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EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser, seit nun mittlerweile fünf Jahren erscheint das Südtirols Süden Magazine und seit eben derselben Zeit versuchen wir, im Editorial vorab den Sukkus der Artikel und Reportagen, Satiren und Erzählungen ganz zart zu enthüllen. Auch in diesem Jahr haben wir wiederum ein spannendes Panoptikum gezimmert, welches sich aus interessanten, amüsanten und nicht immer alltäglichen Geschichten zusammensetzt. Es handelt sich weder um einen geschmacklichen noch um einen von zu vielen Köchen (Autoren) verkochten Einheitsbrei. Vielmehr können wir dieses Magazine mit einer Kreation vergleichen, welche drei Produkte zur Grundlage hat: die Stadt Bozen, die Weinlandschaft und die alpinen Rückzugsräume. Einzeln oder in verschiedenen Kombinationen, verfeinert oder garniert, aber immer schmackhaft, bekömmlich und unterhaltsam! Sie erfahren mehr über das (w)einzigartige Bozen und über radsame Regionen, über lukullische Höhenflüge und musikalische Tiefgänge. Wir geben Ihnen interessante Einblicke in aristokratische Weingüter, begeben uns auf die Spuren der Saurier und mystischer Fabelwesen. Von wiederbelebten Bunkern wird die Rede sein, genauso wie von erhabener Baukultur. Eines haben die Erzählungen gemeinsam, nämlich diese unwiderstehliche, ganz besondere Art, die wir Südtiroler so an uns haben. Die Menschen (und dazu zählen zweifellos auch fast alle Autoren) personifizieren das Wesen des Landes: traditionsbewusst und dennoch innovativ, arbeitsam und zugleich ausgelassen, verlässlich-deutsch einerseits, improvisierend-italienisch andererseits, aber dabei immer authentisch und echt. Helmut Huber Hotelier und Initiator der Terlaner Spargelwochen. Seit kurzem Vize-Präsident des Südtiroler Hoteliers- und Gastwirteverbandes; langjähriger Präsident des Tourismusvereins Terlan sowie des Tourismusverbandes Südtirols Süden.

Südtirol bewegt! Keine hohle Versprechung, sondern ein von uns tagtäglich gelebter Auftrag. In gefühlt unsicheren Zeiten, wie wir sie gerade erleben, kann Südtirol etwas geben, was weit über kurzfristige Inszenierungen und schnellen Konsum hinausgeht: irgendwas, das bleibt. Was das sein kann, lesen Sie am Besten selbst … Ihr Helmut Huber

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THEMEN 8 Bacchus Urbanus Liebe auf den ersten Blick

14 Unfreundliche Reliquien 16 Mit strammen Wadln Alpin-mediterrane Bike-Regionen

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20 Willkommen! Bienvenue! Welcome! Cabaret der Südtiroler Genüsse

26 Wein und Adel – adelige Weine 32 Culturonda® Wein 34 Hochprozentige Schätze 36 Baukultur für Reisende 40 Blech gehabt Musik mit Horn und Tracht

44 Ein ganzes Dorf ist außer sich

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Streiflichter auf den Egetmann-Umzug

46 Der endlose Knäuel Den Sagen auf der Spur

50 Kammwanderung, Kasknödel und frohe Klänge 56 Zwischen Schneegestöber und Glühweinduft 58 Saurier zum Sammeln

20 RUBRIKEN 6 Südtirol ABC 25 Unsere Besten – Gastronomieführer 31 Edle Tropfen – Weinführer 60 365 Tage Events und Highlights

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64 Museen & Kirchen – Kulturführer 65 Sehenswertes in & um Südtirol


INHALT SERVICE 66 Anreise 69 Kontakt 154 Panorama 155 Transfer & Mobilität

UNTERKÜNFTE

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70 Urlaubspakete & Angebote Familien & Kids, Radfahren, Wandern, Wein, Wellness, Golf, Kulturerlebnis Bozen, Reiten

76 Bolzano Bozen Jenesien 81 Terlan 85 Andrian 88 Camping & Jugendherbergen 89 Eppan 105 Kaltern

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126 Tramin 130 Südtiroler Unterland Kurtatsch, Margreid, Kurtinig

133 Castelfeder Auer, Montan, Neumarkt, Salurn

136 Leifers Branzoll Pfatten 139 Mölten 141 Sarntal

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145 Ritten 150 Aldein Radein 152 Wandergebiet Naturpark Trudner Horn Altrei, San Lugano, Truden Ihre Meinung interessiert uns! Haben Sie Kritik, Anregungen, Hinweise, Lob oder Tadel? Dann schreiben Sie uns: Tourismusverband Südtirols Süden Pillhofstr. 1 • I-39057 Frangart (Bozen) Italien oder per E-Mail: info@suedtirols-sueden.info

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uturistisch

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PROJEKT FINCUBE – WOHNEN AUF ZEIT

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phrodisisch

TERLANER SPARGEL Nach Margarete Maultasch benannt, wächst und gedeiht er im Spargeldreieck Terlan, Vilpian, Siebeneich. Von Anfang April bis Ende Mai kommt er täglich frisch und am liebsten mit original „Bozner Sauce“ auf den Tisch. Tipp: Kulinarische Spargelwanderungen „Natur, Kultur und Spargel pur“. www.terlan.info

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Das Projekt Fincube ist ein 47 m2 großes Bauwerk, in dem sich ein minimalistisch puristischer Wohnraum versteckt. Das Haus zum Mitnehmen entstand in Verbindung von Berliner Design (Werner Aisslinger, Tina Bunyaprasit) und Südtiroler Handwerk (Tischlerei Lobis). Das mobile Fertighaus steht in Unterinn am Ritten und kann auf Anfrage besichtigt werden. www.fincube.it

Der Ferienhof Masatsch in Kaltern ist Südtirols erstes Ferienund Bildungshotel für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung – ein für Südtirol und weit darüber hinaus einzigartiges Hotelprojekt. Pioniercharakter hat vor allem die Kombination aus Hotelbetrieb und Ausbildungsstätte für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Mehr über barrierefreien Urlaub unter www.suedtirolfueralle.it

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ABENTEUER HOCHSEILGARTEN Hochseilgarten bedeutet, sich durch eine Welt aus Seilen, Balken und Hängebrücken zu bewegen. Einfach auf Draht sein, egal ob auf dem Abenteuerparcours oder dem speziellen Kinderparcours. Wer Bodenhaftung vorzieht, kann in Terlan über den Barfussweg balancieren: ein tolles Training für die Bauch- und Rückenmuskulatur und die einfachste Möglichkeit, die Fußreflexzonen zu massieren. Die Hochseilgärten in Terlan und Kaltern sind voll familientauglich! www.xsund.it www.abenteuerpark.it

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inzigartig

BARRIEREFREIER URLAUB

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erausfordernd

nszeniert

IM NAMEN DER ROSE

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eschmackvoll

HOLZTASCHEN Zwei junge Südtiroler entwerfen trendige Taschen aus Holz – von einem Tischler gefertigt und nach Freunden benannt. Die Linie der Damenhandtaschen wird aus speziell verleimten Furnierholz hergestellt, wodurch beliebige Formen erzeugt werden können. Die Linie der Laptop/Aktentaschen wird aus auf Leder fixierten Holzleisten in Form gebracht – damit bleiben die Taschen flexibel. www.embawo.com

Vom 9. Juni bis 4. Juli 2010 dient Schloss Runkelstein in Bozen als Spielstätte für eine Theaterfassung des berühmten Romans „Der Name der Rose“ von Umberto Eco. Kaum ein Spielort scheint dafür besser geeignet als Runkelstein: das Schloss wurde in der ersten Bauphase 1237 errichtet, der Klosterkrimi spielt 1327! Die Mauern, der Aufgang, der Hof, das gesamte Ambiente „atmen noch diese Zeit“. www.der-name-der-rose-runkelstein.it


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affiniert

SÜDTIROL ABC

LABYRINTHOS

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inderleicht

WANDERBABYS „Südtirol mit dem Kinderwagen“ ist ein Buch für frisch gebackene Eltern, die auch mit ihrem Kleinkind die Schönheiten der Südtiroler Bergwelt erleben möchten. 51 Wandervorschläge speziell für Ausflüge mit dem Kinderwagen, von leicht bis anstrengend und über ganz Südtirol verteilt. www.tappeiner.it

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Die Devise lautet: auf dem richtigen Weg bleiben! Aber wo ist der? Links, geradeaus oder vielleicht rechts? Am besten bis zur Mitte und dann wieder raus. Kinderleicht? Abwarten. Und am besten gleich selbst probieren, im ersten Irrgarten Südtirols in Vilpian. Infos bei Camping Ganthaler, Tel. +39 0471 678 716

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erwurzelt

GEWÜRZTRAMINERGARTEN Im Schaugarten des Weinguts Hofstätter in Tramin gedeiht ein kleiner Schatz: 35 verschiedene Gattungen der Gewürztraminer-Familie gibt es hier, darunter Abkömmlinge, Kreuzungen und Mutationen, Klone aus vielerlei Herren Länder, aber auch Sorten wie Cabernet oder Blauburgunder, die Gene des Gewürztraminers enthalten. www.hofstatter.com

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obil

DIE NEUE RITTNER SEILBAHN Am 23. Mai 2009 als erste Dreiseilbahn Italiens in Betrieb genommen, legt sie die Strecke Bozen-Oberbozen in nur zwölf Minuten zurück. Wartezeiten gehören der Vergangenheit an, denn die Kabinen im eleganten „Magdalener-Rot" mit großzügigen Fensterflächen starten im Vier-Minuten-Takt. Tipp: Mit der Mobilcard und museumobil Card sind die Rittner Seilbahn und Bahn unbegrenzt nutzbar. www.mobilcard.info

eitkritisch

PAUL FLORA

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hematisch

WANDERN MIT MOTTO Themenwege bringen den Wanderern ganz nebenbei die Besonderheiten der Gegend näher. In Südtirols Süden gibt es neben dem bekannten Rittner Themenweg und dem Kalterer Friedensweg den wanderwerten Albrecht-Dürer-Weg, Sagenwege sowie zahlreiche Natur- und Weinlehrpfade. www.suedtirols-sueden.info

Erich Kästner nannte Paul Flora († 2009) einmal einen „Bilderschriftsteller", Friedrich Dürrenmatt bezeichnete ihn als „den Denker und Grübler unter den Karikaturisten". 1953 begann seine Zusammenarbeit mit dem Zürcher Diogenes Verlag und wenig später mit der „Zeit". Zeichnungen des vielfach ausgezeichneten Künstlers zieren auch ausgewählte Weine der Kellerei Girlan. www.paulflora.com

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Bacchus Urbanus Liebe auf den ersten Blick TEXT OSWALD STIMPFL

Am schönsten hat vielleicht Goethe, Deutschlands Dichterfürst, die reizvolle Landschaft südlich des Brenners beschrieben: „Eine milde, sanfte Luft füllt die Gegend. (...) Die Hügel am Fuß der Berge sind mit Wein bebaut. Über lange, niedrige Lauben sind die Stöcke gezogen, die blauen Trauben hängen gar zierlich von der Decke herunter und reifen an der Wärme des nahen Bodens...“


Jedes Jahr im Mai wird Schloss Maretsch zum Mekka der heimischen Weinwirtschaft. Hier treffen sich Weinproduzenten mit dem Fachpublikum, um Bilanz über den neuen Jahrgang zu ziehen. Die erste Bozner Weinkost wurde übrigens 1896 in den Tiroler Weinstuben im Torgglhaus zu Bozen abgehalten. www.weinkost.it

Magdalener Kirchtag Im Weindorf St. Magdalena wird seit Jahrzehnten am 22. Juli, dem Namenstag der Kirchenpatronin, der Hl. Magdalena, ein besonderes Kirchweihfest gefeiert. Da öffnen die Weinbauern die Tore zu ihren Kellern und laden zur Verkostung des „klassischen St. Magdalener” Rotweines vom vergangenen Herbst ein. Auch kulinarische Köstlichkeiten aus der lokalen Küche werden angeboten.

Lorenzinacht Am 10. August, dem Namenstag des Hl. Lorenz, sollen am Nachthimmel besonders viele Sternschnuppen fallen. An diesem Abend funkeln aber auch die Weine in den Gläsern: Da bieten die Bozner Kellereien im Stadtzentrum, unter den Lauben, ihre besten Tropfen an.

Bacchus Urbanus Für all jene, die hautnah die Welt des Bozner Weines erleben möchten, gibt es die Veranstaltung „Bacchus Urbanus“. Diese gemeinsame Initiative des Verkehrsamtes Bozen und der örtlichen Weinproduzenten möchte auf sympathische Weise den Teilnehmern die Kultur und die Eigenheit des städtischen Weines näher bringen. Dabei werden Gäste und Einheimische bei einer gemütlichen Wanderung von einem kundigen Führer durch die Anbaugebiete des St. Magdaleners und des Lagreins begleitet, mit abschließender Besichtigung einer Kellerei und kommentierter Weinverkostung. Jeden Samstag im Oktober. www.bolzano-bozen.it

BOZNER WEIN-EVENTS

Die Bozner Weinkost

Traubenernte mit Wimmschüssel und Zumm

Der Weinbau prägt seit alten Zeiten das Landschaftsbild von Bozen. Reben bedecken die Hügel und Berge bis auf etwa 700 m Meereshöhe und geben den steilen Leiten und Hängen ein unverwechselbares Gepräge. Bozen als Weinstadt hat viele Trümpfe auszuspielen: eine unvergleichliche Landschaft, hervorragende Weinlagen, fleißige Winzer und Kellermeister, welche Spitzenweine produzieren, und die Absatzmärkte vor der Haustür! ETWAS WEINGESCHICHTE Als die Römer kurz vor Christi Geburt das südliche Tirol ihrem Reich einverleibten, staunten sie vermutlich nicht schlecht: Es gab einen blühenden Weinbau, die Reben wurden auf speziellen hölzernen Gerüsten, den Lauben oder Pergeln, gezogen. Die Holzfässer, die hier von den Siedlern zur Lagerung des Weines verwendet wurden, waren ihnen ebenso wenig bekannt wie die Pergeln. Viele alte Zeichnungen und Stiche von Bozen zeigen Rebanlagen, die bis an die engsten Stadtbezirke heranreichten. Dass der Weinhandel für Bozen seit jeher eine große Rolle spielte, darauf lässt auch die architektonische Besonderheit der Laubenhäuser schließen. Die mittelalterlichen Häuser der Laubengasse sind mit zweistöckigen, tiefen Weinkellern ausgestattet, die im Sommer kühl und im Winter nicht zu kalt sind und somit ideale Bedingungen für die Weinlagerung aufweisen. SORTENVIELFALT AUF KLEINSTEM RAUM Südtirol bietet beste Voraussetzungen für das Gedeihen von Rebe und Traube. Bozen liegt auf nur 260 m Meereshöhe, aber die Berge in der Umgebung klettern rasch auf fast 3000 m. Die landschaftlichen und damit auch klimatischen Gegensätze auf kleinstem Raum sind enorm. Durch das Etschtal weht am Nachmittag ein konstanter Südwind, gegen Abend fällt aus dem Norden und Osten der kühle Sarner- bzw. Schlernwind zu Tal. Diese Temperaturschwankungen sind ideal für die Ausbildung der harmonischen Säure, die die frischen, leichten Rotweine und fruchtigen Weißweine kennzeichnet. ZAHLEN & FAKTEN In Südtirol sind etwa 5.200 ha Grund mit Reben bepflanzt, jährlich werden an die 350.000 Hektoliter Wein erzeugt, 55% davon sind Rotweine, 45% Weißweine. Die Vernatschtraube mit all ihren Spielarten ist an den Rotweinen zu 60% beteiligt. Zurzeit ist die Gemeinde Bozen mit etwas über 700 ha Rebfläche nach Eppan (ca. 1000 ha) und Kaltern (800 ha) die drittgrößte Weinanbaugemeinde Südtirols. Bozen ist eine der größten Wein produzierenden Städte Europas. Auf etwas über 300 ha wächst Vernatsch, immer noch die wichtigste Sorte. Auf den steilen Hängen um Bozen befinden sich die wärmsten und besten Lagen. In der heißen Ebene von Bozen wird der Lagrein angebaut, die Tallagen von Gries sollen den besten Tropfen aus dieser Traube liefern.

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Der Klosteranger im Bozner Stadtviertel Gries

WEISSWEIN IM AUFWIND Die frischen, fruchtigen und säurebetonten Weißweine aus Südtirol sind konkurrenzlos und liegen schon seit Jahren im Aufwind. In den letzten 30 Jahren hat sich die Anbaufläche der weißen Sorten fast verdoppelt. Um Bozen klettern die Reben mit weißen Sorten bis auf fast 800 m! Für die italienischen Konsumenten gilt Südtirol und mit ihm Bozen als typische Weißweingegend, die Weine genießen ein hohes Ansehen.

Meraner Kurtraube bekannt. In der Kellereigenossenschaft Bozen stellt Vernatsch über 60% der produzierten Rotweinmenge, da ja auch der St. Magdalener ein Vernatsch-Wein ist. Der Anteil des Vernatsch an der Weinproduktion sinkt aber von Jahr zu Jahr kontinuierlich.

LAGREIN, EIN BOZNER VON WELTKLASSE Im Bozner Gebiet, auf dem fruchtbaren Schotter-Schwemmland am Zusammenfluss von Etsch, Eisack und Talfer findet der Lagrein die besten Wachstumsbedingungen. Die uralte, bodenständige Sorte ist starkwüchsig, mit hohem Ertrag. Der Stock trägt kegelförmige, schwarzblaue Trauben, die einen extraktreichen, tiefdunklen und lagerfähigen Wein liefern. Der Ursprung der Rebe ist nicht ganz geklärt. Der Name stammt womöglich von Vallagarina im angrenzenden Trentino ab, wo bereits um 927 der Name als Gebietsbezeichnung vorkommt. Außer in Südtirol wird noch etwas Lagrein im Trentino angepflanzt. In den übrigen Wein produzierenden Gebieten der Welt ist diese Sorte so gut wie unbekannt.

ST. MAGDALENER – DER BOZNER KLASSIKER Seit undenklichen Zeiten wird in den Streusiedlungen von St. Magdalena, Justina und Leitach Wein angebaut. Erst vor etwa hundert Jahren hat sich der Name „St. Magdalener“, benannt nach dem kleinen Kirchlein auf der Kuppe des Hügels, als Bezeichnung für den Rotwein aus jenem Gebiet durchgesetzt. 1923 gründete das kleine Weindorf St. Magdalena bei Bozen als erste Weinbaugemeinde Italiens das Freiwillige Schutzkonsortium St. Magdalena. Die eigene Schutzmarke, die mit einer Kontrollnummer auf jeder Flasche versehen ist, garantiert die Herkunft des Weines. Dieser darf nur aus Vernatschtrauben gewonnen werden, wobei ein Zusatz von maximal 10% Lagrein oder Blauburgunder gesetzlich erlaubt ist. Wein aus der Kernzone des Gebietes kann die Bezeichnung „classico“ tragen: dazu zählen neben dem Anbaugebiet am Hügel von St. Magdalena, die Lagen von St. Justina, Rentsch, Leitach und St. Peter.

DIE GESCHICHTE DES VERNATSCH Wie bei vielen Rebsorten geben auch beim Vernatsch der Name und die Herkunft einige Rätsel auf. Vernatsch lässt sich vermutlich auf das lateinische Wort „vernaculus“ einheimisch, inländisch, zurückführen. Die Vernatschtraube kommt in mehreren Spielarten vor und wird außer in der Bozner Gegend noch in den warmen Lagen um Meran sowie in sonnenexponierten Hügel- und Hangfußlagen des Etschtales und Überetsch angebaut. Die Vernatschtraube ist auch eine vorzügliche Esstraube und unter dem Namen

EINKAUFEN UND GENIESSEN Eine erlesene Flasche Wein ist nicht nur ein schönes Gastgeschenk, mit ihr lässt sich auch ein Stück Erinnerung an Südtirol nach Hause bringen und bei passender Gelegenheit genießen. Die Wahl erleichtern auf jeden Fall Erlebnis-Einkauf und Verkostung beim Produzenten. Größere Betriebe verfügen meist über Verkaufs- und Probierlokale, bei vielen Weingütern gibt es Verkauf ab Hof. Auch bei einem Stadtrundgang durch Bozen lassen sich die unterschiedlichsten Kellereien und Vinotheken entdecken –

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WEIN & MEHR

Klosterkellerei Muri-Gries Auf 2,7 ha rund um das barocke Kloster, von alten Steinmauern eingegrenzt, wächst der beste Lagrein der Abtei. Der Klosteranger ist eine der besten und größten Lagrein-Anbauflächen im Zentrum von Bozen und, zusammen mit der Klosteranlage, denkmalgeschützt und landwirtschaftliche Bannzone. www.muri-gries.com

Lagrein Kretzer Weinlagerung im Barrique-Fass

insgesamt gibt es allein in Bozen fast 30 Weinbetriebe, viele im Stadtbereich. Von den vielen Vinotheken Bozens finden Sie hier eine Auswahl jener, die wegen ihrer Lage oder dem Sortiment besonders erwähnenswert sind. „Vinum“, Brennerstraße 28: Hier werden viele Qualitätsweine vor allem aus Südtirol und Italien geführt. Auch Groß- und Detailhandel. „Enovit“, Dr.-Streiter-Gasse 30: Die Önothek befindet sich direkt in der Fußgängerzone der Altstadt. Unter den stilvoll renovierten Gewölben gibt es auch Appetithappen, Destillate und Olivenöl zu kaufen. „Gandolfi“, Drususallee 349: Ganz am westlichen Stadtrand gelegen, bietet dieses Weinfachgeschäft eine riesige Auswahl. Parkplatz, gute Erreichbarkeit mit PKW. „GiDi“, Gaismair-Str. 20D: Der kleine Weinladen in der italienischen Neustadt überzeugt durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis sowie mit Schnäppchenangeboten von weniger bekannten Anbietern.

Der Lagrein Kretzer, die Rosè-Version aus der Lagreintraube, ist ein süffig-spritziger, fruchtig-frischer und jugend licher Wein, schon einige Monate nach der Ernte genussreif. Der Name „Kretzer” wird übrigens vom Begriff „Kretze” abgeleitet, das war ein geflochtener Korb, durch welchen früher der Most abgesiebt und von den Beerenhüllen getrennt wurde.

Der Bionier In Südtirol ist das Weingut Loacker in St. Justina bei Bozen der Pionier im biologischen Weinbau. Von Anfang an – das war im Jahr 1979 – wird hier biologisch Wein produziert. Ziel des Weinguts Loacker ist es, geschmackvolle, gesunde Trauben anzubauen, die zum Essen und zum Weinmachen anregen. Bio-Weingüter unter www.fws.it und www.bioland-suedtirol.it

WISSEN Oswald Stimpfl Bozner, Jahrgang 1946, erkundet mit offenen Augen seine Heimat und schöpft aus einem breiten Wissens- und Erfahrungsschatz. Davon profitieren seine erfolgreichen Reiseführer und zahlreichen Leser. Von Beruf Unternehmer, genießt er in der Freizeit die Wandermöglichkeiten sowie Küche und Wein Südtirols.

