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Winter 2014/15

ALPE Seiser Alm Magazin

KASTELRUTH · SEIS AM SCHLERN · VÖLS AM SCHLERN · SEISER ALM · TIERS AM ROSENGARTEN

Skifahren Ein inniges Vergnügen

Tradition Friedls alte Stuben

Ezio Zermiani Porträt eines Weltbürgers


Wann bist du das letzte Mal deinen eigenen Weg gegangen?

Eine Reise nach S端dtirol ist immer der Anfang von etwas Besonderem. Ob Entspannung oder Inspiration, hier findet jeder seinen ganz eigenen Weg Urlaub zu machen. www.suedtirol.info


Foto: Helmuth Rier

Editorial & Inhalt

Liebe Gäste!

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interwelt und Weihnachtszauber, Kultur und Kulinarisches, Skifahren und Snowboarden, Schneeschuhwandern und Langlaufen, Winter-Paragleiten und Eislaufen, Hüttenzauber und alpine Wellness – in der Ferien­ region Seiser Alm sind Ihren Urlaubsideen keine Grenzen gesetzt. Was auch immer Sie unternehmen, Sie werden auf jeden Fall den Alltag für die Zeit Ihres Urlaubs vergessen. Vielleicht finden Sie auf den folgenden Seiten eine Anregung, die über das Übliche hinausgeht und besondere Emotionen verspricht. Auch dieses Heft bietet wieder spannende Themen für Genießer, Sportler und alle, die gerne mehr über die Bräuche rund um die Ferienregion Seiser Alm erfahren möchten. Im Mittelpunkt steht das Genuss-Skifahren auf der Seiser Alm: Genießen lässt sich hier nicht nur das Skifahren, sondern auch das Dolomiten-Panorama und der Hüttenzauber. Sportlich her geht’s beim Schneeschuhwandern in Tiers am Rosengarten, wo Sie im frischen Schnee Ihre Spuren ziehen können. Nach einem Tag auf den Pisten und Wegen geht‘s zurück in die heimelige Stube. Alte Stuben, das sind Friedls Leidenschaft. Er bringt sie wieder in Schuss und entdeckt mit Kennerblick lokale Eigenheiten der alten Stuben. Um lokales Brauchtum dreht sich auch die Tanzlmusig. Der Name kommt nicht von ungefähr: Walzer, Polka oder Ländler geben den Rhythmus für die Almtänze auf der Seiser Alm vor.

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Skilanglauf Seite 6

Wo Skifahren zum Genuss wird

Auch von zwei bewegten Leben erzählen wir Ihnen in dieser Ausgabe: Ezio Zermiani, Bozner Journalist und Weltbürger, war über 35 Jahre lang auf den Formel-1-Rennstrecken dieser Welt zu Hause. Dora Baumgartner, die Lore, hat ihr Leben Völs am Schlern und ihrem Hotel verschrieben.

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Nicht zuletzt möchte ALPE aber auch einfach Ihr Begleiter durch Ihren Seiser Alm Urlaub sein: Neben wichtigen Informationen über öffentliche Dienste gibt es viele Tipps für die besten Restaurants, Gaststuben und Treffpunkte sowie für attraktive und vielfältige Shoppingmöglichkeiten in den Dörfern auf dem Hochplateau und in der näheren Umgebung. Das Magazin enthält auch ein detailliertes Programm der vielfältigen Veranstaltungen, der kulturellen wie geselligen Höhepunkte. Wir hoffen, dass auch Sie mitmachen und daran Freude finden.

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Mythos Dolomiten Seite 12

Im Rhythmus von Polka & Co: die Tanzlmusig Seite 16

Schneeschuhwandern in Tiers am Rosengarten Friedls alte Stuben Seite 24

Vom Pamir in die Dolomiten: Graf Bobrinskoj Seite 26

Dora Baumgartner, „die Lore“ Seite 30

Rezept: Buchteln Seite 31

Ezio und die schnellen Männer Seite 36

Top 10 Winter-Aktivitäten

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen, unvergesslichen Aufenthalt, Wohlergehen und Erholung.

Seite 38

Höhepunkte Winter ’14/15 Seite 40

Vorschau Sommer ’15 Seite 42

Eduard Tröbinger Scherlin

Gesehen & gehört

für Seiser Alm Marketing und die Tourismusvereine Kastelruth, Seis am Schlern, Völs am Schlern, Seiser Alm und Tiers am Rosengarten Sommer Winter | ALPE 3


Skilanglauf Bereits unsere Vorfahren und auch der berühmte „Ötzi“ bewegten sich im Winter auf Holzbrettern fort. Doch erst im 19. Jahrhundert wurden in den skandinavischen Ländern Wettrennen ausgetragen und im Jahre 1892 gehörte der Skilanglauf (neben Skispringen, Nordische Kombination und Biathlon) zum ersten Holmenkollen Ski Festival, das seitdem jährlich stattfindet. Wenn der Schnee hart und vereist war, dann wurde bereits damals geskatet, d.h. im

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Schlittschuhschritt gelaufen. Ansonsten galt der klassische Stil, d.h. Fuß neben Fuß in einer gespurten Loipe. Der Skiweltverband FIS ließ für Wettkämpfe schließlich im Jahre 1986 das Skating zu. Auf der Seiser Alm gibt es 80 Kilometer Loipen, sowohl für den klassischen Stil als auch für den freien Stil, das Skating. Hier gab es bereits in den 1930er Jahren erste Langlauf-Wettkämpfe, doch erst

in den 1960er Jahren wurden von verschiedenen Hoteliers die Loipen regelmäßig gespurt. Der Boom kam dann mit den Trainingslagern der deutschen Nationalmannschaft und der DDR-Mannschaft, dies im Zusammenhang mit den Weltcup-Rennen in Kastelruth. Seitdem ist die Seiser Alm für viele Nationalmannschaften im Winter und im Sommer ein begehrtes Trainingslager, und das umrandet von den schönsten Bergen der Welt.


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Skifahren auf der Seiser Alm

Das Innige des Der Rucksack ist gepackt, die Ski-Tuta (= südtirolerisch für Ski-Anzug) ist angezogen und die Fahrt zur Talstation nach Seis ist in wenigen Minuten mit dem öffentlichen Bus getan. Bequem aussteigen und in die Seiser Alm Bahn einsteigen. Die Türen gehen zu, ein leichtes Ruckeln, wenn die Kabine die Talstation verlässt, dann schwebt sie.

U

nd damit beginnt der erste Teil des Genusses: Im Westen sieht man den Ritten, rechts das Rittner Horn und die Villanderer Alm. Linkerhand die Mendel und am Horizont strahlt schneebekrönt das Ortlermassiv. Nordwestlich erheben sich die Ötztaler Alpen. Dort wurde 1991 am Hauslabjoch der „Mann aus dem Eis“ gefunden, der vom österreichischen Journalisten Nicolaus Glattauer den mittlerweile weltbekannten Spitznamen „Ötzi“ bekam. Wie muss es vor über 5000 Jahren gewesen sein, ohne Umlaufbahn, ohne moderne, atmungsaktive Kleidung? Fuhr Ötzi Ski?

Text: André Bechtold Fotos: Helmuth Rier

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Meine Skier, die Skischuhe und den Helm habe ich nicht bei mir, sondern sie befinden sich in einem

Spint an der Bergstation. Der Spint hat beheizte Skischuhhalter und das alles ist ein Genuss: ankommen, in warme Skischuhe steigen und losfahren – und am Abend kann man alles wieder dort lassen und mit ebenfalls gewärmten normalen Winterschuhen den Heimweg antreten. Doch so weit ist es jetzt noch nicht. Die Umlaufbahn ist auf Höhe der sicheren Schneegrenze angekommen. Der Schlern strahlt in der Morgensonne, die Spitzbühl-Piste erscheint und dann der Seiser Alm Snowpark. Im Osten erhebt sich Sekunde für Sekunde das weiße Panorama mit den majestätischen sedimentierten Korallenbergen Langkofel und Plattkofel. Der Anblick verschlägt einem den Atem und die Freude aufs


Vergnügens

Skifahren äußert sich in einem erhöhten Pulsschlag. Es ist ein immer wieder neues Verliebt-Sein in diese einmalige Winterwelt der Dolomiten unter blauem Himmel. Die Türen der Seiser Alm Bahn gehen auf, nur noch die Treppen hinunter und in das Depot, wo der Spint steht. Aufschließen, Schuhe ausziehen, Skischuhe anziehen, Skier, Stöcke und Helm nehmen, Spint abschließen, Schlüssel in die rechte Ärmeltasche und dann rauf. Man könnte es alles gemächlicher machen, doch die Lust auf das Skifahren ist einfach größer. Die Treppe rauf ist dann schon ein kleines Warmmachen. Dann fallen die Skier in den Schnee, die Bindungen hacken ein, der Helm sitzt, die Schlaufen der Skistöcke sind

am Handgelenk, nur noch die Brille vom Helm herunter auf die Augen setzen und jetzt könnte es losgehen. Aber neben all der Lust muss die Disziplin jetzt walten. Der Körper ist noch nicht richtig vorbereitet, die Muskeln sind noch kalt: Warm-Up, bestehend aus Stretch-Übungen. Einige Skifahrer belächeln das, doch die Sicherheit im Schnee wird auf der Seiser Alm ganz großgeschrieben, dazu gehört neben der einwandfreien Ausrüstung, auch die Vorbereitung vor dem Skifahren. Mit kalten Muskeln und Sehnen kann man Skifahren nicht genießen.

Winterweißes Sportund Freizeitvergnügen auf Europas größter Hochalm.

Und dann endlich los. An der Bergstation der Seiser Alm Bahn vorbei geht es zum Spitzbühl-Lift. Dort ist der Genuss beim Liftfahren besonders, »

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Die Seiser Alm ist von der Sonne verwöhnt und bietet Wintersportlern traumhafte Pistenverhältnisse.

denn in der Morgensonne kann man den Schlern mit seinen Türmen Euringer und Santner so unglaublich greifbar dreidimensional betrachten. Die Spitzbühl-Piste fahre ich einmal wieder ganz herunter, dann mit dem Lift wieder rauf und beim zweiten Male quere ich hinüber zur Talstation des Laurin-Lifts. Beim Auffahren präsentieren sich die mächtigen drei Big-Jumps des Seiser Alm Snowparks in ihrer ganzen Größe. Sie sind komplett aus Schnee gefertigt, ein Meisterwerk der Shaper. Ich fahre nur den oberen Teil des Snowparks, der ist für Anfänger, weiter unten dann sind die Könner unterwegs und vor allem die Big-Jumps sind nur für Profis geeignet. Einige sind schon unterwegs und man kann nur die Sprünge bestaunen. Es gibt da eine besondere Stelle: Wenn man sich dort hinstellt, drehen sich die Freestyler genau im blauen Himmel zwischen der Burgstallkante des Schlern und dem Euringer. Von der Bergstation des Laurin-Lifts über die Passage zur Bergstation vom Panorama: Das kleine Stück ist eher flach und somit eine gute Übung für die Arme und den Oberkörper, da man hier gerne die Stöcke zum Anschub mitbraucht. Lang­ läufer queren die Piste und an ihrer Technik und Geschwindigkeit und dem roten Anzug erkennt man sofort, dass es sich um Mitglieder der norwegischen Langlauf-Nationalmannschaft handelt. Sie trainieren hier für ihre vielen Goldmedaillen. Doch mein Weg geht mit dem Paradiso-Lift weiter, von dessen Bergstation die lange Abfahrt in das Gebiet Saltria geht. Dort gibt es mehrere Möglichkeiten, ich entscheide mich für die Auffahrt zur Williamshütte. Wenn man dabei im Florian-Lift das Auge auf den Plattkofel richtet, kann man Tourengeher erkennen, die mit ihren speziellen Skiern den Plattkofel hinaufsteigen und dann wieder herabfahren. Doch auch das ist nur bestens ausgerüstet und mit der entsprechenden Erfahrung zu tun. Von oben aus geht es am Zallinger vorbei. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hieß die Zallinger Alm „Sassegg“. „Sassegg“ wiederum stammt von einem alten, lateinischen Flurnamen „saxus siccus“ ab und bedeutet trockener, wasserarmer Stein. Gemeint ist hier wohl der Plattkofel. 1854 kaufte Karl von Zallinger aus Bozen die Alm vom Decker Bauern in Tisens und drei Jahre später ließ er eine kleine Kapelle aus Kalksteinquadern zu Ehren der Muttergottes Maria bauen.

