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Zeitung der Mittelstandsbank

1/2013 Januar  – März

Editorial

Acht Jahre Vorsprung Markus Beumer, Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG

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    ls die Commerzbank im Jahr 2004 ein eigenes Vorstandsressort Mittelstandsbank etablierte, um die Kompetenzen im Firmenkundenbereich zu bündeln, wurde das von manch anderen Banken nur belächelt. Die Ausrichtung auf mittelständische Unternehmen vom kleinen inhabergeführten Betrieb mit zwei Dutzend Mitarbeitern bis hin zur börsennotierten Aktiengesellschaft erschien dem Wettbewerb wenig

attraktiv. Der Mittelstand belohnte die Fokussierung der Commerzbank und schenkte uns als strategischem Partner sein Vertrauen. So wurde die Mittelstandsbank zur beidseitigen Erfolgsgeschichte – für den Mittelstand und für die Commerzbank. Nirgendwo wird das so deutlich wie im Auslandsgeschäft: Die deutschen Unternehmen exportieren wie nie zuvor, und keine andere Bank begleitet sie dabei so intensiv wie die Commerzbank. Mit der Abwicklung von im Ausland zugunsten deutscher Exporteure eröffneter Akkreditive sind wir sogar Marktführer im deutschen Außenhandel. Nicht zuletzt angesichts der anstehenden regulatorischen Herausforderungen entdecken nun plötzlich auch andere Institute das Mittelstandsgeschäft wieder neu. Doch das erfor-

derliche Verständnis für den Bedarf mittelständischer Unternehmen, das Wissen um seine Branchen und Märkte entsteht nicht über Nacht. Die Commerzbank hat ihren Weg bereits 2004 eingeschlagen, konsequent beibehalten und über alle Auf- und Abschwünge hinweg dauerhaft mit dem Mittelstand zusammengearbeitet. Diese Erfahrung und das dabei gewachsene Know-how geben uns acht Jahre Vorsprung, den wir konsequent für den Mittelstand einsetzen. Denn wir waren, sind und bleiben die Bank an Ihrer Seite. Ihr

Markus Beumer, Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG

Inhaltsverzeichnis Seite 2

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Top-Thema • Währungen aktiv managen • Pionier der Lasertechnik setzt auf Absicherung

Finanzierung • HERMES-Deckungen für Russland verdoppelt • Fördermittel für nachhaltige Energieersparnis • Erste Renminbi-Kreditfazilität in China • „Gemeinsam Zukunft gestalten“

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Seite 10

Seite 14

Wert­schöpfungs­kette Mehrwert für den Mittelstand

Case Study • Drei Fragen an den Preisträger der „Besten Finanzkommunikation im Mittelstand“ • Wirecard schafft Spielraum für Wachstum • „Turnarounder des Jahres 2012“: Wieder zurück auf der Erfolgsspur

Länderporträt Russland: Wichtigster Handelspartner in Osteuropa

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Cash-Management Lastschriften: SEPA macht’s einfach

Seite 16

Anlage Anlegen mit maximaler Sicherheit Seite 16

Meldungen / Impressum


Top-Thema

Währungen aktiv managen Mit der individuellen Balance aus Absicherung, Flexibilität und Kurs­ chancen können Unternehmen ihr Grund­geschäft so sicher wie nötig und so profitabel wie möglich abwickeln.

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er im Mai 2011 ein Importgeschäft über 100.000 US-Dollar abschloss und dafür entsprechend dem damaligen Devisenkurs 67.568  Euro einkalkulierte, musste im Juli 2012 bei Fälligkeit 82.645 Euro aufwenden – ein nicht akzeptables Risiko für Unternehmen, die Kalkulationssicherheit benötigen. Das macht die Absicherung gegen schwankende Devisenkurse so wichtig. Traditionelle Grundlage jedes Währungs­ managements ist das Devisen­ termin­ geschäft. Unternehmen vereinbaren dabei mit der Commerzbank verbindlich, bestimmte Währungen an einem fest vereinbarten zukünftigen Termin zu einem genau definierten Kurs zu tauschen. Damit sind Kurs­ risiken abgesichert. Bei dieser bewährten und ziel­ führenden Lösung steht allerdings einzig und allein die Kalkulations­ sicherheit des Handelsgeschäfts im Vordergrund. Es gibt hier keine Möglichkeit, an Kursbewegungen zu partizipieren: Auch wenn sich die Kurse in eine für das Unternehmen vorteilhafte Richtung bewegen, ist es an die starren Absicherungskurse gebunden. An diesem Punkt setzt das Aktive Währungs­ management der Commerzbank an: Es bietet vielfältige Möglichkeiten, die notwendige Absicherung unternehmensindividuell so zu gestalten, dass

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gleichzeitig positive Kursentwicklungen genutzt werden können.

Risiken absichern und zusätzlich Kurschancen nutzen Maßgeschneiderte Lösungen der Mittelstandsbank zeichnen sich durch verbindliche Absicherung und individuell ausgestaltete Chancenkomponenten aus. Zu den Ausgestaltungsvarianten des Aktiven Währungsmanagements gehören beispielsweise Optionen und struktu-

rierte Derivate. Auch eher anspruchsvolle Lösungen stehen inzwischen schon für mittelstands­gerechte Losgrößen ab 100.000 Euro zur Verfügung.

Optionen: Flexibel und chancenreich absichern Bei einer Option erwerben Unternehmen gegen eine entsprechende Optionsprämie das Recht, haben aber nicht die Pflicht, einen festgelegten Währungsbetrag zu einem

Ausgestaltungsvarianten des Aktiven Währungsmanagements

Barriere

Ansammlung Absicherungs­­ beträge

Option

10 0 100 10 0 10 010 0

Baukasten Aktives Währungs­ management

30% Partizipation

70% 50%

Vorzeitige Beendigung


Top-Thema

ebenfalls festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Der entscheidende Vorteil: Bewegen sich die Devisenmärkte so, dass die Marktkurse für das Unternehmen günstiger sind als mit der Absicherung über die Option, nutzt es das aktuelle Kurs­niveau und erzielt so gegenüber seiner Kalkulation einen zusätzlichen Ertrag. Kommt es anders, verschlechtern sich also die Kursverhältnisse aus Sicht des Unternehmens, nimmt es das Recht aus der Option wahr und ist damit entsprechend geschützt. Zusätzlich zu diesen klassischen Devisenoptionen stellen die Risiko­ spezialisten der Commerzbank maßgeschneiderte Lösungen bereit. Wenn Unternehmen beispielsweise bereit sind, auch eine vorzeitige Beendigung des Sicherungsgeschäfts zu akzeptieren, ist dies eine weitere Möglichkeit, den Kurs zu verbessern. Ebenso kann bereits im Vorfeld ein Partizipationsgrad festgelegt werden, zu dem das Unternehmen anteilig an einer bestimmten Kursentwicklung teilhat, oder eine bestimmte Barriere für die Ausschöpfung eines möglichen Kursvorteils definiert werden. Variable Absicherungsbeträge bilden ebenfalls einen interessanten Baustein des Aktiven Währungsmanagements. Typisch für diese Strategie ist, dass die Wechselkursentwicklung im Zeitraum bis zur Fälligkeit Einfluss darauf hat, in welchem Umfang und zu welchem Kurs Nominalbeträge des Absicherungsgeschäfts angesammelt werden.

Absichern von nicht frei konvertierbaren Währungen Zu den zahlreichen Währungs­ paaren, die im Rahmen des Aktiven Währungsmanagements der Commerzbank abgesichert werden können, gehören auch nicht frei konvertierbare Währungen wie der Renminbi. Solange ihn die Chinesische Nationalbank nur eingeschränkt für den Handel freigibt, kann die Kursabsicherung beispielsweise durch sogenannte Non Deliverable Forwards (NDF) und Non Deliverable Options (NDO) erfolgen.  