Der gefährlichste aller Rebstock-Schädlinge wurde um die Mitte des 19. Jh. aus Amerika importiert und brachte um 1900 beinahe den gesamten europäischen Rebenbestand zum Aussterben. Amerikanische Reben sind gegen die Reblaus unempfi ndlich, deshalb werden seit der Reblauskatastrophe alle Reben in Europa auf amerikanische Wurzeln aufgepfropft.

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Unfreundliche Reliquien TEXT HERBERT ROSENDORFER

Zum Glück sieht man sie nur, wenn man es weiß: die unfreundlichen Reliquien. Sie waren auch nicht zum Bewundern gedacht gewesen, im Gegenteil.

Der weinbewachsene Bunker bei Schloss Warth

Sie waren versteckt und sollten diejenigen verstecken, die das grandiose „Impero“ des Politclowns Musolini verteidigen sollten, und zwar ausgerechnet gegen Feinde aus dem Norden, wo aber doch der treue Freund Adolf herrschte. Traute Mussolini jenem Adolf perfide Absichten zu? Nahm er das Maß von den eigenen Schuhen? Bunker und Kavernen sind diese unfreundlichen Reliquien, die – in dreistelliger Zahl – die ganze Provinz Südtirol überziehen, gebaut an strategisch wichtigen Punkten. Von 1932 an, verstärkt ab 1938 bis in die Kriegsjahre hinein, wurde an diesen Bunkern gebaut. Viele wurden gar nicht fertig. Zum Einsatz kam kein einziger. Als die deutsche Wehrmacht 1943 dem Duce zu Hilfe eilte und das Restitalien besetzten, fiel kein Schuss aus einem der Bunker. Sie blieben aber „segretissimi“ des italienischen Heeres auch nach dem Krieg, unzugänglich für die Zivilbevölkerung. Die Nato interessierte sich dafür, denn in Österreich standen ja noch bis 1955 die Russen, zwar 14

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nicht direkt am Brenner, sondern eher weiter entfernt in Niederösterreich, aber – wer weiß. Als ab 1955 die Russen aus Österreich abzogen, verlor das Militär das Interesse an den Bunkern, und man überließ sie ihrem Schicksal, dem Mauerfraß und der Natur, die, wie es so ihre Art ist, die Ungetüme zu überwuchern begann. Einen solchen überwucherten Bunker sieht man – wenn man es weiß – unterhalb von Schloss Warth: dort wurde auf dem meterdicken Betondeckel des Bunkers ein friedlicher Weinberg gepflanzt. Die Trauben haben, wird glaubhaft versichert, keinen faschistischen Geschmack. Man ist geneigt, diese Relikte der Aggression als Ruinen zu bezeichnen. Leider sind sie das nicht. Der bis zu 6 m starke Beton widersteht dem Zerfall. Erst in etwa zwei Millionen Jahren ist damit zu rechnen, dass wieder Kies daraus wird. Solange wollte Fritz Dellago, der Herr von Schloss Korb, nicht warten.


BUNKER & MEHR Zweckentfremdet: Fritz Dellago’s Weinbunker

Er machte aus dem Bunker, den die Faschisten seinerzeit ohne Rücksicht auf Eigentumsverhältnisse direkt dem alten Schloss vor die Nase gesetzt hatten, ein höchst eigenwilliges Weinmuseum, beließ die martialischen Strukturen, verfremdete sie nur durch helle Bemalung und veranstaltet dort Konzerte, Lesungen und Ausstellungen, stellte die verkommene Hinterlassenschaft des Mars in den Dienst der Musen – und des Gottes Bacchus. So auch dient ein anderer Bunker, der das Paulsner Feld verunzierte, dem Saft der Reben, nämlich der Sektbunker Kössler, in dem der Praeclarus lagert, hervorragender Cuvée-Sekt aus der Kellerei Kössler. Es finden Führungen statt, die sowohl in die Tiefen des Bunkers, als auch in die der Geheimnisse der Sektherstellung führen. Ganz anders hat der unlängst in hohem Alter verstorbene Kunstmäzen Südtirols, Karl Nicolussi-Leck den Bunker verwandelt, der seinerzeit auf dem Grund seines Anwesens Hochfrangart hingesetzt worden war. Er verwendete ihn als Basis für eine Stahlkugel von acht Metern Durchmesser, die nun weit übers Etschtal hinaus sichtbar ist. Die Errichtung der Kugel ging auch in die Justizgeschichte Südtirols ein, denn die Eppaner Baubehörde bemängelte das Fehlen einer Baugenehmigung. Nicolussi-Leck argumentierte, dass die Kugel nicht bewohnbar und somit keine Kubatur im Sinne der Baugesetze sei, sondern ein Kunstwerk. Der Staatsgerichtshof gab Nicolussi Recht, worauf nun die Baubehörde stolz auf dieses Wahrzeichen Eppans geworden ist.

Herbert Rosendorfer 1934 in Gries bei Bozen geboren. Studium der Rechtswissenschaften in München. Bis 1997 Richter in Bayern. Lebt seit 1997 in St. Michael/Eppan. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2005 den Literaturpreis der Stadt München. Rosendorfer ist Schöpfer eines äußerst umfangreichen Werkes, eines der bekanntesten sind die „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ (1985).

Vallo Alpino: Alpenwall in Südtirol An allen Grenzen hätte den vorrückenden „Feind“ ein erster Gürtel an Verteidigungs- und Sperranlagen erwartet, etwas weiter die Täler „hinunter“ ein zweiter. Rund 350 solcher Bunker- und Verteidigungsanlagen sind Ende der 90er Jahre vom Staat an das Land Südtirol übergegangen; ca. 20 davon werden als Zeitzeugen erhalten.

Kunstpark Hochfrangart Ein Kosmos im Kleinen, in dem die Kreativität des Zufalls regiert, das ist Hochfrangart. Hier sind Mensch, Natur und Kunst eine Symbiose eingegangen. Die weithin sichtbare Kugel ist nur eines von über 200 teils atemberaubender Objekte des Kunstmäzen Karl Nicolussi Leck. Info zu Führungen beim Tourismusverein Eppan.

Siegesdenkmal Das Siegesdenkmal ist, zusammen mit dem gemeißelten Fries auf dem Gerichtsplatz, eines der letzten verbliebenen faschistischen Monumente in Bozen. Der Triumphbogen mit der lateinischen Inschrift „Hic patriae fi nes siste signa. Hinc ceteros excoluimus lingua legibus artibus.“ wurde am 12. Juli 1928 durch König Vittorio Emanuele III. eingeweiht. Im Jahr 2005 hat die Gemeinde Bozen Tafeln anbringen lassen, die an die Verbrechen der Faschisten in jener Zeit erinnern.

Zwischen Architektur und Faschismus Eine Thementour durch das „neue“ Bozen: Von besonderem Interesse ist der Gegensatz zwischen monumentalen und symbolträchtigen Objekten wie z. B. dem Siegesdenkmal und den avantgardistischen Großprojekten im Stile der rationalistischen Architektur, wie etwa dem Bozner Lido… Rund sechs verschiedene Themenrouten führen durch die Bozner Stadtgeschichte; Faltblätter sind beim Verkehrsamt Bozen erhältlich.

WISSEN In den Eislöchern bei Eppan strömt aus Röhren und Spalten auch im Sommer kalte Luft, so kalt, dass sich bis Anfang Juni Eiszapfen bilden. Der Temperaturunterschied beläuft sich teilweise auf gut 35 Grad. So gedeihen auf 500 m Höhe Pflanzen, die sonst im Hochgebirge zu Hause sind.

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TEXT ROLAND SCHOPPER

Mit strammen Wadln Alpin-mediterrane Bike-Regionen


Spätestens Ende März sollten alle Mountainbiker die Bikes aus dem Keller geholt haben, höchste Zeit, die Kondition für die neue Rad-Saison in Bestform zu bringen. In Südtirols Süden bieten sich von Ostern bis Anfang November für jeden Fitnesslevel perfekte Bedingungen.

Weite Hochalmen und schroffe Felslandschaften: Südtirols Süden bietet weit mehr als nur Weinberge

MTB-REGION DOLOMITI LAGORAI BIKE – TRUDNER HORN Eingehüllt von prächtigen und atemberaubenden Gebirgen wie der Pala-Gruppe und dem Latemar, zwischen den zwei sehr unterschiedlichen, aber nahe beieinander gelegenen Naturparks Trudner Horn und Paneveggio-Pale di San Martino, breitet sich ein neues Eldorado des Mountainbikens aus: die Mountainbikeregion Dolomiti Lagorai Bike – Trudner Horn. Naturbelassene Gegenden wie der Lagorai, das rauschende Wasser des Aviso und der bemerkenswerte Baumbestand beider Naturparks machen diese grenzübergreifende Region zu einem der schönsten Bikereviere. Nur wenige Alpentäler können dazu noch mit so einer Vielzahl an abwechslungsreichen Mountainbikerouten aufwarten wie das Fleimstal bzw. – wir sind ja bereits im Trentino – Val di Fiemme. Ob im Tal oder hoch droben auf den Bergen, ob jung oder alt, ob Anfänger oder Profi, hier gibt es für jeden die richtige Mountainbiketour. Die Wege der Drahteselfreunde schlängeln sich durch Wiesen und Dörfer, führen uns auf schattigen Schotter-, Forst- und Waldstraßen über die Waldgrenze bis zu den Berggipfeln hinauf und entschädigen uns für die Strapazen mit einem sagenhaften Ausblick auf die futuristischen Dolomiten. Auf alten Militärpfaden radelt man zu geschichtsträchtigen ehemaligen Stellungen des 1. und 2. Weltkrieges und entdeckt nach fast jeder Kurve eine Aussichtsstelle oder eine romantische Waldlichtungen, die zum Verweilen und Träumen einlädt. Keine der über 25 verschiedenen Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade gleicht der anderen: Insgesamt 900 km Mountainbikewege und 16.200 Höhenmeter lassen die Wadeln von Ende April bis Mitte Oktober stramm werden. Ein Bikepark, MAGAZINE 2010

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Der Schwarzkopf (Tramin) belohnt mit herrlichem Panoramablick

eine MTB-Schule sowie zehn geprüfte MTB-Guides sorgen dafür, dass jeder – und wirklich jeder – auf seine Kosten kommt. Wen das große Angebot an Mountainbiketouren noch immer nicht zufrieden stellen sollte, dem bietet sich als weiteres Highlight der bequeme Radweg, der durch das gesamte Talbecken führt. Kultur, Tradition und Geschichte können so perfekt mit dem Radeln verbunden werden. Hilfreiche Tipps für eine perfekte Routenwahl geben außerdem spezialisierte Bike-Hotels oder die Tourismusbüros vor Ort. Hier bekommt man Radtouren auf Papier und GPS oder kann sich geführten Touren anschließen und sich dabei so ganz nebenbei mit anderen Bikern messen. MOUNTAINBIKEN IN KALTERN Beim Stichwort Kaltern fällt jedem sofort der Kalterer See, die hervorragende Gastronomie und der berühmte Wein, der nördlich wie südlich der Alpen gleichermaßen bekannt ist, ein. Wohl keine andere Region in Südtirol zeigt sich so sinnlich mediterran wie Kaltern. Neben schlemmen, erholen und faulenzen bietet sich in Kaltern aufgrund der hügeligen, bzw. gebirgigen Naturlandschaft natürlich das Mountainbiken an. Diese Gelegenheit sich sportlich zu betätigen, in Kombination mit der Möglichkeit, tief durchzuatmen und die herrliche Umgebung zu erkunden, sowie die beeindruckende Natur zu genießen, nutzen viele Urlauber immer öfter. Die Region um den Kalterer See ist ein idealer Ausgangspunkt für gemütliche Radwanderungen, bietet aber auch den ambitionierten und sportlichen Bikern die richtige Tour. Abwechslungsreiche Strecken zu wunderschönen Rast- und Aussichtsplätzen, gemütlichen Einkehrmöglichkeiten und erlebnisreichen Stationen lassen jedes Bikerherz höher schlagen. Die gut gekennzeichneten Rad- und Wanderstrecken, die einzigartige Natur, das traumhafte Panorama, aber auch die in gewissen Abständen folgenden Einkehrmöglichkeiten 18

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in Hütten, Gaststätten und Restaurants machen das Mountainbiking in Kaltern interessant und abwechslungsreich. Hierzu gehört auch ein Trip auf den Mendelpass. Zwei Aufstiegsvarianten stehen hier dem Radfreund zur Auswahl. Entweder strampelt er mit dem Mountainbike selbst nach oben oder er lässt sich bequem und kräftesparend mit der Standseilbahn transportieren. Die Mendelbahn, welche 850 Höhenmeter in nur 12 Minuten bewältigt, ist die längste und steilste Standseilbahn Europas und wurde zwischen 1898 und 1903 (Jahr der Inbetriebnahme) errichtet. Auf diese Art und Weise können Kraft und Power für die erlebnisreiche Tour nach Kaltern zurück und für weitere Mountainbiketouren gespart werden. Eine sehr schöne Rad-Tour führt vom Weindorf Kaltern nach Fennberg. Bei dieser Gelegenheit kann man gleich am bzw. im Fennberger See eine erfrischende und spritzige Rast machen. Konditionsstarke Biker verlängern diese Tour zum Fennberger See und fahren weiter nach Margreid, Kurtatsch, Tramin und über Altenburg zurück nach Kaltern. Wer lieber ohne Mountainbike anreisen möchte oder gar kein Rad besitzt, kann sich in Kaltern natürlich ein Rad leihen. Wer lieber in einer Gruppe radeln möchte, der kann zweimal wöchentlich an geführten Bike-Touren teilnehmen oder einen Guide buchen. Ausgebildete Radführer führen alle Tretwilligen zu den schönsten Plätzen zum Radfahren, geheimen sowie traumhaften Aussichts- und Rastplätzen und bringen sie immer wieder gesund zum Ausgangspunkt Kaltern zurück. GENIALE MESSSTRECKE Zum Schluss noch eine wahre Herausforderung: Südtirols erste permanente Messstrecke für Mountainbiker und Bergläufer von Tramin (276 m) zum Verbrennten Egg (1856 m). Es gilt 1600 Höhenmeter zu überwinden und die Bestzeit zu unterbieten. Die Teilnahme ist ganz einfach: Messkarte direkt beim Hotel Trami-


SPORT & MEHR

EventCard: Bahn & Bike Die EventCard beinhaltet die Tages-Bahnfahrt auf der Strecke Bozen–Meran–Mals (88 km) und ein Leihrad mit Sturzhelm. Erhältlich ist sie bei sämtlichen Radverleihen an der Bahnlinie oder an den Fahrkartenautomaten. Bei insgesamt acht Radverleihen zwischen Reschen und Bozen können Fahrräder ausgeliehen und zurückgegeben werden. www.vinschgerbahn.it

GPS Tracks online

nerhof für 2,50 Euro kaufen, abstempeln, so schnell wie möglich rauf und die Karte oben wieder abstempeln. Dann kann man sich erstmal bei einer traumhaften Aussicht erholen, bevor die Karte unten wieder abgegeben wird. Zusätzlicher Ansporn: Unter allen Teilnehmern werden am Ende der Bike-Saison tolle Preise verlost!

Das Überetsch mit seinen umliegenden Berghängen ist ein ideales Revier für leichte bis anspruchsvolle Touren. Die besten davon sind nun digital erfasst worden und stehen ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung. Bei den Tourismusvereinen in Kaltern und Eppan werden Sie außerdem kompetent beraten und können GPS-Geräte ausleihen. Mehr unter www.kaltern.com www.eppan.com

Wandern im Naturpark Wer des Bikens noch nicht müde ist – und wir sind sicher, Sie gehören dazu – hier noch ein Tipp, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen: Die Sarntaler Alpen bieten wahrlich tolle Herausforderungen. Wer beispielsweise die Stoanernen Mandln mit dem MTB bezwingt, darf sich ruhigen Gewissens zu den technisch versierteren Mountainbikern zählen.

Der Naturpark Trudner Horn ist von den sieben Südtiroler Naturparks der südlichste. Mit Hochund Buschwald und weiten Almen reicht er von 220 m bis hinauf auf 1700 m. Durch seinen Anteil an der submediterranen Vegetationszone weist er eine besonders artenreiche Pflanzen- und Tierwelt auf. Infos zu geführten Themenwanderungen, Veranstaltungen und Kindernachmittagen unter www.provinz.bz.it/naturparke

WISSEN Roland Schopper Chefredakteur und Fotograf des Action Sport & Lifestyle Magazine www.x-aces.com. Fotografiert und macht PR-Arbeit für Organisator „The Voice“ Ralph Schader bei Fußballtrainingslager des HSV, VfL Wolfsburg und bei anderen Veranstaltungen. Ist fürs Kinderecho Darmstadt und andere Zeitungen tätig.

Der Altreier Kaffee ist eine Lupinenart, die über Jahrzehnte einen Kaffee lieferte, der gemischt mit Gerste oder Weizen getrunken wurde. Die Pflanze ist eine lokale Spezialität, sowohl botanisch, als auch aus Sicht der Südtiroler Kulturgeschichte. Dorfwanderungen mit Altreier Kaffee-Verkostung organisiert der Tourismusverein Altrei.

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TEXT WOLFGANG MAIER

Willkommen! Bienvenue! Welcome! Im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret der S端dtiroler Gen端sse!


Seit ein paar Jahren knüpft die Südtiroler Gastronomie gemeinsam mit der Weinwirtschaft erfolgreich an die höfischen Feste des Mittelalters an. Die Marktplätze, immer schon Dreh- und Angelpunkte der blühenden Lebensmittelkultur der Renaissance, werden in aufwändige Bühnen für Spiel und Tanz, Saus und Braus verwandelt. Früher hatten nur die Adeligen Grund zum Feiern, heute feiern ganze Dörfer. Her-r-r-r-reinspaziert, meine Damen und Herren, Mes Dames et Messieurs, Ladies and Gentlemen, guten Abend! Willkommen Fremde, Etranger, Stranger, happy to see you, je suis enchanté, ich bin glücklich Sie hier zu sehen! Ich bin der Conferencier des Südtiroler GenussCabaret. Erlauben Sie mir, bevor der Vorhang aufgezogen wird, noch rasch ein paar Sätze. Südtirol ist deutsch, italienisch und ladinisch. Der Südtirolmensch besteht zu einem Drittel aus italienischer Frohnatur, beinahe zu zwei Drittel aus altösterreichischem Dickschädel: zäh, ein bisschen stur, meistens herzlich und gerne sentimental – dazu kommen noch ladinische Elemente: noch zäher an Werktagen, noch viel gelassener an Feiertagen. Südtirol isst Knödel, Spaghetti und Turtres. Südtirol isst Speck, Risotto und Crafuns. Ein Blick auf Speisekarten und Kochbücher genügt um zu verstehen, dass man hier seit jeher multikulturell ist und isst. Feinschmecker schnalzen genüsslich mit der Zunge, wenn sie lesen, was bereits im 19. Jh. in Südtirol gekocht wurde: 1802 wartete man dem neuen Brixner Domherren mit „Pastete von Hühnern und gebratenen Knödeln“ sowie mit „gestocktem Hennen-Blut“ auf. 1825 reiste Erzherzog Johann durch Tirol, sein Hofküchenmeister schmorte täglich zwölf junge Tauben und acht junge Hühner und kochte noch in der Suppe vier alte Hühner. 1839 feierte man in Sand in Taufers die Ankunft Kaiser Friedrichs I. mit gedünsteten Tauben und Linsen, mit Aal und Zitronen sowie mit Mandel-Chadeau. Her-r-r-r-reinspaziert, meine Damen und Herren, Mes Dames et Messieurs, Ladies and Gentlemen, heute feiert man Ihre Ankunft mit kaiserlichen Gerichten! Die wunderbaren Kellermeister sind weit über

Bei der Gastlichen Tafel bekocht Herbert Hintner über 300 Gäste MAGAZINE 2010

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So schรถn kann Bahnhof sein


GASTLICHE TAFEL IN ST. PAULS Die „Gastliche Tafel“– von manchen Gastronomie-Journalisten als schönste Tafel Italiens bezeichnet – ist eine logistische Meisterleistung in den urgemütlichen Gassen von St. Pauls, sie ist Südtirols riskantestes Essen unter freiem Himmel: ein kurzer Platzregen würde die 130 m lange Tafel mit ihrem Stoffservietten- und filigranen Kristallgläser-Arrangement vernichten und über 300 Gäste würden rennen, retten, flüchten. Regie über die große Kochmannschaft führt Herbert Hintner, der Vulkan unter Südtirols Sterneköchen. Der Chef des Eppaner Restaurants „Zur Rose“ hat mit viel Gefühl und Inspiration die traditionelle Südtiroler Küche zu neuem Leben erweckt. Die klassische internationale Küche ist sein Fundament, deshalb lässt er sich von den rasch wechselnden Moden der Allerweltsküche nie aus der Ruhe bringen. Herbert Hintner ist immer unter Strom, er beherrscht das gesamte Repertoire des Medien-Profi in der Südtiroler Erlebnisgastronomie: Er kann jovial bis bieder in die Kamera gucken, in der Küche schuften wie ein Zugochse und dabei manchmal poltern wie auf einer römischen Galeere. Aber keine Angst, das gehört alles zur Inszenierung der Gastlichen Tafel von St. Pauls.

GENUSS-MOMENTE

die Landesgrenzen hinaus bekannt, die Kochbrigade ist fantastisch – keine Angst vor Langeweile, hier werden die besten Weine kredenzt, die größten Selbstdarsteller kochen für Sie auf! Erschrecken Sie nicht vor stolzen Köchen, die glänzend wie ein in Speck gewickeltes Perlhuhn durch die Reihen stolzieren. Überhören Sie gelegentliche, herzzerreißende Schreie aus der Küche und lassen Sie sich von Bratendüften durchwehen. Bleiben Sie! Denn alles gehört zur Inszenierung im großen Südtiroler Genuss-Cabaret. Voilà, Vorhang auf!

Vorhang auf! Die „Gastliche Tafel in den Gassen von St. Pauls“ (27. Juli 2010) unter der Regie des Sternekochs Herbert Hintner gehört seit der Uraufführung im Jahr 2003 als der Stern am gastronomischen Himmel Südtirols. Kulinarischen Hochgenuss und tolles Ambiente gibt es auch beim „Südtiroler Genusstheater“ im neuen Seebad in Kaltern mit dem Starkoch Roland Trettl (5. Juni 2010) und bei der „Nacht der Sinne – Gourmetküche am Laufsteg“ in Sarnthein (Ende Juni 2010).

Kulinarische Wochen GENUSSTHEATER IN KALTERN Früher hatten die Kalterer, die in der Gegend Herrgottskinder genannt werden, mehr Vernatsch in den Kellern als Wasser im See. Heute gehören die Kalterer Weine zu den besten Tropfen im Lande. Eine Pionierleistung war die Gründung des Vereines „wein.kaltern“, in dem Kellereien, Gastronomie und Touristiker erfolgreich zusammenarbeiten – zu den herausragenden Initiativen gehören der Weinwandertag im April, Ganz in Weiß im Juni oder die Kalterer Weintage im September. Ebenfalls im Juni findet im Zwei-Jahres-Rhythmus ein wechselndes Gastspiel eines internationalen Kochstars am Kalterer See statt – den Auftakt gestaltete Roland Trettl, der wagemutigste Südtiroler Kochkünstler, der als chef de cuisine im mondänen „Ikarus“ am Salzburger Flughafen Karriere gemacht hat.

