ComputerWorks GmbH - Magazin 2013/1

Page 1

magazin ComputerWorks

2013

AUSGABE 1

BOLLES+WILSON: Kreative Architektur aus Münster Seite 4 Open BIM und Vectorworks Seite 7 Traumgärten von Zinsser Seite 10

BOLLES+WILSON: Raakspoort, Haarlem, NL (Foto: © Christian Richters)


Diagon

www.girsberger.com/diagon


magazin ComputerWorks

2013

AUSGABE 1

4

Anwenderbericht Atmosphärische Visualisierung aus CINEMA 4D © Marco Venturelli

Editorial PDFs für den Auftraggeber, DXFDateien für den Planungspartner, JPEG-Fotos von der Maßaufnahme, DWG-Pläne für Behörden: Dateien in anderen Formaten einzulesen und zu exportieren gehört für viele zum Planungsalltag. Und nicht immer klappt alles so reibungslos, wie man es gerne hätte, denn ein erfolgreicher Daten- Carlos P. Lüthy Geschäftsleitung ComputerWorks austausch zwischen zwei verschiedenen Programmen will sorgfältig auf diese abgestimmt sein. Deshalb investieren Nemetschek Vectorworks und Maxon wie viele andere Softwarehersteller einiges an Geld und Energie in die Weiterentwicklung ihrer Schnittstellen. Zwei wichtige Austauschformate beleuchten wir in diesem Heft etwas genauer: Die dynamische Schnittstelle, die den Austausch zwischen Vectorworks und CINEMA 4D regelt, wurde stark verbessert. Wir zeigen auf, was das bedeutet und geben eine Reihe von Hinweisen, wie Sie am besten vorgehen, um aus einem Vectorworks-Modell ohne Umschweife eine atemberaubende Visualisierung in CINEMA 4D rendern zu können. Und wir berichten über IFC, das Austauschformat, das es ermöglicht, dass alle an einem Bauprojekt Beteiligten mit unterschiedlichen Programmen sich effizient an einem BIM-Projekt beteiligen können. Wenn Ihnen das zu technisch ist, lesen Sie, wie BOLLES+WILSON in ihrer Architektur eine Symbiose zwischen Alltäglichem und Außergewöhnlichem erreichen. Oder wie die Planer bei der Zinsser KG in Uelzen vorgehen, damit ihre Gärten ein kleines Paradies werden für Familie und Freunde und eine Oase der Erholung.

BOLLES+WILSON 7

Open BIM und Vectorworks

8

Reibungslose Zusammenarbeit von Vectorworks und CINEMA 4D

10

Wie plant man den perfekten Traumgarten?

12

Vectorworks Know-how: Linienarten verwalten

13

SimTread – Personenströme simulieren mit Vectorworks

14

Aktuelle Kurzmeldungen

15

Vectorworks Spotlight News

15

Support Impressum


Hohe Architekturqualität aus Münster: BOLLES+WILSON computerworksmagazin

4

Ob Projekte in Japan, Australien, Deutschland, Großbritannien oder den Niederlanden, BOLLES+WILSON aus Münster sind international bekannt für hohe Architekturqualität und kreative Ideen. In ihren aktuellen Projekten haben sie es geschafft, das Rathaus in Haarlem mit einem Kino unter ein Dach zu bringen und eine Seenlandschaft auf einem Lagergebäude zu bauen. Die Mitarbeiter des Münsteraner Architekturbüros BOLLES+WILSON arbeiten mit einem großartigen Blick auf den Hafen von Münster. Besucht man das Büro am Hafenweg, dann erkennt man schnell, welche Architektursprache dort gesprochen wird. Gegründet in London, wird das Büro seit drei Jahrzehnten von den Gründungspartnern Prof. Julia B. Bolles-Wilson und Peter L. Wilson geprägt und geleitet. Ob kulturelles Programm, Wohnen/Gewerbe, Einzelhandel/Entertainment oder öffentliche Gebäude – die Bandbreite an Projekten ist sehr groß, viele davon entstehen in internationaler Kooperation. Rathaus mit Kino in Haarlem Eigentlich passen ein Rathaus und ein Multiplex-Kino nicht wirklich zusammen. Doch im

niederländischen Haarlem findet man genau das. Der komplexe funktionale Mix aus Politikzentrale und Kulturstätte erhebt sich wie ein Denkmal am ehemaligen Stadtgraben von Haarlem. BOLLES+WILSON haben es geschafft, diese ungewöhnliche Kombination eindrucksvoll zusammenzubringen. „Wir verstehen Architektur als Symbiose zwischen Alltäglichem und Außergewöhnlichem“, beschreiben die Bürogründer ihre Entwurfsphilosophie. Einer von vielen Gründen, weshalb sie das Großprojekt Raakspoort gerne annahmen. „Don‘t forget the clock tower“ Insgesamt 10 Jahre dauerte es beim Raaks Projekt, bis das finale Ensemble vom städtischen Masterplan über eine Reihe von

BOLLES+WILSON: Raakspoort - Rathaus und Multiplex-Kino, Haarlem, NL (Foto: © Christian Richters)

Workshops und Programmüberarbeitungen fertiggestellt wurde. Von Anfang an war BOLLES+WILSON bei diesem dichten und hoch urbanen Quartierumbau mit dabei. In der langen, komplexen Projektgeschichte wurde die Nutzung und Funktion der Gebäude immer wieder neu definiert. So wurde aus dem geplanten Kasino schließlich ein Rathaus, für das der Stadtrat Chris van Velzen die Anweisung ausgab: „Don’t forget the clock tower“. Mit Vectorworks 1:1 umsetzen Ständiger Helfer während der kompletten und jahrelangen Projekt- und Planungsphase: Vectorworks Architektur. „Man kann unsere Arbeitsweise nicht systematisieren. Man muss den Ort studieren und eine Idee reifen lassen“, erklärt Peter L. Wilson seine Entwurfsmethodik. Nach der Idee folgt dann die Planung am Rechner. Die intuitiven Werkzeuge von Vectorworks ermöglichen sowohl die Erstellung von grafisch überzeugenden Präsentationsplänen und Layouts als auch ausgefeilte technische Planungen bis ins Detail.


