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DAS KONZERT- UND OPERNMAGAZIN

März 2018

Mit Regionalteil Hessen

215 Konzert- UNd Operntermine

Daniel Harding Geläutertes Wunderkind Musik im Riesen Musik und Kristalle

Vladimir Jurowski »Man kann ja auch von den anderen etwas lernen«

JETZT AUCH BEI


Hörgenuss bis zum letzten Ton. Ganz ohne Räuspern oder Husten.

• Schnell spürbare Hilfe • Befeuchtender Schutzfilm • Lang anhaltende Linderung


Editorial

Foto: Ivo von Renner; Titelfoto: Simon Pauly

Liebe Leserin, lieber Leser, am 20. März wäre Bernd Alois Zimmermann ­hundert Jahre alt geworden. Dass dieses Jubiläum mitten in die Passionszeit fällt, könnte passender nicht sein, war doch der religiös geprägte Komponist ein Meister des tönenden Pessimismus, der sich in seinen Werken explizit mit Unrecht, Gewalt und Unterdrückung befasst hat. Dass Zimmermann damit den Nerv seiner Zeit traf, zeigen die in positiver wie negativer Hinsicht sehr heftigen Reaktionen auf die Uraufführung der Oper Die Soldaten im Jahr 1965 als zentrales Werk seiGregor Burgenmeister nes Schaffens. Opernexperte Peter Krause blickt Herausgeber/Chefredakteur auf das Leben Zimmermanns und dessen kompositorische Ideen – und rückt Die Soldaten als bedeutendste deutsche Nachkriegsoper in den Fokus: Die Oper Köln als Ort der Uraufführung ehrt nämlich den Komponisten mit einer Neuinszenierung des in vielerlei Hinsicht ungeheuerlichen Werks. Ungleich unbeschwerter sind da zwei Festivals in Österreich und England, die wir Ihnen näher vorstellen: Das Aldeburgh Festival gilt nicht nur als Hochburg für exquisite Aufführungen der Musik Benjamin Brittens, sondern lockt auch mit einer malerischen Landschaft, wie es sie nur in England geben kann. Das Festival „Musik im Riesen“ wiederum, das im Mai im Tiroler Örtchen Wattens stattfindet, ist nicht nur akustisch, sondern auch visuell ein Erlebnis für die Sinne, finden doch die Konzerte in André Hellers zauberhaften Kristallwelten statt. Einen hoch spannenden und bemerkenswert persönlichen Einblick in seine musikalischen Vorstellungen und Sichtweisen gab Vladimir Jurowski unserem Autor Helge Birkelbach. Jurowski ist seit Beginn dieser Spielzeit Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Und da Dirigent, Orchester und Publikum voneinander schon jetzt schlicht begeistert sind, kann man hier von einer hervorragenden Symbiose sprechen. Viel Spaß bei der Lektüre, Ihr

März 2018 concerti   3


Inhalt

3 Editorial 6 Kurz & Knapp 8 Geläutertes Wunderkind

Porträt Daniel Harding hat die Höhen und Tiefen des Lebens in raschem Wechsel erfahren. Was ihn nicht davon abhielt, sich stetig weiterzuentwickeln

10 »Man kann ja auch von anderen lernen«

Interview Ob Originalpartituren oder der

8

Daniel Harding ... ein halbes Leben lang Dirigent

Austausch mit seinen Musikern: Jedes Erlebnis bringt Vladimir Jurowski voran

16 Meditation über die Zeit

Feuilleton Zum 100. Geburtstag von

Bernd Alois Zimmermann

18 Opern-Kritiken 20 Opern-Tipps Regionalseiten

16

Bernd Alois Zimmermann ... Jubiläum eines tragischen Genies

An dieser Stelle finden Sie die interessantesten Klassikgeschichten des Monats sowie alle Konzert- und Operntermine Ihrer Region

24 Sommernachtstraum in Suffolk

28 Musik und Kristalle

Festivalguide Ein Fest nicht nur fürs Ohr, sondern auch fürs Auge: Das Tiroler Festival „Musik im Riesen“ feiert dieses Jahr 15-jähriges Bestehen

30 CD-Rezensionen 35 Top 20 Klassik-Charts 36 »Ach, das ist so schön«

24

Aldeburgh Festival ... ganz nah bei Benjamin Britten

4  concerti März 2018

Blind gehört Evgeni Koroliov hört und

kommentiert Aufnahmen von Kollegen, ohne dass er erfährt, wer spielt

40 Multimedia-Tipps 42 Impressum

Fotos: Matt Jolly/Aldeburgh Music, Schott Promotion, Julian Hargreaves

Festivalguide Erst zu Hause bei Benjamin Britten erspürt man vollends die Musik des großen Komponisten


DER NEUE LEXUS LS

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kurz & knapp

Mein Lieblingsstück

Saint-Saëns: Sinfonie Nr. 3 »Orgelsinfonie«

ch hatte frisch den Führerschein und war nachts im Auto auf dem Heimweg, während im Radio das ARD-Nachtkonzert lief. Da hörte ich zum ersten Mal dieses Stück. Der mächtige Orgelklang, die virtuosen Streicher – ich war so hin und weg von diesem Werk, dass ich noch zwanzig Minuten lang vor dem ­Elternhaus im Auto saß, um die

Organist Christian Schmitt

„Orgelsinfonie“ zu Ende zu hören. Als Orgelstudent habe ich mir dann die Partitur gekauft und mit der ­berühmten Aufnahme der Berliner Philharmoniker unter Karajan einstudiert, bei der die Orgel aus Notre Dame de Paris nachträglich eingespielt wurde. Die Orgel war um einige Hertz tiefer gestimmt als der damalige Kammerton der Philharmoniker, so dass man heute noch leichte Schwebungen heraushört. Mit Mitte zwanzig hatte ich dann das allererste Mal die Gelegenheit, das Werk mit einem Jugendorchester unter dem heutigen Mainzer GMD Hermann Bäumer zu spielen. Das Stück, das ich inzwischen mit mehreren Orchestern gespielt und aufgenommen habe, begleitet und fasziniert mich inzwischen schon seit fast 25 Jahren. Ich finde, dass hier einfach alles drin ist: Da ist zuerst diese lange, großartige Orchestereinleitung, ehe nach etwa zwölf Minuten die Orgel in Erscheinung tritt, und zwar – für die meisten Hörer ungewohnt – ganz zart und lyrisch. Im

zweiten Teil eröffnet die Orgel mit einem majestätischen Fortissimo, eine Passage, die die meisten Hörer kennen – wie auch das krönende Finale, bei dem Orgel und Orchester gewissermaßen im dreifachen Glanz und Gloria miteinander verschmelzen.

9 746

Planstellen gab es in den 129 deutschen Orchestern. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort: 2016 waren es noch 9.816 Planstellen in 131 Orchestern, wie die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) bekanntgab. Problematisch sieht die DOV auch die Vergütung der Musiker. Die läge bei einigen Orchestern bis zu 30 Prozent unter dem Tariflohn.

... Melodie und Harmonie finden sich in der Natur nicht vor. Sie sind Schöpfungen des Menschen ... Eduard Hanslick, österreichischer Musikkritiker

Wenn Musiker zu Patienten werden

Seit Jahren ein heikles Thema: Gehörschutz für Orchestermusiker 6  concerti März 2018

Der Schutz des Gehörs ist ein so allgegenwärti­ges wie stief­ mütterlich behandeltes Problem. Ein besonders schwerer Fall wird derzeit vor Gericht behandelt: Ein Bratschist des Londoner Royal Opera House hatte bei Proben einer WagnerOper vor einer 18-köpfigen Bläsergruppe gesessen und sich infolgedessen 2012 einen so schweren Hörschaden zugezogen, dass er seither seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Er verklagte daher seinen einstigen Arbeitgeber auf umgerechnet 850 000 Euro. Eine nachträgliche Messung ergab: Durchschnittlich war damals die Streichergruppe 91 Dezibel ausgesetzt, in der Spitze sogar über 130 Dezibel.

Fotos: Uwe Arens, gemeinfrei, shutterstock, Jonathan Quipot/Störtebeker Elbphilharmonie GmbH

I


3 Fragen an ... Julian Münder

Der General Manager leitet die Störtebeker Gastronomieflächen in der Elbphilharmonie

Herr Münder, inwiefern unterscheidet sich ein gastronomischer Betrieb in einem Konzertsaal von einem ganz „normalen“ Restaurant? Die Leute kommen nicht hierher, weil wir das beste Steak oder das beste Sushi der Stadt ser­ vieren, sondern wegen der Konzerte. Wir müssen uns also danach richten, was die Leu­ te gerne möchten. Und weil die Elbphilharmo­ nie ein Haus für alle ist und musikalisch sehr breit aufgestellt ist, müssen wir vom Glas Champagner über den Flammkuchen bis hin zum Salamibrötchen wirklich alles bieten. Sich da zu sehr zu spezialisieren wäre für ­unseren Betrieb tödlich.

Wie fällt Ihr Resümee fürs erste Jahr aus? Da wir kein Restaurantbetrieb sind, der für sich allein steht, sondern Teil eines großen Ganzen sind, mussten wir uns schnell an die äußeren Gegebenheiten, etwa die Besucher­ ströme, anpassen – was uns auch gelungen ist. Nun geht es darum, an Details zu schrauben, denn jetzt ist der erste Jahreskreislauf abge­ schlossen und wir wissen genauer, was auf uns in den jeweiligen Monaten zukommt.

Besuchen Sie denn auch ab und an den Konzertsaal? Wir haben zwei Abos, insofern gehe ich mit meiner Frau auch regelmäßig selbst in die ­Elbphilharmonie. Und trinke natürlich vorher noch etwas an der Bar.


Porträt

Geläutertes Wunderkind Daniel Harding hat die Höhen und Tiefen des Lebens in raschem

Wechsel erfahren. Was ihn nicht davon abhielt, sich stetig weiterzuentwickeln. Von Teresa Pieschacón Raphael

nen, sondern ihm auch sein Mahler Chamber Orchestra anvertrauen, dessen Leitung Harding 2003 übernimmt. Zuvor wird er noch Chef des Trondheim Sinfonieorchesters sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Dirigierte erstmals mit 15 Jahren: Daniel Harding

W

underkinder ereilt Rattle zu ihrer Aufführung ein. oft ein ähnliches Immerhin hört sich Rattle den Schicksal: Das Wun- Konzertmitschnitt an: „Techder geht, aber das Kind bleibt nisch macht ihr vieles besser“, zurück und muss in einem sagt er zu den Teenagern. „Nur schmerzvollen Prozess erwach- von der Musik habt ihr leider sen werden. Ein bisschen er- nichts verstanden.“ ging es auch Daniel Harding Einen der jungen Musiker aber so. Mit 15 gründet der Sohn vergisst er nicht. Denn zwei eines Universitäts-Dozenten in Jahre später findet sich Daniel Manchester mit Freunden am Harding als Assistent an der Internat ein Orchester, dessen Seite von Rattle wieder. Er beLeitung er übernimmt. Als wä- gegnet Hans Werner Henze auf re dies nicht genug, setzen sie der Münchener Biennale, lernt Arnold Schönbergs verteufelt bei Pierre Boulez und wagt sich vertracktes Pierrot Lunaire nach Berlin zu Claudio Abbado. aufs Programm und laden kei- Dieser wird ihn nicht nur als nen Geringeren als Sir Simon „mein kleines Genie“ bezeich8 concerti März 2018

Foto: Julian Hargreaves

»Bezahlen muss man immer«

„In England gab es Könige, die jünger waren als ich“, scherzte Harding seinerzeit selbstbewusst. Und: „Das ist wohl so bei manchen Menschen: Manche steigen sehr schnell auf. Andere weniger. Bezahlen muss man immer“, witzelte er damals und ahnte nicht, wie sehr das auch auf ihn zutreffen wird. Mit 30 hatte er zwar die Hälfte seines Lebens vor dem Pult verbracht und die wichtigsten Orchester der Welt dirigiert, dennoch geriet er in eine Krise. „Die Menschen lauern immer auf die nächste große Attraktion, und eine Zeit lang war ich das“, räumte er einmal in einem Interview in der ZEIT ein. „Doch dann stand ich da, mit dreißig Jahren, und dirigierte die Wiener Philharmoniker, als mein Leben in Trümmern lag.“ Seine Frau, mit der er zwei Kinder hat, hatte beschlossen, sich nach zwölf gemeinsamen Jahren von ihm zu trennen. Nach einem Eklat während einer Probe am Opernhaus in Paris beschloss


er, sich seinen emotionalen Problemen zu stellen. Das hieß für ihn, „richtig zu arbeiten, mich zu verbessern“ ganz nach der Devise, es sei nicht wichtig, was passiere, sondern, was man daraus „mache“. Manchmal gibt es nicht genug Zeit, um zu gewinnen

Immer wieder erinnerte er sich an einen Satz seiner Mutter, demzufolge eine der schwierigsten Erkenntnisse im Leben sei, „dass wir uns alle an irgendeinem Punkt mit unserer Mittelmäßigkeit abfinden müssen.“ Und so begann er wie besessen daran zu arbeiten, dass dieser ernüchternde Gedanke nicht wahr werde. Fieberhaft suchte er nach Wegen, nach einer Körpersprache, die seine musikalischen Vorstellungen noch überzeugender vermitteln könnte, auch um jene Kritiker zu beschwichtigen, die behaupteten, er sei prätentiös, unmusikalisch und seine Interpretationen seien zu „kopflastig“. „Ich muss meine Hemmungen vergessen, dann kann ich mit den Armen magische Dinge vollbringen“. Zudem erwarb er die Pilotenlizenz und richtete sich in seinem Haus in Frankreich einen Flugsimulator mit Cockpit ein.

Heute, mit Anfang vierzig, wirkt er immer noch jungenhaft. Er ist aber in jedem Falle geläutert. Als Chef des O ­ rchestre de Paris weiß er, dass die Arbeit niemals aufhören wird: „Ich muss noch sehr viel lernen“. Und als vehementer Manchester United-Fan hält er sich an die Devise des Fußballclubs: „Wir verlieren nie ein Fußballspiel. Es gibt nur manchmal nicht genug Zeit, um zu gewinnen.“ Genug Zeit für einen Sieg blieb dem Briten auch nicht als Chefdirigent des O ­ rchestre de Paris, ein Amt, das er erst 2016 antrat. Wie Ende Januar bekannt wurde, verlässt er nun vorzeitig zum Ende der Saison 2019/20 seinen Posten. In einem aufrichtigen Brief an die französischen Musiker lobte er deren Leistung, sprach aber auch von unterschiedlichen kulturellen Welten. Er wolle nicht „die Alpen in den Grand Canyon“ verwandeln. Viel besser sei es, eine kurze wundervolle Zeit miteinander zu haben, um dann „mit glücklichen Erinnerungen fortzufahren. Eure musikalische Natur zu ändern wäre ein Akt der Zerstörung, und ich werde es nicht tun.“ So, wie er es für sich auch beansprucht.

Konzert-TIPPs

Berlin Do. 1.3. & Fr. 2.3., 20:00 Uhr Sa. 3.3., 19:00 Uhr Philharmonie Gerhald Finley (Bassbariton), Berliner Philharmoniker, Daniel Harding (­Leitung). Schubert/Reger: Prometheus & An die Musik, Schubert/Berlioz: Erlkönig, Schubert/Brahms: Memnon & An Schwager Kronos, Schubert: „Wo bin ich?“ – „O könnt’ ich, Allgewaltiger“, aus „Lazarus“, R. Strauss: Eine Alpen­sinfonie Dortmund So. 11.3., 16:00 Uhr Konzerthaus Antoine Tamestit (Viola), Orchestre de Paris, Daniel Harding (Leitung). Widmann: Viola Concerto, Mahler Sinfonie Nr. 9 D-Dur Köln Mi. 14.3., 20:00 Uhr Philharmonie Künstler & Programm siehe Dortmund Baden-Baden Mo. 26.3., 18:00 Uhr Festspielhaus Künstler & Programm siehe Berlin am 1.3. Berlin Do. 19.4. & Fr. 20.4., 20:00 Uhr Sa. 21.4., 19:00 Uhr Philharmonie Lucy Crowe & Genia Kühmeier (Sopran), Andrew Staples (Tenor), Georg Zeppen­feld (Bass), Schwedischer Rundfunkchor, Berliner Philharmoniker, Daniel Harding (Leitung). Mozart: Sinfonie Nr. 32 G-Dur KV 318, „Misero! O sogno“ – „Aura, che intorno spiri“, KV 431, Per questa bella mano KV 612 & Messe c-Moll KV 427 CD-Tipp

Mahler: Sinfonie Nr. 9 Swedish Radio Symphony Orchestra, Daniel Harding (Ltg). harmonia mundi

/ Mit AnnA netrebko

Tickets und weitere Informationen hier erhältlich: www.rohkinotickets.de Abweichende Spieltermine für Aufzeichnungen finden Sie auf dieser Website und der Website ihres Kinos

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Interview

»Man kann ja auch von den anderen etwas lernen« Ob Originalpartituren, Auseinandersetzungen mit seinem Vater oder Austausch mit seinen Musikern: Jedes Erlebnis bringt Vladimir Jurowski voran. Von Helge Birkelbach

Sie verbringen viel Zeit in Bibliotheken und Archiven, um Partituren und Handschriften zu studieren. Was entdecken Sie da?

Es ähnelt einer Detektivarbeit. Was ich in den Partituren erkennen kann: An der einen Stelle zitterte die Feder, an einer anderen war der Komponist dagegen mit Nachdruck bei der Sache. Manchmal sieht man auch die ganze Radiererei, bei Beethoven sowieso. Bei der Neunten, die ich mit dem RSB beim Silvesterkonzert aufgeführt habe, ist es besonders sichtbar. Bei vielen Werken, 10 concerti März 2018

deren Autografe man inzwischen im Internet anschauen kann, sieht man all diese Entwicklungen, die dann aber im Enddruck meist nicht berücksichtigt wurden. Mit dem gängigen Orchestermaterial haben die Musiker also gar nicht die Möglichkeit, einmal auszuprobieren, wie es in der Urfassung

»Akribie ist mir persönlich hoch und heilig« mal klang, bis es diese endgültige Gestalt angenommen hat. In der heutigen Welt sollte man den Musikern die komplette Information geben, um ihnen dann freie Hand bei der letzten Entscheidung zu lassen, welche Fassung gespielt werden soll. Ist es nicht Aufgabe des Dirigenten, die Linie vorzugeben?

Auf jeden Fall. Aber ich finde, es ist immer besser, dem Wissenden als dem Unwissenden eine Linie vorzugeben. Die Unwissenden nehmen es als die einzig richtige und gültige Lösung an. Da haben wir es wieder, das Einparteiensystem, was genauso schlimm in der

Kunst wie in der Politik ist. Insofern begreife ich die Rolle des Dirigenten eher als die eines Organisators, eines Lenkers, aber nicht als die des einzigen Bestimmers. Es macht mir mehr Spaß, mit Musikern zu diskutieren, die informiert sind. Man kann ja auch von anderen etwas lernen. Was konnten Sie von Ihrem Vater Mikhail Jurowski lernen?

Eine ganze Menge. Wenn man seinen eigenen Vater so oft bei der Arbeit beobachten konnte, wie ich es tat, sieht man eben alles. Die positive Seite wie auch die Rückseite, die vielen unsichtbar bleibt. Und ich sehe, wie er sich über die Jahre verändert hat. Trotz seiner festen Ansichten ist er doch inzwischen offener für Neues. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir in den 1990er Jahren über die Interpretation Alter Musik stritten. Über die historisch informierte Spielweise wollte er damals nichts wissen und tat es als unseriös ab. Inzwischen sieht er das ganz anders. Vom Prinzip her sehe ich am Konservatismus nichts Schlechtes: Die Leute, die vor uns lebten, haben auch ein oder zwei Dinge richtig erfasst. Das gilt es zu erhalten. Man muss

Foto: Simon Pauly

S

eine Worte wählt er präzise. Seine Aufmerksamkeit ist hoch. Dennoch erscheint der Chefdirigent und Künstlerische Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB) nicht als Mann aus dem Elfenbeinturm, der zu Konzerten oder Interviews notgedrungen in die Realität herabsteigt. Vielleicht hat ihn seine Jugend in der ehemaligen Sowjetunion und der reiche Erfahrungsschatz seines Vaters, ebenfalls Dirigent, geprägt. Zum Mitspieler zu werden, riet dieser seinem Sohn. Und der setzt auf immerwährendes Lernen und situative Auseinandersetzung.


zur Person

1972 in Moskau geboren, studierte Vladimir Jurowski zunächst bei seinem Vater Michail, später bei Rolf Reuter und Colin Davis. Bereits Mitte der 1990er Jahre gelang ihm der internationale Durchbruch, ehe er 2001 Leiter des Glyndebourne Festivals und später Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra wurde. Seit Beginn dieser Spielzeit ist er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des RSB.

nur das richtige Maß finden aus dem Tradierten und dem Neuen. Den einen Rat von meinen Vater – „Du musst besser sein als die anderen, damit du deinen verdienten zweiten Platz einnehmen darfst“ – habe ich sehr beherzigt. Diese Aussage bezog sich vor allem auf die Schwierigkeiten, die den Menschen jüdischer Abstammung im Sowjetstaat damals widerfuhren. Die Situation ist heute zwar eine ganz andere, aber ich bin ihm für diesen harten Leitsatz noch heute sehr dankbar, weil ich dadurch gelernt habe, in meiner Arbeit alles zu geben. Er hat Sie nicht davon abgehalten, Dirigent zu werden?

gendlicher aufging. Bei mir konkurrierte der Wunsch nach der Musikerlaufbahn mit vielen anderen Dingen: Kunst, Literatur, Theater, auch Philosophie und Religion, die mich nach wie vor beschäftigen. Mein stärkstes Interesse galt der Literatur. Mit vier Jahren habe ich angefangen zu lesen und las alles, was mir in die Hände kam. Ein wenig vermisse ich das jetzt, denn bei der vielen Arbeit bin ich ja meist gezwungen, nur Fachliteratur zu studieren. Aber ich liebe Poesie und auch all die anderen Literaturformen oder Literaturgeschichte. Man lernt dabei immer etwas über sich selbst – und über die Musik, indem man sie mit der Kunst des Wortes vergleicht.

