Page 1

www.gmbhchef.de

August · September 2010 | 4,00 EUR | ISSN 1861-6569

Die wichtigsten Unternehmensversicherungen

Rundum versichert S. 8 Vermittler

Zeitarbeiter

Kreditmediator Hans-Joachim Metternich im Gespräch S. 24

Nicht ohne Risiko S. 28

Empfehlungsmarketing Wie Kunden zu Verkäufern werden S. 32


RECHTSANWÄLTE STEUERBERATER B O N N

B E R L I N

Arbeit | Unternehmen | Steuern | Immobilien | Familie Medizin | Franchising | Internationales

ALEX MEYER-KÖRING † JÜRGEN v. DANWITZ

DR. CONSTANTIN PRIVAT (bis 2002) Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Arbeitsrecht

MICHAEL C. GUSSONE Rechtsanwalt in Bonn

RAINER BOSCH Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Familienrecht

DR. REINER SCHÄFER-GÖLZ Rechtsanwalt in Berlin Fachanwalt für Medizinrecht

DANIELA v. TREUENFELD-HONIG

MARIO KNEPPER

Rechtsanwalt in Bonn

Rechtsanwältin in Bonn Fachanwältin für Familienrecht

Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Steuerrecht

ALEXANDER KNAUSS

DR. CHRISTOPHER LIEBSCHER, LL.M.

Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Erbrecht Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Rechtsanwalt in Berlin Mediator

ALFRED HENNEMANN

Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Arbeitsrecht

DR. THEO KADE

DR. MATTHIAS MAUR

Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

THOMAS KRÜMMEL, LL.M. Rechtsanwalt in Berlin

EBBA HERFS-RÖTTGEN Rechtsanwältin in Bonn Fachanwältin für Arbeitsrecht

ANDREAS JAHN Rechtsanwalt in Bonn Steuerberater

DR. NICOLAI BESGEN Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Arbeitsrecht

DR. JAN PATRICK GIESLER Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Arbeitsrecht

SEBASTIAN WITT Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Arbeitsrecht

DR. VOLKER GÜNTZEL Rechtsanwalt in Bonn

DR. ANDREAS MENKEL Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für Steuerrecht Fachanwalt für Familienrecht

WOLF CONSTANTIN BARTHA

DR. STEPHAN DORNBUSCH

Rechtsanwalt in Berlin Fachanwalt für Medizinrecht

Rechtsanwalt in Bonn Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz Fachanwalt für Steuerrecht

NICOLE DIETZ

Oxfordstraße 21 • 53111 Bonn Telefon 0228 72636-0 • Fax 0228 72636-77 bonn@meyer-koering.de • www.meyer-koering.de

Rechtsanwältin in Bonn


Editorial

GmbHJahresabschluss 2009 » Rundum versichert « Dr. Hagen Prühs

CD-ROM

2005 chluss ahresabs

hmer Unterne

m bH ,R

onn , Tel. 8/95124-0, Fax: 0228/9512 : 0 22 4- 9

0, E -

Ma il: v

srw @v sr w .d e, I

e w.d vsr w.

2008.001 n.exe Version autoru Installation:

n

g und zgestaltun zur Bilan Software timierung Gewinnop ww

GmbH-J

hs G

B 79 31 ,5

Dr. Hagen Prühs Chefredakteur

Prü

48

5124-0,

8/9 Tel.: 022 79 Bonn, e 48, 531 .vsrw.de ndstraß rnet: www erlag, Rola .de, Inte VSRW-V e@vsrw softwar E-Mail:

08

tr.

lich NT/ Handelsüb m Windows 95/ ssyste Betrieb

uer schaftste ý Körper r rbesteue ý Gewe e ý Tantiem üttung nnaussch ý Gewi

ag D r. H age n

luss 20

hresabsch

GmbH-Ja

ds an ol

,

-Laufwerk

: er, CD-ROM zungen eitsspeich orausset 64 MB Arb Systemv er PC mit mind. 98/2000 oder XP

® V SR W -Verl

ng

tu nzgestal zur Bila Software optimierung nn und Gewi

VSRW

ngen rückstellu her Steuer g sämtlic Eingabe echnun hrend der table Ber ungen wä ý Komfor uerbelast Ste der anzeige rnativen g der ý Sofort tungsalte Erstellun Ausschüt für die tion von n Daten ý Simula g mit alle sbuchungen Berechnun schlus uck der en und der Ab 2005 ý Ausdr ung für lär en gen Steuererk rhebesätz mpfehlun erbesteue taltungse uellen Gew vielen Ges chlusses ý Mit akt gen und Jahresabs hbeiträ lung des uellen Fac zur Erstel ý Mit akt cklisten Che n lreiche r ý Mit zah einsetzba ndanten beim Ma ý Vor Ort

t:

rater &

Steuerbe

e rn te

für Software

VSRW

Läuft alles gut, sind sie nur ein lästiger Kostenfaktor – aber wenn etwas schief geht und5 ss 200 sabsch–lu Verman hat sie vergessen oder vernachlässigt, können die Folgen existenzbedrohend sein ahre GmbH-J erblick: sicherungen gehören zu den notwendigen Übeln, mit denen sich nur die wenigsten Untere im Üb erkmal tungsm Die Leis nehmer gerne auseinander setzen. Kein Wunder, dass, so eine aktuelle Umfrage, etwa ein Drittel aller Unternehmer gar nicht wissen, wie viele Versicherungen sie eigentlich für ihren Betrieb abgeschlossen haben. In unserem Titelthema ab Seite 8 stellen wir die wichtigsten Unternehmensversicherungen vor. Als im vergangenen Jahr immer mehr Unternehmen über die Kreditvergabepraxis der Banken klagten, hat die Bundesregierung die Institution des Kreditmediators ins Leben gerufen, der zwischen Banken und Unternehmen vermitteln soll. Wir fragten den Kreditmediator Hans-Joachim Metternich, was er für Unternehmen, die Probleme bei der Finanzierung haben, tun kann. Lesen Sie das Interview ab Seite 24. Bei Personalengpässen nutzen immer mehr mittelständische Betriebe aller Branchen die legalen Möglichkeiten der Arbeitnehmerüberlassung – doch was geschieht, wenn der Personaldienstleister in Konkurs geht? Lesen Sie ab Seite 28, was in einem solchen Fall auf den Entleiher von Zeitarbeitskräften zukommen kann.

ss 2008

sabschlu

ahre GmbH-J

4-90

8/9512

Fax: 022

Software zur Bilanzgestaltung und Gewinnoptimierung • Komfortable Berechnung sämtlicher Steuerrückstellungen • Sofortanzeige der Steuerbelastungen während der Eingabe • Ausdruck der Berechnung mit allen Daten für die Erstellung der Steuererklärungen und der Abschlussbuchungen • Mit aktuellen GewerbesteuerHebesätzen

Jetzt Demo-Version anfordern! Bestell-Hotline: 02 28 95 12 40 Infos unter: www.vsrw.de PS: Mehr als 31.000 Besucher im Monat informieren sich auf unserer Homepage www.gmbhchef.de. Hier finden Sie noch mehr aktuelle Informationen rund um die Führung einer GmbH.

August · September 2010

| 3


Inhalt

August·September 2010

20 Raus aus der Isolation Unternehmer tauschen sich aus

Rundum versichert Versicherungen für Unternehmen Telegramm

6

Titelthema Rundum versichert

8 Beschäftigung von Zeitarbeitskräften: Schutz vor Haftungsrisiken 28

Management & Controlling Prozessfinanzierung: Klagen ohne Risiko

18

Unternehmensversicherungen: Vielen fehlt der Überblick

8

Ertragsausfallversicherung: Liquidität trotz Ertragsausfall

Zukunftsfähigkeit: Mit weichen Erfolgsfaktoren

19

9

Raus aus der Isolation: Interview mit Carl-Dietrich Sander

20

Berufsrisiko Managerhaftung: Interview mit Michael Hendricks

10

Gewerbesachversicherung: Ein Buch mit sieben Siegeln?

11

Recht & Steuern GmbH-Geschäftsführerhaftung: Update in Haftungsfragen

12

Immobiliengeschäfte: Was der Fiskus noch sponsert

14

4 |

August · September 2010

Alternative zu Rentenversicherungen: Innenfinanzierung durch bAV 30 Marketing & Vertrieb Empfehlungsmarketing: Doppelte Belohnung

32

Finanzierung & Geldanlage Wirtschaftsstandort Rheinland

Kapitalmarkt – Risiko verteilen: Interview mit Peter Eberhart

23

Kreditmediator kann helfen: Interview mit Hans-Joachim Metternich

24

Personal & Weiterbildung Employer Branding: Interview mit Frank Hauser

26

Metropole Rheinland positioniert sich: Rheinland 2020 34 Mehr Zielgruppenorientierung: Interview mit Melanie Braicks

37

Standort Spich: Klettern nach Maß

38

Standort Bonn: Freie Gewerbeflächen 39


Inhalt

3. Auflage, Bonn 2009, 128 Seiten, 24,80 E

Schenken und Vererben von Immobilien

26 Employer Branding Als Arbeitgeber zur Marke werden

34 Wirtschaftsstandort Rheinland Region schaut voraus auf 2020

Das Werk richtet sich an Immobilieneigentümer und deren steuerliche Berater. Denn früher oder später soll Immobilienvermögen auf die eigenen Kinder oder andere nahestehende Personen übergehen. In diesem Buch erfährt der Leser, wie er die Übertragung von Immobilien steuergünstig gestalten und sich dabei zugleich finanziell absichern kann. Die Neuauflage berücksichtigt alle gesetzlichen Änderungen durch die Erbschaftsteuerreform.

Bestellmöglichkeit in unserem Online-Shop www.vsrw.de Wirtschaft vor Ort Einkaufszentrum in Bornheim: Umstrittene Pläne

Service

Leserservice

40

Seminare, Veranstaltungen: Termine für August und September

49

Nachwuchs: Ein Tag im Chefsessel

42

Vorschau, Impressum

50

Kurz notiert: Meldungen aus der Region

44

Firmenlauf Bonn: gmbhchef läuft mit

46

Wachsen!2010: Der Mittelstand will wachsen

47

Haben Sie Fragen zu den Beiträgen in unserem Magazin? Wir vermitteln Ihnen gerne den Kontakt zum Autor oder zu GmbH-Spezialisten vor Ort (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte). Bitte schreiben Sie per E-Mail an: info@gmbhchef.de. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir für Auskünfte jeglicher Art keine Haftung übernehmen können.

www.gmbhchef.de Das Online-Portal bietet Ihnen aktuelle Informationen zu den Themen Steuern, Recht und Wirtschaft, News aus der regionalen Wirtschaftsszene sowie wertvolle Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsführeralltag.

August · September 2010

| 5


Telegramm

GmbH-Tip Ab September monatlich mit mehr Arbeitsrecht Ab September 2010 erscheint der Newsletter für GmbH-Geschäftsführer und -Gesellschafter aus dem VSRWVerlag monatlich, jeweils zur Monatsmitte. Auf 12 Seiten werden die neuesten Entwicklungen aus Steuerrecht, Gesellschaftsrecht und Arbeitsrecht kurz und bündig angerissen und die praktischen Konsequenzen oder Handlungsempfehlungen aufgezeigt. Ein kostenloses Ansichtsexemplar kann angefordert werden unter vsrw@vsrw.de oder unter der Fax Nr. 0228 95124-90. ■ 13-14/2010

für den er folgreichen GmbH-Geschäftsführer

Ferienhaus-Vermietung

Mietvertrag mit GmbH muss wie unter fremden Dritten vereinbart sein

Im Streitfall hatte die Tochter des Gesellschafters an die GmbH ein Ferienhaus vermietet. Wegen des nicht gewahrten Fremdvergleichs beurteilten die Finanzrichter das von der GmbH gezahlte Mietentgelt und die von ihr übernommenen Nebenkosten als verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA) an den Gesellschafter und versagten der GmbH insoweit den Betriebsausgabenabzug.

durchführungsmängel sind steuerlich besonders gefährlich. Hier ist das Vereinbarte von Grund auf „durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst“. Zahlungen der GmbH sind vom ersten Cent an vGA. Das heißt: Auf der GmbH-Ebene wird der Betriebsausgabenabzug in voller Höhe versagt. Der Gesellschafter muss das Entgelt als Kapitaleinkünfte versteuern. Wenn die Vergütung oder der Vorteil einer ihm nahestehenden Person zugutekommt, wird sie ihm einkommensteuerlich als eigene Einkünfte zugerechnet. Als nahestehende Person gelten neben Angehörigen auch andere Firmen, an denen der GmbH-Gesellschafter mehrheitlich beteiligt ist, wenn diese Verträge mit der GmbH abschließen. Beispiel: Die GmbH mietet von der XYZ-Immobilien-GbR eine Immobilie. Der Mietvertrag muss dem Fremdvergleich standhalten.

ð

In dem vom Finanzgericht entschiedenen Fall hatten es die Beteiligten

Vertragliche Abmachungen zwischen dem Gesellschafter und der GmbH müssen dem sog. Fremdvergleich standhalten. Das heißt: Alles sollte vereinbart und praktiziert sein wie unter fremden Dritten. Dies gilt ebenfalls für Verträge zwischen der Gesellschaft und einer dem GmbH-Gesellschafter nahestehenden Person, wie das FG München mit rechtskräftigem Urteil vom 7.7.2009 klargestellt hat.

Nicht „stimmige“ vertragliche Abmachungen, aber auch Vertrags-

Aus dem Inhalt:

Ferienhaus-Vermietung: Mietvertrag mit GmbH muss wie unter fremden Dritten vereinbart sein

1

Ein-Prozent-Pauschalmethode: Mehrfache Versteuerung beim Zugriff auf mehrere Betriebs-Pkws

2

Verluste einnahmeloser Anteilseigner: Gesetzgeber will gesellschafterfreundliche Rechtsprechung kassieren

6

Status des Gesellschafter-Geschäftsführers: Beurteilung der Sozialversicherung ist regelmäßig bindend

Vereinfachte GmbH-Gründung: Abänderungen des Musterprotokolls führen zu einer „normalen“ Gründung

7 9

Anteilsverkauf: Vollständige Rückabwicklung auch steuerlich möglich

10

Abmahnung oder Kündigung: Nebenjob trotz Krankheit

11

Unterschlagung von Pfandbons: Endurteil: Im Fall „Emmely“ durfte nicht fristlos gekündigt werden

11

GmbH-Tip Nr. 3/2006 · Februar

++ Tipp-Telegramm ++

Sicherheitsleistung bei Aussetzung der Vollziehung Gewährt das Finanzamt die Aussetzung der Vollziehung eines gegen eine GmbH gerichteten Steuerbescheids nur gegen Sicherheitsleistung, muss die GmbH detailliert darlegen, weswegen eine Sicherheit nicht gestellt werden kann. Allein der Nachweis, dass die GmbH den geforderten Betrag nicht zahlen kann bzw. bei Zahlung im Insolvenzfall strafrechtliche Risiken drohten, genügt nicht. Laut Beschluss des BFH vom 10.2.2010 muss die GmbH weiterhin nachweisen, dass ihre wirtschaftlichen Verhältnisse nicht einmal die Stellung einer Bankbürgschaft erlauben. Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn der BFH in dem von der GmbH geführten Verfahren die Revision zu Gunsten der GmbH zugelassen hat. L BFH, Beschluss vom 10.2.2010, Az. V S 4/09

Anteilsveräußerung und Liquidationsverlust

Wird ein Geschäftsanteil an einer GmbH unter der aufschiebenden Bedingung der Zahlung eines Teils des Kaufpreises veräußert, der entsprechende Betrag jedoch nicht gezahlt, ist der Tatbestand der Veräußerung nicht verwirklicht. Dementsprechend kommt es nach dem Urteil des FG München vom 22.12.2009 auch nicht zu einem Veräußerungsverlust. Auch wenn die GmbH zum Zeitpunkt der gescheiterten Veräußerung bereits vermögenslos war, scheidet der Ansatz eines Liquidationsverlusts aus. Dieser kommt erst in dem Veranlagungszeitraum in Betracht, in dem die GmbH aufgelöst bzw. die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt wird. L FG München, Urteil vom 22.12.2009, Az. 13 K 3582/06

1

Rechtsänderungen Umstellungen ab 1. Juli

Ab der Jahresmitte 2010 haben sich folgende Änderungen ergeben: ◆ Telefonieren mit dem Handy im Ausland ist billiger Innerhalb der EU dürfen die Gesprächskosten für Kunden mit deutschen Verträgen maximal 46 Cent pro Minute kosten; werden Gespräche im Ausland entgegen genommen dürfen sie nicht mehr als 18 Cent pro Minute kosten. Die Kosten für SMS sind auf maximal 13 Cent beschränkt. ◆ Schuldner können ihr Konto einfacher vor Pfändungszugriffen schützen Ab 1. Juli 2010 ist es möglich, ein normales Girokonto als sogenanntes Pfändungsschutzkonto (P-Konto) zu führen. Die Bank gewährleistet im Falle einer Kontopfändung, dass der Kunde über den festgelegten Pfändungsfreibetrag verfügen kann. Der Grundbetrag liegt bei 985,15 Euro (kinderlose Ledige); bei Unterhaltsverpflichteten erhöht sich dieser Sockelbetrag um weitere Beträge. Bereits bestehende Konten können jederzeit in ein P-Konto umgewandelt werden.

6 |

August · September 2010

Unklar ist noch, wie hoch die Gebühren dafür ausfallen werden; der Gesetzgeber hat den Banken „angemessene Gebühren“ vorgeschrieben, jedoch keine Grenzen genannt. Einen Rechtsanspruch auf Eröffnung eines Girokontos gibt es weiterhin nicht. ◆ Auf Öko-Lebensmitteln ist ab 1. Juli ein neues Bio-Siegel der EU zu sehen (ein Blatt mit zwölf Sternen auf hellgrünem Hintergrund). Es gelten die gleichen Standards wie auch beim deutschen Biosiegel. ◆ neue Energieeffizienz-Klassen von Kühlgeräten werden eingeführt. Geräte mit den Energieeffizienz-Klassen B bis G müssen aus den Geschäften ausgesondert werden, stattdessen gibt es künftig die Klassen A, A+, A++ und A+++. Jedes Plus steht für eine um 20 Prozent höhere Effizienz und damit einen niedrigeren Energieverbrauch.  ■

Bundesrechnungshof Reform der Mehrwertsteuer? Der Bundesrechnungshof fordert eine grundlegende Reform des deutschen Mehrwertsteuersystems. In einem 44 Seiten umfassenden Bericht empfiehlt er der Bundesregierung und dem Bundestag, vor allem den Katalog mit Waren und Leistungen zu überprüfen, auf die nur der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent erhoben wird. Die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes kostet allein im Jahr 2008 knapp 25 Milliarden Euro. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Umsatzsteuerermäßigung in vielen Fällen sachlich nicht mehr begründet ist und zum Teil im Widerspruch zum EUGemeinschaftsrecht steht. Nach Auffassung des Bundesrechnungshofs mutet die Abgrenzung teilweise willkürlich an. In vielen Fällen lasse sich nicht ohne Weiteres entscheiden, ob für ein Produkt der reguläre oder der ermäßigte Steuersatz gelte; für die Kontrolle der richtigen Abgrenzung müsse in der Finanzverwaltung viel Personal abgestellte werden. Beispiele: Für Feinschmeckerprodukte wie Froschschenkel, Wachteleier oder Riesengarnelen gilt der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent; dagegen gilt für Mineralwasser der volle Steuersatz von 19 Prozent. Bei frischen Früchten und Marmeladen sowie Gemüse wird der ermäßigte Steuersatz fällig, bei Fruchtsäften jedoch

der Regelsteuersatz. Kaffeepulver unterliegt dem sieben Prozent-Steuersatz, für Kaffeegetränke aus dem Automaten ist der volle Steuersatz von 19 Prozent zu zahlen. Um den Katalog von begünstigten Gegenständen für die Finanzverwaltung handhabbar zu machen, hat es eines 140-SeitenSchreibens des Bundesfinanzministeriums und zahlreicher Schreiben zu Einzelfragen bedurft. In den vergangenen zehn Jahren sind mehr als 300 Gerichtsentscheidungen zum ermäßigten Steuersatz ergangen; gegenwärtig sind 14 weitere Verfahren anhängig. Dabei musste unter anderem geklärt werden, ob Milchersatzprodukte pflanzlichen Ursprungs oder Milchmixgetränke sind. Das Bundesfinanzministerium hat zum Beispiel darauf hinweisen müssen, dass Trockenmoos (Regelsteuersatz) durch Anfeuchten nicht wieder zu frischem Moos (ermäßigter Steuersatz) wird.

Zweitjob Fristlose Kündigung bei Nebenjob während der Krankschreibung?

Ein Mitarbeiter der X-GmbH war krankgeschrieben. Dennoch hatte er während dieser Zeit für die Firma seiner Frau auf einer Baustelle gearbeitet. Der Arbeitgeber hatte dem Mitarbeiter daraufhin fristlos gekündigt. Das Arbeitsgericht Mainz hatte die Kündigungsschutzklage des Mitarbeiters abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht Rheinland Pfalz hob das Urteil der Vorinstanz auf und entschied in seinem Urteil vom 28. Juni 2010, dass der Mitarbeiter seine arbeitsvertraglichen Pflichten zwar verletzt habe, eine fristlose Kündigung grundsätzlich aber erst zulässig sei, wenn ihn der Arbeitgeber zuvor vergeblich abgemahnt habe. Zwar sei ein arbeitsunfähiger Mitarbeiter verpflichtet, sich so zu verhalten, dass er bald wieder gesund werde. Das habe der Mitarbeiter nicht getan. Gleichwohl ist nach Auffassung der Richter eine fristlose Kündigung zumeist unverhältnismäßig. ■


Telegramm

Bewerbung Schadenersatz bei Ablehnung? Ein Bewerber kann sich nicht auf das Diskriminierungsverbot wegen des Alters berufen, wenn er für eine ausgeschriebene Stelle offensichtlich nicht geeignet ist. Der ablehnende Betrieb muss in diesem Fall auch keinen Schadenersatz zahlen, so entschied das Landesarbeitsgericht Köln in seinem Beschluss vom 10. Februar 2010 über den Antrag auf Prozesskostenhilfe. Weil das ausschreibende Unternehmen seine Bewerbung nicht angenommen hatte, klagte der Mann wegen altersbedingter Diskriminierung. Die Firma hatte ihn jedoch wegen mangelnder Eignung abgelehnt. Das Gericht verwies auf den Lebenslauf des Klägers, der die fehlenden Voraussetzungen für die Stelle deutlich mache. Seine Behauptung, der Betrieb habe ihn wegen seines Alters abgelehnt, sei ein nicht nachweisbares Indiz. ■

Sozialversicherung Statusfeststellung bei GmbHGesellschafter-Geschäftsführern Die Spitzenverbände der Sozialversicherung (GKV-Spitzenverband, Deutsche Rentenversicherung, Bundesagentur für Arbeit) haben am 13. April 2010 ein neues Rundschreiben zur Statusfeststellung von Erwerbstätigen erlassen. Dieses Rundschreiben löst mit Wirkung vom 1. Juni 2010 die gemeinsamen Grundsätze sowie das bisherige Rundschreiben ab. Die bisherige Verlautbarung zur versicherungsrechtlichen Beurteilung der Beschäftigung von Angehörigen vom 11. November 2004 wurde als Anlage in das Rundschreiben aufgenommen und gilt unverändert weiter.

Ab dem 1. Januar 2005 war für GmbHGesellschafter-Geschäftsführer in § 7a Abs. 1 Satz 2 SGB IV ein obligatorisches Anfrageverfahren eingeführt worden. Danach hat die Krankenkasse bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ein Statusfeststellungsverfahren zu beantragen, an dessen Ergebnis die Bundesagentur für Arbeit leistungsrechtlich gebunden ist. Ab 1. Januar 2008 wurde das Verfahren auf mitarbeitende Abkömmlinge ausgedehnt. Bei einer Änderung der Verhältnisse (zum Beispiel durch eine höhere oder niedrigere Beteiligung am Stammkapital) müssen die Adressaten der Statusbescheide von sich aus tätig werden. In Anlage 3 zu diesem Rundschreiben sind die versicherungsrechtlichen Maßstäbe zur Beurteilung von GesellschafterGeschäftsführern, Fremdgeschäftsführern und mitarbeitenden Gesellschaftern einer GmbH sowie Geschäftsführern einer Familien-GmbH zusammengefasst. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts liegt bei mitarbeitenden Gesellschaftern – und dies gilt auch für Gesellschafter-Geschäftsführer – ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis zur GmbH allerdings nur dann vor, wenn der Gesellschafter ◆ funktionsgerecht dienend am Arbeitsprozess der GmbH teilhat, ◆ für seine Beschäftigung ein entsprechendes Arbeitsentgelt erhält und ◆ keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft kraft seines Anteils am Stammkapital geltend machen kann. Wichtig: Sofern ein Gesellschafter-Geschäftsführer über mindestens 50 Prozent des Stammkapitals verfügt oder aufgrund

besonderer Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag die Beschlüsse der anderen Gesellschafter verhindern kann (Sperrminorität), hat er grundsätzlich einen entscheidenden Einfluss auf die Geschicke der GmbH. Für einen mitarbeitenden Gesellschafter ohne Geschäftsführerfunktion ist ein abhängiges Beschäftigungsverhältnisgrundsätzlich von vornherein ausgeschlossen, wenn er über mehr als 50 Prozent des Stammkapitals verfügt. ■

Telefonwerbung: 57.000 Beschwerden, neun Bußgelder Im August 2009 wurde das Gesetz gegen unerlaubte Telefonwerbung verschärft. Seit Inkrafttreten der Neuregelung sind bei der Bundesnetzagentur über 57.000 Beschwerden über unerwünschte Telefonanrufe eingegangen. Werbeanrufe sind nach der neuen Gesetzeslage nur noch mit vorheriger Einwilligung des Verbrauchers zulässig. Werbeanrufer dürfen nicht mehr ihre Telefonnummer unterdrücken. Hohe Geldbußen drohen denen, die dagegen verstoßen. Dennoch sind bisher in lediglich neun Fällen Bußgelder verhängt worden. Offensichtlich ist die Beweisführung schwierig, dass die Unternehmen ohne Einwilligung der Betroffenen angerufen wurden. Im politischen Raum wird daher die Forderung laut, eine schriftliche Bestätigung von am Telefon geschlossenen Verträgen einzuführen. ■

www.gmbhchef.de Das Portal für Geschäftsführer

Seit dem 15.7.2010 sind wir für Sie in Bad Godesberg. Versicherungen

Der starke Partner für Ihre Unternehmungen. Sie managen Ihr Unternehmen. Wir Ihre Risiken. Ihre HDI-Gerling Generalvertretung Gudrun Scheller Simrockallee 2, 53173 Bonn Bad Godesberg Mobil 0175-8736650 gudrun.scheller@hdi-gerling.de HG Anz Scheller 4c_176x57.indd 1



08.06.2010 15:45:09 Uhr

August · September 2010

| 7


Titelthema Rundum versichert

Unternehmensversicherungen

Vielen fehlt der Überblick Eine Umfrage unter 1.007 Mittelständlern deckt große Wissenslücken auf. Ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen weiß nicht über ihren bestehenden Versicherungsschutz Bescheid.