computerworksmagazin

5 ±0

Entwurf der Klinkerfassade des Neubaus mit Uhrenturm mit Hilfe von Vectorworks (© BOLLES+WILSON)

Axel Kempers erinnert sich: „Die Klinkerfassade konnten wir mit den Texturen von Vectorworks sehr realistisch darstellen. Sieht man nun das fertige Gebäude vor Ort, hat man das Gefühl, dass die Planung 1:1 umgesetzt wurde.“ Herr Kempers ist Architekt bei BOLLES+WILSON und die erste Anlaufstelle für viele Fragen zu Vectorworks. Er erklärt: „Wir organisieren unsere Projekte nach einer möglichst

einheitlichen und übersichtlichen Struktur auf dem Server. So finden alle im Büro die gesuchten Dateien schnell und unkompliziert wieder. Eine möglichst geringe Zahl an Planungsdateien ermöglicht in allen Planungsphasen effizientes Arbeiten.“ 3D wird wichtiger Die Techniken der Entwurfsplanung werden bei BOLLES+WILSON ständig verbessert und weiterentwickelt, denn gerade bei Wettbewerben ist es wichtig, dass sich potenzielle Auftraggeber das geplante Ergebnis so gut wie möglich vorstellen können. Vectorworks Architektur bietet die Möglichkeit, auf

Basis eines intuitiv generierten 3D-Modells alle weiteren 2D- und 3D-Darstellungen aufzubauen und diese fortwährend im Prozess aktualisieren und weiterentwickeln zu können. Stephanie Eickelmann, Architektin und PR-Beauftragte im Büro, erzählt: „Gerade bei Wettbewerben nutzen wir immer mehr diesen Workflow und das funktioniert absolut reibungslos. 3D wird für uns immer wichtiger, vor allem für das vernetzte und automatisierte Erstellen von Ansichten und Schnitten. Die Schnittstelle von Vectorworks, Renderworks und CINEMA 4D wollen wir noch intensiver kennenlernen und nutzen.“

+4 Lageplan für den Quartierumbau (© BOLLES+WILSON)

1

5

10

+0 16%

16%

16%

1

5

10

8x18,3/24

1

5

10

-1

=


computerworksmagazin

6

Foto: © Markus Hauschild

Warenlager und See in einem Eine ganz besondere Aufgabe stellte sich für das Büro bei der Planung eines neuen Gebäudes für die Möbelhauskette RS+Yellow. BOLLES+WILSON war zuständig für die komplette Planung und Bauleitung. „In der damaligen Entwurfsphase waren einige Funktionen neu bei Vectorworks und die konnten wir sehr gut in das Projekt einfließen lassen,“ erinnert sich Cornelia Kober, Bauzeichnerin bei der Erweiterung des Lager- und Distributionszentrums. „Vor allem bei Ansichten bietet Vectorworks hier tolle Möglichkeiten mit den Rasterbildfüllungen, Transparenzen und Schatten.“

Das Dach ist ein See Das Ergebnis der langen Planung: Ein Gebäude mit Überraschungseffekt. Auf den ersten Blick fällt einem bei dem Lagergebäude die besondere Fassadengestaltung auf. Doch betritt man die Räume in der oberen Etage, schaut man auf einen wunderschönen See. Durch eine Feuerwehrübung wurde die Dachfläche zu einem 45 x 55 m großen reflektierenden Pool geflutet, dessen Ränder so präzise ausnivelliert wurden, dass keinerlei Beckenrand erkennbar ist; das Wasser scheint am Ende über den Rand zu laufen. Unterwasserschwellen bilden Segmente, die Wellen bei Unwetter so verhindern, dass nicht alles Wasser auf einmal überläuft. Die Fassade des Bürobereiches wurde zum Dachsee hin komplett in Glas ausgebildet,

Ein echter Hingucker: Bambuspflanzen auf dem Wasserdach des Gebäudes RS+Yellow Distributionszentrum, Münster (Foto: © Christian Richters)

so dass Außen- und Innenbereich ineinander überzugehen scheinen. Vor der großen Glasfassade befindet sich ein Holzsteg, der in eine große Holzterrasse inmitten des Wassers endet. Für das Projekt wurde BOLLES+WILSON mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Fassadenpreis 2010. Individuelle Lösungen Zur Zeit sind viele Mitarbeiter des Büros mit der Planung für die IBA-Hamburg 2013 (Ärztehaus und Inselakademie) und der Nationalbibliothek in Luxemburg beschäftigt. BOLLES+WILSON bleiben sich auch dort ihrer Linie treu: tolle Pläne, individuelle Lösungen mit sorgfältiger Betrachtung des kulturellen und des urbanen Kontextes und viel Freude bei der Arbeit.


Open BIM und Vectorworks BIM (Building Information Modeling) ist ein neuer Ansatz, um Gebäude zu planen und zu realisieren. Viele sehen dies als nächsten logischen Schritt, der dem Erstellen von zwei- und dreidimensionalen Plänen folgt. Kern des Planens nach der BIM-Methode bildet ein dreidimensionales Modell, dessen einzelne Bestandteile klar mit ihrer Funktion identifizierbar sind. Sechs Flächen, die eine Stütze bilden, sind also nicht nur eine Gruppe von Polygonen (wie in DXF), sondern können vom CAD und anderen Programmen als Stützen erkannt werden. Darüber hinaus bestehen in BIM-Modellen Beziehungen zwischen den einzelnen Bauteilen: Ein Fenster „weiß“, zu welchem Raum es gehört. Und schließlich kann ein BIM-Modell weitere Gebäudedaten enthalten, wie etwa die Anzahl Benutzer eines Raumes, was für das Facility Management oder Evakuierungssimulationen interessant ist. Während in den USA, in Norwegen, Finnland, Dänemark und Singapur öffentliche Auftraggeber bereits ein BIM-Modell vorschreiben und in Großbritannien und Malaysia ähnliche Bestrebungen in Gang sind, scheint hierzulande die Planung nach BIMStandards noch kaum ein Thema zu sein. Wenn BIM die Zusammenarbeit von zwei oder mehr am Bau beteiligten Disziplinen einschließt, spricht man von Big BIM. Einer der wichtigen Vorteile von Big BIM ist, dass z. B. der Architekt den anderen Beteiligten 3D-Modelle zur Verfügung stellen kann, die nicht nur zur visuellen Kontrolle dienen, sondern wirklich weiter verwendbar sind. Beispielsweise erhält der Bauingenieur vom Architekten ein Modell, wo die für ihn relevanten Bauteile wie Stützen, Decken, Träger von seinem Programm erkannt werden, so dass er nicht das ganze Modell von Anfang an neu aufbauen muss. Der Bauingenieur

