolger Anton wird der reichste Fugger . . . . . . . . . .30 Der Rückzug von Glaubensstreit und Geschäften auf prächtige Schlösser . . . .32 Kirchen der Fugger auf dem Land feiern das Barock und das Rokoko . . . . . . . .34 In und um Augsburg – drei Linien des Hauses Fugger bestehen bis heute . . . .36

Die Fugger und ihre

Geschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .38

Die Anfänge der Fugger: von der Weberzunft zur Wirtschaftsmacht . . . . . . . . .40 Wissen aus Italien, Silber aus Tirol, Kupfer aus Ungarn, Pfeffer aus Indien . . . .48 Aufstieg in den Adel, große Krise und drei Stiftungen Jakob Fuggers

. . . . . . .56

Ein Weltreich auf Kredit und spanisches Quecksilber für die Fugger . . . . . . . . .62 Der Höhepunkt des Reichtums und der „Dank des Hauses Habsburg“ . . . . . . . .68 Erinnerungen in Schlössern, Kirchen und der Augsburger Fuggerei . . . . . . . . . .78

Sehenswürdigkeiten der Fugger in

Augsburg . . . . . . . . . . .82

In der Fuggerstadt Augsburg: von der Fuggerei zur Fuggerkapelle . . . . . . . . . . .85 Fuggerei, Jakoberstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .86 „Auf den Spuren der Fugger“ durch Augsburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .94 St. Maximilian, Franziskanergasse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .95 St. Peter am Perlach, Rathausplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .96 Rathaus und Goldener Saal, Rathausplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .98 Augustusbrunnen, Rathausplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .100 Fuggerhaus (Heu- und Rindermarkt), Annastraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .102

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Inhalt Fuggerkapelle in der St.-Anna-Kirche, Im Annahof . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .104 Martin Luther und die Reformation in Augsburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Bartholomäus Welsers Haus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .112 Die Augsburger Welser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .112 Fuggerdenkmal, Philippine-Welser-Straße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .114 Kein Augsburger Denkmal für Jakob Fugger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .115 St. Moritz, Moritzplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .116 Merkurbrunnen, Moritzplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .118 Fuggerhäuser (Weinmarkt), Maximilianstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .120 Herkulesbrunnen, Maximilianstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126 Der Fugger-Kamin im Hotel Drei Mohren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .128 Staatsgalerie Altdeutsche Meister, Maximilianstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .129 Kreuzgang des früheren Katharinenklosters, Hallstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . .130 Wohnhaus Philipp Eduard Fuggers, Maximilianstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132 Kathanhaus, Kapuzinergasse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .133 Frühere Klosterkirche St. Magdalena, Dominikanergasse . . . . . . . . . . . . . . . . . .134 Fuggerkapellen in St. Ulrich und Afra, Ulrichsplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .136 St. Margareth, Spitalgasse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .147 Das Geburtshaus von Elias Holl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .148 Augsburgs großer Baumeister Elias Holl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .148 St. Michael, Hermanstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .150 Heilig-Kreuz-Kirche kath., Heilig-Kreuz-Straße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .152 Das Haus des Kaisers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .153 Canisius-Altar im Dom, Hoher Weg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .154 Kleiner Goldener Saal, Jesuitengasse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Die Augsburger Mozarts und die Fugger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .157 Fuggerschloss Wellenburg, Augsburg-Bergheim . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .158 Fuggerspuren am westlichen Stadtrand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .160

Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .162 Bildnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .166 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .168

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An die N端rnberger Faktorei erinnert das Grabmal Peter Fuggers an der Sebalduskirche (links). Ab 1505/1506 handelten die Fugger mit Indien.

14


ab 1466

Handel in ganz Europa – und mit Indien, Südamerika und Afrika Schon Hans Fugger war nicht mehr am Webstuhl gesessen – weben lässt er andere. Sein Sohn Jakob Fugger d. Ä. wechselt folgerichtig 1466, drei Jahre vor seinem Tod, von der Weber- in die Kaufleutezunft. Mit Barchent, einem Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen, verdient die Fuggerfirma aber noch

lange gutes Geld. Die Söhne Jakob Fuggers d. Ä. – Ulrich und Georg, Markus, Peter und Jakob – weiten die Geschäfte aus. Um 1470 sind die Fugger in Venedig, Nürnberg und Rom vertreten, bald folgen Niederlassungen in Mailand und Antwerpen. Noch vor 1500 wird in der Slowakei, Kärnten und Thüringen Erz abgebaut und verhüttet. Kupferhandel über Danzig, Lübeck und Antwerpen macht die Fugger zu Konkurrenten der Hanse. 1503 sind die Fugger auch in Lissabon vertreten: 1505 sticht dort eine Handelsflotte nach Indien in See, die sie mit den Welsern und weiteren Handelshäusern aus Augsburg, Nürnberg und Genua finanzieren. Über eine China-Expedition ist bereits 1493 verhandelt worden. 1525 finanziert Jakob Fugger eine spanische Flotte zu den Molukken mit. 1531 erhält sein Neffe Anton Fugger umfangreiche Handelskonzessionen für Chile und Peru. 1536 handelt die Firma mit dem Königreich Benin in Westafrika. Kupferbarren mit der Handelsmarke der Fugger werden 2008 aus einem Wrack vor Namibia geborgen. Seit den 1470er Jahren waren die Fugger im Haus der deutschen Kaufleute in Venedig vertreten.