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GASTRONOMISCHE NACHTFAHRTEN AM RITTEN Im hundstageheißen Sommer flüchten die gestressten Talbewohner gerne auf den kühlen Ritten hinauf, wo man abends mit histo-

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Kulinarische Spezialitätenwochen in Jenesien im April Wohl Bekomm’s! Markt der Leckerbissen in Bozen im April Spargelwochen im Terlaner Spargeldreieck im April/Mai Gewürztraminerkuchl in Tramin im Mai Kulinarische Nachtfahrt mit der Rittner Bahn im Mai, Juni, Juli und August Gourmet Bahn’l – Candle Light Dinner in der Rittner Horn Seilbahn im Sommer Sarnar Morgreti Essn in sechs Sarner Gastronomiebetrieben vom 9. bis 18. Juli WEINoktober mit Genuss in Tramin im Oktober 3. Kalterer Genusstour Mitte Oktober Spätherbstliche Genusswochen in Mölten im November

BUCH So kocht Südtirol Südtirols Küche ist eine kulinarische Reise von den Alpen in den Süden. Drei Südtiroler Meisterköche haben eine ganze Reihe von Rezeptbüchern veröffentlicht, darunter den Bestseller „So kocht Südtirol“ oder die 6-teilige Kollektion „So genießt Südtirol“ mit je 33 themenspezifischen Rezepten. www.so-kocht-suedtirol.it Spitzenkoch Roland Trettl hat Kalterer Wurzeln MAGAZINE 2010

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Seit knapp acht Jahren werden am Eggerhof in Aldein hochwertige Eierteigwaren produziert. Eggerhof-Nudeln werden aus Eiern aus Freilandhaltung hergestellt und es gibt sie inzwischen in neun Formen und zwölf Teigmischungen: drei Kräutervariationen, mit Dinkelvollkorn, mit Eierteig, Spinat, Tintenfi sch, Lagrein und Cabernet, Gewürztraminer, Rübenkraut, Blut (für die „Schwoasnudeln“) und mit Kastanien. www.eggerhof.it

Original Sacher Seit 1832 ist das Originalrezept der Sacher-Torte, welche exklusiv in der Sacher Konditorei in Wien hergestellt wird, ein streng gehütetes Geheimnis. In Bozen, nahe dem Walther-Platz gibt es den ersten und bisher einzigen Sacher Shop außerhalb Österreichs. www.sachershop.it

DelikatESSEN vom Bauern Die „Roter Hahn“-Broschüre stellt 50 kleine Südtiroler Hofproduzenten sowie deren Erzeugnisse vor. Verkauft werden die Produkte ab Hof, auf lokalen Wochenmärkten oder in ausgewählten Lebensmittelgeschäften. Die Broschüre liefert dazu alle Adressen. Zusammen mit Rezepten, wird die Broschüre zum einzigartigen Reiseführer des guten Geschmacks. Kostenlos erhältlich unter www.roterhahn.it

BUCH Südtirol für Genießer Ein Wanderführer für Genussmenschen, die Südtirol mit allen Sinnen erleben wollen und das Ursprüngliche und Besondere schätzen. Auf den 47 beschriebenen Ausflügen gibt es viel Authentisches zu entdecken, verkosten und erwerben. Neben kundigen Einkaufstipps samt Adresse empfiehlt Oswald Stimpfl die zu den Wanderungen passenden Einkehren. www.folioverlag.com

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INFO & MEHR

Pasta aus Aldein

rischer Kurzweil bei den gastronomischen Nachtfahrten mit dem Rittner Bahnl aufwartet – genauer gesagt: die Gäste fahren mit den original renovierten Jugendstilwagen der Rittner Schmalspurbahn, die vor kurzem ihr erstes Jahrhundert gefeiert hat! An den fünf Haltestellen servieren die Rittner Gastwirte je einen Gang mit dem passenden Wein. Weintipp: Falls ein Lagrein-Kretzer dabei ist, greifen Sie zu – dieser traditionelle Südtiroler Rosèwein kann angenehme Hitzewallungen auslösen. Sofern man auf dem Ritten an eine Paarung denkt: Es gibt keinen an- & ausziehenderen Wein als diesen. Ein Musik-Ensemble spielt während der Fahrt und den Menü-Gängen auf, manchmal ein bisschen Humba-täterä, manchmal klassische Weisen. NACHT DER SINNE IM SARNTAL Durch drei Dutzend Tunnels und dreimal so viele enge Kurven war das Sarntal lange vor den nervösen Großstädtern geschützt, sodass sich bis auf unsere Tage eine urwüchsige Sarner Gemütlichkeit erhalten hat. Auch Talspezialitäten haben in der Abgeschiedenheit überlebt, zungenbrecherische Genüsse wie Striezlar, Oufnar, PfinggischtGrunggln, Türkenmus und Broutar. Zu den besten Köchen Südtirols gehören auch die jungen Sarner Chefs Gregor Wenter (Genießerhotel Bad Schörgau), Heinrich Schneider (Restaurant Auener Hof) und Gottfried Messner (Braunwirt) – dieses Trio verwandelt im Sommer den Kirchplatz von Sarnthein in eine kulinarische Nacht der Sinne. Mit einem Laufsteg neben den Esstischen, auf dem Sarner Models wie in einem französischen Cabaret wandeln und tanzen. Neben traditionellen Gerichten werden auch neue Kreationen angeboten, zum Beispiel Pannacotta vom Kohlrabi mit Selchkarree und Sarner „Ministriezel“, gebratene Kalbsnuss mit Trockenpilzjus, geeister Kaiserschmarrn mit Ribiselsülze. Sollten Küche oder Models gelegentlich ins Trudeln kommen, so springt ein Kabarettist aus dem Tale sofort auflockernd und rettend ein. Oder gleich die Heimatbühne. Humor ist Trumpf im Sarntal. KASTELLO IN BOZEN Und jetzt, meine Damen und Herren, Mes Dames et Messieurs, Ladies and Gentlemen, brauchen wir in unserem Cabaret der Südtiroler Genüsse einen großen Trommelwirbel, voilá! Denn wer geglaubt hat, dass nur Hans-Peter Wodarz mit seinem „Pomp, Duck and Circumstance“ eine Weltshow mit Slapstick, Jonglage und Entenessen aufziehen kann, der hat sich geirrt. Auch hinter den sieben Bergen, bei den Südtiroler Zwergen gibt es einen Koch für die Verwöhnten, Schönen, Reichen. Es ist nicht irgendein Koch, sondern es ist Norbert Niederkofler, der höchstdekorierte Koch von allen, der mit seinem „Kastello – Gourmet Varieté“ auf Schloss Maretsch dem Bozner Dezember bereits einmal mondänen Glanz verleihen hat. Wir warten gespannt darauf, wann uns Norbert Niederkofler wieder verzaubert – denn er ist einer der sanftesten, liebenswürdigsten und klügsten Südtiroler Kochkünstler. Das müssen Sie mir glauben, denn ich bin schließlich der Conferencier im Südtiroler Cabaret der Genüsse!

Wolfgang Maier Geb. 1960 in Bozen, aufgewachsen in Tramin. Studienaufenthalte in Innsbruck, Wien, Berlin. Seit 1994 „kulinarischer Mitarbeiter" der Wochenzeitung „ff". Publikationen zum Thema Essen & Trinken.


Unsere Besten

GASTRO FÜHRER

Südtirols Süden schmeckt. Das bestätigen die tonangebenden Restaurant- und Gourmetführer, die jedes Jahr aufs Neue ihre Sterne, Hauben und Auszeichnungen mit höchstem Lob an die Gastronomie im Süden Südtirols verteilen.

Edition 2009 Fischbänke Lounge Exil Café Nadamas (international) Nussbaumer Bamboo Bar (asiatisch) Gasthof Gutmann Gasthaus Haselburg Gasthaus Hopfen & Co. Gasthof Kohlern Gasthaus Weißes Rössl Wirtshaus Batzenhäusl Restaurant Hostaria Argentieri Restaurant Blue Moon Restaurant Forsterbräu Restaurant Laurin Belle Epoque Paulaner Stuben Restaurant Rastbichler Restaurant Van Gogh Mondschein Restaurant Vögele Restaurant Walther's Restaurant Zenzero Gasthof Unterweg Gasthof Patauner Restaurant Schwarzer Adler Restaurant Arena Weinegg Landgasthof Bad Turmbach Restaurant Marklhof Restaurant Zur Rose Restaurant Ansitz Pillhof Restaurant Aehrental Restaurant Castel Ringberg Restaurant Siegi's Garten Hofstätter Gasthaus Zur Rose Gasthaus Schwarz Adler Buschenschank Santlhof Gasthof Dorfnerhof Restaurant Johnson & Dipoli Gasthof Fichtenhof Restaurant Auener Hof Restaurant Bad Schörgau Restaurant Braunwirt Gasthof Ansitz Kematen Gasthaus Patscheiderhof Restaurant Parkhotel Holzner Gasthaus Signaterhof Restaurant Zirmerhof Restaurant Krone Restaurant Ploner Restaurant Zur Mühle Gasthaus Kürbishof

Ort

+39 0471

Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Bozen Jenesien Siebeneich Andrian Eppan Eppan Eppan Eppan Eppan Kaltern Kaltern Kaltern Tramin Kurtatsch Kurtatsch Kurtatsch Montan Neumarkt Salurn Sarntal Sarntal Sarntal Ritten Ritten Ritten Ritten Radein Aldein Aldein Truden Altrei

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Osterie d'italia

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Gault Millau Südtirol

Gambero Rosso

Michelin Guida Rossa

Guida l'Espresso

erwähnt erwähnt erwähnt erwähnt erwähnt 12/20 12/20 12,5/20 14/20

Ristoranti di Veronelli

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TEXT HERBERT ROSENDORFER

Wein und Adel – adelige Weine


Das „Schlössl“ bei Neumarkt

Es ist schwer zu sagen, was älter ist im Überetsch: der Adel oder der Wein. Die Terentii und die Cornelii, die zu rätischer Zeit in Girlan und auf dem Schreckbichl ihre einladenden Villen gebaut haben, Villen im antiken Sinn: Villae, also Landhäuser mit großen Parks, waren sicher adelig. Auch wenn weder von den Terentii noch von den Cornelii, noch von ihren Villen eine Spur übrig geblieben ist, weht der adelige Geist noch übers Land. Diesen römischen Geist lässt man sich gerne gefallen – im Gegensatz zu den von den Pseudorömern, den ganz und gar unadeligen, die 2000 Jahre später gekommen sind, angeführt von einem Überheblichen, der sich als Imperator gefühlt hat, aber mit den edlen Römern so wenig zu hatte wie ein Eskimo. Gut die Hälfte aller jener Italienzüge deutscher Könige, die diesen unternommen haben, unverständlich fast so wie die Züge der Lemminge und genauso verheerend oft, führte durch Tirol, also über den Brenner und das Tal der Etsch hinunter, wo jenes seltsame Kultobjekt, die Kaiserkrone blitzte. Tirol war ein Nadelöhr, und eine Handvoll Entschlossener konnte ein ganzes Heer, in der Eisackschlucht zusammengedrängt, aufhalten. Also übergaben die Könige und Kaiser das Land zuverlässigen Bischöfen, die es wiederum an kaisertreue Vögte und Grafen weiterreichten. Dass sich die alle dann doch manchmal als höchst unzuverlässig erwiesen, ist ein anderes Kapitel. So erklärt sich aber jedenfalls die Tatsache, dass Südtirol und gezielt das Überetsch zusammen mit, heißt es, dem inneren Kastilien zu den mit Burgen, Schlössern und Adelssitzen am reichsten versehenen Gegenden der Welt zählen. Im Überetsch gibt es mehr Ansitze, Schlösser und Burgen als Kirchen, und das will im frommen Land Tirol etwas heißen. MAGAZINE 2010

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Einkehrtipp: Der Weinlehrpfad führt am Weingut Baron Widmann vorbei

Oder war das alles gar nicht der Grund? War da ein ganz anderer, heimlicher Grund für die Vorliebe für dieses Land? Die Terentii und Cornelii und vielleicht einige Sulpicii und Valerii sind zwar ausgestorben und vom Winde verweht, nicht aber die Rebstöcke, die sie zurückgelassen haben. Die edlen Herren von Ulten, von Boymont, von Korb, von Firmian, auch die auswärtigen Nobilitäten, die Andechser, die von Greifenstein, von Morit erkannten vermutlich ganz schnell, dass mittels Auspressens und Vergärens dieser kleinkugeliger, in dichten Dolden ausreifender Früchte, ein Getränk zu erzielen ist, das, jetzt einmal ganz einfach gesagt, Freude erweckt: Vitis vinifera Linné, der „echte Weinstock“, bei geeigneter Pflege so edel wie das blaue Blut der Adelsgeschlechter, die sich da im Überetsch ausbreiteten. Die Grafen von Eppan sind ausgestorben. Der letzte, Egno, war Bischof von Brixen und dann von Trient, wurde von den Zeitläufen gebeutelt (es war das wilde 13. Jahrhundert) und musste zusehen, wie die Grafen von Tirol die Macht übernahmen und dem Land ihren Namen überließen, freilich dann selber bald untergingen und Habsburg das Land in seinen Machtbereich sog. Aber die kleine Welt des Überetschs blieb eine noble Gegend. Einige Familien, die sich schon in den steinernen Türumrahmungen, in den Wappentafeln oder auch nur in den Urkunden in der alten Zeit verewigt hatten, die Firmian, die Mörl, die Khuen, die Egen und andere, pflanzten sich im Gegensatz zu den Eppanern, den Tirolern, den bayrischen Aribonen weiter fort. Aber nun traten diejenige auf, die drinnen in Bozen durch Handel und Wandel reich und fett geworden war, nicht zuletzt mit dem Weinhandel, die Kaufherren, die ihre Pfeffersäcke vom Kaiser in Wien mit Adelsbrief und Wappen absegnen ließen und manchen Ansitz erwarben oder erbauten. Es vermischte sich. Der große Kenner, nicht nur der Geschichte des Überetsch sondern auch der Weine, Jul Bruno Laner sagt, es sei schwer zu entscheiden, ob die alle, von denen die Rede war, adlige Weinbauern oder weinanbauende Adelige sind. Aber letzten Endes kommt das ja aufs selbe hinaus. Prost, Herr Baron!

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BARON WIDMANN Die Eigenbaukellerei Baron Widmann befindet sich im alten Familiensitz im Ortskern von Kurtatsch. Seit 1824 widmet sich die Familie der Eigenkelterung ihrer Weine. Die Trauben zur Weinbereitung stammen alle aus eigenen Rebgütern, die sich verteilt im Gemeindegebiet Kurtatsch, in Höhenlagen von 220 bis 600 m befinden. Neben den Weinen wird am Auhof in der Fraktion Entiklar auch eine interessante Auswahl an Wein- und Fruchtessigen erzeugt. www.baron-widmann.it BARON DI PAULI Über 100 Jahre betrieb die Familie Di Pauli bereits das Weingut, als sie, Dank der guten Beziehungen zum Wiener Hof, mit dem Titel „K&K Hoflieferant“ ausgezeichnet wurden. Im 19. Jh. genossen die Weine Di Paulis in Kreisen des Wiener Adels und des Wiener Großbürgertums hohes Ansehen. Die Wirren und Zerstörungen zweier Weltkriege und eine allgemeine Krise des Südtiroler Weinbaus in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jh. jedoch brachten die eigenständige Weinproduktion zum Erliegen. Im Jahr 1999 entschloss sich die Familie Baron Di Pauli, das Weingut neu aufleben zu lassen. www.barondipauli.com MANINCOR: GRAF GÖESS-ENZENBERG Hieronymus Manincor zu Ehrenhausen war der Erbauer von „Manincor“ im Jahr 1608. Durch Heirat werden Manincor und die Familie Enzenberg 1662 erstmals verbunden. Die Verdienste um Tirol von Kassian Ignaz Enzenberg bringen den Grafentitel. Obwohl die Familie Enzenberg bereits seit über 300 Jahren Wein in Südtirol produziert, geht „Manincor“ erst 1977 in den Familienbesitz über. Manincor entwickelt sich von einem der größten Traubenlieferanten Südtirols zum selbständigen Weingut und verschreibt sich, im Weinbau wie im Keller, höchster Qualität: Denn Manincors' Erbe verpflichtet zu sein bedeutet, Tradition im Zeitgeist zu begreifen und zu entwickeln. www.manincor.com


Burg Boymont bei Missian/Eppan: Weinhügel und Burgen prägen das Bild im Überetsch


Schloss Salurn, später auch als „Haderburg" bezeichnet, wurde von den Grafen von Salurn in der ersten Hälfte des 13. Jh. erbaut, war im Besitz des Grafen Meinhard II von Tirol und später der Habsburger. Seit 1648 ist die Haderburg im Besitz der venezianischen Grafen Zenobio-Albrizzi. Seit der Renovierung 2003 gibt es auf der Burg eine Schänke sowie verschiedene musikalische, literarische und volkstümliche Veranstaltungen.

Eppaner Schlossparcours Südtirols Süden gehört zu den burgenreichsten Regionen Europas. In Eppan lassen nun über 100 beschilderte Ansitze, Herrenhäuser, Schlösser und Burgen die Kultur- und Kunstgeschichte der Gemeinde auf Schritt und Tritt miterleben. Der „Schlossparcours Wanderführer“ begleitet den Kulturinteressierten auf seiner Wanderung von Ansitz zu Ansitz. Erhältlich im Tourismusverein Eppan.

Staat der Vinobarden Der Staat der Vinobarden, dessen dirigierender Fürst Jul Bruno Laner ist, wurde 1995 in Südtirol gegründet. 1999 wurde am Dorfplatz in Tramin der Null-Meridian errichtet: Er zeigt die Richtung und die Entfernung zu den wichtigsten Weinanbaugebieten der Welt an. www.vinobarden.info

Auf dem besten Wein-Weg Zu den drei bestehenden Weinwegen in Südtirols Süden (wein.weg in Kaltern, Weinlehrpfad in Kurtatsch und Weinlehrpfad „Hoher Weg“ Gschleier in Girlan/Eppan) gesellt sich im Frühjahr 2010 ein vierter hinzu: der Terlaner Weinweg. Auf zahlreichen Hinweisschildern erfahren Sie hier in knapp 1,5 Stunden Gehzeit alles Wissenswerte zur Terlaner Weingeschichte und -kultur.

wein.kaltern Kaltern schenkt seine Weine im speziell kreierten Riedelglas aus, führt die Gäste mit einem unkonventionellen Leitsystem, dem wein.weg, durch den Ort und die Weinberge, markiert qualitätsbewusste Gastbetriebe und Hotels mit einem roten Punkt und präsentiert im Weinhaus Punkt am Marktplatz das Beste aus den Kalterer Kellern. www.wein.kaltern.com

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SCHLÖSSER & WEIN

Die Haderburg bei Salurn

Michael Graf Göess-Enzenberg

CASTEL SALLEGG: GRAF KUENBURG Die Geschichte von Castel Sallegg ist alt und seit 1851 durch die Familie geprägt: Erzherzog Rainer von Österreich, Vizekönig der Lombardei und Venetiens erwarb in diesem Jahr das Schloss und umliegende Obst- und Weingüter. In direkter Erbfolge kam der gesamte Besitz über den Fürsten von Campofranco an die Grafen von Kuenburg. Die Keller im Schloss, bis zu elf Meter tief und über drei Stockwerke verteilt, geben Zeugnis dafür, dass Schlossleben und Weinbau seit jeher miteinander verbunden waren. www.castellsallegg.it CASTEL SCHWANBURG Bereits 1286 als „Haus in der Gaul“ erwähnt, wurde die Schwanburg im 14. Jh. in die heutige Anlage der Renaissance verwandelt. In den Loggiagängen des malerischen Schlosses sind römische Steine eingemauert, im Keller liegen eiförmige Holzfässer aus der Zeit Maria Theresias. Die Schwanburg wechselte vom Adelsgeschlecht Boymont-Payersberg in den Besitz der Grafen Trapp. Die Nalser Familie Thaler überließ die Burg ihrem Neffen Rudolf Carli dessen Nachkommen den typischen Südtiroler landwirtschaftlichen Betrieb samt Kellerei heute führen. www.schwanburg.com ANSITZ KRÄNZL: GRAF VON PFEIL Die erste urkundliche Erwähnung eines Weingartens zu Tscherms geht auf das Jahr 1182 in einer Schenkung an das Stift Füssen in Bayern zurück. Vor 400 Jahren war in Tscherms und Umgebung der Weinbau die vorherrschende Einnahmequelle. Die älteste schriftliche Urkunde stammt aus dem Jahre 1350. Der alte Ansitz, die riesige Torggl (Weinpresse) im Gewölbekeller und Weinrechnungsbelege und Korrespondenzen aus dem Jahre 1577 deuten auf eine sehr alte Weinbautradition hin. www.labyrinth.bz


WEIN FÜHRER

Edle Tropfen Die italienischen Weinführer 2009 haben an die Südtiroler Weine eine Reihe von Bestnoten verteilt: Besonders beliebt sind die Weißweine, allen voran der Gewürztraminer – bei den Rotweinen steht der Lagrein unangefochten an der Spitze. Bei den Kellereien darf sich die Kellerei Terlan (Drei Sterne, Veronelli) sowie die Kellerei Nals Margreid (Kellerei des Jahres, D’Agata & Comparini) freuen. Bemerkenswert: Die Kellerei Kaltern begeistert die wichtigsten Weinführer mit ihrem Passito Serenade. Mehr unter www.suedtirolerwein.com GUIDA VINI D’ITALIA DE L’ESPRESSO 2009 „Fünf Flaschen” Terlaner Sauvignon 2007 Ignaz Niedrist, Girlan/Eppan Exilissi Ice 2004 Baron di Pauli, Kaltern Feldmarschall 2007 Tiefenbrunner, Entiklar/Kurtatsch Sauvignon Lafòa 2007 Kellerei Schreckbichl/Eppan Sauvignon Voglar 2006 Peter Dipoli, Neumarkt Blauburgunder Riserva 2005 Weingut Stroblhof, Eppan Lagrein Grieser Riserva Select 2005 H. Rottensteiner, Bozen Lagrein Riserva Tor di Lupo 2006 Andrianer Kellerei Cabernet Riserva 2005 Unterganzner Josephus Mayr, Bozen Goldmuskateller Passito Serenade Castel Giovanelli 2005 Kellerei Kaltern DUEMILAVINI AIS 2009 „Fünf Trauben“ Terlaner Weißburgunder 1996 Kellerei Terlan Sauvignon Sanct Valentin 2007 Kellerei St. Michael/Eppan Sauvignon Lafòa 2007 Kellerei Schreckbichl/Eppan Exilissi Ice 2004 Baron di Pauli, Kaltern Gewürztraminer Nussbaumer 2007 Gewürztraminer Terminum Vendemmia Tardiva 2006 Kellerei Tramin Gewürztraminer Kolbenhof 2007 Blauburgunder Barthenau Vigna S. Urbano 2005 J. Hofstätter, Tramin Blauburgunder Riserva 2006 Josef Niedermayr, Girlan/Eppan Blauburgunder Sanct Valentin 2005 Kellerei St. Michael/Eppan Lagrein Abtei Riserva 2005 Klosterkellerei Muri-Gries, Bozen Lagrein Taber Riserva 2006 Cabernet Mumelter Riserva 2006 Kellerei Bozen Cabernet Löwengang 2004 Alois Lageder, Margreid Amistar Rosso Edizione 2005 Peter Sölva & Söhne, Kaltern Rosenmuskateller 2006 Franz Haas, Montan