kann nun beispielsweise Änderungen an Stützen und Böden vornehmen und diese dem Architekten zurückgeben, der sie einliest und seine Pläne wiederum anpasst. Geht man einen Schritt weiter, können der Architekt und die anderen Planungsbeteiligten ihre Modelle auch in einer sogenannten Model-Checker-Software zusammenführen und auf Fehler überprüfen. Ein Programm wie Solibri listet z. B. automatisch Kollisionen zwischen Bauteilen wie einem Lüftungsrohr mit einem Träger auf. Modifiziert lassen sich mit solchen Model-Checker-Programmen an einem BIM-Modell auch Analysen zur Einhaltung von Brandschutzvorschriften vornehmen, Evakuierungssimulationen durchführen und ähnliches.

Ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche BIM-Planung ist daher ein funktionierender Datenaustausch zwischen den Softwareanwendungen, die bei den verschiedenen Planungsbeteiligten zum Einsatz kommen. Um dies möglich zu machen wurde buildingSMART International ins Leben gerufen, eine globale Initiative von Behörden, Lehranstalten und Unternehmen, darunter die GSA, eine US-Behörde, die für die Verwaltung von über 8000 Bundesgebäuden zuständig ist oder Statsbygg in Norwegen. Zu den Partnern, die am Open BIM-Programm

BIM in der Praxis: Luis M. Ruiz zeigt anhand des realen Projekts Arboleda building in Santo Domingo, dass eine Open BIM-Planung mit Vectorworks und anderen Bauprogrammn praktikabel ist.

von buildingSMART International teilnehmen gehören aber auch Graphisoft, Nemetschek Vectorworks, Allplan, Scia sowie Tekla u.a. Gegründet wurde Open BIM mit dem Ziel, den Datenaustausch von Gebäudemodellen zwischen verschiedenen Bau-Applikationen zu optimieren und dessen Qualität zu garantieren. Der funktionierende Datenaustausch zwischen Bauprogrammen verschiedener Hersteller erfolgt über das Austauschformat IFC (Industry Foundation Classes). Eine Planung nach BIM-Standards mit Vectorworks Architektur ist keineswegs Zukunftsmusik. Dass bereits heute eine umfassende Big-BIM-Planung mit Vectorworks möglich ist, zeigt Architekt Luis M. Ruiz, der bei Nemetschek Vectorworks als Experte für den Bereich Collaboration and Open BIM Planning zuständig ist. Ruiz hat eine BIMPlanung am Beispiel eines 13-stöckigen städtischen Mehrfamilienhauses durchgespielt. Das Architekturteam arbeitete bei diesem Projekt integral zusammen mit dem Bauingenieur, dem HLKS-Planer, dem Energieberater und dem Facility Manager. Ruiz hat aufgezeigt, wie eine Big-BIM-Planung, bei der die an der Planung Beteiligten mit Produkten unterschiedlicher Hersteller arbeiten, funktionieren kann. Der Nachweis, dass das IFC-Format die Aufgabe des Datenaustauschs zwischen den Beteiligten erfüllen kann, zeigt, dass die Bemühungen von Nemetschek Vectorworks, buildingSMART und Open BIM Früchte tragen.


Reibungslose Zusammenarbeit von CINEMA 4D und Vectorworks computerworksmagazin

8

Renderworks ist gut, CINEMA 4D ist besser, sagt sich zu Recht, wer seine Projekte mit Spitzenvisualisierungen richtig in Szene setzen will. Vectorworks bietet dafür eine dynamische Schnittstelle, mit der die beiden Programmen nahtlos ineinandergreifen. Ein VectorworksModell in CINEMA 4D effizient mit Materialien zu versehen, auszuleuchten und zu rendern ist einfacher denn je. Lesen Sie, wie‘s geht. Seit Version 2011 die CINEMA 4D Render Engine für Renderworks einführte, ist es möglich, direkt in Vectorworks wirkungsvolle Visualisierungen anzufertigen. Wer dagegen mit CINEMA 4D unterwegs ist, z. B. mit dem für Architekturbilder optimalen CINEMA 4D Visualize, kann noch einige Register mehr ziehen. Viele Hilfsmittel in CINEMA 4D versetzen auch Nicht-Profis in die Lage, mit kleinem Aufwand große Effekte zu erzielen. Das SKYTool taucht mit wenigen Einstellungen den Hintergrund in eine dramatische Atmosphäre mit Wolken, Sonne, Mond und Sternen. Die Shift-Kamera lässt vertikale Kanten ohne perspektivische Verzerrung exakt senkrecht stehen – eine raffinierte Korrektur für Gebäude. Tiefenschärfe, Photomontagen, Blendenflecken, Caustics, leuchtende Materialien und mehr sind weitere Effekte in CINEMA 4D, die einfach umsetzbar sind und mit denen Sie Bilder erstellen wie die Profis. Damit man sein CINEMA 4D voll nutzen kann, bietet Vectorworks eine dynamische Schnittstelle für die optimale Zusammenarbeit zwischen den beiden Programmen. Dynamisch bedeutet, dass auch nachträgliche Bearbeitungen in Vectorworks nach dem Export in CINEMA 4D kontrolliert ins Rendering übertragen werden können. Nicht nur Materialien und Lichtquellen werden auf Wunsch aus Vectorworks reibungslos an CINEMA 4D übergeben, sondern ebenso die Vectorworks-Planstruktur, also Ebenen, Klassen, Gruppen und Symbole, die sinnvoll in die entsprechenden CINEMA 4D-Strukturen „übersetzt“ werden.