Pionier der Lasertechnik setzt auf Absicherung LPKF Laser & Electronics AG: „Ohne Aktives Währungs­management müssten wir mit deutlich höheren Unsicher­heiten leben.“

Als stark expandierender Maschinenbauer mit einem Exportanteil von rund 90 Prozent ist die LPKF Laser & Electronics AG aus Garbsen bei Hannover stark von den Schwankungen der Devisenmärkte betroffen. Das 1976 gegründete und im TecDAX der 30 größten deutschen Technologiewerte gelistete Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Lasersystemen zur Mikromaterialbearbeitung spezialisiert. Laseranlagen werden in der Elektronik- und Automobil­ industrie, in der Kunststofftechnik und bei der Herstellung von Solarzellen eingesetzt. LPKF-Kunden nutzen diese Technologie, um Leiterplatten zu entwickeln, zu bearbeiten oder um sie durch die Laser-Direkt-Strukturierung (LDS) komplett zu ersetzen. Im Zentrum der Maschinen steht fast immer ein Laserstrahl, der als Werkzeug zur Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt wird. LPKF versteht sich dabei als Pionier bei der Erschließung neuer Märkte für den Einsatz der Lasertechnologie in der Mikromaterialbearbeitung und hat sich in vielen Bereichen eine weltweit führende Position erobert. Kai Bentz, Chief Financial Officer der LPKF: „Viele unserer ausländischen Kunden wünschen sich eine Abrechnung in ihrer Währung, z. B. in US-Dollar, japanischem Yen oder zunehmend auch in Renminbi.“ Was solche Fremdwährungsgeschäfte am Ende tatsächlich in Euro bringen, hängt maßgeblich von der Entwicklung auf den Devisenmärkten ab. Auch die in Fremdwährung zu fakturierenden Aufträge muss die LPKF zuverlässig kalkulieren können. Bentz: „Deshalb setzen wir entsprechende Finanzinstrumente zur

Produkte der LPKF MicroLine Serie werden zur professionellen Laser­ bearbeitung von Schaltungs­trägern und Leiter­platten eingesetzt.

Absicherung ein. Ohne dieses Aktive Währungsmanagement müssten wir mit deutlich höheren Unsicherheiten leben und mit stärker schwankenden Ergebnissen im Zeitablauf. Das ist für uns nicht akzeptabel.“ In einem durchschnittlichen Monaterlöst die LPKF u. a. mehr als 500.000 US-Dollar, die gegen Euro getauscht werden müssen. „Mit Unterstützung der Commerzbank haben wir deshalb ein Aktives Währungsmanagement implementiert. Wir sind damit sehr zufrieden. Schließlich hängt ein Großteil unseres Unternehmenserfolgs davon ab, dass unsere Kalkulationen aufgehen – trotz schwankender Devisenkurse,“ erklärt Bentz.   Der Film zum Aktiven Währungsmanagement bei der LPKF steht im Internet zur Verfügung unter www.commerzbank.de/währungsabsicherung.

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Finanzierung

HERMES-Deckungen für Russland verdoppelt Bei mittel- und langfristigen Finanzierungen ab fünf Jahren Laufzeit gibt es kaum Alternativen zu diesen Exportkreditgarantien des Bundes.

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ie deutsche Exportförderung in Form der Exportkreditgarantien des Bundes (HERMES-Deckungen) für den russischen Markt hat in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt. So sind seit 2003 die neu herausgelegten HERMES-Deckungen für Russland von seinerzeit 800 Millionen Euro auf inzwischen 1,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2012 gestiegen. Ein zunehmender Anteil daran (80 Prozent im ersten Halbjahr 2012) entfällt mittlerweile auf kurzfristige HERMES-Deckungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. HERMES-gedeckte Forderungen unter APG (AusfuhrPauschal-Gewährleistung), APG Light oder Ausfuhrgewährleistungen auf der Grundlage von Einzeldeckungen sind auch als Basis fürForderungsankäufe durch die Commerzbank in Deutschland bestens geeignet. Bei mittel- und

langfristigen Finanzierungen ab fünf Jahren Laufzeit gibt es dann beinahe keine Alternativen mehr zu HERMESgedeckten Bestellerkrediten.

Was bei langfristigen HERMESgedeckten Finanzierungen zu beachten ist Die Rahmenbedingungen für staatliche Kreditversicherer der OECD-Länder (OECD-Konsensus) sehen verbindliche Parameter für langfristige Finanzierungen vor: Mindestens 15 Prozent des Auftragswertes sind vom Kreditnehmer außerhalb der HERMES-gedeckten Finanzierung als Anzahlung zu leisten. Die verbleibenden 85 Prozent können zzgl. des zu zahlenden Entgelts für die HERMES-Deckung finanziert werden. Auch die Finanzierung lokaler Kosten (z. B. Baukosten, lokale Zulieferungen) in Höhe von max. 23 Prozent des Auf-

tragswertes ist deckungsfähig. Die Tilgung des Darlehens muss spätestens sechs Monate nach dem sogenannten Starting Point beginnen – definiert als mittleres gewichtetes Lieferdatum, Datum der vollständigen Lieferung oder Datum der Inbetriebnahme. Eine Rückzahlung erfolgt dann in halbjährlichen Raten in gleicher Höhe zzgl. der jeweiligen Zinsen. Die Kreditlaufzeit kann abhängig von der Höhe des Auftragswertes grundsätzlich bis zu zehn Jahre betragen. Darüber hinaus sind längere Kreditlaufzeiten im Rahmen der jeweiligen OECD-Sektorabkommen möglich.

Die Türen stehen offen Aktuell sind 15 russische Banken generell für Indeckungnahmen durch HERMES akzeptiert. Auf der Basis von Einzelfallprüfungen wurden sogar schon mehr als 70 russische Institute in

Bilateraler Handel: Deutschland-Russland (in Milliarden Euro*) Deutschland gehört zu den Ländern, mit denen Russland einen negativen Handelsbilanzsaldo aufweist. Die deutschen Lieferungen sind 2011 wertmäßig auf Eurobasis um 34 Prozent gestiegen, die deutschen Einfuhren um 27 Prozent. Ausgehend von der Größe des russischen Marktes sowie des Modernisierungsbedarfs in den Bereichen Industrie und Infrastruktur besteht für die deutsche Exportwirtschaft weiterhin ein erhebliches Wachstumspotenzial.

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40

20

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2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Ausfuhr (nach Deutschland)

15,9

19,4

19,2

22,6

13,5

19,3

24,6

Einfuhr (nach Russland)

10,7

14,7

19,3

23,2

15,3

20,1

27,1

Handelsumsatz

26,6

34,1

38,5

45,9**

28,7**

39,4

51,7

* Umgerechnet nach Euro-Referenzkursen der Europäischen Zentralbank. **Rundungsdifferenzen

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Quelle: Rosstat, Zolldienst RF


Finanzierung

Fördermittel für nachhaltige Energieersparnis Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen machen Investitionen in die Reduzierung des Rohstoff- und Energieverbrauchs noch attraktiver. Deckung genommen. Und für weitere aufstrebende russische Banken, die über zufriedenstellende Bonität verfügen, ist die Tür nicht  verschlossen. Auch russische Unternehmen kommen für eine direkte Indeckungnahme durch HERMES infrage, so sie gängige Bonitätskriterien erfüllen. Dabei sind u. a. testierte Jahresabschlüsse nach internationalen Rechnungs­legungsstandards erforderlich. Seit März 2011 akzeptiert HERMES für Auftragswerte bis 5 Millionen Euro auch Jahresabschlussunterlagen nach RAS (Russian Accounting Standards).