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Vom Zallinger aus geht es durch eine wunderbare Waldpiste bis hinunter nach Saltria, dann weiter, erneut bis zur Talstation des Florian-Lifts und mit dem wieder hinauf. Der Blick fällt auf die LiegerSchwaige, von der im Herbst das Vieh des Ochsenwalds zur Saltner Schwaige abgetrieben wird. Die Saltner Schwaige ist mein erster Zwischenstopp. Auf der Seiser Alm gibt es noch die Saltnerei Tschapit, beide gehören der Gemeinde Kastelruth und werden an den Saltner, den „Cowboy“, verpachtet. Im Winter gab es früher hier wenig zu tun, heute ist es eine bewirtschaftete Hütte mit herrlichem Blick auf den Plattkofel. Ich bestelle Kaiserschmarrn. Ob der nun mit Kaiser Franz Josef und seiner Frau Elisabeth (Sissi) zu tun hat, oder einfach nur der Kaser(=Senn)Schmarrn war, ist egal. Genießen ohne Denken. Die Skischuhe wieder in den Bindungen geht es eine kurz Strecke zum Floralpina-Lift und der hängt mit dem 1911 in Meran verstorbenen Sohn griechischstämmiger Kaufleute namens Theodor Christomannos zusammen. Christomannos war ein einflussreicher Politiker und betrachtete die wirtschaftliche Erschließung Südtirols, insbesondere den Ausbau des Verkehrsnetzes und die Förderung des Tourismus, als seine Lebensaufgabe. Zwischen 1935 und 1940 hieß daher das heutige Sporthotel Floralpina „Christomannos Haus“. In dessen unmittelbarer Nähe befinden sich der „Flor­alpinalift“ und die „Floralpina-Piste“. Nächstes Ziel ist der höchste Punkt der Seiser Alm, nämlich der Goldknopf. Der Name hat aber nichts mit Gold zu tun, sondern hieß früher „Galtkopf“, wobei es sich um eine hohe Almkuppe für Galtvieh (Weidevieh, das noch nicht geschlechtsreif ist) handelt. Der Ausblick ist herrlich, auch wenn hier oben der Wind auch bei Sonnenschein ganz schön pfeifen kann. Links geht die HighSpeed-Piste ab, eine gerade Abfahrt mit Geschwindigkeitsmessung. Der bisherige offizielle Rekord stammt aus dem Jahre 2007 von keinem Geringeren als dem Geschwindkeitsfahrer Simone Origone mit der Geschwindigkeit von 122,86 km/h. Mir ist das heute nichts für meinen Genuss-SkiTag, auch wenn meine eigene Höchstgeschwindkeit bei Weitem nicht so hoch liegt. In schnellen Schwüngen geht es den oberen Teil der Goldknopfpiste hinunter, kurz geht es in der Hocke weiter und dann kommt die breite Paradiso- »


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Dieser Bereich der Seiser Alm ist die Sonnenseite. Von hier aus kommt man mit dem Lift „Sonne“ zur Bergstation der Umlaufbahn St. Ulrich/Seiser Alm und somit in die Grödner Skigebiete. Mein Weg ist heute jedoch ein anderer, nämlich wieder zurück. Vom Mezdi-Lift aus sehe ich zur Rechten das Hotel Sonne und zur Linken die neuerbaute Adler Mountain Lodge. Oben angekommen geht es in die breite Querung hinein, die zur Sanonhütte führt und von dort aus hinauf und wieder schwingend zurück, vorbei am „Icaro“. Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu, doch ich will noch einmal die Panorama-Piste abfahren, da hier einer der Pioniere der Seiser Alm einst sein Lebenswerk schuf. Dazu gehört auch die „Slittovia“, der Urahn aller Seilbahnbetriebe. Dieser Schlittenlift wurde 1938 von Walter Griesser erbaut und führte am legendären „Tschon Stoan“ vorbei auf das Joch. Auf ebendieser Trasse ersetzt nun die neue 6er Sesselbahn Panorama bereits in der vierten Liftgeneration die „Slittovia“, deren Original bei der Bergstation noch zu bewundern ist. Die fast letzten Schwünge dieses Tages bringen mich zum Telemix Puflatsch, wo neben einem Sessellift auch eine Kabine auf den Puflatsch führt. Zudem ist das System beim Einfahren so ausgestattet, das sich bei Kindern unter einer bestimmten Größe eine Plattform hebt und so der Sessel sicher die Kinder aufnimmt. Neben der Bergstation grüßt ein Engel auf seiner Engelsrast, ein außergewöhnliches Kunstwerk. Noch schnell eine Runde über den Puflatsch gemacht, auch den Doppelslalom bei der „Hexe“ gefahren, dann geht es hinab nach Compatsch.

Genussskifahrer kommen auf den breiten Pisten der Seiser Alm voll auf ihre Kosten.

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Piste, die man mit schönen langen Schwüngen befahren kann. Dieses Schwingen im Schnee ist eine einzige Freude. Nun liegt der nördliche Teil der Seiser Alm vor mir. Der kurze Bamby-Lift bringt einen zur Querung in dieses Gebiet, man muss jedoch zuerst zur Mezdi-Piste und dann weiter zum Monte Piz.

Welch ein Skitag auf der Seiser Alm! Gedanken bei der Abfahrt nach Seis: Der kategorische Imperativ von Immanuel Kant besagt, dass man nur nach derjenigen Maxime handeln soll, von der man denkt, dass sie ein allgemeines Gesetz werden kann. Und über den Genuss schrieb Kant: „genieszen ist das Wort, womit man das innige des vergnügens bezeichnet.“ Dass der große Philosoph Ski fuhr, ist eher unwahrscheinlich, doch seine Worte treffen bestens für das Skifahren auf der Seiser Alm zu. Und wenn man das tut, dann wünscht man der ganzen Welt, dieses Gefühl zu teilen und selbst zu erleben. Ja, es sollte ein allgemeines Gesetz sein, das Skifahren auf der Seiser Alm zu genießen. «


Foto: SAM/Luigi Alesi

Die faszinierende Bergwelt der Dolomiten: bizarre Felsformationen und unverwechselbare Farbgebung.

Mythos Dolomiten Seit 2009 UNESCO Welterbe, laut Südtirols Extrembergsteiger Reinhold Messner „die schönsten Berge der Welt“ und für viele die Winterregion schlechthin: Die Dolomiten bestechen durch ihre einzigartige Schönheit.

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ersteinerte Korallenriffe, die sich in den Himmel türmen, sind Zeugnisse der einmaligen Bergwelt der Dolomiten. Dank ihrer einzigartigen monumentalen Schönheit und ihrer geologischen und geomorphologischen Bedeutung zählen die „Bleichen Berge“ seit 2009 zum UNESCO Welterbe. Insgesamt neun Teilgebiete, darunter auch der Naturpark Schlern-Rosengarten, gehören offiziell zu den schönsten Landschaften der Welt.

40 Jahre Naturpark Schlern-Rosengarten. Südtirols ältester Naturpark wurde im Jahr 1974 gegründet. Das 7.291 Hektar große Schutzgebiet befindet sich in den westlichen Südtiroler Dolomiten. Der Schlern ist ein beeindruckender Gebirgsstock und gilt mit den Türmen Santner und Euringer als Symbolberg Südtirols. Das Rosengartenmassiv mit seinen unzähligen Türmen ist ebenfalls weit über die Landesgrenzen bekannt. Einer dieser zahlreichen markanten Erhebungen des Massivs, der Kesselkogel, erreicht sogar eine Höhe von 3.002 Metern. Zum Naturpark gehören auch die Bergwälder um Seis am Schlern, Völs am Schlern und Tiers am Rosengarten sowie das Tschamintal. «

Bruneck Brunico

Südtirol

Dolomiten UNESCO Welterbe

Brixen Bressanone

Meran Merano

Lienz Toblach Dobbiaco

St. Vigil S. Vigilio

5 St. Ulrich

Kastelruth Ortisei Castelrotto Seis am Schlern Seiser Alm Siusi allo Sciliar Alpe di Siusi Völs am Schlern

6

Auronzo Corvara

Cortina d’Ampezzo

Fiè allo Sciliar

1

Pelmo, Croda da Lago

Bozen Bolzano

2 Marmolada 3 Pale di San Martino, San Lucano Dolomiti Bellunesi, Vette Feltrine 4 Dolomiti Friulane e d’Oltre Piave 5 Nördliche Dolomiten

8 Bletterbach

7

Canazei

2

8

Alleghe

Pieve di Cadore

1

Agordo

3

Longarone

Cimolais

Pordenone

Madonna di Campiglio Fiera di Primiero

9 Trento

Belluno

Udine

Belluno Feltre

Trentino

Ampezzo

4

Zoldo

Cavalese

6 Puez-Geisler 7 Schlern-Rosengarten, Latemar

Tiers/Tires

Pordenone

9 Dolomiti di Brenta

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Wenn die Musig spielt Sie sind gelebtes Brauchtum, die Almtänze auf der Seiser Alm im Rhythmus von Walzer, Polka oder Ländler. Oft geben “Die 6 Kraxn” den Ton an, fünf junge Burschen und ein Mädchen aus Kastelruth, die waschechte Tanzlmusig spielen.

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Text: Rosa Maria Erlacher Fotos: Helmuth Rier

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edes Dorf hat seine Musikkapelle: mit Fahnenträger, Kapellmeister und mehreren Marketenderinnen. Die begleitet mit ihrer Musik feierliche und getragene Anlässe, gibt Konzerte und spielt ein Repertoire auf gehobenem Niveau. Ihre Mitglieder sind durchwegs begeisterte Musikanten, und einige unter ihnen haben derart Freude am Musizieren, dass sie sich in kleinere

oder größere Musikgruppen unterteilen und zusätzlich auf kleineren oder größeren Festen und Feiern aufspielen. Kleinere Gruppen, bestehend aus vier bis höchstens acht Musikern, nennen sich Tanzlmusig, spielen also zum Tanz auf. Ohne große musikalische Ambitionen, sondern einfach aus „Spaß an


Aus purem Spaß an der Freud’: sechs junge Kastelruther mit ihrer Tanzlmusig.

der Freud“. Sind die Gruppen größer, dann nennt man sie „Böhmische“. Das sind schon kleine Blasmusikorchester, die in der einfachen Kastelruther Tracht auftreten und immer dann zur Stelle sind, wenn es nicht der gesamten Musikkapelle bedarf. Nun, Tanzlmusig und Böhmische haben in den Dörfern und Weilern unterhalb des Schlern eine lange Tradition. Früher spielte die Tanzlmusig zum Beispiel nach der Heumahd auf der Alm auf, beim Törggelen in den Weinhöfen am unteren Rand des Hochplateaus, bei Kirchtagen und Hochzeiten sowieso, kurzum immer, wenn es gesellig und lustig zuging. In den letzten Jahrzehnten haben sich aber viele Tanzlmusig-Gruppen aufgelöst, aus Alters- oder Krankheitsgründen oder weil die Zeit dafür fehlte. „Die 6 Kraxn“. Umso erfreulicher ist es, wenn junge Menschen authentische Traditionen wachhalten. Spaß am gemeinsamen Musizieren, Rückbesinnung auf alte Bräuche und eine fröhliche

Stimmung waren ausschlaggebend, dass sechs Freunde vor acht Jahren “Die 6 Kraxn” gründeten. „Als Kraxn werden im Kastelruther Dialekt die früher häufig verwendeten Gestelle aus Holz zum Tragen von Lasten bezeichnet, aber auf ironische Weise auch sehr schlanke männliche Personen“, erklärt Manuel. Hinter der Namensgebung steckte also eine gehörige Portion Selbstironie und natürlich viel Sinn für Humor und launige Geselligkeit. „Ja, es ist schon wichtig, dass alle sechs Musiker nicht nur harmonisch zusammenspielen, sondern auch gut miteinander feiern können. Ebenso genug Zeit aufbringen, sonst funktioniert so eine Tanzlmusig nicht“, bestätigt der Kraxn-Wortführer. Trotzdem hat es seit Bestehen der Gruppe mehrmals einen Wechsel in der Besetzung gegeben. Aus verschiedenen Gründen, sagt Manuel, aber sicher nicht, weil man sich nicht gut vertragen habe. In den letzten fünf Jahren blieb die Besetzung gleich. Außer Manuel, der noch studiert, das »

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Fach Trompete an der Musikhochschule Linz, sind alle berufstätig. „Bei einer Tanzlmusig mitzuspielen ist wie ein Hobby. Es zählt die Begeisterung, dann findet sich auch irgendwie die Zeit“, sagt Manuel.

