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Die Zeitschrift der Südtiroler Krebshilfe

Juni 2009 7. Jhg, 2. Ausgabe

Erscheinung: 4 Mal im Jahr, Versand in A.P., Art. 2,20/C, Gesetz 662/96DCI BZ, Einschreibung ins Bozner Landesgericht Nr.3/2003

Mitgliederjahresversammlung am 18. April im Waltherhaus in Bozen/ Tätigkeitsbericht

Die Krebshilfe ist unersetzlich! „Die Krebshilfe ist aus der Versorgung der Patienten nicht mehr wegzudenken.“ Dieser Satz von Primar Helmuth Amor, Vorsitzender der Jahresversammlung am 18. April im Waltherhaus in Bozen, drückt mehr aus als viele Worte der Würdigung. Folgt

[ Die Reportage ]

[ Kostenlose Rechtsberatung für Mitglieder ]

Freiwillige auf vier Rädern

Auf Seite 11

Guter Rat ist nicht teuer!

Auf Seite 9

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Thema

Mitgliederjahresversammlung am 18. April

Die Krebshilfe hat in den vergangenen Jahren Pionierarbeit geleistet, durch die Bereitstellung von Dienstleistungen und finanziellen Hilfen, vor allem aber auch durch den menschlichen Aspekt, der vielen Menschen ein Rettungsanker in ihrer Notsituation war.

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ie Jahresversammlung der Krebshilfe erfüllt immer zwei Funktionen: Zum einen die Möglichkeit, sich über die vielen Aktivitäten und Dienstleistungen der Krebshilfe zu informieren, zum anderen, Gemeinschaft zu schaffen. Am vergangenen 18. April waren 144 ordentliche Mitglieder, 122 mit Vollmacht sowie elf fördernde Mitglieder im Waltherhaus in Bozen versammelt. Für die musikalische Begleitung der Versammlung sorgten mit Humor und Virtuosität die vier Musiker der Gruppe New Day. Der Rückblick auf das Jahr 2008 war überschattet durch den Tod der früheren Präsidentin Christine Tembl Mayr, deren Verdienste entsprechend gewürdigt wurden.

11.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit Eine Zahl des vergangenen Jahres sagt mehr aus als alle Statistiken über die vielen geleisteten Dienste der Krebshilfe. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Krebshilfe haben im vergangenen Jahr mehr als 11.000 Stunden ihrer Zeit zur Verfügung gestellt. Für Fahrdienste, Vorbereitung von

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Festen, Rosenverkauf usw. Das entspricht der Arbeit von sechs Vollzeitbeschäftigten in einem Jahr! Zum 31. Dezember 2008 zählte die Krebshilfe 7837 Mitglieder, davon 2.903

ordentliche und 4.934 fördernde Mitglieder. Insgesamt 3.515 Mitglieder haben die verschiedenen Dienste der Vereinigung in Anspruch genommen. So wurden beispielsweise 421 Patienten für insgesamt


Mitgliederjahresversammlung am 18. April

7.531 Stunden mit manueller Lymphdrainage versorgt. 178 Patienten haben an den Ferienaufenthalten teilgenommen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. An den verschiedenen, von den Sektionen organisierten Ausflügen, haben sich 1.758 Mitglieder beteiligt. 17 Patienten haben die psychoonkologische Hilfe in Anspruch genommen und insgesamt 664 Patienten nutzten das Angebot der verschiedenen Kurse und Therapien wie z. B. Maltherapie, Entspannungsturnen oder Krebsnachsorgeturnen im Wasser.

Finanzielle Soforthilfe Eine Krebserkrankung kann zu finanziellen Notlagen führen. Die Krebshilfe hat 2008 (auch in Zusammenarbeit mit Südtirol hilft) Notstandshilfen für insgesamt 52.180,40 Euro verteilt. In 203 Fällen wurde allgemeine finanzielle Hilfe geleistet und zwar für einen Betrag von 156.279,99 Euro. Für Perücken, Badeanzüge und Prothesen BHs wurden rund 87.000 Euro verteilt. Mindestens ebenso wichtig wie diese konkreten Hilfen ist der psychologische Beistand, den die Krebshilfe den Betroffe-

nen leistet. Das Personal der Vereinigung sowie zahlreiche freiwillige Helfer haben landesweit Erst- und Informationsgespräche mit Betroffenen geführt bzw. Hausund Krankenhausbesuche getätigt. Zudem verrichtet die Krebshilfe eine Vielzahl von bürokratischen Patronatsarbeiten zugunsten der Betroffenen.

Thema

men aus den verschiedenen Veranstaltungen zu 49 Prozent selbst finanziert hat; 51 Prozent der Kosten (inklusive der vom Sanitätsbetrieb getragenen Therapieaufwände) gingen zu Lasten der öffentlichen Institutionen.

Patientenschule wird weiter ausgebaut Auf großes Interesse stießen die von der Krebshilfe organisierten Informationsabende und Tagungen. Die Krebshilfe ist all denjenigen zu großem Dank verpflichtet, die sich kostenlos als Referenten zur Verfügung stellen. Ähnliches gilt für die im vergangenen Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit dem Brustgesundheitszentrum Brixen – Meran durchgeführten Patientenschulungen, die im laufenden Jahr weitergeführt und ausgebaut werden sollen. Die Südtiroler Krebshilfe ist stolz darauf, dass sie ihre Tätigkeit im Jahr 2008 dank Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Einnah-

Ganz in rosa: New Day Sie waren der bunte Farbklecks des Nachmittags, sorgten polyphonisch für die musikalische Untermalung der Jahresversammlung und waren die Stars des anschließenden gemütlichen Beisammenseins im Foyer des Waltherhauses: Fabio Viola, Alexander Engl, Manfred Amor und Armin Mair der Gruppe New Day. Engagiert worden sind die stimmkräftigen, in pinkfarbene Hemden gekleideten Sänger, die ganz ohne Instrumente auskommen, übrigens von Präsidentin Renate Jöchler. „Wir haben schon bei der SVP gesungen, beim AVS und vielen anderen auch. Bei einer Organisation wie der Krebshilfe noch nie.“ Renate Jöchler hat den Vieren schon