Nun, am Anfang war ich mir selbst nicht so sicher, welchen Weg ich gehen würde. Das war nicht so wie bei Simon Rattle, dem das Licht schon als Ju-

Es kommt auf jeden Ton an. Wie wichtig ist Ihnen Akribie und Detailarbeit mit dem Orchester?

Mir persönlich ist sie hoch und heilig. Die Aufmerksamkeit bestimmten Details gegenüber ist enorm wichtig, solange man das große Ziel nicht aus den Augen verliert. In dieser Fokussierung bin ich fast autistisch, könnte man sagen. Das sehe ich aber nicht als etwas Negatives. Jedes Pünktchen über dem i und jedes Komma an der richtigen Stelle tragen zum Erfolg und zum organischen Dasein des Stücks bei. Aber ab einem bestimmten Punkt muss man drüberstehen und loslassen können, sonst wird man zum Kontrollfreak. Das schärfte mir auch mein Vater ein: „Man kann im Konzert nicht nur das Eingeübte abrufen, man kann nicht ständig der Trainer sein, irgendwann muss man zum Mitspieler werden.“ Sie praktizieren Yoga. Wann haben Sie damit angefangen? März 2018 concerti  11


Interview

ar von „falsch“ nach „richtig“ geht. Man kann durchaus mit dreißig Jahren Recht gehabt haben, während die revidierte Meinung, die man mit fünfzig hat, objektiv nicht mehr stimmt.

Vor etwa 18 Jahren. Ich befand als Begriff etwas unverständmich damals in einer vorzeiti- lich vor. Aber inzwischen weiß gen Midlife Crisis, mit 28 Jah- ich genau, wie er das meinte. ren. Eigentlich habe ich alles im Leben früh angefangen: In einem Interview haben Sie Beruf, Familie, Kind und eben sich einmal zum Verhältnis auch die Midlife Crisis. Mitt- zwischen Lernen und Wissen lerweile verstehe ich, dass es geäußert ... ein beginnendes Burnout-Syn- „Lernen ist nicht Wissen anhäudrom war. Obwohl ich immer fen“, das war wohl der Satz, sehr vorsichtig war und früh- den Sie meinen? Man kann zeitig abbremste, ging es beruf- sich mit verschiedensten Inforlich schneller voran, als es mir mationen vollstopfen und wird vielleicht lieb war. Ich musste dabei nicht klüger. Das passiert damals sogar einige Konzerte uns allen durch die heute unund Produktionen absagen. glaubliche Zugänglichkeit von Wie Baron Münchhausen jeglicher Information. Wissen musste ich mich an den Haaren ist für mich eine verinnerlichaus dem Sumpf ziehen und te, selbst durchlebte Informainstinktiv griff ich dazu, was tion. Und es befindet sich in mich schon immer faszinierte. Sport interessierte mich weni»Yoga ist für mich ger. Die fernöstlichen Diszipliein tägliches Ritual nen waren mir näher, zum geworden« Beispiel Kampfkünste, die ich früher in verschiedenen Varianten ausprobiert hatte. Yoga ständiger Entwicklung. Manchschien in der Krise einfach mal, wenn man seine eigenen meine Sache zu sein. Es gab früheren Aufzeichnungen hört, mir Halt, Ziel und Stütze. Es kommen sie einem als sehr hat mich physisch und psy- unreif vor, dabei hatte man chisch stärker gemacht. Yoga, damals das Gefühl, alles nach das bei mir zum täglichen Ri- bestem Wissen gemacht zu tual geworden ist, hilft mir haben. Aber nichts ist für imauch, um mich auf ein Konzert mer: Was einem gestern als gut vorzubereiten. Die „Entlee- und richtig erschien, gilt heute rung“, von der Celibidache nicht mehr. Wobei es mit der gerne sprach, kam mir früher Entwicklung nicht immer line12  concerti März 2018

Was es gibt, ist die einzig richtige Entscheidung im jeweiligen Moment. Die spätere Beurteilung wiederum ist immer subjektiv. Schauen Sie: In dem Moment, wo sich ein Komponist das Recht nimmt, die frei in der Natur existierenden Töne zu einem Werk zusammenzuflechten, eifert er dem Schöpfer nach und kreiert etwas nie Dagewesenes. Der Interpret greift das neue Werk auf und rekreiert es auf seine persönliche Art aufs Neue. Beide nehmen sich bei ihren Aktionen das Recht, etwas nach ihrem Gutdünken zu tun, was sie für den jeweiligen Moment für einzig richtig halten. Wie es Nietzsche sagte: „Der Gott ist tot, jetzt müssen wir wie Götter werden“. Die Schöpfung, wenn sie einmal existiert, gehört nicht mehr dem Schöpfer allein, sie gehört allen. Der Komponist hat natürlich das Anrecht, das Werk zu verändern, solange er lebt. Aber die spätere Fassung muss nicht immer die bessere sein. Zwei Beispiele kann ich anführen. Mahler hat sein op. 1, Das klagende Lied, das beim Beethoven-Wettbewerb in Wien mächtig durchfiel, durch seine spätere Revision bequemer und zahmer gemacht. Heute wird fast ausschließlich die Urfassung gespielt, weil sie viel mu-

Foto: Simon Pauly

Was ist objektiv? Gibt es das eigentlich in einer Interpretation: falsch oder richtig?


tiger ist, viel komplexer, auch komplizierter in der Umsetzung. Oder Schostakowitsch, der seine radikale Lady Macbeth von Mzensk später in die viel traditionellere und glattere Katerina Ismailowa umwandelte. Auch hier spielt man heute vor allem die ursprüngliche Fassung. Konzert-TIPPs

Berlin So. 4.3., 20:00 Uhr Philharmonie Allison Bell (Sopran), David Butt Philip (Tenor), Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Vladimir Jurowski (Leitung). Schostakowitsch: Schauspielmusik zu „Hamlet“ & Fünf Zwischenspiele aus „Lady Macbeth von Mzensk“, Dean: From Melodious Lay, Berg: Lulu-Suite Düsseldorf Di. 13.3., 20:00 Uhr Tonhalle Daniil Trifonov (Klavier), London Philharmonic Orchestra, Vladimir Jurowski (Leitung). Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll, Strawinsky: Suite aus „Der Kuss der Fee“ Hamburg Mi. 14.3., 20:00 Uhr Elbphilharmonie (Großer Saal) Daniil Trifonov (Klavier), London Philharmonic Orchestra, Vladimir Jurowski (Leitung). Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll, Prokofjew: Ballettsuite „Romeo und Julia“ Frankfurt Do. 15.3., 20:00 Uhr Alte Oper Künstler und Programm siehe Hamburg München Fr. 16.3., 20:00 Uhr Philharmonie am Gasteig Künstler und Programm siehe Düsseldorf Dresden Di. 27.3., 20:00 Uhr Semperoper Pierre-Laurent Aimard & Tamara Stefanovich (Klavier), Gustav Mahler Jugendorchester, Vladimir Jurowski (Leitung). Bartók: Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester, Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 8 c-Moll

Weitere Termine: Hamburg Mo. 9.4., 20:00 Uhr Elbphilharmonie Frankfurt Di. 10.4., 20:00 Uhr Alte Oper Berlin Sa. 7.4., 20:00 Uhr Konzerthaus Antje Weithaas (Violine), Lars Vogt (Klavier), Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Vladimir Jurowski (Leitung). Webern: Fünf Sätze op. 5, Berg: Kammerkonzert für Klavier, Violine und 13 Blasinstrumente, Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur

Do. 21.6., 20:00 Uhr Philharmonie Camilla Nylund (Sopran), Matthias Goerne (Bariton), Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Vladimir Jurowski (Leitung). Mozart: Sinfonie Nr. 38 D-Dur, Zemlinsky: Lyrische Sinfonie CD-Tipp

10. JUNI | 20.00 h | SALLES DE POLOGNE WOHLTEMPERIERTES KLAVIER 1 Werke von J. S. Bach und D. Schostakowitsch Andreas Staier (Cembalo), Alexander Melnikov (Klavier) 11. JUNI | 20.00 h | GEWANDHAUS WOHLTEMPERIERTES KLAVIER 2 Werke von J. S. Bach und F. Chopin Nelson Goerner (Klavier) 14. JUNI | 22.00 h | PAULINUM – AULA UND UNIVERSITÄTSKIRCHE ST. PAULI WOHLTEMPERIERTES KLAVIER 3 Werke von J. S. Bach und W. A. Mozart Phantasm – Consort of Viols 15. JUNI | 20.00 h | KONGRESSHALLE AM ZOO WOHLTEMPERIERTES KLAVIER 4 Werke von J. S. Bach und F. Mendelssohn Bartholdy Robert Levin (Klavier) 16. JUNI | 20.00 h | BUNDESVERWALTUNGSGERICHT WOHLTEMPERIERTES KLAVIER 5 Werke von J. S. Bach, G. Böhm und J. C. F. Fischer Andreas Staier (Cembalo)

Mahler: Totenfeier, Strauss: Also sprach Zarathustra Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Vladimir Jurowski (Leitung) Pentatone März 2018 concerti   13


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Oper

Die interessantesten Inszenierungen und Künstler – wir stellen Ihnen das Wichtigste aus der Welt der Oper vor

Foto: Jean-Louis Fernandez

Brennend aktuell: Alexander von Zemlinskys Der Kreidekreis in Lyon. Mehr dazu auf Seite 18

16_Porträt Meditation über die Zeit Bernd Alois Zimmermann schuf mit Die Soldaten eine

Jahrhundertoper, die zum 100. Geburtstag des Komponisten die Interpreten sogar ­ nseren ­philosophisch herausfordert 18_Kurz besprochen Online-Kritiken Auszüge aus u ­tagesaktuellen Musiktheater-Rezensionen 20_Opern-Tipps Die besten Musiktheater­ produktionen – ­ausgewählt von unserem Experten Peter Krause März 2018 concerti  15


FEUiLLETON

Meditation über die Zeit BERND ALOIS ZIMMERMANN schuf mit Die Soldaten eine

Brachte als einer der ersten Komponisten MultimediaElemente in die Oper ein: Bernd Alois Zimmermann

N

ehmen wir an, die Zeit schreitet nicht einfach im Gleichschritt des Tickens unserer Uhren voran. Stellen wir uns vor, sie wäre gekrümmt, formte sich zur Kugel. Dann könnten die Toten durchaus Zeitgenossen unserer Enkel sein. Man muss gar kein ­Buddhist sein, um die Zeit 16  concerti März 2018

gleichsam als Simultantanz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahrzunehmen. Denker wie Henri Bergson, Edmund Husserl und Martin Heidegger haben philosophisch zu ergründen gesucht, wie kugelgestaltig die Zeit doch eigentlich ist. Bernd Alois Zimmermann, der die Literaten

James Joyce und Ezra Pound als seine geistigen Väter ansah, hat darüber nicht nur tiefschürfend nachgedacht: Der Kölner Komponist, der in diesem Monat 100 Jahre alt geworden wäre, suchte in seiner Musik schöpferisch nachzuweisen, wie wesentlich die Unterscheidung zwischen einer – in Alltagsdingen und der Ökonomie sehr wohl relevanten, in künstlerischen Fragen gänzlich unbedeutenden – gemessenen Zeit und einer für die Kunstwahrnehmung einzig relevanten Erlebniszeit doch ist. Klingt kompliziert? FrançoisXavier Roth sieht das Thema keineswegs abstrakt, sondern konkret. Der französische Dirigent und Kölner Generalmusikdirektor bereitet sich gerade auf die Premiere von Zimmermanns Zentralwerk Die Soldaten vor. Nach der bahnbrechenden Uraufführung von 1965 verspricht die jetzige Kölner Premiere den Visionen Zimmermanns näher denn je zu kommen. „Die damals provokative Collagetechnik dieser Oper ist heute in den Künsten ein durchweg vertrautes Mittel“, stellt Roth fest. Im Staatenhaus, dem Ausweichquartier der Oper Köln, könne man gerade mit diesem Werk aus der Not eine Tugend machen: „Das Publikum wird wie beim Frisör auf Stühlen sitzen, mit denen es um die eigene Achse

Foto: Hannes Kilian

Jahrhundertoper, die zum 100. Geburtstag des Komponisten die Interpreten sogar philosophisch herausfordert. Von Peter Krause


O S T E R F E S T I VA L 2 0 1 8 kreisen kann. Carlus Padrissa von der katalanischen Theatergruppe „La Fura dels Baus“ wird einen Ring um den Zuschauerraum bauen, sodass die vielen Simultanhandlungen des Stücks kreisartig um das Publikum herum stattfinden können.“ »Unser Schumann des 20. Jahrhunderts«

Der musikalische Mix aus Jazz, Tanzrhythmen, historischen Formen wie Toccata, Chaconne und Nocturno mit den damaligen Avantgardemitteln des Serialismus formt sich seinerseits zur Kugel aus Vergangenem und Zukünftigem. Roth findet diese Mischung faszinierend wie eh und je: „Zimmermann ist hier auf der Klimax seiner Kreativität. Er ist für mich unser Schumann des 20. Jahrhunderts.“ Roth spielt auf die komplexe Persönlichkeit des Mannes an, der sich, ein Kind der Eifel wie der Widersprüche und Zerrissenheit der Nachkriegszeit, ein gläubiger Katholik wie ein tief verunsicherter Pessimist, anno 1970 das Leben nahm. Der Schrei und das Schrundige, das Grausame und kakofonisch Krachende ist für Roth freilich heute nicht mehr das Einzigartige dieser – neben Alban Bergs Wozzeck – singulären Jahrhundertoper. „Neu geblieben ist für mich das kammermusikalisch Feine und Irisierende der Partitur, das so frisch, stark und rein wirkt wie ein Anton Webern. Aus heutiger Sicht steckt das Werk nicht nur voller Wahrheit und Aktualität, die Musik verströmt auch eine unerhörte Schönheit.“ Vielleicht wird die Kugelgestalt der Zeit in der Wiederbegeg-

nung mit seinem Mammutwerk gerade dann unmittelbar erfahrbar, wenn wir uns auf seinen Weg „für das Spontane, Assoziative, Traum- und Trancehafte“, so Zimmermann selbst, mutig einlassen. Denn ist der Traum mit seiner Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen und Widersprüchlichen, seiner Aufhebung des linearen Fortschreitens von Bildern und Erinnerungen nicht der ideale Weg, um das Kugelartige dieser Kunst wahrzunehmen? Seine Literatur­oper nach dem Schauspiel von Jacob Michael Reinhold Lenz von 1776 ist zwar beißend sozialkritisch, dabei nie betroffenheitskitschig, ihr eignet aber auch ein moderner Surrealismus und die heutige Hirnforschung vorwegnehmender Konstruktivismus, der das Heterogene, ja Verrückte in unseren Köpfen aufregend zusammenfließen lässt. Opern- & Konzert-TIPPs

Nürnberg Sa. 17.3., 19:30 Uhr (Premiere) Staatstheater Zimmermann: Die Soldaten. Marcus Bosch (Leitung), Peter Konwitschny (Regie)

Weitere Termine: 20. & 25. 3., 8., 14. & 23.4. Köln So. 29.4., 18:00 Uhr (Premiere) Staatenhaus Zimmermann: Die Soldaten. François-Xavier Roth (Leitung), La Fura dels Baus & Carlus Padrissa (Regie)

Weitere Termine: 3., 11., 13., 17. & 19.5. Köln Sa. 5.5., 20:00 Uhr Philharmonie ACHT BRÜCKEN. Allison Bell (Sopran), Anna Raziejewska (Mezzosopran), Bettina Ranch (Alt), Peter Tansits (Tenor), Hans Christoph Begemann (Bariton), Otto Katzmeier (Bass), WDR Sinfonieorchester, Emilio Pomárico (Leitung). Zimmermann: Sinfonie in einem Satz, Vokalsinfonie aus „Die Soldaten“, Bauckholt: Neues Werk

22. MÄRZ – 2. APRIL 2018 TS: TICKE)22520 ( 3 +4 96 444 444

JOSEPH HAYDN

L’DISABITATA ISOLA BITATA

DIE UNBEWOHNTE INSEL

CONGRESS CASINO - BADEN BEI WIEN

Oper im Stil der Mozartzeit TEATRO BAROCCO ist bekannt für seine spektakulären originalgetreuen szenischen Rekonstruktionen der Opern W. A. Mozarts. Erstmals im zauberhaften Biedermeier - Ensemble der ehemaligen kaiserlichen Kurstadt Baden bei Wien, präsentiert Intendant Bernd R. Bienert zu Ostern 2018 eine Rekonstruktion der Meisteroper L´isola disabitata von Joseph Haydn. Mit seinem historisch-authentischen Inszenierungsstil folgt Bernd R. Bienert akribisch genau den ursprünglichen Intentionen der Komponisten und Librettisten des 18. Jahrhunderts. Damit gelingen ihm immer wieder erstaunlich neuartige Musiktheater-Erlebnisse, die völlig im Einklang mit dem musikhistorischen Erbe stehen. Die musikalische Leitung der Aufführung auf historischen Instrumenten übernimmt Christoph U. Meier, der bereits mit seinem Dirigat bei den Bayreuther Festspielen für internationales Aufsehen sorgte.

PREMIERE: 22.03. TERMINE: 24.03. | 25.03. | 31.03. | 01.04. | 02.04.2018

www.teatrobarocco.at


Kurz Besprochen

Opern-Kritiken Auszüge aus unseren tagesaktuellen Musiktheater-Rezensionen. Weitere finden Sie unter: www.concerti.de/oper

MAGDEBURG 27.1.2018

LUZERN 27.1.2018

#MeToo im Musiktheater

Glatter Sturz in den Untergang

Animalisch anarchisches Anti-Wesen

Zemlinsky: Der Kreidekreis Opéra de Lyon. Lothar Koenigs (Leitung), Richard Brunel (Regie), Lauri Vasar, Martin Winkler, Nicola Beller Carbone, Ilse Erens, Stephan Rügamer

von Einem: Dantons Tod Theater Magdeburg. Kimbo Ishii (Leitung), Karen Stone (Regie), Peter Bording, Stephen Chaundy Weitere Termine: 2.3., 2. & 21.4.

Verdi: Falstaff Luzerner Theater. Clemens Heil (Leitung), Benedikt von Peter (Regie), Claudio Otelli Weitere Termine: 5., 9. & 21.5., 9., 12., 15. & 17.6.

Oper Mit 16 vergewaltigt und ins Bordell gesteckt. Von einem Stammkunden freigekauft und zur Nebenfrau versklavt. Von der ersten Gattin ihres zweifelhaften Gönners verleumdet und unschuldig zum Tode verurteilt. Das Schicksal der Haitang ist fast zu schlimm, um wahr zu sein. #MeToo im Musik­ theater? Der dramaturgisch den­ kende Intendant Serge Dorny hat den richtigen Riecher gehabt: Der Kreidekreis entwickelt brennende Aktualität. Regisseur Richard Bru­ nel muss das Heute nicht mühsam behaupten, die chinesische Parabel lässt sich problemlos mit ihrer po­ litisch-gesellschaftlichen Spreng­ kraft neu erzählen. Ein packender Abend. Die aufregende Partitur erklingt dank des formidablen Or­ chesters und des vorzüglichen Di­ rigenten Lothar Koenigs in subtil ausgehörten Zwischentönen. (PK)

Oper Karen Stone ist vor allem eine differenzierende und weitge­ hend objektive Darstellung der politischen Gegner Georges Danton und Maximilien de Robespierre wichtig. Damit agiert sie im Sinn Gottfried von Einems, der sich be­ reits vor der Uraufführung von 1947 einer dualistischen Schwarz-WeißKontrastierung dieser Rivalität ­widersetzte. Aber vor allem öffnet die Regie führende Intendantin die Bühnenflächen für den ausgezeich­ net vorbereiteten und brillant agie­ renden Opernchor: Die Orientie­ rungslosigkeit der Massen und den Blutrausch in einer auswuchernden Zone des Terrors formt der Choreo­ graf David Williams als abgehacktes Körpergemisch und strukturiertes Chaos. Es ist ein Haufen fast schon entmenschlichter Automaten, die blutgierig den Tod ihrer früheren Favoriten fordern. (RD)

Oper Benedikt von Peter hat die Entscheidung einer radikalen Re­ duktion schon einmal getroffen – in seiner legendären Sicht auf Verdis La Traviata, in der allein die Titelfi­ gur leibhaftig agiert. Dieselbe Grundidee nutzt er für den Falstaff. Damit ist ihm ein Quantensprung in der Inszenierungsgeschichte des Stücks gelungen. Wobei der Erfolg des Regisseurs undenkbar wäre ohne den überragenden Sängerdar­ steller Claudio Otelli. Der BassBariton gleicht als Falstaff einem Naturereignis. Es hat etwas dezi­ diert Animalisches, gänzlich Unge­ künsteltes, gleichsam Schamloses, wie der Sänger mit maximaler Ri­ sikolust dieses anarchistische AntiWesen des braven bürgerlichen Lebens verkörpert. Schier uner­ schöpfliche vokale Reserven paaren sich in Otelli mit einer lustvoll maß­ losen Wucht. (PK)

18 concerti März 2018

Fotos: Jean-Louis Fernandez, Kirsten Nijhof, Ingo Höhn

LYON 20.1.2018


SEIN GANZER KÖRPER WAR MUSIK! Gundula Janowitz über Leonard Bernstein

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OPERN-Tipps Ausgewählt von unserem Experten Peter Krause

BERLIN  SO. 18.3.2018

Hochexpressive Harmonien Oper Die Partitur voller rausch-

Korngold: Das Wunder der Heliane Deutsche Oper Berlin. Marc Albrecht (Leitung), Christof Loy (Regie), Sara Jakubiak, Josef Wagner Weitere Termine: 22. & 30.3., 1. & 6.4.