I

gerät. Entsprechend hoch ist der Renovien Deutschland bestehen bei kleineren rungsbedarf in diesem Bereich, denn viele und mittelständischen Unternehmen, KMU in Deutschland sind unter- oder gar kurz KMU, beim Thema Versicherunüberversichert“, unterstreicht Ulrich Neugen große Wissenslücken. Laut einer mann, designierter Leiter Maklervertrieb aktuellen, von der Gothaer Versicherung in der Gothaer Versicherung. „Eine ÜberAuftrag gegebenen Studie weiß rund ein prüfung der bestehenden Verträge bietet Drittel der in den Unternehmen für diesen gerade den KMU zahlreiche Vorteile. So Bereich Verantwortlichen nicht, wie viele können mit einem effektiven RisikomaVersicherungsverträge sie überhaupt abgenagement nicht nur Kosten gesenkt, sonschlossen haben. Auch die Frage, welche dern der Versicherungsschutz insgesamt Kosten monatlich für den Versicherungsoptimiert werden.“ schutz entstehen, konnte jeder Fünfte (19 Prozent) nicht beantworten. Insgesamt 1.007 Personen, die in mitKMU wünschen sich kompetente telständischen Unternehmen mit bis zu Betreuung 500 Mitarbeitern für das Thema VersicheInsgesamt steht bei den KMU eindeutig rungen verantwortlich sind, wurden im die Absicherung der ProduktionsprozesRahmen der KMU-Studie befragt. Das se im Vordergrund (siehe Grafik). Auf die Ergebnis: Da gerade in kleineren UnterFrage nach ihren Erwartungen an VersicheDie Gothaer KMU-Studie nehmen oft keine Kapazitäten vorhanden rungsunternehmen nannten die meisten sind, um sich intensiv mit dem Thema Befragten eine schnelle und unkomplizierte Unternehmensversicherungen auseinan(86,8 Prozent). Der Wie sind KMU versichert? Schadensregulierung derzusetzen, bleiben große Potenziale unPunkt „günstige Tarife“ liegt mit 79,5 Progenutzt. „In der Praxis ist es oft so, dass zent hingegen nur auf dem zweiten Platz. ein Unternehmen irgendwann einmal ein Des Weiteren besteht ein großes Bedürfnis paarVordergrund Versicherungensteht abschließt und dann nach einem festen Ansprechpartner zum • Im die Absicherung der Produktionsprozesse. das Thema als erledigt betrachtet oder der Thema • Lösungsorientierung steht nicht im Fokus. Versicherungen. Diesen wünschen Versicherungsschutz ganz in Vergessenheit sich 72,4 Prozent der KMU. • Versicherungen gegen Kreditrisiken rangieren nur auf dem vorletzten Platz. Gegen welche Risiken sind Sie versichert? 81,4%

Sachrisiken

74,9%

Haftungsrisiken 53,3%

Rechtsrisiken 41,7%

Personen (z. B. Arbeitsunfähigkeit) Fuhrparkrisiken

37,8%

Ertragsausfall

19,1%

Kreditrisiken

17,0% 10,6%

Kostenrisiken N = 1.007 (M ehrf achnennungen möglich) Quelle: Got haer KM U-St udie, 2010

Im26.Vordergrund Köln, Mai 2010

8 |

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

steht bei den meisten Unternehmen die Absicherung der Produktionsprozesse.

August · September 2010

80%

90%

Interessant sind auch die Wissenslücken beim Thema Versicherungen. Obwohl die Mehrheit der Befragten angibt, gut informiert zu sein, oder dass das Unternehmen über ausreichenden Versicherungsschutz verfüge, zeigen sich auf konkrete Nachfrage enorme Wissenslücken. 28 Prozent wissen nicht, wie viele Versicherungen ihr Unternehmen abgeschlossen hat. Ein Grund dafür ist, dass sich in den KMU häufig Personen mit dem Thema Versicherungen befassen, die primär in anderen Bereichen tätig sind, etwa in der Unternehmensführung (36 Prozent) oder im Marketing (24 Prozent).

Selten eingesetzt: Mitarbeiter durch Versicherungen binden

Laut der Studie sieht mehr als ein Drittel (37,9 Prozent) der befragten Unternehmen Probleme, zukünftig qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Dennoch werden Angebote wie die betriebliche Altersvorsorge, die kollektive Krankenversicherung oder die betriebliche Altersvorsorge nur selten als Instrument zur Mitarbeiterbindung eingesetzt. Zwar sind der Hälfte der Befragten diese Versicherungsarten bekannt, jedoch bieten sie diese nicht an. Als Grund wird primär angeführt, dass sie keinerlei Vorteile darin sehen, die damit verbundenen Kosten scheuen oder insgesamt nicht ausreichend informiert sind. Neumann: „Große Unternehmen sind in diesem Bereich häufig besser aufgestellt, daher entsteht hier für KMU ein Wettbewerbsnachteil im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass sich der deutsche Mittelstand mit dem Thema Unternehmensversicherungen aus■ Folie 5einandersetzt.“


Titelthema Rundum versichert

Ertragsausfallversicherung

Liquidität trotz Ertragsausfall Nach einem Schadenfall zahlt die Versicherung der Sachwerte die Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung betroffener Sachen. Eine Ertragsausfallversicherung fängt die finanziellen Folgen des gestörten Betriebsablaufs auf.

E

in relativ kleiner Sachschaden sowie Schäden bei Zulieferern oder Abnehmern können größere Umsatzrückgänge nach sich ziehen. Darum ist die Bewertung des Ausfallrisikos im Rahmen des betrieblichen Risikomanagements wichtig. Da sich nicht alle Risiken technisch, organisatorisch oder juristisch vermeiden lassen, kommt eine Ertragsausfallversicherung in Betracht. Aber vielfach entsprechen dort versicherte Risiken, Versicherungssumme und Haftzeit nicht dem Bedarf des Betriebs. Ein Brandschaden beeinflusst einen Betrieb nachhaltig, andere Ereignisse können dies auch. Hierzu zählen auch Maschinenschäden, angeordnete Betriebsschließungen oder ein krankheitsbedingter Ausfall des Geschäftsführers. Die Auswahl der versicherten Risiken erfordert daher eine genaue Analyse.

Höhe der Versicherungssumme Die Ertragsausfallversicherung ersetzt „entgangenen Betriebsgewinn und fortlaufende Kosten“. Mit der Faustformel „Umsatz minus Wareneinsatz“ lässt sich die Höhe der Versicherungssumme leicht abschätzen. In der „Kleinertragsausfallversicherung“ entspricht die Ertragsausfallsumme der Summe der Sachwerte. Ist diese bei einem ertragsstarken Betrieb gering, reicht sie für den Ertragsausfall nicht. In der „Mittleren Ertragsausfallversicherung“ wird die Summe analog der Faustformel ermittelt. Für große Betriebe ist eine detaillierte Summenermittlung im Rahmen einer „Großen Ertragsausfallversicherung“ angemessen. Die Summe legt man zu Beginn jeden Versicherungsjahres neu fest. Wenn ein Schaden kurz vor Ende des Versicherungsjahres eintritt, reicht er ins folgende Geschäftsjahr hinein. Damit die Summe



auch für die Zukunft richtig bemessen sein kann, gibt es „Beitragsrückerstattung“ und „Nachhaftung“. War die Summe im vergangenen Jahr zu hoch, wird maximal ein Drittel des Beitrags erstattet. Für unerwartet starke Ertragsteigerungen, sollte eine Nachhaftung (zum Beispiel 30 Prozent) vereinbart werden. Bei der jährlichen Summenprüfung kann dann ein Nachbeitrag fällig werden, aber der Versicherer zahlt im Schadenfall entsprechend mehr.

Haftzeit Im Versicherungsvertrag wird vereinbart, wie lange der Versicherer leistet. Diese Haftzeit sollte der Dauer entsprechen, in der nach einem Schadenereignis das ursprüngliche Ertragsniveau wieder erreicht. Wird die Haftzeit zu kurz gewählt, endet die Versicherungsleistung bevor das Vorschadenniveau erreicht wird. Die Erstragsausfallsumme in der Kleinertragsausfallversicherung steht ohne eventuelle Kürzung wegen Unterversicherung zur Verfügung. Ist sie aber zu gering, wird sie bereits vor Ende der 12-monatigen Haftzeit aufgebraucht sein. Bei Mittleren und der Großen Ertragsausfallversicherung können längere Haftzeiten vereinbart werden.

Weitere Vorteile Der effektive Schaden lässt sich erst am Ende der Unterbrechungsdauer (Haftzeit) ermitteln. Durch eine fundierte Schätzung des Ertragsausfalls unmittelbar nach Schadeneintritt werden entsprechende Abschlagszahlungen möglich, die zusätzliche Liquidität bringen, weil auch die Sachschadenentschädigung erst nach Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung voll gezahlt wird. Kann der Ausfallschaden oder dessen Dauer durch Maßnahmen verringert werden, ersetzt der Versicherer die hierfür anfallenden Kosten. So werden Zuschläge für Nacht- oder Wochenendarbeit bei der Sachschadenbehebung oder höhere Preise für verkürzte Lieferzeiten entschädigt, die in der Sachversicherung nicht ersetzt würden. ■

Karl-Heinz Küpper Gesellschafter und Geschäftsführer der partner­assekuranz Versicherungsmakler GmbH, Bonn www.partner-assekuranz.de

Ertragssituation mit Ertragsausfall-Versicherung

Ertragssituation ohne Ertragsausfall-Versicherung

Gewinn Schaden Gewinn

Verlust Zeit

Wiederanlauf

entgehender Gewinn

Ende der Unterbrechung Gewinn

Verlust aus fortlaufenden Kosten Unterbrechungsdauer Haftzeit

August · September 2010

| 9


Titelthema Rundum versichert

D&O Versicherung

Berufsrisiko Managerhaftung » Interview Wenn es in der Wirtschaft knirscht, steigt die Gefahr, für Managerfehler haftbar gemacht zu werden. Immer häufiger machen externe Geschäftsführer und Beiräte von GmbHs eine Managerhaftpflichtversicherung zur Bedingung für ihren Jobantritt. gmbhchef fragte den Juristen und D&O-Experten Michael Hendricks, wann und für wen sich eine solche Directors and Officers (D&O)-Versicherung lohnt. Die Aufsichtsräte eines Kfz-Zulieferers aus Norddeutschland forderten kürzlich den Vorstand des Unternehmens auf, eine Managerhaftpflichtversicherung zu unterschreiben. Ansonsten drohten sie damit, ihr Amt niederzulegen. Ist eine solch massive Angst vor Haftungsfällen berechtigt? Der Schock über die gestiegene Zahl an Haftungsfällen, die öffentlich geworden sind – etwa die Fälle Siemens, Porsche oder MAN – sitzt bei den Managern tatsächlich tief. Und die Angst ist durchaus berechtigt, auch im Mittelstand. Denn Geschäftsführer und Beiräte von GmbHs haften für Schäden, die dem Unternehmen aus ihrer Tätigkeit heraus entstehen, mit ihrem Privatvermögen – genau wie Vorstände und Aufsichtsräte von großen Aktiengesellschaften. Da es schnell um Schadenssummen in Millionenhöhe geht, kann das den Betreffenden in den Ruin treiben. Die D&O – Directors and Officers-Police – kann hier Schutz bieten. Interessante Formulierung. Sie sagen „Die D&O-Police kann hier Schutz bieten“. Kann also, muss aber nicht. Wo liegen die Risiken der D&O-Police? Die Unternehmen schließen D&O-Versicherungen für ihre Manager ab, damit im Falle von Fehlentscheidungen Rechtsschutz und Schadenersatz gewährleistet

10 |

August · September 2010

sind. Wenn es aber hart auf hart kommt, ziehen sich D&O-Versicherer gerne auf die Behauptung zurück, es handle sich um einen Ausschlusstatbestand. Schnell steht der Vorwurf im Raum, der Manager hätte bewusst, wissentlich oder sogar vorsätzlich seine Pflichten verletzt. Es ist bitter, aber leider wahr: Managerhaftpflichtversicherer zahlen nur in einem Viertel der Fälle freiwillig, also ohne dass der Versicherungskunde den Rechtsweg einschlägt. Wie können sich Unternehmen und Manager für solche Fälle wappnen? Erstens sollten Unternehmen keine Standardpolicen abschließen, sondern nur Versicherungen, die auf ihre ganz spezielle Risikosituation zugeschnitten sind. Zweitens gibt es Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherungen, in deren Bedingungen der Vorsatzausschluss so formuliert ist, dass Rechtskosten lediglich dann nicht übernommen werden, wenn eine versicherte Person den Eintritt eines Schadens herbeiführen wollte. D&O-Versicherer versuchen zunehmend, dem Mittelstand D&O-Policen schmackhaft zu machen. Doch ist der Abschluss einer solchen Versicherung wirklich in jedem Fall sinnvoll? Das kommt auf den Einzelfall an. Für Familienunternehmer ist die D&O-Police zum

Beispiel sinnvoll, wenn sie einen Fremdmanager eingestellt haben. Wegen der hohen emotionalen Bindung der Eigentümer kann es in der Praxis schnell zu Konflikten mit dem Geschäftsführer kommen. Was viele unterschätzen: Eine D&O-Police schützt im Schadensfall nicht nur den Fremdmanager, sondern auch das Image des Unternehmens. Ist eine D&O-Police vorhanden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide Parteien im Streitfall auf einen Vergleich einigen und keine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit gewaschen wird. Warum? Einmal weil ein Vergleich auch für den D&O-Versicherer vorteilhafter ist als ein langwieriger Rechtsstreit. Mit einem Vergleich spart die Assekuranz viel Geld. Zum anderen vermeiden Unternehmen mit einer D&O-Versicherung, dass ehemalige Manager, mit denen sie über Kreuz liegen, in die Enge getrieben werden und aus Rache an die Öffentlichkeit treten. Wann würden Sie von einer D&O-Police abraten? Wenn die Versicherungsbedingungen lückenhaft und nicht verbesserungsfähig sind, weil der Versicherte sich dann auf den Schutz nicht verlassen kann. Hier gilt der Grundsatz: Besser nicht versichert als schlecht versichert. ■




Titelthema Rundum versichert

Gewerbesachversicherungen im Mittelstand

Ein Buch mit sieben Siegeln?

Kleine und mittelständische Unternehmen benötigen einen besonderen Schutz, wenn es um die Sicherung der Existenzgrundlage geht. Daher sollten in regelmäßigen Abständen die gewerblichen Versicherungsverträge überprüft und angepasst werden. nehmen individuell zugeschnittene Bedingungen verfassen zu lassen.

Bedingungen individuell verhandeln

E

s gibt Gefahren, gegen die eine Versicherung eine absolute Notwendigkeit ist. Die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung (BHV) ist beispielsweise die Achillesferse eines jeden Unternehmens. Wenn sie nicht vorhanden ist, kann das die Existenz zerstören. Im Besonderen sollten in den Haftpflicht-Verträgen Deckungssummen von mindestens fünf Millionen Euro pauschal für Personen-, Sachund sonstige Schäden im Deckungsumfang enthalten sein. Ebenso sollte auch bei den sogenannten Nebenrisiken, zum Beispiel Bearbeitungsschäden, und Mietsachschäden, auf eine ausreichende Deckung geachtet werden. Da es auf dem Versicherungsmarkt Standard- und erweiterte Bedingungen gibt, welche für Nichtfachleute nicht direkt zu verstehen sind, ist es ratsam, auf das Unter-



Ein interessantes Beispiel stellt die Mitversicherung von Gabelstaplern in der Betriebshaftpflichtversicherung dar. Dies kann in einem Schadensfall, etwa bei einem Personenschaden, für den Versicherungsnehmer zum Problem werden, da die Deckungssummen des Haftpflichtvertrags als Höchstentschädigungsgrenze herangezogen werden und eine entscheidende Lücke im Versicherungsschutz entstehen kann. Daher sollte in Unternehmen, in denen Gabelstapler im Einsatz sind, die Betriebshaftpflichtversicherung um einen zusätzlichen Kfz-Haftpflicht-Schutz mit unbegrenzter Deckung erweitert werden. Die Kosten pro Gabelstapler belaufen sich für eine solche Deckung auf circa 100 Euro im Jahr und sind somit im Verhältnis zum Risiko günstig versicherbar. Ein weiteres – oft noch unterschätztes – Thema ist die Umwelthaftung. Die Kriterien für den Umweltschutz werden von den zuständigen Behörden (Bundes-Immissionsschutzgesetz) immer strenger ausgelegt und können extrem hohe Kosten zum Beispiel bei Kontaminierung nach sich ziehen. Eine Absicherung der Umwelthaftung ist daher für jedes Unternehmen ein Muss. Auch bei der Sachschadendeckung von Gebäuden oder Inhalten sollte immer auf eine erweiterte Deckung (Extended Coverage Deckung) geachtet werden. Diese Form der Allgefahren-Versicherung ist eine (in Ergänzung an die Allgemeinen Versicherungsbedingungen AFB, AERB, AWB, AstB 87) seit 1999 eigenständige Versicherung. Sie wurde für gewerbliche Sachversicherungen konzipiert, um Risiken

wie innere Unruhen, böswillige Beschädigung, Fahrzeuganprall, Überschalldruck, Rauch, Wasserlöschanlagen-Leckagen, Überschwemmung und Elementargefahren über die Sachgefahren hinaus abzudecken. Gerade Elementarschäden – durch Überschwemmungen oder Erdrutsch etwa – haben in den letzten Jahren, auch in Deutschland, exorbitant zugenommen. Diese Deckungskonstellationen sollten von jedem Unternehmen individuell auf den Prüfstand gestellt werden, um im Schadensfall existenzgefährdende Risiken auf den Versicherer zu übertragen.

Regelmäßig prüfen Bei den sich ständig ändernden Bedingungen erscheint es sinnvoll, mindestens einmal pro Jahr mit professioneller Hilfe die bestehenden Verträge nach Bedingungserweiterungen, Summenüberprüfung, Fortfall von Risiken und neuen Risiken überprüfen zu lassen und gegebenenfalls notwendige Optimierungen vorzunehmen. Für Unternehmen ist diese Überprüfung auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht interessant, weil der Versicherungsmarkt sich bewegt und stetig verändert und es bei einem normalen Schadensverlauf häufig zu Einsparpotenzialen bei gleichzeitig erweitertem Versicherungsschutz kommen kann. ■

Chris Burger Director Business Consulting Solut Financial Consulting AG www.solut-ag.de

August · September 2010

| 11


Recht & Steuern

GmbH-Geschäftsführerhaftung

Update in Haftungsfragen Die zivil- und steuerrechtlichen Pflichten des GmbH-Geschäftsführers werden vom Gesetzgeber regelmäßig weitergezogen. Vor allem in Krisensituationen ist die besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt des GmbH-Geschäftsführers gefordert.

N

achfolgend sollen einige aktuelle höchstrichterliche Urteile vorgestellt werden, die sich mit dem Dauerthema Haftung des Geschäftsführers einer GmbH befassen.

Nichtabführen von ­Sozialversicherungsbeiträgen Mit Urteil vom 18. Januar 2010 hat der Bundesgerichtshof (BGH) seine Rechtsprechung zur Haftung des GmbH-Geschäfts-

12 |

August · September 2010

führers für nicht abgeführte Sozialabgaben noch einmal bestätigt. Danach führt das Nichtabführen von Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung im Stadium der Insolvenzreife einer GmbH zu einem Schadenersatzanspruch der Einzugsstelle gegen den Geschäftsführer, wenn dieser an andere Gesellschaftsgläubiger trotz der Insolvenzreife Zahlungen geleistet hat, die nicht mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns vereinbar waren.

Der Geschäftsführer kann sich insbesondere nicht auf eine Pflichtenkollision berufen, weil er einerseits zivil- und strafrechtlich gehalten ist, Sozialabgaben an die Einzugsstelle abzuführen, ihn andererseits aber – ebenfalls schadenersatzbewehrt – die Verpflichtung zur Masseerhaltung trifft. Denn nach der Rechtsprechung des BGH muss die Befolgung der sozial- und steuerrechtlichen Vorschriften zur Abführung von Sozialabgaben und (Lohn-)Steuern als




mit den Pflichten eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters vereinbar angesehen werden. Eine Verletzung der gesellschaftsrechtlichen Massesicherungspflicht droht insofern nicht. Unter Berücksichtigung dieser Rechtsprechung ist dem Geschäftsführer grundsätzlich zu empfehlen, im Falle der Fortzahlung von Löhnen auch die Sozialversicherungsabgaben abzuführen. Er entgeht dann im Hinblick auf diese Abgaben der genannten Zivil- und Strafhaftung und macht sich auch nicht wegen eines Verstoßes gegen das Verbot der Masseschmälerung schadenersatzpflichtig.

Haftung des AlleingesellschafterGeschäftsführers Das Urteil des BGH vom 26. Oktober 2009 befasst sich mit der Haftung des Alleingesellschafter-Geschäftsführers. Ein solcher hatte im entschiedenen Fall seinen Geschäftsanteil sowie ein von ihm in Höhe von 200.000 Euro gewährtes Gesellschafterdarlehen – beziehungsweise den Rückzahlungsanspruch – für 75.000 Euro veräußert. Dem Erwerber war dabei nicht bekannt, dass das Darlehen tatsächlich in Höhe von 240.000 Euro valutierte und der Veräußerer vor dem Wirksamwerden der Anteilsabtretung die Teilrückführung des Darlehens in Höhe von 40.000 Euro veranlasst hatte. Die Gesellschaft nahm den Veräußerer auf Rückzahlung in Anspruch. Der BGH wies den Anspruch ab und hob in dem Urteil zwei Aspekte hervor. Zum einen ist in der Einpersonen-GmbH bei der Geltendmachung von Ersatzansprüchen gegenüber Geschäftsführern ein Gesellschafterbeschluss nicht erforderlich. Dieser ist zwar vom Gesetz grundsätzlich gefordert, stellt aber bei der Einpersonengesellschaft, in der der Alleingesellschafter jederzeit einen Gesellschafterbeschluss fassen kann, eine bloße Formalie dar. Zum anderen haftet der Geschäftsführer nicht, wenn er sich auf einen Gesellschafterbeschluss oder auf die Weisung des Alleingesellschafters berufen kann. Eine Haftung kommt nur da in Betracht, wo Gläubigerinteressen berührt sind, die auch durch den oder die Gesellschafter nicht ausgeblendet werden können. Ist der Geschäftsführer im Zweifel, ob bestimmte Geschäftsführungsmaßnahmen dem Interesse der Gesellschafter entsprechen, so vermeidet er Haftungsrisiken,



Recht & Steuern

wenn er einen Beschluss der Gesellschafter einholt beziehungsweise sich in der Einpersonengesellschaft auf eine dokumentierte Weisung des Alleingesellschafters stützen kann.

Keine Haftung bei bloßem ­Gläubigertausch Geschäftsführer haften der GmbH für Zahlungen, die sie im Zeitpunkt der Insolvenzreife – nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Feststellung der Überschuldung – vornehmen. Der BGH hatte mit Urteil vom 25. Januar 2010 über einen Fall zu entscheiden, bei dem der Geschäftsführer eine Zahlung an einen Gesellschaftsgläubiger von einem debitorischen Bankkonto veranlasste, für das die Bank keine Sicherheiten in Anspruch nahm. Das Gericht wies die vom Insolvenzverwalter angestrengte Klage gegen den Geschäftsführer ab. Sinn und Zweck des in § 4 GmbH-Gesetz enthaltenen Zahlungsverbots ist die Sicherung der verteilungsfähigen Vermögensmasse der Gesellschaft. Diese Aktivmasse ist allerdings bei der Zahlung von einem debitorischen Konto nicht betroffen. Die Verbindlichkeit gegenüber dem Gesellschaftsgläubiger wird durch die Zahlung lediglich in eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber der Bank umgewandelt. Ein solcher Passivtausch berührt das Verbot der Masseschmälerung nicht. Nach dieser Entscheidung begründen Zahlungen von einem debitorischen Konto kein zusätzliches Haftungsrisiko für den Geschäftsführer.