Ein Ständchen für die Präsidentin

seit vier Jahren den Hof gemacht, dieses Jahr hat es endlich geklappt. „Krebs ist kein lustiges Thema“, meint Manfred. „Aber ohne Humor packt man´s nicht und deshalb finden wir, dass wir ganz gut hier hineinpassen!“

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Thema

Mitgliederjahresversammlung am 18. April

Es sagten . . . Primar Helmuth Amor Er bezeichnet sich selbst als altgedienten Mithelfer. Primar Helmuth Amor hat von Anfang an eng mit der Krebshilfe zusammengearbeitet und kann die Arbeit dieser gemeinnützigen Vereinigung gar nicht hoch genug einschätzen. „Es war absolute Pionierarbeit. In den ersten Jahren haben wir über die Krebshilfe Medikamente aus dem Ausland besorgt, die in Italien noch nicht erhältlich waren. Wir sind kreuz und quer durch Südtirol gereist, um über die Krankheit und über die Vorbeugung und Früherkennung zu informieren.“ Als eine der größten Leistungen bezeichnete Amor die Einführung des psychologischen Beistands für die Betroffenen und ihre Angehörigen sowie die Einrichtung des Dienstes der manuellen Lymphdrainage. „Von allergrößter Bedeutung“, so

Amor, „ist aber vor allem der menschliche Aspekt, den diese Vereinigung ihren Mitgliedern bietet.“

Alfred König, Direktor des Amts für Gesundheitssprengel Immer mehr Menschen sind heute mit Krebs konfrontiert, so Alfred König. „Aber das bedeutet längst nicht mehr ein Todesurteil. Von den 270.000 Menschen, die in Italien alljährlich an Krebs erkranken, können heutzutage mehr als 50 Prozent erfolgreich geheilt werden und Experten gehen davon aus, dass diese Erfolgsquote in den nächsten fünf Jahren auf 70 Prozent steigt.“ Von großer Bedeutung für den Heilungsprozess sei neben der medizinischen Betreuung die positive Einstellung des Betroffenen, der starke Wille zur Heilung. „Die Krebshilfe ist ein positives Beispiel für die

Wirkung von sozialem Einsatz, von gelebter Solidarität und der Möglichkeit durch persönlichen Einsatz Hilfe zu leisten.“ Im vergangenen Jahr habe die Landesregierung zwei wichtige Maßnahmen gesetzt: die kostenlose Verteilung von Kompressionsbeihilfen bei chronischen Ödemen und Verbrennungen sowie die Neuauflage des Abkommens zwischen Sanitätsdienst und Krebshilfe zur Übernahme der Kosten für die manuelle Lymphdrainage.

Stadtrat Primo Schönsberg „Es ist von größter Bedeutung, dass die öffentlichen Dienstleistungen durch Privatinitiativen ergänzt werden. Wir brauchen private Vereinigungen, die den Betroffenen Stimme verleihen, sich für ihre Interessen einsetzen und sie aus dem Schatten ins Licht der Gesellschaft holen.“

Im Foyer getroffen Maria Dellantonio Kaserer aus Bozen ist seit 1991 Mitglied der Krebshilfe und lässt sich keine Jahresversammlung entgehen. Sie kommt einerseits wegen des Dazugehörigkeits-Gefühls und um Leute wiederzutreffen, die sie bei den Meeraufenthalten kennengelernt hat, aber auch weil sie sich verpflichtet fühlt, auf diese Weise ihre Anerkennung für die Arbeit der Krebshilfe auszudrücken. „Man soll auch bei diesen Gelegenheiten kommen, und nicht nur, wenn ein Fest gefeiert wird!“

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Theresia Mollin Mellauen aus St. Lorenzen hatte sich seit vielen Jahren vorgenommen, die Jahresversammlung zu besuchen, aber sie kam nie dazu, weil sie ihren Mann pflegen muss. Seit zwölf Jahren ist sie Mitglied der Krebshilfe und in Zukunft, das hat sie sich fest vorgenommen, wird sie keine Jahresversammlung mehr verpassen. „Ich habe das einfach gebraucht, einmal raus und weg von allem. Heute schaut mein Sohn auf meinen Mann und ich genieße es, weg von zuhause zu sein,

ohne im Krankenhaus oder beim Arzt zu sein. Heute genieße ich die Gesellschaft.“ Hanni Gafriller aus Barbian haben es die vier Musiker der Gruppe New Day angetan. „Das war wirklich eine tolle Überraschung bei der Jahresversammlung, so eine super Musik!“ Auf Stimmenfang im Foyer. Das gesellige Beisammensein nach der Versammlung war der eigentliche Höhepunkt !


Mitgliederjahresversammlung am 18. April

Thema

Das ist Freundschaft Zur Jahresversammlung kommt er jedes Jahr, um der Südtiroler Krebshilfe auf diese Weise seinen Dank auszusprechen. Luigi Betta aus Leifers ist außerdem seit Jahren als Freiwilliger tätig. Am vergangenen 18. April hatte er aber ein weiteres wichtiges Anliegen: Anton Oberkofler aus Jenesien davon zu überzeugen, auch dieses Jahr wieder mit nach Caorle zu kommen und mit ihm, wie in den vergangenen drei Jahren, das Zimmer zu teilen. Anton hat sich für dieses Jahr nämlich nicht angemeldet, weil er keine Zeit hat.

Caorle haben die beiden Zimmer und auch Esstisch geteilt. Und unterm Jahr treffen sie sich ab und zu, um gemeinsam Pilze zu suchen. Was Caorle anbelangt, hatte

Betta allerdings Pech. Selbst ein Glas Wein half ihm nicht, seinen Freund aus Jenesien doch noch zu überzeugen. Bleibt die Hoffnung auf nächstes Jahr!