Vielgestaltige Helena: Plakatmotiv zur Berliner Premiere 20 concerti März 2018

Macht macht verrückt: Szenenbild aus Macbeth in Lyon LYON  FR. 16.3.2018

Hoffnungsschimmer Oper Die politische Seite Verdis verdient die

intensive Beleuchtung eines eigenen Festivals

D

as „Opernhaus des Jahres“ steht nicht in Wien oder München, es befindet sich in Lyon. Die französische Perle mit römischen Wurzeln, malerisch zwischen Rhone und Saône gelegen, beheimatet ein Opernhaus, das dank der konsequent konzeptionellen Arbeit von Intendant Serge Dorny und seinem Team heute fraglos zu einem der besten Europas gehört. Nicht die Summe der Stars, sondern die Kontinuität eines kompromisslos dramaturgisch gedachten Spielplans ist Erfolgsrezept. Das Frühjahrsfestival fokussiert den Ansatz diesmal mit drei Titeln aus der Feder von

Verdi, freilich nicht die Gassenhauer La Traviata oder Rigoletto, sondern drei politisch aufgeladene Werke: Die Macht macht verrückt (Macbeth), die Macht zermalmt (Attila), die Macht zerstört die schönen Seelen, die Illusionen und Ideale (Don Carlos). Hoffnungsschimmer in dunklen Zeiten lässt der neue, aus Mailand stammende Musikchef Daniele Rustioni aufscheinen.

Verdi: Macbeth/Don Carlos/ Attila Opéra de Lyon. Daniele Rustioni (Leitung), Christophe Honoré /Ivo van Hove (Regie), Michele Pertusi, Roberto Scandiuzzi, Susanna Branchini. Weitere Termine: 17.3. bis 6.4.

Fotos: Realgestalt, Jean-Pierre Maurin, Barbara Pálffy, Marco Borggreve/hr

haftem Pathos und hochexpressiver Harmonien beweist in jeder Pore: Korngold hat ein Meisterwerk geschaffen, dessen Hamburger Uraufführung anno 1927 enorm erfolgreich war: Zwölf Opernhäuser spielten Das Wunder der Heliane nach. Zunächst ähnlich viel gespielt wie Richard Strauss, verschwand die Musik des jüdischen Komponisten aus den Programmen. Die Geschichte vom eiskalten Herrscher ohne Liebesfähigkeit, dessen Frau Heliane, die sich einem dionysischen Fremden hingibt, und einem Volk, das auf ein erlösendes Wunder wartet, ist märchenhaft und zeitlos.


DESSAU  FR. 2.3.2018

  Weitere Tipps

Haifische und Huren Oper Ausstattungs-Altmeister Ezio Toffolutti

Freiburg

ANGELS IN AMERICA

mischt Weills Evergreen opulente neue Farben bei

V

or neunzig Jahren fand die Berliner Uraufführung der Dreigroschenoper statt, die hübsch dialektisch mit Bertolt Brechts beißender Sozialkritik besticht und dennoch zum Mitträllern einlädt – der geniale Songstil des Kurt Weill macht’s möglich. Beim diesjährigen Kurt Weill Fest Dessau darf der Hit um Haifische und Huren nicht fehlen, fordert freilich zu einer immer wieder kreativen Auseinandersetzung heraus. Mit Regisseur und Ausstatter Ezio Toffolutti nimmt sich ein

Altmeister des epochalen Werkes an: 1944 in Venedig geboren, war Toffolutti zunächst als Bühnenbildner an der OstBerliner Volksbühne tätig. Die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Harry Kupfer oder Katharina Thalbach führte ihn später an die großen Festivals sowie Schauspiel- und Opernbühnen. Weill: Die Dreigroschenoper Theater Dessau. Markus L. Frank (Leitung), Ezio Toffolutti (Regie & Ausstattung). Weitere Termine: 10. & 17.3., 8., 13. & 28.4., 1.6.

Sa. 10.3., 19:30 Uhr Theater Freiburg Peter Eötvös komponierte seine 2004 in Paris uraufgeführte Oper in avancierter Broadway-Ästhetik nach Tony Kushners gleichnamigem Drama. Kiel

GÖTTERDÄMMERUNG Sa. 10.3., 17:00 Uhr Theater Kiel Das Hausherren-Duo schließt Wagners Tetralogie ­gemeinsam ab: Intendant Daniel Karasek inszeniert, GMD Georg Fritzsch dirigiert. Halle

SWEENEY TODD

BADEN BEI WIEN DO. 22.3.2018

Oper Auch szenisch führt die Rekonstruktion alter

So. 11.3., 18:00 Uhr Bühnen Halle Stephen Sondheims Broadway-Sensation: „Mensch frisst Mensch“ heißt es im Text der grotesken Sozialsatire im ­Musical-Gewand.

Aufführungspraktiken zu erhellenden Lösungen

München

Haydn historisch

I

n musikalischer Hinsicht gehört die historische Aufführungspraxis barocker Werke längst zum guten Ton. Aber lohnt der Gang zu den Müttern und Vätern Alter Musik auch in szenischer Hinsicht? Durch das Studium stilisierter barocker Gesten? Die Rekonstruktion ursprünglicher Bühnenmalereien und Beleuchtungseffekte? Für Haydns 1779 im Marionettentheater von Schloss Esterházy uraufgeJoseph Haydn: L’Isola disabitata Teatro Barocco. Christoph U. Meier (Leitung), Bernd R. Bienert (Regie) Weitere Termine: 24., 25. & 31.3., 1. & 2.4.

führtes Meisterwerk kommt Regisseur und Ausstatter Bernd R. Bienert im historischen Theatersaal der einstigen Sommerresidenz der Habsburger in Baden bei Wien den originalen Bildwelten so nah wie irgend möglich.

LES VÊPRES ­SICILIENNES So. 11.3., 18:00 Uhr Bayerische Staatsoper Als Hausregisseur am Hamburger Thalia Theater setzte Antú Romero Nunes den Don Giovanni mit Schauspielern in Szene: In München arbeitet er nun mit Sänger-Weltstars. Augsburg

LA FORZA DEL DESTINO Sa. 24.3., 19:30 Uhr Theater Augsburg Er will es mit Verdi wissen: André Bücker, neuer ­Intendant im Schwabenland.

Bildwelten wie zu Zeiten Haydns: Szene aus L’Isola disabitata

Weitere Tipps, Termine, Tickets und mehr: www.concerti.de

Die Rezension zum Tipp: Über alle Premieren mit diesem Zeichen berichten wir tagesaktuell. Sie finden diese und weitere Kritiken online: www.concerti.de/oper März 2018 concerti   21


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tipps & termine Das Musikleben in Hessen im März

Foto: Yann Orhan/Sony Classical

Lucas Debargue kommt für ein Recital in die Alte Oper Frankfurt. Mehr dazu auf Seite 4

2_Porträt Gemeinsam gewachsen Wenige Vokalensembles von internationalem Rang sind so

eng mit ihrem Leiter verbunden wie das Collegium Vocale Gent mit seinem Gründer ­Philippe Herreweghe 4_Regionale Tipps Die wichtigsten Termine im März, ausgewählt von der ­concerti-Redaktion 9_Klassikprogramm concerti 03.18 Hessen 1


PORTRÄT

Gemeinsam gewachsen Wenige Vokalensembles von internationalem Rang sind so eng mit ihrem Leiter verbunden wie das Collegium Vocale Gent mit seinem Gründer Philippe Herreweghe. Von Katharina von Glasenapp

D

as belgische Collegium Vocale Gent und der ­Dirigent Philippe Herre­ weghe bilden und bildeten von Anbeginn eine Einheit und stehen gleichermaßen für klangliche wie stilistische Viel­ falt und Qualität. Sie gehören zusammen wie vielleicht sonst noch William Christie und Les Arts Florissants in Frankreich oder Ton Koopman und seine Sänger und Musiker von Ams­ terdam Baroque. Alle sind Pi­ oniere, die in der so lebendigen Szene für historische Auffüh­ rungspraxis etwas aufgebaut und sich dabei ständig weiter­ entwickelt haben. 1970 hat Herreweghe seinen Chor ge­ gründet, die Musik hatte sich 2 Hessen concerti 03.18

im Leben des studierten Medi­ ziners und Psychiaters immer mehr in den Vordergrund ge­ drängt. Statt in die Tiefen der menschlichen Seele dringt der Dirigent mit der charakteristi­ schen runden Brille, der stets ohne Stab und ohne Podium im Kreise seiner Sänger und Musiker agiert, in die Geheim­ nisse der Partituren, der baro­ cken und klassischen Rhetorik und des warmen romantischen Klangs vor. Vom Studentenchor zum international gefeierten Vokalensemble

Hatte sich das Collegium Voca­ le Gent, ursprünglich eine Gruppe von Studenten der

Universität Gent, in den ersten Jahren mit der Musik der Re­ naissance und des Barock mit dem Zentrum Johann Sebasti­ an Bach auseinandergesetzt – Gustav Leonhardt und Niko­ laus Harnoncourt luden den Chor schon früh zu den Ge­ samtaufnahmen aller Bachkan­ taten –, so hat sich das Reper­ toire über die Jahre umfassend erweitert. Aus dem Studenten­ chor wurde ein professioneller Kammerchor, für die Oratorien und Requien der Romantik wird die Besetzung erweitert: Vom Solistenensemble etwa in den Madrigalen Monteverdis bis zum großen Klangkörper bei Dvorˇák oder Brahms ist die Größe des jeweiligen Ensemb­

Foto: Michiel Hendrickx

Die ständige KammerchorBesetzung des Collegium Vocale Gent


Neue Hörerfahrungen auch für Kenner

Bei aller Entdeckerfreude und stilistischen Vielseitigkeit, die das Collegium Vocale Gent über

die Jahre bewiesen hat, ist und bleibt aber doch das Gesamt­ werk von Johann Sebastian Bach im Zentrum. Im Dezem­ ber musizierten sie die h-MollMesse gemeinsam mit dem Royal Concertgebouw Orches­ tra Amsterdam, im Februar stand in der Semperoper mit der Staatskapelle Dresden die Johannes-Passion in der unbe­ kannteren Fassung aus dem Jahr 1725 auf dem Programm. So konnten auch Kenner des Werks neue Hörerfahrungen machen. In Frankfurt wiederum führen Philippe Herreweghe, sein Col­ legium Vocale Gent und eine Reihe hochkarätiger Solisten die bekanntere Fassung von 1724 – und zeigen auch damit einmal mehr, dass die Beschäf­ tigung mit Bachs Werk immer wieder neu ist. Die Dramatik der Turba-Chöre, die Interak­ tion zwischen dem Evangelis­ ten (Maximilian Schmitt), Christus (Krešimir Stražanac), Pilatus und Judas, die Arien und nicht zuletzt die Choräle bringen das Passionsgesche­ hen auf eindrücklichste Weise nahe.

15. April 2018

Bratsche und Gesang Und ein Etwas strahlt aus Ihnen Christiane Karg (Sopran) Antoine Tamestit (Viola) Malcolm Martineau (Klavier)

7. August 2018

Variations on Bach Aurea Nadja Zwiener (Violine, Leitung) Emanuele Soavi (Idee, Choreographie) Tanzensemble & Barockensemble

Konzert-TIPP

Frankfurt Sa. 17.3., 18:00 Uhr Alte Oper Bach: Johannes-Passion BWV 245. Dorothee Mields (Sopran), Damien Guillon (Alt), Robin Tritschler (Tenor), Peter Kooij (Bass), Maximillian Schmitt (Evangelist), Krešimir Stražanac (Christus), Chor und Orchester des Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe (Leitung)

Foto: Gisela Schenker

les flexibel und den klangli­ chen Erfordernissen des Werks, der Epoche wie des Auffüh­ rungsortes angepasst. Der Klang ist stets warm, wohlab­ gerundet, schlank und beweg­ lich bei großer Textdeutlichkeit, eine Freude für alle Freunde der Chormusik! Längst werden die Chormitglie­ der bei anspruchsvollen Vor­ singen ausgewählt, viele junge Solisten wie Dorothee Mields, Ulrike Hofbauer oder HansJörg Mammel haben ihre Lauf­ bahn in Herreweghes Ensem­ ble begonnen oder werden von ihm als Solisten engagiert. Zum Collegium Vocale Gent hat ­Herreweghe auch verschiedene Originalklangensembles wie die Chapelle Royale oder das Orchestre des Champs Elysées aufgebaut. Dazu wird der Chor immer wieder von anderen Dirigenten und Orchestern zu Konzerten und Festivals ein­ geladen, um die großen Chor­ werke zu verwirklichen. Die umfangreiche Diskografie reicht von den Madrigalen und Motetten von Claudio Monte­ verdi, Carlo Gesualdo oder Or­ lando di Lasso über die Orato­ rien, Messen und Kantaten der Bachfamilie bis hin zu den großen Werken der Romantik und des 20. Jahrhunderts. Im vergangenen Jahr ließen die Einspielungen von Igor Stra­ winskys zwölftönigen Threni und seines Requiem Canticles unter Herreweghe sowie Janá cˇ eks Ríkadla unter der Leitung von Reinbert de Leuw aufhorchen.

CD-Tipp

Bach: Kantaten BWV 101, 103 & 115 Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe (Ltg). Phi

Karten & Informationen: T 09852 904 44 www.kunstklangfeuchtwangen.de concerti 03.18 Hessen 3


Tipps & Termine

Dieser Pianist tauchte auf wie aus dem Nichts Frankfurt Lucas Debargue verbindet Schuberts zarte Poesie und

abgründige Dramatik mit Szymanowskis expressivem Schwung

E

rst kürzlich ist der Pianist Lucas Debargue mit einem Echo-Klassikpreis geehrt worden. Um international bekannt zu werden, musste er allerdings keinen Hauptpreis gewinnen. Beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau belegte der Franzose im Jahr 2015 den vierten Platz, durfte zum Schluss aber beim Galakonzert der Preisträger antreten. Die Musikkritik reagierte begeistert auf sein virtuoses, energiegeladenes Spiel. Von Anfang an verlief Debargues Pianistenlaufbahn recht unkonventionell. Erst mit elf entdeck-

4 Hessen concerti 03.18

te er das Klavierspiel. Dann folgten Jahre, in denen er das Instrument gar nicht mehr anrührte und lieber Literatur studierte. Erst vier Jahre vor dem Moskauer Wettbewerb begann er mit intensiven Vorbereitungen bei der russischen Klavierprofessorin Rena Shereshevskaya. Seit seinem Durchbruch sorgt er immer wieder für Überraschungen. Neben Chopin, Ravel, Liszt oder Schumann steht bei ihm etwa der selten gespielte russische Komponist Nikolai Medtner auf dem Programm. Debargue hat den Anspruch, sein Repertoire vollends zu

durchdringen. Das Ergebnis müsse ganz simpel sein, eine Art Lebenshauch, meint er. Bei seinem Recital in der Alten Oper spielt er Schuberts Sonaten A-Dur D 664 und a-moll D 784 sowie die Sonate Nr. 2 A-Dur op. 21 von Karol Szymanowski. Das Stück des polnischen Komponisten bezeichnete er einmal als genial und gleichzeitig monströs für einen Pianisten. Corina Kolbe Sa. 24.3., 20:00 Uhr Alte Oper (Mozart Saal) Lucas Debargue (Klavier). Schubert: Sonaten a-Moll D 784 & A-Dur D 664, Szymanowski: Sonate Nr. 2 A-Dur

Fotos: Yann Orhan/Sony Classical, N. Klinger

Brachte sich das Klavierspiel selbst bei: Beim Konzert wie auf seiner aktuellen CD kombiniert Lucas Debargue die beiden frühen Schubert-Sonaten A-Dur D 664 und a-Moll D 784 mit Szymanowskis Sonate von 1910


Earth Garden Festival Isle of MTV Malta Lässt als Rakewell die Korken knallen: Daniel Jenz

Der Teufel sitzt am längeren Hebel Kassel Strawinskys The Rake’s

Progress führt in die tabufreie Zone

Jazz Festival

W

er sich in die großen Städte begibt, wird darin umkommen, das zeigte schon der englische Maler und Karikaturist William Hogarth (1697–1764). In seiner Bilderserie The Rake’s Progress schildert er in zeitkritischen Darstellungen das Londoner Sittenleben Mitte des 18. Jahrhunderts. Als Igor Strawinsky sie 1947 in einer Ausstellung sah, war er sofort von der Theatralität dieser Kupferstiche begeistert. So nahm er sie denn als Anregung für seine einzige abendfüllende Oper und gab ihr den gleichen Titel. The Rake’s Progress wurde, allerdings mit durchwachsendem Erfolg, 1951 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt. Geschildert wird darin das Leben des jungen Tom Rakewell, der in der englischen Provinz aufwächst und dank einer Erbschaft nach London gehen kann. Trotz seiner Geliebten Anne Trulove, die ihm treu und wahr zugetan ist, wird Tom dort zum tabufreien Wüstling. Als Führer in ausgedehnten Trieblandschaften, die der urbane Sündenpfuhl bereit hält, dient ihm ein kompetenter Fremder, hinter dem sich natürlich der Teufel verbirgt. Und der sitzt diesmal eindeutig am längeren Irene Bazinger Hebel … Sa. 24.3., 19:30 Uhr (Premiere) Staatstheater Strawinsky: The Rake‘s Progress. Alexander Hannemann (Leitung), Paul Esterhazy (Regie). Weitere Termine: 31.3., 6., 15., 18. & 27.4., 5., 11., 20., 24. & 30.5., 7.6.

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Tipps & Termine

Die Messlatte liegt hoch Fulda Das Londoner Busch Trio wandelt auf den

Spuren seines Namensgebers

D

er Kammermusikmarkt boomt. Ganz vorne mit dabei: das britische Busch Trio, das sich in den fast sechs Jahren seines Bestehens ein beachtliches Renommee erspielt hat. Die Messlatte lag von Beginn an hoch, waren die drei jungen Musiker doch derart selbstbewusst, ihr in London gegründetes Trio nach der Geigenlegende Adolf Busch zu benennen. Da Mathieu van Bellen und die Brüder Ori und Omri Epstein jedoch – wie einst ihr Namensgeber – leidenschaftliche Kammermusiker sind, standen die Vorzeichen

ihres Erfolges nicht schlecht. Zumal van Bellen, der Violinist des Ensembles, heute auf Buschs berühmter GuadagniniGeige von 1783 spielt. Bereits vor der Triogründung waren van Bellen und die EpsteinBrüder, die im Übrigen alle an europäischen Spitzenkonservatorien studiert haben, bei diversen Solowettbewerben erfolgreich. Heute liest sich die Liste der Konzerthäuser an denen das Busch-Trio bisher konzertierte, wie das Who’s who der europäischen Bühnen – ihrem Namensgeber auf der Johann Buddecke Spur!

Im Koffer Schubert, Bridge und Smetana: das Busch Trio Di. 6.3., 20:00 Uhr Schlosstheater (Fürstensaal) Busch Trio Smetana: Trio op. 15 Bridge: Fantasie c-Moll Schubert: Trio B-Dur

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Diva, willst du ewig leben? Darmstadt Eine Sängerin sucht das Jugendelixier in Janáčeks Opernkrimi Die Sache Makropulos

O

pern von Leoš Janácˇek haben es schwer auf deutschen Opernbühnen. Zu sehr sind Janácˇeks Vertonungen aufs Tschechische zugeschnitten, was Übersetzungen schwierig macht. Und auch Janácˇeks verwendete Sujets sind nicht immer typische Opernstoffe. Doch es geht auch ohne das große Liebesduett. Das fehlt auch in der Sache Makropulos von 1926, einer skurrilen Geschichte um eine Operndiva, die durch ein Elixier seit 300 Jahren lebt und dabei verschiedene Identitäten annimmt. Janácˇek, der das Li-

bretto selbst schrieb, machte aus der Komödienvorlage einen Krimi, in dem man sich um eine Erbschaft streitet. Doch wichtiger als das passende Testament erscheint eine griechische Handschrift, die titelgebende „Sache Makropulos“, hinter der sich das Rezept des Elixiers verbirgt. Aber ist es wirklich wünschenswert, weiterzuleben, während alle um einen herum älter werden und schließlich auch die eigenen Kinder sterben? In Darmstadt nimmt sich Regisseurin EvaMaria Höckmayr dieser Frage Nicolas Furchert an.

Inszenierte in Darmstadt zuletzt Tosca: Eva-Maria Höckmayr Sa. 10.3., 19:30 Uhr (Premiere) Staatstheater Janáček: Die Sache Makropulos. Will Humburg (Leitung), Eva-Maria Höckmayr (Regie). Weitere Termine: 16., 22. & 29.3., 13. & 27.4., 10.5.