„Die 6 Kraxn“ versprühen jede Menge gute Laune.

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mit Lederhosen und kariertem Hemd gekleidet, Patrizia mit Dirndl, spielen „Die 6 Kraxn“ auf Bällen, Dorffesten, Almtänzen, Eröffnungsfeiern, Geburtstagen und Hochzeiten auf. „Sofern wir alle sechs Zeit haben“, sagt Manuel. Im vergangenen Jahr war das immerhin fast zwanzig Mal der Fall.

Besetzung. In der Gruppe spielen er und Urban Flügelhorn, David, der neben seinem Beruf als Lehrer an einer Südtiroler Musikschule auch noch Kapellmeister ist, beherrscht virtuos die Steirische Zieharmonika. Patrizia spielt Klarinette, Markus die Tuba und Josef die Posaune. Das ist die klas-

Besonders gern nehmen sie sich die Zeit, auf Tanzlmusig-Festen aufzuspielen. Sie waren schon mehrmals bei solchen Treffen dabei, in Südtirol, in Oberösterreich, am Bodensee. „Wenn viele Tanzlmusiker mithören und das Publikum so richtig mit-

sische Besetzung einer Tanzlmusig, wie auch das Repertoire sich an überlieferte Vorgaben hält. So spielen „Die 6 Kraxn“ aus dem Stehgreif viele „Luschtige“ (lustige Weisen), schwungvolle Polkas, Ländler und Boarische zum Tanzen, populäre Märsche wie den „Bozner Bersteigermarsch“ oder den „Tiroler-Herz-Marsch“. „Etwa 30 Stücke können wir auswendig spielen, bei gut noch einmal so vielen halten wir uns an Notenblätter“, unterstreicht Manuel ihre Vielseitigkeit. Die fünf Burschen

geht, beflügelt uns das natürlich auch beim Musizieren“, meint Manuel. Jetzt haben sie vor, einen CD-Tonträger herauszubringen mit ihrer Tanzlmusig. Dabei stehe aber, betont Manuel, weniger der kommerzielle Zweck im Vordergrund als vielmehr die Absicht, dass schriftlos überlieferte Tanzlmusig nicht verloren gehe. Die „Auswendigen“ werden also akustisch gespeichert. Und das ist gut so, denn Tradition soll nicht nur geschützt, sondern weiterhin authentisch gelebt und erlebt werden. «


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KOMMA Graphik · Foto: Helmuth Rier

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Text: Katja Sanin Fotos: Helmuth Rier

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Die weiße Schneepracht am Rosengarten zieht Schneeschuhwanderer in ihren Bann.

Tiers in heaven

So muss es im Himmel sein …

Wenn man unter der Bergler Hütte am Fuße des Rosengarten mit großen Schritten durch die lockeren und frischen Schneemassen talwärts stapft, möchte man diesen Moment ewig auskosten.

S

chneeschuhwandern in Tiers am Rosen­ garten ist Entspannung und körperliche Ertüchtigung in einem. Meine Begleitung Heidi ist mit ihren fast 70 Jahren fit wie ein Turnschuh. Sie ist ausgebildete Wanderführerin und kennt das Schlern- und Rosengartengebiet wie ihre Westentasche. „So ideale Bedingungen hat man nicht immer“, sagt sie zu mir, als wir uns bei meiner ersten Schneeschuhwanderung nach dem Anstieg und einer kurzen Rast wieder die Schneeschuhe anziehen und im tief verschneiten Hang unsere Spuren im Pulverschnee hinterlassen. Einfach himmlisch, diese weichen, weißen Schneemassen mit den Schneeschuhen zu verdrängen. Die Winterlandschaft unter dem Rosengarten - die Wege, Wiesen und Wälder eingebettet in eine weiße Schneepracht vermitteln Ruhe und wohlige Wärme, auch wenn es kalt ist. Und Heidi hatte mit ihrer Aussage Recht: Keine meiner darauffolgenden Schneeschuhwanderungen war so schön, wie jene über die Hanicker Schwaige zur Bergler Hütte und über Plafötsch und die Traunwiesen zurück nach St. Zyprian. Schnee und Wetterbedingungen hin oder her, das Schneeschuhwandern hat immer seinen Reiz. Es

bedeutet für mich Ruhe, Erholung und Natur pur, egal ob es die gemütliche Rundwanderung am Eingang des Tschamintals oder die etwas längere Tour von St. Zyprian über den Nigerpass bis zum Messner Joch ist. Möglichkeiten gibt es jede Menge, mit oder ohne Einkehrmöglichkeit – je nach Lust und Laune. Tiers am Rosengarten ist ein Geheimtipp für alle, die unberührte Natur, Ruhe und Erholung lieben. Die Ruhe, die einen begleitet, wenn man einen tief verschneiten Winterwald durchquert, ist traumhaft. Abseits vom Treiben in den Ortschaften, im Einklang mit der wie in Watte eingebetteten Natur – einfach herrlich, wie auf Wolke 7! Bei einer schönen Schneeschuhwanderung im Tiersertal kann man seinen Akku so richtig aufladen. Man fühlt sich, als wäre die Zeit stehengeblieben oder gar in die Vergangenheit zurückversetzt. Ausgangspunkte für eine Schneeschuhwanderung im Tschamintal gibt es mehrere. Gestartet werden kann zum Beispiel beim Hotel Cyprianerhof, von wo aus man über die Traunwiesen hoch geht, dann links abzweigt, den Forstweg entlang durch das Tal »

Text: Katja Sanin Fotos: Helmuth Rier

Auf den Spuren der Wilderer Wildern war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur in Tiers am Rosengarten weit verbreitet. Dort war es ein offenes Geheimnis, dass sogar die Pfarrherren Peter und Josef Corazza wilderten. Wilderer gab es genug. Durch das Jungbrunnental verlief im Winter ein ausgetretener Steig, der

an beiden Seiten von Blut gesäumt war. Die Wilderer brachten die erlegten Tiere meist mit Ziehschlitten durch das Tschamintal hinunter zur Steger Säge. Dort ist heute das Naturparkhaus Schlern-Rosengarten untergebracht. Die Steger Säge ist ein inzwischen selten

gewordenes Beispiel für eine wasserbetriebene Venezianer Säge. Das Gebäude wurde saniert und das Sägewerk wieder betriebsfähig gemacht. Als Zeugen der alpinen Handwerkstradition und Kultur sind die Säge und der Wohnbereich des Sägemeis­ters erhalten geblieben.

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Idylle pur in Tiers am Rosengarten

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wandert. Bei dieser Schneeschuhwanderung kann jeder nach Lust und Laune so weit gehen, wie er mag und kann. Auf dem Forstweg erreicht man die Dosswiesen, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf das gesamte Tierser Tal hat. Weiter geht es über einen Waldrücken hinein ins Tschamintal. Man kommt zu einer Schranke und kurz vor der zweiten Schranke befindet sich auf der linken Seite ein stei-

und erreicht den Rechten Leger mit einer kleinen Almhütte. Auf der Wiese vor der Hütte beim Rechten Leger, einem Weideplatz, steht ein geschnitztes Wegkreuz mit einer Bank zum Verweilen. Wenn man Glück hat, hat jemand wie Heidi die Schneemassen von der Bank geräumt und die Sonne das Holz getrocknet. Der Rechte Leger ist einer der idyllischsten Plätze in Tiers. Es ist einfach himm-

ler Pfad, der hinunter zur Tschaminschwaige führt, von wo aus man wieder zurück zu den Traunwiesen oder nach Weißlahnbad gelangt. Setzt man aber seine Wanderung auf dem Pfad fort, überquert man kurz darauf den Tschaminbach. Der Weg wird etwas steiler, und man erreicht eine kleine Lichtung (Schaferleger). Dann überquert man zum zweiten Mal auf einer kleinen Brücke den Tschaminbach

lisch, sich dort auszuruhen mit dem Blick auf die Spitzen und Vorgipfel des Rosengarten, insbesondere auf die Grasleitenspitzen (2672 m) und den Valbonkogel (2824 m). Man spürt je nach Schneeverhältnissen und Kondition eine gewisse Müdigkeit in den Beinen und die warmen Strahlen der Wintersonne auf der Haut – in solchen Momenten könnte die Welt um einen herum stehen bleiben. «


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Bodenständig und kreativ: Stubentischler Friedl Trocker hat die Hände voll zu tun.

Friedls alte Stuben Der gelernte Tischler Friedl Trocker hat sich darauf spezialisiert, alte Stuben wieder in Schuss zu bringen. Kaum einer weiß mehr über Stuben zu erzählen als er.

I

n der Scheune oberhalb seiner Werkstatt hat Friedl gut hundert alte Holztüren gestapelt, viele verwittert, mit abgeblätterter Farbe und geschiefertem Schnitzdekor. Die früheren Eigentümer wollten die unansehnlichen Dinger loswerden, als sie ihr Haus umbauten. Friedl hat sie ihnen gerne abgenommen. Denn er hat die Fähigkeit, ihnen wieder die alte Würde und Schönheit zu verleihen. Das Rüstzeug für dieses Können erwarb er sich in jungen Jahren bei einem Tischlermeister des Ortes. Seine Liebe für altes, naturbelassenes Holz, für traditionelle Bauweisen, für authentische Originalität entwickelte sich nach und nach im Laufe der Jahre. Und irgendwann entschloss er sich, in seinem Elternhaus, dem Färberhof oberhalb von Seis, eine Werkstatt einzurichten und ab nun sein eigener Meister zu sein, mit Schwerpunkt Sanierung alter Holzeinrichtungen und Stuben. „Bis zu vierzehn Stuben pro Jahr habe ich in Stand gesetzt“, erzählt er. Heute muss er – nach einem schweren Arbeitsunfall – etwas kürzer treten. Doch seine Leidenschaft für Stuben ist geblieben. Sie blitzt aus seinen Erzählungen hervor, er kennt alle ihre lokalen Eigenheiten, ihre Entwicklungsgeschichte im Laufe der Jahrhunderte, ihre Entstehungsarten.