Kennengelernt haben sich die beiden vor drei Jahren bei der Wassergymnastik in Bozen und es war Sympathie auf den ersten Blick. Dass es mit der Verständigung etwas hapert, weil Betta kaum Deutsch und Oberkofler kaum Italienisch spricht, tut der Freundschaft keinen Abbruch. In

Albina Kastlunger und Giancarla Busnardo aus Sterzing kennen sich eigentlich schon seit langem, aber durch Heirat und Familie haben sie sich aus den Augen verloren. Die Krankheit hat sie wieder zusammengeführt. „Wir hatten beide Pech und Glück in einem“, erklärt Giancarla. Sie erkrankte vor sechs Jahren, Albina vor sieben und bei der

Wassergymnastik haben die beiden wieder zusammengefunden. Für Albina ist der Besuch der Jahresversammlung ein wichtiges Zeichen. „Ich habe als ich erkrankt bin, Hilfe gebraucht und diese bei der Krebshilfe gefunden, deshalb ist es für mich selbstverständlich, zu diesem Termin immer zu kommen.“ Beide beteiligen sich jedes Jahr n am Rosenverkauf.

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Fachinformation

Vorbeugen gegen Hautkrebs Der richtige Umgang mit der Sonne

Hautkrebs ist der häufigste bösartige Tumor mit einer weltweiten Steigerungsrate von 7-10% jährlich. Glücklicherweise können wir heute durch Früherkennung einen Großteil dieser Tumoren heilen.

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as Sonnenlicht, speziell der ultraviolette Anteil, ist in 9 von 10 Fällen die Ursache für das Auftreten von Hautkrebs. Nicht die Sonne hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, WIR haben unsere Lebensgewohnheiten verändert: häufigere Urlaube oft in südlichen Ländern, Sport das ganze Jahr über im Freien, Änderung der Bekleidungsgewohnheiten, Solarienbesuche……

Um bösartigen Hauttumoren vorzubeugen ist es deshalb wichtig, einige Dinge zu wissen und bestimmte Regeln sehr konsequent einzuhalten:

Vieles davon ist gesund und zu befürworten, vergessen wir jedoch nicht die Verantwortung zum richtigen Umgang mit der Sonne, damit sie weiterhin zu unserem Wohlbefinden beitragen kann. n

• Mittagssonne von 11.00-15.00 (Sommerzeit 12.00-16.00) unbedingt meiden

Prim. Dr. Franz Wenter Dermatologische Abt. - Gesundheitsbezik Bruneck

• Kleinkinder unter 2 Jahren nicht der direkten Sonne aussetzen (bis zu 80% der Sonnenschäden entstehen in den ersten 18 Lebensjahren)

• Sand, Schnee, Zement und Wasser reflektieren Sonnenstrahlen. Je höher der Berg, desto stärker die UVStrahlung

• Kurzurlaube mit „Bräunungsabsicht“ sind besonders gefährlich

• Benutzen einer guten Sonnenschutzcreme - höchsten Schutz im UVA und UVB Bereich (Apotheker fragen) - wasserfest (trotzdem mehrmals tägl. auftragen, besonders nach dem Schwimmen und starkem Schwitzen) - keine Duftstoffe - mindesten ½ Stunde vor Sonnenexposition auftragen - ALLE licht exponierten Hautareale (auch Nacken, Ohren, Lippen und Handrücken) eincremen

• Möglichst natürlichen Sonnenschutz nutzen - 3 H-Regel: Hut, Hemd, Hose (dichte Baumwollkleidung) - Schatten ( Sonnenschirm nicht immer ausreichend) • Solariumbesuche vermeiden: Solarien verursachen vorzeitiges Altern und erhöhen das Risiko von Hautkrebs • Eltern sollten für ihre Kinder aus Liebe und Verantwortung ein Vorbild im Umgang mit der Sonne sein

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• Tragen sie eine gute Sonnenschutzbrille (UVA-UVB-Schutz) • An dunstigen und bewölkten Tagen erreichen bis 90% der UV-Strahlen die Erdoberfläche. Sonnenschutz an solchen Tagen wie an sonnigen Tagen!


Fachinformation

"Braunwerden" ist kein Zeichen von Gesundheit Braunwerden ist eine Verteidigungsreaktion unserer Haut gegen Ihr zugefügte Schäden an den Zellkernen (führen auf lange Sicht zum Hautkrebs)

Wir über uns Liebe Leserinnen, liebe Leser! Während ich diese Zeilen schreibe, herrschen draußen 30 Grad C. Mit einem Mal ist der Sommer ausgebrochen und das heißt, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist. Für die Krebshilfe war es ein intensives Jahr, ein Jahr der Änderungen, ein Jahr der Neuheiten. Wir haben unsere Vortragsreihe im Rahmen der Patientenschulung fortgesetzt und die Zahl der Besucher bei den Vorträgen in Brixen und Meran hat uns Recht gegeben. Besonders stolz bin ich auf einen neuen Dienst, den wir unseren Mitgliedern ab sofort anbieten und den wir Ihnen in dieser Chance vorstellen: „RECHTzeitig informiert“, eine kostenlose Rechtsberatung bei einem Anwalt, Versicherungsexperten oder Notar. Bitte nutzen Sie diesen Dienst und zwar möglichst, bevor Probleme welcher Art auch immer auftreten.

In der letzten Chance hatte ich es schon erwähnt, nun haben Sie unsere neue Chance in den Händen und können sich selbst ein Bild machen, ob und wie Ihnen unser neues Konzept gefällt. Wir werden aus den Sektionen und über unsere verschiedenen Dienste berichten. Wir möchten Leute vorstellen, Betroffene, Freiwillige, Mitarbeiter. Geschichten erzählen. Informieren. Schreiben Sie uns doch, wie Ihnen die neue Chance gefällt: per Post an die Südtiroler Krebshilfe, Dreiheiligengasse 1, 39100 Bozen oder per Mail an info@krebshilfe.it. Und zum Schluss ein kurzer Rückblick. Vor gut einem Jahr wurde ich Präsidentin der Krebshilfe. Dieses Amt ist eine Ehre für mich, aber es ist auch mit sehr viel Arbeit verbunden. Ich bin dankbar, dass ich ein solch solides Fundament vorgefunden habe. Ich werde Altbewährtes

Renate Daporta Jöchle

r

Präsidentin

beibehalten, möchte aber auch Neuheiten einführen, um auf die veränderten Bedürfnisse der Mitglieder einzugehen und zu reagieren. Ich bin begeistert, dass mir dieses Amt die Möglichkeit gibt, viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen und wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sagen, dass es mir momentan noch immer mehr gibt als nimmt! Ihnen allen einen wunderschönen Sommer Ihre Renate Daporta Jöchler Präsidentin

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Thema

Aufgeklärte Patienten sind mündige Partner Patientenschule: Wissen hilft

Auch die Neuauflage der Vortragsreihe „Mehr wissen. Fachexperten informieren PatientInnen“ zum Thema Krebs war ein großer Erfolg.