Musik – ein Fest, das ganze Jahr! Egal ob Barock oder Elektronik, Klassik oder Jazz, Kammerkonzert oder Chorgesang, Oper oder Fusion-Live-Acts – für jeden Geschmack ist etwas dabei, denn in Sachsen-Anhalt schlagen viele musikalische Herzen. Die MUSIKFESTE SACHSEN-ANHALT bieten das Besondere – lassen Sie sich begeistern! www.musikfeste-sachsen-anhalt.de www.sachsen-anhalt-tourismus.de

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Tipps & Termine

Frankfurt Der Cäcilienchor feiert 200-jähriges

Jubiläum mit Bachs Matthäus-Passion

Von Schütz und Monteverdi bis zu Paul McCartneys Liverpool Oratorio – der Cäcilienchor Frankfurt ist breit aufgestellt

E

r muss ein hervorragender Mozart-Tenor gewesen sein, dieser Johann Nepomuk Schelble. Er sang an diversen Hofopern, für zwei Jahre auch am Frankfurter Opernhaus, aber das „irrenhäusige Theater“ war nicht seine Welt. Dazu kam eine „hartnäckige Heiserkeit“, jedes Sängers Tod. Doch Frankfurt war im 19. Jahrhundert die Stadt des aktiven Bürgertums, und Schelble hatte bereits vor seinem Bühnenabschied etwas Eigenes auf die Beine gestellt: Er hatte am 24. Juli 1818 Sän-

8 Hessen concerti 03.18

gerinnen und Sänger in sein Wohnzimmer eingeladen, um einen Chor zu gründen. Aus dieser kulturellen Bürgerinitiative entstand der Frankfurter Cäcilienchor, einer der großen Oratorienchöre der Stadt. Er feiert in diesem Jahr sein 200-Jahre-Jubiläum – wobei für den Chor die Zeit rückwärts zu laufen scheint. So jedenfalls sieht es Christian Kabitz, der Chorleiter seit 1988: „Ich erlebe ihn heute, dreißig Jahre später, ungleich jünger und erfahrungshungriger“. Was das Geheimnis dieses Chores sei?

„Dass im Cäcilienchor über unendlich viele Jahre die gleiche Sehnsucht lebendig geblieben ist bei der gemeinsamen Suche, wie Musik zu einer Flamme werden kann. Das Lernen der Töne ist Handwerk, aber aus diesen Tönen Funken zu schlagen und als Feuer an den Hörer weiterzugeben – das ist gelebte und lebendige Tradition.“ Das mit dem Feuer sagt man dem Frankfurter Traditionschor ja schon lange nach, quasi schon von Anfang an. „Die Leute singen mit soviel Feuer und so zusammen, dass es eine Freude ist“, lobte Felix Mendelssohn die Leistung der Cäcilien-Sänger, als er mit ihnen sein für sie komponiertes Oratorium Paulus uraufführte. Mendelssohn war es auch, der einen Wettlauf mit Schelble gewann. Beide wollten sie 1829 Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion zur ersten Wiederaufführung seit der BachZeit bringen, ein epochemachender Schritt für eine BachRenaissance, wie man heute weiß. Mendelssohns Berliner Aufführung schrieb Geschichte, die des Cäcilienchors hatte sich wegen widriger Umstände um zwei Monate verzögert. Doch blieb die Matthäus-Passion das Werk, das der Chor bis heute am häufigsten aufgeführt hat. Und so wird sie auch jetzt beim Jubiläumskonzert erklingen, mit 189 Jahren Passions- und 200 Jahren Chorerfahrung im Rücken. Stefan Schickhaus  Sa. 10.3., 18:00 Uhr St. Albert Bach: Matthäus-Passion. H. Zumsande, I. Jäger, J. Dürmüller, D. Pichlmaier u. a. Frankfurter Domsingschule, Cäcilienchor Frankfurt, Wrocław Baroque Orchestra, Christian Kabitz (Leitung)

Foto: Alexandra Vosding

Damit die Musik zur Flamme werden kann


Programm Das Klassikprogramm für Hessen im März

19:30 Staatstheater Verdi: Otello

Frankfurt

2.3. Freitag

19:30 Bockenheimer Depot Haddad: A Wintery Spring & Zelenka: Il Serpente di bronzo. Franck Ollu (Leitung), Corinna Tetzel (Regie)

Darmstadt

19:30 Opernhaus Verdi: Rigoletto. Simione Di Felice (Leitung), Hendrik Müller (Regie)

Frankfurt

20:00 Alte Oper Frank Peter Zimmermann (Violine), hr-Sinfonieorchester, Andrés Orozco-Estrada (Leitung). Hindemith: Kammermusik Nr. 4, Schumann: Violinfantasie C-Dur, Brahms: Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90, Blacher: Paganini-Variationen op. 26 22:00 Bockenheimer Depot Oper im Dialog. A Wintery Spring Fulda

20:00 Schlosstheater vision string quartet

19:30 Staatstheater Verdi: Simon Boccanegra. Will Humburg (Leitung) 18:00 Opernhaus Meyerbeer: L’Africaine – Vasco da Gama. Antonello Manacorda (Leitung) 19:00 Unitarische Freie Religionsgemeinde K.d.ö.R. Nadejda Vlaeva (Klavier). Beethoven: 32 Variationen c-Moll WoO 80, Volkmann: Fantasia op. 25a, Schubert: Fantasie C-Dur op. 15, Rameau/Godowsky: Sarabande E-Dur, Menuet a-Moll, Elegie e-Moll & Tambourin e-Moll, Liszt: Réminiscences de Don Juan 19:30 Dr. Hoch’s Konservatorium Semesterabschlusskonzert. Studierende des Konservatoriums

Kassel

19:30 Opernhaus Pop in Concert – Back to the 80s. Rasmus Baumann (Leitung), Insa Pijanka (Moderation)

19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) IEMA Prüfungskonzert. Studierende der Internationalen Ensemble Modern Akademie

20:00 Alte Oper Frank Peter Zimmermann (Violine), hr-Sinfonieorchester, Andrés Orozco-Estrada (Leitung). Werke von Hindemith, Schumann, Brahms & Blacher 20:00 Alte Oper (Mozart-Saal) Krach im Hause Mozart. Ekaterina Kitáeva (Klavier), Walter Renneisen & Mathias Renneisen (Rezitation). Werke von L. & W. A. Mozart Kassel

19:30 Opernhaus Bernstein: West Side Story. Alexander Hannemann (Leitung), Philipp Rosendahl (Regie) Oberursel

20:00 Stadthalle Chopiniade. Poitr Koscik (Klavier). Werke von Laks, Mozart & Chopin Wiesbaden

19:30 Staatstheater Lloyd Webber: Jesus Christ Superstar

3.3. Samstag Frankfurt

15:00 Oper (Holzfoyer) Orchester hautnah. Rossini und La Cenerentola

FR

N

A

Johann Sebastian Bach Matthäus-Passion

20 J A H R0 C ÄCI E L CH O I E N R

1818

www.caecilienchor.de

Samstag, 10. März 2018 | 18 Uhr St. Albert (Dornbusch), Frankfurt am Main

KF

18

Wiesbaden

1.3. Donnerstag

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I AM MA

N

20

Hanna Zumsande, Sopran | Inga Jäger, Alt | Jörg Dürrmüller, Tenor David Pichlmaier, Bariton | Samuel Hasselhorn, Bariton Wroclaw Baroque Orchestra | Frankfurter Domsingschule Cäcilienchor Frankfurt | Leitung: Christian Kabitz Karten unter Tel. 069-1340 400 oder www.frankfurt-ticket.de

Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de

concerti 03.18 Hessen 9


Klassikprogramm

19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) IEMA Prüfungskonzert 19:30 Papageno Musiktheater Offenbach: Hoffmanns Erzählungen 20:00 Alte Oper Renaud Capuçon (Violine), Camerata Salzburg, Gregory Ahss (Leitung). Mozart: Violinkonzerte Nr. 2 D-Dur, Nr. 3 G-Dur & Nr. 5 A-Dur, Satie: Trois Gymnopédies Fulda

20:00 Schlosstheater Offenbach: Die Großherzogin von Gerolstein GieSSen

19:30 Stadttheater Verdi: La forza del destino (Premiere konzertant). Philharmonisches Orchester Gießen, Michael Hofstetter (Leitung) 20:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Lingnau/Gundlach/Jeske: Das Orangenmädchen Kassel

19:30 Opernhaus Bernstein: West Side Story Wiesbaden

19:30 Staatstheater Mozart: Così fan tutte. Konrad Junghänel (Leitung)

4.3. Sonntag Alsfeld

17:00 Albert-Schweitzer-Schule Sebastian Wittiber (Flöte), José Luís García Vegara (Oboe), Ulrich Horn (Violoncello), Flóra Fábri (Cembalo). Couperin: La françoise aus „Les nations“ & Tabescere me fecit, Telemann: Flötenkonzert G-Dur TWV 51:G2, W. F. Bach: Duo d-Moll, J. S. Bach: Triosonate g-Moll BWV 1029

17:00 Alte Oper (Mozart-Saal) Annettes Daschsalon. Annette Dasch (Sopran & Moderation), Louise Adler (Sopran), Matthias Schorn (Klarinette), Katrin Dasch & Ulrich Naudé (Klavier), Claude de Demo (Schauspiel) 19:30 Bockenheimer Depot Haddad: A Wintery Spring & Zelenka: Il Serpente di Bronzo 20:00 Alte Oper Piotr Anderszewski (Klavier), London Symphony Orchestra, Sir John Eliot Gardiner (Leitung) Weitere Infos siehe Tipp GieSSen

11:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Fünfeck: BABbEL. Martin Spahr (Leitung), Oliver Pauli (Regie) 20:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Offenbach: Häuptling Abendwind Kassel

20:00 Königs-Galerie Classic Night. Staatsorchester Kassel, Anja Bihlmaier (Leitung), Insa Pijanka (Moderation) Lauterbach

17:00 Ev. Gemeindehaus Bach: Matthäus-Passion. Lauterbacher Kantorei, Barock-Orchester Harmonie Universelle, Claudia Regel (Leitung)

14:00 Treffpunkt Opernforte Familienworkshop. La Cenerentola 15:30 Opernhaus Verdi: Rigoletto. Simione Di Felice (Leitung), Hendrik Müller (Regie) 10 Hessen concerti 03.18

Fulda

20:00 Schlosstheater Liebesperlen – Musikalische Revue der 50er, 60er & 70er Jahre Kassel

19:30 Staatstheater (Opernfoyer) Kammermusikabend. Mozart: Klarinettenquintett A-Dur KV 581, Beethoven: Septett Es-Dur op. 20

6.3. Dienstag Bad Homurg

20:00 Kurtheater Gina Gaul (Querflöte, Lukas Rommelspacher (Klavier) Frankfurt

17:00 Ernst-Leitz-Saal Ludwig van Beethoven – Sein Leben, seine Musik. Lutz Görner (Rezitation), Nadia Singer (Klavier) Wiesbaden

Fulda

16:00 Staatstheater Verdi: Otello. Daniela Musca (Leitung)

20:00 Stadtschloss (Fürstensaal) Busch Trio. Smetana: Trio op. 15, Bridge: Fantasie c-Moll, Schubert: Trio B-Dur

Wetzlar

Tipp

Rüsselsheim

20:00 Theater Kana Ohashi (Violine), Schlesische Philharmonie, Miroslaw Jacek Blaszczyk (Leitung). Werke von Schubert, Mendelssohn & Mozart

16:00 Staatstheater J. Strauss: Die Fledermaus 11:00 Oper (Holzfoyer) Dimiter Ivanov & Almut Frenzel-Riehl (Violine), Martin Lauer (Viola), Roland Horn (Violoncello), Ekaterina Kitaeva (Klavier). Rossini: Duetto D-Dur, Une larme & Sonate Nr. 1 G-Dur, Weinberg: Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 66, Chopin: Grand Duo Concertant sur des themes de Robert le Diable E-Dur B.70

19:00 Oper (Holzfoyer) Vorlesungsreihe. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx 19:30 Bockenheimer Depot Haddad: A Wintery Spring & Zelenka: Il Serpente di Bronzo 19:30 Holzhausenschlösschen Emil Mangelsdorff-Quartett

19:00 KunstKulturKirche Allerheiligen shortcuts – Experiment und Begegnung. Mosaik Trio 19:30 Dr. Hoch’s Konservatorium Benefizkonzert. Barbara Kummer (Violine), Tomohiro Arita (Viola), Ulrike Rüben (Violoncello), Karen Tanaka (Klavier)

Darmstadt

Frankfurt

5.3. Montag Frankfurt

7.3. Mittwoch 4.3. sonntag

20:00 Alte Oper Frankfurt Piotr Anderszewski (Klavier), London Symphony Orchestra, Sir John Eliot Gardiner (Leitung). Schumann: Ouvertüre zu „Genoveva“ & Sinfonie Nr. 2 C-Dur, Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15  Immer schwerer war es ihm gefallen, sich Spontaneität und Lust am Auftritt zu bewahren – da zog Piotr Anderszewski 2011 die Notbremse und nahm eine längere Auszeit.

Frankfurt

19:30 Holzhausenschlösschen Eliot Quartett. Haydn: Streichquartett Nr. 2 h-Moll, Adès: The four quarters, Beethoven: Streichquartett Nr. 15 a-Moll 20:00 Alte Oper Die Prinzen & Orchester der Musikalischen Komödie Oper Leipzig Limburg

20:00 Stadthalle Guido Heinke & Christoph Soldan (Klavier), Die Schlesischen Kammersolisten. Werke von Mozart, Schmidinger & Chopin

Foto: Simon Fowler/Warner Classics

19:00 Opernhaus Weinberg: Die Passagierin. Leo Hussain (Leitung)


8.3. Donnerstag Frankfurt

19:30 Dr. Hoch’s Konservatorium Kammerorchester Frankfurter Solisten, Vladislav Brunner (Leitung). Werke von C. Schumann, Bayreut u. a. 19:30 Opernhaus Verdi: Rigoletto 20:00 Alte Oper Salut Salon: Liebe 20:00 hr-Sendesaal Tianwa Yang (Violine), hr-Sinfonieorchester, Alondra de la Parra (Leitung). Chávez: Sinfonie Nr. 2 „Sinfonía india“, Lalo: Symphonie espagnole, Revueltas: La noche de los mayas Fulda

20:00 Schlosstheater Sheik/Sater: Frühlings Erwachen. Andreas Unsicker (Leitung), Craig Simmons (Regie) GieSSen

19:30 Stadttheater Kondschak: Rio Reiser – König von Deutschland Kassel

19:30 Opernhaus Janáček: Jenůfa 19:30 Schauspielhaus Hörstück: Die Abenteuer des Don Quichote. lautten compagney Berlin, Mechthild Großmann (Lesung)

Wiesbaden

GieSSen

19:30 Staatstheater Händel: Jephtha

20:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Auftaucher. Henrietta Horn (Choreografie)

9.3. Freitag Bad Homurg

20:00 Kurtheater Tage der Chorund Orchester-Musik: Auftaktkonzert. Chor & Orchester der Hölderlinschule, Jugendsinfonieorchester des Hochtaunuskreises, Voice Affair Frankfurt

19:00 Opernhaus Weinberg: Die Passagierin. Leo Hussain (Leitung) 20:00 Alte Oper (Mozart-Saal) Eva Böcker (Violoncello), Ensemble Modern, HK Gruber (Leitung). Deutsch: Mad Dog (DEA), HK Gruber: Cellokonzert & Zeitfluren 20:00 hr-Sendesaal Tianwa Yang (Violine), hr-Sinfonieorchester, Alondra de la Parra (Leitung). Chávez: Sinfonie Nr. 2 „Sinfonía india“, Lalo: Symphonie espagnole, Revueltas: La noche de los mayas Fulda

19:30 Stadtschloss (Marmorsaal) Fuldaer Gitarrenfrühling. Alvaro Pierri (Gitarre)

Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de

Kassel

19:30 Opernhaus Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor. Anja Bihlmaier (Leitung), Sonja Trebes (Regie) Wiesbaden

19:30 Staatstheater Mozart: Così fan tutte. Konrad Junghänel (Leitung)

10.3. Samstag Darmstadt

19:30 Staatstheater Janáček: Die Sache Makropulos (Premiere). Will Humburg (Leitung), Eva-Maria Höckmayr (Regie) Frankfurt

14:00 Treffpunkt Opernforte Opernworkshop. L’Africaine 18:00 St. Albert Bach: MatthäusPassion. Hanna Zumsande (Sopran), Inga Jäger (Alt), Jörg Dürmüller (Tenor), David Pichlmaier & Samuel Hasselhorn (Bariton), Wrocław Baroque Orchestra, Frankfurter Domsingschule, Cäcilienchor Frankfurt, Christian Kabitz (Leitung) concerti 03.18 Hessen 11


Klassikprogramm

Tipp

19:30 Stadttheater Verdi: La forza del destino (konzertant). Philharmonisches Orchester Gießen, Michael Hofstetter (Leitung) Weitere Infos siehe Tipp

19:30 Papageno Musiktheater Offenbach: Hoffmanns Erzählungen Fulda

20:00 Stadtschloss (Fürstensaal) Fuldaer Gitarrenfrühling. Siegbert Remberger (Gitarre), Katarzyna Myćka (Marimba), Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau, Johannes Moesus (Leitung). Villa Lobos: Gitarrenkonzert, Rosauro: Marimbakonzert, Boccherini: Streichquintett C-Dur „La musica notturna delle strade di Madrid“, Albéniz/Köster: Cantos de España op. 232 GieSSen

20:00 Stadttheater Tianwa Yang (Violine), hr-Sinfonieorchester, Alon­ dra de la Parra (Leitung). Chávez: Sinfonie Nr. 2 „Sinfonía india“, Lalo: Symphonie espagnole, Revueltas: La noche de los mayas Kassel

19:30 Opernhaus Janáček: Jenůfa. Francesco Angelico (Leitung), Markus Dietz (Regie) 19:30 Schauspielhaus eternal prisoner. Johannes Wieland (Choreografie), Tanzensemble des Staatstheaters Kassel Wetzlar

20:00 Stadthalle Goldmund Quartett. Werke von Haydn, Schostakowitsch & Beethoven Wiesbaden

19:30 Staatstheater Lloyd Webber: Jesus Christ Superstar. Christoph Stiller (Leitung), Iris Limbarth (Regie)

11.3. Sonntag Darmstadt

11:00 & 18:00 Staatstheater Magic of Movie XI. Philharmonie Merck, Ben Palmer (Leitung), Juri Tetzlaff (Moderation). Musik aus Star Wars, Star Trek, Jurassic World, Gladiator, Harry Potter u. a. Eltville-Hattenheim

Kassel

18:00 Opernhaus Bernstein: West Side Story 11.3. sonntag

19:30 Stadttheater Gießen Verdi: La forza del destino (konzertant). Philharmonisches Orchester Gießen, Michael Hofstetter (Leitung)  Entdecker-Gen: Der Gießener Generalmusikdirektor Michael Hofstetter ist Spezialist für historisch informierte Aufführungen und überrascht sein Publikum immer wieder mit Wiederaufführungen vergessener und verschollener Bühnenwerke. 18:00 Heiliggeistkirche Regerchor Braunschweig, Olaf Joksch (Orgel), Karl Rathgeber (Leitung). Bach: Doppelchörige Motetten & Orgelwerke 18:00 hr-Sendesaal hr-Brass. Wagner: Elsas Prozession zum Münster aus „Lohengrin“, Lins: Neues Werk (UA), Sibelius: Finlandia, Elgar: Enigma-Variationen 19:00 Alte Oper Robin Johannsen (Sopran), B’Rock, René Jacobs (Leitung). Schubert: Sinfonien Nr. 1 D-Dur D 82 & Nr. 6 C-Dur D 589, Mozart: Ah se in ciel, benigne stelle KV 538, Rezitativ, Arie & Cavatine KV 272, Rezitativ & Arie KV 369 & Se il padre perdei aus „Idomeneo“ KV 366 19:30 Festeburgkirche Kateryna Kasper (Sopran), Trio Vivente. Schostakowitsch: Klaviertrio Nr. 1 c-Moll op. 8, Romanzen-Suite & Klaviertrio op. 127, Weinberg: Jüdische Lieder op. 13, Kinderlieder nach Gedichten von Itzhok Lejb Perez & Klaviertrio op. 24 20:00 Alte Oper (Mozart-Saal) Mitsuko Uchida (Klavier). Schubert: Klaviersonaten c-Moll D 958, A-Dur D 664 op. posth. 120 & Klaviersonate G-Dur D 894 op. 78

17:00 Kunstkeller des Weingutes Georg Müller Stiftung Der Hattenheimer Geigerkönig Wilhelm. Clara Holzapfel (Violine), Yuliya Lonskaya (Gitarre & Gesang)

Friedrichsdorf

Frankfurt

Fulda

15:30 Opernhaus Meyerbeer: L’Africaine – Vasco da Gama. Antonello Manacorda (Leitung)

11:30 Stadtschloss (Marmorsaal) Fuldaer Gitarrenfrühling. Petteri Sariola (Pop Guitar)

12 Hessen concerti 03.18

GieSSen

18:00 Altes Rathaus Burgholzhausen Konzertreihe „miniature“. Studierende der Musikhochschule

Seligenstadt

15:00 Einhardbasilika Gabriel: Engelsturm. Trompetenensemble Frank Düppenbecker, Martin Klusmann (Pauken), Thomas Gabriel (Orgel), Christian Müth (Glockensteuerung) Weilburg

17:00 Schlosskirche Mechthild Bach (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Hans Jörg Mammel (Tenor), Markus Matheis (Bass), Leonhard Bartussek (Violoncello), Kantorei der Schlosskirche Weilburg, Capella Weilburgensis, Doris Hagel (Leitung). Haydn: Harmoniemesse B-Dur Hob. XXII:14 & Cellokonzert C-Dur Hob. VIIb:1 Wiesbaden