Text: Rosa Maria Erlacher Fotos: Helmuth Rier

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Warmer Wohnraum. „Auch in ganz alten Bauernhöfen war die Stube der gemütlichste Raum im Haus, der Versammlungsort für die meist zahl-

reiche Familie samt Gesinde, wo gemeinsam gegessen und gebetet wurde, sich Großeltern, Eltern und Kinder abwechselnd beim warmen Ofen ausruhten, die Frauen spannen und nähten, die Männer im Winter Körbe flochten oder bäuerliche Gebrauchsgegenstände flickten“, erzählt er. Die Stube war der einzige Raum, der im Winter beheizt war, durch einen gekalkten abgerundeten Ofen aus Schamotte oder Naturstein, dessen Befeuerung vom Flur aus erfolgt und der eine gleichmäßige Wärme ausstrahlt. „Deshalb führt auch immer eine Tür direkt von der Stube ins elterliche Schlafzimmer“, vertieft Friedl das Gespräch. Die wurde im Winter offengelassen, damit es für die Säuglinge und Kleinkinder nachts nicht zu kalt wurde. Ja, und zu jedem Bauernofen gehören unbedingt eine Ofenbrücke und eine Rundbank. Brücke nennt sich der hölzerne vierfüßige Aufbau über beziehungsweise rund um den Ofen, bestehend aus einer quadratischen Liegefläche – „zwecks Liegekomfort aus möglichst dünnen Holzbrettern gefertigt“ - mit Kopfablage und einem Gestänge rund um den Ofen, das zum Aufsteigen dient, aber auch zur behelfsmäßigen Wäschetrocknung. Um diesen Wohnraum noch besser gegen die Außenkälte zu schützen, wurde er innen komplett mit Holzbrettern vertäfelt, an allen vier Wänden sowieso und auch an der Oberdecke. „Andererseits gibt es ein Hochgebirgstal in Südtirol, wo den Stuben durchwegs die Deckentäfelung fehlt. Holz gibt es dort aber genug, daran kann es nicht gelegen ha- »


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ben, vielleicht fehlte es den dortigen Stubentischlern einfach am hierfür notwendigen handwerklichen Geschick“, kann sich Friedl keinen Reim daraus machen. Aber dort wo die Stubentischler eine lange Tradition pflegten, präsentierten sich die Deckentäfelungen besonders kunstvoll, als Kassettentäfelung oder als geschnitzte Balkendecken. Dabei waren diese Bauerntischler durchaus fortschrittlich, wie Friedl beim Herausnehmen alter Stuben entdeckt hat. Vor 1870 haben sie die Holztäfelungen noch angenagelt, berichtet er, danach verwendeten sie ausschließlich Nut und Feder. Sanierung einer Stube. War früher das Zimmern einer Stube ein langwieriger Prozess, der einen vollen Winter beanspruchte, so stehen dem modernen Stubentischler heute viele zeit- und kräftesparende Werkzeuge zur Verfügung. „Bevor ich eine Stube ausbaue, nummeriere ich jedes Teil und dokumentiere die Zusammensetzung fotografisch“, sagt er. Dann staubt er die Bretter mit Dampfstrahler ab, hobelt sie gerade, bürstet sie, laugt übertünchte Täfelungen mit einer sorgsam gemischten Lösung ab, um sie anschließend mit einem Fön zu trocknen. „Es war halt eine Zeitlang sozusagen in Mode, die Täfelungen mit Ölfarbe zu übermalen, vielleicht waren aber auch hygienische Gründe dafür ausschlaggebend, weil die Stube so leichter zu putzen war“, erklärt Friedl. Danach… „ja danach heißt es, kreativ zu sein“. Eine alte Stube in einen neuen Mauerraum hineinzupassen ist eine Herausforderung. Denn früher waren Stuben praktisch nie im rechten Winkel, die Raumhöhe war durchwegs niedrig, die Bohlen der Fußböden waren von der beidseitigen Abnützung dünn geworden und vom Sockel her häufig angemodert. Und wahrscheinlich weil die Menschen früher kleinwüchsiger waren als heute, hatten auch Tische, Stühle und Bänke kürzere Beine. Aber für Friedl ist das alles kein Problem, er beherrscht eben die Kunst, dass jede alte Stube, wenn sie neu eingebaut ist, sich wieder wie aus einem Guss präsentiert. Wo man schon genau hinschauen muss, um „neue“ Ergänzungen mit bloßem Auge zu erkennen. Wie er das genau macht, da lässt er sich nicht so gern in die Karten schauen. Aber womit, das ist schon klar, wenn man sich in seiner Werkstatt umsieht. Da gibt es eine Unmenge von alten Brettern

und Pflöcken, die meisten aus Fichten- und Zirmholz, einige wenige aus Lärchenholz, wie er sie zur Ergänzung benötigt. Fündig wird er auf alten Bauernhöfen, wo der Drang zur Modernisierung dazu führt, dass Altes nur allzu gern ausgerümpelt wird. Friedl findet das schade und bewahrt es auf. Gut so. «

Tradition verpflichtet: Alte Stuben, gut saniert, strahlen eine besondere Ruhe aus.

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BUCHVORSTELLUNG

Graf Bobrinskoj Der lange Weg vom Pamir in die Dolomiten Edition Raetia, Bozen 2012 Der russische Privatgelehrte Graf Aleksej A.Bobrinskoj (1862-1938) war einer der ersten Forscher, der das Pamir-Gebirge in Zentralasien bereiste. 1917 musste er auswandern und verbrachte seinen Lebensabend in Seis am Schlern.

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I

m frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich die Ortschaft Seis am Schlern zu einem EliteFremdenverkehrsort, in dem der europäische Hochadel, Industriemagnaten und bekannte Persönlichkeiten der internationalen Kunstwelt ihre Sommerfrische verbrachten. Nach den Wirren der Russischen Revolution ließen sich auch einige russische adlige Familien, die in ihrer Heimat allen unbeweglichen Besitz verloren hatten, in Seis nieder. All diese namhaften Gäste verliehen Seis ein weltenbürgerliches Flair mit vielfältiger Kultur, unterschiedlichen Religionen und Traditionen. Unter ihnen war

mit dem Stammbaum des Grafen und dessen Expeditionen ins Pamir-Gebirge auseinander setzt.

auch Graf Aleksej Bobrinskoj, dessen Villa am Rande des Laranzer Waldes sich bald zu einem Treffpunkt des emigrierten russischen Adels und anderer Persönlichkeiten von Rang und Namen etablierte.

Hotel Salegg, in der Hoffnung, die frische und gesunde Bergluft könne sie heilen.

Dem Leben und Wirken dieses in der Öffentlichkeit in Vergessenheit geratenen russischen Historikers, Ethnografen, Kunstkritikers und Schriftstellers hat der Meraner Kulturverein Rus’ zu seinem 20-jährigen Bestehen eine Biografie gewidmet, die nicht nur das Leben dieser großen Forscherpersönlichkeit und dessen Liebe zu den Dolomiten dokumentiert, sondern auch tiefe Einblicke in die russische Geschichte und die Lebensumstände des 19. und 20. Jahrhunderts gewährt. Der Verein Rus’ wurde 1991 mit dem Bestreben gegründet, eine Brückenfunktion zwischen der russischen und der Südtiroler bzw. der italienischen Kultur auszuüben. Autoren der Biografie „Graf Bobrinskoj. Der lange Weg vom Pamir in die Dolomiten“ sind die Präsidentin des Vereins, Bianca Marabini Zoeggeler, Russin mütterlicherseits (hat in Venedig Literatur studiert und lebt seit 1971 in Südtirol), Michail Talalay, der seit 2004 das Institut für Weltgeschichte der Russischen Akademie der Wissenschaft in Italien vertritt, sowie der bekannte tadschikische Filmemacher, Politiker und Historiker Davlat Khudonazarov, der im Pamir-Gebirge geboren ist und sich im Buch

Graf Aleksej Bobrinskoj, dessen Geschlecht auf Katharina die Große und ihren Liebhaber Gregorij Orlov zurückgeht, unternahm um die Jahrhundertwende drei strapaziöse Expeditionen in unerforschte Gebiete im Pamir-Gebirge sowie Forschungsreisen in den Norden Russlands, wo er ethnografisches Material sammelte und in zahlreichen Büchern dokumentierte. Erstmals kam Bobrinskoj 1907 mit seiner tuberkulosekranken Ehefrau Elisa nach Seis, ins

Im Jahr darauf kaufte er ein altes Anwesen nahe dem Laranzer Wald und ließ es zu einer mondänen Villa umbauen. 1914, als Russland und Österreich in den Krieg eintraten, beschloss das Ehepaar, auf ihr Anwesen Bobriki in Russland zurückzukehren, wo Elisa jedoch bald verstarb. Nach der Revolution kehrte Bobrinskoj Russland endgültig den Rücken und verbrachte die folgenden 20 Jahre, zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Anna, fernab der Heimat, in Seis. Während seine Frau sehr zurückgezogen lebte, pflegte der Graf ein intensives Gesellschaftsleben mit den Einheimischen und den vielen ausländischen Gästen. Er machte Ausflüge in die Dolomiten, spielte leidenschaftlich gern Tennis, pflegte die Jagd, hegte seinen Rosengarten und verfasste wissenschaftliche Schriften. Finanziell am Ende, baute er 1921 seine Villa in eine Gästepension um. Er blieb bis 1936 in der Villa, dann musste er sie verkaufen. Mit Gattin und Gesellschaftsdame zog er in ein kleines Haus im Dorf, wo er zwei Jahre später an einem Lungenödem verschied. Vorher hatte er das Häuschen der Gemeinde Kastelruth überschrieben, um daraus nach dem Tod seiner Gattin (im Jahr 1957) einen Kindergarten zu machen. «

Graf Aleksej Alekseevicˇ Bobrinskoj und die mondäne Villa Aichstaud um 1910 in Seis am Schlern.

Text: Rosa Maria Erlacher

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Die Lore E

in sonniger Spätsommernachmittag. In der Stube des Hotel Restaurants „Rose Wenzer“ sitzt am linken hinteren Tisch eine Gruppe von vier Damen. Sie spielen Watten. Es geht etwas hoch her, da der „Schlag“ nicht richtig gespielt wurde, wie eine Dame behauptet. Die andere schüttelt nur den Kopf und das gegnerische Duo freut sich über die Punkte. Die Karten werden neu gemischt. Da betritt eine Gruppe italienischer Wanderer das „Rose Wenzer“, ein älterer Herr sieht die Damen in der Stube und verkündet stolz in römischen Dialekt, dass sie vom Schlern zurück seien und er vor fünfzig Jahren zum ersten Mal oben war. Eine der Damen schaut kurz von ihrem Blatt auf, sagt „Buona­sera“ (= Guten Nachmittag) und antwortet: „La prima volta che io sono stata sullo Sciliar era 74 anni fa!“ (Ich war das erste Mal vor 74 Jahren auf dem Schlern). Dann spielt sie eine Karte aus, steht auf und kümmert sich um die Gäste. Sie ist die Chefin des „Rose Wenzer“: Dora Baumgartner heißt sie, doch die Einheimischen nennen und kennen sie als „Die Lore“. Vor 74 Jahren befand sich Südtirol in der Zeit der sogenannten „Option“. Am 22. Mai 1939 hatten die beiden Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini den sogenannten Stahlpakt abgeschlossen. Darin wurde vorgesehen, dass die deutsch-italienische Grenze nicht angetastet werden sollte. Außerdem sollten die Südtiroler ausgesiedelt werden. Am 21. Oktober desselben Jahres wurde das Abkommen zur Umsiedlung der deutschen Bevölkerung Südtirols und der „Zimbern“ ratifiziert. Und damit entstand eine bis heute noch nachwirkende Gespaltenheit zwischen den Südtirolern. Diejenigen, die dablieben, wurden als „Volksverräter“ verunglimpft, die „Optanten“ – also jene die auswanderten – waren die „Nazis“.