Goldmuskateller Passito Baronesse Baron Salvadori 2006 Kellerei Nals Margreid Goldmuskateller Passito Serenade Castel Giovanelli 2005 Kellerei Kaltern I VINI DI VERONELLI 2009 „Super Tre Stelle“ Gewürztraminer Campaner 2007 Goldmuskateller Passito Serenade Castel Giovanelli 2005 Kellerei Kaltern Gewürztraminer Nussbaumer 2007 Gewürztraminer Vendemmia Tardiva Terminum 2006 Kellerei Tramin Gewürztraminer Brenntal 2007 Kellerei Kurtatsch Gewürztraminer Kolbenhof 2007 Blauburgunder Barthenau Vigna Sant'Urbano 2005 J. Hofstätter, Tramin Blauburgunder Filari di Mazzòn 2006 Ferruccio Carlotto, Auer Blauburgunder Mason di Mason 2005 Weingut Manincor, Kaltern Lagrein Gries Riserva 2006 Euforius Weinberg Dolomiten IGT rot 2006 Weiß Passito Aureus 2006 Josef Niedermayr, Girlan/Eppan Lagrein Riserva Glögglhof 2006 Franz Gojer, Bozen Lagrein Gries Riserva Berger-Gei 2003 Ignaz Niedrist, Girlan/Eppan Lagrein Riserva Waldgries 2006 Ansitz Waldgries, Christian Plattner, Bozen Lagrein Grieser Collection Baron Carl Eyrl 2006 Lagrein Riserva Taber 2006 Merlot Riserva Siebeneich 2006 Kellerei Bozen Chardonnay Löwengang 2005 Cabernet Löwengang 2004 Cabernet Sauvignon Cor Römigberg 2004 Alois Lageder, Margreid Cabernet Sauvignon Lafòa 2004 Kellerei Schreckbichl/Eppan Blauburgunder Riserva Selyèt 2004 Col de Rey Weinberg Dolomiten IGT rot 2004 Landesgut Laimburg, Pfatten Istante Weinberg Dolomiten IGT rot 2004 Franz Haas, Montan Lamarein 2006 Unterganzner Josephus Mayr, Bozen Weiß Passito Comtess Sanct Valentin 2006 Kellerei St. Michael/Eppan Goldmuskateller Passito Vinalia 2006 Kellerei Bozen

GUIDA AI MIGLIORI VINI D’ITALIA 2009 „D’Agata & Comparini” Ruländer Unterebner 2007 Kellerei Tramin Ruländer Punggl 2007 Kellerei Nals Margreid Müller Thurgau Feldmarschall 2007 Tiefenbrunner, Entiklar/Kurtatsch Sauvignon Voglar 2006 Peter Dipoli, Neumarkt Gewürztraminer Lunare 2006 Kellerei Terlan Beyond the clouds 2006 Elena Walch, Tramin Weiß Passito Comtess Sanct Valentin 2006 Kellerei St. Michael/Eppan Goldmuskateller Passito Serenade Castel Giovanelli 2005 Kellerei Kaltern GAMBERO ROSSO 2010 „Drei Gläser” Weißburgunder Dellago 2008 Kellerei Bozen Weißburgunder Sirmian 2008 Kellerei Nals Margreid Terlaner Weißburgunder Vorberg Riserva 2006 Kellerei Terlan Sauvignon Indra 2008 Kellerei Girlan Sauvignon St. Valentin 2008 Kellerei St. Michael/Eppan Terlaner Sauvignon 2008 Weingut Manincor, Kaltern Gewürztraminer Kastelaz 2008 Elena Walch, Tramin Gewürztraminer Nussbaumer 2008 Kellerei Tramin Feldmarschall von Fenner zu Fennberg 2008 Tiefenbrunner, Entiklar/Kurtatsch Manna 2007 Franz Haas, Montan Lagrein Abtei Riserva 2006 Klosterkellerei Muri-Gries, Bozen Lagrein Dunkel Mirell 2007 Weingut Waldgries, Christian Plattner, Bozen Lagrein Dunkel Taber Riserva 2007 Kellerei Bozen Gewürztraminer Terminum Spätlese 2007 Kellerei Tramin Goldmuskateller Passito Serenade 2006 Kellerei Kaltern

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Culturonda Wein ®

Die einzigartige Weinkultur Südtirols TEXT ROSWITHA MAIR

Culturonda® Wein stellt, unterteilt in zwölf Punkten mit jeweils drei Erlebnistipps, die Vielfalt der Südtiroler Weinwelt vor.

Am Kalterer See ist vor allem der autochthone Vernatsch zuhause

Kultur- und Weininteressierte sowie Neueinsteiger haben somit einen Wegweiser, der sie übersichtlich und schnell zu den Höhepunkten der Südtiroler Weingeschichte und Weinwirtschaft führt. 3000 Jahre Südtiroler Wein zeugen davon, dass der kostbare Rebensaft schon früh Weintrinker begeisterte: So etwa die Römer, die den Wein in ihnen bis dahin unbekannten, hölzernen, mit Eisenreifen beschlagenen Fässern bis an die Höfe der römischen Kaiser transportierten. Oder die fränkischen und bayrischen Klöster, welche ab dem 8. Jahrhundert für ihren Bedarf Weingüter in Südtirol erwarben. Auch unter österreichischer Herrschaft wurde über 600 Jahre lang der Südtiroler Weinbau ganz besonders gefördert. Die autochthonen Rebsorten Lagrein und Vernatsch sowie Gewürztraminer prägten schon damals die Weinberge. 32

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WEIN ERLEBEN Doch Culturonda® Wein beschäftigt sich mit weit mehr als nur mit Vergangenheit, Rebsorten und Weinanbau. So werden Orte und Gelegenheiten aufgezeigt, wo Wein und Weinkultur erlebbar und greifbar gemacht werden, wie etwa entlang der Südtiroler Weinstraße, im Weindorf Kaltern durch die Qualitätsoffensive wein.kaltern oder auf den verschiedenen Weinwegen. Es werden Kellereien und Winzer vorgestellt, welche nicht nur hervorragende Weine produzieren, sondern sie auch gekonnt in Szene setzen – sei es mit gewagter, moderner, durchaus sehenswerter Architektur als auch mit alter und zeitgenössischer Kunst. So schufen in den vergangenen Jahren namhafte Architekten wahre Weintempel, während Künstler den Bauten, Kellern und Etiketten gerne den letzten Feinschliff verleihen. Spricht man vom Wein, Quell der Freude, Gesundheit und


WEINLIGHTS & MEHR Wein-Kultur-Wochen in St. Pauls/Eppan

Schönheit, gesellt sich wie selbstverständlich die gute Küche hinzu. Küche und Keller bilden eine genussreiche Liaison. Bestes Beispiel gibt die Kellerei Terlan, die nicht nur alljährlich einen köstlichen Spargelwein keltert, sondern auch die Vermarktung des Terlaner Spargels innehat. Oder der alte Herbstbrauch des Törggelens, wo wandern, Wein verkosten und bäuerliche Spezialitäten genießen Hand in Hand gehen. Der zwölfte und letzte Punkt der Culturonda® Wein entführt – nach einen kurzen Exkurs in die Welt der Sagen – in das faszinierende Reich der Sinne: Weine verkosten, erleben und genießen. Möglichkeiten dazu gibt es im Weinland Südtirol zur Genüge, vor allem bei den vielen Kellereiführungen, Weinbergbegehungen und Verkostungen. MEHR ERFAHREN Die zwölf Punkte der Culturonda® Wein mit den je drei Erlebnistipps, weiterführende Informationen, empfehlenswerte Literatur und Linkverweise gibt es ab Frühjahr 2010 im weltweiten Netz unter www.suedtirols-sueden.info und in Form eines Audio-Wineguides (Podcasts). Die Audio-Dateien, mit Erläuterungen und Interviews zu den einzelnen Culturonda® WeinPunkten, stehen dann in zeitgemäßer Manier allen Weinenthusiasten kostenlos zur Verfügung.

Roswitha Mair Geboren in Bozen, wohnhaft in Eppan. Studium der Tourismuswirtschaft in Bruneck und Venedig. Seit 2002 beim Tourismusverband Südtirols Süden.

Südtiroler Weinstraßenwochen Vino in Festa ’10 Einen Monat lang, vom 13. Mai bis 12. Juni 2010, werden die 15 Weinbaugemeinden entlang der Südtiroler Weinstraße zum Schauplatz eines ganz besonderen Veranstaltungsreigens: Angefangen mit der Bozner Weinkost lädt die Südtiroler Weinstraße zu hochkarätigen Wein-Highlights. Fulminantes Finale: die Nacht der Keller am 12. Juni 2010. www.suedtiroler-weinstrasse.it

Wein-Highlights • • •

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Weinwandertag in Kaltern am 25. April 88. Bozner Weinkost in Bozen vom 13. bis 16. Mai Südtiroler Blauburgundertage in Montan und Neumarkt am 20. und 21. Mai Nacht der Keller entlang der Südtiroler Weinstraße am 12. Juni Ganz in Weiß – Kaltern präsentiert seine Weißweine am 29. Juni Gewürztraminer Weinstraßenfest in Tramin am 16. Juli Wein-Kultur-Wochen in St. Pauls/Eppan vom 22. Juli bis 3. August Lorenzinacht in Bozen und Andrian am 10. August Unterlandler Weinkosttage in Auer Mitte August Montiggler Weis(s)e in Montiggl/Eppan am 20. August Kalterer Weintage am 2. und 3. September Traminer Weingassl in Tramin am 16. Oktober

Der Weinritt, eine Weinreise Ein Tag rund um den Südtiroler Wein, serviert von kompetenten Weinleuten, genossen in netter Gesellschaft. Die mediterrane Landschaft entlang der Südtiroler Weinstraße, ein kulinarisches Intermezzo und Wissenswertes rund um Land und Leute machen die Weinreise im Kleinbus zum unvergesslichen Weinkulturerlebnis. Informationen und Termine unter www.suedtirols-sueden.info

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Hochprozentige Schätze TEXT JUL BRUNO LANER

Was heißt eigentlich Schnaps? Schnaps ist ein ursprünglich norddeutsches Wort, das dem Niederländischen entlehnt ist – Snap(p)s – und sich im Zuge der Jahrhunderte im ganzen deutschen Sprachraum verbreitet hat.

100 kg frische, feuchte Trester ergeben im Durchschnitt neun bis zwölf Liter Grappa

Selbstverständlich ist diese Bezeichnung auch für das Südtiroler Tresterdestillat angewandt worden. Eigentlich sollen die Araber den Schnaps erfunden bzw. entdeckt haben. Die Araber hatten es nämlich mit dem Destillieren, das war die Kunst, flüssige Stoffe durch Verdampfung zu reinigen und zu trennen. Dadurch produzierten sie Essenzen, welche alle Düfte des Orients in sich bargen. Eines Tages destillierten sie vergorene Trauben, das Destillat hatte einen nicht bekannten Duft, die Destillateure tranken davon reichlich, denn der Trunk schmeckte; doch nach einigen Retorten schliefen sie ein. Als sie erwachten fragte der eine den anderen, was haben wir da gebraut? Der andere antwortete: „Alkuhl!“ das heißt zu Deutsch „vergessen“! Der Schnaps war geboren und der Alkohol hatte seinen Namen. Andere Quellen schreiben den alten Ägyptern die Nutzung von Schnaps zu. Der unwiderstehliche Blick der Kleopatra soll auf 34

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einen Schnapszauber, bzw. auf ein Schnapskosmetikum zurückzuführen sein. SÜDTIROLER GRAPPA Nachdem das Wort Schnaps lautmalerisch an „Schnappen“ erinnert, wird es seit dem 18. Jh. mit dem Bild eines schnellen Schluckes assoziiert, wie man eben gern ein „Gipfelschnapsl“ oder ein schnelles „Verdaungsschnapsl“ zu sich nimmt. Das Paradepferd in Südtirol ist der „Treber“, der aus den Trestern der Traube gebrannt wird. International geschützt ist der heimische Schnaps unter dem Namen „Grappa“; darunter versteht man den Tresterbrand mit seinen eigenen Merkmalen. Der ist ein eigener Planet im Universum von Weinbrand, Obst und Beerenbrand. Dazu kommen die Liköre, insbesondere die Liköre mit Grappa. Die gepflegten Brennereien, die man heute entlang


GRAPPA & MEHR

Südtiroler Grappa Südtiroler Grappa wird ausschließlich aus Südtiroler Trester, die in Südtirol destilliert werden, hergestellt und abgefüllt. Südtiroler Grappa wird mindestens zwei Mal jährlich analysiert und kontrolliert und erhält erst nach der sensorischen Prüfung durch die ANAG (Nationale Vereinigung der Grappaverkoster) bei mindestens 75/100 Punkten das Qualitätszeichen Südtirol. Mehr unter www.suedtirol.info/grappa

Preisgekrönte Hofbrennereien Die Südtiroler Bauernhöfe mit dem Gütesiegel „Roter Hahn“ stellen hochwertige Qualitätsprodukte her – auch preisgekröntes Hochprozentiges. So sind die Südtiroler Hofbrennereien mit 13 Medaillen im Gepäck von der Int. Edelbrandmeisterschaft „Destillata“ aus Wien zurückgekehrt. Die Hofbrennerei Fischerhof landete bei der Messe „Ab Hof“ in Wieselburg (A) im Spitzenfeld, die Hofbrennerei Plonhof bei der Fachmesse „Mostbarkeiten“. Alle Hofbrennereien unter www.roterhahn.it

Die Galerie der Sinne Das Brennen ist ein Spiel mit den Temperaturen

der Südtiroler Weinstraße antrifft, bringen in Sachen Sortenauswahl, feinster Brenntechnik, Lagerung, Phantasie, technischem Können, Qualitätsbewusstsein und Hang zur Tradition Qualitätsprodukte hervor, die ein eigenes „Schnaps-Seminar“ wert sind. Dazu bietet sich auch immer wieder die Gelegenheit; entweder über die Tourismusvereine oder direkt bei den einzelnen Brennereien, deren Türen und Tore für interessierte Freunde der feinen Destillate meistens offen stehen. Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich nur von selbst einen Überblick über die bunte und frohe Welt der Destillate zu machen, die der Volksmund der Einfachheit halber schlechthin Schnäpse nennt. Bei der Verkostung dieser Edelbrände ist allerdings „Schnappen“ und „Extrinken“ nicht am Platze. Da werden die Tropfen betrachtet, geschwenkt, mit dem Riechorgan analysiert und schließlich wie eine flüssige Kristallkugel über Zunge, Gaumen und Kehle gerollt, auf dass die Gerüche und Aromen frei gegeben werden, als wären alle Düfte des Orients in einen Tropfen gebannt. Für schöne Frauen ist so ein Edelbrand die feinste Augenschminke, des Menschen Geist verleiht er Flügel und sachverständiger Genuss von Qualität gebiert nie Schnapsideen.

Jul Bruno Laner Lebt in Bozen als freischaffender Publizist. Amtierender Fürst der Vinobarden. Verfasser von Theaterstücken und verschiedener Bücher über Südtirol, Drehbücher für Fernsehdokumentationen über Südtirol und Filme über Kunst und Kultur.

Im Verkaufsbereich der Brennereien Roner in Tramin hat die traditionsreiche Brennereidynastie eine kreative „Galerie der Sinne“ eingerichtet. Besucher können hier in die Kunst der Destillation eintauchen, durch den „Parcours der Sinne“ wandeln und durch Sehen und Riechen die Faszination des Destillierens im wahrsten Sinne des Wortes erleben. www.roner.com

WISSEN Die Idee mit der Birne in der Flasche stammt von der Brennerei Psenner in Tramin: Die Birnen wachsen in jene Flaschen heran, die dann später zur Abfüllung des Obstbrandes dienen. Eine geniale Idee und der Beginn einer großen Tradition, die Schule gemacht hat. In Psenners 70 ha großen Obstgarten wird heute noch das ursprüngliche Verfahren angewandt. www.psenner.com

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Baukultur für Reisende TEXT ANDREAS GOTTLIEB HEMPEL

Auf Reisen interessieren wir uns für die Baukultur der Region, die wir besuchen. Sagt doch die Baukunst viel darüber aus, in welcher Tradition und mit welchem Selbstverständnis die Menschen dort leben.

Seebad Lido in Kaltern, the next ENTERprise – architects

Gerade Südtirol kann auf unzählige Baudenkmäler aller Jahrhunderte zurückblicken. Aber es gibt auch eine moderne Baukultur, die den Besucher mit eigenständiger Qualität überrascht. Hier möchten wir Ihnen eine kleine Auswahl bieten: Das Museion in Bozen bietet nicht nur ausgewählte Höhepunkte der internationalen modernen Kunstszene, sondern ist auch ein städtebauliches und architektonisches Meisterwerk. Zwei elegant geschwungene Brücken verbinden die Stadtteile diesseits und jenseits der Talfer mit dem nach beiden Seiten sich öffnenden silbrigen Bau, der das Verbindende der Kunst für die dort lebenden Sprachgruppen symbolisiert. In unmittelbarer Nähe bietet die Europäische Akademie Veranstaltungen zum Thema des Zusammenlebens der Kulturen im Alpenraum. Wie sich die deutschen und italienischen Baukultur36

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kreise bestens ineinander fügen können, zeigt der Umbau eines Gebäudes des „razionalismo“ von Miozzo u. Mansutti 1934 durch den österreichischen Architekten Klaus Kada 2002 in der transparenten Architektursprache unserer Zeit. Ein Erlebnis ist die Pfarrkirche Leifers. Hier bilden moderne Erweiterung und Bauteile der Romanik und Neugotik ein spannendes Ensemble. Außen zeichnet der Anbau die Linien der Berge nach. Innen verunsichert er die Eintretenden durch die schwingenden Linien von Boden, Wänden und Decke – nur das Kreuz bietet rechtwinkligen Halt. Die raffinierte Lichtführung lässt das Holz des Raumes golden leuchten. Den „verzauberten Berg“ nennt Reinhold Messner die größte Burgruine Südtirols, in die er 2005 das Messner Mountain Museum einfügen ließ. Die geschichtsträchtigen Mauern – hier rief Silvius


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(1) Die EURAC in Bozen, Klaus Kada (2) Pfarrkirche in Leifers, HĂśller und Klotzner (3) Museion in Bozen, KSV KrĂźger Schubert Vandreike (4) Neue Rittner Seilbahn: Innovative Technik und transparente Architektur MAGAZINE 2010

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Seehotel Ambach in Kaltern, Othmar Barth

Magnago 1957 sein „Los von Trient“ – wurden nur gesichert. Die Einbauten sind dagegen aus korrodierendem Stahl und so hineingestellt, dass sie jederzeit wieder entfernt werden könnten – ein Baukunstwerk für sich! Der Ritten ist die traditionelle Sommerfrische der Bozner, die ihn bereits ab 1907 mit einer Zahnradbahn erreichen konnten. 2009 hat ein neues Seilbahnsystem mit acht Kabinen für je 35 Personen die Verbindung im Vier-Minuten-Takt übernommen. In 12 Minuten erreicht man Oberbozen. Neben der Bergstation fällt das im Jugendstil 1908 erbaute Parkhotel Holzner auf – eine sensibel modern ergänzte Sommerfrische. Ebenfalls eine Alternative zum Auto ist die Standseilbahn von 1903, die in 12 Min. mit 64% Steigung von Kaltern aus den Mendelpass erreicht. Sie wurde 2008 renoviert und die modernen Wagons halten nun auch auf der Streckenmitte um den Kalterer Höhenweg gut erreichen zu können. Oben auf dem Pass ist noch ein GrandHotel der k.u.k Monarchie zu bewundern, das allerdings in Wohnungen umgewandelt wurde. Südtirols Weinbau hat sich in den letzten zwanzig Jahren von der Masse zur Klasse gewandelt und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen. Das gilt auch für die neue Architektur einiger Kellereien, von denen hier der Umbau der Kellerei Tramin – berühmt für ihren Gewürztraminer – vorgestellt wird. Die außergewöhnliche Stahlkonstruktion wird 2010 eingeweiht und ein Wahrzeichen am Ortseingang von Tramin sein. Aus dem 16. Jh. stammt der Stroblhof in Eppan. Immer wieder wurde das weithin bekannte Hotel und Weingut feinfühlig umgebaut. Wellnessanlagen und moderne Kellerei verschwanden fast unsichtbar im Gelände, Altes mischt sich gelungen mit Neuem. Ein biologisch geklärter Badeteich liegt an dem 4 ha großen Weinberg. Gekeltert werden 40.000 Flaschen Spitzenwein, die den Aufenthalt noch mehr verklären. 38

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Goldener Stern in Kaltern, Thomas Mahlknecht/Igor Comploi

Zunächst ist man erstaunt, dass am wärmsten See des Alpenraumes, dem Kalterer See, ein Freibad gebaut wurde. Durch die außergewöhnliche und plastische, über das Gelände erhöhte Architektur ist es aber ein großer Publikumserfolg geworden. Wie von einem Schiffsdeck erlebt man schwimmend geradezu abgehoben die umgebende Reblandschaft, den spiegelnden See und die Berge. Etwas Besonderes! Wer in guter Architektur ungestört zwischen Weinbergen, Obstbäumen, Wiese, Schilf und dem See seine Ferien verbringen möchte, der ist im Seehotel Ambach bestens aufgehoben. Man kann es kaum glauben, dass diese zeitlos moderne Architektur schon 1974 gebaut wurde – so frisch und makellos wirkt sie! Der Blick vom See auf das Hotel ist fast ebenso schön wie die Aussicht von der Sonnenterrasse des Hauses. Mitten im Weindorf Kaltern liegt der behäbige historische Gasthof Stern. Nach einem sorgfältigen Umbau bietet er seit 2009 nicht nur äußerst geschmackvoll eingerichtete Zimmer, bei denen historisches Flair mit modernem Design bestens harmonieren und eine hochelegante Vinothek im Obergeschoss sondern auch eine gelungene Wellnessanlage in einem ruhigen Gartenbereich mit Blick über die Dächer Kalterns. Nobel residieren am Waltherplatz mitten in Bozen: im Hotel Greif. Die Atmosphäre des Gasthofs aus dem 15. Jh. wurde durch den Umbau von Architekt Boris Podrecca in der Moderne unserer Tage bewahrt. Jeder der 33 Räume bietet eine unterschiedliche Einrichtung von verschiedenen Künstlern und die Bar Grifoncino hat geradezu internationales Flair. Speisen im Park des benachbarten Grand-Hotels Laurin. Das Sarntal ist noch ein ursprüngliches Naturparadies, das man als Gast gut im Hotel Bad Schörgau erleben kann. „Tradition und Zeitgeist“ ist das Motto der Gastgeberfamilie Wenter, die nicht nur eine Haubenküche führt, sondern auch die Tradition der alten


KULTUR & MEHR

Romanisch: Stiegen zum Himmel Stolze Burgen und imposante Schlösser, farbenfroh ausgemalte Kirchen und einsame, stille Kapellen, malerische Dörfer und Städtchen in ganz unterschiedlichen Kulturlandschaften machen den Reiz der „Stiegen zum Himmel“, der alpinen Straße der Romanik, aus. Südtirols Süden kann mit zwei Perlen der Romanik aufwarten: das Kirchlein St. Jakob in Kastelaz bei Tramin und die Burgkapelle Schloss Hocheppan in Missian/Eppan. www.stiegenzumhimmel.it

Römisch: Via Claudia Augusta Die Via Claudia Augusta führt von Donauwörth bis nach Venedig und verbindet Menschen, Zeiten und Kulturen. Die römische Kaiserstraße lässt sich mit der Postkutsche, zu Fuß, am besten jedoch mit dem Rad bereisen. Radführer „Via Claudia Augusta – von der Donau an die Adria“ zu bestellen unter www.esterbauer.com; www.viaclaudia.org

MMM Firmian

Hotel Greif in Bozen, Boris Podrecca

„Bauernbadl“ neuzeitlich fortsetzt. Dem entspricht der geradezu baukünstlerische Umbau des Hauses, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Seit 1890 nimmt der Zirmerhof in Radein Gäste auf, darunter viel Prominenz. Absolute Ruhe, Höhensonne und das Panorama von über 80 Dreitausendern. Aber auch eine traditionelle bäuerliche Architektur mit alten Stuben, historischem Speisesaal und sorgfältiger Modernisierung, die nichts von der ursprünglichen Atmosphäre stört. Besonders gelungen ist der Wellnessbereich unter dem Hügel aber zur Aussicht geöffnet. Fazit: Die baukünstlerische Verbindung von Alt und Neu ist die besondere Stärke der herausragenden Südtiroler Architekten, die mit viel Kreativität und Gespür für die jeweilige Situation der Verkitschung durch angeblich „tirolerische“ Dekorationen hochqualifizierte Alternativen entgegensetzen.