17:00 Kurhaus Eitetsu Hayashi (Taiko-Trommeln), Waseda Symphony Orchestra, Kiyotaka Teraoka (Leitung). Nicolai: Ouvertüre zu „Die lustigen Weiber von Windsor“, R. Strauss: Sinfonia domestica op. 53, Mozart: Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 „Pariser“, Ishii: Mono-Prism 19:30 Staatstheater R. Strauss: Arabella. Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)

12.3. Montag Darmstadt

19:30 Staatstheater Magic of Movie XI. Philharmonie Merck, Ben Palmer (Leitung), Juri Tetzlaff (Moderation) Frankfurt

19:00 Oper (Holzfoyer) Vorlesungsreihe. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx 20:00 Alte Oper Grüß mir den Mond. Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys

13.3. Dienstag Frankfurt

19:00 Oper (Holzfoyer) Oper to go 19:30 Alte Oper Filmkonzert. Deutsches Filmorchester Babelsberg, Helmut Imig (Leitung). Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Foto: Stuart Armitt

19:00 Opernhaus Rossini: La Cenerentola. Vlad Iftinka (Leitung), Keith Warner (Regie)


20:00 Haus der Deutschen Ensem­ ble Akademie Ensemble Modern, Stefan Goldmann (Live-Elektronik) Wiesbaden

19:30 Staatstheater Verdi: Otello. Daniela Musca (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)

14.3. Mittwoch Darmstadt

19:30 Staatstheater Requiem pour L. les ballets C de la B, Fabrizio Cassol (Leitung), Alain Platel (Regie). Musik von Mozart Frankfurt

19:00 Oper (Holzfoyer) Oper to go 20:00 Musikhochschule (Großer Saal) Konzertexamen. Lin Luo (Schlagzeug) Wiesbaden

19:30 Staatstheater R. Strauss: Arabella. Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie) 20:00 Kurhaus Alexander Malofeev (Klavier). Chopin: Sonate Nr. 2 op. 35, Tschaikowsky: Dumka c-Moll op. 59 & Die Jahreszeiten, Prokofjew: Sonate Nr. 7 op. 83, Rachmaninow: Sonate Nr. 2 op. 36

15.3. Donnerstag Frankfurt

19:00 Oper (Holzfoyer) Nature, the Gentlest Mother. Elizabeth Reiter (Sopran), Hilko Dumno (Klavier). Copland: Twelve Poems of Emily Dickinson, Poulenc: Deux Poèmes de Louis Aragon, Wolf: Mörike-Lieder

20:00 Alte Oper Daniil Trifonov (Klavier), London Philharmonic Orchestra, Vladimir Jurowski (Leitung). Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23, Prokofjew: Romeo und Julia op. 64a 20:00 hr-Sendesaal Giuliano Carmignola (Violine), hr-Sinfonieorchester, Rinaldo Alessandrini (Leitung). Vivaldi: Concerto per archi g-Moll RV 156, Violinkonzerte e-Moll RV 281 & D-Dur RV 232, Locatelli: Concerto grosso D-Dur op. 1/5, Geminiani: Concerto grosso e-Moll op. 3/3, Mendelssohn: Sinfonie Nr. 1 Oberstedten

19:30 Ev. Kirche Nina Vitol (Sopran), Johannes Marian (Klavier). Lieder von Brahms, Wolf & Berg

20:00 hr-Sendesaal Giuliano Carmignola (Violine), hr-Sinfonie­ orchester, Rinaldo Alessandrini (Leitung). Vivaldi: Concerto per archi g-Moll RV 156, Violinkonzerte e-Moll RV 281 & D-Dur RV 232, Locatelli: Concerto grosso D-Dur op. 1/5, Geminiani: Concerto grosso e-Moll op. 3/3, Mendelssohn: Sinfonie Nr. 1 22:00 Oper (Holzfoyer) Oper lieben. L’Africaine Kassel

19:30 Augustinum (Theatersaal) Eine Zeitreise. Lutz Görner (Rezita­ tion), Nadia Singer (Klavier). Werke von Weber, Berlioz, Meyerbeer, Chopin, Liszt, Gounod, Debussy & Ravel

17.3. Samstag Darmstadt

16.3. Freitag Darmstadt

19:30 Staatstheater Janáček: Die Sache Makropulos. Will Humburg (Leitung), Eva-Maria Höckmayr (Regie) Frankfurt

14:00 & 18:00 Alte Oper Schulprojekt Response: Abschlusskonzert. Eötvös: Two Poems to Polly, Aperghis: Récitations 18:00 Opernhaus Meyerbeer: L’Africaine – Vasco da Gama. Antonello Manacorda (Leitung), Tobias Kratzer (Regie) 20:00 Dom Bach: Johannes-Passion. Vocalensemble am Frankfurter Kaiserdom, Neumeyer Consort, Andreas Boltz (Leitung)

19:30 Staatstheater J. Strauss: Die Fledermaus. Nicole Claudia Weber (Regie) Frankfurt

12:30 & 17:00 Alte Oper Schulprojekt Response: Abschlusskonzert. Eötvös: Two Poems to Polly, Aperghis: Récitations 18:00 Alte Oper Bach: JohannesPassion. Dorothee Mields (Sopran), Damien Guillon (Altus), Robin Tritschler (Tenor), Peter Kooij (Bass), Maximillian Schmitt (Evangelist), Krešimir Stražanac (Christus), Chor & Orchester Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe (Leitung) 19:00 Opernhaus Rossini: La Cenerentola. Vlad Iftinka (Leitung), Keith Warner (Regie)

Samstag, 17. März 2018 │ 18 Uhr │ Alte Oper Frankfurt In Koopera�on mit der Alten Oper Frankfurt

Karten zu € 75 / € 59 / € 45 / € 29 über Frankfurt Ticket unter Telefon 069/1340-400 oder www.frankfurt-�cket.de, bei den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse 2017 FBK 07 JoPa Anz Concerti.indd 1 Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de

Johannes-Passion

Maximillian Schmi� Evangelist Krešimir Stražanac Christus Dorothee Mields Sopran Damien Guillon Alt Robin Tritschler Tenor Peter Kooij Bass Chor und Orchester des Collegium Vocale Gent Philippe Herreweghe Leitung

BWV 245

© Michiel Hendryckx

Johann Sebas�an Bach

www.frankfurter-bachkonzerte.de 22.01.2018 13:24:57 concerti 03.18 Hessen 13


Klassikprogramm

19:30 Neues Rathaus (HermannLevi-Saal) Eine Zeitreise. Lutz Görner (Rezitation), Nadia Singer (Klavier). Werke von Weber, Berlioz, Meyerbeer, Chopin, Liszt, Gounod, Debussy & Ravel

18:00 Pauluskirche Posaunenquartett OPUS 4, Bach-Chor Darmstadt, Kammerorchester Pro Musica Darmstadt, Angela Gehann-Dernbach & Jörg Richter (Leitung). Werke von Monteverdi, Gershwin u. a. Dreieich

20:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Offenbach: Häuptling Abendwind. Wolfgang Wels (Leitung), Wolfgang Hofmann (Regie)

16:00 Karth. Kirche St. Stephan Bach: Johannes-Passion. Ensemble12, Oberbayerische Barocksolisten

Kassel

11:00 Alte Oper Isang Enders (Violoncello), Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle (Leitung). R. Strauss: Don Quixote & Also sprach Zarathustra

19:30 Opernhaus Mozart: Lucio Silla. Jörg Halubek (Leitung), Jim Lucassen (Regie) Marburg

20:00 TurmCafé Carmen und Co. – Frauen in der Oper. Katja Löffler & Elisabeth Fischbach (Gesang), Tomoko Ichinose (Klavier) Wiesbaden

19:30 Staatstheater R. Strauss: Arabella. Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)

18.3. Sonntag Darmstadt

11:00 Staatstheater Kristin Lewis (Sopran), Julia Gertseva (Alt), Giuseppe Filianoti (Tenor), Georg Zeppenfeld (Bass), Opernchor des Staatstheaters Darmstadt, Chor des Musikvereins Darmstadt, Staatsorchester Darmstadt, Will Humburg (Leitung). Corghi: Cruciverba, Verdi: Messa da Requiem

Tipp

Frankfurt

11:00 Oper (Holzfoyer) Oper extra. Aus einem Totenhaus 16:00 Alte Oper (Mozart-Saal) Flötentöne. Studierende der Musikhochschule Mainz, Musik AG der Linnéschule Frankfurt, Felicitas Ziebarth & Damian Ludig (Schauspiel), Felix Koch (Leitung & Moderation) 18:00 hr-Sendesaal Georg Poplutz (Tenor), Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters, Karin Hendel (Leitung). Zender: Schuberts Winterreise Weitere Infos siehe Tipp 19:00 Opernhaus Weinberg: Die Passagierin. Leo Hussain (Leitung), Anselm Weber (Regie) GieSSen

15:00 & 18:00 Stadttheater (taTstudiobühne) Jenkins: Eloise (Premiere). Martin Gärtner (Leitung), Stephanie Kuhlmann (Regie) 19:30 Stadttheater Mozart: Don Giovanni. Michael Hofstetter (Leitung), Wolfgang Hofmann (Regie) Hanau

18.3. sonntag

18:00 hr-Sendesaal Frankfurt Georg Poplutz (Tenor), Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters, Karin Hendel (Leitung). Zender: Schuberts Winterreise  Auch die Hessen mögen den westfälischen Tenor: 2009 vergab die Felix-Mendelssohn-BartholdyStiftung Frankfurt einen Sonderpreis für Konzertgesang an Georg Poplutz.

14 Hessen concerti 03.18

16:30 Wallonisch Niederländische Kirche Boris Kottmann (Violine), Bernhard Schnieder (Oboe), Colle­ gium Instrumentale Alois Kottmann, Solo-Bläser Rhein-Main. Purcell: Chaconne, Bach: Konzert für Violine und Oboe d-Moll, Dvořák/Birtel: Violinromanze f-Moll, Barber: Adagio für Streicher, Haydn: Sinfonie f-Moll „La Passione“ Hofheim am Taunus

17:00 Thomaskirche Homilius: Markus-Passion. Nerea Elizaga (Sopran), Susanne Rohn (Alt), Sören Richter (Tenor), Samuel Kirsch & Leonhard Geiger (Bass), Thomaskantorei, Neumeyer Consort, Markus Stein (Leitung)

Kassel

16:00 Opernhaus Janáček: Jenůfa. Francesco Angelico (Leitung), Markus Dietz (Regie) Offenbach

17:00 Capitol Capitol Panorama Lounge II. Rhein-Main-Vokalisten, Neue Philharmonie Frankfurt, Steven Lloyd González (Leitung), Jens ‚Jeton’ Thorwächter (Jonglage), Fechter des Fechtclub Offenbach. Suk: Ins neue Leben, J. Strauss: Sport-Polka, Rózsa: Parade of the Charioteers aus „Ben Hur“, Satie: Sports et Divertissements, Brahms: Suite aus „Ungarische Tänze“, Vangelis: Chariots of Fire, Williams: Quidditch aus „Harry Potter“, Rodgers: Never Walk Alone Wiesbaden

17:00 Kurhaus (Christian-Zais-Saal) Alexander Bartha (Violine), Wiesbadener Sinfonieorchester. Bizet: Carmen-Suiten Nr. 1 & 2, Brahms: Violinkonzert D-Dur op. 77 19:30 Staatstheater Wagner: Der fliegende Holländer

19.3. Montag Darmstadt

20:00 Staatstheater Kristin Lewis (Sopran), Julia Gertseva (Alt), Giuseppe Filianoti (Tenor), Georg Zeppenfeld (Bass), Opernchor des Staatstheaters Darmstadt, Chor des Musikvereins Darmstadt, Staatsorchester Darmstadt, Will Humburg (Leitung). Corghi: Cruciverba, Verdi: Messa da Requiem Frankfurt

19:00 Oper (Holzfoyer) Vorlesungsreihe. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx 20:00 Alte Oper Isang Enders (Violoncello), Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle (Leitung). R. Strauss: Don Quixote & Also sprach Zarathustra Kassel

19:30 Staatstheater (Opernfoyer) Constanze Betzl (Flöte), Bernhard Betzl, Rüdiger Pawassar, Sebastian Preller & Gabriel Robles (Schlagzeug). Pawassars: Yeh Gangga (DEA), Reich: Marimbaphase, Debussy: Six Epigraphes Marburg

20:00 Erwin-Piscator-Haus Benjamin Moser (Klavier). Beethoven: Sonaten Nr. 6 F-Dur op. 10/2 & A-Dur op. 101, Schubert: Sonate G-Dur op. 78

Foto: Jochen Kratschmer

GieSSen


20.3. Dienstag

Premiere 24. 3. 2018

Darmstadt

19:30 Staatstheater Kristin Lewis (Sopran), Julia Gertseva (Alt), Giuseppe Filianoti (Tenor), Georg Zeppenfeld (Bass), Opernchor des Staatstheaters Darmstadt, Chor des Musikvereins Darmstadt, Staatsorchester Darmstadt, Will Humburg (Leitung). Corghi: Cruciverba, Verdi: Messa da Requiem

The Rake’s PRogRess OPer in drei Akten von

21.3. Mittwoch Frankfurt

musikalische Leitung: Alexander Hannemann inszenierung: Paul esterhazy

9:30 & 11:00 Oper (Holzfoyer) Aramsamsam. Der Klangwürfel 19:00 Alte Oper Junge Konzerte. hr-Sinfonieorchester, Manfred Honeck (Leitung). MacMillan: Britannia, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5 e-Moll 19:30 Haus der Deutschen Ensemble Akademie Offene Ohren. Isenburg Quartett. Konzert & Vortrag GieSSen

20:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Lingnau: Das Orangenmädchen. Wolfgang Wels (Leitung), Patrick Schimanski (Regie) Hofheim am Taunus

19:30 Thomaskirche Happy Birthday, Johann Sebastian. Neumeyer Consort, Barbara Mauch-Heinke (Barockvioline), Felix Koch (Barockvioloncello), Markus Stein (Cembalo). Werke von Bach Kassel

19:30 Schauspielhaus eternal prisoner. Johannes Wieland (Choreografie), Tanzensemble des Staatstheaters Kassel Wiesbaden

20:00 Kurhaus Wir 6. Katharina Konradi (Sopran), Silvia Hauer (Alt), Joel Scott (Tenor), Young Doo Park (Bass), Benjamin Russell (Bariton), Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Chor der Stadt Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Patrick Lange (Leitung). Bach: Kantate „Ich habe genug“ BWV 82, Messiaen: Trois petites Liturgies de la présence divine, Mozart/Beyer: Requiem d-Moll KV 626

22.3. Donnerstag Darmstadt

19:30 Staatstheater Janáček: Die Sache Makropulos. Will Humburg (Leitung), Eva-Maria Höckmayr (Regie)

igOr StrAwinSky

kartentelefon 0561.1094-222 | www.staatstheater-kassel.de 20:00 Staatstheater (Kleines Haus) Burak Ozdemir (Fagott), Musica Sequenza. Werke von Bach Frankfurt

9:30 & 11:00 Oper (Holzfoyer) Aramsamsam. Der Klangwürfel 20:00 Alte Oper Antoine Tamestit (Viola), hr-Sinfonieorchester, Manfred Honeck (Leitung). MacMillan: Britannia, Walton: Violakonzert, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64 20:00 Alte Oper (Mozart-Saal) Artemis Quartett. Mendelssohn: Streichquartett D-Dur op. 44/1, Bartók: Streichquartett Nr. 2 op. 17, Mozart: Streichquartett C-Dur KV 465 „Dissonanzen“ GieSSen

20:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Lingnau: Das Orangenmädchen. Wolfgang Wels (Leitung), Patrick Schimanski (Regie)

23.3. Freitag

Wiesbaden

19:30 Staatstheater R. Strauss: Arabella. Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)

24.3. Samstag Frankfurt

10:00 & 11:30 Oper (Holzfoyer) Aramsamsam. Der Klangwürfel 19:00 Opernhaus Weinberg: Die Passagierin. Leo Hussain (Leitung), Anselm Weber (Regie) 19:30 Papageno Musiktheater Offenbach: Hoffmanns Erzählungen 20:00 Alte Oper David Garrett (Violine), Orchestre National de Belgique, James Feddeck (Leitung). Tschaikowsky: Violinkonzert D-Dur, Dvořák: Sinfonie Nr. 7 d-Moll 20:00 Alte Oper (Mozart-Saal) Lucas Debargue (Klavier). Schubert: Sonaten a-Moll D 784 & A-Dur D 664, Szymanowski: Sonate Nr. 2 A-Dur

Bad Homburg

Hanau

19:30 Landgrafenschloss (Schlosskirche) Ella van Poucke (Violoncello), Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, Bas Wiegers (Leitung). Rossini: Streichersonate Nr. 1 G-Dur, Haydn: Cellokonzert C-Dur, Tschaikowsky: Serenade D-Dur op. 48

19:30 Congress Park Valentino Worlitzsch (Violoncello), Neue Philharmonie Frankfurt, Johannes Klumpp (Leitung). Werke von Beethoven, Haydn & R. Strauss

Frankfurt

18:00 Opernhaus Meyerbeer: L’Africaine – Vasco da Gama 20:00 Alte Oper Antoine Tamestit (Viola), hr-Sinfonieorchester, Manfred Honeck (Leitung). MacMillan: Britannia, Walton: Violakonzert, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de

Kassel

19:30 Opernhaus Strawinsky: The Rake’s Progress (Premiere). Alexander Hannemann (Leitung), Paul Esterhazy (Regie) Seligenstadt

20:00 Riesen (Großer Saal) Ib Hausmann (Klarinette), Amatis Klavier Trio. Schubert: Trio Es-Dur op. 100, Hasmann: Birdy, Hindemith: Quartett concerti 03.18 Hessen 15


Klassikprogramm

17:00 Staatstheater Wagner: Götterdämmerung. Alexander Joel (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)

Tipp

19:30 Papageno Musiktheater The Music of the Night. Anna Maria Kaufmann (Gesang), Kammermusikensemble des Papageno Musiktheaters, Seung-Jo Cha (Leitung)

25.3. Sonntag Frankfurt

11:00 Oper (Holzfoyer) Zum 100. Todestag von Claude Debussy. Sarah Louvion & Rüdiger Jacobsen (Flöte), Thomas Rössel (Viola), Françoise Friedrich & Barbara Mayr (Harfe), Simone Di Felice (Klavier & Celesta), Morgane Leygue-Nicolas (Rezitation), Dave Laera (Tanz & Choreografie). Debussy: Syrinx, Prélude à l’après-­ midi d’un faune, Trio & Chansons de Bilitis 15:30 Opernhaus Rossini: La Cenerentola. Vlad Iftinka (Leitung), Kassel

19:30 LAB Eva Resch (Sopran), Holger Falk (Bariton), Stipendiaten & Absolventen der IEMA, Johannes Kalitzk (Leitung). Mason: ChaplinOperas

29.3. donnerstag

Kassel

19:00 Villa Bonn Frankfurt Schumann Quartett. Mozart: Streichquartett B-Dur KV 589, Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 7 fis-Moll, Tschaikowsky: Streichquartett es-Moll op. 33

20:00 Stadthalle Karfreitagskonzert. Armin Kolarczyk (Bariton), Staatsorchester Kassel, Francesco Angelico (Leitung). Dallapiccola: Preghiere, Bruckner: Sinfonie Nr. 6 A-Dur

 „Alles Schumann, oder was? Ihren berühmten Nachnamen haben die drei Brüder Erik, Ken (Geige) und Mark (Cello) natürlich gleich für ihren Quartett-Namen genutzt.

15:00 Ev. Kirche Schütz: JohannesPassion. Oratorienchor Rimbacher Singkreis

Rimbach

Wiesbaden

15:15 Ländchesdom Delkenheim Agnes Borcherding (Sopran), Dagmar Kochendörfer (Violoncello), Hans Garon (Orgel). Werke von Bach, Rheinberger u. a.

18:00 Theater Frühlingsstimmen. Katerina Beranova (Sopran), Claus Durstewitz (Tenor), Duo Schachmatt, Johann-Strauß-Orchester Frankfurt, Dieter Voss (Moderation)

19:30 Staatstheater Janáček: Die Sache Makropulos. Will Humburg (Leitung), Eva-Maria Höckmayr (Regie) 22:00 Staatstheater K.A.U.&Wdowik: Fiasko (UA). Johannes Harneit (Leitung), Philipp Bergmann, Thea Reifler, Matthias Schönijahn & Małgorzata Wdowik (Idee, Text & Regie). FilmOper mit Musik von Blecharz, Hespos, Verdi, Wagner, Mozart u. a.