Insolvenzverschleppung und ­Erstattung von Insolvenzgeld Das Urteil des BGH vom 13. Oktober 2009 entspricht den Interessen des GmbHGeschäftsführers. In dem entschiedenen Fall nahm die Bundesagentur für Arbeit die Geschäftsführer einer GmbH wegen verspäteter Insolvenzantragstellung auf Ersatz des von ihr geleisteten Insolvenzgeldes in Anspruch. Der Geschäftsführer einer GmbH haftet grundsätzlich für Schäden, die darauf beruhen, dass er seiner Verpflichtung zur rechtzeitigen Stellung eines Insolvenzantrags nicht nachkommt. Gegenüber dem Anspruch verteidigten sich die Geschäftsführer mit dem Argument, die Bundesagentur für Arbeit hätte auch im Falle rechtzeitiger Insolvenzantragstellung

das Insolvenzgeld zahlen müssen. Ein auf der verspäteten Antragstellung beruhender Schaden liege insofern nicht vor. Dem stimmte der BGH zu. Ein Schaden hätte nach Auffassung des Gerichts nur entstehen können, wenn eine rechtzeitige Antragstellung dazu geführt hätte, dass das Insolvenzgeld nicht oder in geringerem Umfang hätte gezahlt werden müssen. Die Bundesagentur für Arbeit hätte nach Ansicht des BGH erklären müssen, ob bei rechtzeitiger Insolvenzantragstellung Insolvenzgeld deshalb nicht zu zahlen gewesen wäre, weil die bestehenden Beschäftigungsverhältnisse entweder zeitnah beendet worden wären oder die Bedienung der Lohn- und Gehaltsansprüche aus der Masse möglich gewesen wäre. Einen Anlass für Beweiserleichterungen unter dem Gesichtspunkt, dass die vorzutragenden Tatsachen außerhalb der Wahrnehmungssphäre der Bundesagentur für Arbeit lägen, sah das Gericht nicht. Die maßgeblichen Tatsachen sind aus den Insolvenzverwalterberichten zu entnehmen.

Haftungsregeln im Auge behalten Die Regeln für die Haftung des GmbHGeschäftsführers sind ständig im Fluss. Der Geschäftsführer ist gut beraten, sich laufend über die ihn treffenden Verantwortlichkeiten zu informieren. Auch das (blinde) Vertrauen auf die Berater der Gesellschaft oder auf eine bestimmte Kompetenzverteilung innerhalb der Geschäftsführung ist riskant. Insbesondere in Krisenzeiten steigen die Anforderungen der Rechtsprechung an den Geschäftsleiter, der im Fall des Falles das gesamte Geschäft der Gesellschaft im Auge haben und eine Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben durch organisatorische Maßnahmen sicherstellen muss.  ■

Dr. Stephan Dornbusch Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht und ­Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz Meyer-Köring, Rechtsanwälte – Steuerberater, Berlin und Bonn, www.meyer-koering.de

August · September 2010

| 13


Recht & Steuern

Immobiliengeschäfte

Was der Fiskus noch sponsert Das Seeling-Modell läuft Ende des Jahres aus – damit müssen viele Bauherren und Käufer bald neu rechnen.

W

er ein sowohl privat als auch unternehmerisch genutztes Gebäude steuerlich komplett dem betrieblichen Bereich zuordnet, kann beim Finanzamt den vollen Vorsteuerabzug geltend machen. Diese Steuergestaltung wurde als Seeling-Modell bekannt. Doch diese günstige Form der Baufinanzierung läuft aus: Die Mitgliedstaaten der EU haben sich

14 |

August · September 2010

darauf verständigt, das Sparmodell ab 1. Januar 2011 zu unterbinden.

Eile geboten: Stichtag 31.12.2010 Wer Immobiliengeschäfte auf Grundlage des Seeling-Modells plant, sollte sich beeilen. Beim Kauf kommt es laut Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 19. Mai 2010 darauf an, den Vertrag noch bis zum 31. Dezember 2010 zu unterzeichnen. Maßgeblich

ist das Datum des notariellen Kaufvertrags, der Besitzübergang kann zu einem späteren Zeitpunkt nach 2010 erfolgen. Für Bauherren gilt: Um den vollen Vorsteuerabzug zu erhalten, kommt es nicht darauf an, dass das Gebäude am 31. Dezember bereits fertig gestellt ist. Stattdessen genügt es, am letzten Tag des Jahres einen Bauantrag zu stellen. Bei baugenehmigungsfreien Gebäuden müssen bis zum


Recht & Steuern erträge

GmbH-Musterv

Stichtag lediglich die Bauunterlagen bei der zuständigen Behörde eingereicht werden.

Streitpunkt Fotovoltaikanlagen Umstritten ist, ob das Seeling-Modell auch bei Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung für fremde Abnehmer zur Anwendung kommen kann. Hierzu ist vor dem Bundesfinanzhof (BFH) ein Musterverfahren anhängig. Für Betroffene empfiehlt es sich, zunächst die komplette Vorsteuer geltend zu machen. Lehnt das Finanzamt die Rückzahlung der Umsatzsteuer ab, sollte mit Verweis auf die ausstehende Entscheidung des BFH Einspruch eingelegt werden. Die Finanzämter müssen das Verfahren dann ruhen lassen.

Rechtsänderungen 2011 Ab 2011 stehen für gemischt genutzte Immobilien einige Änderungen an. Der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2010 sieht eine Neuerung im Umsatzsteuergesetz vor. Unternehmer können danach nur noch einen Teil der Umsatzsteuer zurückerhalten. Der Vorsteuerabzug wird nur noch für den Teil der bezogenen Leistungen beziehungsweise des gezahlten Kaufpreises gewährt, der auf den unternehmerisch genutzten Gebäudeteil entfällt. Zudem ergeben sich weitere Konsequenzen: Sollte sich der unternehmerisch genutzte Anteil im Laufe von zehn Jahren nach Anschaffung oder Herstellung der Immobilie ändern, ist der ursprüngliche Vorsteuerabzug zu korrigieren. Die Auswirkung der Rechtsänderung zeigt folgendes Beispiel:

Der Unternehmer U erwirbt ein Zweifamilienhaus samt Grund und Boden zum Kaufpreis von 750.000 Euro zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer in Höhe von 142.500 Euro. Das Objekt wird zu einem Drittel unternehmerisch (vorsteuerabzugsberechtigt) und zu zwei Dritteln zu eigenen Wohnzwecken genutzt. Bisher kann U die komplette Vorsteuer in Höhe von 142.500 Euro unter Hinweis auf die Seeling-Rechtsprechung abziehen. Im Gegenzug muss er über zehn Jahre eine unentgeltliche Wertabgabe von 50.000 Euro mit 19 Prozent versteuern. Als Wertabgabe wird ein Zehntel der Kosten für die privat genutzte Wohnfläche berechnet: 750.000 Euro x 2/3 x 1/10. Dementsprechend muss er jährlich 9.500 Euro an das Finanzamt abführen. Ab 2011 ist die abzugsfähige Vorsteuer beim Kauf nur noch anteilig in Höhe von einem Drittel (entspricht im Beispiel 47.500 Euro) abzugsfähig. Im Gegenzug entfällt die Versteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe. ■

Bd. 9

tz Engelsing

Andreas Rohde/Lu

Gemeinnützige GmbH

, die meist ehrennütziger Vereine Vorsitzenden gemein ortung und HafMitgliedern und s Maß an Verantw ist nur ein gewisse Komplexität des amtlich tätig sind, ender Größe und GmbH ten. Mit zunehm gemeinnützigen tungsgefahren zuzumu Gründung einer sollte daher die Betätigungsfelds . t gezogen werden (gGmbH) in Betrach die Gründung der für stellt “ weitere „GmbH-Musterverträge ungen vor und gibt Band 9 aus der Reihe Erläuter lichen mit ausführ gGmbH eine Satzung llungen. praxisgerechte Hilfeste

2. Auflage

3-49-9

ISBN 978-3-93662 19,80 EUR

Wir beraten Sie

persönlich.

nn 2010, 56

2. Auflage, Bo

Seiten, 19,80

E

Gemeinnützige GmbH Bei der gemeinnützigen GmbH ist die Haftung grundsätzlich auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt. Sie ist in verschiedenen Steuergesetzen von der SteuerSteuer pflicht befreit, wenn sie nach ihrer Satzung und ihrer tatsächlichen Geschäftsführung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken dient. Band 9 aus der Reihe „GmbHMusterverträge“ stellt für die Gründung der gGmbH eine SatSat zung mit ausführlichen ErläuteErläute rungen vor und gibt weitere prapra xisgerechte Hilfestellungen.

Klaus Altendorf Wirtschaftsprüfer/Steuerberater DHPG Dr. Harzem & Partner KG, Bornheim, www.dhpg.de

Bestellung per Fax an: 0228 95124-90 ❏ Ja, bitte senden Sie mir gegen ✗ Rechnung ________Exemplar(e) „Gemeinnützige GmbH“ zum Preis von 19,80 E

Das Seeling-Modell Unternehmer können sich beim Bau oder Kauf einer teils privat und teils betrieblich genutzten Immobilie die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer vom Finanzamt erstatten lassen. Welche Vorteile sich bieten und was in der Praxis zu beachten ist: 1. Prinzip: Der Fiskus zahlt Unternehmern die Vorsteuer auch für den privaten Teil der Immobilie sofort in voller Höhe aus. Die Rückzahlung erfolgt über einen Zeitraum von zehn Jahren. Der Zinssatz beträgt null Prozent und die Behörde verlangt keine Sicherheiten. 2. Bedingung: Bei der Ermittlung des schließlich zu versteuernden privaten Anteils wird als Maßstab die Wohn- und Nutzfläche herangezogen. Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist, dass die Wohnimmobilie mindestens zu zehn Prozent für betriebliche Zwecke genutzt wird. Diese Anforderung ist schon in der Planungsphase zu berücksichtigen. 3. Frist: Wer das Seeling-Modell nutzen möchte, muss bis zum 31.12.2010 die Immobilie anschaffen bzw. herstellen. Unternehmer sollten ihre Immobilienpläne nach Möglichkeit vorantreiben. Ab 2011 ist der Vorsteuerabzug auf den Teil des Grundstücks beschränkt, der unternehmerisch genutzt wird. 4. Empfehlung: Das Seeling-Modell verschafft einen deutlichen Liquiditätsvorteil. Dennoch sollten Unternehmer berücksichtigen, dass sie einen Teil der Vorsteuererstattung im Laufe von zehn Jahren zurückzahlen müssen. Daher ist es ratsam, entsprechende Rücklagen zu schaffen.

Firma

Name, Vorname

Straße, Nr.

PLZ, Ort

Tel./Fax

Datum

✗Unterschrift

10-521

E-Mail: vsrw@vsrw.de Internet: www.vsrw.de

August · September 2010

| 15


Management & Controlling

Anzeige

Selbstständigkeit im Seniorenmarkt

Sichere Wachstumschancen Das Franchisesystem Home Instead, der weltweit führende Anbieter von Seniorenbetreuung, weitet sein Angebot nun auch auf Deutschland aus. Das Unternehmen hat den regionalen Lizenzverkauf für sein in fünfzehn Ländern erfolgreich eingeführtes System im Frühjahr in Nordrhein-Westfalen gestartet und plant ab 2011 ein bundesweites Angebot. kerung wird immer älter, die Nachfrage nach Betreuungsleistungen – gerade auch von Demenzkranken – und nach Entlastung pflegender Angehöriger wächst unaufhaltsam. Dabei sind aber nicht nur die rein pflegerischen Hilfen, sondern vielmehr Alltagsbegleitung, hauswirtschaftliche Hilfen, Begleitung außer Haus sowie Demenzbetreuung gesucht. Früher übernahm dies die Großfamilie, doch angesichts der Tatsache, dass heute nur der geringste Teil der Bevölkerung mit mehreren Generationen unter einem Dach wohnt und die Mehrheit der Frauen, auch wenn sie Kinder hat, zumindest in Teilzeit arbeitet, schafft Lücken, in die eine professionelle Seniorenbetreuung springen kann. Vorausgesetzt, sie ist in der Lage, ein effizientes, qualitätsorientiertes und voll flexibles Angebot zu bieten. Hierzu ist Home Instead nicht zuletzt aufgrund der in allen Betrieben ausreichenden Personaldecke und der sorgfältigen Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter in der Lage.

Entlastung für die Familie Im Alter zuhause wohnen – das möchten die ­meisten Senioren.

E

s gibt auch in Deutschland einen Markt, der – Rezession hin, Sparvorschläge der Bundesregierung her –, boomt, wie kein zweiter und für Jungunternehmer mit guten Managerqualitäten Chancen bereithält, in eine krisenfreie und sichere Zukunft durchzustarten: Der Seniorenbetreuungsmarkt. Auch in der Region Köln, Bonn und im Regierungsbezirk Düsseldorf sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Die Bevöl-

16 |

August · September 2010

Wann immer ältere Menschen Unterstützung benötigen, die nicht ausschliesslich von der Familie erfolgen kann, sind die fürsorglichen Seniorenbetreuer von Home Instead Zuhause leben zur Stelle. Sie sind Gesprächspartner und leisten Gesellschaft, helfen im Haushalt, erinnern an Medikamente, kochen oder erledigen Einkäufe. Auch für gelegentliche Fahrdienste oder gemeinsame Spaziergänge, Arztbesuche und Spiele stehen sie gerne zur Verfügung. Gerade auch die Betreuung von Demenzkranken sowie die Entlastung pflegender Angehöriger sind eine Spezialität von Home Instead Zuhause leben.

Die Betreuerinnen vom Home Instead Zuhause leben müssen eine mehrstufige Ausbildung und regelmäßige Weiterbildungen absolvieren. Nur diese seriöse Aus- und Fortbildung vermittelt das nötige Hintergrundwissen, um Senioren kompetent und nach ihren individuellen Wünschen betreuen zu können. Dabei steht der Servicegedanke im Vordergrund. Der Zeithorizont der Betreuung reicht dabei von einer Unterstützung von wenigen Stunden täglich bis zur 24-Stunden-Betreuung. Die Abrechnung über die Pflegekassen ist bei entsprechender Voraussetzung möglich, da Home Instead eine Kassenzulassung hat.

Selbstständigkeit auf solidem Boden Ein Blick auf den Markt offenbart, dass gleich in welche Region in Deutschland man schaut, sich bereits zahlreiche Anbieter auf dem Markt tummeln, aber langfristig erfolgreich vermögen in der Regel nur die Großen zu agieren, oder diejenigen Jungunternehmer, die sich, vom Tag der Eröffnung an marktorientiert und professionell auftretend, unter dem Dach eines Großunternehmens entwickeln können. Unbestritten ist jedoch, dass wer sich selbstständig machen möchte, auch über ein gutes finanzielles Polster verfügen muss. Dies fordert auch Home Instead. „Wir sind sogar extrem kritisch und prüfen ganz genau, ob Interessenten neben der Eignung tatsächlich über ausreichendes Kapital verfügen“, so Geschäftsführer Jörg Veil: „Dies, um sicherzustellen, dass sie ihre Selbstständigkeit auf solidem Boden gründen können.“ ■


Anzeige

Management & Controlling

Franchise

Mit dem Weltmarktführer wachsen » Interview Jungunternehmer haben es besonders in Krisenzeiten schwer, Fuß zu fassen. Wer nicht als Solist ins kalte Wasser springen will, findet im Franchisebereich Chancen, von bestehendem Knowhow zu profitieren und unter dem schützenden Dach eines Weltunternehmens erfolgreich den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Jörg Veil, geschäftsführender Gesellschafter der deutschen Dependance von Home Instead Senior Care in Köln, zeigt im Gespräch die Chancen auf, die Home Instead Senior Care, weltweit führender Anbieter für Seniorenbetreuung, für Jungunternehmer bietet. Selbstständigkeit und Franchise, passen diese beiden Komponenten tatsächlich zusammen? Besteht für Jungunternehmer dabei überhaupt die Chance, sich als selbstständiger Unternehmer zu entfalten, oder muss er sich nicht vielmehr den strengen Weisungen des Lizenzgebers unterwerfen? Ich kann an dieser Stelle nur für das System von Home Instead Senior Care sprechen. Wir lassen den Lizenznehmern jede Möglichkeit, in Eigenverantwortung ihren Betrieb aufzubauen. Dennoch stehen wir mit dem auf vier Kontinenten in über 900 Betrieben erfolgreich umgesetzten Konzept, mit unserem ganzen Know-how sozusagen, als Pate unterstützend an der Seite der Jungunternehmer. Wir schulen und fördern sie, machen sie mit speziellen Trainingsprogrammen fit für den sensiblen Markt der Seniorenbetreuung und sehen uns als große Familie, die gemeinsam am weltweiten Erfolg von Home Instead arbeitet und schlussendlich auch profitiert. Sie sind in Deutschland auf der Suche nach geeigneten Franchisenehmern. Welche konkreten Voraussetzungen müssten Interessierte mitbringen? Ein Home Instead-Betrieb beschäftigt nach einer Anlaufphase von zwei bis drei Jahren durchaus hundert und mehr Mitarbeiter, deren Einsätze vom jeweiligen Geschäftsführer und seinem fünf- oder mehrköpfigen Büroteam koordiniert werden. Da-



her sollte ein Franchisepartner unbedingt Managementqualitäten mit sich bringen. Führungserfahrung, Organisationsvermögen und vertriebliches Talent sind zudem Aspekte, über die er im Idealfall ebenfalls verfügt. Unverzichtbar sind die soziale Kompetenz und das Einfühlungsvermögen sowie die Affinität, mit alten Menschen umzugehen. Die Franchisepartner können ihrerseits auf die langjährige Erfahrung und Unterstützung eines internationalen Netzwerks zurückgreifen. Die wenigsten Manager verfügen über Fachwissen in der Seniorenbetreuung. Ein Risiko, sich dann in einem solchen Sektor selbstständig machen zu wollen, oder? Ganz und gar nicht. Unsere Lizenznehmer müssen innovative Macher sein, die in der Lage sind, einen Betrieb operativ zu führen. Das nötige Fachwissen wird ihnen in der umfangreichen Schulung vor der Eröffnung des Betriebs von unseren Spezialisten vermittelt. Auch für die Schulungen ihrer Mitarbeiter können die Jungunternehmer auf bewährte Module, die wir immer wieder überarbeiten und nach den neuesten Erkenntnissen anpassen, zurückgreifen. Wann immer nötig, steht die Deutschlandzentrale von Home Instead parat, hilfreich unter die Arme zu greifen. Regelmäßige, in der Anfangszeit sehr intensive Betreuung gehört zu den Qualitätsstandards, die wir weltweit umsetzen, damit sich unsere Lizenznehmer

zu erfolgreichen Unternehmern entwickeln und damit auch dazu beitragen, die über 15 Jahre dauernde Erfolgsgeschichte von Home Instead weiterzuschreiben. ■

Kontaktdaten Bei Interesse am Serviceangebot: Home Instead GmbH & Co. KG Bunzlauer Str. 1 50858 Köln Tel. 02234 91104-0 Fax 02234 91104-19 Franchise-Interessenten: Ansprechpartner: Jörg Veil Tel. 02234 91104-20 bewerber@homeinstead.de

Immer mehr ältere Menschen sind auf Betreuung außerhalb ihrer Familie angewiesen.

August · September 2010

| 17


Management & Controlling

Prozessfinanzierung

Klagen ohne Risiko GmbH-Chefs, die finanzielle Ansprüche vor Gericht durchsetzen wollen ohne eigenes Geld zu investieren, können das komplette Prozesskostenrisiko an Prozessfinanzierer auslagern.

A

m Ende ging es um drei Millionen Euro, die die Deutsche Bahn dem Bauunternehmer Karl-Heinz Rietz schuldete. Begonnen hatte alles 1997, als der GmbH-Geschäftsführer aus Schwaben den Auftrag übernahm, für die ICE-Strecke Karlsruhe-Basel einen Straßendamm zu entfernen. Neben 200.000 Euro für die Arbeiten erhoffte sich Rietz aus dem Verkauf des abtransportierten Kieses weitere 750.000 Euro. Doch statt der vereinbarten 140.000 Tonnen Kies waren nur 80.000 Tonnen vorhanden – und die obendrein noch mit Teer und Gummi kontaminiert und damit unverkäuflich. Rietz musste kostspielig zwischenfinanzieren. „Am Ende summierten sich meine Rechnungen auf drei Millionen Euro“, erinnert sich der Mittelständler, der schließlich Insolvenz anmelden musste, weil das Geld der Bahn ausblieb. Mehr noch: Rietz hatte nicht einmal mehr genügend Kapital, um vor Gericht zu ziehen, bis ihm die Foris AG aus Bonn unter die Arme griff. Der Prozessfinanzierer stellte das erforderliche Geld für den Prozess zur Verfügung. Nach zehn Jahren

18 |

August · September 2010

und drei Instanzen konnte Rietz 2008 doch noch seinen Sieg feiern.

Prozesskostenfinanzierer wird am Gewinn beteiligt Die Chance, dass Unternehmer für die geleistete Arbeit kein Geld sehen, ist hoch: Auf rund 75 Milliarden Euro schätzt die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG aus Hamburg die Forderungsverluste bundesweit. Finanzstarke Schuldner und eine entsprechend hohe Schadenssumme vorausgesetzt, kann die Prozessfinanzierung Unternehmen helfen, berechtigte Ansprüche ohne Risiko und weitere finanzielle Belastungen durchzusetzen. Die Prozessfinanzierung funktioniert nach einem einfachen Prinzip: „Der Prozessfinanzierer prüft mit seiner juristischen Kompetenz auf der Basis einer anwaltlich erstellten Klageschrift die Erfolgschancen. Fällt diese Prüfung positiv aus, übernimmt er sämtliche Kosten wie Anwalts- und Gutachterhonorare sowie die Gerichtskosten – und kommt im Falle einer Niederlage auch für die Kosten der Gegenpartei auf“, erklärt Dr. Edgar Stieglitz, der als Syndikus das Verfahren für die Foris AG begleitete.

„Dafür erhält er im Falle eines Sieges eine Gewinnbeteiligung, in der Regel zwischen 20 und 30 Prozent.“ Eine Prozessfinanzierung ist gleich für zwei Gruppen von Unternehmen inte­ ressant: Für diejenigen, die mangels Geld nicht in der Lage sind, einen Prozess selbst zu finanzieren, aber auch für diejenigen, die ihr Kapital lieber anderweitig investieren und das Risiko eines Prozessverlusts an einen Dritten auslagern möchten. Weitere Vorteile des noch jungen Finanzinstruments: Durch das Einschalten eines Prozessfinanzierers können Unternehmen ihre Liquidität erheblich schonen. Hinzukommen positive Bilanzeffekte. Wer das Prozessrisiko auslagert, braucht keine Rückstellungen wegen Prozesskosten in seiner Bilanz zu bilden. Die bestehende Forderung wird nur einmal um den voraussichtlichen Erlösanteil des Prozessfinanzierers reduziert.

Signalwirkung Bei Kapitalgesellschaften müssen für gewöhnlich ab bestimmten Wertgrenzen der Aufsichtsrat oder die Gesellschafterversammlung der Führung von Prozessen zustimmen. „Geschäftsführer, die ihren Gremien verkünden können, dass sie einen Prozessfinanzierer als Mitstreiter gewonnen haben, signalisieren damit, dass sie das Risiko, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen, ausgeschaltet haben“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Tödtmann, Vorstand der Foris AG. Denn Prozessfinanzierer steigen nur in Fälle ein, bei denen sie die Erfolgsaussichten positiv beurteilen. Das weiß auch die Gegenseite – und nicht selten kommt es dann gar nicht mehr zu einem Prozess, sondern die gegnerische Partei zahlt freiwillig. ■ Pia Preuss PPR, Frankfurt




Management & Controlling

Zukunftsfähigkeit

Mit weichen Erfolgsfaktoren Erfolgreiche Mittelständler schaffen Transparenz, nutzen immaterielle Werte und investieren ressourcenschonend. Hierbei unterstützt ein neues Managementinstrument.

V

iele Unternehmen sind stark durch technische Innovationen. Nicht wenige behaupten sich gerade in der Krise durch materielle Vermögenswerte, zum Beispiel Eigenkapital. Wissen jedoch ist für alle Unternehmen ein zentraler Erfolgsfaktor. Deshalb werden junge Mitarbeiter gut ausgebildet und Erfahrene intensiv weitergebildet. Immaterielle Werte wie Kompetenz und Kreativität der Mitarbeiter als auch die Qualität der Kundenbeziehungen und definierte Arbeitsprozesse entscheiden immer mehr über den Erfolg. Auch der Wert von Service oder die Produktivität von Dienstleistungen aus Unternehmens- und Kundensicht finden zunehmend Berücksichtigung in Vertriebsund Marketingstrategien. Welche Moderations- und Steuerungsinstrumente stehen den Unternehmenslenkern zum Managen der immateriellen Werte im Unternehmen zur Verfügung? Neben den Management-Instrumenten wie ISO Qualitätsmanagement und Balanced Scorecard (BSC) gibt es die Methode und das Instrument Wissensbilanz (WB).