In den alten Mauern von Schloss Sigmundskron, ergänzt mit einer modernen Struktur aus Glas und Stahl, erzählt Reinhold Messner von der Bedeutung der Berge für die Menschen. Der Berg kann Menschen verzaubern und das ist es, was im Messner Mountain Museum Firmian zu spüren ist. Geöffnet vom ersten Sonntag im März bis zum dritten Sonntag im November. www.messner-mountain-museum.it

Historische Gastbetriebe 2010 Gleich an zwei Gastbetriebe wurde in diesem Jahr die begehrte Auszeichnung verliehen: So wurde der Preis an eines der bekanntesten und renommiertesten Bozner Traditionshotels, das Parkhotel Laurin, und an den malerischen, von außerordentlicher historischer Kontinuität geprägten Berggasthof Zirmerhof in Oberradein vergeben. www.historischergastbetrieb.it

BUCH Südtirols schönste Hotels Andreas Gottlieb Hempel Geb. 1941, Architekturprofessor, Journalist, Buchautor und Sommelier. Nach 30 Jahren als freischaffender Architekt in München und Berlin, Präsident des Bundes Deutscher Architekten, Vorsitzender des Deutschen Architekturzentrums, Berlin und Vizepräsident der Int. Architektenunion, Paris, zog er sich nach Südtirol zurück und schreibt über seine Wahlheimat.

88 kleine Paradiese für Individualisten, Kenner und Genießer. Andreas Gottlieb Hempel hat aus der Fülle der Südtiroler Unterkünfte besondere Perlen ausgewählt und beschreibt mit profundem Wissen die Häuser unterschiedlicher Kategorien, in denen die charakteristische Südtiroler Gastfreundschaft weiterlebt. www.folioverlag.com

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TEXT ALEXANDER ZINGERLE

Blech gehabt Musik mit Horn und Tracht


Die Spanier haben den Flamenco, die Italiener den Belcanto, und wir Südtiroler die Blasmusik. Fast 10.000 aktive Musikanten engagieren sich in den 211 Musikkapellen des Landes. Der Großteil davon ist jung, aufgeschlossen und für alle musikalischen Ausritte zu begeistern. Blas- und Volksmusik haben die üblichen Plattitüden von eintönigen Schunkelmelodien und krachledernen Aufmärschen längst gesprengt. Ein scheppernder Tusch eröffnet den zünftigen Marsch. Trompeten, Posaunen und Klarinetten dudeln um die Wette, Krachlederne quietschen, Schuhabsätze rattern. Trachten schreiten im Gleichschritt voran. Die gestrengen Mienen, die gerade Körperhaltung, die steifen Hemdkragen, die aufrechten Hutfedern – die Parade erinnert stark an einen militärischen Aufmarsch. Nichts da, man ist lediglich Teil des Festumzuges des ebenso geselligen wie urigen Sarner Dorffestes. Die Kühe schauen verdattert, kernige Jungs stellen feschen Mädchen nach, ausgewachsene Mannsbilder watten – die Dorfidylle erinnert an den Hort der unbezwingbaren Gallier. Das etwa 50-köpfige Ensemble der Musikkapelle ist mit Bierernst bei der Sache. Wäre ja noch schöner, denn schließlich sind die Musikkapellen nicht zur allgemeinen Erheiterung da. Und auch nicht bloß für gierige Blicke der Touristen mit ihren Fotoapparaten, wenngleich damit schon gern kokettiert wird. Denn zuweilen treten Südtiroler Musikkapellen auch im Rheinland, in Norddeutschland oder sogar in Kalifornien auf. Vorrangig empfinden sie sich als gelebtes Brauchtum und tragende Säule der Tiroler Volkskultur. Bei Platz- und Saalkonzerten, kirchlichen Feiertagen, Beerdigungen oder Hochzeiten rücken die Musikanten aus. Die Tradition will bewahrt werden. Bodenständigkeit und Heimattreue haben in Zeiten der Globalisierung Hochkonjunktur. Auf dem Land geht

Marketenderinnen marschieren mit dem Kapellmeister MAGAZINE 2010

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Trachten und Instrumente sind meist Eigentum der Musikkapelle

kaum eine Geschäftseröffnung, eine Einweihung oder ein Fest ohne Kapelle vonstatten. Ohne schwingendes Blech fehlt der Rahmen, beinahe schon die Legitimation. RENAISSANCE DER BLASMUSIK Blasmusik gehört zu Südtirol wie Törggelen, Watten und Bergfex Reinhold Messner. Schließlich gibt es mehr Musikkapellen als Gemeinden (211 zu 116), mehr spritzig-junge als ergraute Musikanten (54,9% der Mitglieder sind keine 30 Jahre alt) und insgesamt fast 10.000 Bläser. Ein fixes Instrument jeder Kapelle ist das Füllhorn, das jedes Jahr aufs Neue ausgeschüttet wird. Fast vier Millionen Euro wurden 2008 in die Südtiroler Kapellen investiert, Instrumente und Trachten wurden angekauft, Probelokale verschönert, Schulungen absolviert. Will jemand in eine Kapelle aufgenommen werden, so braucht er heutzutage ein Leistungsabzeichen, das in Gold, Silber und Bronze vergeben wird. Überdies steigern auch Wettkämpfe die Qualität: Wie Sportvereine messen sich Musikkapellen im Spielen oder im Marschieren. „Die Musikanten sind heutzutage sehr gut ausgebildet. Jeder ist mit Eifer und Ehrgeiz bei der Sache“, weiß Andreas Andergassen aus Kaltern. Seit drei Jahren ist der 28-jährige Trompeter und Hornist Kapellmeister der Musikkapelle Neumarkt. Seinen Hauptberuf Tischler übt er bloß halbtags aus, um genug Zeit für seine wahre Leidenschaft zu haben. Ihn reizt das Kreative, das Feilen an den Stücken, auch das Zeremoniell. Die überlieferten Stücke und die Märsche sind nur mehr ein Teil des Programms. Man hat einen James Bond auf Lager, die Ohrwürmer aus Filmen und Fernsehen, die schwungvollen Harmonien eines James Last und wagt sich sogar an Dixieland. Damit steht die Musikkapelle Neumarkt voll im Trend der Erneuerung. Auch werden Tiroler Klänge von Unterhaltungsbands respektlos durch den musikalischen Fleischwolf gedreht, mit Rock, Groove und Beats angereichert und in einem Medley mit AC/DC und 42

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Udo Jürgens serviert. Die Bands nennen sich Volxrock, Sauguat oder Vollbluet, hantieren in der Regel mit einem guten Dutzend Instrumenten und gehören zu den gefragtesten Einheizern im Lande. Doch damit sind längst nicht alle heiligen Kühe geschlachtet. Traditionell ist die Vereinsmeierei Männersache, sei es bei der Feuerwehr, den Schützen und vielen Sportvereinen. Frauen geben vielfach das schmucke Zierwerk ab. Sie spielen Klarinette, Flöte oder Horn. Oder sie ziehen als fesche Marketenderinnen, einen hochprozentigen Treber in ihrem Fassl hütend, die männlichen Blicke auf sich. Am Dirigentenpult hat aber ein Mann das Sagen. In der Regel. Cäcilia Perkmann trägt gerade einiges zum neuen weiblichen Selbstbewusstsein im Männermetier Musikkapelle bei. Sie ist zarte 26 Jahre alt. Seit drei Jahren dirigiert sie die Musikkapelle Zwölfmalgreien aus Bozen, davor leitete sie jene von Tisens. Der Großteil ihres 50-köpfigen Blasmusik-Ensembles sind Männer, stämmige Kerle. Sie alle musizieren ohne Murren nach dem Taktstock der kleinen, jungen Cäcilia mit den strahlenden Augen. Wäre ja noch schöner, denn schließlich ist die Vilpianerin mit einem Meisterkurs im Dirigieren, einem Studium der Musikuniversität in Linz und am Europäischen Institut für Musik in Trient und Mezzocorona hochgradig qualifiziert. Als Dirigentin muss man sich den Respekt der Männer hart erarbeiten, weiß sie. BUNTE PALETTE DER VOLKSMUSIK „Volksmusik pflegen ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitertragen des Feuers“, zitiert Roland Walcher Silbernagele eine alte Weisheit. Der Mittdreißiger aus dem Weindorf St. Pauls führt in den Volksmusik-Sendungen „A Tanzl – a Weis“ oder „Jahrein Jahraus“ durch das Programm. Dort tastet er sich an die musikalischen Ursprünge zurück: aufgespielt wird im Ambiente eines Wirtshauses, wo Zither, Hackbrett und Harmonika harmonieren


EVENTS & MEHR

Grand Prix der Volksmusik Die Brüder Ulrich und Otto Messner aus Andrian alias Vincent und Fernando haben sich beim Grand Prix der Volksmusik 2009 mit dem Titel „Der Engel von Marienberg" die begehrte Bergkristall-Trophäe geholt. 2006 sangen sich Rudy Giovannini & Belsy mit dem Coro Monte Pallidi mit dem Titel „Salve Regina“ in die Herzen des Publikums, 1990 die Kastelruther Spatzen mit „Tränen passen nicht zu dir“. www.vincentfernando.com

10. Köfelefest mit Rudy Giovannini am 4. und 5. Juni in Leifers Über 10 Jahre hält sich Rudy Giovannini nun schon an der Spitze der Volksmusik. Genauso lange erfreut der Schlagerstar aus Leifers, gerne auch als „Caruso der Berge“ bezeichnet, seine Fans beim alljährlichen „Köfelefest“ in Leifers. Kartenvorverkauf ab 2. Februar 2010 beim Tourismusverein Leifers. www.leifers-info.it

Volkstanz-Europeade

Blasmusik begeistert auch die Jugend

und alle Gattungen eine Plattform finden. „Die Volksmusik ist viel bunter als man sie gemeinhin abstempeln will. Sie hatte seit jeher in der Mitte des Volkes ihren Ursprung und ist somit deren Spiegelbild. Sie ist obrigkeitskritisch, hat auch erotische Züge und ist eben als Ventil der Gesellschaft zu deuten“, meint Walcher Silbernagele. Seit Jahren tobt im Lande eine Kontroverse um den Begriff der echten und der, sagen wir aufgepeppten und vermarkteten, Volksmusik. Diese Musik säuselt wie Schlager, kommt aber gerne in der alpenländischen Verpackung daher. Zynische Zungen sprechen von der „volksdümmlichen” Musik mit in Schmalz getränkten Texten, die auf banalen synthetischen Klängen eingebettet von dauergrinsenden Playback-Sängern vorgetragen werden. Diese wiederum tragen den Spott mit Fassung, denn schließlich verdienen sie sich damit eine goldene Nase. Ihr ganz persönliches Füllhorn. Ein deutsches Millionenpublikum liebt sie, mögen sie nun Vincent & Fernando, Kastelruther Spatzen oder Rudy Giovannini heißen. Zu ihren Highlights zählt der alljährliche Grand Prix der Volksmusik. Volksmusik? Schlager? Stubenmusik, ein Landler, ein Boarischer oder gar Volkstanz – jeder sollte doch einfach zu der Musik singen und tanzen, die gefällt. Holladrio.

Alexander Zingerle Redakteur des Lifestyle-Magazins IN Südtirol. Einst für Südtirol Online und Südtirol Life tätig. Autor von 15 Kabaretts und Theaterstücken für die Kühne Ü Bühne. Kinderjahre im Pustertal, Zivildienst in Trient, FremdsprachenStudium in Innsbruck und Schottland, Wohngegend Überetsch.

vom 21. bis 25. Juli in Bozen Die Europeade ist das größte Trachten- und Folklorespektakel Europas und fi ndet seit 1964 jährlich in einer anderen europäischen Stadt statt. Im Jahr 2010 singen, musizieren, tanzen und feiern tausende Trachtenträgern aus ganz Europa in Bozen.

Stadlzeit – Es ist soweit! Nach dem letzten Stadl im Jahr 2005 ist es wieder soweit: Am 18. September 2010 geht in der Messe Bozen die Live-Sendung „Musikantenstadl“ mit Moderator Andy Borg über die Bühne. Bereits am Vortag gibt es die Generalprobe, die ebenfalls um 20.15 Uhr beginnt.

WISSEN In den 23 Gemeinden in Südtirols Süden pflegen 39 aktive Musikkapellen Blasmusik und bodenständiges Brauchtum. Allein in der Gemeinde Ritten gibt es sechs Kapellen; die Gemeinden Sarntal und Eppan können immerhin noch mit je vier Kapellen auftrumpfen.

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Ein ganzes Dorf ist außer sich Streifl ichter auf den Egetmann-Umzug TEXT WERNER MENAPACE

Zwölf Uhr mittags. Das Auge des Tornados steht über dem Dorf. Eine eigenartige Spannung liegt in der Luft, eine unerklärliche Erwartung, ein Aufgeladensein und Vibrieren, eben jene Ruhe vor dem Sturm, der in Kürze durch die Straßen und Gassen des Dorfes fegen und sich auf dem Hauptplatz entladen und wie eine Urgewalt in die tausendköpfige Zuschauermenge auf dem Hauptplatz fahren wird.

Die Alt-Weibelen schwärzen gerne Zuschauer ein

Eine Beschreibung des Umzugs ist sinnlos. Dass man ihn gesehen haben muss, werden nur die verstehen, die selbst einmal dabei gewesen sind. Die ihn nicht nur gesehen haben, sondern eingetaucht sind in das Getümmel und Gelärme, in die augen-, nasen- und ohrenbetäubende Geräusch- und Geruchskulisse: das Klappern der Schnappviecher, das Knallen der Goaßln, das Hämmern der Schmiede, das Rasseln und Klirren, das Scheppern von Blech und Eisen, der Sang der Ziehharmonikas, das Singen, Johlen und Grölen, das „Ho-ho“ der Ratsherren, das Klatschen der nassen Wäschestücke, das Kreischen der Zuschauer. Der Rauch aus Öfen und Herden, der Geruch von Wacholder, Tannen- und Fichtenzweigen, von Treibstoff und Auspuffrohren, von Hennefedern, Sägemehl, Staub und Ruß (dann werden in Tramin kurzzeitig erhöhte Feinstaubwerte gemessen!), von Plent, Würsten, Omeletten, Faschingskrapfen und Glühwein, von dampfenden Pferden und fliegenden Fischen … 44

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WILDE, LAUTE GESTALTEN Junge Burschen, die unter grobe Kartoffelsäcke schlüpfen, viele Kilo schwere und meterhohe Holzungetüme schultern, sich in vorzeitliche Drachenwesen verwandeln und stundenlang schnappend durch Straßen und die Menschenmenge toben … Ehrwürdige Bürger, die als wilde Hexenbande auf Reisigbesen durch die Gassen des Dorfes reiten, urtümliche Tänze um einen rauchenden Kessel vollführen und primordiale Schreie ausstoßen … Dutzende von Burgln und Burgltreibern, die wie finstere Windsbräute durch Straßen, Gassen, Zuschauer und Hauseingänge fegen, halsbrecherisch an Fassaden herumturnen oder kopfüber aus geöffneten Fenstern baumeln … Fischer mit Kraken als Kopfbedeckung, die Frauen und Kinder mit breitem Grinsen und gewinnendem Lächeln zum Ekeln und Gruseln bringen …


Hartgesottene Sportsmänner, die sich kopfüber in den Dorfbrunnen stürzen und dort – im winterlich wohltemperierten Wasser! – prustend herumplanschen und um sich spritzen wie Kleinkinder in der Badewanne … KATHARSIS DURCH EKSTASE Damit wäre eigentlich schon gesagt, worum es beim EgetmannUmzug im Grunde geht: Es handelt sich um ein Schauspiel, bei dem die Darsteller durch Ekstase sich selbst und – indem sie „Jammern“ und „Schaudern“ hervorrufen – auch die Zuschauer „reinigen“. Unter diesem Gesichtspunkt – könnte man sagen – setzt der Egetmann-Umzug eine über 2000-jährige Tradition fort. Ursprünge, Hintergründe, Wurzeln, geschichtliche Daten und Belege und wissenschaftliche Erklärungen verlieren ihre Bedeutung, da werden Urängste exorziert: Bären, Drachen, Hexen, Dämonen … Nichts am Umzug ist wirklich „schön“, sauber, ordentlich oder gepflegt. Es ist müßig, sich über die Wildheit des Umzugs zu mokieren: Mittlerweile weiß jeder Besucher und Zuschauer, was ihn erwartet, dass er mit Leib und Seele, mit Haut und Haaren einbezogen, hineingezogen, hineingesogen wird. Niemand kommt ungeschoren davon. Sieht man von Frauen (denen die Teilnahme am Umzug traditionsgemäß verwehrt ist), Kindern, Greisen und ein paar notorischen Umzugsmuffeln ab, ist gut die halbe Dorfbevölkerung aktiv dabei. Und nach zwei Jahren, spätestens nach Dreikönig, wird dann abermals das „Maschggrafieber“ ausbrechen, das jeden echten Traminer erneut in jenen letztlich für alle so segensreichen Zustand des „Außersichseins“ versetzen wird.

BRAUCHTUM & MEHR

Schnappvieher oder Wudelen sind oft über drei Meter groß

Herz-Jesu-Feuer Der alte Brauch entspringt einem Gelöbnis, welches die Tiroler Landesstände rund um Andreas Hofer 1796 während der Tiroler Freiheitskämpfe gegen Napoleon leisteten: sollten sie den Feind besiegen sei dem Heiligsten Herzen Jesu die ewige Treue geschworen. Alljährlich erneuern hunderte, weithin sichtbare Feuer am Herz-Jesu-Sonntag diesen Schwur.

Törggelen Ein alter Herbstbrauch ist das „Törggelen“: Eine gemütliche Wanderung durch Weinstöcke und bunte Bergwälder zu einem Buschenschank, wo es in alten Stuben jungen Wein, deftige Hausmannskost und süße Krapfen gibt. Und natürlich „Keschtn“, wie die gebratenen Kastanien hierzulande genannt werden.

Martinimarkt in Girlan Am 11.11. fi ndet in Girlan der Martinimarkt statt. Er ist der größte seiner Art und für die Girlaner ein hoher Feiertag: gearbeitet wird an diesem Tag nicht. Denn wer auf dem Martinimarkt nichts kauft, der wird nicht gut überwintern – so der Volksmund. Und: Der neue Wein will verkostet werden. Auch „rote Pamper“ (Pamper = Schaf, rot = Wein) soll es in Girlan geben …

Egetmann-Umzug Seit 1591 zieht in den ungeraden Jahren, jeweils am Faschingsdienstag und bei jedem Wetter, dieser ganz besondere Umzug durch die Gassen von Tramin. Die Hauptfigur ist der Egetmann Hansl, ein wohlhabender, besserer Mann, der im Begriff ist, zu heiraten … Die Termine zum Merken: Egetmann-Kinderumzug am 16. Februar 2010 Egetmann-Umzug am 8. März 2011 www.egetmann.com

BUCH Werner Menapace Gebürtiger und verwurzelter Traminer, der aber auch gern in Welten weitab der heimatlichen Gefi lde und außerhalb des vertrauten Umfeldes eintaucht. Übersetzer, Hobby-Autor, -Musiker und -Alpinist und alle zwei Jahre aktiv am kollektiven Traminer Außersichsein beteiligt.

Egetmann Hansls Hochzeit Das Buch zum Umzug. Bildband mit historischen Texten, aktuellen Streifl ichtern und über 500 Fotos verschiedener Epochen – das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1909. Das Buch ist bei Foto Geier in Tramin um € 28,– erhältlich.

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TEXT GABRIELE CREPAZ

Der endlose Knäuel Den Sagen auf der Spur

Die sagenumwobene Burg Neuhaus bei Terlan wird im Volksmund „Maultasch“ genannt


Südtirol ist ein sagenhaftes Land. Die wunderbaren Geschichten der Vergangenheit haben sich tief in die Landschaft eingegraben. Eigene Sagenwege fädeln die Geschichten wie an einer Schnur auf, die Fantasie darf Purzelbaum schlagen. Zu jeder Jahreszeit. Der Bub hebt den Deckel der Truhe an und langt nach den Goldstücken. Die Mädchen zögern. Auf der Holztafel lesen wir: „Versuche ja nicht, die Goldmünzen zu entwenden, sonst wird es dir schlecht ergehen!“ Elias legt die Münzen zurück und streift dabei mit der Hand einen Holzkopf, der ebenfalls in der Kiste liegt. „Den Schädel darfst du keinesfalls berühren. Das bringt großes Unglück!“, lesen wir weiter. Elias beißt sich auf die Lippe, lächelt verlegen. Und die Kinder sausen weiter. HEXEN UND BÄRENBEZWINGER Wir gehen auf dem Trudener Sagenweg, der sich am so genannten Forchwaldegg durch einen lichten Wald schlängelt. Kinder und Lehrer der Grundschule Truden haben den Weg gestaltet. Sie haben in der Sagenwelt ihres Dorfes im Südtiroler Unterland oberhalb von Auer unheimliche – in Südtirol sagt man „antrische“ – Geschichten entdeckt, neu erzählt und mit Naturmaterialien veranschaulicht. In zehn Stationen werden Sagen über Hexen, Einsiedler, einen Bärenbezwinger und die schreckliche „Pinaidkotz“ zu kleinen, liebevoll gestalteten Installationen verdichtet. Auf Holzschildern regen die einzelnen Sagentexte in Deutsch und Italienisch zum Lesen und Vorlesen an. 45 Minuten vergehen so wie im Fluge, sie lassen nur erahnen, wie sehr die Trudener Bauern einst alles Unerklärliche in ihrem Alltag fürchteten und ins Reich der Magie verbannten.