Sulzbach am Taunus

Frankfurt

Darmstadt

18:00 Kirche Capucine Payan & Axel Braun (Orgel). Mozart: Fantasie f-Moll, Lachner: Fantasie und Fuge, Merkel: Sonate Nr. 1 op. 30, Schubert: Fuge e-Moll op. posth. 152, Soler: Concerto

19:00 Villa Bonn Schumann Quartett. Mozart: Streichquartett B-Dur KV 589, Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 7 fis-Moll, Tschaikowsky: Streichquartett es-Moll op. 33 Weitere Infos siehe Tipp 19:30 Heiliggeistkirche Bach: Matthäus-Passion. Bachchor und Bachorchester Mainz, Ralf Otto (Leitung)

18:00 Staatstheater Mozart: Die Hochzeit des Figaro. Rubén Dubrovsky (Leitung), Emmanuelle Bastet (Regie)

19:30 Opernhaus Pop in Concert – Back to the 80s. Rasmus Baumann (Leitung), Insa Pijanka (Moderation) Rüsselsheim

Wiesbaden

19:30 Staatstheater Wagner: Der fliegende Holländer. Patrick Lange (Leitung), Michiel Dijkema (Regie)

27.3. Dienstag Wiesbaden

20:00 Kurhaus David Garrett (Violine), Orchestre National de Belgique, James Feddeck (Leitung). Tschaikowsky: Violinkonzert D-Dur op. 35, Dvořák: Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

28.3. Mittwoch Frankfurt

9:30 & 11:00 Oper (Holzfoyer) Aramsamsam

GieSSen

19:30 Stadttheater R. Strauss: Ariadne auf Naxos. Michael Hofstetter (Leitung), Hans Hollmann (Regie) 20:00 Stadttheater (taT-studiobühne) Auftaucher. Henrietta Horn (Choreografie) Wiesbaden

19:30 Staatstheater R. Strauss: Arabella. Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)

30.3. Freitag

17:00 Staatstheater Wagner: Tannhäuser. Patrick Lange (Leitung)

31.3. Samstag

Frankfurt

18:00 Opernhaus Meyerbeer: L’Africaine Vasco da Gamma. Antonello Manacorda (Leitung), Tobias Kratzer (Regie) 19:30 Papageno Musiktheater The Music of the Night. Anna Maria Kaufmann (Gesang), Kammermusikensemble des Papageno Musiktheaters, Seung-Jo Cha (Leitung) GieSSen

20:00 Stadttheater Musical-Gala für die ganze Familie. Sophie Berner & Andrea M. Pagani (Gesang), Gesangverein Jugendfreund WatzenbornSteinberg, Jan Hoffmann (Leitung) Kassel

17:00 darmstadtium Dvořák: Requiem. Konzertchor Darmstadt

19:30 Opernhaus Strawinsky: The Rake’s Progress. Alexander Hannemann (Leitung), Paul Esterhazy (Regie)

Darmstadt

Frankfurt

Wiesbaden

19:00 darmstadtium Power of Passion. Jacobson-Ballett

18:00 Opernhaus Weinberg: Die Passagierin

19:30 Staatstheater Wagner: Der fliegende Holländer

29.3. Donnerstag

16 Hessen concerti 03.18

Darmstadt

Foto: Kaupo Kikkas

Wiesbaden


heidelberger frühling 18

17.03.–21.04.18 internationales 17.03.–21.04.18 musikfestival internationales musikfestival

Jean-Guihen Queyras I Mahler Chamber Orchestra I Gabriela Montero I Sol Gabetta I Igor Levit Steven Isserlis I Marc-André Hamelin I Isabelle Faust I Georg Nigl I Sir András Schiff I Elisabeth Leonskaja Irish Chamber Orchestra I Francesco Tristano I Richard Galliano I Matthias Goerne I Markus Hinterhäuser Anna Prohaska I Il Giardino Armonico David Fray I City of Birmingham Symphony Orchestra I Fazıl Say ˙ Rudolf Buchbinder I Anna Stéphany I Mirga Gražinyte-Tyla I Mark Padmore I Sarah Maria Sun Anna Lucia Richter I Isabelle Druet I Tara Erraught I Grigory Sokolov I Goldmund Quartett I Daniele Gatti Gründungspartner: Armida Quartett I Iiro Rantala I Johannes Moser I Thomas Hampson u.v.a. Kostenloses Programmbuch unter: Tel. 06221 - 584 00 12 oder www.heidelberger-fruehling.de

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Gründungspartner:

14.09.17 14:58


Festival

Sommernachtstraum in Suffolk Erst zu Hause bei Benjamin Britten und Peter Pears erspürt man beim Aldeburgh Festival vollends die Musik des größten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Von Peter Krause

M

eeresrauschen, Möwen-Singsang und Morgenlicht ermuntern trotz des Late-Night-Konzerts vom Vorabend zu besonders frühem Aufstehen. Und siehe da: Der Seeblick aus dem Schlafzimmer gibt eine Szene 24 concerti März 2018

frei, die geradewegs aus Benjamin Brittens Seeoper Peter Grimes kommen könnte. Ein kleines buntes Boot, dessen farbiger Anstrich freilich großteils längst durch den täglichen Gebrauch im Salzwasser verblasst ist, treibt unweit der

Küste. Ein einsamer Fischer holt aus der Nordsee, was er zum Überleben braucht. Kurz darauf wird er die Früchte aus dem Meer schon am Steinstrand von Aldeburgh feilbieten – fangfrisch, auf Wunsch gern ausgenommen. Nur ein

Foto: Philip Vile

Eine ehemalige Mälzerei im 600-Einwohner-Dorf Snape ist der zentrale Spielort des Aldeburgh Festival


paar Meilen weiter im Fischrestaurant von Orford, dem Heim der weiblichen Hauptfigur aus Peter Grimes, der einfühlsamen Ellen Orford, können wir den Tagesfang auch köstlich zubereitet in extra entspannter Atmosphäre genießen. Zuvor schauen wir nur noch schnell in das normannische gotische Gotteshaus aus vergangenen Zeiten hinein, ein verwunschener Ort, weit von der Welt. Die Zeit scheint stehengeblieben hier in Suffolk an Englands nordöstlicher Küste. Kein Massentourismus stört den Spaziergang entlang der Küste. Die vielen winzigen Reihenhäuschen, liebevoll saniert und oft mit Blumen geschmückt, wurden zwar mehrheitlich längst in die Nutzung als Feriendomizil der Londoner umgewidmet, doch die Bilder vom Städtchen, in dem der größte britische Komponist mit seinem Partner Peter Pears lebte und arbeitete, gleichen einer längst vergangenen viktorianischen Epoche. Hymne an die Heimat

Wer Benjamin Britten nicht nur verstehen will, sondern erspüren möchte, was er mit seiner irisierend imaginativen, feinsinnigen und menschenfreundlichen Musik ausdrücken wollte, der muss hierherkommen – in seine Heimat. Lieblich und rau zugleich ist sie, die Gegend von der Mündung des Flüsschens Alde, das des Komponisten Wohnort den Namen leiht, bis nach Snape, wo im 19. Jahrhundert Gerste zu Malz verarbeitet wurde, damit der gehörige Bierdurst der Briten gestillt werden konnte, wo Landwirtschaft und Industrie eine damals ganz neue Verbindung eingingen. Hier ist es, wo die herrisch-ruppige Nordsee ihr zartes Pendant erhält. Hier weicht die steife Brise am Meer einem milden Sommerwind, der sich sanft wiegt im Schilf der Moorwiesen von Snape Maltings. Die alte Mälzerei ist Hauptspielstätte des Festivals – seit nunmehr fünfzig Jahren. Britten höchstselbst hatte damals das Anwesen erworben, weihte es anno 1967 in Anwesenheit der englischen Königin als Konzertsaal ein. Jahrzehnte bevor in Deutschland mit den Umwidmungen einstiger Kathedralen der Industrie in Orte der Kultur begonnen wurde – etwa Kampnagel in Hamburg oder die Spielstätten der Ruhrtriennale –, war der Komponist ein Pionier der Neudefinition einer ganzen Region: Er musikalisierte die Gegend, aus der er stammte und die er so liebte, förderte das Laienmusizieren

Der Kultursommer am Kaisergebirge Academia Vocalis Internationale Meisterkurse für Gesang

Tiroler Festspiele Erl Festspiele vor Bergpanorama

OperettenSommer Kufstein Die Festung erklingt

Passionsspiele Erl 2019 Passionsspiele Thiersee 2022

www.kufstein.com

März 2018 concerti   25


Festival

und damit wie nebenbei auch das wirklich aufmerksame Hören, das behutsame Nachlauschen selbst ganz neuer Klänge. In the Middle of Nowhere

Das war fünfzig Jahre später, beim Jubiläum der herrlichen Konzertscheune, die bis heute mit ihrer akustikfeinen Mischung aus Backstein und Holz besticht, nicht nur in einer herrlichen Neuinszenierung eines seiner größten OpernMeisterwerke zu erleben, der Shakespeare-Vertonung von A Midsummer Night’s Dream. Denn gleich am Morgen danach stand letzten Sommer allein Musik von Olga Neuwirth auf dem Programm, jener durchaus auch ungemütlich klingenden Neutönerin aus Österreich, die in ihrem Verfremdungsfuror eher ein Widerhaken zur farbigen Fasslich-

keit Brittens ist. Das Aufregende: Die Atmosphäre des Festivals, das sich von jeher gerade nicht als klingendes BrittenMuseum, sondern als quicklebendiger Ort des musikalischen Austauschs, der Nachwuchsförderung und der Zukunftsmusik versteht, dieser besondere Kontext des Festivals schafft auch einen andersartigen Fokus auf das Unerhörte, ein echtes Sich-Einlassen auf komplexe Kunst – hier in the Middle of Nowhere. Die Festivalvision von Britten und Pears lebt heute frischer fort denn je. Jede Saison erhält sowohl ein lebender Komponist als auch ein herausragender Interpret eine Residenz, prägt Programm, lädt Kollegen ein, regt Uraufführungen an. Die Campusidee einer Akademie für junge Musiker dehnt den Festivalgedanken auf das

ganze Jahr aus, nachdem die Dachorganisation von Snape Maltings auch die verbleibenden Gebäudekomplexe erworben hat und damit neue Übernachtungsmöglichkeiten gleich einem Internat auf Zeit anbieten kann. Musiktherapeutische Aktivitäten dienen Demenzkranken der Region. Das Festival bleibt das international schlagende Herz von Snape Maltings, die gesellschaftliche Verankerung vor Ort ist seine breite Basis. Für den Gast vom Festland aber bleibt besonders die schlichte wie schöne Erkenntnis in Erinnerung, dass man Britten genau hier erleben muss. Denn es ist eben kein Klischee, dass der Künstler, Pazifist und seinen Lebenspartner so innig liebende Homosexuelle durch Land und Leute so sehr geprägt wurde wie kaum ein anderer

Foto: Keiko Oikawa

Im Britten-Pears Building finden Konzerte in kleinem Rahmen statt

26  concerti März 2018


E I N

F I L M

V O N

N A H U E L

L O P E Z

Komponist. Wir erleben als Hörspiel im Konzertsaal, was wir draußen im paradiesisch anmutenden Umland als Schauspiel der Natur sehen. Und umgekehrt prägt eben Benjamin Britten seine Heimat bis heute, das spürt man allenthalben – zum Beispiel beim mucksmäuschenstillen Hineinhören in die von Jörg Widmann persönlich gespielte Erstaufführung eines Solostücks für Klarinette. Britten meets Bernstein

Leitmotiv im Juni 2018 wird anlässlich des 100. Geburtstages seines Kollegen Leonard Bernstein die Beziehung Brittens zu den USA sein, wo er während des Zweiten Weltkriegs mehrere Jahre verbrachte. Bernsteins Broadway-Hits dürfen da so wenig fehlen wie eine Erinnerung an die starke Künstlerfreundschaft mit dem Amerikaner Aaron Copland. Zu den „Featured Composers“ gehört dann auch der Amerikaner Michael Hersch, der wiederum künstlerisch eng mit der moldawischen Geigerin Patricia Kopatchinskaja verbunden ist, die zu den Residenzkünstlern des diesjährigen Festivaljahrgangs gehört und mit dem Mahler Chamber Orchestra als Residenzensemble mehrere Konzertprojekte gestalten wird. Mit 15 Uraufführungen, sechs Auftragswerken, fünf Europapremieren und fünf Premieren auf der Insel wird es an Neuer Musik im idyllischen Ambiente nicht mangeln. Auch die aktuelle Opernproduktion ist mit Emily Howards To See the Invisible einer Uraufführung gewidmet: Die britische Komponistin schreibt ihr Musiktheater auf eine Kurzgeschichte des renommierten amerikanischen ScienceFiction-Autors Robert Silverberg. Das sensibel komponierte Programm verbindet zudem mit einigem Beziehungszauber Alte und Neue Musik. So wird Le Concert Spirituel, das auf historischen Instrumenten spielende französische Ensemble, mit Dirigent Hervé Niquet sein Festivaldebüt geben – den römischen Barockmeister Orazio Benevolo im Gepäck. Und das Belcea Quartet kehrt mit Dvorˇák, Janácˇek and Mozart nach Suffolk zurück.

JETZT

AUF DVD

UND IM STREAM ERHÄLTLICH

„Ein berührender Film über einen Weltklasse-Geiger und seine Suche nach den eigenen Wurzeln.“ arte Metropolis

„Ein filmisches Portrait, das jede Sekunde auf der Leinwand wert ist.“ Süddeutsche Zeitung

Aldeburgh Festival 8.–24.6.2018 BBC Scottish Symphony Orchestra, John Wilson, Cédric Tiberghien, Alina Ibragimova, Sean Shibe, Phantasm, Adam Walker, Le Concert Spirituel, Belcea Quartet u. a. Snape (Suffolk)

www.mindjazz-pictures.de

März 2018 concerti  27


Festivalguide

Musik und Kristalle Ein Fest nicht nur fürs Ohr, sondern auch fürs Auge: Das Tiroler Festival Musik im Riesen feiert dieses Jahr 15-jähriges Bestehen. Von Teresa Pieschacón Raphael

N

och wurde keine Sage te Welt ein, wandeln durch die über den Riesen, das „Eisgasse“, die jede Fußspur Wasser speiende Unge- aufleuchten lässt, hören aus der heuer von Wattens erdacht, das Wunderkammer nebenan die vor der malerischen Kulisse der fast schon ätherische Stimme Tiroler Berge auf einem saftig- von Jessye Norman, die vor grünen Hügel liegt und mit einem riesigen, natürlich geeigenem Leib über seinen wachsenen Bergkristall aus Schatz wacht: seinen 16 fan- Madagaskar „Thy hand, Belintastischen Wunderkammern da“ aus Dido and Aeneas von aus Licht und Farbe. Hundert- Henry Purcell singt. Verliebte tausende Besucher tauchen Paare wird es in den KristallJahr für Jahr in seine sagenhaf- dom ziehen, wo man sich unter

den 595 Spiegeln der Kuppel das Jawort geben kann. Andere können den Blick nicht mehr abwenden vom „Silent Light“-Baum, einer Tanne, an der 150 000 Kristalle glitzern. Ans Goldene Dachl im zwanzig Kilometer entfernten Innsbruck, dem spätgotischen Prunkerker mit 2 657 feuervergoldeten Kupferschindeln, mag die Pracht der Kristallwelten vielleicht nicht heranreichen;

Foto: Swarovski Kristallwelten

Etwas furchteinflößend, aber durchaus einladend: der »Riese« von Wattens

28  concerti März 2018

= Zeitraum

= Künstler

= Ort


dafür wird sie mindestens ge- im Hochgebirge, den ambitio- das Tetzlaff Quartett, der Tenor nauso oft fotografiert, beson- nierten Angeboten mit Alter Julian Prégardien und Les Taders von den asiatischen Tou- Musik in Innsbruck und den lens Lyriques unter Leitung risten. „Klangspuren“, dem Tiroler Fes- von Christophe Rousset, das Kreiert wurde diese phantasti- tival für Neue Musik in Schwaz. Quintett um die Geigerin sche Kristallmenagerie, die Geleitet wird die „Musik im Hyeyoon Park sowie das belgiKunst, Kommerz, Kitsch und Riesen“ von dem Pianisten, sche Vokalensemble Vox Lumifeinstes Kunsthandwerk aufs Komponisten und Dirigenten nis, das sein Programm mit Beste verbindet, vor zwanzig Thomas Larcher. Ehrengast der englischen Kompositionen aus Jahren von André Heller. Zum Kammermusikwoche 2018 ist Renaissance und Barock pashundertjährigen Jubiläum des Philip Glass. In der Manufaktur send „Light and Shadow“ geSwarovski-Imperiums bescher- des Swarovski Werks I wird nannt hat. te der österreichische Aktions- der 81-jährige Komponist einen und Medienkünstler dem böh- Einblick in sein Schaffen geben Wie in einem verwunschenen mischen Kristallglas-Hersteller und auch als Interpret auftre- Märchengarten Daniel Swarovski, der 1895 in ten. Neben Klavierkompositi- „Musik ist ein Ort“, sagt Philip Wattens seine Firma gründete, onen für ein bis vier Klaviere Glass. Ein Ort, der fesselt, der seine „Kristallwelten“. Anläss- wird sein Tirol Concerto zu fasziniert. Wie die „Kristallwollich des 120-jährigen Bestehens hören sein, welches vielen als ke“ im Garten, eine überdimenwurde das Areal um einen Gar- TV-Jingle und Kinospot aus der sionale Installation aus silberten erweitert, um dem anwach- Tirol-Werbung bekannt sein nen Gebilden, Maschendrahtsenden Besucherstrom gerecht dürfte. „Der Komponist, der zaun und 800 000 tropfenförzu werden. Tirol Flügel verlieh“, schrieb migen Kristallen. In allen Reseinerzeit die Tiroler Zeitung. genbogenfarben scheinen sie Zwischen Schlager-Events Interpretiert wird das Concer- durch die Lüfte zu flirren und und »Klangspuren« to von der Glass-Spezialistin zu schwirren. Wie in einem Ende Mai werden die „Kristall- Maki Namekawa. Dennis Rus- verwunschenen Märchengarwelten“ zu Klangwelten: Dann sell Davies dirigiert das Kam- ten. Magisch! findet im Riesen ein Kammer- merorchester InnStrumenti, musikfestival statt, das sich mit eines der interessantesten Musik im Riesen 24.–27.5.18 anspruchsvollem Repertoire Klangkörper Tirols. Quatuor Ébène, Philip Glass, Dennis und international renommier- Erwartet werden in Wattens Russell Davies, Kammerorchester ten Ensembles gut behauptet auch das Quatuor Ébène mit InnStrumenti, Julian Prégardien u. a. Wattens (Österreich) zwischen den Schlager-Events einem Beethoven-Programm, www.schumann-zwickau.de

„GELIEBTE HEIMAT“

STADT. JUBILÄUM. ZWICKAU. 2018

SCHUMANN-FEST ZWICKAU und 8. Internationaler Robert-Schumann-Chorwettbewerb

31. Mai bis 10. Juni 2018 Visualisierung © Festival of Lights International GmbH

KURZTRIP NACH ZWICKAU ZUM FESTIVAL OF LIGHTS 1. bis 5. Mai 2018

Einzeltermine, Details, Tickets und vieles mehr auf www.concerti.de/festivalguide

März 2018 concerti  29


Rezensionen CDs – ausgewählt und bewertet von der concerti-Redaktion

Derzeitiger Shootingstar der Opernwelt: Sonya Yoncheva

Kunst der Verwandlung

A

uch wenn die Titulierung als „neue Callas“ in die Irre führt: Manche halten die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva für die derzeit beste Verdi-Sängerin. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die 36-Jährige, anders als etwa Anna Netrebko, keine bedingungslose Schönsängerin ist, sondern jedem Charakter eine adäquate stimmliche Färbung zu verleihen vermag, zu der auch dramatische Schärfe gehören kann. Auf 30 concerti März 2018

ihrem neuen Album mit Arien aus Verdis Opern – darunter auch eher selten aufgeführten wie Attila oder Stiffelio  – kommt diese Wandlungsfähigkeit überzeugend zum Ausdruck. Liebe, Schmerz und herzzerreißende Klage

Etwa in Desdemonas berühmter Arie „Ave Maria, piena di grazie“ aus Otello, wo sich Schmerz und Liebe in Yonchevas Timbre auf berührende

Weise amalgamieren, aber auch in der herzzerreißenden Klage der Odabella „Liberamente or piangi“ aus Attila. Das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung des Gastdirigenten Massimo Zanetti entspricht diesem Niveau. Frank ­Armbruster  The Verdi Album Sonya Yoncheva (Sopran) Münchner Rundfunkorchester Massimo Zanetti (Leitung) Sony Classical

Weitere Rezensionen finden Sie auch unter www.concerti.de

Foto: Kristian Schuller/Sony Classical

Cd des Monats Sonya Yoncheva zeigt auf ihrem Verdi-Album eindrucksvoll ihre Vielseitigkeit


Sattes Panorama

Opernhafte Kantaten

Ausgewogene Passion

Clérambault: Französische Kantaten Reinoud van Mechelen (Tenor) A Nocte Temporis Alpha

Bach: Johannes-Passion Nylund, Scheibner, Pieper, Hönisch, Lichdi, Kammerchor Dresden, ensemble frauenkirche dresden, Matthias Grünert (Leitung). Berlin Classics

Zur düsteren Reminiszenz des Pappenheimer Marsches ahnt Wallenstein seine baldige Ermordung. Bis zum Schluss erweist sich diese Oper als sattes Panorama. Weinberger findet in seiner Vertonung von Schillers Tragödie neben Lehár-Klängen für die Liebenden und martialischen Volksauftritten zu starken melodischen Szenen. Inmitten des ideal zusammengestellten Ensembles glänzt Roman Trekel nach seinen Verdiensten um Siegfried Wagner mit einer weiteren Paraderolle im Schatten von Strauss und Berg. Wallenstein ist eine der letzten tonal durchkomponierten großen Opern. (RD)

Die Lebensdaten Nicolas Clérambaults sind fast deckungsgleich mit denen Johann Sebastian Bachs. Beide waren Komponisten, Organisten und „Kantaten-Meister“. Doch während Bach die Kantate für den evangelischen Gottesdienst prägte, schuf Clérambault den Idealtypus der französischen Kantate als eine Art Miniatur-Oper. Vier dieser Werke präsentieren der schlicht betörend singende Tenor Reinoud van Mechelen und sein Ensemble A Nocte Temporis mit ebenso viel französischem Esprit wie stilistischem Gespür und musikalischer Souveränität. Höfische Eleganz!  (SN)

In den Reigen mit diesjährigen Passionsmusiken reiht sich eine Aufnahme aus Dresden ein. Der Kammerchor der Frauenkirche und das ensemble frauenkirche dresden haben unter Kantor Matthias Grünert Bachs Johannes-Passion im vergangenen Jahr aufgeführt. Die Aufnahme lebt von ihrer Ausgewogenheit: beim Chor, beim Orchester und bei der Besetzung der Vokalsolisten mit Sopranistin Camilla Nylund und Tenor Tilman Lichdi an der Spitze. Es mag sicher akzentfreudigere, dramatisch zugespitztere Einspielungen geben, hier kommt die Passionsgeschichte ohne übertreibende Mittel aus.  (CL)

CD HMM 905272

©Annelies van der Vegt

Weinberger: Wallenstein Wiener Singakademie ORF-Radio-Symphonieorchester Wien Cornelius Meister (Leitung) cpo

FREIBURGER BAROCKORCHESTER GOTTFRIED VON DER GOLTZ PETRA MÜLLEJANS GEORG FRIEDRICH HÄNDEL | CONCERTI A DUE CORI Für Händel bot sich in diesen Concerti die Gelegenheit, Material aus seinen Chorwerken erneut zu verwenden. Den cori der Streicher setzte er Bläserchöre entgegen und verlieh so dem Ganzen eine kontrastreiche, theatralische Wirkung – eine Steilvorlage für die Virtuosen des Freiburger Barockorchesters!