Zukunftscheck und Wissensbilanz Der Zukunftscheck ist eine Vorstufe zur Erstellung einer Wissensbilanz. Mithilfe des Checks werden zunächst Geschäftsmodell, -umfeld und Strategie abgefragt. Der Zukunftscheck und die Wissensbilanz weisen die immateriellen Vermögenswerte einer Firma in sehr strukturierter Form aus. Der klassische Geschäftsbericht wird mit der Bewertung der Faktoren Human-, Struktur- und Beziehungskapital ergänzt. Die WB bietet zusätzlich die Bestimmung von Indikatoren. Ein Indikator für gute Kundenbeziehungen ist zum Beispiel die Kundenkontaktfrequenz. Das ist interessant für ein werthaltiges Controlling. Außerdem ist die Erstellung einer Wirkungs-



matrix möglich. Diese wiederum hilft bei der Auswahl der richtigen ressourcenschonenden Maßnahmen zur Entwicklung des Unternehmens. Alles zusammen ermöglicht Transparenz im Unternehmen und eine ganzheitliche Unternehmensbewertung für ausgewählte Geschäftspartner. Zur Verfügung stehen allgemeine Informationen im Internet und ausgebildete Wissensbilanz-Moderatoren. Die empfohlene Vorgehensweise ist die unverbindliche Kontaktaufnahme mit einem der Moderatoren. Im Erstgespräch wird die Ausgangssituation im Unternehmen erörtert. Außerdem wird besprochen, welches Ziel mit der Wissensbilanz verfolgt werden kann und welcher Aufwand hiermit verbunden ist.

Europäische Wissensbilanz InCaS steht für Intellectual Capital Statement und meint die Europäische Wissensbilanz. ServiceGut (Wert von Service) ist ein neuer Begriff im Dienstleistungsmanagement. Individueller Service wird immer mehr zum Unternehmenswert. Denn wenn Produkte vergleichbar sind, ist für Unternehmen neben dem Preis nur noch der Service ein mögliches Unterscheidungsmerkmal. Um den Service, den man als Unternehmen anbietet, zu einem Unternehmenswert machen zu können, muss in Servicekräfte und Serviceprozesse (Human-, Strukturkapital) investiert werden. Auch muss im Unternehmen ein ausgeprägtes Servicebewusstsein (Human-, Beziehungskapital) etabliert werden. Der Bewertungsmaßstab für die Wissensbilanz ist immer die Unternehmensstrategie. Das Instrumentarium besteht sowohl aus Strategiegespräch und Workshop als auch aus Abschlussgespräch mit Darstellung der Wirkungsnetzwerke und eines Berichts.

Vereinfachtes Wirkungsnetz: Im grünen Dreieck kann das Unternehmen mit kleinen Investitionen eine positive Entwicklung mit großer Eigendynamik anstoßen.

Das Einsatzgebiet reicht von der Erfassung der immateriellen Vermögenswerte über deren Bewertung und Priorisierung bis zum Controlling von ressourcenschonenden Veränderungsmaßnahmen.

Kundenmeinungen Die meisten – etwa 80 bis 90 Prozent – der 300 mittelständischen Unternehmen, die bisher eine eigene Wissensbilanz erstellt haben, geben folgenden Nutzen an: ◆ Entdeckung von individuellen Interventionsfeldern, ◆ Bewertung der Stärken und Schwächen, ◆ Identifikation von Wirkungszusammenhängen, ◆ Ableitung konkreter Maßnahmen zur Unternehmensentwicklung. ■

André Gentz Moderator WissensBilanz/InCaS, ­Unternehmensberater, www.ServiceGut.com

August · September 2010

| 19


Management & Controlling

Erfahrungsaustausch

Raus aus der Isolation » Interview Mit der Idee „Unternehmer-Austausch-Runde“ hat der Neusser Unternehmerberater Carl-Dietrich Sander eine neue Art von Erfahrungsaustausch unter Unternehmern und Unternehmerinnen initiiert. gmbhchef sprach mit ihm über seine Überlegungen und Erfahrungen.

Wie sind Sie auf die Idee der Unternehmer-Austausch-Runde gekommen? Zum einen berichten in meinen Seminaren Handwerker immer wieder begeistert über den Nutzen der Erfahrungsaustauschgruppen, in denen sie überregional in ihrer Branche mit Kollegen zusammenarbeiten. Zum anderen antworten circa 80 Prozent der Unternehmer und Unternehmerinnen auf die Frage nach einem „Unternehmerkollegen ihres Vertrauens“ mit „habe ich nicht“ und dann mit „hätte ich aber gerne“. Unternehmer-Kollege meines Vertrauens? Stellen Sie sich einen Unternehmer vor, der seit vierzehn Tagen mit einer Idee im Kopf durch den Betrieb läuft. Sei es eine Chance, die er im Markt ergreifen könnte, sei es ein innerbetriebliches Risiko, das ihn beschäftigt. Mit wem spricht dieser Unternehmer darüber, wen ruft er an, um sich auszutauschen? Und was zeichnet in diesem Zusammenhang die Unternehmer-AustauschRunde aus? Mir ging es darum, die Hürden niedrig zu legen, um Unternehmer/innen zum Austausch zu motivieren – den viele suchen. Also nicht branchenbezogen und damit überregional. Sondern regional und branchenübergreifend. Und nicht anderthalb oder zwei Tage pro Treffen, wie bei überre-

20 |

August · September 2010

gionalen Gruppen alleine schon wegen der Reisezeiten üblich, sondern ein halber oder ein ganzer Tag. Aber ist nicht gerade der Branchenbezug ein wichtiges Element einer Erfahrungsaustauschgruppe? Natürlich gibt ein branchenbezogenes Treffen die Chance, auch tief in die Zahlen der Unternehmen im Sinne eines Betriebsvergleichs einzusteigen. Diese Möglichkeit entfällt in der Unternehmer-Austausch-Runde. Aber alle anderen Themen der Unternehmensführung sind nicht branchenbezogen – denken Sie zum Beispiel an Mitarbeiterführung, Rating-Verbesserung, Marktbearbeitung, Ablaufpotenziale, Selbstmanagement – diese Liste ließe sich beliebig verlängern. Im Gegenteil: Themen des eigenen Unternehmens gerade nicht nur mit Brancheninsidern zu debattieren führt dazu, dass mir als Unternehmer ganz andere Fragen gestellt werden, als ich sie gewohnt bin. Und nichts ist wertvoller als der andere Blickwinkel. Die Unternehmerkollegen und -kolleginnen sind mit ihren Fragen im Zweifel viel näher an meinen eigenen Kunden als die Branchenkollegen. Sie haben eine erste Unternehmer-Austausch-Runde gegründet – wie setzt sich diese zusammen? Es sind zehn Unternehmer und Unternehmerinnen aus neun Branchen im Alter von

Mitte 30 bis Ende 60. Die Zahl ihrer Mitarbeiter reicht von 5 bis 160. Und gerade diese Mischung macht den Erfolg aus. Am Ende des Kennenlern-Workshop hat die Runde beschlossen, komplett eine Gruppe zu bilden. Zwei weitere Unternehmer sind im Anschluss dazu gestoßen. Mittlerweile haben zwei Treffen stattgefunden, das dritte steht vor der Tür. Worauf kommt es in den Treffen an, damit diese für die Teilnehmer Nutzen bringen? Wichtig ist, dass die Themen aus der Runde selber bestimmt werden. Dann sind Kommunikationsregeln wichtig – diese haben wir als erstes debattiert. Nicht immer fällt es allen leicht, diese einzuhalten – das ist auch ein Lernprozess, der auch die Kommunikation im eigenen Unternehmen verbessern kann. Entscheidend ist Offenheit. Idealerweise bringt ein Mitglied eine Situation, ein Problem aus dem Unternehmen ein; die Runde fragt nach, klärt ab und erarbeitet dann Lösungsideen, in die die Erfahrungen aller einfließen. Spannend dann beim nächsten Treffen zu hören, inwieweit diese Ideen umgesetzt wurden und Erfolge gebracht haben. Wie kann man sich eine solche Diskussions-Situation konkret vorstellen? Beim letzten Treffen mit dem Themenschwerpunkt „Mitarbeiterführung“ hat




Beim ersten Treffen wurde schon eine breite Palette möglicher Themen gesammelt.



Management & Controlling

eine Unternehmerin ihre Situation geschildert, die sie als „Betriebsunruhe“ bezeichnet hat. Sie hat die Phänomene geschildert, wie mangelnde Leistungsbereitschaft, sich häufende Fehler, Schuld-Verschieben und Ähnliches. Die Runde hat nachgefragt, um Ursachen und eventuell dahinterliegende Strukturen und die Rollen der Beteiligten zu erkennen. Im dritten Schritt wurden Lösungsideen erarbeitet. Diese mögen auf den ersten Blick durchaus nicht immer neu erscheinen. Entscheidend ist ihr Wert für das lösungsuchende Unternehmen. In diesem Falle waren es Punkte wie zum Beispiel Mitarbeiterbesprechung, klare Arbeitsabläufe, Einigkeit zwischen Chefin und Chef. Aus weiteren Kontakten zu der Unternehmerin weiß ich, dass sie unter anderem wieder eine Mitarbeiterbesprechung eingeführt hat – mit sehr guter Resonanz.

Unternehmer die Rahmenbedingungen, die ihnen wichtig sind und verabschieden diese auch. Absolute Vertraulichkeit gehört natürlich als oberstes Gebot mit dazu.

Wie ist das mit der Vertraulichkeit – wenn sich Unternehmer so öffnen? Das wird bereits im Kennenlern-Workshop gemeinsam geklärt. Dort diskutieren die

www.unternehmer-austausch.de

Welches ist Ihre Rolle als Moderator? Der Moderator ist für den „roten Faden“ verantwortlich. Sowohl in den Treffen, damit Ergebnisse erarbeitet werden. Aber auch zwischen den Treffen: Er sorgt für die Kommunikation in der Vorbereitung und Nachbereitung der Treffen und gibt auch zwischendurch Impulse und Informationen in die Runde, die zu den behandelten Themen passen. Das heißt, neben der Moderationsfunktion hat er auch eine Impulsfunktion für die Runde. Den Umfang bestimmen die Teilnehmer mit ihren Wünschen und Rückmeldungen. ■

» Weitere Informationen unter

August · September 2010

| 21


Anzeige

10-Finger-Schreiben

100 Kur ko se zu stenlo gew se inn en

100 kostenlose Kurse zu gewinnen 10-Finger-Schreiben über die Gefühlsebene beherrschen: Emotionen nutzen, Tasten ­fühlen finden, leichter tippen. 10-Finger-Schreiben für jeden mit der EmoLearn-Methode.

Z

eit ist Geld – im Business gilt das längst nicht mehr ausschließlich für die Führungsetage: Alle Mitarbeiter sollten so effizient arbeiten wie nur möglich. Wer beispielsweise die Tastatur seines Computers mit zehn Fingern perfekt beherrscht, kann Tag für Tag wertvolle Zeit sparen – und damit bares Geld.

Lernkonzepte mit Gefühl Wie viel Zeit und Geld durch unzureichende Tipp-Kenntnisse verloren gehen, zeigt der Online-Kalkulator auf der Website www.emolearn.de des Spezialisten für Lernkonzepte mit dem „Gefühlsansatz“, EmoLearn aus Frankfurt/Main. Ergebnis: Ein mittelständisches Unternehmen mit 50 Mitarbeitern verliert durch Zeit fressendes Tippen nach dem Adler-Such-System durchschnittlich bis zu 22.000 Euro – Monat für Monat.

Erfolg für jeden EmoLearn nutzt seit zwei Jahren eine neuartige, hoch effiziente Lernmethode für das 10-Finger-Schreiben, die in der Präsenzkursform mit vergleichsweise wenig Training funktioniert – auch für Sie. Mit Emo2Type lernen Sie nach einer Einführung mit einer

22 |

August · September 2010

nur zweistündigen Lernphase und fünfmaligem Wiederholen der Schreibübungen schnelles 10-Finger-Schreiben für immer. „Emo2Type“ setzt in seinem Online-Kurs auf Spannung, Spaß und Emotion. Warum Emotion? Ganz einfach. Denken Sie nur an Ihren letzten schönen Urlaub. An die Geburt Ihrer Kinder. An Ihren ersten Kuss. Mit emotionalen Momenten, Bildern und Geschichten sind immer auch dauerhafte Erinnerungen verbunden, die sich schnell und nachhaltig im Gehirn verankern. Hollywood nutzt diese Erkenntnis seit Jahrzehnten, als ein Beispiel von vielen sei hier nur „Titanic“ genannt. Oder haben Sie die Szene jemals wieder vergessen, in der Kate Winslet mit ausgebreiteten Armen vorn am Bug steht? Nicht? Aha.

Lernen durch Emotion Mit seiner innovativen Lernmethode Emo2Type nutzt EmoLearn gezielt und wirksam Emotionen für nachhaltigen Wissenstransfer. „Lernen durch emotionale Verknüpfung ist der effektivste und vor allem ein naturgegebener Weg, Erfahrungen für das ganze Leben unvergesslich zu machen – sprich: dauerhaft zu lernen. Viele wissenschaftliche Forschungsergebnisse beweisen dies. Wir arbeiten mit Lern-Geschichten. Und in diesen Lern-Geschichten geht es immer darum, die innere Gefühlswelt anzusprechen. Denn das ist die intensivste Lernebene“, erklärt Heinz Köberl, Geschäftsführer der EmoLearn.

Empfohlene Lernmethode Der Erfolg gibt EmoLearn Recht: In immer mehr staatlichen Schulen und anderen Bildungsträgern sowie in Unternehmen aller Branchen kommt Emo2Type immer häufiger zum Einsatz. Emo2Type wird beispielsweise von der Österreichischen Computergesellschaft empfohlen.

Emo2Type gibt es in zwei Kursformen: ◆ Emo2Type Online als e-Learning für bequemes Lernen zu Hause. ◆ als Präsenzkurs Emo2Type Course Premium mit Buch und Training – sogar mit Geld-zurück-Lerngarantie! ■

Gewinnen Sie einen kostenlosen Online-Kurs Oder lernen Sie 10-Finger-Schreiben mit Ihrem persönlichen 20 Prozent-Rabatt. Gewinnen Sie mit gmbhchef und EmoLearn einen von 100 Emo2Type Online Kursen im Wert von je 58 Euro. Oder sichern Sie sich mit Ihrem GutscheinCode „gmbhchef“ bei EmoLearn tolle 20 Prozent Rabatt. Auch für Firmen! Was Sie dafür tun müssen? Fast nichts. Beantworten Sie einfach unsere Gewinnfrage: Wie viel Geld verliert ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern durchschnittlich im Monat durch mangelhafte Tipp-Kenntnisse? Ihre Antwort senden Sie bitte mit Ihren Kontaktdaten per E-Mail an die Adresse info@emolearn.de. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Übrigens: Die Emo2Type-Seminare finden Sie auch auf dem Seminar- und Weiterbildungsportal semigator.de. semigator ist Kooperationspartner des gmbhchef.




Finanzierung & Geldanlage

Kapitalmarkt

„Wer streut, rutscht nicht aus“ » Interview Europäische Staaten sind hoch verschuldet, der Euro steht unter Druck, der Goldpreis steigt, Experten sehen Inflationsgefahren. Wie Anleger ihr Vermögen in unsicheren Zeiten schützen können, erläutert Wertpapierexperte Peter Eberhart von der Sparkasse KölnBonn. Herr Eberhart, ist die aktuelle Verunsicherung der Anleger berechtigt? Die Sorgen der Anleger kann ich nachvollziehen, aber es besteht kein Grund für übereilte Entscheidungen. Den besten Schutz bietet – wie auch in wirtschaftlich stabileren Zeiten – eine ausgewogene Aufteilung des Vermögens auf Aktien, Renten, Immobilien und Rohstoffe. Durch die breite Streuung kann die Wertminderung einer Geldanlage durch Wertzuwächse bei einer anderen ausgeglichen werden. Mit Blick auf die Euro-Kursentwicklung können dem Depot je nach Risikobereitschaft und Anlagedauer global investierende Immobilien-, Rentenund Aktienfonds beigemischt werden. Auch Direktinvestments in Fremdwährungen sind möglich, wenn neben der Kursentwicklung auch die Zinsänderungs- und Bonitätskriterien der Länder beachtet werden. Bundeswertpapiere gelten als grundsolide. Lohnt sich trotz niedriger Renditen ein Kauf? Weil der deutsche Staat mit seinem gesamten Vermögen und dem Steueraufkommen bürgt, sind diese Emissionen sehr gefragt. Die hohe Nachfrage und das niedrige Zinsniveau haben die Rendite auf ein extrem niedriges Niveau gedrückt. Für sehr sicherheitsorientierte Anleger sind Bundespapiere trotzdem aktuell genau das Richtige. Allerdings sollte man sich wegen eines mögli-



chen Zinsanstiegs nicht länger als drei bis vier Jahre binden. Mehr Ertrag bei ebenso hoher Sicherheit bieten Sparbriefe und Inhaberschuldverschreibungen von Sparkassen, die vom Institutssicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe erfasst werden. Abseits dieser sicheren Häfen kommen Unternehmensanleihen infrage. Hier gehen die höheren Renditechancen allerdings mit höheren Risiken einher. Zur Depotbeimischung empfehlen wir Engagements in Unternehmen bester Bonität. Wichtig: Durch breite Streuung das Risiko eines einzelnen Wertes vermeiden. Beispielsweise über Rentenfonds, die optimal nach Laufzeiten, Branchen, Bonitäten und Regionen gewichten. Denn: Wer streut, rutscht nicht aus. Zu einem inflationssicheren Vermögen gehören außerdem immer auch Sachwerte: Immobilien, Gold als Beimischung und – weiterhin – substanzstarke Aktien. Der DAX hat seinen Tiefststand lange hinter sich. Ist ein Einstieg noch ratsam? Einerseits herrscht nach wie vor eine starke Verunsicherung infolge der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise. Andererseits geben positive Konjunktur- und Unternehmensdaten immer wieder Grund zum Optimismus. Vermutlich werden die Aktionäre noch eine ganze Weile das Auf und Ab an den Märkten aushalten müssen. Dennoch:

Über lange Zeiträume war die Aktienanlage häufig die beste Anlageform. Deshalb gehören Aktien langfristig in jedes ausgewogen strukturierte Wertpapierdepot. Interessant sind jetzt im DAX notierende Unternehmen mit hoher Exportorientierung oder starker Marktposition in Schwellenländern. Vor allem die Chemie-, Konsumgüter- und Pharma-Branche erscheinen uns derzeit attraktiv. Darüber hinaus finden sich in den Bereichen Telekommunikation und Versorger aussichtsreiche Dividendentitel. Der Inflationsschutz schlechthin wird der Anlage in Gold zugeschrieben. Inzwischen hat sich der Preis bei über 1.200 Dollar etabliert … … und dieser Preisanstieg ist stark spekulationsgetrieben. Weitere Schwankungen und somit auch Rückschlagsrisiken sind nicht ausgeschlossen. Investoren dürfen aber neben der Preisentwicklung die Kursentwicklung Euro/Dollar nicht aus den Augen verlieren. Für Anleger kommt eine breite Produktpalette infrage: von Barren und Münzen über Goldminenaktien und -fonds bis hin zu börsengehandelten Indexfonds und Zertifikaten. Alle decken unterschiedliche Kundenbedürfnisse ab und unterscheiden sich stark in Risikogehalt, Gewinnchancen und Kosten. Wer die für sich passende Anlageform finden will, sollte sich in jedem Fall beraten lassen. ■

August · September 2010

| 23


Finanzierung & Geldanlage 

Kreditmediator

„Wir können helfen“ » Interview Seit März gibt es die Institution eines Kreditmediators, der in Konfliktfällen um die Kreditvergabe zwischen Banken und Unternehmen vermitteln soll. gmbhchef sprach mit Hans-Joachim Metternich, der zum 1. März 2010 von der Bundesregierung für zwei Jahre als Geschäftsführer der Kreditmediator Deutschland GmbH bestellt wurde, über sein neues Amt und die aktuellen Schwierigkeiten bei der Unternehmensfinanzierung. Herr Metternich, befürchten Sie eine Kreditklemme hier zu Lande? Auch wenn derzeit nicht von einer flächendeckenden Kreditklemme gesprochen werden kann: Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat ihre Spuren hinterlassen. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung bei den Ban-

ken und Unternehmen in den letzten zwei Jahren sowie der stärkeren regulatorischen Rahmenbedingungen ist zu befürchten, dass die Unternehmen die für den Aufschwung notwendigen Finanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel nicht in ausreichendem Umfang erhalten. Wir wollen mithelfen, diese Engpässe in der mittelständischen Unternehmensfinanzierung zu vermeiden. Denn: Nur wenn die Finanzierung wirtschaftlich sinnvoller Investitionen gewährleistet ist, kann die Wirtschaft wieder rasch Fahrt aufnehmen. Konnten Sie Unternehmen bereits unter die Arme greifen? Ja – einer ganzen Reihe! Insgesamt sind wir bisher bei über 120 Unternehmen konkret tätig geworden. Hiervon konnten wir über 50 Unternehmen weiterhelfen, ohne in das breit angelegte Mediationsverfahren einsteigen zu müssen. Beispielsweise wurde der Kontakt zur Kammer bei Sanierungs- und Restrukturierungsfragen vermittelt, das Angebot an Finanzierungshilfen des örtlichen Förderinstituts dargestellt oder auf bestehende Beratungsangebote für Existenzgründer hingewiesen. Teilweise konnten wir im frühzeitigen Kontakt mit der Hausbank eine Einigung im Sinne des Kunden erzielen. Unsere bisherige Erfahrung zeigt: Durch unser Verfahren sind die Banken bereit, abgelehnte Anträge einer zweiten Prüfung zu unterziehen und intensiv nach Lösungen zu suchen.

24 |

August · September 2010

Worin bestanden Ihrer Beobachtung nach in den vergangenen Monaten die häufigsten Gründe, dass Banken Kreditanträge von mittelständischen Unternehmen abgelehnt haben? Ein Hauptgrund für die Ablehnung von Kreditanträgen sind fehlende Sicherheiten seitens der Unternehmen, denn das Risikobewusstsein der Banken ist in der Krise deutlich gestiegen. Allerdings sollten sich Unternehmer davon nicht einschüchtern lassen. Gerade öffentliche Finanzierungshilfen bieten zahlreiche Möglichkeiten, das Eigenkapital zu stärken, Kreditrisiken zu minimieren oder auf viele Schultern zu verteilen. Als Kreditmediator können Sie selbst keine Darlehen an Firmen vergeben. Welchen Einfluss haben Sie auf die Entscheidungen der Banken? Natürlich können wir kein Umdenken der Institute erzwingen. Unsere Aufgabe besteht vor allem darin, als unabhängige Beratungsstelle den gesamten Sachverstand aller Partner, von der Handels- und Handwerkskammer bis zur Förder- und Hausbank, zu bündeln und sicherzustellen, dass alle an einem Strang ziehen. Die Finanzinstitute haben so die Chance, auch abgelehnte Anträge zu einem positiven Abschluss zu bringen. Außerdem haben wir das Verfahren bewusst auf eine breite Basis gestellt, um auf den bereits vorhandenen Strukturen in den Regionen aufzubauen und es möglichst schlank zu halten.




Finanzierung & Geldanlage

Wie können Unternehmen sich konkret an Sie wenden? Wie läuft das Kreditmediationsverfahren genau ab? Unternehmen können sich über Telefon oder Internet bei Fragen zur Kreditvergabe an uns wenden. Nach Eingang der Anfrage setzen wir uns mit dem Unternehmen in Verbindung, erörtern das Anliegen und geben konkrete Ratschläge. Für diesen kurzen Draht sind die Unternehmen sehr dankbar. Ferner können Interessenten auf der Homepage auch unmittelbar den Antrag auf Kreditmediation ausfüllen. Sobald der Antrag vorliegt, werden Mediationswürdigkeit und Mediationsfähigkeit des Unternehmers geprüft. Im ersten Kontakt mit der Hausbank lassen wir uns die Gründe der Ablehnung schildern und fragen nach, ob öffentliche Förderprogramme im Finanzierungsplan berücksichtigt wurden. Sofern eine Fortführung des Verfahrens sinnvoll erscheint, wird der Antrag mit einer kurzen Einschätzung an die zuständige Kammer weitergeleitet. 14 Tage nach ihrer Einbeziehung können die regionalen Kammern unter Einbindung aller Beteiligten und in eigener Verantwortung einen Mediationstisch organisieren, sofern nicht bereits im Vorfeld eine Lösung nach einer Abstimmung zwischen den Beteiligten und der Hausbank gefunden wurde. Viele Unternehmer fühlen sich von der Masse an Förderprogrammen überfordert, trauen sich ohne professionelle Ratgeber nicht an das Thema heran. Sie haben Recht, das Angebot ist sehr vielfältig und schwer zu durchschauen, weil jedes Bundesland eigene Fördermittel bereitstellt. Auch die Ansprechpartner bei den Banken können nicht das ganze Portfolio im Kopf haben. Unternehmer sind deshalb selbst in der Pflicht, sich über passende Fördermittel zu informieren. Doch auch hierbei können wir ihnen helfen und sie an die entsprechenden Institutionen weiterleiten, wenn sie mit uns auf einem der bereits genannten Wege Kontakt aufnehmen. Was raten Sie Unternehmern, die morgen ein Kreditgespräch führen? Ich kann nur empfehlen, vorab mögliche Fragen durchzugehen und zu versuchen, diese selbst zu beantworten: Welches Vorhaben soll mit welchen Mitteln über welchen Zeitraum finanziert werden? Wie sehen die Marktchancen aus? Kann der Kapitaldienst geleistet werden? Eine wichtige Hilfestellung bieten beispielsweise die Betriebsberater der Handwerkskammern. Fakt ist: Die gute Vorbereitung vor einem Kreditgespräch ist für jeden Unternehmer entscheidend. ■

Der Kreditmediator Der Kreditmediator Deutschland wurde durch einen Kabinettsbeschluss der Bundesregierung mit dem Aufbau eines Kreditmediationsverfahrens und dessen Durchführung beauftragt. Als neutrale Instanz soll er zwischen Unternehmen und Kreditwirtschaft vermitteln und vor allem mittelständischen Unternehmen helfen, die Schwierigkeiten haben, Kredite zu erhalten. Ein Team aus Kreditfachleuten und Experten der Unternehmensfinanzierung unterstützt den Kreditmediator bei seinen Aufgaben. Sitz des Kreditmediators ist Frankfurt am Main. Interessenten können sich unter www.kreditmediator-deutschland.de oder unter Tel. 069 244346888 informieren.