Der Kalchwalder Wilde, Aberstückl/Sarntal MAGAZINE 2010

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Das Pfeifer Huisele, Aberstückl/Sarntal

„Mami, schon wieder eine Geschichte!“ Die Kinder kommen uns entgegen. Es ist ein bisschen wie Ostereiersuchen. Spannend, kurzweilig, ein erwartungsvoller Moment. Hier leuchtet ein bunt bemaltes Steingesicht aus dem Gestrüpp, dort oben greift die Hand einer Filzhexe in die Luft. Sagen und Mythen begegnen Wanderern in Südtirol auf Schritt und Tritt. In dem Land, das mit seinen Bergen, Wäldern, Tälern lange abgeschieden war, hatte die Natur lange das Sagen. Wenn sie grollte, war das Leben unheimlich, wer sich ihr entgegenstellte, war entweder ein Held oder musste zur Strafe untergehen. Ehe die Wissenschaft begann, die Welt zu erklären, war der Alltag von geheimnisvollen Mächten bestimmt, von Geistern, die die Milch verderben und von wilden Männern, die die Götter herausfordern. Hunderte Sagen haben die Menschen gesponnen. An langen Winterabenden wurden die gleichen Geschichten immer wieder erzählt. Das moderne Leben, das schließlich auch Südtirol erreichte, tat die Sagen eine Zeitlang als mittelalterliche Gruselgeschichten ab. Jetzt wird der Schatz, der oft nur noch in den Köpfen der Alten schlummert, langsam wieder gehoben. Die Globalisierung hat die Neugier für die Geschichten am Ort neu geweckt. Und so darf die Fantasie wieder Purzelbäume schlagen an Aussichtspunkten und Gesteinsformationen, wo die Mythen ihre Spuren hinterlassen haben. DAS GOLDENE KEGELSPIEL Seit Jahrhunderten wacht die Burgruine „Maultasch“ auf einem steilen Felsvorsprung über das Etschtal bei Bozen. Ein goldenes Kegelspiel soll hier vergraben sein? Bewacht von einem verzauberten Fräulein, das darauf wartet, befreit zu werden? Die Geschichte klingt gut. Auch eine Prinzessin kommt ins Spiel. Margarethe Maultasch, einst Gräfin von Tirol, soll in der Burg mehrmals gewohnt haben. Die Kinder glauben es nicht. „Ist die Margarethe 48

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Hexenfigur am Trudner Sagenweg

da mit ihrem Pferd hinauf geritten?“ Es geht wirklich steil bergan. „Mhm, und ein Diener hat der Gräfin das goldene Kegelspiel gestohlen und in der Burg vergraben.“ „Warum hat er es vergraben?“ Und schon gehen die kleinen Füßchen wie von allein aufwärts. „Er wollte warten, bis er ins Dorf heruntersteigen konnte, und wollte den Schatz dort verkaufen.“ Und was ist dann passiert? So lockt eine Geschichte die nächste, das Wandern durch die Natur erhält einen neuen Reiz: Es ist das Gefühl, dem Land und seinen Leuten näher zu kommen. Manche Motive kehren wieder, unterscheiden sich oft nur durch die geografische Zuordnung, wie die Geschichten über das goldene Kegelspiel oder das Motiv von den saligen Frauen, die den Bauern Gutes widerfahren lassen, was in den Sagen immerhin selten ist. Meist bezeichnen die Sagen keine realen Geschehnisse, haben nicht einmal einen wahren Kern. Also gibt es gar keinen Goldschatz auf der Maultasch? 2.000 Sagen sind in Südtirol heute bekannt, nach und nach wurden einige beliebte Wanderwege als Sagenwanderwege umgestaltet. In Südtirols Süden entstand vor Jahren schon der Sagenwanderweg am Hochplateau Salten oberhalb des Etschtales zwischen Meran und Bozen. Im Sarntal, das von Bozen abzweigt, haben Schüler in Aberstückl einen Sagenweg als Quiz entworfen. In diesem Jahr neu gestaltet wurden die zwei Sagenwege in Altrei und in Truden oberhalb von Auer. Hier wie dort haben Grundschüler und Lehrer leidenschaftlich recherchiert, gezeichnet und handwerklich gearbeitet. So eröffnen Pfade, die heute von Menschen mit Rucksäcken und Feldstechern begangen werden, neben dem Blick auf das Panorama auch die Sicht auf eine Südtiroler Welt, als Hirten in gottverlassenen Gegenden Tiere hüteten und Bauersfrauen ungläubig auf den riesigen Butterknollen der Nachbarin schielten, kurz, als das Leben noch nicht mit rechten Dingen zuging.


FAMILIE & MEHR

Sagenwelt am Salten Der Sagenweg auf dem Salten führt vom Gasthof Edelweiß oberhalb von Jenesien nach Langfenn, Gehzeit: 3 Stunden. www.jenesien.net

Sagenweg Aberstückl Der Sagenweg in Aberstückl im Sarntal führt vom „Wippingerhof“ zur Durr-Alm. Unterlagen zum Sagen-Quiz gibt es am „Wippingerhof“ oder im Tourismusbüro, Gehzeit: 45 Minuten www.sarntal.com

Sagenwege in Altrei und Truden Gehzeit: je 45 Minuten. Infos gibt das Naturparkhaus Trudner Horn in Truden.

Family Hotels Ritten Sie sorgen für abwechslungsreiche und spannende Familienferien. Wochenweise werden Besuche auf dem Bauernhof, Schnupperreiten, Klettern und Kindertreffs organisiert. Und bei den Themenwochen dreht sich alles um ein bestimmtes Thema: Wer möchte eine ganze Woche als Indianer, Ritter oder Hexe erleben? www.familyhotels-ritten.com

Die Sagenwelt am Salten erzählt zwölf Sagen

Auf Castelfeder DER ENDLOSE KNÄUEL Szenenwechsel. Sonntagvormittag auf dem Salten. Die kleine Steigung haben wir schon hinter uns. Auf den weiten Wiesen geht der Sagenweg eben dahin, weit verstreut wiegen die Lärchen im Wind. Einige Schupfen liegen still da. Wir sind bei der Sage vom endlosen Knäuel angelangt. Eine Jungfrau hat der Bäuerin zum Dank einen Wollknäuel geschenkt. „Aber fragt nie nach seinem Ende“, trägt die Jungfrau der Bäuerin auf. Die Bäuerin hält sich dran, und der Knäuel ist erst zu Ende, als eine dumme Näherin nach seinem Ende fragt. Meine sechsjährige Tochter, die gerade stricken lernt, ist beeindruckt. Ihre kleine Schwester, auch sie in Gedanken noch bei der Sage, lässt den Blick schweifen: „Und da drüben hängt die Bäuerin gerade die Wäsche auf.“ Tatsächlich ist vor einer Hütte in einiger Entfernung Bewegung entstanden. Sage oder Wirklichkeit?

Zwischen krummen Flaumeichen und macchiaähnlichen Gebüsch breitet sich ein urzeitlicher Zauber aus: Die „Kuchelen“ sind Ruinenreste der 500 Meter langen byzantinischen Ringmauer, auf der Kuppe stehen die Mauerreste der einstigen Barbara-Kapelle. Mystisch ist auch die Fruchtbarkeitsrutsche, ein schräger, glatter Felsen, auf dem Frauen mit Kinderwunsch hinuntergerutscht sein sollen.

BUCH Gabriele Crepaz Kulturbeauftragte der Südtirol Marketing Gesellschaft. Journalistik-Studium in München, journalistische Arbeit für Print, TV, Radio, Redakteurin des Wochenmagazins „ff“. Früher in Museen und Theaterhäusern verschanzt, spürt sie neuerdings mit ihrer Familie der Südtiroler Kulturgeschichte nach – in Berg und Tal. Lebt in Bozen.

Sagen erleben in Südtirol Wilde Fräulein, zauberkundige Wesen, weinende Teufel und listige Zwerge: Eine Vielzahl an Geschichten rankt sich um mythische Gestalten und magische Orte. Mit 40 Familienwanderungen zu den Schauplätzen ebenso vieler Sagen. www.folioverlag.com

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TEXT FLORA BRUGGER

Kammwanderung, Kasknödel und frohe Klänge Eigentlich wollten die Kinder ins Schwimmbad; der Himmel war klar, und es versprach, ein schöner Sommertag zu werden. „Gerade richtig für den Berg“, sagt Vater am Frühstückstisch und streicht richtig dick Butter auf die Schwarzbrotschnitte. „Haben wir davon noch mehr? Schmeckt hervorragend – auch zu Speck und Käse“, meint er bestens gelaunt und zeigt auf den zu Ende gehenden Laib. Denn an Proviant im Rucksack darf es bei einer Bergwanderung nicht fehlen.

Die Sarntaler Alpen sind mit über 140 aussichtsreichen Gipfeln ein wahres Wanderparadies


Luis und Martha Huber sind begeisterte Bergwanderer. Schon viele lange und schöne Touren haben sie unternommen. Ihre Sarner Heimat kennt Martha wie ihre Westentasche, und doch ist jeder Wandertag in den Sarntaler Alpen immer wieder ein Erlebnis. Seit die Kinder größer sind, unternimmt die Familie auch lange Wanderungen und ist oft den ganzen Tag über unterwegs. Freilich auch mit Aufenthalt auf den bewirtschafteten Almhütten oder Berggasthöfen, von denen das Sarntal ganze 45 hat. „Wo gehen wir hin?“, fragt Felix, der jüngere der beiden Geschwister, der sich für eine Wanderung mit der Familie immer schnell begeistern lässt. Bei Petra braucht es da schon einige Überredungskunst. „Kreuzjoch. Dort waren wir schon lange nicht mehr“, sagt Vater Luis und schaut prüfend in die Runde. „Ein paar Stunden Fußmarsch stehen uns schon bevor“, rechnet Petra, ist aber einverstanden. „Wir nehmen doch den Wanderbus hinauf nach Öttenbach, oder?“, meint Felix, „bei der Skihütte holt er uns dann ab.“ Der Sarner Wanderbus ist praktisch und ermöglicht ausgedehnte Rundwanderungen, ohne zum Ausgangspunkt zurückkehren zu müssen. MIT DEM WANDERBUS ZUM AUSGANGSPUNKT Der Vater nimmt die Broschüre, die griff bereit auf der Kommode liegt. Darin sind auch über 30 Tourenvorschläge beschrieben. „Heute ist Samstag“, sagt er, während er den Fahrplan studiert, „in 20 Minuten fährt der Bus. Los, packt eure Rucksäcke!“ Felix ist schon startbereit. Mutter reicht allen noch das Jausenbrot, das schnell im Rucksack verschwindet. Vater hat natürlich sein Schwarzbrot bekommen – mit Speck und Käse. Der Wanderbus startet vom Busparkplatz in Sarnthein. Während der Fahrt über die Bergstraße studiert Petra die Wanderbusbroschüre und hat die Route schon gefunden: „Tour Nr. 10 machen wir heute; drei

INFO & MEHR

Auf den Hütten schmeckt es doppelt so gut

Südtiroler Qualitätsprodukte Südtirol steht für Qualität, sei es im Tourismus als bei seinen Lebensmitteln. Unser Brot, unser Wein oder unsere Milch – wir stützen uns auf jahrhundertlange Erfahrung. Dabei verschließen wir uns nicht der Technik. Die Zutaten und die Herstellung sind dieselben wie unsere Väter sie benutzten. Südtiroler Qualitätsprodukte müssen Kriterien erfüllen, die deutlich höher und spezifi scher sind, als der gesetzliche Standard es vorsieht. Rezepte, Verkaufspunkte und Kriterien unter www.suedtirol.info/produkte

Bauernmuseum Das Rohrerhaus in Sarnthein, ein zum Museum umgebautes, altes Bauernhaus mit Räucherküche und Brotofen, galt früher als einer der größten Höfe des Tales. Die großzügigen Räume zeugen von der Wichtigkeit des Hofes, Zeitzeugen erzählen sogar, dass teilweise mehr als 20 Mägde und Knechte ihren Dienst am Hof leisteten. www.rohrerhaus.it

Das Sarner Kunsthandwerk Tracht, Brauchtum und alte Handwerkskunst hat sich im Sarntal bis auf den heutigen Tag erhalten. Die anderorts fast ausgestorbenen Berufe des Federkielstickers, Korbmachers, Handwebers, „Reggele“-Machers (Pfeifenschnitzer), sind noch lebendig. Nicht nur im Sarntal heiß begehrt sind der Sarner Janker und die Sarnar „Toppar“ (Pantoffeln). www.sarner-gschick.com

Mit dem Wanderbus Autofreies Wandern leicht gemach! Ob mit dem Tschögglberg Bus, der die vier Gemeinden Jenesien, Mölten, Vöran und Hafl ing sowie die jeweiligen Seilbahnen anfährt oder dem Sarner Wanderbus: Mit dem Bus geht es sicher und bequem zum Ausgangspunkt der schönsten Wanderungen. Wander- und Seebusse gibt es in der warmen Jahreszeit auch in Kaltern und Eppan.

WISSEN Die Sarner Latsche gehört im Sarntal zu den ältesten medizinisch genutzten Pflanzen. Schon die Kelten nutzten deren heilsame Wirkung. Auch heute wird das wertvolle Öl nach alten Rezepturen bäuerlicher Vorfahren gewonnen, wobei für 1 kg reines ätherisches Öl rund 250 kg Latschennadeln benötigt werden. Natur zum Wohlfühlen unter www.trehs.com

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Malerischer Bergsee: der Durnholzer See (1540 m)

Stunden, 50 Minuten Gehzeit“, sagt sie gut gelaunt. Mit dem Wanderbus ist ein erstes großes Stück Steigung schon überwunden. Beim Obermarcher-Hof ist die Fahrt zu Ende. Von dort geht es weiter auf Schusters Rappen – bequem den Forstweg hinauf zur Öttenbacher Alm. Die anderen Fahrgäste nehmen den kurzen Weg Richtung Sarner Skihütte, vorbei am Heiratsbrünnl, das unterhalb der Kuhseit-Alm entspringt. Wer davon trinkt, so heißt es zumindest im Volksmund, steht noch im selben Jahr vor dem Traualtar. Von diesem Wässerlein haben auch Luis und Martha einst getrunken. Bis zur Hochzeit vergingen allerdings Jahre. Jetzt stapfen sie zügigen Schrittes bergauf. Die Kinder machen das Tempo. „Nicht so hastig; wir haben doch nichts gestohlen“, ruft Mutter und blickt die Runde. Ganz klar sieht man die Sarner Scharte. Es herbstelt schon ein bisschen. Bald ist die Hütte in Sicht. Es ist eine schöne Almhütte mit Bruchsteinmauer und Holzaufbau. Hier ist erste Rast. Petra und Felix nehmen gleich einen Tisch vor dem Haus in Beschlag. Noch ist Platz genug. Erst gegen Mittag werden sich Terrasse und Gaststube füllen. Aber der Geruch des Bockbratens liegt jetzt schon in der Luft. Dafür ist die Öttenbacher Alm weitum bekannt. Hausgemachten Holundersaft, gleich einen ganzen Liter, bestellt die Familie und gießt noch Wasser aus dem Brunnen nach. Dann ist der Durst gestillt, und die Wanderung geht weiter. Ein bequemer, neu angelegter Weg führt Richtung Meran 2000. „Dieser Weg ist einfach herrlich zu gehen“, schwärmt Mutter, obwohl sie immer, wenn ein neuer Fahrweg auf die Almen gebaut wird, ein Stück Idylle verloren gehen sieht. Ihr Mann sieht es von der praktischen Seite: „Es braucht diese Wege; nur so werden die Almen auch heute noch genützt und instand gehalten“, sagte er. 360-GRAD-RUNDBLICK Jetzt hat die Familie den Schartboden erreicht. Dort öffnet sich der Blick auf die von vielen Kerben gefurchte Landschaft von Meran 2000. Einkehrmöglichkeiten gibt es dort viele. Nur ein paar hundert Meter entfernt sind die Meraner Hütte und die Kirchstei54

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ger Alm. Aber die Familie beschließt, am Schartboden kurz Rast zu halten und die Jausenbrote zu verzehren. Denn der längere Teil der Wanderung steht noch bevor. „Schau, Felix, die Sarner Scharte! Den Klettersteig sind wir heuer schon gegangen“, sagt Vater und zeigt Richtung Osten, wo sich der Sarner Hausberg über dem Talkessel erhebt. Beim Blick Richtung Meran 2000 springt der Ifinger ins Auge, der Edelweißberg. Über den Klettersteig – gesichert am Seil – haben Petra und Felix mit ihren Eltern den Gipfel schon bezwungen. „Geh’n wir weiter?“, fragt Mutter und schnürt den Rucksack. Dann beginnt der Aufstieg zum Kreuzjöchl. Der Weg von Meran 2000 über das Kreuzjöchl ist Teil des Europäischen Fernwanderweges E5, der vom Bodensee bis an die Adria führt. 400 Kilometer lang ist das Sarner Wanderwegenetz – gut instand gehalten, markiert und ausgeschildert. Mit 140 Gipfeln bilden die Sarntaler Alpen eines der größten, geschlossenen Wandergebiete in Südtirol. Unzählige Touren eröffnen sich dem Bergfreund: im Sommer zu Fuß oder mit dem Bergrad, im Winter mit Tourenskiern oder Schneeschuhen. Heiß brennt die Mittagssonne herab. Jetzt ist die Anhöhe erreicht. Der kühle Höhenwind bläst ins Gesicht. Alle genießen die Brise. Das große Wegkreuz am Kreuzjöchl ist schon in Sichtweite. Petra und Felix laufen die kurze Strecke voraus und setzen sich auf die Holzbank. Auch die Eltern halten inne. Den 360-Grad-Rundblick darf man nicht nur im Vorbeigehen mitnehmen: Die Dolomiten auf der einen Seite, Ortler und Ötztaler Alpen auf der anderen, bis hin zu den Zillertaler Alpen im Norden. GESELLIG KLINGT DER WANDERTAG AUS Der Weg führt entlang der Kammhöhe – abwechselnd leicht abwärts, dann wieder leicht aufwärts. „Das zieht sich ganz schön hin“, meint Felix. Sein Magen knurrt. Aber es ist ja nicht mehr weit bis zur Hütte. Das Almvieh hält Mittagspause und liegt, gemächlich wiederkäuend, im Bürstling der Almweiden. Aus den Wanderern machen sich die Rinder wenig. Beim Abstieg zum Auener Joch fällt der Blick zu den Steinernen Mandlen auf der gegen-


WANDERN & MEHR Knödel, handgedrehte Leckerbissen

überliegenden Bergkuppe. Hunderte großer und kleiner Türme aus aufgeschichteten Steinplatten ragen wie Zacken in den Himmel. Es ist ein mystischer Ort, von dem man erzählt, dass sich dort oben des Nachts die Hexen trafen. Das Auener Joch ist ein richtiger Knotenpunkt. Putzer Kreuz, Möltner Kaser oder Vöraner Alm sind nur einige der Ziele, die von dort aus zu erreichen sind. Die Familie folgt dem Schild „Auener Alm“. „Ich esse Kaiserschmarrn“, weiß Felix schon im Voraus. Die Hütte liegt an der Baumgrenze. Ziehorgelklänge verraten schon von weitem, dass es wieder einmal lustig hergeht. Vor dem Haus sind alle Tische besetzt. Viele singen die alt bekannten Lieder mit und schicken immer wieder einen Jauchzer hinaus in die Berge. „Der Willi ist wieder einmal im Element“, sagt Luis erfreut. In der Gaststube finden die Hubers noch einen freien Tisch und bestellen Knödel, Schöpsernes – und den Kaiserschmarrn. Mit großem Appetit genießen Kinder und Eltern die späte Mahlzeit. Lieder und frohes Gelächter dringen von draußen in die Stube. Auch die Hubers gesellen sich zur Runde, bis die Zeit zum Abstieg drängt. Der Frohsinn wirkt ansteckend, und auch davon nimmt die Familie bei ihren Bergwanderungen immer ein Stück mit nach Hause.

Die „Hike Society“ Die Wanderer wissen es: Wandern ist IN, egal ob auf Höhen-, Tal-, Weit-, Pilger- oder sonstigen Wanderwegen. Hike Society, ein Zusammenschluss von neun internationalen Wander-Destinationen und Markenherstellern, bietet erfahrenen und zukünftigen Wanderern eine neue, innovative Plattform rund um eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Mehr ab Frühjahr 2010 unter www.hike-society.com

Wandern bis die Schuhe rauchen Zehn Rittner Hotels haben sich zusammengeschlossen, um den besonderen Anforderungen der Wanderer gerecht zu werden. In den verschiedenen Häusern wird nicht nur die Einrichtung auf den anspruchsvollen Wanderer abgestimmt, auch in ihren Dienstleistungen wollen die Wanderwirte ihrem Namen gerecht werden und die Schönheit des Hochplateaus in all seinen Facetten zeigen. www.wanderwirte-ritten.com

Wandertouren online Über 16.000 km Wander- und Bergwege sind digital erfasst worden, über 700 Routenvorschläge informieren über Länge, Schwierigkeit, Wegbeschaffenheit und Höhendifferenz. Individuelle Touren können geplant, auf ein GPS-Gerät geladen oder ausgedruckt werden. www.trekking.suedtirol.info

Krokusblüte am Salten Die kleinen Frühlingsboten verwandeln die Wiesen am Tschögglberg in eine weiß-violettes Blütenmeer. Eine Wanderung zu den Krokussen ist ein absolutes Muss für jeden Natur- und Wanderfreund. Tipp: Krokusfest am Möltner Joch Ende April.

BUCH Hausberge in Südtirol

Flora Brugger Die Publizistin Flora Brugger, Jahrgang 1957, lebt im Sarntal. Vor 15 Jahren wechselte sie vom Lehrberuf zur schreibenden Zunft mit Schwerpunkt Tagesjournalismus.

Südtirol bietet eine erstaunliche Vielfalt herrlicher Bergwelten. Das Buch beschreibt Touren auf „einfachen“ Wegen, die zu herrlichen Aussichtsbergen und den lohnenswertesten Gipfeln in Südtirol führen – ideal für jedermann mit guter Ausrüstung und ein bisschen Bergerfahrung. www.tappeiner.it

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Zwischen Schneegestöber und Glühweinduft TEXT KATJA KÖLLENSPERGER

Der Winter in Südtirols Süden ist auf jeden Fall ein Paradies für Wintersportler – ob beim Skifahren, bei einer Skitour oder beim Telemark – alle kommen auf ihre Kosten. Doch neben den winterlichen Aktivitäten bieten die einzelnen Dörfer auch einige kulinarische Schmankerln und romantische Geheimtipps.