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***** = herausragend **** = sehr gut *** =gut ** =befriedigend * =unbefriedigend

29/01/2018 16:05 März 2018 concerti   31


2. Sp

ielze

it 2015Schlankes

Große Harmonie

Zwiegespräch

Freitagskonzerte am Heiligen Damm Wo Klassik zu Hause ist.

23. & 25.3. Chamber Music Fest am Meer Anastasia Kobekina & Friends 27.4. Rolston String Quartet 25.5. Morgenstern Trio

18209 Bad Doberan-Heiligendamm Telefon: +49 38203 740-7676 www.grandhotel-heiligendamm.de

Bach: Sonaten für Violine und Cembalo Isabelle Faust (Violine) Kristian Bezuidenhout (Cembalo) harmonia mundi

Schumann: Klaviertrio Nr. 1, Dvořák: Klaviertrio Nr. 4, Grieg: Andante con moto c-Moll Trio Shaham Erez Wallfisch Nimbus Records

Kristian Bezuidenhout tritt am Hammerflügel auf oder, wie bei dieser Neuerscheinung, als Cembalist. Nun hat er mit Isabelle Faust die sechs Sonaten für Geige und eben Cembalo von Bach aufgenommen. Es entstehen wunderbar reflektierte Gespräche zu zweit, nachdenklich, melancholisch, freudig erregt, heiter. Faust spielt auf der Stainer-Geige von 1658 ungemein schlank, fettfrei sozusagen, mit sehr feinen dynamischen Abstufungen. Die Dialoge mit Bezuidenhout lassen nichts an Transparenz zu wünschen übrig. Diese Aufnahme besitzt Tiefe und hohen Kunst- und Unterhaltungswert. (CL)

Dass Hagai Shaham, Arnon Erez und Raphael Wallfisch fulminante Kammermusiker sind, die im Triospiel großartig miteinander harmonieren, stellen sie in dieser Einspielung unter Beweis. Sie treffen den romantischen Tonfall des Schumann’schen Trios, wobei das für ein Klaviertrio proportional etwas heikle Zusammenspiel stets ausgewogen und ausdrucksstark ist, ohne sich im Überschwänglichen zu verlieren. Die Interpretation von Griegs Andante con moto überzeugt durch das leidenschaftliche Cellospiel Wallfischs, Dvořáks elegisches Dumky-Trio glänzt durch präzise eingesetzte Dynamik. (JB)

Kurzweilige Unterhaltung

Musikalische Schwingen

Lost in Temptation Werke von Weill, Respighi, Holst, Purcell, Saint-Saëns u. a. Alliage Quintett Sony Classical

Rautavaara: Werke für Cello & Klavier Tanja Tetzlaff (Violoncello) Gunilla Süssmann (Klavier) Ondine

Das Alliage Quintett mit vier Saxofonisten und Jang Eun Bae am Klavier bzw. Cembalo durchkreuzt auf seinem neuen Album „Lost in Temptation“ die Musikgeschichte von Purcell bis Kurt Weill, über Khachaturian und Brahms und Holsts selten zu hörenden Seven Scottish Airs. Das wirkt ein bisschen beliebig, teilweise Erhellung bietet der Text im Beiheft. Musikalisch ist diese Aufnahme ein Gewinn. Sie gehört sicher nicht ins Fach fürs schwere Tafelsilber, dafür umso eher in die Kategorie der anspruchsvollen Unterhaltung – ein Album mit Entdeckerpotenzial und durchweg kurzweilig.  (CL)

Tanja Tetzlaff und Gunilla Süssmann blicken auf Einojuhani Rautavaaras Werke für Klavier und Cello, die nach wie vor im Schatten seiner Sinfonien und Opern stehen. Dabei spiegeln die drei Sonaten, deren Entstehung ohne Anstoß durch den finnischen Cellovirtuosen Erkki Rautio undenkbar ist, exemplarisch Rautavaaras Weg von milder Zwölftonmusik über eine postmoderne Romantik zu den Synthesen seines Spätwerks. Tanja Tetzlaff und Gunilla Süssmann breiten musikalische Schwingen über die Kantilenen und bringen so viel Geistesverwandtschaft auf, dass man die Herbheit einfach vergisst. (RD)

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***** = herausragend 


Mitreißender Prokofjew

Beherrschter Brahms

Visions of Prokofiev – Violinkonzerte Nr. 1 & 2, Ballettmusiken (Auszüge) Lisa Batiashvili (Violine), Chamber Orchestra of Europe, Yannick NezetSeguin (Ltg). Deutsche Grammophon

Brahms: Klavierkonzerte Adam Laloum (Klavier) Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Kazuki Yamada (Leitung) Sony Classical

Zwischen der Komposition der beiden Violinkonzerte Prokofjews liegen fast zwanzig Jahre. Lisa Batiashvili hat sie nun auf einer CD veröffentlicht. Auffällig ist der schlanke, aber zupackende Ton, mit dem sie sich den Konzerten nähert. Sie verzichtet auf große romantische Gesten, spielt deswegen aber nicht weniger mitreißend. Mit geradezu kammermusikalischem Einfühlungsvermögen wird sie dabei vom wieder einmal bestens aufgelegten Chamber Orchestra of Europe unter Leitung von Yannick Nézet-­ Séguin begleitet. Ergänzt werden die Konzerte mit drei Stücken aus Ballettmusiken Prokofjews.  (NF)

Erstaunlich, dass der 30-jährige Franzose Adam Laloum gleich beide Brahms’schen Klavierkonzerte eingespielt hat, gehören sie doch gemeinhin in den Zuständigkeitsbereich gestandener Großpianisten. Doch weder deren enorme technische Ansprüche können ihn schrecken – als „pianistische Perversitäten“ bezeichnete sie Alfred Brendel – noch verfehlt er den männlich-markanten Impetus insbesondere der Kopfsätze. Nur manchmal wünscht man sich einen Funken weniger Beherrschtheit und dafür etwas mehr verzehrende Glut. Die imponierende Visitenkarte eines Pianisten, von dem man noch hören wird. (FA)

Später Mozart

„das glaubt sowieso keiner, der nicht dabei gewesen ist.“ Eleonore Büning, FAZ

Suggestiver Nielsen

5.-14. Juli 2018 Mozart: Klavierkonzerte Nr. 25 C-Dur KV 503 & Nr. 27 B-Dur KV 595 Piotr Anderszewski (Klavier & Leitung) Chamber Orchestra of Europe Warner Classics

Nielsen: Sinfonien Nr. 3 & 4 Estelí Gomez (Sopran), John Taylor Ward (Bariton), Seattle Symphony, Thomas Dausgaard (Leitung) Seattle Symphony Media

Zwei Klavierkonzerte aus den späten Jahren Mozarts hat sich Piotr Anderszewski für seine neue CD vorgenommen. Wie zu Mozarts Lebzeiten üblich dirigiert er selbst vom Klavier aus. Der Solopart kommt nuancen- und variantenreich, mit markantem Charakter daher, wie man es von Anderszewski gewohnt ist. Mitunter dramatisch aufgeladen und mit faszinierend subtilen agogischen Verschiebungen. Diese differenzierte Interpretation vermisst man beim Chamber Orchestra of Europe, das zuweilen ein bisschen ungelenk daherkommt, sein Spiel könnte noch prägnanter und pointierter sein.  (EW)

Carl Nielsen, oft unterschätzter Individualist der frühen Moderne, wird in den letzten Jahren vermehrt international entdeckt. Zwei Sinfonien des dänischen Komponisten haben nun Thomas Dausgaard und das Seattle Symphony live eingespielt. Sie leiten souverän und ambitioniert durch die suggestive, vielgestaltige sinfonische Welt Nielsens – perfektes Timing, konsequent gehaltene Spannungsbögen, kräftige Farbentfaltung und deutliche Konturen. Da gelingt alles sehr atmosphärisch, prägnant und plastisch, dass es eine wahre Lust ist. Auf diese Klangreisen lässt man sich nur zu gerne ein.  (EW)

**** = sehr gut *** =gut ** =befriedigend * =unbefriedigend

CREATIO Nicolas Altstaedt künstlerische Leitung

Alfred Brendel Mojca Erdmann Vilde Frang Tobias Feldmann Heath Quartet Maximilian Hornung Barnabas Kelemen Andreas Ottensamer Lawrence Power Maja S.K. Ratkje Giovanni Sollima BartolomeyBittmann Alexander Lonquich und viele andere

kammermusikfest.at +43 (0)2616 20202


NEUHEITEN FRÜHJAHR

Virtuose Teufeleien

Sciarrino: Capricci, Tartini: Sonate Nr. 5, Berio: Sequenza VIII, Paganini: Capricci op. 1 (Auszüge) Michael Barenboim (Violine) Accentus

Das Virtuosentum alter Schule und künstlerische Reflexion bringt Michael Barenboim in seinem zweiten Album zusammen. Ist nicht Giuseppe Tartinis Teufelstrillersonate der frühe Versuch einer ästhetischen Emanzipation der Dissonanz? Stehen nicht Salvatore Sciarrino und Luciano Be­rio für Ebenen der zeitgenössischen Musik, die die Klarheit und direkte Eloquenz der sogenannten „Alten Musik“ bewahren will? Michael Barenboim spielt das gläsern, versachlichend, gezügelt. Mit Meisterschaft und Kühle gewinnt er das Ringen gegen den „Diabolus in musicus“ mit der Objektivität eines Rationalisten.  (RD)

Nuancierte Sonaten

Beethoven: Klaviersonaten Nr. 29 „Hammerklaviersonate“ & Nr. 14 „Mondschein-Sonate“ Murray Perahia (Klavier) Deutsche Grammophon

Starpianist Murray Perahia hat sich intensiv mit den Quellen von Beethovens raumgreifender, formsprengender Hammerklaviersonate beschäftigt. Perahia verfügt über die Energie und die musikalische Fantasie, den Reichtum dieser Musik in vielfältigen Nuancen und Ausprägungen zu gestalten und hat gleichzeitig den Blick für das große Ganze. Diese tiefe Durchdringung erlaubt ihm Gelassenheit, nichts wirkt angestrengt, nichts konstruiert, alles erscheint als natürliche Entwicklung. Transparenz und Klarheit, spannend bis zum letzten Takt. Das gilt auch für die Mondscheinsonate.  (EW)

Kurz Besprochen Gál: Concertino op. 87, Cellosonate op. 109 u. a. Matthew Sharp (Cello), English Symphony Orchestra, K. Woods (Ltg). Avie Später Neoklassizismus, dargeboten mit Intensität und charmanter Leichtigkeit: Matthew Sharp und seine Mitstreiter rücken Hans Gáls Werke für Cello in den Mittelpunkt. (EW) Schubert: Winterreise Mark Padmore (Tenor), Kristian Bezuidenhout (Fortepiano). harmonia mundi Eine schlicht superbe Allianz: hier Bezuidenhout mit seinem klangfarbenreichen Flügelspiel, dort Mark Padmore als kongenialer Bote von Schuberts kompositorischen Ideen. (CL) Lifelines – Werke von Grieg, Liszt & Franck Lea Birringer (Violine), Esther Birringer (Klavier). Rubicon Wer so gut aussieht wie Lea und Esther Birringer, könnte auf Vorbehalte stoßen – künstlerisch überzeugen aber die Schwestern mit Musikalität und perfekter Harmonie. (FA) Meyerbeer: Le Prophète Essener Philharmoniker, Giuliano Carella (Leitung). Oehms Classics Vor der Uraufführung musste Meyerbeer vierzig Minuten seiner Oper streichen. Giulano Carella spielt das Drama ungekürzt nach der kritischen Neu­ ausgabe ein. (RD) Online-Tipp

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Top 20 Klassik-Charts Februar (05.01.– 09.02.2018)

1

(Neu)

Riccardo Muti & Wiener Philharmoniker Neujahrskonzert 2018 Sony Classical

Glanzvoller Jahresauftakt in Wien: Riccardo Muti leitete dieses Jahr das traditionelle Neujahrskonzert der Philharmoniker – und hielt so manches musikalische „Schmankerl“ bereit.

2

Cecilia Bartoli & Sol Gabetta

3

Franco Fagioli, Il Pomo d’Oro, Zefira Valova

4

Jonas Kaufmann

(1)

(Neu)

(2)

Dolce Duello Decca Records

L’Opéra Sony Classical

5

Xavier de Maistre

6

Albrecht Mayer, I Musici di Roma, A. Zucco & L. Pianca

7

Teodor Currentzis & MusicAeterna

8

Daniel Barenboim

9

Mutter, Trifonov, Lee, Hornung & Patkoló

(4)

(9)

(Neu)

(7)

10 (3)

Jonas Kaufmann

12

Dorothee Mields

13

Philippe Jaroussky

Serenata Española Sony Classical

Tesori d’Italia Deutsche Grammophon

Schubert: Forellenquintett Deutsche Grammophon

Daniil Trifonov, Mikhail Pletnev, Mahler Chamber Orch. Chopin Evocations Deutsche Grammophon

Monteverdi: La Dolce Vita deutsche harmonia mundi

(Neu)

The Händel Album Erato

(5)

Händel entdecken mit Philippe Jaroussky: Der Countertenor bietet mit diesem Album ein klangschönes wie faszinierendes Kaleidoskop des Opernschaffens des Barockkomponisten.

14

M. E. Cencic, J. Lezhneva, Capella Cracoviensis

15

Wiener Philharmoniker

16

The King’s Singers

17

Krystian Zimerman

Porpora: Germanico in Germania Decca Records

(Neu)

Neujahrskonzert: Die gesamten Werke Sony Classical

(19)

Gold Signum Classics

(15)

Schubert: Piano Sonatas D 959 & D 960 Deutsche Grammophon

(WE*)

Nach 25 Jahren veröffentlichte Polens Ausnahmepianist erstmals wieder ein Soloalbum für das Gelblabel. Auf dem Programm: zwei späte Sonaten von Franz Schubert.

Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 6 Sony Classical Claude Debussy Deutsche Grammophon

Dolce Vita Sony Classical

(6)

Handel Arias Deutsche Grammophon

Nachdem Deutschlands erfolgreichster ­Klassik-Star mit „La dolce vita“ die Italianità beschwörte, richtet sich diesmal sein Blick auf die Opernwelt Frankreichs.

(Neu)

11

18

Herbert Blomstedt

19

J. DiDonato, J. Nelson, ­Orchestre National de France

20

Bach – Small Gifts

(WE*)

(18)

(10)

* Wiedereinstieg Ermittelt von GfK Entertainment GmbH im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie e.V.

Beethoven: Sinfonien Nr. 1–9 Accentus

Berlioz: Les Troyens (Live) Erato

Dorothee Oberlinger, Andreas Scholl, Ensemble 1700 deutsche harmonia mundi

März 2018 concerti   35


Blind gehört

Lebt seit 1978 in Hamburg: der russische Pianist Evgeni Koroliov

»Ach, das ist so schön« Evgeni Koroliov hört und kommentiert Aufnahmen von Kollegen,

M

anchmal dauert es etwas länger, bis Künstler einverstanden sind, sich unserem „Blind gehört“ zu stellen. So auch bei Evgeni Koroliov. „Auf der Bühne bin ich nie so aufgeregt wie jetzt“, gesteht er dann auch seine Sorge, keinen der Künstler zu erkennen. Nachdem Tee für den Künstler und Aufnahmegerät für den Autor bereit sind, kann es losgehen. 36  concerti März 2018

Schubert: Sonate G-Dur D 894 – 1. Molto moderato i cantabile Swjatoslaw Richter (Klavier). Philips 1979/1994

Also vom Tempo her ist das Swjatoslaw Richter. Aber ich habe keine Ahnung, wo und wann die Aufnahme entstanden ist. Es wird aber eher eine Konzertaufnahme sein. Das Tempo ist schon ein bisschen moderat. Wissen Sie, je besser

man spielt, desto langsamer kann man auch spielen, weil man etwas zu sagen hat. Wie Richter in diesem Fall. TempoGefühl ist immer subjektiv und im Laufe des Lebens ändert sich dieses Gefühl auch. Ich glaube, als Musiker entwickelt man mit der Zeit eine Art „Psychotechnik“. Das heißt: Das, was man erst nur in langsamem Tempo ausdrücken konnte, kann man dann auch in etwas

Foto: Stephan Wallocha

ohne dass er erfährt, wer spielt. Von Gregor Burgenmeister


zügigerem Tempo ohne Verluste ausdrücken. Und das konnte man vielleicht mit 20 oder 25 Jahren noch nicht. Richter war bei uns sozusagen immer eines der Idole. Es ist in Russland populär, aus den Leuten Idole zu machen. Ich selbst hatte nie Vorbilder, aber ich habe mir natürlich schon die Leute, die bei uns populär waren, angehört. Also Richter, Emil Gilels, Wladimir Sofronitsky und natürlich Marija Judina, bei der ich auch Unterricht hatte. Von Richter habe ich sehr viele Konzerte gehört, von unterschiedlichster Qualität, es gab sicher auch etwas weniger glückliche Konzerte, aber auch viele ganz tolle. Scriabin: Sonate Nr. 3 op. 53 – 1. Dramatico Wladimir Horowitz (Klavier). RCA/Sony Music 1956/1989

Ich denke, das ist auch ein russischer Pianist oder eine Pianistin, nicht aber Sofronitsky. Es ist schön und musikazur Person

1949 in Moskau geboren, erhielt Evgeni Koroliov in Russlands Hauptstadt seinen ersten Klavierunterricht, ehe er am dortigen Konservatorium studierte. Der mehrfache Preisträger bei internationalen Wettbewerben nahm 1978 an der Hamburger Musikhoch­ schule eine Professur an, die er bis ins Jahr 2015 innehatte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ljupka Chadschi-Georgijewa tritt der Pianist auch als Duo Koroliov auf.

lisch gespielt, aber es fehlt etwas, es ist ein bisschen harmlos. Aus welcher Zeit kommt diese Aufnahme? Mitte des Jahrhunderts? Der Klang ist eigentlich eher nicht von Gilels. Auch Heinrich Neuhaus oder Samuel Feinberg sind es nicht. Viel berühmter, sagen sie? Ach, Horowitz? Ja, mein Gott, das ist wirklich er, ja, ich würde nicht unbedingt sagen, dass er der Größte war, aber der Berühmteste war er auf jeden Fall (lacht). Ah, deswegen dachte ich vielleicht, es könnte eine Pianistin sein. Er hat manchmal einfach viel zu schön gespielt, ein bisschen feminin, was oft sehr gut passt, aber manchmal doch auch nicht. Natürlich sind das nur Nuancen und sehr subjektiv. Horowitz hat vieles toll gespielt. Er war ein phänomenaler Virtuose, besonders in jungen Jahren. In späten Jahren war er zwar nicht mehr so virtuos, aber er ist dafür zu einem etwas noch bedeutenderen Musiker geworden. Mit achtzig Jahren (lacht). Da gab es ganz tolle Sachen von ihm. Mozart: Klavier­ konzert d-Moll KV 466 – 1. Allegro Clara Haskil (Klavier). Westminster/Universal 1950/2001

Also zeitlich kommt das wieder aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Ein sehr guter Musiker oder eine Musikerin mit exzellentem Geschmack und gutem, leichten Klang. Ist das Clara Haskil? Ich dachte erst, das könnte Wilhelm Kempff sein, aber so gut spielte der nicht Klavier. Bei ihr ist alles sehr unspektakulär. Man hört sofort diesen Charme, diese

innerliche Einheit, Einfachheit und Noblesse. Das war ganz oft bei ihr so. Schön! Sie war nicht sehr bekannt in der Sowjetunion und ist auch ziemlich früh gestorben. Aber als ich ihre Aufnahmen hörte, war ich gleich in ihrem Bann. Sie hatte einen tollen Geschmack. Diese Selbstverständlichkeit, dass die schöne geniale Musik für sich selbst spricht, ja das hat mich gleich bezaubert. Bisher waren Sie noch sehr gnädig mit mir, ich hoffe, das bleibt so (lacht). Scriabin: Sonate Nr. 3 op. 53 – 1. Dramatico Wladimir Sofronitsky (Klavier). Philips/ Melodiya 1958/1999