���������������� ������������������������������� ����

�������������������������������������������������������������������������� ������������������������������������������ �������������������������������������������������������������� ���������������������������������������������������������������� ��������������������������������������������������� ���������������������������������������������������������������� �������������������������������������������������������������� ����������������������������������������������������������������� ��������������������������������������������������������������� ����������������������������

����������������������

�������� ������ ���� ������������������������������������� �������������������������������������

������������������������������ ������������������������

������������������


Personal & Weiterbildung

Arbeitgebermarke lockt Fachkräfte

Employer Branding » Interview

Der Mangel an Facharbeitern nimmt gerade im Mittelstand dramatische Züge an. Frank Hauser, Leiter des Great Place to Work Institute Deutschland, erklärt, wie Unternehmen durch den Aufbau einer Arbeitgebermarke (Employer Branding) geeignete Kandidaten gewinnen können. Wie viel Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland betreiben Ihrer Schätzung zufolge professionelles Employer Branding? Kleine und mittlere Unternehmen erkennen zunehmend die Bedeutung des Aufbaus einer Arbeitgebermarke – und auch, dass es sich dabei um weit mehr handelt, als die „Fassade aufzupolieren“. Gleichzeitig hapert es oft noch an einem integrierten Verständnis und vor allem an der Umsetzung. Und dies, obwohl der Mittelstand grundsätzlich alle Voraussetzungen hat, sich als guter Arbeitgeber zu positionieren. Für viele Beschäftigte sind gerade überschaubare Strukturen, persönliche Nähe und enge Beziehungen sowie die Möglichkeit zur frühen Verantwortungsübernahme und Mitgestaltung in KMU wichtige Entscheidungskriterien. Verlässliche Zahlen zum Vorhandensein eines professionellen Employer Branding Managements in KMU liegen uns nicht vor, der Anteil liegt aber sehr deutlich unter dem großer Unternehmen. Warum tun es nicht alle? Hierfür gibt es vielfältige Gründe, nicht zuletzt ist dies gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten auch eine Kostenfrage. Teils fehlt es auch noch an dem Bewusstsein, dass in vielen Branchen die

26 |

August · September 2010

Zeiten endgültig vorbei sind, in denen hoch qualifizierte und engagierte Bewerber Schlange gestanden haben. Viele KMU brauchen aber auch noch professionelle Unterstützung bei der praktischen Umsetzung von Employer Branding-Strategien im Rahmen der Unternehmenskommunikation und speziell im Personalmarketing. Gleichzeitig sollten sich Agenturen stärker darauf einstellen, dass der Mittelstand hier im positiven Sinne bodenständiger „tickt“ und kritisch gegenüber allzu großen und bunten Versprechen ist. Wie können KMU die klassischen Regeln der Markenbildung anwenden, um potenzielle Bewerber auf sich aufmerksam zu machen? Zunächst einmal geht es darum, die eigenen Stärken als Arbeitgeber zu erkennen und vorhandene schwächere Bereiche gezielt zu optimieren. Nur so lässt sich eine wirklich eigenständige, nicht austauschbare Arbeitgebermarke aufbauen. Die Regeln der Markenbildung, die Unternehmen aus ihren Absatzmärkten kennen, sollten konsequent zur Rekrutierung und zugleich zur Bindung von Mitarbeitern genutzt werden. Alle Marketing- und Kommunikationswege sollten hier in integrierter Weise zum Einsatz kommen, um als Arbeitgeber bestmöglich wahrgenommen zu werden. Es geht

zudem nicht nur darum, positive Faktoren nach außen zu kommunizieren, sondern auch um eine Strategie, das eigene Unternehmen sowohl für die bereits beschäftigten als auch für potenziell neue Mitarbeiter attraktiv zu gestalten. Was können KMU tun, um sich aus Bewerber-Sicht von der manchmal unscheinbaren grauen Maus zum Paradiesvogel zu wandeln? Gerade KMU sollten ihre Qualitäten als Arbeitgeber noch stärker herausarbeiten und herausstellen. Und sie dann auch in die Öffentlichkeit und speziell in die Personalmärkte tragen. Das Bild des exotischen Paradiesvogels erscheint hierfür allerdings weniger geeignet. Arbeitgeber mit Anziehungskraft sind zunächst einmal eines: überdurchschnittlich glaubwürdig, fair und respektvoll gegenüber ihren Mitarbeitern – dies ist in der Praxis keine Selbstverständlichkeit. Auf Basis einer gelebten Werteorientierung erwächst eine positive Strahlkraft, die eine hohe Attraktivität und Identifikation erst ermöglicht. Die Bereitschaft, die eigene Arbeitsplatzkultur zu überprüfen und zu optimieren und dabei auch von anderen Unternehmen zu lernen, ist hierbei der erste wichtige Meilenstein. Ein anerkanntes, unabhängiges Arbeitgeber-Gütesiegel zu erhalten, liefert




Personal & Weiterbildung

natürlich zusätzliche Unterstützung. Zudem ist der unmittelbare Kontakt zur Zielgruppe entscheidend.

Wir sehen die Welt mit anderen Augen.

Wie sollte sich ein Mittelständler positionieren, um im viel zitierten „War for Talents“ gegen Großkonzerne bestehen zu können? Unsere jährliche Great Place to Work Benchmarkstudie „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ zeigt, dass KMU in der Liga der besten Arbeitgeber durchaus sehr gut mitspielen können. Den Attraktivitätsvorsprung, den große Unternehmen im Bereich der generellen Markenbekanntheit genießen, sowie auch deren größere Möglichkeiten im Bereich von Personalarbeit und Personalmarketing können KMU beispielsweise durch das Angebot besonders persönlicher und verbindlicher Beziehungen zwischen Mitarbeitern und den Führungskräften und Kollegen wettmachen. Auch die regionale Verankerung kann ein sehr starkes Argument sein. Grundsätzlich genießt der Mittelstand in Deutschland ein durchaus hohes Ansehen. Und es war schon immer eine besondere Qualität der KMU, aus geringeren Mitteln mehr zu machen. Die einzelnen Unternehmen müssen allerdings noch aktiver werden, dies auch konkret einzulösen und stärker auf sich aufmerksam zu machen. Unterstützung bei der Ausrichtung bieten hier Attraktivitäts-Untersuchungen unter den eigenen Mitarbeitern sowie bei den wichtigsten Bewerbergruppen. Die Anziehungskraft von Arbeitgebern ist letztlich aber weder eine Frage der Unternehmensgröße noch allein des Gehalts. Wird der Erfolg bei der Bewerber-Rekrutierung die Kosten des Employer Brandings aufwiegen? Dies hängt von der erfolgreichen Umsetzung entsprechender Konzepte ab. Grundsätzlich zahlt es sich aus, sich auf den Weg zu einem guten Arbeitgeber zu machen und dies dann auch stärker nach außen wie innen zu kommunizieren. Nachhaltiges Employer Branding ist für den Mittelstand daher eine wichtige Investition in die Zukunft, die von einem noch stärkeren Mangel an Fachkräften geprägt sein wird. Wer jetzt handelt, profitiert doppelt: vom besonderen Engagement seiner Mitarbeiter, höherer Profitabilität und deutlich besseren Chancen auf dem Personalmarkt. Allerdings sollten die Investitionen gezielt, kreativ und nicht mit der Gießkanne erfolgen. ■

Fünf Goldene Regeln für das Employer Branding 1. Jedes Unternehmen kann ein attraktiver Arbeitgeber werden. 2. Employer Branding braucht Identität und Glaubwürdigkeit. Das heißt, ein stabiles Fundament, den entschiedenen Willen und das ernsthafte Bemühen, eine attraktive, mitarbeiterorientierte Arbeitsplatzkultur aufzubauen. 3. Authentizität, Nachhaltigkeit und Originalität sind sehr gute Ratgeber für das Employer Branding. 4. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Stärken als Arbeitgeber. Diese gilt es zu erkennen, zu pflegen und erfolgreich zu kommunizieren. 5. Jedes Unternehmen hat im Bereich Employer Branding seine spezifischen Entwicklungsaufgaben. Der Vergleich und der Austausch mit anderen Unternehmen hilft im Rahmen des Employer Brandings dabei, dies zu erkennen und sich gezielt zu verbessern.

Denn Kreativität ist unser Kapital. Und Ihre Chance, sich von der Konkurrenz abzusetzen! alle freiheit werbeagentur gmbh Print • Vkf • Corporate Publishing • Web Funk/Film • Design • Fotografie • PR 50825 Köln • Lichtstraße 45 (0221) 719 59-83 • ichwill@allefreiheit.de www.allefreiheit.de


Personal & Weiterbildung

Beschäftigung von Zeitarbeitskräften

Schutz vor Haftungsrisiken

Bei Personalengpässen nutzen immer mehr mittelständische Betriebe aller Branchen die legalen Möglichkeiten der Arbeitnehmerüberlassung – doch was geschieht, wenn der Personaldienstleister in Konkurs geht? Der Wettbewerbsdruck steigt

B

ei den rund 25.000 Zeitarbeitsfirmen und Leiharbeitnehmervermittlungen stehen knapp 610.000 Leiharbeitskräfte auf den Vermittlungslisten. Die meisten sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. In konjunkturbedingt schwierigen Zeiten gelangen auch Personaldienstleistungsunternehmen in wirtschaftliche Schieflagen. Damit schlittert ein Unternehmen, das Zeitarbeitsmitarbeiter einsetzt, unter Umständen in die Subsidiärhaftung. Geht nämlich der Verleiher in die Insolvenz, dann haftet der Entleiher gegenüber den Sozialversicherungsträgern für nicht entrichtete Beiträge. Experten raten den Unternehmen, die Zeitarbeitskräfte einsetzen, ihr Risiko dadurch zu minimieren, dass sie die Zusammenarbeit nur erfahrenen und zuverlässigen Personaldienstleistern eingehen.

Das Prinzip der leihweisen ­Personalüberlassung Das Leihpersonal ist stets beim Zeitarbeitsunternehmen fest angestellt. Für den Entleiher hat dies den Vorteil, dass er die Arbeits-

28 |

August · September 2010

kraft eines Arbeitnehmers für eine von ihm vorgegebene Qualifizierung, Art und Dauer der Beschäftigung nutzen kann, ohne mit dem Mitarbeiter selbst arbeitsrechtliche oder sonstige Verpflichtungen einzugehen. Bei Krankheit, Verhinderung oder Arbeitsabbruch durch den Leiharbeitnehmer stellt der Verleiher dem Kundenunternehmen in der Regel einen Ersatz. Das vom Entleiher an den Verleiher gezahlte Geld dient der Entlohnung des Zeitarbeitnehmers und der Geschäftskostendeckung des Zeitarbeitsunternehmens. Dabei wird im Normalfall mit dem Faktor zwei gerechnet. Wenn der Zeitarbeitnehmer beispielsweise 15 Euro je Stunde verdient, zahlt der Entleiher dem Verleiher 30 Euro – die restlichen 15 Euro dienen der Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge des Zeitarbeitnehmers (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung) sowie der anteiligen Entlohnung der Personaldisponenten, zur Deckung der Mieten und der sonstigen Kosten des Verleihers.

Der Wettbewerbsdruck unter den rund 25.000 Zeitarbeitsfirmen und Leiharbeitnehmervermittlungen ist enorm gewachsen. Etwa 87 Prozent der rund 610.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bereich Leiharbeit stehen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zum Verleiher. Existenzgründer und junge Unternehmen lassen sich jedoch vorwiegend Minijobber oder Ein-Euro-Kräfte vermitteln. Fast jeder dritte Arbeitnehmer zählt laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit zu den Hilfsarbeitern (siehe Tabelle auf Seite 29). Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat zudem auch bei der Zeitarbeitsbranche deutliche Blessuren hinterlassen und die Narben sind noch lange nicht verheilt.

Das Prinzip der Subsidiärhaftung Das Zeitarbeitsunternehmen ist gesetzlich verpflichtet, sämtliche Steuern und Abgaben für seine Zeitarbeitnehmer zu entrichten. Erfolgt dies wider Erwarten nicht oder nicht ordnungsgemäß, beispielsweise weil der Verleiher plötzlich pleitegeht oder bei seiner Personalplanung pfuscht, haftet der Entleiher für den kompletten Zeitraum der Überlassung der Zeitarbeitnehmer. Dann muss er selbst für die von ihm entliehenen und sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitskräfte die säumigen Beiträge zur Sozialversicherung (SV), zur Berufsgenossenschaft (BG) und für die Lohnsteuer zahlen. Die Ansprüche der Sozialversicherungsträger verjähren erst vier Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie entstanden sind. Die Subsidiärhaftung des Entleihers kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden. Der Entleiher haftet bei einem wirksamen Vertrag wie ein selbstschuldnerischer


Personal & Weiterbildung

Bürge für die Erfüllung der Zahlungspflicht des Arbeitgebers. Das Risiko einer Inanspruchnahme durch die Einzugsstelle wird demnach für den Entleiher immer dann bestehen, wenn der Verleiher als Arbeitgeber seiner Zahlungsverpflichtung, den Gesamtsozialversicherungsbeitrag abzuführen, nicht nachkommen sollte. Soweit ein wirksamer Vertrag im Sinne des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) besteht, haftet der Entleiher nur als selbstschuldnerischer Bürge: Danach muss der Entleiher erst zahlen, wenn die Einzugsstelle den Verleiher mit Fristsetzung gemahnt und dieser innerhalb der Frist nicht geleistet hat.

Wie kann sich der Entleiher vor Schaden schützen? Ein weiteres Problem ist die oft ungleiche Bezahlung der Zeitarbeitskräfte. „Sollte in einem letztinstanzlichen Urteil die Tarifunfähigkeit der Christlichen Gewerkschaften Zeitarbeit und Personaldienstleistung (CGZP) festgestellt werden, entstünden den Zeitarbeitnehmern daraus wegen des gesetzlichen equal-pay-Grundsatzes für vier Jahre rückwirkend Nachzahlungsansprüche“, erläutert RA Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Der equal-pay-Grundsatz dient dem Schutz der Beschäftigten. Dieser besagt, dass Leiharbeitnehmer zu denselben Bedingungen beschäftigt werden müssen wie die Stammarbeitnehmer des entleihenden Unternehmens: Gleiche Arbeitszeit, gleiches Arbeitsentgelt, gleiche Urlaubsansprüche. Ein Tarifvertrag kann jedoch abweichende Regelungen zulassen. Den Zeitarbeitnehmern müsste dann die Differenz zwischen ihrem Lohn und dem Gehalt des Stammpersonals der Kundenunternehmen nachgezahlt werden. Hinzukommen, laut Stolz, die Ansprüche der Sozialversicherungsträger. Das sind Forderungen, mit denen ein Zeitarbeitsunternehmen schnell an seine finanziellen Grenzen geraten könnte: „Ist eine Zeitarbeitsfirma in einem solchen Fall zahlungsunfähig, greift die Subsidiärhaftung“, erklärt der iGZ-Hauptgeschäftsführer. Die Ansprüche des Zeitarbeitnehmers und der Sozialversicherungsträger richten sich dann gegen das Kundenunternehmen der Zeitarbeitsfirma. Schutz und mehr Sicherheit vor solchen Ansprüchen bietet für Entleiher beispiels-



weise die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen, die einen zwischen den DGB-Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbänden BZA oder iGZ geschlossenen allgemein verbindlichen Tarifvertrag anwenden. Wer als Entleiher nicht sicher ist, welcher Tarifvertrag angewendet wird, sollte sich rechtzeitig sachkundig machen. Auskunft erteilen die Agentur für Arbeit, die Zeitarbeitgeberverbände und Zeitarbeitsfirmen. Außerdem spricht der Besitz einer unbefristeten Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung eines Zeitarbeitsunternehmens für dessen hohe Zuverlässigkeit. Die Erlaubnis bedeutet, dass das Zeitarbeitsunternehmen seit mindestens drei Jahren auf dem Gebiet der Arbeitnehmerüberlassung tätig ist.

Finanzamt. Diese Bescheinigungen bestätigen die ordnungsgemäße Entrichtung der Sozialversicherungsbeiträge und der Lohnsteuer. Solchen Bescheinigungen kann der Entleiher entnehmen, ob für die bei der Krankenkasse gemeldeten Zeitarbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge ordnungsgemäß entrichtet wurden. Die Subsidiärhaftung greift im Bedarfsfalle lediglich bei Ansprüchen des Sozialversicherungsträgers gegenüber dem Verleiher (bei dessen Zahlungsunfähigkeit auch gegenüber dem Entleiher). Ist ein Zeitarbeitsunternehmen insolvent, richten sich die Ansprüche der Arbeitnehmer grundsätzlich gegen den Arbeitgeber, den Verleiher.  ■ Ralf E. Geiling Wirtschaftsjournalist und Fachbuchautor, Neuss

Bescheinigungen anfordern Eine weitere Sicherheit für den Entleiher sind die vom Verleiher vorgelegten Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Krankenkasse, Berufsgenossenschaft und

Mehr zum Thema finden Sie unter www.ig-zeitarbeit.de/ ueber-uns/mitgliedsfirmen

Anteil der Leiharbeitnehmer nach Art ihrer Tätigkeit Bau-, Raumausstatter, Polsterer

<1%

Chemiearbeiter, Kunststoffverarbeiter

<1%

Bauberufe

1%

Warenkaufleute

1%

Metallerzeuger, -bearbeiter

2%

Montierer und Metallberufe

3%

Gesundheitsdienstberufe

3%

Sonstige Berufe

3%

Technische Berufe

5%

Allgemeine Dienstleistungsberufe

5%

Elektriker

6%

Übrige Fertigungsberufe

6%

Schlosser, Mechaniker, zugeordnete Berufe

10 %

Organisations-, Verwaltungs-, Büroberufe

11 %

Übrige Dienstleistungsberufe

13 %

Hilfsarbeiter

29 %

Gesamt

100 %

© GMS InfoService, Neuss 2010, Quelle: Bundesagentur für Arbeit

www.gmbhchef.de Das Portal für Geschäftsführer

August · September 2010

| 29


Personal & Weiterbildung

Alternative zu Rentenversicherungen

Innenfinanzierung durch bAV Betriebliche Altersversorgung wird meist über Rentenversicherungen finanziert. Doch es geht auch ohne Versicherungen – und auch ohne Pensionsrückstellungen. tätserhöhend aus. Auch die Darlehenszinsen werden betriebsausgabenwirksam an die Kasse gezahlt und fließen sofort wieder als Darlehen zurück an das Unternehmen. So steigt die zusätzliche Liquidität des Unternehmens Jahr für Jahr. Erst bei Rentenbeginn der Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber die zugesagten Leistungen auch tatsächlich erbringen – idealerweise aus der zuvor gewonnenen Liquidität.

Für wen ist das Modell geeignet?

U

m gute Leute gewinnen und halten zu können, ist eine attraktive betriebliche Altersversorgung heute unverzichtbar. Doch die beste Betriebsrente nützt nichts, wenn dem Unternehmen in Krisenzeiten oder zur Finanzierung von Wachstum vorzeitig das Geld ausgeht. Wer unabhängig von Kreditinstituten bleiben möchte, kann zur Innenfinanzierung seines Unternehmens auch die betriebliche Altersversorgung nutzen. Bei herkömmlichen Versorgungswerken werden meist Beiträge an Versicherungen gezahlt. Dem Arbeit­nehmer bieten diese Policen aufgrund der Kostenbelastung und dem derzeit niedrigen Zinsniveau nur eine mäßige Rendite. Der Arbeitgeber kann über die Versicherungswerte nicht mehr frei verfügen.

Wie funktioniert das Alternativ­ modell? Der Arbeitgeber verspricht dem Mitarbeiter einen jährlichen Versorgungsbeitrag zuzüglich Zinsen von zum Beispiel vier Euro. Der Beitrag kann zusätzlich zum Gehalt gewährt oder durch Gehaltsumwandlung finanziert werden. Die Leistung im Alter ergibt sich

30 |

August · September 2010

wie bei einem Sparbuch aus den Beiträgen zuzüglich Zinsen – ohne Abzug von Kosten oder Gebühren. Die Leistung ist in voller Höhe garantiert und über den gesetzlich geregelten Pensionssicherungsverein (PSV a.G.) gegen Insolvenz des Arbeitgebers gesichert. Anfallende Verwaltungskosten übernimmt die Firma. Das macht dieses System für den Arbeitnehmer sehr transparent, kalkulierbar und rentabel. Die zugesagten Versorgungsbeiträge und die Verzinsung sind während der Ansparphase lohnsteuerfrei und bis zu 2.640 Euro jährlich auch sozialversicherungsfrei. Das bringt den zusätzlichen Renditekick und pro Arbeitnehmer über 500 Euro an Sozialabgabenersparnis für den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber kann bis zur steuerlichen Höchstgrenze betriebsausgabenwirksam Zuwendungen an eine sogenannte Unterstützungskasse leisten. Die Zuwendungen müssen aber nicht tatsächlich gezahlt werden, weil sie sofort von der Kasse wieder als Darlehen an das Unternehmen zurückfließen. Die gesparte Steuer steht dem Unterneh­men als zusätzliche Liquidität zur Verfügung. Bei einer Finanzierung durch Entgeltumwandlung wirken sich sogar die vollständigen Versorgungsbeiträge liquidi-

Die pauschal dotierte Unterstützungskasse ist für Unternehmen geeignet, die sich zutrauen, intern eine höhere Verzinsung zu erzielen, als den Arbeitnehmern versprochen wurde. Die Zinsdifferenz verbleibt als Gewinn beim Unternehmen. Zusätzlich sollte das Durchschnittsalter der Belegschaft nicht über 40 Jahre liegen. Bei der praktischen Umsetzung ist allerdings Vorsicht geboten. Leider gibt es immer wieder Anbieter, die in detaillierten Modellrechnungen traumhafte Liquiditätsgewinne in Aussicht stellen. Aber für das Unternehmen kommt es vor allem darauf an, dass die Verwaltung des Modells langfristig gesichert und transparent ist und dass der Unternehmer sich auch der Risiken des Modells bewusst ist. Deshalb gilt auch hier: Angebote vergleichen lohnt sich auf jeden Fall.  ■

Andreas Buttler Geschäftsführer der febs Consulting GmbH, ­Grasbrunn/München www.febs-consulting.de


» NEUES AUS DEM VERLAG

Neuerscheinungen Sommer 2010 Reihe “Schenken und Vererben” Band 2 „Ehegattentestament“ Von Rechtsanwalt Hans-Helmut Fensterer, 2. Auflage, Bonn 2010, 86 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-936623-29-1. Band 2 aus der Reihe „Schenken und Vererben“ zeigt auf, welche Besonderheiten Eheleute bei der Abfassung eines Ehegattentestaments zu beachten haben. Er enthält auf 88 Seiten eine übersichtliche Darstellung zu gemeinschaftlichen Verfügungen von Todes wegen für Ehegatten. Eine Vielzahl von Beispielen erleichtert das Verständnis. Praktisch einfach umsetzbare Musterformulierungen geben dem Leser wertvolle Gestaltungstipps zur steuerlich und zivilrechtlich optimalen Abfassung von Ehegattentestamenten an die Hand.

Reihe “Schenken und Vererben” Band 7 „Die Erbschaft- und Schenkungsteuererklärung“ Von Rechtsanwalt Dr. Helmut Schuhmann, 2. Auflage, Bonn 2010, 96 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-936623-40-6. Der Leitfaden „Die Erbschaft- und Schenkungsteuererklärung“ setzt sich zwei Ziele: Zum einen möchte er auch dem juristisch Unerfahrenen einen verständlichen Überblick über das gesamte Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht verschaffen. Zum anderen leistet er praktische Hilfestellung beim Ausfüllen der Erbschaft- und Schenkungsteuererklärung. Die maßgeblichen amtlichen Vordrucke werden Zeile für Zeile erläutert. Zudem gibt der Autor wichtige Tipps, die helfen, die Erklärung fehlerfrei auszufüllen und so steuerliche Nachteile zu vermeiden. Ein Online-Service zum Download der amtlichen Formulare und weiteren Informationen runden den Leitfaden ab.