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ie ersten drei Veranstaltungen im März, April und Mai konnten eine große Anzahl von Besuchern verzeichnen. Im Herbst stehen drei weitere Vorträge auf dem Programm. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die ersten zwei Veranstaltungen zum Thema „Schminken, Kosmetik, Haare - Gut aussehen und sich wohlfühlen - trotz Krebserkrankung“. und „Familiäre Belastung oder: Wie sag ich es meiner Tochter“. Krebs trifft nicht nur einzelne Organe, sondern den Menschen als Ganzes. Die Betroffenen sehen sich mit psychischen, familiären und sozialen Aspekten konfrontiert und suchen Antworten. Nur aufgeklärte Patienten können mündige Partner für die Ärzte sein. Die Vortragsreihe 2009 unter dem Motto „Mehr wissen. Fachexperten informieren PatientInnen“ mit drei Vorträgen im Frühjahr und drei Vorträgen im Herbst wird wie im vergangenen Jahr in Brixen und Meran veranstaltet. Der erste Vortrag befasste sich mit den psychischen, durch die Nebenwirkungen der Chemotherapie bedingten Auswirkungen. Jede Chemotherapie führt zu Haarverlust. Wie kann frau sich mittels Kosmetika, Perücke und anderer Hilfsmittel ein Aussehen verleihen, mit dem sie sich wohl fühlt? Und warum fallen die Haare überhaupt aus? Diesen Fragen gingen die Referenten im Vortrag nach.

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Wenn die Harre ausgehen, wird die Krankheit nach außen sichtbar Mit dem Verlust der Haare wird die Krankheit nach außen sichtbar. Die Betroffenen fühlen sich bloßgestellt und isolieren sich. Dabei ist es für den Heilungsprozess sehr wichtig, am täglichen Leben teilzunehmen. Die Referenten empfahlen die Anschaffung einer Perücke und im Vorfeld einen Kurzhaarschnitt. Um eine natürliche Perücke zu bekommen, empfiehlt es sich, bereits vorher in einem Zweithaarstudio vorzusprechen. An einem Modell führten die Referenten Perücken vor und gaben Tipps zur Pflege. Die Kosten für eine Perücke muss die Patientin zwar selbst tragen, die Südtiroler Krebshilfe unterstützt ihre Mitglieder aber mit einer direkten finanziellen Zuwendung. Gerade bei Krebspatienten ist es wichtig, dass sie zufrieden mit ihrem Aussehen sind, da sich dies positiv auf die Psyche und damit auf den Heilungsprozess auswirkt, deshalb sollte man sich nicht scheuen, sich professionell beraten zu lassen und den Besuch bei einer Kosmetikerin einzuplanen. Und ganz wichtig: Ein bis zwei Monate nach Beendigung der Chemotherapie wachsen die Haare wieder nach!

liche Umstände Die familiäre Häufung von Brustkrebs, das heißt eine erblich bedingte Genveränderung, ist nur ein Risikofaktor von vielen. Nur etwa 5 – 10% aller Brustkrebserkrankungen sind erblich bedingt. Was viele vielleicht nicht wissen: Auch Männer können diese Veränderungen erben und weiter vererben.

Erblich belastet?

Risikofaktoren erkennen und Vorsorge treffen

Im Mittelpunkt des zweiten Vortragsabends im April stand das Thema, Familiäre Belastung bei Brustkrebs oder: Wie sage ich es meiner Tochter? Gerade bei Brustkrebs stellt sich die brennende Frage der erblichen Belastung und wie man sich gegebenenfalls schützen kann. Eine von zehn Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die meisten Fälle treten „spontan“ auf, d. h. sind nicht erblich bedingt. Für eine Krebserkrankung sind verschiedene Faktoren verantwortlich: Alter, Geschlecht, Schwangerschaft, Stillzeit, Lebensstil, Ernährung und beruf-

An Tumorzellen bzw. Blutzellen kann untersucht werden, ob Gene mit verändertem Erbmaterial vorliegen. Wenn bestimmte Situationen vorliegen, besteht zumindest ein starker Verdacht, dass innerhalb der Familie ein Risikogen vererbt wird. Zum Beispiel, wenn zwei nah miteinander verwandte Frauen an Brust- und/ oder Eierstockkrebs erkranken, zumindest eine davon vor dem 50. Lebensjahr, wenn eine Frau an beiden Brüsten an Krebs erkrankt im Alter von 50 Jahren oder früher oder wenn ein männlicher Verwandter Brustkrebs hat.


Thema Die genetischen Ursachen von Brustund Eierstockkrebs sind Gegenstand des Forschungsprojekts von Gynäkologe Dr. Florian Vogl, um Risikogruppen frühzeitig zu bestimmen und eine Grundlage für die Beratung von Risikofamilien zu schaffen. Das mit einer hohen Förderungssumme ausgezeichnete Projekt wird vom Brust-

gesundheitszentrum Brixen-Meran in Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern des Sanitätsbetriebes Südtirol getragen. Auch die Südtiroler Krebshilfe unterstützt das Projekt in vollem Umfang.

Früherkennung spielt wichtigste Rolle Die wichtigste Rolle im Kampf gegen Brustkrebs spielt nach wie vor die Früherkennung: monatliche Selbstuntersuchung der Brüste, jährliche Ultraschallvisite, Mammographie ab 40 Jahren im Zweijahresrhythmus und ab 50 Jahren jährlich. Bei erhöhtem Risiko wird ein intensiviertes Früherkennungsprogramm empfohlen. Die Lifestyle-Faktoren kann jeder selbst beeinflussen: Übergewicht reduzieren, fettarme Ernährung bevorzugen, Alkohol reduzieren bzw. vermeiden, Sport treiben und regelmäßig zur Brust-Vorsorge gehen.