Deckungskosten reduziert Im Februar 2011 wurde die Russische Föderation in der OECD-Länderkategorisierung von Stufe 4 auf Stufe 3 heraufgestuft, was die Kosten für die HERMES-gedeckte Finanzierung direkt reduzierte. HERMES-gedeckte Finanzierungen profitieren darüber hinaus vom guten Rating der Bundesrepublik Deutschland, das für die Refinanzierung der langfristigen Finanzierungen in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen hat. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Finanzierungs- und Absicherungslösungen zeigt deren Bedeutung für deutsche Exporte nach Russland. Programme und Maßnahmen der russischen Regierung zur Stärkung des Unternehmertums oder zur Modernisierung von Schlüsselindustrien unterstützen weiterhin das Investitionsklima. Auch der große Bedarf für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen und der Ausbau der Infrastruktur bleiben wichtige Treiber für den deutsch-russischen Außenhandel. Die Commerzbank ist mit umfangreichen Kapazitäten für Absicherungen und Finanzierungen darauf vorbereitet.

Mit öffentlichen Förder­mitteln die Umweltfreundlichkeit des Unternehmens verbessern

Angesichts der weltweit wachsenden Nachfrage nach Rohstoffen und Energie sowie deren stark schwankenden Preisen wollen immer mehr Unternehmen ihre Abhängigkeiten von diesen Märkten reduzieren. Sie suchen deshalb nach Wegen zur Verbesserung ihrer Energie- und Ressourceneffizienz. Was viele von ihnen nicht wissen: Für entsprechende Investitionen stehen attraktive Fördermöglichkeiten durch Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen bereit. Verschiedene Förderinstitute haben ihr Engagement in diesem Bereich ausgeweitet. Beispielsweise förderte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im ersten Halbjahr 2012 Umwelt- und Klimaschutzprojekte mit 12,1 Milliarden Euro, 26 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am Anfang des Weges zu einem energie- und ressourcen-effizienten Unternehmen steht die genaue Analyse des Rohstoff- und Energieverbrauchs. Bei der anschließenden Umsetzung in konkrete Projekte unterstützen die Fördermittelspezialisten der Commerzbank bei der Auswahl des optimalen Förderprogramms: Sie durchforsten den „Förder­dschungel“, erläutern Alter-

nativen, wählen gemeinsam mit dem Unternehmer die Lösung aus, die am besten zum Unternehmen passt und binden sie in ein individuelles Finanzierungskonzept ein.

Nachhaltige Ersparnis In der Praxis kann dies beispielsweise wie folgt aussehen: Ein Unternehmen identifiziert als Haupt­ energie­ verbraucher die Prozesswärme (30 Prozent), die Heizung (25 Prozent) und die Produktionsmaschinen (22  Prozent). Daraufhin investiert es in eine energieeffiziente Verbundkälteanlage mit Wärmerückgewinnung zur Unterstützung der Heizung. Wegen der hohen Energieeinspareffekte wird das gesamte Investitionsvolumen mit einem Darlehen aus dem KfWEnergie­effizienzprogramm (Zinsatz: 1,25 Prozent p. a., Laufzeit und Zinsbindung zehn  Jahre) gefördert. Im Ergebnis erzielt das Unternehmen eine Energieeinsparung von 43 Prozent p. a. und eine Kosten­ersparnis von 25 Prozent p. a. Auf dieser Basis amortisiert sich die Investition auch dank der zinsgünstigen Finanzierung innerhalb von nur dreieinhalb Jahren.  

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Finanzierung

Erste RenminbiKreditfazilität in China Commerzbank arrangiert erste Onshore-RMB-Finanzierung für ein Familienunternehmen. Mit mehr als 40.000 Mitarbeitern ist die Voith GmbH eines der größten Familienunternehmen. Für China als wichtigsten Wachstumsmarkt benötigte das Unternehmen eine lokale Kreditlinie – idealerweise eine syndizierte Kredit­fazilität von insgesamt 2,25 Milliarden RMB (270 Millionen Euro) in der chinesischen Landeswährung. Die Commerzbank verfügte nicht nur als eine der ersten deutschen Banken über eine RMB-Lizenz, sondern hat mit vier Filialen auch eine starke Präsenz vor Ort. Als Reflektion dieser führenden Position im RMB-Markt agierte sie als einziger deutscher Mandated Lead Arranger (MLA) bei dieser erfolgreichen ersten OnshoreRMB-Finanzierung eines deutschen Familienunternehmens.

„Gemeinsam Zukunft gestalten“ Erste Kundenwerkstatt in Hamburg: Neues Workshop-Format der Mittel­ standsbank führt Unternehmer und Banker zusammen, um gemeinsam den Bedarf an Finanzprodukten zu identifizieren und Lösungsansätze zu entwickeln.

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ie lässt sich eine nachhaltige Ausrichtung an Bedarf, Herausforderungen und Erwartungen mittelständischer Unternehmen besser umsetzen als mit der Einbeziehung der Kunden bereits ab der ersten Phase einer Produktentwicklung? Aus dieser Überlegung heraus hat die Mittelstandsbank der Commerzbank ein neues Workshop-Format entwickelt und in Hamburg erstmalig erfolgreich in die Praxis umgesetzt: die Kundenwerkstatt. In einem kleinen Kreis setzen sich dabei Geschäftsführer und CFOs von Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größe mit Spezialisten aus den zentralen Produktbereichen der Geschäftsleitung der einladenden Gebietsfiliale an einen Tisch. Ihr gemeinsames Ziel: aktuelle sowie künftige Bedarfe der Unternehmen zu identifizieren und direkt als Basis der Produktentwicklung zu nutzen, um ebenso maßgeschneiderte wie pass­genaue Finanzierungslösungen zu finden. Der „Embedded Customer“, wie dieses Prinzip in der Wirtschaftswissenschaft genannt wird, bietet Vorteile für beide Seiten: Kunden haben die Gewissheit, dass die Bank an genau den Stellschrauben arbeitet, die für den unternehmerischen Erfolg wichtig sind. Die Bank verbessert durch das frühzeitige PraxisFeedback die Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen bei der Produktentwicklung deutlich.

Wertvolles Feedback Die Generator-Modernisierung in einem brasilianischen Wasser­ kraft­werk (oben), Radial-Propeller (unten links) und ein VoithWasser­trecker vor der Skyline Shanghais (unten rechts) – ein kleiner Aus­schnitt aus dem Portfolio der Voith GmbH in den Märkten Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe sowie Transport & Auto­motive.

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Uwe Borges, Vorsitzender der Geschäftsleitung in der Mittelstandsbank der Commerzbank im Gebiet Hamburg, war Gastgeber einer der ersten Kundenwerkstätten. Sein Fazit: „Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit war eine Diskussion über aktuelle Erkenntnisse


Finanzierung

Zusammen an Produktideen schrauben: Kunden und Bank arbeiten in der Kundenwerkstatt an Finanzierungslösungen für Übermorgen.

der Trendforschung und über die Herausforderungen, die sich daraus für das unternehmerische Finanzmanagement ergeben. Dafür suchten wir dann u. a. mit Hilfe von Kreativ-Techniken gemeinsam nach Lösungen. Unsere Kunden haben dabei eine Fülle von Ideen und Produktansätzen eingebracht. Ausführlich diskutiert wurden auch die Produktideen, die seitens der Mittelstandsbank entwickelt worden sind. Hier lieferte das Feedback sehr wertvolle Hinweise für unsere weitere Arbeit.“ Die Resonanz der teilnehmenden Unternehmen war mehr als positiv (vgl. nebenstehende Statements). Borges: „Viele Teilnehmer haben uns am Rande der Kundenwerkstatt zu diesem Veranstaltungsformat gratuliert, weil es den Anspruch der langfristigen Geschäftspartnerschaft und des hohen Kundenverständnisses eindrucksvoll einlöst. Ähnliches hätten sie von anderen Unternehmen bzw. Banken noch nicht erlebt.“ Nach diesen sehr erfolgreichen Probeläufen werden 2013 weitere Kundenwerkstätten folgen.