Text: André Bechtold Fotos: Helmuth Rier

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Der Vater von Lore musste sich für seine Frau Emma Atz und seine Familie auch dieser Frage stellen und anfangs waren seine Gedanken eher für das Auswandern. Und da sagte er der 10-jährigen Lore, dass sie mit ihm unbedingt mit auf den Schlern kommen müsse. Eduard Baumgartner wollte, dass die Tochter – sollte man wirklich optie-

Gastwirtin mit Leib und Seele: Dora Baumgartner

ren und auswandern – wenigstens einmal auf dem Symbolberg der Südtiroler und dem Hausberg der Völser gewesen war. Die Mutter Emma packte ein gebratenes Händl in den Rucksack und in aller Früh ging es über den Völser Weiher und den Prügelweg in der Teufelsschlucht hinauf auf den Schlern bis zu seiner höchsten Stelle, dem Monte Pez (2563 m). Übernachtet wurde im „Rifugio Bolzano“ (Schlernhaus bzw. Schlernhäuser), das vormals noch von den Völser Gastwirten vom Heubad, Kreuzwirt, (Rose) Wenzer und dem Dorfschmied Otto Egger in Pacht bewirtschaftet wurde. Bereits seit dem 24. Januar 1924 waren die Schlernhäuser Eigentum des C.A.I. (Club Alpino Italiano) – im Juni 1940 war die aus dem Fassatal stammende Gastwirtfamilie Micheluzzi Pächterin im „Rifugio Bolzano“, da kein Südtiroler mehr auf einer Schutzhütte als Pächter arbeiten durfte. Eduard Baumgartner führte seine Tochter auch mit einem sehr weinenden Auge hinauf auf den Schlern. Sein eigentliches Ziel war aber ein anderes: Er legte allergrößten Wert darauf, dass sie im Zimmer Nr. 6 schliefen. Noch heute erinnert sich Lore mit strahlenden Augen daran. Morgens in aller Früh, noch vor dem Sonnenaufgang, hatte der Vater sie geweckt. Das Zimmer hatte sein Fenster gen Osten. Und so blickten sie aus dem Fenster und Lore sah, wie die Sonne aufging. Fragt man sie danach, dann antwortet sie, dass es einer der schönsten Augenblicke in ihrem Leben war. Das Kartenspiel geht ohne Lore weiter. „Watten“ ist in der napoleonischen Zeit in Südtirol entstanden. Die verbündeten Bayern und Franzosen spielten in ihren Feldlagern Karten. Der letzte Trumpf heißt im Französischen „va tout“ und daraus leitete sich das Wort „Watten“ ab. Die Geberin wird nach „Schianere“ (= Schönere) gefragt, das heißt, dass die Karten weggelegt und neue ausgeteilt werden. Über den Kartenspielern hängt an der Stubenwand ein Gemälde, das die Büste einer hübschen jungen Frau mit gezopftem Haar und Tracht zeigt. Die typischen Ohrringe des Schlerngebiets sind zu sehen. Das Gemälde ist eingebettet in ein Passepartout. Der Rahmen ist schlicht. Kein richtiges Gemälde, eher eine mit bunten Bleistiften »


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gefertigte Zeichnung und dennoch Malerei. Eine künstlerische Gratwanderung zwischen Malerei und Linie. Rechts am Nacken kräuselt sich ein Haar, dessen Spiegelung in einer einzelnen Locke an der linken Stirn zu sehen ist. Das hellrote Schultertuch öffnet sich leicht nach hinten und lässt einen Blick auf den tieferen Nacken erahnen. Der Maler kann seine Verzückung nicht verbergen. Die „Schöne Gitsch“ strahlt mit wissbegierigen Augen am Betrachter rechts vorbei. Das aufrichtige Lächeln umspielt die ebenmäßigen Zähne und auf der vollen Unterlippe glänzt das Licht des Lebens. Die Gemälde-Zeichnung stammt von keinem Geringeren als Oskar Wiedenhofer (1889-1987) aus dem Jahr 1949 und zeigt Lores Porträt als 19-Jährige.

„Die Lore“, Chefin im Hotel Rose Wenzer, hat viel zu erzählen, von ihren Bergabenteuern bis hin zu Filmgrößen im Schlerngebiet.

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Eduard Baumgartner entschied sich zum Dableiben. Er fühlte sich als Südtiroler und verstand nicht, warum man nach „draußen“ ziehen musste. Äußerst schwierige Zeiten. Nach dem Krieg war kaum ein Mann mehr da. Das Dach vom Rose Wenzer war kaputt. Lore nahm die Ziegel ganz oben auf und reichte sie dem Dachdecker. Ab 1949 war sie dann die Chefin im Gasthaus am Völser Weiher. Dort kehrte immer wieder der Bergsteiger Luis Brunner ein und im Sommer 1950 bot er Lore an, mit ihm den Santner zu besteigen. Vom Weiher ging es zunächst zum Schlernbödele, wo in einer Schupfe übernachtet wurde. Früh um

4 Uhr ging es dann auf den Santner, Luis führte mit einem Seil, andere Sicherungen gab es nicht. Das Schönste an der Besteigung sei das Abseilen gewesen, erinnert sich Lore. Dann ging es wieder zurück zum Völser Weiher, wo die Arbeit wartete. In das Gasthaus am Völser Weiher kamen viele Besucher, Südtiroler Persönlichkeiten, aber auch andere, wie die Nachfahren von Henrik Ibsen, die in Seis eine Villa hatten. Regelmäßiger Gast war auch der „Migg“, ein nach dem Krieg Zurückgekommener, der sommers am Schlernbach in einer Höhle lebte. Migg fragte nach Knochenresten, die er dann den Enten und Katzen am Völser Weiher verteilte. Und eines Tages in der späten Mitte der 1950er Jahre war da eine Filmproduktion. Mel Ferrer, der große Hollywood-Mime soll dabei gewesen sein und ein sehr adretter junger Mann sang und tanzte, ein englischer Regisseur wollte seine blonde Geliebte, die mit einem kleinen Kind und einer Gouvernante auch im Gasthaus am Weiher übernachtete, berühmt machen. Was aus diesem Film wurde? Selbst intensive Recherchen haben bisher kein Ergebnis gebracht, es gibt nur Erinner­ ungen. Übrig bleibt der Name des jungen adretten Schauspielers und die Augen der 84-jährigen Lore glänzen: Peter Alexander. Lore spricht zufällig – kurz vor der Fertigstellung dieses Beitrags – mit der Völserin Maria Kompat-


scher, genannt Much Moidele, darüber. Diese half bis 1955 auf dem Völser Weiher, erinnerte sich ebenfalls an die Dreharbeiten und hatte vor einigen Jahren auch den Film gesehen, zumindest den Schluss davon, als ein Ruderboot mit Sängern vom Seiser Männerchor über den Weiher fuhr. Und sie berichtet, dass es sich nicht um DEN Peter Alexander handelte, sondern um Pero Alexander. Dieser Pero Alexander hieß gebürtig Hans Eduard Pfingstler (*6.4.1921), war Schauspieler und nannte sich anfänglich Peter Alexander, später dann jedoch Pero Alexander. Er wirkte in berühmten deutschen Film mit, u.a. an der Seite von Gert Fröbe, Heinz Rühmann, Heinz Erhardt, Willy Millowitsch, Karl Heinz Böhm, Paul Dahlke, Heinz Drache, Harald Dietl, Gerlinde Locker, Erika Remberg u.v.m. und galt als der Gary Grant des deutschen Film. Auf bestimmten Fotos sieht er DEM Peter Alexander schon sehr ähnlich. Doch Maria Kompatscher ist sich absolut sicher, dass dieser Pero Alexander damals auf dem Völser Weiher einen Film drehte. Die Völser seien damals alle raufgegangen, aus Neugier, um bei den Dreharbeiten zuzuschauen und alle mussten mucksmäuschenstill sein. Sogar Marias Mutter sei hinaufgangen. Ein Seiser hätte auch mitgespielt, doch er war dann ganz traurig, weil er im Film von zwei Carabinieri abgeführt wurde. Man habe ihn lange trösten müssen. Lore erinnert sich bei dem Gespräch mit Maria Kompatscher auch wieder daran, dass sie immer wieder die Enten anfüttern musste. Auch die Recherchen über diesen Film erbrachten nichts. Der Lebensweg von Pero Alexander verliert sich Ende der 60er Jahre, auch einschlägige Filmportale wissen nichts mehr von ihm zu berichten. Wer immer aber noch etwas über diesen Film auf dem Völser Weiher weiß, der möge sich gerne melden.

20 Jahre vergingen für die stets arbeitende Lore wie im Flug, die Mutter Emma verstarb 1967, das Rose Wenzer wurde von September 1968 bis Juli 1969 komplett umgebaut und hatte dann als eines der ersten Häuser im Schlerngebiet Zimmer mit Dusche. Lore verließ den Völser Weiher und übernahm das Rose Wenzer. 1970 verstarb dann auch der Vater Eduard. Vieles ist seitdem geschehen und sehr vieles mehr wäre noch zu erzählen.

Das Gasthaus am Völser Weiher wurde einst von Dora Baumgartner (3.v.r.) geführt.

Doch die Karten sind neu ausgespielt. Die Spieler dürfen beim Watten nicht „deuten“, sie können sich also nicht durch kleine Zeichen untereinander verständigen, welche Karten sie haben. Das ist in Südtirol verboten, doch wer weiß schon, ob das auch immer eingehalten wird. Müde Wanderer betreten das Gasthaus und erzählen stolz, dass sie zum ersten Mal auf dem Schlern waren. Lore kümmert sich gerade um die täglich frische Blumenpracht im Rose Wenzer und begrüßt ihre Gäste. Ein langes Leben für ihre Gäste, ein Leben mit viel Arbeit und abenteuerlichen Erfahrungen liegt schon hinter ihr, und hoffentlich liegen noch viele schöne Jahre vor ihr. Va tout! Post Scriptum: Der Name „Lore“ hat eine Bedeutung. Ihr Geburtsname war „Dolores“, doch der damalige Völser Pfarrer wollte sie nicht unter diesem taufen, da es sich um keinen Heiligennamen handele. Kurzerhand wurde sie als Dorothea (übersetzt = Geschenk Gottes) getauft und die Kurzform Dora war damit schon vorgegeben. Doch Dora Baumgartner wird für die Völser immer die „Lore“ bleiben. Und zum Abschluss noch ein Schmankerl. Der erste Hit von DEM Peter Alexander aus dem Jahre 1951 heißt: „Das machen nur die Beine von Dolores“. Manch junger Völser Mann hat der Lore das damals vorgesungen oder nachgepfiffen. «

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Buchteln Rezept für 4-6 Personen Buchteln sind eine typische Süßspeise aus Südtirol. Das kugelförmige Backwerk aus Hefeteig wird in einer Auflaufform gebacken. Mit Marillenmarmelade gefüllt, kommen die Buchteln in Südtirol oft auch als Hauptspeise auf den Tisch. Zutaten · 500 g Mehl · 1 Prise Salz · 30 g Hefe · 1/8 l lauwarme Milch · 70 g Butter · 50 g Zucker · abgeriebene Schale einer halben unbe­han­delten Zitrone · 1 TL Rum · 1 Päckchen Vanillezucker · 2 Eier · Butter und Semmelbrösel für die Form · 100 g Aprikosen­marmelade zum Füllen · Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung Das Mehl in eine Schüssel geben, salzen und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe zerbröckeln und in die Mulde geben. Die lauwarme Milch dazugeben und alles verrühren. Etwas Zucker und Mehl darüber streuen, mit einem Tuch zudecken und den Vorteig an einem warmen Ort etwa 20 Minuten gehen lassen. In einem Topf Butter zerlassen, mit Zucker, Zitronenschale, Rum, Vanillezucker und den Eiern verrühren und zum Vorteig geben. Den Teig kräftig mit einem Holzlöffel schlagen, bis er sich vom Schüsselrand löst. Erneut zudecken und 30 Minuten gehen lassen. Eine Auflaufform mit Butter fetten und mit Semmelbrösel bestreuen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zwei Zentimeter dick ausrollen und in fünf Zentimeter große Quadrate schneiden. Jeweils mit 1 Teelöffel Marmelade füllen und alles gut verschließen. Die Buchteln mit der glatten Seite nach oben und mit der Verschlussstelle nach unten in der Auflaufform nebeneinander schichten. Mit einem Tuch zugedeckt nochmals etwa 20 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen der Buchteln verdoppelt hat. Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Buchteln mit zerlassener Butter bestreichen und im Ofen 45 Minuten goldbraun backen.

Foto: Helmuth Rier

(Quelle: Echt Südtirol! 85 Rezepte aus der Bergbauernküche, Christian Verlag)

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Wie er leibt und lebt: Ezio Zermiani genießt die Abendsonne in Völs.

Ezio und die schnellen Männer

Ezio Zermiani hat sein Leben der Formel 1 verschrieben. Der Bozner Journalist ist eine lebende Legende, ein Pionier in der italienischen Sportberichterstattung und ein wandelndes Rennsportarchiv.