Wichtige Adressen Das Brustgesundheitszentrum BrixenMeran bietet an beiden Standorten Tumorrisikosprechstunden an: Interessierte können sich bei Dr. Florian Vogl im Krankenhaus Meran (Tel. 0473 26 40 80) oder bei Dr. Sonia Prader im Krankenhaus Brixen (Tel. 0472 812595) melden. Eine weitere Anlaufstelle bietet die genetische Beratungsstelle Bozen: Dr. Claudio Castellan, Tel. 0471 907100 Die Themen im Herbst Im September, Oktober und November stehen folgende Themen auf dem Programm: „Schmerzen wirksam bekämpfen“, „Prävention des Brustkrebses / Nachsorge aus medizinischer Sicht“ sowie „Das Leben wiedergewinnen: Die psychologische n Nachsorge“.

Guter Rat ist nicht teuer!

Kostenlose Rechtsberatung für Mitglieder Eine Krebserkrankung hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Angefangen von sozialen Fragen bis hin zu Arbeitsund Versicherungsfragen. Alleine ist es schwierig, sich im Dschungel der Bestimmungen und Gesetze auszukennen.

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nter dem Namen RECHTzeitig informiert bietet die Südtiroler Krebshilfe allen Mitgliedern ab sofort eine kostenlose Rechtsberatung an. Mit einer Krebserkrankung können Situationen auftreten, die einer rechtlichen Klärung bedürfen und die die Betroffenen nicht auf eigene Faust lösen können. Es kann sich dabei um Arbeitsausfälle, Kündigungsschutz, Versicherungsschutz, Individualität oder auch die Regelung einer Erbschaft handeln. Viele haben Angst, sich an Experten zu wenden, weil sie die damit verbundenen Kosten fürchten und riskieren damit, ungewollt auf ihnen zustehende Rechte zu verzichten, in finanzielle Notlagen zu geraten oder im Vorfeld zu behebende Konflikte aufzuwerfen. Aus diesem Grund hat die Südtiroler Krebshilfe ab sofort einen unentgeltlichen Rechtsberatungsdienst für Betroffene und ihre Angehörige eingerichtet.

RECHTzeitig informiert ermöglicht den Betroffenen ein kostenloses Beratungsgespräch mit einem Anwalt, Notar oder Versicherungsexperten zu führen. Die Beratung erstreckt sich über Fragen bezüglich Arbeitsrecht, Versicherungen, Erbrecht oder Testamentsverfassung. „Für Krebspatienten ist es zunächst unangenehm, sich neben ihrer Krankheit auch noch mit Rechtsangelegenheiten und Versicherungsfragen auseinander setzen zu müssen“, erläutert Renate Daporta Jöchler, „Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass eine frühzeitige Information über rechtliche Angelegenheiten sehr zum Schutz und Absicherung der Patienten und Familienangehörigen beiträgt.“ Falsche Scham, so die Präsidentin, sei in dieser Notsituation keinesfalls angebracht. Dieser Beratungsdienst wird in allen Sektionen in ganz Südtirol angeboten. Die

Terminvereinbarung läuft über die Büros der Bezirkssitze. Das Beratungsteam besteht aus: Stefan Rottonara, Versicherungsagentur Allianz RAS - Rottonara & Debiasi KG. In Erbrechtsfragen gibt Notar Herald Kleewein der gleichnamigen Notariatskanzlei Auskünfte. In Angelegenheiten des Arbeits- und Familienrechts erteilt Rechtsanwalt Gianni Lanzinger Rat. Präsidentin Renate Daporta Jöchler ruft die Mitglieder dazu auf, von diesem neuen Dienst Gebrauch zu machen. „Dir Rechtsberatung soll helfen, die Krebspatienten in ihrer schwierigen Situation zu entlasten. Außerdem wollen wir damit das Bewusstsein schärfen, dass Rechts- und Versicherungsangelegenheiten so frühzeitig als möglich abgeklärt werden sollten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden“, erläutert Renate Daporta n Jöchler.

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Thema

Wer sind wir?

Die hauptberuflichen Mitarbeiter der Südtiroler Krebshilfe stellen sich vor

Sie sind ein wichtiges Rad im Getriebe und ohne sie wäre die Arbeit der Krebshilfe nicht zu bewältigen: Unsere festangestellten Mitarbeiter. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen unser Büro im Unterland vor.

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er Sitz der Sektion befindet sich in einer ehemaligen Bankfiliale in Neumarkt. Neben dem Büro der Sekretärin und der Präsidentin gibt es einen freundlichen Aufenthaltsraum, ein Behandlungszimmer für die Lymphdrainage und eine gemütliche Kaffeeküche. Erika Plank ist seit zehn Jahren Frau für alles in Neumarkt und die Seele der Sektion. Sie erledigt alle anfälligen SekretariatsArbeiten, versieht Telefondienst, organisiert den Dienst der Fahrer, Reisen und Ausflüge sowie Veranstaltungen. Erika ist die rechte Hand der Präsidentin und die Seele des Sitzes der Sektion Unterland. Mit ihrem strahlendem Lächeln und ihrem einnehmenden

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Wesen stellt sie sofort Kontakt her zu neuen Mitgliedern und gibt jedem das Gefühl willkommen und am rechten Platz zu sein. Zum Scherzen ist ihr immer zu Mute und die gute Laune geht ihr nie aus. Sie betreut die Kartei mit über 500 Mitgliedern – die Sektion Unterland – Überetsch erstreckt sich von Salurn über Aldein, Truden bis Leifers und Nals. Erika ist verheiratet und hat zwei Kinder. Lorenzo Maito ist ein Mann für (fast) alles. Berufe hatte er schon viele, seit 1990 ist er auch Masseur und Heilmasseur. Zuvor war er Mechaniker, Tischler, Sportmasseur des CONI und anderes mehr. Für die Krebshilfe arbeitet er seit 1994, seit 1996 ist er

fest angestellt. Lorenzo hat den Lymphdrainage-Dienst sozusagen aus dem Nichts aufgebaut. Am Anfang war er zwei Tage in der Woche in Neumarkt und drei Tage in Bozen, mittlerweile ist es ein Vollzeitjob. Montags, dienstags und donnerstags arbeitet er in Neumarkt, mittwochs in Leifers und freitags in Kaltern. Die Patienten schätzen seine einfühlsame und offene Art und seine Kompetenz. Lorenzo betreut außerdem Patienten zuhause und hält die Wassergymnastik- und Turnkurse ab. Seinen anderen Arbeiten hat er bisher nicht nachgetrauert und mit einer neuen Tätigkeit wartet er bis er in Pension geht. Aber bis dahin dauert es noch ein Weilchen. Lorenzo ist 47 Jahre n alt, verheiratet und hat ein Kind.