© www.meusch.com

Vectorworks bietet zwei Exportbefehle. Während „Export CINEMA 4D“ konventionell eine Datei im .c4d-Format erzeugt, überträgt der Befehl „Mit CINEMA 4D öffnen“ den Inhalt einer Vectorworks-Datei direkt in eine CINEMA 4D-Datei. Vor allem funktioniert das auch mit einer schon bestehenden CINEMA 4D-Datei, so dass mit diesem Befehl nachträgliche Änderungen am Vectorworks-Modell in eine bestehende CINEMA 4D-Datei übertragen werden, diese also aktualisiert wird. Der Befehl übersetzt Ebenen aus Vectorworks in sogenannte CINEMA-4D-Null-Objekte, Vectorworks-Klassen werden zu Ebenen. Weiter werden Farben und Materialien übertragen, die in Vectorworks den Objekten zugewiesen wurden, ebenso Lichtquellen, Umgebungen, Gruppen, Symbole und mehr. Das ist insbesondere beim nachträglichen Zuweisen von Materialien in CINEMA 4D eine große Hilfe.

Effizient CINEMA 4D-Materialien zuweisen Gar nichts muss man tun, wenn in Vectorworks bereits Renderworks-Materialien zugewiesen wurden und mit diesen in CINEMA 4D gerendert werden soll: Diese Materialen werden mitsamt ihren Namen exportiert. Haben Sie Wänden mit Renderworks das Material „Backstein“ zugewiesen, erscheinen sie auch in CINEMA 4D mit dieser Backsteintextur.

Stimmungsvolle Wetterlagen erstellt mit dem Sky-Tool in CINEMA 4D Visualize

Wenn man ein Modell nach CINEMA 4D exportiert, möchte man aber meist die Spitzenmaterialien von CINEMA 4D verwenden. Um Objekte in CINEMA 4D mit solchen Materialien auszustatten, stehen mehrere komfortable Möglichkeiten zur Verfügung. Grundsätzlich müssen ja einfach alle Objekte, die ein bestimmtes Material aufweisen sollen, in CINEMA 4D irgendwie zusammengefasst sein. Wollen oder können Sie Objekten in Vectorworks keine Materialien zuweisen, lässt sich die Materialdefinition auch über die Klassen der Objekte steuern. Das heißt, Sie legen alle Objekte mit dem gleichen Material in einer Klasse ab, z. B. Fensterscheiben in der Klasse „Glas“, Fensterrahmen in „Aluminium“ usw. Achten Sie darauf, dass im Dialogfenster „Klasse bearbeiten“ im Bereich „Graphische Der Name der Klasse wird zum Namen des Materials in CINEMA 4D, das nun mit wenigen Klick ausgetauscht werden kann.


© Marco Dattilo - www.marcodattilo.com Die Tipps & Tricks Nummer 56, 66 und 67 enthalten praktische Informationen zum Vorgehen beim Datenaustausch zwischen Vectorworks und CINEMA 4D. Zu finden im Bereich „Training“ im Vectorworks Service Select-Portal (http://serviceselect.vectorworks.net)

Attribute“ die Option „Automatisch zuweisen“ eingeschaltet ist. Dann wird beim Export automatisch ein Material mit dem Namen der Klasse angelegt. Jetzt müssen Sie nur noch den gewünschten CINEMA-Shader für Fensterglas auf das importierte „Glas“ ziehen und ein geeignetes Metall auf „Aluminium“ (siehe unten), und die Fenster in der Datei sind korrekt materialisiert. Genau gleich funktioniert das, wenn Sie Objekten mit dem gleichen Material in Vectorworks eine Farbe mit Namen zuweisen („Ziegelrot“). Auch für eine solche benannte Farbe wird in CINEMA 4D beim Import automatisch ein eigenes Material mit gleichem Namen angelegt. Wenn Sie weder RenderworksMaterialien, noch Klassen, noch benannte Farben für die Materialisierung in Vectorworks verwendet haben, werden in CINEMA  4DMaterialien angelegt, die den Namen des RGB-Werts der verwendeten Farben tragen: „Farbe (0, 8, 15)“. Fassen wir zusammen: Arbeiten Sie mit Renderworks-Materialien, erscheinen diese als CINEMA-4D-Materialien. Haben Sie Ihren Objekten stattdessen Farben zugewiesen, erzeugt CINEMA 4D Materialien mit dem Namen der Farbe. Arbeiten Sie in Vectorworks mit automatisch zugewiesenen Klassenattributen, erhalten die Materialien den Namen der Klasse.

Materialien einfacher austauschen Das Praktische an der dynamischen Schnittstelle ist, dass Sie jederzeit Änderungen, die Sie nachträglich in Vectorworks am Modell vorgenommen haben, durch Wählen des Befehls „Mit CINEMA 4D öffnen“ in eine beste-