Weihnachtsstimmung im Palais Campofranco

Nach einem anstrengenden Skitag oder einer abenteuerlichen Schneeschuhwanderung gibt es nichts Schöneres als einen heißen Glühwein oder einen schmackhaften Orangenpunsch, der das Herz und die Seele erwärmt. Doch Vorsicht, denn schon nach der zweiten Tasse sollte man etwas essen, damit man am nächsten Morgen nicht mit einem Kater rumlungert. Zahlreiche kulinarische Köstlichkeiten bietet der Sarner Alpenadvent, legen die Sarner doch besonders viel Wert auf Desserts. Bei hausgemachten Krapfen, „Apfelkiachln“ und Latschenschokolade läuft einem das Wasser im Mund nur so zusammen und man kommt aus dem Naschen gar nicht mehr heraus. Nicht erschrecken, wenn plötzlich Lärm und Getöse den besinnlichen Adventabend im Dorf unterbricht. Eine Gruppe von „Zusslmanndln und Zusslweibelen“ zieht mit Pfannen, Körben und ausgestopften Tieren beim traditio56

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nellen „Klöckeln“ durch das Dorf. Dieser urige Brauch, der seit dem 16. Jh. nachweisbar ist, wird im Sarntal jährlich an den ersten Donnerstagen im Advent zelebriert. EIN ECHTER WALD INMITTEN DER STADT Hektisches Treiben überschattet zwischen bunten Weihnachtskugeln, Ponys und Glühweinstandln den Bozner Waltherplatz. Abseits von diesem Christkindlmarkt herrscht im Palais Campofranco echte Weihnachtsstimmung. Den stilvollen Innenhof des historischen Palais, das im Jahr 1300 Sitz einer florentinischen Bankiersfamilie war, schmücken Hunderte von frischen Tannen. Im Winterwald fühlt man sich wie in einem kleinen Almdorf. Inmitten von Kerzenschein und stimmungsvoller Musik genießt man anstelle des Glühweins auch mal ein Gläschen Sekt und lässt sich von der Hektik „draußen“ nicht beeinflussen.


ADRENALIN PUR Schnee liegt genug – nichts wie rauf auf den Berg. In Pemmern liegt der ideale Ausgangspunkt für eine Skitour. Über den Pemmerer Stich bis zur Saltnerhütte und hinauf zur Schwarzseespitze: Dort erstreckt sich ein einzigartiges Dolomiten-Panorama. Wer noch nicht müde Füße hat, der kann weiter über das Unterhorn bis auf das 2270 Meter hohe Rittner Horn gehen. Ein Geheimtipp: Diese Skitour am Abend starten. Jeden Mittwoch kann man das nächtliche Vergnügen wagen, da starten die Pistenraupen ihre Arbeit erst um 23 Uhr und bei Mondschein genießt man noch mehr die unberührte Natur. Alle Adrenalin Fans kommen am 22. und 23. März am Rittner Horn auf ihre Kosten und können beim SnowkiteTestevent die Gelegenheit nutzen, mit einem Kiteboard über die Pisten runter zu schweben. ZURÜCK ZU DEN ANFÄNGEN Über die Pisten wedeln und carven, jedoch mit angeschnallten Telemark Skiern ist ein Erlebnis, dass man nicht so schnell vergessen wird. Gekleidet mit einer traditionellen Knickerbocker und einem karierten Hemd erinnert man an den legendären Luis Trenker. Mit der Ferse hoch und den Knien ganz tief, geht es die Piste hinab. Am besten man nimmt sich einen Telemark-Lehrer, der einen die Urform des Skifahrens besser beibringt. Nach einigen Stunden Übung und einem gemütlichen Zwischenstopp bei einem hausgebrannten Latschenschnaps auf der Sunnolm im Skigebiet Reinswald gelingen die eleganten Telemark-Schwünge garantiert! Die unberührte Natur erkunden, ob mit Skiern, Rodel oder auch zu Fuß – Hauptsache genießen und den Alltagsstress vergessen. Der Winter in Südtirols Süden bietet zahlreiche Möglichkeiten um Energie zu tanken und abzuschalten.

SCHNEE & MEHR

Funkelndes Schneeknistern

Skisafari Wer Abwechslung liebt, kann – wie es die Einheimischen hier tun – jeden Tag das Skigebiet wechseln, „fremd gehen“ ist erlaubt: Von Bozen, Auer, Neumarkt und Montan, Truden oder Altrei aus gesehen liegt der Skiverbund Obereggen Val di Fiemme praktisch vor der Haustür. Auch die Seiser Alm, das Grödnertal mit der Sella-Ronda oder die Schwemmalm im Ultental sind weniger als 50 km entfernt!

Mit Schlitten und Pferd Kalt ja, aber richtig romantisch sind Pferdeschlittenfahrten durch die verschneite Winterlandschaft, besonders nachts bei Fackelschein. Oder im Galopp durch frischen Pulverschnee reiten und die schneebedeckten Berge bewundern. Stundenritte, Halb- oder Tagesritte – unerfahrene sowie fortgeschrittene Reiter fi nden auch in der kalten Jahreszeit ihr Glück. www.suedtirols-sueden.info/Bewegung & Sport

Rodeln wenn der Mond zuschaut An den Vollmondwochenenden 29.–30. Januar und 26.–27. Februar gibt es in Reinswald/Sarntal unvergesslichen Rodelspaß mit Musik und Stimmung im Schein des Mondes. Von 20 bis 22 Uhr ist die Kabinenbahn in Betrieb, sodass man dieses 4,5 km lange Rodelerlebnis gleich mehrmals voll auskosten kann.

Sich wohl fühlen Nach einem erlebnisreichen Wintertag sich so richtig verwöhnen lassen: Mit heißen Bädern und heilenden Ölen, im Südtiroler Heubad oder mit sanften Massagen und Wickeln. Die hochwertigen Materialien kommen dabei von den heimischen Bauern: die saftigen Äpfel, das duftende Almenheu, der Honig und die reichhaltige Milch. Mehr unter www.suedtirols-sueden.info/Lebensart

Neu: Winter 09/10 Von weihnachtlicher Stimmung in Bozen und Umgebung, Wintersport und Winterfreuden, Oper, Tanz und Kultur: Entdecken Sie die winterlichen Kombinationen in Südtirols Süden und lernen Sie die Skigebiete kennen. Mit Unterkünften, Urlaubspaketen, Weißen Wochen und Angeboten. Kostenlos anzufordern unter www.suedtirols-sueden.info

Katja Köllensperger Geboren und wohnhaft in Bozen. In Wien das Studium der Publizistik/Kommunikationswissenschaften und Spanisch abgeschlossen. Seit 2006 Journalistin beim Lifestyle-Magazin IN Südtirol mit den Schwerpunkten Mode, Design und Architektur. MAGAZINE 2010

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Saurier zum Sammeln TEXT HELMUT LUTHER

Die Bletterbachschlucht im Südtiroler Unterland gibt Einblick in ein faszinierendes Kapitel der Erdgeschichte. Mit etwas Glück können hier kleine Fossilienjäger große Trophäen finden.

Bletterbachschlucht: seit Juni 2009 UNESCO-Weltnaturerbe

Es war heute am frühen Morgen, ein Sonntag. Am Frühstückstisch unterbreiteten wir den Kindern unseren Vorschlag. „In die Berge? Schon wieder wandern!?“ Wenn sich unser Nachwuchs gereizt fühlt, reagiert er so ähnlich wie ein in die Enge getriebenes Löwenrudel. Da wir aber trotzdem eisern an unserem Plan festhielten, herrschte im Auto Schweigen, als wir die gewundene Bergstraße in Richtung Fleimstal hinauffuhren. Der Retter erwartet uns im Besucherzentrum Geoparc Bletterbach. Er heißt Christian Giordani und ist 37 Jahre alt. Der nebenberufliche Mitarbeiter des Geoparcs kennt einige Tricks. Mit einem schulterhohen Haselnussstab zeigt er auf einen tischförmigen, graubraunen Stein. Die Gäste erfahren, dass es sich um Grödner Sandstein handelt. Normalerweise ginge jeder an diesem unscheinbaren Felsbrocken vorbei. Doch Christian Giordani macht uns auf ein paar Löcher aufmerksam, sie sind vielleicht 58

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fünf Zentimeter tief und etwa so groß wie eine fleischige Männerhand. „Es handelt sich um die versteinerte Fährte eines Pachypes dolomiticus“, erklärt Giordani. „Ihr wisst schon, ein Saurier!“ Das Stichwort genügt, die Kinder sind jetzt hoch motiviert. Die Bletterbachschlucht bei Aldein im Südtiroler Unterland ist nicht irgendeine Schlucht. Denn man entdeckte hier die versteinerten Trittsiegel von 20 verschiedenen Saurierarten. Weil es sich obendrein um eine der weltweit größten fossilen Spurenstätten von Vierfüßern aus der Zeit des Mittleren und Oberen Perm (vor 270– 250 Millionen Jahren) handelt, gilt der Bletterbach unter Geologen und Paläontologen als Topadresse. Seit Juni 2009 zählt er mit den nahen Dolomiten zum Weltnaturerbe der UNESCO. Doch weit mehr als die UNESCO begeistert die Kinder die Aussicht auf einen kapitalen Fund. Sie wollen endlich losziehen. Daheim hat die Mama vorausblickend Hammer, Lupe und verdünnte Salz-


INFO & MEHR Fossile Funde im Besucherzentrum

säure eingepackt – die Minimalausrüstung jedes künftigen Geowissenschaftlers. Damit bewaffnet, stürmt der Nachwuchs nun hinter Christian den Weg zur Schlucht hinunter. Die nächsten beiden Stunden vergehen im Nu. Die Schatzsucher erforschen Stücke von verkohlten Koniferen. Sie entdecken zahllose Spuren von Kopffüßern (Cephalopoden) und jede Menge versteinerter Muscheln. Zu begehrten Sammelobjekten werden steingewordene Regentropfen, die vor unvorstellbaren 260 Millionen Jahren vom Himmel fielen. Während Christian Giordani pausenlos als wandelndes Lexikon im Einsatz ist, können wir Erwachsenen in Ruhe die grandiose Kulisse bewundern. Steil ragen links und rechts die eng aneinander gerückten Felswände auf. Dunkelgrüne Föhren, oder bizarr verwachsene Lärchen klammern sich in schmalen Ritzen fest. Das verwitterte Gestein schimmert in grauen, weißen und roten Farbnuancen. Dann wird es Zeit zum Aufbruch. Ihre Beute verstauten die Kinder in Papis Rucksack. Dieser wiegt nun gefühlte zehn Kilo. Keine Frage, wer das Monstrum nun schleppen soll. „Die Idee mit dem Wandern“, meinen die Kinder ungerührt, „stammt ja von euch!“ Aus ihren fröhlichen Stimmen ist nicht ein Hauch von Spott herauszuhören.

Dolomiten: 142.000 ha UNESCO-Weltnaturerbe Die Dolomiten gehören zu den schönsten Berglandschaften der Welt. Insgesamt neun Dolomiten-Gebirgsgruppen, aufgeteilt auf fünf norditalienische Provinzen, sind im Juni 2009 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen worden. In Südtirol sind dies die Sextner Dolomiten, jene von Fanes-Sennes-Prags, die Geisler Spitzen, das Schlernmassiv, der Rosengarten und der Latemar sowie die Bletterbachschlucht. www.unesco.de

Alpenkonvention Sie ist ein völkerrechtliches Übereinkommen zwischen den acht „Alpenstaaten“ über den umfassenden Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Alpen. Sitz des Ständigen Sekretariats der Konvention ist seit 2003 Innsbruck, eine Außenstelle wurde in Bozen, am Sitz der Europäischen Akademie Bozen, geschaffen. Die Außenstelle in Bozen ist, abgesehen von einigen Einrichtungen der EU, Italiens einzige Institution mit diplomatischen Status außerhalb von Rom. www.alpenconv.org

Aldeiner Museen Neben dem Dorfmuseum in Aldein und dem Geomuseum in Radein ist vor allem das Mühlenensemble im Thal bei Aldein sehenswert: Einzigartig sind die „Schiaßer-Mühlen“, mit denen die Aldeiner Kinder früher ihr eigenen „Schiaßer“ (Murmeln) hergestellt haben. www.museum-aldein.com

For Kids Kindernachmittage „Bletterbach for Kids“ im Geoparc Bletterbach und „NaturParkKids“ im Naturpark Trudner Horn: Auf der Spur von Sauriern, Steinen, Pflanzen und Tieren gibt es viele Geheimnisse zu entdecken. www.bletterbach.info www.trudnerhorn.com

(Anm. d. Red.: Die Bletterbachschlucht ist Schutzgebiet, das Sammeln von Pflanzen und Steinen ist nicht erlaubt.)

BUCH Südtirol für Kinder Helmut Luther 1961 in Meran geboren. Nach dem Studium (Philosophie und Geschichte) für viele Jahre an Südtiroler Gymnasien tätig. Schreibt für das Reiseblatt verschiedener Zeitschriften, darunter Standard, Frankfurter Allgemeine Zeitung oder Rheinischer Merkur. Bewirtschaftet mit Frau und vier Kindern ein kleines Weingut bei Meran.

Ein Ausflug steht an, aber niemand will mit? Die Kleinen quengeln, die Großen sind ratlos – und das im Urlaub? Damit ist jetzt Schluss! Oswald Stimpfl gibt 57 tolle Tipps für Ausflüge mit der Rasselbande: es geht zum Lamatrekking, zum Bogenschießen, auf den Berg und in die Burg. Und immer fl icht der Autor Geschichten ein – zum Schmunzeln oder zum Staunen. www.folioverlag.com

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Wein-Kultur-Wochen in St. Pauls/Eppan

Südtiroler Genusstheater am Kalterer See

365 Tage Events und Highlights Die wichtigsten Veranstaltungen auf einem Blick, von Konzerten und Musikfestivals über Wein- und Dorffeste zu gelebtem Brauchtum und anspruchsvollen Sportveranstaltungen. Detaillierte Informationen bei den örtlichen Tourismusvereinen oder auf www.suedtirols-sueden.info

Laubenzauber in Neumarkt, jeden Freitag in den Monaten Juli und August. Langer Samstag im September und Oktober in Kaltern. Attraktive Öffnungszeiten der Geschäfte, umrahmt mit einem vielseitigen Programm im Zentrum von Kaltern.

ABENDS UNTER FREIEM HIMMEL Langer Dienstag in Auer in den Monaten Juli und August (verlängerte Öffnungszeiten der Geschäfte). Langer Mittwoch verlängerte Öffnungszeiten der Geschäfte im Ortskern von St. Michael/Eppan im Juli und August, mit Straßenkünstlern, Unterhaltung und Musik. Sarner Virwitzmitte, der besondere Abend in Sarnthein, jeden Mittwoch vom 21. Juli bis 18. August. S’Traminer Dorfleben in Tramin, jeden Mittwoch von Ende Juli bis Anfang September: die Traminer präsentieren ihre Kultur, ihr Brauchtum und ihr Handwerk, verbunden mit viel Unterhaltung und verlängerten Öffnungszeiten der Geschäfte. Summerfrisch in Jenesien jeden Mittwoch von Mitte Juli bis Ende August. Verschiedene Konzerte der Musikkapellen, Kabarett- und Familienabende. Julifeir’um afn Ritten. Die kleinen Straßenfeste mit kulinarischen Höhepunkten finden donnerstags im Juli abwechselnd in Klobenstein, Oberbozen und Unterinn statt. Langer Donnerstag, Kaltern rollt im Juli und August für seine Gäste den roten Teppich aus; mit unterhaltsamen Rahmenprogramm und verlängerten Öffnungszeiten. Langer Donnerstag in Leifers am 3. Juni, 1. Juli, 5. August und 2. September .

MUSIK & KULTUR Musik & Kultur in der Kommende Lengmoos/Ritten von Mai bis Oktober: Konzert- und Liederabende, Orgelwanderung, Ausstellungen „Sänger- und Musikantenhoangart“ am Ritten im Februar, Mai und November Eppaner Musiknächte, 25 Konzerte zwischen Ostern und Allerheiligen Pauls Sakral, Orgelkonzerte im Dom von St. Pauls/Eppan und weiteren Kirchen von März bis Oktober Wirtshausgaudi in Jenesien jeden Freitag von Juni bis August in verschiedenen Gasthäusern Schlosskonzerte: Schloss Rechtenthal in Tramin am 4. Juni; Schloss Auer, Auer/Mitte Juli; Schloss Enn bei Montan/Anfang August; auf der Haderburg bei Salurn; in Eppan auf den Schlössern Englar, Hocheppan und Boymont, im Ansitz Lanserhaus und in Kaltern auf den Schlössern Kampan und Sallegg. 10 Jahre Rudy Giovannini’s Köfelefest in Leifers am 4. und 5. Juni Festival Leifers von Mitte Juni bis Anfang September Runkelsteiner Klangfeste in Bozen vom 17. Juni bis 22. Juli Südtirol Jazzfestival Alto Adige in Bozen von Ende Juni bis Anfang Juli Eppaner Liedsommer vom 5. bis 11. Juli XONG Festival, Satelliten Event im Lanserhaus in Eppan im Juli

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Rund 30 Kellereien öffnen am 12. Juni Tor und Keller

Tanzsommer Bozen in der zweiten Julihälfte Europeade, Treffen europäischer Volkstanzgruppen in Bozen und Umgebung vom 21. bis 26. Juli Rittner Sommerspiele von Mitte Juli bis Mitte August Kalterer Seespiele am 27. Juli, 3. und 10. August Unterlandler Freilichtspiele in Neumarkt, Ende Juli bis Mitte August Bolzano Festival Bozen, Konzerte von Juli bis Oktober Gustav Mahler Jugendorchester, Konzerte in Bozen Ferruccio Busoni Festival in Bozen Ende August bis Anfang September Transart Festival für zeitgenössische Kunst vom Mitte September bis Anfang Oktober WEIN(FESTE), DORFFESTE & ANDERE VERANSTALTUNGEN Kalterersee Weinverkostung in Kaltern am 17. März Tag des Eppaner Weines im April Weinwandertag in Kaltern am 25. April Krokusfest auf dem Möltner Joch Ende April Spargelfest in Terlan Ende April/Anfang Mai Bozner Weinkost vom 13. bis 16. Mai Weinstraßenwochen „Vino in Festa“ vom 13. Mai bis 12. Juni Südtiroler Blauburgundertage in Montan und Neumarkt am 20. und 21. Mai Torbogenfest in Salurn vom 21. bis 23. Mai Tramin & Friaul auf Schloss Rechtenthal am 22. Mai Pfingstfest in Terlan am 22. und 23. Mai Pfingstfest in Unterinn/Ritten am 23. und 24. Mai Urbansnacht in Terlan am 25. Mai Wein & Genuss – historische Mauern auf Eppaner Schlösser am 28. Mai

Jahrmarkt in Leifers am 30. Mai Nudelfest in Montan Anfang Juni 2. Südtiroler Genusstheater in Kaltern am 5. Juni Seitner Kirchtag am 10. Juni Kastelruther Spatzen Open Air in Kastelruth am 11. und 12. Juni Nacht der Keller am 12. Juni Kirchtag in Tramin am 16. Juni Kirchtag in Wangen am Ritten Ende Juni Die Nacht der Sinne, Gourmetküche am Laufsteg in Sarnthein, Ende Juni Ganz in Weiß – Kaltern präsentiert seine Weißweine am 29. Juni Dorfzauber in Jenesien am 2. Juli Patrozinium Burgkapelle Schloss Hocheppan am 3. Juli Kirchtag in Jenesien vom 9. bis 11. Juli Fest der Schützenkompanie in Klobenstein/Ritten Mitte Juli Gewürztraminer Weinstraßenfest in Tramin am 16. Juli St. Magdalena Kirchtag in Pfatten vom 16. bis 18. Juli Kirchtag in Pinzon/Montan am 18. Juli Magdalener Kirchtag bei Bozen am 22. Juli Wein-Kultur-Wochen in St. Pauls/Eppan vom 22. Juli bis 3. August Waldfest der Musikkapelle Lengstein/Ritten am 24. und 25. Juli Kirchtag der Schützen Aldein am 25. Juli Kirchtag in St. Jakob Kastelaz/Tramin am 25. Juli Die Gastliche Tafel in den Gassen von St. Pauls/Eppan am 27. Juli Kalterer Dorffest in Kaltern Ende Juli/Anfang August Fest in Oberbozen/Ritten, Jenesien und Gfrill/Salurn am 1. August Laubenfest in Neumarkt Anfang August Knödelbuffet in Mölten Anfang August Fest der Musikkapelle Lengmoos am 7. und 8. August MAGAZINE 2010

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Bozner Christkindlmarkt

Horn Kirchtag am Rittner Horn am 8. August Nudelfest in Tramin am 7. August Afinger Almfest in Afing/Jenesien am 9. August Lorenzi-Nacht in Andrian und Bozen am 10. August Weinfest in Kaltern vom 11. bis 14. August Knödelfest in Tramin am 14. August Möltner Kirchtag am 14. und 15. August Kirchtag in Oberbozen/Ritten und Gschnon/Montan am 15. August Waldfest in Astfeld am 14. und 15. August Strudelfest in Andrian Mitte August Unterlandler Weinkosttage in Auer Mitte August Montiggler Weis(s)e in Montiggl/Eppan am 20. August Reinswalder Kirchtag am 21. und 22. August Kirchtag in Montan am 24. August Durnholzer Kirchtag am 29. August Kalterer Weintage am 2. und 3. September Paulsner Dorffest in St. Pauls/Eppan am 4. und 5. September Sarner Kirchtag in Sarnthein vom 4. bis 6. September Dorffest in Oberinn/Ritten am 5. September Vilpianer Kirchtag am 5. September Flaaser Kirchtag in Flaas/Jenesien vom 10. bis 12. September Penser Kirchtag am 12. September Kirchtag in Schreckbichl/Eppan am 14. September Weinfest in Kurtatsch Mitte September Kirchtag in Bad Sieß/Ritten, Mitte September Schupfenfest am Salten, Mölten/Jenesien am 19. September Glener Kirchtag bei Montan am 19. September Kalditscher Kirchtag bei Montan am 26. September 62

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Klangfeste, Konzerte, Festivals

Jahrmarkt in Leifers am 3. Oktober Kastelruther Spatzenfest in Kastelruth vom 8. bis 10. Oktober Traminer Weingassl im historischen Ortskern am 16. Oktober TRADITION & BRAUCHTUM Faschingsumzug in Leifers am 7. Februar Faschingsumzug in Terlan am 11. Februar Faschingsumzug in Auer am 14. Februar Kinder-Egetmann-Umzug in Tramin am 16. Februar Tinzltag (Faschingsbrauch) in Aldein am 16. Februar Josefimarkt in Salurn am 21. März Markusmarkt in Auer am 25. April Jörgimarkt in Terlan Ende April Blumenmarkt in Bozen am 30. April und 1. Mai Maibaumfest in Terlan und Auer am 1. Mai Herz-Jesu-Prozession mit Konzert der Musikkapelle in Aldein im Juni Kirchtag der Schützen Aldein am 25. Juli Barthlmastag (Almabtrieb) auf der Rittner Alm am 24. August Saltenauftrieb (Almauftrieb) am Salten Ende August Almabtrieb in Aldein Anfang September Almabtrieb in Altrei Ende September Törggelefest in Unterinn/Ritten Anfang Oktober Traminer Törggeletage am Festplatz am 2. und 3. Oktober Törggelefest in St. Michael/Eppan am 3. Oktober Volksmusikabend „’s herbstelet“ in Tramin am 16. Oktober Erntefest „Die letzte Traubenfuhre“ in Girlan/Eppan am 16. Oktober Schloss-Törggelefest im Ansitz Weissenheim in Eppan Berg am 23. und 24. Oktober