E

ine Ferrari-rote Armbanduhr, eine Tag Heuer von 1970, ein Hummer-farbener Porsche Targa von 1973, schicke Spiegelbrillen und ein dichter Schnauzbart sind Ezio Zermianis Markenzeichen. Doch wer glaubt, der quirlige Reporter sei einer anderen Zeit entsprungen, der irrt. Der nunmehr ehemalige Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo, dem nicht entgangen war, dass Zermiani in seiner Heimatstadt Bozen zum Bürger des Jahres ausgezeichnet wurde, brachte es im Jahr 2010 mit einer Grußkarte aus Maranello vielleicht am besten auf den Punkt: „Caro Ezio, sei una vera lenza, ma ti voglio bene“. Ja, man muss ihn mögen, den Spitzbuben, der über Jahrzehnte die Renn-

teams mit dem Mikrofon, vor allem aber mit großer Wendigkeit und Hartnäckigkeit rund um den Erdball verfolgte. Seine journalistische Karriere begann Ezio Zermiani als Ingenieurstudent in den 1960er-Jahren beim Staatsfernsehen als Redaktionsmitglied des RAI-Senders Bozen. Als Gerichtsreporter berichtete er von spektakulären Mordfällen und großen Prozessen. Vom aufsehenerregenden Fall Steinkasserer, in dem ein Priester angeklagt war, im Ultental seine Widumshäuserin umgebracht zu haben, erzählt der Journalist, als sei alles erst gestern passiert, ebenso wie von der Anklage des Hotelpor- »

Text: Elisabeth Augustin Fotos: Helmuth Rier

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Im Laufe seiner über 30-jährigen Rennsportkarriere fehlte Ezio Zermiani bei einem einzigen Formel-1-Rennen.

tiers Scicchitani, der des Mordes an einer jungen Frau verdächtigt wurde und dessen Unschuld der Gerichtsreporter gemeinsam mit dem Anwalt beweisen konnte, oder die grausamen Taten des Serienmörders Bergamo. Mit Fleiß, Talent und feinem Spürsinn schaffte Zermiani den beruflichen Sprung nach Mailand. In der Zeit der Roten Brigaden hatte er für die RAI alle Hände voll zu tun und bedauert, dass seine Kollegen heute nur noch vom Schreibtisch aus arbeiten würden. „Wir betrieben noch Ermittlungsjournalismus im klassischen Sinne und mussten uns bewegen“, so der Journalist, der auch bestens als schrulliger Kriminalkommissar in einer TV-Serie durchgehen würde. Ezio Zermianis Leidenschaft galt immer schon den Motoren und so begann er zu jener Zeit, Berichte für die quotenstarke Sportsendung „Domenica Sportiva“ zu produzieren, ein aufregender Job, zumal es früher bei den verschiedenen Motorrennen noch viel mehr Tote gab. In einer Zeit, in der die Übertragung des Filmmaterials nur physisch stattfinden konnte, konnte Zermiani auf seinen Freund, den Schnalstaler Hotelier Leo Gurschler bauen, der ihn samt Aufnahmen von der Rennstrecke in Salzburg mit dem Hubschrauber zum RAI-Studio nach Bozen flog, wo der Film entwickelt und der Bericht fertig gestellt wurde, sodass Zermiani - im wahrsten Sinne des Wortes - der schnellste Reporter war. Von den Motorradrennen wechselte Zermiani zur Rallye und von dort dann zur Formel 1. In 35 Jahren fehlte der Journalist bei einem einzigen Formel1-Rennen, bei einem GP in Monza, weil seine Mutter verstorben war. Und so war der Journalist nicht nur bei allen Grand-Prix-Rennen stets mit von der Partie, sondern auch bei den vielen Trainings unter der Woche, die damals noch auf denselben Rennstrecken stattfanden. Ganz gleich ob Südafrika, Australien oder Spanien, Arbeitstier Ezio war stets mitten drin. „Heute haben die Rennfahrer Simulatoren, so dass sich die Autotests auf der Piste erübrigen“, bedauert er. Die letzten sechs Jahre seiner aktiven Karriere war Ezio Zermiani Chefredakteur der RAI-Motorsportredaktion mit 30 Mitarbeitern in Mailand. Der Sportjournalist hat in der Formel 1 zweifelsohne neue Akzente gesetzt. Unvergessen bleiben nicht nur die vielen Momente, als er den Rennfahrern an der Startlinie das Mikrofon vors Visier setzte, um noch einen O-Ton einzufangen. Vor allem mit Nelson Piquet machte er sich immer wie-

der einen Spaß daraus, da der Brasilianer nicht nur die ihm dadurch zuteil gewordene Publicity nutzte, sondern in dieser delikaten Phase wenige Sekunden vor dem Start mit pointierten Sprüchen auch noch Dampf ablassen konnte. Schließlich waren der Reporter und die Piloten so eingespielt, dass sie Zermiani mit einem Nicken zu verstehen gaben, dass sie für ein kurzes Statement bereit wären. Beruflich bedingt ein Weltbürger, fühlt sich Zermiani in Südtirol tief verwurzelt. Mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt Bozen, verbringt er jede freie Minute in Völs am Schlern in seiner Wohnung im Ortskern mit Blick auf das romantische Peterbühel-Kirchlein. Hier schwelgt Zermiani in seinem kleinen Refugium in unzähligen Erinnerungen: Modell-Autos, vorwiegend Ferraris für jeden Sieg von Michael Schumacher, Ferrari-Medaillen, eine Widmung des gestrengen Enzo Ferrari aus dem Jahr 1987, Bilder mit Gianni Agnelli oder Ayrton Senna, Riccardo Patrese, Alessandro Nannini, Michele Alboreto und anderen Größen des Motorsports, ja selbst mit dem Papst bei einer Audienz. Ein Foto, das Zermiani mit Mikrofon zeigt, wie er neben Andrea De Cesaris auf der Rennstrecke herläuft, während dieser seinen Rennwagen schiebt, sagt mehr als tausend Worte. „Anstatt hier Fragen zu stellen, könntest du beim Schieben helfen“, war De Cesaris Reaktion. „Das Bild zeigt, wie naiv die Formel 1 damals gewissermaßen war“, erklärt der Journalist. „Eine solche Situation wäre bei den heutigen Sicherheitsbestimmungen absolut unvorstellbar.“ Als berühmtem Reporter ist es Zermiani auch immer wieder gelungen, bekannte Sportler nach Südtirol zu bringen. Der legendäre Rallyefahrer Walter Röhrl, der österreichische Automobilrennfahrer Gerhard Berger, der Schweizer Rennfahrer Clay Regazzoni, die bereits genannten Rennfahrer Patrese, Nannini und Alboreto, der unschlagbare Skirennläufer Alberto Tomba, und viele andere mehr lernten durch Ezio Zermiani die Vorzüge des Ferienlandes Südtirol und vor allem die Skipisten in den Dolomiten kennen und schätzen. Der Journalist war 35 Jahre lang mit dem Koffer unterwegs - ohne seine Frau Rosy, die den Lärm des Automobilrennsports nicht ertragen kann. „Wenn du irgendwo Halt machst, möchtest du nach Hause, und bist du mal daheim, willst du weg“ , so Zermiani. Nach drei Tagen am selben Ort werde er nervös. Er bezeichnet diese Grundhaltung als „Nomadis- »

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Ferrari & Co.: Das Privatarchiv und die vielen Andenken zeugen von Zermianis außerordentlicher Karriere.

mus“. Das hat sich für den 73-Jährigen, seit er Rentner ist, auch nicht gebessert. „Ich arbeite mehr als je zuvor“, sagt er. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2006 verkauft er sein historisches Wissen. Auf 15 CDs/DVDs hat er die Geschichte der Formel 1 von 1951 bis heute gesammelt und auf weiteren 15 Tonträgern zudem auch die ganze Rallye-Geschichte aufgearbeitet. Für Zermiani öffnete Ferrari das Archiv, wodurch er Zugang zu historischem Material von den 1920er- bis zu den 1960er-Jahren erhielt. Eine Biografie von Ezio Zermiani, der so viel zu er-

immer enttäuscht und ziehe es vor, meine Berichte nie selbst anzusehen, denn ich würde im Nachhinein jedes Mal etwas anders machen. Perfektionismus schließt Zufriedenheit aus“, sagt Zermiani.

zählen hätte, wird es jedoch keine geben. „In all den wichtigsten Interviews und schönsten Momenten ist auf den CDs mein ganzes Leben gebrannt“, hält er bescheiden fest.

ihr Leben riskieren.“ Was diese leisten, sei übermenschlich, und das Thema Risiko ein besonders faszinierendes. Die Welt der Formel 1 beschreibt Zermiani als ein sehr exklusives und zugleich schwieriges Ambiente, in dem die verschiedenen Akteure extreme Interessen hätten und zugleich die Privatsphäre sehr geschützt werde.

Außerdem scheint Zermiani noch lange nicht im Sinn zu haben, die vielen Dinge in seinem Leben abzuschließen. Er bezeichnet sich selbst als einen gestressten Mann, immer angespannt und mit zu hohem Blutdruck, ein Perfektionist, der nie zufrieden ist mit dem, was er macht. „Eigentlich bin ich

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Ihm, der sein Leben lang Jagender und Gejagter zugleich war, ging es in all den Jahren im Motorradsowie Rallye-Sport und in der Formel 1 nicht vorwiegend um Motoren und PS, sondern vor allem um die Menschen. „Ich war stets bemüht, die Mentalität dieser Männer zu verstehen, die jeden Tag

Zweimal in seiner aktiven Karriere wollte Ezio Zermiani seinen Job hinschmeißen: beim Tod von Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino


1994 auf dem Kurs von Imola sowie beim Tod von Michele Alboreto 2001 im Rahmen von Testfahrten für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. „Es kommt höchst selten vor, dass sich ein Journalist mit einem Piloten anfreundet“, so Zermiani, „und wenn dann einer gehen muss...“ Der Gedanke an diese Horrorunfälle schnürt dem Journalisten noch immer die Kehle zu. Zu Zermianis menschlichen Favoriten zählen neben Senna und Alboreto auch Nelson Piquet und Jean Alesi. Für seinen verstorbenen Freund Ayrton Senna organisierte Zermiani anlässlich des 20. Todestages am 1. Mai 2014 die Veranstaltung „Senna Tribute“. 54.000 Menschen hätten die Veranstaltung in Imola besucht, 31 Fernsehanstalten darüber berichtet, erzählt Zermiani nicht ohne Stolz. „Es waren alle Freunde von damals da, und zugunsten der für Brasilien sehr wichtigen Senna-Stiftung gab es ein Benefizspiel.“ Nun steckt Zermiani bereits voll in den Vorbereitungen einer ähnlichen Veranstaltung zu Ehren des Gilles Villeneuve, der 1982 nach einem Trainingsunfall in Belgien verstarb. Die Freunde und Bekannten Ezio Zermianis kommen nicht ausschließlich aus dem Motorsport. Auch den Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner bezeichnet er als „molto amico“. Nach jeder 8.000er-Expedition bekam der Journalist von Messner die neuesten Bilder für seine Berichte für TG 2. Der Journalist hat seit vielen Jahren ein Interview mit Reinhold Messner im Kasten, das erst nach dessen Tod veröffentlicht werden darf und so scherzte Messner bei jeder Rückkehr von seinen Expeditionen, dass Zermiani wieder einmal Pech gehabt habe und sich wohl noch gedulden müsse. Seine schlimmste berufliche Erfahrung musste Ezio Zermiani jedoch nicht auf irgendeiner Rennstrecke sondern im August 1979 auf der Marmolada machen. Es war nur wenige Monate nach der Wahl zum Papst, als Karol Wojtyla auf der Marmolada eine Messe hielt. An der Bergstation der Seilbahn ergab sich die bizarre Situation, dass Ezio Zermiani gemeinsam mit dem Papst und den Sicherheitskräften an der Gondelbahn allein zu stehen kam: Der Reporter mit dem Mikrofon in der Hand, der Papst mit weißen Skiern, die ihm zuvor die Skilehrer der Marmolada geschenkt hatten. Zermiani sprach den Papst wie einen ganz normalen Menschen einfach an, für jene Zeit eigentlich unvorstellbar, und der Techniker forderte die Regie in Rom auf, unverzüglich live zuzuschalten

und den Ton zu öffnen. „Wenn Zermiani mit dem Papst spricht, sitze ich hier grad mit Napoleon“, antwortete die Kollegin in Rom und so kam es, wie es kommen musste: Das ausführliche Interview, das Zermiani mit dem Papst führen konnte, ging nie über den Äther und wurde auch nicht aufgezeichnet. Am meisten leid tut es Zermiani heute noch um seine letzte Frage: „Was würden Sie machen, Eure Heiligkeit, wenn die Bahn nun nicht mehr fahren würde?“ Worauf Papst Johannes Paul II. verschmitzt antwortete: „Ich würde die Skier anschnallen und mit den Skilehrern zu Tal fahren. Und ich würde nicht als Letzter unten ankommen.“ Und das ist sie wohl, die Ambition, die sich der Papst, Senna und Zermiani ein Leben lang teilten. «

Ezio Zermiani hat als Rennsportjournalist mit viel Mut und Können neue Akzente gesetzt.