Ich weiß jetzt nicht, ob das Sofronitsky ist, aber das ist was anderes, nicht wahr? Der Griff ist ganz anders. Und jetzt hören Sie mal, das ist es, ja. Gut! Also ich sage, es ist Sofronitsky. Er hat ja praktisch nicht im Westen konzertiert, obwohl er ein sehr guter Pianist war. Als er jünger war, war er zwar ein besserer Pianist, aber nicht so ein Musiker wie später. Er wurde von vielen Leuten in der Sowjetunion fast vergöttert. Wenn er spielte, das war manchmal wie Magie. Ich erinnere mich an ein Konzert, hier war vielleicht der Flügel (zeigt direkt neben sich), alles war ziemlich dunkel, nur eine Lampe beim Klavier. Und ich als vielleicht Neun- oder Zehnjähriger stand da und lauschte – das war Zauberei. Diese Klänge! Ein Horowitz wusste, wie man das Publikum bezaubert. Sofronitsky aber lebte das, er lebte diese geniale Musik. So etwas habe ich nie mehr gehört. März 2018 concerti   37


Blind gehört

Debussy: Préludes 1er Livre Arturo Benedetti Michelangeli (Klavier). DG 1978/1991

Das muss Michelangeli sein, die Akkorde sind so zusammen und so ein bisschen rücksichtslos forte (lacht). Er nimmt sich die Zeit, um das vorzubereiten. Ich verzeihe ihm das gerne, denn ich mag ihn sehr gerne, also nicht alles, aber viel. Michelangeli wollte immer sehr, sehr sauber spielen. Als ich ihn zum ersten Mal 1964 in Moskau gehört habe, war das wahnsinnig eindrucksvoll, nicht so sehr die Perfektion, sondern eher die Palette, die Klangfarben, besonders bei Debussy, das war absolut faszinierend. Michelangeli hat ja ganz wenig gespielt, dafür natürlich immer wie geschliffen (lacht). Er hatte so eine Art ReinlichkeitsFimmel oder eine Art Ehrgeiz oder Eitelkeit, perfekt zu spielen. Es gibt Leute, die zur Perfektion tendieren. Auch ein Jan Vermeer war so, ein Rembrandt dafür nicht unbedingt, trotzdem war er ein ganz toller, großer Maler. Es gibt eben unterschiedliche Temperamente. Ravel: Gaspard de la nuit Martha Argerich (Klavier). DG 1960/2016

Das ist auch aus einer älteren Zeit, nicht ganz so alt, nein, aber etwas älter. Das ist irgendjemand, der sehr geradeaus spielen will, was ich toll finde, wie jetzt im Thema der Ondine. Manchmal ist es für meine Begriffe noch zu sehr an der Ober38 concerti März 2018

fläche. Es könnte Gieseking sein, oder ein französischer Pianist? Moment, darf ich noch ein bisschen? Zuerst dachte ich ja, es könnte Martha Argerich sein, aber dafür ist es zu unsauber, Martha ist so eine Virtuosin. Oh Gott, sie ist es? Tut mir leid, ich nehme das mit „zu unsauber“ zurück (lacht). Das ist sehr schnell gespielt und nicht so gut, deshalb dachte ich, vielleicht ein Älterer, der nicht so viel Wert legte auf Sauberkeit. Ich dachte auch an Walter Gieseking, es scheint mir aber klanglich ein bisschen zu wenig raffiniert. Vielleicht liegt es auch am Instrument. Aber gut, Geradlinigkeit hat Martha auch. Und ja, sie kann auch sehr tiefe Momente haben, Gott sei Dank. Ist das wirklich im Studio aufgenommen und keine Live-Aufnahme? Ach so, das war eine Rundfunkaufnahme? Ja, ich kenne das, die wurde dann wahrscheinlich in anderthalb Stunden aufgenommen, ich habe so was auch gemacht. Das war ein geschickter Zug von Ihnen (lacht). Liszt: Études d’exécution transcendante – Nr. 12 Chasse neige Daniil Trifonov (Klavier). DG 2015

Die Aufnahme kenne ich sicher nicht, das Repertoire ist auch nicht so ganz mein Me­tier. Die Manier oder die Gestik klingt nach einem älteren Pianisten, es könnte vielleicht Artur Rubinstein sein oder Claudio Arrau. Vielleicht ist er auch nicht ganz dieses Kaliber. Das ist eine aktuelle Aufnahme? Dann ist es wahrscheinlich Daniil Trifonov. Aber er hat dann auch ein bisschen diese

Manier. Aber ich unterstelle ihm, dass er das nicht absichtlich macht, das kommt vielleicht so aus ihm. Früher habe ich solche Manierismen bei ihm nicht so bemerkt. Aber man entwickelt sich mit der Zeit (lacht). Diese Gestik hat man sich eigentlich in der letzten Zeit abgewöhnt. Das ist jetzt nicht bewertend gemeint, weder positiv noch negativ. Hier schien es mir einfach so innig, deswegen dachte ich, vielleicht ein alter Pianist. Aber es ist gut, wenn Trifonov so spielt. Ich war ja in der Jury im Tschaikowsky-Wettbewerb, als er den ersten Preis gewonnen hat. Aber interessant, dass das auch eine Studioaufnahme ist, manches klingt gar nicht danach. Bach: Goldberg-­ Variationen BWV 988 – 1. Aria Glenn Gould (Klavier). Sony Classical 1981/2012

Das ist jetzt leicht (lacht). Ich erinnere mich sehr gut, wie meine erste Lehrerin mich als siebenjähriges Kind zu einem Konzert von Glenn Gould im kleinen Saal des Tschaikowsky-Konservatoriums mitnahm. Die modernen Sachen, die er spielte, habe ich damals natürlich noch nicht verstanden. Aber dann spielte er drei Kontrapunkte aus der Kunst der Fuge. Und diese Musik war für mich wie ein Blitzschlag. Na ja, natürlich hat er auch sehr gut gespielt, nehme ich jetzt einmal an (lacht). Und irgendwie habe ich dann danach gedacht, ich möchte das selbst einmal spielen und ein „Bachist“ werden. Also so gesehen hat Glenn Gould in meinem Leben eine


kleine Schlüsselrolle gespielt. Wenn die Lehrerin das damals nicht gemacht hätte, ich weiß nicht, was dann passiert wäre. Viel später habe ich selbst die Kunst der Fuge einstudiert. Und natürlich mit absolut eigenen Vorstellungen. Wobei: Bei diesen drei Stücken bin ich vom Tempo her so geprägt von seinen Vorstellungen, dass ich sie sozusagen zu meinen eigenen gemacht habe. Ich habe mit dieser Musik lange gelebt, auch mit allen Kantaten, faktisch mit allem von Bach. Ich habe sie nicht wissenschaftlich untersucht, sondern habe richtig mit ihr gelebt. Und dann dachte ich mir, ich spiele sie, wie ich es fühle, dass es nicht gegen den Geist dieser Musik ist. Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung Lev Oborin (Klavier). BNF Collection 1954/2016

Ach, das ist so schön. Es ist irgendetwas in diesem Spiel, das mir sehr nahegeht. Das ist so ehrlich. Und auch sehr musikalisch. Könnte es Lev Oborin sein? Wirklich? Wo haben Sie das denn ausgegraben? Ich dachte nie, dass er das aufgenommen hat. Er war ein genial begabter Musiker. Aber faul wie Oblomow (Titelfigur des Romans von Iwan Gontscharow, Anm. d. Red.). Er hat es sich nicht erlaubt, ein großer, weltberühmter Pianist zu werden, nicht aus Bescheidenheit, sondern einfach, weil er zu faul war. Essen und Trinken waren ihm wichtiger (lacht). Als mein Lehrer hat er natürlich eine große Rolle gespielt. Wenn ich zu ihm gekommen bin, dann hat er erst mit mir über Musik

und über Gott und die Welt zu sprechen begonnen (lacht). Und manchmal gingen so anderthalb Stunden um und ich hatte noch überhaupt nicht gespielt. Erst später habe ich verstanden, was ich von ihm in diesen Gesprächen und seinen Erzählungen bekommen habe. Das hat alles in mir nachgewirkt und war immer gut. Ja, da haben sie mich jetzt wirklich erfreut, dass es da eine Aufnahme gibt!

MODERN CLASSICAL MUSIC

PIANO POETEN

Konzert-TIPPs

Dortmund So. 4.3., 18:00 Uhr Konzerthaus Evgeni Koroliov (Klavier). Bach: Das Wohltemperierte Klavier Teil I BWV 846–869 Fürth Di. 20.3., 19:30 Uhr Stadttheater Zum 100. Todestag von Claude Debussy. Evgeni Koroliov (Klavier). Bach: 15 dreistimmige Sinfonien BWV 787–801, Mozart: Sonate F-Dur KV 332, Ravel: Sonatine, Debussy: Préludes (Auszüge aus Band I & II) Köln So. 25.3., 11:00 Uhr Kleiner Sendesaal des WDR Zum 100. Todestag von Claude Debussy. Evgeni Koroliov (Klavier). Debussy: Préludes I & II Potsdam So. 29.4., 18:00 Uhr Nikolaisaal Bach: Dreifach beflügelt. Evgeni Koroliov, Anna Vinnitskaya & Ljupka Hadzigeorgieva (Klavier), Kammerakademie Potsdam. Bach: Konzerte für zwei Klaviere BWV 1061–1064 & Brandenburgisches Konzert Nr. 1 F-Dur BWV 1046 Hamburg Mi. 9.5., 20:00 Uhr Elbphilharmonie (Großer Saal) Künstler & Programm siehe Potsdam Gifhorn So. 10.6., 18:00 Uhr Schloss (Rittersaal) Soli Deo Gloria. Evgeni Koroliov (Klavier). Werke von Bach

Drei neue exzellente Alben: Die Pianisten Federico Albanese, Marina Baranova und Friedrich Gulda vereinen die Lust am Experimentieren

CD-Tipp

Beethoven: DiabelliVariationen, Große Fuge B-Dur op. 134 u. a. Evgeni Koroliov & Ljupka Hadžigeorgieva (Klavier). tacet

und der Mut, Grenzen in der klassischen Musik einzureißen. www.neue-meister-music.com


multimedia Das Beste aus Radio, Fernsehen, Kino und Internet

3sat

Le Nozze di Figaro

Radio: Zum 90. Geburtstag von Christa Ludwig

Die etwas andere Primadonna

Sa. 3.3., 20:15 Uhr Oper Jahrzehntelang stand Giorgio Strehlers legendäre Figaro-Inszenierung auf dem Spielplan der Mailänder Scala, ehe sich 2016 Frederic ­Wake-Walker an eine Neuproduktion wagte. NDR

Der Traum des Kent Nagano So. 4.3., 8:00 Uhr Doku Der NDR beleuchtet Kent Naganos ungewöhnliche Projekte, mit ­denen er ein breiteres Publikum ansprechen und seinen Traum verwirklichen will, dass Klassik für jedermann zugänglich ist. Arte

Stars von morgen So. 11.3., 18:25 Uhr TV-Show Rolando Villazón empfängt diesmal die Flötistin Lucie Horsch, den Pianisten D ­ mitry Masleev, den Tenor Konu Kim und den Bratschisten Adrien La Marca.

Stand noch noch mit Maria Callas auf der Bühne: Christa Ludwig

D

ie Aufzeichnung ihrer Lebenserinnerungen, erschienen vor zwanzig Jahren, betitelte sie mit „... und ich wäre so gern Primadonna gewesen“. Dass Christa Ludwig dennoch ohne Zweifel eine

Arte

Die Musketiere im Damenstifte

40 concerti März 2018

ab Fr. 16.3., 18:05 Uhr, BR-Klassik Weitere Informationen: www.br-klassik.de

Online: In der Welt des Rundfunkchors Berlin

Requiem down under

F Mo. 26.3., 0:00 Uhr Operette Louis Varneys Operette wurde 2015 von Jérôme Deschamps an der Pariser Opéra Comique werkgetreu inszeniert – und vom Publikum begeistert aufgenommen.

solche Primadonna war, beweist BR-Klassik: Der Radiosender widmet der Mezzosopranistin zu ihrem 90. Geburtstag gleich vier Sendungen. Den Anfang macht am 16. März – Ludwigs Geburtstag – um 18:05 Uhr die Sendung „Klassikstars“, ab 20:05 Uhr werden Livemitschnitte mit ihr ausgestrahlt, ehe Christa Ludwig selbst am 17. März um 11:05 Uhr in „Meine Musik“ zu hören ist. Den Abschluss macht die Opernsendung „con passione“, die sich ganz auf Interpretationen Christa Ludwigs konzentriert.

ür seine Erfolgsproduktion human requiem wurde der Rundfunkchor Berlin bereits rund um den Globus gefeiert. Nun folgt der Chor der Einladung des „Adelaide Festival of Arts“ nach Australasien und präsentiert dort die Produktion von 2012, der Brahms’ Ein deutsches Requiem zugrunde liegt und die um choreografische

Elemente von Jochen Sandig und dem Team der Compagnie Sasha Waltz angereichert wurde. Wie es den Mitgliedern des Rundfunkchors auf der Reise in die Ferne ergeht, lesen Sie in unserer Facebook-Rubrik „In der Welt von ...“. Vom 13. bis 18.3. auf: www.facebook.com/ concertimagazin

Fotos: Pierre Groisbois, Angus McBean/Warner Classics, gemeinfrei

 TV-Tipps


Kino: Bernstein Celebration des Royal Ballet

Tanz zum Jubiläum

D

as kreative Genie Leonard Bernsteins wird auch vom Londoner Royal Ballet geehrt. Zum 100. Geburtstag des Komponisten und Dirigenten kommt ein Tanz-Triptychon auf die Bühne, das die Kompositionen des US-Amerikaners würdigt. Das Programm der „Bernstein Celebration“ – so der Titel des Abends – enthält zwei Weltpremieren von Wayne McGregor und Christopher Wheeldon sowie eine Wiederaufnahme von Liam Scarletts The Age of Anxiety („Das Zeitalter der Angst“) zu Bernsteins zweiter Sinfonie. Wayne McGregor arbeitet für seine Choreografie zu Bernsteins Chichester Psalms mit dem Künst-

 Radio-Tipps NDR Kultur

Eschenbach dirigiert Hindemith Fr. 2.3., 20:00 Uhr Konzert Das NDR Elbphilharmonie ­Orchester bringt Hindemiths ­Requiem mit dem sperrigen Titel When Lilacs Last in the Dooryard Bloom’d auf die Konzertbühne. WDR 3

Szene aus Liam Scarletts The Age of Anxiety

ler Edmund de Waal zusammen, während Christopher Wheeldon die Kostümierung dem vielfach ausgezeichneten Modedesigner Erdem ­Moraliog˘lu überlässt. Di. 27.3., 20:15 Uhr Teilnehmende Kinos: www.rohkinotickets.de

Madama Butterfly Sa. 3.3., 19:00 Uhr Oper live aus der MET Drei Jahre nach i­hrer Uraufführung kam die Oper 1907 auf den Spielplan der MET. Auch über hundert Jahre später gehört Puccinis Meisterwerk zum festen Repertoire an New Yorks Opernhaus. BR-Klassik

Von Berlin bis zum Broadway

Online: Dokumentarfilm Resonanzen über C. Bechstein

Einzigartige Instrumente

D

ie globalisierte Massenproduktion macht bekanntlich auch vor Musikinstrumenten nicht Halt. Klaviere und Flügel etwa werden seit Jahren zum größten Teil in Fernost gefertigt. Bleibt die Frage, was das Fabrikat eines traditionsreichen Instrumentenbauers überhaupt ausmacht. Genau genommen braucht man für die Beantwortung der Frage kaum mehr als 37 Minuten: So lange dauert der spannende wie erhellende Dokumentarfilm Resonanzen von Thomas Nitsch. Darin spürt der preisgekrönte Regisseur der Faszination des Klangs der Flügel aus der Manufaktur C. Bechstein nach, lässt berühmte Künstler zu

Wort kommen – und erschafft so mit diesem Film eine klangvolle Huldigung an die Einzigartigkeit jedes Flügels des Berliner Traditionshauses, das 1853 gegründet wurde.

Fr. 16.3., 19:05 Uhr Musik-­ Feature Nach dem Motto „gestern, heute, morgen“ beleuchtet das Feature Kurt Weills Musik­ theaterschaffen von den Vorbildern des Komponisten bis hin zu den heutigen Weill-Interpreten. Deutschlandfunk Kultur

Zum 100. Todestag Claude Debussys So. 25.3., 22:00 Uhr Musikfeuilleton Michael Dasche blickt im Gespräch mit dem Pianisten und Debussy-Experten Bernd Goetzke auf die teils widersprüchlichen Seiten des so streitbaren wie genialen Komponisten. Deutschlandfunk

Schöne Stimmen Startete als Ein-Mann-Betrieb: Carl Bechstein (1826–1900) Ab dem 1. März ist der Film online zu sehen auf: bechstein.com/film

Fr. 30.3., 23:05 Uhr Porträt Moderator Thilo Braun rückt mit Christoph Prégardien einen der gefragtesten Tenöre hierzulande in den Mittelpunkt der Sendung.

März 2018 concerti   41


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Diesen Monat neu auf concerti.de/lounge:

Sommersonnenklang Tipps Malta ist als paradiesisches ­Urlaubsreiseziel inzwischen längst kein Geheimtipp mehr. Immer mehr Touristen zieht es Jahr für Jahr auf die ­faszinierende Mittelmeerinsel südlich von Sizilien. Aber Malta hat nicht nur Sonne, Strand und Meer zu bieten, sondern auch viele und abwechslungsreiche Festivals. Wir stellen Ihnen die Festspielhöhepunkte der traumhaften Insel genauer vor.

Perfekte Fahrt, perfekter Sound Technik Wenn die Gewinner unserer Aktion „Mein Konzert mit Lexus“ zum Konzert chauffiert werden, wird der Künstler des Abends auf der Rückbank des Lexus sitzen und auch eine Playlist mit im Gepäck haben. Denn das Soundsystem von Mark Levinson muss man einfach mal genossen haben. Wir durften uns die High-End-Audioanlage vorab genauer anhören.

Umzug einer Supernanny Reportage Große Musicalshows sind nicht nur beeindruckend, sondern auch technisch sehr aufwändig. Trotzdem brauchte der Musical-Produzent Stage Entertainment nur gut drei Wochen, um Mary Poppins von Stuttgart nach Hamburg umziehen zu lassen. Wir ­begleiteten die logistische Meisterleistung und konnten dabei einen spannenden Einblick hinter die Kulissen ­gewinnen. 42 concerti März 2018

Verlag concerti Media GmbH Hammerbrookstraße 93 · 20097 Hamburg Tel: 040/22 86 886-0 · Fax: 040/22 86 886–17 info@concerti.de · www.concerti.de Herausgeber/Chefredakteur Gregor Burgenmeister (V.i.S.d.P.) Redaktion Jörg Roberts (Chef vom Dienst), Maximilian Theiss (Textchef, MT), Ninja Anderlohr-Hepp (Ressortleitung), Peter Krause (Ressortleitung Oper, PK), Sören Ingwersen (Textredaktion), Verena Kinle (Bildredaktion), Julia Hellmig (JH), Julia Oehlrich, Insa Axmann, Johann Buddecke (JB), Irem Çatı, Hannah Duffek, Nicolas ­Furchert, Nicole Korzonnek (NK) Autoren der aktuellen Ausgaben Frank ­Armbruster (FA), ­Christina ­Bauer, ­Irene ­Bazinger, ­Helge ­Birkelbach, ­Jakob ­Buhre, ­Roland H. ­Dippel (RD), C ­ hristoph ­Forsthoff ­Katharina ­von ­Glasenapp, ­Reinald ­Hanke, ­Christoph Kalies, ­Katherina Knees, ­Christian ­Lahneck (CL), S ­ abine ­Näher (SN), G ­ eorg ­Pepl, ­Helmut ­Peters, ­Teresa ­Pieschacón ­Raphael, ­Elisa ­Reznicek, ­Antje ­Rößler, ­Stefan ­Schickhaus, ­Christian ­Schmidt, ­Sigrid ­Schuer, ­Eckhard ­Weber (EW) Art Direktion/Gestaltung Tom Leifer, Heidi Meyer, Jörg Roberts, Frauke Schäfers, Matthias Hirt Produktion/Lithographie Alphabeta GmbH Druck & Verarbeitung Mayr Miesbach GmbH Anzeigen Felix Husmann (Verlagsleitung) Tel: 040/22 86 886-20 f.husmann@concerti.de Mirko Erdmann (Leitung Klassikveranstalter, Festivals & Musikindustrie) Tel: 040/22 86 886-16 m.erdmann@concerti.de Gabriele Heesen (Klassikveranstalter & Marken) Tel: 040/22 86 886-32 g.heesen@concerti.de Heidi Meyer (Anzeigen- und Vertriebsassistenz) Tel: 040/22 86 886-18 h.meyer@concerti.de Melanie Berndt (Anzeigendisposition) Tel: 040/22 86 886-27 m.berndt@concerti.de

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Fotos: kirkandmimi/gemeinfrei, Toyota Deutschland GmbH, Stage entertainment

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I H R E S C H Ö NST E YAC H T D E R W E LT

„Kein Geschenk der Welt könnte schöner sein, als in seinen Armen Walzer zu tanzen. Ob damals auf unserer Hochzeit oder heute mitten auf dem Pazifik.“

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concerti Ausgabe Hessen März 2018  

concerti - Das Konzert- und Opernmagazin mit Regionalteil für Hessen.

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