„Durch die Mitarbeit der Teilnehmer war es eine insgesamt gelungene Veranstaltung. Gerne hätte ich noch mehr Zeit damit verbracht, an konkreten Produkt­ideen zu ‚schrauben‘. Mitgenommen habe ich, dass die Commerzbank sehr daran interessiert ist, ihre Kunden zu verstehen und kundengerechte Lösungen zu entwickeln.“ Lars Jacobsen ist Leiter Finanzen der WKN AG, einem der führenden Entwickler für schlüsselfertige Energieprojekte in Europa und den USA.

„Insgesamt haben mir die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises, der Aufbau des Tages, die eingesetzten Arbeitsmethoden und die Organisation sehr gut gefallen. Gerne können es in Zukunft noch ein paar Teilnehmer mehr sein – umso größer wird die Ideenfülle ausfallen.“ Hans Redlefsen, Geschäftsführer des Modelabels Closed Holding AG

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Wertschöfpungskette

Auftragserteilung

Schonung der Liquidität mit Avalen und Garantien

Einkauf

Schutz durch eine maß­ geschneiderte Risikoabsicherung

Lagerhaltung

Entlastung der Betriebsmittellinie

Mehrwert für den Mittelstand Entlang der gesamten Wertschöpfungskette bieten sich vielfältige Ansatzpunkte für kostensparendes und liquiditätsschonendes Finanz­ management.

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edes mittelständische Unternehmen arbeitet mit einem Kreditinstitut zusammen – aber ist es eigentlich egal, mit welchem? Wenn es nur um die standardisierte Abwicklung von Kundenaufträgen ginge, vielleicht. Aber dann würden viele Möglichkeiten im unternehmerischen Finanzmanagement ungenutzt bleiben. Deshalb hat sich die Commerzbank konsequent am Bedarf von Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro orientiert. An bundesweit 150 Firmenkunden-Standorten stehen genau darauf spezialisierte Betreuer bereit. Sie erschließen ihren Kunden über die gesamte Wertschöpfungskette konkrete Optimierungsmöglichkeiten.

Sechs Vorschläge zur Optimierung 1. Die Unterstützung durch die Commerzbank beginnt schon bei der Akquisition neuer Aufträge durch die Unternehmen. Häufig sind hier Bürgschaften oder Garantien zu stellen. Als Alternative zur Barunterlegung schonen Bankbürgschaften und Garantien die Liquidität der Unternehmen, denn die Commerzbank übernimmt dabei das geforderte Zahlungsversprechen. 2. Wird der Auftrag dann erteilt, zeigt sich beim Wareneinkauf oft, dass steigende Zinsen, volatile Wechselkurse oder explodierende Rohstoffpreise der ursprünglichen Kalkulation schnell die Grundlage entziehen. Die Commerzbank

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bietet entsprechende Absicherungsmöglichkeiten, sodass volle Planungssicherheit gewahrt bleibt und Unternehmen überdies von günstigen Preisentwicklungen profitieren können. 3. Oft müssen Waren lange im Voraus eingelagert werden, bevor sie schließlich verarbeitet und verkauft werden. Bei solchem saisonalen Finanzbedarf schaffen zusätzliche Kontokorrentkredite mit Laufzeiten bis zu einem Jahr und einem Festsatz klare Kalkulationsgrundlagen. Am Ende der vereinbarten Laufzeit werden Kreditbetrag und Zinsen aus den Verkaufserlösen des Saisongeschäfts zurückgezahlt.

4. Auch bei der Produktion lassen sich mit individuell angepassten Finanzierungskonzepten spürbare Vorteile erzielen. Der Schlüssel liegt häufig im Einsatz von Fördermitteln. Die Commerzbank-Spezialisten berücksichtigen zinsgünstige Darlehen von den Förderinstituten des Bundes und der Länder ebenso wie öffentliche Zuschüsse und Bürgschaften. 5. Gerade bei Auslandsgeschäften kann der Versand vor allem wegen der Erstellung der erforderlichen Dokumente zu einer komplexen Herausforderung werden. Wer sich nicht selbst damit auseinandersetzen will, kann


Wertschöpfungskettte /  Cash Management

Produktion

Versand

Rechnungsstellung

Nutzung aller Finanzierungsquellen

Professionalisierung des Außenhandels

Abbau der „Forderungen aus Lieferung und Leistung“

den Full-Service der Commerzbank nutzen. Sie ist Marktführer im deutschen Außenhandel: Keine andere Bank hat 2011 mehr zugunsten deutscher Exporteure eröffnete Akkreditive abgewickelt.

6. Letztendlich bleibt noch der Ausgleich der gestellten Rechnungen. Wer seinen Kunden lange Zahlungsziele eingeräumt hat, muss trotzdem nicht auf den Liquiditätsfluss warten. Der Verkauf kurzfristiger Forderungen

aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an die Factoring-Gesellschaft Commerz­Factoring GmbH bietet sofortige Erlöse, eine hundertprozentige Risikoabsicherung und eine Entlastung des Debitoren­managements.

Lastschriften: SEPA macht’s einfach Nach systematischer Vorbereitung nutzt die UNION TANK Eckstein (UTA) schon heute die Vorteile der SEPAFirmenlastschrift, die sie bereits in zwölf Ländern erfolgreich einsetzt.

stationen in 37 Ländern Europas tanken sowie in 20 europäischen Ländern die Maut abrechnen. Des Weiteren können UTA-Kunden den Pannen-, Abschlepp- und Reparaturservice in Anspruch nehmen – und das alles bargeldlos! Verständlich, dass die Nutzung von Lastschriftverfahren als wichtiges Mittel zum Zahlungsausgleich bei UTA schon immer eine große Bedeutung hatte.

Im gesamten SEPA-Raum einheitlich

Neue Perspektiven eröffnet nun das im gesamten SEPA-Raum einheitliche Firmenlastschriftverfahren, das am 1. Februar 2014 verbindlich wird und die bisherigen nationalen Lastschriftverfahren ablöst. Um es so früh wie möglich zu nutzen, suchte Thomas Wolpert, Credit Manager bei S eit fast 50 Jahren bietet die UNION UTA, zeitnah den Austausch mit der TANK Eckstein GmbH & Co. KG (UTA) Commerzbank. Wolpert: „In der Verdem gewerblichen Güter- und Perso- gangenheit hatten wir es in verschienentransport eine Rundumversorgung. denen Ländern mit unterschiedlichen Fahrer können über UTA an mehr als Verfahren, eigenständigen Formaten 32.000 markenunabhängigen Diesel- und Prozessabläufen zu tun.“ Darüber

hinaus musste zudem in jedem Land ein eigenes Konto geführt werden.

Gut gestartet Im Vorfeld der Nutzung wurden zunächst alle betroffenen Systeme und Abläufe angepasst, sodass das neue SEPA-Lastschriftverfahren und die bisherigen nationalen Lastschriftverfahren bis Anfang 2014 parallel betrieben werden können. Nach erfolgter Implementierung liefen intensive Testreihen, um zu prüfen, ob alle Abläufe reibungslos funktionieren. Dann erhielten die ersten Kunden von UTA ein „SEPA-Package“ mit drei vorausgefüllten SEPA-Mandaten sowie einem Infoblatt. Thomas Wolpert: „Wir wollten die Umstellung für unsere Kunden so einfach wie möglich gestalten, denn sie haben oftmals nicht die Zeit, sich intensiv mit SEPA auseinander­ zusetzen.“ Das ist der UTA offensichtlich gut gelungen, denn sie arbeitet bereits in 12 Ländern mit dem einheitlichen SEPA-Verfahren. Für die bevorstehende Massenumstellung ist sie bestens vorbereitet.