Thema

Freiwillige auf vier Rädern

Pünktlich um 7 Uhr früh erwartet er mich neben dem weißen Opel Meriva seinem Auto vor dem Sitz der Krebshilfe in Neumarkt. Seit neun Jahren übernimmt Giuseppe Civetta, von den meisten Beppi oder Maresciallo genannt, jeden 2. Monat eine Woche lang Fahrtdienste für die Krebshilfe.

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it ihm sind neun weitere Freiwillige in diesen Fahrtdienst eingebunden, um den alle anderen Sektionen die Unterlandler beneiden, denn er ist einzig in Südtirol. Im Durchschnitt legen Beppi und seine Kollegen am Tag 250 bis 300 km zurück und transportieren drei Mitglieder zu Untersuchungen, zur Chemotherapie, zu Arztvisiten und anderem mehr. „Manchmal“, erzählt Beppi, „sind es aber auch mehr, z.B. wenn wir Patienten nach Innsbruck oder Mailand begleiten.“ Beppi, der früher der Carabinieri-Station in Neumarkt vorstand, hat geholfen, die Fahrergruppe aus der Taufe zu heben. Tatsächlich ist er nicht der einzige Carabiniere, der sich freiwillig als Chauffeur zur Verfügung stellt. Sechs Fahrer und drei Fahrerinnen teilen sich jeweils den Fahrtdienst im Wochentakt Fahrtdienst.

7.30 Uhr der erste Abholtermin Aber jetzt genug erzählt, Beppi mahnt zur Abfahrt. Es heißt die erste Mitfahrerin abzuholen. Sie wohnt in Auer und heißt Flavia. Als wir vor ihrem Haus parken, kommt sie gerade die Treppen herunter. Heute muss sie eine Magnetresonanz-Untersuchung im Bozner Krankenhaus machen. Flavia ist seit Juni 2007 krank. Beppi und die anderen freiwilligen Chauffeure haben sie schon zu den Chemotherapien begleitet. „Man kann es sich als Außenstehender vielleicht gar nicht vorstellen, „erklärt Flavia, was dieser Dienst für uns für eine Bedeutung hat.“ Am Anfang hat sie sich auch zweimal von ihrem Mann zur Chemotherapie ins Krankenhaus begleiten lassen. „Aber er darf als Privater nicht bis vor die Eingangstür vorfahren, der Parkplatz kostet und vor allem nach der Therapie wusste ich nicht, wie ich es schaffen sollte, bis zum geparkten

Auto zu laufen. Die Chauffeure der Krebshilfe hingegen haben freie Fahrt bis vor den Haupteingang des Krankenhauses.“ Beppi und Flavia begrüßen sich wie alte Freunde und beginnen gleich angeregt miteinander zu plaudern. Man kennt sich und tauscht sich gerne aus. Flavia hat vor ihrer Erkrankung als Tagesmutter gearbeitet. Mit der Krebshilfe war sie schon vor ihrer Erkrankung in Kontakt. „Seit 1978 habe ich als Freiwillige mitgeholfen. Ich habe Rosen verkauft, Sachen für den Weihnachtsmarkt gebastelt. Und meine Mutter hatte vor zehn Jahren Krebs.“ Sicher, sie hätte nie gedacht, dass sie diesen Dienst auch eines Tages für sich selbst in Anspruch nehmen folgt müsste.

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Thema

„Fahrer sind nett und rücksichtsvoll“ „Der Fahrtdienst ist wirklich eine fantastische Einrichtung. Und alle sind so nett und rücksichtsvoll.“ Nach der Chemotherapie leiden die Patienten oft an Übelkeit und vertragen das Autofahren nicht. Flavia: „Wenn es sein muss, halten die Fahrer auch fünfmal unterwegs an, bis es einem wieder besser geht oder sie warten mit mir im Krankenhaus, bis ich mich dazu fühle, ins Auto einzusteigen.“ Inzwischen ist es 7.37 Uhr. Wir sind in Branzoll angekommen, wo Augusto be-

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reits vor dem Haus wartet. Augusto nimmt den Fahrerdienst seit sechs Monaten in Anspruch, um sich zur Chemotherapie ins Bozner Krankenhaus fahren zu lassen. Gestern hat Beppi ihn am Morgen nach Bozen gebracht und um 15.30 Uhr wieder abgeholt. Beppi: „Jeder Tag ist anders. Manchmal muss man auch nach Trient oder Meran. Dann wieder zurück jemanden abholen. Es kann passieren, dass man dieselbe Strecke an einem Vormittag dreimal zurücklegt.“ Die Sekretärin bereitet zwar die Liste vor, wer abgeholt werden muss, aber oft ergeben sich auch unvorhergesehene Termine. Bep-

pi nimmt´s mit Philosophie. Seine Woche Fahrtdienst steht ganz im Dienst der Krebshilfe und deshalb machen ihm Warten oder mehrmaliges Hin- und Herfahren nichts aus. Er hat eine positive Lebenseinstellung und nützlich zu sein, erfüllt ihn mit Freude. Augusto muss heute nur Blutproben entnehmen. Danach will er seine Tochter besuchen, das heißt, er fährt alleine mit dem Bus nach Branzoll zurück. Augusto ist in Pension, er hat 35 Jahre im Porphyr-Steinbruch gearbeitet. Alle zwei Wochen muss er dreimal die Woche zur Chemotherapie ins Krankenhaus nach Bozen.


Thema

Es ist 8.05 Uhr. Wir sind am Krankenhaus angekommen. Augusto verabschiedet sich, Flavia wird ungefähr eineinhalb Stunden brauchen. Wenn sie fertig ist, wartet sie auf ihrem Stammplatz im Eingangsbereich des Krankenhauses. Sollten sich Verspätungen ergeben, hat sie natürlich auch die Handynummer von Beppe.