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10 Dinge, die man im Winter in der Ferienregion Seiser Alm erlebt haben sollte ... Ein Heubad nehmen Ob in uriger oder moderner Atmosphäre, ein Heubad tut gut, schenkt Energie und belebt den Körper. Aus einer alten Tradition der Bauern, dem „Heuliegen“, geboren, hat sich das Heubad zum beliebten alpinen Wohlfühl-Angebot entwickelt. Durch die Körperwärme gibt das mit vielen Heilkräutern wie Thymian, Arnika, Fingerkraut und Enzian durchsetzte Heu die vielfältigen Wirkstoffe gemeinsam mit ätherischen Ölen über Haut und Atmung an die Badenden ab.

Eislaufen auf dem Völser Weiher Für einige Stunden Ski oder Snowboard gegen Schlittschuhe eintauschen und ein paar Pirouetten drehen: Groß und Klein können in der Winterzeit auf dem zugefrorenen Völser Weiher über das Eis gleiten, erste Versuche auf den Kufen wagen oder ihr Können zur Schau stellen. Aber egal ob Anfänger oder Profi: Eislaufen macht vor allem Spaß. In der spektakulären Kulisse unterhalb des Schlern gilt dies umso mehr!

Gleitschirmflug über Seis Paragleiten über den Dolomitengipfeln kann man nicht nur im Sommer, sondern auch in der kalten Jahreszeit. Die Sicht ist im Winter besonders klar und gegen die Kälte schützt ein wattierter Schutzanzug. Startplatz des Tandemflugs ist der Spitzbühl: Von hier gleiten Pilot und Passagier hinunter nach St. Valentin und erleben Seis von oben.

Hexenrunde Sieben Stationen, sieben Sagen rund um die Seiser Alm und jede Menge Skispaß: Die Hexen-Skitour nimmt Groß und Klein mit auf eine Entdeckungsreise rund um die Seiser Alm. Auf Skiern geht es über Panorama, Goldknopf und Puflatsch durch das Reich der Schlernhexen. Auf der Hexenrunde erleben schon die Kleinen, dass Skifahren keine Hexerei ist, sondern ein sagenhaftes Erlebnis.

Kofel-Wanderung und historischer Ortskern von Kastelruth Der Kastelruther Kalvarienberg, der Kofel, ist beliebtes Ziel einer gemütlichen Winterwanderung: Hier öffnet sich der Blick auf den Santner, den Schlern, den Puflatsch und natürlich auf das Dorfzentrum von Kastelruth mit seinem barocken Kirchturm, der klassizistischen Pfarrkirche und den bemalten Häusern. Tipp: Verweilen, Innehalten und die Ruhe genießen!

36 ALPE | Winter


Langlaufen wie die Profis Langläufer sind sich einig: Die Seiser Alm zählt zu den Top-Langlauf­ gebieten. So zieht es die Nationalmannschaften aus Norwegen, Kanada, Italien und den USA jedes Jahr zum Training auf Europas größte Hochalm. Wer es Petter Northug, Marit Bjørgen & Co gleichtun will, zieht auf den 80 Loipenkilometern der Seiser Alm seine Runden. Ganz nebenbei bietet Langlaufen Landschaftsgenuss und sorgt für Wohlbefinden.

Mondscheinrodeln auf der Seiser Alm Wenn das Mondlicht die Rodelbahnen rund um die Seiser Alm erhellt, ist der richtige Moment für eine Rodelpartie unter Freunden, mit der Familie oder in trauter Zweisamkeit. Startpunkt der Rodelpartie ist eine Hütte, wo man sich mit einem traditionellen Südtiroler Gericht stärkt, bevor es hinaus in die Nacht geht.

Schlittenfahrt auf Europas größter Hochalm Eingepackt in warme Decken gleiten Verliebte bei einer Fahrt im Pferdeschlitten durch die weiße Winterlandschaft und genießen den Blick auf das Bergpanorama der Dolomiten. Im gemächlichen Rhythmus der Hufe auf dem frisch gefallenen Schnee lässt sich großes Naturkino erleben.

Schneeschuhwandern im Tschamintal Ausgangspunkt der Schneeschuhwanderung durchs wildromantische und tiefverschneite Tschamintal ist St. Zyprian: Über die Dosswiesen weiter zum Schwarzn Lettn, dann dem Flusslauf entlang geht’s mit den Schneeschuhen hinein zum Rechten Leger – einem wunderschönen Aussichtspunkt mit Blick auf die Grasleitentürme und die Tschaminspitzen.

Winterwandern auf dem Puflatsch Mit einem 360°-Panorama bildet die Engelsrast auf dem Puflatsch einen der aussichtsreichsten Orte der Seiser Alm: Der Blick schweift von den Dolomiten bis hin zum Ortlergebiet. Die Rundwanderung über den Puflatsch eröffnet nicht nur einmalige Aus- und Weitblicke, sondern führt auch zu Kraftplätzen: Von der Engelsrast führt der Weg über das Filln-Kreuz und die Hexenbänke weiter zum Goller-Kreuz und zurück zum Ausgangspunkt in Compatsch.

Winter | ALPE 37


Höhepunkte Winter ’14/15

> Dezember 2014

> 6./7. Dezember 2014

> 11. Januar 2015

> 23. Februar - 5. März 2015

Kastelruther Weihnacht

Winter-Kinder-Festival mit der Hexe Nix

Die Kastelruther Bauernhochzeit

Seiser Alm Winter Survival Camp

Wenn der Duft von Lebkuchen, Zimt und Glühwein in der Luft liegt, dann ist wieder Adventszeit am Fuß des Schlern. Der Kastelruther Weihnachtsmarkt bietet traditionelles Handwerk und Weihnachtsgebäck und lädt zum gemütlichen Beisammensein bei Glühwein und weihnachtlichen Klängen. Der Kastelruther Weihnachtsmarkt ist der Tradition verpflichtet: selbst gestrickte Sarner, Socken und Jacken reihen sich hier neben Holz- und Krippenfiguren, neben Kerzen, Häkelarbeiten und Gefilztes. Für den kleinen Hunger kredenzen die Kastelruther Bäuerinnen Traditionelles aus der Südtiroler Küche auf.

Der Auftakt in die Wintersaison 2014/15 wird fulminant sein, denn zum ersten Mal wird es ein zwei­ tägiges Winter-Kinder-Festival geben. Die Hexe Nix lädt zum Hexenfestival ein und alle Kinder kommen. Zwei Tage Unterhaltung, Spiel, Spaß und Winterfreuden. Und bei all dem kann man auch noch Skifahren und Anfänger können das Skifahren lernen.

Mittlerweile ist sie schon zur Tradition geworden, die Kastelruther Bauernhochzeit. Dabei handelt es sich um die originalgetreue Nachstellung einer historischen Bauernhochzeit, wie sie am Fuße der Seiser Alm üblich war. Durch das Mitwirken der vielen Teilnehmer, die mit Stolz die alten Trachten tragen und präsentieren, hat sich die Veranstaltung zu einer der prächtigsten Trachtenschauen Südtirols entwickelt.

Wie baut man ein Iglu? Welche Spuren hinterlassen Hase, Reh und Fuchs im Schnee? Und wie verhalte ich mich bei Lawinengefahr? Diesen Fragen gehen kleine und große Überlebenskünstler beim Seiser Alm Survival Camp nach. Gemeinsam entdecken wir den winterlichen Wald und die Tiere, die auf der Seiser Alm unterwegs sind. Mit Piepser und Lawinenhunden machen wir uns auf die Suche nach etwas, das tief unter den Schneemassen verschüttet liegt. Und wenn wir nach Essbarem in der Natur suchen und Schnee zu Trinkwasser schmelzen, dann sind wir für den Winter bestens gerüstet.

Am 5. und 6. Dezember 2014 geben sich dann die Kastelruther Spatzen die Ehre und stimmen mit Weihnachtsliedern und besinnlichen Texten auf das Fest der Liebe ein. Termine 5. - 8. Dezember 2014 12. - 14. Dezember 2014 19. - 21. Dezember 2014 26. - 28. Dezember 2014

38 ALPE | Winter


Fotos: Helmuth Rier

> 1. Februar 2015

> 4. Februar 2015

> 6. März 2015

> 21. - 29. März 2015

Seiser Alm Wintergolfturnier

Südtirol Moonlight Classic Seiser Alm

Liquid Dolomites

10 Jahre Swing on Snow

Auf Schnee Golf spielen und dabei ein traumhaftes Panorama genießen: Am 1. Februar 2015 erwartet alle Golfliebhaber dieses besondere Highlight. Gespielt wird über 9 Loch von je 61 bis 1150 Meter Länge. Auf Ski, Snowboard oder Rodel geht’s für die Golfer von Loch zu Loch. Die Fairways sind weiß statt grün, die Greens Whites und die Golfbälle heben sich mit ihren knalligen Farben vom weißen Schnee ab. Für Verpflegung und Musik entlang des Golf-Parcours ist gesorgt.

Wenn es draußen dunkel wird, schnallen die Teilnehmer des Moonlight Classic Marathons ihre Langlaufskier an: 15 oder 30 Kilometer lang gleiten sie von Compatsch aus durch die gleißende Winterlandschaft. Aber auch für die Zuschauer ist der „Südtirol Moonlight Classic Seiser Alm“ und sein Rundum-Programm ein Erlebnis – samt Ski­show mit den Langlauf-Veteranen, Alphornklängen in der romantischen Stille der Nacht und traditionellen Speisen. Und wenn dann die Sieger feststehen, wird gefeiert – bis zur allerletzten Bahnfahrt ins Tal.

Bei „Liquid Dolomites“ wird die Barkultur in den Dolomiten gefördert und ein konstruktiver Austausch unter Spezialisten gesucht. Es geht um die Erweiterung des Horizonts im Cocktailbereich und das Entdecken neuer Produkte und Kreationen. Dabei werden neue Rezepturen und Techniken vorgestellt, angefangen bei außergewöhnlichen Trink-Kreationen wie molekulare Cocktails, Infusionen für Cocktails, Best Classic Cocktails bis hin zu Cuisine Style Cocktails. Alle Fachkundigen und interessierte Bar-Enthusiasten sind eingeladen. Eintrittskarten sind beim Tourismusverein Seiser Alm erhältlich.