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Case Study

Drei Fragen an…

… den Preisträger der „Besten Finanzkommunikation im Mittelstand“ D

ie Auszeichnung für die „Beste Finanzkommunikation im Mittelstand“ gehört zu den renommiertesten deutschen Wirtschaftspreisen. Sie wird von der Commerzbank in Zusammenarbeit mit der Euler Hermes Kreditversicherung AG, GE  Capital und weiteren Partnern vergeben, zu denen der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die RuhrUniversität Bochum, die Financial Times Deutschland und die Zeitschrift impulse gehören. Geehrt werden damit mittelständische Unternehmen für eine besonders erfolgreiche, systematisch betriebene und strategisch angelegte Kommunikation mit ihren Kapitalgebern. Preisträger des Jahres 2012 in der Kategorie „Mittlerer Mittelstand“ ist die Kaimann  GmbH aus Hövelhof im Kreis Paderborn. Das 1959 gegründete Unternehmen stellt Dämmstoffe aus Elastomer und Polyethylen her, die u. a. in den Bereichen Kälte- und Klimatechnik, Lüftung, Sanitär und Heizung eingesetzt werden. 330 Mitarbeiter erzielen einen Jahresumsatz von 84 Millionen Euro. company.news sprach mit dem für Finanzen zuständigen Geschäftsführer Martin Eilerts, der die kurz „FiKomm-Award“ genannte Auszeich­nung aus den Händen von Commerzbank-Bereichsvorstand Martin Fischedick entgegennahm.

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Herr Eilerts, Finanzkommunikation hat in Ihrem Unternehmen eine große Bedeutung – warum?

Martin Eilerts: Weil sie ganz wesentlich dazu beigetragen hat, unser gutes Geschäftsmodell durch eine extrem schwierige Situation zu bringen, in der wir uns in den Jahren nach 2008 befunden haben. Seinerzeit hatten wir nach Jahrzehnten des kontinuierlichen Wachstums massiv in zusätzliche Kapazitäten und neue Technologien investiert. Ihnen verdanken wir heute unsere Innovationsführerschaft, damals aber sah es zunächst ganz anders aus: Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise konnte das geplante Wachstum nicht realisiert werden, sodass wir wegen der gleichzeitig hohen Abschreibungen und Zinsaufwendungen als Folge der Investitionen

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in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren rote Zahlen geschrieben haben. Trotzdem konnte sich die Kaimann GmbH durchgängig auf die Unterstützung ihrer Finanzpartner verlassen. Ich möchte hier nur beispielhaft ausgeweitete und neue Kreditengagements sowie Restrukturierungsbeiträge in Form reduzierter Zinssätze nennen. Auch die Warenkreditversicherer, ebenfalls ein ganz wichtiger Finanzpartner, wurden nicht nervös, sondern haben die Limite für unsere Lieferanten beibehalten.

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Wie haben Sie das geschafft? Martin Eilerts: Uns war natürlich klar, dass sich unsere Banken, Leas­ing- und Factoringgesellschaften sowie Warenkreditversicherungen angesichts der Verluste fragen würden, ob denn die hohen Investitionen wirklich richtig waren oder ob wir uns damit vielleicht übernommen hatten. Deshalb war es unser erstes Ziel, die Ursachen der Unternehmenskrise, die ergriffenen Maßnahmen zu deren Bewältigung und natürlich unseren unverändert positiven Ausblick mit detaillierten Analysen transparent und für Außenstehende nachvollziehbar zu machen. Das Konzept einer entsprechenden Finanzkommunikation haben wir dann in einer gemeinsamen Sitzung mit allen Partnern anhand eines beispielhaften Reportings auf der Grundlage von Ist-Daten abgestimmt. So konnten wir sicher sein, dass sie genau die Informationen bekommen, die sie für ihre Entscheidungen brauchen. Diese in der Krise entwickelte Finanzkommunikation befindet sich heute im Regelbetrieb und bildet die Basis für die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Finanzpartnern und Management des Unternehmens. Konkret sieht das so aus, dass es zum einen jährliche Sitzungen aller Finanzpartner immer zu Beginn des Geschäftsjahres gibt, auf denen Grundsatzfragen zur Unternehmensentwicklung diskutiert werden. Zum anderen haben wir ein monatliches Berichtswesen etabliert, das jeweils im Folgemonat per E-Mail allen Partnern in gleicher Form zur Verfügung gestellt wird.


Case Study

Hatten gut lachen: (v.l.n.r.) geschäftsführender Gesellschafter Georg Josef Kaimann, Kathrin Bonus, Leiterin Controlling, und Martin Eilerts, für Finanzen zuständiger Geschäftsführer der Kaimann GmbH.

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Was sollten nach Ihren Erfahrungen Unternehmen, die sich intensiver mit Finanzkommunikation befassen wollen, unbedingt beachten?

Martin Eilerts: Da muss man an erster Stelle natürlich die Bereitschaft zur Öffnung, zur Transparenz und zum Diskurs nennen. Wer von den Banken Verständnis für seine Situation verlangt, muss auch Verständnis für ihre Situation haben. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, sich an einen Tisch zu setzen und ganz offen darüber zu sprechen, was denn die andere Seite wissen muss, um den gemeinsamen Weg weiter mitzugehen. Das heißt ja nicht, dass man jeden Informations­ wunsch auch komplett erfüllt, wenn etwa der dadurch verursachte Aufwand in keinem Verhältnis zum Erkenntnisgewinn für die Finanzpartner steht. Aber darüber kann man dann reden, und nach meiner Erfahrung wird man für berechtigte Einwände auch Verständnis finden. Meine zweite Empfehlung wäre, es nicht bei dem regelmäßigen schriftlichen Reporting zu belassen. Es ist natürlich unverzichtbar, aber eben auch nur ein Teil der Finanzkom-

munikation. Das Reporting sollte immer begleitet werden von bilateralen Kontakten und Gesprächen. Dabei bietet sich auch die Möglichkeit, Finanzpartner aktiv in strategische Überlegungen einzubeziehen. So erhält man nicht nur die Einschätzung eines Außenstehenden, sondern auch gleich ein Feedback, welche Aspekte des Vorhabens für die Einschätzung durch die Banken besonders relevant sind, sodass man in der Finanzkommunikation detaillierter darauf eingehen kann. Außerdem fließen im Vier-Augen-Gespräch oft auch zusätzliche Informationen, die in großer Runde mit Vertretern unterschiedlicher Banken nie zur Sprache kämen. Als drittes und letztes vielleicht noch der Hinweis, dass man das Reporting ja nicht nur für die Banken macht. Im Grunde braucht jedes Unternehmen ab einer gewissen Größenordnung einen Großteil dieser Analysen ohnehin für seine eigene Steuerung. Wir bei Kaimann würden diese Aufbereitung jedenfalls auch dann machen, wenn wir gar keine Finanzpartner hätten … Vielen Dank für das Gespräch, Herr Eilerts.

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Case Study

Die Wirecard AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard notiert und im Technologiewerteindex TecDAX gelistet.