Treffpunkt: Eingangshalle Krankenhaus 9.25 Uhr. Der weiße Opel Meriva der Krebshilfe parkt erneut vor der Eingangs-

tür des Krankenhauses. Es ist Zeit, Flavia abzuholen. Als Beppe aus dem Auto steigt, wird er überschwänglich von einem Mann begrüßt. Gottfried Pernter aus Aldein. Auch er hat seinerzeit die Fahrtdienste der Krebshilfe genutzt, heute kommt er alleine zu den Kontrollen. „Der Civetta“, strahlt er, „das ist ein guter Fahrer, da fahlt nix!“. Flavia ist noch nicht an ihrem Platz. Beppi geht sie suchen. Er und die anderen Fahrer kennen sich im Krankenhaus aus. Nach ein paar Minuten kommt er Seite an Seite mit Flavia zurück. Für heute hat sie fertig. Und Beppi auch, es sei denn, es ergibt sich

ein nicht vorgemerkter Termin. Ein ruhiger Tag für Giuseppe Civetta. Wir liefern Flavia in Auer ab und fahren zum Sitz der Krebshilfe in Neumarkt. Dort erwartet uns ein Kollege von Beppi, auch er ein Carabiniere, . . . Gemeinsam mit der Vorsitzende des Bezirks Überetsch - Unterland, Mariangela Berlanda und Sekretärin Erika Plank trinken wir Kaffee in der gemütlichen Kaffeeküche der Sektion. Beppi hat das Telefon vor sich liegen, damit er auch ja keinen Anruf verpasst, sollte sich doch noch ein Fahrtdienst ergeben. n Eine große Familie!

Der Unterlandler Fahrtdienst Die Idee hatte die langjährige Vorsitzende des Bezirks Überetsch - Unterland Mariangela Berlanda. „Als ich vor vielen Jahren erkrankte, merkte ich, wie schwierig und auch traurig es war, nach der Chemotherapie alleine zu sein und nicht zu wissen, wie man nach Hause gelangen soll. Es geht Dir schlecht, Du hast Angst, nicht laufen zu können und niemand ist da.“ Nicht jeder hat schließlich Angehörige mit genügend Zeit, um stundenlang im Krankenhaus warten zu können. Abgesehen von den Kosten für Benzin und Parken. Gemeinsam mit Giuseppe Civetta, damals noch Leiter der Carabinieri-Station in Neumarkt, ist die Idee zum freiwilligen Fahrerdienst geboren. Das Auto konnte dank Spenden (Sparkasse Neumarkt) angeschafft werden und mittlerweile sind es neun Fahrer, darunter auch drei Frauen, die jeweils eine Woche unentgeltlich Fahrtdienst leisten. Die Termine werden von der Sekretärin der Sektion, Erika Plank, eingeteilt. Die Fahrten beschränken sich nicht nur auf Fahrten zu Krankenhäusern in Südtirol. Oft geht es

bis Innsbruck, Trient, Mailand oder sogar noch weiter. Der Fahrtdienst hat sich so bewährt, dass er nicht mehr wegzudenken ist. Die Fahrer sind außerdem weit mehr als nur Chauffeure. Sie kennen die Patienten, muntern sie auf. Zeigen ihr Mitgefühl, sind aber nie aufdringlich. Erste Dienstwoche 12. bis 17. Januar 1999 Die erste Dienstwoche vom 12. bis 17. Januar 1999 versah Giuseppe De Vita, Präsident der Hundestaffel des ANC. Der erste Fahrgast war Erika Giacomuzzi aus Neumarkt. Der Dritte im Bund war Mario Cimadon, Präsident des ANA, der inzwischen ausgeschieden ist. Einzige Voraussetzung, um sich für diesen Dienst anzumelden: Ein Erste-Hilfe-Kurs. Über 45.000 km im Jahr Am Anfang waren es zwei bis drei Patienten pro Woche, die den Fahrerdienst in Anspruch nahmen. Im ersten Jahr wurden 15.000 km zurückgelegt. Zehn Jahre

Mariangela Berlanda, Vor sitzende des Bezirks Überetsch Unterland

später, 2008 waren es knapp 45.000 km und im Schnitt drei Patienten am Tag (bei ca. 500 eingeschriebenen Mitgliedern im Bezirk). Die Fahrer decken den gesamten Bereich der Sektion Unterland ab. Die freiwilligen Fahrer aus dem Unterland: Giuseppe Civetta, Silvio Ferrazzi, Judith Wieser, Renate Klotzner, Maria Nössing, Nicola Bellini, Vincenzo Cocca, Eduard Dalvai und Renato Zanot.

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„Was Was ist los in den Bezirken“ Eisacktal

g des Bezirkes Bei der Vollversammlun gab es für ein den Grö talEisacktal-Wipp Dankeschön s ine paar Mitglieder ein kle eit: arb Mit e ich mtl ena ehr für ihre v.l.n.r.: a Amort Gritsch, Heinrich Agreiter, Carolin , her Bac la Pau Stadträtin Dr. ate Daporta Jöchler, Bezirksvorsitzende Ren nlorenzo Pedron, Vizebürgermeister Dr. Gia er erg nsb Hanni Marth Ebe

Die fünf Firmlinge Sven Grünfelder, Philipp Huber, Lisa Huber, Mirjam Mischi und Sandra Jöchler, wollten im Rahmen ihrer Firmvorbereitung einige Stunden in eine soziale, ehrenamtliche Tätigkeit investieren. Sie halfen stundenlang Rosen putzen und verpacken.

Auch heuer wa

r der Ansturm auf die Rosenv erkaufsstände am Domplatz in Brixen wiede r sehr groß!

Unterpustertal Fördert den Gesundungsprozess und entspannt: die Wassergymnastik.

Südtiroler Krebsh ilfe Sektion Unterpuste rtal: Frühlingsfahrt am Donnerstag, 28. Ma i 2009. Besuch beim tradit ionellen Berggasthof "Strum erhof " bei Matrei in Ostti rol.

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„Was Was ist los in den Bezirken“ Überetsch – UNterland Die Anmeldungen zur traditionellen Frühlingswallfahrt waren so zahlreich, dass die Krebshilfe Unterland – Überetsch mit zwei Bussen zur Madonna del Frassino am Gardasee fuhr.