hende Visualisierung übertragen können und Ihre ganze Bearbeitung in CINEMA 4D erhalten bleibt: Ausgetauschte Materialien ebenso wie Einstellungen der Beleuchtung, des Himmels, hinzugefügte Objekte usw. In einigen Wochen erscheint ein neues Zwischenupdate von CINEMA 4D (SP3), mit dem das Materialisieren und Aktualisieren noch eleganter wird: Nehmen wir an, Sie haben den Außenwänden in Vectorworks ein Material namens „Grau“ zugewiesen (oder eine solche Klasse oder Farbe). Sie haben nun die Möglichkeit, in CINEMA 4D dieses Material „Grau“ durch ein CINEMA 4D-Material zu ersetzen, indem Sie im Material-Manager (üblicherweise unten im Programmfenster) mit gedrückter Alt-Taste das neue Material darauf ziehen, nennen wir es „Beton“. Wenn Sie den gleichen Schritt ausführen, während Sie die Alt- und die Befehlstaste (Mac) bzw. Alt- und Kontrolltaste (Win) gedrückt halten, werden ebenfalls allen „Grau“-Objekten in der Datei die Eigenschaften von „Beton“ zugewiesen, aber das Material heißt nicht „Beton“, sondern immer noch „Grau“. Das Material wurde quasi geändert statt ersetzt. Der entscheidende Vorteil: Wenn Sie die Datei in Vectorworks nachbearbeiten und mit dem Befehl „Mit CINEMA 4D öffnen“ im Maxon-Renderer aktualisieren, werden automatisch auch neue oder veränderte Objekte mit dem Material „Grau“ mit dem CINEMA 4DBeton dargestellt. Auf die gleiche Art wird ein Material übrigens geändert, wenn Sie es aus dem Content Browser (üblicherweise rechts im Programmfenster) auf „Grau“ im Material Manager ziehen. Wenn Sie den Befehl „Mit CINEMA 4D öffnen“ wählen, können Sie in einem Dialogfens-

ter genau bestimmen, welche Änderungen Sie übertragen wollen und welche nicht. So verhindern Sie natürlich, dass Einstellungen in Vectorworks den erzielten Fortschritt in CINEMA 4D überschreiben. Sie können also Materialeinstellungen, die Beleuchtung, Umgebung usw. vom Export ausschließen, so dass zum Beispiel nur die Geometrie der Datei in CINEMA 4D aktualisiert wird, um etwa neue Objekte in die CINEMA 4D-Datei zu übertragen.

Material Exchanger Gibt es bestimmte Materialien in CINEMA 4D, mit denen Sie immer wieder arbeiten, bietet es sich an, mit dem Befehl „Material Exchanger“ zu arbeiten. Damit können Sie mit wenigen Mausklicks alle Materialien in einer Datei gegen hochwertige CINEMA 4D-Materialien austauschen. Legen Sie dafür eine Material-Datei an mit den Materialien, die Sie üblicherweise verwenden, wie Ihr Lieblingsparkett, Beton, Glas usw. Sobald Sie in CINEMA 4D im Menü „Funktion“ des Material Managers den Befehl „Material Exchanger“ wählen, werden alle vorhandenen gleichnamigen Materialien in der .c4d-Datei in einem Schritt durch diejenigen der Material-Datei ersetzt. Sie müssen nur darauf achten, dass die Namen der Materialien gleich sind. Das Service Pack 3 von CINEMA 4D, das die hier beschriebenen Neuerungen enthält, ist bei Redaktionsschluss auf Mitte Mai angekündigt. Übrigens: Wenn Sie Renderworks besitzen, können Sie CINEMA 4D bei ComputerWorks zu günstigen Bundle-Konditionen beziehen. (www.computerworks.eu/c4d)


Wie plant man den perfekten Traumgarten? computerworksmagazin

10

Ob Barfußpfad, Atriumgarten oder Pools in allen Variationen – die Zinsser KG in Uelzen gestaltet individuelle Gartenparadiese mit Vectorworks Landschaft. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb ist auf kreative, ästhetisch ausgereifte Privatgärten spezialisiert. Die Zinsser KG ist eines der ältesten Familienunternehmen in Uelzen. Die Firma wurde 1894 als reine Baumschule gegründet und blieb seither in Familienhand. Heute wird sie von der Gartenarchitektin Christine Schaller und dem Landschaftsgärtner Stefan Schaller geleitet. Seit Mitte der 90er Jahre bauen sie den Garten- und Landschaftsbau auf. Dabei haben sie nicht nur die Angebotspalette erweitert, sondern auch die technische Umsetzung modernisiert. Innovative Planung Gerade im Privatgartenbereich haben sich die Anforderungen sehr stark geändert. Wo früher erklärt wurde, punkten Christine und Stefan Schaller heute mit überzeugenden Plänen. „Unsere landschaftsgärtnerischen und planerischen Dienstleistungen sind technisch ausgereift und innovativ.“

„Dank Vectorworks Landschaft können wir unsere Ideen auch zeichnerisch wunderbar darstellen und planen.“ Christine Schaller, Gartenarchitektin

Traumgärten zum Greifen nah „Unsere Gärten sind Oasen der Erholung für die Familien und den Freundeskreis und sie machen den Besitzer stolz“, erzählt Christine Schaller. Genau dieses Gefühl rufen auch die Pläne hervor, denn einmal einen gut gezeichneten Plan in der Hand, können sich die Kunden den neuen Traumgarten besser vorstellen und haben gleich den Wunsch, das Gezeichnete auch umzusetzen. „Häufig reicht den Kunden ein professioneller 2D-Plan. Auf Wunsch erstellen wir aber auch gerne 3D-Pläne mit verschiedenen Kameraansichten, die das Erleben des Gartens noch eindrucksvoller gestalten.“

Mit 3D-Plänen können sich Kunden ihren neuen Garten noch besser vorstellen (© Zinsser KG)

Ausschnitt aus konzeptionellem Masterplan für 6th of October City bei Kairo

Individualität und Anspruch Es gibt eigentlich keine Planungsaufgaben, die die Schallers nicht mit Vectorworks lösen. Vom eindrucksvollen Entwurfsplan bis zum exakten Ausführungsplan nutzen sie das Programm inzwischen für alles. Jeder Garten ist einmalig. Lage, Typografie, Boden, Klima und Blickbeziehungen geben den Grundton vor. „Gerade weil wir sehr individuell arbeiten und jeder unserer Gärten unsere ganz besondere Handschrift trägt, arbeiten wir gerne mit Vectorworks.“

Auch die Erstellung von Kundenvideos wird mit Hilfe von Vectorworks Landschaft realisiert.


computerworksmagazin

11

Individuelle Gartenplanung mit Liebe zum Detail dank Vectorworks (© Zinsser KG)