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Die Fuggerkapelle war der erste Renaissancebau Deutschlands. Er wurde von namhaften Meistern wie Albrecht D端rer ausgestattet.

22


1509 bis 1515

Fuggerkapelle und Damenhof: die ersten deutschen Renaissancebauten Während seines Aufenthalts in Venedig lernt Jakob Fugger die Renaissance kennen. Vermutlich ab 1506 lassen Jakob und sein älterer Bruder Ulrich eine gemeinsame Grablege für sich und ihren kurz zuvor verstorbenen Bruder Georg im neuen Stil aus Italien planen: Mit der Fuggerkapelle in

der Augsburger Karmeliterklosterkirche St. Anna entsteht der erste Renaissancebau Deutschlands. Von 1509 bis 1512 errichtet, wird die Grabkapelle bis um 1530 von namhaften Künstlern wie Albrecht Dürer, Jörg Breu d. Ä. oder Hans Daucher d. Ä. mit immensem Aufwand ausgestattet. Auf einem der großen Orgelflügel lässt sich der Stifter Jakob Fugger verewigen. Als der 39-jährige Jakob Fugger 1498 die 18-jährige Sibylla Arzt heiratet, zieht er in das Haus seiner Schwiegermutter am Augsburger Weinmarkt, das er 1511 zusammen mit einem Nachbaranwesen kauft. Er lässt die beiden Häuser ab 1512 zu einem einheitlichen Komplex umbauen. Ab 1523 werden weitere benachbarte Anwesen integriert. Die Fuggerhäuser umgeben vier Innenhöfe: Der von Jakob Fugger bis 1515 errichtete Damenhof ist der erste deutsche Profanbau im Stil der Renaissance. Auch spätere Fugger hinterlassen herausragende (Bau-)Kunstwerke in diesem Stil – zum Beispiel fünf fürstlich ausgestattete Grablegen in der Basilika St. Ulrich und Afra. Den Damenhof – der erste profane Renaissancebau Deutschlands – ließ Jakob Fugger bis 1515 errichten.

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Atlantik

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Wichtige Stützpunkte zur Zeit Anton Fuggers Calais

Fernhandelswege Seerouten Nantes

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Leipzig

Erfurt Mainz Frankfurt

Breslau Hohenkirchen

Würzburg

Worms Speyer

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Nürnberg

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Brieg Teschen

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Regensburg

Straßburg

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Krakau Neusohl Kaschau Pest

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Florenz Ancona

Rom

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Die Karte zeigt die wichtigsten Fugger‘schen Faktoreien, Handelsrouten und Seehäfen zur Zeit Anton Fuggers.

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Aufstieg in den Adel, große Krise und drei

Stiftungen Jakob Fuggers

1506 bis 1519: erste Herrschaften, die Fuggerkapelle und die Fuggerei 1506 stirbt Georg Fugger. 1507 erwirbt Jakob Fugger von König Maximilian I. die Grafschaft Kirchberg, die Herrschaft und die kleine Stadt Weißenhorn sowie die beiden Herrschaften Wullenstetten und Pfaffenhofen mit einigen Dörfern. Dieser Herrschaftskomplex liegt vor den Toren der Reichsstadt Ulm. Als Kaufpreis erhält Maximilian im Januar 1508 von Fugger 50 000 Gulden. Mit diesem Geld will der deutsche König nach Rom ziehen, um sich dort vom Papst zum Kaiser krönen zu lassen. Dem ständig verOben: Die Fuggerei auf dem ersten, 1521 entstandenen Vogelschauplan Augsburgs von Jörg Seld.

56

schuldeten König rinnt auch diese Summe durch die Finger. Dennoch überquert Maximilian I. im Januar 1508 die Alpen. Weil ihm Truppen Venedigs den Weg versperren und der Papst außerdem Gebietsansprüche stellt, kommt Maximilian nur bis Trient – an die Südgrenze seines Herrschaftsbereichs. Dort lässt sich der Habsburger im Dom von Trient am 4. Februar 1508 ganz pragmatisch zum „Erwählten Römischen Kaiser“ ausrufen. Auf die Krönung in Rom verzichtet er. Mit der Erwerbung der Grafschaft Kirchberg stellt Jakob Fugger die Weichen für den Aufstieg in den Adel. 1511 wird der bürgerliche Kaufherr aus juristischen Gründen


in den Adelsstand erhoben, 1514 ernennt ihn der Kaiser sogar zum Reichsgrafen. Dadurch wird es Jakob möglich, seine Besitzungen zu verwalten: Adelige seines Territoriums hatten sich geweigert, von einem Bürger Lehen zu empfangen. Seinen Grafentitel verwendet der Kaufherr und Bankier aber nie. Er unterschreibt weiter mit „Fugger“.