Reihe „GmbH-Ratgeber“ Band 4 „GmbH-Geschäftsführer: Rechte und Pflichten“ Von Dr.jur. Hagen Prühs, 4. Auflage, Bonn 2010, 256 Seiten, 24,80 Euro, ISBN 978-3-936623-42-2.

Die 4. Auflage des Buchs „GmbH-Geschäftsführer: Rechte und Pflichten“ setzt sich mit der neuen Gesetzeslage und der aktuellen Rechtsprechung auseinander. Auf rund 250 Seiten erfährt der Leser in Form von 100 kurzen, alphabetisch geordneten Kapiteln, worauf GmbH-Chefs achten müssen, um die persönliche Haftung zu vermeiden, und welche Rechte ihnen zustehen.

» Bestellen Sie jetzt Weitere Titel unter www.vsrw.de (Bücher) Ja, bitte senden Sie mir gegen Rechnung:

Bestellung per Fax an: 0228 95124-90

..... Expl. „Ehegattentestament“ zum Preis von 19,80 Euro ..... Expl. „Die Erbschaft- und Schenkungsteuererklärung“ zum Preis von 19,80 Euro ..... Expl. „GmbH-Geschäftsführer: Rechte und Pflichten“ zum Preis von 24,80 Euro

Firma

Name, Vorname

Straße, Nr.

Alle genannten Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten PLZ, Ort

Tel./Fax

Datum

Unterschrift

E-Mail

Rolandstr. 48 • 53179 Bonn • Tel.: 0228 95124-0 • Fax: 0228 95124-90 • E-Mail: vsrw@vsrw.de • Internet: www.vsrw.de

10-549


Marketing & Vertrieb

Empfehlungsmarketing

Doppelte Belohnung Wer einen guten Job macht, kann sich der Dankbarkeit seiner Kunden sicher sein. Diese Dankbarkeit lässt sich in weitere Neukunden oder zusätzliche Aufträge ummünzen.

I

n einer Zeit, in der Reizüberflutung und Werbemüdigkeit an der Tagesordnung sind und der Kunde manipulativen Werbeformen gesund misstraut, gewinnt die gute alte Mund-zuMund-Propaganda wieder zunehmend an Bedeutung. Das sogenannte Empfehlungsmarketing ist ein Instrument zur Akquise neuer Kunden und neuer Umsätze. Jeder kann es nutzen, vorausgesetzt, alle im Unternehmen machen mit. Denn empfehlenswert ist nur, was gut ist.

Muss nicht, kann aber Der Idealfall eines erfolgreichen Empfehlungsmarketings ist der, dass ein zufriedener Kunde sagt, er werde das Unternehmen weiterempfehlen. Das ist einerseits Lob und Ausdruck seiner Zufriedenheit, andererseits muss der Unternehmer gar nichts weiter tun als abwarten. Wie gesagt, dies ist der Idealfall. Wenn der Satz des Kunden nicht nur als Floskel dahergesagt wurde, dürfte

32 |

August · September 2010

der Idealfall – jemand lobt aktiv und ungefragt die Kompetenzen eines fremden Unternehmens – sehr selten sein, denn wahrscheinlich sorgt sich niemand außerhalb des Unternehmens um den Fortbestand seiner Geschäfte. Besser ist da schon, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und offensiver oder – besser noch – strukturierter anzugehen. Falls ein Kunde demnächst fragt, wie er für die Mühen und das Engagement danken kann, ist die richtige Antwort: „Wir würden uns freuen, wenn Sie uns einfach weiterempfehlen.“ Falls der Kunde daran denkt, nützt das dem Unternehmen langfristig. Die offensivere Variante des Empfehlungsmarketings oder auch -managements geht jedoch einen direkteren Weg, indem Unternehmen ihre zufriedenen Bestandskunden offen ansprechen: Wem würde er ihre Produkte empfehlen? Und wer könnte sie gebrauchen? Ließe sich der Name des Kunden dafür verwenden? Vielleicht hört

er sich mal um und fragt direkt nach, ob das Unternehmen sich mal dort melden könnte. Ist all dies eruiert und abgesichert, kann das Unternehmen Kontakt aufnehmen und sich konkret auf den gemeinsamen „Bekannten“, also den zufriedenen Bestandskunden, beziehen. Da er nicht selbst für das Unternehmen tätig ist, wirkt er unabhängiger und objektiver, womit er zum indirekten Verkäufer der Produkte werden könnte. Die Empfehlung bildet Vertrauen und der Gesprächspartner wird eher geneigt sein, sich auf neue Produkte einzulassen oder gar ein Testprojekt durchzuführen. Eine weitere Vorgehensweise ist zum Beispiel, eine Terminvereinbarung für die Vorstellung des Unternehmens vorzuschlagen. Hilfreich sind auch sogenannte Kennenlernangebote oder Einführungsrabatte, denn niemand will die Katze im Sack kaufen. Aber die Praxis zeigt auch, dass Preise bei Empfehlungen eine geringere Rolle als bei der Kaltakquise spielen.

Die Basis muss mitspielen Ein Unternehmen ist selbstverständlich nur so gut wie die, die es täglich mit Leben füllen. Auf Deutsch: Die Mitarbeiter müssen hinter den Zielen stehen und diese im Tagesgeschäft im Auge behalten. Alle Angestellten müssen wissen, wie wichtig es ist, was in welcher Qualität das Haus verlässt und mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht wird. Ob es die Dame an der Zentrale, der Vertriebsmitarbeiter oder der Produktmanager ist: Sie alle tragen zur Zufriedenheit der Kunden bei. Ein ganz einfaches, aber hoch effektives Hilfsmittel für eine professionelle Kundensteuerung, sind sogenannte CustomerRelationship-Management-Systeme, kurz CRM. Mit ihnen können alle Aktionen ganz auf den Kunden ausgerichtet werden,




Marketing & Vertrieb

und die Prozesse werden übersichtlich dargestellt. Wird es richtig genutzt, wird sich die Zufriedenheit des Kunden steigern und die Beziehung vertiefen lassen. Damit weiß der Vertrieb auch genau, wer das Unternehmen empfiehlt und warum und wie viel Geschäft sich daraus ergibt.

Jetzt geht’s los Empfehlungsmarketing sollte strategisch angegangen werden und nicht nur sporadisch, wenn gerade mal wieder jemand mit einem der Kunden telefoniert. Die einschlägige Literatur empfiehlt, sich genauestens mit dem Wettbewerb auseinanderzusetzen. Dabei kann das Unternehmen dem Empfehler schlagkräftige Argumente an die Hand geben: Warum ist die Leistung besser? Warum lohnt es sich, ausgerechnet mit diesem Unternehmen eine Geschäftsbeziehung aufzunehmen? Was grenzt es von Mitbewerbern ab? Wenn die Mitarbeiter diese Fragen nicht auf Anhieb beantworten können, muss die Unternehmens- oder Vertriebsleitung selbst dafür sorgen und einleuchtende Beweggründe entwickeln. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Geschäftsbeziehungen von Vertrauen und Fairness geprägt sind. Das ist die Basis dafür, Empfehlungsmarketing erfolgreich zu betreiben. Nicht vergessen: Alles sollte immer in einer Datenbank, die speziell für CRM entwickelt wurde, dokumentiert werden. So lässt sich später auch leichter die Erfolgsquote messen. Am besten wird vorher genau analysiert, wer ein potenzieller Empfehlungsgeber sein könnte. Das erhöht die Chancen, nur mit denen zu sprechen, die auch wirklich von der Arbeit und dem Unternehmen überzeugt sind. Und ganz wichtig: Am Ball bleiben. Wenn ein Kunde zum unpassenden Zeitpunkt angerufen wird oder dieser gerade keinen Bedarf hat, heißt das nicht, dass das für immer und ewig so ist. Also im Gespräch bleiben, zum Geburtstag gratulieren oder fragen, wie der Urlaub war. Wer so Nähe schafft, wird zukünftig kein Fremder mehr sein.

Argumente vorab entwickeln Empfehlungsmarketing ist keineswegs von Zufall oder Glück abhängig, sondern kann gezielt gesteuert werden. Unternehmen sollten sich nicht scheuen, zufriedene Kunden zu nutzen und das Thema offen anzusprechen. Daher sollten im Vorfeld gute Argumente entwickelt werden, die das Unternehmen und das Produkt in gutem Licht dastehen lassen. Dabei sollten auch die Mitarbeiter einbezogen werden. Zumindest aber sollte jeder im Unternehmen informiert und sensibilisiert für dieses Thema sein. Je größer das Unternehmen, desto nützlicher ein CRM-System. Und ganz wichtig: Bitte nicht entmutigen lassen. 

Onlinemarketing

– Anzeige –

„Der Markt der Zukunft!“ » Interview

Marcus Lang, Inhaber der Internetmarketing-Agentur IntelliRank über Möglichkeiten und Trends im Onlinemarketing. Löst Onlinemarketing klassische Werbeformen wie TV- oder Print ab? Onlinemarketing wird in den nächsten Jahren nicht die klassischen Werbeformate vom Markt verdrängen, jedoch eine immer wichtigere Rolle im Marketingmix einnehmen. Es hat den Vorteil, dass Erfolg messbar ist und die Einstiegskosten im Gegensatz zu TV- oder Printmarketing moderat sind. Warum sollten Unternehmen jetzt in das Onlinemarketing einsteigen? Weil es jetzt noch nicht zu spät ist, aber auch nicht früh genug sein kann. Für fast jedes Unternehmen mit eigener Webseite ist es von elementarer Bedeutung, in den Listungen der Suchmaschinen gefunden zu werden. 85 Prozent der Internetuser benutzen Suchmaschinen wie Google & Co, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Und genau das ist Ihre Chance. Wie kommt ein Unternehmen in den Suchmaschinen weit nach vorne? Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenmarketing (SEM) sind die Schlagworte. Mit SEO ergreift ein Unternehmen Maßnahmen, um mit den gewünschten Begriffen in den unbezahlten Listungen bei Google – also in der linken Spalte – auf die erste Seite zu gelangen. SEM zielt auf eine Platzierung des Unternehmens in der rechten Spalte der Suchmaschinen, den sogenannten Bezahleinträgen/Adwords, ab. Welche Ziele verfolgen Unternehmen damit? Primäres Ziel ist immer eine Steigerung der Zugriffe. Diese soll entweder den Verkauf steigern, mehr Anfragen zu den angebotenen Produkten und Dienstleitungen generieren oder einfach den Bekanntheitsgrad steigern und das Image des Unternehmens verbessern.  ■

Das Unternehmen:

Roy Sämerow Geschäftsführender Gesellschafter alle freiheit werbeagentur GmbH, Köln www.allefreiheit.de



IntelliRank bietet interessierten Unternehmen ein unverbindliches, persönliches Beratungsgespräch, um Ihre Ziele und Möglichkeiten einmal gemeinsam mit Ihnen zu erarbeiten. Rufen Sie uns unter 02233 610673 an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an marcus.lang@intellirank.de und vereinbaren Sie Ihren persönlichen Termin.

August · September 2010

| 33


Wirtschaftsstandort Rheinland

Metropole Rheinland positioniert sich

Rheinland2020

Europa ist die größte Volkswirtschaft der Welt, der größte Handelsplatz und die Nummer eins als Ziel direkter ausländischer Investitionen. Wo aber steht Deutschland und wo im Ranking das Rheinland?

I

mmer belächelt und immer nur mit Kölsch, Karneval und Klüngel in Verbindung gebracht, haben sich die Rheinländer im Hintergrund gut positioniert und langsam, aber stetig auf die Spitzenposition unter Deutschlands Vorzeigemetropolen vorgearbeitet: ◆ Mit über 6,7 Millionen Einwohnern stellt die Region die bevölkerungsreichste Metropolregion in Deutschland dar. ◆ Auch das Inlandsprodukt kann sich sehen lassen: Mit rund 213 Milliarden Euro nimmt es unter allen anderen Regionen in Deutschland klar den Spitzenplatz ein. ◆ Mit 11,6 Prozent Hochqualifizierten unter den Beschäftigten in einem Umfeld von rund 2,25 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten schlägt das Rheinland ebenfalls klar alle anderen Metropolregionen aus dem Feld. ◆ Nimmt man dann noch das verfügbare Einkommen hinzu: Mit 132,5 Milliarden Euro reicht keine andere Region an die Metropole heran. Es ist endgültig vorbei mit der Rheinischen Ehrgeizlosigkeit: Mit dem Strukturprogramm Regionale 2010 und einem Volumen von rund 400 Millionen Euro

34 |

August · September 2010

wurden in der Region wichtige Projekte umgesetzt, um Impulse für deren zukünftige Entwicklung zu geben. Im Vordergrund steht dabei nicht nur Neues zu wagen, sondern die Vielfalt des Vorhandenen in der Region für alle sichtbar, verfügbar, aber auch erlebbar zu machen. Aktuell läuft der Roll-out in mehr als 800 Projekten. Über 3.000 Mandatsträger und etwa 200.000 Unternehmen haben sich geeinigt, das nationale und internationale Standortmarketing deutlich zu intensivieren. Die verantwortlichen Partner aus Kommunen, Wirtschaft und den wichtigsten Multiplikatoren stehen bereit, nun auch im internationalen Umfeld in den direkten Wettbewerb mit spitzenpositionierten Metropolen einzusteigen.

Was bedeutet das für Investoren? Sie treffen auf eine Region, die nicht nur im Herzen Europas liegt, sondern die sich dieser Position auch bewusst ist. Die perfekte Lage macht sie zur nationalen und internationalen Drehscheibe für Wirtschaft, Handel und Gewerbe. Die Infrastruktur basiert auf der hervorragenden Verknüpfung aller wichtigen Verkehrswege – egal ob in der

Luft, auf dem Wasser oder konventionell über die Straße im größten Autobahnnetz Europas. Pulsierende Städte wie Köln, Bonn oder auch Leverkusen lösen sich ab mit landschaftlich reizvollen Gebieten, die eine Work-Life-Balance ermöglichen, die so kaum eine andere Region bietet. Stellt man zum Beispiel beim Erholungswert das Ruhrgebiet als große Nachbarregion im Vergleich dagegen, zeigt sich deutlich, dass entweder City oder Naherholung angesagt ist, aber eben nicht beides miteinander am gleichen Ort kombiniert werden kann, wie es im Rheinland möglich ist. Das wissen auch die Menschen zu schätzen, die in dieser Region leben und arbeiten. Neben der überaus interessanten Museumslandschaft existiert quer durch alle Städte und Kreise eine lebendige Musik- und Theaterszene. Viele Veranstaltungen, wie eine GamesCom oder ein Beethoven-Fest, sind zu Magneten für Besucher aus dem In- und Ausland geworden.

Neues Selbstbewusstsein der ­Region Und im Gegensatz zum Beispiel zur Metropole Berlin ist die Region nicht nur sexy, sondern hat auch noch eine gut funktionierende Wirtschaft und damit Geld. Und während in München um zehn Uhr abends auf hochgeklappten Bürgersteigen Menschen mit folkloristisch-historisch anmutenden


Wirtschaftsstandort Rheinland

Lederhosen den Weg von der Wies´n nach Hause suchen, gehen Rheinländer mit neuem Marken- und Trendsetter-Style los in die Nacht in eine pulsierende Partyszene. Ein funktionierender Generationenmix von jungen, bestens ausgebildeten Arbeitskräften und qualifizierten Managern prägt die Region. Universitäten und Fachhochschulen genießen internationale Reputation und geben der Wirtschaft mit frischen kreativen Köpfen über alle Branchen hinweg Schubkraft. Der traditionell stark diversifizierte Branchenmix in der Region steht dabei vor allem für die im europäischen Vergleich geringere Anfälligkeit für die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Ebenfalls macht es sich bezahlt, dass im internationalen Vergleich ein hoher Anteil von produzierendem Gewerbe die Wirtschaft prägt, während etwa Großbritannien aufgrund der großen wirtschaftlichen Abhängigkeit von seinem Finanzsektor deutlich stärker von der Krise betroffen war.

Ideale Kombination unterschied­licher Faktoren Die Vielfalt des Vorhandenen und das immense Potenzial für Neues waren und sind das Alleinstellungsmerkmal der Region. Nach allen bestätigten Prognosen bleiben die Bevölkerungszahlen in der Region daher bis zum Jahr 2025 konstant. Ein dichtes Netzwerk von Forschungs- und Bildungseinrichtungen sind der Grund dafür, dass viele der besten Arbeitgeber in der Metropolregion ansässig sind und die Ausbildungs- und Hochqualifiziertenquote überdurchschnittlich hoch ist. Viele Fachkräfte, die in der Region ausgebildet werden, bleiben in der Region, denn sie finden dort einen passenden Arbeitgeber und fühlen sich in dem gesellschaftlichen Umfeld wohl. Eine ideale Kombination unterschiedlicher Faktoren, die für Investoren eine ideale Voraussetzung bietet: starke Branchen, starke Arbeitnehmer, starke Lebensqualität. Ein dichtes Netz an Zulieferfirmen, exzellente Ausbildungschancen für Ingenieure und die über Jahre gewachsene Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Zulieferern sind weitere Grundpfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg der regionalen Automobilbranche. Ideale Bedingungen haben auch die ansässigen Chemieparks, die über eine optimale Infrastruktur und genügend



» Rheinland2020: Alle sitzen im gleichen Boot.

Alle haben den gleichen Ruderschlag. Alle kennen das Ziel. Das Rennen hat begonnen. «

Fachkräfte bis in das Jahr 2025 verfügen. Was vor 150 Jahren die Wiege des modernen Versicherungswesens war, ist heute einer der größten Versicherungsstandorte in Deutschland. Ebenso wichtig präsentiert sich die Forschungsarbeit in der Region, die aufgrund des hohen Anteils an Akademikern zu beachtlichen und überdurchschnittlich hohen Patentanmeldungen führt und zum Beispiel durch Fraunhofer-Institute und Forschungszentren begleitet wird. Sogar europaweit führend sind immer wieder auch die Einkaufsstraßen in der Region, die dadurch starken Umsatz generieren. Kaufkraft, die international, aber auch regional geprägt ist. In der Region liegt die Kaufkraft pro Einwohner deutlich über der des Bundesdurchschnitts. Und zusätzlich ist das Rheinland im Bereich Telekommunikation und Medien dabei, sich zum Topstandort zu mausern, was es im Bereich Logistik schon geschafft hat: Denn hier gehört das Rheinland zu den europaweit führenden Zentren.

die Aufgabe, Interessierten die vorhandenen Investitionsmöglichkeiten aufzuzeigen. Sie begleitet Unternehmen und versteht sich als Dienstleister und Kontaktstelle. Mit Focus auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden wird ein Gefühl für die jeweilige Situation eines interessierten Unternehmens geschaffen, auch im Kontext von Informationen rund um die Region, das Bundesland oder gar im internationalen Zusammenhang. Cologne Bonn Business stellt erste Kontakte zum Beispiel zu Netzwerken und Arbeitskreisen her. Als Standortmarketing-Gesellschaft der Region werden Unternehmen bei der Ansiedlung beraten und bei der Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren – wie den kommunalen Gebietskörperschaften, wichtigen Fördermittelgebern oder dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur – betreut. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern, Dienstleistern und Spezialisten aus der Region werden die Kompetenzen und das Knowhow in einem One-StopShop angeboten.  ■

Aktives Standortmarketing Welche Rolle übernimmt in diesem Zusammenhang dabei die Standortmarketing-Gesellschaft Cologne Bonn Business (CBB)? Sie bringt Investoren und die regionalen Partner zueinander. Als offizielle übergreifende Agentur für Wirtschafts- und Investitionsförderung in der Region übernimmt Cologne Bonn Business in enger Abstimmung mit den Wirtschaftsförderern

Dr. Sylvia Knecht Cologne Bonn Business Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH www.cologne-bonn-business.de

August · September 2010

| 35


Anzeige SZ-Druck


Wirtschaftsstandort Rheinland

Tourismus

„Mehr Zielgruppenorientierung“ » Interview Die Bonn Information hat seit Juni eine neue Leiterin: gmbhchef sprach mit Melanie Braicks über die Chancen des Bonn-Tourismus und die Schwerpunkte, die sie in ihrem neuen Wirkungskreis setzen will.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit in der Bonn Information? Die Bonn Information versteht sich als Service-Einrichtung für Touristen und Einheimische. Sieben Tage in der Woche informiert das Team über Sehenswürdigkeiten sowie Veranstaltungen und vermittelt Unterkünfte. Darüber hinaus arbeiten bei uns 50 Stadtführerinnen und Stadtführer. Wir bieten 19 verschiedene Touren an. Die Sicherstellung der betrieblichen Abläufe und die Abstimmung innerhalb der Stadtverwaltung zählen dabei zu meinen Kernaufgaben. Ebenso wichtig ist es für mich, den Kontakt nach „außen“ zu pflegen und sich um die strategische Ausrichtung der Bonn Information zu kümmern. Die Begleitung überregionaler Projekte sowie zahlreiche Termine und Gespräche mit Vertretern der Bonner Hotellerie, dem Einzelhandel oder anderen touristischen Verbänden und Einrichtungen sind ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Der Tourismus in Bonn wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Wo sehen Sie weiteres Entwicklungspotenzial? Der ökonomische Stellenwert ist in der Tat enorm. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass die Ausgabenhöhe im Übernachtungstourismus pro Tag und Person in Bonn und Re-



gion bei rund 157 Euro und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. Der Tourismus war dabei auch in Krisenzeiten ein stabiles Rückgrat unserer Wirtschaft. Perspektivisch gilt es, die Zielgruppenorientierung der einzelnen Angebote zu verbessern und dabei auch Ansätze für bislang weniger beachtete Marktsegmente zu entwickeln, wie den Aktiv-Tourismus. Bonn kann hier seine Einbettung in eine wunderschöne Naturlandschaft und seine Funktion als Tor zum „Romantischen Rheintal“ nutzen. Einen wichtigen Ansatz sehe ich auch in der Empfehlung der Hotelbedarfsanalyse aus 2009, eine gebündelte und intensivierte Vermarktung des Übernachtungsangebots in Bonn sicherzustellen. ■ Mehr zum Thema Bonn-Tourismus finden Sie auf www.gmbhchef.de

GEMEINDE GRAFSCHAFT INNOVATIONSPARK RHEINLAND

Als Berlinerin und nach Jahren in Westfalen – was ist für Sie in Bonn aus touristischer Sicht am reizvollsten? Ob Tagesausflug, Wochenendtrip, Shopping-, Kultur- oder Geschäftsreise – Bonn ist immer ein lohnenswertes Ziel. Die historische Innenstadt besticht insbesondere mit barocken Gebäuden aus der Kurfürstenzeit, dem Münster St. Martin und dem Geburtshaus von Ludwig van Beethoven. Eine herausragende Museumslandschaft unterstreicht den Ruf als Kulturstadt mit Premium-Qualität. Ein Muss ist sicherlich das Bundesviertel, das ehemalige Regierungsviertel der „Bonner Republik“. Großveranstaltungen wie „Rhein in Flammen“, das „Museumsmeilenfest“, das „Beethovenfest“ und der große Weihnachtsmarkt runden das Angebot ab.

Ahrtalstraße 5 · 53501 Grafschaft-Ringen Telefon (02641) 8007-90 Ihr E-Mail: info@gemeinde-grafschaft.de Wohnund www.gemeinde-grafschaft.de Wirtschaftsstandort www.innovationspark-rheinland.de im Herzen www.gewerbepark-gelsdorf.de

IHRE VORTEILE

Europas

✔ die großen europäischen Märkte vor der Tür ✔ niedrige lokale Steuersätze ✔ äußerst günstige Grundstückskonditionen ✔ direkter Autobahnanschluss ✔ attraktives Wohn- und Freizeitumfeld

August · September 2010

| 37


Wirtschaftsstandort Rheinland

Standort Spich

Klettern nach Maß Für fünf Millionen Euro entsteht im Gewerbegebiet Junkersring eine moderne Kletterhalle mit einem Restaurant vis-a-vis. in 14 Meter Höhe kann dann maximal geklettert werden, die längste Route geht über 18 Meter am Stück.

Hochseilgarten geplant

Vorfreude bei der Grundsteinlegung: Kent Hahne, Klaus-Werner Jablonski, Georg Gerstenberg und Nico Ludwig, Udo Hänold, Markus Eich (v.l.n.r.)

M

it sportlichen Highlights ist der Airport Gewerbepark Junkersring in Troisdorf Spich bereits wahrlich gut bestückt: Eine Bowlingarena ist dort ebenso zuhause wie ein Golfplatz und eine Hallenfußballanlage. Bis Herbst soll auf einem rund 6.000 Quadratmeter großen Baugrundstück noch eine weitere Attraktion folgen. Kent Hahne, Geschäftsführer von Apeiron, einem Unternehmen aus München, das sich auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen aus den Bereichen „Restaurant“, „Retail“ und „Freizeit“ konzentriert, investiert rund fünf Millionen in den Bau einer Kletterhalle. Die soll einzigartig in der Region sein, sagen die Verantwortlichen. Hahne und Eich haben einiges vor auf dem neuen Areal, das am Eingang des Spicher Gewerbegebiets liegt. Vor allem die geplante Kletterhalle, die Georg Gerstenberg und Nico Ludwig betreiben werden, könnte sich zu einem Besuchermagneten entwickeln. Gerstenberg und Ludwig, die

38 |

August · September 2010

selbst seit zehn Jahren aktive Kletterer sind, wollen sich am Junkersring auf 2.462 Quadratmetern eine Kletterhalle nach Maß und eigenen Vorstellungen bauen, wie sie in der Region ihrer Ansicht nach einmalig ist.