Christine Schaller zeichnet inzwischen fast nichts mehr mit der Hand: „Jedes kleine Detail kann ich ganz schnell mit Vectorworks zeichnen. Und das Tolle: Auch die Büroorganisation wird einfacher. Denn da ich alles abspeichern kann, finde ich auch nach Jahren alle Pläne wieder. Auf lange Sicht gesehen, spare ich mit Vectorworks viel Zeit.“ Absicherung und Ausführung Die Gartenplanung ist ein wichtiges Kommunikationsmedium zwischen Kunden und Landschaftsbaufirma. Noch vor Baubeginn können kniffelige Probleme ausgeräumt werden. Mit einem gut lesbaren, maßstäblichen Entwurf mit Vectorworks können wichtige Informationen in trockenen Angebotstexten nicht verloren gehen. „Ein guter Plan ist auch für die reibungslose Abwicklung auf der Baustelle oder für eine Realisierung in Teilabschnitten unerlässlich.“ Den Plan bekommt der Kunde meist im PDFFormat. Christine Schaller lässt ihn sich dann so vom Kunden bestätigen. „Das ist sowohl für ihn als auch für uns eine wunderbare Absicherung für die zu leistende Arbeit.“ Liebevolle Detailarbeit Pflanzen sind das Herzstück eines jeden Gartens. „Auf Basis des Entwurfplans entwickeln wir ein individuell abgestimmtes Be-

pflanzungskonzept,“ erklärt Christine Schaller. Gerade bei der Detailarbeit ist ihr Vectorworks Landschaft besonders hilfreich. „Ob die grandiose Spiegelung im Wasser oder der Röntgenblick, der es mir ermöglicht zu schauen, was hinter den Mauern, Hecken oder Pflanzen ist – durch die einfache Handhabung macht es einfach Spaß, die Dinge direkt am Computer zu entwickeln und zu verändern.“ Gärtner von Eden Die Zinsser KG ist Mitglied der Genossenschaft „Gärtner von Eden“, ein Zusammenschluss von rund 60 Garten- und Land-

schaftsbaubetrieben, die sich zur Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards verpflichtet. „Gemeinsam mit sechs anderen Firmen der Genossenschaft haben wir eine 3D-Schulung bei Marvin Säuberlich von CADLIFE in Hamburg gemacht“, erinnert sich Christine Schaller. Danach hat sie zusammen mit Daniela Toman von der Firma Lütkemeyer 2D/3D-Hybrid-Symbole entwickelt und Kundenvideos mit Hilfe von Vectorworks realisiert. „Sich diese anfängliche, umfangreiche Arbeit zu teilen, ist einfach praktisch und um ein Vielfaches leichter, da wir als Gärtner von Eden am gleichen Strang ziehen.“


Vectorworks Know-how: Linienarten verwalten computerworksmagazin

12

Linienarten lassen sich seit Vectorworks 2013 frei mit 2D-Objekten, Füllungen und Text gestalten. Außerdem gehören sie neu zum Zubehör. Dadurch wird es u. a. möglich, die eigenen Standard-Linienarten allen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Linienarten sind seit Vectoworks 2013 Zubehör und werden über die Zubehörpalette verwaltet. Den Objekten zugewiesen werden sie nach wie vor über die Attributpalette, wahlweise auch per Drag and Drop über die Zubehörpalette. Im Einblendmenü „Linienart“ der Attributpalette finden Sie alle Linienarten, die Ihnen in einem Dokument zur Verfügung stehen. Dieses Einblendmenü erscheint, wenn Sie im Einblendmenü „Stift“ den Eintrag „Linienart“ wählen. Oberhalb der Trennlinie finden Sie alle Linienarten, die Sie im betreffenden Dokument bereits verwendet haben. Diese Linienarten sind im aktuellen Dokument gespeichert und deshalb auch in der Zubehörpalette zu sehen. Unterhalb der Trennlinie werden sämtliche Linienarten angezeigt, die sich in den Vorgabedokumenten in einem der drei Bibliotheksordner „Linienarten“ befinden (z. B. ~/Vectorworks/Bibliotheken/Linienarten).

Linienarten definieren Über das Kontextmenü der Zubehörpalette können Sie eigene Linienarten definieren. Dabei haben Sie die Wahl zwischen einfachen Strichlinien oder komplexen Linienarten, die auf gezeichneten 2D-Objekten beruhen, wie z. B. Kreisen, Rechtecken, Texten usw. Das Aussehen der einfachen Linienarten wird im Dialogfenster „Linienart anlegen“ definiert. Die komplexen Linienarten werden ähnlich erzeugt wie Mosaike: Zeichnen Sie dazu einfach im Linienarten-Bearbeiten-Modus die Objekte, aus der sich die Linienart zusammensetzen soll. Sie können beliebige 2D-Objekte, einschließlich Füllungen und Text, verwenden (allerdings keine Symbole oder Intelligenten Objekte). Beachten Sie, dass Sie beim Zeichnen der Linienobjekte zwar die Füllfarbe der einzelnen Elemente festlegen können. Die Linienfarbe und -dicke werden jedoch über die Attributpalette definiert. Dies erlaubt größere Flexibilität, z. B. um mehrere Objekte mit der gleichen Linienart, aber mit unterschiedlichen Linienfarben anzuzeigen.

Oberhalb der Trennlinie finden Sie die Linienarten des Dokuments, darunter alle Linienarten aus den Bibliotheksvorgaben.

Vorgabe-Linienarten Wollen Sie Ihre StandardLinienarten in jedem Dokument zur Verfügung haben, können Sie ein Vorgabedokument anlegen, das alle gewünschten Linienarten enthält. Legen Sie dazu ein Dokument an, dass neben Ihren Standard-Einstellungen auch Ihre Standard-

SAG

SAG

SAG

SAG

SAG

SAG

SAG

Linienarten definieren über das Dialogfenster „Linienart anlegen“

Linienarten enthält und sichern Sie dieses Dokument mit dem Befehl „Als Vorgabe sichern“ im Ordner „Vorgabedokumente“ in Ihrem Vectorworks-Benutzerordner. Sollen die Standard-Linienarten allen Mitarbeitern als Vorgaben zugänglich sein, können Sie diese auch auf Ihrem Server in einem Arbeitsgruppenordner abspeichern. Achten Sie dabei darauf, dass die Ordnerstruktur derjenigen des Programmordners entspricht (Unsere Bürostandards/Bibliotheken/Linienarten). Über den Reiter „Dateiablage“ im Dialogfenster „Einstellungen Programm“ können Sie dann auf jedem Arbeitsplatz angeben, wo sich die von Ihnen definierte Vorgabedatei auf dem Server befindet. Nehmen Sie Änderungen an der Vorgabedatei vor, sind alle Mitarbeiter automatisch auf dem neuesten Stand.