8 Tage Musik auf der Seiser Alm, den Hütten und in den Dörfern am Fuße des Schlern, volkstümliche Klänge, Musikgruppen aus dem gesamten Alpenraum, ausgelassene Stimmung: Das wird Swing on Snow 2015. Zum zehnten Mal in Folge bietet das alpine Musikfestival einen Mix aus traditioneller Volksmusik mit Jazz, Soul, Pop und Klassik. Das Auftaktkonzert zu 10 Jahre Swing on Snow findet am 21. März im Waltherhaus in Bozen statt.

www.golfstvigilseis.it

www.moonlightclassic.info

www.swingonsnow.com

Winter | ALPE 39


Vorschau Sommer ’15

> 29. - 31. Mai 2015

> Juli 2015

> Juli 2015

> Sommer 2015

33. Oswald von Wolkenstein-Ritt

Laufmonat Juli und Seiser Alm Halbmarathon

Schlern International Music Festival

Ein Sommer für Familien

Im Galopp ins Mittelalter: Die Dörfer unterhalb der Seiser Alm stehen vom 29. bis zum 31. Mai im Zeichen der größten Reitveranstaltung Südtirols. Insgesamt 36 Mannschaften stellen sich beim Oswald von Wolkenstein-Ritt hoch zu Ross vier anspruchsvollen Reitturnieren. Die Eröffnungsfeierlichkeiten samt Festeinzug und Dorffest finden in Völs am Schlern statt.

Mit dem 3. Seiser Alm Halbmarathon am 5. Juli, dem Trainingscamp der Marathonstars aus Kenia und der Running EXPO steht der Monat Juli auf der Seiser Alm ganz im Zeichen des Laufens.

Auch die 13. Ausgabe des Schlern International Music Festivals bietet die seltene Gelegenheit, Konzerte vieler bekannter und berühmter Musiker in der Ferienregion Seiser Alm mitzuerleben.

Der Seiser Alm Halbmarathon auf der größten Hochalm Europas ist nicht nur wegen seiner atemberaubenden Kulisse eine faszinierende Laufveranstaltung, sondern stellt auch wegen seiner 601 Höhenmeter eine besondere Herausforderung dar.

Auf dem Festivalprogramm stehen auch heuer wieder, neben einem Internationalen Wettbewerb, Meisterklassen und Workshops, rund 35 Nachmittags- und Abendkonzerte, an denen sich renommierte Musikprofessoren und junge Künstler aus Nord- und Südamerika, Asien und Europa beteiligen.

Im Sommer verwandelt sich die Seiser Alm in ein Familienparadies: Bei Dolomiti Ranger erkunden kleine und große Spürnasen die Architektur der Tiere. Familien lauern nachtaktiven Tieren auf, erforschen den Lebensraum der Tiere und folgen den Fährten der Tiere.

Am Sonntag ziehen die Zuschauer zu Fuß oder mit kostenlosen Shuttlebussen gemeinsam mit den Reitern von Wettkampf zu Wettkampf. Zum Abschluss der Turniere findet die Siegerehrung auf Schloss Prösels statt, wo – ganz nach Art des Wolkensteiners – ausgiebig gefeiert wird. www.ovwritt.com

Zum vierten Mal in Folge findet 2015 die Seiser Alm Running Expo statt. Am 26. und 27. Juli haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, die neuen Modelle der Runningbekleidung und der Laufschuhkollektion 2016 von den weltweit führenden Herstellern zu testen. Vom 28. Juni bis zum 12. Juli 2015 versammeln sich einige der weltbesten Marathonläufer auf der Seiser Alm, um sich dort auf die Herbstmarathons vorzubereiten. Am 5. Juli werden die Marathonstars die Teilnehmer des Seiser Alm Halbmarathons begleiten und motivieren. running.seiseralm.it

40 ALPE | Winter

Alle Konzerte, alle Meisterklassen und alle Workshops stehen Gästen und Einheimischen kostenlos offen. Nur für die Starkonzerte muss Eintritt bezahlt werden. www.schlernmusicfestival.eu

Gemeinsam mit Hexe Martha begeben sich Kinder und Eltern auf die Spuren der Hexen und Hexenmeister. Ob gespenstische Nachtwanderung, Basteln von kleinen Kräuterhexen oder Entdeckungssuche nach geheimen Zeichen, magische Wochen sind garantiert. Wer das Leben auf dem Bauernhof erkunden möchte, auf den wartet das Erlebnis Bauernhof. Neben tierischen Erlebnissen mit Kuh und Pferd erwartet Familien auch der Weg vom Korn zum Mehl. Auch im Brotbacken können sich die kleinen und großen Bäuerinnen und Bauern üben. www.seiseralm.it


Fotos: Helmuth Rier

> Sommer 2015

> 13. Juli - 17. August 2015

> 21. Juli - 9. August 2015

> 1. - 31. Oktober 2015

Wanderungen für Blumenfreunde

Summer Classics in Seis am Schlern

Silenzi d’Alpe

38. Völser Kuchlkastl

Rund 790 Blüten- und Farnpflanzen mit unterschiedlichsten Aussehen und Herkunft können im Gebiet um den Schlern im Laufe eines Jahres angetroffen werden. Typische Alpenblumen, aber auch botanische Raritäten gedeihen auf den Almmatten, Weiden und Schuttkarren. Das Amt für Naturparke organisiert in Zusammenarbeit mit den Tourismusvereinen der Naturparkgemeinden alljährlich rund 30 geführte Wanderungen mit dem erfahrenen Naturparkwanderführer Riccardo Insam.

Für Liebhaber klassischer Musik bietet Seis eine außergewöhnliche Konzertreihe an. Künstler, die vorwiegend aus Italien stammen und auf internationale Erfahrung bauen, spielen Werke großer Komponisten. Die Konzerte finden montags um 21.00 Uhr statt.

Eingebettet in magische Landschaften und einzigartige Schauplätze und umgeben von Dolomitengipfeln findet das Kulturtreffen Silenzi d’Alpe statt.

Ein Tipp für Feinschmecker und Liebhaber bodenständiger Kost: das „Kuchlkastl“ in Völs am Schlern. Seit 1978 laden die Völser Wirtsleut’ zum „Gastronomischen Oktober“ ein. Die Völser Köche, die immer wieder mit neuen alten Gerichten verblüffen, legen sich zum Saisonende noch einmal richtig ins Zeug. Es wird mit Liebe aufgetischt und mit Liebe genossen. Wer Originelles sucht, nach alten Rezepten auf verfeinerte Art zubereitet, darf sich den kulinarischen Oktober in Völs am Schlern nicht entgehen lassen.

www.seiseralm.it

> 16. Juli 2015

Berglertafel in Tiers am Rosengarten Genussmenü mit Panoramablick: Die Berglertafel serviert ein Fünf-GängeMenü mit typischen Tierser Gerichten in sagenhafter Kulisse. Der Schauplatz ist die Proa, eine Almwiese mit Blick auf den Rosengarten. Es gibt wohl keinen Aussichtspunkt in Tiers am Rosengarten, von dem aus man das berühmte Reich König Laurins und das berühmte Alpenglühen besser erleben kann... und all das begleitet von einem fabelhaften Genussmenü. Die über 100 Meter lange Tafel bietet Platz für 160 Feinschmecker, die – in einer Reihe sitzend – das Menü und den Ausblick auf den Rosengarten genießen können.

Gemeinsam lauschen die Teilnehmer der Stimme der Stille und tauchen ein in die Welt der Mythen und Legenden, die sich um die Seiser Alm ranken. Während die Natur ihre Schönheit offenbart und das Sonnenlicht die Berggipfel umspielt, führen die Wanderungen durch eine Landschaft aus Farben und Düften, Klängen und Stimmen. Mit jedem Schritt ändern sich die Eindrücke, wirft der Wanderer einen Blick in die Vergangenheit der ihn umgebenden Natur und wird selbst Teil einer sich stets wandelnden Landschaft. Das Programm von Silenzi d’Alpe umfasst neben Wanderungen auch Konzerte und Gespräche.

www.voelserkuchlkastl.com > 9. - 11. Oktober 2015

Kastelruther Spatzen-Fest in Kastelruth Feiern, gemeinsam schöne Abende verbringen, die Kastelruther Spatzen live erleben: Das Spatzen-Fest in Kastelruth ist ein Muss für jeden echten Fan. Umgeben von der einmaligen Kulisse der Dolomiten können sich alle von den „Helden der Volksmusik“ verzaubern lassen. Denn auch die Lieder der sieben Spatzen klingen „richtig gut nur daheim in Kastelruth“.

Winter | ALPE 41


Foto: Helmuth Rier

Gesehen & gehört

Ein Denkmal für die Kastelruther Spatzen. 30 Jahre Kastelruther Spatzenfest: Zu diesem Anlass sagte Kastelruth seinen wohl berühmtesten Söhnen Danke und widmete den sieben Musikern ein Denkmal am Ortseingang. Bei der feierlichen Enthüllung der Silhouetten waren natürlich auch Norbert Rier & Co. dabei.

Filmset Schloss Prösels Die Dreharbeiten für die Tragikomödie „Honig im Kopf“, in dem neben Til Schweiger auch seine Tochter Emma und Dieter Hallervorden (2.v.l.) vor der Kamera stehen, führten von Deutschland bis nach Venedig – mit Zwischenstopp in Südtirol. Als Kulisse für den Film rund um die aufregende, letzte Reise des demenzkranken Amandus mit Sohn Niko und Enkelin Tilda dienten auch die Innenräume von Schloss Prösels.

Südtirol, das Trentino und das Bundesland Tirol bauen gemeinsam an einer europäischen Region, die als Symbol für einen kulturellen und sprachlichen Pluralismus stehen will. Im Rahmen einer vom Land Südtirol organisierten Europatagung konnte Landeshauptmann Arno Kompatscher (1.v.r.) im Juli auf Schloss Prösels den österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann und den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi (2.v.r.) begrüßen. Diskutiert wurde über die „Regionen in Europa – Europa der Regionen“, wozu auch Landeshauptmann Günther Platter (Bundesland Tirol), Landeshauptmann Ugo Rossi (Trentino), Regionenministerin Maria Camela Lanzetta und Staatssekretär Graziano Delrio sowie der Essayist Robert Menasse und der Wissenschaftler Sergio Fabbrini wertvolle Beiträge leisteten.

IMPRESSUM. ALPE: Registriert beim Gericht Bozen, Dekret Nr. 9/2002 R.St. Herausgeber: Seiser Alm Marketing, 39050 Völs am Schlern, Dorfstr. 15, Tel. +39 0471 709 600, Fax +39 0471 704 199, info@seiseralm.it, www.seiseralm.it; Schriftleiter: Alex Andreis; Redaktion: Elisabeth Augustin, Rosa Maria Erlacher, Barbara Pichler Rier, Katja Sanin, Michaela Baur, André Bechtold, Daniela Kremer; Übersetzungen: Studio Bonetti & Peroni; Werbung: Sabine Demetz, Christoph Trocker; Grafik: Komma Graphik; Druck: Litopat.

42 ALPE | Winter

Foto: Smart

Foto: Seiser Alm Marketing

Im europäischen Geiste


KOMMAGraphik | Foto: Helmuth Rier

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> uneingeschränkte Nutzung der Langlaufloipen Seiser Alm/Gröden, der Seiser Alm Bahn, des Seiser Alm Express (Linie 10) und des Almbusses (Linie 11) > uneingeschränkte Nutzung der Shuttlebusse (Linien 1, 2, 3, 3A, 4, 5 und 9) sowie des Nightliners im Schlerngebiet zwischen Panider Sattel und Völs am Schlern.

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Kinder (0-7 Jahre) und Rollstuhlfahrer fahren gratis. Junioren zahlen die Hälfte des Preises: Combi Card (8-15 Jahre), Nordic Pass (13-15 Jahre). Die Combi Card und der Nordic Pass sind nicht übertragbar und bei den Kassen der Seiser Alm Bahn, bei den Informationsbüros in Völs und Seis am Schlern, bei Alpincenter in Kastelruth oder bei Ihrem Vermieter erhältlich. *Für Inhaber der Mobilcard Ferienregion Seiser Alm Live Card ist eine Preisreduzierung bei der Combi Card und beim Nordic Pass vorgesehen. Diese Mobilcard kann nicht käuflich erworben werden, sondern wird nur von ausgewählten Gastgebern kostenlos an den Gast ausgehändigt.

Seiser Alm Bahn 39040 Seis am Schlern · Schlernstraße 39 Tel. +39 0471 704 270 · Fax +39 0471 704 269 www.seiseralmbahn.it · info@seiseralmbahn.it


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