Modernste Kletterkonstruktionen Zwar gibt es bereits vergleichbare Angebote etwa in Köln, so sagen Gerstenberg und Ludwig. Doch das Problem ist aus ihrer Sicht: Diese Hallen sind oft schon in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Auch sind viele Hallen nur zum Klettern umfunktioniert worden, waren zuvor beispielsweise als Tennishalle genutzt worden. In der neuen Halle am Junkersring, die bis Oktober stehen soll, setzten die Betreiber dagegen von Anfang an auf das Klettern. Eine offene Fläche mit viel Licht und modernsten Kletterkonstruktionen soll in der etwa 1.400 Quadratmeter großen Halle entstehen. Auf einer 1.800 Quadratmeter großen Kletterfläche werden sich dann Gäste jedes Leistungsvermögens austoben können. Bis

Die Betreiber versprechen die Fertigstellung von insgesamt 320 Routen bis zur Eröffnung sowie 80 Seile, die dann hängen. Damit nicht genug der Abwechslung. Gerstenberg will die Routen auch in regelmäßigen Abständen verändern. Dabei hilft ihm der in der Szene bekannte Fachmann Tobias Reichert. Auch für fachliche Anleitung beim Klettern ist gesorgt. Je nach Bedarf sollen 15 Trainer zur Verfügung stehen. Insgesamt planen die Existenzgründer Gerstenberg und Reichert ihren Betrieb mit sechs festen Arbeitsplätzen sowie Aushilfskräften. Ein weiteres Highlight haben die beiden dann im kommenden Jahr vor: Dann soll auf der Außenfläche der Kletterhalle noch ein Hochseilgarten entstehen. Damit bei Klettergästen auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, wollen die Investoren zudem einen besonderen gastronomischen Service anbieten. Unter dem Namen „L´Osteria wird ein Restaurant auf über 3.500 Quadratmetern unmittelbar neben der Kletterhalle entstehen. Speisen wie beim „Italiener um die Ecke“, erklärt Investor Hahne das Konzept. Familien sollen zu erschwinglichen Preisen Pasta und Pizza in italienischer Atmosphäre erleben können. Und dank der offenen Bauweise so, dass man den Köchen sogar über die Schultern schauen kann. Für Troisdorfs Wirtschaftsförderer Jürgen Sturm ist die Neuansiedlung in dem prosperierenden Gewerbegebiet überaus erfreulich, zumal die Betreiber von L`Osteria die Schaffung von weiteren 60 Arbeitsplätzen planen. Derzeit haben laut Sturm bereits 28 Unternehmen ihren Sitz in dem Gewerbegebiet, die rund 550 Mitarbeiter beschäftigen.  ■


Wirtschaftsstandort Rheinland

Bonn

Freie Flächen

Gewerbepark Bornheim-Süd: Entscheidung Zukunft!

Rund 12,5 Hektar freie städtische Gewerbefläche kann die Stadt Bonn aktuell anbieten.



Bornheim – idealer Wirtschaftsstandort am Rhein Zentrale Lage: Der Gewerbepark Bornheim-Süd liegt in Mitten der Wachstumsregion Köln-Bonn. Über den direkten Anschluss an die A 555 erreichen Sie beide Großstädte in kürzester Zeit. Reizvoller Standort: Bornheim verbindet landschaftlich attraktive Umgebung und modernes Umfeld. Wir bieten voll erschlossene Gewerbeflächen in Ihrer Wunschgröße – zu günstigen Preisen. Wir sind Ihr Partner: Unsere individuelle Beratung geht über den Vertragsabschluss hinaus. Wir stehen Ihnen auch bei der Realisierung Ihres Vorhabens hilfreich zur Seite. Rufen Sie uns an! Wir geben gerne Auskunft.

: WFG BORNHEIM

Wirtschaftsförderungs – und Entwicklungsgesellschaft mbH Bornheim Rathausstraße 2 · 53332 Bornheim Telefon: 02222/945-223 E-Mail: strauss@wfg-bornheim.de

www.wfg-bornheim.de Für Anzeigen im gmbhchef: 2% Skonto bei Zahlung per Bankeinzug. Geben Sie bitte Ihre Bankverbindung bei Auftragserteilung an. Rufen Sie uns an! Tel: 0228 95124-32; Fax: 0228 95124-90

August · September 2010

www.gmbhchef.de

D

en meisten Platz bietet der Gewerbepark Bonn-West, wo noch 86.029 Quadratmeter der insgesamt rund 15 Hektar Baufläche zur Verfügung stehen. Je nach Aufteilung entspricht das bis zu 29 Grundstücken. Die Lage im Bonner Nordwesten an der Grenze zur Gemeinde Alfter bietet eine sehr gute Anbindung an die Autobahnanschlussstelle Bornheim und den Verteilerkreis Bonn. Im Gewerbepark Schlesienstraße, der an den komplett vermarkteten Gewerbepark Buschdorf angrenzt, können noch rund 15.000 Quadratmeter Mischgebietsflächen vermarktet werden, was rund drei Grundstücken entspricht. Vergleichbar viele Flächen bietet auch das Gewerbegebiet Justus-von-Liebig-Straße in Dransdorf mit 14.900 Quadratmetern. Im Gewerbegebiet Holzlar in Beuel stehen derzeit noch 6.000 Quadratmetern zur Verfügung, insgesamt bietet das Areal 1,7 Hektar. Der Autobahnanschluss Pützchen liegt in unmittelbarer Nähe. Ebenso verkehrsgünstig liegt das Gewerbegebiet Geislar an der L 16 und der Autobahnanschlussstelle Bonn-Beuel Nord. Das Gewerbegebiet ist insgesamt einen Hektar groß. Es stehen noch Grundstücke mit der Ausweisung Gewerbegebiet und Mischgebiet in einer Größenordnung von insgesamt 2.700 Quadratmetern zur Verfügung. Neben der Vermittlung eigener städtischer Flächen gehört zu den Aufgaben der Wirtschaftsförderung zudem in Zusammenarbeit mit der Stadtplanung die Weiterentwicklung stillgelegter Industrie- und Gewerbeflächen. „Derzeit ist viel Bewegung in den historisch gewachsenen Gewerbegebieten zu beobachten“, so Petra Schliebach von der Bonner Wirtschaftsförderung. ■

| 39


Wirtschaft vor Ort

Neues Einkaufszentrum in Bornheim

Umstrittene Pläne

Die Düsseldorfer Immobilien Treuhand möchte an der Bonner Straße 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche bauen. Die Politik spricht sich inzwischen für ein kleineres Areal aus. Zudem belaste der zusätzliche Verkehr durch das Einkaufszentrum die Bonner Straße und das Bornheimer Zentrum extrem, meint der Vorsitzende des Gewerbevereins. Er will ferner jede Menge Widerstand in der Bornheimer Bevölkerung ausgemacht haben. Solitäre Standorte, wie beispielsweise ein Sportgeschäft, das in Bornheim in der Tat fehle, kann er sich dagegen gut vorstellen.

400 neue Arbeitsplätze

Noch ist unklar, wie das Gelände um den Toom-Markt in ein Einkaufszentrum umgebaut werden soll.

N

eue Einkaufszentren boomen in der Region Bonn/RheinSieg. Nachdem im rechtsrheinischen Kreis bereits neue Shoppingmalls auf den Weg gebracht sind, liegen nun auch in einer linksrheinischen Kommune Pläne auf dem Tisch: Im Bornheimer Ortsteil Roisdorf wird über die Ansiedlung eines Einkaufszentrums diskutiert. Strittig ist vor allem, wie groß das Objekt werden soll. Seit geraumer Zeit ist das Projekt schon im Gespräch – Ende 2009 wurde es konkret. Zunächst hatte die Düsseldorfer Immobilien Treuhand GmbH & Co. KG (ITG) die Fraktionsvorsitzenden und den Vorstand des Gewerbevereins Bornheim informiert, anschließend den Ausschuss für Verkehr, Planung und Liegenschaften. Neben dem Toom-Markt an der Bonner Straße könnte bereits 2012 ein bis zu 20.000 Quadratmeter großer Einkaufstempel öffnen, mit

40 |

August · September 2010

Platz für einen Elektromarkt sowie Schuh-, Sport-, Lebensmittel- und Bekleidungsgeschäfte. Das Roisdorfer Einkaufszentrum soll Magnet für die ganze Region werden, kündigte Projektentwickler Helmut Berends beim Informationsgespräch an.

Bornheimer Gewerbeverein sagt „Nein“ Gerade diese Perspektive bereitet Bornheimer Geschäftsleuten Kopfschmerzen. Zu den schärfsten Widersachern gehört der Bornheimer Gewerbevereins-Vorsitzende Norbert Nettekoven: „Ein Einkaufszentrum in dieser Größenordnung ist für Bornheim nicht notwendig und auch nicht mit den bereits seit langem gefassten Beschlüssen für das integrierte Handlungskonzept Königstraße vereinbar.“ Komme das Projekt wie geplant, sei die ganze Einzelhandelsstruktur in Bornheim-Ort, Roisdorf und Hersel gefährdet.

Ganz anders beurteilt Nettekovens Kollege Harald Stadler das Projekt. Der Roisdorfer Ortsvorsteher und Gewerbevereins-Vorsitzende würde den Bau des Einkaufszentrums begrüßen, weil damit 400 neue Arbeitsplätze entstünden. Zudem zählt Stadler zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt Bornheim zu den Pluspunkten. Ebenso eine ansprechende Gestaltung des Areals am Toom-Markt. Mit Interesse verfolgen die Nachbarkommunen die Diskussionen. „Wir werden das Verfahren im Rahmen der B-Planaufstellung in Bornheim sehr genau begleiten und darauf achten, dass keine nennenswerten Kaufkraftabflüsse für Wesseling zu befürchten sind“, stellte Peter Adolf, Pressesprecher der Stadt Wesseling, klar. Ähnliches sagt auch Brühls Stadtsprecher Martin Pazdersky: „Wir haben uns noch keine abschließende Meinung gebildet.“ Da die Stadt Brühl aber ebenfalls zu den weiteren Planungen gehört, werde man sich in das Verfahren einbringen.

Mehr Verkehr erwartet Entscheidend dürften zwei Gutachten werden, welche die Politik als Entscheidungsgrundlage berücksichtigen will. Das eine befasst sich mit dem Verkehrsaufkommen, das andere untersucht die Auswirkungen des Einkaufszentrums auf die bestehenden


Wirtschaft vor Ort

Entwicklung des Geländes am Toom-Markt fest. „Wir halten es zum jetzigen Zeitpunkt für die sinnvollste Lösung, das Gelände durch einen Investor zu einem Einkaufszentrum von rund 15.000 Quadratmetern entwickeln zu lassen, der auch bereit ist, in die Verkehrsführung zu investieren,“ erklärte die planungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ute Kleinekathöfer. Am Zuge ist jetzt der Investor ITG, sagt Bornheims Technischer Beigeordneter Manfred Schier. Die neuen ökonomischen Eckdaten müsse jetzt ITG liefern, da diese ja bislang mit 20.000 Quadratmetern geplant hatten. „Die müssen wissen, ob sie eine geringere Investition überhaupt noch wollen.“ Grundlage dafür sind aus Schiers Sicht auch Verhandlungen mit dem Eigentümer des Geländes über die Grundstückspreise. Erst wenn diese grundsätzlichen Dinge geklärt seien, sei es sinnvoll, über Branchenmix und Sortimente in dem geplanten Einkaufszentrum nachzudenken, so Beigeordneter Schier. ■

zuleiten, der auch das Gelände am ToomMarkt in Roisdorf umfasst. Trotzdem will CDU-Fraktionschef Hans-Dieter Wirtz das keineswegs als Freifahrtschein verstanden wissen – zum Bau des Einkaufszentrums wie von den Investoren geplant. Stattdessen rät der CDU-Mann zu einem sensiblen Umgang mit dem Gelände. Wegen der Befürchtungen in der Bevölkerung, dass die Verkehrszunahme einen negativen Einfluss auf die Geschäfte an der Königstraße haben könnte, hält die CDU selbst die Alternative mit 15.000 Quadratmetern inzwischen für fragwürdig. Außerdem stellt man sich die Frage, welche Geschäfte in das Einkaufszentrum einziehen werden. Fraktionschef Wirtz hofft auf ein ergänzendes Branchenangebot, etwa an die Ansiedlung eines Elektrodiscounters. FDP-Parteichef Jörn Freynick sagt es klipp und klar: Mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche machen keinen Sinn. „Die große Lösung ist gestorben“, erklärte auch Michael Pacyna von den Grünen im Verkehrs- und Planungsausschuss. Dagegen hält die SPD-Fraktion weiterhin an der

Wie wird das Einkaufszentrum bestückt?

K

SL S E

ER DRUC K

+ IEN

Wi r

ED

sin

M

d

Zwar hatte der Planungsausschuss beschlossen, den Bebauungsplan „Ro 17“ ein-

w

tun

?

Und kö

a

s

i S ür nnen f r i w

e

Geschäfte. Die Kritik im Vorfeld scheint bereits gefruchtet zu haben, denn Ende April beschloss der Bornheimer Planungsausschuss eine Verkleinerung der Fläche von 20.000 auf 15.000 Quadratmeter. Grundlage dafür war das Verkehrsgutachten, das die Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensabwicklung aus Aachen den Ausschussmitgliedern vorgestellt hatte. Je nach Planungsvariante rechnen die Verkehrsexperten mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Laut Gutachten würden bei einer Variante mit 20.000 Quadratmetern etwa 10.800 Fahrzeug-Bewegungen pro Tag entstehen, abzüglich der 2.400 Bewegungen, die ohnehin in Richtung des bestehenden Toom-Markt vorhanden sind – ergibt unterm Strich de facto zusätzliche 8.400 Bewegungen pro Tag. Bei der 15.000-Quadratmeter-Lösung wären es letztendlich 5.200 Fahrten pro Tag.

Michael-Schäffer-Str. 1 · 86399 Bobingen · www.kesslerdruck.de · Telefon: 0 82 34/96 19 - 0



August · September 2010

| 41


Wirtschaft vor Ort

Nachwuchs

Ein Tag im Chefsessel Die Niederkasseler Firma Andres beteiligte sich an der Initiative des Bundes Junger Unternehmer zur Berufsvorbereitung und -orientierung.

D

er Chef eines Unternehmens fährt einen Sportwagen, raucht dicke Zigarren, liest viel Zeitung, spielt in der Mittagspause eine Runde Golf und delegiert vor allem Aufgaben an die Mitarbeiter. So oder so ähnlich stellen sich viele Jugendliche das Tagewerk eines Geschäftsführers vor. Mit Klischees vom Unternehmertum beim Nachwuchs von morgen aufzuräumen, das ist das Ziel einer Initiative des Bundes Junger Unternehmer BJU. Auch der Niederkasseler Unternehmer Klaus Andres beteiligte sich zum wiederholten Mal an der Aktion „Schüler im Chefsessel – Unternehmer für einen Tag“, einem Bildungsprojekt des BJU. Einen Tag lang ließ Andres, der sich im Ortsteil Rheidt ein florierendes Unternehmen mit 90 Mitarbeitern aufgebaut hat, eine Schülerin auf seinem Sessel Platz nehmen. Seine Firma ist auf die Entwicklung und Fertigung von Warenpräsentationen wie auch auf Verkaufs- und Beratungsmöbel spezialisiert.

Quote der Selbstständigen soll gestärkt werden 1980 hatte der BJU, der die Rahmenbedingungen für junge Unternehmer vom Existenzgründer bis zum Unternehmensnachfolger verbessern will, die Aktion „Schüler im Chefsessel“ ins Leben gerufen. Ziel ist es laut BJU, „Jugendlichen ein lebendiges Bild des ganz normalen Unternehmers und seines Firmenalltags zu vermitteln“. Das Problem ist aus Sicht des Verbands: Mit einer Selbstständigenrate von 10,4 Prozent liegt Deutschland deutlich unter dem EUDurchschnitt. Der beträgt knapp 13 Prozent. Eine Ursache ist für den BJU, „dass deutsche Schüler nicht lernen, Unternehmer zu werden“. In Schulen wird das Thema Unternehmertum meist genauso ver-

42 |

August · September 2010

Hat Geschmack an der Sache gefunden: Clara Zech im Chefsessel.

nachlässigt wie die Vermittlung allgemeiner wirtschaftlicher Zusammenhänge. Mit gravierenden Folgen: Viel zu wenige Schüler und Studenten entwickeln den Wunsch, später ein Unternehmen zu gründen. Die Initiative „Schüler im Chefsessel“ soll da eine Brücke zwischen Schule und Wirtschaft bauen.

Generalistisches Denken und Teamfähigkeit gefordert Über diese Brücke will die 16 Jahre alte Clara Zech, die Schülerin am Kölner Schiller-Gymnasium ist, in diesem Jahr gerne gehen. Für einen Tag durfte sie im Chefsessel der Niederkasseler Firma von Klaus Andres sitzen. Einblicke verschaffte ihr der Tag reichlich. Ob bei Verhandlungen mit Vertretern, Gesprächen mit firmeneigenen Designern, beim Rundgang durch die Maschinenhalle oder bei der Optimierung einer Verpackung in der Versandabteilung: Clara Zech erlebte hautnah mit, dass ein Chef viele Talente haben muss, von einem generalistischen Denken über Teamfähigkeit und analytischem Denkvermögen bis hin zu viel Beharrlichkeit, die eigenen Ideen auch umzusetzen.

Um das Unternehmertum kennen zu lernen, ist Clara Zech bei Klaus Andres an der richtigen Adresse. Der Mann ist ein Unternehmer par excellence. Gegründet wurde die Firma am 1. Oktober 1979. Seitdem hat sie sich laut Andres zu einem „führenden Produzenten auf dem deutschen Displaymarkt“ gemausert. Seit 1992 ist das Unternehmen in Niederkassel-Rheidt zuhause, wo der gesamte Produktionsprozess abgewickelt wird – von der Administration über das Design bis zum Marketing und der Produktion. Andres ist überzeugter Anhänger der BJU-Initiative, weil er glaubt, „dass beide Seiten voneinander lernen können“. Auf der einen Seite hätten Unternehmen die Möglichkeit, frühzeitig geeigneten Nachwuchs zu begeistern. Aber auch die Schüler profitierten. Wer sich frühzeitig orientiert, muss sich später nicht dauernd nach einem neuen Beruf umsehen, weiß der Firmenchef aus eigener Erfahrung. Viele versuchten sich in zu vielen Berufen, ohne aber letztendlich in einem Metier richtig Fuß zu fassen. Clara Zech hat ihr Dasein als Chefin auf jeden Fall Spaß gemacht – und etwas gebracht: Jeden Tag so wie Klaus Andres zu gestalten, „kann ich mir gut vorstellen“. ■


Wirtschaft vor Ort

13. Bonner Wirtschaftsgespräche Netzwerken unterm Zeltdach

Wirtschaftstreffen auf dem Museumsplatz

Zum Netzwerken hatten Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und die Bonner Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe zu den 13. Bonner Wirtschaftsgesprächen auf den Museumsplatz eingeladen. 1.000 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung nutzten am 1. Juli die Gelegenheit, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. In diesem Jahr lautete das Motto Starke Wirtschaft – Starkes Bonn. Nach vielen Jahren im Hof des Alten Rathauses fand die Veranstaltung nun zum zweiten Mal auf dem Museumsplatz statt.

Seit 1982 die Adresse für qualifizierte Fach- und Führungskräfte im kaufmännischen- und IT-Bereich.

„Bonn ist in der glücklichen Lage, dass sowohl DAX-notierte Großkonzerne aus unterschiedlichen Branchen und Technologiebereichen hier ihren Sitz haben wie auch die mehr als 15.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen, die die Wirtschaftsstruktur der Stadt auszeichnen“, so Jürgen Nimptsch.  ■

Interne Kommunikation Klare Botschaften Wie gelingt es mittelständischen Unternehmern, ihre Ziele klar und nachhaltig an ihre Beschäftigten zu kommunizieren? Diese Kernfragen der Unternehmensführung standen im Mittelpunkt der BonnSoir Abendveranstaltung „So weit die Worte tragen“ am 15. Juni 2010. Grundlagen der Kommunikation stellte Ulrich Götzen, Kommunikationstrainer und Begleiter des Abends, den über 250 anwesenden Gästen, die trotz FußballWeltmeisterschaft und sonnigem Wetter den Weg in den Post-Tower gefunden hatten, vor. Seine Kernbotschaft: Worte werden im Gehirn in chemische Substanzen und dann in Bilder und Gefühle übersetzt. Sollen mehrere Personen ein gemeinsames Ziel erreichen, müsse die Führungskraft dafür Sorge tragen, dass alle Beteiligten das gleiche Bild, die gleiche Vorstellung haben. Der Überraschungsgast des Abends, Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann, gab den Gästen Tipps und Anregungen

aus sportlicher Sicht mit auf den Weg: Um ehrgeizige Ziele zu kommunizieren und zu erreichen brauche es klare Visionen, hohe fachliche, inhaltliche und menschliche Kompetenz, Kontinuität der Personen und Inhalte sowie eine starke Führung. Bei allen Unterschieden zwischen Sport und Unternehmen, sei die Gemeinsamkeit der Mensch, den es zu erreichen gilt. Und hier sei jeder Verantwortliche in der gleichen Verpflichtung: „Man muss mit dem Herzen dabei sein. Es zählt das, was man tut, nicht nur das, was man sagt“, ist sein Rezept um wichtige Botschaften eines Entscheiders für die Betroffenen spürbar zu machen. Norbert Minwegen, Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher der Sparkasse KölnBonn, gab zahlreiche Praxistipps, wie die interne Kommunikation auch in größeren Unternehmen persönlich und verbindlich gestaltet werden kann. „Man muss als Verantwortlicher aktiv, offen und vor allem vertrauensvoll die Nähe suchen, wenn man mit Mitarbeitern gut zusammenarbeiten will – ihnen im Notfall auch an oder auf den Füßen stehen“, so Minwegen. Ein anonymisiertes Verfahren für Fragen der über 5.000 Mitarbeiter an die Geschäftsführung, interne Redakteure, die den direkten Kontakt zu den Beschäftigten suchen und sie mit allen wichtigen Informationen versorgen, aber auch der tägliche Kontakt zu seinen direkten Mitarbeitern sichern ihm eine offene, transparente Kommunikation. ■

DIE SÄULEN UNSERES ERFOLGES Personalvermittlung Zeitarbeit Outsourcing On-Site-Management KONTAKT Bonn: 0228 / 63 10 17 Köln: 0221 / 92 00 10 bonn@rps-raichle.de www.rps-raichle.de Podiumsgäste und Vorstand BonnSoir im Post-Tower Bonn v.l.n.r.: Stephan Schwan, R. Andreas Domschke, Michael Brix (Vorstand BonnSoir), Norbert Minwegen (Leiter Unternehmenskommunikation Sparkasse KölnBonn), Ulrich Götzen (Kommunikationstrainer), Frank Hinckelmann (Deutsche Post AG), Dirk Bauermann (Basketball-Bundestrainer)

44 |

August · September 2010


ver

los

Wirtschaft vor Ort

Zenergy Power Weiterer Umweltpreis

Die Rheinbacher Firma Zenergy Power GmbH und ihre Kooperationspartnerin Bültmann GmbH bekommen einen weiteren Preis in Sachen Umwelt. Nachdem die beiden Unternehmen bereits im Februar 2010 den Innovationspreis Klima und Umwelt des Bundesumweltministers und des Bundesverbands der deutschen Industrie erhalten hatten, sicherte sich die auf Supraleiter-Technologie spezialisierte Zenergy Power mit der Bültmann GmbH auch den Europäischen Umweltpreis 2010. Mit diesem Anfang Juni in Brüssel verliehenen Preis zeichnet die Europäische Kommission alle zwei Jahre herausragende Leistungen bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit aus. Die Technologie, die von den Kooperationspartnern gemeinsam auf den Markt gebracht wurde, führt laut Zenergy Power zu hohen Energieeinsparungen in der Aluminiumverarbeitung. Insgesamt hatten sich 141 Unternehmen aus 24 EU-Mitgliedsund Kandidatenländern um die Europäischen Umweltpreise beworben, die in vier Kategorien vergeben werden. ■

Flughafen Köln/Bonn Krisenjahr glimpflich überstanden Wie für viele Branchen war für den internationalen Luftverkehr das vergangene Jahr eines der schlimmsten seit Jahren. Getroffen hatten die Auswirkungen der Wirtschaftsund Finanzkrise auch den Flughafen Köln/ Bonn. Trotzdem sei man im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem blauen Auge davongekommen, so lautet das Fazit von Flughafen-Geschäftsführer Michael Garvens anlässlich der Präsentation der Geschäftsergebnisse für 2009. Insgesamt zählte der Flughafen rund 9,7 Millionen Passagiere. Das entspricht einem Rückgang von 5,8 Prozent im Vergleich

zum Jahr 2008. Beim Frachtumschlag lag Köln/Bonn mit 562.000 Tonnen um 5,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Konjunkturbedingt gingen die Umsatzerlöse um 3,2 Prozent auf 254,6 Millionen Euro zurück. Der Jahresfehlbetrag lag bei 4,8 Millionen Euro. Das operative Geschäftsergebnis stieg um 13,1 Prozent auf 53,2 Millionen Euro. „Trotz der widrigen Rahmenbedingungen verlief das Jahr 2009 für den Köln Bonn Airport relativ glimpflich“, stellte Geschäftsführer Garvens fest: „In früheren Krisenzeiten hat der Airport deutlich stärker gelitten. Es hat sich gezeigt, dass unser breit gefächertes Geschäftsmodell überaus krisenfest ist und unser früh eingeleitetes Sparprogramm sehr effizient war“, sagt Michael Garvens. Für das Jahr 2010 peile der Flughafen „eine schwarze Null“ an. ■

t2

Fre

ika

rte

n

Johann König – Das aktuelle Soloprogramm

Total Bock auf Remmi Demmi Herr König schießt den Vogel ab!