Oldtimer Zeitreisen

Martinimarkt mit Gänselauf in Kurtinig am 11. November Martinimarkt in Girlan am 11. November Freischießen in St. Michael/Eppan ab November Krampuslauf in Auer am 20. November Bozner Christkindlmarkt vom 26. November bis 23. Dezember Andreasmarkt in Salurn am 30. November Krippenausstellung in St. Pauls/Eppan vom 27. November bis 6. Jänner Eppaner Winterwald ab Ende November in Eppan Alpenadvent Sarntal und Rittner Christbahnl am 28.–29. November, 5.–8., 12.–13. und 19.–20. Dezember Krippenausstellung in Jenesien im Dezember Nikolausmarkt in Kaltern am 6. Dezember S’Kalterer Christkindl in Kaltern, Freitag bis Sonntag in der Adventszeit Lebende Weihnacht in Neumarkt vom 8. bis 24. Dezember Brauchtum „Klöckeln“ im Sarntal am 2., 9. und 16. Dezember SPORTINFO Eisschnelllaufrennen in der Arena Ritten in Klobenstein von November bis Februar Haflinger Pferde-Schlittenrennen in Jenesien Ende Jänner Europacup Abfahrt, Super-G und Super-Kombi Herren in Reinswald vom 1. bis 5. Februar Kalterer See Halbmarathon am 28. März Blüten-Wanderwoche in Tramin vom 11. bis 16. April Traditionelles Volksradfahren in Andrian am 1. Mai Internationaler Triathlon am Kalterer See am 15. Mai

Int. Traktor Oldtimertreffen in Tramin am 15. und 16. Mai Schwarzenbach Cup, int. Tischtennisturnier in Auer vom 21. bis 24. Mai Südtiroler Nostalgielauf von San Lugano nach Montan am 22. Mai Oldtimertreffen in Bozen am 22. und 23. Mai Internationaler Burgenritt in Eppan vom 22. bis 24. Mai Walther Trophy der Sportschützen in Auer Anfang Juni Mendel History in Kaltern und Eppan vom 18. bis 20. Juni Trans Tirol Mountain Rally in Eppan Anfang Juli Internationales Bogenschießturnier in Klobensten/Ritten im Juli Radrennen Großer Preis Penser Joch im Sarntal am 11. Juli „La Vecia Ferovia dela Val de Fiemme“ Mountainbikerennen mit Start in Auer am 3. August Bergduathlon, Rad und Lauf in Reinswald/Sarntal am 7. August Oldtimer Bikefestival in Leifers am 7. und 8. August Internationales ATP Tennis Turnier in der Sportzone Rungg/Eppan vom 8. bis 15. August Fit for Business-Firmenlauf in Neumarkt am 3. September Autofreier Tag auf die Mendel in Kaltern Mitte September Radrennen Bozen-Jenesien am 25. September Oldtimer Fiat 500 Treffen in Bozen am 25. September Salten Halb-Marathon am 26. September Südtirol Marathon von Meran nach Bozen am 3. Oktober Winzer Wanderwochen in Tramin vom 10. bis 15. Oktober Nachtpferderennen in Jenesien Ende Dezember Icegala in Bozen am 29. Dezember Silvesterlauf Boclassic in Bozen am 31. Dezember

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KULTUR FÜHRER

Museen & Kirchen Über 80 Museen über das ganze Land verteilt: Archäologie und Kulturgeschichte, Naturkunde und Landwirtschaft. Öffnungszeiten und Informationen zu den einzelnen Museen unter www.provinz.bz.it/museenfuehrer und www.landesmuseen.it

MUSEEN & MUSEEN Montags Ruhetag. Detaillierte Infos bei den örtlichen Tourismusvereinen.

rungen auf Anfrage beim Tourismusverein. Das Rohrerhaus in Sarnthein ist ein musealer Bauernhof mit alter Räucherküche und Brotofen. Geöffnet von Anfang Juni Das Südtiroler Archäologiemuseum in bis Ende September. Öffnungszeiten und Bozen mit der Gletschermumie Ötzi ist ein Führungen: Tel. +39 0471 622 786 Muss für jeden Südtirol-Urlauber, Der Plattner Bienenhof in Oberbozen/RitTel. +39 0471 320 100. ten ist Südtirols einziges Imkereimuseum. Die Hauptattraktion des Naturmuseums ist Von Ostern bis Allerheiligen täglich von das Meereswasseraquarium, 10-18 Uhr geöffnet, Tel. +39 0471 345 350 Tel. +39 0471 412 964. Das Dorfmuseum in Aldein (Mai–Oktober) Neu ist das Museion, Museum für moder- spiegelt Kunst- und Frömmigkeitsformen ne und zeitgenössische Kunst, der Barock- und Rokokozeit wider. Eine Tel. +39 0471 223 411. Besonderheit ist das Mühlenmuseum. Weitere Museen in Bozen: Merkantil-, In Radein kann das Geologische Museum Schul- und Krippenmuseum. besichtigt werden. Tel. +39 0471 886 951 Im MMM Firmian bei Bozen präsentiert Das Naturparkhaus in Truden gibt AufReinhold Messner die Berge in der Kunst schluss über die Kulturlandschaften und die Kulturgeschichte des Naturparks und ihre Besteigungsgeschichte. Trudner Horn. Geöffnet von April bis NoVon Anfang März bis Ende November vember, Tel. +39 0471 869 247 geöffnet, Tel. +39 0471 631 264 Schloss Moos-Schulthaus bei Eppan ist ein Museum für mittelalterliche Wohnkultur. KIRCHEN & KIRCHLEIN Regelmäßige Führungen, auch sonntags geschlossen, Tel. +39 0471 660 139 Bozen: Die Alte Grieser Pfarrkriche beherDas Südtiroler Weinmuseum in Kaltern bergt den berühmten gotischen Flügelalzeigt Exponate rund um die Geschichte tar von Michael Pacher. In der gotischen des Weines. Infos und Führungen: Franziskanerkirche ist ein Schreinaltar mit Tel. +39 0471 963 168 geschnitzten Flügeltüren von Hans Klocker Das Dorfmuseum Tramin zeigt Exponate rund um Wirtschaft, Kultur und Geschichte zu besichtigen. Sehenswert sind die Fresken aus der Giotto-Schule in der JohanneTramins mit Schwerpunkt Wein. skapelle der frühgotischen DominikanerÖffnungszeiten und Führungen: kirche. Unübersehbar ist der gotische Dom Tel. +39 328 560 36 45 Das Museum Zeitreise Mensch im „Ansitz am Waltherplatz. Die Pfarrkirche in Terlan ist ein hochgoam Orth“ in Kurtatsch gibt Einblick ins tischer Bau des 14. Jh. Der kleinere romaLeben von der Steinzeit bis zur Moderne, nische Seitenturm stammt aus dem Tel. +39 0471 880 267 In Neumarkt befindet sich das Museum für 13. Jh. und das bunt glasierte Ziegeldach des spätgotischen Turms aus dem 16. Jh. Fresken Alltagskultur mit Hauhaltsgegenständen von 1815-1950. Von Ostern bis Allerheiligen der „Bozener Schule“ aus dem 14. Jh. Die gotische Pfarrkirche in St. Pauls/ halbtags geöffnet. Auch samstags geschlossen. Öffnungszeiten und Führungen: Eppan, der „Dom auf dem Lande“, wurde von 1460 bis 1560 erbaut. Wegen der Tel. +39 0471 812 472 oder 0471 812 550. langen Bauzeit mit Elementen aus RenaisDas Fossilienmuseum in Mölten zeigt sance und Barock. Mineralien und Fossilien aus Südtirol. Füh64

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Die St. Peter-Basilika-Ruine in Kaltern/ Altenburg ist eine dreischiffige Basilika aus der Zeit der Christianisierung aus dem 4. Jh. Im Porphyrfelsen hinter der Kirche befinden sich 10 schalenförmige Vertiefungen aus rund 3000 Jahre v. Chr. Die Apsis des Kirchleins St. Jakob auf dem Hügel von Kastelaz, gleich oberhalb von Tramin, schmücken kämpfende Fabelwesen in gespenstischem Reigen (um 1200). Die Burgkapelle von Schloss Hocheppan beherbergt romanische Fresken, darunter die Darstellung der „Knödelesserin“. Die St. Peter Kirche bei Auer ist ein gotischer Bau aus dem 15. Jh. Der romanische Kirchturm stammt aus dem 12. Jh. In der Kirche befindet sich die älteste bespielbare Orgel Südtirols. Die Stephanskirche bei Pinzon in Montan ist mit dem berühmten Hans-Klocker-Altar besonders sehenswert. Zutritt nur auf Anfrage beim Pfarrwidum möglich, Tel. +39 0471 820 781. In Leifers ist das Kirchlein St. Peter auf dem Köfele aus dem 13. Jh. mit romanischer Rundapsis zu besichtigen. Das Hospiz „Klösterle“ bei Neumarkt, erbaut im Jahre 1220 und Ende 1300 erweitert, ist eines der vier gut erhaltenen Hospize von Europa. Albrecht Dürer soll auf seiner Italienreise hier übernachtet haben. Die romanische Friedhofskirche in Mölten beherbergt eine sehr wertvolle Skulptur: die Pietà aus Steinguss (1440). In der um 1200 entstandenen Kommende Lengmoos am Ritten erholten sich die Kaiser auf dem Weg zum Papst von der Alpenüberquerung. Die Kirchen St. Cyprian/Sarnthein, St. Nikolaus/Durnholz und St. Valentin/ Gentersberg beherbergen besonders wertvolle Freskenzyklen.


St. Madgalena/Villnöss mit der Geislergruppe

Therme Meran

Sehenswertes in & um Südtirol In Südtirols Süden erleben Sie Südtirol in seiner ganzen Vielfalt, von ländlich und alpin bis mediterran und urban. Was Sie in und um Südtirol aber trotzdem nicht missen sollten: Die Südtiroler Städte und ihre Wahrzeichen: Die Fuggerstadt Sterzing mit ihrem Zwölferturm, das Künstler- und Dürerstädtchen Klausen mit Kloster Säben, die Pustertaler Stadt Bruneck mit Schloss Bruneck, die Bischofsstadt Brixen mit ihrem barocken Dom, die Kurstadt Meran mit dem Jugendstil Kurhaus und Glurns, die kleinste Stadt Südtirols und mit intakter Ringmauer, sind nicht nur bei Schlechtwetter einen Besuch wert. Ein Ausflug auf die Seiser Alm, der größten Hochalm Europas, und in die Dolomiten ist nicht nur für Bergsteiger und Abenteurer ein Erlebnis. Die „bleichen Berge“ zwischen den Drei Zinnen und Rosengarten Latemar zählen zu den schönsten Berglandschaften der Welt und seit kurzem zum UNESCO Weltnaturerbe. Nur ca. 80 Kilometer entfernt ist der Gardasee mit seinen charakteristischen Dörfern und idyllischen Plätzchen. Ein reichhaltiges Sommerprogramm in der Arena von Verona bietet allen Opern-Fans spannende Unterhaltung. Auch die Lagunenstadt Venedig ist in einer Tagesreise erreichbar. Infos zu organisierten Tagesausflügen in den örtlichen Tourismusvereinen.

SCHLOSS TRAUTTMANSDORFF Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff zeigen in einem natürlichen Amphitheater über 80 Gartenlandschaften und verbinden einzigartig Kunst und Natur: Sie bieten Erlebnisstationen, das Tourismusmuseum Touriseum, mit den Jahreszeiten wechselnde Blütenhöhepunkte sowie herrliche Ausblicke auf die Südtiroler Bergwelt. Informationen über Veranstaltungen unter www.trauttmansdorff.it THERME MERAN Eine Oase körperlicher und geistiger Gesundheit, welche die ruhmreiche Tradition der Kurstadt fortführt: Wellness und altbewährte Therapien inmitten einer einzigartigen Architektur. www.thermemeran.it ZEITREISEN IN SÜDTIROL Genussvolle Touren mit dem Oldtimer, durch herrliche Weinberge, romantische Dörfer und eindrucksvolle Passstraßen in Südtirol und darüber hinaus. Detaillierte Roadbooks zu den tollsten Tages- und Halbtagestouren finden Sie unter der Rubrik „Motorgeflüster“ unter www.suedtirols-sueden.info

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ANREISE

MIT DEM AUTO Von München in ca. 3,5 Autobahn-Stunden (über die Autobahn Rosenheim-Kufstein-Innsbruck-Brenner) bis zur Autobahnausfahrt „Bozen Nord“, dann Richtung Bozen um auf den Ritten zu gelangen. Von der Autobahnausfahrt „Bozen Süd“ folgen Sie der Beschilderung Richtung Sarntal oder Richtung Trient um Leifers, Branzoll und Pfatten zu erreichen. Um Eppan und Kaltern zu erreichen fahren Sie die Schnellstraße Meran-Bozen einige Kilometer Richtung Meran und fahren gleich bei der ersten Ausfahrt ab. Um die Orte Terlan, Mölten, Andrian zu erreichen fahren Sie bei der zweiten Ausfahrt ab, für Vilpian gilt die dritte Ausfahrt. Von der Autobahnausfahrt „Neumarkt-Auer-Tramin” in Richtung Westen (rechts abbiegen) erreicht man die Orte Kaltern, Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kurtinig. In Richtung Osten (links abbiegen) erreichen Sie die Orte Neumarkt, Auer, Salurn, Montan, Aldein, Truden-San Lugano und Altrei.

FLUGHAFEN „VALERIO CATULLO”, VERONA Shuttle-Verbindung zum Hauptbahnhof Verona (ca. 10 km). Von dort regelmäßige Züge in Richtung Bozen bzw. auch nach Auer, www.aeroportoverona.it FLUGHAFEN INNSBRUCK www.innsbruck-airport.at RENT A CAR - LEIHWAGEN Infos bei den örtlichen Tourismusvereinen WETTERAUSKUNFT Wetterbericht, Prognosen, Pollenflugbericht unter Tel. +39 0471 271 177 www.provinz.bz.it/wetter

WICHTIGER HINWEIS FÜR AUTOFAHRER In Italien sind das Fahren mit Licht und das Mitführen von Sicherheitswesten Pflicht. SÜDTIROLS KLIMA

MIT DEM ZUG Mit dem Zug „München-Innsbruck-Verona“ nach Bozen. Vom Busbahnhof in Bozen (in unmittelbare Nähe des Zugbahnhofes) fahren Busse zu allen Orten der Ferienregion Südtirols Süden. In Terlan und Vilpian hält der Zug von Bozen nach Meran. Schnellzüge halten auch in Auer, von wo ebenfalls Busse zu den umliegenden Orten fahren. Zugfahrplan unter: www.ferroviedellostato.it Busfahrplan Südtirol unter: www.sii.bz.it MIT DEM FLUGZEUG Flüge nach Südtirol • Airport Bozen Dolomiten www.abd-airport.it • Tel. +39 0471 255 255

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MAGAZINE 2010

M I T Ü B E R 3 0 0 S O N N E N TAG E N I M J A H R


Ferienregion

MAGAZINE 10 www.suedtirols-sueden.info

UNTERKÜNFTE Offi zielles Verzeichnis mit Preisen 2010

URLAUBSPAKETE WANDERN, FAMILIE, WELLNESS, WEIN, RAD, GOLF, KULTUR, REITEN


SYMBOLE BB HB FB

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Zimmer mit Frühstück (bed & breakfast) Halbpension (half board) Vollpension (full board) Ganzjährig geöffnet (außer Urlaub) Geöffnet Ende März – Anfang November Geöffnet Anfang Mai – Ende Oktober Im Winter geöffnet Anzahl der Betten Einbettzimmer vorhanden Drei-/Mehrbettzimmer vorhanden Suite Zimmer/Appartement mit Bad/Dusche/WC Zimmer mit Verbindungstür Radio im Zimmer/Appartement Fernseher im Zimmer/Appartement Sat-TV im Zimmer/Appartement TV im Aufenthaltsraum Aufenthaltsraum Internetanschluss Tagungsraum Fernwahl-Telefon im Zimmer/Appartement Safe im Zimmer/Appartement Frigobar im Zimmer Föhn im Zimmer/Appartement Klimaanlage im Zimmer/Appartement Klimaanlage im Restaurant Lift Alle Zimmer/Appartements mit Balkon Zimmer/Appartement teilweise mit Balkon Parkplatz oder überdachter Parkplatz Garage oder abgesperrter Parkplatz Bar/Cafè/Getränkeservice für Hausgäste Imbisse/kleine Gerichte Restaurant Diät-/Vollwertküche (auf Wunsch) Frühstücksbuffet Gabelfrühstück (erweitertes Frühstück) Salatbuffet Menuauswahl Freischwimmbad Beheiztes Freischwimmbad Hallenbad Sauna (finnisch) Dampfsauna (türkisch) Solarium Hot-Whirl-Pool Massagen Beautyfarm Fitnessraum Eigener Tennisplatz Volley Ball Tischtennis Kegeln/Boccia Reiten Golfhotel/Partner Golfplatz Motorradfahrer willkommen Radler willkommen Radverleih (kostenlos für Hausgäste)

MAGAZINE 2010

Zeichenerklärung Zeichenerklärung Ortspläne

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Kinder willkommen Kinderspielplatz Terrasse Liegewiese/Garten Waldnähe Seenähe Freier Zutritt zum See od. eigener Strand Ruhige Lage Ortszentrum Ortszentrumsnähe In der Peripherie Animationsprogramme Busfreundlich/Gruppenreisen Behindertengerecht Hunde erlaubt Hunde nicht erlaubt Kreditkarten ja Urlaub auf dem Obst-/Weinbauernhof Bauernhof mit verschiedenen Tieren Küchenbenützung möglich Wintersaison Skibus und/oder Hotelbus Skiraum Ski-/Langlaufverleih im Haus

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Besondere Angaben für Ferienwohnungen: 3 Schlafr. u. 1 Wohnraum od. Wohnküche 2 Schlafr. u. 1 Wohn(Schlaf)r. od. Wohnküche 1 Schlafr. u. 1 Wohnr. (Schlaf)r. od. Wohnküche Schlafr. u. Wohnr. (Wohnküche) zusammen Küche getrennt von Wohnraum Kochnische im Wohnraum Wäsche vorhanden Geschirr vorhanden Waschmaschine/Waschmöglichkeit Abspülmaschine Endreinigung getrennt zu bezahlen Grillplatz vorhanden Frisches Brot am Morgen

PREISE: Die in diesem Katalog angegebenen Preise verstehen sich in Euro, PRO PERSON und PRO TAG. Bei den Ferienwohnungen ist es der TAGESMIETPREIS PRO FERIENWOHNUNG. In den Preisen sind Abgaben und Steuern inbegriffen. Für Aufenthalte von ein bis drei Nächten, bei Feiertagen/-Wochenenden, für Einzelzimmer, für Suite, für Hunde u. ä. können Zuschläge berechnet werden. Die Minimum (min.) und Maximum-Preise (max.) beziehen sich auf Lage, Größe und Ausstattung der Zimmer; bei den Ferienwohnungen bezieht sich der Min.- und Max.-Preis auch auf die Personenzahl. Die Saisonszeiten sind bei den Preistabellen angegeben. HINWEIS: Dieses Unterkunftsverzeichnis enthält den Großteil des Beherbergungsangebotes von Südtirols Süden; es handelt sich aber um kein Verzeichnis aller Betriebe. Das Unterkunftsverzeichnis wurde mit Sorgfalt erstellt, erhebt aber nicht Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerlosigkeit. (N.B. Die Preise wurden bereits im Juli 2009 abgegeben und könnten eventuell abgeändert werden. Vereinbaren Sie den Preis vorher mit dem Betrieb.) Alle Angaben ohne Gewähr.

Kinder-Rabatte Bei den mit einem * versehenen Preisen werden für Kinder bis 12 Jahren Rabatte gewährt, sofern diese im Elternzimmer untergebracht sind. bedeuten Rabatte für Kinder auch bei getrennter Unterbringung.

Kategorie der Betriebe Es gibt folgende Betriebsgruppen mit entsprechender Einteilung in Kategorien:

Betriebsgruppe (Kategorien) Hotel Gasthof/Pension Frühstückspension Ferienwohnungen (Residence)

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Urlaub auf dem Bauernhof Ferienwohnungen Zimmervermietung

Privatvermieter Ferienwohnungen Zimmervermietung


Auskünfte & Buchungen

KONTAKT

Bitte buchen Sie direkt beim Gastbetrieb. Falls Sie Reservierungsschwierigkeiten haben sollten oder weitere Auskünfte benötigen, stehen Ihnen die hier angeführten Tourismusvereine gerne zur Verfügung. Durchwahl aus dem Ausland: 0039...

Tourismusverband Südtirols Süden Pillhofstr. 1 I-39057 Frangart (BZ) Tel. 0471 633 488 Fax 0471 633 367 www.suedtirols-sueden.info

Bozen Waltherplatz 8, I-39100 Bozen Tel. 0471 307 000 Fax 0471 980 128 www.bolzano-bozen.it

Kaltern Marktplatz 8, I-39052 Kaltern Tel. 0471 963 169 Fax 0471 963 469 www.kaltern.com

Mölten Dorfstr. 16, I-39010 Mölten Tel. 0471 668 282 Fax 0471 667 228 www.moelten.net

Jenesien Schrann 7, I-39050 Jenesien Tel. 0471 354 196 Fax 0471 363 745 www.jenesien.net

Tramin Julius-v.-Payer-Str. 1, I-39040 Tramin Tel. 0471 860 131 Fax 0471 860 820 www.tramin.com

Sarntal Europastr. 15a, I-39058 Sarnthein Tel. 0471 623 091 Fax 0471 622 350 www.sarntal.com

Terlan Dr.-Weiser-Platz 2, I-39018 Terlan Tel. 0471 257 165 Fax 0471 257 830 www.terlan.info

Südtiroler Unterland Kurtatsch Margreid Kurtinig Hptm.-Schweiggl-Platz 8 I-39040 Kurtatsch Tel. 0471 880 100 Fax 0471 880 451 www.suedtiroler-unterland.it

Ritten Dorfstr. 5, I-39054 Klobenstein Tel. 0471 356 100 Fax 0471 356 799 www.ritten.com

Andrian Wehrburgstr. 1, I-39010 Andrian Tel. 0471 510 100 Fax 0471 18 80 329 www.andrian.info Eppan Rathausplatz 1, I-39057 Eppan Tel. 0471 662 206 Fax 0471 663 546 www.eppan.com

Castelfeder Auer Montan Neumarkt Salurn Hauptplatz 5, I-39040 Auer Tel. 0471 810 231 Fax 0471 811 138 www.castelfeder.info Leifers Branzoll Pfatten Kennedystr. 75, I-39055 Leifers Tel. 0471 950 420 Fax 0471 951 226 www.leifers-info.it

Aldein Radein Dorfplatz 34, I-39040 Aldein Tel. 0471 886 800 Fax 0471 886 666 www.aldein-radein.it Trudner Horn Altrei San Lugano Truden K.-Pacher-Str. 9, I-39040 Truden Tel. 0471 869 078 Fax 0471 869 278 www.trudnerhorn.com

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PANORAMA

Karte Alles im Blick mit der herausnehmbaren S端dtirol-Panoramakarte: Mit 40 erlebens- und sehenswerten Tipps rund um Familie, Wein & Genuss und Kultur in der Ferienregion S端dtirols S端den und dar端ber hinaus.

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Castelfeder Magazin 2010  

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