Fugger vor dem Bankrott Was nur die Leiter der Fuggerfirma wissen: Für Geschäfte ihres Zuschnitts – bis 1504 hat man zum Beispiel allein in den „Ungarischen Handel“ eine Million ungarische Gulden investiert – fehlt ihnen bei Weitem das Eigenkapital. Das nötige Fremdkapital stammt seit 1496 zum weitaus größten Teil von Melchior von Meckau, Kardinal und Fürstbischof von Brixen. 1494 hatte die Einlage der Fugger knapp 55 000 Gulden betragen – der stille Teilhaber Meckau bringt das Dreifache auf: Rund 153 000 Gulden legt er heimlich am Domkapitel in Brixen vorbei bei den Fuggern zu ertragbringenden Zinssätzen an. Als jedoch Meckau im März 1509 im Rom verstirbt, beanspruchen das Brixener Domkapitel, der Papst und die Familie Meckaus das Erbe jeweils für sich – sofort. Eine so schnelle Zahlung in dieser Größenordnung können nicht einmal die Fugger leisten. Der Bankrott droht.

Dieses Porträt Jakob Fuggers in den „Fuggerorum et Fuggerarum Imagines“ zeigt den Kaufherrn mit seinen Herrschaften Weißenhorn, Kirchberg und Biberbach.

Die Fuggerkapelle entsteht Um Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Firma zu zerstreuen, kauft Jakob Fugger in der wohl tiefsten Krise des Familienunternehmens 1509 die von Kaiser Maximilian I. schon seit Längerem angebotene Hofmark Schmiechen im Südosten von Augsburg. Noch 1509 beginnt er außerdem damit, die von ihm und seinen Brüdern vermutlich ab 1505 angedachte Stiftung einer Grabkapelle in der St.-Anna-Kirche zu verwirklichen. Von einem heute unbekannten Meister geplant, wird die Fuggerkapelle in der Kirche des Karmeliterklosters neben dem Fuggerhaus zwischen dem Heu57


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Am Eser dor-Heuss Am Roten Tor Platz 13- Staatsgalerie Altdeutsche Meister

Fuggerei St. Maximilian St. Peter am Perlach Rathaus und Goldener Saal Augustusbrunnen Fuggerhaus (Heu- und Rindermarkt) Fuggerkapelle in St. Anna Fuggerdenkmal St. Moritz Merkurbrunnen Fuggerhäuser Herkulesbrunnen

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Freilichtbühne

15 Wohnhaus Philipp Eduard Fuggers 16 Kathanhaus 17 Klosterkirche St. Magdalena 18 Fuggerkapellen St. Ulrich und Afra 19 St. Margareth 20 St. Michael 21 Heilig-Kreuz-Kirche kath. 22 Dom/Canisius-Altar 23 Kleiner Goldener Saal 24 Fuggerschloss Wellenburg

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In der Fuggerstadt Augsburg: von der Fuggerei zur Fuggerkapelle Wo man die Sehenswürdigkeiten der „deutschen Medici“ findet Mehr als nur einmal wurden die Fugger wegen ihres Kunstsinns und ihrer Bauten mit den Medici in Florenz verglichen. Erinnerungen an die Kunst des „goldenen Augsburgs der Renaissance“ und an die große Zeit der Fugger sieht man beim Spaziergang zwischen Fuggerei und Michaelskirche, Dom und Ulrichsbasilika. Auf dem Weg liegen zum Beispiel die Fuggerkapelle, das Fuggerdenkmal, die Fuggerhäuser mit dem Damenhof und das berühmte Porträt Jakob Fuggers, das der Nürnberger Maler Albrecht Dürer anlässlich eines Augsburger Reichstags schuf.

Reihenfolge wie im Stadtplan auf dem vorderen Umschlag innen sowie auf der Seite 84 vorgestellt. Die bedeutendsten Fugger‘schen Sehenswürdigkeiten in der Stadt Augsburg sind auf den folgenden Seiten mit ! gekennzeichnet. Die Fuggerei (Fotos oben und unten) ist das Denkmal Jakob Fuggers.

Alle Sehenswürdigkeiten auf den Seiten 86 bis 157 werden in der 85


7

! Fuggerkapelle

in der St.-Anna-Kirche

Die Fuggerkapelle in St. Anna ist das früheste Baukunstwerk der Renaissance in Deutschland.