Wirecard schafft Spielraum für Wachstum Dienstleister profitiert von dynamischer E-Commerce Entwicklung und wird umfassend von der Commerzbank unterstützt – vom Zahlungsverkehr bis zur Kapitalerhöhung. Wenn man online einen Flug bucht, men aus den Bereichen Konsumgüter, 69 Ländern weltweit aktiv und bietet einen Laptop bestellt oder einen Online- Digitale Güter und Tourismus. Außer- mehr als 100 Transaktions- und 18 AusDienst abonniert, wird in vielen Fällen dem ist das technologie- und innova- zahlungswährungen. Da Wirecard den im Hintergrund die Wirecard-Gruppe tionsgetriebene Unternehmen für die direkten Draht zu einem globalen Banaktiv. Denn im anonymen Internet und Telekommunikationsbranche im span- kennetz benötigt, setzt das Unternehbei Callcenter-Bestellungen kommt es nenden Umfeld Mobile Payment und men für den Auslandszahlungsverkehr darauf an, die Eingabe von Kreditkar- Zahlungen per Near Field Communica- auf den Corporate SWIFT Access der Commerzbank. Damit wird über einen ten- oder Bankdaten in einem sicheren tion (NFC-Technologie) aktiv. Umfeld zu ermöglichen. Diese techni- Den Kern des Leistungsangebots einzigen Übertragungsweg der Kontakt sche Dienstleistung übernimmt Wire- bildet eine Zahlungsplattform, die über in mehr als 200 Ländern abgedeckt. card für ihre Geschäftskunden. eine Schnittstelle sämtliche Vertriebska Als erfahrener Anbieter für globale näle bündelt. Vor allem Shopbetreiber, „Langjährige und vertrauensvolle Zahlungsabwicklungs- und Risikoma- die in neue Märkte expandieren, pro- Zusammenarbeit“ nagementlösungen im E-Commerce fitieren von umfassenden Services und Neben der Abwicklung des Zahlungshat sich die 1999 gegründete Wire- den über 85 internationalen Zahlungs- verkehrs im In- und Ausland erbringt card AG dynamisch entwickelt. 2011 und Risikomanagementverfahren. die Commerzbank für Wirecard Diensterwirtschaftete sie mit mehr als Die zur Gruppe gehörende Wirecard leistungen im Devisenhandel und in 13.000 Kunden einen Umsatz von rund Bank besitzt Verträge mit führenden der Kapitalanlage. Der Firmenkunden325  Millionen Euro und ein Transak- Kartenorganisationen und ist berech- betreuer mit Sitz in München stellt im tionsvolumen von mehr als 15,5  Mil- tigt, für deren Kredit- und Debitkarten- Bereich der Finanzierungen Kredit- und liarden Euro. Heute beschäftigt die Marken Akzeptanzverträge zu schließen. Avallinien zur Verfügung. Als Mandated Aktiengesellschaft mehr als 600  Mit- Shopbetreiber, die Zahlungen mit Visa, Lead Arranger hat die Commerzbank arbeiter am deutschen Stammsitz in MasterCard, JCB International, Discover zudem im vergangenen Jahr eine RevolAschheim bei München sowie in den International/Diners Club, American ving Credit Facility über 115 Millionen Niederlassungen in Dubai, Dublin, Gib- Express oder China UnionPay anbie- Euro führend begleitet. raltar, Großbritannien, Österreich und ten wollen, benötigen somit nur einen „Wir schätzen die langjährige und Singapur. Die Kundenbasis reicht von Vertrag mit der Wirecard Bank. Als vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der sehr kleinen bis sehr großen Unterneh- Kreditkarten-Acquirer ist Wirecard in Commerzbank sehr“, betont Burkhard

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Case Study

Kapitalerhöhung wurde das Grundka- „Wir erzielten dabei einen Angebots­ pital der Wirecard AG aus genehmig- preis von 13,70 Euro, das entsprach tem Kapital von rund 102 einem Brutto­emissions­erlös von rund Millionen Euro auf rund 139 Millionen Euro. Dies unterstützt uns 112 Millionen Euro ange- jetzt bei der beschleunigten Konsolidiehoben. Die Commerzbank rung in unseren Zielmärkten und gibt in München begleitete uns im Zusammenspiel mit Kredit­linien die gesamte Transaktion maximale Flexibilität, um Akquisitierfolgreich als Sole Glo- onschancen wahrnehmen zu können“, bal Coordinator und Sole so Ley. Im Zusammenhang mit den im Book­runner. Die neu aus- vierten Quartal 2011 durchgeführten gegebenen Aktien wurden Unternehmenskäufen in Singapur und institutionellen Anlegern Großbritannien diente die Kapitalerhöim Accelerated Bookbuil- hung außerdem dazu, FremdfinanzieBurkhard Ley, CFO bei ding-Verfahren angeboten. rungen teilweise zurückzuführen. der Wirecard AG

Ley, CFO bei der Wirecard AG und Vorstand der Wirecard Bank AG. „Wir stehen kontinuierlich mit unterschiedlichen Vertretern der Commerzbank im Kontakt – ob es um die Abwicklung unseres täglichen Bankgeschäfts oder Kapitalmarkt-Instrumente geht.“

Kapitalerhöhung war ein Meilenstein Durch die im März 2012 erfolgreich durchgeführte

Wieder zurück auf der Erfolgsspur „Turnarounder des Jahres 2012“: Wie Geschäfts­führer Giovanni Marcon den Wohnmobil- und Wohnwagen-Hersteller Knaus Tabbert zum Erfolg führte.

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ier Jahre nach dem „Schicksalsjahr“ der Knaus Tabbert wurde deren Geschäftsführer Giovanni Marcon jetzt als „Turn­arounder des Jahres 2012“ in der Kategorie der großen Unternehmen mit mehr als 750 Beschäftigten ausgezeichnet. Bereits zum siebten Mal hatten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und das Wirtschaftsmagazin „impulse“ diese begehrte Auszeichnung vergeben. Jurymitglied Martin Fischedick, Bereichsvorstand Corporate Banking der Commerzbank AG, würdigte den Preisträger, der „sein Unter-

Erfolgsmodell: Mit kompakten Ausmaßen, sportlichem Design und großer Zuladung vereint der „Van i“ von Knaus Tabbert viele Tugenden – in der attraktiven Fahrzeugklasse bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht.

nehmen so aus der Krise geführt hat, dass es sich auf Dauer erfolgreich behaupten kann“. Krise ist eigentlich ein zu schwaches Wort, wenn es um die Situation von Knaus Tabbert im Jahr 2008 geht. Der traditionsreiche Hersteller von Wohnwagen und Wohnmobilen wurde insolvent, weil sich die Verkaufszahlen von Freizeitmobilen binnen zwei Jahren europaweit von 227.000 auf 124.000 halbiert hatten. Knaus Tabbert produzierte fast ausschließlich für das eigene Lager und hatte darüber hinaus eine zu geringe Eigenkapitaldecke. Die Wende brachte die Investmentgesellschaft HTP, bestehend aus den beiden Holländern Wim de Pundert und Klaas Meertens: Sie übernahmen Knaus Tabbert und holten Giovanni Marcon als Geschäftsführer an Bord. Er kam vom Luxusuhrenhersteller Lange & Söhne und hatte zuvor das weltweite Händlernetz von Fiat geleitet. Marcon verschaffte sich mit einem Betriebsmittelkredit zunächst Luft zum Atmen. Bayern und Hessen verbürgten sich dafür bei einem Bankenkonsortium unter Beteiligung der Commerzbank. Die Zeit nutzte Marcon für vielfältige Restrukturierungsmaßnahmen. Vor allem aber nahm er die Modellpolitik in Angriff: Statt teurer Nischenprodukte in Kleinauflagen konzentrierte sich Knaus Tabbert mit neuen Modellen auf das Volumengeschäft. Ein weiterer Schachzug: Marcon umging die Zwischenhändler und konnte so den Endhandel deutlich günstiger beliefern – mit stetig wachsendem Erfolg: Nach der Halbierung des Umsatzes auf 134 Millionen Euro (2009) stieg er bis 2011 wieder auf 239 Millionen Euro an. Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) lag 2011 bei 13  Millionen  Euro. Für 2013 sind über 300  Millionen  Euro Umsatz angepeilt. Auch bei den Mitarbeiterzahlen macht sich der Aufschwung bemerkbar: 400 zusätzliche Stellen hat Giovanni Marcon neu geschaffen, in den nächsten zwei Jahren sollen noch einmal 200 dazukommen. Keine Frage: Er hat den Preis verdient.