OBERpustertal

ertales Hegeschau des Oberpust Olang - im Rahmen der ten sier ani org ng) Ola aus (19. April Kongressh erpustertales auch eine die Jagdaufseher des Ob nerlöses wurde Rei des Teil Verlosung. Ein tion Oberpustertal Sek der Südtiroler Krebshilfe 00 Übergabe gespendet Höhe € 3.000, Schacher. Ida de zen an Sektionsvorsit

Ihre schönsten Sommerfotos Sommer ist die Zeit für Reisen, Ausflüge, Wanderungen, Picknicks, Schwimmbadbesuche und vieles mehr.

schönsten Sommer Wir möchten Ihre sie in der Septemschnappschüsse, um . ntlichen zu können ffe rö ve be ga us ra be

Es muss ja nicht gleich eine Reise nach Südfrankreich oder Spanien sein. Auch ein Schnappschuss von einer Wanderung mit Freunden oder der Familie. Ein unvergesslicher Nachmittag im Schwimmbad oder ein Grillabend im Garten oder auf dem Balkon sind ein Foto wert. Bitte bis spätestens 20. August 2009 an den Sitz der Krebshilfe in Bozen schicken. Per Post an: Südtiroler Krebshilfe, Dreiheiligengasse 1, 39100 Bozen oder digital per Mail: info@krebshilfe.it

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Foto: Jyoti Orlandi

veranstaltungen Veranstaltungen

[ bozen - Salten - Schlern ] Ferien Das Bezirksbüro bleibt vom 6. bis 31. Juli und vom 10. bis 14. August geschlossen. Treffen mit Vorstandsmitgliedern jeweils dienstags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr. Der Bezirksvorstand wünscht allen Mitgliedern einen wunderschönen Sommer!

[ Überetsch - Unterland ] Ausflug zur Cisloner Alm Donnerstag, 16. Juli Busstops: 8:30 - Auer Bushaltestelle Zur Mühle 8:40 - Neumarkt Vill gegenüber Bar Vaja 8:45 - Neumarkt Tankstelle Q8

Von Truden bis zur Hütte gibt es einen Busdienst für alle diejenigen, die den Fußmarsch von einer guten ¾ Stunde nicht

packen (vor allem am Anfang geht es ziemlich steil bergauf!) Um 11:00 Uhr hl. Messe im Freien; anschließend Mittagessen mit typischen Gerichten (Lucaniche, Polenta, Käse und Krautsalat) Am Nachmittag spendiert Hüttenwirt Luis wie gewöhnlich den Kuchen und es gibt Gelegenheit zum Tanz.

Teilnahmebeitrag für Mitglieder 13 Euro, für Begleitpersonen 15 Euro Informationen und Einschreibungen von 8. bis 14. Juli im Bezirksbüro von Neumarkt, Tel: 0471 820466 Wiesenfest Sonntag, 26. Juli

Um 12 Uhr mittags beginnt am 26. Juli das Wiesenfest in der Erholungszone Schwarzenbach in Auer. Das Menu siegt Lucaniche, Polenta, Koteletten, Pommes Frites und Käse vor.

bezirksbüros [

B O ZEN - SALTEN- SCHLERN ] Sitz u. Ambulatorium: Drei-Heiligen-Gasse 1 - Tel. 0471 283 719 bozen-salten-schlern@krebshilfe.it [ Mera n ] Sitz: Rennweg 27 - Tel. 0473 445 757 Ambulatorium: Romstr. 3 - Tel. 0473 496 715 meran-burggrafenamt@krebshilfe.it [ Tobla ch ] Sitz u. Ambulatorium: Gustav-Mahlerstr. 3 Tel. 0474 972 800 - oberpustertal@krebshilfe.it [ Schlanders ] Sitz: Krankenhausstr. 13 - Tel. 0473 621 721 Ambulatorium: Hauptstr. 134 Tel. 0473 736 640 - vinschgau@krebshilfe.it

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Am Nachmittag spielt das “Castelfeder Duo” auf, am Abend das “Duo Forever”. Alle sind herzlich eingeladen! Ferien Das Bezirksbüro Neumarkt bleibt wegen Ferien vom 22. Juni bis 7. Juli geschlossen.

[ PUSTERTAL ] Se k ti o n Ob e rpu s te rta l

Blumenaktion Am 15. August werden in allen Pfarreien des Oberpustertal auf den Kirchplätzen bei den Hauptgottesdiensten geweihte Blumensträußchen gegen eine freiwillige Spende verteilt. Ferien Das Büro in Toblach bleibt vom 15. Bis 30. August wegen Ferien geschlossen.

IMPRESSUM:

[ N e um a r k t ] Sitz u. Ambulatorium: C.-Battisti-Ring 6 - Tel. 0471 820 466 Ambulatorium: Leifers Tel. 0471 820 466 ueberetsch-unterland@krebshilfe.it [ B ri x e n ] Sitz u. Ambulatorium: Brennerstr. 1 - Tel. 0472 832 448 Ambulatorium: Sterzing - Tel. 0472 765 206 eisacktal@krebshilfe.it [ B rune c k ] Sitz: Bruder-Willram-Str. - Tel. 0474 551 327 Ambulatorium: A.Hofer Str. 52 Tel. 0474 550 320 unterpustertal@krebshilfe.it

DIE CHANCE: Kostenlose Zeitschrift für die Mitglieder der Südtiroler Krebshilfe. Herausgeber: Südtiroler Krebshilfe, Dreiheiligengasse 1, 39100 Bozen Tel: 0471 28 33 48, Fax: 0471 28 82 82 e-mail: info@krebshilfe.it In das Landesverzeichnis der ehrenamtlich eingetragen Dek. Nr. 199/1.1-28.10.1997 Einschreibung ins Bozner Landesgericht Nr. 3/2003 Verantwortliche Direktorin: Dr. M. Bernard Munter Sekretariat: Südtiroler Krebshilfe Redaktion: Dr. Nicole Dominique Steiner Grafik und Layout: Studio Mediamacs, Bozen Druck: Athesia Druck GmbH, Bozen Nächste Ausgabe: September 2009

Die-Chance-2009-02-de  

„Die Krebshilfe ist aus der Versorgung der Patienten nicht mehr wegzudenken.“ Dieser Satz von Primar Helmuth Amor, Vorsitzender der Jahresve...