Die Fuggerkapelle in der St.-AnnaKirche ist der erste Renaissancebau Deutschlands. Gestiftet wurde sie von Ulrich (1441 – 1510) und Jakob Fugger. Am 7. April 1509 unterzeichneten die beiden Brüder den Vertrag mit dem Prior und dem Konvent des Karmeliterklosters bei Einer der insgesamt sechs Putti auf der Schranke vor der Fuggerkapelle.

104

St. Anna, der im Dezember 1509 von Papst Julius II. bestätigt wurde. Die Grablege in der Kirche des im Zuge der Reformation 1534 aufgehobenen Karmeliterklosters wurde zwischen 1509 und 1512 als Westchor der St.-Anna-Kirche errichtet und 1518 geweiht. Das Innere der Fuggerkapelle wurde in den Folgejahren prachtvoll ausgestattet. Der am 30. Dezember 1525 verstorbene Jakob Fugger und seine älteren Brüder Ulrich und Georg sind heute zwar in einer katholischen Grabkapelle, jedoch in einer protestantischen Kirche bestattet. Da die Annakirche nach Aufhebung des Klosters zwischen 1534 und 1548 sogar verschlossen war, durften Jakob Fuggers Neffen


Raymund (1489 – 1535) und Hieronymus (1499 – 1538) lediglich still und heimlich und nur dank einer Ausnahmegenehmigung des Augsburger Rats in ihrer Familiengruft zur letzten Ruhe gebettet werden. Geplant wurde die Fuggerkapelle von einem unbekannten Meister. Albrecht Dürer, der für Ulrich und Georg Fugger die beiden mittleren Epitaphe der Grabkapelle entwarf, wurde als Architekt angenommen, wobei die jüngere Forschung diese These verwirft. Als Baumeister wird der Augsburger Hans Hieber genannt, der vermutlich die Fuggerhäuser errichtete. Sicher ist: Diese Kapelle wird von italienischen – wohl venezianischen – Vorbildern geprägt. Raum, Proportionen, Ausstattung und Dekoration greifen innovative italienische Ideen auf. Lediglich das Gewölbe der Fuggerkapelle zeigt noch deutsche Gotik.

Ein von der Renaissance Italiens geprägtes Kunstwerk: die Fronleichnamsgruppe von Hans Daucher.

An der Ausgestaltung der Kapelle waren namhafte Meister, darunter Hans Burgkmair d. Ä., Jörg Breu d. Ä. und Hans Daucher, beteiligt. Die Gruft in der Fuggerkapelle liegt unter einem mit kostbarem Marmor ausgeführten Fußboden. In den Boden der Kapelle wurden die Fuggerlilien und die Handelsmarke der Fugger – Dreizack und Ring – eingearbeitet. Besonders sehenswerte Kunstwerke der Fuggerkapelle sind die wohl gleichfalls unter venezianischem Einfluss um 1520 entstandene zentrale Fronleichnamsgruppe Hans Dauchers sowie die sechs amüsanten kleinen Putti auf der Marmorbrüstung. Hans Daucher werden auch fünf der sechs Putti 105


Die Augsburger Fugger: Kaufherrn, Kaisermacher und Kunstförderer Jakob Fugger war das große Wirtschaftsgenie der Frühen Neuzeit und der reichste Unternehmer im Reich. Der Augsburger Kaufherr und Bankier schuf einen europaweit tätigen Handels-, Textil-, Banken-, Bergbau- und Metallkonzern. Er war an frühen Handelsfahrten nach Indien und zu den Molukken beteiligt. Jakob Fugger finanzierte die Kaiserkronen Maximilians I. und Karls V. Er ließ für vier Päpste Münzen prägen. Er gab außer den Habsburgern und der Kurie auch den Königen von England, Ungarn, Portugal und Dänemark Kredite. Unter Jakob Fuggers Neffen und Nachfolger Anton Fugger – er finanzierte sogar die reichen Medici in Florenz – erreichte das Firmenkapital den höchsten Stand. Bis heute spricht man vom „Zeitalter der Fugger“. Jakob Fugger brachte mit der Fuggerkapelle in der Annakirche und dem Damenhof in den Fuggerhäusern die Renaissance nach Augsburg und damit nach Deutschland. Und er stiftete die Fuggerei, heute die älteste Sozialsiedlung der Welt. Auch spätere Fugger machten sich als Kunstförderer und Mäzene einen Namen. Kunst in Augsburger Kirchen und in den Fuggerhäusern, aber auch Monumentalbrunnen belegen, wie die Fugger neue Ideen und innovative Künstler aus Italien über die Alpen holten. 168 Seiten, 208 Abbildungen EUR 9,80 ISBN 978-3-939645-31-3

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Die Fugger in Augsburg