SimTread – Personenströme simulieren mit Vectorworks Mit SimTread simulieren Sie Personenströme in Ihren Vectorworks-Entwürfen. Es ist die ideale Ergänzung bei der Planung und Analyse von Gebäuden oder Verkehrsprojekten, um die Bewegung von Fußgängern zu visualisieren.

SimTread hat viele Vorteile Um das Verhalten von Fußgängern schon während der Entwurfsphase zu visualisieren und zu optimieren, wird SimTread unter anderem von Planern im Bereich Architektur, Stadtplanung, Verkehrsmanagement und Brandschutz eingesetzt. Sie legen dabei auch ein besonderes Augenmerk darauf, wie sie zum Beispiel die Risiken bei Notfäl-

len minimieren können. Konkret lassen sich so mit dieser Software die Wege von Besuchern auf Bahnhöfen, in Schulen oder in einem Museum aufzeigen. Sind besonders viele Menschen involviert, wie etwa bei einem Konzert oder in einem Fußballstadion, kann SimTread die Bewegungen von Tausenden von Fans in einem Film übersichtlich darstellen. Mit solchen Filmen und anderen grafischen Mitteln, die SimTread bereitstellt, lassen sich so die Bereiche mit hoher Personendichte leicht identifizieren und damit auch die Faktoren, die den Personenfluss behindern oder umlenken. Auf der Basis dieser Simulationsresultate kann nun das Projekt angepasst und das beste Design bestimmt werden, wie die Personenflüsse zu steuern sind. Animation von Personenströmen: Erstellen Sie in Ihren Entwürfen die Ausgänge und definieren Sie die Objekte, die Personen im Weg stehen können, wie Wände, Stützen, Möbel usw. Fügen Sie anschließend die Personen hinzu und legen Sie die Geschwindigkeiten für Personengruppen fest. Nun lassen sich die Bewegungen zu den Ausgängen einfach simulieren und auswerten.

Simulation einer Evakuierung aus einem Gebäude. Die Kreise sind Personen, die sich zu den Ausgängen bewegen.

Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten: SimTread exportiert zur einfachen Analyse die Daten über Gehgeschwindigkeiten und Personenflussraten und stellt sie – auch für bestimmte Zeiträume – grafisch dar.

computerworksmagazin

Vectorworks wird weltweit in immer komplexeren Großprojekten eingesetzt. Eine der damit verbundenen Herausforderungen ist es, Personenströme realistisch zu simulieren, um eventuelle Designfehler aufzudecken. Dazu wurde jetzt in Japan ein Zusatzprodukt zu Vectorworks entwickelt, das diese Aufgabe übernimmt. Gemeinsam mit der Waseda Universität, dem größten Bauunternehmen Japans, der Takenaka Corporation, und dem japanischen Distributor von Vectorworks A&A Co. Ltd. entstand SimTread, die Software für die Simulation und Analyse von Personenströmen.

13

Personenströme in einem Theatersaal

Analyse von Evakuierungszeiten: Starten Sie die Personensimulation für ein fertiggestelltes Projekt und finden Sie heraus, wie schnell sich die Personen durch den Entwurf bewegen. Darauf basierend kann die Situation auf realen Flächen nachgestellt werden, um die Evakuierungsplanung für Einrichtungen wie Schulen, Ausstellungszentren oder Veranstaltungsorte zu optimieren. Einfache Anwendung: Auch Anwender, die keine CAD-Experten sind, können SimTread sehr einfach einsetzen, da die Simulationen in Vectorworks auch mit importierten Dateiformaten wie PDF, DWG und anderen Grafikformaten erstellt werden können. Weitere Infos, Filme und Bestellmöglichkeiten finden Sie unter www.computerworks.eu/ simtread.


Aktuelle Kurzmeldungen

Viele weitere News und ausführliche Meldungen finden Sie auf www.vectorworksblog.de und www.computerworks.eu/news

computerworksmagazin

14

Erstes Passivhaus-Museum der Welt in Ravensburg eröffnet

Anfang März wurde das neue Kunstmuseum Ravensburg eröffnet. Das Besondere daran: Es ist das weltweit erste zertifizierte Museum in Passivhaus-Bauweise. Die Planer sind die Stuttgarter Architekten Lederer+Ragnarsdóttir+Oei. Entsprechend dem Motto „Erst kommt die Stadt, dann das Haus“ haben die Architekten das neue Museum auf das historische

Stadtensemble Ravensburg bezogen. Mit ihrem Entwurf hatten sich die VectorworksAnwender Lederer+Ragnarsdóttir+Oei beim Wettbewerb 2009 durchgesetzt. Anfangs standen die Planer der Idee, das Museum im Passivhausstandard zu errichten, eher skeptisch gegenüber. Denn die Tatsache, dass ein Kunstmuseum mit einem Minimum an Fenstern auskommen muss, weil die Gemälde mit künstlichem Licht beleuchtet werden, erschwerte die Aufgabe. Um das auszugleichen, wurde bei der Planung größter Wert auf eine absolut luftdichte und hochwärmegedämmte Gebäudehülle gelegt. Charakteristisch dafür ist z.B. die Verwendung von gebrauchten Ziegeln als Material für die Fassade. Die Stadt Ravensburg hat die Passivhaus-Pläne von Anfang an unterstützt, natürlich auch wegen der deutlich geringeren Betriebskosten für die Stadt.