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Länderportät

Länderporträt

Russland: Wichtigster Handelspartner in Osteuropa Nach dem Beitritt zur Welthandelsorganisation haben sich die Aus­sichten für die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen weiter verbessert. Wenn das Statistische Bundesamt seine monatliche Außenhandelsstatistik veröffentlicht, rangiert die Entwicklung der Exporte nach Russland regelmäßig auf den Spitzenplätzen – der deutschrussische Warenaustausch eilt von Rekord zu Rekord. Im ersten Halbjahr 2012 legten die deutschen Ausfuhren nach Russland um 15 Prozent zu. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von 39,7 Milliarden Euro, darunter deutsche Exporte im Wert von über 18 Milliarden Euro, löste Russland damit Polen als wichtigsten deutschen Handelspartner in Osteuropa ab.

Rahmenkreditvereinbarungen mit mehr als 40 Banken Die Commerzbank unterhält seit 2011 eine Rahmenkreditvereinbarung mit der größten Bank Russlands, der staatlichen Sberbank, über ein Volumen von 250 Millionen Euro. Zu den besonders

Arbeiter der Gazprom, dem weltweit größten Erdgasförderunternehmen und größtem russischen Arbeit­geber (links), die russisch-orthodoxe Basilius-Kathedrale am Rande des Roten Platzes in Moskau (Mitte), das andere Russland, die Skyline der Moskauer City (rechts oben) und Yuri Korchagin Field, eine gigantische Ölplattform im Kaspischen Meer (unten rechts).

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aktiven russischen Banken im Geschäft mit HERMES-gedeckten Finanzierungen zählen aber auch die Alfa-Bank oder die Promsvyazbank. Insgesamt gibt es Rahmenkreditvereinbarungen der Commerzbank mit mehr als 40 Banken und einigen Unternehmen, sodass Exportfinanzierungen effizienter abgewickelt werden können.

Kooperation in Wirtschaft und Energie Russland ist Deutschlands wichtigster Energielieferant. Das Land verfügt über mehr als 6 Prozent der Weltöl-, ca. 25 Prozent der Weltgas- und mehr als 19 Prozent der Weltsteinkohlereserven. Die Europäische Union (EU) ist mit Abstand der bedeutendste Markt für russische Energieexporte, wobei Deutschland innerhalb der EU größter Abnehmer ist. Im Gegenzug sind deutsche Unternehmen stark im russischen

Energiebereich engagiert. Die Ostsee­ pipeline (Nord Stream) beispielsweise wurde gemeinsam von russischen, deutschen und anderen europäischen Unternehmen vorangetrieben.

Bereits 6.500 deutsche Unternehmen in Russland Mit einem Anteil von 8,7 Prozent am russischen Außenhandelsvolumen ist Deutschland nach China (9,9 Prozent) für Russland der zweitwichtigste Handelspartner weltweit. Russland exportiert vor allem Energieträger (Öl und Gas) sowie Rohstoffe (Metalle) nach Deutschland, während deutsche Unternehmen vorwiegend Investitions­güter, Maschinen, Kraftfahrzeuge, chemische Erzeugnisse und Nahrungsmittel nach Russland liefern. Derzeit sind rund 6.500 Unternehmen mit deutscher Beteiligung in Russland registriert. Die Commerzbank (Eurasija) SAO betreut ca.


Länderportät

25 Prozent der Gesellschaften mit mehrheitlich deutschem Kapital in Russland.

Moskau ist nicht gleich Russland Deutsche Investoren fassen in den meisten Fällen vor allem die Zentren Moskau und St. Petersburg ins Auge, doch andere Regionen holen deutlich auf, werden immer investorenfreundlicher und bieten attraktive Bedingungen für ausländische Unternehmen. Im Ranking der Regionalumfrage, das die Deutsch-Russische Außenhandelskammer (AHK) alle zwei Jahre unter ihren Mitgliedsfirmen durchführt, liegt aktuell Tatarstan an der Spitze, eine der reichsten Republiken der Russischen Föderation, die westlich des Uralgebirges am Zusammenfluss von Wolga und Kama liegt. Ihren Wohlstand verdankt sie – natürlich  – Erdöl- und Erdgas-

vorkommen, die zum Teil noch nicht erschlossen sind sowie Industriefirmen wie Kamaz (Lkw-Hersteller), die intensiv mit deutschen Firmen vor Ort kooperieren. In der AHK-Umfrage folgen dann die Gebiete Swerdlowsk, Uljanowsk und Nowosibirsk. Als investorenfreundlich gelten auch die Stadt St. Petersburg, die Gebiete Nishnij-Nowgorod, Kaliningrad und Kaluga.

Commerzbank seit 20 Jahren in Russland Die Commerzbank ist seit 20 Jahren in Russland präsent und besitzt daher umfangreiche Erfahrungen auch mit lokalen Besonderheiten vor Ort, beispielsweise bei Fragen der Devisenverkehrskontrolle. Eurasija SAO in Moskau mit ihrer Filiale in St. Petersburg bietet den vollen Leistungsumfang einer rus-

Ansprechpartner in Moskau :

sischen Bank mit der aus Deutschland bekannten Servicequalität, bewährten Cash-Management- und Finanzierungslösungen, vertrauten IT-Systemen und vor allem mit deutsch sprechenden Betreuern. Im grenzüberschreitenden Geschäft erwartet Unternehmen in Moskau die komplette Leistungspalette: von der konzeptionellen Beratung über den Cross-Border-Kredit bis zu grenzüberschreitenden Zahlungen, Akkreditiven, Inkassi und Garantien. Aktuell offeriert die Commerzbank ihren Firmenkunden die Eröffnung von Renminbi- (CNY) Konten und die Abwicklung grenzüberschreitender Handelsgeschäfte (Zahlungen und dokumentäres Auslandsgeschäft) in der chinesischen Währung und kann so die steigenden Handels­aktivitäten mit China begleiten.

Spezialistin aus dem Cash Management & International Business:

Die Commerzbank in Russland bietet folgendes Leistungsspektrum an: Finanzierung : Betriebsmittel- und Investitionsfinanzierung, Syndizierte Kredite, USPP / Schuldscheindarlehen, Anleihen, Commercial Paper, Mergers & Acquisitions, Eigenkapitalfinanzierungen Cash Management : Cash Pooling, Firmenkonto, Informationsmanagement, Treasury Management, Zahlungsverkehr Anlage : Anlagegeschäft, Devisenund Geldhandel Auslandsgeschäft : Dokumentengeschäft, Strukturierte Export- & Handels­­finanzierung

Dr. Olga Oznobishina Head of International Clients Russisch, Deutsch, Englisch Telefon: +7 495 7974809

Alexei Izotov Head of Russian Clients Russisch, Englisch Telefon: +7 495 7974860

olga.oznobishina@commerzbank.com alexei.izotov@commerzbank.com

Dr. Elena Yuklyaeva Local Head Cash Management & International Business Russisch, Deutsch, Englisch Telefon: +7 495 9814725 elena.yuklyaeva@commerzbank.com

Risikomanagement: Zins- und Währungsderivate, Rohstoffderivate, Aktien- und Kreditderivate Lokale Besonderheiten : Internet & Electronic Banking System DBOBS, Budget und Controlling Solution (RCK-Modul), Devisenkontrolle

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Anlage / Meldungen

Anlegen mit maximaler Sicherheit Ohne Kontrahentenrisiko: Repo und Triparty Repo bieten Unternehmen interessante Alternativen zum klassischen unbesicherten Festgeld. Kontrahentenrisiken bei der Geldanlage sind auch Jahre nach der Finanzmarktkrise ein großes Thema in den TreasuryAbteilungen der Unternehmen: Was passiert, wenn der Partner, bei  dem ich mein Festgeld angelegt habe, ausfällt? Zwar greifen dann Sicherungssysteme wie der Einlagen­ sicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Zusätzlich legen aber immer mehr Finanzentscheider Wert auf eine unmittelbare und sofort nutzbare Besicherung. Sie entscheiden sich deshalb zunehmend für Repo­geschäfte oder, als Variation davon, für Triparty Repos.