Arbeitsagentur Bonner Ausschuss vor Ort Einen nicht alltäglichen Ort wählte der Ausschuss für Wirtschaft und Arbeitsförderung des Bonner Stadtrates für eine öffentliche Sitzung: Er traf sich am 9.Juni mit dem Ausschussvorsitzenden Guido Déus an der Spitze in der Arbeitsagentur an der Villemombler Straße. „Wir wollen den Kontakt mit den Akteuren des wirtschaftlichen Geschehens in Bonn vertiefen und den Erfahrungsaustausch beschleunigen“, begründet Déus diesen außergewöhnlichen Besuch. In Bonn gab es Ende Mai 10.706 Arbeitslose, zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Agenturchefin schilderte die Integrationsanstrengungen und informierte über die Qualifizierungsangebote der Arbeitsagentur. Mit großem Interesse folgte der Ausschuss der Einladung zur Besichtigung des Berufsinformationszentrums (BiZ). Das Berufsinformationszentrum bietet Jugendlichen und Erwachsenen, die vor der Berufswahl stehen, reichhaltige Informationen über Berufe und Qualifizierungsmöglichkeiten. Auch das Internet kann kostenlos zur Suche von Informationen oder von freien Arbeitsund Ausbildungsstellen genutzt werden. ■

www.gmbhchef.de Das Portal für Geschäftsführer

Die Stimme ist sein Markenzeichen: Johann König, selbst ernannter Evententertainer im Premiumbereich, hat sich schick gemacht und ist endlich wieder mit brandneuem Programm auf Tour. Wer ihn kennt, weiß, was kommt: Mit der Eleganz eines Igels betritt er die Bühne, putzig und keck steht er da, liest und singt, reimt und rappt, macht und tut, und zu seiner eigenen Verwunderung ist das Publikum vollkommen entzückt von seiner merkwürdigen Art. Einer Art präsenter Entrücktheit, einer fast greifbaren Abwesenheit, die sehr wohl die Laune der Anwesenden in ungeahnte Höhen schnellen lässt. Doch die Unschuldigkeit seiner Komik ist nur auf den ersten Blick eine Unschuldigkeit: Denn bei all seinem Tun drückt er fast unbemerkt kleine fiese Stachel ins weiche Fleisch der amüsierwilligen Masse. Daher auch sein viel zitierter Spitzname: „Witzeschmied mit Seitenhieb“. Was wir erleben werden: Es geht um blinde Tauben und mutige Feigen, um Ritalingetränkte Kinder, die heimlich ihre Eltern oder Lehrer mit dem Handy aufnehmen, und sie dann damit mittels Youtube erpressen. Es geht um den unerbittlichen Druck im Showgeschäft: Darum, was es heißt, Tag für Tag einen Brüller nach dem anderen raushauen zu müssen.

Verlosung Gmbhchef verlost 2 Freikarten für: Johann König – der Poet unter den Komikern: Am 15.9. um 20 Uhr im Brückenforum Senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Johann König“ und Ihren Kontaktdaten an: verlosung@gmbhchef.de Weitere Infos und Termine unter www.johannkoenig.com


Wirtschaft vor Ort

Firmenlauf Bonn

gmbhchef läuft mit Zusammen mit den Kollegen, ob Chef oder Azubi, laufen, feiern und Spaß haben. Ohne Wettkampfstress in entspannter Atmosphäre gemeinsam auf die Laufstrecke gehen: Das ist die Idee des Firmenlaufs Bonn. Bereits zum vierten Mal findet das Teamevent am 16. September 2010 in der Rheinaue statt. Mitmachen können Firmen, Verbände und Behörden jeder Größe. Das Wirtschaftsmagazin gmbhchef läuft mit und hat für die erfolgreichste GmbH in jeder Größenklasse einen Sonderpreis gestiftet.

D

er Zusammenhang von Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg ist oft beschrieben worden. Dabei gilt die Motivation der Mitarbeiter heute als eines der wichtigsten Kriterien für den Erfolg. „Das Motto des Firmenlaufs Bonn heißt „Miteinander – Füreinander“, erklärt Veranstalter Burkhard Weis: „Denn wir wollen das Wir-Gefühl in den Unternehmen stärken. Erfolgreiche Unternehmen brauchen fitte Mitarbeiter und dazu gehören neben körperlicher Fitness vor allem Motivation und gute Teamarbeit.“ Beim Firmenlauf Bonn geht es daher nicht um

die Schnellsten, sondern um die motiviertesten und die kreativsten Teams, kurz: um den gemeinsamen Erfolg.

Mit Samba, Olympiasiegern und guter Laune laufen und feiern Nach über 4.500 Läufern 2009 werden zum 4. Firmenlauf Bonn über 5.000 Teilnehmer erwartet. Unter der Schirmherrschaft von Bonns Oberbürgermeister Nimptsch werden sich die Teilnehmer nach einem WarmUp durch Frank Karge laufend, walkend oder nordic walkend auf die rund sechs Kilometer lange Strecke durch die Rheinaue machen. Heiße Sambarhythmen begleiten

die Läufer bis ins Ziel. Die gesamte Strecke ist übrigens barrierefrei. Auch Laufanfänger brauchen keine Sorge zu haben, die Strecke ist fast ohne Steigungen und bei Kilometer 3,5 gibt es die erste Verpflegungsstelle. Bei der After-Run-Party mit Musik und Siegerehrung wird der gemeinsame Erfolg dann gefeiert. Teams können beim Veranstalter auch Pavillons und Zelte mieten, um so das eigene Sommerfest in der Rheinaue zu feiern.

Jetzt anmelden auf www.fila-bonn.de Die Startgebühr beträgt 13 Euro pro Person und beinhaltet einen Euro Spende an CARE Deutschland-Luxemburg e.V. und der Mukoviszidose e.V.. Anmeldungen sind ab sofort möglich unter www.fila-bonn.de. Dabei lohnt es, sich zu beeilen, denn die ersten 2.500 Angemeldeten erhalten ein hochwertiges Laufshirt gratis. Bei Fragen ist der Veranstalter erreichbar unter Tel. 02223 91 92 290.  ■

Der gmbhchef – Sonderpreis Das Wirtschaftsmagazin gmbhchef hat zusätzlich Sonderpreise gestiftet. In jeder Unternehmensgrößenklasse gibt es für die erfolgreichste GmbH, also die GmbH mit der höchsten prozentualen Beteiligung an Teilnehmern einen zusätzlichen Preis. Für GmbHs lohnt es sich also zweifach, bei diesem Firmenlauf mitzumachen.

46 |

August · September 2010


Wirtschaft vor Ort

WACHSEN!2010

Der Mittelstand will wachsen Deutschlands Mittelstandschefs haben sich Mitte Juni in Köln auf der Wachsen!2010 getroffen, um über „alles, was Unternehmen stark macht“ zu diskutieren. Mit mehr als 1.200 angemeldeten Teilnehmern war die Veranstaltung schon im Premierenjahr ein Erfolg.

V

erantwortung und Demut, Fleiß und Ehrlichkeit, Vertrauen und, ja: Liebe – das sind die Werte eines erfolgreichen Unternehmers. „Und damit reißen wir der Welt den Arsch auf!“, ruft Ernst Prost den mehreren hundert Unternehmern zu. Applaus brandet auf, andere nicken zustimmend. Der Inhaber und Chef von Liqui Moly, der sich gegen drei der weltgrößten Konzerne behauptet, war gerade von der Markt und Mittelstand-Unternehmerjury zum „Macher des Jahres 2010“ gekürt worden.

40 Workshops für Unternehmer Motorenöl-Profi Prost war nicht der einzige erfolgreiche Wachstumsunternehmer, der die „Wachsen!2010 – Deutschlands Mittelstandsmesse“ zum Austausch von Praxistipps für sich nutzte. Ob Strategie-, Personal-, Finanzierungs- oder Vertriebsthemen: In 40 Workshops und Plenen diskutierten mittelständische Top-Entscheider miteinander und berichteten von ihren eigenen Erfahrungen. „Toll, hier reden Unternehmer mit Unternehmern“, freuten sich die Teilnehmer. Viele Lacher und lauten Beifall bekamen die amüsanten, sehr privaten Berichte von der „Frühphase“ der Unternehmer im Plenum „Das Geheimnis meines Erfolgs“. Hohen Nutzwert hatten beispielsweise die Unternehmerberichte über Erfahrungen im Ausland oder Finanzierungsinstrumente. Kurz: Es gab viel Inspiration und Ideen für weiteres Wachstum, auch in einer schwierigen Konjunkturphase. Prominente Redner wie NRW-Finanzminister Dr. Helmut Linssen oder die vielfache, ungeschlagene Boxweltmeisterin Regina Halmich komplettierten den abwechslungsreichen „Rundumschlag“. Lins-



Die Lanxess Arena war Veranstaltungsort der ersten Wachsen Messe.

» Nach dem gelungenen Auftakt ist klar: Wir sehen uns auf der Wachsen!2011. « sen berichtete von den haushaltspolitischen Herausforderungen, denen sich Bundesland und Bundesrepublik gerade gegenübersehen. Halmich motivierte die Unternehmer mit ihrer charmanten Zielstrebigkeit und Entschlossenheit, sich selbst ambitionierte Ziele zu suchen. Am Abend des ersten Veranstaltungstags zeigten die Unternehmer, dass sie Feste feiern können. Nach der Kür von Ernst Prost zum Macher des Jahres und einer kurzweiligen Rede des Abendgastgebers Dirk Backofen, Telekom Deutschland, stand Fußball-Gucken auf dem Programm. Ausgestattet mit Vuvuzela-Tröten, angefeuert von Kult-Kommentator Manni Breuckmann sowie der TV-Moderatorin Silvia Incardona verfolgten hunderte Unternehmer die WM-Partie „Brasilien-Nordkorea“ live auf der Riesenleinwand der Lanxess Arena. Wer richtig getippt hatte, konnte außerdem

attraktive Preise gewinnen – darunter eine Reise mit der Mannschaft des FC Bayern München zu einem Champions-LeagueSpiel. ■ Boris Karkowski Chefredakteur Markt und Mittelstand Gastgeber der Wachsen!2010

Die Wachsen!2010 Die „Wachsen!“ wird vom Mittelstandsmagazin Markt und Mittelstand in Zusammenarbeit mit namhaften Sponsoren und Partnern – darunter das Magazin gmbhchef – veranstaltet. Nach der erfolgreichen Premiere am 15. und 16. Juni 2010 in der Lanxess Arena Köln laufen nun die Vorbereitungen für die Wachsen!2011. Aktuelle Hinweise finden Sie unter www.marktundmittelstand.de/wachsen.

August · September 2010

| 47


Veranstaltungen

Kultur-Highlights für GmbH-Chefs Party

Rock/Pop

2.9.2010 DIE ATZEN, Brückenforum

24.8.2010 Status Quo & Canned Heat, Museumsplatz, Bonn

Die ATZEN ft. Frauenarzt & Manny Marc haben 2009 einen fulminanten Durchbruch gefeiert! Nachdem sie nun in diversen Clubs und Diskos ihre ausverkaufte Atzen-DJ-Shows gezeigt haben, wird es nun Zeit für eine richtige Live Tournee, welche am 2. September in Bonn startet. Mit von der Party sind Frauenarzt und manny Marc und Gäste. Inklusive Afterwork, Afterschool Party für Kids und Partypeople und nach dem Konzert Aftershowparty mit DJ‘s.

Theater/Kabarett 11.8.2010 Andreas Etienne und Michael Müller, Springmaus

Theater.

Wir begegnen Schnappatmern, waschechten Bayern mit verblüffendem Dialekt, 4-D-Cineasten im schottischen Hochmoor, Steuerdenunzianten mit dritten Zähnen, einem vom Pech verfolgten Bankräuber und vielen Anderen mehr. Freuen Sie sich auf intelligent-schlagfertige Stand Ups, klassische Sketche, die das Zwerchfell kitzeln, und den so beliebten spontanen Schlagabtausch zwischen Andreas Etienne und Michael Müller. LUSTSCHREIE – Wir wollen, dass Sie kommen. Und zwar zu uns ins

2.9.2010 Ingo Appelt, Pantheon Ob Beziehungen, Emanzipation, Politik, Ossis, Wessis oder andere – Ingo Appelt verschont nichts und niemanden. Selbst vor der Kirche macht er keinen Halt. Dabei stellt er wieder einmal unter Beweis, dass man mit Nettigkeit nicht weiter kommt. Nur, wer wie Ingo Appelt gnadenlos die Wahrheit sagt, kann uns die Augen öffnen. Direkt und mit mindestens einer Nebenwirkung: Wir werden die Welt nie mehr so sehen und nehmen, wie vorher. Mit Eigenironie und Selbstverarschung in eine gelassenere Zukunft! Schlagen Sie zu, und beweisen Sie sich, dass Sie wirklich Humor haben. Gehen Sie zu Ingo Appelt! 2.9.2010 Das Geheimnis des George Washington, Theater Déjà Vu George Washington ist tot. Zurück bleiben zwei Frauen und eine Frage: Wen hat der Präsident wirklich geliebt – seine Frau Martha oder seine Geliebte Silvia? Die Witwe lädt die Nebenbuhlerin zum Gespräch ein, in dessen Verlauf klar wird, dass es um viel mehr als um die Liebe zu einem Mann geht. Je mehr die Frauen ihre anfänglichen Machtspielchen aufgeben, desto bitterer müssen sie erleben, dass ihre Identität letztendlich eine Fassade ist, die auf Täuschungen gründet.

48 |

August · September 2010

Seit 1967 aktiv, werden sie neben einem Showdown ihrer zahllosen Klassiker von „Caroline“ und „Down Down“ über „Whatever You Want“ bis „Rockin’ All Over The World“ auch noch Songs ihres neuen, zur Veröffentlichung im September 2010 anstehenden Studio-Albums präsentieren. Special Guest: Canned Heat. 17.9.2010 Culcha Candela, Museumsplatz, Bonn Mit „Hamma!“ gelang ihnen der endgültige Durchbruch – etwas, wofür sie jahrelang auf den Bühnen Deutschlands und Europas gearbeitet haben! Mit dieser Platin-Single und dem dazugehörigen, vergoldeten Album im Gepäcks standen die sieben Berliner vor einer völlig neuen Herausforderung: den frisch gewonnenen ebenso wie den alten Fans zu beweisen, dass Culcha Candela weitaus mehr sind als ein Nummer-Eins-Hit. 1.8.2010 Max Raabe und das Palast Orchester, Museumsplatz, Bonn Auf den Konzertbühnen in New York, Shanghai und Tokio, in Paris, Montreux, Rom und Amsterdam feiert das Publikum Max Raabe und sein Palast Orchester mit wahren Begeisterungsstürmen. Das internationale Publikum stört es auch nicht, dass Max Raabe deutsche Texte vorträgt – seine Kunst ist eben grenzenlos. Zur Musik von Max Raabe braucht man nicht viel zu sagen, die Stücke sprechen für sich. Sie entstanden zum größten Teil gegen Ende der Weimarer Republik. Es sind keine bloßen Remakes, sondern herrliche Neuinterpretationen, die das zeitlos Moderne dieser genialen Werke offerieren. 11.9.2010 The Baseballs, Museumsplatz, Bonn Nicht einmal ein Jahr ist es her, da veröffentlichten die Baseballs ihr Debütalbum „Strike“. Nicht einmal ein Jahr, in dem Sam, Digger und Basti ihre „Voc’n’Roll“ getaufte Version von mehrstimmig gesungenem Rock’n’Roll unter die Leute brachten – und damit 2009 im In-und Ausland für Aufsehen sorgten. Und alles deutet darauf hin, dass dies in 2010 nicht anders wird. Denn das Debütalbum „Strike“ hat nunmehr offiziell Goldstatus erreicht.

Tickets zu allen Veranstaltungen unter www. bonnticket.de oder 0180 5001812


Veranstaltungen

Seminare, Veranstaltungen Erfolgreiches Social Media Marketing für den Mittelstand Bonn, 1.9.2010, 14 bis 18 Uhr, kostenlos Wie können kleine und mittelständische Unternehmen die Potenziale von Social Media Plattformen – wie zum Beispiel Facebook, Twitter und Xing – erfolgreich für die eigene Vermarktung und Imageaufwertung nutzen? Veranstalter ist das Kompetenzzentrum für elektronischen Geschäftsverkehr (KompEC Bonn/Rhein-Sieg). Weitere Informationen und Anmeldung: IHK Bonn/Rhein-Sieg, Tel. 0228 2284-138, www.ihk-bonn.de

Der Weg zur Führungskraft Bonn, 24.9. bis 25.9.2010, 9 bis 17 Uhr, 490 E

Bilanzen lesen – Unternehmenslage beurteilen Bonn, 18.9.2010, 8.30 bis 15.30 Uhr, 190 E Zielgruppe des Seminars sind Unternehmer, Geschäftsführer und Buchhaltungsverantwortliche. Inhaltlich geht es um Buchführung und Jahresabschluss, die Grundlagen und die Grundsätze für die Aufstellung des Jahresabschlusses. Der Referent, Marko Müller, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der DHPG Dr. Harzem und Partner, geht auf die Gewinnund Verlustrechnung, den Anhang und den Lagebericht ein. Als zweiter Schwerpunkt steht die Jahresabschlussanalyse anhand von ausgewählten Beispielen auf dem Programm. In einem Exkurs wird auch auf die Bilanzpolitik eingegangen. Weitere Informationen und Anmeldung: IHK Bonn/Rhein-Sieg, Tel. 0228 97574-25, www.ihk-bonn.de

Nicht jeder wird als Führungskraft geboren. Manch einer hat eine akademische Ausbildung, die ihn (oder sie) befähigen soll, Führungsaufgaben wahrzunehmen. Eine Garantie ist das jedoch nicht. Professionelle Führung erfordert vielseitige Kompetenzen. Es wird ein hohes Maß an Verantwortung und Fingerspitzengefühl den Mitarbeitern gegenüber gefordert, jedoch darf man sich selbst und seine Aufgaben nicht aus den Augen verlieren. Das Training von Führungsinstrumenten und -methoden gibt Sicherheit und Klarheit in der Führungsrolle, um auch schwierige Situationen souverän zu bewältigen. Elisabeth Mehrmann gibt Hilfestellung und kritisches Feed-back, berichtet aus der Führungspraxis und gibt Erfahrungen weiter. In Übungssequenzen wird Führung lebendig. Weitere Informationen und Anmeldung: Management Consult GmbH Unternehmensberatung, Tel. 0228 43381-0 www.seminare.managementconsult.de

5. Bonner Unternehmertage Bonn, 28.9.2010, 13.30 bis 20 Uhr, und 29.9.2010, 9 bis 13 Uhr, kostenlos Am 28. und 29. September 2010 finden die 5. Bonner Unternehmertage statt. Die Veranstalter, Meyer-Köring Rechtsanwälte und Steuerberater, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und die Volksbank Bonn/Rhein-Sieg setzen gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern, der Werbeagentur Kreativ Konzept, dem Wirtschaftsmagazin gmchchef, der Creditreform und dem World Conference Center Bonn, die bereits in den Vorjahren erfolgreiche Veranstaltungsreihe fort. Um dem großen Teilnehmerinteresse Rechnung zu tragen, findet die Veranstaltung in diesem Jahr zum dritten Mal im traditionsreichen Alten Wasserwerk statt. Unternehmer aus der Region Bonn/Rhein-Sieg können sich zwei Tage lang kostenlos über aktuelle Themen zu Unternehmensführung, Steuern, Markt und Wettbewerb sowie Fragen rund um das Privatvermögen informieren. Ein besonderes Highlight ist die Abendveranstaltung am 28. September 2010: Dr. Thilo Sarrazin, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, steht als Referent mit anschließender Diskussion zur Verfügung. Weitere Informationen und Anmeldung: Meyer-Köring Rechtsanwälte Steuerberater, Bonn, Tel. 0228 72636-0, www.bonner-unternehmertage.de



Ihre Werbung im gmbhchef erreicht 12.000 GmbHGeschäftsführer in Bonn und Umgebung

August · September 2010

| 49


Impressum & Service 90 x 134

47 x 13

*

Themenschwerpunkte der nächsten nächsten Ausgabe Ausgabe

Impressum Herausgeber, Verlag und Anzeigenverwaltung: VSRW-Verlag Dr. Hagen Prühs GmbH Rolandstr. 48, 53179 Bonn Tel.: 0228 95124-0

Clean Tech: Saubere Technik, EnerAuto-Spezial: Dienstwagen giekosten sparen und Flottenmanagement

Fax: 0228 95124-90 Internet: www.gmbhchef.de

Personalmanagement: IT-Update – Software und Mitarbeiter-Förderung und Dienstleistungen für den -Weiterbildung Internetauftritt

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 6

Infos: 0228 9512432 oder marketing@vsrw.de

Chefredaktion: Dr. Hagen Prühs Redaktion: Georg Hecl, Alfred Mertens,

gmbhchef ist Medienpartner von

Silke Siems, E-Mail: redaktion@gmbhchef.de Objektleitung: Heribert Ebing E-Mail: vsrw@vsrw.de

*D

Abonnenten-Service: Myriam Gräcmann

an d Lebe Pflan

Tel.: 0228 95124-10 E-Mail: abo@gmbhchef.de Erscheinungsweise: sechsmal jährlich

B

Bezugspreis: Einzelheft 4,- E inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

* Danke! Mit Ihrer Spende an den WWF helfen Sie, die

Jahresabonnement 24,- E inkl. MwSt.,

Lebensräume bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu schützen.

zzgl. Versandkosten

DHPG DR. HARZEM & PARTNER KG

Konto 2000, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Bank f. Sozialwirtschaft, BLZ 550 205 00

Layout: contentsign, Sascha Klarhorst

WWF Deutschland, Rebstöcker Straße 55, 60326 Frankfurt Infos zur WWF-Arbeit: www.wwf.de oder 0 69 / 7 91 44 - 142

Druck: SZ Offsetdruck-Verlag Herbert W. Schallowetz GmbH & Co. KG

WWF Rebs 6032 Infos www 0 69

ISSN: 1861-6569

90 x 59

Hinweis:

47 x 15

Copyright VSRW-Verlag Dr. Hagen Prühs GmbH.

*

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fällt insbesondere auch

* Danke! Mit Ihrer Spende an den WWF helfen Sie, die Lebensräume bedrohter Tierund Pflanzenarten zu schützen.

die gewerbliche Vervielfältigung bei Kopie, die

Konto 2000, Bank f. Sozialwirtschaft, BLZ 550 205 00

Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert, dennoch kann

Je

ww

95 x

für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts weder vom Verlag noch von der Redaktion

WWF Deutschland Rebstöcker Str. 55 60326 Frankfurt Infos zum WWF: www.wwf.de oder 0 69 / 7 91 44 - 142

gehaftet werden. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und unverlangt zugestellte Fotografien oder Grafiken wird ebenfalls keine Haftung übernommen. Fotos: pixelquelle, stock.xchng, photocase, fotolia.

202 x 45

50 |

August · September 2010

*

* Danke! Mit Ihrer Spende an den

räume bedrohter Tier- und Pflanzenart


www.sparkasse-koelnbonn.de

Bestleistung für unsere Kunden. Für die Region. S Sparkasse KölnBonn Die Auszeichnung „Beste Regionalbank“ der Zeitschrift Euro nehmen wir mit Freude entgegen. Sie zeigt, dass über eine Million Kunden sich auf uns verlassen können. Und dass wir unserem Anspruch gerecht werden: Das Beste geben – für unsere Kunden, für die Region und ihre Menschen. Sparkasse. Gut für Köln und Bonn.


Wir beraten Sie persönlich. Als Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- und Rechtsberatungsunternehmen unterstützt die DHPG ihre Mandanten umfassend und individuell. Zur Zeit sind über 350 Mitarbeiter und Partner an sechs Standorten im Rheinland tätig. Wir bieten eine breite fachliche Betreuung durch Spezialisten und entwickeln zukunftsgerichtete Lösungen unter Berücksichtigung steuerlicher und rechtlicher Aspekte. Nationale wie internationale Fragen beantworten wir Ihnen gern, unterstützt durch unser Netzwerk NEXIA International, präsent in über 100 Ländern und etwa 520 Büros mit rund 18.000 Mitarbeitern. Möchten Sie mehr wissen? Gern stehen Ihnen die Experten der DHPG per Mail, Telefon oder persönlich zur Verfügung.

DHPG Dr. Harzem & Partner KG • Godesberger Allee 125-127 • D-53175 Bonn Tel: +49 (0) 228 81000-0 • E-Mail: bonn@dhpg.de • www.dhpg.de

http://www.contentsign.de/fileadmin/gmbhchef_04_2010_BONN  

http://www.contentsign.de/fileadmin/gmbhchef_04_2010_BONN.pdf

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you