Facebook-Gewinnspiel

Unser Vectorworks-Gewinnspiel auf Facebook ist beendet und die Preise sind bei den Gewinnern eingetroffen. Über die drei heißbegehrten iPads der neuesten Generation freuten sich:

Joerg Domaschka aus Magdeburg

• •

Li Bo aus Zürich Franziska Brinkmann aus Dortmund

Jahreswettbewerb BauNetz Campus Masters 2012 entschieden Campus Masters ist die Plattform für die besten Abschlussarbeiten der nächsten Architekten-Generation – präsentiert von Vectorworks und BauNetz. Den Jahreswettbewerb 2012 haben die VectorworksAnwender Nicolas de Courten aus Zürich und Susanne Hügel aus Stuttgart sowie Mitko Baramov aus Leipzig gewonnen. Wir gratulieren allen Gewinnern sehr herzlich zu ihrer Auszeichnung. Der Erstplatzierte erhielt einen Gutschein von ComputerWorks und ein Abonnement der Bauwelt. Die Jury entschied sich für die folgenden Siegerprojekte:

1. Preis: „Habis Royal“ von Nicolas de Courten (ETH Zürich) 2. Preis: „Nuclear Phaseout“ von Susanne Hügel (Universität Stuttgart) 3. Preis: „Neues Bauhaus-Museum für Weimar“ von Mitko Baramov (HTWK Leipzig) Der Wettbewerb 2013 ist im vollen Gange. Bewerben Sie sich jetzt für die nächste Runde und reichen Sie Ihre Diplom-, Bacheloroder Master-Arbeit ein. Weitere Infos finden Sie im VectorworksCampus: www.vectorworkscampus.de

Wir gratulieren allen drei Gewinnern und wünschen viel Spaß mit den iPads! Beim Gewinnspiel fragten wir nach der Stadt mit der spannendsten Architektur in Deutschland, Österreich und der Schweiz – rund 5.000 Facebook-Anwender antworteten und nahmen an der Verlosung teil. Stuttgart machte das Rennen und siegte mit 25% vor Graz, Leipzig, Essen und Rapperswil. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern fürs Mitmachen, für die vielen tollen Bilder und Kommentare! Werden Sie Fan von „Vectorworks deutsch“ und erhalten Sie aktuelle News und interessante Infos zum Thema CAD, Architektur, Design und Events: www.facebook.com/Vectorworks.Deutsch


Vectorworks Spotlight News Der amerikanische Basketball-Fernsehsender NBA TV wollte sein Basketballstudio bei Turner Studios auf den neuesten Stand der Technik bringen. Mit Hilfe von Vectorworks Spotlight hat Innovative Show Design (ISD) aus Orlando, Florida, ein Hightech-Studio realisiert. ISD ist auf die Planung von Fernsehproduktionen und LiveEvents spezialisiert. Für NBA TV haben die Designer ein 360°-Studio geplant, in das ein halbes Basketballfeld mit Dreipunktlinie und Korb gemäß NBA-Richtlinien hineinpasst. Vectorworks ist auch bei vielen deutschen Fernsehsendern im Einsatz, z. B. beim ZDF, SWR, MDR, HR und bei privaten Sendern.

NBA-Studio mit Vectorworks Spotlight realisiert (© Innovative Show Design)

.... bei Festivals

Jedes Jahr im August findet das größte Heavy-Metal-Festival der Welt in Wacken, Schleswig-Holstein, statt. Die komplette Planung des Wacken Open Air basiert auf einem einzigen Tool: Vectorworks Spotlight. National und international tätige Firmen pla-

15

.... im Theater

Bühnenbild-Rendering für „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ (© Michael Klaers)

Die kalifornische Theatertruppe „The Small Group“ aus Santa Barbara setzt für die Inszenierung ihrer Theaterstücke Vectorworks Spotlight und Renderworks ein. Um seine Design-Ideen zu testen, macht Lichtdesigner Michael Klaers 3D-Entwürfe, in denen er die verschiedenen Elemente hin und her bewegt, die Szenen aus verschiedenen Winkeln beleuchtet und dabei immer wieder das Set verändert. Die Vorteile von Vectorworks sieht er darin, dass er seine Ideen sehr schnell umsetzen und damit experimentieren kann – ein wichtiges Werkzeug für seine künstlerische Arbeit.

nen die Statik, Lichtproduktion und ganze Show-Abläufe mit dieser CAD-Software. Für das W:O:A 2013 wird das Festival derzeit planungstechnisch optimiert und ein umfassender Wacken-Masterplan mit Vectorworks Spotlights erstellt. Stay tuned!

Vectorworks Spotlight backstage beim Wacken Open Air 2012 (© ICS Festival Service GmbH)

computerworksmagazin

Vectorworks im Fernsehen

Support Deutschland

Support für Vectorworks Service Select Kunden: www.vectorworks.de/serviceselect Online-Support-Formular: www.computerworks.de/vwsupport Telefon-Hotline (€ 1,95 pro Minute): Tel. 09001/234577 Mo-Fr 9.00-12.00 + 13.30 - 17.00 Uhr

Support Schweiz

Support für Vectorworks Service Select Kunden: www.vectorworks.ch/serviceselect Online-Support-Formular: www.computerworks.ch/vwsupport Telefon-Hotline (3.– Fr. pro Minute für Anrufe ab Festnetz) Tel. 0900 337 337 Mo-Fr 9.00-12.00 + 13.00-16.00 Uhr

Herausgeber

ComputerWorks GmbH Schwarzwaldstraße 67 79539 Lörrach / Germany Tel. 0 76 21/ 40 18 0 Fax 0 76 21/ 40 18 18 www.computerworks.de ComputerWorks AG Florenz-Strasse 1e 4023 Basel / Switzerland Tel. 061 337 30 00 Fax 061 337 30 01 www.computerworks.ch

Redaktion

Christa Diemel, Matthias Eberle, Christoph Köbelin, Martina Möllinger, Andreas Thierer, Marcel Veszeli


world-architects.com

i PSA PubliSherS

Architektur im Kopf? Profile ausgew채hlter Architekten, Innenarchitekten und Ingenieure. Plus Jobs, Agenda und eMagazin. german-architects.com