Grundlage ist ein Vertrag, mit dem das Unternehmen entsprechend dem Festgeldbetrag von seiner Bank Wertpapiere ankauft. Am Ende der vereinbarten Laufzeit erwirbt die Bank die Wertpapiere zum gleichen Preis wieder zurück. Zusätzlich erhält das Unternehmen natürlich die Zinsen für die Geldanlage. Die Wertpapiere dienen im Repo also als Besicherung für die angelegten Gelder des Unternehmens. Welche Sicherheiten – in der Regel hochliquide Staatsanleihen – infrage kommen und in welcher Höhe sie zu stellen sind, vereinbaren Unternehmen und Bank vorab.

Wertpapierpensionsgeschäfte (Funktionsweise) Wertpapiere

Kaufdatum

Commerzbank AG

Geld (Marktwert der Wertpapiere)

Während der Laufzeit Rückkaufdatum

Zins

Commerzbank AG

Wertpapiere Geld (zzgl. Zins)

Kunde

(wenn)

Zinszahlung

Kunde

Im Rahmen des Repo-Vertrages werden die Wertpapiere nicht verpfändet, sondern an das Unternehmen verkauft. So muss das Unternehmen bei einem Ausfall des Partners nicht erst Ansprüche auf das Wertpapier geltend machen, sondern kann die Wertpapiere als legaler Eigentümer sofort verwerten.

Mehr Sicherheit ohne mehr Kosten Bei einem Triparty Repo agiert bei gleichen Grundprinzipien ein unabhängiges Clearing House als dritte Partei zwischen Unternehmen und Bank. Dort werden die Konten beider Seiten geführt. Typischerweise übernehmen diese Triparty-Agenten auch die laufenden administrativen Aufgaben wie die tägliche Bewertung, Abwicklung der Margin Calls, Weiterleitung von Kupons etc. Die Gebühren trägt dabei stets der Verkäufer der Wertpapiere – bei Geldanlagen also die Bank. Trotz der zusätzlichen Besicherung sind die Zinssätze solcher Repogeschäfte deshalb mit direkten Bankeinlagen vergleichbar.

Jetzt von niedrigen Zinsen profitieren

top@doc: Orientierung im Dokumentengeschäft

Wer sich die historisch niedrigen Zinsen sichern und damit seine Zinsbelastung langfristig kalkulierbar machen will, sollte jetzt handeln. Denn sobald erste Anzeichen für eine Zinswende erkennbar sind, verschlechtern sich die Konditionen sofort und der günstigste Zeitpunkt ist vorbei. Aktiv werden sollten ebenfalls Unternehmen, die erst in einigen Monaten entsprechenden Finanzierungsbedarf haben. Die Firmenkundenbetreuer der Commerzbank bieten auch dafür passgenaue Lösungen.

Immer wieder stehen Unternehmen beim dokumentären Auslandsgeschäft vor der Frage, wie bestimmte Formulierungen beispielsweise in Akkreditiven auszulegen sind. Klarheit schafft hier der monatliche Newsletter top@doc der Commerzbank: Anhand aktueller Fallbeispiele geht er den wichtigsten Fragen rund um Akkreditive, Inkassi und Garantien auf den Grund. Dieser Informationsservice für Unternehmen mit Außenhandel kommt auf Wunsch kostenlos ins Haus: einfach anmelden unter www.commerzbank.de/topdoc.

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top@doc: klar, übersichtlich und praxisnah


Meldungen

Lieferantenkredit oder Skonto-Ausnutzung?

Rechnet sich die Skonto-Ausnutzung? Commerzbank Finance Modelling (CB FIMO) zeigt es auf einen Blick.

Schnelle Zahlung rechnet sich meist auch bei einer Kreditinanspruchnahme. Mittelständische Unternehmen nutzen häufig Lieferantenkredite als bequeme Form der Zwischenfinanzierung. Bei einer maximalen Ausnutzung der eigenen Zahlungsziele, ohne von möglichen Skonti Gebrauch zu machen, erweisen sich diese Kredite jedoch als sehr teuer. Ist Liquidität vorhanden, sollte sich deshalb jeder Unternehmer Skontovorteile sichern. Aber lohnt sich das auch, wenn dafür der Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden muss? Ja, denn in der Regel übersteigen die Skonto-Ersparnisse den Zinsaufwand für den Kredit. Mit dem Finanzanalyse- und Planungstool CB FIMO können die Firmenkundenbetreuer der Commerzbank genau diese Einsparpotenziale ebenso aufzeigen wie Optimierungsmöglichkeiten beim Working Capital Management.

company.news mobil company.news können Sie auch auf Ihrem Smartphone lesen unter http://company.news.commerzbank.de company.news online Hier geht’s zum Online-Archiv von company.news : www.commerzbank.de/companynews

Commerzbank vor Ort Besuchen Sie unseren Messe­kalender im Internet unter www.commerzbank.de/messekalender

Die nächste Ausgabe der Zeitung der Mittelstandsbank company.news er­­ scheint im März 2013. Wir senden sie Ihnen gerne kostenlos zu sowie auf Wunsch zusätzlich als PDF und Anwendung für Ihr Smart­phone. Sie brauchen dazu nur im Internet unter www.commerzbank.de/companynews das Kontaktformular auszufüllen und abzusenden. Dort finden Sie auch das elektronische Archiv mit allen bisher erschienenen Ausgaben in PDF-Form.

Impressum

Zeitung der Mittelstandsbank Ausgabe: 1/2013 Januar – März Herausgeber : Commerzbank AG, Mittelstandsbank, 60261 Frankfurt am Main Verantwortlich für den Inhalt : Kerstin Richter, Mittelstandsbank Adressänderungen, Archiv, Bestellungen : www.commerzbank.de/companynews

Redaktion und Gestaltung : FLEISCHER'S – Agentur für Kommunikation GmbH, Schlangen­bad Erscheinungstermine und Anzeigen­ schluss : company.news erscheint jeweils zu Quartals­beginn. Anzeigenschluss ist der erste Werktag des Vorquartals. Auflage : 70.000 Disclaimer : Die in company.news veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. Nicht namentlich gezeichnete Beiträge stammen aus der Redaktion. Diese behält sich vor, Autorenbeiträge zu bearbeiten.

Dieser Ausarbeitung liegen Informationen zu Grunde, die wir für verlässlich halten. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit können wir allerdings nicht übernehmen. Die Firmenkundenzeitung ersetzt nicht die im individuellen Fall gegebenenfalls notwendige Beratung durch die Hausbank. Berichte oder Analysen in company.news sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der jeweiligen Wertpapiere zu verstehen. © Commerzbank AG, Frankfurt am Main Bei Briefen an die Redaktion wird das Recht zur – auch auszugsweisen – Veröffentlichung vorausgesetzt.

Bildnachweise : Seite 1+6: Voith GmbH; Seite 3: LPKF Laser & Electronics AG; Seite 7: © Image Source / getty­images; Seite 8+9: © Abel Mitja Varela /gettyimages, © Guido Mieth / gettyimages, © Kim Steele / gettyimages, © Flying Colours Ltd /getty­images, © Alistair Berg / gettyimages, Seite 12: Wirecard AG; Seite 13: Knaus Tabbert GmbH; Seite 14: © Krasilnikov Stanislav /ITAR-TASS Photo /Corbis, © Will & Deni Mc­Intyre / gettyimages, © Jose Fuste Raga /Corbis, © Matytsin Valery / ITAR-TASS Photo / Corbis; Seite 17: © nattstudio / Fotolia Alle übrigen Bilder: Commerzbank AG

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Fact  

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